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Forschungsprojekt:

Bewertung von Glasfassaden unter Berücksichtigung von Kriterien der Energieeinsparung und Wirtschaftlichkeit

von Kriterien der Energieeinsparung und Wirtschaftlichkeit Baubetrieb & Bauprozessmanagement Prof. Dr.-Ing. Mike

Baubetrieb & Bauprozessmanagement Prof. Dr.-Ing. Mike Gralla Prof. Dr.-Ing. Mike Gralla

Klimagerechte Architektur Prof. Dr.-Ing. Helmut F.O. Müller Prof. Dr.-Ing. Helmut F.O. Müller

Im Auftrag des

Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung

Lehrstuhl Baubetrieb & Bauprozessmanagement Prof. Dr.-Ing. Mike Gralla Lehrstuhl Klimagerechte Architektur Prof.

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Bauprozessmanagement Prof. Dr.-Ing. Mike Gralla Lehrstuhl Klimagerechte Architektur Prof. Dr.-Ing. Helmut F.O. Müller
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Inhaltsverzeichnis

1

Aufgabe und Ziel

5

2

Grundlagen für die Erstellung von Vorentwurfsvarianten (Wettbewerbsbeiträgen)

7

2.1

Grundlagen gemäß GRW 1996 vom 22. Dezember 2003

7

2.2

Grundlagen gemäß HOAI (2002)

9

2.3

Anforderungen an Wettbewerbsarbeiten

10

2.3.1

Mindestanforderungen zur energetischen Bewertung

10

2.3.2

Mindestanforderungen zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit

10

3

Ablauf und Methode der Fassadenbewertung

12

3.1

Bewertungskriterium Qualität

12

3.2

Fassadentypologien

14

3.2.1

Differenzierung nach Glasanteil Fensterflächenanteil

14

3.2.2

Konstruktionsarten einschaliger Fassaden

15

3.2.3

Konstruktionsarten mehrschaliger Fassaden

19

3.3

Eingangsdaten zur energetischen Bewertung

21

3.3.1

Energiebedarf im Betrieb

21

3.3.2

Primärenergiegehalt und Erderwärmungspotential der Baustoffe

24

3.4

Eingangsdaten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit

24

3.4.1

Faktoren zur Bewertung der Erstellungskosten

25

3.4.2

Eingangsdaten zur Bewertung der Nutzungskosten

28

4

Rahmenbedingungen

40

4.1

Standortfaktoren

41

4.1.1

Lärmimmission / Schallschutz

41

4.1.2

Schmutzbelastung / Luftverunreinigung

44

4.1.3

Sicherheit / Terrorschutz

45

4.1.4

Vandalismusgefahr

45

4.1.5

Brandschutz

46

4.2

Gebäudetypen

47

4.2.1

Niedrige Gebäude

48

4.2.2

Mittlere Gebäude

48

4.2.3

Hochhäuser

49

4.3

Einflussfaktoren auf die energetische Qualität

50

4.3.1

Klima

50

4.3.2

Umgebungsbebauung

50

5

Fassadentypologie

51

5.1

Gebäudestandard

52

5.2

Parameter Orientierung

52

5.3

Parameter Fassade

52

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5.3.1

Tragwerk

52

5.3.2

Schichten

52

5.4

Parameter Fenster (Transparente Bauteile)

52

5.4.1

Fensterflächenanteil

52

5.4.2

Glas

52

5.4.3

Rahmen

53

5.4.4

Sonnenschutz

53

5.4.5

Tageslicht

53

5.5

Parameter Außenwand (Opake Bauteile)

54

5.5.1

Konstruktion

54

5.5.2

Aufbau

54

5.5.3

Dämmstandard

54

5.6

Parameter Lüftung

55

5.6.1

Natürliche Lüftung

55

5.6.2

Mechanische Lüftung

55

5.6.3

Luftwechsel (LW)

55

5.7

Parameter Reinigung / Wartung

56

5.7.1

Installationsgrad

56

5.7.2

Erreichbarkeit

56

5.7.3

Geometrie

56

5.7.4

Konstruktion

56

6

Risiko- und KO-Kriterien

57

6.1

Grundsätzliche Hinweise zu den Risiko- und KO-Listen

57

6.2

Risikofaktoren

58

6.3

KO-Kriterien

58

7

Bewertungsverfahren

60

7.1

Anwendungshinweise

60

7.1.1

Grundsätzliche Anmerkungen / Hinweise zur Benutzung

60

7.1.2

Technische Anmerkungen / Hinweise zur Benutzung

61

7.2

Bewertungsablauf

62

7.2.1

Bewertung des Primärenergiebedarfes (Betriebsenergie)

62

7.2.2

Bewertung des PEI der Baustoffe und des GWP

71

7.2.3

Beschreibung der Bewertung der Investitionskosten

71

7.2.4

Beschreibung der Bewertung Nutzungskosten

79

7.2.5

Beschreibung der Bewertung der Lebenszykluskosten

83

8

Gewichtung und Benotung

84

8.1

Gewichtung der Benotung der Lebenszykluskosten

85

8.1.1

Gewichtung der Benotung der Investitionskosten

85

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8.1.2

Gewichtung der Benotung der Nutzungskosten

85

8.2

Gewichtung der Benotung des Primärenergiebedarfes

86

8.3

Gewichtung der Benotung des Primärenergieinhaltes (PEI)

86

8.4

Gewichtung der Benotung des Erderwärmungspotentials (GWP)

86

8.5

Fazit / Empfehlung

87

9

Anwendungsbeispiel

88

9.1

Bewertungsablauf

88

9.1.1

Ziel

88

9.1.2

Durchführung

88

9.1.3

Fazit / Empfehlung

125

10

Literatur

126

11

Abbildungsverzeichnis

128

12

Tabellenverzeichnis

131

13

Anlagen

133

13.1

Risiko- / Hinweisliste

133

13.2

KO-Liste…………………………………………………………………………………………139

13.3

Nutzungsbeschreibung des Excel-Tools

142

13.3.1

Anleitung zur energetischen Fassadenbewertung

142

13.3.2

Anleitung zur Erfassung Investitionskosten

145

13.3.3

Anleitung zur Erfassung Nutzungskosten

148

14

Projektbeteiligte

150

14.1

Lehrstuhl Klimagerechte Architektur

150

14.2

Lehrstuhl Baubetrieb und Bauprozessmanagement

150

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1 Aufgabe und Ziel

Die Aufgabe der Entscheidungshilfe des Bundes zur Bewertung von Glasfassaden unter Berücksichtigung von Kriterien der Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit ist es, dem Nutzer im Zuge der Beurteilung von Wettbewerbsbeiträgen für die Neuer- richtung bzw. Sanierung von Bundesbauten ein umfassendes Bewertungswerkzeug an die Hand zu geben. Dabei ist es das Ziel, eine zusammenfassende Empfehlung hinsichtlich der Energieeffizienz und der Wirtschaftlichkeit der untersuchten Glasfas- sade abzugeben.

Zu folgenden Parametern werden dabei Bewertungen in unterschiedlicher Tiefe durchgeführt:

Energiebedarf für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchten

Energieinhalt der verwendeten Baustoffe

Erstellungskosten

Nutzungskosten

Dauerhaftigkeit

Zur Bewertung der Fassade sind grundsätzlich zwei Schritte erforderlich:

Schritt 1:

Definition der Mindestanforderungen an die Fassade ohne Betrachtung der vorgelegten Wettbewerbsergebnisse auf Grundlage

der Bauaufgabe

des Standortes

der Nutzung

der Gebäudetypologie

Schritt 2:

Beurteilung der Fassade auf Grundlage der in Schritt 1 definierten Min- destanforderungen

2.1 Vorbewertungen anhand von Checklisten / KO – Kriterienlisten

Auswahl der zur weiteren Prüfung uneingeschränkt zuzulassenden Lösungen

Auswahl der zur weiteren Prüfung mit Einschränkungen / Hinweisen zuzulas- senden Lösungen

Ausschluss von nicht geeigneten Lösungen

Bewertung der konstruktiven Eignung

2.2 Durchlauf der Fassadenbewertungen / Vergleich der Fassadenlösungen

Bewertung der Energieeffizienz

Bewertung der Wirtschaftlichkeit hinsichtlich der Baukosten (i.S. von Investiti- onskosten)

Bewertung der Wirtschaftlichkeit hinsichtlich der Nutzungskosten

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Die Bearbeitung orientiert sich in seiner Struktur am Ablaufschema / Workflow der eigentlichen Fassadenbewertung. Hierdurch werden die zur Bewertung erforderli- chen Schritte für den Nutzer in ihrer logischen Reihenfolge nachvollziehbar erläutert.

Beginn Rahmenbedingungen ermitteln und festlegen Fassadentypologie mit Variationsspielraum definieren (Typologie /
Beginn
Rahmenbedingungen
ermitteln und festlegen
Fassadentypologie mit
Variationsspielraum definieren
(Typologie / Morphologie)
Fassade anhand der Risiko /
KO-Kriterien prüfen
Nach-
Ergebnis
nein
nein
besserung
OK?
möglich?
ja
ja
Bewertungsverfahren
Bewertung
mit
Ausschluss
- Qualitative Bewertung
- Energetische Bewertung
- Ökonomische Bewertung
Vorbehalt /
Risikohinweis
Gewichtung der
Bewertungskriterien
Ergebnis
nein
Risikoliste
OK?
ja
Empfehlung

Abb. 1:

Ablaufdiagramm / Workflow Übersicht

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2 Grundlagen für die Erstellung von Vorentwurfsvarianten (Wettbe- werbsbeiträgen)

Um eine uneingeschränkte Nutzbarkeit des Bewertungsschemas bei der Beurteilung von Wettbewerbsbeiträgen zu gewährleisten, muss eine möglichst breite Datenbasis zu den obigen zu bewertenden Kriterien vorliegen. Je genauer diese Daten bzw. je mehr Einzeldaten vorliegen, umso einfacher ist die Bewertung und umso genauer und aussagekräftiger wird das Bewertungsergebnis.

Als Grundlage für die Durchführung von Wettbewerben und Formulierung der Wett- bewerbsaufgabe dienen in der Regel die GRW 1996 vom 22. Dezember 2003 sowie die in der HOAI formulierten Anforderungen. Darüber hinaus sollten die im Folgen- den beschriebenen und für eine transparente Bewertung der wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien notwendigen Parameter bereits in der Wettbewerbsauslobung definiert und abgefragt bzw. diese im Rahmen der Vorprüfung der Wettbewerbsbei- träge ermittelt werden.

