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Arbeit (Physik)

Arbeit (Formelzeichen W von englisch work) ist in der Physik die Energie, die auf mechanischem Wege von ei- nem Körper auf einen anderen übertragen wird. Man sagt:

„An dem Körper wird Arbeit verrichtet“ oder „Arbeit geleistet“. Das geschieht, indem eine Kraft längs eines Weges auf ihn einwirkt. Die geleistete Arbeit berechnet sich in diesem einfachsten Fall als Produkt aus der in Wegrichtung wirkenden Kraft mit der Wegstrecke. Bei nicht geradlinigen Wegen und nicht konstanten Kräften ist die Arbeit das Kurvenintegral über das Skalarprodukt aus Kraft und Weg.

Da Arbeit mechanisch übertragene Energie ist, bezeich- net man in diesem Zusammenhang die Energie auch als gespeicherte Arbeit bzw. als die Fähigkeit, Arbeit zu ver- richten.

In der Thermodynamik ist die Arbeit eine Prozessgröße. Auf ein System kann Energie auf zwei Arten übertragen werden: In Form von Wärmezufuhr Q (z. B. durch Hei- zung) oder auf mechanische Weise (z. B. durch Kompres- sion). Da bei der Kompression eine Kraft längs eines We- ges wirkt, wird die übertragene Energie als Arbeit (Sym- bol W ) bezeichnet. In beiden Fällen ändert sich gemäß dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik die innere En- ergie U des Systems.

Die international verwendete Einheit (SI-Einheit) für Ar- beit ist dementsprechend identisch mit der für Energie:

das Joule (Einheitenzeichen J). Aus dem Bezug der Ar- beit zur Kraft (SI-Einheit Newton) und Leistung (SI- Einheit Watt) ergeben sich die abgeleiteten SI-Einheiten Newtonmeter (Nm) und Wattsekunde (Ws): Es gilt 1

J = 1 Nm = 1 Ws. Häufig werden auch die Einheiten

Wattstunde (Wh) bzw. Kilowattstunde (kWh) verwendet.

Mit spezifischer Arbeit (Formelzeichen w ) ist in der Ther- modynamik das auf die Masse des Strömungsfluides be- zogene Arbeitsvermögen, Einheit J/kg, gemeint (siehe auch Totalenthalpie).

1 Definition

Arbeit wird in der Mechanik definiert als das Skalarpro- dukt aus Kraft und Weg: Wenn auf einen Körper auf der geraden Strecke vom Punkt A zum Punkt B eine konstan-

te Kraft F wirkt, dann wird am Körper die Arbeit

W

= F · ⃗s = | F | |⃗s| cos ( F,⃗s )

= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm
= | F | | ⃗s | cos ∢ ( F,⃗s ) ⃗ ⃗ ⃗ Kraft-Weg-Diagramm

Kraft-Weg-Diagramm bei konstanter Kraft. Die markierte Fläche bemisst die verrichtete Arbeit.

verrichtet. Dabei ist ⃗s der Vektor von A nach B, und sein

Skalarprodukt mit dem Vektor F ist das Produkt der Be-

träge | F | und |⃗s| mal dem Kosinus des eingeschlossenen

Winkels.

Die Bedeutung des physikalischen Begriffs Arbeit beruht auf folgendem Sachverhalt: Beschleunigt die betrachtete Kraft den Körper, so erhöht sich seine kinetische Energie auf dem Weg von A nach B um die an ihm verrichtete Arbeit.

Wirkt die konstante Kraft in Richtung des zurückgelegten Weges, dann ist die Arbeit das Produkt der Beträge W =

| F | |⃗s| , da der Winkel null und sein Kosinus = 1 ist.

Ist die Richtung der Kraft der Bewegungsrichtung entge- gengesetzt, dann bilden die beiden Vektoren einen Win- kel von 180°, dessen Kosinus der Wert 1 ist. In diesem Fall wird an dem Körper eine negative Arbeit verrichtet, d.h. ihm wird Energie entnommen, er wird langsamer.

Ist die Richtung der Kraft senkrecht zum Weg, dann wird keine physikalische Arbeit verrichtet. Der physikalische Begriff entspricht also nicht dem alltäglichen Verständnis, nach dem jeder Kofferträger für seine verrichtete Arbeit bezahlt wird.

Wenn die Kraft nicht entlang des gesamten Weges kon- stant ist oder der Weg nicht gerade ist, so kann man die

Arbeit näherungsweise berechnen, indem man den Weg

durch einen Streckenzug aus N geraden Teilstücken ⃗s i

1

2

3 BEISPIELE

2 3 BEISPIELE Kraft-Weg-Diagramm bei veränderbarer Kraft. Die markierte Fläche bemisst die verrichtete Arbeit. ⃗

Kraft-Weg-Diagramm bei veränderbarer Kraft. Die markierte Fläche bemisst die verrichtete Arbeit.

nähert, auf denen die Kraft F(s i ) jeweils näherungswei-

se als konstant angenommen werden kann. Die entlang des gesamten Weges verrichtete Arbeit ergibt sich dann näherungsweise durch Aufsummierung der Arbeiten ent- lang der einzelnen Wegstücke als

W

N N

i=1

W i =

i=1

F(⃗s i ) · ⃗s i .

