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Das kleine Hacker-Lexikon

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T (tee)
1. Ein bestimmter Zeitpunkt. Vergleiche TIME T. (Die Physik
verwendet gewohnheitsm„áig die Variable "T" zur Repr„sen-
tation von Zeitpunkten bzw. Zeitmengen).
2. 'Ja'. Als Antwort auf eine Frage, vor allem eine Frage
nach der "-P" Konvention. Beispiel: "Foodp?" "T". Dieser
knappe Wortwechsel bedeutet: 'Kommst Du mit zum Essen?'
'Ja, sicher.'
Vergleiche NIL.
In der Programmiersprache LISP steht "T" (unter anderem) f r
"true". Es gibt Hacker, die "T" und "NIL" fast reflexartig
anstelle von "yes" und "no" verwenden. Das f hrt gelegentlich
zu Miáverst„ndnissen (Im Englischen sind die Aussprache des
Buchstaben "T" und des Wortes "tea" 80 deckungsgleich!). Es
ist schon vorgekommen, daá ein Ober oder eine Stewardeá mit
der Frage 'M”chten Sie Kaffee?' die schnelle Antwort "T" pro-
voziert hat. Der gute Mann hat dann nat rlich statt des ge-
w nschten Kaffees einen Tee bekommen, was aber vielleicht
nicht so tragisch war, da die Mehrzahl der Hacker Tee nicht
minder sch„tzt. Das gilt zumindest f r die vielen Fans chine-
sischer K che unter ihnen.

TALK MODE
Situation, in der zwei oder mehr Terminals logisch ver-
bunden 81 sind, weshalb alles, was auf einer beliebigen
Tastatur eingegeben wird, auf jedem der Monitore er-
scheint. Man kann so Unterhaltungen per Computer f hren.
Vergleiche COM MODE und MODE.

TASTE Substantiv.
sthetische Gestaltung; Qualit„t, die bei vielen Program-
men der Tendenz nach umgekehrt proportional zur Anzahl der
Optionen, komplexen Strukturen, Programmiertricks und
Programmkorrekturen 82 ist, die man einzubauen versuchte.
TASTY Adjektiv.
Angenehm in „sthetischer Hinsicht. Beispiel: "This FEATURE
comes in N tasty FLAVORS".
Synonym: FLAVORFUL.
Im wesentlichen handelt es sich bei "tasty", "tasteful" und
"flavorful" um Synonyme. Dasselbe gilt aber nicht f r die
Substantive "taste" und "flavor". Ersteres macht eine Aussage
ber das gesunde Urteilsverm”gen auf seiten des Sch”pfers;
d. h. man kann von einem Programm oder einer Option sagen "it
exhibits taste", aber "it * has * taste" kann man nicht sagen!
Dagegen kann man sehr wohl sagen: "This feature has taste".

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80 "tea", englisch f r das Getr„nk 'Tee'.
81 Im Original "logically linked".
82 Im Original "the number of FEATURES, HACKS,
CROCKS, and KLUGES".
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Auáerdem gilt, daá "flavor" die Bedeutung von "kind" bzw.


"variety" tragen kann, was bei "taste" ausgeschlossen ist. Das
bei Hackern beliebtere Wort ist eindeutig "flavor", auch wenn
beide W”rter immer wieder zu h”ren sind.

TECO (tee'koh)
1. Substantiv. Bezeichnung f r einen Texteditor, der am MIT
entstand und der dann von eigentlich jedem Benutzer erneut
abge„ndert und/oder erweitert wurde. Alle TECO Dialekte
zusammengenommen, d rfte es sich bei diesem Editor um den
produktivsten seiner Art handeln. Bekannt gemacht haben
ihn seine Optionen, die ihn aufgrund ihrer M„chtigkeit in
die N„he einer Programmiersprache r cken, und seine
unglaublich verzwickte Befehlssprache. Und ein Beispiel
dazu. Das Programm hat eine Liste von Namen vorliegen:

Loser, J. Random
Quux, The Great
Dick, Moby

Es sortiert die Liste alphabetisch nach dem vorange-


stellten Nachnamen, stellt dann den Nachnamen an die
letzte Stelle und l”scht das Komma. Ergebnis:

Moby Dick
J. Random Loser
The Great Quux

Die entsprechenden Programmzeilen lauten:

[1 J ^ P $ L $ $
J <.-Z; .,(S,$ -D .)FXl @F ^ B $K :L I $ Gl L> $$

šbrigens wurde das Manuskript des englischen Originals


mit Hilfe des EMACS Editors hergestellt, der wiederum auf
TECO basiert und auch die Ausf hrung von TECO Instrukti-
onssequenzen gestattet. Als ich das obige Progr„mmchen zum
ersten Mal ausprobierte, kam es zu einem Fehler, weil ich
versehentlich das "@" vor "F ^ B" weggelassen hatte, was
nat rlich, wie jeder sofort sieht, vollkommen falsch war.
Beim zweiten Mal hat's dann geklappt. Wir haben hier

