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ENCYCLOPÄMIE

DER

-RE IMALTBEREL

ZWEITE1 BAND.
Bi M.
ENCYCLOPÄDIE
DER

FREIMAUREREI,
NEBST NACHRICHTEN
ÜBER DIE DAMIT IN WIRKLICHER ODER VORGEBLICHER
BEZIEHUNG STEHENDEN

GEHEIMEN VERBINDUNGEN-,
IN

ALPHABETIS CHER ORDNUNG,


VON

DURCHGESEHEN UND , MIT ZUSÄTZEN VE


HERAUSGEGEBEN

VON

EINEM SACI-IKUN D IGEN dr/

LEIPZIG;
F. A. BR 0 CICHAU5.

1 8 2 4.,
VOTIBEEICHT
DE S

HERAUSGEBERS.

WER immer sich zu den Grundlehren des Masonen-:


thumes mit Kopf und Herz bekennt, — Wer mjthin,
innigst überzeugt von den Segnungen, die ein Ver-
.
ein gewähren kann, welcher Mens eh en einander
als Mensch en noch näher bringen soll, als bei
den übrigen gesellschaftlichen Anstalten möglich ist,
den aufrichtigen Wunsch heget, sein Gedeihen zu
befördern, -von Dem ganz besonders sollten, wie
es scheint, Freimaurerschriften, die auf Gründ-
lichkeit in der Darstellung Anspruch machen, gehi-
rig gewürdigt werden, gesetzt auch, dafs das darin
Vorgetragene in einigen Puneten „gegen einen Theil
„der Gesammtansichten des maurerischen Publi-
Yi "V 011B4RICIIT 1).E s IiginAusGuBEns.

33 °ums unserer Tage in Gegensatz träte."_ Doch!


diese Voraussetzung wird durch die Erfahrung nur
zu häufig widerlegt.
Die Lauheit vieler Mitglieder, die, genügsam,
jeden Gedanken an einen voilkommnern Zustand
von sich entfernen, — der Wahn anderer: „eine
„durch ihr Alterthum und ihre weite Ausdehnung
', ehrwürdige Anstalt dürfe nicht gemeistert wer-
„den ,” vorzüglich aber die Macht der vorge-
fafsten Meinung: „es sey nicht erlaubt, über -viele
„hierbei einschlagende Gegenstände in Druckschrif-
„ten offen- zi sprechen,” und: „es möge für das
»Wohl. der Brüderschaft weit erspricfslicher seyn
„wenn gar Nichts über Freimaurerei im Druck er-
„schiene,” war schon seit langer Zeit und ist noch,
aus Mangel richtiger. Einsicht, so grofs, dafs die
redlichsten «Bemühungen,, die Dämmerung -zu er-
hellen, worin der gröfste Theil der Bundesbriieler,
— übrigens mitunter sehr achtbarer Männer, —
über Ursprung, Zweck und zeitgeinäfse Einrieh-
ang des Vereins sich befindet, nur langsam aner
kannt werden.
G-eheimseyn, Geheimhalten und. Ge-
h i mniss e sind fortwährend meistens nur das
Feldgeschrei, womit entweder Finsterlinge, oder
Schlaue und. au.geistigen Kräften Anderen treber-
legene, dabei aber Herrschsüchtige, die Mehrzahl
yoßmxRi(uiT 33ZS H4RAUSG-EBES. VII

der Unkundigen täuschen und, Weil ihr Einflufs und


i h r Ansehen dadurch bedrohet wird, die Belehrun-
g en der besser Unterrichteten und. zum Bessern Mit-
wirkenden sogar als feindselige Angriffe auf den Bund
verschreien. — Wollten sie doch bedenken• 2',dafs
immer nur durch Gegenwirken (Opposition)
das Grofse sich entwickelt und das Entwickelte Fe-
stigkeit erlangt
Eine weit geringere Zahl der Brüder hitt da-
gegen Geheimseyn und Geheimhalten, wol
auch biofses Vorspiegeln von Geheimnis-
sen, für eine, wegen der menschlichen Gebrech-
lichkeit., 'wenigstens zur Zeit unvermeidliche Form
und Bedingung ,‘ um das Güte unter den Menschen
zu begründen, 'und sind aus diesem unhaltbaren
Grunde den öffentlichen Verhandlungen über 'das
innere des Bundes abhold.
Andere vermeinen, durch den Ausspruch: "es
"komme im Ma$Önenthume, wie im Christenihume,
„weniger auf das Wis s e n, als auf das Handeln,
‚an," jede Prüfung und Untersuchung überfiüfsig
zu machen. Als Mystiker im gewöhnliehen
Sinne, deren Denkvermögen noch im Gefühlsver-
mögen schlummert, wollen sie nur Gläubige,-
nicht F ors eh en d e, unter lind neben sich dul-
den, scheuen sie Bestimmtheit der Gedanken, nicht
crwäSend, dafs das Wissen in das Handeln gleich-
VORBERICHT DES Ihn.Ausnizitnns. xii'

sentlicheren. erschienen. In der Folge liefs ich


zwar, um den Raum zu sparen, vom Buchstaben
an die . aus andern Werken gezogenen Stellen
mit kleinerer Schrift setzen, (wobei aber in den-
jenigen Bogen, in welchen Diefs zuerst stattfand,
der Setzer aus Irrthum B. 1, S. 350, Sp. a,
S. 361 f., und 8. 363-3671) — sogar in der Mitte
solcher Stellen, zu manchen Absätzen die gewöhn-
liche Schrift genommen hat,) bemerkte jedoch im
Fortschreiten, dafs demunerachtet zwei Bände fiir
den Reichthum der vorhandenen Materie nicht zu-
reichten, und vermochte daher den Herrn Verle-
oer, die Abtheilun c, in drei Bände .geschehen zu
lass en.

Von dem Herrn Verleger war mir, nach dem


Wunsche des Verfassers, ausdrücklich vorgeschrie-
ben worden, söwol keinen Artikel ganz zu
unterdrücken, als auch da, wo der Verfas-
ser ihm" eigenthümliche Sätze oder An-
sib h.ten aufstelle, diese zu ehren und
nicht mit andern zu vertauschen. Ich
durfte also, wie ich doch gern gethan hätte, eine
Menge Artikel, bei denen 'Nichts weiter gesagt ist,
als: „ein in den höhern Graden bedeutendes Wort,"
nicht streichen, und darf es auch ferner nicht:
Voluuracwr DES HLBAUS GEB.ER'S.

Geschichte der Masonei, und über den


wirklichen - Zustand der Brüderschaft,
gründliche Belehruno. allgemeiner zu
.verbreiten
und gangbare Irrthümer zu
z e u e n. Indem sie zu dem Ende , -vertraut
mit der innern Verfassung und den Verzweigun-
gen des Maurerbundes, und im Besitze der erfo-
derlichen Hülfquellen, das Bemerkenswertheste von
den darauf sich. beziehenden Gegenständen, und
Nacheichten von den darin auf irgend eine Art
ausgezeichneten Mitgliedern, in alphabetischer Ord-
nung zusammentrugen, geben sie in diesem Werke
über die vorkommenden Begriffe, Thatsachen und
Personen, wenn äuch nicht immer ausführliche
Auskunft, dennoch wenigstens Fingerzeige zum
weitern selbstthätigen Forschen. Damit der Leser
auf das Bessere und Rechte desto aufmerksamer
gemacht werde 3stellen sie auch das Schlechte und
Verkehrte in seiner Blöfse dar; sie entlarven eben-
sowol Heuchler und Betrüger, als sie wahre Ver-
dienste herausheben; — und s o dürfen sie sich
schmeicheln, dafs jeder Sachkundige, dem es um
Wahrheit — dem es um das Gute zu thun
ist, dem, Werke, trotz seiner Unvollkommenhci-.
teil,- einigen Werth zuerkennen werde.
VORBERICHT DES ILERAusGziazns,

Der Griinder dieses Werks ein in Paris 'e-


bender Deutscher, hat unter dem Namen: L en-
nin - (denn ihn sowol, als mich, den Her-
ausgeber, nötliigen Verhältnisse, unbekannt seya
zu wollen,) — im Vorworte zürn. ersten Bande
sich über seinen Plan kurz ausgesprochen; mir
dem Herausgeber, liegt jetzt ob, über meinen An-
theil au dem Werkt mich zu erklären.
Nachdem der seitdem verstorbene Herr Buch-
händler Friedrich Arnold Brockhaus die
vollständige Handschrift zum Abdruck erhalten
hatte, ersuchte er den ehrwürdigen Bruder Kr a u-
s e, diesen Artikel I ) der ihm aus dem zum
Conversations-Lexicon," (dritte Aufl. Y‘ 1815')
gelieferten und auch in den folgenden Auflagen
stehenden Artikel: Freimaurer, Freimaurer-
Brüders chaft, als ein ganz vorzüglich urtheils-
fähiger Kenner des Gegenstands bekannt geworden
war, sich der Herausgabe zu unterziehen, und die
Arbeit des seinem Vaterlando in Sprache und Ei-
gonthiimlichkeiten etwas entfremdeten Verfassers
den Bedürfnissen- und dem Geschmacke d eut-
s ch er Leser mehr anzupassen. Nun hatte zwar
Dr. Krause den Br. L ennin g als einen ach-
tungwfirdigen Mann und wohlunterrichteten Frei--;
maurer im f817 persönlich in Paris kennen ge-
lernt; es bestimmten jedoch den Ersten verschic-
ORBEFLICIIT DLS IFZII.A.USGL1314P,S.

dene Gründe, den Antrag abzulehnen; und er


brachte vielmehr mich dazu in Vorschlag. Ich
willigte ein, weil ich mir zutraute, ein an sich
nützliches Werk noch nutzbarer machen zu kön-
nen, atmete indefs nicht sofort, dafs ich mir da-
durch eine in. meiner Lage schwer zu erfüllende
Verpflichtung auflegte.
Br. Lenning bat sich in vielen Hauptarti-
kein allzu kurz gefafst und meist nur die fr an zö-
sis c h e Logenverfassung, insbesondre in ihren 4.6-
hern Graden, und ihre Geschichte im Auge ge-
habt; wobei er bewährte archivarische Nachrich-
ten benutzte, welche dem Buche einen eigenthüm-
lichen Werth geben: mir aber schien es nöthig,
überhaupt einen höhern Standpunct nehmen und
hauptsächlich die Belehrung deutscher Loge n-
b rüder berücksichtigen zu müssen.
Diesen einen Spiegel vorzuhalten worin sie
ebezisowol die lieblichen Umrisse der Himmelstoch-
ter Mas on ei, als das Zerrbild des Orden t and s,
erblicken können; — sie vertrauter zu machen mit
den Grundstoffen, aus denen ihr Verein, welcher
seifi Leben und Daseyn durch eine eigne Form be-
urkundet, sich gestaltet hat; — durch Nachwei-
sung der Hauptschriften zu den angeführten ge-
schichtlichen Thatsachen und wichtigeren Puncten,
insofern sie nicht allbekannt sind, den Leser in den
XII DES 1-1EnAusonntn.s.

Stand zu setzen, - dafs er, über den wahren oder


vermeintlichen Werth der masonischen Einrichtun-
gen und über die mannichfachen Erscheinungen
in der Maurerwelt selbst richtig zu urtheilen, ver-
möge; — durch das Herausheben dieser und je-
ner Steilen aus Büchern zur genauem Betrachtung
des abgehandelten Gegenstandes von der merkwer-
thesten Seite anzureizen, und manchen fruchtbaren
Gedanken weiter zu verbreiten ;— streng in der Sich-
tung und Läuterung des ausgemittelten geschichtli-
(len Stoffes zu seyn, und gewissenhaft in den. Anga-
ben, auch solcher, die meinen eigenen Ansichten
widerstreiten; — überhaupt lehrreich und unterhal-
tend zugleich zu seyn; Diel% waren die Fo-..
derungen, die ich selbst an mich machte, um jeder
nasse von Lesern, soviel möglich, zu genügen.
Zu Anfange des Jahres 1890 begann ich die
Durchsicht der erhaltenen Handschrift. Sobald die
beiden ersten Buchstaben zum Abdrucke fertig wa-
ren > übersendete Herr Br o ok. haus dieselben dem
Verfasser; und Dieser ertheilte, in Erwägung, dafs
sein Werk dadurch gewönne, zu der vorgenom-
menen Sichtung seine Zustimmung. Anfangs setzte
ich nur Weniges hinzu, weil ich besorgte, es
möchten die beiden Bände, worauf der Zuschnitt
gemacht war, allzu dickleibig werden, und erwei-
1 erte nur diejenigen Artikel, die mir als die we-
VORBERICHT DES linn.AusGunrAls. XIIL

sentlicheren erschienen. In .der. Folge liefs ich


zwar, um den Raum zu sparen, vorn Buchstaben
G an . die 'aus andern Werken gezogenen Stellen
mit kleinerer Schrift setzen, (wobei aber in den-
jenigen Bogen, in welchen Diefs zuerst stattfand,
der Setzer 'aus Irrthuns B. S. 350, Sp:. a,
S. 361 f., und S. 363—.367 4.) sogar in der Mitte
solcher Stellen, zu manchen Absätzen die gewöhn-
liche Schrift genommen hat,) bemerkte jedoch im
Fortschreiten, :aufs demunerachtet zw ei Bände ihr
den ReiclithUm der vorhandenen Materie nicht zu-
reichten, und vermochte daher den Herrn Verle-
aer, die Abtheilun e in drei Bände geschehen zu
lassen.

Von dem Herrn Verleger war mir, nach dein


Wunsche des Verfassers, ausdrücklich vorgeschri&-
ben worden, .sowol keinen Artikel ganz zu
unterdrücken, als auch da, wo der Verfa.s-
sei- ihm eigenthüinliche Satze oder An-
sichten aufstelle, diese zu ehren und
nicht mit andern zu vertauschen. Ich
durfte also, wie ich doch gern gethan hätte, eine
Menge Artikel, bei denen 'Nichts weiter gesagt ist,
als: „ein in den höhern Graden bedeutendes Wort,"
nicht streichen, und darf es auch ferner nicht:
xx y Voiu3Enicurr bEs 1-LERA.uscrEn1!Al5.

doch hab' ich mir die Freiheit genommen, einige


Artikel, worin Namen genannt werden, die in kei-
ner Rücksicht hier eine Stelle verdienen, bei Seite
zu legen, auch Wiederholungen aus andern zu ver-
tilgen. Hingegen stimmen, — (Was die harmoni-
sche Ausführung dieses Werkes sehr begünstigte,)
Br. L ennin g's Ansichten in den Hauptpuncten
mit den meinigen so ziemlich überein; und ich
habe nur zuweilen nöthig gefunden, eine von der
seinigen verschiedene Meinung durch Belege zu
gründen, übrigens mich redlich bemüht, das of-
fenbar Irrige aus dem Texte der Urschrift entwe-
der zu entfernen, oder zu berichtigen, und das
Fehlende, was nach dem eignen Maafsstabe des
:Verfassers noch erfodert wurde, zu ergänzen.
Neue Artikel wollt' ich anfangs nicht einrei-
hen, wiewol ich voraussah, als manche verludst
werden würden: doch fand ich Solches später in
Ansehung einiger, welche in's Ganze eingreifen,
für rathsam.
Was die Kürze oder Ausfillulichkeit der Ar,
Ekel betrifft, so ist das Z uvi ei oder das Z uw e-
nig bei einem solchen Werke Etwas, worüber je-
der Leser anders entscheidet. Manches, was auf
den ersten Blick als geringfügig erscheint, mufste
erwähnt werden , weil es der Geschichte ange-
hört. ifebrigens konnte bei der Bearbeitung nicht
VORBEIIICHT DES HEB.AUSGE.BIRS. XV

die Sorge, .,-„die Artikel in ihrem Umfange in ein ge-


höriges Verhältnifs zu bringen," sondern mufste le-
diglich die Wichtigkeit des einen oder die Unerheb-
lichkeit des andern ., dann entweder 'der Vorrath
oder der Mangel an Hüllmitteln und Nachrichten,
mich leiten.
Alles in diesem Buche durch Klam-
mern H Eingeschlossene ist ..Zusatz von
mir: ich . .habe indefs auch. oft in dem vorn Er.
enning Gelieferten Manches für 'die deutschen
Leser in den Ausdrücken und in der Stellung der
Gedanken und-rWorte .anders geformt oder, des
innern Zusamm e nhangs ' .halber, beigefügt, ohne
dafs dessen Ursprung besonders angedeutet wor-
den ist. .
Ein grofser Anstofs war für mich der vom Ver-
fasser .gewählte undeutsche 'Titel. Dieser 'berech-
tiget • zu Foderungen, welchen der Verfasser selbst
keinesweges entsprochen hatte und 'auch ich nicht
immer entsprechen ,kannte.* "Weit passender,' wie-
wol freilich weniger anlockend fiir gewöhnliche Bü-
cherkäufer, wäre vielleicht der Titel gewesen:
Handbuch zur,nähern•Kenntnifs der Frei-
maürerei und d e r Freirn.aurerbrüder-
schaff, u. w., in alphabetischer Ordnung.
— Ich ordnete also der Erreichung des oben S. VIII,
letzte Zeile,-bis S. IX, Z. 1-5, 'angegeb enen ho chwich-
XVI VoRnEnicivr DEs IIERAusGEEtns.

tigen Zweckes oft die Beobachtung der lästigen Form


unter. Ich habe zwar, besonders in den wichtigsten
Artikeln, allerdings danach gestrebt, „in dieselben
„ eine soviel möglich gedrängte Summe," oder viel-
mehr eine zeitgemäfse Auswahl, „Dessen, was mir da-
„von in sachlicher oder geschichtlicher Hinsicht be-
', kamt ist, verbunden mit einer hinreichendenNach-
„weisung der Quellen, Flülfmittel oder Beweisstel.-
„len , niederzulegen :” allein, um nicht gdas ab-
schreckende Ansehen eins untriiglichen Lehrers zu
haben, schien es mir gleichwol angemessener in
vielen Artikeln lieber Das, was bereits von Ande-
ren angeführt und gründlich bemerkt, oder als be-
sondre Meinung aufgestellt worden ist, aufzuneh-
men und der eignen l3eurtheilung des Lesers an-
heimzustellen, als dafs ich mir eine Darstellung oder
Entscheidung selbst hätte anmafsen sollen. Das
w ö r tli eh e Ausziehen von Stellen hielt ich für
nöthig, theils uni das l‘Efsverstehen, das bei'm Ver-
tauschen der Ausdrücke eines Schriftstellers mit
deren so gar leicht möglich ist, zu verhüten, theils
damit ich dem Leser, dem daran gelegen ist, nach-
zuschlagen und zu vergleichen, diese Mühe erspa-
ren und ihn zugleich von der Treue meiner An-
führungen überzeugen möchte, theils um durch die
Mannichfaltigkeit der Ansichten und des Tons die
Aufmerksamkeit zu fesseln, theils endlich weil Man-
VORBERICHT )DES HERAUSGEBERS. XVII

che der benutzten Schriften höchst selten oder doch


für Viele schwer zu erlangen sind. Es ist aber
Nichts aus den Druckschriften Anderer entlehnt
oder erwähnt worden, was ich nicht zugleich als
das Geisteseigenthum der Verfasser bezeichnet hätte.
Nur selten nahm ich in den angefiihrten Stellen
anderer Verfasser in Hinsicht eines Worts oder ei-
ner Redart eine unwesentliche Umbildung vor,
brachte hingegen die Rechtschreibung durchgän-
gig mit dem Ganzen in Uebereinstimmung, liefs
jedoch die Titel derjenigen Bücher, welche ich
selbst besitze oder vor mir liegen hatte, zum Er-
weise dieses Umstands, genau so, wie sie vor
den gedruckten Schriften stehen, hier wieder ab-
drucken.

Zwar habe ich gemeiniglich die verschiedenen


Meinungen derAnhänger von den entgegengesetztes-
ten Systemen nur einfach dargelegt und das Urtheil
darüber dem Nachdenken des Lesers überlassen: den-
noch wird kein Billigdenkender mir den Vorwurf der
Part iii cli k eit machen, wenn ich zuweilen auch
meine eigne Ueberzeugung ausspreche oder wenig-
stens andeute; denn, da mir bei der Prüfung der
einzelnen freimaurerischen Systeme die Abwege
des einen oder des andern nicht verborgen blei-
b
XVIIi VORBERICHT D.ES HEB.AUSGEBERS.

ben konnten; so darf ich ohne Zweifel, im


Hinblick auf's Ganz e, derjenigen Partei, wel-
che mir, den rechten Weg einzuschlagen, scheint,
oder vielmehr, da Wahrheit über aller Par-
teiung steht, ihr, die ich einzig als solche erken-
ne, huldigen. Dafs ich diese überhaupt in keinem
andern Werke über die Freimaurerei und Frei-
maurerbrüderschaft in solcher Klarheit erblickte,
als in dem des scharfsinnigen Bruders Krause
über die drei ältesten Kunsturkunden,
davon zeugen die häufigen AnfLihrungen aus dem-
selben in gegenwärtiger „Encyclopädie". Viele
heutige Logenbrüder halten die darin entwickelten
Ideen, die sich doch als die einzig richtigen einem
Jeden bewähren, d'er in den G eist der M a s o-
n ei eindringt, nicht der Beachtung für werth, mö-
gen sie bei ihrem Urheber nicht einmal nachlesen ,
und wollen, (wiewol sie „nicht läugnen können,
» daf
(Tals Kraus e sich grofse Verdienste um die Ge-
in Betreff der Freimaurerei er-
,3-worben habe — dafs Derselbe ferner einen re-
„gen Eifer und Sinn für Wahrheit, Recht und
„Schönheit an den Tag gelegt habe, — und dafs
„endlich Beförderung des Wohles der Menschheit
„sein Streben sey,”) nichtsdestoweniger behaupten:
„ es könne Dem, der die drei ältesten Kunsturkun-
„den gelesen, darüber kein Zweifel beiwohnen, dafs
VORBERICHT PES HERAUSGEBERS. XIX

', Krause der Maurerei eine ganz schiefe


1, 1 de e unt erg elegt und den Beweis derselben
„in seine Deutungen und Darstellungen hineinge-
„legt habe;” u. s. w. ]Defshalb müssen jene Ideen
und die vom Br. Krause in's Klare gesetzten ewi-
gen und geschichtlichen Wahrheiten. in Inannichfa-
cher Gestalt unter dem lesenden Public= -verbrei-
tet werden , und Diefs umso mehr; da die ge-
lehrteren Brüder zwar selbst eingestehen müssen,
dafs das Werk „von gründlicher Kenntnifs der Ge-
', schichte der Freimaurerbriiderschaft und von nicht
„gewöhnlicher Gelehrsamkeit überhaupt erfüllt und
„in diesem Bezug sehr lesens Ja studirenswerth"
sey, gleicliwol aber seine Brauchbarkeit für die
Logen dadurch herabsetzen, dafs sie die Auffode-
rung des Verfassers an die Maurer, „ihren Bund
„zu einem Mensch heitbun de umzugestalten,"
die ihnen als Thorheit und Ueberspannung erscheint,
für eine „fixe Ide e" des Verfassers erklären. Sie
beurkunden dadurch, dafs sie , die Tiefe und über-
haupt die Wesenheit dieser Idee ,zu ermessen, nicht
vermögen, — einer Idee, die freilich eine fixe ist,
nur in einem andern Sinne, als s i e wollen; denn
(sagt K r aus e), „alle Sterne und Erden vergehen:
„ aber die Menschheit und ihr Leben, sowie das Lie-
', Ig en der Natur, vergehen nicht." — Indem ich da-
her im vorliegenden Werke jene Ideen und Wahr-
XX VORBERICHT DES ITERATJSGEBERS.

heften besser würdigen lehre, hoffe ich, dafs der da.—


durch der „Encyclopädie" aufgeprägte Character hei
Lesern, deren Urtheil durch keine vorge-
fafsten Meinungen bestochen ist, denselben
Eingang verschaffen und sowol ihr Gemüth, als ihren
Verstand, ansprechen werde. Dankbar rühm' ich
hier zugleich, dafs ich bei der Herausgabe die-
ses Buchs durch die einsichtvollen Bemerkungen
des Bruders Kr aus e vielfältig unterstützt wor-
den bin.
Es soll übrigens auch durch dieses Werk - im-
mer mehr offenbar werden, dafs die von den Brü-
dern Vogel, Bode und Nie o I ai in Deutschland
begonnene Reform des Logenwesens durch die Be-
mühungen des hochachtbaren Bruders F e fs 1 er
zuerst eine bestimmtere Gestalt gewonnen und dafs
sodann in Bruder K r aus e's Arbeiten der Entwurf
zu dieser Reform die zu unsrer Zeit mögliche Voll-
endung erreicht hat, — dafs es daher der Beruf
der Logenbehörden ist, Das, was diese Brüder lehr-
ten, nach eigner Einsicht zu benutzen, und jene
nothwendige und unvermeidliche Reform mit Weis-
heit und Kunst zu vollführkl.

Einzelne Irrthiimer in den einzelnen Angaben


und Erklärungen sind bei einem Gegenstande,
VORBERICHT DES HE R.A.LTS GEBERS. XXI

chen die Hülle des Geheimnisses absichtlich ver-


dunkelt, verzeihlich: ich habe mich indefs be-
strebt, meinen Darstellungen den Stempel der
höchsten Zuverlässigkeit aufzudrücken, und, wo
Diefs nicht möglich war, wenigstens den Leser
zu überzeugen, dafs ich ihn nicht täuschen
wo 11 t e. Diefs zu , sagen, ist nöthig, damit
'nicht Hehlsüchtige sich beigehen lassen, gegen
die innere Wahrheif des Inhalts mifstrauisch zu
machen; denn, „es ist," wie schon der ehrliche
Verfasser des Werkes: „der aufgezogne Vorhang
der Freymaurerey vermittelst der einzig wahren
Geschichte derselben", (Frankfurt am Mayn, 1790,)
S. 12 bemerkt hat, „ein längst hergebrachter
„Grundsatz unter den Logenbrüdern, dafs sie alle
„von der Freimaurerei handelnden Bücher, wor-
» in Wahrheiten gefunden werden, die sie
„nicht gern dafür angesehen wissen wol-
2,1e n, für unächt, unzuverlässig und ungereimt
„erklären, ohne jemals zu unterscheiden, Was
» darin wahr und Was fals c h sey. Thäten sie
„Dieses, so würden sie sich blofsgeben; und ihre
„so sehr gepriesenen Geheimnisse würden nicht
‚,„mehr für Geheimnisse gelten. Daher bedie-
„neu sie sich des Auswe g s, dafs sie alle Bücher,
„worin dieselben beschrieben sind, wenn nur
„gend ein kleiner unbedeutender Fehler mit ein-
xx" VORBERICHT DES HERAUSGEBERS.

„geschlichen ist, oder Umstände Ceremonien,


' ,Worte und Redensarten darin vorkommen, die
„ihre Vorfahren eingeführt hatten , welche aber
„nun nicht mehr unter ihnen im Gebrauch sind,
„ für falsch er klär e n. Diesen Kunstgriff g,e-
' ,brauchen sie nicht nur gegen die Profanen".
(Nichteingeweihten) , „sondern auch gegen ihre
„eignen Leute in den untern Graden, wel-
', ehe Letztere dann umso geneigter sind, ihren
', Versicherungen zu glauben, als sie Manches in
„solchen Büchern finden, das sie wirklich nicht
„in ihrer Looenverfassun o. antreffen."

Den vorn Herrn Verleger dringend gewünsch-


ten schnellen Fortgang der Revision haben , zu
meinem eignen Leidwesen, mancherlei Umstände,
und aufhältliche Schwierigkeiten bei der Bear-
beitung, behindert. Die Herzählung derselben ist
hier nicht nothwendig : wol aber mufs hinsicht-
lich verschiedener Notizen und geschichtlicher An-
gaben , die durch spätere Aufklärungen oder Er-
eignisse an ihrer frühem Genauigkeit verloren
haben, dem Leser bem erklich gemacht werden,
in welche Zeitabschnitte der Abdruck der ein-
zelnen Bogenreihen fällt. — Vom ersten Ban-
de war nämlich der n eunte Bogen zu Ende des
VORBERICHT DES HERAUSGEBERS.

Monats September 1820 fertig; dann wurden ab-


ffedruckt :
die Bogen 10 — 17 vom Monat Dec. 1820 bis zum
Monat Febr. 1821 und
- - 18 — 30 vom Monat August bis zum Mo-
nat November 1821;
ferner vom zweit en Bande:
die Bogen 1 — 3 im Monat December 1821;
- 4 — 10 vom Monat Juni bis zum Mo-
nat September 1822;
- 11 — 19 vom Monat Januar bis zum Mo-
nat März 1823;
20 u. 21 im Monat Juni 1823;
- 22 — 25 vom Ende Sept. bis zur Mitte
des Octobers 1823;
- 26 — 31 von der Mitte des Mon. Januar
bis zu Ende Februars 1824,
und endlich
32 u. fi. von der Mitte Mais an, so dafs
gegenwärtiger Band in der
Mitte des Monats Juli 1824
ausgegeben werden kann.

Kürzere B erich ti gung en und Zusätze, die


ich für nöthig erachtete, und welche zugleich mein
Streben nach Vervollkommnung des Werks, sowie
das Auffinden der inneren Verbindung vieler Artikel
unter sich zu erleichtern , beurkunden sollen, habe
ich hinter einem jeden Bande abdrucken lassen. Diese
vor dem Gebrauche an den gehörigen Stellen nach-
XXIV VORBERICHT DES HERAUSGEBERS.

zutragen, und zwar die längeren blofs mit der kurzen


Nachweisung: „5. die Zusätze im [sten (2ten) Bande
S. —!" ist jedem Besitzer des Werkes zu rathen.

Zum Schlusse wende ich auf das Unterneh-


men, dieses Werk herauszugeben, den Ausspruch
F rie drich Nicolai's in seiner Schrift: „Einige
Bemerkungen über den Ursprung und die Ge-
schichte der Rosenkreuzer und Freymaurer", (Ber-
lin und Stettin 1806,) 15, an:
„Wer einzeln steht und ohne Parte isucht die
„Wahrheit zu finden sucht, die bei keiner Par-
„tei zu finden ist der wird von allen Parteien an-
„gefochten, sonderlich wo dunkle Begriffe und Lei-
„denschaft im Spiele sind. Nur wenige Menschen
„haben Sinn dafür, dafs Jemand blofs aus rein er
„Liebe zur Wahrheit Etwas schreiben kann,
„wodurch er sich noch dazu Verunglimpfungen und
„ungünstigen Urtheilen aussetzt.”

Geschrieben am Feste Johannis


des Täufers 1894.

DER HERAUSGEBER.
HACQUEL UAtno.
HA c Q U E T, Ludwigsritter, von Schottland (von den an.
ehemaliger Notarius in Port- cient Masons) in den Jahren
au -Prince auf St. Domingo, 1785 und 1786. [5. die deut.
war Einer der Gehülfen des sehe Übersetzung von Law-
Grafen von Grasse (s. rie's " Geschichte der Frei
diesen Artik el !) 1)(4 der Ver- Maurerei" S. 215 —219 !]
breitung des aus America
nach Frankreich gebrachten [Unter diesem Grofsmei-
aus 33 Graden bestehenden, ster baten im J. 1785 mehre
sogenannten altenglischen Brüder Meister aus verschie..
Systems [und des Grofsca- denen Logen in Edinburg
pitels von Royale - Arche zu um ein Constitutionpatent
Paris, dessen Präsident et zur Errichtung einer r Loge,
seit 1814 ist. Auch ist er unter dem Namen: ..ffer rö-
Grand Commandeur et Prey mische Adler, welche in la-
sident du suprerne Conseil des teinischer Sprache arbeiten
rites du Grand Orient de sollte. bas Gesuch wurde
France.] bewilliget ; und Dr. John
HADAR AD AR (prgeh- Brown , Präsident der kö-
tzg) ; ein in den hoben üra- nigl. Societät der Medicin
dentedeutung hauendes he- zu Edinburg, war der erste
bräisches Wort. [Addr ist Meister vom St. dieserLoge.
bei den franz6sischen Mau- S. das wiener,, 1 Journal für
rern dietenennung des Mo- Freymaurer" auf das,J. 1785,
nats _August. S. „Necessaire Quartal 2, S. 248 , und
m acon. p. Chappron,“ p. 25 !] „jobb B7011)12! 8 Leben ; aus
14ADD o (LoRD), Gras- dem Engl. übersetzt von Dr.
meister der Grasen Loge W Breyer ; herausg.
2 HADLEY; HAMBURG.
von Dr. Andr. Böschlaub ;"' gestiftet, welche man sogar
Frankf. a. M., 1807, in 8.!] als die erste in Deutsch-
HA.» L EY (BENJAMIN), ein land gegründete betrachtet.
Engländer. S. FRANZ I. ! [Im Jahre 1740 brachte
HÄN D EI1LATS CHEN (DAS); Br. Lättmann ein von der
s. SCHLAG. londoner Grofsioge am 30.
HAIN ; ( das Auge) ein October ausgefertigtes Pa-
hebräisches Wort, welches tent zu Errichtung einer
in den höhern Graden von Mutterloge in den 3 drei
Bedeutung ist. Johannisgraden nach Ham-
H A. A N ; (de r Zerbreche.) burg und für sich das
ein hebräisches Wort, in. Patent als Provinzialgrofs-
den höhern Graden von Be- meister von
von Hamburg und
deutung. Niedersachsen. Seine Nach-
HA.n.u-B ; (betrügerisch) folger sind : die Brüder Jii-
ein hebräisches Wort , in nisch, 1759; von Exter,1786;
den höhern Graden von Be- Beckmann, 1799; Schröder,
deutung. 1814, und von Beseler seit
HALLELUWI (Lobet den 1816. (S. die Artikel unter
Herrn); ein in mehren b.ö- diesen Namen !)
hern Graden bedeutendes Die zu dieser Provinzial-
hebräisches Wort. loge gehörenden hamburger
HALSBAND (D AS) ist das- Logen sind:
jenige Band, woran dieLo- 1) Absakin,,constituirt am
genbeamten -das Zeichen ih- 23.. Oct. 1740;
res Amtes tragen. St. George, const. am
HA_ LS Z EICHEN, KEHLZEI-. 2)
24. Sept. 1743;
CHE.N (DAS) ist ein Erken-
nungzeichen der Lehrlinge, 3) Emanuel; const. am 6.
welches sie an einen Theil Juli 1774 ;
ihres bei der Aufnahme ge- 4) Fetdinancle Caroline,
leisteten Eides erinnern. soll. const. am 18,, Juli 1776,
- HA IYIAIM ; S. YVERON. und
HAMA LABAR ; ein in den ,5) Ferdinand zum Felsen,
höhern Graden bedeutendes const. am 15. Juni 1795,
Wört. (Vergl. Carl Landgraf
HAMBURG. Im Jahre 1733 von HESSEN!)
wurde hier, nach erhaltener Diese 5 Logen errichte-
Genehmigung des Grofsmei- ten im J. 1795 eine verdienst-
sters der Grofsen Loge der liehe Krankenanstalt für
Modern Masons in England, weibliche Dienstboten, de-
Jakob Lyon, Grafen Pan ren Administration aus zwei
Strathmozie, die erste Loge Vorstehern , zwei Ärzten
HAMMTON; IIAIVIMER. 3
•und. einem Wundarzte land (von den mod. IVIas.)
steht. zum Provinzialgrofsmeister
Sechs Sthaurnünzen, wel- der genfer Logen ernannt.
che diese Logen haben prä- HA 1Y1111ER ( EIN ) ist der
gen lassen , findet man in kleine Schlägel von Holz
Bode's „Taschen ..Büchern" oder Elfenbein , deren sich
auf die Jahre 1777, 1778 in jederLoge stets Drei be-
und 1779 abgebildet, nebst finden müssen ; nämlich für
den nöthigen Erklärungen. den Meister vom St. und
Aufs er der genannten, giebt die beiden' Aufseher, die
es noch eine andre, von der sich derselben zur Erhaltung
Grofsen Landesloge zu Berlin, der Ordnung in der Loge be-
constituirte, Provinzialloge dienen ; indem der Hammer-
von Niede?sachsen zu Hain., s chlasAufmerksamkeit,Thä-
burg, unter welcher die dor- tigkeit und Schweigen ge-
tigen Logen : bietet. Auch ist auf den Tep-
1) zu den drei Rosen, ge- pichen der Lehrlings - und
stiftet am 24.Jan. 1770, Gesellengrade ein Schlägel,
2) zur goldnen Iir.ugel, gest. als Symbol der anzuwenden-
am 29. Aug. 1770, den Kraft zurBearbeitung
3) zum Pelikan, gest. am des rohen Steins, abgebil-
16. März 1771, det.
4) zum rothen Adler, gest. • [ „ Der hölzerne Hammer

am 14. Mai 1774, und (Maltet) lehret, die. Aus-


5) zur unverbriichlichen.Ei- wüchse abzuschlagen, und.
nigkeit, gest. am 6.Fe- die Oberflächen glatt zu ma-
bruar 1817, chen, oder, mit an derenWor-
stehen. Die Namen ihrer ten, dieUnregelmäfsigkeiten
Grofsmeister nach der Fol- zu verbessern, und den Men-
g enreihe sind: • sehen in einen wagerechten
schen
a) Anton Detlef., von Schö Gleichmuth ( proper level)
nermark , Oberstlieute- zurückzubringen; so dafs er
nant der Dragoner ; ermittelst eines ruhigen
ZO Joh. Mi.edrich Basillus Verhaltens in der Schule der
Prelzber, Doctor der Zucht (discipline) lerne, zu
Philosophie, und frieden zu seyn. Was der
c) _Benjamin Gottlob Hoff. Hammer dem Zunftmaurer,
mann, Buchhändler.) Das ist die aufgeklärte rer-
11A.MIL TON (JAKOB); 5. nunft in Beziehung auf die
ABERCORN. Leidenschaften: be-
1-1.A./viivroN (GE" 0 11 G), Esq., zähmt den Ehrgeiz, unter-
wurde am27.Dec. 1737 von drückt den Neid, mäfsigt
der .Grofsen Loge von Eng- den Zorn und ermuthiget
1*
4 HANANiAH. HANNOVER.
zu guten Gesinnungen; *und geben hat, dafs die Mau-
hieraus entstehet jener an- rerbrüderschaft dem weib-
xnuthvolle Zustand im In- lichen Geschlechte eine rei-
nern, welchen Nichts auf ne Ächtung widmet, ob-
der Erde zu verleihen., gleich die Statuten demsel-
Nichts zu zerstöTen, ver- ben den Zutritt versagen,
mag, — der heitere Son- {D. _Robert Plot, in seiner.
nenschein der Seele und das " Naturgeschichte von 'Stuf-
Frohseyn eines zuteil., Ge- fordshire," (Oxford, 1686)
wissens (the heart-feltioy)." erwähnet, dafs man schon
Aus ,,l)restolil8Illustr., c ‘ ed. damals in der Gesellschaft
-1812,p. 87, Note. der Freimaurer die Candicia-
In der " frommen Erklä- ten , sowie auch ihre Wei-
rung der Freirnaurerey, " ber,, seit Handschuhen be-
8. 54, wird vom Hammer schenkt habe. — Auch in
gesagt : „ er sey das 'Zeichen den Masoneien der Tempel-
der. Kräfte, Stärke , nicht herren trugen. die Brüder
aber menschlicher , nicht Alaurerb ei .eler Arbeit Hand-
gegründet auf Convenienz schuhe. — Aus den "KU.
oder Übermacht, sondern von Krause," B. 1, Auth. 2,
allein auf Natur und Reli. S. 430 f., verbunden mit
gion. "] B. 2 , .Abth. 2, S. 297
HANANIAlt (Wahrsäguzig HANNIZAL ; S. BASSUS,
des Ilerre); ein hebräisches HANNOVER ist der. Sitz der
Wort , welches in den hö- seit 1755 .daselbst von der
hern Graden von besonderer Grofsen Loge von England
Bedeutung ist. ( von den modern Masons)
HANDSCHLAG ODER); S» constituirten Provinzianoge
von Hannover, deren erster
HAND S MUHE (D Je- Provinzialgrofsmeister der
ei er neuaufg en om men eL ehr- Geh. Legationrath ,von Bin-
ling erhält mit dem Schurz über , dessen Nachfolger
einPaar weifsledernelVlanns- aber seit 1760 aerLanddrost
handschuhe; wobei ihm ih- Graf von Kielniannsegge (im
re symbolische Bedeutung 0. der stricten Observanz
da hin erkläret wird ., dafs Fridericus Eques a ClaPa au-
des Maurers Handlungen so ,rea) und sodann von 1786
rein und fleckenlos, als die- an der vormal. Gouverneur
se., seyn müssen; auch wer- von Hannover und nachma-
den ihm ein Paar Frauen- lige regier. Grofsberzog Carl
handsch-uhe überreicht, die Ludwig Friedrich von Meck-
er seiner Gattin oder künf- lenburg -Strelitz MECK-
tigen.Braut als Beweis zu LENEveG,!) waren. — Frü-
HARAM. HARPER. 5
her bestand in Hannover die besondern geheimen Zweck
altschott. Loge Ccal zum hatte. ihre Existenz soll
«Purpurmantel, deren Ober- von 1750 bis 1780 gedauert
meister der G-eh. Kammer- haben.
rath und Berghauptmann HARMONIE-ORDEN (DER);*
Carl Friedrich von iiheden, s. SCHWA.RZI:EIüDER.
(im 0. derstricten Obs. Clau- HARMONISCHE GESELL-
dias Eques a Pilasiro) war.] SCHAFTEN; DE/1 ORDEN DER
in sämmtlichen hannöveri- HARMONIE; s. MESMER.
schen Landen genas die HAWNOULSTER(GRAF voN)
Freimaurerei jederzeit der war der zweite Grofsmeister
vollkommensten Duldung; der damals zu Paris verei-
nur das davon gleichsam nigten vier Freiin aurerlogen,
eingeschlossene kleine Bis- vom Jahre 1736 bis zuEnde
thum Bildesheim machte vor- 1737, wo er von Paris ab-
mals eine Ausnahme; indem reisete.
die regierenden geistlichen HARODIM; S. TURODOM.
Fürsten die päpstlichenBul- H.A.RouIER, ein Schott-
len mehrmals in Anwendung Iänder, war, dem Vorgeben
brachten, (S. unten WEST- der stricten Observanz zu-
PHALEN ) folge, der 13te Grofsmeister
HARA m surnim E coN- der Tempelherren, nach de-
SEIL G .N.' 13.AL DES SOTTVE- ren Wiederherstellung; er-
RA INS PEIN CES Gn ANDS) und. wählt 1592, gest. 1595.
LE SUPRiME CONSEIL DES H A R R T m A s , der
SOUVER AINS PRINCES HA– Herausgeber der achten Aus-
RAM ; der 73ste und 74ste gabe von „ Dermott's Ahi
Grad des misphraim'scben man Rezon," London*, 1813.
Systems in Paris. [ S. auch S. AuLNAN1 — [Es istsehr
IIASIDS und das „Manuel bemerkenswerth, dafs die-
p . 364-369, it. p. ser Bruder, als damaliger
358 et-3621] deputirter Gro1:9771ei3ter der
HArtE (HEINRICH); s. Co- atienglichen, G-rofsloge in
LLRAIN E demselben Jahre, wo er die
HARMONIE-ORDEN (DER) Unionacte der alten und der
war eine blofse geschlossene neuformigel). Grofslogen von
Gesellschaft von beiden Ge- England mit ab fafste und un-
schlechtern, die zwar ihre terzeichnete, (s. „MAdorfs
Versammlungen Logen, und " S. 212 f. u. 229!)
ihren Präsidenten Groisn2ei- die heftigste Streitschrift
ster nannte, n. s. w. , aber seines Systems wider das
weder eine maurerische Ver- Grofslogen- -
bindung war, noch einen h.um, jenen „Ahiman
drum,
HAR.RI$. HERS.