Um den genauen Wert zu erhalten, wählt man die Weg- stücke immer kleiner, so dass ihre Länge gegen Null und ihre Anzahl gegen unendlich geht. Der Grenzwert der Summe ist das Weg- oder Kurvenintegral

⃗s 2

W =

⃗s 1

F(⃗s) · d⃗s ,

wobei ⃗s 1 den Anfangs- und ⃗s 2 den Endpunkt des Weges bezeichnen.

Ist die Kraft F (⃗s) der Gradient eines Potentials

F(⃗s) = V (⃗s),

dann handelt es sich um eine konservative Kraft. In diesem Fall hängt der Wert des Integrals – also die Arbeit – nur von dem Start- und dem Endpunkt ab, jedoch nicht von dem genauen Verlauf des Weges. Man kann die Arbeit in einem Potenzialfeld also auch einfach durch die Differenz der potentielle Energien berechnen:

W = V (⃗s 2 ) V (⃗s 1 )

Umgekehrt ist die potentielle Energie an einem bestimm- ten Ort gleich der Arbeit, die erforderlich ist, um den Pro- bekörper von einem zuvor festgelegten Nullniveau dort- hin zu bringen.

Handelt es sich bei dem Weg um eine geschlossene Kurve (sprich: sind der Start- und der Endpunkt identisch), dann ist die Arbeit Null.

Dissipativen Kräften liegt jedoch kein Potenzialfeld zu- grunde. Dies ist z. B. bei der Reibung der Fall. Hier kommt die Arbeit nicht der potenziellen oder kinetischen Energie des Probekörpers zugute, sondern der inneren Energie des Systems. Die Dissipation von Arbeit ist ein irreversibler Prozess. Dabei erhöht sich die Entropie des Systems, ohne dass Wärme von außen zugeführt wurde.

2 Kraftwandler und Goldene Regel der Mechanik

Will man eine bestimmte Arbeit mit geringerer Kraft leis-

ten, so ist dies mit einem Kraftwandler möglich. Bei- spiele für Kraftwandler sind Flaschenzüge, Hebel oder Getriebe. Jedoch verlängert sich der Weg über den die Kraft aufgebracht werden muss. Wird beispielsweise durch Verwendung eines Kraftwandlers nur ein Viertel der ohne ihn erforderlichen Kraft benötigt, so ist dies mindestens mit einer Vervierfachung des Weges verbun-

den. Diese Konsequenz des Energieerhaltungssatzes be-

3 Beispiele

Hubarbeit: Arbeit, die an einem ruhenden Körper der Masse m verrichtet werden muss, um ihn im ho- mogenen Schwerefeld mit Schwerebeschleunigung g um die Hubhöhe h zu heben

Die zum Heben benötigte Kraft be- trägt (in Folge der Schwerkraft):

F = m g ,

Die zurückgelegte Strecke s ent- spricht der Höhe h . Damit beträgt die geleistete Hubar- beit: W H = F s = m g h.

Spannarbeit, auch Federarbeit, um eine zunächst ungespannte Feder um die Strecke s zu dehnen:

Die (Spann-)Kraft einer Feder der Federkonstante D beträgt bei der Federdehnung x : F (x) = D x . Da die Kraft längs des Weges nicht

konstant ist, tritt an Stelle des Pro- dukts W = F s das Integral W =

s F (x) dx .

0

3

Damit beträgt die verrichtete Sp- annarbeit: W S = Dx dx =

s

0

1 2 D s 2 .

Beschleunigungsarbeit: Eine Masse m wird aus der Ruhe auf eine Geschwindigkeit v beschleunigt:

1

W B = 2 m v 2 .

Kompressionsarbeit: Arbeit, die an einem Gas ver- richtet werden muss, um es vom Volumen V 1 auf das Volumen V 2 zu verdichten:

W

V

=

V

1

2

p dV.

Das negative Vorzeichen stammt aus der Kon- vention, dass die von außen zugeführte Arbeit positiv zu werten ist. Der Druck p kann (je nach Art der Zustandsänderung) variabel oder konstant sein.

Bei konstantem Druck wird daraus die Druck- Volumen-Arbeit, z. B. bei der Förderung eines Flüssigkeitsvolumens V gegen einen konstan- ten Förderungshinderungsdruck.

W DV = p V .

Elektrische Arbeit: Um die positive Ladungsmen- ge Q von einem Punkt zu einem anderen zu bewe- gen, zwischen welchen die Spannung U herrscht, muss die Arbeit

W el = Q U

verrichtet werden. Hierbei ist das Vorzeichen der Spannung so gewählt worden, dass sie po- sitiv ist, wenn das elektrische Potential am An- fang höher ist als am Ende.

Reibungsarbeit: Im einfachsten Fall, bei ma-

kroskopischen Körpern, definiert als Produkt aus

Reibungskraft und Weg, also W = F Reib · ⃗s . Allge-

mein wird hier mechanische Energie in Innere En- ergie umgewandelt. Siehe auch Dissipation.