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nicht gen gend Platz, alle TECO Optionen zu beschreiben,


ich m”chte aber erw„hnen, daá z. B. " ^ P" den Befehl zum
Sortieren gibt, und daá es sich bei "J <.-Z; ... L>" um
eine Befehlssequenz mit der Bedeutung 'f r jede Zeile
einmal ausf hren' handelt.
2. Verb. Editieren unter TECO (alle Varianten eingeschlos-
sen); gelegentlich steht das Wort auch f r 'editieren'
schlechthin!
Mark Crispin hat uns folgende Anmerkungen zur Historie von
TECO zukommen lassen:
(1) DEC schnappte sich vor einigen Jahren eine Uralt-Version
des MIT TECO. Damals war es noch ein TTY-orientierter Editor,
also nicht f r die Bildschirm-Darstellung gemacht. Inzwischen
ist das TECO des MIT in hohem Maáe an der Bildschirmarbeit
ausgerichtet. Auáerdem hat es sich faktisch zu einer eigenen
Programmiersprache entwickelt - sie dient zur Produktion von
Editoren wie z. B. EMACS - und fungiert kaum noch als Editor
im engeren Sinne.
Unterdessen haben sich die Versionen von TECO, die auáerhalb
vom MIT kursieren, kaum von der 1970er MIT Version entfernt.
DEC hat vor kurzem inoffiziell versucht, die TECO Verwendung
zu unterbinden, ist aber an einer Art Gegenverschw”rung der
Programmierer gescheitert.
(2) Inzwischen ist mir zu Ohren gekommen, daá DEC seine
Programmierer per Verwaltungsdekret darauf verpflichten woll-
te, anstelle von TECO eine zusammengepfuschte und ganz und gar
hirnlose Version von SOS zu benutzen. Sie haben daraufhin eine
Revolte angezettelt.

TENSE Adjektiv.
Sehr clever und effizient, kennzeichnet die Qualit„t von
Programmen. Ein Programm oder Programmteil, das diese Be-
zeichnung verdient, ist h„ufig das Resultat von vielen
Nachbesserungen, manchmal liegt es aber einfach am groá-
artigen Grundeinfall. Zur Illustration den Kommentar zu
einer intelligenten Bildschirmroutine von Mike Kazar, ei-
nem Hacker und Studenten der CMU: "This routine is so
tense it will bring tears to your eyes. Much thanks to
Craig Everhart and James Gosling for inspiring this HACK
ATTACK."
Ein Programmierer, dem man dieses Attribut verleiht, ist eben
einer, der Programmcode von solcher Qualit„t schreibt. Es
heiát, daá PDP-10 Code, den Erzhacker Bill Gosper zu Papier
bringt, derart konzentriert ist. Ich selber verschwende meine
Zeit niemals damit, auch nur eine einzige Instruktion aus
einem PDP-10 Programm nachzubessern, wenn ich weiá, daá Gosper
der Autor war.

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TENURED GRADUATE STUDENT Substantiv.


Hochschulabsolvent mit zehn Jahren Studium (das šbliche
sind f nf oder sechs Jahre): also ein "ten-yeared graduate
student". Alles klar, oder? Das Ganze ist eine Wortspiel
mit Homophonen, n„mlich mit "ten-yeared" und "tenured",
letzteres - abgeleitet von "tenure" f r 'Berufung,
Anstellung' - bezieht sich auf das Professorenamt. Nun,
Studenten werden nat rlich nicht wie Professoren berufen,
aber ein Student im zehnten Hochschuljahr hat sich wahr-
scheinlich l„nger an der Universit„t herumgetrieben als
irgendein Professor mit Zeitvertrag.

TERPRI (tur'pree, t:r'pree) Verb.


Ein CRLF ausgeben; eine Zeile beenden und die n„chste be-
ginnen. Die Bezeichnung ist ein Kunstwort aus "TERminate
PRInt line". Sie stammt aus der LISP Sprache und bewirkt
dort auch obige Aktion.

THEORY Substantiv.
Bezeichnung f r eine beliebige Idee oder Vorgehensweise,
f r einen beliebigen Plan oder Regelkatalog. Es handelt
sich dabei um eine miábr„uchliche Verallgemeinerung dieses
Terminus technicus. Beispiele: "What's the theory on
fixing this TECO loss?" "What's the theory on dinner to-
night?" ("Chinatown, I guess.") "What's the current theory
on letting LOSERS on during the day?" "The theory behind
this change is to fix the following well-known screw ..."

