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Antwort Schaubergers an die Regierung von Liechtenstein

Wien, 25. November 1935

An die Regierung des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz

Hochverehrter Herr Regierungs-Chef!

Herr Hofrat Dr.Pr. übergab mir gestern zwei Briefe, in welchen Herr Oberingenieur Böhi und
Herr Ing. Nesper zu den Ausführungen Werner Zimmermanns (Tau-Heft September 1935) in
einer ganz merkwürdigen Weise Stellung nehmen.

Herr W.Z. schilderte mir vor längerer Zeit die in den Rheinlanden (St. Galler Rheintal) zu
erwartende Katastrophe, welche bereits Tageszeitungen besprechen; ebenso schilderte mir
Altbundeskanzler Herr Dr. Ender diese Gefahren in ähnlichem Sinn, wenn es nicht gelinge,
den Rhein um einige Meter zu senken.

Diese Absenkung wird und kann durch Uferkorrektionen oder Baggerungen unmöglich
gelingen. Durch diese Maßnahmen müssen sich die Gefahren um ein Vielfaches vergrößern,
weil dadurch die Schleppkräfte des Wassers, auf die es hier lediglich ankommt, abnehmen.

Hier kann nur eine Organisation der notwendigen Schleppkräfte helfen. Die Beweise hierfür
zeigen sich in der ständigen Vergrößerung der Gefahr durch Durchstiche, Uferkorrektionen
usw. zur Genüge.

Ich habe seinerzeit schon beabsichtigt, die Ursachen dieser Gefahrenvergrößerung zu erklären
und unterstützen mich hierbei der bekannte Hydrologe Dr. Forchheimer und der weltbekannte
Gelehrte Exzellenz Wilhelm Exner. Leider wurden diese Aufklärungen durch einzelne
behördliche Stellen unterbunden, und aus diesem Grunde konnte ich auch die ganz irrigen
Erklärungen, die Herr Ministerialrat Ing. Ehrenberger abgab, in der Öffentlichkeit nicht mehr
widerlegen. Ebenso war es mir nicht möglich, dem Bundeskanzler Dr. Dollfuß, der mich in
dieser Angelegenheit wiederholt persönlich aufsuchte, infolge seines Ablebens mündlich die
Irrtümer zu erklären, die sich im Berichte Ehrenberger vorfinden.

Den nachfolgenden Erklärungen wollen Sie, hochverehrter Herr Regierungschef, keine


finanziellen Motive, sondern nur rein menschliches Interesse zugrunde legen.

Ich lehne nach derartig persönlichen Angriffen pekuniäre Vorteile ab, und aus diesem Grunde
dienen die nachfolgenden Erklärungen nur zur Rehabilitierung zweier Menschen, die ich
hochachte und es daher nicht zulassen kann, daß man rein menschliche Bemühungen derart
beantwortet, ohne sachliche Gegenmomente anführen zu können.

Jede, wie immer sich benennende Bewegung ist mit Verlusten von Energien verbunden, wenn
auf dem Bewegungswege keine Labung oder keine Ernährung des Bewegten erfolgt.

Wasser, welches in einem einprofiligen Gerinne geführt wird, erwärmt sich durch direkten
Sonneneinfluß oder Reibung. Durch diese Wärmeerscheinungen kommt es zu einer
langsamen, aber stetig wirkenden Abladung der inneratomaren Energien. Die Folge dieser
inneratomaren Abladung sind Bewegungsverluste, die sich langsam steigern und
Ermüdungserscheinungen ergeben, die eine Ablagerung des Geschiebes und ein
Emporwachsen der Sohle verursachen.
Zur Erwärmung eines Kubikmeters Wasser um nur 0,1° C (solche Temperaturunterschiede
kann man im kleinsten Querschnitt vorfinden) ist eine Arbeitsenergie notwendig, die 42700
kg/m entspricht. 0,1° C = 42 700 kg/m, 1° C = 427 000 kg/m, 20° C = 8 540 000 kg/m oder
114 000 PS. Der Rhein führt ca. 500 Kubikmeter je Sekunde, daher Gesamtverlust bei einer
Erwärmung von 20° C = 57 000 000 PS oder 42 500 000 K.W. Jeder Wärmezuwachs von nur
0,1° C bedeutet daher einen großen Energieverlust, der ersetzt werden muß, wenn es nicht zu
ganz gefährlichen Geschiebeablagerungen kommen soll. Dämme können hier nicht wirken,
weil sich das Gefälle durch ständige Ablagerung des Geschiebes eines Tages ausflachen und
das Wasser seitwärts ausbrechen muß. Und damit ist auch die Überschwemmungskatastrophe
da.