2.1 Grundlagen gemäß GRW 1996 vom 22. Dezember 2003

Die Grundlage der Bewertung von Wettbewerbsbeiträgen bildet die Bekanntmachung der Neufassung der Grundsätzen und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens –GRW 1995 – vom 22. De- zember 2003 (im Folgenden kurz GRW). Bei der Nutzung des Bewertungsschemas zur Bewertung von Wettbewerbsbeiträgen muss zwischen den möglichen Wettbe- werbsarten und den damit verbundenen Eingangsdaten unterschieden werden. Ge- mäß GRW wird zwischen Ideen- und Realisierungswettbewerben unterschieden und damit verschiedene Voraussetzungen und Anforderungen an die Tiefe der Bearbei- tung definiert.

GRW 5.1.4 (3):

Die Angaben des Auslobers über die je nach Aufgabenstellung geforderten Wettbe- werbsleistungen sollten sich erstrecken auf:

1.

Zeichnerische Darstellung

-

Umfang, Maßstab der Pläne, Orientierung des Blattrandes zur Himmelsrich- tung

-

Darstellungstechnik…

-

Angaben in den Plänen (Raumbezeichnungen, Geländeverlauf, Höhenanga- ben, Maße)

-

Verwendung von Originalunterlagen des Auslobers (z,B. Lagepläne)

2.

Erläuterungsberichte (Gliederung, Umfang, Erläuterungsskizzen)

3. Berechnungen und Berechnungsskizzen (z.B. unter Verwendung beige-

fügter Vordrucke), Art und Umfang von Kostenermittlungen und Wirt- schaftlichkeitsnachweisen, Umfang von Zeitangaben und Terminprog-

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nosen, ggf. Angaben über Energiebedarf und energiesparende Maßnah- men sowie ökologische Ausgleichsmaßnahmen. 4. Darstellungstechnik geforderter Modelle (z.B. auf gelieferter Platte), Material, Farbe.

Für die im Weiteren unter 5.1.5 aufgeführten möglichen Beurteilungskriterien müssen bei Verwendung dieses Bewertungsschemas definiert und besonders berücksichtigt werden:

GRW 5.1.5 (2):

Die Beurteilungskriterien sollten vor der Versendung der Auslobungsunterlagen mit den Preisrichtern beraten werden. Die Aufnahme folgender Beurteilungskriterien ist zu prüfen:

-

 

-

Qualitative Bedarfsanforderungen (baulicher Standard)

-

 

-

Investitions- und Folgekosten, Investitionskostenrahmen

-

Wirtschaftlichkeit (anhand von Orientierungs-, Kenn- und Planungsdaten, z.B. BGF/HNF; BRI/BGF);

-

ökologische, insbesondere energetische Anforderungen und Umweltver- träglichkeit

-

 

-

Möglichkeiten von Nutzungsänderungen und baulichen Erweiterungen

-

 

(…)

GRW 5.1.5 (3):

Bei Realisierungswettbewerben sind – außerhalb vereinfachter Verfahren (Nr. 2.5) – als Beurteilungskriterien zumindest die Erfüllung des Raumprogramms, funktionaler und qualitativer Anforderungen sowie Wirtschaftlichkeitskriterien und für eine 2. Wettbewerbsstufe die Investitionskosten vorzugeben. Wird ein Investitionskosten- rahmen verbindlich vorgegeben, ist er für die Teilnehmer nachvollziehbar aufzu- schlüsseln.

Um eine Vergleichbarkeit der Fassaden der zu bewertenden Entwurfsideen sicher zu stellen und eine Prüfung anhand dieses Leitfadens durchführen zu können, müssen auf dieser Grundlage im Wettbewerbsverfahren entsprechende Daten abgefragt werden. In Zuge der Vorprüfung der Wettbewerbsarbeiten sind (GRW 5.5 Vorprüfung (6) „Die Vorprüfer verpflichtet, dem Preisgericht die wesentlichen funktionalen und wirtschaftlichen Merkmale der Wettbewerbsarbeiten aufzuzeigen und auf Ge- sichtspunkte aufmerksam zu machen, die das Preisgericht nach ihrer Auffassung zu übersehen droht.“

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2.2 Grundlagen gemäß HOAI (2002)

Als Bearbeitungstiefe werden die Anforderungen der HOAI §15 (1) und (2) bis zur Leistungsphase 2 des Leistungsbildes, Objektplanung für Gebäude, Freianlagen und raumbildende Ausbauten vorausgesetzt:

Aus HOAI §15 (1):

Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung:

Ermitteln der Voraussetzungen zur Lösung der Bauaufgabe durch die Planung

Leistungsphase 2: Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung):

Erarbeiten der wesentlichen Teile einer Lösung der Planungsaufgabe

Diese Leistungsphasen sind in HOAI §15 (2) weitergehend wie folgt definiert:

Aus HOAI §15 (2):

1. Grundlagenermittlung

Klären der Aufgabenstellung

Beraten zum gesamten Leistungsbedarf

Formulieren von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter

Zusammenfassen der Ergebnisse

2. Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung)

Analyse der Grundlagen

Abstimmen der Zielvorstellungen (Randbedingungen, Zielkonflikte)

Aufstellen eines planungsbezogenen Zielkatalogs (Programmziele)

Erarbeiten eines Planungskonzepts einschließlich Untersuchung der alternati- ven Lösungsmöglichkeiten nach gleichen Anforderungen mit zeichnerischer Darstellung und Bewertung, zum Beispiel versuchsweise zeichnerische Dar- stellungen, Strichskizzen, gegebenenfalls mit erläuternden Angaben

Integrieren der Leistungen anderer an der Planung fachlich Beteiligter

Klären und Erläutern der wesentlichen städtebaulichen, gestalterischen, funk- tionalen, technischen, bauphysikalischen, wirtschaftlichen, energiewirtschaftli- chen (z.B. hinsichtlich rationeller Energieverwendung und der Verwendung er- neuerbarer Energien) und landschaftsökologischen Zusammenhänge, Vor- gänge und Bedingungen sowie der Belastung und Empfindlichkeit der betrof- fenen Ökosysteme

Vorverhandlungen mit Behörden und anderen an der Planung fachlich Betei- ligten über die Genehmigungsfähigkeit

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Bei Freianlagen: Erfassen, Bewerten und Erläutern der ökosystemaren Struk- turen und Zusammenhänge, zum Beispiel Boden, Wasser, Klima, Luft, Pflan- zen- und Tierwelt, sowie Darstellen der räumlichen und gestalterischen Kon- zeption mit erläuternden Angaben, insbesondere zur Geländegestaltung, Bio- topverbesserung und -vernetzung, vorhandenen Vegetation, Neupflanzung, Flächenverteilung der Grün-, Verkehrs, Wasser-, Spiel- und Sportflächen; fer- ner Klären der Randgestaltung und der Anbindung an die Umgebung

Kostenschätzung nach DIN 276 oder nach dem wohnungsrechtlichen Berech- nungsrecht

Zusammenstellen aller Vorplanungsergebnisse

2.3

Anforderungen an Wettbewerbsarbeiten

Um eine Bewertung von Wettbewerbsarbeiten mit dem Bewertungstool sinnvoll vor- nehmen zu können, müssen bestimmte Parameter zeichnerisch dargestellt bzw. er- läutert sein. Je detaillierter Angaben zur jeweiligen Fassade vorliegen, umso genauer kann die vergleichende Bewertung vorgenommen werden.

2.3.1 Mindestanforderungen zur energetischen Bewertung

Die im Bewertungsdurchlauf abgefragten Parameter stellen die Mindestanforderun- gen der Informationen dar, die für eine aussagekräftige Bewertung notwendig sind. Liegen zu einzelnen Punkten keine Angaben vor, werden bei der Auswahl sinnvolle Vorschläge gemacht.

2.3.2 Mindestanforderungen zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit

Eine Übersicht über die notwendigen Informationen sowie eine Einschätzung zur Wichtigkeit der jeweiligen Daten ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Grundlage der Tabelle ist die im Folgenden entwickelte Systematik zur Bewertung der Wirt- schaftlichkeit. Um eine qualifizierte Bewertung der Fassaden vornehmen zu können, muss zu den Punkten mit den Einstufungen „Notwendigkeit der Information“ „hoch“ und „mittel“ eine Auswahl getroffen werden.

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Notwendigkeit der

 

Information

 

Parameter

mögliche Differenzierung im Bewertungs- system

gering

mittel

hoch

lässlich

uner-

Fassadentypologie

     

x

Fensterflächenanteil

     

x

Fassadenkonstruktion

   

x

 

Fassadenmaterial

 

x

   

Beschläge

x

     

falls Ausführung elektrisch

     

x

 

Verglasung

 

falls gefordert / erforderlich

Schallschutz

 

x

   

falls gefordert / erforderlich

Angriffhemmung

   

x

 

falls gefordert / erforderlich

Durchschusshemmung

   

x

 

falls gefordert / erforderlich

Brandschutz

   

x

 

falls gefordert / erforderlich

Radarschutz

   

x

 

falls gefordert / erforderlich

Sonnenschutz

 

x

   

falls gefordert / erforderlich

Alarmglas

 

x

   

falls gefordert / erforderlich

Selbstreinigung

x

     

Sonnenschutz außen

 

x

   

zweite Fassadenebene

     

x

Bekleidung der geschl. Flächen

     

x

Tab. 1: Mindestanforderungen an Wettbewerbsarbeiten

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3 Ablauf und Methode der Fassadenbewertung

Als Grundlagen für das Bewertungsschema werden die Faktoren beschrieben, die die Verfasser als Systematik zu Grunde gelegt haben.

die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow
die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow
die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow
die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow
die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow
die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow
die die Verfasser als Systemat ik zu Grunde gelegt haben. Abb. 2: 3.1 Ablaufdiagramm / Workflow

Abb. 2:

3.1

Ablaufdiagramm / Workflow

Bewertungskriterium Qualität

Die Bewertung der architektonischen bzw. ästhetischen (über die Überprüfung ener- getisch-konstruktiver Anforderungen hinaus) Fassadenqualität ist nicht Bestandteil dieses Bewertungsschemas. Die Bewertung beschränkt sich auf die Kriterien Wirt- schaftlichkeit, Betriebs-Energiebedarf sowie Primärenergieinhalt und Erderwär-

Wirt- schaftlichkeit, Betriebs-Energiebedarf sowie Primärenergieinhalt und Erderwär- Fassadenbewertung Seite 12 / 150
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Fassadenbewertung

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mungspotential der verwendeten Baustoffe, das heißt innerhalb des Bewertungs- schemas werden die Fassaden in ästhetischer Hinsicht als qualitativ gleichwertig be- trachtet.