Ein Beispiel aus der Physiologie: Die Herzarbeit setzt sich aus der Druck-Volumen-Arbeit und der Beschleunigungsarbeit durch Addition der Arbeit der beiden Ventrikel zusammen. [1][2]

4 Literatur

Christian Gerthsen, Dieter Meschede, Helmut Vo- gel (Herausgeber bis zur 20. Auflage): Physik, 23. Auflage, Springer Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-540- 25421-8, E-Book 9783540299738

Joachim Grehn (Hrsg.): Metzler Physik. 4. Auflage. Schroedel Schulbuchverlag GmbH, Hannover 2007, ISBN 978-3507107106.

5 Einzelnachweise

[1] Christian Hick, Astrid Hick (2009) Intensivkurs Physio- logie, Seite 68-69, ISBN 978-3-437-41893-8

[2] gesundheit.de, Medizin-Lexikon.

6 Weblinks

4

7 TEXT- UND BILDQUELLEN, AUTOREN UND LIZENZEN

7 Text- und Bildquellen, Autoren und Lizenzen

7.1 Text

Arbeit (Physik) Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_(Physik)?oldid=145932504 Autoren: Andre Engels, Nerd, Media lib, Jed, Aka, Lukian~dewiki, LosHawlos, Fab, Echoray, GNosis, Seewolf, ApeBot, Peterlin~dewiki, Wipape, Schusch, GDK, Zwobot, Kai11, Wolfgang1018, Rainer Nase, Anton, Schneizen, Boehm, SteffenB~dewiki, Burgkirsch, Sinn, Peter200, Owltom, Svebert, FutureCrash, Hardenacke, Mnh, Ot, Pb, Schubbay, Philipendula, Chrisfrenzel, Conny, Fubar, Mogelzahn, DasBee, Kam Solusar, Proxima, Dundak, FNaehring, Bigbug21, Botteler, Amogorkon, ElRaki, MartinThoma, Martin Bahmann, Fester franz, Allen McC., Diba, He3nry, FlaBot, Saperaud, Emes, Jörg Knappen, Matze6587, RedBot, Stargamer, Anhi, Scooter, Itti, Peter Steinberg, Firefox13, Gunther, JuTa, KaiMartin, W!B:, Rabensteiner, Bota47, Euku, Savin 2005, WikiJourney, Saibo, Wrongfilter, DerHexer, WAH, Staro1, Alex P., Kaisersoft, Night- flyer, Rolf H., LKD, ZOiDberg, MyChaOS, Raubfisch, Kajk, CHK, Logograph, Thornard, Invisigoth67, Sargoth, Tönjes, Andreas 06, BesondereUmstaende, Armin P., Parpan05, Spuk968, Thijs!bot, Zickzack, Rainald62, Gissi, Escarbot, Horst Gräbner, FellPfleger, JAnD- bot, YourEyesOnly, Sebbot, Louis Bafrance, KleinKlio, Zipferlak, ZweiBein, Numbo3, Mime~dewiki, Stefan.Bunk, DodekBot, Anja.M, Der Wolf im Wald, VolkovBot, DorganBot, AlnoktaBOT, TXiKiBoT, Zwikki, Regi51, Jonesey, Norbert Dragon, Synthebot, Tobias1983, AlleborgoBot, ChrisHamburg, La Lovely, LabFox, SieBot, Zickzack11, Crazy1880, Loveless, Yoky, Der.Traeumer, Tasma3197, Kibert, Engie, OKBot, Avoided, Andresch, Aktionsbot, Jesi, 7Pinguine, PipepBot, Alnilam, Pittimann, Björn Bornhöft, Se4598, Jens Liebenau, Cymothoa exigua, Kein Einstein, Flo 1, Inkowik, Xeph, Raphael Frey, BodhisattvaBot, Lasdertzuiop, Pyrrhocorax, VielLiep, CarsracBot, LaaknorBot, ArtWorker, StigBot, Luckas-bot, Feuerst, Finger73, Schniggendiller, Berita, Yonidebot, Xqbot, Howwi, Joethi, Pentachlor- phenol, MastiBot, Geierkrächz, Acky69, Physik1, RibotBOT, Norbirt, LSG1-Bot, Qniemiec, Bergdohle, Jivee Blau, Timk70, Rubblesby, Alraunenstern, Palarr, Hirt des Seyns, Dinamik-bot, TjBot, DerGraueWolf, Martin1978, Ripchip Bot, EmausBot, SigmaB, Debenben, ZéroBot, RolteVolte, WikitanvirBot, ChuispastonBot, 9of17, MerlIwBot, KLBot2, Gantro, Korrektor-170453, Friedo Goe, Lukas²³, Clau- dia341, Justincheng12345-bot, Rmcharb, Colonios, IchStéffán, MatHard117, Emeldir, HeicoH, Guineabayer und Anonyme: 254

7.2 Bilder

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7.3 Inhaltslizenz