ZO7Z,," ohne die geringste Gf,NRAT.TX DE L'ORDRE; der


Milderung der anstöfsigsten 77ste Grad ebendesselben
Stellen, neu herausgeben Systems. [Voir le „Manuel
konnte. Vgl. „Kunsturkk. " p. 369-377!]
von Krause," neue Aufl., HASTINGS ( GEORG), S.
B. 2, Abth. 1, S. 384 und ITUNTINGDON.
401, Noten 1 Auch sind eben. HAUGWITZ ( CHRISTIAN
daselbst , B. 2, Abth. 2, S.
HEIN 11.:CH KARL BARON
465— 480, diejenigen Stei
(zuletzt GRAF) VON), vor-
len aus der dem „A. Rezon"
mal. Staats - undu Cabinets-
p. III—LIV vorgesetzten minister des Königs von
Abhandlung , englisch und
Preussen , geboren 1758 in
deutsch, rnitgetheilt wor- Schlesien, warMitglied der
den „welche über die Ge höhern Grade von der stric-
schichte der Stiftung der
ten Observanz unter dem
neuenglischen Grofsloge zu
Ordensnamen: Eques aMon-
London , sowie über die te sandte
wechselseitigen Verhältnis-
se und gesellschaftrechtl.Be- HAVRE UND CROIX (Der
fugnisse beider londoner HriEzoG voN) war Mitglied
Grofslogen, Aufschlufs ge- der höhern Grade von der
ben. "] stricten Observanz , worin
FLuknrs war, dem Vorge- er den Ordensnamen: Eques
ben der stricten Observanz a Portu optato , trug.
zufolge , der zweite Grofs- HAYA ; ein bedeutendes
meister der Tempelherren Wort in den höhern Graden.
nach deren Wiederherstel- HAYS (Mosns ) ward im
lung. Er starb im J. 1330. J. 1788 zum Grofsmeister
HASARIAII (die des der von der Grofsen Loge
Herrn); ein hebräisches be- von Schottland im J. 1756.
deutendes Wort in den hö- constituirten Grofsen Pro-
hern Graden. vinzialloge von Boston er-
H.A.srnS (LE SOUVERAIN wählet.
TRII3UN.A.L DES SOUVER..4INS HEES H. vAN ); ein
PRINCES) und LE SUPRi,NIE sehr angesehener Rechtsge-
CONSEIL DES SOUVERAINS lehrter in Rotterdam, dem
GR,ANDS PRINCES HASIDS; die Grofse Nationalloge der
der 75ste und '76ste Grad des vereinigtenNiederlande, de-
misphrairn'schen Systems in ren Grofssecretair er war,
Paris; dann LE surnimr, im J. 1797 auftrug, ihr all-
GRAND CONSEIL GL4RAL gemeines Gesetzbuch zu ei-
-DES' GRANDS IT,ISEECTEITRS, ner neuen Ausgabe zu revi-
TNTENDANS 111,GULATEURS diren. Bereits am 28. May
HEINRICH VI..
1798 legte er derselben die- Während seiner Minderjäh.
se Arbeit vor , welche gut- rigkeit verbot das Parlament
befunden und zum Druck im J. 1425 alle Generalver.
übergeben wurde. sammlungen und Capitel
IfiGITETTI (RITTER) war derMaur er ; [wel chesVerh ot
Einer der nach Frankreich indefs nie zur Ausführung
geflüchteten Anhänger des gebracht wurde.] Den mau-.
Prätendenten. s. DERVENT- rerischen Geschichtsch.rei-
WATEES. bern zufolge, trat Heinrich,
HEILIGES 1 /VORT S. im 3. 1442, bald nachdem er
IZENNUN GWORT. zurMündigkeit gelangt war,
• HEINITZ (BENN() BARON der Brüderschaft selbst bei.
voN), churf. sächs. Kammer- und nahm seitdem die Bau-
h err, war Mitglied der hö- corporationen in seinen be-
hern Grade von der stricten sondern Schvtz. Einige Zeit
Observanz, worin er den vor seiner Aufnahme soll er
Ordensnamen: Eques a persönlich einen Maurer
ta arrnata , führte. über verschiedene geheime
HEINRICH I., König von Gegenstände der Maurerei
England , begünstigte die verhört und eigenhändig das
Bauleute; indem er ihre al- Protocoll über die Fragen
tenFreiheiten bestätigte und und Antworten niederge7
mit neuen vermehrte. Er schrieben haben. Der be-
virird sogar als ihr Grofsmei- rühmte John Locke fand we-
ster von 1100 bis 1135 an- nigstens im 3.1696 davGn
gegeben. der Bodleyanischen Biblio-
HEINRicn II., König von thekzu Oxford eine vomAn-
England, versicherte kurz tiquar John Leyland, auf des
hach seinerThronb esteigung Königs Heinrich 771L Be-
im 3. 1155 die Bauleute sei- fehl , gemachte Abschrift,
nes Schutzes und bestätigte welche er mit critischen N o-
ihre alten Freiheiten. [Der ten begleitete; und so er-
Grofsmeister derTempelher- schien dieselbe , mit Locke's
ren führte die Aufsicht über Anmerkungen, zuerst in
sie.] Frankfurt a. Y.C. 1748 auf
HEINRICH VI a König von 12 0 ctavseiten unter demTi.
England,geb. 'm im 3. 1422, tel: „Ein, Brief von dem, be,,
erbte den Thron , als er 9 rühmten Herrn Johann Locke
Monate alt war, [ward aber betreffend die Freimaurer, so
dessen im 3. 1455 durch Bi- auf einem Schreibtisch eines
ehard Plantageriet , Herzog Perstarbeeen Bruders ist ge-
von York, entsetzt] und am funden worden," im Druck.
14. April 1471. ermordete Seitdem ist dieses Fragstück
8 HEINRICH VI. HEINRICH Vl.
oder Verhör in England so- heit der Urkunde erhoben
wol, als in Deutschland und hat, von ganz besonderem
Frankreich , häufig wieder Gegengewichte seyn. Ei-
abgedruckt worden, und ist, ne solche Stimme sollte sich.
der mannichfaltigen Angrif- nicht, insofern hierbei ir-
fe auf dessen Ächtheit uner- gend ein Betrug stattgefun-
achtet, als ein wichtiges Do- den hätte, seit ihrem ersten
cument der Freimaurerbrü- Abdruck in dem „ Gentle-
derschaft zu betrachten. man's Magazine " erhoben
[Er. Thory hat in seine haben , da doch ein Mann
„Acta Latoinorum, T. II, der Nation, — Locke ,
p.4- 11 eine von Bichard mit im Spiele war ? In die-
Harris Lo Pelace, einem eng- sem Puncte verstehen be-
lischen Edelmanne, abge- kanntlich die Engländerkei-
fafste französische -Überse- nen Spafs ; wie die Erfah.
tzung dieser Handschrift, rung hei den Nachbildun-
nebst Loches Briefe und gen Shalespear's und Os-
Commentare, einrücken und sian's gelehrt hat. Im Gegen-
bis p. 14 obserpations criti- theil sagt Ilutchinson , Des-
ques folgen lassen. In letz- sen Werke: „Der Geist der
tern sucht Thory,, die fi-au- Maurerei," (es trägt die
de mapo' nnique , wie I1Tou- gesetzliche Einwilligung der
nienin s ein erS chri ft:„ d e Grofsloge von England an der
fluence attribuee aux Philo- Spitze !)-- die Urkunde, mit
soph.es aux Franc- Ma9ons dem Briefe und den Anmer-
et aux Illuniines sur la re- kungen von Locke, (S.199,-,
volution de France, ( a‘ , Tu- 218 der deutschen Überse-
bingen , 1801 ; en 8. ; ) p. tzung) angehängt ist, (S.
143 Note ; das achtbare 37) von. ihr: „ Eine alte
Denkmal des Alterthums Schrift, die unter den _Mau-
kennzeichnet,noch mehr in's rern mit grolserEhrfurcht auf-
Licht zustellen und zu er- bewahrt wird, zieht hier mei-
weisen, dafs dafselbe wirk- ne,A.ufmerks a ink eit au f sich ;
lich untergesch.ob en worden. da sie uns entdeckt, Was
sey. Allein, abgesehen von die altenMaurer als den Grund
allen anderen , inneren und ihres Bekenntnisses ansa-
äufseren , Gründen, welche hen." — "Defshalb ist sie
diese Einwürfe widerlegen, denn auch in die englischen
dürfte schon der Umstand, Constitutionenbächer aufge-
dafs sich in England selbst, nommen worden.
soviel dein Herausgeber be- Dieses merkwürdige und,
Jiannt ist, noch keine einzi- unerachtet einiger Sonder-
ge Stimme gegen die -Übt- barJwiten.,- die das •Gepräge
HEINRICH VI., HEINRICH VI, 9
des Zeitalters tragen, worin selbst in einer zwar treuen,
es entstand.. la rreiche nieste doch den Sinn in derSchreib-
Fragstück über den Ursprung, art unserer Tage darstellen
die Wesenheit und die Bestim- den, Übersetzung hier ein,
mung der Masonei , (vergl. zuschalten. —
oben S. 276, Sp. b, und S.
286 f.!) hat Br. Krause als „ _Einige Fragen und Ant-
die erste Kunsturkunde in worten in Betreff des Ge-
seinem Werke (B. 1 der er- heimnisses cc (eigent-
sten Ausgabe, S. 45 - 129, iich:Kunstgeschiifte ,gys-
oder B. Abth. 1, der zwei- teiy „ der Masonei.cc
ten, S. 11 -112, verbunden „ 1, Frage, Was mag*)
mitE. 2, Abth.1, S.356-360, es " (jenes Geheimnils)
undAbth.2, oderB.2 der er- „wol seyn?
sten Ausgabe , S. 446 - 464,) „ " :21Tztwort. Es ist die
aufgeführet und durch sei- Wissenschaft von. der, Na tur,
ne Erläuterungen und Be- die Kunde der in ihr liegen-
trachtungen, sowie durch den Kräfte und ihrer einzel-
die von i'hm gelieferten Be- nen Wirkungen, insbesondre
weise der Achtheit der Ur- die Wissenschaft von den
kunde und ihres innern Zahlen, von Gewicht und
Werths , Alles erschöpft, Maafs , und die rechte Art
was davon zu wissen nöthig und Weise, alle Dinge zum
ist, auch dabei (B. 1 derer,. Gebrauche des Menschen
sten Ausgabe, S. 87' ff., od; zu gestalten , hauptsächlich
B. 1, Abth. 1, der zweiten, Wohnungen und Gebäude
S. 65-87,) über den Br. aller Art, *und alle andere
Fefsler das gerechte Zeug- Dinge, die das JVohlseyn.
nifs ausgesprochen : „ dars des Menschen befördern." "
Derselbe unter den Deut- Fr. Woher hateessei-
sehen sich am Ausführlich- ne Entstehung? "
sten , Gründlichsten und „„A. Es entstand zugleich
Geistvollsten über dieselbe mit den ersten Menschen in
erklärt habe, vorzüglich im Osten, welche früher, als
B. 3 seiner „ sämmtlichen der erste Mensch in Westen,
Schriften über Freymaure-
rey, " 127- 139 und. S. 157- *)Die in diesc.t . Überetgung
201 ; " aus welchen beiden Ausgezeichneten Worte sind.
Stellen en vollständiger iluch. .„Gentiel,paWs Ma-
Auszug der Hauptgedanken gazine (Vol. XXIII, for
Sept. 1755) auf eine ausge-
mitgetheilt wird. Zelehnete Art in engl. Spra-
Der Herausgeber findet che abgedruckt worden.:'
für gut, jenes Fragstück inmerk-4 -ae.: ifierausg,
HEINRII1VL HEINRICH VI.

waren; und als es nach We, Grieche, reisete, zur .Er-


sten kam, brachte es alle weiterung seiner Kenntnisse,
mögliche Erleichterung des nach Ägypten, nach Syrien
Lebens mit sich fürDie, die und in alle Länder, wohin.
dort in der Wildnifs und die Venetianer" (Phöni-
hülfios lebten. " cier) „ die Maurerei ver-
„3. 33-. Wer brachte es pflanzt hatten; und da er in
nach Westen ? "*) allen Maurerlogen den Zu-
„„A. Die Venetianer, **) tritt erhielt • so lernte er
die grofse Handelsleute wa- Mancherlei. Er reisete so-
ren und zuerst von Osten her dann heim und wohnte in
nach Venedig ***) kamen, Grofsgriechenland , wo er
damit sie bequeme Gelegen- nach un4 nach ein gewalti-
heit hätten, ihren Handel so- ger Weiser *) und hochbe-
wo/ nach Osten, als nach rühmt wurde. Hier stiftete
Westen, auf dem rothen und er eine grofse Loge zu Gro-
dem mittelländischen, Meere ton " vielmehr : .Krotona)
zu treiben. „und machte viele Maurer,
"4. Fr. Wie kam es nach von welchen Einige nach
England?" Frankreich reiseten und wie-
„„A. Peter G-ower, ****) ein der viele Maurer machten;
vonwannen denn in der Fol-
ge der Zeit die Kunst ihren
*) Nicht: „Wo fing sie in
Westen an ?" wie in der Weg nach England nahm."
deutschen Übersetzung von „5. Fr. Pflegen dieMau-J
IIutchinson , s Werke steht rer, anderen Leuten ihre
und vom Br. Zefsler,, dem. Künste zu entdecken?"
die Kenntnils der engli-
schen Sprache abgeht, nach- „ „A. Als Peter Gower "
geschrieben worden ist. — (Pythagoras) „ auf Reisen
Diefs wird bemerkt, um gegangen war, um zu ler-
diese Stelle in „ Fefsler's nen , wurde er zuerst ein-
Schriften,'" B. 3, S. 16o, geweihet, " (wörtlich: ge-
hiernach zu verbessern.
47/712. des Herausg.
macht „) " und hernach un-
**) Soll heifsen: Pizimicier; terrichtet. **) Ebenso sollte
ein Versehen des unwissen
den , durch den ähnlichen che ziemlich gleich klin-
Laut der Worte getäusch- genden _Namen: Pythago-
ten Schreibers. ras. Anm. des Iler ausg.
Ebendess. Wyseacre ein Forscher
* eic ) Ein gleicher Fehler, *)
nach. Weisheit, dann auch
statt: Pizönicien. ein Wahrsager.
Anm. Ebendess. Anm. Ebendess.
****) Verwechselt mit dem nach **) Nicht, wie der Übersetzer
einer fehlerhaften Ausspra- von ifutchinson's Buche
HEINRICH HEINRICH VI. 11
von Rechtswegen Jedermann F. In welchen Kün-
verfahren. Nichtsdestowe- sten 'haben die IVfourer die"
niger haben die IVIaurervon- (übrigen) „Menschen unter-
jeher, nach den Umständen, wiesen?
fron Zeit zu Zeit*) den " „ In den Künsten des
(übrigen) „Menschen von. Ackerbaues, der Architectur„
ihrenHeimlichkeiten(secret- der Astronomie, der Geome-
tes) Solche mitgetheilt, wel- trie, der Zahlenlehre , der.
che allg e mein nützlich seyn Musik, der Poesie, der Che-
konnten. Nur solche haben mie , des liegierens und der
sie zurückgehalten, welche Religion." "
entweder, kämen sie in un- " 7. Fr. Wie kämmt es,
rechtellände, .schädlich wer- dafs die Maurer im Stande
den dürften , oder ohne die sind, mehr Belehrung zu.
Unterweisung, die in derLo- geben ,*) als andere Men-
o-e damit verbunden werden schen? "
muss, zu Nichts helfen wür- „ "4. Nur sie allein sind
den, oder auch solche, wel- im Besitze der Kunst, neue
che diel3riider fester mitein- Künste zu erfinden; und
ander verbinden, vermit- diese Kunst empfingen die
telst der Vortheile und be- ersten Maurer von Gott.
sonderen Vorzüge, die der Vermittelst derselben ent-
prüderschaft daraus erwach- decken sie, welche Iiünste
sie. (4 C.4 sie nur wollen, und den rech-
ten Weg, sie zu lehren. Was
andere Menschen ausfindig
" und lehrte darauf;" dein es machen , Das ist nur das
keifst im Texte: " was ma-,
de and" (was) ,a,nonne te- Werk des Zufalls und wag
chedcle" (teadied). Vgl. bisjetzt ,**) wie ich"vermei-
den Text der Antwort auf
die 9te Frage!. „Ye shaile Oder:dafs
95 sie bessere
be techedde." Lehrer ( more teachers)
ilnrn. des Herausg. sind." Die Verdeutschung
Fefsler's (B. 3, 8. 189 )
*) Die dreifache Zeitbestim- „Woher lernen die Maurer
mung im Texte: „alweys mehr," ist weder treu, noch
yne perycheTyrne— ,fromTy- auf die Antwort passend.
rne to Tyme ," ist hier nach Anm. des Her ausg.
der französischen Überse- **) Oder vordem „in frühe-
e, des vorhin b0-enann-
tzuno• rer Zeit; herfore, für
ten Engländers Lovelace: heretofore, nicht, wie Hat-
„dans tous les tems sui- chinson hat, therfore -vv.efs-
vant les circonstances , " halb denn, auch der Über-
wahrscheinlich ganz rich- setzer das Wörtchen: da-
tig, ausgecirgclit worden. her, gebraucht hat.
Anm. »endees. Anm. :Ebendess.
14 1IEINRICH VI. HEINRICH VII.
Hoheit der Freimaurerei jener Urkunde immermehr
dadurch fester gegründet reinigen müsse, damit nicht
werde ; ähnliche Urtheile bestäti-,
4) dafs es nicht eine alt- get werden, als zur Zeit
oder neuenglische, sondern derEntstehung des erwähn-
vielmehr eine allgemeine, ten Aufsatzes -von einem al-
Freimaurerei gebe, deren ten Bruder aus dem Geleb.r-
Grundlage Duldung ist,Dul- tenstande und vormaligen,
dung— nicht nur gegen die sehr geachteten, Logenmei-
Glaubensgenossen , sondern ster in einem Briefe darüber
auch gegen die Andersge- gefällt wurde : dafs et
sinnten; an dein Logenwesen, wie es
5) dafs derjenige Begriff fastüberallbetrieben werde,
von der Freimaurerei,. nach kein sonderliches Interesse
welchem sie eine pergeisti- finden könne; und keinen
gende Kunst ist, auf unum erheblichen Nutzen in ir-
stöfslichenhistorischcn Vor- gend einer Hinsicht davon
dersätzen beruhe; erwarte, im Gegentb.eil dar-
dafs mithin Alles, was in unter einer schönen Fir-
sich darin als das eigentli- nia vielen leeren Wortkram
che Wesen derFreimaurerei und Mifsbrauch edler Sa-
ausspricht, in der Liturgie chen und Namen zu bemer.
ganz vorzüglich ausgezeich- ken glaube , auch daher
net und Dem gemäfs erklä- schon seit langer Zeit zwei-
et werden müsse, nicht felhaft geworden sey, ob es
aber Manches davon , was überhaup t eines denkenden;
darauf hindeutet, willkühr- nach ernsten Ansichten der
lich verwischt werden dürfe; Inge und festen
7) dafs aber das Wesen schen Principien handeln.
-der Freimaurerei nicht in der Mannes würdig sey,
der Liturgie, noch weni- noc;,, in unsern Zeiten und in
ger aber im Geheimseyn, be. seinem Alter die Logernazi;
stehe; rerei mit einem auch nur
8) dafs man in den maso- scheirAaren Ernste zu betrei-
njsehen Vereinen etwas Hö- ben. Vgl. hierzu den
heres suchen müsse, als ehr- Artikel: FEssrinn, S. 207 -
Ipare Clubbs , worin man 216!]
sich von Zeit zu Zeit, un- HEnincn VII. , Köni g
terlistigen Ceremonien, an von England, [vorher Graf
höchst triviale Lebensmaxi- pon Biclimond , aus dem
en erinnern 13.fst; und Hause Lancaster,1 geb. im
9) dafs man das gewöhn- Jahre 1455, bestieg, [nach-
iiche Logenwesen im Geiste dem König Richard HL in
HEINRICH VII. HELDMANN. 15
der Schlacht bei Bosworth Vorsitz ein in einer am 24.
besieget und getödtet wor- Juni 1502 in seinem eignen
den war, den Thron 1485 Palaste gehaltenen grofsen
und starb am 21. April 1509, Versammlung der Baumei-
[mit dem Nachruhm eines ster, wobei ernannter Islip
staatsklugen Regenten.] So- und Beginald-Bray, Ritter
wie das Hauptaugenmerk. desOrdens vomhosenbande,
seiner Regierung auf die in- die Ämter des ersten und.
nere Ruhe des Reichs und zweitenAufsehers bekleide-
auf bessere Einrichtung der ten, und welche in Proces-
Administration und Bildung sion vonda auszog, um den.
der Nation gerichtet war, Grundstein zu seiner be-
-so suchte er auch durch sei- rühmten Capelle, [amEnde
nen besondern Schutz und der Morgenseite von, der
J
die ausgezeichnete Achtung, Westminsterabtei,]zu legen.
die er der Baucorporation Die englischen Geschieht.
schenkte , diese, unter sei- schreib er führen diesen Kö-
nenVorgängern, Eduardir.u. nig als Grofsmeister *der
Richard BL, ganz vernach- Bauleute in England auf.
lässigte, Brüderschaft wie- HEINRICII VON Pan us sErr
der emporzuheben. [„Unter (PRINZ); siehe 'FRIE.DRICBC
dieser Regierung wurde die HEINRICH LUDWIG.
gothisch,e Bauart zu ihrer *) ,,HELIDMANN
höchsten Vollkommenheit JDladu ), der Weltweisheit
in England gebracht, wäh-
rend sie in Italien von den
Wiederherstellern der alten 7-- 118; wo auch das im
Texte Folgende steht. ]
'Augustan,'schen Bauart ganz Auf meine Veranlassung
bei Seite gesetzt worden *)
ersuchte der Herr Verleger
war; denn der Abt von schriftlich den verehrung-
Westminster, Johann , "Würdigen Er. Heldmann,
brachte die Ausbesserung seine Biographie, insbe-
sondre hinsichtlich seines
dieser Abtei zum Ende." masonischen Wirkens, zum.
" Der Grofsmeister und Einrücken in die „ Ency-
die Glieder des Ordens St. clopädie aufzusetzen.
Alzannis, auf lihodus, jetzt Diesem Wunsche hat Der.
selbe in dem ersten, mit
auf lifczltha, erwählten ihn
,, 5> " " bezeichneten Ab–
in einer Versammlung ihrer schnitte dieses Artikels, der
Grossloge zu ihrem Schutz- zu Anfange des M. August
herrn. C*] Er nahm den 1821 in meine Hände ge-
kommen ist, auf eine sehr
anziehende Art entspro-
vr.) [Aus Noorthouck,s Ausgabe chen.
der „Constitutions," p. iz6 4nrn. des Heraus:.
16 HELDMANN. 1-1ELDMANTN".

Doctor, ordentl. Professor Jahr später ih den zweiten


der Staatswissenschaften an und dritten Grad der Frei-
der Academie zu Bern, der maurerei aufgenommen. Uli-
naturforsch. Ges. in Zürich, ter dem bunten Gemische
der schweizer. pädagog. und verschiedenartiger Gebräu-
der aargau. Ges. für vater- che, Symbole und Lehrsätze>
fand. Cultur Mitglied, geb. die er sowol bei den Auf-
am. 24. No.v- 1776 in, dem nahmen als bei andern li-
fränkischen Dorfe Margets- turgischen Logenübungen,
höchheim am Main, wurde wahrgenommen hatte, er-
im- 3. 1803 als Professor und schienen ihm Einige ächzt a -
Mitglied der staatswissen- teilhändich, und unter den
schaftlichen Section an der, übrigen wie einzelne helle
damals eben regenerirten, Gedanken in einer Masse
baierschen Julius- unbedeutender Darstell-un-
Maximiaan's-Universität zu gen, und erregten zuerst
Würzburg, im darauf fol. - seine Aufmerksamkeit auf
genden Jahre zugleich als den Ursprung und das eigent-
Professor agi. dortigen Gym- liehe Tl7esen der Freimaure-
nasium und Director der rei, deren Studium er von-
königl. Commerzschule, an- nunan einen grofsen Th.eil
gestellt,„ im 3. 1807 aber, seiner Nebenstunden
nachdem während der Herr- niete. Glücklicherweise fie-
sehaft des Grorsherzogs von len ihm Br. Pefsler's Schrif--
Toscana diese tiehranstai- ten zuerst in die Hand; und
ten grö fs tentheils reducirt nun wurde ihm sogleich klar,
worden waren, als Profes- wie die Embleme der Bau-
. tonsschule zu kunst in die heutige trei-
sor an die Ca n
Aarauberufen, welche Steile maurerel u.
er 10 Jahre lang, bis zu sei- liehe Gebräuche und.Lehren,
ner Anstellung in Bern, be- neben manchen alteraula-Liz.-
kleidet hat." dien heidnischen; in die L.
„Bei Gelegenheit einer turgie der Brüderschaft ge-
Ferienreise nach Freiburg, kommen sind ; da diese, wie
im Breisgau, wurde er im., Fefsler durch unwiderleg-
J. 1809, unter dem `Vorsitzebare geschichtliche Thatsa-
des nun verstorbenen. Brs. chen bewiesen hat, und wie
Micherer, damaligen Gras- auch aus Anderson's Consti-
me»ters des badenschenLo- tutionenbuche, Lawrie's Ge-
en.vereins, in der dortigen, schichte der Freiznauz'erei und
jetzt eingegangenen eclec- den ältesten Urkünden der-
tischen Loge zur edeln Aus- selben erhellt, unmittelbar
licht in den ersten und ein aus den Baugesellschaften,
HELDMANN. HELDMANN. 17
des Mittelalters hervorgien- fassung, vor der Entstehung
gen, deren Lehrer und Vor- des neuenglischen Grofs-
steher die gelehrten und meisterthirns. Da erschien
kunstgebildeten Mönche je- in den , vom tr. Zschokke
ner Zeit waren."' herausgegebenen, „lififizet-
„Den eigentlichen Zweck Zen fiir die neueste Preltkun-
der Freimaurerei glaubte de"' *) ein, aus einem süd-
.Heldmann am Unfehlbarsten deutschen Blatte übertrage-
aus der maurerischen Litur- ner, mifsbilligender Aufsatz
gie und Symbolik erkennen über die , eben damals vom
zu müssen. Da er aber in. 13r. 'Krause , in Dresden,
den Logen . der verschiede- im Druck mitgetheilten
nen Observanzen hierin ei- " drei ältesten Kunsturkunden,
nige Verschiedenheit wahr- der Freimaurerbriiderschaft,c(
genommen hatte; so sam- 'welcher mit Heldmannis An-
melte er die Rituale aller sichten über maurerische
maurerischen Systeme und Publicität durchaus nicht
fand bei ihrer nähern Unter- übereinstimmte. Bei einer
suchung uhd Vergleichung Unterredung hierüber mit
die Johannisgrade , einiger seinem Freunde Zschokke
Abweichungen ungeachtet, lernten Beide sich zuerst
in ihrer Tendenz dennoch als Maurer kennen, von.
ziemlich übereinstimmend, welcher Zeit an die Maure-
die sogenannten höhern rei bei allen ihren Zusam-
Grade aber von derselben menkünften fast ausschliefs-
durchaus abweichend e und lich der Gegenstand ihrer
verschieden, überhaupt von Unterhaltung war. Als nicht
ganz fremdartigen Beziehun-
gen aus denen indefs die
nlautern Zwecke , welche *) Nr. 95, vom 21. Nov. 1810,
8. 569-572, in dem Auf-
ihre Stifter der Maurerei ein- satze : „ Über einige der
impfen und sie dadurch als neuesten Versuche zur lie-
Mittel zu Erreichung ihrer förderung der Cultur in
geheimen Privatabsichten Kunst, Wissenschaft und
mifsbrauchen wollten , nur Leben," mit der besondern.
Überschrift: „ Carl Chri-
zu deutlich hervorschim- stian Friedr. Zrau,se's Ver-
mern. suche, den Orden der Frei-
„Über W'esen und Zweck. maurer aufzulösen, und ei-
der Freimaurerei und die Ab- nen Menschheitsbund zu
schaffen." — Vgl. „ Siu-
stammung der Brüderschaft ve'ns Abhandlung' u. s. w.,
mit sich einig, beschäftigte " neu'herausg. von Fr..1Ylafs.
er sich nun mit Untersuchun- darf ," 8. 286 289!
gen über ihre frühere Ver- In. des Rerausg.
2
18 HELDMANN. HELDMANN,

lange darauf Einige ihrer „Nachdem auf diese Wei-


gemeinschaftlichen Freun- , se ein Jahr und darüber ver-
de,, durch lieldmann's Ver.- strichen war, schritt man
Mittelung , in seinem und endlich zur Wahl eines
Er. Zschokke's Beiseyn, Grofsorients , an . den man
Freiburg im Breisgau'eben- -sich anschliefsen wolle.
' falls zu Freimaurern "aüfge- Heidinann . schlug aus, Über-
nommen worden waren, be - zeugung den hamburger Eng-
schiors man auf der Rück - -bund -vtor da aber kurz vor-
reise' in einem schönen Au- her das, 1793 in Zürich ein-
crenblicke in welchem die gegangene , schweizerische
Herzen der Brüder ineinan- Directoriunz der recteirten,
der überflossen, die Stiftung schottischen Maurerei in Ba-
einer Loge in Aarau. Es sel wieder in Thätigkeit ge-
sollte aber keine gewöhnli- treten war; so beschlofs man.
che Loge werden , sondern. 'aus nicht . Zu tadelnden, bei
ein den . höhern Angelegen- Schweizern immer vorherr-
heften &es enS chhertleb ens -schenden-, vaterländischen
und der Veredlung allerge- RücksiChten, dieser Behörde
seiligen Verhältnisse.gewid- vor jeder fremden den Vor-
meter Tempel, und darum je- .zug zu geben., und verlangte
der stiftende Bruder sich vor- 'von 'derselben säfort, mit
her .•erst Mit dem Wesen der Verbittung so'genann-
Freimaurerei auf's Innigste ton höhern Grade; blofs als
vertraut machen, ‚ ehe-zu der- regebnitfsige St. Johannisloge
selben der erste Grundstein constituirt zu werden: --
gelegt würde. Zu diesem Dem Wunsche der Brüder
Ende versammelten sich die wurde unverzüglich ent-.
Brüder vonnunan wöchent«;. sprechen. Sie erhielten, bis
iich einmal bei'm Er. Held.- zur Installation ihrer neuen.
mann , sich Wechselseitig Loge, einstweilen eine pro-
mittheilen., Was sie. die visotische ,Constitution, und
Woche hindurch • aus den. .mit derselben zugleiCh"die
besten Maüterischen Wer- liituäle' und den, in den Lo-
ken geschöpft hatten, und gen des rectificirten Systems
. das tirtheil und die Meinung noch gültigen, altschotti-
.der Übrigen hierüber ver-- schen . Code inaponniqzte., bei-
nehmend, oder irgend -eine de letztere ActeriStüCke in.
Frage berathend, die Eines französischer Sprache. --
der Mitglieder zu seinerund Nach Empfang derselben
der übrigen Belehrung in der hielten die Brüder für'noth-
V e'rs ammlun g aufgeworfen Wendig, sich vor Allem erst
hatte. " mit dem maurerischen Ge-
HELDMANN., HELDMANN; 19
setzbuche bekannt zu Ina- rechtmässigen Qbern 'erken-
chen , und .übertrugen dem ne." , , •
Bruder Heldmann, dasselbe Zu gleicher Zeit berich -
zu durChsehen
durchsehen und ihnen tete Br. Zschokke, welchem.
seine Bemerkungen darüber . die Brüder die französischen.
mitzutheilen. Rituale zur Durchsicht und
„Ei unterzog sich diesem Prüfung übergeben hatten:
Auftrage und fand bei nähe- .„„dafs dieselben, sowie das
rer Prüfung, dafs der Code Directoriumsie ihnen über--
mapon,nique , offenbar noch sandt , für sich kein. ab-
ein Machwerk der hohen gerundetes, geschlossenes
Obern der stricten .Obser- Ganzes ausmachten, und
vanz', einen dem ganzen dafs es ihm schiene, ,als
Wesen des' Maurerthums seyen . verschiedene Puncte
widersprechenden, hierar- aus den drei ersten vielleicht
chisch- despotischen Geist in •die höhern schottischen
athme und nicht mir mehre Grade übertragen worden.
Satzungen enthalte, die mit Da man nun„ von der Nich-
den aufgestellten Grund- tigkeit der letztern über-
sätzen und selbst mit den zeugt, und sie für Nichts,
örtlichen Verhältnissen der als für ein Spielwerk grofser
aarauer Brüder unvereinbar Kinder, erkennend, sich.
seyen , sondern überhaupt *dieselben ein für allemal ver-
ihre ganze freie Thätigkeit beten und entschlossen *h.ä.t-
hemmen, • alle ihre bessere te, blofs eine sogenannte'
Überzeugung verhöhnen u. Johannisloge zu bilden; 's6
sie > zu - willenlosen Werk- könnten die vorliegenden.
zeugen und Mitteln für un- Rituale , in ihreül. frag,nien-
bekannte Zwecke herabwür- mischen Zustande ,'''Wecier
digen würde; — dafs en.d,-- seinen, noch ,den Ansichten'-
lich das Directorium, nicht, • und Foderungen der Brüder
wie n man geglaubt, • selbst- genügen. Er erbiete sich da-
ständig, sondern eine von her, falls sie es wünschen
dein burgundischen Provin- sollten und das Directorium
zialcapitel abhängige Unter- es erlaube, eine freie Über-
b ehörde sey, die nur - Fa.•. , setzung der Rituale zu ver-
cultatem constituendi • he- anstalten , das Fehlende
sitze und, '- . ausser dem er- darin zu ergänzen 14 'die,.
wähnten Capitel, nöch den besonders bei den Aufnah-
Heermeister der 5ten Pro- men und Be förderungeni
vinz und den Generalgrofs- so wide'rlich,langweilende
meister des Ordens (der stric- Leere auf eine dem Geiste
ten Observanz) als seine des 1Y[aurerthums, wie der
2*
20 HELDMANN. liELDMANN.
Bildungstufe der aarauer und unter'm 20. Nov. 18.1.1
Brüder, entsprechende, zu- mit dem Directorium ein
gleich Kopf und Herz der Concordat abschlofs , das
Aufzunehmenden ergreifen- der Loge nicht nur die nach-
de , Weise auszufüllen."" setzung
gesuchte freie Über
„Nachdem beide Bericht der Rituale, sondern auch.
erstattende Brüder die vor- eine fast gänzliche Unab-
getragenen Resultate ihrer hängigkeit, z-usicherte." —
Untersuchungen, sämin.dich „Nachdem die Ratifica-
durch Nachweisung der be- tion von beiden Seiten er-
treffenden Stellen und Punk- folgt war , versammelten.
te, in den ihnen zur Prü- sich än Johannis des Evan-
fung übergebenen Acten- o-elisten Tage des nämlichen
stücken hinlänglich begrün- Jahrs die Brüder zum ersten
det hatten , wurde das An- Male in maureris cher Traoht,
erbieten des Bis. Zschokhe um die Eröffnung der neuen
mit herzlichem Danke so- Loge zu feiern, in welcher
gleich genehmigt -der Vor, HeMa mnn, forthin stets Ei-
trag über den Code mapon- ne der ersten Stellen beklei-
nique aber in nähere Bera- dend, alle Arbeiten. der Loge
thung genommen und hier- leitete. — Die Brüder tauf-
auf in deren Erfolg beschlos, ten sie anfänglich „Wilhelm
g en : „„ einen Bevollmäch- Tell; tc das Directorium aber
tigten aus dem Schoofse der fand den Namen des edel-
Brüderschaft nach Basel zu. müthigenStifters der schwei-
senden, welcher die Bemer- zerischen Freiheit — etwas
kungender beiden Bericht- zu freisinnig und anstöfsig
erstatter über das Gesetz- und ersuchte daher die Brü-
buch und die Rituale, als der, unter allerhand Vor-
Protestationen der sämmtli- stellungen und Vorwänden,
chen Brüder gegen die be- um Abänderung desselben;
treffenden Puncte, sammt worauf sie, um der Schwa-
ihren daraus abgeleiteten. chen willen, die Loge zur
Wünschen, dein Directo- Brudertreue benannten."
rium persönlich an's Heri ,,DieThätigkeit der neuen
legen und über möglichste Loge beschränkte sich nicht
Unabhängigkeit der neuen blofs auf die Arbeiten im In
Loge mit demselben 'unter- nern, die wirklich so schön
handeln solle. "" — Die und erfolgreich waren, 'dafs
Wahl fiel .einstimmig auf die Loge, in dieserHinsicht
Heldmann , welcher sich, als Musterloge aufgestellt
mit Vollmacht versehen, so zu werden, verdiente; son-
gleich nach Basel 'verfügte dern sie wirkte auch sehr
HELDMANN( HELDMANN.. 19
setzbuche bekannt zu ma- rechtmäfsigen Obern erken-
chen, und übertrugen dem ne."
Bruder Heldmann, dasselbe Zu gleicher Zeit berich-
zu durchsehen und ihnen tete Br. Zschokke, welchem
seine Bemerkungen darüber die Brüder die französischen
mitzutheilen. " Rituale zur Durchsicht und.
„Er unterzog sich diesem Prüfung übergehen hatten:
Auftrage und fand bei nähe- „„dafs dieselben, sowie das
rer Prüfung, dafs der Code Directorium sie ihnen über-
rna9onnique offenbar noch sandt , für sich kein ab-
ein Machwerk der hohen gerundetes, geschlossenes
Obern der stricten Obser- Ganzes ausmachten, und.
vanz , einen dem ganzen dafs es ihm schiene, als
Wesen des Maurerthurns seyen verschiedene Puncte
widersprechenden , hierar- aus den drei ersten vielleicht
chisch- despotischen , Geist in die höhern schottischen
athme und nicht mir mehre Grade übertragen worden.
Satzungen enthalte, die mit Da man nun,. von der Nich-
den aufgestellten Grund- tigkeit der letztern über-
säten und selbst mit den zeugt, und sie für Nichts,
örtlichen Verhältnissen der als für ein Spielwerk grofser
aarauer Brüder unvereinbar Kinder, erkennend, sich.
seyen , sondern überhaupt *dieselben ein für allemal ver-
ihre ganze freie Thätigkeit beten und entschlossen *hät-
hemmen , alle ihre bessere te, blofs eine sogenannte'
Überzeugung verhöhnen u. Johannisloge zu bilden; SO
sie zu willenlosen Werk- könnten die vorliegenden
zeugen und Mitteln für un- Rituale , in ihrem fragmen-
bekannte Zwecke, herabwür- tauschen Zustande, weder
digen würde; — dafs end- seinen, noch den Ansichten
lich das Directoriuni, nicht, und Foderungen der Brüder
wie man geglaubt, selbst- genügen. Er erbiete sich da-
ständig, sondern eine von her, falls sie es wünschen
dein burgundischen Provin- sollten und das Directorium
zialcapitel abhängige Unter- es erlaube, eine freie Über-
b ehörde sey, die nur Fa- setzung der Rituale zu ver-
cultatem constituendi he- anstalten. , das Fehlende
sitze und, ausser dem er- darin zu ergänzen und die,
wähnten Capitel, näch den besonders bei den Aufnah-
Heermeister der 5ten Pro- men und Bef:ärdertingen,
vinz und den Generalgrofs- so widerlich - langweilende
meister des Ordens (der stric- Leere auf eine dem Geiste
ten Observanz) als seine des lYlaurerthums , wie der
2*
20 HELDMANN. HELDMANN.
Bildungstufe der aarauer und unter'm 20. Nov. 1811
Brüder entsprechende, zu- mit dem Directorium ein
gleich 'Kopf und Herz der Concordat abschlafs , das
Aufzunehmenden ergreifen- der Loge nicht nur die nach-
de, Weise auszufüllen. " " gesuchte freie Übersetzung
„Nachdem beide Bericht der Rituale, sondern auch
erstattende Brüder die vor- eine fast gänzliche Unab-
getragenen Resultate ihrer hängigkeit, zusicherte." —
Untersuchungen, sämrntlich „Nachdem die Ratifica-
durch Nachweisung der be- tion von beiden Seiten er-
treffenden Stellen und Punk- folgt war , versammelten.
te , in den ihnen zur Prü.- sich an Johannis des Epan-
fung übergebenen Acten- gellsten Tage des nämlichen
stücken hinlänglich begrün- Jahrs die Brüder zum ersten
det 'hatten, wurde das An- Male in in aurerisch er Tra oht,
erbieten des Ers. Zschokke um die Eröffnung der neuen
mit herzlichem Danke so- Loge zu feiern, in welcher
gleich genehmigt, ~der Vor- Heldmann, forthin tetss Ei-
trag über den Code mapon- ne der ersten Stellen beklei-
nique aber in nähere Bera- dend, alle Arbeiten der Loge
thung genommen und hier- leitete. — Die Brüder tauf-
auf in deren Erfolg beschlos, ten sie anfänglich "Wilhelm
sen einen Bevollmäch- Tell;". das Directorium aber
tigten aus dem Schoofie der fand den Namen des edel.-
Brüderschaft nach 'Basel zu. müthigenStifters der schwei-
senden, welcher die Berner- zerischen Freiheit — etwas
kungen der 'beiden Bericht- zu freisinnig und anstörsig
erstatter über das Gesetz- und ersuchte daher die Brü-
buch und die Rituale, als der, unter allerhand Vor-
Protestationen der sämmtli- stellungen und Vorwänden,
dien Brüder gegen die be- um Abänderung desselben;
treffenden Puncte sammt worauf sie, um der Schwa-
ihren darausabgeleiteten. chen willen, die Loge zur
Wünschen, dem Directo- 13rudertre'ue benannten."
rium persönlich 'an's Heri ;,DieThätigkeit der neuen
legen und über möglichste Loge beschränkte sich nicht
Unabhängigkeit der neuen blofs auf die Arbeiten im In-
Loge mit demselben unter- nern, die wirklich so schön
handeln solle. " " — Die und erfolgreich waren, Bars
Wahl fiel .einstimmig auf die Loge, in dieserHinsicht
Heldmann welcher sich, als Musterloge aufgestellt
mit Vollmacht versehen, so- zu werden, verdiente; son-
gleich 'nach Basel 'verfügte dern sie wirkte auch sehr
HELDMANN. HELDMANN. 21
vvohlthätig hach .Aussen, zweifache Beziehung auf
und wulste ein allgemeines den Menschen , einmal
Interesse an Angelegenhei- als Bürger des Erdsterns in
ten zu erwecken , um die Coexistenz, mit andern We-
man sich bis dahin wenig sen seines Gleichen, und
o der- gar nicht bekümmert dann als Bürger der Geister-
hatte. Das schönste Denk- welt im kindlichen Verhält-
mal ihrer äufsern Wirksam- nisse zu Gott, dem Allvater,
keit ist indessen die aargani- — erkannte. Diese Idee war
sehe Gesellschaft für vater- während s eines Redneramtes
ländische Cultur, welche sich der Lieblingsgegenstand sei-,
seit der kurzen Zeit ihrer ner LogenreJen; bei wel-
Existenz sowol um das en- chem Anlasse er stets auf
gere Vaterland, als selbst das' Ursprüngliche und 'We-
um die Cultur verschiedener sentliche in der maureri-
Zweige der Wissens,chaft, schen Liturgie und Symbo-
ausserordentliche Verdien- lik hinwiefs und, indem er
ste erworben hat. Sie zer- dasselbe von dem später hin-
fällt, nach dem von Held-7 zugekommenen Fremdarti-
mann entworfenen *und von gen sorgfältig unterschied,
den Brüdern einm.üthig ge- zugleich auch die Geschichte
nehmigten Verfassungpla- der allmählichen Entartung
ne , in fünf Classen., und. und Verunreinigung der
zwar in die landwirtbschaft- Maurerei zu erörtern pflegte.
liche die media ntilis ch- Diefs erregte in vielen'Brii
technologische , die natur denn den Wunscb., dafs Er,
forschende , die Heldmann sich zur eeraus7
pädagogische und die staats- gabe eines Randbuchs entl
wissenschaftliche in wel- schliefsen möchte, welches
cher 'letztern Heldmann in gedrängter iiirze das
selbst einige Jahre lang das Wissenswürdigste aus dem
Präsidium führte. " — ganzen Gebiete der Maure-
„Das anhaltende Studium rei enthaltend , nicht nur
der Maurerei, hauptsächlich den Neophyten zur Beleh-
in ihrer Liturgieund Symbo- rung dienen , sondern ge-
lik, veranlafste den Br.Heid- wifs auch ältern Brüdern
mann oft zu Reflexionen,, sehr willkommen seyn wür-
nicht bloss über das Ge- de. Diesem Wunsche ent-
schichtliche, sondern mehr sprechend, kündigte Der-
noch über das Naturnah- selbe ein solches Handbuch
wendige des Ursprungs und. auf Subscription an und liefs
des "Wesens der Freimaure- den gedruckten Plan dessel-
rei , in deren Idee er eine ben durch die Sauerlände r'--
22 HELDMANN. HELDMANN«
sche Buchhandlung, zu der grofsen NationaZ-Mutter-
Aarau, auf der leipziger loge zu den drei Weltkugeln,
Ostermesse des J, 1816 ver- in Berlin, welches sich nicht
theilen." blofs darauf beschränkte,
„Die Wo fs e Ankündigung dem Buchhändler, Bruder
dieses Buchs setzte mehre G-ädicke, der die Subscri.
Grofslogen in wahrhaft lä - bentensamlung m in Berlin
cherlieh - ängstliche Bevve- übernommen , die fernere
gung; denn der streng -1() . Verbreitung der Anfindi-
gisch geordnetenan dessel- gung zu verbieten, sondern
den liefs sie nichts Geringe- auch die Mitglieder aller
res befürchten r als dafsm nün de Directoro huldigenden
arl&. enscheinlich und offen- Logen , mittelst eigenen
kundig werde, Was man Rundschreibens , warnte,
sich selbst und Andern so sich ein so gefährliches Buch
lange zu verheimlichen ge- anzuschaffen , von dern
sucht : d'afs nämlich die Mau- gleichvv61 die hohen er.
rerei, sowie sie an den mei- leuchteten Obern noch keine
sten 'erten betrieben werde, Zeile gelesen hauen, weil
besonders aber die altschot- wirklic-S— noch keine ge-
tische, mit ihren sogenann- druckt war,"
ten höhere Graden, Nichts ,,Da das fragliche Hand.
weiter, als ein Spielwerk für buch keineswegs in den .öff.
grofse Kinder, sey. *) In, der fentlichen Buchhandel kom-
vordundschaftlichen Her- men, sondern, zufolge der
zensangst , die lieben mau. Ankündigung Selbst, nur an
rerischen Mündel möchten solche Käufer abgegeben
durch das angekündigte werden sollte , die sich
Euch über manche Dinge als Freimaurer legitimiren
etwas mehr Licht erhalten, könnten; so ►rotestirte ►r.
'als man, ihnen anzuzünden, Giidicke gegen das an ihn
für fiefuncien , wett- ergangene Verbot des Dir
eiferten die hohen Obern rectoriums und demonstrirte
im wahren hierarchischen demselben recht bündig ad
Lichterlöschergeiste , die oculos, wie sehr es sich bei
Verbreitung desselben mög- seiner,-,Ohnmacht, die Er-
liehst zu verhindern. Am ,scheinung des angekün.dig.
irhätigsten und Tollsinnig- ten Werkes zu verhindern,
sten bewiefs sich dabei das durch seine hierarchischen
Altsc4ottische Director'ium Anmafsungen vor,den Au err
)'Vergi. den Schlafs cies Ar- der eanzenMaurerw-elt pr. o
HEINRICH V.r.! stituiren wurde; den hohen
4nnr. des Her ausg. erleuchteten Obern zugleich
HELDMANN. HELDMANN. 23
zu Gemüthe führend, dafs selbe gelangten Reclamation
sie es doch hei, der Prostitu- von , Seiten eines gewissen
tionmöchten bewenden las- Herrn von, Beseier, *.) der
sen , die es sich vor nicht sich als Schröder's Nachfol-
langer Zeit durch ein ähn- 0-er im Präsidio der hambur-
liches Verfahren gegen die ger Grofslpge zu erkennen
vom Er. Krause bearbeiteten gab ,_ verlangte berneldetes
und vorn Er. 111bfgdorf an- Directorium von der Loge.
gekündigten drei ältestem zur Brudertreue in Aaarau,
Kunsturkunden dertFreimau- in welcher Heldmann eben
rerbriiderschaft zugezogen. das Redneramt bekleidete,
hätte. Allein, man antwor- nichts Geringeres, als .,,,,dqrs
tete ihm: „ „ dafs man es die.. Mitglieder derselben, wel-
nicht für diensam halte, sich che Etwas über Maurerei
in weitere Verhandlungnn Druck erscheinen lassen
hierüber mit ihm einzulas- tem , ihr. Manitscript zuvor
sen, "" und.. liefs es da- der Oberbehörde in Basel zur
bei bewenden ; keineswegs Gensur einsenden sollten.""
aber Er. Gädiclie. Allein diefs.unz iemli cheVer-
über die usurpatorischen An- langen erregte in allen Brü-
mafsungen dieser herrsch- dern den gerechtesten Un-
süchtigen Obern, legte er -vvillen; und da einige Mo-
ihr Verfahren der ganzen nate vorher im Canton Aar-
Welt vor Augen, und zwar gau die Prefsfreiheit einge-
in einer, bei G'raz' und Ger- führt worden war, das ha-
lach in Freiberg erschiene- seler Directorium auch,. laut
nen cks chrift , betitelt des mit der aarauer Loge
,,Logen-Rierctrchie," u s., abgeschlossenen Concor-
w. , *) welche ein merk dats , derselben kelnerloz
vviirdiger Beitrag zur Ge- Art von Gesetz oder Zwang
schichto des "Unfugs 'der aufbürden konnte, wozu
stricten Obseryanz in unsrer sie nicht selbst ihre Bei-
Zeit ist." stimmung gegeben; so be-
„Nicht viel besser, als das schlossen die Brüder im ächt
Directorium jener grofsen republicanischenGeiste,dexn
Mutterloge, benahm sich Directorium zu erklären:
das helvezische Directorium, ' ,„dafs sie weit davon ent-
der rectificirten schottischen, fernt seyem, Maurerbunde
Mcturerei in Basel. Aus An- auf eine Freiheit verzichten,
lafs einer gegen Heldmann 's zu wollen, die sie aufier dem-
angekündigte Schrift an das selben im biirgerlichem Leben
S. oben GElatAcHt e) S. oben BEsET,EB.1
Arznz. des Z(erausg. 4nm. des liefausg.
HELDMANN litLie/ANN,

genöfsen, und die iiberdiefs maurerbriidersche lammt


die'rnaurerische Behörde, zu.. Grundzügen zu einer allge -
folge des Concordats , nicht meinen Geschichte der Asi .
einmal zu schmälern berech- maurerey (Aarau 1819 ; in
tigt sey. r` e'' — Commission Br. 11,
„Obgleich nun aber das Sauerländer, in 8.;) hierauf
Ansinnen des Directoriums im Amiichen Jahre sein
einmüthig von der Hand ge- maurerisch es Taschenbuch
wiesen wurde:. so wollte „Acazienblüthen aus der
Heldmann dennoch dieBrii- Schweiz, erster Jahrgang,
der durch die Herausgabe (Bern, bei L. A. Haller, in
seineshandbuchs nicht fer- 12.; ) welches jährlich fort-
nerv Ungelegenheiten gesetzt und nach und nach,
setzen und deckte freiwil- nebst vielen andern Rubri-
hg . die Loge, deren erster ken, auch alle diejenigen
Begründer er gewesen war.— behandeln wird, ielche
Diefs hinderte indefsdieEr planmäfsig das früher ange-
scheinurig seines Werks kei- kündigte Handbuch enthal-
hesweges; wol aber wurde' ten sollte, 'dessen Stelle es
dieselbe durch seine Bern- einnimmt. Beide Schriften
fang an die Academie zu waren ursprünglich blofs für
Bern , sowie durch die Hers Freimaurer bestimmt : da
ausgabe der von ihm redigir- aber Alles, was das gröfsere
t en europäischez, Zeitung, Werk enthält, der Geschich-
fast ein Jahr lang verzögert. te überhaupt angehört; so
Viele in der Zwischenzeit hat sichileldmann entschlos-
rieuaufgefunde' ne. histori- sen, dasselbe dem öffintlig
sehe Quellen machten über- chen Buchhandel zu überge..
chefs eine gänzliche Umar- ben. Die zweite Lieferung
beitung der angekündigten der „Acazienblüthen" wur-
Schrift nothwen.dig, die sich de durch unvorhergesehene
nUn, bei 4ex Menge des zu Hindernisse verzögert; sie
verarbeitenden Stoffs, unter erscheint aber nun zugleich
der Fedex so sehr ausdehnte, mit der dritten."
dafs sie für ein Handbuch zu
voluminös geworden wäre. ruder./T&Imann scheine;
Statt eines solchen erschien zu den wenigen Brüdern zu
demnach vorerst eine, blofs gehören, welche die vom
auf Urkunden begründete, Br. Krause besonders im
Geschichte der Freimaure- Vorberichte zu „den 3 alt.
rei, unter dem Titel: "Die ii:Urkk." und in der Würdi-
drei ältesten, geschichtlichen gung des ältesten Rituals,
Denkmale der teutschen Frei. und zwar schon in der er-
HELDMANN, nELDMANN. 25
stet' Ausgabe dieses Werks, den verschiedenen Zeitaltern
entwickelten Wahrheiten durch ihre Verfassung, Pflicht-
lehren und Wirksamkeit in der
und Grundsätze über dieWe- Welt darstellen wollen, und.
senheit und Bestimmung der. Was sie wirklich dargestellt
Freimaurerei und der Frei- hat. Vergleichen wir niers mit
maurerbrüderschaft richtig der der Maurerei zum Grunde
aufgefafst und wohl verstan- liegenden Idee, so finden wir,
ars sie nicht immer so weit
den haben. von derselben entfernt gewesen
Sogleich an die Spitze sei., ist, dafs sie, zur Zeit der
nes, am Schlusse des vorher alten Yorker Constitution der-
gehenden Abschnitts anze., selben . gewifs um Vieles näher
führten, schätzbaren Buchs bcr estand.en hat, als in den späte.
ren Jahrhunderten. Am Nach.
stellt Derselbe die L ehre des sten hätte sie ihrem Ideale uzte
Brs. _Krause von dem Urbilde streitig bei ihrer letztenReform,
und dem geschichtl. Begrif- nach ihrer Trennung von rech-
fe jedes Theiles der mensch' nischen Gewerken und ihrer
'Verallgemeinerung , gebracht
lischen Bestimmung „ sowie werden können , wäre nur in
j ederGesellschaft üb erh äupt,
und der Masonei und des
allem Übrigen im Geiste jener
alten Urkunde verfahren WM«
Mas,onbundes insbesondre, d en. Diefs geschah indefs nicht;
und wir wissen, welche Ver"
itind von dem Verhältnisse irr urigen Dieb in der Maurerei
der Einsicht in die Idee nach sich gezogen, und wie,
des Maurerinstituts zur ge- durch dieselben eine weitere
s chichtlichen Kenntnifs des«, neue Reform unvermeidlich ge.
worden. Eine solche hat zwar
selben ; welche Lehre KrQui-
seit dem Anfange des laufenden.
se's phulösophscberaSystem e Jahrhunderts bereits in Deutsch.
eigenthümlich ist und noch land begonnen, bezweckt in-
in keinem andern in unsrer defs hauptsächlich nur die
Litteratur vorhandenen'ge- kehr zum Alten. Dafs aber da,.
mit beiweitem noch nicht
fanden wird. Indem Heia, les gethan se3r , wird Jeder ein-
mann, mit Krausei, in sehen, der mit den Fortschrit-
der Freimaurerbrüderschaft ten und Foderungen der Zeit
einen Keim des werden-:. bekannt ist, hinter denev die
den _Menschheitbundes aner- Maurerei" (der Maurerverein'4
„sowenig, als irgend ein andered
kennt, durchstreift er nach menschliches Institut, zurück-
dieser leitenden Idee das bleiben darf, ohne sich
ganze Gebiet der bisjetzt be- ner Existenz selbst unwerthztx
kanntenGeschichte desMau- machen. Ist gleich die Ein.
führung des altenglischen
rervereins und schliefst .( S. tuals in vieler Hinsicht äufserst
587 2.) sein Werk mit fol- wünschenswerth ; weil dadurch.
gender Stelle; — viel Schlechtes und Zweckwi.
„Die Geschichte der Maure- driges aus, -der Maurerei ver.
rei zeigt uns, Was dieselbe in drängt $G hat hingegen
26 ELDNPINN®_ ITIELDI4TANN.
dasselbe doch auch Manches, 23elehrung zu verbreiten, und
was für. unsere Zeiten ebensa gangbare irrt/zürne» zu ,zer-
wenig passend ist. Oberdiefs be-
schränkt sich die neue Verbes- streuen,hier, jedoch ohne alle.
serung niehrentheils nur auf persönliche Hinsicht auf den
aufs erwesentliche Dinge, auf Urheber derselben , umso
äufsere Formen, ohne eigentlich mehr gerügt werden müs-
eine höhere Feredluno- der Frei-
maurerei selbst iu beabsichti. sen, je gewiss er es ist, dafs
gen, Darum eben kann ihr auch Er. F. p.. nur Das, was Tau-
diese Reform noch keineswegs s ende yon Logenbrüdern
g enügen. Wohin sie sich aber
endlich zu erheben habe, Das
denken und sagen , eis ihr
Stellvertreter, ausspricht,
hat Br. Krause in seinen,drei
ältesten hunsturluinden " 'deut- und je mehr sie darauf be
lich genug ausgesprochen. Mö- rechnet zu seyn scheinen,,
ge die grofse Idee des Mensch- den Wrerth der KrauSe'schen
heitbundes von allen Brüdern er- Lehren bei.Allen., die jene
kannt und beherziget, — bald Blätter lesen möchten , her-
das y Ziel des vereinten Strebens
der ganzen Brüderschaft wer-. abzusetzen. —
den! *Amen!" Auch dieser Beurtheiler,
Bei solcher Ubereinstim- wie SO viele „hochgrad.uirte
munc,t) liteldmann's mit .A..rau- Ordensbrüder ," schwatzt
se'sGrunu ansichten hatLetz-. von " Geheimnissen der ZPiau-
trer es für zweclimä g ig ge- Terei( _ und meint, ,,dafs,
halten , Heldmann's Schrift abgesehen davon, dafs an'
in einer ausführlichen Re- sich kein Zweck das Mittel«
cension zu würdigen,welche heiligen könne, und dafs der
irr No. VIII des „Heimes" rerrath irgend einer unter
oder St. 4 für das J. 1820), dem Versprechen der Ver-
S. 22 — 42, steht. Mit die- schwiegenheit erworbenen
ser vergleiche man die mit en n tn fs ihnmoralisch un d
den Buchstaben P. p. unter- nichtswürdig sey,*) schon die
zeichnete Anzeige eines un- Klugheit, die Vorsicht und
genannten und dem Überlegung davon zurück-
ausgeber zur Zeit unbekann- halten sollen, .diese Geheim-
ten Freimaurers davon in nisse verras thn und dem gan-
dem „literar. Converiations-, zen ,Menschengeschlechte
Blatte " v. 1821, No. 110 ii.berliefern zu wollen; weil
v., 112, 5. 437 f. u. 447 'f., dieselben Lug- allein da
worin Äufserungen vorkom- durch ein nutzbares Capital
men, die bei dem Zwecke des bleiben könnten, dafs sie das
i&egenwärtigen Werks : über igenthum einer geschlos-
die rteimaurerei selbst und senen Gesellschaft blieben,
über den wirklichen Zustand
der Brüderschaft gründliche [*) Vgl. oben den Art.: EID T.]
HELDMANN, HELDMANN. 27