Die thermische Raumqualität wurde durch einheitliche Randbedingungen in den Si- mulationsberechnungen zur energetischen Bewertung berücksichtigt. Die Raumluft- temperaturen wurden hierbei in einem behaglichen Bereich zwischen 21 und 26°C gehalten und der hierzu erforderliche Heiz- bzw. Kühlenergiebedarf betrachtet.

Da der zur Einhaltung der 26°C erforderliche Kühlenergiebedarf etwa proportional zu den ohne Kühlung entstehenden Überhitzungsstunden ist, kann der ermittelte Kühl- energieindex bei der Bewertung von Konzepten ohne Möglichkeit der Raumluftküh- lung als Kriterium für die sommerliche Raumqualität herangezogen werden.

Die Randbedingungen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sind so definiert, dass alle zu untersuchenden Varianten den gleichen Nutzen haben. Die Kosten sind der allein verbindliche Maßstab für den Ausgang des Ergebnisses. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass auch innerhalb eng gefasster Variantenvergleiche der Nutzen so unterschiedlich ist, dass dieses Kriterium auch in die Bewertung mit einfließen muss. Soweit sich hier eine geldwerte Größe ermitteln lässt, ist dieses Vorhaben einfach. Anders stellt sich die Situation dar, wenn es sich um nicht monetäre Größen handelt, wie z.B. Behaglichkeit, Ästhetik oder Funktionserfüllung.

„Bei der Beurteilung von mehrschaligen Fassaden spielen besonders die Größen Behaglichkeit, Ästhetik des Gebäudes und Funktionserfüllung der freien Fensterlüf- tung bei widrigen Außenbedingungen eine maßgebliche Rolle.“ 1

Vergleicht man einschalige Systeme mit mehrschaligen Systemen ergeben sich zum Teil große Unterschiede bei den Nutzwerten. Der gestalterische Freiraum ist bei Doppelfassaden wesentlich größer als bei einschaligen Fassaden. Der Planer hat beispielsweise unterschiedliche Möglichkeiten den Deckenbereich an die Fassade anzuschließen, so dass sich Doppelfassaden wesentlich filigraner darstellen lassen als einschalige Fassadensysteme.

Neben dem subjektiven Eindruck der Ästhetik, ist die Möglichkeit einer freien Fens- terlüftung für die spätere Nutzerakzeptanz sehr wichtig, da das Behaglichkeitsemp- finden steigt (Sick-Building-Syndrom). Hier bieten die Doppelfassade und die integ- rierte Elementfassade einen deutlichen Vorteil, da durch zu öffnende Elemente in der Fassade eine natürliche Lüftung hergestellt werden kann.

Eine weitergehendere Analyse der Nutzwerte ist nicht Bestandteil der Betrachtung.

1 vgl. Oesterle et al. 1999, S. 179

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3.2

Fassadentypologien

Zur Begriffserklärung sowie der Differenzierung der verschiedenen Fassadenarten / - Konstruktionen werden im Folgenden Fassadentypen mit den jeweiligen Ausprägun- gen beschrieben und bei der Bewertung unterschieden:

3.2.1 Differenzierung nach Glasanteil Fensterflächenanteil

Der Fensterflächenanteil beschreibt das Verhältnis der Fensterfläche (Rohbaumaße der Fensteröffnung, also Glas und Rahmenanteil) zur Gesamtfläche der Fassade. Drei Fassadentypen können in Abhängigkeit des Fensterflächenanteils kategorisiert werden:

Lochfassade

Bandfassade

Ganzglasfassade

(Fensterflächenanteil 10 - 30%)

(Fensterflächenanteil 30 - 60%)

(Fensterflächenanteil 60 - 100%)

3.2.1.1 Lochfassade (Fensterflächenanteil 10 - 30%)

Die Lochfenster für Büro- und Verwaltungsgebäude werden überwiegend aus ther- misch getrennten Aluminiumprofilen, in geringerem Umfang aus thermisch getrenn- ten Stahlprofilen oder Holz-Aluminium-Profilen, gefertigt. Unter Lochfenster- Fassaden sind aus Fensterprofilen gefertigte Elemente zu verstehen, die als Einzel- element ein „Loch“ in der Rohbaukonstruktion schließen, zu verstehen. Dabei wird die Einbauebene abhängig von den angrenzenden anderen architektonisch ge- wünschten Fassadenbauteilen gewählt, weniger direkt im „Rohbau-Loch“ sondern thermisch günstiger in der Dämmebene davor. Umso wichtiger ist die funktionsge- rechte Anbindung der Lochfenster an den Rohbau hinsichtlich Lasteinleitung, Luft- dichtigkeit, Feuchte- und Schallschutz zu planen und auszuführen.

Lochfenster erhalten feststehende oder bewegliche, als Flügel, ausgebildete Ausfa- chungen. Öffnungselemente können in allen gängigen Systemen z.B. als Kipp-, Klapp-, Dreh-, Drehkippflügel etc. hergestellt werden. Motorische Flügelantriebe so- wie weitere Steuerungen z.B. zur Heizkörperregelung je nach Flügelzustand, zur Umsetzung eines Lüftungskonzeptes und natürlich auch eine manuelle Betätigung sind möglich.

3.2.1.2 Bandfassade (Fensterflächenanteil 30 - 60%)

Bandfassaden bestehen aus aneinander gereihten Fensterelementen deren Kon- struktion der der Lochfenster entspricht. Die Fassade besteht dann i.d.R. aus dem Fensterband und der geschlossenen Brüstung. Durch die Reduktion des verglasten Fassadenanteils ergeben sich i.d.R. in den Herstellungskosten kostengünstigere Lö- sungen als bei Ganzglasfassaden. Die Verbindung der Elemente erfolgt vertikal über Kopplungsstöße. Öffnungselemente können in allen gängigen Systemen z.B. als

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Kipp-, Klapp-, Dreh-, Drehkippflügel etc. hergestellt werden. Durch die Auswahl der Profile und Ausfachungen, werden die Anforderungen an den Wärme- und Schall- schutz entscheidend beeinflusst. Ausfachungen können aus transparenten oder opa- ken Materialien bestehen.

3.2.1.3 Ganzglasfassade (Fensterflächenanteil 60 - 100%)

Ganzglasfassaden werden i.d.R. aus Einzelelementen oder als Pfosten-Riegel- Fassade hergestellt. Die Möglichkeiten der Ausfachungen können analog zu denen der Bandfassade erfolgen. Dabei ist aber zu beachten, dass für Öffnungsflügel, ins- besondere bei Dreh- oder Drehkippflügel durch zusätzliche Elemente die Absturzsi- cherung hergestellt werden muss. An die Ausführung von Ganzglasfassaden werden besondere Anforderungen hinsichtlich der Durchsturz-Sicherheit gestellt. 2 Die Anfor- derungen an den Wärme- und Schallschutz muss bei diesem Fassadentyp durch die Verglasung erfüllt werden.

3.2.2 Konstruktionsarten einschaliger Fassaden

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bezieht sich auf die Konstruktionsmethode bzw. das Montagesystem auf der Baustelle.

3.2.2.1 Pfosten-Riegel-Konstruktion

Die heute am häufigsten verwendete Konstruktionsart für einschalige Fassaden bzw. Vorhangfassaden ist die Pfosten-Riegel-Konstruktion. Der Lastabtrag erfolgt über vertikale Pfosten, die kraftschlüssig mit der Tragkonstruktion des Rohbaus verbun- den sind, und über horizontale Riegel. Der Achsabstand der Profile ist dabei variabel und richtet sich nach dem architektonischen Erscheinungsbild und den Anforderun- gen der Nutzung und der Gebäudeorganisation. Die Fixierungspunkte zwischen Hül- le und Gebäudetragwerk sind als justierbare Knotenpunkte ausgebildet, um die not- wendigen Rohbautoleranzen ausgleichen zu können.

Die Pfosten und Riegel haben eine Mindestansichtsbreite von 50 – 60 mm aufgrund der statisch vorgegebenen Glaseinstandstiefe. Je größer die einzelnen Glasscheiben sind, umso größer müssen auch die Glaseinstandstiefe und damit die Profilbreite sein. Die Profiltiefen hingegen richten sich nach den statischen Anforderungen.

Als Füllelemente kommen neben der Festverglasung auch Öffnungselemente oder z.B. opake Brüstungspaneele in Frage, die mit Hilfe von Halteleisten aus Stahl oder Aluminium an die tragende Konstruktion angepresst werden.

Die verwendeten Werkstoffe für die tragenden Bauteile der Konstruktion bestehen im Wesentlichen aus Aluminium- oder Stahllegierungen. Der Einsatz von Aluminium

2 vgl. Technische Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen (TRAV), Fassung Januar 2003

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ermöglicht durch das Strangpressverfahren eine differenziertere Herstellung der Pro- file, so dass auch hohe Anforderungen aufwendiger Fassaden realisiert werden kön- nen. Zusätzlich bewirkt das geringe Gewicht eine leichtere Montage. Stahlsysteme kommen hingegen bei hohen Spannweiten zum Einsatz, da aufgrund ihrer höheren Festigkeit schlankere Dimensionierungen möglich sind. Die Montage bzw. Fügung von Pfosten-Riegel-Konstruktionen vor Ort auf der Baustelle ist relativ aufwendig. Sie ist witterungsabhängig, langsam und fehlerträchtig und erfordert in der Regel den Einsatz von Montagegerüsten, da die Verglasung und Montage von Füllelementen von außen erfolgt. In der Termin- und Ablaufplanung der Baumaßnahme sind daher die Standzeiten der notwendigen Gerüste und der entsprechende Platzbedarf zu be- rücksichtigen.

3.2.2.2

Elementfassade

Als Elementfassaden bezeichnet man flächenförmige und funktionsfertige Fassa- denelemente - einschließlich Glas, Paneel, Blech und Wärmedämmung -, die werks- seitig weitgehend vorgefertigt werden. Darüber hinaus ist es möglich auch Sonnen- schutzmaßnahmen sowie Sensoren oder Antriebe zu integrieren.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass mit erhöhter Automatisierung eine besse- re Genauigkeit erreicht wird. Hierdurch sind eine effektive Qualitätssicherung und eine gleich bleibend hohe Produktqualität in Verbindung mit einer Verkürzung der Gesamtbauzeit gewährleistet. Besonders im Bereich der Passgenauigkeit, der funk- tionsfähigen Dichtungen sowie der Oberflächenqualität wird eine Steigerung erreicht.