THRASH Verb.
Wilde, unkontrollierte Bewegungen vollf hren, ohne daá
damit irgend etwas Sinnvolles erreicht wird. Unterstellt
ist ein Maximum an Aktion bei einem Minimum an Wirksam-
keit. Groárechner, die zu viele Programme geladen haben,
vertun ihre Zeit damit, Daten zwischen Festplatte und Ar-
beitsspeicher hin- und herzuschieben, und kommen kaum noch
zu ihrer eigentliche Aufgabe, Berechnungen u. a.
auszuf hren. Auf sie trifft die Bezeichnung "thrashing"
zu, aber auch auf Leute, die dauernd ihre Pl„ne ber den
Haufen werfen.

TIME T Substantiv.
Ein Zeitraum oder Zeitpunkt, der nicht n„her bestimmt
wird, aber aus dem Kontext zu erschlieáen ist. Wird h„ufig
zusammen mit einer Angabe ber eine Folgezeit "T+1" oder
"T+N" verwandt.

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Beispiel: "We'll meet on campus at time T or at Louie's


at time T plus thirty" bedeutet als Vorschlag, essen zu
gehen, folgendes: 'Wir k”nnen uns gleich bei Louie's
treffen, oder aber eine halbe Stunde fr her auf dem Uni-
Gel„nde - wegen der Fahrtzeit.' (Louie's ist ein chinesi-
sches Restaurant in Palo Alto, ein beliebter Hacker-Treff.
Louie macht die besten Potsticker, die ich kenne. Siehe
auch unter RAV). Wo man sich auch trifft und auf welche
Zeit "T" man sich noch festlegt, man wird auf jeden Fall
zur gleichen Zeit bei Louie's zum Essen auftauchen.
SINCE (OR AT) TIME T EQUALS MINUS INFINITY.
Vor sehr langer Zeit; seit Menschengedenken; damals, als
man dieses oder jenes Dingens 83 zum ersten Mal in die
Welt setzte. "That feature has been BROKEN since time T
equals minus infinity". Manchmal l„át man auch das Wort
"time" weg, sofern f r T keine Verwechslungsgefahr mit T
in der Bedeutung "yes" besteht.
Vergleiche T.

TOGGLE Verb.
Ein Bit aus einem beliebigen Zustand in seinen alternati-
ven Zustand 'schaukeln': also von 1 auf 0 bzw. von 0 auf 1
setzen. Dieser Gebrauch leitet sich vermutlich von "toggle
switches", also 'Kippschalter' ab, - gemeint sind dabei
z. B. die Standard-Lichtschalter - auch wenn sich das Wort
"toggle" urspr nglich auf das mechanische Element bezieht,
das daf r sorgt, daá der Hebel in der gew„hlten Position
bleibt, und nichts mit dem Faktum zu tun hat, daá ein
Schalter eben zwei Positionen hat.
Mit einem Bit kann viererlei anstellen: Es setzen 84 (den Zu-
stand 1 herstellen), es l”schen (den Zustand 0 herstellen) 85,
es ignorieren 86, oder es 'schaukeln' 87. (Mathematisch
ausgedr ckt w rde das heiáen, es existieren vier verschiedene
Boole-wertige Funktionen f r ein Boolesches 88 Argument. Aber
es so zu formulieren macht viel weniger Spaá als die Redeweise
vom 'Bit-Schaukeln').

____________________
83 Im Original "FROB".
84 Im Original "set it".
85 Im Original "clear (or zero) it".
86 Im Original "leave it alone".
87 Im Original "toggle it".
88 Oder auch: f r ein aussagenlogisches Argument.

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TOOL
1. Verb. Hart arbeiten, studieren; f r eine Pr fung
'stucken'. Es handelt sich gewissermaáen um ein Antonym zu
HACK: "tooling" heiát arbeiten, ohne daá man Spaá daran
hat.
Diese Unterscheidung spielt eine groáe Rolle f r Hakker,
die auáerdem studieren: Programmierarbeit f rs Seminar,
das w„re "tooling". Beispiel: "I have to tool chemistry
for a while before I GRONK OUT".
2. Substantiv. Jemand, der bloá b ffelt ("tooling" im Sinne
von 1.) und keine Zeit f r die Hacker-Szene hat; ein
Streber. Der Ausdruck ist am MIT blich: Die Studenten
dort bezeichnen sich selbst - mit oder ohne Stolz - als
"Tech tools".

TRASH-80 Substantiv.
Ein Radio Shack TRS-80 PC. Bei der Bezeichnung "Trash-80"
- man beachte: "trash" bedeutet soviel wie 'Schrott' -
handelt es sich um eine flippige Deutung der Buchstaben
"TRS", keinesfalls aber um ein triftiges Urteil ber das
Produkt. Selbst Besitzer des TRS-80 verwenden den Ausdruck
als liebevollen Spitznamen, niemals als Schimpfnamen.
Hacker sind den Umgang mit Groárechneranlagen im Wert von
Millionen Dollar gewohnt und neigen dazu, ein biáchen ver-
„chtlich auf die klitzekleinen Personalcomputer herabzu-
schauen, die f r ihre Zwecke nicht gen gend Arbeitsspeicher
bereitstellen. Das soll nat rlich nicht heiáen, daá PCs nicht
n tzlich sein k”nnten, oder daá es keine Hacker gibt, die Spaá
an der Arbeit mit PCs h„tten. Auáerdem werden die PCs laufend
besser.
Erw„hnenswert ist aber, daá eine Menge Software, die f r den
PC-Einsatz verkauft wird, auf Groárechneranlagen entwikkelt
wird, weil man dort eine weitaus bessere Programmierumgebung
hat.