Wie kann man nun diese Gefälleausflachungen verhindern? Nur durch Ersatz dieser
notwendigen, durch die Sonnenstrahlen abhanden gekommenen Energien.

Bedenkt man die Energieverluste, die sich ergeben, wenn sich ein Flußlauf um ca. 20° C
erwärmt, dann wird es auch klar, wie notwendig es ist, diese Schleppkraftverluste methodisch
zu ersetzen. Durch mechanische Beschleunigung (Durchstiche usw.) muß sich dieser Verlust
durch starke Belüftung nur verstärken, und aus diesem Grunde müssen hier andere Mittel
angewandt werden, um diese Schleppkräfte im fließenden Wasser zu erhalten. Diese Mittel
sind eben bisher unbekannte Pulsationserscheinungen, welche Kälteeffekte auslösen.

Flüsse, die sich auf ihrem Wege abkühlen, führen ihr Geschiebe infolge Erhaltung ihrer
Bewegungsenergien weit in die Meere hinaus (Haffbildung); Flüsse, die sich auf ihrem Wege
erwärmen, diese Energien verlieren, bilden Delta und verlegen Mündungen.

Wo liegt nun der Grund dieses wechselhaften Gehabens?

Der Wissenschaft ist ein großes Gesetz entgangen, mit welchem die Natur die fließenden
Gewässer steuert und lenkt.

Im Wasser gehen zweierlei Lösungsvorgänge vor sich:

a) Ein Lösungsvorgang, der sich bei Wärme- und Lichteinfluß ergibt.

b) Ein Lösungsvorgang, der sich bei Kälte- und Lichtabschluß ergibt.

Die im Wasser in suspendierter Form mitgeführten Geschiebeteile sind im Falle a) unlöslich.


Diese Stoffe können nur dann ihre Energien freigeben, wenn bestimmte Ionisationsvorgänge
auftreten, die wir vom sogenannten Photoeffekt her kennen. Positive Metalle lassen bei
Wärme und Licht negative Elektronen auf. Bei negativen Metallen verkehrt sich der Vorgang
unter der Einwirkung von Lichtabschluß und Kälteeinfluß. Diese Strahlungen sind meßbar
und haben eine Stärke von ungefähr 2 Volt, wenn wechselpolarige Metallgruppen anwesend
sind.

Metalle können wir in jedem Wasser vorfinden. Die spezifisch schwersten Metalle sinken
ihrer Schwere wegen zuerst unter und bleiben liegen. Das spezifisch leichtere Muttergestein
geht weiter.

Und so muß es im Unterlauf zu einer Metallarmut und daher zu Ermüdungserscheinungen


(Schleppkraftverlusten) kommen, weil mangels auftretender Ionisationserscheinungen keine
inneratomaren Energien freiwerden können.
Freiwerdende Energien können sich nur bei abkühlendem Wasser und bei Lichtabschluß
binden. Ist das Wasser an und für sich warm, dann gehen die sich ebenfalls abspaltenden
Energien (Elektronen) in der Atmosphäre verloren.

Jedem Absorptionsvorgang müssen, wenn es zu inneren Aufladungen des Wassers kommen


soll, Nachreaktionen folgen, die aber nur dann wieder auftreten können, wenn das
Temperaturgefälle einen gewissen Tiefstand erhält. Diese Nachreaktionen sind
chemoelektrische Verschmelzungserscheinungen , die Gase in elektrozoische (animalische)
Energieprodukte verwandeln. Kann diese Mutation nicht stattfinden, dann nützen auch die
stärksten Ionisationen nichts. Ist das Temperaturgefälle richtig, dann wird das fließende
Wasser zu einem animalischen Akkumulator. Zu warmes Wasser ist säurehaltig und zu
leitend, und aus diesem Grunde tritt dann eine innere Abladung auf, die die Substanz selbst
ermüdet.