Der hohe Grad der Vorfertigung macht allerdings eine sehr sorgfältige und zeitinten- sive Planung der Fassade durch die ausführende Firma erforderlich. Planungsfehler können nicht ohne weiteres durch handwerkliche Zusatzmaßnahmen bei der Monta- ge auf der Baustelle korrigiert werden. Bei der Planung ist darauf zu achten, dass die Aufnahme von Toleranzen, Dehnungen und Verformungen so sichergestellt ist, dass die Elementverbindungen luft- und wasserdicht sind und die Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz erfüllt werden. Die komplett vorgefertigten Elemente wer- den zur Baustelle transportiert und mit ihren Montagepunkten an die am Rohbau zu- vor befestigten und justierten Konsolen montiert. Die entstehende Verbindung zwi- schen Bauwerk und Fassade muss dabei als Gleitlager ausgeführt sein, da Span- nungen infolge von Temperaturausdehnungen vermieden werden sollen.

Bei der Montage der Fassade kann ggf. im Gegensatz zur Pfosten-Riegel-Fassade auf ein Gerüst verzichtet werden, so dass diese Konstruktionsart bevorzugt im Hoch- hausbau Anwendung findet. Für die Montage werden Mobil- oder Gebäudekräne be- nötigt.

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Architektur Prof. Dr.-Ing. Helmut F.O. Müller Abb. 3: System Pfosten-Riegel-Fassade 3 Abb. 4: System

Abb. 3:

System Pfosten-Riegel-Fassade 3

Helmut F.O. Müller Abb. 3: System Pfosten-Riegel-Fassade 3 Abb. 4: System Elementfassade 4 3 Herzog/Krippner/Lang

Abb. 4:

System Elementfassade 4

3 Herzog/Krippner/Lang 2004 S.55 4 ebenda

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Architektur Prof. Dr.-Ing. Helmut F.O. Müller Abb. 5: Beispieldarstellung Einschalige Elementfassade 5

Abb. 5:

Beispieldarstellung Einschalige Elementfassade 5

3.2.2.3 Weitere Fassadenelemente

Die Anordnung weiterer Fassadenelemente wie z.B. dem Sonnen- und Blendschutz ist jeweils von der Nutzung, der Gebäudetypologie (Gebäudehöhe) und von den standortbedingten Einflussfaktoren abhängig.

Der Sonnenschutz kann als feststehendes Element, als horizontaler Raffstore oder als flächiger, textiler Behang ausgeführt werden. Die Windanfälligkeit der beiden letztgenannten Systeme beschränkt die maximale Höhe, in der sie bei einschaligen Fassaden vorgesehen werden können, auf ca. 20m. Die Steuerung kann individuell raumweise erfolgen, sollte aber durch Wind- und Sonnenwächter ergänzt werden, um eine Überheizung der Räume bei Abwesenheit der Nutzer bzw. eine Beschädi- gung bei zu starker Windbelastung zu vermeiden. Des Weiteren sind vertikale oder horizontale Großlamellen, Schiebeläden oder einen Jalousie im Scheibenzwischen- raum möglich.

Der außenliegende Sonnenschutz stellt bei Gebäuden bis zu einer Höhe von 20m die gebräuchlichste, wirksamste und kostengünstigste Variante dar. Es muss aller- dings bei der Betrachtung der Folgekosten berücksichtigt werden, dass die Reini- gung dieser Systeme durch die Vielzahl der der Witterung ausgesetzten Einzelele- mente aufwendig und damit auch relativ teuer ist.

Die Akzeptanz der Sonnenschutzsysteme beim Nutzer ist durch die Notwendigkeit der automatischen Steuerung nicht immer gegeben.

5 Gertenbach 2007 S. 30

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3.2.3 Konstruktionsarten mehrschaliger Fassaden

Ziel der Verwendung mehrschaliger Fassaden ist es, die Nutzung des Gebäudes zu verbessern bzw. je nach Standort und den vorhandenen ggf. negativen Einflussfakto- ren die Gebäudenutzung überhaupt erst zu ermöglichen. Die vielfältigen Anforderun- gen an Arbeitsplätze und / oder Aufenthaltsräume (Sonnenschutz, Wärmeschutz, Schallschutz usw.) lassen sich oftmals nur durch die Verwendung mehrschaliger Fassadensysteme realisieren.

Diese mehrschalige Glaskonstruktionen sind Hüllkonstruktionen verschiedener Aus- führung, die aus zwei oder mehreren Glasebenen bestehen. Diese Ebenen sind fest miteinander verbunden und bilden eine Übergangszone zwischen dem Innen- und Außenbereich. Damit entsteht ein Luftzwischenraum, der entweder mit der Raumluft oder mit der Außenluft oder einer Kombination von beiden in Verbindung stehen kann.

In Abhängigkeit der Ausführung ermöglichen diese Fassadensysteme Energieein- sparpotentiale zu nutzen und ein behagliches Raumklima zu schaffen. Die Möglich- keit einer natürlichen Belüftung an besonders emissionsreichen oder windbelasteten Standorten spielt für die Nutzer eine besondere Rolle, die aus der Diskussion um das „Sick-Building-Syndrom“ im Zusammenhang mit der Vollklimatisierung entstanden ist, führte zu einer Verbreitung der Doppelfassade. Die Erfahrungen haben aber auch gezeigt, dass Doppelfassaden infolge sommerlicher Überhitzung zu unbehaglichen Raumzuständen und erhöhtem Kühlenergiebedarf führen können, was unbedingt durch sehr sorgfältige Planung zu vermeiden ist.

Erstreckt sich die äußere Glasschale über die gesamte Außenwandkonstruktion, wird diese allgemein als „Doppelfassade“ bezeichnet, ohne das damit funktionale Eigen- schaften verknüpft werden können. Zu den Doppelfassaden gehören Zweite-Haut- Fassaden, Abluftfassaden sowie Pufferfassaden. Obwohl diese sich architektonisch sehr stark ähneln können, unterscheiden sie sich im Bezug auf die natürlichen Lüf- tungsmöglichkeiten deutlich voneinander. Werden einzelne Fenster mit einer zweiten Fassadenebene versehen, bezeichnet man diese als Kastenfenster.

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1. Ebene

(Position der

zweiten

Glasschale)

2. Ebene

(Lage der

Lüftungs-

öffnungen)

3. Ebene

(Unterteilung

des Fassaden-

zwischenraums)

Abb. 6:

Doppelfassadensysteme (zweite Glasschale erstreckt sich über die gesamte Gebäudehülle) Lüftungsöffnung in
Doppelfassadensysteme
(zweite Glasschale erstreckt
sich über die gesamte
Gebäudehülle)
Lüftungsöffnung in
Lüftungsöffnung in
keine
der inneren
beiden Schalen
Lüftungsöffnung
Schale
Zweite-Haut-Fassade (ZFH)
Abluftfassade
Pufferfassade
Fassadenzwischenraum
Fassadenzwischenraum
Fassadenzwischenraum
vertikal und horizontal
unterteilt
horizontal unterteilt
nicht unterteilt
unsegmentierte
Kastenfenster-
integriertes
Haus -im-Haus-
Schachtfassade
Korridorfassade
Zweite-Haut-
fassade
Glashaus
Prinzip
Fassade

Systematisierung und Einteilung mehrschaliger Fassaden nach Konstruktionsart 6

Einteilung mehrschaliger F assaden nach Konstruktionsart 6 Abb. 7: Beispieldarstellung Doppelfassade 7 6 Gertenbach

Abb. 7:

Beispieldarstellung Doppelfassade 7

6 Gertenbach 2007 S. 21

7 Gertenbach 2007 S. 30

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Architektur Prof. Dr.-Ing. Helmut F.O. Müller Abb. 8: Beispieldarstellung Integrierte Fassade mit

Abb. 8:

Beispieldarstellung Integrierte Fassade mit dezentraler Haustechnik 8

3.3 Eingangsdaten zur energetischen Bewertung

Die energetische Bewertung von Fassadenvarianten umfasst den Vergleich des zu erwartenden Energiebedarfes im Betrieb sowie den Vergleich der für die Herstellung der verwendeten Baustoffe erforderlichen Energieaufwendungen. 9

3.3.1 Energiebedarf im Betrieb

Die Fassade hat einen komplexen Einfluss auf den Gesamtenergiebedarf eines Ge- bäudes: Über die transparenten Bauteile gelangen Wärme und Tageslicht in den Raum, gleichzeitig wird über die gesamte Fassade Wärme an die Außenluft abgege- ben (Transmission). Außerdem erfolgt die Be- und / oder Entlüftung des Raumes in der Regel über die Fassade, sei es durch natürliche Lüftungsmöglichkeiten oder über fassadenintegrierte mechanische Lüftungssysteme.

Dementsprechend umfasst die Bewertung der Betriebsenergie die Bereiche Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung. Dabei wird zunächst die so genannte Nutzener- gie, also die im Raum erforderliche Energie ohne Berücksichtigung von Anlagenwir- kungsgraden oder Art der verwendeten Energieträger betrachtet.

Hierzu wurden aus der Fassaden-Morphologie sechs energierelevante Parameter abgeleitet und die möglichen Schwankungsbreiten in jeweils fünf gleich große Para- meterbereiche unterteilt. Mit Hilfe dynamischer Gebäudesimulationsprogramme wur- den dann unter einheitlicher Annahme weiterer Randbedingungen (Nutzungsprofil,

8 ebenda

9 vgl. auch Kapitel 2.3.1

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Temperaturgrenzen etc.) umfangreiche Parameterstudien durchgeführt und der zu erwartende Energiebedarf von über 15.000 möglichen Parameterkombinationen un- tersucht.

Um den Nutzenergiebedarf von verschiedenen Fassadenvarianten vergleichen zu können, müssen daher mindestens folgende Daten bzw. Kennzahlen zur Verfügung stehen:

Fensterflächenanteil f [%] der Fassade: Anteil der Fensterfläche (Rohbauma- ße der Fensteröffnung) an Gesamtfläche der Fassade. Über das Fenster ge- langt Wärme und Licht in den Raum. Neben der Beeinflussung des Kunstlicht- bedarfes hat der Fensterflächenanteil also Einfluss auf den Heiz- und Kühl- energiebedarf.

Mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient U m [W/(m²K)] der Fassade: Der nach Flächenanteilen gemittelte U-Wert der Fassade bestehend aus dem U-Wert der opaken Bauteile (Brüstungen, Stürze etc.) und der Fensterkonstruktion U w (wiederum bestehend aus dem U-Wert der Verglasung (U g ), des Rahmens (U f ) und dem Zuschlag für den Randverbund (ψ)). Der Wärmedurchgangsko- effizient der Fassade beschreibt, wie viel Wärme bei unterschiedlichen Innen- und Außentemperaturen durch die Bauteile strömt. Damit hat der mittlere U- Wert Auswirkungen auf den Heiz- und Kühlenergiebedarf.