deren Natur es mit sich brin- ist nur in ihr zu lernen. Wer
ge„ die Zinsen davon der mit unreinen und entweihten
'übrigen Menschheit a mitzu- Händen diese goldene Kapsel
erf Cst dem wird sie nie sich
theilen, " — tröstet sich aufthun ; und wenn, er es -ver-
aber auch auf diesem Gebie- möchte , sie zu zerschlagen, so
te mmit demm Sc hibboleth wird der entflohene Geist i hn
ier Geheimnifskrämer, wo- nur leere Scherben finden las-
sen. Es ist eine unbestreitbare
durch indefs kein Hellsehen- Sache , dafs die Freimaurerei
der getäuscht wird : ,,dafs nicht um ihrer selbst willen,
glü, c kli c h erweis e das sondern für die Menschheit, da.
der Freiffictutrerei nie zu ver- heuist: aber sie kann der Mensch.-
nur durch die Logen zu,,
rathen sey, " „dafs alle kommen. Di e Freimaurerei ist
die durch Verrath zur Schau also zunächst für die Logen; und
gelegten Zeichen, Gebräu- diese sind für die Menschheit.
che und Symbole nur die Die Sache umkehren und bei/
Schaale ausmachen, welche haupten, dafs die Logen nur
für die ei,
Freimaurer diese aber
den Kern verschliefsen, " unmittelbar für die Menschheit
„dafs das Geheimniss der da sey, beweiset, dafs man mit
Freimaurere i in i d der KKunst dem Wesen und der Wirksam-
'bestehe , diese hermetisch keit der Sache noch wenig be-
kannt sey, und sich selbst nicht
verschlossene Sichaale u b. fF durch jenes bestimmen lasse,
z
nen,"*) und „ dafs dieses sondern vielmehr , es nach sei-
Gehe imnifs gewifs D em vor- nen Einbildungen oder Absich-
borgen sey, der den köst- ten gestalten zu können,
meine. In diesen letzten Wor-,
liehen Inhalt dieser Kapsel ten, liegt die Erklarungdes R4h.,
so wenig kennt und darum sels, warum höchst achtung-
so i g
wen achtet, dafs er, werthe und wackere Männer
sie auf die Strafse zu wer- sich. haben hinreifsen lassen,
fen, 4einenAnstand nimmt." ihnen eine strafbare Hand an das
mitgetli eilte Heiligthurn
,,Überdem" fährt der Be- der Freimaurerei zu legen.
=heiler fort — „ist leicht zu Es sind entweder gutmütlizgo
begreifen, dafs der lnhalt die- Schwärmer , welche in ihren
ser Schaale von geistiger Be- Einbildungen weit über die
schaffenheit ist und für einen Sphäre der Wirklichkeit
Jeden mit der Eröffnung seiner ausfliegen und durch den Dunet.
Hülle verfliegt, der ihn nicht kreis jener diese in ganz ande-,
in sich aufzunehmen versteht. ren Verh'‘i.ltnisseri und Gestalten
Diese Kunst der Enthüllung des erblicken, als in der That vor,
Geistes, und die noch weit tian.en. A
sind; — oder sie gell
schwerere der Bemächtigung ren zu der Gasse von Menschen,
und Einsaugung desselben, wird. die, Was ihnen gut dünkt, so.
eben in der Loge gelehrt und 'riech, ohne alle weitereBerüek-
schtigung
i der Möglichkeit uild
VO Vgl. den Art. Gzurazu- derrolgen, verwirklicheis wol.
vassi.] len, d.efshalb dem Drange, re-
28 HELDMANN. HELDMANN.
formiren, nich t widerstehen k6n. im Reformiren, welche sich in
nen und jede Autorität und jede der politischen Welt so laut her-
Macht, die sich ihre ' : gutgemein- vorthun, zeigensich nicht min-
ten Planen entgegenstellt , has- der in den verschlossenen Hal-
sen, schmähen und bekämpfen. len der Freimaurer und wollen
Ginge es nach dem Sinne dieser dieselben sprengen. Hieraus er-
Leute, so warde es in wenigJa,h- klärt sich die Erscheinung, dafs
ren so vielerlei Freimaurereien in der neuem Zeit eine nicht
geben, als es jetzt Freimaurer ki eine Anzahl von FreiMaul ern,
giebt. Doch dafür ist gesorgt ! ‘_‘ und gewifs nicht die Schlechte-
Es würde ein undankba- sten unter ihnen , öffentlich.
aufgetreten sind und mit lau-
res Geschäft seyn, das trü- ter Stimme, nicht blofs zeitee-
gerische Helldunkel in je-- äfse Verbesserung der Ein-
der Einzeiheit. dieser Dar- richtungen des Bundes, sondern,
stellung zu zeigen, und zu- dessen gänzliche Auflösung ver-
gleich das Unpassende der langt haben ; weil es an der Zeit
sey, ihn über die ganze Mensch-
dabei, im Mangel klarer heit auszudehnen. Wären sie
Einsicht, welche allein oh- hierbei stehen geblieben, so
ne Bild zu sprechen vermag, würde man , ihren schönen Ei-
gebrauchten Bilder darzuie - fer anerkennend , sie nur we-
gen der Übereilung des Mittels,
gen:*) dafs ab er derB eurth ei - durch welches sie den Freimau-
ler dabei vorzüglich den Er. rerbund in einen Menschheit-
Krause im Auge gehabt ha- bund zu verwandeln sich ein-
be , Diefs erhellet 7 sowie bildeten, haben zu. Recht wei.
aus dem in der .Anzeige Fol- sen können."
genden also auch aus Als Er. Krause zuerst in
dem nachstehenden Eingan- seinen Logenvorträgen und
ge derselben. — dann in seinem masonischen
Hauptwerke auf die Neubil-
„Die Freimaurerei, als ein
menschliches Institut, kann ding des masonischen Ver-
der Richtung des menschlichen eins drang, und fortwäh-
Geistes in der Zeit nie unzu- rendhernach,iiefs er jedeLo -
gähgtich seyn. Der Zeitgeist ge ungestört in ihrem Trei -
offenbart in ihr sein Daseyn und.
seine Wirksamkeit , wie an al-
ben und suchte sich in keiner
len andern ens chl. Ei nri chtun- j
e eine Partei zu machen. Er
gen. Dieses unaufhaltsame S tre- theilte die Ergebnisse seiner
ben nach Verbesserung, dieses wissenschaftlichen und ge-
Verlangen nach Verallgemeine- schichtlichen ' Forschungen
rung aller wahren Güter der
Menschheit, dieser Sinn für Pu- zur freien Prüfung der gan-
blieität nxid. diese Ungeduld zen Brüderschaft mit und er-
wartete dann « die Wirkung
ruhig von der ewigen Macht
{) Man erwäge in d efs hierbei
Das, woran Er. Arofsdorf
der ,,Wahrheit und von der
iniVorberichte seiner „ sittlichen Freiheit der Men-
, mahnet!] schen. Er schalt nicht, als
HUDIVIANN, HELDMANN. 29

er gescholten ward ; er ge, unbesiegbare liraf t des Wah-


schwieg, als man ihm mit ren Gerechten,, Liebreichen
und' Schönen für das gesellige
Undank lohnte, und verdop- Leben gegründet und ausgebil.
pelte vielmehr seinen Fleifs det werden kann und soll, —
zur Ehre und zum Besten anis die Gültigkeit der Wahrheit
der Genossenschaft. Die an sich die gleiche ist, es nag ein.
Grundsätze, die er befolg- tinzelner, oder es mögen Mil-
lionen Menschen‚ sie beken-
te , und die er auch in sei- nen ; — ich weifs, dars es in
nem Verhalten gegen die Ansehung des Wesens derWahr-
Brüderschaft und einzelne heit ebenso wenig auf mich,
Brüder noch befolget, sind: oder sonst auf einzelne Brüder,
als auf die ganze Brüderschaft,
" Wird das Gute nur erkannt,
geliebt , gewollt, so wird es ankommt." 1Lberid. im Vorbe.
`vonselbst zur Waffe; das Böse richte S. XXXVII.
und Schlechte sinkt vonselbst „Wird die Wahrheit einmal
zusammen. — Diers ist der wohl verstanden und zu Herzen.
Geist der Wahrheit und zu- genommen, dann stellt sie uner-
gleich der Geist der Lehre Jesu; schüttert; manlobe, man tadle,
diesen Geist hatten also auch. man liebe sie ; — man scheine,
die Stifter unseres Bundes, wor- sie zu hassen, — man suche
unter Mehre der geistreichsten oder-man fliehe sie; man strei-
und gelehrtesten Menschen im tet doch für sie. Sie durch-
Mittelalter waren, von denen. dringt, erwärm end und b ele-
Licht und Leben auf die dama- b en d., in geraden Stralen Alles uni
ligen Höfe der Mächtigen, von sich her; — wo sie hervorbricht,
den Schulen aus auf die Gelehr- da blüht ein Frühling schönen.
ken , und auf das Volk von den. Menschheitleberis auf" —Eben-
Reiestüblen der Kirche, aus- falls aus dem Vorberichte, S.LXI.
strömte." Aus den „ liunstur- (Vgl. aie Darstellungen aus
kunden , " B. Abth. 1, 5.368. dein masonischen Lehrgebäu-
„ Wer das Univollkommene
sicher entfernen, Wer das Gu.- de des Brs.A.ause in »Hofs.-
te fest begründen will, der dorf's Mittheilungen , " 5.
mufs dasselbe zuerst dem Ver– g8 — 131, besonders die
stande der Menschen einleuch- Stelle auf S. 45 f. und dazu
tend machen, und es zugleich „Silber' s Briefe, " S. 54 f. !)
ihrem Herzen nahe legen ; er
murs zu jeder guten Wirksam- Krause's Bestrebungen
keit willig die Hand bieten, — sind der ganzen Menschheit
dann aber, die zu allen guten gewidmet. So wenig als, das
Werken nöthige Freiheit des Christenthum auf die Ju-
Menschen schonend, es ruhig
erwarten, Was die. Mitwelt den allein beschränkt wer-
und Nachwelt aus seinen Mit- den konnte, ebenso wenig
th.eilungen bilden und zur Rei- beschränkt sich seih Plan
fe bringen wolle und kön- auf die Freimaurerbrüder-
lie." Ebendaher S.381. schaft. Dafs ein solches Be-
weifs, dafs der Mensch-
heitb und, sowie alles Mensch- ginhen engherzigen Mitbrü-
liche, nur durch die reine, ewi. dern nicht gefallen konnte;
30 HELDMANN, HELDMANN.
dafs insbesondre 'Kraz2- Gelehrsamkeit gewachsen
e's Kampf für die Oeft ent- sey, uni ihn zurechtweisen
lichkeit des Bruderbundes zu können', meint er es
von Denen, die ihn nicht so redlich mit der Wahrheit,
verstehen, oder nicht ver- wie die Brüder Bode , Nioo-
stehen wollen . ," für p/zan- lai , Vogel, Lessing, Ander-
tastis. ch, sogar für sinnlos, .son, Preston und andere For-
erklärt wird ist nicht be7. scher ., — so trete er, mit
-fremdlich.. Ist doch . Nennung seines Namens und.
j etzt Jeder neue grase, das
Zeitalter überfliegende und
mit Angabe seines Verhält-
nisses zur Freimaurerbrü-
zum Inlern erweckende derschaft, hervor und wei-
Entwurf anfangs Schwärme- se Krause'n -vor, der ganzen.
rei genannt worden Steht Brüderschaft und im Ange-
es aber Denen, die von Ibib sichte des grofsenPublicums
erst lernten, Was sie vor- zurecht! Krause's Lehre ist
lier nicht, wufsten, — deren. offen da in seinen Schriften.
Augen', durch seine- ,mühsa- Vor Allem widerlege er die
'xxienFörschungen 'aufgehellt, neliauptungen in dem For-
nunmehr klärer sehen ,, als berichte zu den „Kunstur-
sie vorher nicht sahen, kunden; " er widerlege die
deren Ideenkreis durch sei- in dieses Werk niedergeleg-
ne Belehrungen erweitert ten . Gründe für Offenkun-
und auf das einzig Wahre diglselt und Öffentlichma:4
der Freimaurerei gerichtet chung der Ma' sonei durch
wutde, • — steht es Diesen haltbareGegengründe ; nicht
wohl an , Mit vörnehmer 'aber glaube er, durch Macht-
sittenrichterlicher Miene auf sprüche und allgemeine un-
Ihn herabzusehen, und von bestimmteAndeutungen und
' A zwechiweisen ," dann von Insinuationen dort Etwas
„zin2noredisöhen, und nichts- auszurichten, wo nur Be-
' würdigen Mitteln," angeb- weise gelten! (Vergl. die
lich unter dem Versfrechen hier unten S. 35, aus den
der Verschwiegenheit er,- „KIT. , B. 2, abgedruckt,
worbene Kenntnisse auszu.. Stelle !)
plau.aernyon„sich weisedün- Nach der zuletzt ange-
von Unklugheit und führten Stelle heifst es in
Unüberlegtheit„ vön Verrath der Anzeige Weiter:
und. Treu losigkeit, in Bezug
ad- Ihn zu sprechen ? -- „Denn, kann es einen andern
Menschheitbund geben, als den,
Ist derBeurtb.eiler F.p. sich in welchen uns die Natur ge-
b evvidst i dafs er Krause'n s etzt und welchen uns die Leh.
Einsicht, Scharfsinn und re Jesu geprediget bat? "
HELDMANN. HELDMANN. 31
Hätte uns , meint Er. den Bestrebungen aller bis-
Krause, die Natur schon in. herigen, einzelne Theile des
den, Stand eines Menschheit- einen Menschheitlebens um-
bundes gesetzt, und wäre fassenden Gesellschaften,
es nicht vielmehr göttliche als Ahnung, zum Grunde
Bestimmung, dafs die ein- liege und in Zukunft mitbe-
zelnen Menschen sich selbst, wurster Kunst zum Grunde
in sittlicher Freiheit, im Ge- gelegt werden solle und wer-
brauche ihrer eignen Kräfte, de " als auch „dafs insbe-
übrigens -unter Gottes Mit- sondre diese Idee die geisti-
wirkung, in den Mensch- ge Grundlage der Freimau-
heitbund vereinen sollen, — Terei und aller ächtmasoni-
SO würden wir uns bereits schen Bestrebungen gewe-
in einem solchen befinden. sen und hierin das bisher ge-
Dann hätte diesen Bund. suchte Meisterwort endlich
" auch Jesus nicht zu pre- gefunden sey,*) dafs
digen gebraucht , " der, nach ihr allein die Brüder-
nach des BeurtheilersVorge- schaft ein an sich wesent-
hen, • einen solchen wirk- liches, reines und schönes,
lich geprediget haben soll; und dabei zeitgemäfses und
Wovon aber der Erweis erst höheres Leben vonnunaxi
noch aus den Schriften des gewinnen könne, wenn sie
N.T. geführt werden nyüfsie. sich, diese nur in der Tiefe
„Und kann es andere Mittel der Urwissenschaft zu erlan-
geben, die einzelnen Menschen gen de , für jeden Menschen
insgesammt über ihre Stellung fafsliche, Einsicht selbstthä-
en.d ihre Pflichten in diesem
Bunde zu belehren und sie dar- tig 'aneigne: " Daher ist er
an 2rt binden, als renunft, endlich auch üb erzeizgt„
Religion und Staat:" „dafs die Freimaurerbrüder-
Als ob Krause von andern. schaft nichts Anderes, Hö-
Mitteln, als welche die er- heres Besseres je ersinnen
nunft lehrt , gesproch en,
Oder Religion und Staat
'nicht in ihrer Wesenheit an- *) rtas bisherige war, nach
erkannt hätte! Er behaup- dem eignen Bekenntnisse
tet aber, „dafs die Vernunft des neuenglischen Rituals,
hlofs zufällig (catsual) und
in der Wissenschaft lehre: sollte nur solange gelten,
dasMenschlzeitkben,als ein or- bis künftige Zeitalter das
eanisches Ganzes, in einen of- ächte finden würden. S.
finen Bund allergienschen rnit „ Runsturkunden " B.
bewufster Kunst zu bilden.« Abth. a, S. 477 Note, ver-
bunden mit S. 285 , und
Er ist auch fest überzeugtz vergl. die Artikel: Jr.go-
sowol „dafs diese Idee bei Y.A.ii und DelAcnE.N.A.c!)
32 HELDMANN. HELDMANN.

könne und werde, als was denn, in der Offenheit lag


Er gelehret hat," und. ;;dass, ein wesentlicher Grund des.
sowie Jemand diese Einsicht Sieges, welchen das Chri-
gewonnen hat> auch sein stenthum üb erHochpriester-
Hers und Gemath die volle thum und törnisclie Despo-
Einstimmung geben werde, tie davon trug,
für die Gestaltung des Le- „solange noch in der Eirehe
bens nach dieser Einsicht und im Staate Trennungen und
aus allen Kräften durch alle Spaltungen der Menschheit fort-
sittliche und. gerechte Mit- dauern und solange in diesem
Zustande Einrichtungen beste-
tel zu wirken. " hen, durch welche die Men-
Wer die seit d. I.,181.0 im schen nicht in Dem , was al-
Druck erschienenen Reden. lein sie unauflöslich, vereinigt,
und Gedichte deutscher Ma- in der Gesinnung der Liebe und.
deren Bewährung in der Tu-
sonen lieset, der wird auch gend, befestiget u. dadurch ver-
den erhebenden wohlthäti- bunden, sondern in Selbstsucht
gen Einflurs , den dieses und Eigendünkel getrennt wer-
Bruders Schriften gehabt, den, solange wird unter den.
.ficht verkennen,. Dieser Menschen auch eininstitut no th-
wendig seyn , welches diejeni-
Einflurs wird von ?rage zu gen Grundsätze bewahrt, auf
Tage wachsen und die ihm welchen die Einigung der Men-
widerstrebenden Gesinnun- schen beruht, und daraus 'nicht
gen werden sich in die ge- blofs-ein todtes Wissen, sondern.
eine practische -Übung , macht.
rechte Würdigung der Ver- Unstreitig ist es die Bestim,
diens teKrause' s umwandeln. mung dieses Instituts, ebendie-
, So lange aber unter den Se Gesinnung und deren Aus»
Menschen noch nicht das Ver- übung zu einem Gemeingute
langen allgemein seyn wird, aller Menschen zu machen.
auf deren Stimme zu hören, und Wird sie aber dadurch ein Ge-
sich darnach zu richten; " meingut dafs man das' Mittel
.Man versteht Krause'n vernichtet, sie zu bewahren?”
falsch, wenn man glaubt : er Warum soll denn noch in.
fodere zur ersten Gründung unseren ,Tagen ein geheimes
des Menschheitbundes, dafs Institut diese Grundsätze
schön alle Wienschen zur wahren? Sind sie nicht in
fserung - jenes Verlangens der Lehre Jesu, in den. L ehr-
oder zur Ausführung dieses büchern aller Philosophen,
Entwurfs reif seyen. Mö- in unzähligen Volksschrif-
en nur Wenige sich verei- ten alloffen vorhanden?
gnen: allein, sie müssen es Besser wäre es, wenn ein.
pfien, , und lauter, und ehr- solcher Bund diese Grund-
lich, wie Jesus und die Sei- sätze practisch bewährte
nen, und die erstenChristen ; aber, eben das Geheimthun.
HELDMANN. HELDMANN. 33
und Hehlen ist der Haupt- Azcfsen gekommen sind,*) als
grund, dafs gerade in ihnen Ergebnisse der freien Ent-
die Grundsätze, worauf die wickelungvonWissenschaft
Einigling der Menschen be- undKunst, durch die Philo-
ruht , am Wenigsten befolgt sophie alter, n euer und neue-
werden können, und sehr ster Zeiten, früherhin vor-
oft die Herzen, die, in sol- züglich durch die Culdeerund.
chen Ge g ellschaften einen im 3.1717 durch Benutzung
Punct der Vereinigung zu der Gedanken des Comenius
finden, hofften, darin neuen und des Seidemts, (s. „KU."
Versuchungen und Anrei- 13.2, Abth. 2, S. 1 —36, ver-
zungen zu Trennungen und bunden. mit B. 1, Abth. 1,
Feindseligkeiten begegnen. Vorbericht, S. CVIIINote I)
Es ist eine thörichte An- und dafs selbst die Nlyste-
marsung und eine unange- rien der Qriechen. und Rö-
messene Foderung, dafs mer, sowie der Essäer, das
ein solches im Geheimen Gute, was sie enthielten,
schleichendes, im Vorhält- der uralten Wissenschaft-
nifs zum Ganzen nur aus we- forsch.unginIndien und Per-
nigen, gröfstentheils nicht sien verdankten und es nur
wissenschaftlich gebildeten aus vorlibergehenden Veran-
und nur zum kleinsten Thei- lassüngen verhehlten.
le der Wissenschaft sich Nachdem der Beurtheiler
widmenden , Menschen be- P. p. , wie oben erwähnt
stehendes Institut je die wurde, versichert hat „es
Hauptursache, das Haupt- sey dafür gesorgt, dafs es
mittel, oder nur Eins der nicht so vielerlei Freimau-
Hauptmittel, werden könn- rereien geben könne, als es
te, die erstwesentlichen Freimaurer gebe,"— (durch
Wahrheiten zu erforschen, welches Vorgeben selbst er
deren Einsicht sich zu er- zu erkennen giebt, dafs er
werben, und sie entweder Logensysteme im Sinne hat-
zu bewahren oder zum Ge- te , dafs aber seinem Geiste
meingute der Menschheit das ewige Urbild der Frei-
zu machen. Diefs ist das maurerei, wofür wol die es
Werk der .Philosophen und betrachtenden Augen sich
Wissenschaftforscher und ist verdz,inkeln , welches aber
zu jeder Zeit ihr Werk ge- selbst nicht perlindert wer-
vvesen. Br. Krause hat ge- den kann, noch nicht vor-
schwebe,`)--fährt er so fort,
schichtlich erwiesen, dafs schwebe,)
dieBruchstücke reinmensch-
licher Lehre in die Brüder-
schaft der Freimaurer von *) £s. oben S. Sp. a
3
34 HELDMANN. HELDMANN.
Es hat uns nothweiidigpcre- mann, indem er in den Ideen-
schienen, diese kleine Einlei- kreis des Denkers Krause
tung vorauszuschicken , indem
wir unsern Lesern di an g ezeig- eindringt, — die von Die-
te Schrift mit all' der Wärn'te fern gemachten Entdeckun-
anempfehlen, womit sie jeden gen im Gebiete derGesch ich-
Menschenfreund erfüllen mufs, te und Wissenschaft erfafst,
thcils um unsere Empfehlung
selbst vor Mitsverstandnissen zu
— von der Richtigkeit der
bewahren, theils um auch de- "daraus gezogenen Folgerun-
ren Leser auf denjenigen Stand- gen durchdrungen , diese
pullet zu stellen, von welchem sich aneignet, — von dem
aus sie solche richtig Seinigen hinzusetzt und ein
beurtheilen können, Denn an-
eVerict von der' Bruder Rrau- Werk schreibt, das eben-
sie , gehört auch der Ved. zu dieselben Grundideen ent-
denjenigen., in ihrem Streben hält , welche Krause bereits
achtbaren, und. nur in ihrem der gelehrten Welt entwi-
Beginnen irrenden Menschen,
die da wähnenaus der Frei-
ckelt hatte , Heldmann
maureei chheitbund
er einen IVIens sollte von Krause' s Überzeu-
machen zu können, und die, gungen in gleicher Mafse
sich weiser dünkend, ais ihre angesteckt seyn, als die jiin-
Mitbrüder , diesen den eg gernLogenbrüder durch ih-
weisen wollen, wie Dasjenige
zu verwirklichen sey, was nach re Meister von der Hehl-
ihrer Meinung durch. die Mau- sucht und dem Wahne,
rerei beabzweckt wird. oder ob die Masonen Geheimnisse
doch-beabsichtigt werden soll- besä:Gen und die .Kunst ver-
te.“ stünden, die hermetisch ver-
Wenn ein 'Gelehrter die schlossene Kapsel mit 'ihrem
Untersuchungen eines an- köstlichen Inhalte zu öffizen,"=
dern Gelehrten mit Geistes- angesteckt zu werden pfle-
freiheit prüft und nach die- gen ?.(vgl. oben B. 1, S. 302,
ser Prüfung die Resultate, Sp. a!
welche Letzterm sich darbo- jeder Vernünftige findet
ten , als bewährt anerkennt es natürlich und keineswe-
und in seinen eigenen ges anstöfsig, dafs Männer,
Werken weiter entwickelt, die wirklich tiefere Einsich-
kann wol von einem solchen. ten in den Gegenstand ha-
reinmenschlichen und sitt- ben, .kliiger als ndere,
lich freien, die Verbreitung seyn wollen , — das heilst
der Wahrheit und das Ge- im Grunde:, dafs Diese sich
deihen des Guten auf Erden herausnehmen , Jenen das
fördernden Verhältnisse der Spiel zu verderben. (Vgl.
unedle Ausdruck der A aste- „Felder' s Rückblicke auf die
ckung gebraucht werden ? — letzten 6 Jahre seiner Lo-
Wie ? {ler Denker Held- genthätigkeit!") Es kann
HELDMANN. HELDMANN. 35
und darf aber einemManne, legenheiten der Gesellschaft
wie-Krause, gar nicht auf das mündlich oder schriftlich frei zu
Klüger— seyn — wollen an- äufsern und zu geselliger Prü-
fung. vorzulegen, versagen, so
kommen ; es kommt ihm würde sie zwar nicht ohne Bei
vielmehr blofs auf die Mit- spiel handeln, jedoch ihre Wür-
theilung der höhern Ein- de selbst aufgeben und sich S01,
sicht an, die ihm gewor- chen Gesellschaftengleichstel-
len, welche sich durch ein ähn-
den, und die er als über sei- liches Verfahren die Verachtung
ne, und jede _Persönlichkeit und den Fluch der Nachwelt zu-
unendlich erhaben, erkennt. b haben. Von der Frei-
„Ich lege," — (erklärte er xnaurerbrüderschaft aber , wel-
sich in einem Schreiben, welches che, wie Brüderaller Systeme
dem zweiten B. der „ Nunst- einstimmig behaupten, der Ver-
urkunden" Yorzedruckt ist, S. edlung der Menschheit ganz vor-
XVI f.) — „meine Überzeugun- züglich, und zwar ganz allein
en und deren Gründe in die- dieser, gewidmet ist, sollte am
sem Werke freien Männern nur Wenigsten zu befürchten seyn,
zu freier Prüfung vor und sehe dafs sie ihren Mitgliedern das
nicht ein, wie der Wille irgend. Recht der freien Mittheilung
einer Mehrheit durch eineSchrift in Angelegenheiten der Gesell-
eine Beschränkung erleiden kön.- schaft beschränken oderwol gar
ne, welche ja sogar ein Jeder un absprechen könnte. "
gelesen lassen kann, sobald er An einem andern Orte
will, und welche gesellige und (im Vorberichte des 1. Ban-
gesetzliche Gesinnung überall
empfiehlt und durchaus mit brü- des, S. XLI ; ) äufsert er
der liehen Gesinnungen gedacht ferner:
und im brüderlichen Tone ge- „ Was die Wahr/zeit an sich
schrleben ist. Ich greife ja da- betrifft, so ist sie von sich
durch nicht in die Regierung u. selbst Zeuge; und es ist völlig
Einrichtung der Logen eigen- gleich , durch Iren sie ausge-
mächtig ein, nehme keine Par- sprochen werde; allein, vorm
tei, bekämpfe keine Partei, bil- (fern Menschen , der sie aus-
de keine Partei; ich lasse nur spricht, zeugt sie nicht. Den
die Sache selbst reden, lege nur Menschen dagegen mufs ge-
offen dar, VVas ich für wahr schichtliche Wahrheit üb cri la up t,
und gut halte; ich will nur von sowie auch die geschichtliche
Denen gehört werden , welche Wahrheit , heilig seyn, durch
mich hören wollen ; ich stütze Wen und wann wichtige, bese-
mich nicht auf äufseres Ansehen, ligende Wahrheiten unter den
blofs auf Gründe. Im Reiche der Menschen an% Licht gebracht
Wahrheit gilt der Wille Nichts, worden sind.. Die Wahrheit
nur ; ich habe mit dem ist Gottes und aller ihm ähnli-
Wi'len' weder des Einzelnen, cher Geister ew4gestigentlium,
noJa irgend. einer Mehrheit, zu. — nicht vorzugweise das Ei-
thun. — Wollte eine Gesell- ,genthurn eines Einzelnen oder
schaft ihren Mitgliedern das hei- ener
i Gesellschaft Einzelner. —
ligste und zur Ausbildung der Das , was ich erkenne, ist sä
Menschheit wesentlichsteRecht, natürlich und so klar, dafs es
seine lieber zeugungen in Anc,e- jeder andre Mensch auch als
36 HELDMANN. HELDMANN.
wahr finden, gefunden haben seyn, wenn er besonders dar«,
oder noch fin gen kann, sobald er auf Verzicht geleistet hätte.
in diese Gegend der ewigen und Der Bund der Freimaurer und.
geschichtlichen VS,Tahrheit auf- sein Bestand in der Welt ist ei-
merksam hingeschaut hat oder ne so höchst merkwürdige Er-
noch hinschauen wird, Es lebt scheinung, dafs sie jeden Ge-
derselbe Geist in uns Allen ; und schichtforscher, jeden
Wahrheiten werden nickt er rIZTP. jeden Menschenkenner und.
dee, nicht gemacht, sondern Mors Menschenfreund beschäftigen
Befanden, weil sie da sind ; und niufs. Wer darüber Aufschlüsse
jeder Suchende kann und wird und sichere Nachrichten zu ge-
sie finden, wenn er nur sonst ben vermag , verdient durch
dazu vorbereitet ist." deren Mittheilung den Dank
Aller.“ —
Wegen der Herausgabe
des Heldmann'schen Werks Da indefs Br. H. sich neuer-
spricht, der Beurtheiler den lich entschlossen hat, seine
Verfasser „in Bezug auf sein freimaurerischen Schriften
Verhältnifs zum Bunde und in den offnen Buchhandel zu.
seine Verpflichtung gegen geben ; so wird und mufs er
denselben" von. allem „Vor- nunmehr bei jenen Grofslo-
wurfe der Treulosigkeit " gen in gleiche Verdammnifs
in Gnaden frei und giebt in mit Krause'n und Anderen
Hinsicht auf das Drucken- seines Glaubens kommen;
lassen mehr zu , als die und es wird höchst wahr-
hamburger, berlüzer und an- scheinlich dafür gesorgt
dere Grofslogen., ohne auf den. werden , dafs die jüngeren
oben S. 342 des B. I ange- T__,ogenbrüder diese seine
führten Ausspruch des Brs. Schriften nicht lesen dürfen.,
Zschokkezu achten, vergön- Sodann stellt der Beur-
nen v ollen. „Denn!' sagt er, theiler den richtigen Satz
„ das Versprechen der Ver- auf:
schwiegenheit kann natürlich „Die Kenntnifs der wahren
sich nur auf Das beziehen , was Geschichte einer Sache trägt
in der Loge unter der Bedin- unendlich Viel zum Verständ-
gang der Verschweigung mit- nifs der Sache selbst
gethellt wird. Keineswegs ist Indem er aber hinzusetzt:
dadurch einem Freimaurer ver-
b o ten, überhaupt über 'reim au.-
" Es ist nicht möglich, Diefs
rerei zu. schreiben, noch weni- schöner zubeweisen, als es der
Verfasser selbst gleich auf den
ger, Dasjenige zusammenzusu-
beiden ersten Seiten thut, die
chen , zu ordnen und zu ver-
wir darum abschreib en , um ei-
breiten was aufser .den Logen nen Vorschmack von dem Ver-
sich über das Daseyn, die Ge-
gnügen zu geben, was Schreib-
schichte und Wirksamkeit des
art und Inhaltsfülle dem Leser
Bundes vorfindet. Diese Be- gewähren;
fueifs, die la jedem Uneinge-
weihten zusteht, würde dem hat er nicht bedacht, wel-
Eingeweihten nur zu versagen cher nicht geahaeteMifsgriff
HELDMANN. HELDMANN. 37
ihm damit begegnet. Er seine Zukunft weise vorgebil.
preiset, Was Krause'n an- det und ausgeführt werden.
gehört; wie bereits im Ein- Zwar enthält der Urbegriff al-
les Wesentliche auf Einmal, al-
gange des gegenwärtigen so mehr , als jede endliche Zeit
Abschnitts gesagt wurde. darzustellen vermag , und die
Die vom.
—JedmasSin! Anschauung desselben , sowie
Beurtheiler angeführte Stel- des nach dem Urbegriffe sebil-
deten Urbildes (Ide21s) , ist da-
le ist dem Inhalte nach her, der Urquell vollwe-
ganz , und .gröfstentheils s en tclier , schöner Gegen wart
auch den Worten nach, aus und Zukunft, das Erstwesent-
dem Krazise'schen Werke ent- liche. Soll aber dem Urbe-
71077M672. (Dieses wird nicht griffe g-emäfs eine neue Gegen-
wart und Zukunft mit sittlicher
bemerkt, um den würdigen Güte , mit Weisheit und mit
Er. Heldmann wegen dieser bewursteilitinst wirklich wer-
Benutzune einer öffentli- den , so xnufs zuvor und zu-
chen Schrift zu tadeln, zu- crleich die Vergangenheit und
Gegenwart stets retnwesentlid
mal da er seine Quellen of- erkannt , daraus der geschichtli-
fen anführt, sondern damit che Begriff gebildet, dieser dann
das unredliche Verfahren auf den Urbegriff bezogen. end-
hehlsüchtigerMitglieder des lich auch nach ihm und nach.
Logenthums auch in diesem. ,dem umgebenden Menschheit-
leben beurtheilt werden, damit
Beispiele an den Tag kom- auf diesem Wege ein stetig wei-
me.) Man vergleiche die aus ter bestimmbares Musterbild des
dem Vorberichte der ,,KU.c‘ Bundes entstehe, wonach dann
in der zweiten Aufl., auf S. derselbe in stetig steigender
Kunst und Schönheit höher
XXXIV f., oben B.1, S.276 f. und vollwesentlicher ausgebil-
und, auf S. LXXVI f. in det werden könne. — In die.
„Silber's Briefen " S. 49 f. sen Verrichtungen zeigt sich die
,Note, wieder abgedruckte, Weisheit des .L.,ebena, ansden
insbesondre aber die nach- wirksam ; und nur im Lichte
dieser Weisheit ist es möglich,
stehende, Stelle aus B. 1 der das Menschheitleben im Gan-
„KU.," Abth. 1, S. 3 f.! zen , in allen seinen Theilen
„Einem jeden geselligen Ver- und in allen inneren Vereinen
eine ist die Erkenntnifs seiner (Harmonieen) derselben mit
Geschichte wesentlich, 'wenn er schöner Runs tfer tigkeit weiter
sich als einseschichtlichesWerk auszubilden,"
in der Zeit weise und kunst-
reich entfalten soll. Denn, erst Auchvernehme d Leser,
im Überblicke der Geschichte Was Er. Stieglitz in 'seinem
tritt er als ein wirkliches Lebens- gehaltvollen Werke: "Von
ganzes vor die Augen ; nur im Altdeutscher Baukunst , "
Anschauen seiner Geschichte
kann auch seine Gegenwart
(Leipzig 1820; in 4;) S.
nach dem IVIafse der Urbegriffe 225 f., von Heldmann's
(Ideen) richtig beurtheilt und Schrift sagt !
88 HELDMANN. EELDMAN N.
„Mit Ausführlichkeit behan- " Sie ist ein offenes Bekennt-
delt If. die Baucorporationen nifs vorn Jahre 1555 , ausge-
der Römer und die Baubrüder- stellt von den zu dem Ende von
schaften des Mittelalters und 19 Logen deputierten Meistern.,
stellt ihre Geschichte und ihr um den schon damals , beson-
Wirken. dar. Macht dieses Buch ders von der Clerisei, verbrei-
keine Ansprüche auf neue Ent- teten Verliiumduugen der Frei-
deckungen., indem dabei vor- maurerbrüderschaft zu begeg-
Krause's Werk: „die 3 nen, der ganzen Welt offen zu
ältestenhunsturkun den derFrei- erklären welches die ste
maurerbrüderschaft, " benutzt 'rang und der Zweck der Ver.
und. aus ihnen das Neiste ent- bindunG' sey, und eben dadurch,
Zehnt ist, so finden wir doch wenn sie etwa in den voraus
hier zuerst einen Abdruck der gesehenen schweren Zeiten ir-
Statuten der deutschen Bauver- gendwo untergehen sollte, für
eine, die alte strasburger Ordo deren Wiederheestellung, oder,
nung der Steinmetzen, vom J. wenn sie ausartete und ihren
145 9 , und die spätern Artikel Zwecken entfremdet würde, für
der Steinrnetzbrüderschaft vorn deren Erhaltung und Reinheit,
J. 1563, ) Die dritte von 1.1. zu sorgen, Eine von diesen, in
bekannt gemachte Urkunde, aus 19 Exemplaren ausgefertigten,
Cöln, v. 15 3 5, gehort zwat Urkunden ist im Jiihre 1819 in
nicht hierher: sie ist jedoch zu. dem Archive der grofsen Loge
erwähnen, als einer genaztern in dem Haag wiederaufgefun-
Prüfung bedürfend, (in in ihre den und sofort allen hollndi-
Aechthezt manche Zweifel zu se- scheu Logen in beglaubter Ab-
tzen sind ,. :die zu entwickeln schrift maitgetheilt wordenund.
hier nicht der Ort ist." Das mit Recht; sowie 'denn
auch gegen deren. Bekanntma-
Tiber die Authenticität der chung durch den Druck Nichts
nurerwähnten 3 Urkunden einzuwenden ist, da die Ver-
findet der Beurtheiler P. p. fasser dariniausdrücklieh
Nichts zu erinnern und sagt ren dals sie nicht blofs feix die
gegen das Ende seiner An.- Logen, sondern für *alle Welt,
geschrieben sey. Möchten alle
zeige über die dritte Fol- Brüder sich daraus ein Beispiel
gendes, nehmen, einmal , wieweit die
Mittheilung m aureris eher An-
gelegenheiten an Une4rgeweih-
„Die erste Urkunde ist nur ge-
„schrieben vorhanden, die zweite te .gehen dürfe, und näclistdeM,
in dem angeführten Jahre ge- wieweit die eigne Autorität ei-
druckt erschienen. Eine vor ei- nes Freimaurers getrieben wer-
nigen Jahren aus Strasburg er-
haltene Abschrift der älteren den dürfd, der in demselben
Ordnung v. J . 1459 ist von. mir, Augenblick aufhört , frei zu
längst vor Erscli einung des Hehl- seyn und. zu handeln, sobald
mann'scherz, Buches Herrn Dr.
_Krause , zur Bekanntmachungin er, die freiwillig über sich ge-
der neuen Ausgabe seines Wer- nommenen Gesetze zu achten,
tes -1-) mitgetheilt worden.” aufhört. Selbst diese ausgezeich-
Anm. (/es Bis. Stieglitz.
neten 19 Männer erlaubten sich
f)-S. 33. 2, Abth. 1, S. 255 — 318, nur, in Gernüfsheit der gesetz-
u. insbesondere überldie Held-
mann'sche Abschrift S. 256 f. mäfsigen Ordnung zu verfah-
Anzn. des Herausg. ren. "
HELDMANN. 1IEL1D1'TANN. 39
,,Die aufs er ord entli cheWich- caturen des Heiligsten,"
tigkeit dieser Urkunde ist gar Th. 2, (Leipzig, hei Brock-
nicht zu verkennen. Wir er-
sehen daraus, dafs die Brüder- haus,. 1821; gr. 8;) 8. 665
schaft schon im 15ten Jahrhun- —694, zu vertheidigen. Sie
dert den heutigen Namen führ- haben besagte Urkunde am
te. Doch heifst es. in der Ur- Schlüsse jener Streitschrift
kunde ausdrücklich, Bars der-
selbe erst seit 144o aufgekom-
S. 111 — 118 wieder abdru-
in en, und vorher nur der Name cken lassen. So wird dem
Johannisbrüderschaft oder Or- Publicum und den ununter-
den— (Johannes war der Schutz- richtetenFreimaurern durch
patron der Culdeer) — üblich ge- eine unächte, ; von Myste-
wesen sey. Dieses, ferner dafs
auf die Handwerksmaurerei gar riokrypten erlogene, angeb-
kein Bezug genommen, viel- liche Urkunde auf's Neue
mehr ausdrücklich gesagt wird, Sand in die Augen gestreu et !
wie der Orden seinen Ursprung Dieses wäre vermieden wor-
aus den Mysterien der ersten
christlichen Kirche habe, und. den , wenn Br. Heidniann
endlich die besondere ETW 21- auf die innere Stimme,, die
nung, dafs die Benennung : ihm, nach seiner ÄuCserung
Meister, Gesellen und Lehrlin- auf S. 321 in der Note, die-
ge , eine Nachahmung der al- - seUrkunde verdächtig mach-
tern Mysterien sey, also nicht te, gehorcht und eine gründ-
der Stufen gleiches Namens im.
Handwerke, scheint, binläng- liche Kritik gegen dieselbe
lich zu beweisen, dafs die Frei- auscfeübt
c hätte. Umso noth-
amourerei nicht aus den römi- wendiger ist es, zur Auf-
schen Baucorporationen entstan- klärung der Leser hier die
den sey , sondern dafs sie sich
nur erst im l5ten Jahrhunderte Gründe aufzustellen , aus
an die Zunft der freien Maurer welchen Krause die Unächt-
angeschlossen habe , als der heit jenes angeblichen Ak-
Zunftgeist alle b ürgerli eh enVer-* tenstücks thens im „ Her-
hältnisse urnfafste und der Geist mes " a. a. 33 f.,
des Ordens einen neuen Körper
bei dem anmähliehen Absterben und nach ausführlicher, in
des alten bedurfte" u s. w. den ,',Kunsturkunden" B.2,
Ebenso, wie Bruder Abth. 1, S. 262-268, dar-
haben sich die vier .Maurer gelegt hat. In der letztern
täuschen lassen, die in der Stelle sagt er 8.. 203 —26:
oben im Art. GBLÄvELL,
„Die in der urkunde mit
angezogenen Schrift es un- griechischen grasen Buchsta-
ternahmen, die Freimaurer- ben bis N. bezeichneten Sätze,.
brüderschaft gegen die lei- diese angeblichen Aufschlüsse
der! nur allzu egründeten und, für alle künftigen /eiten zu.
dienen, bestimmten Vorschlif-
Vorwürfe und Beschuldi- ten streiten„hinsichts ihres In-
gungen des Professors hein- haltes ebcnEo , als die aal driL
rieh Steffens in den „Cari- vorhergegangenen Seiten e
40 HELDMANN. HELDMANN.
ihr angefährten Stellen, wider die nur in der Unwissenheit
die Hauptergebnisse der allgell des oder der Abfasser derselben
meinen , und insbesondre der ihren Grund haben können.
Inas onischen , Geschichte und.- So heifst es S. 523 , unter E:
sind im Ausdrucke, sowie in „Uns" (19 angeblichen Mei-
Ton und Farbe des Vortrags, stern ebenso vieler Logen)
der angeblichen Zeit des Ur- „ist kein esvv-eges kund gewor-
sprungs des Aufsatzes und der den, dafs diese Verbindung von
diplomatischen Sprache jener Brüdern vor dem Jahre 144o un-
Zeltinsbesondre aber der ter einem andern Namen, als
Spracle aller, als Seht erwie- dem derJohunnesbrüder, bekannt
senen, masonischen Urkunden, gewesen sey, ”" u. s. w.; da
_durchgehens widerartig; auch doch die, nach dem Vorgeben
haben sie ganz besonders mit dieses Aufsatzes , in der Ver-
den ächten masonischen Runst- sammlung zu Can anwesenden.
urkunden der strasburger Hütte „Vorsteher der Logen oder Hüt-
in Gehalt und Form nicht nur ten zu London und Edinbur..9"
Nichts gemeinsam, sondern wi- wenigstens die GeschichtecVer
derstreiten denselben eerade- Masonei in England hätten ken-
hin*). DieserWid erstreit Ist um- nen , und da wenigstens Diese
so entscheidender, da unter der hätten wissen müssen , dafs in
strasburger Corporation auch den britischen Inseln der Name
englische nasonen waren." .Maggo7z, vonjeher der Name die-
. „Noch abgesehen davon, dafs ser Verbrüderungen, und. dafs
das ganze Vorgeben, als wenn der Name: Freemason, schon.
damals, oder je „, „eine dem im loten Jahrhunderte urkund-
Johannes geweihte, sehr gehei- lich vorkommt, so dafs schon.
me, Gesellschaft unter- einem im Jahr 1410 sogar die Freimau-
geheim regierenden Pornos-- rer in London unter dem Na-
eben" " gestanden habe, ge- men: tue society ofFreemasons,
schichtlich unerwiesen und. an staatsrechtlich incorporirt wur-
sich unwahrscheinlich ist, und den ; wie in „Dermott's
durch die einzelnen derselben. man Rezon, " (ed. 1813) S.
in dem Aufsatze beigelegten Ei- XXVI Note‚ wird und.
genschaften und Merkmale mit auch aus andrn gnissen
Zeu be-
erwiesenen Thatsachen der Ge- reits bekannt ist *)
schichte streitet, finden sich. „ Ferner wird von „ „ drei
mich über die Freimaurerbrü- Graden des Lehrlings , Gesellen
derschaft erwiefenerrnafsen fal- und Meisters des Ordens der freien
sche Geschichtangaben darin, Maurer "" als von einer ural-
ten Einrichtung geredet; da
doch geschichtlich erwiesen ist,
4`) „Der strasburger Haupthütte dafs bei den deutschen und bri-
eschieht in dieser Urkunde gar tischen masonischen Vereinen.
eine Erwähnung; da sie doch
für die erste geachtet, und da die-Lehrlinge gar nicht Mitglie-
ihr Vorsteher als allgemeiner, der oder Mitbrüder waren, son-
oberster Richter aller Hütten. dern erst nach überstandenen
vom Kaiser und Reich bestätigt
war. — Schon dieser einzige
Umstand würde diesen Aufsatz
verdächtig machen müssen. —
Die strasburger Ordnungen, und. *) S. die „KI.T.", B. 2, Abth. 2, S,
dieser Aufsatz können nicht zu- 476Note, und vergl. oben B. 1,
gleich Seht und wahrhaft seyn." 8.258, Sp. a bis S. 259, Sp. a!
Anm. des Brs. Krause, Anm. des .Herausg.
HELDMANN. HELDMANN. 41
fünf oder sieben Lehrjahren die her als ächz erwiesenen maso
Mitgliedschaft erhalten konnten, nischenUrkunden vor dem isten
und dafs ein Gradwesen weder Jahrhunderte keine Spur sich
der Sache, noch dem Namen., zeigt. Hierhin gehören, unter
nach in allen jenen Vereinen andern , die Ausdrücke und
durchaus nicht stattgefunden. i1/4) Rednisse: „ „die Aeufseren oder
Weiter finden sich. unter den Profanen"" (5. 310); "durch
unterzeichneten angeblichen 1.9 die ächten Wissen schaften, der
Logenvorstehern oder Meistern Anstalt erleuchtete Meister" "
wol mehre Nichtbaukünstler, (512) ; „A'beichten, Gebräuche
offenbar aber Einer, .2gelanch- und Gewohnheiten unseres ural-
thon da doch die strasbur- ten und geheimsten Ordens ""
ger tirkunden von dem Gebrau- (313); „ „und thun sowol
che, Nichtbaukünstler als Mit- der erleuchteten als verfinsterten
glieder aufzunehmen , Nichts Welt , deren Beider Wohlfahrt
erwähnen, und da auch in Eng- uns am Herzen liegt und uns
land big *zurn i717 den Frei.- eg:frigAeschäftiget, kund und zu
maurerlogen4 soviel mir be- Wissen" " (31.4); „ „den Heilig-
kannt geworden, allemal ein thütnern des heiligen Johannes
wirklicher, ausübender Freirnau- verlobte Brüder" " (515); der
rermeister (Master-Mason) vor- hocherleuchtetePatriarch"(522);
stand, und ihnen nur ein sol- ,, „die Art und Weise, wie
cher vorstehen konnte — ob- .die Str alen des verborgne2iLich-
gleich allerdings in England tes den eingeweiteten Brüdern
von uralten
, Zeiten her ange- und der profanen Welt mitge-
nommene Maurer (accepted Ma- f.heilt und verbreitet werden sol-
sons , oder vielmehr accepted len "" (322) ; „ „die Gesellschaft
Brothers) bei den Logen sich der Profanen" (sollte heifs en
finden. " aller Nenschen, die nicht zum
',
Wenn ferner S. 315 behaup- Orden gehören) — (325); „„No-
tet wird': der " Orden der Frei- vizen" (statt Candidaten, An
maurer"' stehe mit keinem suchende) 325 ; und dergleichen.
geistlichen, noch weltlichen, Mehres." Dieses sind die haupt-
Ritterorden, weder unmittelbar, sächlichen Gründe, wershalb
noch durch ein Zwischenband, ich diesen vom Br. Heldmann
auch nur in der geringsten als eine ächte Kunsturkunde
Verbindung ;"" so ist auch der- aufgestellten und angewandten.
selbe, in dieser Allgemeinheit, ge- Aufsatz als unächt -und unterge-
schichtwidrig; — wie die zu. schoben erkenne.— D urchWen,
Can angeblich. anwesendenMei- wann, und zu welchem Ende,
ster aus London und Xdinburg Dieses .geschehen, zu untersu-
hätten wissen müssen. " chen, ist nicht meines Berufes
„Aufserdern redet dieser Auf- und gehört nicht hierher. —
satz auf's Treuste und Offenste In des Brs. Heldmann Wahr-
die Runstsprache der sogenann- heitliebe und VVahrhaftigkeit
ten „ „ Linp:eweiheten der höhe- setze ich keinen Zweifel, und
ren Grade" " neuerer und neu- erwarte, dafs Derselbe, nach
ster Zeit , wovon in allen bis- Erwägung der hier vorgetrag-
nen Gründe , mir auch hierin
beistimmen werde."
) 8. oben den Artikel: GaADE, Trn „Hermes fügt:Krau-
8. 1, S. 419, Sp. a, u. S.459, Sp. b f.
Anm. des Herausg. se den vorigen Vuncten,
42 HELDMANN. HENRIETTE MARIE.
welche den Verdacht der selbst die Schürze jenes Bru
ünächtli eit begründen, noch ders welche Dessen Witt-
hinzu; we, nebst seinem übrigen
" Diehierarehsch-detspielsde Maurerschmuche , an die
Verfassung, welche diese Ur- Loge zurückgegeben hatte,
ki.mde ausspricht, ist mit der: -
Lehre und Handelsweise der
worauf:* * Voltaire sie
Culdeer im geraden'iderstrei- iiutste. 0 . (las wiener ",) 01/1.-
te, so dzas die von Heldmann nal fä• Fre rnaurer, " 1784,
5.335 defshalb geäufsertenVer- Quartal 2, S. 232 ! j •
rnuthungen sehrunwahrschein- HEmiu ANN. (Jou.
lieh sind. ‘c]
Doctor in, Berlin, gab
HELEH A HELEHAM ; Mit FF. B. ffyinrnen die
der Name Eines der von Sa- ersten drei Hefte der „Frey-
lonvon --zur Aufsuchung des meiurer-_Bibliothek" (s'. diesen
vernasten Meisters JE l'a77Z Artikel!) heraus.
abgesandten auserwählten HENIN; ein in den höhern
Meister, weicher auch den Graden bedeutendes Wort.
Leichnam des Erschlagenen Hr,NoE; ein in mehren
zuerst entdeckte, schottischen Graden bedeu-
11LLios (die Sonne); ein tendes Wort.
in einigen höhern Graden 1-1E.NRTETT.E. MAniz,Toch.-
bedeutendes griechisches ter Heinrich's Königs
Wort. von Frankreich, und seit
1-IELLLEt y cnTEND heifst 1625 Gemahlin des enthaup-
eine Ahstimmung, wenn sie teten Königs von England
einstimmig ist und also klar Carl — Sowie damals
und leuchtend die Meinung dieser unglückliche König
einer versammelten Loge und sein trauriges Ende in
darlegt. der Mythe des Meistergra-
LVETTEN; S. SCHWEIZ. des der Brüderschaft in der
HnliVETILTS CL.A IMIITS Person iliram's allegorisch.
ADBIAN)' Einer der ersten dargestellt wurde , so be--
Philosophen Frankreichs, trachteten die Anhänger des-
[Verfasser der Werke: de selben -unter. den Maurern
l'Esprit und de 1' 1-ionune.,] seine hinterlassene Wittwe
veb. zu Paris im J. 1715, als die Wittweihres_ersch- ia
gest. am 28. December 1771. genen Meisters und nannten
—Er war bis an seinen Tod sich selbst die Söhne der
Mitglied der Loge des Neuf Witwe [lesenfan,9 de la veu-
Soeurs in Paris. [Als im T. ve ; parcequ' apres la mori.
1778 Fokaire in ebendersel- de notre respectable 1Vlaitre
{g en aufgenommen wurde, les IVIaons prirent soin de
band ihm der Grofsincister sa qui, veuve „ et
HEPHAESTION. HERMES. 43
dont ils se dirent les enfans, dition des circulaires. V.
./ldon/iiraln les ayant tou- „Acta Latom.," T. p. 94! j
jours consideres comme ses HERMES TR/SMEGISTITS
FrZ3res." Voir Je „Neces- (d. i. der dreimal Grölst e),
saire ma9onn., par Chap- wurde von den, Ägyptiern,
pron," p. 101!— Dagegen. als Erfinder derBu.chstaben-
heilst es in den älteren Aus- schrift- und aller anderen
gaben der sogenannten per- dem Menschen nützlichen
rath en en Orden (s., z. 13., "Wissenschaften , göttlich.
l'Ordre des Francs -- verehrt. Es fehlt übrigens
ons trehi ; " h Amsterdam jede positive historische
1745; in 8. ;* p. 167 sec!. ): Nachricht über ihn, so dafs
„Demcinde. Lorsqu'un Maon man selbst der Meinung ist,
se trouve en danger, que dafs es blofs ein allegori-
doit dire et faire, poias
appeller ses Fferes L son. scherName sey. DieAlche-
secours " misten betrachten ihn als ih-
„Riponse. 11 doit mettre ren ersten Lehrer und Pa-
les rnains jointes sur sa
tron. [Voir „l'Histoire de la
tute, les doigts entre- Philosophie Hermetique;
lac6s , et dire: 4 moi,
les Enfans ( OU Pils)
par l'Abbe Lenglet dis Fres-
de la Veuve!" ne," T. 1, (ä. la Haye 1742;
Que signifient ces mots?" in8.;) p. 7-171.]
„R. Comme la Femme d'Hi-
ram demeura Veuve, quand
son man eut 6t6 massacx6, [Die erste Abh. im wiener
les Ma 9 ons, qui se regarclent „Journale für Freymaurer,"
comme les Descendans Jahrg. 1 (1784), Qu. 1, S.
s'appellent Pils (" -17 ff.: „über die Nlysterien
Enfans) de la reve."3
zt
der Ägyp ti er' von .1gnaz von
HEPTIAESTION; siehe VON Born, enthält S. 30 und 32 f.
SA c KEN» Nachstehendes. ---
HERBERT (WILUEL111); S. „net , -welchen die Phöni-
PEMB ROCKE- cier Thoaut , die Griechen Her-
mes und die Römer Nereurius
HERnpom; s. HERopom. nannten , gab den Agyptiern
HIUCOURT (DuTRous- den ersten TJnterricht in Wis-
su rr o'), Präsident des Parle- senschaften und Anleitung zu
den Kiinsten. Er bezeichnete
inents inParis, war im 3.1773 die natürlichen Körper mit ei-
Einer der Stifter des Systems genen Namen, erfandi Me-
der Philaleten daselbst [und thode, Gedanken durch Sinn
bei den Conventen dersel- bilder auszudrücken , brachte
ben in den 3.1785 und 1787 die bürgerliche Verwaltung in.
Ordnung, führte ,gottesdienstli-
Einer der Cornmissaires-aux ehe Gebrauche ein , errichtete
archives, charges de l'expe- Tempel und bestimmte Priester,
44 NERWIES. 'HERNIE S.
die sich ganz denselben widmen ten , dessen Grundregel die Rei-
mursten. Er beobachtete den nigkeit der Sitten und Wohl-
regelm äfsi gen Lauf der Gestirne, thun war, — die kein anderes
pflanzte ölbäurne und brachte Glück , — keinen andern stolz,
die ersten Töne aus der Ley- „kannten , als irgend ein Denk-
er hervor. " mal ihrer Sorge für das Beste
' ,Her nies der Zweite, ein Sohn. des Landes_, das sie beherrsch-
des Agathodemor verdient un- ten , zurückzulassen, — die, da
ter den K.önigen des alten Ägyp- sie zugleich Mitglieder des 'Nie-
tens , die sich dusch wohlthä- sterthumg, --Mitbewahrer der
tige Handlungen des Thrones Geheimnisse, waren, das Beste
würdig machten , vorzüglich. der Religion sowol des Staats,
genannt zu werden. ET verbes- als mit ungetheiltem Inter-
serte die Götterlehre des Volkes, esse besorgten. " Vergl.
entdeckte die Grundsätze der „Bruckeri Instim hist. philos."
4ilrithmetik und der Geometrie, p. 56-601]
führte , statt der Symbole,
roglyphen ein und, errichtete