TTY (tit'ee) Substantiv.


1. Ein Computer-Terminal der TeleTYpe-Art. Der Ausdruck ist
sehr altmodisch - wie die Sache selber: So ein Terminal
bestand aus einem sehr lauten, mechanischem Drucker, hatte
einen sehr beschr„nkten Zeichensatz und eine „uáerst
d rftige Druckqualit„t. Allerdings muá man sagen, daá TTYs
in ihrer Bl tezeit sehr n tzliche und recht zuverl„ssige
Arbeitstiere waren.
2. Ausdruck f r 'Computer-Terminal' berhaupt, vor allem
eines, das ein - in Rede stehendes - Programm steuert,
oder eines, daá Programm-Anzeigen ausgeben kann. Beispiel:
"This program lists the current file directory on the
TTY".

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TWEAK Verb.
Leicht ab„ndern und zwar hinsichtlich eines festen Be-
zugspunkts; eine Feinabstimmung vornehmen. L„uft ein Pro-
gramm nahezu korrekt, k”nnte man es solange minimal ab„n-
dern ("tweaking"), bis es tats„chlich fehlerfrei l„uft.
Das w„re eine Alternative zur theoretischen Erfassung des
Problems.
Synonym: TWIDDLE.
Vergleiche auch FROBNICATE und FUDGE FACTOR.

TWENEX (twen'eks) Substantiv.


Das TOPS-20 Betriebssystem von DEC f r den DECSYSTEM-20
Computer, einem Nachfolger des PDP-10. F r den PDP-10 gab
es ein Betriebssystem mit der Bezeichnung TOPS-10, weshalb
TOPS-20 als Name f r das DECSYSTEM-20 Betriebssystem
nahelag, auch wenn TOPS-20 mit TOPS-10 nicht zu verglei-
chen ist. TOPS-10 war ein Muster von einem miserabel ge-
planten Betriebssystem aus dem Hause DEC. Die Firma Bolt,
Beranek and Newman (BBN) entwickelte ein eigenes Be-
triebssystem unter der Bezeichnung TENEX (f r "TEN EXecu-
tive system"). DEC erwarb die Rechte f r TENEX und erwei-
terte es zu TOPS-20. H„ufiger als diese offizielle Be-
zeichnung ist allerdings "TWENEX" zu h”ren, ein Kunstwort,
zusammengef gt aus "TWENty tenEX". DEC Betriebsangeh”rige
pflegen zusammenzuzucken, wenn sie letzteres h”ren. Der
weiteren Verbreitung der Bezeichnung hat das aber keinen
Abbruch getan. Die geschriebene Abk rzung "20x" f r
"TWENEX" ist ebenfalls gel„ufig.

TWIDDLE (twid':l)
1. Substantiv.
Das Tilde-Zeichen "~".
Siehe Eintrag CHARACTERS.
2. Substantiv.
Eine kleine, unbedeutende nderung an einem Programm. Mit
einem "twiddle" beseitigt man meist einen BUG und erzeugt
ganz nebenbei sieben neue.
3. Verb.
Etwas minimal ver„ndern. Bezeichnet man eine Aktion an
einem Schalter oder Maschinenknopf mit diesem Ausdruck, so
unterstellt das weniger zielgerichtetes Verhalten als die
Verwendung der W”rter "TOGGLING" oder "TWEAKING". Siehe
dazu auch FROBNICATE. Man kann den Ausdruck auch im
Zusammenhang mit BITS verwenden. Dann ist ebenfalls Ziel-
losigkeit unterstellt, zumindest ist nicht n„her angege-
ben, was man mit dem Bit anstellt; "toggling a bit" dage-
gen hat eine pr„zisere Bedeutung.

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UP Adjektiv.
In Betrieb; funktionierend. Beispiel: "The Down escalator
is up".
Antonym: DOWN.
BRING UP Verb.
Eine funktionierende Programmversion schaffen und zum
Einsatz bringen. Beispiele: "They just brought up the sy-
stem". "JONL is going to bring up a new LISP compiler to-
night".
Antonym: TAKE DOWN.