Gesamtenergiedurchlassgrad g [%] der Verglasung: Anteil der durch ein Glas in den Raum gelangenden Solarstrahlung. Sollte der Strahlungseintrag durch feststehende oder bauliche Verschattung dauerhaft von den rein physikali- schen Eigenschaften des Glases abweichen, so ist anstelle von g der resultie- rende Wert g total = g * Fc (Fc hier Abminderungsfaktor infolge feststehender Sonnenschutzvorrichtungen bzw. baulicher Verschattung) anzusetzen. 10

Lichttransmissionsgrad τ (Tau) der Verglasung: Anteil der durch ein Glas in den Raum gelangenden Solarstrahlung im sichtbaren Wellenlängenbereich („Tageslicht“). Der Tau-Wert des Glases ist eine der wichtigsten Einflussgrö- ßen auf die Tageslichtversorgung eines Raumes und damit auf den Beleuch- tungsenergiebedarf.

Abminderungsfaktor F c [%] für variable Sonnenschutzvorrichtungen (falls vor- handen): Reduktion der Strahlungstransmission durch ein Fenster bei aktivier- tem Sonnenschutz (kein Sonnenschutz: F c = 1,0 ; vollständiger Sonnenschutz:

F c = 0,0. 11 ). Ein variabler Sonnenschutz ermöglicht es, den Strahlungseintrag durch ein Fenster bei Bedarf zu reduzieren. Hierdurch kann insbesondere der Kühlenergiebedarf begrenzt werden, der Wirkungsgrad hängt stark von der verwendeten Sonnenschutzvorrichtung ab. Da hierdurch aber nicht nur der

10 Siehe auch DIN 4108-2:2003-07.

11 Siehe auch DIN 4108-2:2003-07

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Eintrag von Wärmestrahlung sondern auch von Tageslicht reduziert wird, be- einflusst eine Sonnenschutzvorrichtung auch den Kunstlichtbedarf.

Äquivalente Luftwechselrate n äq. [h -1 ]: Häufigkeit, mit der das im Raum enthal- tene Luftvolumen je Stunde ausgetauscht wird, ggf. reduziert um den Wir- kungsgrad einer Wärmerückgewinnung. Abhängig von den Emissionen im Raum befindlicher Personen (Atmung, Körperfeuchtigkeit, Gerüche etc.) und den Emissionen der verwendeten Baustoffe sind bestimmte Luftwechselraten erforderlich, um bestimmte Raumluftqualitäten einzuhalten und müssen über

natürliche oder mechanische Lüftung gewährleistet werden: n = (n

n qBuilding ). 12 Da dem Raum beim Austausch der Raumluft auch Energie entzo- gen wird, hat die Luftwechselrate großen Einfluss auf den Heiz- und Kühl- energiebedarf. Eine mechanische Lüftungsanlage benötigt zwar in der Regel elektrische Energie zur Beförderung der Luft, bietet im Gegenzug aber häufig die Möglichkeit, die in der Fortluft enthaltene Wärmeenergie teilweise der zu- geführten Außenluft zuzuführen (Wirkungsgrad η [%] einer Wärmerückgewin- nung). Neben dem Komfortgewinn gegenüber natürlichen Lüftungskonzepten durch vorkonditionierte Zuluft werden hierdurch die so genannten Lüftungs- wärmeverluste und damit der Heiz- und Kühlenergiebedarf reduziert. Diese Auswirkung einer Wärmerückgewinnung wird durch die Abminderung der Luftwechselzahl zur äquivalenten Luftwechselzahl berücksichtigt: n äq. = (1 - η)

* (n qPersons + n qBuilding )

+

qPersons

Die energetische Fassadenbewertung wird unter der Annahme einer vorhandenen Kühlmöglichkeit der Räume durchgeführt, da dies heutzutage bei immer mehr Büro- gebäuden der Fall ist. Der ermittelte Kühlenergiebedarf einer Variante kann aber auch als Komfortkriterium herangezogen werden, da er etwa proportional zum zu erwartenden Grad der Überhitzung eines nicht gekühlten Raumes ist. Im Folgenden sind die Erläuterungen zum Kühlenergiebedarf also als Synonym für „sommerliche Überhitzung“ bei Gebäuden ohne Raumkühlung zu sehen (niedriger Kühlenergiebe- darf = geringe sommerliche Überhitzung, und umgekehrt).

Unterscheiden sich die Fassadenarten an einem Gebäude je nach Orientierung, sind die vorgenannten Eingangsgrößen für jede Orientierung erforderlich. Zusätzlich müs- sen die Flächenanteile der einzelnen Orientierung an der Gesamtfassadenfläche ei- nes Gebäudes bekannt sein, um eine gewichtete Gesamtbewertung erstellen zu können.

Um den Gesamtenergiebedarf bewerten zu können, können die einzelnen Nutzener- giebedarfswerte nicht einfach aufaddiert werden, da sie in der Regel über unter- schiedliche Anlagentechnik und Energieträger entstehen. Daher werden die ermittel- ten Nutzenergieindices zunächst über unterschiedliche Anlagenwirkungsgrade (er- forderlicher Energiemehraufwand zur Kompensation von Transport- und Umwand- lungsverlusten im Gebäude) in Endenergieindices und schließlich über Primärener-

12 Vgl. auch DIN EN ISO 15251:2007-08.

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giefaktoren (erforderlicher Energiemehraufwand zur Kompensation von Umwand- lungsverlusten bei der Energiegewinnung und Verlusten beim Energietransport von der Gewinnung zum Gebäude 13 ) in Primärenergieindices umgewandelt. Die hierfür erforderlichen Faktoren sind zwar in der Regel fassadenunabhängige Größen, ihre Berücksichtigung ist jedoch im Sinne eines ganzheitlichen Variantenvergleiches un- erlässlich. Es werden für diese Faktoren übliche Werte vorgeschlagen, die im Einzel- fall abgewandelt werden können, um einzelne Aspekte eines Gebäudekonzeptes besser berücksichtigen zu können.

Generell sind in der Morphologie und in den Berechnungsblättern typische Werte für die relevanten Bestandteile verschiedener Fassadenkonzepte genannt, die als Ein- gangsgrößen verwendet werden können, falls keine genauen Daten vorliegen.

3.3.2 Primärenergiegehalt und Erderwärmungspotential der Baustoffe

PEI = Primärenergieinhalt

GWP = Erderwärmungspotential

Die Herstellung eines jeden Baustoffes erfordert einen gewissen Energieaufwand, der von Energieintensität des Produktionsprozesses sowie der hierfür eingesetzten Energieträger abhängt. Dieser Energieaufwand wird beschrieben durch den Primär- energieinhalt (PEI [MJ]) eines Baustoffes (oder Bauteils) bezogen auf eine Massen- oder Volumeneinheit. Im Sinne einer ganzheitlichen primärenergetischen Bewertung von Fassadenvarianten müssen diese für die Herstellung einer Fassade aufzuwen- denden Energien mitbilanziert werden. Analog dazu sollte der Beitrag der Baustoff- produktion zur globalen Erdwärmung bewertet werden, gekennzeichnet durch das Erderwärmungspotential (Global Warming Potential – GWP [kgCO 2 eq.]) der infolge des Produktionsprozesses emittierten Schadstoffe. Als Bezugsgröße wird hierbei die Auswirkung von CO 2 auf die Erderwärmung herangezogen, andere Emissionen wer- den dazu in Relation gesetzt, so dass das GWP in CO 2 -äquivalenten Emissionen bezogen auf eine Massen- oder Volumeneinheit des Baustoffes / Bauteils bewertet werden kann. Hierzu ist daher die Kenntnis der Massen- oder Volumenanteile der verwendeten Baustoffe der (ggf. unterschiedlichen) Fassadenbereiche, gemittelt über einen Regelabschnitt in kg/m² (Metalle, Glas, Kunststoffe) oder m³/m² (Mineralische Baustoffe und Holz) erforderlich.

3.4 Eingangsdaten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit 14

Grundlage für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit bilden die Erstellungskosten so- wie die im Betrieb anfallenden Nutzungskosten. Als Einflussfaktoren auf die Wirt- schaftlichkeit von Fassadenkonstruktionen lassen sich die folgenden Punkte identifi- zieren:

13 Siehe auch DIN V 18599-1

14 vgl. auch Kapitel 2.3.2

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Erstellungskosten

Betrieb / Energieverbrauch des Gesamtgebäudes

Wartung / Instandhaltung

Reinigung

(Rückbau)

3.4.1

Faktoren zur Bewertung der Erstellungskosten

Um eine langfristig nutzbare und von aktuellen Preisschwankungen sowie standortu- nabhängige Bewertung zu ermöglichen, werden nicht die projektspezifischen Fassa- denkosten zur Bewertung ermittelt und heran gezogen, sondern die Fassadenvor- schläge auf Grundlage der Fassadenkonstruktion elementweise bewertet und über Indexwerte verglichen. Für diese Ermittlung sind möglichst genaue Fassadenplanun- gen (Fassadenschnitte im Maßstab 1:50, besser 1:25 / 1:20) sowie Aussagen zu den verwendeten Materialien der Profile, Bekleidungen, Verglasungen usw. erforderlich. Liegen hierzu keine Angaben vor, werden im Bewertungsdurchlauf Auswahlvor- schläge auf der Basis von Standardlösungen gemacht.

Grundlage einer Struktur für die Erfassungsmatrix der Fassadenkonstruktionen kann die DIN 276 (11-2006) darstellen. Die Liste der Elemente der Außenwand wird hin- sichtlich einer umfassenden Betrachtung der Wirtschaftlichkeit in der eigentlichen Bewertung erweitert. Die Einteilung der Kostengruppen dient hier nur zur Orientie- rung und strukturierten Erfassung der Eingangsdaten zur Bewertung. Eine Erfassung / Ermittlung der Kosten gemäß der DIN 276 wird nicht durchgeführt. Wird aus der Wettbewerbsaufgabe (Standort, Nutzung, besondere Anforderungen) deutlich, dass bei der Beurteilung der Fassade an Bauteile besondere Anforderungen an die Fas- sade gestellt werden, müssen diese für den späteren Bewertungsdurchlauf identifi- ziert werden.