ztvez Säulenz, auf welche er mit [Über die untergeschobe-


diesen von ihm neu erfundenen ne Schrift : „Hermes Tris-
Schriftzeichen. den ganzen Um- megistus Poemander oder
fang der ägyptischen Wissen-
schaften einhauen liefs , in der von der göttlichen Macht
eitlen Hoffnun, sie zu verevvi- und Weisheit aus dem Grie.
gen : allein, oder Nil brach in chischen übersetzt und mit
der Folge seine künstlichen und. Arunm. begleitet von .Diete-
natürlichenDämme durch, über- ri9h Tiedemann ," (Berlin u.
schwemmte Ägypten, rifs die
steinernen Denkmale der ägyp- Stettin 1781; in gr. 8. ;) sagt
tischen Weisheit nieder; und Tiedemann in der Vorrede
Künste und Wissenschaften unter andern S. XVIII —
.- eine lancre
gen lange Reihe von Jah- XXII
ren danieder, bis Hermes
inegistus erschien, der die zer- „Alle im- Poemander — (d. he
streuten Überbleibsel der vor- der göttliche Verstand , der die
maligen Kenntnisse aufsamm- Menschen erleuchtet, ) ent-
lete, den Schlüssel zu. den Hie- haltene Bruchstücke sind aus
roglyphen wieder fand, jene verschiedenen Schriften ver-
verbesserte und diesen denZünf- schieden denkender Männer ge-
ten. der Priester anvertraute, die zogen. Der Meisten Hai au?tab-
ihn im Innersten des Tempels, siehtgeht dahin; die christli-
als den heiligsten Schatz, auf- che Religion mit, einem gewis-
bewahrten. sen neuplatonischen und kabba-
„Diesem Wiederherstellender listischen Enthusiasmus zu ver-
Wissenschaften und Künste ver- binden, und deren Lehren aus
dankt Ägypten den Glanz und. philosophischen Grundsätzen zu
Ruhm, welchen es nachher be- erklären." — —
hauptete. Täglich wuchs das „Diefs Alles wird , in dem
Wohl des Landes , das durch Mantel der Offenbarung und des.
die weisesten Gesetze geleitet, Geheimnisses gehüllt, zur Mystik
durch. Fürsten regiert wurde, gemacht. Ehe Alexandrien aller
die alle zu einem Orden gehör- Philosophie und Gelehrsamkeit
HERMES. HERMETIK. 45
Hauptsitz wurde , hatte Mystik allmählich der E in vvohn erF arb e
unter den Griechen nicht viel an sich, kleidete sich in ägyp-
Raum gewonnen. Pythagoras tische Ausdrücke und suchte,
und Einige seiner ersten Schü- sich mit ägyptischen Vorurthei-
ler fiengen zuerst an, in mysti- len zu vereinen. Daher fiengen
schem Tone zu reden, und von die neuem Platoniker nach und
Offenbarungen sich Manches nach an, den schwärmerischen
entfallen zu. lassen. Xenophon Theil von ihres Lehrers Verlas-
nennt defswegen die Pythago- senschaft vorzüglich anzuwen-.
Tische Lehre eine wundervolle den, ihn mit Zusätzen aus ägyp-
Weisheit; und nach glaubwür- tischen Tempeln . zu vermehren,
digen alten Zeugnissen sprach. und von Erscheinungen und
Pythagoras von Göttererschei- Beschwörungen der Geister zu
nungen u. aufs erordentlichen° f- reden."
fenbarungen. — Allein, unter „Die Liebe zum Wunderba-
den Philosophen wurde Diefs ren wurde durch die immer
weder allgemein; noch dauer- stärkere Ausbreitung des Chri-
te es lange. Der Philosoph, zu stenthums noch mehr angefacht.
sehr Freiheit athmend , und Da die Philosophen sahen, dafs
theils durch geraden Menschen- dieses neue System dem ihrigen
verstand zu sehr geleitet, suchte, gänzlichen Umsturz dröhte, —
durch eignes NaclidenkenWahr- dafs Wunder vorzüglich Prose-
heit auszumitteln.. Dazu kam, Iren machten ; so durchsuchten
dafs man von ihm Beweise ver- sie eifrig den ganzen Wust von
langte und er folglich in dem Priesterfabeln, um sich , wo
Vorrathe seiner eigenen und an- möglich, auch zu Wundertha-
derergewöhnlicien Begriffe ten emporzuschwingen. Kalte
tief nach ihnen forschen mufste. Menschenvernunft ward ihnen
Wer aber sich mit gründlichem zum Ekel ; und konnten sie
Raisonnement und. ernstlichem aufser sich kein Wunder wir-
Forschen nach Wahrheit be- ken, so erfüllten sie wenigstens
schäftigt, Dessen Einbildung- ihre Einbildungkraft mit Er-
kraft wird nicht mehr Thätig- scheinungen , Anschauen und
keit genug zu Entzückungen be- Offenbarungen, deren Wirk-
halten können." lichkeit ihnen so leicht nicht
' ,Ein Land, wie Ägypten, streitig zu machen war. Hier-
voll des blindesten Aberglau- zu kam noch der Eifer, dem
bens, seit Jahrhunderten durch. Christenthume wenigstens da-
Priesterkünste mit Geheimnis- , durch Abbruch zu thun dass
sen und Göttererscheinungen er- sie dessen Achtheit verdächti
füllt, — dessen ganze Luft machten und es aus uralten un d
Nichts , als blinden Enthusias- ehrwürdigen Quellen herleite-
mus , duftete, konnte nun den ten. Man nahm also Einige
Geist der Schwärmerei wieder von dessen hervorstechenden u.
beleben. Sobald Minerva in. auffallendsten Lehren, versetzte
Alexandrien ihren Thron auf- sie mit philosophischen Ideen
geschlagen u. der PtolenziierFrei- und stellte sie dem Volke als
gebigkeit Gelehrte dahin gelockt längst von liernzes vorgetragen
hatte , Eieng die griechische dar. "J
Weisheit an, um ägyptischen
Beifall zu buhlen. Angesteckt TUME TIS C11 ;
von des Landes Luft, nahm sie s. At cHzzuz.
46 HERMET. MRERET. IJEROD. v. K1LWINN.

HERMETISCIIE MAURE- ne eigentliche Bedeutung


BEI ; s. oben B. 1,5 327, den ist aber das heilige Baus, da
Art. : die hermetische rn,LI- es aus den beiden griechi
MAUREREI.i schen Worten : i`Jed,g Kuog,
HEBODOM H- t - gebildet ist. Da nun die der
Dieses -Wort wird oft fälsch Hinrichtung entgangenen
lich ILeredoni, oder liarodinzi Tempelherren unter Bobert
[d. i. Aufseher ; 2 Chrom. Könige von Schottland,
II, 181] geschrieben und. mit dem St. Andreasorden
in Ansehung desselben ge- von der Distel vereinigt
wohnlich angegeben, dafs worden seyn sollen ; so wür-
es der Name eines Berges de sich die Benennung des
bei Kilwinning sey: *) sei- Ordens vom Herodom durch
Orden des heiligen Hauses,
oder des heil. Tempels, über-
**) [In dem Fragstücke des setzen lassen und auf diese
Grades: Grand Architecte,' Weise obige Meinungbe-
keifst es unter andern:
stätigen. S, auch ROBERT I.
" Fr. An welchem Orte habt
ihr eure erste Loge gehal- und den folgenden Artikel!
ten? .‘ HERODOM VON KILWIN .,
Zwischen drei den DUNG (DER KÖNIGLIClIE 011 .-
Profanen unzugängli- DEN VOM); der Name der
chen Bergen, wo nie
ein Hahn gekrähet, ein frohen Grade der königl.
Löwe gebrüllt, noch' G-rofsen Loge in Edinburg.
ein Weib geplaudert (S. EDtNBURG und HILWIN-
hat, — in einem tiefen NING1). Die erste Entste-
Thale — („wo Frie- hung dieses Ordens findet
de, Tugenden und Ein-
tracht herrschen." — sich in dem St. Andreasor-
Zusatz in dem "Wecueil den von der Distel, (s. Ro-
precieux de la Mat;onn.
Adonhiramite," Phi-
ladelphie, 1787; in 12 ;) A. Es liegt zwischen
Part. 2de, p. 104, wo Westen und. 'Norden
aber die hier stehenden von Schottland, ai
Worte : „wo--hat,‹ ende der Sonnenbahn,
fehlen.) wo die erste Loge der
„Fr. 'Wie heifsen diese drei Maurerei gehalten wur-
Berge?" de , in demjenigen
.,A. Der . Berg Afrorich, im Theile der Erde, von
Bezirke des Landstrichs welchem die schottische
Gabaon, deTBerg8iizai Maarerei ihren Namen
und das Gebirge von erhalten hat."
ifijHdori (la montagne Aus „Las plus secrets mys-
d > .274rMo )1) . " färes des hauts o-rades de la
„Fr. Welches ist das Gebirge Muonn devol s, p. 9B
von Ligrg.don? seq. I
HEROD. v. KILWINTN. HEROD. v. KILWINN. 47
Btwr I».) dessen Insignien Planche 2 die achte Schau-
er auch adoptirt hat. Er be- münze, auf denen Hauptseite
steht aus drei Graden, näm- das heil. Baus abgebildet ist;
lich : 1) der Maurer vorn dann
Herodom; 2) derRitter vorn „Tableau gEbl&al. des Of-
Thurm; 3) der Ritter des ficiers et Niembl. es compo-
Rosenkreuzes vorn Hero- sant le R. Chapitre du G. et
dom von Kilwinning. S. Ordre de H-d-m de K.,
[Der Vorsitzende in die- sous le titre distinctif du
sen Graden heifst Thersata, Choix , constitut... ä 1'O. de
oder Athersata, (d. i. Gou- Paris, Prced6 de Copies
verneur; s. das Buch Nehe- authentigues de ses Titres
miae X, 1!) und die bei- constitutifs " etc. ; Paris,
den Aufseher Garcliens. Je- 1808; 31 pp. in 4.
des Mitglied erhält bei sei- Über den Orden selbst s.
ner Aufnahme einen sei- „la Mapnn. cossdise"ete.,,
ne Haupteigenschaften be- (Londres 1788,) P. 2de ,
zeichnendenBeinamen; die- 100-111, sowie in der
sem setzt es seinen Taufna- Übers.: „ die Schott. Mau-
men vor, läfst aber den Fa.. rerey" u. s. w., Th. 2, S. 132
miliennamenwez. Jene Bei- 144 , nebst dem Titel-
namen werden immer nur kupfer, welches die Unter-
mit 3, oder 5, oder 7 Buch- schrift hat: „ Le poignard
staben geschrieben ; als : des Je'suites retrouve' dans les
S g e (Sage), F-d-l-t tenAres. cc Bonneville
(Fidelite), C -n-s-d-r-t-n schreibt: „Chapitred'He're'-
(Conside'ration). don und leitet diese Benen-
Die Einführung dieses nung von dem Berge dieses
Ordens in Frankreich erfölg- Namens in Schottland her..
te im J. 1'786, in welchem Pressen führt in den „II-
die königl. Grofsloge von lustr. ," ed. 1812, p.4 309—
Edinburg den Kaufmann 311, über die Einsetzung,'
21fathdus in Boum zum Pro- eines Grofscapitels des „Or-
vinzialg,rofsmeister des Or- der of liarodim," wie er ihn
dens für ganz Frankreich er- nennt , itt London Folgen-
nannte. S. „ Notice sur la des an. —
Grande Loge provinc. du G. „Am 4ten Januar 1786 erfolg-
und S." (grand et sullime) te zu. London die Eröffnung
,;Ordre de II - D -M de des Grofsnapitels von Harodim.
winning, sdante ä Rouen" Wiewol dieser Orden alten Ur-
sprungs ist und in verschiede-
in der „Hist. de la fond. du nen Uzeilen -von Europa begün-
Gr. Or. de France," p.171 stiget wurde: so hat man doch
—183, und dazu auf der vor diesem. Zeitpuncte keine
48 HEROD. v. KILWINN. HEROD. v. KILVVIT'NTN.
urkundliche Nachricht von der Genossen des Cäpitels , die
gesetzförmigen Gründung eines man Puncthalter (Clauseholders)
solchen Vereins in England. nennt, zu vertheilen. Diejeni-
Eine Zeitlang hatte er sich kei- gen Genossen , welche durch
ner sonderlichen Aufmunterung anhaltenden Fleirs zum Besitz
zu. erfreuen seitdem aber sein aller Abschnitte in der Lection
innerer Gehalt weiter erforscht gelangen , werden Lectioner
worden ist, genierst er den (Iecturers ) genannt; und aus
Schutz mehrer Personen in diesen wird immer der Gene-
erhabenen maSonischen Wür- raldirector gewählt."
den." 49' „Jeder Punctlelter erhält bei
" Die Mysterien dieses Ordens eeiner Anstellung ein von dem
zind diesem Institute selbst eigen- Ober-Harod un terz eichnetesBil-
thiimlich döch begreifen die let (ticke.), auf welchem ,der
Fragstücke (lectures) des Capi- ihm zu Theil gewordene Ptinct
tels j eden Zweig des xnasom - ausgedrückt ist. Dieses 13illet
sehen Systems in sich und stel- berechtigt ihn, in den Rang
len die Kunst der Masonei in ei- und. in den Genufs der Privile-
ner vollendeten und vollständi- gien eines Puncthalters im Ca-
gen
b _Form dar. Er ist in ver- pitel zu treten; und kein Punct-
schiedene Abtlzeilungen ( Clas- halter kann sein Billet einem
sen) gesondert ; und jede Ab- andern Genossen abtreten, wenn
theilung hat ihr besonderes er nicht zuvor die Beistimmung
Fragstück. Die Tragstücke sind der Rathsversammlung (coun-
wieder in Abschnitte (sections) cil) dazu erlangt und der Ge-
und die Abschnitte. in Puncte neraldirector erkläret hat: der
(Sätze, — clazeses) getheilt. Jähr- Genosse, dem das Billet abge-
lich werden jene Section en vom treten werden soll, besitze die
Ober-Harod an eine gewisse Zahl nöthigen Eigenschaften, um In-
geschickter Genossen ( compa- haber desselben zu seyn. Auf
mons) in jeder Classe, die man den Fall, bis ein Lectioner,
Sectionisten nennt, überwiesen; S ectionist oder P un cthalter
und diese haben den Auftrag, stirbt, erkrankt oder seinen Auf-
Jeder in seiner $ection, mit Ge- enthalt in London aufgiebt,
ickehmigung des Ober - Harods wird ein andrer Genosse auser-
und Generaldirectors, die Puncte sehen, die offne Stelle die be-
unter die geheim en (private) stimmte Zeit hindurch zu be-
setzen, damit die Lectionen je-
derzeit vollzählig seyen; wäh-
*) Die Ausgabe der „Muer» von, rend der Sitzung aber wird ge-
1792 hat S. 356 hier noch den Zu- «vvülinlich eine allgemeine Lek-
satz „und unter dem Schutze j e-
31 es liebenswürdigen Edelmanus, tion in festgesetzten Zwischen-
des Lords Macdonad, hält er räumen V.oretragen cr ( deliver-
jetzt regelinärsig in Free-Masons ed." 40
Tavern j eden dritten Montag im
Januar,, Februar, März, April,
October, November und.. ecem-
her Zusammenkünfte, bei Wel-
chen . jedes Mitglied einer gesetz- e) Dieser letzte Satz heilst in der
formagen Loge, als Besuchender, Ausgabe von 1792 so. —
mit einem Einlafsbille te zuge- „Diese aber werden einmal in
lassen werden kann, um die jedem Monate während der
scharfsinnigen Erläuterungen der Sitzung auf eine meisterhafte
masonzschen Lectionen mit anzu- Art in offenem Capitel ausge-
hören." theilt (delivered).
Anm. des Herausg. Anm. des Rerausg.
HEROD. v. KILWINN. HEROD. KILWINN. 49
" Das Grofscapitel wird regie- Bei der Einsetzung eines
ret von einemG-rofrpatrone, zwei Ordenscapitels naufs der
Ficepatronen, einem obersten
Ordner (Chief Ruler) und zwei Grolssecretair, indem die an-
Beiständen, mit einer Raths- wesenden Ritter auf ihren.
versarnmlung von 12 ansehnli- Knieen liegen , gleich an-
chen Genossen , die jährlich fangs folgendes Gebet hersa-
im Capitel zunächst vor dem. gen. —
Feste Johannis des Evangeli-
sten erwählt werden." *) „Que la puissance du Tere qui
est au Ciel, la bont6 de - son.
Ob und inwiefern dieses glorieux Fils et la sagesse da
Grofscapitel in seiner Ein- Saint Esprit, constituant Ia
rainte et indivisible Trinit6,
richtung und in seinen Ge- trois personnes en un sein Dieu,
bräuchen von dem vorer- soient avec nous Zt. notre com-
wähnten .französischen äb- xnencement; qu'elle nous guide
weiche, kann der, Heraus- et nous gouverne dans toutes
geber, aus Mangel an Kunde nos actions Pendant cette vie et
jusqu'ä la destruction totale,
von dem englischen , wel- par laquelle ce monde et toutes
ches zu der :Royal- Arch- les choses qui y sont seront
.111-aurerei zu gehören scheint, an6anties , j usqu au tems °Lt
nicht be-u.rtheilen. Soviel nous pourrons avoirle bonheur
d' eire 3.-egtts en joye et all6gresse
aber den königl. Orden vom dans le Royaume des Cieux qui
Herodwn betrifft dessen n'aura jamals fin! Amen! "
Rituale vollständig vor ihm Mit einem ähnlichen Ge-
liegen, so kann er versi- bete schliefst der Thersata
chern , dafs die 3 Grade, in das Capitel.
yvelche derselbe zerfällt, Das Tragstück der ersten
gröfstentheils im offenbaren Section des ersten Grades
Widerspruche mit der rei- hebt so an. —
nen Masonei, sind und viele „D. En quel lieu le G. et S.
mystische Beziehungen auf Ordre de d fut-il
den statutarischen Kirchen- prernibrement 6tabli ? ‘‘.
glauben enthalten. Hier ei „R. Sur le samt sommet
du rnont Aloriah , dans
nige Proben daraus! — le Toyaume de Jud6e."
„D. Quelles sont les qualite'e
requises polir etre adnus
*) An dieser Stelle befindet sichin dans ce sublime Ordre?"
der Ausg. v. 1792 noch der Zu- „R. Patience, pmdence,
satz: fermetd et jaslice."
„Zu diesemCapitel gehört noch „D. ()Lt fut ensuite
eine gesetzformig eingesetzte
Loge, welche ihre Zusammen- tabli?"
künft,e an dem nämlichen Orte „R. A ZQohnkill et ensuite
am zweiten Donnerstage jeden Ro i
M onats hält, .worin die Gebräu- ä Kilwinning le oh
che der Masonei auf eine höchst d'Ecosse presida en per-
vollkommene Weise ausgeführt sonne, comme Grand:-
werden. "
Anm. des Herausg. Maitre
50 HEROD. v. KILSVINN. HEROD. v. KILWINN.
" D. Pourquoi fixt- ii r6tabli rit6 elle-meme en son
° et pourquoi y fit - on des essence."
changemens? " 9,-D - Quel est son nom? "
Four rJ.fornzer les „R. Emanuel."
abus et corriger les er- " D. Que signifie ce nom ?
reurs qui s" jtaient irztro- „R. Dieu est avec nous."
dnites parmi les Frires „Le Thersata se met debout
des trois premiers Gra- et dit: „ „ Que le Dieu de la
des." Ve'rit6 soit avec nous , nous
dinge et nous assiste!
Die dritte Section hat
-nachstehende Fragen und Die vierte Section schliefst
Antworten. — sich folgendermafsen. —
,,D. Quel est le Symbole en " D. De quoi les Pl.anes- Ma-
Mavnnerie qui repr6sente vns doivent ils principa-
le Fils de l'hornnze?" lement conserver la me-
„R. C'est la pierre an,sm- moire ? "
Zaire." „R. De trois grands gve-
" D. Qu'est- ce que la pierre nemens. "
anamlaire? " " D. Quels sont-ils ? "
" R. C'est la pierre que " R. La cr6ation du mon-
les ou.vriers avaient re- de , le d6luge de Ne g. et
j ette et qui est main-
tenant devenu la pierre
la redernption du gerne
hurnain. "
pnincipale du com. (de " D. Pourquoi ? "
ou le modele „R. 4 la Gloire de Dieu."
le plus parfa4 des ou- „Le Tizersata se met debout
>9

vriers pour y essayer et dit ,„Nous attribuons a> . Lui,


leurs bijoux moraux." tornme il est taute gloire,
,,D. quoi la connaissez- honneur et louange.
vous pour le modle le plus Die siebente Section lau.-
parfait? "
Jus trois grands tet so.
.Principes de Zu Marc)». Vous avez de eho.
nerie." ses raisieuses, de titres que
„D. Nornrnez - les 1 " des Rois vous ont conf6r6s;
" R. Amour fraternelle, znaintenant si vous voulez
-Secours et que je vous reconnaisse
„D. Pourquoi l'amour frater- polt": inon fr'ere, dites-mai,
nelle ?." si,en mettant la rdvilation
,,R. Parceque persomne de cöt6„ vous ne pourriez
n'a pu montrer plus pes mancher, sans -vous 6ga-
d'amour von,: ses f.rres eer ?"
que cellai qui vint se „R. le peurrais en ägis-
sacrifier pour eux. " sant envers mon pro-
" D. Pourquoi le second?" chain cornxne je von
„R. Parcequ'il est venu drais qu'il en. agit en-
nous ddlivrer de l'escla- vers moi, - en vivant
vage et du fardeau da en humilit6, marchant
crime. " droit dans la vie du.
„D. Pourquoi la vri t 6? " Seigneur,, pour 'dehop-
" R. Parcequ'il est la v6.- per a la verge de fer.‘
HEROD v. KILWINN. HEROD. v. KILWINN. 51.
„D. Ce n'estpas assez." faits, oä le ne se couche-
„R. Je vivrais content de ra plus, oh la Lune ne nous pri-
mon sort; je rendrais Vera plus de sa lumibre, oh les
grace au ciel des bien- jours de notre affliction et les
fajta verse sur fatigues de notre 1)616x-image se-
moi." Tont terminges."
„D. Jusqu'ici , mon frhe,
vQus avez bien repondu; Endlich wird im Frag-
mais sachez que quiconque stücke des Bosenkreuzgra-
aspire au prix d'une couron- des, nachdem die Gebräuche
ne doit se conformer i ces der Aufnahme durchgegan-
r'eglQs glorieuses que Dieu
lux-m2me a donnges." gen und das Wort: IN.81,
„R. Je nie conformerai erkläret worden, weiter ge-
ä. Ces r'egles; je War- fragt und geantwortet :
xnerai de l'ep ge de la " D. )1. quelle fin a et6 insti-
ustice je porterai Je tu.6 l'Ordre de R- C-2.?"
t
ouclier de l'equit6 et
Je casque du saht. Ainsi
" R. Eri m gnloire de rar-
bre qui porta la Tose
arme je ne craindrai de Jericho, qui est .74-
pas de m'opposer aux aus , et la Fleur de Lys,
ennemis de l'etat, de qui s'epan.ouit dans la
ma .patrie et dema vallee."
„ D. Que vous apprend cet
„Le Thersata dit alors : ,„,C'est Ordre ? „
bien fait, vrai et fidele frh-e.; „R. II m'apprend de met-
passez t de plus grands hon- tre taute rna confiance
neurs etma foi en fgsus, Fils
In dem Fragstücke der de Dieu, qui, par or-
fünften Section des zweiten dre de Pilate, Littcou-
ronn g d'gpines et fla-
Grades, worin von der hei- gei16, — qui mourttt
ligen Kirche in der Stadt sur la croix, entre deux
Gottes , dem himmlischen larrons, pour les pech6s
Je'rusalem, die Rede ist, (vgl. des hornmes, — qui
oben 13. S. 111, Sp. Z. 15 descendit aux enfers et
est maintenant assis sur
ff. ) ruft dert Thema a am le trenne au haut des
Schlusse aus: cieux jusqu'au jour du.
„Puissions - nous, vous et dernier jugement; —
moi, et° tous nos frb:es, taut qu'alors iL reviendra
pr6sents qu'absents, travailler revAtu de taut pouvoir
de fason que nous parvieridrons et justice, pour juger
au mont Sion, h la ville du Dien les mortels. Les vi-
vivant, la .7rusalern c gleste, en. vants et les mons com-
cornpagnie d'une infinite d'An- paraitront au son dein
ges, a l'assemblee g gn grale, et trompette devant ju-
Peg:lise du . premier n g qui sont ge suprxne, pour se sou-
iicrits au crel, lt Dieu lejuge Mettre ä SCS th'cretS
tous, au Mgdiateur de la non- gternels."
velle alliance, erdin aux espxits „:11 m'apprend de plus
des hommes justes, devenus par- que, fonde sur la
4*
52 IIERRVN. HERZ.
je puis esp6rer d'obtenir ste Zunge ausmachte, bei-
pn .): la mori de notre Sau- nahe gleichen Schritt; aus-
veur le pardon de tous
Ines p6chds que dans genommen, dafs er sich in
ce iour je serai place ,de- der Folgezeit auch in Krie-
vant la Tout Puissant,
que je verrai de ces
bcre aufserhalb des Reiches
der Ungläubigen einliefs,
nies yeux dont je jouis
maintenant de la lumire, und. namentlich gegen die
C l est alors que notre Seig- damals noch nicht zum Chri-
neur, Jäsus Christ, s6r2a- stenthume bekehrten Preu-
rera les justes des inipxes fsen. Diese Kriege, beson-
et qu'il donnera ceux ders im nördlichen Europa,
a 6prouV6 la vie &er-
nelle dans sa Loge cleste, bahnten ihm einen breiten
pour y rester ä j amais en. Weg zu seiner nachherigen
compagnie des bienheu- grofsen Macht und Reich-
reux et des An,fes qu thum, welche jedochBeyde
ervent la sainteTrini.t6
r‘
et adorent les Trois en mit dem Anfange des 16ten.
Un , i qui tout Rdgne, Jahrhunderts, wieder abnah-
Puissance et Glorie sont men. Im J. 1809 wurde die-
reserv6s dans les si'ecles ser Orden durch den prefs-
des si‘ecles." burger Frieden endlich ganz
AndereStellen aus diesen aufgehoben. Der Sitz seines
Graden s. in den Artikeln: Oberhaupts, des Hoch- und
mittlere KAMMER L 0 GE, Deutschmeisters oder Heer-
ScunniN.An! meistere, war zu verschiede-
HERREN ( DEUTSCHE nen Epochen in Jerusalem,
nen
DEUTSCHE RITTER, KREUZ- Venedig, Marienburg in
IIERREN ; ein alter im Jahre Preufsen , und zuletzt in.
1190, auf Veranlassung der Mergentheim. [Seine 'Be-
Kreuzzüge in's gelobte sitztingen, die in verschie-
Land, errichteter Ritteror- denen Ländern zerstreut la-
den , zu welchem blofs gen , hiefsen Balleyen und
deutsche Anadliche zugelas- wurden in Commenthurem
sen wurden und dessenBe- abgetheilt.] — Auch diesen
stimmung, sowie jene der Orden suchten die Erfinder
Rospitaliter,dieBeschützung verschiedener höherer Gra-
des Christenthums im heili- de in der Freimaurerei nach.
gen Lande und die Verpfle- zuahmen ohne jedoch dar-
gung der kranken und rei- in sehr glücklich gewesen
senden Glaubensgenossen zu seyn. Vergl. MALTIM-
daselbst war. Seine Ge- SERRITTER.
schichte geht mit der des HEnz (DAs). Dem alteng.
Maitheseraralens , wovon er lischen Catechismus gemäfs,
die deutsche und vornehm- soll der sich zur Aufnahme
HERZ. HERZ. 53
in die Brüderschaft Anmel- feiten Eunstlehre gernars ein
dende in seinem eigen enHer- Mann zum Freimaurer?"
zen vorbereitet seyn. Diese „A. Zuerst im Herzen."
Vorschrift allein ist binrei- »Pr. Wie verstehest . du Das ?"
chend, um den wahren Geist " A. Fremd ist der Wesen-
lieft der Freimaurerei nur
darzulegen , welcher den das Unmenschlicite und das
nm,urerischen Verein in alten .711ensehheit widrige,— also
Zeiten beseelte und stets be- auch jeder 'Mensch nur,
seelen soll. sofern er unmenschlich
und menschheitwidrig
[Br. Krause macht (in den lebt. Nur die n sch--
„ Kunsturkunden " 11 1, heitinnige und mensch-
S. 146 der ersten und 13. I, heitbundliche Gesinnung
Abth. 1, S. 138 der neuen und Lebensführung, wo-
Aufl.) zu der Stelle der 2ten mit die rein - und acht-
masonische, in den älte-
Kunsturk. : sten Ennsturkunden aus-
„Fr. Wo wurdet Ihr zu- gesprochene, Gesinnung
erst vorbereitet, um übereinstimmt, macht zu.
zum Mason gemacht zu der Aufnahme in den Ma,
sonbund würdig; diese
werden ?" Gesinnung ab er ist nur im
„A. In meinem Her- Streben nach Reinheit des
zen. " Herzens erlangbar. Wer
die Anmerkung: daher als ganzer , unge-
theilter, organischer und
„Hierdurch wird zuerst aus. harmonischer Mensch, als
gesprochen, dars die Freimau- Glied der Menschheit, im
rern etwas Inneres, den gan- Geiste derselben lebt, der
en Menschen Angehendes und ist, Was der Mason, oder
nur ins ganzen Mens'chen , Freimaure r, seyn soll, in
Geist und ljemiithe Cegründew der That und in der
tes ist." Wahrheit, er . ehöre der
Ferner enthält seine der FMa4rerbrüderschaft als
neuen Auflage vorgesetzte Mitglied an, oder nicht.
„Urvergeistigung der in den Wer dagegen , nachdem
er z um Mitgliede der Frei-
3 ältesten hunsturku den. 3naurerbrüderschaft äu-
überlieferten erstwesendi- fserlich aufgenommen
chen Lehrzeichen und Ge- ,.;worden, fernerhin in Ge-
bräuche der Masonei in ei- si nn ung, Wort Tina Hand-
lung unmenschlich bleibt
nem Lehrfragstücke, " im und das Unmenschliche
3ten Abschnitte : „ von der in sich und in Anderen
Aufnahme zum Freimaurer legt, der ist nicht, Was
nach den jetzt bestehenden er - als Mensch und als
Freimaurer seyn so!l; er
Gesetzen und Gebräuchen," Iiimmt insofern ass der
S. CXXXIII Nachstehen- Lichten Masonei; welche
des. GeSi Mali e; und Leben im
„Pr. Wie wiTd der überlie- Geiste der Aten,schheit und
54 HERZZEICHEN. HESSEN- CASSEL.
der Menschlichkeit ist, beler zu seinem beständigen
Leinen Antheil."] Stellvertreter *),, constituirte
HEIR Z ZEiCIIEN (DAS s. auch im 3. 1795 daselbst die
BRUSTZEIc HE N. fünfte vereinigte Loge. S.
HrssEN (CArtri, L A Nui oben HAMBURG!] Während
GRAF zu) ? dänischer Feld- seines Aufenthalts in Paris
marschall und Statthalter im 3. 1773 war er Mitstifter
von Schleswig und Hol- der dortigen Philalethen. [S.
stein *), war ein sehr thäti- auch DiineMAxtld]
ges Mitglied des Ordens von
HESSEN- CASsEL. In die-
der stricten Observanz, wor-
sem Lande wurde zwar die
in er denNainen: Eques aLeo
Freimaurerei nie von Seiten
ne resurgente, trug; auch wird
desS taats förmlich beschützt,
er unter diesem Namen in doch aber stets
geduldet;
der Liste, welche dieses Sy- auch waren nicht nur bei-
stem von der fortlaufenden
nahe alle Prinzen der regie-
Reihe der Tempelherren-
rend enFamilie, sondern au ch
Grofsmeister vorzeigt, als
die Regenten selbst, Mit-
der 23ste im J. 1792 (nach glieder derBrüderschaft. —
dem Tode des Herzogs Fer-
Bis zu der Epoche, wo die-
dinand von Braunschweig)
ses Land dem vormaligen
erwählter Grofsmeister die-
Könige Hieronymus Napo-
ser Ritterschaft nach ihrer
Ie'on unterworfen ward, hat-
Wiederherstellung aufge- -
ten die dortigen Logen im-
führt. [ -Übrigens ward er
mer -vvillkührlich nach ver-
zum Grofsmeister aller ver-
schiedenen Systemen gear-
einigten Logen in Däne
'leitet, ohne von einer eige-
mark und Hallstein, sowie
nen Grafsen Loge abhängig
zum Protector der vier ver-
zu seyn : seitdem wurde-aber
einten Logen in Hamburg,
in Cassel eine Grofse Loge
ernannt. Am 28sten März
des Königreichs Westpha-
1'778 nahm er die Würde ei-
len errichtet, die zwar in.
nes ordentlichen Meisters in
Folge der politischen Verän-
gedachten hamburger Logen
derungen im J. 1813 einging,
an, nachdem die zeitherigen
jedoch im 3. 1817 als selb-
Logenmeister ihre Ämter
ständige Grofse Loge von
resignirt hatten, und be-
Chur Hessen wieder herge-
stimmte den Br. von Sehe-
stellt worden ist.
HESSEN .- CA.SSEL (FR
-
*) [S. sein Portrait vor (Bo-
des) „Almanach oder Ta-
schen-Buch f. d. Er. Frei- ) ES. ebend. auf das 3. 1779,
maurer a. d. 3. 17781.66] im Artikel t
HESSEN -DARMSTADT. HIEROGLYPHEN. (',5
DRicIr,, LAND GRAF VON), HEY (JOHANN GOTTHILF),
geb. am 11. Sept. 1747, war Staatsrath in Be Tlin , seit
Mitglied der höhern Grade 1810 Grofsmeister der dasi-
von der stricten Observanz, gen Grofsen Lege Royale
worin er den Ordensnamen: York zur Freundschaft. [In
Eques aseptem,sagittis, führ- " Fefsler's Rückblicken" u.
te. Die Grofse Nationalloge s. w. , Ahth. 2, besonders
der vereinigten Niederlande S: 70-93, 128 und 156--
ernannte ihn 1780, aus Er- 163, geschiehet dieses Bru-
Iienntlichkeit wegen seiner ders, der bei Fefilees Nie-
ihr erwiesenen ]ienste, zum derlegung seiner Logenäm-
Frotector der Brüderschaft ter zweiter 'Grofsvorsteher
ihrer Jurisdiction. war, häufige Ervvähnungsj
HESSEN DARMSTADT HIEROGLYPHEN, die ge-
(LuDwrG\jTT LAND GRAF heime Bilderschrift, beson-
-vorz), geb. am 5. April1691, ders der alten Ägyptier, wel-
gest. am 17. Oct. 1768, war che entweder halb erhaben
ein aufserordentlich eifriges geschnitzt, oder eingegra-
Mitglied der Freimaurerbrü- ben, oder gemalt, oder sonst
derschaft, die er in seinem. eingedruclzt war ; — eine
Lande auf's Angelegentlich- körperlich - bildliche Dar-
ste zu verbreiten suchte und stellung von Ideen, Phra-
auszeichnete. [Er liefs die sen und Worten.
in (B 0 tie' „ Almanach oder [Die griechische Benen-
Taschen Buche f, d. Brü (ler nung: Apoy2.4tssa, stammt
Freimäurer auf d. J. 1779,“ von den beiden Wörtern:
unter Nr. 11 abgebildete izeds, heilig , und 2,2317ezr,
Schaumünze prägen.] einprägen, s. Folgen-
litssEN - DARMSTADT des enthält darüber die Abb. -
(LuDwIG GEcinG CARI, des verstorb. Brs. von Born
PRINz vor7), geb. am 27.März über die Mysterien der
1749 , war von 1773 — Ägyptier in dem Wiener
1774Landesgrofsmeister der „J ournale für Freymaurer,"
Grofsen Landesloge von Jahrg. 1784, Qu. S. 61
Deutschland, Zinnendorfer —64. _
Systems, [in welcher Eigen.-
„Eine dem ägyptischen Prie-
schaft er in dem Constrtu- ster unentbehrliche Wissen-
tIonpatente der Grofsloge schaft . war die Renntrifs der
von London für gedachte heiligen LS7prache, oder die Er-
Landesloge vorn 30. Nov. klärung der llieroglyphei., wel-
ehe Alle, die zu höhern Kennt-
1773 anerkannt wurde,] und nissen gelangen wollten, sich
im 1773 Mitstifter der eigen niachen mursten, Der
Phila.lethen. in Paris, Drang, seine Ideen. Andern all-
56 HIEROGLYPHEN. HIEROGLYPHEN.
gemein mitzutheilen — die war daher natürlicher, als sie
Nothwendigkeit, dem Volke abzukürzen und, statt Figuren,
bleibende Gesetze bekannt zu. nur die Umrisse, die ersten und.
machen, gewisse Begebenhei- leichten Linien derselben, hin-
ten der Nachkommenschaft zu zuzeichnen! Ein Zirkel wurde
überliefern, leitete die Väter das Bild der Sonne und ein al-
aller Völker , die Phönicier, I;er Zirkel das Bild des Mondes.
,Ethiorier, Etrul-ier,, Inder, die Diese Schriftart war gleichsam
Scythen ins Norden, die Chine- ein Mittelding zwischen der
sen im Orient, die lJfexicaner Bilderschrift und der Buchsta-
gegen Abend, auf den Einfall, benschrift. Warburton (in der
sici. gewisser Figuren zu bedie- „ göttlichen Sendung Mosis
nen, deren Sinn, allgemein an- Th. 2, Buch 4, Abschnitt 4)
genommen war, und die als ein nennt sie die hieroglyphische
bekanntes Vorstellungzeichen Currentschrift."
des Wortes, das sie ausdrücken „Eine so nützliche Erfindung.
sollten galten. Der Scharfsinn konnte dem allgemeinen Ge-
der Agyptier brachte es darin, brauche nichtvorenthalten wer-
sowie n2. jeder andern Wissen- den. Gleichwol mufsten die
schaft, in Kurzem auf einen Priester ihre Kenntnisse vor den
hohen Grad; und Jedermann Profanen verbergen. Sie erfan-
wulste sich in der Malereischrift den also für sich. andere Schrift-
geläufig auszudrücken. Sie er- zeichen , die der Schriftart des
griffen die Kreide oder den Volks zwar ähnlich, aber nicht
Meissel, zeichneten auf Holz einerlei mit derselben waren.
oder gruben in Stein die Gestalt Jene hegst Herodot die epistoli-
eines Thieres, -einer Pflanze sche . und diese die hierogram-
oder anderer Dinge ; — und die' matischeSchriftart. Um letztere
Verübergehenden lasen mit Fer- * noch unverständlicher zu ma-
tigkeit den nach der allgemei- chen, gaben sie jedem Zeichen,
nen Verabredung unter diesen nebst dem gewöhnlichen, auch
Bildern gelegenen Sinn. In dem noch einen mystischen Sinn,
Vorhofe des Tempels zu Sais den nur der Eingeweihte zu er-
sah_ man ein Kind, einen alten klären wufste. Der Profane sah,
Mann, einen Geyer einen Fisch z. B., in dem Bilde oder dem
und ein Meerpferd' eingegra- Zeichen der Sonne und des Mon-
ben; — und Keiner war, der des den OSiti 8 und die Isis: im
nicht den warnenden Zuruf der mystischen Verstande aber war
Priester verstand: „ „ Ihr , die die Sonne die oberste einzige
ihr in die Welt tretet und wieder Gottheit, die Urquelle alles Gu-
hinausgehet, wisset, dci.fs die ten, und der Mond das Bild der
Götter die Unverschämtheit has- Allmacht des Schöpfers ; und
sen."" So erkannte jede Familie oft deutete das Zeichen der Sonne
die Körper ihrer Voreltern an den Geist und die Feuertheile,
den auf den Mumien gezeichne- das Zeichen des Mondes hinge-
ten Figuren und verewigte die gen die Wasser- und Erdtheil-
Thaten derselben durch die auf eisen, an, welchen, als den
ihren Bildsäulen eingegrabenen wirkenden Ursachen der gan-
Zeichen. " zen Zeugung, nach ihrer Lehr-
" Diese Bilder aber jederzeit amt, die Luft ihr Daseyn ver-
auszumalen, mufste nothwen- danke. (5. „Diodori Si6. Bibl."
dig beschwerlich fallen. Was Lib. I, cap. 13.! ) Die Priester
HIEROGLYPHEN. HIEROMATHEN. 57
schufen sich sogar aus diesen. Philosophie hinter hiereglyphi-
Hieroglyphen einen eignen Dia- ..che Figuren und allegorische
lect , welcher darin bestand, Sinnbilder (emblems) verbargen.
dafs sie verschiedene Gegen- Auch drückten sie ihre Begriffe
stände mit dem Namen der Hie- vorn PLegieren (notions of Go-
roglyphen nannten, welche sie vernment) durch Zeichen und
nur vorstellten. In dieser dem • Ltymbole (Lehrzeichen) aus, die
Tempel und den Priestern eige- sie den Magier?), oder auch bio-
nen Sprache und Schrift schrie- fsen freisheil forschem (Wise
ben die ägyptischen Priester ihre 1`3%x-, ), unter der feierlichen Ver-
heiligen Jahrbücher nieder; in pflichtung, dieselben nie zu ent-
diese Hieroglyphen hüllten sie decken , tth eilten "
ihre Geheimnisse. "3 „, 0 entstanden die Lehrschule
(system) des Pythagoras und in
neuerer Zeit verschiedene Or-
[Die Hieroglyphen der den; die Masonei hingegen ist,
Freimaurer, welche in einem wie man sich leicht überzeugen
wesentlichen Zusammen- kann, nicht nur unter allen Ge-
hange stehen, werden als selbcha ften , die jemals bestan-
das Alphabet ihrer Beleh- den haben, die älteste, sondern
auch die am Meisten auf Moral
run o-en betrachtet. gegründete; dennbei ihr fin-
In „ Browne's masonic det sich nicht das 1:leinste Merk-
Master Key through the zeichen (Ale/Az), oder Zuz (Cha-
three, degrees " masoni- racter), oder Fiptr, oderiStem-
.nel (Impression), abgebildet, der
schem Ilauptschlässel zu den nicht eine moralische Bezie-
drei Graden") befindet sich hung hätte und dazu diente, Al-
S. 87 nachstehende, nicht len, die sich zu ihr bekennen,
chifrirte, Stelle iiber den die ächten Grundsätze der Tu-
„ Ursprung der lliero,srlyphik gend einzuschärfen. "
" Jeden Tag Fortschritte in
(Bildzeichenselzryi) , nebst der &issenschaft zu machen, ist
g (' (nach dem
deren Erklärun die Obliegenheit eines jeden
neuengl. Systeme) „ins er-- Masons ; wie die ausdrückliche
e en Grade."( *) Vorschrift unserer allgemeinen
Grofsgesetze lautet; denn, wel-
" Die Gebräuche unter den cher Zweck kann edler se -n,
Nasonen sind immer denen der als unser ernstliches Streben
nitenAegyittier ähnlich gewesen, nach Tugend? welche Beweg-
deren Philosophen nicht geneigt gründe anlochender, als unsre
waren , ihre iki j sterien der Neu- Übung- der Gerechtigkeit? und
gier des gemeinen I lau fens preis- welche Unterweisungen heilsa-
zugeben , und daher die Grund- mer, als eine genaue Erklib.ung
regeln ihrer Gelehrsamkeit und jener symkelischen Mysterien,
welche ydazu dienen , den Fer-
sland (Minn zu verschönern
*) [Die in dieser Stelle ausge- und zu schmücken ?"
zeichneten Worte sind auch „Je mehr jene Sinnbilder (Sm-
im engl. Urtexte auf eine blenzs)in dieAugen fallen, desto
ausgezeichnete Art abge- unmittelbarer ziehen sie die Auf-
druckt.] • merksamkeit auf sieh und prä-
58 HIEROGLYPHEN. HIEROGLYPHEN.
gen dem Gedächtnisse jene Um- ren , wenn &eich weniger
stände ein, in deren Gefolge colossalischen, Gebäude aus-
immer wichtige und ernsthafte
Wahrheiten" sind. Daher ist zulesen," fuhr er gegen den.
denn allgemein von den Ma.so-, Schlufs (5. 36 f.) so fort. —
nen gedachter Lehrweg ( ne- „Wenn . in unseren Grund-
thod) , die Grundlehrsätze ihres
sätzen .Wahrheit ist, — wenn
Ordens durch vorbildliche (ty-
sie gut, wenn sie edel sind, so
pical) Figuren und alle,-•7orische
werden wir der Zufriedenheit
innbilclir einzusclarfen, einge-
geniersen, dafs wir ein Zauber-
schlagen worden, um zu ver- schlors zuerst angegriffen, es
hüten, dafs ihre jesteriennicht
zuerst gewagt haben , verjähr-
dadurch herabgewürdiget wer-
ten Vortutheilen öffentlich zn
den, 'wenn irgend ein unerfahr-
widersprechen, und zuerst ver-.
ner und unvorbereiteter Neu- sucht haben , Täuschung aus
ling e von dem sie nicht die einem Orden zu verbannen, in
schuldige Verehrung zu. erwar-
welchem die Welt die Quellen
ten haben möchten , sich allzti
der Wahrheit sucht. Wenn hin-
vertraut mit ihnen machen 0-e cren wir
" - überzeugt
• werden
sollten, dafs wir uns geirrt, dafs
Eine ganz andere Sprache wirklich die Maurerei, sowie
führte der muthige•Freiden- sie ist, das Behältnifs der erha-
lie '. von Kortum in seinem. bensten Geheimnisse und Kennt-
nisse ist, oder dafs diese Rennt-
Vortrage. bei der Einwei nisse ans eroglypizen und Riith-
hung der Loge ZUM: Bieder- sein, wie fixe Luft, .entwickelt
mann am 21. Juli 1785. (S. werden können, und wenn man
die oben,. B. 1, S.363, Sp. uns die Wahrheit. davon ein-
leuchtend machen wird, dafs in
angeführten „Reden ," S. 7 den sogenannten maurerischen
—43!) Nachdem erim Ein- Arbeiten kein Zug vergebens,
gange von .der Nichtigkeit kein Strich umsonst ist ; so wer-
der vermeintlichen maureri-- de ich. der Erste seri, der sei-
Wien Geheimnisse gespro- nen Irrthum erkennen und Ih-
nen zurufen wird: „„ Schöpfet
chen und auf die damaligen, aus der Quelle der Weisheit! "
grofsen Gebrechen des Ina-
sonischen Vereins hin gedeu- Hierüber bemerkte er noch
tet , dann Betrachtungen in den Noten auf S. 37 folg.
über die Mittel angestellt und 45 :
hatte, um „.Denjenigen, „Ich' behaupte , dafs es un,
seitlanger Zeit den Vor- rnöglich-ist, aus den freimau-
rel scheu Iliercglyphen,
stand eines
eines grofsen Theils boten und Allegorieen..irgend
desMenschenesalechts
,g ge- eine unbekannte wünschenswer-
fangen genommen hätten, the Wahrheit zu erlernen, oder
entgegenzuarbeiten und aus drufs so Etwas darin liege, und„
dem Schutthaufen des gan- dafs auch kein.Grund voThan..
den ist, • warum die Ceterno-
zen Maurerwesens die Ma- nien. des Ordens nicht eine an-
terialien zu einem wohnba- dre, vernünftige, nicht Lachen
HIEROPHANT. 59
erregende Gestalt bekommen zi;ge des .Ritters 4 bis 2" den
sollten. trefflichen Menschenmaler,
Vergl. zu diesem Artikel den kühnen Denker, der so
noch besonders die oben, gern auf ungebahnten We-
B. 1, S. 338, Sp. b, ange- gen zu wandeln versuchte,
führte Schrift und die 5.364 anerkennt, hat in seinem
366, Sp. a, ausgezogene „Nekrologe auf das 3. 1796,"
Stelle aus einer Abh. des Ers. B. 2, S. 171 — 346, und auf
Michaeler .1] as . J. 1797, B. 1, 5.123 —
HIEB.OPHANT ; 5. MYSTA- 414 „ ,Hippel! s Biographie,
G0G-. zum Theil von ihm selbst
HILDESHEIM (FÜRSD -BI- verfarst " herausgegeben,
SCHOFF VON); S. WESTPHA- euch davon einen besondern
LEN. Abdruck, (Gotha, bei J. Per-
HINÜBER (voN); s. HAN- flies, 1801,) mit Hippel's
-zgovEn. Brustbilde, auf 478 SS. in 8.
HIPPEL (THEODOR GOTT- besorgt, womit die „Nach-
LIEB , früher königl. richten und Bemerkungen,
preufsischer Criminaldirec- den Geheimen Kriegsrath
tor , dann seit 1780 erster von Rippel betreffend; ein
dirigirender Bürgermeister Nachtrag zu seiner Biogra-
und. Polizeidirector in Kö. phie im Nekrolog von W.
nigsberg, [seit 1786 mit dem G. Keber (Königsberg,
Prädicate eines Geh. Kriegs- 1802; 120 SS. in 8. ; ) zu
xaths und Stadtpräsidenten,] verbinden sind , worin die
geb. am 31. Januar 1741. zu Schattenseite von Hippel's
Gerdauen in Ostpreutsen, Character aufgedeckt und
gestorben am 23. April 1796, gezeigt wird, „dafs ihn nur
als Staatsmann und als geist- ein Geist des Stolzes und der
reicher Schriftsteller allge- Selbstsucht, — nur der Ge-
mein geschätzt, war Einer danke, in Allem und vor 0.-
der unbekannten Obern und len Menschen ungewöhn-
der Canonici regulares der lich und grofs zu scheinen,
Cleriker von der stricten beseelt habe."
Observanz , worin er den Über seine Theilnahme
Ordensnamen Eugenius a an dem Maurerhunde sagt
Fa lce, trug. er selbst in jener Biographie,