USER Substantiv.
1. Jemand, der mit dem Computer 'wirklich arbeitet'; jemand,
der den Computer als Mittel und nicht als Zweck sieht.
Jemand, der f r die Benutzung eines Computers Geld zahlt.
Vergleiche REAL USER.
2. Ein Programmierer, der jeden Mist glaubt. Jemand, der
schwachsinnige Fragen stellt.
Vergleiche LUSER.
3. Jemand, der ein fremdes Programm - vielleicht sehr pro-
fessionell - anwendet, wobei ihn die Strukturen dieses
Programms aber kalt lassen. Jemand, der BUGS meldet, statt
daá er sich einfach das Programm anschaut und sie
beseitigt.
Grunds„tzlich gibt es zwei Sorten von Menschen, die mit einem
Programm arbeiten: die Profis (HACKERS) und die Anwender
(LOSERS). Die Hacker schauen ein wenig auf die Anwender herab,
weil letztere keine Ahnung von den Herrlichkeiten des SYSTEMs
und seinen tausend Ver„stelungen haben. (Die paar Anwender,
die sich da auskennen, gelten als REAL WINNERS).
Der Terminus "user" ist nat rlich relativ: Ein eingefuchster
Hacker kann hinsichtlich bestimmter Programme, mit denen er
sich nicht n„her befaát, schlicht ein Anwender sein. Ein LISP
Hacker kann einer sein, der diese Programmiersprache pflegt
und erweitert, oder auch einer, der LISP anwendet, dies aber
mit der Professionalit„t eines Hackers. Dagegen ist ein LISP
User jemand, der LISP schlicht anwendet, egal wie geschickt er
das macht.
Es gibt also šberschneidungen zwischen den zwei Begriffen;
die subtileren Unterscheidungen muá man aus dem Kontext er-
schlieáen.

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Nat rlich stellen Anwender notgedrungen Fragen. Manchmal


sind die sogar scharfsinnig oder gar tiefsinnig. H„ufiger sind
sie aber nur „rgerlich oder ausgesprochen bl”d, und zwar
deswegen, weil der Anwender nicht einmal zwei Sekunden nach-
gedacht hat oder auch nur einen Blick in die Dokumentation
geworfen hat. Nein, stattdessen wird sofort der SysOp bem ht.

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VANILLA Adjektiv.
Standard-, (stink)normal, gew”hnlich 89. "It's just a va-
nilla terminal; it doesn't have any interesting FEATURES".
Man beachte, daá der Begriff auch im Zusammenhang mit
Essen und Speisen nicht unbedingt bedeutet, daá Vanille
beim Kochen verwendet wurde. So ist z. B. "vanilla-fla-
vored wonton soup" bzw. "vanilla wonton soup" die 'norma-
le' Wonton Suppe im Gegensatz zur 'scharf-sauren' Wonton
Suppe.
Der Unterschied zu CANONICAL liegt darin, daá letzteres be-
deutet: 'das, was man immer benutzt bzw. die Art und Weise,
wie man etwas immer macht - sofern man nicht einen guten Grund
hat, es anders zu machen', wohingegen "vanilla" schlicht f r
"normal" steht. Iát man z. B. mit Hackern des MIT in Colleen's
Chinese Cuisine, dann muá man die scharf-saure Wonton Suppe
bestellen, will man die kanonische Wonton Suppe. Das bestellen
n„mlich die meisten von ihnen dort. Aber das ist nat rlich
nicht die "vanilla wonton soup".

VAXEN (vaks':n) Substantiv.


Die unter Hackern bliche Pluralform f r die DEC VAX Com-
puter 90. "Our installation has four PDP-10's and twenty
vaxen".
Das DEC Betriebssystem f r die VAX Computer heiát VMS (ein
Initialwort zu "Virtual Memory System"). Es hat seine Vorz ge,
manchmal scheint es allerdings ziemlich langsam zu sein, was
diesen Limerick ins Leben rief:

There once was a system called VMS


Of cycles by no means abstemious
It's chock-full of hacks
And runs on a VAX
And makes my poor stomach all squeamious.

-- The Great QUUX

____________________
89 Im Original "of ordinary FLAVOR".
90 Bei "vaxen" handelt es sich um eine Analogiebildung
zu "ox / oxen", einer seltenen und alten Pluralform
des Englischen.

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VIRTUAL Adjektiv.
Als Stellvertreter funktionierend. So arbeitet z. B. vir-
tueller Speicher wie ein realer Arbeitsspeicher, ist aber
keiner. Ein System mit virtuellem Speicher setzt eine
Kombination aus kleinem Hauptspeicher plus Festplatte ein
und erzeugt damit den Eindruck, der Computer h„tte einen
„uáerst umfangreichen Hauptspeicher und eine Festplatte,
so wie man's eben braucht.
Die Bedeutung von "virtual" ist deckungsgleich mit
"LOGICAL", allerdings wird "virtual" niemals im Zusammen-
hang mit Himmelsrichtungen verwendet.