Durch Baggerungen wird das Übel nur vergrößert, weil durch die Baggerlöcher das schwerste
Gestein (das metallhaltige Gestein) absinkt und zum Großteil verlorengeht.

Durch die inneratomaren Abstrahlungen treten magnetische Kräfte auf, welche das absolute
Gewicht des Geschiebes vermindern, und so kommt es, daß sich solches Geschiebe entgegen
dem archimedischen Gesetz verhält - d.h. je schwerer (metallhaltiger) es ist, um so leichter
schwimmt es.

Meine Regulierungen, besser gesagt Organisationen, des Wassers haben zur Folge, daß Steine
oder Schwemmhölzer, die schwerer wie Wasser sind, in der Flußachse frei schwimmen, weil
dort die größte Kühle vorherrscht und die stärksten Mutationsvorgänge vor sich gehen, die
das Wasser gasfrei, dicht und dadurch beweglich gestalten.

Schießt das in seiner Bewegung ungehemmte Wasser mittig vor, so bildet sich automatisch
das Normal- oder Doppelprofil aus, das wir in jedem natürlichen Wasserlauf sehen können.
Die Blutkapillare usw. sind nach diesem System aufgebaut, weil es ohne dieses Doppelprofil
keine Werterscheinungen geben könnte, die alle doppelsinniger Art (negativ und positiv) sind.

Und hier liegt auch, in kurzen Strichen skizziert, das Geheimnis, warum in allen Kulturstaaten
die Flußläufe zugrunde gehen und alljährlich höhere Erhaltungskosten verursachen. Hier liegt
auch das Geheimnis des Zugrundegehens der Wälder (qualitativer Verfall), der
Bodenrückgang in qualitativer Beziehung, mit einem Worte, die Ursache der Weltkrise, die
nur eine Folgeerscheinung der Störung der Wertigkeit ist, die der moderne Forstmann
(Kahlschläge), der moderne Wasserfachmann (Uferregulierung), der moderne Landwirt
(Kunstdüngerwirtschaft) und der moderne Energiefachmann (Ausbeuter der Kohle, die zur
Gestaltungsbewegung und nicht zur Bewegungsgestaltung bestimmt ist) in absoluter
Unkenntnis der einfachsten Naturgesetze verursacht.

Mit dieser skizzenhaften Aufklärung hoffe ich Sie, sehr geehrter Herr Regierungschef, soweit
aufgeklärt zu haben, daß Sie verstehen, warum Herr Hofrat Pr., der meine Forschungen
genauestens kennt, alles unternimmt, um der Menschheit die Augen zu öffnen. Herr Werner
Zimmermann gehört ebenfalls zu den mit viel Naturgefühl ausgestatteten Menschen und hat
die undankbare Aufgabe übernommen, in der Schweiz in aufklärendem Sinne zu wirken.

Ein abfälliges Urteil ist oft leicht gebildet.


Je größer die Gefahr, um so nacktere Wahrheit ist notwendig; und diese Wahrheit ist immer
bitter, gar dann, wenn sogar behördliche Vorschriften die Ursache der Verelendung sind.

Fehler, die der Natur gegenüber gemacht werden, sind immer Verbrechen, und aus diesem
Grunde müssen die Menschen, die sich absolut nicht belehren lassen, sühnen, was sie an der
Mutter Erde verbrochen haben. Ob bewußt oder unbewußt getan, das spielt hier keinerlei
Rolle, immer kommt es auf die Ursachen an, welche dann die traurigen Tatsachen auslösen,
die wir beispielsweise beim Rhein heute sehen.

Genehmigen Sie, hochgeschätzter Herr Regierungschef, die Versicherung vorzüglichster


Hochachtung

Viktor Schauberger