S. 331 f. im B. 2 des „Ne-


[Scliliclztegroll, der in dem krologs auf d. J. 1796" und
Verfasser der „ Lebensläufe S. 172 f, des besondern Ab-
nach aufsteigender Linie," drucks:
des Buchs „ über die Ehe" „Übrigens hat mir diese Dis-
und der „Kreuz - und Queer putirgesellschaft" (bei dein D.
60 IIIPPEL.

Puck inliönigsberg) „gelehrt, rangen und Belebungen des Ge-


dafs der beste ‘Zwecli von der- fühls, — wie sollte Er gleich
gleichen Iilubbs selbstische Lei- gültig geblieben seyn bei, die-
denschaften der Einzelnen nicht ser Erscheinung seines Zeital-
verhindern kann, — dafs in je- ters! Dafs er es nicht blieb,
der Gesellschaft immer Einer davon zeugen öffentlich die Re-
öder Mehre sind , die mit den. den, die er als Sprecher der Lo-
Andern ihr Spiel treiben; über- ge zu den drei Kronen, Welches
all ist ein General, überall Et- er viele Jahre hindurch war,
was de ipropahownda. Ich fadste hat drucken lassen, — noch,
hier (obgleich ich hier keine inehr seine Zeitgenossen und.
Meine Figur vorstellte) den Ent- Mitbürcrer
b und besonders Die-
schlufs, in. keine Gesellschaft jenigen , die mit ihm in jener
zu treten; Welches ich auch in Verbindung waren. „„ Als die
Hinsicht gelehrter und unge- Loge, "" so schreibt er, „auf
lehrter Gesellschaften, aller An- Peter des Dritten Thronbestei-
'
lagen und Nachstellungen 1111.» gang ein Gedicht haben und es
erachtet, treu gehalten habe. keinem Profanen anvertrauen
Von derlIZaurerei allein hab' ich wollte; so nahm man mich.
Bandgeld genommen. In Wahr- zum Maurer auf. Ein schlechtes
heit , in jedem Orden, in jeder Omen, sollte man glauben: ah
Gesellschaft dienen gewöhnli- lein, ich werde es nie verken-
che Menschen zu Absichten, die nen und gestehe es öffentlich,
sie nicht übersehen; grofse un- der Maurerei meine Menschen-
, gewöhnliche Seelen aber dran. und Weltkenntnifs zu verdan-
am Besten , frei und für sich. ken, — in den wenigen Logen>
allein ihren Weg zu wandeln. mit denen ich in' Verbindung
Ich kenne keine Gesellschaft, gestanden, treffliche Männer
wo nicht angebliche Gröfse der .-efunden zu haben, die gewifs
vornehmsten Mitglieder ihnen nicht aus Athen, sondern aus
unnatürlich war, und etwa so der Welt, waren. Ich war äu-
stand, als ein Staatskleid, das fserst jung, da mir das Licht
man nach der Vorstellung wie- gezeigt wurde. ""
der ablegt. " Hauptwunsch bei der
Freimaurerei war, die Mitglie-
Dann heifst es ebenda- der zu Menschen altioris inda-
selbst, S. 273 — 277 ini 13. 1 ginis " (höherer Art) „ zu ma-
fies, Nekrologs auf das J. chen; daher pflegte er sich über
1797" und S. 337 341 des die häufigen Aufnahmen sehr
besondern Abdrucks zu ärgeln, und that mehr als
Einmal Vorschläge , dem Or-
„Für einen Mann von seiner den seine einzig wahre, d.
Art zu niste die Freimaurerei viel die moralische ; Richtung zu
Anziehendes haben. Auch, dort geben; der überall einreifsende
finden sich Wünsche und Be- }Uubbgeist, der nur auf Zeit-
strebungen, die Welt zu bes- vertreib gerichtet war, wollte
sern, Vortutheile zu bekriegen, sich aber durch seine Ermali-
Toleranz zu üben, ein ideali- nungen nicht bannen lassen.
sches Verhältnifs zu schaffen Das Mifsglücken seiner Ver-
und innige Freundschaften zu suche brachte ihn nun zwar
stiften. Diefs Alles, verwebt nicht zum völligen Aufgeben:
mit religiösen Ideen, mit Rü.h- indefs kam er späterhin doch nur
HJPPEL. EIPPEL. 61
selten in die gewöhnlichen Ver- die aus Eingebung Mehr witfs-
sammlungen." ten, als alle Künste und Wis-
„Seine Theilnahme an der s enschaften lehren könnten. Mit
Freimaurerei fiel'gerade in die dem Munde verläugnete er nun
Periode (von 1764 an), wo, zwar diesen Glauben: in der
aufs er den drei Johannisgra den, That aber verschmähte er keine
in diesen Orden noch eine Men- Gelegenheit, sich in einen neuen
ge höherer Weihungengekom- Grad aufnehmen zu. lassen ; und
ni en waren, die namentlich auch selbst, wenn er die Nichtigkeit
in Königsberg Eingang fanden, des Gesehenen und Gehörten
an welchem Orte eine Zeit lang merkte, oder hier lind da ein
der thätige Beförderer der hö- Bruder ihn aufmerksam darauf
kern Freimaurerei, Herr Ober- machte, liefs er sich doch nicht
hofprediger Sterrck, ansehnliche bewegen , förmlich Verzicht
Ämter bekleidete und Freunde darauf zu thun. „„ Warum soll
hatte. Um diese Zeit verflocht ich die Fäden abschneiden'?
sich auch Hippel in den clerica- Mögen sie immer hängen blei-
iischen. Orden; doch sagte er: ben! Ein Fremder sieht sie
„ „ Ich habe durch kein Stift nicht; und mich hindern sie
den Faulen und Leichtsinnigen nicht; und Wer kann mir die
Hoffnung geben wöllen , Unmöglichkeit einer bessern
Alter ernährt zu werden; Ar- und festeren Anknüpfung in der
beit ist der Weg zur Tugend.“" Folge beweisen ?"" — Löste
Gegen Einen seiner*ältesten. sich die Geschichte vonselbst
Freunde, einen Prediger, äu- auf, so mochte er nicht weiter
fserte er hingegen einmal, da davon sprechest und erlaubte
vom geistlichen Stande gespro- sich. nie, darüber zu spötteln.—
chen ward : ;, „ er sey ebenso Er bekam Anträge , in den Il-
gut ein geweihter ordinirter luminatenorden zu treten. wor-
.Geistlicher, als sein Freund." auf er sich aber nicht einliefs,
Vielleicht war es halb im Scherz so sehr er den Stifter schätzte
gesagt ; wenigstens sollte man und bedauerte. Er las die Ore
Diels glauben, wenn man die denspapiere mit tausend Ver-
„Kreuz- undQ ueerziige" gelesen gnügen und konnte nur nicht
hatdie übrigens der besteBeweis begreifen, wie ein so wohlwol-
sin.d,wievielHippe/ sich. mit dem lender und scharfsehender Mann
Gedanken an geheime Gesell- zugleich solche Mifsgriffe habe
chaften und Or,denscerem onien thun können; denn , natürlich
beschäftigt und vertraut ge- war es ihm unbekannt, das
macht hatte. Seine Ideen über durch iLnig e's tumultuarische
die Freimaurerei waren nicht Übereilungen in eine einfache
immer dieselben; und er selbst und preiswürdige Schule der
ging Viele der Träume und Tugend ganz fremdartige und -
Erwartungen durch, welche er tade)nswerthe Zusätze gegen
den Helden in den Kreuz - und Wissen und Willen des Stifters
(?ueerzügen gehen läfst. Offen- gekommen waren."
bar fand sich eine reiche Quelle „Sowie Hippel in allen Fä-
seiner Anhänglichkeit an den chern sammelte, so war es auch
Orden in seinem Hange zur im Fache cltr Freimaurerei ge-
Schwärmerei und in dem ver-
wandten Gedanken, dafs es doch
,wol Menschen geben, künnefr
jschehen. Von ihm hätte Der-
enige, der die interessante Ge-
schichte dieserEIscheinume
6 HIPPEL. HIRAM.
sers Jahrhunderts am Ende des- Lob - und Trauerreden wurr
selben hätte aufstellen wollen, den gleichbedeutende Worte,
sehr reichhaltige Beiträge erhal- und nie sind mehr Unwahrhei-
ten können: aber seine volumi- ten , als bei einem geöfneten.
nöse Collection wurde bald Grabe, gesagt worden. Man er-
nach seinem Tode ohne die min- fand — eine Titulatur für den.
deste vorgängige Revision dem Himmel und tru kein Beden-
Feuer geopfert. Das sogenannte ken , das Wort: selig , mit den.
" gute Wort bei'm Öffnen und. irdischen Würden in Verhält-
Schliefsen der Königsberger Lo- nifs zu setzen. 6o ward aus Na-
ge " ist ihm vorzüglich gera- tur lanstelei , aus Herz
then und erhält, nebst einigen kunst ; so wurden aus Empfi.n.
trefflichen Gesängen, sein An- dungen auspelernte Tropen. —
denken unter den .Brüdern. " Der Maurer aber treibt die Fan-
fer und Verkäufer aus dem Tem-
Die im " Nekrolog auf das pel der Menschheit, aus der
1797," B. 1, S. 304— 325, hohen Schule der Weisheit und
und in dem besondern Ab- vom Grabe seines Bruders. Er,
drucke S. 369 — 389 abge- der sich nicht siebenmal, son-
dern siebenzigmal siebenmal,
druckte werthvolle Rede ei- von denSchlacken derVorni-thei-
nes Vertrauten des Verstor- le reinigt, weihet die Urnen
benen, zur Feier seines An- seiner Brüder zum Schmuck.
denkens in der Loge, ent- seiner Heiligthitmer ein , wei-
hält eine philosoph. Kenn- let bei ihrer Ruhestätte und er-
füllt da, noch Pflichten, die vom
zeichnung der Eigenschaf- Ton der Welt so , wie profan
ten seines Geistes u.Herzens. und heilig heilig , wie die erste Kir-
Als Freimaurer hat er in che von jetzigen, unterschie-
Druck gegeben den sind; er tritt mit unbe-
stechbarem Gefühl an die Gruft
a) „ Freirniiurerreden.. — seines Bruders, um — die Wahr-
Visu carentem magna pars heit von ihm zu sagen."]
verj. latet. Seneca," 1768;
Königsberg, bei J. J. Kan- HIPROPOTANO (EQUES AB)
ter; 164 SS. in 8. Von die- S. Böxranen.
sen Reden haben Num. 3, 6 HIRAM, König von Ty-
und 9 andere Verfasser. rus , ein Bundesgenosse des
b) „Pflichten des Maurers Kö nigs Salomon, dem erBau.
bei dem Grabe eines Bru- materialien und Arbeiter
ders" (des Kirchenraths und zum Baue des Tempels zu
Professors Lindner). Eine Jerusalem lieferte. — Die-
„Freymäurer - Rede in der ses Wort gehört in mehren
Loge 2zt den dreyen, Kronen höhern Gräden unter die
in Königsberg. Von B. denkwürdigen. — So wird
Danzig, bei J. G. Flörke, auch der zweite oder Mit-
1777. 62 SS. in B. liier fol- präsident in den französi-
schen Graden: Geheimer Se-
r)« ende Stelle aus dieser Fte-
ae cretair , englischer feister,
11113.AM.. 63
BoyaZ - Arche und Grofs ein künstliches, herrliches und
Schotte von der heiligen Gruft grofses heiliges Gebäude, auf-
Jakob' sVI., benannt. Siehe führte, welches innen, wenn
man dem falschen Gotte opferte,
den folgenden Artikel! 3000 Menschen faste. Und so
HIRA1VI-ABBIF, war es auch in andern Län-
dern."
A.DONHIRANI , war der Bau-
„Doch ! wurden auch schon
meister, den Biram, König durch die Baukunst überall gro-
von Tyrus, (s. dies.Artik.!) fse und vort,leffliche Gebäude
an den König Salomon zur errichtet gefunden: so blieben
Leitung des Tempelbaues in. sie dennoch weit zurück gegen
den heiligen Tempel-, welchen
Jerusalem sandte, und des- der weise König Sabine» dein
sen Gedächtnifs und Tod, wahren Gotte zu Ehren in Je-
der Mythe des dritten St. Jo- rusalem aufführen liefs , und.
hannisgrades zufolge, von wobei, wie wir in den heili-
gen Büchern finden, eine unge-
den Meistern gefeiert wird. mein grofse Anzahl Arbeiter ge-
S. auch CARL I., ADONIII- braucht wurden, und dazu gab
RAM und NIEISTER. der König Hirarn von Tyrus
auch noch. eine Anzahl. Unter
[In der Yorker Constitution, diesen zugesendeten Gehülfen
(s. „Kunsturkk. v. Krause," war des Königs L1irm geschick-
B. 1 der ersten Ausg. 5.556 tester Baumeister, einer Witt-
we Sohn, welcher den Namen:
558, oder B. 2 der zwei- Eirain Abbif, , führte, und der
ten , Ahth. 1, S. 70-72!) hernach so vortreffliche Ein-
befindet sich Nachstehendes richtungen machte und die kost-
über die beiden Birams, — barsten Arbeiten lieferte, wel-
„Die Völker aus Fleönicien che alle in den heiligenT achern
thaten sich in der. Kunst, mit aufgezeichnet sind. Alle diese
Kalk, Stein und Holz zu bäuen, Arbeiter waren in gewisse Ord-
besonders hervor; indem sie die nungen eingetheilt, welche Kö-
Städte Tyrus und Sidon erbaue- nig. Salomon genehmigt hatte;
terz , welche hernach ihre Kö- und so wurde bei diesem gro-
nige durch ihre Künstler -vcr- fsen Bau zuerst eine ehrwürdi-
schönerten. Unter ihnen zeich- ge Gesellschaft der Baukünstler
nete sich besonders der. König so, ietas architectonica) begrün.
Hirarn aus und wurde dadurch det.
so berühmt, dafs der israeliti- Ferner ebeidaselbst S. 560
sche König S'etiorrzen, als er den
von seinem Vater vorgenomm e- der ersten oder S. 74 f. der
nen Bau eines Gott geheiligten zweiten Auflage:
Tempels ausführte, ihn bat, ihm „ Bei so schönen Anordnun-
geschickte Künstler und Arbei- gen und bei den angestellten
ter zukommen 'tu lassen; dann vielen Arbeitern wurde das be-
auch in der heiligen Baukunst wundernswürdige Werk des
zeichneten sich die Phiinicier aus Salomon, Welches 50000 Per-
und hatten treffliehe Baumei- sonen fassen konnte, zum Er-
stier, von denen Einer, Sanco- staunen aller benachbarten Völ-
niathon , den Tempel Dagon's, ker, von denen Kenner nach
64 MR AM.
Jerusalem kamen und es betrach- Geschicklichkeit sich nicht bloss
teten, in sieben Jahren und sechs auf% Bauen beschrankte,
Monaten durch Salomon, den
Weisesten unter den Menschen,
in seiner Gröfse und klugen in- b en an den König Salomon 2. „„Ich
nern Einrichtung zu Stande ge- habe einen kunsterfahrnen Mann,
el Huren Abbi , abgesendet;'"'
bracht. Nachdem Dieses bcresche- Welches nicht, wie in der grie-
hen war, feierte man ein allge- chischen und latein. „Vulgata, "
meines Fest und die Freude durch: Huram, mein Vater, über-
setzt werden darf; denn, die Be-
über die glückliche Vollendung schreibung von ihm im 14ten Ver-
konnte nur dadurch getrübt se widerlegt Diefs, und die Worte
bedeuten blo ss : meines Vaters Hu-
werden , dafs bald hernach der r am oder cler oberste Maurer-
vortreffliche Meister Hiram Ab- xneis'ter meines Vaters Abibalus.
bif starb. Man begrub ihn vor Es sind indefs Einige der brei-
nung : König Hiram habe viel-
dem Tempel, und von Allen leicht den Baumeister Hiram in
wurde er betrauert. " dem Sinne seinen Vater genannt,
auch die vom Br. Krause in die wie in alten Zeiten gelehrte und
weise Männer von ihren königl.
neue Aufl. der „ E.U. , " B. 2, Beschützern mit diesem Namen
Abth. 1, aufgenommene alte belegt zu werden pflegten: So
wurde Joseph benannt : Abrech,
Urkunde, S. 146 ! o der des Königs Vater 3. und eben-
dieser 'Baumeister Ihrem wird
Die „Constitutions" etc. Salomon' s Vater genannt im 2.
„by John IVp ortholtoki r 1784 „Chron." IV, 16:
7 7 7 1 Gnasah Churam Abbif 2a
enthalten S. 22 — 24 über Zech ,chelomoh,‘" c d. i. mach-
te Huram, sein Vater, dem
beide Hirams folgendeNach- Könige Salomon.
richten„ Doch! die Schwierigkeit ist au..f'
Einmal gehoben, wenn man zu-
anz , König. -von Tyrus, e dafs das Wort: Abbif, der
Zuname des Künstlers .Hiram ge-
Zunam
sendete dem Könige Salomon" wesen, der Oben Hiram AbbiMers
(auf seine Bitte, zum Behuf 'des und hier Huram Abbif, sowie in
von ihm zu ,veranstaltenden. der Loge .F.Eir am Abbif, genannt
wird, uni ihn von dem Könige
Tempelbaues) „ Ledern , Tan- Hiram zu unterscheiden - denn,
nen und andere ,Bauhölzer auf diese Lesart macht den sh,o rtver-
Flossen nach Joppa und Hers sie stand deutlich und vollständig,
nämlich: dafs Hiram, König von
dort an Salornon's Abgeordne- Tyrus, an den König Salomon den
te abliefern , um weiter nach kunsterfahrnen Werkmeister
Abbif sendete."
Jerusalem . geschafft zu werden. „ In zwei Stellen der Bibel:
Er sandte ihm auch einen Mann, 1. „Könige" VII, 13-15, und g.
der seinen eignen Namen führ- „Chron.' II, 13 und 14," (vergl.
auch 2. „Chron." IV, 11-16! )
te und. von Geburt zwar ein „findet sich eine Beschreibung
T3rrier, doch von israelitischer von ihrn. In der ersten wird er
Abkunft , war. Dieser , ein genannt: einer Wittwe gohn aus
dem Stamme Naphthali, und in der
zweiter BezaZeei , wurde von andern : der Sohn eines Weibes
seinem Könige mit dem Titel aus den Töchtern von Dan ; in.
beiden aber steht, dafs sein Va-
,eines Vaters beehret. Im 2. ter ein Mann aus Tyrus gewesen
" Chron." II, 13, wird er ge- sey das heilst , sie gehörte zu
nannt: Erir am Abbif , der voll- den Töchtern der Stadt Dan, im.
'Stamme Naphthali, und wird ei-
endetste Zeichner und Werk ne Wittwe von Naphthali in der
meister auf der Welt,*) dessen Hinsicht genannt, weil ihr Ehe-
mann ein Naphthalite war. ; denn,
er heilst nicht ein Trier von
*) „Im 2. „phron." II, 13, sagt Hi- Herkunft, sondern ein Mann von.
r am, König von Tyrus, dort fie- Tyrus vermöge seines Wohnsi-
r am benannt in seinem Schrei-, tzes; sowie Dh ed 'dem, der Le-
HIRAM. IIIRAM.
dem sich erstreckte auf alle Ar- herbeigeholet hatte, als die Kö-
ten von Arbeiten , sowol in nig Hiram neuerlich senden
Gold, Silber, Erz und Eisen, würde. "
als auch in Linnen, Tapeten- „Der Geschichtschreiber Dia
würkerei und Stickerei. Er ...war berichtet ••
97 1,die L iebe zur-
in jedem Betracht, es mochte Weisheit sey die Hauptveran-
seyn als Baumeister, Bildhauer, lassung zu jener zärtl. Freund-
Giefser oder Zeichner , gleich schaft zwischen nirrinz und i9a-
vortrefflich. Nach seinen Zeich- lonion, gewesen; und sie hätten
nungen und unter seiner Lei- schwierige und räthselhafte
tung wurde die ganze reiche (mysterious) Fragen und die
und glänzende Verzierung des Kunst betreffende Puncte einan-
Tempels , und was sonst noch. der gegenseitig vorgelegt, um
zu ihm gehörte, begonnen, fort- dieselben nach den ächten Ge-
geführt und beendiget. Salo- setzen der Vernunft und der
mon bestellte ihn zum deputir- Natur zu lösen. – Ferner
len Grofsmeister,, um in seiner erzählet Afenfilzder, von Ephesus,
Abwesenheit den Stuhl einzu- der die Lyrischen Geschiehtbü-
nehmen, in seiner Gegenwart cher aus der Sprache der Phili-
aber zu vertreten die Stelle des ster in's Griechische übersetzte,
älternGrofs vorstehers, desWerk- dafs, wenn irgend Einer dieser
ineisters und. ersten Oberaufse- aufgeworfenen Sätze für jene
hers aller Künstler, die sowol weisen und gelehrten Prinzen
König David in der vergange- zu schwer gewesen', entweder
nen Zeit aus Tyrus und Sielen Abdeymonzp; oder 4bdomenu3, der
Tyrier , der in den alten Con-
stitutionen Arrion genannt wird,
vite, ein Gittite und der Apostel oder Hiram Abbi , jeden ihnen
_Paulus ein Mann von Tarsus ge-
nannt wird. " voro•elecrten
b Sinn sprach. (device)
„ Wiewol aber Hiram Abbzf ...döset <2.„Chron." 4 > und
vom Geblüt ein Tyrier war: so sogar dem Könige Salomon,
würdigt doch Diers seinew eitum-
fassenden Fähigkeiten nicht her- wiewol er der weiseste Prinz
ab ; denn, Tyrier waren da- in der Welt war, in Hinsicht
mals, in Flge der Aufmunterung,
die ihnen der König Hirani ge- der von ihm aufgeworfenen
währte, die besten Künstler; und Fragen Nichts an Schallsinne
j ene Schriftsteller bezeugen dafs nachgegeben hätten."
Gott diesen Abbil
Weisheit, Verstand und mecha- Dann ebendaselbst S. 2'7
nischer Kunsterfahrenheit aus&e-
rüstet hatte, um Alles nach Sa- ,,Die alten Cowtitutionen be-
lomon'sWillen auszuführen, nicht haupten, dafs _kurz vor der Ein-
nur in Absicht auf die Erbauung weihung des Tempels fiönig
des Tempels in aller seiner Pracht
und Herrlichkeit, sondern auch ifirran aus Tyrus" ( nach Jeru-
durch das Giefsen, Gestalten und. salem) „gekommen sey, um die-
Zusammensetzen der s anamtli- ses hochansehnliche Bauwerk in
chen heil. Gelafse in demqelben,
und jede Inschrift (device), die Augenschein zu nehmen und die
daran zur bringen war, au g zuderz- verschiedenen Theile desselben
ken. Auch versickert uns die heil. genau zu untersuchen; wobei
Schrift, dass er seinem Amte in
weit ausgedehnteren Werken, als er vom Hörige &Salomon und
denen von Adel/ab und Bezaleel," dem deputirten Grofsmesster
— (den Verfertigen). der Bundes•
lade und der Stiftshütte) — „völ- Abbil begleitet worden
]ige Genüge geleistet habe; wo- wäre; und das nach dieser sei-
für er geehret werden wird in ner "Untersuchung er erkläret
den Logen bis an das Ende der
Zeit." hätte: ° „„an dem Tempel, be-

5
66 HIRAM. HIRAM.
währe sich die Kunst in ihres. nachgestanden habe, als der
weitesten Umfange." " — Bei weise ‚König SalomonGrofsmei-
dieser Gelegenheit erneuerte Sa‘, ster aller Maurer in Jerusalem,
lomon das.Bandairs mit Hiram der gelehrte liönig Ihrem *)
und verehrte ihm eine Ueber- Grofsmeister in Tyrus und der
setzung der heil. Schriften in geistreiche (erleuchtete — inspi-
syrischer Sprache, welche noch red) Hiram Abbif Werkmeister
bei den Maroniten und Anderen war, — als die wahre Maure-
von den ersten Christen unter rei unter der unmittelbaren Hut
dem Namen der alten syrischen und Leitung des Himmels stand,
Uebersetzung vorhanden seyn und als Personen von hohem
Stande und Gelehrte (the noble
„ Als der Tempel Jeliovah's, and the Wise) zur Ehre
unter dem begünstigenden Ein- rechneten, Verb ündete der sinn-
Russe (auspices) des weisesten reichen Zunftmänner in ihren
und glorreichsten Fiönigs von. gut eingerichteten Logen zu
Israel , des Fürsten der Bau- seyn. Dern zufolge war der
kunst und des Grofsmeisters sei- Tempel Jehovah's mit allem
ner Zeit, vollendet war, beging Recht ein Wunderwerk für alle
die Brüderschaft das Fest der. Reisende, nach welchem als
Legung des Schlufssteins mit nach dem vollkomensten:Vor-
m
gro fier Freude allein, ihr Froh sie beschlossen, bei ihrer
locken wurde bald unterbro- Rückkehr die Baukunst in ihren
chen durch dasplötzliche Ab- eigenen Landen zu verbessern "
sterben ihres geliebton und'wür- Die einzige aufserbibli-
digeu Meisters Biram Abbif, sehe Nachricht über Iliram,
zum grofsen Bedauern des Eö-
nigs Salomon, der, nachdem er den Oberaufseher des Tem2
der Zunft einige Zeit .gegönnt p"elbaues , führt Krause in
hatte, um ihrer Betrübnils freien den „KU.," B.1 der ersten
Spielraum zu lassen, den Befehl Ausg. S. 426, sowie B. 1,
ertheilte, dafs derselbe mit gro- Abth. 2, der zweiten, S. 447,
fser Feierlichkeit zur Erde be-
stattet werden sollte. Er liefs in der Note, aus „ Josephi
ihn in der Loge, zunächst am. Antiq q.Judd.", L. VIII, c. 3,,
Tempel, nach den alten Gebräu- p. 424 ed. Haverc., über-
chen der Maurer begraben. — setzt an. Sie lautet so.
Nachdem die Trauerz eit uni lit.-
ranz Abifvurbei war" u. s. w. „Salonzon liefs sich aus Tyrus

Endlich ebendaselbst S. 28 *) "Einer alten Sage tUfolge, ist


König Eirarn Grorsmeister aller
„Der Ruf von dieseln grasen Masonen". (seiner Zeit) „ gewe-
Gebäude erweckte bei allen Völ- sen und als der Tempelbau be-
kern das Verlangen,' nach Jeru endigt war,. kam er, um densel-
ben vor seiner Einweihung in
salem zu reisen , und die Herr- Augenschein zu nehmen, und
lichkeit desselben, insoweit es sich mit Salomon über Weisheit
den Heiden verstattet war, zu. und Kunst zu unterhalten. Da.
nunHiram die Entdeckung mach-
beschauen; da man denn bald te , (bis der grase Baumeister
gewahr wurde, dafs die ver- des Weltalls den König Salomon
einte Geschicklichkeit der gan- vor allen Sterblichen mit hohem
Geiste begabt habe (irzspired),
zen Welt jener der Israeliten in so gestand er dem Salomon Je-
der Weisheit, Stärke und Schön- didjah, d. i. dem Lieblinge Got-
tes, sehr willig den Vorrang zu."
heit ihrer Baukunst zu der Zeit
HIRAM. HIRAM. 67

vorn Könige Iliram (vrapa 'Zea- Hier noch eine Stelle aus
Atov) einen Künstler schicken, „dem aufgezog. Vorhange
mit Namen Chiram (Xetpayog),
Dessen Mutter eine Naphthali- der Freyinaurerey" u. s. w.,
tin, indem sie zu diesem Stam- 5. 172 f. ! —
me gehörte, Dessen Vater aber „ Der erste erschlagene Mei-
ein Tyrier war, doch von Ge- ster ist der unglückliche König
turt ein Israelit. Er war in al- Carl 1.; die drei Gesellen sind.
ler Kunstarbeit wohl erfahren, die Rebellen aus den drei K.
vorzüglich kunstreich in Gold-, nigreichen, England , Schott-
Silber - und Erzarbeit. Durch. land und Irland; der höhere
diesen Künstler wurde nun Al- Lohn, den dieselben erlangen.
les, was bei dem Tempelbau wollten, ist die gröfsere Frei-
vorkam, nach des Königs Wil- heit, die man durch die Ermor-
len ausgeführt. Dieser e &rant dung des Königs zu erlangen
hoffte ; wobei man aber den
verfertigt e auch. die beideneher- Zweck ebenso wenig erreichte,
nen Pfeiler am Eingange. Diese'
waren 4 Finger dick , ihre Hö- als ihn die drei Gesellen erreicht
he 18 Ellen und ihr Umfang hatten. Die Wittwe ist die Ge-
12 Ellen. Ihre Kapitäle schor fick- mahlin des Königs und das wie-
te er mit gegofsnem Lilien.- dergefundene Wort sein Sohn,
werke, 5 Ellen hoch; um das- Carl H. — Ist Dieses richtig, so
selbe war ein Netzwerk aus ge- ist vonselbst abzunehmen, zu
triebnem Erze geflochten; und welcher Zeit diese Allegorie
von diesem hingen in zwei Rei- aufgekommen ist, offenbar bald
hen zweihundert Granatäpfel nach dem Tode des Königs und.
herab. Die Eine dieser Säulen vor der Wiederherstellung sei-
stellte er zur rechten Seite der nes Sohnes ; denn nachher be-
Vorhalle und nannte sie Jachin, durfte es keiner Klagen mehr."
die andre aber zur linken und Auch sind nachstehende
nannte sie Boaz." Aufs erungen Fr. Nicolai' s in
Dagegen ist, wie Krause seinen „Bemerkungen über
hinzusetzt und B.2, Abth. 2, den Ursprung und die Gesch.
S. 483 f., wiederholet, im der Rosenkreuzer und Frey-
Talmud und in den übrigen maurer," 8. 71 hier an-
jüdischen Schriften nichts zuführen. —
Näheres über Iiiram enthal- „In den englischen „Consti-
tutions" etc. „by Arzderson and
ten. Vgl. übrigens ebenda– Entick" (Lond. 1767) ist S.
selbst B. 1 der ersten Ausg., geradezu. erlogen , dafs
S. 358, oder B. 2, Abtb. 2, Abhif ein Baumeister war, der
der zweiten, S. 343 f.! den Tempel Salomon's erbauet
habe. Ich sage gerade heraus:
In dem Artik.: CA I. Diefs ist eine Unwahrheit, in-
03. 1, S. 66) ist bereits gei sofern es historisch soll verstan-
sagt worden, in welcher Be- den werden. Ein Andres ist die
ziehung die englischen Frei- allegorische Vo rstellun
c, wel-
che in der Freimaurerei erst seit
maurer die Person Biram' s 1682 ist für gut oder für nöthig
in den Meistergrad verwebt befunden worden , und welche
haben. jetzt nicht einmal bei allen Sy-
(38 HIRAM. HIPLAM.
sternen derFreimaurer angenom- Maurermeister war; so ist es un-
men wird. Aber ich sage bei gereimt, ihn für den ältesten.
dieser Gelegenheit auch. freimü- bekannten Baumeister auszuge-
thig es ist eine Schande für ben , so mufs , sobald wir
das englische, so oft gedruckte, (wie Gelehrte) historisch spre-
sogenannte Freinzaurerconstitu- chen, nicht ( wie Freimaurer)
lionerzbuch , dafs es durch. eine allegorischanspielen wollen, für
Menge historischer Unwahrhei- ,die Benennung Sohn der Witt-
ten , die gewisse allegorische we, ein andrer historischer Ur-
Anspielungen bestätigen sollen, sprung gesucht werden."
die wahre Geschichte verstellt Die für das Ritual des
und die gutnnithigen Freimau-
rerbrüder irreführt, welche ein- Meistergrads ersonnene My-
fältig genug sind , zu glauben, the lautet in der Schrift':
Alles scy wörtlich wahr, was „Jachin and Boaz" u. s. w.,
im englischen Constitutionen- (London, 1776,) 5. 30-33,
buche steht." foIgendermarsen. —
Dann ebendas. S. 72 — „Es waren anfangs 15 Gesel-i
" Als lapge nach 165o die Frei-
4 4 len, die , da sie sahen, dafs der
maureiti''' (vielmehr die litur- Tempelbau bald beendigt seyn
gische Form), "mitBeibehaltung würde , sie aber das Meister-
ii.orheriger , 171171 anders gedeute- wort noch nicht bekommen hat-
ter, Symbole und mit'Hinzu- ten , aus Ungeduld die Abrede
fügung neuer, geändert und der nahmen, dafs sie solches ihrem
salomon'sche Tempel zum all- Meister Ihrem bei der ersten
gemeinen Sinnbilde gewählt 'Gelegenheit, wo sie mit ihm
ward, weil jetzt ein veränder- allein würden zusammentreffen
ter Zweck da war, — moch.- können, abdringen wollten, da-
te es Denjenigen , welche im m. mit sie in andern Ländern für
Jahre 1682 die Andetung mach- Meister gelten und den Lohn.
ten, bequem dünken, daTs " oder das Einkommen der Mei-
r am , der Arbeiter in Erz bei ster erhalten möchten. Ehe sie
Verzierung des Tempels Salo- aber ihren Anschlag ausführen
mon's, ebenfalls ein Sohn einer konnten, gaben zwölf von ih-
1Fittwe war, wie im Jahre 165o nen denselben auf; die drei übri-
König Karl II. Sie fanden für gen. dagegen beharrten darauf
gut, aus einer gewissen, in dem und beschlossen , gewaltsame
innern Sinne der Freii Mittel anzuwenden, insofern
gegründeten , Ursache es auf andre Art nicht gehen.
damals erst einen allegorischen wollte. Ihre Namen waren Ju-
Biranz- Abif für einen Aleister bela, Melo und Abeturn."
bei'zzz Baue des Tempels auszuge- „DaHiram vonjeher gewohnt
ben, ob er gleich, der bibli- war , um die Mittagszeit, so-
schen Geschichte zufolge, nie bald man die Arbeiter zur Er-
ein Maurermeister, noch weni- holung abgerufen hatte, sich in
ger ein Laumeister,, war. Der das Sanctum Sanctorum , oder
' erschlagene Hiram - Abi f bedeu- Allerheiligste, zu begeben, um
tet von 1682 an ganz etwas An- sein Gebet an den wahren und
dres, als den Tod liarl's I., und lebendigen Gott zu richten ; so
hat in der Zhifrrsprache einen stellten sich die vorerwähnten.
sehr richtigen Sinn. Da aber Meuchelmörder an die drei Tho-
der historische Bi ran2 Ablickein re des Tempels, im Osten,
IIIRAM. 69
Westen und Süden. Auf der Beiden, ergegnet hatte, bekam
Nordseite befand sich kein Ein- er einen schrecklichen Schlag
gang, weil von dieser Himmels- auf seinenKopf mit einem Salä-
e erend her die Sonne keine S tra- gel oder Spitzhammer ( Gavel
Ion wirft." or setting Maul), welcher sei-
„Als I1/rain sein Gebet zudem ixen Tod verursachte. Hierauf
Herrn beendigt hatte und an. das schleppten sie den Leichnam
östliche Thor kam , fand er es zum westlichen Thore heraus
von Jubela besetzt, der ihm mit und verbargen ihn unter einem
Ungestüm den Meistergriff ab- Schutthaufen bis zum Glocken-
foderte , von 11/ram aber die schlage zwölf der nächsten
Antwort bekam: „„eS sey nicht Nacht, wo sie, der Verabre-
gebräuchlich, denselben in ei- dung zufolge, gemeinschaftlich
nem solchen Tone zube erehren ; den Leichnam an der Seite ei-
auch habe er selbst ihn nicht nes Hagels in ein Grab , wel-
so bekimmen.” Hiram setzte dies 6 Fufs in senkrechter PLich-
hinzu : „" er masse wrarten ; tung und genau von Osten nach
Zeit und. Geduld würden ihn Westen zu ausgegraben war,
dazu gelangen lassen.“" Ferner verscharrten.
sagte er zui hm : " „es sey nicht „Da nun Iliram nicht, wie
in seiner Macht allein , den gewöhnlich., sich einfand‚
Meistergriff zu entdecken.; viel " nach den Arbeitern zu sellen;
mehr müsse Diefs nur in Ge- so liefs :König 'Scdorrton seinet-
genwart Salonzon',9, Königs von halber genaue Nachforschung
Israel, und Hiram's, Königs von anstellen : als aber diese ohne
Tyrus , geschehen."" — Erfolg blieb , hielt man ihn
voll Verdrufs über diese Aut. für todt. Auf die davon je-
wort , gab ihm mit einem nett zwölf Gesellen die dort
vier und zwanzigzolligen a a fs- obenerwähnten Anschlag aufge-
stabe einen Streich quer über geben Latten , zugekommene
den Hals." Kunde eiengen sie, von Gewis-
, Nach dieser Behandlzlng sen.sbissen gequäkt, zu Salonion,
floh Hiram nach dem südlichen in weifsen Schürzen und Hand-
Thore des Tempels, wo er den schuhen, den Zeichen ihrer Un-
Jubele antraf; der des Meisters schuld, und benachrichtigten
Griff und Wort auf gleiche ihn von Allem, was daraufSe-
Art, wie zuvor Jubela, von 2ng hatte, insoweit sie davon
ihm begehrte und, da er von Kennta rifs hatten, erboten sieh
seinem Meister die nämliche
_Antwort erhielt, ihm mit einem ,f) Hier macht der Herausgeber von,
Winkelmaafse einen so heftigen „Jachin and Boaz" folgende An-
merkung. — „In diesem Puncte
Schlag auf dessen linke Briist sind die Maurer selbst verschie-
versetzte, dafs er ihn zum Tau- dener Meinung. Einige sagen:
derLeichnam seynicht zum west-
mein brachte." liehen Thore herausgeschleppt,
„Nachdem ffiram seine Kräfte sondern au der Stelle, wo man
wieder gesasumlet hatte, lief er ihn erschlagen, in der Marse zur
Erde bestattet worden, dafs die
nach dem westlichen Thore, drei Mörder einen Theil des
dem einzigen ihm zur Flucht Pilasters aufgerissen, eine Grube
reblieb eilen.Auswege. Hier rieh, gemacht und solclie, sobald sie
den Leichnam hine/ngezwitngt,
tete jubehan, der jenen Ausgang mit den Steinen wieder bedeckt,
besetzt hielt, eine Frage in gloi, sodann aber, um keinen Ver-
dacht zu erregen, die ausgegra-
diein Sinn an ihn ; als te r aber hone Erde in ihren Schürzen hin-
Diesem ebenso, wie den ersten ausgetragen hLitten."
70 HIRAM. HIRAM.
auch, die drei anderen Gesellen, kluft, ergriffen die Mörder,
die sich versteckt ha.tten , aus- banden sie fest und brachten sie
findig machen zu helfen. Sie zum König 8C11071ZOT vor Dem,
trennten sich und bildeten vier sie ihre Schuld freiwillig ge-
Parteien , von denen je Drei standen und um ihre Hinric.h-
nach Osten, Westen, Norden ...,tung baten. Das über sie aus-
und Süden giengen , um die gesprochene Urtheil besagte das
Mörder aufzuspüren." Nämliche , was sie in ihrer
„Einer dieser Zwölf, der am Wehklage in der Kluft ausge-
Meere , bei Joppa, hin seinen drückt hatten; — Jubela's Hals
Weg genommen hatte, setzte ward abgeschnitten , Jubelo's
sich. aus Müdigkeit nieder, um Herz unterhalb seiner linken
sich zu erholen, ward aber bald Brust herausgerissen und Jube-
aufgeschreckt 'durch folgende lum'3 Körper in zwei Theile
gräfsliche Ausrufungen, die aus zertrennt und diese nach Süden
einer Felsenkluft sich verneh- und Norden verstreuet."
men liefsen. — „0! dafs mir „Nach der Hinrichtung liefs
der Hals abgeschnitten meine önig Salomon die zwölf Gesel-
Zunge bei der Wurzel heraus- len holen und, deutete ihnen an,
gerissen und verscharret worden. 1/7ram'3 Leichnam herbeizu-
seyn möchte im Sande des Mee- schaffen, damit er auf einefeier-
res bei niedrigem Wasserstande, liche Art in dem Sanelum San etfo-
eine Kabeltaulänge von, der rum beerdiget würde. Auch gab
Küste, wo die Ebbe und Fluth er ihnen zu erkennen , dafs,
zweimal in vier und zwanzig wenn sie nicht ein Schlüssel-
Stunden wechselt , bevor ich wort um ihn finden könnten,
einwilligte in den Tod unsers solches verloren sey; weil, nur
Grofsmeisters Hiram ! " " drei Personen in der Welt wä-
0 ! " " (sagte ein Zweiter ) ren, denen es bekannt sey; und.
„ möchte doch lieber mein wenn diese nicht beisammen
Herz unterhalb meiner nackten wären, könnte es nicht abgege-
linken Brust herausgerissen und; ben werden; da nun Hiramtodt,
eine Beute der Raubthiere in so sey dessen Verlust entschie-
der Luft geworden sevn, als dafs den Dernunerachtet giengen
ich Theil nahm an dein Morde sie, wie Salomon befohlen hatte,
eines so guten Meisters! — räumten den Schutthaufen weg
„ " Ich aber"'' (sagte ein Drit- und fanden ihren Meister in
ter,) „schlug ihn weit stärker, einem ganz zerstörten Zustande ;
als ihr Beide; ich war es , der indem er funfzehn Tage gelegen
ihm den Todesstreich versetzte. hatte. Bei diesem Anblicke
0! wenn doch mein Körper in streckten sie vor Entsetzen ihre
zwei Theile zertrennt und. diese Hände über ihre Köpfe empor
nach Süden und Norden ver- undsprachen.: „ " 0! Herr, mein
streuet, meine Eingeweide in Gott! EAdonai Elohai !]“" —
Süden zu Asche verbrannt und Da dieses das erste Wort und.
zwischen den vier Winden der Zeichen war, so nahm es Kö-
Erde verstreuet worden wären, nig Salomon als das Grofszei-
bevor ich die Ursache wurde ehen eines Meisterrnasons an;
>von dem Tode unsres guten und so wird es bis auf den heu-
Meister5Hiram "" — Als der tigen Tag in allen Meisterlogen
Gesell Diefs hörte , suchte er gebraucht."
seine beiden Mitgesellen auf;
und sie drangen in die Felsen- In dem neuengl. Meister-
HIRAM. HIRAM.
fragstücke nach Browne Ar. Weisheit , Stärke
heifst es, (s. „EU.", n.- A., und Schönheit."
„Fr. Was pflegen sie vorzu-
B. 1, Abth. 2, S. 477 !) nach. bilden ? "
der Erzählung der Geschich- " A. Drei Grofsmeister:
te von der Ermordung Bi- Salomon , König von
ranz – Abbirs Hiram, König
„ Fr. Was ordnete hierauf von lyrus, un Hiram
König Salomon an ? " Abbit, der durch die
,„, A. Er beorderte die drei Gesellen erschlagen
nämlichenfunfzehn ge- wurde."
treuen Brüder, unsren „Fr. Hatten diese drei Grofs-
meister besondern Antheil
Grofsmeister Hiram zu,
an der Erbauung von Sato-
einer anständigeren Be-
.brdigung zu erheben (to. mon's Tempel?
rai.se) , wohl wissend, "„ Allerdings. «"4
dafs er Ders würdig „Fr. Was hatten sie dabei zu
war. Zu gleicher Zeit thun? "
unterrichtete er sie, daf's „„A. Salomon sorgte für
durch., seinen unzeiti- die Lebensmittel und
gen Tod die Geheim- die Bezahlung der Ar-
nisse eines Meistermau- beiter; Eurem , König
von Tyrus, schaffte die
rers unv erm ver-
loren wären; doch sol- Baustoffe herbei und
le , zur Belohnung für Eirarn Abbif unterzog
sich der 'Ausführung
ihre Treue, das erste zu-
fällige Zeichen, Merk- des Baues oder der
Oberaufsicht über den-
/nal, oder Wort, wel-
ches bei der Eröffnung selben. "4'
des Grabes und bei sei- In Jedem der üblichen
ner Aufhebung vor- Freimaurerritualelautet die-
kommen möchte, an se Legende etwas verschie
deren Stelle treten, bis
zukünftige Zeiten die
den. S. unter andern
ächten entdecken wür- 1) die hinter der deutschen
den. 44 Übersetzung von „Ander-
Vergl. hierzu oben im Arti- sai' s v erbessertem Constitu-
kel: Heldmann, die Note auf tionenbuche," Th. 1, (Fad.
S. 31!
a. 1783,) S. 546-578,
Dann schliefst sich in stehend eVerdeuts chun g von
” Jachin and Boaz," S. 34 f., „ Sam. Prichards Masonry
das Lehrfragstück der Mei- dissected," welche auch un-
ster mit folgenden Fragen ter dem Titel : „die zerglie-
und Antworten. - (lerte Fr eymaurcrey, "
„Fr. Was unterstützt unsre 12.. Leipzig, 1788,) der Über-
Loge? setzung von BonnePilie's
A. Drei P feiler." "Werke „diü chot tische
„ Fr. Welche Benennungen
giebt man ihnen denn, mein Maurerey englisch und
Bruder ?" dcutsch angehängt ist, so-
72 IIIRAM. EIRAM.
wie im Auszu.ge in „ dem me s'appelait Hiram, quoi-
aufgezogenen Vorhange der , qu'il fut fils cl!'un Tyrien et
d'une fernme de la triba de
Freymaurerey," a. M. Neplitali. "
1790,) S. 166-170; „Salonion donna a Ihrem la
2) „Recueil -prcieux de direction ,9,.6nerale des travaux.
la Maonn. Adonhiramite," Les ouvriers, au nornbre de plus
nouv. Philadelphie, d.e cent mille, divis g s en trois
classes avaient des rnots , des
1787,) part. 1, p. 74-78 et signes et des attouchemens pour
84 — 96, übersetzt in der se reconnaitre entre eux et rece-
„vollständ. Sammlung der voir la payeproportionn ge aux
ganzen Adon-Hiramit. Mau- travaux auxquels ils etaient pro-
rerev, tu (Leipzig 1.'786, S. 89 res. Les eprentis touchaicnt
leur , salaire a la colonne pla-
—97 und 103-121; eben- Cee au nord, les Compagnons
falls im Auszuge in „ dem ä la colonne B, sitä g e au xnidi,
aufgezogehen Vorbange" u. pries de la porte d'occident , —
s, w. , S.153-164; les Mai'tres dans la chambre du
milieu."
3) „System der Freymau- ,„ On entrait dans le temple
rer -Loge Wahrheit uncl Ei- par trois portes. Gelle qui d'a-
nigkeit" u. s. w., ..28ß- bord fut destirree aux Appren
298 und 304-306; tis , et par la suite au peuple,
4) „Der Signatstern, " gtait ä roccident; au niidi celle
des Cornpagnons, qui, depuis
Th. S. 54-64; rachevernent ..du remple fut
5) „Archiv der Freymäu- consacrg e aux Levites; enfin
rer - Loge zu Livörno ; " celle des Mahres, et par la Suite
(Leipzig, 1803,) S. 333— des Pontifes, g taita l'orient."
„L'ordre gtabli parmi les ou-
348 , verbunden mit S. 367 vriers devait assurer la tranquil-
—3'75; lite. La vigilance d71-liram 11.1-
6) „Manuel du Franc- tait les travaux du temple, lors-
Ma9on , par E. F. Beizof," qu'un 6v-gnenlent affreux vint
4nle Edit., (i). Paris 1819,) les suspendre et causa un dela
ggngral."
in der in,struction raisonne'e „Trois Compagnons , *) ra g
du Grade de Maitre. Hier -contesdlurpaye,voulrnt
wird Ilirarre 8 Geschichte obtenir celle de Maitre ä Paide'
(p. 214-1219) so erzählt. des signes, paroles et attouche-
„Salomon, fils de p avid, aussi inent espgraient se procu-
c g rebre par sa profonde sagesse rex- lt force ouverte. Es avaient
que par ses hautes connaissances, rernarque qu' Hinan visitait to us