VISIONARY Substantiv.
Jemand, der sich als Programmierer mit optischer Objekt-
erkennung 91 besch„ftigt, speziell KI-Forscher, die dem
Computer das "Sehen" per Videokamera beibringen m”chten.
(Das Problem liegt brigens nicht in der šbermittlung der
Video-Daten an den Computer. Das Problem liegt vielmehr
darin: Wie kann der Computer, gest tzt auf ein geeignetes
Programm, die Video-Daten auswerten? Siehe SMOP).

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91 Im Original "One who HACKS vision ..."

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WALL Interjektion.
Deutet an, daá der Sprecher sich vor einer verwirrenden
Situation sieht, daá ihm nichts klar ist. Ist implizit
eine Bitte um etwas mehr Aufkl„rung, die im Frageton vor-
getragen wird. "Wall?"
M”glicherweise handelt es sich hier um eine Kurzform von
"Hello, wall", das wiederum der Wendung "up against a blank
wall" $ entstammen d rfte. In erster Linie am WPI blich.

WALLPAPER 92 Substantiv.
Ein Programmausdruck, h„ufiger aber der Ausdruck einer
Arbeitssitzung an einem Groárechner-Terminal. Dabei gibt
der Drucker alles, aber auch wirklich alles aus, was ir-
gendwann auf der Tastatur eingegeben wurde. Die Bezeich-
nung daf r hat sich eingeb rgert, weil dieses Papier
wirklich nur 'zum Tapezieren' von Toiletten und „hnlichem
gut ist.

WALLPAPER FILE Substantiv.


Datei, die die Daten einer Arbeitssitzung speichert, bevor
sie zum Druck gelangen. (šbrigens hat diese Datei ihren
Namen auch dort behalten, wo im Normalfall ein Ausdruck
nicht mehr vorgesehen ist, weil man die Datei genauso gut
am Bildschirm einsehen kann).
Der Begriff ist heutzutage nicht mehr so oft zu h”ren, weil
neuere SYSTEMe andere Termini f r derartige Protokolldateien
verwenden. TWENEX etwa kennt daf r den Begriff "PHOTO".

WEDGED Adjektiv.
1. Eingeklemmt; ein weiterer Betriebsablauf ist ohne „uáere
Einwirkung nicht m”glich. Das ist aber nicht dasselbe wie
ein CRASH. Ein System-Crash heiát immer, man hat es mit
einem Totalausfall zu tun. 'Klemmt' das System dagegen,
dann versucht es zwar, eine Operation auszuf hren, kommt
hierbei aber nicht weiter. Es kann zwar noch diese oder
jene Operation ausf hren, aber eben nicht mehr alle. So
f hrt z. B. ein Defekt 93 am Disk Controller mit Sicher-
heit zu einem Systemzustand, der das Attribut "wedged"
verdient. Nun, ohne Festplatten, viel l„uft da nat rlich

____________________
$ Die Slangphrase "up against the wall"
steht f r 'dumm, doof, bl”d'.
92 Bedeutet im Standard-Englischen: 'Tapete'.
93 Im Original "... if the disk controller FRIES;"

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nicht mehr. Die Bezeichnung "wedged" ist bei Schadensbe-


schreibungen etwas unterhalb von "hung" einzuordnen. In
manchen F„llen taucht sie als Synonym f r "DEADLOCKED"
auf.
Vergleiche auch HANG, LOSING, CATATONIA und BUZZ.
2. Von Personen:
a) Einem schweren Miáverst„ndnis unterliegend;
"I'm sorry. I had a BIT set that you were responsible for
TECO, but I was wedged".
b) Unter Wahnideen stehend.
"He's totally wedged - he's convinced that he can levitate
through meditation".
WEDGITUDE (wedj'i-tood). Substantiv.
Zustand oder Eigenschaft des 'Eingeklemmtseins'.

WHEEL Substantiv.
1. Ein "Privilegien" BIT, das, wenn gesetzt, dem Tr„ger her-
gebrachterweise 94 jede beliebige Operation im Teil-
nehmerbetriebssystem gestattet: etwa das šberschreiben
oder Einsehen von gesch tzten Dateien, das ndern oder
Einsehen von Monitor-Adressen, das erneute Hochfahren des
Systems, das L”schen und Einrichten von Zugangsberechti-
gungen. Zuallererst setzte das TENEX Betriebssystem diesen
Terminus ein, andere wie z. B. TOPS-20 bernahmen ihn
dann.
Vergleiche TWENEX.
2. Tr„ger des Wheel Bits, ganz klar ein Mann von groáem Ein-
fluá und weitgehenden Entscheidungsbefugnissen, sofern es
um das System geht. "We need to find a wheel to unwedge
the hung tape drives".
WHEEL WARS Substantiv.
Zeitraum heftiger K„mpfe unter den diversen Tr„gern des
Wheel Bits. Es handelt sich dabei um Wheels aus Studen-
tenkreisen, die sich gegenseitig auszutricksen versuchen,
indem sie andere Wheels aus dem System werfen, deren Da-
teien l”schen und ganz allgemein einen riesigen Schaden
anrichten - meist auf Kosten der weniger privilegierten
Anwender.