Kostengruppe

Anmerkung

330 Außenwände

Wände und Stützen, die dem Außenklima ausgesetzt sind bzw. an das Erdreich oder an andere Bauwerke grenzen

331 Tragende Außenwände

Tragende Außenwände einschließlich horizontaler Abdich- tungen

332 Nichttragende Außenwände

Außenwände,

Brüstungen, Ausfachungen,

jedoch ohne

Bekleidungen

333 Außenstützen

Stützen und Pfeiler mit einem Querschnittsverhältnis 1:5

 

Fenster und Schaufenster, Türen und Tore einschließlich

334 Außentüren und -fenster

Fensterbänken, Umrahmungen, Beschlägen, Antrieben, Lüftungselementen und sonstigen eingebauten Elementen

335 Außenwandbekleidungen, außen

Äußere Bekleidungen einschließlich Putz-, Dichtungs-, Dämm-, Schutzschichten an Außenwänden und -stützen

336 Außenwandbekleidungen, innen

Äußere Bekleidungen einschließlich Putz-, Dichtungs-, Dämm-, Schutzschichten an Außenwänden und -stützen

337 Elementierte Außenwände

Elementierte Wände, bestehend aus Außenwand, -fenster, -türen, -bekleidungen

338 Sonnenschutz

Rollläden, Markisen und Jalousien einschließlich Antrieben

339 Außenwände, sonstiges

Gitter, Geländer, Stoßabweiser und Handläufe

 

Tab. 2: Übersicht Fassadenbauteile gem. DIN 276 11/2006

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Für eine Bewertung werden vorab die möglichen projektspezifischen Fassadenan- forderungen ermittelt. Diese ergeben sich aus dem Standort, der Bauaufga- be/Nutzung und möglicherweise bei entsprechenden Vorgaben aus der Gebäudety- pologie. Durch spezifische Anforderungen (Schallschutz, Gebäudesicherung, Brand- schutz o.ä.) werden die Anforderungen an die besonderen Gegebenheiten des jewei- ligen Projektes vorgegeben und im Bewertungsschema durch den Anwender die Umsetzbarkeit durch die vorgeschlagene Fassade überprüft. So wird sichergestellt, dass die große Bandbreite an Fassadenvorschlägen erfasst und auf der gleichen Grundlage verglichen werden kann. Für diesen Vergleich sind dabei, wie bereits be- schrieben, nicht die Summen der Kosten der einzelnen Bauteile relevant, sondern die Verhältnisse der Kosten der vorgeschlagenen Fassadenkonstruktionen.

Die Rahmenbedingungen werden in Kapitel 4 genauer erläutert.

Der prozentuale Anteil der Kosten der gesamten Außenwandkonstruktion von Büro- gebäuden liegt je nach Standard bei ca. 25% der Gesamtkosten. Dies hängt natürlich stark von den Anforderungen an die Fassade und die gesamte Gebäudegeometrie ab. Da die Fassade als direkt bewittertes Außenbauteil in besonderem Maße den verschiedenen Umwelteinflüssen (Wärme, Kälte, Wasser, Schmutz, Lärm usw.) aus- gesetzt ist und daher entsprechend stark belastet ist, muss bei der Planung und Aus- führung besonders auf robuste, dauerhafte und wartungsfreundliche Konstruktionen geachtet werden.

Die Erstellungskosten werden auf Grundlage von Kennwerten für Fassadenelemente gemäß der in der Morphologie festgelegten Systematik ermittelt.

Je nach Gebäudetypologie wird die Bandbreite der Kosten als ein Index für die Fas- saden vorgegeben. Dabei beruhen die Angaben zur Bandbreite der Kosten auf einer Einschätzung, die durch die Bewertung der einzelnen Bauteile und die Fassadenty- pologie vorgegeben wird.

3.4.1.1 Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung der Fassade

Fassadenkonstruktion

Fassadengeometrie

Herstellungsverfahren

Bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit der Fassadenlösung muss der Platzbedarf, d.h. die Tiefe der Fassaden berücksichtigt werden. Beim Vergleich der Geschossflä- chenzahl der Gesamtgebäude ergibt sich bei gleichem Volumen für Gebäude mit tiefen Doppelfassaden ein erheblicher Unterschied bei der vermietbaren / nutzbaren Fläche. Dies spielt im Besonderen bei Wettbewerbsverfahren mit vorgegebener Ge- bäudegeometrie oder Vorgaben aus der Baunutzungsverordnung (GRZ, GFZ, BMZ) eine Rolle. Die nutz- bzw. vermietbare Fläche wird z.B. durch tiefe Fassadenkon- struktionen (Doppelfassade als Korridorfassade) verkleinert.

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Je nach Nutzung des Gebäudes muss auf die Möglichkeit der flexiblen Aufteilung der an die Fassade grenzenden Räume geachtet werden. Hierzu muss die Fassade zur Rauminnenseite so konstruiert sein, dass einfache Anschlüsse der Trennwände an die Fassade möglich sind.

Verwendung gleicher bzw. gleichartiger Elemente

vereinfachte Fertigung / Serienfertigung

Reduzierung der Herstellungskosten

Beschleunigung der Herstellung

vereinfachte Montage der Fassade

Reduzierung der Montagekosten

Beschleunigung der Montage

vereinfachtes Qualitätsmanagement

Verwendung vorgefertigter Fassadenelemente

vereinfachte Montage der Fassade

Reduzierung der Montagekosten

Vermeidung komplizierter Montagearbeiten auf der Baustelle

Reduzierung der Herstellungstoleranzen

Beschleunigung der Montage

vereinfachtes / verbessertes Qualitätsmanagement

Verwendung geprüfter / bekannter Konstruktionen

Wegfall zusätzlicher Prüfungen / Zulassungen / Zulassungen im Einzelfall

Reduzierung der Planungskosten

Reduzierung der Planungsdauer

Reduzierung der Genehmigungsdauer

Vergrößerung des potenziellen Bieterkreises für die Ausführung

besserer Marktpreis der Fassade

Förderung auch kleiner bis mittlerer Bieter

3.4.1.2 Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit bei der Gebäudenutzung

Planung eines auf die Nutzung abgestimmten Fassadenrasters

Bei der Planung der Fassaden muss auf die spätere Nutzung der anschließenden Räume geachtet werden, um die Nutzerakzeptanz zu gewährleisten und Folgekosten in Betrieb und Wartung zu minimieren.

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Verwendung von Raster- und Modulmaßen 15

vereinfachte Koordination mit anschließenden Gewerken

Erleichterung der Gesamtplanung

Erhöhung der Flexibilität bei Umbauten

Gebäudeanschlüsse im Ausbau können standardisiert werden

Verbesserung der Ausbauqualität

Beschleunigung und Vereinfachung der Ausbauarbeiten

Sicherstellung der geforderten Anforderungen an den Ausbau (z.B. innerer

Schallschutz)

Anzahl der Öffnungsflügel in der Fassade kann reduziert / optimiert werden

Kostenreduzierung

Reduzierung des Wartungsaufwands

Planung der Fassaden im Hinblick auf die Fassadenreinigung 16

Da die Fassade den ersten Eindruck eines Gebäudes vermittelt und so für die Au- ßendarstellung der Nutzer von entscheidender Bedeutung ist, muss bei der Planung sicher gestellt sein, dass die Reinigung und Wartung mit angemessenem Aufwand durchgeführt werden kann.

komplizierte Gebäudegeometrien vermeiden

Verwendung einfacher Fügeprinzipien

Vermeidung von erhöhten Schmutzablagerungen

Fassadenzugänglichkeit sicherstellen

Vermeidung erhöhter Aufwendungen für Gerüste oder Arbeitsbühnen

Vermeidung zeitweiser Nutzungseinschränkungen

3.4.2

Eingangsdaten zur Bewertung der Nutzungskosten

Die Investitions- und die daraus resultierenden Folgekosten sind entscheidend zur Beurteilung und Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Gebäuden. Die DIN 18960 (Nut- zungskosten im Hochbau) ergänzt dabei die DIN 276 (Kosten im Hochbau) in der Weise, dass sich die Wirtschaftlichkeitsüberlegungen auf die gesamte Lebensdauer von Gebäuden, also von der Inbetriebnahme bis zur Beseitigung, durchführen las- sen.

„Nutzungskosten im Hochbau sind alle in baulichen Anlagen und deren Grundstü- cken entstehenden regelmäßig oder unregelmäßig wiederkehrenden Kosten von Be- ginn ihrer Nutzbarkeit bis zu ihrer Beseitigung.“ 17

15 vgl. DIN 18000

16 vgl. auch Kapitel 2.7.2.4
17

vgl. DIN 18960, Abschnitt 3.1

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Zur weiteren Bearbeitung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wird die DIN 18960 2/2007 verwendet.

Für die Betrachtung der Nutzungskosten wird die von der DIN 18960 vorgegebene Systematik genutzt:

Kostengruppen (1. Ebene)

KG 100 (Kapitalkosten)

KG 200 (Objektmanagementkosten)

KG 300 (Betriebskosten)

KG 400 (Instandsetzungskosten)

In der folgenden Übersicht werden die einzelnen Kostengruppen, die im Zusammen- hang mit der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Varianten stehen, in der ersten E- bene vorgestellt. Die zweite und dritte Ebene werden Sie nur dort erwähnt, wo unter- schiedliche Nutzungskosten der untersuchten Varianten zu erwarten sind. Preisneut- rale Kosteneinflüsse (Kosten, die bei allen Varianten gleich ausfallen) finden keine Berücksichtigung in der Ermittlung der Wirtschaftlichkeit.

Bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung werden im Allgemeinen die Kostengruppen 100, 300 und 400 betrachtet, da die Objektmanagementkosten weitgehend unab- hängig von den zu beurteilenden Varianten sind. 18

3.4.2.1 Kapitalkosten (KG 100)

Die Kosten, die sich aus der Erstellung des Gebäudes ergeben, werden über die Ka- pitalkosten (KG 100) in durchschnittliche Jahreszahlungen umgewandelt. Hierdurch lassen sich die Baukosten und die Folgekosten zusammenfassen.