i
2-6solat d' g lever le temple pro- les soirs les travaux apries que
et6 par son fere. 11 demancla les ouvriers g taient retir6s.
a Hiram, roi de Tyr, les rna- se placerent. aux trois portes du.
tg riaux n6cessaires , et un horn- temple. L'un s'arrna d'une nie-
me capable de le seconder daris
ses nobles dispositions. Le roi
de Tyr envoya ä Salomon ua * In den französ. hohen Graden
architecte habi1e, et qui, corn- heifsen sie: Abiram, Oterfu.t u.
Sterkin. Anm. des herausg.
HIRAM. HIRAM. 73
gle, lautre d'un levier, et le plus grand soin. Trois Maitres
troisi eme d'un fort mailiet." partirent par la porte du nord;
„Birain si etant rendu dans le trois autres partirent par la porte
temple par une porte secfete, se du midi; et trois Maitres parti-
dirigea vers la porte d'occideut. 3.-ent par la kporte d'orient. —
Ii y trouva un Compagnon qui Los neuf Maitres convinrent dc
le menaca de le tuer s'il ne lui ne pas s'eloigner hors de la por-
donnait le mot, le signe et rat- tg e de la voix. Au lever du so-
touchement de [Viaitre. Hiram leil l'un d'exix apperqut une va.-
lui dit: „„Malleureux, tu. sais peur qui s'el g vait dans la carn-
que je ne peux ni ne dois te- les pagne. Tous s'apprech'erent de
donner; efforce -toi dc les rue- P endroit (Poi, sortait cette va-
riter et tu les .obtiendras.“" peur. Au premier aspect ils vi-
l'instant le CCSmpagnon vent, rent une petite 616vation, la
/ de la regle qifil tenait, le frap- terre leur parat fraichement 1:e-
per sur la tgte: mais le coup nlu ge, et leurs soupoas furent
mal dirigg ne porta que sur Pe- confirm gs lorsque la Manche
paule. — inirarn chercha son d'acacia c g da sans la moindre
salut dans la fuite et voulut sor- resistance. Eis se rnirent h foull-
tir par la porte du midi. Le ler, et trouv'erent le corps de
second Compagnon se presenta, notre respectable Maitre
fit la m g rne demande et reut la corrornpu. bis reconnurent
meine rgponse; alors le traltre, avait g te assassine."
le frappant de son levier, n'at- „lt g tait h craindre eine les
teignit Hiram que sur la nuque assassins n'eussent, Ja force de
du cou. Le coup ne fit qu'gtour- tourmens arrachd h Hiram les
dir Hiram, qui eut encore assez signes et paroles de Maitre; ils
dc force -pour courir vers la convinrcnt donc que le premier
rolle d'orient. Lii le troisi'eme signe eile . premier mot qui beirr
Compagnon liii fit la demande edeapperart lors de Pexhuma-
du mot, du signe et de Patton- tion du corps, seraient h Pave-
chement de Maitre; et, sur le nir le signe et le mot de recon-
refus d'Hiram, le Compagnon. naissarice parmi les Mahres, —
lui _porta un coup du maillet Los Maitres se revtltirent de
sur le front et Petendit mort." gants et de tabliers de penn
„Los Coxnpagnons n'eurent blanche pour marquer qu'ibs
ras plutöt commis Um- crime n'avaient point trempd leurs
qu'ils en sentirent Penormitg. mains dans le sang iranocent."
Afin d'en derober la trace, ils „Salomon , instruit du crime
enlev'erent le corps d'Hiram qui l'avait prive d'un nrni et du
qu'ils deposbrent ii quelque dis- chef des travaux, se livra h la
tance des travaux, et Pen.terr'e- plus vive douleur, ordonna
-rent dans une fosse creusde h la deuil gdndral parmi les ouvriers
hhte, se promettant, au premier du temple, envoya les Maitres
instant favorable, de rempor- exhumer le corps, lui fit dc
ter bien loin ; et pour recon- magnifiques funerailles, le mit
naitre l'endroit oh ils l'avaient dans un tornbeau de trois pieds
place, ils planth-ent une &an- de largeur sur cinq de profon-
die d'acacia." deur et Sept de longueur. 11 fit
„Les Maitres s'apperq urent incruster clessus un triangle d'or,
bientat de l'nbsence d'Hirarn; et fit graver au centre Panden
ils en avertirent Salomon, qui mot dc Maitre , qui g tait an des
ordonna de le chercher avec le nonas du grand Architecte de
74 HmAM. HTRAM.
l'univers, et ordonna qu'on sub- te ne jprlait pas d'une manier4
stituerait aux .anciens les niots, aussi honorable."
sign@ et attouchement dont les Jenes Mährchen von Hi-
neuf Maitres 6taient convenus." ram und seinen Mördern
Hierzu , gehört ebenda- wird in dem Ersten der vier
selbst, im Dictiainnaire des hohen Grade du Rit fran9ais,
mots et expression,s mapoizni- Ou moderne , pr2fessd et
ques , 13. 131 seq. nachste- adoptö par le Grand Orient
hender Artikel. de France en 1787, welcher
Adonhirarn. Personnage den Namen : _Eilt, führet,
ui. Salomon confia suivant folgendermafsen weiter aus-
PEcriture - Sainte, l'intendance gesponnen. —
des ouvriers qui travaillaient „La pompe fun`ebre etant finite
autemple, et qui 6faient divi- et les travaux repris, Salomon
sa en magons , manoeuvres, n'eut pas de soin plus pressant
ouvriers , qui tnillaient les pierres que la perquisition des meur.
sur la montagne, et chefs des niers d'Hiram ,.pour leur faire
ouvriers." subir une purlin.an proportion-
„Les. Francs - Magons du rite n6e leur crime. L'absence des
Eraneis, par des raisons qu'on troisCompagnons et leurs outils,
explaque 'de diverses marderes, instrumens de lern: forfait, ne
ont cru devoir, dans Phistori- laiss'erent aucun doute sur les
que du grade de llialtre recOn- conpables. Le plus vieux des
nähre pour inspecteur-g6n6ral tnois, connu le . plus criminel,
des ou.vriers•,. non Arlonhiranz, fut d'efr sign6 sp6cralement par le
irrais Hiram, fils d'un Tyrien nom infame d'Abibale (meu.r
et d'une femme veuve de la tri- trier du p'ere). Uni inconnu
bu. de • Nephtaii, „, et qui, ‘‘‘‘' vint se presenter ii la porte du.
dir l'Eeriture-Saii.;.te palais et s'efant fair introduire
des Rois, ch. 7, v. a4 et suivans), en secret aupres' du Roi,
„ „trapaillait en bronze et etait rev6la le lieu de la retraite des
rernpli de. Sagesse d'intelligence malfaiteurs. Salomon ne von-
et de science,"" Une raison bin confier ii aucun 6tranger uns
majeure, et sans laquelle an ex- commission si Uliente: mais
pliqüernit difficilemcnt dune assemblant, pendant la nuit, le
Inäpire satisfaisante les causes Conseil orclinnire des Mahres il
dc ce chang-ement, est que Salo- leur ddclara avait besoin
mon estimärt, aiinait et hohorait de Nezif d'entre eux pour uns
beaücoup Hiram k cause de ses exp6dition importante, qui de-
rnoeurs, de sa pi6t6, et paree mandait du codraee et de racti-
qu'il etait reptpli de Sagesse, vit6; cannalssait leur ac-
dintelligence et de science; que tivit6 , empressernent et leur
4eI4 on a pens6 qu'iI serait plus z'cle; qu'il ne voulnit acconder
naturel ds Tecannaitre un pa- de pr6f6rence 4 aucun d'eux;
homme pour chef moral que le satt seul en defr eiderait et
'dans un temple aliegorigue lui que le premier que le sort au-
qui d'ailleurs avait Orn,6 le tenc- T ait ainsi ddsign6 serait le chef
ple nzat'erie 1 pal- des chefs-d'oeu- de l'entreprise. Il fit donc jener
Irre en tous les ru&aux ,qu'un devant lur tous les noms dans
personnage dontrEcriture-Sain. un serufin. Le premier nom
11IRA.M. HIRAM. 75
qui sortit fut celui de Johaben;,,9 carnarades, le ellen de rincon-
ii fut le sclief de Pentreprise; nn qui dirigenit sa route vers
les autres furent glus suceessi- la caverne, ayant Pair de suivre
vemen.t." quelqu'un k la Piste, ce z616
„Salomon cong g aia les Mai- Martre y court seid et ypgnkre
tyes et retintpr'es de lui les neuf par une delscente fort roide de
Eins; ii se ng tira avec eux dans neuf degi gs taill g s darr le roc,
Je heu le plus reCul g des tra- II apperqut h la faveur d'une
vaux ii leur exposa la de. lampe le traitre qui venait de
couverte qu'il venait de faire ä reutrer et se disposait ii se nepo-
i'aide d'un inconnu. Ils con- ser. Co Mallieureux, saisi a la
tnact'erent entre eux les mesures vuc d'un Maiire qu'il reconnut,
qu'il failsit prendre pour rgus. se sacrifia lui - mi3rue en seplon-
Les Elus prgeerent serment geant un poignard d ans le coeur.
de venger la mori ; ils Joliaben se saisit du poignard d4
prirent pour mot de reconnais- traitre et sortit victorieusement
sance Je nom du plus — **) de la caverne. XL apper9ut en
sortirent de la ville avant le sortant une source d'eau qui
jour, afin de n'eltre vus de per- j aillissait d'entre les rochen; ii -
sonne, manchart par des dgtours y courut se rafraichir et remet-
et les pays perdus sous la 'can- trc ses sens agit6s. "
Juite de rinconnu. Ils airiv‘e. „Les tlus nesolurent de lais-
Tent ä 27 miles de Jerusalemdu sen le corps en proie aux bdtes
cot6 de Joppa res d'une caver- Proces ; ils s'empaferent des
ne au bord de la mer, nommge tites des trois seel grats et repar-
/a caverne deBen- Akar (fils de tirent des le coucher du soleil
la stgrilit g) , Abibaic (mem- Ii se rendirert la nuit mi.hte
trier du }fere) et ses cornplices Jerusalem , cli ils surprilent
avaient coutume de se 1-6th-er. ag-r6ablement Salomon, en lui
En effet vers la fin du jour ils rendant compte de leur expgdi-
apperprent deux lionames qui tion. II t gmoigna aux 9 Mai-
marchaient avec prgcipitation tres la satisfactronqu'il en avait
vers la caverne. On les recon- et voulut qu'il portassent le nom
. nut bient6t'pour 8tre les cou- distinctif leur ajouta
F ahles ; car ds qu'ils eurent 6 Maitres qui n' gtaient pas de
appere;u la troupe ils prirent la rexp g dition, cc qui forma
fuite k traVers . les 2-ochers, et se nosubre de 15 , aix heu d.e
voyant poursuivis et pnesqu'at. 9 qu'ils gtaient dans le principe.
tohits , ils se pr6cipie&ent dans lls obtinrent pour rnarque de
une fondri"ere, oh les Mahres d g eoration une grande gcharpe
les trouv'erent expirants." nahegui leuryassait de refpau-
„Johaben, un peu. gerate de ses le gauche i. la hauche droite, et
au bout de laquelle gtait un
poignard ix poigneie d'ora Les
Die Namen der 8 übrigen sind: mots de reconnaissance et leurs
Alkebar, Berteiner, ,Dorson, Ke- signes furent analog.ues,k l'action
rem Morphy,, Stakin, Tercy
und'Zerbai.
Anm. des Herausg.
q u'ils venaient de faire. Pan la
suite hur emplof fut l'inspectioai
") Das hierher gehörige Wort fehlt g gngrale, lt quoi les rendait pro.
in dem vorliegenden handschrift- pnes I'ardeur et la s gvgrit6 qu'ils
lichen Hefte, ist aber vermuth-
lich Haut — ,das ist .Tehovah. avaient montr gs. Lorsqu'il
Anm. EZ,endesseZbin. &ait question de rendre compte
'76 HIR.A.M.

oll de proc g der an jugement de welchem jene abenteuerli-


quelque le roi les as-
semblait extraordinairernent che Sage von Hiram,, ld.-
dans un Heu. secret.." der! noch immer den litur-
„L'incon,mt- qui n'etait gu'un gischen, jetzt völlig sinnlo-
fut amplement recom- sen, Grundbestand in allen
pause. 11 entra dans le corps des angeblichen Systemen der
maqons, et par la suite, guand
ii fut suffisamment heutigen Brüderschaft aus-
y obtint une place d'Elu. " *) -macht! —
„Les totes des sc6Uratä reSre- " Dem. Pourquoi les Nlavns
rent exposdespendant trois jours mit -ils tant de vengration
dans Pinthieur des ouvrag-es; pour Hiram?
avec.Pinstrum .ent q Ui avait servi „ Rep. Parcequ.'il est Zu
it leur attentat. Au heut de ce •figure fle la 3econde per-
ums elles furent consum ges par renne de in Trini1 faite
le feu, leurs cendres jet ges aux komme, qui a glevg
vents- et leurs outils bris gs. " lig,lifice de l'gli.se sur
„Le crime et 1.a punition fu- les ruines du. fameux
rent un secret Salomonvoulut Temple de Salomon,
resta concentr6 parmi les bäti par Hiram."
rnavns. — La vengeance gtarit
accomplie, ii ne s'occupa plus Aus der Instruction du
que de mettre fin lt son ouvra- Parfait Architecte ou la
ge . 46 3
clef et le Uveloppement du
liosecrois)., in der vom Er.
[Murs nicht jeder unbe- Bode abgedruckten Schrift :
fangene Leser nach Dem, Chevalier de l'Aigle; du
was ihm hier aus ächten Pelican; ou Bosecroir,"p.47
Quellen vorgelegt wird, dem' seq. , womit die Erklärung
Prof. Sliffens beistimmen, der einzelnen Gebräuche im
wenn er in seinen .„Carica- Meistergrade auf p. 40- 43
turen des Heiligsten," Th.2, zu verbinden sind. So
S. 688, „Das, was die Liebe auch in der Schrift „Ori-
der Freimaurer an sich ge- gine et objet de la Franclie-
zogen hat,"— ihre Gebräu- Ma9onnerie, par le F. B.;"
che und Symbole, „ eine 1774, in 8; (in's Deutsche
seltsame Puppe, ai,isgefiißt übersetzt unter dem Titel:
mit Hechsel, Mührehen und „Ursprung und Gegenstand
Bomanen ,' c nennt ? Wie der Maurerey " s. w.;
wird er vollends erstaunen, 1783; in 8.;) p.37:
wenn er vernimmt, welche „Cet Hiram dont nous c416-
Deutungen man den Mum- krons la m g nloire dans presque
niereien im sogenannten totes les grades sup6rienrs a la
Meistergrade unterlegt, von Maitrise, et dont on ne tronve
plus la mort que la g&lealogie
1 Sein Name ist _Feringnan. dans les livres sacres n'est
Anm. des Herausg. qu'une figure."
HIRT. HOHLE. 77
Dann p. 43: Mitglied der höhern Grade
„L'on Fent appercevoit id," von der strict. Observ. unter
(dans le grade "qu'a- dein Ordensnamen: Alexius,
yant appris qu'llirarn, itait
fignre de Jesus - Christ , on perlt und Einer der unbekannten
deviner les trois assassins ; an Obern dieses Systems.
les trouve aisement dans Judas, HOD ZK, PII 0 DEE. ; ein in.
Caiphe et .Pilate. Le premier den höhern Graden bedeu.
se pendit; le second , priv6 de tendes Wort.
San ernploi par Vitellius, se tun;
et le troisime ayant 6t6 forc6 de Hönn (um); siehe Hocn.
quitter sa charg:e, se priva d'une Hönrir, (DIE); ein bedeu-
vie qui lui 6tait on6reuse." tendes Wort in einigen
einige hö-
Endlich p. 51: hern Graden auch Na-
„C'est ici" (dans Je grade du me des Zimmers, worin die
fris-parfaitMafon)„qu'on vöit Prüfungen des Aufzuneh-
r6ellement qu' n'a 6t6 que menden in gewissen Graden
Je type de Jesus-Christ, que le
Temple et les autres syn:boles vorgenommen werden.
niaqonniques sont des alldgorics [In dein französischen
relatives ä 242glise, ä tu Joi et grade (Mhz ist das Zweite
aus bonnes moeurs." der drei erfoderlichen Lo-
Vgl. zu diesem Artikel des genzimmer die dunkleKam-
Ers. Fr. 1V Lindner „Mac- mer , oder Caverne.
Eenac " u. s. w., 3te Aufl., „Cette chambre represente un
(Leipzig1819 ; in 8. S. 38f., d6sert aride. Dans un des an-
46-49 und 152-159! gles est un reduit qui figure une
HIRT ( nEn); s. Zeichen caverne taill6e dans le roc, oh
['an est Gens descendre par neuf
des guten Birten,, marehes rustiques. 11 y a ans
IlisAn, das verstümmelte la caverne nue lampe allurn6e,
hebräische Ezer (1-1gIfe); ein posee sur une pierre avanc6e.
in den höhern Graden bedeu- A drohe de Ja caverne est une
tendes Wort, source d'eau qui filtre le long
des rochers. Pr .i5s de la caverne
HoBED , hebräis,ch, (Die- on voit na chien en qute. Dans
ner) und Hubed. -Edon (Die- le lointain sont deux hommes
ner des Menschen), sind be- qui fuyent , 6tant poursuivis;
deutende Worte in den hö ils sont pr'es d'tre atteints par
deux autres hommes arrn6s; ils
hern Graden. se pr6cipitent dans une fon-
Hocnc. Die symbolische driere." — Aus dem "Manuel
Höhe einer Lege geht bis inaQonn., on Tuileur" etc (
an die Wolken, oder auch Paris, 1320; en 8 p. 234 seq.]
Klaftern ohne Zahl; [nach HOFFDJUNG 1)/E ) ist der
dem neuenglischen Rituale: Name des dritten Grundpfei-
„von der Erde bis zum Him- lers eines Roserikreuzcapi.
mel. cc] tels. S. oben den Artikel:
(J. E.) war GLAUBE!
78 HOGERHEIDE. HOSPITALIER.

HoGEIIITEIDE(VAN); siehe 1754 bekleidete. Er revi-


AERSSEN. dirte und verbesserte damals
HonErmEsTER , OBER- die Statuten undGesetze
PRIESTER, (DER) (le Grand- dieser Grofsen Loge, wel-
Pontife, ou IVIaltre ad vi- che 1748 in französischer
tam,) ist der 19te Grad des Sprache im Drück erschie-
ausAmericanach.Frankreich nen.
eingeführten sogenannten HoLTROP (WILHELM),
altenglischen Systems, wie Buchhändler in Amsterdam,
auch des Conseil des Empe- Grofsredner der GrofsenLo-
reirs d' Orient et d' Occident ge von Holland seit1792und
in Paris. [Voir le „Manuel Meister v. St. der Loge la
2.naonn.," p. 142-144!] Charite' in Amsterdam seit
liouErniEsirEn. DES TA- 1788, hat sich durch seine
13E112.1- A11E1,s, (le Chef du Tu- 'ausgebreiteten Kenntnisse
bernacle,) ist der 23ste Grad die besondere Achtung der
des aus America nach Frank- ganzen holländischen Brü-
reich eingeführten altengli- derschaft erworben. — Er
schen Systems. [Voir le fafste zuerst die Idee , in
"Manuel mapnn.," p. 159 Amsterdam, auf Kosten der
— 162! — Der Vorsitzende dortigen , vier Logen , ein
führt in diesem Grade den Blindeninstitut zu errichten,
Titel eines gran,d souverain und führte sie im Jahre 1808,
Sacrificateur und die Aufse- in Verbindung mit dem Pro-
her von grands-prgtres ; die fessor Ferolik deput.
andern Brüder aber heirsen ster derselben Loge ,
Leviten und die Loge -vvird lieh aus. Diese Stiftung,
mit dem Namen:, _Hierarchie, ( zu welcher übrigens der
bezeichnet.] Stadtmagistrat sich weigerte
HOLLAD s. NIEDER– auf irgend eine Weise bei-
-LANDE. zusteuern,) die einzige die-
HoLsTEIDT-Bri.c:a ser Art in ganz Holland, ist
DEICH WILHELM, IIEnzoo das würdigste Denkmal die-
voN) , Gouverneur von Bei- ser beiden Brüder und der
lin, wurde am 20. Juni 1740 ganzen amsterdamer Brü-
von Friedrich L I. Könige von derschaft.
Preufsen , selbst in die Brü- HOLZHAUER (DER); siehe
derschaft au fgenommen,und FENDLITR.
im Jahre 1747 zum Züge- HOSPITAL (DER RITTER
ordneten Grofsmeister der VOM), HOSPITALITER; siehe
'Mutterloge zu den 3 Welt- MALTHESERRITTER.
kugeln in Berlin ernannt; HOSPITALIER (L'); siehe
welche Würde derselbe bis ALLMOSENSAMMLER.
HOSPITALITERINNEN. HUND. 79
HO SPITALITERINNEN(DIE); sdhaft batEeines eine so be-
siehe DArar.N. deutende und so ausdauern-
HowARD (CARL); siehe de Rolle in derselben ge-
EFFIN GlIAM. spielt, als dieser Baron von
HOWARD ( THOMAS ) S. Hund ; und das von ihm
AR UNDEL und EFFINGHAM in Deutschland gegründete
HOYER, königl. preufsi- Tempelherrensystem fand
scher Oberproviantmeister, nicht allein Anhänger unter
war Einer der unbekannten. den angesehensten u. durch
Oberen und Canonicus regu- Geistesvorzüge ausgezeich-
laris thesauxarius der Cleri- netesten Männern jener Zeit,
her von der stricten Obser- sondern war auch bis zu sei-
vanz, worin er den Ordens- nem Tode von der Mehrzahl
namen: Hugo ab Acacia, der damaligen deutschen Lo-
trug. gen angenommen worden.—
HüLF ZEICHEN ( DAS ) ; S. Bereits in seinem 20. Jahre
NOTH ZEICHEN. wurde er zu Frankfurt a.M.
H ii*LT Z (JOHANN), ein be- am 20. März 1742 zum Frei-
rühmter Architect aus (Gönn, maurer aufgenommen; und
der nach dem Tode von Jo- schon im darauf folgenden
hann von, Steinbach die Lei- Jahre empfing er während
tung des Münsterbaues in seines Aufenthalts in Paris
Strasburg beinahe bis zu. die höhern Grade des der-
desselben völliger Beendi- moneschen Hoch capitels.
gung führte. Sein Hang zur Schwärmerei
HünE; ein englischer und zum Abenteuerlichen
Gastwirth in Paris in der lie% ihn besondern Ge-
liue des Bouclzeries schmack an diesen Graden
chem im Jahre 1725 die 'erste finden, welche durch das
Loge in Vrankreich gehalten überall darin herrschende
wurde. S. DERVENT-WA römisch - katholische und
TERS. ritterliche Prunkwesen für
HUND ( CAIIL GOTTHELF ihn, sowie für die meisten
REICHSFREIHERR 'VON) und Gernüther seiner Art, einen
ALTEN GROTEIATI , Erbherr unwiderstehlichen Reiz hat-
auf Lipse u. s. w. in der te; wershalb auch mit vieler
Oberlausitz, römisch-kais. 'Wahrscheinlichkeit behaup-
wirklicher Geheimer Eath tet worden ist, dals er zur
u. s. w., geb. am 11.. Sept. römisch - hathol. Con fe g
1722, gest. in Meinungen. -sionübergt en(sy.EGe-
am 8. Nov. 1776. Unter al- wifs ist, dafs nach seinem
len merkwürdigen Mitglie- Absterben sein Leichnam zu
dern der Freimaurergesell- ig elrichstadt, im Wirzbur-
80 HUND. HUND.
gischen, in der kathanschen Eques Ense; [und er be-
Hauptkirche am Fase des kleidete die Stelle eines
Hochaltars begraben worden Heermeisters der 7ten Pro-
ist. *) Nach der Rückkunft vinz, d. an der Elbe und
von seinen Reisen verband Oder.] S. auch OBSLRVAN-.
er sich daher mit dem Herrn STRICTA.
von Marschall , (s; diesen Ar- [Die Mitglieder der schot-
tikel!) der schon früher jene tischen Loge Minerva zu
Grade, kannte und mitge- Leipzig liefsen auf ihn die:
theat hatte, um sie mehr zu im cöthener „Taschenbuche
-erbreiten. Diefs genügte für Freimaurer " auf das J.
jedoch seinem Eifer nicht; 1800 abgebildete Gedächt-
vielmehr organisirte er, in- nifsmiinze prägen, auf wel-
dem er sich die Möglichkeit cher das Profil seines Ge-
dachte, dafs der erloschene sichts sehr ähnlich darge
Tempelherrenorden durch stellt seyn soll. — Eine
die Protection irgend eines kurze, vielfach benutzte,
mächtigen Regenten als Biographie von ihm enthält
weltlicher Ritterorden wie- der „And Sa int - Nicaise,"
der aufleben könne, ein förm- Th. 1 , S. 29 —53 ; (wozu.
liches System unter dem Na- die Stammtafel seines Ge-
men der stricten Observanz, schlechts am Ende des Buchs
um jenen Orden durch das gehört ;) und diese schliefst
Logenwesen fortzupflanzen. eich mit folgender Schilde-
Dieses Unternehmen gelang rung von ihm. —
ihm auch vollkommen; nur „Er war mittlerer Statur, aber
war er dabei gezwungen, sehr gut gewachsen ; er kleidete
sich nie prächtig, aber mit Ge-
sich mannichfaltige falsche schmack; er lebte mäfsig war
Versicherungen zu Schulden aber übrigens gastfrei; und ' sei-
kommen zu lassen, theils ne Tafel war stets wohl besetzt.
um seinem Systeme das An- Einen vorzüglichen Aufwand
sehen der Authenticität zu kostete ihn die Uuteihaltung
seines Stalls. — Sein gutes und.
geben , diens um die vielen edles Herz blickte stets aus sei-
historischen Lücken auszu- nen Handlungen hervor. Jeder
füllen, die sich in dem cler- Nothleidende konnte sich ihm
moneschen Systeme fanden. nahen; und er fand das gröfste
Vergnügen darin, ihn zu unter-
— Sein Ordensname als stützen. Selbst wenn er durch.
Tempelherr war Carolus seinen lebhaften Geist hingeris-
sen wurde, etwas Übereiltes zu
thun, so suchte er es sobald als
möglich wieder gut zu machen;
*) EVgI. hierzu den Anti- so dafs oft ein solcher Schatten-
Saint - Nicaise", Th. S. zug nur mehr Licht über sei-
40-42 und 2!]
! nen GJlugeter verbreitete. Sei,.
HUNDERT. HUTCHINSON. 81
ne Unterthanen liebten ihn ternden Vorlesungen ; " zu
mehr, als sonst Leibeigne, zu. Berlin, bei Stahlbaum, 1780,
thun, ,gewohnt sind. Seine
Domestiquen waren meistens auf 220 SS. in gr, 8. erschie-
Leute, die bei ihm alt gewor- nen ist.
den." — Vergl. auch die Art.: [Über dieses Buch mach-
JOHNSON und VON RLEEEELD te ein Recensent in the
HUNDERT ( DER OBDEN monthly Review, « Vol.LV,
DER) y S. C,ENTAINE. (London, 1777 ; gr. 8.0
HUN TIN GDON GeORG p. 73 seq., folgende sehr ge-
HASTINGS GRAT VON ), gründete Bemerkungen.
Grofsxneister der Bauleute „Wenn wir uns unterstehen
in England von 1588 bis dürfen, in; Bezug auf eine so
1603• geheimnifsvolle Anstalt, als die
Freimaurerei ist, einen Wink
FluNTL-r (M.A.B.2urs zu geben, so sind wir geneigt,
Grofsnieister der Grossen den Bruder elltchinson für ei-
Loge der ancient Masons nen argen Ketzer im Orden zu
von Schottland in den Jah- halten , der neue Meinungen
aufbringt, um eine Spaltung in
ren 1793 und 1794. der Brüderschaft zu veranlassen
HURKA FRIEDRICII und sich selbst zum Haupt einer
FRAwz )„ geb. in Böhmen Partei zu erheben. Nach dem.
im J. 1761, gest. zu Berlin. Wenigen, was davon bisjetzt
am 10. Dec. 1805, als ha- ruchtbar worden, man dar-
über einverstanen , dafs der
nigl. Kammersänger , war Orden durchgehends Männern
Mitglied der Loge Friedrich von allen Rehie Ionen o ffen stehe,
Wilhelm zur gekrönten Ge- und dafs keinGlaubensbekennt-
rechtigkeit undEiner der be- nifs eine Aussehliersung von
liebtesten Liedercomponi- demselben bewirken könnt. Es
werden auch daher in all enWelt-
sten der letzten Zeit, dem theilen Maurerlogen an ,getrof-
die deutschen Freimaurer fen, worin man keine andern re-
die MeIodieen Vieler ihrer ligiösen Meinungen fortpflanzt,
besten Arbeit und Tafel- als welche die natürliche Reli-
gion vorschreibt; indem Wis-
lieder verdanken. senscha ft „,;ittliche Rechtlichkeit
HUT CIIINsoN(WiLnELm), und briiderliche iebe ihre ein-
Meister v. St. der Barnard- zigen Bande der Vereinigung
castle -Loge Concordia, ist sind; und wenn unter ihnen
Verfasser des „Spirit of Ma- Anspielungen auf den Bau des
Salomon'schen Tempels vor-
sonry, in uroral and elucida- kommen, so geschieht Diel% le-
tory Lectures " (London, diglich in geschichtlichem Sin-
for 1776, in 8.; ) ne und gründet sich auf die Sa-
wovon eine deutsche Über- ge von dem Schutze, welchen
j ener König kunstreichen Zunft-
setzung unter dem Titel: genossen bei einer so denkwiir.
„der Geist der Maurerey; dien Veranlassung gewährte.
in moralischen und erläu- D
Die ßibel wurde delshalb in die
6
62. ILLUMINATEN. ILLUMINATEN.
Logen dieses Landes" (Grofs- Vergl. oben B. 1, S. 259 f.
britannniens)„eingeführet,weil
man sie als ein heilig-es Buch inundn 290 unter f)! S.' auch
besondern Ehren hält: 40 in östli- ebea d. S.
S 385 f und hier S. 8 ,
chen Ländern hingegeti. wieder- Sp. b!
'f.i,ihrt solche Ehre dem Koran. 1-IuT (DE11).' Schon bei
Herr Hutchinson, ein Mystik er denRöMern war der }Lit
sogar unter Mystikern, bemüht das
sich indefs, nicht nur die Ma- Zeaehen der Freiheit; und
soney als eine christliche Anstalt wo Freiheit, da herrscht
"darzustellen, sondern auch . den auch moralische Gleichheit.
Genurs der Vorrechte des Or- Daher gehört der Hut zur
Jens blofs auf diejenigen Chri- 'maurerischen
sten zu beschränken , welche Kleidung ; mit
7rinitarierheifsen: 'doch! wenni- hmi n der
ir Loge. jede
,man seine Vorlesungen mit dem Bruder bedeckt. [ S. die Ar-
mas,onischen (Jonstitutionenbuche tikel: DEGEN , KLEIDUNG,
vergleicht, das für Jedermann r 'UIHEXT GLEICHHEIT !
im Druck herausgegeben und
nach welchem alle unsere Lo- „Iluz zA.! HuzzAl ‘ [I
[Im
gen. eingerichtet worden sind, Französischen: libuze'.] Ein
so ergiebt sich , —Aars er ,i11- Ausruf, dessen man sich
höchst pralerischesWortgei3rän-
ee in Ieiner an.dern Absicht aus- nach dem üblichen Hände-
krent, als um jenes Buch ver- klatschen in den Logen
kehrt auszudeuten; es müfste mehrer Systeme, besonders
denn dieser Umstand dadurch des altenglischen, bedient.
gerechtfertigt werden können,
dars Herr H. einen ErIaubnifs- A NN
schein des Grofsmeisters, Lord nELIVI BERNHARD VON), kö-
"Petre, und der übrigenBeam- /dgl. preufs. geh. Justiz ..
ten .der Grofsioge vorlegt, weh und Kammergerichtsrath in
eher seinen Vorlesungen zum
Stärnpel ihrer Rechtgläubigkeit Berlin' , .und als juristischer
.vorgesetzt ist; und eine solche Sch
Schriftstellergeschätzt, geb.
,amtIiche Genehmigung mag al- im J. 1725, gest. am 9. April
lerdings.nicht angefochten wer- 1787, war Mitglied der hö.,,
den." - hern Grade von der stricten
str
Observanz unter dem Or-
d.ensn a rnen Eques a
BE und
S. oben die Artikel: BIL
G..B..ca:T! Anm. des Herausg. S. auch HEmiyIANT.

1.
IL LUMINA TEN, .R LEUC II, durch die gtittliche Gizede Er-
TETr:N- (DIE). [In der ersten leuchtete, genannt.) In und
Kirche wurden .alle Christen aufserhalb der Freimaurer-
nach der taufe Illuminati, gesellschaft gab es vier von-
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 83

einander ganz verschiedene um die Mitglieder kennen


geheime Vereine, die diesen zu lernen, früher, als Schü-
Namen [oder vielmehr, so- ler dieses geistlichenOrdens,
viel die 3 ersten betrifft, den bewährt gefunden hatte.
des , der Begeister- Zum Freimaurer wurde er
ten,] trugen und entweder erst 1,7'77 in der Loge Theo-
durch die Anzahl ihrer Mit- dor zum guten Radle in Mün-
glieder, oder 4urch. ihre chen aufgenommen. Siehe
Dauer und Tendenz, eine „Weishaupt' s Nachtrag zur
gewisse B erühmth eit erlangt ilechtfertigung" u. s. w.
haben. Der erste, zu Ende S. 43!]
des 16tenJahrhunderts, war Bei der übereilten Ver-
der Verein der Alombrados mehrung der Mitglieder war
in Spanien; der zweite, ge- nicht allein die Geheimhal-
gen das Jahr 1634, in Frank- tun.g der Existenz des neuen
reich bekannt unter dem Na- Ordens bald gefährdet, son-
men der Gudrinets , bestand dein der ungeduldige Eifer
blofs aus Schwärmern und xnehrerVerbundenen,s
Geistersehern; der dritte, in und kräftig zu wirken, ver-
den Jahren 1750 bis 1788 in leitete auch diese , auf die
Belgien, hatte auch nur eine ,Staatsgeschäfte Einflufs er-
mystische Tendenz; [s. den halten zu wollen, so dafs
Art. : KRBITZB3LIMPEll .1 ] der der Churfürst Carl Theodor
vierte endlich war der von durch seine Edicte vom 22.
Weishaupt in Baiern im Juni 1784, auch 2. März
1776 gegründete Illumina- ,und 16. August 1785, den.
tenorden. Sein Stifter, ein Orden, als dem Staate ge-
aufgeklärter, für das Wohl fährlich, gänzlich aufhob
der Menschheit mit Eifer alle Ordenspapiere in j3e-
beseelter Mann, hatte hei ,schlag nehmen , liefs , und.
der Entweri"ung seines Plans „viele Mitglieder ohne weite-
allein die sittlicheVeredlung ren Procers mit Absetzung,
seiner Zeitgenossen durch Landesverweisung und Ge-
gemeinsames Einwirken auf fängnifs bestrafte. [5. oben
alle Stände vor Augen. Zu den Art.: BAYERN!] Preis-
diesem Zweck hielt er einen. haupt selbst wurde seines
geheimen Bund für die Um- Amts entsetzt, als Staatsver-
-stände am Angemessensten., brecher angeklagt und konn-
in dessen innere Organisa.- te der Verhaftung und dem.
tion er gewisse den Jesuiten nachher, 1786, über ihn aus-
entlehnte Grundsätze und. gesprochenen Todesurtheile
Marsregeln verwehte; in- nur durch die Flucht entge-
'. dem er deren Wirksamkeit, hen. Mit dein Jahre 1786
84 ILLUMINATEN.: ILLUMINATEN.'
sind, daher diese deutschen Verfolgung der Illuminat d n
Illuminaten als gänzlich er- in Bayern," B.1., (welchem
loschen zu betrachten. aber kein zweiter gefolgt
ihre Grade wurden in fol- ist,) S.119-250; b) „Phi-
gen der Ordnung mitgetheilt. lo' s endliche Erklärung" u.
-- Erste Glasse. Pflanzschu- s. w., S. 89-120, -verbun-
le. 1) Nach einem Yorberei- den mit „Weishaupt' s vers.
tungaufsatze das Noviziat ; hessertem Systeme" u. s. w. ;
2) der Minervalgrad ; 3) 11- c) die der Schrift: „ die
luminatus rninor ; worauf die neuesten Arbeiten" u. s. w.
Einweihung als illagistra- angehängte. „ kritische Ge-
tue folgte. *) Zweite Classe. schichte der Illuminatengra-
Symbolische .b.eirnaurerei, de," und d) in der „ Bist
welche in ihren verschiede- de la fond. du Gr. Or. de
nen Theilen ohne eigentli- France " (par Thory) j47o.
che Aufnahme dem Beför- XXI de Pappendice: „Frag-
,derten mitgetheilt wurde, ment sur Ies Illumines de
worauf er in die schottische Bavilre," p. 253-270, dann
überging. 4) Illuminatus ma- hier die Artikel : KNIGGn,
for,, oder der schottische No- "WEISIIATTPT, JESUITEN I.]
viz; 5) illuminatus dirigens,
[Der Herausgeber erach-
oder der schottische Bitter. tet es für angemessen, hier ei-
[Dieser Grad sollte das Thor nen sehi• werthv ollen hand.d-
der sogenannten b.öhern schriftlichen Aufsatz des
Maurerei zu der Mysterien- Ers. Krause, mit Dessen Er-
dasse sen.] Dritte Classe. ,aub nifs, einzuschalten, wel-
A. Kleine Mysterien. 6) .Pres- cher bereits abgekürzt im
byter,, auch Epopt , oben „Conversafions W Lexicon"
diesen Artikel!) oder der stehet, und hat denselben
Priestergrad; 7) Princeps, noch mit einigen literari-
oder der Begentengrad. schen Zusätzen versehen.
B. Grote Mysterien. 8) Ma-
gus ; 9) Rex; [welche beide Über den Illuminaten–
Grade aber gar nicht aus Orden.
gearbeitet worden sind. -- „Der Orden der Illuminaten,
d. i. die geheime Gesellschaft
5. hierzu a) in der „ voll- der Erleuchteten, auch anfangs
ständigen Geschichte der von seinem Stifter Orden der
Perfectibilisten genannt, wurde
*) [Vergl. die Schrift: "Der im Jahre 11776 von Xdam Weis-
ächte Illuminat" u. s: w., haupt, damaligem Professor des
nach welcher der kleine Il- canonischen Rechtes zu Ingol-
luminatengrad ebensowol, stadt, gestiftet. -- Nach der, dem
als der grofse, in die zweite Stifter dunkel vorschwebenden
Classe gehörte. 3 Idee sollte dieser Orden ein ge.
ILLUMIN ATE N. ILLUMINATEN. 85
heimer Männerverein für die 5. 338 Weishaupt's Erklärung
höhere Ausbildung der Mensch- über die Absicht dieses Buchs!)
heit zu, reiner Sittlichkeit u. zu hat uns Weishaupt, in seinen
einem dieser allseitig gemäfsen „ geläuterten Überzeugungen."
Leben seyn. Diese Gesellschaft und in der beigefügten Geschich-
verbreitete sich zuerst , von te der Stiftung des Illuminaten-
Ingolstadt aus über München bundes, selbst den Maafsstab dar-
und Eichstädt, vorzüglich in gereicht, wonach sein früherer
dem katholischen Deutschlande, geselliger Versuch beurtheilt
dann auch in einigen Gegenden werden mufs. Nächst diesen/
des protestantischen , und be- Hauptwerke verdienen auch
stand, zur Zeit ihrer Blüthe, vier andere frühere Schriften.
aus mehr als 2000 gebildeten Weishaupt's beachtet zu wer-
Mitgliedern, (s. „Weishaupt's den.
Pythagoras" 8. 39 ! ) von denen a) " Apologie der Illumina-
Mehre schon damals als wahr- ten;" (Frkft. u. Leipzig, 1786;
haft ehrwürdige und verdiente 574 SS.;) wozu sich W. in der
Männer von der deutschen Na- felgenden Schrift S. 48 beken-
tion geachtet wurden. Nach- net ; "
dem aber im J.1785 die bayeri-
sehe Regierung einige Mitglie- b) „ Einleitung zu meiner
der entdeckt und ohne gesetz- .A,pologie ; " (52 SS. ; )
mäfsige Form , als Verbrecher, c) „ Kurze Rechtfertigung
bestraft, auch den Orden, als meiner Absichten," ,7o u.
dem Gemeinwohl und der Si- d) „Nachtrag zur Rechtferti-
cherheit des Staates gefährlich, gung meiner Absichten;" ( 128
aufgehoben und dessen Fort-. SS. ; ) die 3 letzteren ebendas.
setzung hart verpönt hatte, er- 1787.
losch derselbe völlig , soviel „Im Allgemeinen hält Weis-
wenigstens öffentlich. bekannt haupt auch in der Schrift: „Py-
ist und Weishaupt selbst in sei- thogoras ," den Plan einer sol-
ner Schrift: „Pythagoras , " an chen geheimen Gesellschaft
mehren Stellen versichert ; und. durch Mittel, welche mit den
es hat ein noch ferneres Beste- im Illuminatenbunde versuch-
Iren desselben von der eifersüch- ten im Wesentlichen gleichar-
tigsten Staatsbehörde durchaus tig sind, noch jetzt für wesent-
nie nachgewiesen werdenkön- lich und ausführbar, obgleich.
nen." seine Überzeugungen über ein-
,Da über diese Gesellschaft zelne Puncte, Nebenzwecke und.
alle wesentliche und ächte Quel- Einrichtungen sich geändert
len in öffentlichem Drucke er- haben."
schienen sind; so kann sich je - ,, 2) 1%76)s" (des Freiherrn
der Denkende und durch allsei - von _Knigge) ,, endliche - Erklä-
tige Bildung zu Würdigung die- rung und Antwort auf verschie-
ses wichtigenGegenstandes üb er- dene Anforderungen und Fra-
haupt Fähige ein eignes Tirtheil gen, seine Verbindung mit dem
bilden. — Von diesen gedruck- Orden der Illuminaten betref-
ten Quellen sind folgende die fend," (Hannover 1788, 14258.
wichtigsten." — 8.) enthält über den Zweck,
„1 ,) Durch die Schrift: „Py- die Entstehung und die frühe-
thagoras," (s. oben B. 1, S.337, ren Schicksale des Bundes,
Sp. b, den vollständ. Titel und nächst kreishazipt,s Schriften,
8& ILLIYMINATEN. ILITJMTNATEN
das Ausführlichste, Beste und vom Bunde eingeführt worden
Glaubwürdigste." sind. "
,Nur für Den, der die eben. „6) „ Die neuesten Arbeiten
genannten Schriften gelesen, des Spertacus"(Weishaupt), und
werden auch recht brauchbar Philo" (von Knigge) „ in 'dem
seyn : Illuminaten-Orden‘‘u.s.vv.(o.O.
• 5) „Einige Originalschriften 1793; XII und 172 SS.;) nebst
des Illumin.atenordens , wel- einem Anhange von 84 wel-
che bey dem Regierungsrath cher die kritische Geschichte der
Zweck durch vorgenommene Illuminatengrade enthält. In
Hausvisitation zu Landshut den. de Buche selbst befinden sich
.11. und 12: Oktober 1786 vorge- die Rituale der von Knigge aus-
funden worden; auf höchsten gearbeiteten , von Weghaupt.
Befehl Seiner Churfürstlichen. und den Areopagiten genehmig-
Durchleucht zum Druck be- ten , von Knigge durch seines
fördert," nebst dem „Nachtra- Namens Unterschrift beglaubig-
zu dieser Schrift in 2 Ab- ten und ausgetheilten , beiden..
theilungen ; München, 1787, Grade der kleinem n Mysterien-
2 Bände in '8. Es sind man- classe, des kleinen Priestergrads
cherlei Entwürfe , Abhandlun- und des kleinen Regentengracls.
gen, Briefe, Berichte u. s. w. S. die nurerwähnte kritische
des Stifters und 'der vörnehrn Geschichte S. 17-19 und mehre
sten- Mitglieder; und. die icht- folgende Seiten!) "
Leit derselben ist im Allgemei- „7) Die Schrift: „Illumina-
nen von Weishaupt und Knigge tus dirigens , oder Schottischer
freiwillig zugestanden wor- Ritter; ein Pendant zu der nicht
den. " unwichtigen Schrift:.. die neue-
„Auch. das Ritualsysteni des sten Arbeiten des Spartacus Und.
Ordens ist ächt; und von den Philo . in dem Illuminaten- Or-
Verfassern desselben, Weishaupt den," u. 5. w., (o. 0. 1794 , 77
und Knigge, anerkannt, • abge- SS. in 8.; ) enthält das Ritual
druckt worden. Die Schrift : und die Instructionen. dieses
'„der:ächte Illunzinat, oder Grades."'
die wahren, unverbessertenRi- „Aus diesen Büchern nun ist
tuale der Illuminaten" u. s. w. die folgende kurze Darstellung
(Edessa d. Frankf. a. M. des Zweckes und der Verfas-
1 788 . ;) enthält 4ie Rituale Knig- sung , sowie der Geschichte,
ge's nach Dessen eignen' Ge- dieser merkwürdigenVerbin-
ständnifs. (5. „Philo's endliche dung, geschöpft : j edoch sind
Erklärung" S. 961)." auch einige handschriftliche,
„5 Dagegen giebt „das ver- ungb e druckte Quellen. benutzt
besserte System der Illuminaten" worden.«
mit allen seinen Einrichtungen „Über die Veranlassung und
und Graden , herausg.egeb. von die ersten Umstände der Stiftung
Ad: Weishaupt, (Frankfurt und des Illuminatenbundes ,.'sagt
Leipzig 1787, 362 SS.; und neue Reishaupt (im „ Pythagoras"
vermehrte , Auflage, mit Weis- 5..65o ff,) Folgendes „Adelt
haupt's Brustbilde, ebend. 1788, ich war Stifter einer geheimen,
,416 SS. in 8 4 ) die von Weis- verfallenen und nun öffentlich.
haupt verbesserten Rituale, bekannt gewordenen Gesell-
die „li.nigge'n... ganz fremd und schaft. Diese Gesellschaft, in
erst nach Dessen Trennung deren Geist sich die Wenigsten
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 87
meiner Mitarbeiter' . hineinge- er gestrebt habe, Mitglied einer
dacht haben , und welche der Freimaurerloge zu werden ha-
gröfsere Theil der Menschen be er gegen das Ende'desJAires
mit Verachtüng und Gleichgül- 3.773 , gleich nach Aufhebung
tigkeit betrachtet, ist .von An, des Jesuitenordens, auf der Uni-
dern bis zur Übertreibung ver- versität zu Jnplstadt den Lehr-
lästert worden. — Ich habe stuhl des gei'stlichen Rechtes
soyiel möglich geduldet und. erhalten, welchem die Jesuiten
geschwiegen, und die Gelegen- seit go Jahren ununterbrochen
keit erwartet, wo ich diese vorgestanden hatten. Von die-
,Verläumdung von GrUnd aus ser Zeit an sey er der Gegen-
untersuchen und dieses Schre- stand ihres Hasses und ihrer
ckenbild in seiner Blöfse dar- Verfolgung geworden; sie ha
stellen kann. Ich will meine ben im Jahre 1774 einen schänd-
Leser mit >den kleinsten Um- lichen Complot ,gemaeht, um.
ständen bekannt machen und. ihn yon jenem, ihrem Systeme
es sodann . ihrem Urtheil über- so wesentlichen, Lehrstuhlezu
lassen, welche meine Absich- entfernen. Von dieser Zeit an
ten bei der Errichtung dieser seyen die Jesuiten ihm, und er
Gesellschaft mögen gewesen ihnen, das Aufs erste gehäs-
seyn. "" — Er erzählt: Herr sig geworden ; und er sey 13 Jak-
, ein Protestant aus H., der Te lang ihren Intriguen und..
nie Mitglied seiner Gesellschaft Veriä.urndungen ausgesetzt ge-
gewesen,, habe in ihm den er- wesen. Da er also einen Rü-
sten Gedanken zu Stiftung des okenhalt und Unterstützung nä-
Illuminatenordens veranlafst, thig gehabt, so habe er solche
ob er gleich schon in seinen in der Freimaurerbrild'etschaft
Studieri ahren, 1765 und 1766, zu finden, gehofft. Im J. 1773
schriftliche Versuche 'über eine sey s einer ›D enliart eine wich-
zu. s tiftende G esells cha ft gemacht tige Veränderung vorgegangen;
habe , worin . „„d as Band unter denn, nachdem er sich. zuvor
Menschen verstärkt und ihre der speculativen Philosophie er-
zerstreuten Nräfte gesammlet geben, und sich „„in inetaphy-
würden." Jener Herr H. sey sischen Betrachtungen und :GO',
im Jahre 1774 nach Ingolstadt beleien verloren" gehabt, ha-.
gekommen , und habe ;Tim ver- be er den Auftrag erhalten mich.
muthen lassen, dafs er Freimau, über des Versuirbenen Ho'fraths
rer ser, und dila es ächte und Feder , zu Göttingen, „ Lehr-
unächte. Logen gebe welche buch der pra.ctisaen Philoso-
schwer zu unterscheiden seyen. phie" zu lesen; und vcin dieser
Von diesen ächten Logen nun Zeit fange sich sein Studium.
habe VVeishaupt sich ein Ideal des Menschen und seine practi-
geträumt. Meine Erwartun- sehe Denkart >an. In dieser
gen und Begriffe, "" sagt er, Geistesstimmung sey in ihm
,, "von der Einrichtung, dem der Gedanke. aufgekeimt, dafs
Zusammenhange, der Iilugheit, heime Verbindungen ein.
B.ehutsamkeit der. Auswahl wirksames . Mittel sin4, "Unter-
der•Mitglieder, von der stren- stützung und:Sicherung gegen
gen und unaufhörlichen Prü- unverdienten Druck zu zewäh-
fung derselben, glänzten an das, ren. S eine Aufziahme' in eine
Übertriebene und glichen einem Freimaurerloge sey indessen
vyahren. Romane." 4 Während schon zugestanden gewesen,
88 ILLUMINATEN. ILLUMINATEN.