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94 Im Original "CANONICALLY".

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WIN
1. Verb. Erfolg haben, erfolgreich sein. F r ein Programm
kann man das sagen, falls keine unerwarteten Bedingungen
auftreten.
Antonym: LOSE.
2. Substantiv. Erfolg bzw. ein konkreter Fall von Erfolg. Ein
erfreuliches Resultat. Eine Option (FEATURE). Emphatische
Formen: MOBY win, super win, hyper-win. Verbreitet am MIT
ist auch die Wendung "suitable win", meist in Bezug auf
eine zufriedenstellende Probleml”sung.
Antonym: LOSS.
BIG WIN Substantiv.
Was rauskommt, wenn man mehr Gl ck als Verstand hat.
WIN BIG Verb und Adjektiv.
Einen Fall von 'mehr Gl ck als Verstand' erleben; Schwein
haben. "I went shopping and won big; there was a two-for-
one sale".
WIN, WIN Interjektion.
WINNER Substantiv.
Eine berraschend fruchtbare Situation; ein berraschend
gutes Programm; ein Programmierer oder eine andere Person,
die wider Erwarten erstklassig ist. "Albert Einstein was a
winner".
Antonym: LOSER.
REAL WINNER Adjektiv und Substantiv.
H„ufig sarkastisch gemeint, ist aber auch als ernsthafte
Anerkennung zu h”ren.
WINNAGE (win':j) Substantiv.
Situation, die einen herben Verlust korrigiert, bzw. Si-
tuation, in der etwas zum Erfolg kommt. Ziemlich selten zu
h”ren.
WINNITUDE (win':-tood) Substantiv.
Die (immanente) Eigenschaft, erfolgreich zu sein (im Ge-
gensatz zu WINNAGE, dem Ergebnis des Erfolgsstrebens).

WIZARD Substantiv.
1. Jemand, der sich mit komplexer Soft- oder Hardware und
deren diversen Komponenten detailliert auskennt 95; je-
mand, der im Notfall BUGS sehr schnell finden und besei-
tigen kann. Zwischen "wizard" und HACKER gibt es feine
Unterschiede. Ein Hacker kann mit einem Computer allgemein
gut umgehen. Zum "wizard" geh”rt unbedingt das Spezial-
und Detailwissen in einem bestimmten Bereich. Aus einem
guten Hacker kann durchaus ein "wizard" werden, sofern er
gen gend Zeit hat, entsprechende Studien anzustellen.

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95 Erg„nzende Bemerkung im Original: "that is, who GROKS it".

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Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 N rnberg 70, BRD; August 1990
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2. Jemand, der mit einem Groárechner Sachen anstellen darf,


die Normalos strikt untersagt sind. Ein "Adventure wizard"
in Stanford kann und darf z. B. tags ber Abenteuerspiele
aufrufen, was anderen Leuten unm”glich ist, weil das
Programm in diesen F„llen schlicht streikt. (Damit will
man nat rlich dem sinnlosen Verbrauch von Zyklen
vorbeugen).
WIZARDLY Adjektiv.
Was mit einem "wizard" zu tun hat. Bei einer Programm-Op-
tion, die ein derartiges Attribut bekommt, handelt es sich
um eine, die nur ein "wizard" angemessen anwenden oder
verstehen kann.

WOW
Bezeichnung f r das Ausrufezeichen "!".
Synonyme: BANG, EXCL, SHRIEK.
Siehe unter CHARACTERS.

WRONG THING, THE Substantiv.


Gegenteil von THE RIGHT THING; allgemeiner: alles, was
nicht unter "the right thing" f„llt. In allen F„llen, wo
'das Gute Perfektion verhindert' ist, ist das bloá Gute
dennoch "the wrong thing", also das Falsche.

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XOR (eks'ohr) Konjunktion.


Ausschlieáendes Oder. "A xor B" bedeutet 'A oder B, aber
keinesfalls beide(s)'. Beispiel: "I want to get cherry pie
xor a banana split". Dieser Gebrauch entspringt der
Verwendung von "xor" als Terminus technicus (z. B. in
Programmiersprachen). Es handelt sich dabei um eine Wahr-
heitswerte-Funktion, die g ltig ist, sofern eines der
beiden Argumente g ltig ist, die ung ltig ist, sofern die
zwei Argumente gleichzeitig wahr sind.