Für das im Gebäude gebundene Kapital sind für die Fremdmittel 19 , von denen bei allen Varianten ausgegangen wird, die Zinszahlungen anzusetzen. Bei der Ermittlung der Kapitalkosten ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich die Kapitalbindung durch die Abnutzung (in Form der Abschreibung als Kosten bewertet) beständig verringert. Für die Vergleichsrechnungen der Varianten wird vereinfachend angenommen, dass die Kapitalbindung der durchschnittlichen wirtschaftlichen Lebensdauer entspricht. Die Kapitalkosten stellen neben den Betriebskosten erfahrungsgemäß den größten Anteil an den gesamten Nutzungskosten dar. 20

Die Kosten für die kalkulatorische Abschreibung ergeben sich dabei nicht nur aus den Herstellungskosten, sondern auch aus der wirtschaftlichen Lebensdauer (Nut- zungsdauer) des Gebäudes. Mit Hilfe der Abschreibung können die Anschaffungs-

18 vgl. Oesterle et al. 1999, S. 178

19 vgl. E DIN 18960, Tabelle 1

20 vgl. Richter 2000, S. 23

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und Herstellungskosten der Abnutzung unterliegenden Bauelemente auf Zeiteinhei- ten verteilt werden. „Die Baukosten lassen sich nur dann sinnvoll mit der Kosten- gruppe Abschreibungen abbilden, wenn die Lebensdauer mit der Nutzungszeit iden- tisch ist.“ 21 Andernfalls, wenn die Lebensdauer und die Nutzungsdauer unterschied- lich ausfallen, müsste der noch vorhandene Restwert, der sich aus der Restlebens- dauer ergibt, über die Wertermittlung angesetzt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Lebensdauer von Teilen des Gebäudes wird die Ab- schreibung des Gebäudes in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht als Ganzes gerechnet. Für die Betrachtung von Fassaden mit einem hohen Anteil dezentraler Haustechnik wird dies durch eine Erhöhung des prozentualen Anteils der Nutzungs- kosten an den Erstellungskosten berücksichtigt.

Zur Vereinfachung und praktischen Nutzbarkeit des Bewertungsschemas wird die Betrachtung der Kapitalkosten auf einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet.

3.4.2.2 Betriebskosten (KG 300)

Die Betriebskosten sind Aufwendungen, die laufend aufgebracht werden, um den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gebäudes zu sichern. Im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen von ein- und mehrschaligen Fassaden sind be- sonders bei den Betriebskosten, die Kostengruppen Wärme und Kälte (Heizenergie- und Kühlenergiekosten, Stromkosten zur Förderung von Luft und Wasser), Strom (z.B. Kosten für elektrische Hilfsenergie für Geräte und Beleuchtung) und Gebäude- reinigung von Bedeutung. 22

Zur begrifflichen Abgrenzung ist anzumerken, dass es sich im Sinne der DIN 18960 bei der Inspektion um Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist- Zustandes eines Bauteils und bei der Wartung um Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes eines Bauteils handelt. 23 (Siehe hierzu auch KG 400 Instandsetzungs- kosten.)

Die Nutzungskosten für den Betrieb werden nicht fassadenbezogen ermittelt und bewertet, sondern aus dem Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes abgeleitet. Somit sind sie nur begrenzt Bestandteil der angewandten Bewertungsmatrix. An die- ser Stelle wird lediglich auf die in der energetischen Bewertung der Fassade ermittel- ten Daten zurückgegriffen und die daraus ableitbaren Kosten bewertet.

3.4.2.3 Versorgung (KG 310)

Hierzu gehören die Energiekosten, die aus der Beheizung, der Kühlung, der mecha- nischen Belüftung, dem Kunstlicht und aus den Hilfsenergien des Gebäudes aus

21 vgl. Kalusche 1999, S. 348

22 vgl. Oesterle et al. 1999, S. 179 23 vgl. DIN 31051, Punkt 4

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dem jeweiligen Endenergiebedarf entstehen. Je nach Fassadenvariante und TGA- System können diese Kosten unterschiedlich hoch ausfallen. Entscheidend sind ne- ben dem Heiz - und Kühlenergiebedarf, dem Lüftungsbedarf und dem Kunstlichtbe- darf, die sich aus den Behaglichkeitsanforderungen ergeben, auch die bis zur Nutz- energie entstehenden Energieverluste aus Übergabe und Verteilung.

Die Nutzungskosten für den Betrieb werden nicht fassadenbezogen ermittelt und bewertet sondern aus dem Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes abgeleitet. So- mit sind sie nur begrenzt Bestandteil der angewandten Bewertungsmatrix. An dieser Stelle wird lediglich auf die in der energetischen Bewertung der Fassade ermittelten Daten zurückgegriffen und daraus ableitbaren Kosten bewertet.

3.4.2.4 Reinigung und Pflege KG 330)

Diese Kostengruppe beinhaltet die regelmäßige Fenster- und Fassadenreinigung, zu der auch die Reinigung der verschiedenen Sonnenschutzeinrichtungen gehört. Auf- grund der ausgeführten konstruktiven Ausbildung bei ein- oder mehrschaligen Fas- saden fallen diese Kosten sehr unterschiedlich aus. Gerade bei mehrschaligen Sys- temen erhöht sich die Fläche durch die zweite Fassadenebene und den entstehen- den Fassadenzwischenraum.

Gebäudeeigentümer sind daran interessiert, ihre Gebäude vor Schäden und Verun- reinigungen zu schützen und dadurch die Bausubstanz sowie die Repräsentanz der Fassaden zu erhalten. In Abhängigkeit von der Lage und Belastung der Luft entste- hen bei Glasflächen unterschiedliche Grade von Verschmutzung.

Die regelmäßige Reinigung von Fassaden bzw. Glasflächen ist sowohl aus optischen und hygienischen Gründen als auch aus technischen Gründen erforderlich. Je nach Zusammensetzung des auf der Fassade abgelagerten Schmutzes können die Ober- flächen (Glas, Metall, Naturstein usw.) bei dauerhafter Einwirkung stark geschädigt werden. Insbesondere gilt dies für bedruckte oder beschichtete Glasoberflächen. Bei Verwendung solcher Glasoberflächen ist mit erhöhtem Reinigungsaufwand zu rech- nen. In Bereichen mit besonders starker Schmutzbelastung muss die Eignung so behandelter Glasoberflächen besonders geprüft werden. Reinigungsmaßnahmen sind ein wesentlicher Bestandteil der Betriebskosten eines Gebäudes.

3.4.2.4.1 Arbeitssicherheit

Bauherren und Architekten sind gemäß den Bauordnungen der Länder verpflichtet, alle baulichen und technischen Vorrichtungen so zu planen, dass Reinigungsarbeiten an Gebäuden gefahrlos ausgeführt werden können.

Die nachträgliche Ausstattung der Gebäude mit Einrichtungen, um die Reinigung sicher zu ermöglichen, ist teuer, stört den Betriebsablauf und passt häufig nicht zur Architektur des Gebäudes. Oft bleibt dann nur der Einsatz von behelfsmäßigen Ein- richtungen wie Leitern und Gerüsten oder persönlicher Schutzeinrichtung gegen Ab-

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sturz (Anseilschutz). Dadurch erhöhen sich nicht nur die Unfallgefahren, sondern auch die Reinigungskosten.

Die Durchführungsbestimmungen zu den Landesbauordnungen enthalten sinnge- mäß insbesondere folgende Regelung:

Können Fensterflächen nicht gefahrlos vom Erdboden, vom Innern des Ge- bäudes oder von Vorbauten aus gereinigt werden, sind Vorrichtungen anzu- bringen, die eine gefahrlose Reinigung von außen ermöglichen.

Für andere Glasbauteile, die von der Funktion und der Sichtverbindung her den Fensterflächen vergleichbar sind, sind die Anforderungen an die gefahrlo- se Reinigung von Fensterflächen entsprechend anzuwenden.

Neben dem Entwurf des Gebäudes mit den Fassaden sollte / muss im Zuge der Wettbewerbsbearbeitung ebenfalls ein Konzept für die Reinigungs- und Wartungsarbeiten der Fassaden abgefragt werden. Das Konzept muss dabei die Zugänglichkeit aller Fassadenelemente, die Ausführbarkeit von Reini- gungs- und Wartungsarbeiten (Austausch Glasscheiben, Sonnenschutz etc.) sowie dafür notwendigen Geräte (Hubwagen, Arbeitsbühnen, Fassadenbe- fahranlagen) darstellen.

Auf Grund der Entwicklungen in der Fassadentechnik ist dies insbesondere für die mittlerweile häufig verwendeten Verbindungstechniken mittels Klebung usw. notwendig. Die Erstellung dieser Konzepte kann bei komplexen Fassa- denkonstruktionen nur von dem Planer und Herstellern der Fassaden erstellt werden.

3.4.2.4.2 Zugänglichkeit der Fassaden

Der Reinigungsaufwand hängt im Besonderen von der Zugänglichkeit der Fassaden ab. Die Zugänglichkeit entscheidet über die Reinigungsgeschwindigkeit und die Not- wendigkeit zusätzlicher Maßnahmen. Beide Faktoren haben besonderen Einfluss auf die Reinigungs- und Wartungskosten.

Folgende Unterscheidungen der Zugänglichkeit sind dabei zu beachten:

Reinigung allseitig immer möglich

Reinigung allseitig zeitlich eingeschränkt möglich (Verkehr, Nutzung der Um- gebung)

Reinigung örtlich eingeschränkt möglich

Reinigung nicht möglich

Die Zugänglichkeit vom Boden aus bei der Nutzung von Leitern oder Hubarbeitsbüh- nen ist dabei abhängig von der Nutzung des notwendigen Gerätes. Hierbei sind fol- gende Faktoren zu beachten:

Notwendige Standfläche des Gerätes

Antriebsart (Batteriebetrieben, Verbrennungsmotor)

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Gesamtbelastung der Bodenfläche (Gewicht zzgl. Belastung durch seitliche Ausladung)

Die prinzipiellen Möglichkeiten der Fassadenreinigung sind im Folgenden erläutert:

3.4.2.4.3 Reinigung von innen

Reinigung von innen mit mobilem Schutzgeländer

Reinigung von innen mit pers. Schutzausrüstung

Reinigung vom Putzbalkon, ggf. mit pers. Schutzausrüstung

Bei der Fassadenreinigung von innen ist besonders zu beachten:

Fensterbänke müssen tragfähig und mindestens 0,25 m breit sind. Gegebe- nenfalls müssen Trittaufsätze benutzt werden.

Bei einer Absturzhöhe von mehr als 5 m nach außen ist eine Absturzsiche- rung erforderlich, wenn die Reinigung der Fensterflächen und -rahmen vom Boden aus nicht möglich ist oder wenn fest installierte Geländer oder Brüstun- gen fehlen.

Anschlagpunkte für die persönliche Schutzausrüstung müssen mindestens für eine statische Einzellast von 6 kN mit einem Teilsicherheitsbeiwert yF = 1,25 nachgewiesen sein. Aufgrund dieser anzunehmenden Lasten kann davon ausgegangen werden, dass die Befestigung der Anschlagpunkte nur in ent- sprechend bemessene Massivbauteile (Betonbrüstung, Betondecke, Beton- stütze) erfolgen kann. Fassadenelemente (Fensterprofile o.ä.) sind nicht aus- reichend.