aber, wegen der für ihn zu. darin sie sich, aller Widerspen-
grofsen Reisekosten und Auf- stigkeit ungeachtet, zu einem,
nahmgebühren, von ihm auf- gemeinschaftlichen Guten müs-
geschoben worden; auch habe sen hinführen lassen ; dazu denn.
Das, was er indefs über diese alle Verwickelungen, die mei-
Brüderschaft erfahren , seine sten möglichen Fälle mit Tref-
Erwartungen sehr herabge- fen'"' (Treffern?) „„und Aus-
stimmt. , „ie wäre es also, `" nahmen überdenken; sich an
habe er bei sich selbst gedacht, die Arbeit machen, wenn noch
„wenn du selbst Hände an ein. Niemand sie nur als möglich an-
neues Werk legtest? " Fol- sieht ; Jahre lang arbeiten,
gende beide Umstände haben manchmal ohne Frucht; sich.
dann vollends den Ausschlag trösten ', aufrichten, selbst an-
gegeben , dafs er den ersten spornen müssen; keine Wider-
Grundstein legte." — wärtigkeit, keine Gefahr ach-
„Eine auf Alchemie arbei- ten; leine innere Abneigung
tende Freimaurerloge in Burg- oder Laulichkeit überhand ndl.
hausen habe gewaltig urnsicli. men lassen 3 und diefs Alles blofs
gegriffen, und die Fähigsten un- darum, weil es zu Nutzen und
ter den zu Ingolstadt anwesen- Frommen der herzlich geliebten
den Studierenden durch einen N ebenmenschen gehört,— er,
dahin gesandten Deputirten zu die nach einerlei Bilde mit uns
gewinnen, gesucht, auf welche geschaffen sind: o wo ist der
auch er sein Auge geworfen Mensch, der Diefs thut ? VVann
gehabt habe. Diese nun habe er nicht mehr ist, wo ist seine
er durch die Eine ichtung einer Bildsäule? Wo ist sein mar-
eigenen Gesellschaft von dieser mornes Bruchstück ? Sagt mir's,
Verirrung retten wollen. So- dafs ich. hingehe , den kalten
dann habe er damals Abt's vor- Stein in die Arme schliefse und,
treffliche Schrift: „ vom Fer- des Urbildes eingedenk, mit
dienst ,," gelesen; und nicht heifsen Thränen der Dankbar-
leicht habe du Buch so sehr keit das Bild benetze " —
auf seinen Character und " Kann man läugn.en,"" setzt
len gewirkt. Er führt daraus*) kreishaupt hinzu , „„ dafs alle
folgende Stelle an, „ „ welche Grade und Einrichtungen, wel-
den ganzen Geist des illumina- che von dem Illuminatenorden
tenordens entholte." — „„Vie- bekannt geworden sind, dafs
ler, sehr vieler Menschen zeit- selbst meine Briefe, welche so
liche und ewige Wohlfahrt be- sehr gegen mich beweisen sol.
fördern; ihr Leben und Wau" len, dahin abzwecken, um die-
del durch Vorschriften so ein- se Idee zu realisiren? Kann der
richten, dafs sie immer glück- Ehrgeiz eines Menschen eine
seliger, immer vollkommner woMthätigere und gemeinnü-
werden; die Veranstaltung tref- tzigere Richtung erhalten ?"" —
fen , dafs ihnen dergleichen Re '9'9! Von dieser Stunde an, als
geln ebenso geläufig, als beliebt,' ich diese Stelle las, war mein
seyen; solche Lagen aussinnen, Entschlufs gefafst. Ich machte
mich sogleich an die Arbeit
*) 5.260 £ (der Äusgabe : Berlin und entwarf die allgemeinen
und Statuten, welchen ich, ehe ich
Stettin 1765) in dem äten Haupt-
stücke „vom Maafse des Verdien- auf den Namen: Illuminaten,
stes. " Anm. des kiel'ausg. fiel, den Namen: Statuten der
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. gg
Perfectibilisten, gab. Die erste empfänglich zu machen, dafs
Grriindung nahm den isten Mai sie in der gröfsten Entfernung
1 776 ihren Anfang; die ersten. als gegenwärtig, in der Unter-
Mitglieder, und gerade Dieje- ordnung als Gleiche, dafs Viele
nigen, wurden aufgenommen, wie ein Einziger handeln und.
die ich durch diese Anstalt ret- begehren, und, aus eigenem An-
ten und ihrem bevorstehenden trieb, aus wahrer T3 berzeugung„
Verderben entreifsen wollte vonselbst thun , Was kein öf-
Hierauf verspricht Weishaupt fentlicher Zwang , seit Welt
im folgenden, noch nicht er- und Menschen sind , bewirken
schienenen, Tireile der Schrift: konnte; — die Gesellschaft,
„Pythagora," die Mafsregeln, welche Dieses leistet, und diese
.deren er sich bedient, nebst ih-. ganz allein, ist das Meisterstück
ren Gründen, offenherzig dar- der menschlichen Vernunft; in.
zulegen.“ ihr, und durch sie hat die Re-
„Noch äufsert er ( 5. 672 ) gierungkunst ihre höchste Voll-
Alle, welche mich gekannt kommenheit erreicht." u.s.w.*)
kabexe, können mir bezeugen, „Im Jahre 1780 entwarf Weis-,
dafs ich einsam, und ohne Et- haupt Iniggen (s. die „
was zu suchen, für mich allein, Exkl." S. 37 ff. l) im Allgemei-
fern von allen Ergötzungen und. nen das Bild „ einer Verbin..
Zerstreuungen, gelebt, dafs ich dung, die durch die feinsten
mich so wenig nach Macht be- und sichersten Mittel den Zweck
strebt habe-, dafs ich vielmehr erlangt, der Tugend und Weis-
alle Mittel und Wege versäumt heit in der Welt über D UMM..
habe , um reich. und mächtig heit und Bosheit den Sieg zu
zu werden."" ' , „ Als im verschaffen, — die wichtigsten
Jahre 1785. in Regensburg mein Entdeckungen in allen Fächern
Freund Lenz an meiner Seite der Wissenschaften zu machen,
vom Blitz erschlagen wurde, — ihre Mitglieder zu edlen,
welche Gelegenheit hätte ich grofsen Menschen zu bilden,
gehabt, den reumathigen und und diesen dann den gewissen
busfertigen Heuchler zu machen, Preis ihrer Vervollkommnung
und auf diese Art das Zutrauen. auch in dieser Welt schon zu-
meiner 'Verfolger zu erwer- zusichern , sie gegen Verfol-
ben! "" gungen, Schicksale und Unter-
„Uber den Zweck des Illumi-
natenordens müssen wir eben-
fallsgreis/met undlaigge selbst *) In den refoneirten Statuten der
hören. In seinem "Pythagoras" ersten Ciasse ward. der Zweck der
G es ells chaft (s. „ 0 riginals
(S. 35) spricht frs die Aufgabe, ten," B. 1, S.27 !j so au. g e g eben.—
welche ihm dabei vorgeschwebt, „Dein Menschen die Vervoll,
kominn.ung seines Verstandes
also aus z ,„,selbstdenliendeMen Characters interessant zu.
schen aus allen Welttheilen, von machen; menschliche und ge-
allen Ständen und Religionen, sellschaftliche Gesinnungen zu
verbreiten; boshafte Absichten
unbeschadet ihrer Denkfreiheit, in der Weit zu hindern .; der
trotz aller so verschiedener Mei- nothleidendtw und bedrangten
nungen und Leidenschaften, Tugend gegen das Unrecht bei-
züstehen auf die Beferdorung
durch ein gegebenes höheres würdiger Männer zu denken;
Interesse in ein einziges Band. und* überhaupt die Mittel zur
Erkenntnifs und za den wiss en-
dauerhaft zu vereinigen ; sie da- s chaft en zu erleichtern.”
.für glühend und auf den Grad Anm. des _Herausg.
90 ILLUMINATEN. ILLUMINATEN.
drückung zu schützen und dem genden Worten (S. 469ff.). —
Despotismus aller Art 'die Hände „ „ Wer sich die Mühe geben
zu binden. "" Er gab Kni gge'rz, will, das letzte System mit dem
nach Dessen damaliger Mei- ersten zu vergleichen, wird fin-
nung, „„vortrefflich durchdach- den , dafs meine Absicht immer.
te und unfehlbare Mittel an, die dieselbige war. Ich bitte daher
Menschen ohne allen äufseren iia eineFreu:nde sowol, alsFeinde,
Zwang dauerhaft zu einem gro- die hier. vorgetragenen Grund-
fsen und guten Zwecke zu verei- serungen und Plane
sätze, Äuf
lügen ;"" er versprach „"einen. mit den bekannt gevv-ordenen
neuen Himmel und eine neue EI> Graden des ältern flluminaten-
de, ein Welt und Menschen um,‘ systems, mit „dem verbesserten
schaffendes System, noch nicht Systeme der Illuminaten, " ja
zu seiner Höhe .gela.ngt,aber: selbst mit den „Originalschrif-
mit sichern Schritten dahin ei- ten ", zu vergleichen, und so-
lend, ein Bündnifs der Edel- dann unparteiisch beurthei-
sten, — eine heilige Legion len , ob nicht derselbige Plan
unährwindlieher Streiter für und dieselbigen Absichten , oft
Weisheit und Tugend. " " mit denselbigen Worten, schon
„Um das Eigenthümliche von vom ersten Anfang, an, in die-,
Weishaupt' 3 Denkart in seinem sen rohen Entwürfen, als in ih-
Ursprange zu erkennen, rem Reim, enthalten sind; ob
man das mehrerwähnte 'Werk: sie sich nicht stufenweis mit
„Pythagoras , " lesen, welches meinen gemachten Erfahrungen
von den möglichen Zwecken besser und deutlicher entwi-
geheimerVerbindungen handelt ckeln ; ob ich nicht bei der er-
undS.( 89 ---472) , die grofsen sten Grundlage ganz Dasselbige
Fragen zu beantworten, sucht: gewollt habe; ob es endlich.
" 'Was kann und s oli der Mensch dem,zu raschen Tugendeifer ei-
werden? Wieweit sind wir in nes jungen unerfahrnen Men-
der Veredlung unserer Absichten schen so sehr zu verargen war,
gekommen ? 'Was ist derMensch dafs er sich erst durch den Gang
dermalen von Dem, was er noch der Geschäfte zu einem so gro-
werden kann ? Warum sind fsen Unternehmen gehörig ge-
wir nicht weiter? Was III ars bildet und die nöthigen Erfah-
g.eschehen, wenn der Mensch rungen gesammelt hat, um den
sich noch weiter veredeln soll ? ersten, an sich richtigen ,aber
Inwiefern kann Diefs durch die rohen, Entwurf auszubilden
gegenwärtigen öffentlichen An- und zu verfeinern."--- „„Der
stalten geschehen? Inwiefern vernünftigere Theil meiner Le-
können geheime Verbindungen ser " (sagt er ferner S. 635 )
eine höhere Vervollkonamn.ung wird einsehen , dafs sich
und Veredlung der Absichten meine Begriffe von geheimen
bewirken ? " " Diese scheinen. Gesellschaften von Neuem sehr
ihm , als eine wesentliche Mit- verfeinert und geläutert haben;
telanstalt zwischen Schule und er wird nicht verkennen; dafs
Welt, einzig geeignet zu seyn, es immer dieselbe Idee ist, wel-
die höhere Vervollkommnung che bei meinen ältern sowol als
und Glückseligkeit der Mensch.- neuem. Schriften zum Grunde
heit durch P er edlung der Ahsich- liegt, dafs ich schon im er-
ten zu befördern. Er schliefst sten Anfange bei der ersten
diese Untersuchungen mit fol- Gründung meines Systems, und
ILLUMINATEN, ILLUMINATEN. 91
noch unverkennbarer in „ dem allgemeinen Frieden zurück-
verbesserten Systeme der Illu- bringen. Wenn ein so exhabe-
minaten," nichts Anderes woll ner Trauen, jemals zur Wirk-
te , als was ich hier, nach ei- lichkeit werden kann , so rnufs
ner reiferen Erfahrung, deutli- es dadurch möglich seyn, dafs
cher entwickelte, — dafs ick alle Menschen zum Cult (Dien,st)
immer durch geheime Verbin- der Natur zuriickgeführt wür-
dungen die Sittlichkeit vermeh- den. Diefs ist der letzte
ren und für den Menschen an- Zweck meines Werks !)— Der
ziehender machen wollte; in- reine ganze Zweck war morali-
dem ich sie als das Mittel dar- sche Ausbildung durch .17einigun g
(restellt habe, um seine edleren der Absichten , wozu die ein-
irdischenWünsche zu erreichen, zelnen Bestrebungen,„reli-
als ein Mittel, unverdientem giöse und politische Aufklärung
Drucke zu entgehen, zur Macht du rch Untergrabung des kirch-
zu gelangen das Mangelhafte lichen, Dogmenglaubens und
der b ürgerlicl en Verfassung zu. tltus , durch Verbreitung des
verbessern. “" — Deismus oder der natürlichen
„Noch folgende Aufserungen Religion, und durch „Bildung
Weishaupms über den Zweck. zu einer republikanischenDenk-
seines Bundes sind bezeich- und Sinnesart, zu befürdern,”
nend. — In einem Briefe an als untergeordnete Zwecke und
Cato (Zwack) vom io.März 1778, Mittel den meisten Illuminaten
welcher auch 'nach seinem übri- damals allerdings dienlich er-
gen Inhalte zur Beurtheilung schienen. " —
der damaligen Absichten Weis- „Bei der Verfassung des Illu-
haupt's überaus wichtig ist, minatenvereins wählte Weis-
(s. „Originalschriften." S. 215!) haupt, wie er selbst wiederholt
sagt er „ „ Mon but est faire gesteht, die Verfassung und ge-
valoi r la raison."(Das ist: Mein sellschaftlichen Formen der Je-
Zweck ist, die Vernunft geltend suiten zum Vorbilde. (Es sind.
zu machen.) ,, „ Als Nebenzweck aber die Grundzüge desselben
betrachte ich unsern Schutz, auch ins pythagorizischen Orden
Machtsichern Rücken vor bereits sehr vollständig und aus-
Unglücisfällen , Erleichterung gebildet enthalten gewesen ; wie
der Mittel, zur Erkenntnifs und. Br.,Frhr. von »redekind in seiner
Wissenschaft zu gelangen.""— Schrift über selbigen richtig
Und in einem Briefe an Eben- bemerkt hat.) Diese despotische
denselben (ebendaselb.5t 5. 237): Verfassung ist aber nient nur
"Eloquent Platon, sage Mo- dem Ideale des Bundes, welches
nis, vertueux Saint- .1-Verre, vors Weishaupt' en vorschwebte, ge-
voulez ramener ce globe entier radehin zuwider, sondern war
ä la. paix universelle. Si tute re- sogar in Hinsicht auf die Lage
v6rie aussi sublime petzt jamais der Bundglieder unausführbar
se r6aliser, c'est en ramenant denn diese sollten nicht, wie
toas les hommes au cutte de la die Jesuiten, in Collegien und
nature. Voilk le dernier but Klöstern beisammen wohnen,
de mon ouvrage."" (Zu deutsch: nicht, nur ausschliefsend für den
Du, beredter Plato, du, weiser Orden thuitig seyn , sondern
Aroms , und , tug en dhaftea.- auch dabei allen ihren Verhält-
Saint Pierre , ihr Alle wollet nisSen als Familienglieder,
auf diesen ganzen Erdkreis den Standgenoss n und Bürger ge-
92 ILLUMINATEN. ILLUMINATEN.
nügen. Dieser /Mirsgriff führte ner öffentlichen Verbindung
zu wechselseitiger Spionerei seyn dürfe, das dürfe ebenso
und zu mehren anderen , oft wenig Zweck einer geheimen.
gutgemeinten , Mifsbräuchen, seyn."" Wäre er auf diesem
z. B. zu einer durchgreifenden Wege schon frfiherhin weiter
Nachahmung der katholischen gegangen, so würde er gefun-
Beichte. „ „ Anbei wird gear- den haben , dafs Mittel, die an
beitet, "" sagt W. in einem sich selbst verwerflich sind , es
Briefe an Cato vom loten März bleiben, sie mögen für gute
1778 (in den „Originalschrif- oder schlechte Zwecke ange-
ten," S. 216) „„ an Erkenntnifs wandt werden; dann würde er
und Ausrottung der Vorurtheile. nicht nur die Zwecke, sondern
Diese rnufs Jeder anzeigen, v. g. auch die ganze Verfassung, des
monatlich, welche er bei sich Jesuitenordens verabscheut ha-
entdeckt? welches das herr- ben ; und der Illuminatenbuna
schende ist ? wieweit er in Be- wäre vielleicht , als geheime
streitung; derselben gekommen? Gesellschaft, in dieser Form un-
u. s. w. Dieses ist bei uns eben- gestiftet geblieben."
soviel, als was bei den Jesui- „Ich füge über diese Verfas-
ten die Beichte war." (Ver- sung des Illuminatenordens nur
gleiche auch. hierüber „Pytha- noch folgende treffende Stelle
goras" S. 350 f. !) — Die Mit- Inigge's (s. „ endliche Exkl."
glieder sollten sich- bemühen, S. 6o ff. ) bei. — „ „Da Weis-
allenthalben angesehene und in /tuet' s practisches Studium der
Connexionen stehende Männer Menschen blofs auf die genaue
an sich zu ziehen, und in alle lienntnifs der Verfassung des
öffentlichen Angelegenheiten Jesuitenordcns und der Art, wie
Einflufs zu gewinnen. *(Siehe diese Väter mit ihren hindern
" Nachtrag," Abth. 1, 5.189! ) verfuhren, beruhete so war
Es lag in der Verfassung, dafs die herrschende Idee: sich der
sich die hohen Obern Mühe ge- nämlichen Nittel zum Guten zu
ben mufsten, alle öffentlichen bedienen, welche jener Orden zu
Stellen und Amter mit Illumi- hüsen Zwecken anwendete, sein.
naten zu besetzen; und die filze- Lieblingsgedanke,— ein, Ge-
minati Maj ores durften in ihren danke, dessen Unausführbarkeit
Quibus licet (von Denen, wel- man , wenn man zum Werke
chen es erlaubt ist , zu erbre- schreitet , bald gewahr wird.
chenden) Zetteln anzeigen, wel- — Daher kam es, dafs er zu.
che Bedienungen sie zu verge- Durchsetzung seiner Plane ei-
ben hätten. Die Mitglieder soll- neu Despotismus der Obern ge
ten bei ihren Obern monatliche gen die Untergebnen, und einen
Anzeige über ihre Fortschritte unbedingten, blinden Gehorsam
in der Moral und Aufklärung Dieser gegen Jene, für nöthig
einreichen. Ein Mitglied sollte hielt; Welches aber, bei dem
das andere controliren und Mangel an Zwangsmitteln, de-
seine Beobachtungen den' Obern ren sich die Jesuiten bedienen
mittheilen; wo durch Spähsucht, durften, und die uns fehlten,
Verdacht, Mirstra ilen. und Heu.- und bei einer freien, nicht öf-
chelei unvermeidlich herbeige- fentlich geschützten Verbin-
führt wurden.— Weishaupt er- dung, durchaus nicht anwend-
kennt zwar ( „ P:ythagoras" B. bar war. Daher erklärt sich's,
475) an, »,‚Was kein Zweck ei- warum er auf die un umschränk.
ILLUMINATEN. ILLUMINA.TEN. 93
re Gewalt eines Generals drang, •,,Ein Hauptgrund des innern
uns Mitwissende immer von- Verderbens des Ordens war die
einander zu entfernen, unter- Art seiner Ausbreitung. Weis..-
einander zu entzweien, in der hatzi? t's Plan ging ( s. „Philo's
Folge die Convente und Expli- endl. Exkl. " S. '63) hauptsäch4»
cationen zu verhindern suchte. lich dahin, „ „ junge Leute in.
— Übrigens stand Ireishaupt dem Geiste des Ordens zu erzie-
bei seinen unparteiischen Mit- heu, — bei 'seinem Leben auf
bürgern in dem Rufe von Ge- keine Früchte seiner Arbeit zu
lehrsamkeit, Irtlue,heit und von rechnen, sondern jene gebilde-
unbescholtenen Sitten; er lebte ten Jünglinge dann als die Er-
märsig, anständig, und erfüllte ziehet der denfolgenGeneration
treulich seine ..13erufsgeschäf- an die Spitze des Werkes zu
Dafs die Aufnahmen stellen." — Allein, es wurden
unenteeltlich waren, und dafs ohne sorgfältige Auswahl viele
man im ,Regentengrade jedem unfähige und unwürdige Men-
bisdahin gelangten Mitgliede schen aufgenommen , welche
alle seine früher eingegangenen von dem Orden theils eigen
Verbindlichkeiten und Verspre- nützige, theils übertriebne, Er-
chungen zurückgab und erliefs,
(s. „endlichdErklär." S. ii7 f. 1) ..11101.1.1.•

beweist zwar die Redlichkeit de, — der wechselseitigen Heh-


der Absichten, kann aber die vor- lerei, Täuschung und. Angebe-
hergegangnen geistigen .'1Vlifs- rei, — der blofs mechanischen
handlungen, und > den dadurch Gewöhnung zum Richtigen und
Gesetzm.ärsigen, — ebenso für
gestifteten xnoralischenSchaden, das Gute zu benutzen, als es
weder rechtfertigen, noch un- bisher die Jesuiten zum Bösen
gethan," nothwendig die Absicht
geschehen machen. In dieser verfehlen und seinem neuen Or-
Form konnten gute und recht- den ebenso, wie kurz zuvor dein
liehe Männer nicht lange ver- Jes-uitenorden .selbst, den Unter-
gang bereiten müsse. Freilich
eint bleiben; auch ohne äufsere sollten, nachWeishaupt's glaub-
Verfolgung von Seiten des Staa- würdiger Absicht, diese Marsre-
tes würde sich der Orden in geln nur vorübergehend seyn
Und in dem sogenannten Regee-
sich selbst aufgelöst hab en.".*) lengrade sollte einst alles dieses
• Vernunftwidrige wegfallen: al-
l ein, die Geschichte lehrte, und
Weishaupt und von Knigge be-
e) Hier noch eine Stelle aus Kr aic. zeugen es selbst (lots jener fal-
Beurtheilung des „Catechis-s sche Grundgedanke, das Jesui-
mis der Jestalten" im „Hermes," tenthum nachzuahmen, das Gift
St. 8 v. 1820, S. geworden, welches den Illumi-
Weishaupt selbst ist ein Et- natenb und durchdrang und jene
weis, wie gefährlich das lernt- innere Krankheit beförderte,
tenthum auch auf philosophisch.- Welche demselben ä. ars ere An-
gebildete Männer, sogar bei ge - griffe zuzog und ihn zugleich
nauer Bekanntschaft mit selbi - die Kräfte raubte, sie zu beste-
gem, wirken könne." — „Er hen. Und so erweist auch der
handelte bei der Stiftung des Untergang des Illuminatenbun-
Illuminatenbundes nicht in der des im lehrreichen Beispiele,
Einsicht, dafs Gutes nur durch Was freilich an sich ewig gewifs
Gutes, gute Zwecke nur durch ist: Ikts , Wer das. Gute will,
gute Mittel, befördert werden sich mit deneösen durchaus nicht,
önnen un.d sollen und er konn- auch nicht mittelbar sind auf
te daher nicht wissen, .dafs eben- einige Zeit, befassen soll und
dershalb sein Plan: „jene jesui- darf." S. auch weiter unten
tischen Mittel des Blindgehor- im gegenwärtigen Aufsatte die
sams bis zu Erreichung der eig- Wiirdzgung des Illurninatenbun-
nen Mündigkeit i Regerktengra- dee ! ,gnin. des .lieraäsg.
94 ILLUMINATEN. ILLTIMINATEN.
wartüngen hegten und, nach eialiierbrüderschaft in Verbin-
..127eishauryt' s eignen häufigen. dung zu setzen. Diesen Vor-
lilagen., der Verbindung Schan- -schlag that zuerst Cato'(Zivack),
de machten, also die wenigeren der _/.na Jahre 1778 Mitglied ei-
..rechtschaffenen, gebildeten und -ner Loge geworden war und
.gelehrten. Mitglieder ii ihrer .alle sogenannten höheren schot-
'Wirksamkeit. hemmten. Daher tischen Grade - erhalten hatte.
fing7Weishaupt bald an, seine Weishaupt wollte die lienntnifs
Mitarbeiter von der leichtsinni- •des freimaurerischen :Logenwe-
gen und gefährlichenAusbrei- sens für höhere Grade seines Or-
tung des Ordens abzumahnen. dens aufbehalten : doch willig-
•Diefs "Übel war umso glöfser, te er ein, dafs alle Areopagiten
als Weishaupt zu .derselben Zeit die drei, ersten Freimaurergrade
J. 1783) bekennet : „ „ ich erhalten sollten. . Es wurden in
sehe, bis beinahe noch kein Athen (München) und zu Erze--
-einziger ,Areopagit meinen Plan -rune (Eichstddt) ordentlieheLo-
• verstehet; .Sie hängen noch all- gen gegründet, die • nach Z a ei' 3
zusehr an der äufsern Form; in Plane die Pflanzschule des Or-
das .Innere und Feinste dringt -dens seyn sollten; die Glieder
beinahe gar heiner ein."" — dieser Logen sollten jedoch gar
Dennoch sagt ein • billiger und nicht wissen, dafs noch. etwas
_gründlicher 13eurtheiler dieses Anderes • oder Höheres da sey;
Ordens hierüber mit Recht: und alle des IlluminatiSmusn-e
!I , uricreachtet-dieser gegrün.de- -fähige sollten ,nicht' weiter be-
•ten,Fragen des Stifters, , invvel- förd rt werden."
chen . die :übrigen . Vorgesetzten „Im Jahr 1780 wurde Diorne-
grö fstentheils übereinstimmten, des ,, (der Marquis Costanzo vo'74
waren die Illtinainaten •doch.bes- Costanza,) ausgesandt; um auch
ser,als ihr Orden. — — Es ist den protestantischen
ein • Glück für die Welt, •tind. -sehen Ländern Illuminatenge-
leruhigend, für den Mensehen- - sellschaften zu stiften. Erlernte.
freund, dafs Menschen und Ge- -zu Frankfurt am Maiaden...Frei-
sellschaften höchst selten 'nach -herrn- von •Knigge kennen und
den Grundsätzen u, nd Maximen, gewann ihn für denillumina-
"die sie aussprechen, wirklich tenbund. Knigge gab sich mit
handeln. " innigem, warmen Eifer 'zum
„Noch einige Hauptmomente Mitarbeiter und Ausbreiter des
der Geschichte des Illuminaten- Bundes hin, welchen er, Weis-
ordens *) mögen hier stehen! — hazgat' s Versicherung trauend,
Derselbe bestand anfangs oh- . schon für alt und ausgebildet
ne alle Verbindung. mit der • hielt, ohne zu ahnen, dafs der-
Freimaurerbrüderschaft. Weder selbe erst durch • seihen Geist
•4-leishczupt, noch die ersten Nix- und .Fleifs • bestimmte Verfas-
•glieder seiner Gesellschaft, -wa- sung, Rituale und Ausbreitung
'1:en Freimaurer. In einem Briefe gewinnen sollte. :Weishaupt
1,ifeishaupts vom •Decemb..1778 steigerte durch seine Briefe
zeigt sich die erste Spur - des • ee's Begeisterung und Tliä.-
Vorhabens, sich mit der Frei- tigk4.t für den Orden. Dieser
nahm in den beträchtlichsten
‚ Vergl. auch die oben B.1, S.38, Städten der ihm ertheilten,-fünf
Sp. a,imArt. BBCEEB., angeführ- Kreise Deutschlands vieleVor -
te .Sc4.#ft,
Anm. des nehme, gelehrte undrechtschaf -
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 95
fene Männer zu Minervalen auf menkunft Knigge's und der Or-
und eia:teilte ihnen das gleiche denhäupter in Bayern wurde
Recht der Aufnahme. In Nur- beschlossen, dafs Knigge alle
zern sollte er mehre hundert Materialien zu den höhern,Gra.-
Menschen belehren, befördern den, Wetshaupt's Aufsätze, so-
und in Ansehung der ihnen er- wie die Papiere der bereits fer-
resten grofsen Erwartungen be- tigen Minervalclasse , erhalten
friedigen. Der von Preishaupt und danach das ganze System
ausgearbeitete kleine Illumina- bis zu den höheren iNdysterien
tengrad stillte nur auf kurze Zeit ausarbeiten sollte. Dazu sollte
den Andrang; denn die vielfa.- jeder Areopagit seine Bemerkun-
chen Gaukeleien und Betrüge- gen rfiachen dann sollten, nach
reien , welche rechtschaffene dem Urtheife Weishaipt's, alle
Männer schon damals in den Grade rein abgeschrieben , be-
deutschen Freimaurerlogen er- gläubigt, in allen Gegenden ein-
fahren hatten, machten Viele geführt und bis zu einem fol-
immer mehr mifstrauisch genden Areopagiten -Convente
nach endlichen Aufschlüssen Nichts daran verändert werden.
begierig. Knigge foderte da- Man billigte Knigge:sV oxschlug,
her von Weishaupt nachdrück- das Ganze an das freimaurerische
lich die Darlegung des ganzen Logenwesen zu. knüpfen, und.
Systems, erhielt aber von ihm vorn groAen Illuminaten an Al-
das Geständnifs: „„dafs der Or- les auf die damals in den Lo-
den eigentlich noch gar nicht, gen üblichen Hieroglyphen zu
sondern nur in seinem Kopfe, stützen, zu dem Ende ein Lo-
da wäre; dafs nur die untere genritual der drei Symbolischen
Classe, die Pflanzschule, in ei- -Grade, nebst einem Constitu-
nig:en katholischen Provinzen tionenbuche, ausz uarbeiten, das-
errichtet sey; dafs er aber zu. selbe soviel möglich in alleLo-
den höheren Graden die herr- gen einzuführen, und überhaupt
lichsten
, gesammelt
Materialien den Illuminaten in den Lagert
habe- dafs er ihm, als dem ein- verschiedener Systeme das Über-
zigen brauchbaren Mitarbeiter, gevvicht zu verschaffen. -Knigge
den er bisjetzt gefunden hätte, erhielt Vollmacht, auf dem 'be-
*die seine Papiere mittheilen vorstehenden Genente der Prei-
wolle, mit welchen er das Gan- maurer zu IFilhelnisbact allen
ze ausarbeiten , nach seinem 'redlichen und unterrichteten
Gutdünken umschaffen und um- Brüdern sich zu eröffnen, deren
ändern sollte , auch die Stif- Beitritt zu dem Orden er er-
tunggeschichte so Vielen von warten könnte. Er sollte, zu
seinen Aufgenommenen, als er seiner Hülfe, so viele Mitglieder
es für nöthig finden würde, mit- zu. Areopagiten machen und
theilen könnte. Um über diefs soviele Obere ansetzen dürfen,
Alles mündliche Verabredung als ihm nöthig scheinen würde.
zu nehmen, solle er nach Bayern Die religiösen und _politischen
kommen ," u. s. w. Grundsätze des Ordens sollten
„Knigge reiste im Novem- erst in der grofsen Mysterien-
ber 175i durch Franken und elasse vollständig entwickelt
lernte die gröfste Anzahl der da- und diese selbst noch nicht aus-
maligen Ordensmitglieder ken- gearbeitet werden. Jeder Areo-
nen. (5. Dessen „ endl. Erkl." pagit sollte unter seinen Un-
S, 58 —78 l) Bei dieser Zusam- tergebnen die Fähigsten und
06 ILLUMINATEN. ILLUMINATEN!,
Besten aussuchen und sie mit In- natenorden steckte, und als
structionen versehen, welche in schon mehre achtbare, gute
einen eignen Regentengrad zu- Männer daran Theil nähmen ‘"c
sammengetragen werden sollten. theilte er hnigge'n seine T:Ter-
Dieser Rcgentenclasse sollte bindungen , Plane, Absichten
dann die ganze Regierung des und Kenntnisse der Geschichte
Ordens übertragen werden; und der Freimaurerbrüderschaft und.
sie sollte die -höchsten Ämter der Rosenkreuzerei mit, hals
besetzen. Die Areopagiten soll- sich zum Illuntinatus major und.
ten Reines dieser Ämter führen, sodann zum illuminatus diri-
sondern ein Obercollegium un- gens aufnehmen md versprach.
ter Weishaupt's Präsidium bil- in einem förmlichen Verglei-
den , an welches alle Berichte che: treu und eifrig, für den
der Nationalobern einlaufen Orden zu wirken , demselben
und welches die Contrule und. die Oberhand in dem neuen
Aufsicht über alle Chefs des Or- Systeme der Freima urerlogen
dens führen sollte; alles Detail zu. verschaffen, und seine Kennt-
aber sollte in den Händen der russe über den Ursprung und.
Regentencla.sse bleiben." — die Geschichte der Freimaure-
„ Nach seiner Zurü9kkunft rei und -Rosenkreuzerei den.
wollte es zwar Kniggen in An- .Obern mitzutheilen. Bode wür-
sehung. des weil el m sb a d er Corr- fde sein Versprechen erfüllt ha-
vents im Allgemeinen nicht ben , wenn der Orden nicht aus
jedoch kamen fast alle innern Gründen früher zu Grun-
Dept-ttirte dieses Conventes zu. de hätte gehen müssen. Knigge
ihm und verlangtendie Aufnah- konnte schon im Frühjahr 1785
me lin den flluminatenor4den. (S. an Weishaupt mit Zuversicht
" Nachtrage von weitern Origi- versprechen : die ganze Ge-
nalschriftern"Abth.i, S. J.2o und. schichte von der Entstehung
212 t ) Knigge aber nahm wäh- der Freimaurerei ( nach Bodes
rend des 1Convents Keinen auf, Ansichten) in die höheren My-
sondern liefs sie nur einen Re- sterien zu legen u. s. w.; — die
vers unterschreiben , uni sie Logen der stricten Observanz
zuxn.Stillschweigen zuverpflich- dem Orden unterwürfi g zu ma:-
ten. Unter Andern gewann er dien; dem Orden selbst feste
auch liode , der als Abgeordne- Grundlage, Macht und Geld zu
ter des Herzogs Ern1 von Saal verschaffen, u. 2. vv. " —
sen Gotha dem Convente bei- „ Unterdessen hatte
wohnte und sich eifrig bestrebte, das ganze Illuminatensystem bis
den Freimaurerbund vor neuen zum 'Priester- und Regentengrad
Veritrungeu bicher zu istellen, ausgearbeitet, nach den von ihm.
und ihm seine rein-- moralische selbst in seiner „endl. Erklär."
Tendenz auch in Deutschland S,.s6 —118 angegebnen Ansich-
-wiederzugeben. Nach Endigung ten und Grundsitzen 'j. Er liefs
des Convents wurde Bode durch.
Xnigge bis zum Iliuminatus
minor , diesen Grad. mit einge- *) Im Priestergrade sollte unter
schlossen , aufgenommen; und andern dein neuaufzunehmend.eu
Presbyter Nachstehendes als Eins
,,nachdem ihn Knigge überzeugt der grasen Geheimnisse der Ge-
hatte,dafs
1,e, kein Pfalfen- und sellschaft offenbaret werden. —
Dutninheitregiment , kein Je- "Die Mittel, um dereinst die Er-
suitisraus hinter dem llluxui lösurg des Menschengeselilechis
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 97
das Ganze bei den Areopagiten lossagte. Der eigentliche Grund
zur Censur circuliren , und er- ihrer Entzweiung lag aber in
hielt es erst spät, mit Spartaeus ihren verschiedenen Ansichten
Ordenspetschaft und Chifer be- über Religion und Iiirehen th um,
glaubigt. zurück. Hierauf führte sowie in ihren verschiedenen
er dasselbe in seinem Gebiet ein Grundsätzen über die Bildung
und fing nun an, noch mehr, eines Rituales , und über die
besonders durch das im „Nach- Regierung des Bundes. Weis-
trage zu den Originalschriften " haupt fand besonders die von
Abth..2, S. 135-159, abgedrucii- Knigge verfafste Instruction des
te Circular, auf die deutschen Ifluxninatus dirigens, bald nach.
Freimaurerlo g en zu wirken; der Einführung derselben, äu-
worin er den -besten Erfolg hat- fserst abgeschmackt, zu religiös,
te. Allein , nicht so verfuhren schwärmerisch ue theosophisch.
die übrigen Areopagiten. Weis- Er fertigte daher eine andere,
lumpt fertigte selbstgemachte im „Nachtrage, Abth. 2, 8. 44
Veränderungen, Zusätze und -121 abgedruckte.
Umgestaltungen zu dem linig- „ Zu seinem Untergange im
ge'schen Rituale aus, befahl, sie Innern reif, unterlag der
einzuführen, und bestand, trotz minatenorden den öffentlichen
Knigge' .s gegründeten Einwen- Verfolgungen, die im Jahre 1733
dungen, „ auf der
Vollziehung sich erhoben, wo der B uchhänd-
seiner ,, Befilile."" Dadurch ler Strobl Canonicus Lanzer
entzweiten sich Weishaupt und und Professor Westenrieder, wi-
_Knigge gänzlich, so dass der der die Freimaurer und Illumi-
Letztere, in Folge eines am isten naten zu. schreien , begannen.
Julius 1784 geschlofsnen , Auch die goldnen Rosenkreuzer
„Philo's endlicher Erklärung" waren schon früher gegen die
(S. 136 f.) abgedruckten , Ver- Illuminaten erbittert. (8. „rollst.
gleiches mit dem Orden , sich Gesch. derVerfolgung der Illu-
von aller ferneren Theilnahme minaten in Bayern," 8. e54 ff. )
Im Jahre 1784, am 22. Junius,
wurden durch einen churfürstl.
zu bewirken, sind gehchne Weis- Befehl alle geheime Verbrüde-
heitschulen. Diese waren vonje- rungen überhaupt verboten. Die
her die Archive der Natur und
dermens ehlichen Rechte ; durch Freimaurer und Illuminaten ge-
sie wird der Mensch von seinem horchten , schlossen ihre Lo-
Falle sich erholen ; Fürsten und gen und hielten keine Versamm-
Nationen werden ohne Gewalt-
thätigkeit von der Erde ver- lungen mehr. Bald darauf er-
schwinden ; das Menschenge- schienen heimliche Denuncia-
schlecht wird dereinst eine Pa-
/Tülle und die Welt der Aufent- tionen, unter dem Titel von
halt vernünftiger Menschen wer- Warnungen, die gedruckt und
den. Die Moral allein wird die- ausgetheilt wurden. Daher tru-
se Veränderungen unmerkbar
herbeiführen. Jeder Hausvater gen
b dieAngegriffenen deniChur-
wird dereinst, wie vordem, Abra- fürsten die Vorlegung aller Or-
heim und die :Patriarchen, der denspapiere an, baten um eine
Priester und der unumschränkte
Herr seiner Familie und die Ver- gesetzliche' Untersuchung und
nunft das alleinige Gesetzbuch foderten in den Zeitungen die
derMenschen seyn." — Aus „den
reuesten. Arb eilen" u. s. w., S. 38. Diffamanten zum Beweis ihrer
Vergl. den „Nachtrag von wei- Angaben auf: allein vergebens.
tern Originalschriften," Abth.2, Pater Frank und _ICreib-n(2) r er-
S. 80 f.
Anm. des Herausg. liefsen unter dem 2. März 1785,
7
98 ILLUMINATEN. ILLUMINATEN.
Biomine Serenissirni, ein zwei., landverwiesen theils einge-
tes Verbot aller geheimen Ver. sperrt wurden. Einige schütz-
brüderungen und Zusammen- ten ihr hoher Rang, ihre Ehren-
künfte. Die Illuminaten be- stellen, Familienverbindungen,
haupteten einstimmig , dem. oder die persönliche Gunst des
landesherrlichen Befehle ge- Churfürsten oder des Paters
horcht zu haben und es ist ih- Frank. Als die Aussagen der
nen kein einziges Beispiel des Utschneider Cossandey und
Ungehorsams j emals bewiesen Grünberger' durch den Druck
worden. Indessen wurden schon. bekannt wurden, brachten die
einige, und zwar dierechtschaf- Illuminaten dagegen Exceptio-
fensten, Mitglieder des Ordens nen vor, enthüllten die Wider-
bestraft. lrez,sliaupt wurde sei- sprüche , die willkührlichen
nes Dienstes entsetzt, zu einem. Ausleg-ungen. und die Conse-
öffentlichen Glaub en sb eheflut- quenzmackerei derselben, erbe-
nisse -verurtheilt, aus Ingolstadt ten sich zum Gegenbeweis und
verbannt und aller Vertheidi- baten um Gerechtigkeit und.
gung unfähig erklärt. Dieser, Wiederaufnahme ihres PTOCCS-
sich keines Verbrechens bewufst, ses. Jcreitrnayr und Frank ver-
fügte sich nicht und erhielt die breiteten dagegen den Ruf, dafs
erbetene Entlassung. Ebenso die Illuminaten neuerdings Ver-
hart wurden auch mehre andere sammlungen gehalten hätten,
Illuminaten b tra ft. und bewirkten dadurch eine
„Nun erst wurden die aus dein Hausdurchsuchung bei dem Re-
Orden getretenen Utschneider, gierungrathe Zweck , nahmen.
Cossandey und Grünberger, wel- die dort vorgefundnen Papiere,
che mehre Illuminaten leiden- in Abwesenheit Zwack's , weg,
schaftlich hatsten und schon und liefsen sie sechs Monate
lange die heimlichen Angeber darauf unter dem Titel: „ Ori-
gemacht hatten, als Zeugen vor ginalschriften des Illuminaten-
eine geheixn e Commission geru- ordens " drucken. Zwack ret-
fen. Sie erhielten den Auftrag, tete sich durch die Flucht; sei-
Alles , was sie vom Orden. ner und Weislsaupt's wieder
-würsten schriftlich anzuzei- habhaft zu werden und sie
gen und, ohne dafs sie anege- heimlich aufzugreifen, gab man
ben hatten, woher sie Lias sich alle Mühe : allein &eishaupt
wüfsten, zu. beschwören. Aber fand grofsmüthigen Schutz bei
noch vor ihrer Beeidigung wur- dem Herzoge Ernst von Sack-
de von Kreitsnayr und Dumhof, sengotha, und hat vonda an, als
nomine Serenissimi, das dritte Dessen Titular-Hofrath, zu Go-
Verbotbekanntgemacht, worin. tha sicher und ruhig gelebt. —
man allgemeine 'Verzeihung ver- Bei dem Processe der Illumina-
sprach, dennoch aber die Ver- ten wurden übrigens vornehme
folgung nur noch eifriger fort- und einaufsreiche Männer mög-
setzte. Am I9ten August (s. lichst geschont , ihre Namen.
" Apologie der Illuminaten, ‘‘ nicht in die Protocolle aufge-
5. 228 ff.! ) begann die Verfol- nommen, kein Procefs, keine
gung gegen Savioli, Costanza Strafe über sie verhängt, ja so-
Ilertel, Zweck, und andere eilr- gar ihre Namen und Briefe in.
dige Männer, welche, sowie den „Originalschriften" unter-
viele Andere, ohne förmlichen drückt."
Procefs, theils abgesetzt, theils „Die Aufhebung' des Intimi-
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 99
natenordens war an sich selbst, dargelegt; indem er die wahren
zufolge der bestehenden Staats- Veranlassungen und Triebfedern
o-esetze , und wegen wirklicher der französ.11evolution anzeigt,
'Wsbräuche und widerrechtli- die Unstatthaftigkeit aller ein-
cher .A.nmafsungen und Ein- zelnen Behauptungen Robison's
griffe in die Staatseinrichtun- und Barruel .9 beweist, die we-
gen , vollkommen reclitmillig. sentliche Verschiedenheit der
Dieser Bund war ein wahrer Lehren und Absichten Weis-
Staat im Staate; er bemächtig- haupt' s und der Illuminaten,
te sich nach_ und nach des Ge- im Gegensatze der Lehren und.
horsames aller Mitglieder des Absichten derIakobin er, erklärt,
Staates , wollte alle Staatsämter und daran erinnert, dafs man
mit seinen Mitgliedern besetzen, die deutschen illuminaten nicht
öffentliche Gelder für seine verwechseln dürfe mit den lau-
Zwecke disponibel machen, — rnin g s nach, französ. Sprachge-
und hatte diese Zwecke für brauche, wonach dieser Name
Bayern wirklich schon theil- im Allgemeinen alle mystischen
weis erreicht. Es war daher gär Charlatans dieses Jahrhunderts
nicht nüthig , die Auflösung bezeichne, „„ tous les cliarla-
dieses Ordens durch widerrecht- tans rnystiques de ce siitcle,
liche Mittel zu bewirken, und tous ceux, qui s'occupent d'al-
durch überharte Strafen von der chyrnie, de magie et de cabele,
weiteren F orts etzung a,b zus ch.re- de revenans , de relations a-vec
eben. " les esprits interm6diaires, tels
„Die Blütlie und die gröfste que les St. Germain, les Cag--
Wirksamkeit des Illuminaten- liostro, les Swedenborg, les Ro-
ordens gieng kurz vor der fran- secroix et les Martinistes." "
zösischen Revolution her. Vor- „Lawrie, in seiner „Geschich-
züglich die Schriften eines Re- te der Freimaurerei," deut-
bison und Barruel," (S. hier die- sehe Übersetzung von Burck-
se Artikel!) „ welche ohne ge- hardt , Freiberg 1810, S. 127—
schichtliche Kenntnifs des Ili.u.- 131 !) urtheilt ebenfalls im. All-
minatenordens und der Ursa-
chen der französischen Revolu-
tion, sowie ohne gescliichtl. Kri- Philosophen , Freindurer und
tik , verfallt sind, hatten die Illuminaten auf die französische
Meinung verbreitet, als habe Revolution; ebendas. 1891. S.
davon den Auszug und die Kette.--
der Illuminatenorden bei der theilung im cöthener „Taschen-
französischen Revolution mit- buche für f'Dr.laurer auf das Jahr
1803," S.315-347!
gewirkt , oder sie wol gar
Anm. des Herausg.
hervorgebracht. Die völlige
Grundlosigkeit dieser , von *) Zu Deutsch : „Alle mystische
len geschichtlichen Beweisen. Charlatans des 18ten Jahrhun-
derts, Alle, die sich mit der Al-
entblöfsten , Meinung hat Mou- chemie,der -Magie und der Cab-
nier in seiner Schrift: „de l'in- bala , oder mit Gespenstern, ab
fluence attribu6e aux Philoso- geben, oder Verbindungen mit
den vermittelnden Geistern vor-
phes, aux Francs - Maens et geben, als da sind die St. Ger-
aux Illurnin g s sur la Revolution main, die Cagliostro , die Swe-
denborg,. die Rosenkreuzer und.
de France ;" h Tubingen, chez die Martinisten," — Vgl. auch
Cotta, 1801," *)) gründlich das cöthener ,.,Taschenbuch für
FMaurer auf das Jahr 1303,"
*) Deutsch unter dem Titel: lie- S. 151--218, besonders 5.182 ff. !
ber den vorgeht. Einfluts der Anm. Ebendass.
fr,
100 ILLUMINATEN. ILLUMINATEN.