XYZZY (eks'wie'zee'zee'wie, zi'zee)


Die kanonische 'Zauberformel'. Es gibt ein Abenteuerspiel,
bei dem man eine unterirdische H”hle mit sehr vielen
Kammern erforschen soll, wobei es im weiteren darum geht,
die Sch„tze dort ausfindig zu machen und nach Hause zu
tragen. Gibt man nun zum richtigen Zeitpunkt XYZZY ein,
teleportiert das Spiel den Spieler zu weit entfernten
Punkten dieses Abenteuer-Universums.
StӇt man nun im Alltag auf ein St ck 'Magie' bzw.,
pr„ziser gesagt, auf eine Methode, die einem wie Zauberei
vorkommt, so k”nnen Sie das knapp und treffend mit
"XYZZY!" kommentieren, was ungef„hr einem "Wow! Magic!"
entspricht. Beispiel: "Ordinarily you can't look at some-
one else's screen if he has protected it, but if you type
quadruple-bucky-CLEAR the system will let you do it any-
way" "XYZZY!".

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YOYO MODE Substantiv.


Zustand des Systems, wenn es mehrfach innerhalb k rzester
Zeit zwischen Funktionieren und Nichtfunktionieren hin-
und herschwankt.

YU-SHIANG WHOLE FISH (yoo'hsyang', yoo'shang') Substantiv.


Bezeichnung f r den kleinen griechischen Buchstaben Gamma,
wenn er mit einer Schleife an seinem Ausl„ufer geschrieben
wird, weshalb er wie ein kleiner Fisch aussieht, der die
betreffende Seite hinunterschwimmt. Eigentlich ist das der
Name f r ein chinesisches Gericht, einen Fisch, der im
Ganzen 96 gekocht wird und in Yu Shiang Soáe serviert
wird. Dieser Slangausdruck ist vor allem unter Leuten
blich, die mit den LISP Rechnern am MIT zu tun haben. Nur
diese Rechner k”nnen n„mlich das Zeichen am Bildschirm
darstellen.
Siehe auch unter CHARACTERS.

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96 Die Autoren merken hier an: "not PARSED",
also nicht zerlegt und entgr„tet.

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- 126 -

ZAP
1. Substantiv. W rze, W rzigkeit.
2. Verb. Speisen W rze geben, scharf w rzen.
3. Verb. Jemanden durch ein stark gew rztes Essen 'zum Weinen
bringen'. (Sehr viele Hacker m”gen stark gew rztes Essen.
So gilt z. B. Suppe Scharf-Sauer als l„ppisch, wenn man
sich danach nicht permanent die Nase putzen muá).
ZAPPED Adjektiv.
Von Speisen: (Stark) gew rzt. "Watch out - that bean curd
dish is really zapped tonight". Von Personen: Geschafft,
vollkommen k.o., weil das Essen so scharf war. "I ate the
bean curd and got totally zapped. I used up two boxes of
Kleenex. It was great."
Der Ausdruck gestattet es, beim Essen zwischen "hot
food", also heiáen Speisen, und "hot food (im Sinne von
"spicy"), also scharfen Speisen, zu unterscheiden. Bei-
spiel: "The Chinese appetizer Bon Bon Chicken is a kind of
chicken salad that is cold but zapped".
Erz-Hacker Bill Gosper vertr„gt scharfes Essen sehr gut. Er
iát h„ufig bei Louie's, einem chinesischen Restaurant in Palo
Alto (eigentlich heiát es "Hsi Nan", aber alle Hacker, die den
Besitzer kennen, nennen es einfach "Louie's"). Nun, Louie
versucht immer mal wieder, Bill mit extra scharfem Essen auáer
Gefecht zu setzen. Das Essen ist wirklich himmlisch. Von der
Sauce k”nnte man aber glauben, daá sie mit Salpeters„ure
anger hrt wird.

ZERO Verb.
1. Auf den Wert Null setzen. Der Ausdruck wird f r kleinere
Informationseinheiten wie BITS oder W”rter gebraucht.
2. Im erweiterten Sinne: Daten l”schen, insgesamt 'ausran-
gieren'. Sagt man von Festplatten und Unterverzeichnissen,
wobei "zeroing" nicht unbedingt heiáen muá, daá diese
Daten tats„chlich mit Nullen berschrieben werden. Au-
áerdem ist es m”glich, etwas als "LOGICALLY zeroed" zu
bezeichnen - dann wurde es vergessen - im Gegensatz zu
"physically zeroed", was immer gel”scht bedeutet.

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ZORCH (zorch)
1. Verb. Schnell bewegen, bef”rdern; etwa wie ein Kriegs-
schiff, das einen Feuerg rtel hinter sich herzieht. "This
file transfer program is very fast; it really zorches
those files through the network".
2. Substantiv. Einfluá bei jemandem, 'Bonuspunkte' 97, die
man bei anderen Leuten hat. "I'd rather not ask him for
that just yet; I think I've used up my quota of zorch with
him for the week".
3. Substantiv. Energie oder F„higkeit. "I guess I'll PUNT
fixing that bug until tomorrow. I've been up for thirty
hours and I've run out of zorch".

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97 Im Original "brownie points".

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