Die Breite eine Putzbalkons sollte mindestens 60cm betragen. Ist bei der Rei- nigung der Fassade, darüber hinaus zusätzlich eine Leiter o.ä. erforderlich, sind Anschlagpunkte zum einhängen der pers. Schutzausrüstung erforderlich.

Alle Flächen und Bauteile müssen erreichbar sein. Gem. DIN 4426 „Einrich- tungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen“ ist die Erreichbarkeit von Bau- teilen im Regelfall gegeben, wenn die zu bearbeitenden Flächen vertikal nach oben in 2,50m, horizontal in 1,00m Reichweite zu erreichen sind.

Zur Beachtung bei der Fassadenbewertung (KO- / Risikolisten):

In Zuge der Fassadenbewertung ist demnach im Hinblick auf die Reinigungsmöglich- keit von innen bzw. vom Putzbalkon aus folgendes zu prüfen / beachten:

Anschlagpunkte in der Planung berücksichtigt oder möglich (Belastung der Montagepunkte mit 6kN dynamischer Last beachten)?

Sind die Brüstungen / Fensterbänke gem. den Anforderungen ausgeführt?

Putzbalkonbreite ausreichend breit geplant?

Erreichbarkeit aller Bauteile gegeben?

3.4.2.4.4 Reinigung von außen

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Für die Fassadenreinigung von außen stehen folgende Hilfsmittel zur Verfügung:

Leiter

Fassadenbefahranlage

Arbeitsbühne

o

LKW-Arbeitsbühne

o

Anhängerarbeitsbühne

o

Scherenarbeitsbühne

o

Gelenkteleskoparbeitsbühne

Fassadengerüst

Bei der Überprüfung der Fassadenentwürfe hinsichtlich der Fassadenreinigung sind zu den o.g. Hilfsmitteln folgende Hinweise zu beachten:

Leitern

Anlegeleitern dürfen bei der Fensterreinigung nur dann verwenden werden,

wenn der Standplatz auf der Leiter max. 7,0 m hoch ist und die Dauer der Ar-

beiten auf der Leiter nicht mehr als 2 Stunden beträgt bei einer Höhe des

Standplatzes über 2,0 m.

LKW-Arbeitsbühnen

LKW-Arbeitsbühnen sind besonders für Baumschnitt, Montage-, Bau- und Re-

paraturarbeiten in großer Höhe geeignet. Durch den seitlichen Schwenkbe-

reich können Hindernisse wie Vorbauten, Brücken oder Gräben überbrückt

werden. Auch relativ kompakte LKW unter 3,5 t haben eine Arbeitshöhe bis zu

25 m. Im Zuge der Fassadenbewertung ist zu prüfen ob im Bereich der Fas-

sade eine ausreichend große und geeignete (Bodenbelastung) Aufstellfläche

ermöglicht werden kann.

Anhängerarbeitsbühnen

Durch ihre niedrige Bauhöhe und ihr geringes Eigengewicht lassen sie sich in

Arbeitspositionen dirigieren, die mit Großgeräten nicht anzufahren sind. Dies

ermöglicht Arbeiten an Fassaden und im Innenbereich von Gebäuden. Der

Antrieb erfolgt in der Regel elektrisch. Auch bei diesen Geräten sind das Ge-

samtgewicht sowie die notwendige Aufstellfläche zu beachten. Bei der Ver-

wendung in Gebäuden müssen die Zuwegung und die maximale Verkehrslast

der Boden- und Deckenplatten geprüft/beachtet werden.

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Arbeitshöhe (m)

seitliche Reich-

Gesamtgewicht

Transportgröße

weite (m)

(kg)

(LxBxH m)

10,50

6,00

960

5,60 x 1,50 x 1,80

15,00

9,00

1500

6,60 x 1,85 x 2,20

20,50

12,60

4000

5,80 x 2,00 x 2,30

26,00

11,70

3500

8,20 x 2,00 x 2,30

Tab. 3: Beispielkennwerte Anhängerarbeitsbühnen

Scherenarbeitsbühnen

Scherenarbeitsbühnen sind durch ihre relativ kompakten Abmessungen beim

Transport gekennzeichnet. Diese Konstruktion erlaubt Arbeitshöhen bis ca.

18m. Der seitliche Plattformausschub ist je nach Modell auf max. 1,50 bis

2,00m begrenzt.

Gelenkteleskoparbeitsbühnen

Batteriebetriebene Teleskopmastbühnen, Gelenk-Teleskope bzw. reine Ge-

lenke oder Teleskope eignen sich besonders für den Einsatz in Gebäuden.

Hierfür gibt es schmale und gelenkige Geräte mit für Innenräume geeigneten

Reifen ohne Abrieb.

Fassadengerüste

Die Verwendung von Fassadengerüsten kann u.U. bei aufwendigen Reini-

gungsarbeiten oder Unmöglichkeit der vorgenannten Hilfsmittel in Frage

kommen. Bei großen Flächen bedeutet die Verwendung eines Fassadenge-

rüstes allerdings einen hohen Kostenfaktor. Aus diesem Grund sollten ent-

sprechende Reinigungsarbeiten nach Möglichkeit in Verbindung mit weiteren

Instandhaltungs- oder Wartungsarbeiten kombiniert werden. Für die Fassa-

dengerüste müssen in der Unterkonstruktion ausreichend viele Gerüstdauer-

anker vorgesehen werden.

In Zuge der Fassadenbewertung ist demnach im Hinblick auf die Reinigungsmöglich- keit von außen folgendes zu prüfen / beachten:

Welche Zugänglichkeiten sind vorhanden?

In welcher Höhe sind die Reinigungsarbeiten auszuführen?

Sind Standflächen und sichere Stützpunkte für Leiter vorhanden?

Erreichbarkeit aller Bauteile gegeben?

Sind Aufstellflächen für Arbeitsbühnen unter Berücksichtigung der Größen und Bodenbelastbarkeiten vorhanden?

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3.4.2.4.5 Umwelteinflüsse

Standortbedingte Umwelteinflüsse wirken sich z.B. auf den Anfall von Algen, Moo- sen, Pilzen usw. aus.

Dies kann z.B. in ländlichen Gebieten mit jahresdurchschnittlich hoher Luftfeuchtig- keit (Nähe zu Wäldern, Gewässern, landwirtschaftlich genutzten Flächen) vorkom- men und sollte bei der Bewertung der Fassaden berücksichtigt werden. Z.B. muss bei der Verwendung von Natursteinen geprüft werden, ob sie für diese Art von Belas- tungen geeignet sind. Darüber hinaus sollten alle Fassadenoberflächen leicht zu rei- nigen sein, da durch den Anfall von Algen eine höhere Reinigungshäufigkeit erforder- lich sein kann.

Gleiches gilt für den Anfall von Stäuben, Sanden (anorganischer Staub), Straßen- schmutz, Abrieb von Autoreifen, Bremsbelägen (fettähnliche organische Substanzen) in Innenstädten oder in der Nähe von Industrieanlagen. Diese Stoffe können sich negativ auf Metall- oder Glasflächen auswirken, wenn sie lange auf die Flächen ein- wirken können.

3.4.2.4.6 Gebäude- bzw. Fassadengeometrie

Auf horizontalen Bauteilen wie Fensterbänken, Gesimsen, Bossen, Fassadenvor- sprüngen, horizontalen Verglasungen / Oberlichtern kommt es naturgemäß zu ver- stärkter Schmutzablagerung. Aus diesem Grund ist bei diesen Bauteilen schon in der Planung besonders auf die Zugänglichkeit und die Materialoberfläche zu achten. Werden die Reinigungsarbeiten durch die Gebäudegeometrie erschwert, wird dieser Aufwand je nach Geometrie und Zugänglichkeit mit Aufschlägen bewertet.

3.4.2.4.7 Fassadenmaterialien

Die Fassadenoberfläche, glatte Flächen (lackierte / polierte Metallpaneele, polierter Naturstein, Glasflächen) bzw. raue Oberflächen (geschliffener / gestockter Natur- stein, Rauputze, Holzoberflächen) haben ebenfalls Einfluss auf die Schmutzanfällig- keit und die Durchführbarkeit von Reinigungsarbeiten an der Fassade.

3.4.2.4.8 Fassadenkonstruktion im Hinblick auf die Fassadenreinigung

Um eine Bewertung verschiedener Fassadenentwürfe hinsichtlich der Reinigungs- kosten vornehmen zu können, wird die Systematik der Erfassung der Fassadenvor- schläge für die Bewertung der Investitionskosten zur Bewertung der Fassadenreini- gung übernommen. Für jedes Bauteil sind Reinigungskosten zu ermitteln, sodass über die Systematik für jedes Fassadensystem eine Aussage zum Reinigungsauf- wand getroffen werden kann.

In der folgenden Tabelle sind die Reinigungsmöglichkeiten in Abhängigkeit von der Fassadenhöhe sowie der Zugänglichkeiten zusammenfassend dargestellt. Diese Lis-

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te bietet ebenfalls eine Übersicht zur Ermittlung der Risikofaktoren sowie der KO- Kriterien im Zuge der Fassadenbewertungen.

Fassadenreinigung

Verfahren

Hinweis

weitere Faktoren

Einfluss auf die Kosten*

Sonstiges / Anmer- kungen

innenseitig

von innen ohne Einschränkung möglich

Standardreinigung

--

--

--

 

von innen möglich mit PSA

Standardreinigung

Fassade absturzsi- chernd oder Sekuran- ten erforderlich

Fassade absturzsi- chernd oder Sekuran- ten erforderlich

Reinigungskosten zzgl. ca. 15-30%

 

Reinigung von Leiter

Anleiterbarkeit

--

Reinigungskosten

 

vorhanden?

zzgl. ca. 10-20%

Reinigung von

Stellfläche vorhan-

--

Reinigungskosten

 

Reinigung mit Hilfs- mittel:

Rollgerüst

den?

zzgl. ca. 10-20%

Reinigung von

Stellfläche vorhan-

--

Kosten Hubwagen

 
 

Hubwagen

den?

250-500€/d

Fassade höher als 3m bis max. 7m

--

Fassade zugänglich?

--

--

Platzbedarf Aufstell- flächen / Arbeitshö-

Tragfähigkeit Boden-

/

ausreichend?

Deckenplatte

--

--

--

hen / Hubwagenge-

wichte beachten

 

Zugänglichkeit für

--

Hubwagen überall?

--