gemeinen richtig über den Illu- hext würdigen Mittel verfehlte,


anin.a.tenbun.d und sein Verhält-a und seine, an sich gute, Sache
nifs zu der Freimaurerbrüder- durch unheilige Mittel und Ne-
sch ft, zum Staate, und zu der benzwecke entweihte. Um die
höherenAusbildung der Mensch.- richtigen Mittel zu finden, und
-heit. Bei der Würdigung die- um insonderheit die richtige
ses Bundes ist die Beurtheilung Verfassung für einen der sittli-
seines Zweckes und seiner Mittel chen Vollendung ist
von der Beurtheilung der Per- Bund zu treffen, st freilich tie-
sonen zu sondern und in die- fere Einsicht in die Entwicke-
ser letzteren wiederum der Stip lunggesetze des Men.schheitle-
ter selbst von seinen Mitarbei- bens nothwendig, — eine Ein-
tern zu unterscheiden , umso- sicht , aus welcher auch die
mehr, da Dieser („Pythagoras" grofsen Grundsätze hervorge.
S. 65o) behauptet, dafs sich nur hen : dafs das Gute nur durch.
Wenige der Letzteren in den. Gutes erstrebt und erwirkt wer-
Geist seiner Gesellschaft hinein den kann und soll, also auch
gedacht haben ; womitKnie,s c«,
b, nur durch an sich selbst gute Mit-
Aufserungen (s._„Philo's Erklä- tel ; dafs ferner jede gesellige
rung" S. ff.) übereinstimmen, Bestrebung für das Gute, sofern
der übrigens wol Weishaupeen es ein allgemeinmenschliches ist,
an Einsichten und Grundsätzen durchaus offen und offenkundig
am Nächsten stand. Hier sollen. seyn mufs, und dafs überhaupt
blo fs einige Gedanken zur Wür- Nichts unternommen werde, was
digung dieses wichtigen Gegen- dem Gesetze der sittlichfreien
standes folgen." — Ent wickelung des einzelnen Men -
„Sehr richtig bemerkt Weis schen, der raker und der gan
h aupt, dafs die höhere Vollen- zen Menschheit zuWider ist. Dafs
dung; der Menschheit von der sich Weishaupt eine diesen
Reinigungder sittlichen .Antrie- Grundsätzen widerstrebende
be, und diese von wissenschaft- Überzeugung bildete, — dafs
licher Erleuchtung, abhange ; er annahm , man müsse sich,
und in seiner Schrift: „Pytha- um die Menschen zu bessern,
goras " entwickelt er gründli- zu ihrer Schlechtigkeit herab-
die Einsicht in die Geschichte lassen und sie auf. indirectem
und die Beschaffenheit der un- Wege, wider ihr eignes Ahnen
sittlichen Rohheit der meisten und Beabsichtigen zur Theil-
Menschen, und behauptet (5. nahm e reinsittficher Gesin-
555) : „Das, woran es der nung bewegen, und. sie dazu.
Welt fehle, und. worauf Alles durch äussere Zuchtmitte].ge-
ankomme, sey, dafs zur Ausü- wöhnen , — Dieses ist der
bung und Befolgung dieser L ,eh Hauptgrund der verfehlten Ein-
d-
re ein stärkeres Interesse an den richtung des Illuminatenbundes,
höchsten Wahrheiten und a sowie zugleich seines Mifslin-
der sittlichen Bildung ihres Gei- gens und Unterg-ehens. Aus
stes und Herzens gegeben wer- diesem Grundirrthum entstand
de." " Allein, eben hier ist der ein ganzes System untergeordne-
Scheideweg zwischen Wahrheit ter I rr th tim er, die immer schrei-
und hrthum, wo fg. dem letz- ender werden , je weiter sie
teren folgte; indem er die wah- sich von ihrer Quelle entfernen,
ren , des sittlichen Menschen von denen die hauptsächlichsten
und der gottähnlichen Mensch- jetzt erwähnt werden sollen."
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 101
,,Der Bund erkannte das Ge- Gebiet der Freundschaft , der
setz der sittlichfreienEntwicke- persönlichen Liebe ein; und
lung des Einzelnen und der solcheEinrichtung werde danrx.
Menschheit nicht an, sondern das Mittel, sich selbst zu täu-
setzte, die heiligen Rechte der schen, zu heucheln , die Unzu-
Menschheit verletzend, an des- friedenleit oder Genügsamkeit
sen Stelle .heimliches Spioniren, mit sidh selbst zu übertreiben, •
Beobachten, Beschleichen, vor- verwegne Urtheile über Men-
mündschafdiches Gängeln und schen zu fällen, unbesonnenes
bewufstloses Gewöhnen der Vertrauen mit Mirstrauen zu
Mitglieder untereinander. Da- belohnen , leichtsinnig über
her Ionnte das Characterschil- Menschenwerth abzusprechen,
dern,..Lebenlaufverfertigen, das oder wol gar dergleichen ver-
Einreichen der . Geschiclite sei- trauliche schriftliche Erklärun-
nes eignen Herzens,
' das Bist- gen in fremden Händen
oder
decken geheimer Züge aus dem gedruckt zu sehen ," " s. w.
eignen Leben und andere Au- So lastete der Unsegen des im-
rserungen und Folgen jenes befugten Geheimharten.s ver-
Grundirrthumes , das ganze Sy- eint mit dem Uni]. eile der zum
stern durchdringen. Alles Die- Gesetz erhobnen Lüge und Ver-
ses kommt schon im untersten stellung , schwer auf diesem
Grade, vorzüglich aber im Re- Bunde. Daher denn despotische
gentengrade (illuminatus diri- Herrschaft, statt freisinniger
gens),. vor. Aber. alle der- Regierung, blinder Gehor§arn,
gleichen Mittheilungen kann statt freien, gesellschaftlicher,
kein Mensch, als Mensch, von Vereinwirkens, eifersüchtige,
einem Anderen •fodern, wenn Verstecktheit, statt offner Be-
ihm dieser nicht ein Solches in lehrung, Furcht und eitleHoff-
sittlicher Schamhaftigkeit. unter nun.g, statt edlen Muthes, -vvei-
dem Siegel treuer, keuscher sen Selb.stvertratiens und unei-
Freundschaft selbst eröfnet. Ja, gennütziger Liebe. — Es mufs
es ist sogar selten Jemand fä- jedoch zur Ehre Weishaupt's
hig, dergleichen Schilderungen erwähnt werden, Bars er
wahrhaft vonvon sich selbst zunla-. terhin (int„Pythagoras") selbst
chen, wenn er es gleich wollte; bekannte: „ " er habe über, den
und, auch ins Fälle des Gelingens Punct, . eine Secte durch
solcher Darstellungen darf der nie Verbindung stiften zu wol-
sittliche Mensch dennoch nicht len, seine Meinung sehr geän-
auf dergleichen Einzelheiten dem . " 44
ein Unheil über den Neben- . „Siehtxnan auf das Erstwesent-
xnenschen als ganzen Menschen Helle des voni.P.selbst ausgespro,
gründen. Dieses hat auch Weis- dienen Bundeszweckes; die
hauet späterhin selbst eing-ese- here Fer9ollkomninung des Me4-
hen, indem er (im ,Pythago- sehen durch Veredlung elerAbs ich-
ras") bekennt; ' Mensch len zu befiirclern, so widerstrebt
der
sey über den Menschen keines die Form, des Gekeiniseyns einer
Gottesurtheiles fähig; er habe diesem Zwecke gewidmeten Ge-
Dieses Gott selbst und .dem eig sellschaft der Erreichung dessel-
nen Gewissen des Andern zu. ben.; auch erweiset sieh diese
überlassen; widrigenfalls greife Marsregel schon dadurch un-
er, durch die vorhin getadelten tauglich, weil die sittlichbefugte
Marsnahmen, in das heilige .Geheinaheit zwischen persünli-
1.02 ILLUMINATEN. ILLUMINATEI\T.
chen Freunden bei guten Din- Logensysteme, welche an sich
gen durch das moralischoGefühl selbst zum. grörsten Theile un-
vonselbst erfolgt und heilig ,ge ächt und die wenigen ächten
halten wird , dahingegen bei davon auf eine dem Geiste der
Andern , die durch persönliche alten Masonei gänzlich wider
Freundschaft nicht verbunden streitendeWeise ausgelegt sind."
sind , alle Versprechungen des ‚Freilich fand VVeishaupt
Geheimhaltens erfolglos blei- bal d nach Einführung dieser
ben müssen. " von Knigge ausgeferti gten In-
„ Bei der Aufnahme wurde struction und dieses Rituales,
gefodert der Candidat solle von seinem besseren Gefühle ge-
sich fleifSig üben , die Semiotik. leitet, das Ganze ä.ufserst abie-
der LSeele (die Kenntnifs der Er- schm ackt, religiös - w
scheinungen in Bezug auf den risch und theosophisc h: jedoch
Zustand der Seele; in's Helle zu in der defshalb von ihm selbst
setzen, ohne auch nur zu fra- gefertigten neuen Instruction,
gen, ob eine solche durch die (die in der zweiten Abtheilan.-
Hülle des Leibes hindurchmög- des „Nachtrages zu den Origi-
lich sev? In dem sogenannten nalschriften," S. 17-121, steht,)
Rittereide mufste der Illumina- stimmt er gieichwol. mitKniggs
tus dirigens schwören: ,zur in den hier geschilder ten Haupt-
Aufrechthaltune der alten Mau- grundsätzen überein. Darin
rerei gegen die Aftersysteme keifst es z. B. 61: „„Die Frei-
nach seinen Kräften zu wir- heit hat den Despotismus zur
ken ; " und doch kannte Kei- Welt gebracht, und der Despo-
ner der Illuminaten die alte tismus führet wieder zur Frei-
Maurerei, welcher gemäfs die heit; "" welches Beides in An.-
ganze b und Verfas-
Einrichtune- sehung der ächten sittlichen so-
sung des Illuminatenbundes ver- wol 'als bürgerlichen Freiheit
werlich erscheint. Ferner 'WUT.. unmöglich ist. Der Despotis-
de ebendaselbst beschworen : mus geht aus frecher Willkühr
" nie ein Schmeichler der Gro- hervor ; und nur die innere sitt-
fsen, nie ein niedriger Fürsten- liche Bildung der Völker kann.
knecht zu seyn; " Welches ein ihn verhüten. und entfernen. —
Mann , der zum reinsittlichen , „Wer allgemeine Freiheit ein-
Leben gelangt ist, ohne Schwur führen " heilst es dort
vonselbst nicht ist. Endlich S. 91 und 93 ferner, „der ver-
mufste er schwören: „„den er- breite allgemeine _Aufklärung!
leuchteten Obern, als seinem -- Diese verschafft allgemei-
treusten Freunde, sein Herz zu. ne, wechselseitige Sicherheit;
öffnen, und den Orden ) solange und allgemeine Aufklärung und
er Mitglied desselben seyn wer- Sicherheit machen Fürsten und
de, als seine Hauptglückselig- Staaten. entbehrlieh. " Hierbei
keit anzusehen. " — Und doci liegt aber der damals und noch
kannte er diese Obern gar nicht,
wulste noch nicht, ob er sie
j etzt weitverbreitet e Irrthum
zum Grunde, als wenn das Recht
seiner Fr undscliaft werth und. und der Staat blofs für unvoll-
fähig finden werde, sowenig endete Zustände der Menschheit
er bereits den Orden genugsam nöthig , für die vollendete
kannte. Die darauf folgende Menschheit aber entbehrlichw
Ins truction 'verhüllt ihre Lehren ren 3 da doch dann blofs Strafen
in die Bilder einiger damaligen und Rechtsstreite erlöschen, des
ILLUMINATEN. ILLUMINATEN. 103
eigentliche Leben des Staates der Mensch durch reine Ver-
aber, als der gesetzlichen Pflege nunft sich zu der Religion, das
des Rechts, dann erst in Rein- ist zu Erkenntnifs , Liebe und
heit und Fülle beginnen und Nachahmung Gottes, erheben."
mit dem steigenden Leben der „Die mattrerischen Symbole
Menschheit selbst immer höher hat irr, selbst nicht besser , als
vollendet werden kann.. Ist Knigge, behandelt. — Die er-
aber Diefs, so werden auch erst wähnte Instruction beginnt mit
dann Erwählte und Vorsteher der Versicherung : „„der Orden
des Staates, als des Bundes für sey gestiftet worden, um wah-
das Recht, in ihrer reinen, gan- re menschliche Glückseligkeit
re
zen Würde daseyn und Wirken. zu befördern, die Tugend lie-
Bisdahinwerden Despoten, benswürdig zu machen und dem
rarchen, Aristo ernten und. De- Laster fürchterlich zu wer-
rn ocraten in geschichtlicher den," u. s. w. Aber Gliickse-
Eigenthümlichkeit und Be- ligkeit zu befördern, kann weder
schränktheit die unreife Mehr- die erste Absicht, noch der
zahl der Menschen mit den Ban- letzte Zweck , des Staates oder
den aufserer Zwangewalt noch sonst eines allgemein menschli-
ferner zügeln. Die Einzelnen chen Institutes seyn; denn alle
aber, welche früher zu sittli, geselligeTereine sind entweder
cher Freiheit gedeihen und. auf das ganze Gute, oder auf ei-
auch auf dem. Gebiete desnech- nen wesentlichen Theil dessel-
tes ganzen Völkern , ja der gan- ben , gerichtet; das Gute aber
zen mitlebenden Menschheit, in soll und kann mit sittlicher
Einsicht, Gefühl und Leben Reinheit, ohne auf die dadurch
voreilen , können doch selbst zu erlangende Lust jedweder
weder wünschen , noch bewir- Art zu sehen, 'erstrebt werden;
heu, dals der Staat, worin sie ja, nur in und durch die sittli-
leben, sowie auch jeder andere che Reinheit kann es in treuem
jetzt bestehende Gesellschaftver- Fleifse uneigennütziger Arbeit
ein, anders , als auf dem Wege erreicht und au5 geführt werden;
der Gerechtigkeit und der na, und dann erfolgt die Glückse-
lichen Freiheit, infolge hühe- ligkeit, sofern sie in Gottes
xer Einsicht, zum Bessern um- Weitordnung das Gute beglei-
gebildet werde» ten kann und soll, vonseibst,
„Ferner sagt Weishaupt S.96; ohne alle weitere Veranstal-
„„Macht die obigen Grundsätze tung. — Dem Laster aber furcht-
zu Meinungen! lafst sie in Sit- bar zu seyn , ist nicht an sich
ten übergehen ! und endlich selbst ein reinsittlicher Zweck.,
macht die Vernunft zur Religion. sondern blofs ein bei der unsitt-
der Menschen! ist die Auf- lichen Rohheit Vieler im Volke
gabe gelöst. " " — Sollen aber von unsern heutigen Staaten
Grundsätze zu einem sittlichen leider noch nicht entbehrlich.
Leben erwecken , so müssen sie befundenes Mittel. Unsere Ge-
als reine Wahrheit selbstthätig. fängnisse und Zuchthäuser wer-
'eingesehen, als solche frei an- den freilich jetzt so eingerich-
erkannt, nicht blo fs als Ahnung tet, dafs sie dem Laster furcht-
oder als Meinung angenommen bar seyen: aber der weise Er-
werden. Die Vernunft kann zieher seiner verirrten Geschwi-
• dem Menschen nie Religion stern) enschen strebt, sie durch
sey n; wol aber kann und sui Liebe und Lehre, und durch
iO4 ILLUMINATEN .ILLIJMINATEN.

stufenweise )bung , für das Mitglieder des Illuminatenbun-


Gute wiederzugewinnen. Wäre des, nach ihren eignen offnen.
es aber Jedem erlaubt, nach und. glaubhaften Versicherun-
seinem eignen Ermessen sich. gen, diesem Bunde im Ganzen
dem L ;ister furchtbar zu machen, und Allgemeinen zum Grunde
so würde bald alle legten , wird dennoch Jeder,
Ordnun und Sicherheit aufge-
Ordnung de-3: die wahren Anliegen der
löset werden. Menschheit kennt, aneaennen,
„ Der 'Provinzial soll ferner, den Gemüthern, welche für sie
nach. VVeishaupt's Vorschrift entflammt waren, Achtung und,
-(8. 50), • dahin arbeiten, „„dafs Liebe weihen und die edle Ab-
er Denen die nicht gehorchen. sieht der Stifter über ihren prak-
wollen 'fürchterlich. und ge- tischen Fehltritten nicht verges-
fährlich werde, und sie empfin- sen. — Durch die Aufstellung
den lassen könne, wie gefähr- jenes erhabenen Bundzweckes
lich es sey,. den Orden zu be- kann nie geschadet, sondern,
leidigen , dafs er seine Leute sowie durch jede Wahrheit,
versorgen könne, von der Lan- nur genützt worden seyn ; ja,
desre g. ierung Nichts zu befürch- es ist VVeishaupt'en und mehren
ten habe, sondern diese viel- Illuminaten zuzugestehen: dafs
mehr in seinen Händen,,liege."'‘ sie manches grofse und edle Ge-
Alles Dieses aber ist sittlich un- miith zu Menschheitliebe ge-
erlaubt und. bürgerlich unreeht- weckt, dafs sie zu Verbreitung
rnärsig; es ist - ein innerer und. ächter Aufklärung, sowie ins.
ä.ufserer Despotismus des Or- besondere für die allgemeine
dens , der um Nichts weniger Anerkennung* der Menschen-
verderblich ist, als der Despo- rechte unter dem Volke, beson-
tismus politischer , ihr Amt ders in Deutschland,- Wesentli-
mirsbrauchender, Machthaber, ches mitgewirkt haben. — Ober-
welchem doch ebendieser Or- llaupt waltet in der Geschichte
den vorzubauen bestimmt seyn der. Menschheit das grofseGe-
sollte. " setz : dafs gesellige Institute,
„DasAn>a-eführte wird hin- die nach einem wesentlichen Zwe-
reichen, die Verwerfung der cke hinarbeiten , ob sie gleich
Verfassung und Einrichtung des jedesmal nach Mafegabe ihres
Illuminatenbundes, und der un- Zeitalters unvollkommen sind,
sittlichen und rechtswidrigen dennoch auch zugleich der
Mittel seiner Wirksamkeit, zu Menschheit in dem 1' erhältnisse
rechtfertigen, und zu überzeu- wahrhaft nützen und sie der voll-
gen, wie gefährlich derselbe wesentlichen Ausbildung ihres
für das wahre Wähl der mensob.- Lebens niiher bringen heifen, als
liehen Gesellschaft in dieser Hin- sie selbst jenem Zwecke und dem
sieht hätte werden können. Wie Geschichtbegriffe ihres Zeitalters
gründlich man aber auch die genuirs sind," *)
gerügten Irrthümer erkennen, „Wer möchte auch das ein-
und wie innig man auch die zelne und gesellige Bestreben:
daraus erfolgenden Verirrungen. " durch Reinigung der Absich-
verabscheuen möge t. die we-
sentliche . , edle und grofse
sieht, welche 11-eiskaupt, *) „Man vergleiche, Washiserüber
ge, .Ende und mehre andere geist- Weishaupt na. „Pythagoras 8.
reiche und menschheitinnige 129 ft. und616 sehr sinnig sagt !"
Anne. des Krause.
ILLUMINATEN. ILLUMIN. MINOR. 105
ten, durch wahre, -wissenschaft,- dere Gegenstände," B. 2,
liehe Aufklärung, einen voll- Abth. 3, (Königsberg, 1821;
kommneren Zustand der mensch-
lichen Gesellschaft herbeizufüh- in8.;) S. 131 £!
ren, und sie vorn Despotismus „Der sehr kluge Weishaupt
aller Art zu befreien ," " Wel- versuchte es, durch eine politi.
ches nach Weishaupt Entwurfe sehe Tendenz die Maurerei aL-
der Zweck und das Werk des 0.oris indaginis zu machen. Sei-
Illuminatenbündes seyn und ne Illuminatismuslehre ist ei-
bleiben sollte, schon jetzt oder knndich enaltirte Maurerei, -
j emals für verbrecherisch, oder
auch nur für überflüssig, erklä-
z?
ich will nicht sagen; ein Pu,
rificationversuch des Jesuitis-
ren, solange die Menschheit mus: aber es war leicht abzu.
noch in den Banden der Un- sehen, dafs sie nicht bestehen
wissenheit, der Unsittlichkeit würde‚ zu ihren Mitteln
und rechtswidriger Zwingh err- und 'iegen' theils eine Länte.
schaft darniederliegt ? Wer TIM g, theils eine Wegschaffung,
möchte jenes göttliche Streben. .soichet: Dinge•gehörte , bei de-
verwerfen, ohne der Mensch- ren Besitze die regierende Men.-
heit Würde in seiner eignen schenelasse sich so wohl befand,
Person Hohn zu sprechen? und den sie daher äufserst zu
Xein mifslungner Versuch er- vertheidigen suchen mufste.
weiset je die allgemeine Unaus- Die Hauptgrundsätze des
führbarkeit eines der Mensch- natismus liegen indessen so ge-
heit wesentlichen Entwurfes. ivifs in der Menschennatur, dafs
Durch die von den Stiftern des der Tierger der Secte zwar aufge-
IlluMinatenbun des ergriffnen löset werdenkonnte,ihr Geist aber
wesenheitwidrigen Mittel. kann bleiben wird und bleiben mufs,
j ener reine, heilige Zweck nicht wenn die Welt nicht ausdem,.Ar-
erreicht werden; und könnte er gen in das noch A ergere verfal-
es, so dürfte er es nicht. Aber 1en — Ich möchte den
die Vernunft zeigt andere Wege, luminatismu.s und die Maurerei
andere Mittel, welche mit Schwimmblasen verglei.
gottähnlich und schön. chen , die den Anfänger im.
sind, wie das Gute selbst; wo- Schwimmenvordem Untersin.
durch die Menschheit, frei von ken sichern. irer sich auf
Trug und Henchelsch.ein, von dem-Wege des eignen Nachden-
List, Lüge und Gewaltthat, ihr kens und der Ilocizuzerzigkeit er-
Leben auch auf dieser Erde ge- ' halten kann , dar bedarf keiner
sellig zu bilden und mit Got- Ordenslehre. "3
tes Hülfe zu vollenden, beru-
fen ist. " ILLUMINATUS
oder DER scuorriuscirENEI-
STER, war die 5te Stufe der
Hier stehe noch der geist-
Illuminaten in Bayern.
reiche Ausspruch eines ehr-
würdigen verstorbenen Bru- ILLUMINAT US MAI() n, oder
ders , Johann George Schen: DER SCHOTTISCIIE N °WZ,
ner's , in seinex3. „Gedanken war die 4te Stufe der Illu-
und Meynungen über Man- minaten in Bayern.
dies im Dienst und über an- ILLITMTN.A.T S Dliwort. war
106 INAMOVIBLE. INSPECTEUB..

die 3te Stufe der Illumina- 1815, die in gewissen Län-


ten in Bayern. dern alle Mifsbräuche der-
INAIvrovIBLE unabsetz- alten Zeit wieder hervor-
bar); s. LEBENSLÄNGLICH. brachten, haben auch in Ita-
INcrri Q uis- (WILHELwr lien und Spanien die nach..
O'Bruzig , GRAF voN),. Grofs- Autos da Fe lechzenden In-
rneister der grofsenLoge von quisitoren wieder mit der al-
England (von den modern ten Macht begabt und mit
Masons) im J. 1726. neuem Verfolgungeifer be-
INDIEN, (OST- UNDWEST-). lebt; [doch ist in Spanien
In allen gesitteten Th.eilen durch die neueste Staatum-
der beiden Indien genierst wälzung ihr Sturz glücklich
dieMaurerei ein grofses An- herbeigeführet worden.]
sehen und hat die zahlreich.- IN Q uisru.-on. (DER) ; Siehe
sten und eifrigsten Anhän- INSPECTOR.
ger. Beinahe keine einzige N. R. L Unter den man-
Stadt giebt es, wo nicht eine nichfaltigen Bedeutungen,
oder mehre Logen wären; in welchen diese vier Buch-
indem sie unter die wenigen. staben in den höheren fran.-
Vereinigungpuncte der Ge- zösischen Graden angewen-
bildeten gehören und den det werden, sind folgende
vom Vaterlande entfernten. die gewöhnlichsten. — Je-
, Europäern eine begierig er- sus Nazareruts Bes. Judaeo-
griffene Gelegenheit darbie- Turn — Judäa , Nazareth,
len, sich enger aneinander Baplzael, Juda; (s. oben B. 1,
anzuschliefsen. [Vergl. auch S. 421, Sp. b ! ) Ignens
PONIFRET !] Natura Begenerando ‚Ate-
INGO JONES ; S. JONES grat Natura Beno-
INITIATION (DIE) ; Patur integra; Zgne Ni-
V.11. truni Boris invenitur. [Voir
INQUISITION (DIE). Die- „ Manuel maonn. " p. 178
ses die Menschheit enteh- suiv. la Note!]
rende Gericht war stets der INSPECTEUR GEN E RAL
beharrlichste und. erbittert- (S 0uVERAIN GRAND) ; siehe
ste Verfolger der Freimaure- GENERAL -INSPECTOR.
rei und ihrer Mitglieder. INSPECTOR ( DER ) ist der
Keine Gelegenheit , kein Titel der Aufseher der mei-
Mittel, keinen Einflurs liefs sten höhern Grade ; auch
•es unbenutzt, um dieseBrii- führen einige hohe Grade
derschaft zu vertilgen, 'so- selbst diesen Namen.
weit . ihre Macht nur reichte. INSPEC'TEUR, INQUISITEUR
Die politischen Begebenhei- ETCOINIMANDEITR(LEGIAN D)
len in • den .Jahren 1814 und ist der lOte Grad des schot-
INSTALLATION. IRLAND. 107

tisch. - philosophischen Sy- INTENDANT, oder ATIFSE-


stems in Frankreich, und. ITER DER GEBÄUDE (DER);
der 3lste Grad des sogenann- der 8te Grad des aus Ameri-
ten altenglischen Rituals, ka nach Frankreich einge-
wo er gewöhnlich abgekürzt führten sogenannten alteng-
nur der Trente- Unigene ge- lischen Systems , und der
nannt wird , auch der 65ste 7te Grad des Grofscapitels
des rnisphraim'schen Sy- des Gonseil des Empereurs
stems. [Voir „Manuel ma- d' Orient et d' Occident in Pa.
on.n." p. 209 —211 !] ris. [Voir „Manuel ma9onn."'
INSTALLATION (DIE) ist p• 92-95!]
die Ceremonie, wodurch ei- IBIS (DER RITTER. DER.);
ne neue Loge oder ein neues der -4te Grad zweiter Glasse
Capitel von einer Mutterlo- der Academie, der wahren.
ge oder einemGrofs en Orient Maurer in Montpellier, ver-
eingeweiht und anerkannt fertigt von einem gewissen
und bei welcher Gelegenheit Fernetti zu Valence im D au-
die Constitutionacte feier- phinö.
lich übergeben wird. [S. das IRLAND. Wiewol die
Ceremoniel bei der Installa- Freimaurerei hier ebendie-
tion einer französ. Loge im selbe Achtung und öffentli-
„Ndcessaire ma9on.." p. 41 che Duldung, als in England,
l] — Die Installation genierst, auch ihre eigene
der Beamten hat jährlich GrorseLoge in Dublin schon
nach deren Wahl am Ordens- seit 1730 hat; so fehlen doch
feste statt, bei welcher der die positiven Nachrichten
neue Meister v. St. vom ab- über ihren Fortgang und ZU.-
gehenden installirt wird, alle stand gänzlich; und selbst
übrige Beamte aber von dem alle englische Geschieht-
neuen vorsitzenden Meister. Schreiber schweigen dar-
INSTRIICTION (DIE); siehe über.
CATECHISIVIITS. [Im Jahre 1730 errichtete
INSTIIITCTIONLOGEN sind Jakob King, Lord risoount
diejenigen Versammlungen, Kingston, der das Jahr vor-
wo keine Aufnahmen, son- her Grofsmeister der engli-
dern Mors vorschriftgernäfse schen Grofsloge in London
Unterweisungen in Fragen gewesen war , ein yon die-
und Antworten, oder Vor- ser unabhängiges Grofsmei-
lesungen , über die Lehren sterthum von Irland nach.
und Gebräuche der Maure- den Constitutionen und Ge-
rei statthaben. bräuchen der alten Maurer.
INTENDANT (DER); siehe — Vgl. die „Constitutions"
STzwAIID. by Noorthouck p. 130 —
108 .TRLÄNDISCI.L., ISIS.

134! — Am 27. Ded. 1.813 hopfe, mit Ochsenhörnern


war bei der Vereinigung der [oder der Erdkugel auf dein
beiden Grofslogen von Eng- Scheitel, in einem flammig-
land, auf deren vorgängige ten Gewande,] abgebildet.
Einladung, von [Vgl. oben B. 1, S. 108 und
Irland der da- s, unten Osulis !]
zu abgeordnete Grofssecre-
tair Graham gegen - [Von Beiden sagt der Graf
wärtig.: S. „31-ofsdoifs Mit - von Fastoret in dem wichti-
theill. " S. 238, verbunden gen zweiten Theile seiner
mit 217!] „Histoire de la Legislation,«
s. COLLE- Paris 1817; s. die
GIEN. sehe „A. L. Z. v. 3. 1820,"
ISENBURG s. YSENBURG. Num. 248!) Folgendes. —
Isis, [die Geres der Grie7 „Das Princip der Thätigkeit,
chen, (s. oben B.1, S.139!) der Regsamkeit, der Fruchtbar-
die vornehmste] ägyptische keit, mithin alles Guten, wurde
in der ägyptischen Götterlehre,
Göttin, das Symbol des Mon- Worin dieVorstellung eines dop-
des und det geheininifsvol- pelten Geschlechts jeder Gott-
lenNatur, wird , gewöhnlich. heit, und zwar so , dafs nicht
mit sieben oder mehren Brü- eine Person beide Geschlechter
sten, dann mit einem Stier- vereinigte , sondern dafs die
Gottheit sich in zwei Personen,
kopfejind grofsen Hörnern,, verschiedenen Geschlechts that-
[in' deren Mitte sich eine te (das heilst, dafs jede wir-
runde S cheibe befindet, no ch kende riraft theils activ, theils
häufiger aber mit der Lotüs- passiv, sey, dafs, indem sie
blume, ihrem Sinnbilde, in wirke und 'Wirkungen aufnelr.:
nie, dadurch das Vorhandne
der Gestalt eines halben hervorgebracht und der unend-
Mondes, und einer Kugel liehe Wechsel der Erscheinun-
in, der Mitte ,] dargestellt. gen erzeugt werde ,) in Osiris
Übrigens erkennt man sie und _Isis dargestellt. Osiris war
die männliche Kraft — das
besonders an dem Sient772 in Vermögen , zu. befruchten und
ihrer Hand, [einem ovalen, zu segnen, — Isis hingegen die
an einen Handgriff befestig- weibliche Kraft, die Em-
ten, Reifen von Metall, mit pfänglichkeit für die Befruch-
metallenenStäb en in den dar- tung-, — das befruchtete und
fruchtbare Seyn selbst. Die In-
inangebrachten Löchern.]- schrift an dem Tempel der Letz -
Osiris, ihr Gemahl, [der tern" [vielmehr: an ihrer Bild-
Baheizzts oder Dionysos der siiale in dem Tempel der AZiner-
Griechen, war das Symbol va] „zu Sais:
der Sonne, und der befruch- „Ich bin Alles, was war, und
ist und seyn wird; noch Kei-
tenden Kraft der Natur, und. ner unter den Sterblichen hat
wird mit einem Habichts.- meinen Schleyer gelüpft,"
ISISTAFEL. ITALIEN. 109
zeigt hinlänglich die Allgem ein ISRAELIT (DER SEXTA *EI-
lieh der Vorstellung an, welche
sr.) ; der 70ste Grad des mis-
durch Isis personificirt worden
ist. — Aus der Wechselwirkung phrainfschen Systems in Pa-
des Osiris und. der Isis geht dann ris.
der Wechsel der Erscheinungen ISRA.ELIT ; s. JUDEN !
selbst, die Zeitfolge, hervor ; ITALIEN. IM Jahre 1733
ihr Rind ist Horus."3
wurde die ersteLoge in die-
[IsisT....A.rEL (DIE), MENSA semLande, [wo dasFreimau-
IsiAcA , dieses berüchtigte rerthum zuerst unter dem
und den Mystikern unter den Namen: la Glieddora (die
Freimaurern so ehrwürdige Maurerkelle), bekannt war,]
Überbleibsal der höchsten zu Florenz von dem Lord.
ä.`gyptis ch en Geh eimnisse, ist Carl Sackoille , Herzoge
eine Kupferplatte, auf deren Middlesex , (s. diesen Art.!)
Grunde sich ein schwarzes gestiftet. [Im J. 1737 erliefs
Schmelzwerk, mit eingeleg- der letzte Grofsherzog aus
tenSilb erplättchen künstlich dein Hause Medicis, Johann
untermengt, befindet. Auf Gasto, ein Edict gegen die
ihr sind Isis und Osiris die Freimaurer : da er aberkurz
Hauptfiguren und übrigens darauf starb, so setzten sie
in verschiedenen Feldern ihre Versammlungen fort;
Hieroglyphen eingegraben, und sein Nachfolger (s. oben.
welche gottesdienstl. Hand- den Art. : Franz !) ge-
lungen darstellen sollen. — währte ihnen Schutz. S. die
Im Jahre 1527, nach. der Er- „ Freymaurer - Bibliothek,
oberung der Stadt Rom, kam St. 1, S.44-48!] Die In-
diese Tafel an den Cardinal quisition, die Geistlichkeit
Bembo , von Diesem an den und die Mafsregeln der
letzten Herzog von Mantzta verschiedenen Regierungen
und endlich in das Museum hemmten die Fortschritte
der Alterthümer zu Tztrin. der Freimaurerei ununter-
S. die Auslegung der isischeik brochen , ohne jedoch ver-
Tafel in „Banier's Götter- hindern zu können, dafs sie
lehre," nach der deutschen fortdauernd Anhänger be-
Übers. der Gebrüder Seide- hielt, und dafs mehre Logen
B. 2, S. 350-3641] ingeheim bestanden. Cle-
IS LIT (Jon.A.-N-:,.z), Abt von mens XII. und Bertediet
Trestminst er. König nein- (s. d. Art.: BETLLE!) schleu-
rieh F7I. (s. diesen Artikel!) derten in den Jahren 1738
ernannte ihn im J. 1 492 zum und 1751 ihre Bannbullen
Grofsmeister der Bauleute gegen sie und veranlafsten
in England; welche Würde dadurch in verschiedenen
er bis 1502 bekleidete. Epochen zu Rom, Neapel,
110 WAU. JACHIN.

Florenz, Livorno -u. s. w. selbst waren : doch bewirk.


die abscheulichsten Proce- ten die politischen Verände-
duren gegen die angeklagten rungen von 1814, dafs die
Maurer. Nur in der neuesten. Verfolgungen von Seiten der
Zeit, wo Italien unter fran- Geistlichkeit und der Für-
zösischem Einflusse stand, sten mit neuer Wuth gegen
blieben die an vielen Orten. die Freimaurer ausgeführt
errichteten Logen uzge- wurden.
stört in ihren Arbeiten; und IvATI; S. J.EirovAn.
in Neapel und Mailand wur- vermuthlich das
den sogar Grofse Logen ge- hebräische Joram (erhaben);
stiftet, deren Grofsrneister ein in den höhern Grader
die damaligen Regenten bedeutendes Wort. -

ist die Abkürzung ei- denkwürdigen im Lehr


niger bedeutender Worte in lings- oder ersten Grade der
den verschiedenen Graden Freimaurerei. — Auch hat
der Freimaurerei; als: Ja- das, mit veränderter En-
chin, Jakob, Jeho pah, Jesus, dung davon abstammende
Jibuluin , 11. s. w. Wort: Jakina7, in den hö-
3ANIA. ; ein in den hö- hern Graden seine Bedeu-
h.ern Graden bedeutendes tung, wo es sowol durch :
Wort. die Weisheit ist in. Gott , als
JA.13TYL/731: ; s. JrzuLum. auch durch: Festigkeit, iib er-
JAcnrs, JAnnr; der Na. setzt wird. [Vgl. unten den
me der Säule zur Rechten Artikel : SÄ L !
am östlichen Eingange der
Vorhalle von Salomon's Auf der 33sten zu dem
Tempel,,an welcher dieLehr- Werke: „Von Altdeutscher
linge, sowie an der zweiten, Baukunst; durch L.
Boaz , (s. diesen Artikel!) litZ," (Leipzig, 1820;
die Gesellen, der an demTern- gehörigen Kupfertafel be-
pellau beschäftigten Arbeit- finden sich zwei Säulen ab-
leute ihren Lohn empfin- gebildet, worüber der Verf.
gen. — Ubrigens gehört S. 186 f. Folgendes sagt. —
dieses hebräische Wort, wel-
Vor Alle/1'i, was aus dem
ches auflichten (auchbefesti- Mittelalter in Bezug auf die
gen) bedeutet, unter die Brüderschaft der freien .21.1aurc.,T
JACHIN. JACHIN AND BOAZ. 111
sich erhalten hat, sind zwei Stiu- lieh sonst die .73 azdziitte ; und so
len merkwürdig, die der Dom erscheinen diese Säulen zugleich
von Würzburg aufstellt, und die als Denkmal der bei Errichtung
ichtun
vom alten, im J. 1042 angefan- des Doms wirkenden liaubr ps
genen Baue sich herschreiben ; dere chaft "]
wie die linä.ufe und Füfse zu. er-
kennen geben ; da jene durch „ /AGlilie AND BOAZ; 07,
die würfelförmige Gestalt, diese an authentic Key to tise Door
durch die Bedeckung des untern of Free - lilasonry,„ botis an-
Wulstes, an die Bauart dieses cient and modern." etc. [d. i.
Zeitalters erinnern. Sie stehen
frei an einer Mauer, ohne Etwas „J. und B. , oder ein ächter
zu tragen. Ihre Stellung, ihre Schlüssel zum Thore sowol
ganze Bildung, zeie,symboli-•
tp zeig t der alten, als der neuforxni-
sehe Darstellung und Beziehung gen , Freimaurerei."] Die-
auf die Brüderschaft, deren Deu-
tung dem •Eingeweihten sich
ses sehr verbreitete und
offenbart durch die Verhältnisse *mehrxnals aufgelegte Werk.
der Säulen, durch die sinnrei- enthält die genaueste Be-
cheZusammensetzung der S chäf- schreibung aller geheim ge-
te und Eziäufe, sowie durch die haltenen Gebräuche derFrei-
dem Abacus" (der Oberplatte)
„eingegrabenen Worte: Jachin xnaurerei, [S. den vollstän-
oaz. — Wenn schon die digen Titel desselben und
Stellung beider Säulen, und die Bemerkungen darüber in den
Richtung ihrer Inschriften nach „Kunsturkk. von Krause,"
dem rechten Winkel, bedeu- erste Aufl., B. 1, S. 216—
tend ist; so ist nicht weniger
ihre Bildung, merkwürdig. Aus 21.8 , verbunden mit 8. 282
8 verschränkten Säulen besteht —285, und S. 225-237,
Jachin , aus 4 solchen Säulen oder 2te B. 1, Abth. 1,
Boaz. Jachin ist gegründet auf S. 221-224 und 231-245,
stetigeVerhältnisse und Flächen,
auf das Fünfeck, aus dem das worin auch (B. 1 der ersten
Achteck hervorgeht; indem der Aufl. , S. 238-282, oder
Durchmesser des innerhalb des B. 1, Abth.. 1, der zweiten,
Pentagons gezogenenZirk.els das S. 245-290) in englischer
Achteck giebt. .Boaz hat das und deutscher Sprache Alles
Sechseck ztim Grunde und kör-
perl. und kubische Verhältnisse, steht, was es über die Mau-
die aus dem Viereck hervorge- rerei im Allgemeinen, und,
hen. Beide, das Fünfeck und. über den Lehrlingsgrad ins-
das Sechseck, bestimmen über- besondre, liefert. Dieser
diefs die verschiedenen Theile
der Säulen, ihre Gröfsen , so-
Schrift , nebst „ the three
wie die Stellungen der an den. distinct Knocks ," (s. diesen
Schäften angebrachten Windun- Art. !) verdanken die deut-
gen. — Das Behältnifs, worein. sehen Masonen die Kennt-
die zwischen den Säulen befind- nifs der altenglischen, Mau.
liche Thür führt, jetzt zur Auf-
bewahrung der Baumaterialien. rerei; und sie haben, wie
bestimmt, war sehr vv-ahischeial. Er. Krause im Vorberichte
112 JACHINA'. 3 ANIS CLI.

der ersten Ausgabe, S. XXIV höhern Graden der stricten


(oder S. XXIII des neuen Ab, Observanz, unter dem Or-
drucks), aus diesen beiden. -densnamen : Eques ab Urtica,
Schriften, welche in Eng- bekleidete von 1'759 bis zu
land , Schottland, Irland seinem Tode im J. 1786 die
und Nordamerika, in ihren Grofsmeisterwürde in der
vielen Auflagen , von *den englischen Provinzialloge
Brüdern und Logen im Stil- von Niedersachsen zu Ham-
len, und ohne es der soge- burg, [war auch Obermei-
nannten profanen Welt zu ster der altschott.Loge Gott-
gestehen, als Handbücher fried zu den 7 Sternen.— Von
gebraucht werden , durch. ih in enthält der niaurerische
den offnen _Buchhandel erfah- Lebenslauf in den „ Eleusi-
ren, welches eigentlich die nien des 19ten Jahrhun-
alten Gebräuche, Sinnbil- derts," B. 1, S. 115 f., Nach-
der und Lehren, das ist die stehendes , was er (gegen
Geizeinz7Z18,66 der Brüder- das Ende des J. 1765) in ei-
schaft seyen. ner schottischen Logenver-
JAIZINAI; ein sammlung öffentlich erklä-
in mehren höhern Graden ret hat. —
bedeutendes Wort. S. jA- „Er habe in London die drei
Grade der Johannis - Maurerei
CIIIN f erhalten; und. es sey ihm bei
JACESON; das Losung- seiner Abreise von da, unge-
wart in mehren höhern Gra- fähr in den Jahren 1718 —1720,
den. f Nach dem „Manuel das Patent als Grofsmeister von.
Hamburg und N. S. ertheiltwor-
ma9onn.," p. '73 sequ., heifst den. Als solcher habe er auch
es eigentlich Jeksan.] in Hamburg eine Loge gestiftet,
JACOB; s. JAKOB. in seinem maurer. Leben aber
gefunden, dafs auf dem gewöhn-
JACOBI (CARL HErsrucir lichen Wege der gute Zweck
LuDwIG), herzoglich sach- nicht ganz erreicht werde; er
sen - coburg -meining. Rath habe sich also nachher an das
Rosa'sche System angeschlossen
und geheimer Secretair, war und überhaupt gefunden, dafs
Secretair des Freiherrn, VOM die ganze Maurerei" (viel-.
Hund und Mitglied der hö- mehr : das Naurerthum) - „in
hern Grade von der stricten Deutschland nicht viel älter seyn
Observanz , worin er den könne, als von der Zeit seiner
Alission in Deutschland. So sey
Ordensnamen: Carolus Eques er auch mit dem bekannten
a stella , führte. leucht , genannt Abnso/1. " (s.
JÄNISCII (GOTTFRIED JA- diesen Art. l ) „bekannt gewor-
den, den er umso eifriger cul-
1o1), Doctor der Medicin tivirt habe, da er gehört, dafs
in Hamburg, Eines der sehr die Bereitung einer Universal-
thätigen Mitglieder in den medicin und alchemistische Ar-
SAH. JAKOB I, 113
beiten der Zweck der höheren. welches in einigen hohen
Maurerei seyn solle. Vermit-
telst seiner gemachten Erfah- Graden zumErkennungwort
rungen aber wisse er, dafs auch dient.
darin Nichts liege, sondern dafs JAII o ; wie vorher bei UR.
der Orden vielmehr einen wich-
tigern Zweck haben müsse. JA II R (D A S) . Das maure-
Nun hätten die erfahrensten und rische Jahr
Jahr fängt in man-
erleuchtetesten Maurer einen chen Systemen am 24.J-uni,
Convent zu Rad° und von da in manchen am 1. März und.
aus den" (in jener Schottenloge
anwesenden) „hochw. Br. Schu- in anderen am 30. Novem-
hart" (s. den Art.: VON NIXE- ber an , je nachdem ein jedes
ZELD !) „ausgesandt, um nicht System eine geschichtliche
nur ihn, sondern auch die an- Hypothese adoptirt hat. S.
gesehensten und erfahrensten auch ZEITRE CHNUNG.
Brüder in Hamburg, vorn wah-
ren Zwecke zu unterrichten, JAHRE ER RITTER VON
sie zur Theilnahme a ufzufo dem, DRITTEN, FÜNFTEN und SIE—
in den hohen Orden aufzuneh- BENTEN) ist der erste, zwei-
men und die Loge zu reformi-
ren. Zum Unterschiede hätten te und dritte Grad der fünf-
sie den Namen der strieten Ob- ten Stufe des clerikalischeri.
servanz angenommen." Systems.
Nach diesem Vortrage, — JARIN ; S. JA CHIN.
heifst es S.13.6 f. weiter, — und.
nachdem Br. „ eine Schrift JAKOB I., König von Eng-
vorgelesen, welche die Bedin- land; s. JAKOB VI. , König
gungen der Aufnahme in diese von Schottland.
neue Ordnung enthielt, machte
er bekannt , dafs der hocliw. [SA.ii.o33 , König von
Schottland. Von Diesem
Er. Visitator generalis Schubart
eine Loge des vierten Grades wird in dem von Noorthouc4.
eröffnen würde" u. s. w. herausgeg. Constitutionen-
Die auf diesen redlichen buche S. 126 f. unter den
Mann, der allgemeine Ach- Jahren 1424 ff. angeführt:
tung genofs, geprägte Schau-
Jakob 1., der seine Erzie
münze mit seinem Brust- hung' in England erhalten hatte,
bilde u.derAufschrift : „Dig- erwies sich als den besten Kö-
nissimo Magist. Ord. monu- nig von Schottland, war ein Pa-
entum arn oris Lat omiHam- tron der Gelehrten und verherr-
burgens.. MD CCLXXV111.". lichte die Logen durch seine Ge-
genwart als ''15.önigle Grofsmei-
befindet sich abgebildet in ster. (So ist die Sage unter den
(Bode' s) „Almanach oder Ta- schon. Maurern.) Er setzte ein
schen-Buche d. Er. Frey- Einkommen von 4 schottischen
mäurer a. d. 1779."] Pfunden, oder einem englischen.
Noble," (d. i., zwei Thaler deut-
JA n ; ein hebräisches, [nach scher Conventionmünze,) „fest,
dabbalistischer Weise aus welcher von jedem Meister-
lehovah gebildetes] Wort, Maurer in Schottland dem von
8
114 JAKOB L JAKOB II.
der Grofsloge erwählten und J.AxoB , König von
von der Krone bestätigten Grols- Grofsbritanien, geb. am 14.
Mais ter entrichtet Werden soll-
te. Dieser war entweder Einer Oct. 1633, trat die Regie-
aus dem Adel, oder ein Mitglied. rung 1685 an, ward aber
der hohen Geistlichkeit, der sei- schon im Monat December
ne Deputirten in den Städten. 1688, wegen seiner blinden.
und Provinzen des Reiches hat-
te. Auch entrichtete jeder neu- Anhänglichkeit an die papi-
aufgenommene Bruder bei sei- stischen Lehren, und der da-
nem Eintritt ein gewisses
e durch veranlafsten Verle-
g'eld (77'e e). Verrnbze seines Am- tzung der Staatsgrundge-
teS war er ermächtiget , in der setze und der Rechte und
Brüderschaft All es zu schlichten,
was nicht zum rechtlichen Er- Freiheiten seines Volks, ent-
kenntnisse der Gerichtshöfe thront; worauf sein Schwie-
kommen sollte. An ihn a.ppel- gersohn, der Prinz Tritheitn.
Erten bei entstandenen Streitig- von Oranien und Statthal-
keiten sovv-ol der Baukünstler
(mason) , als der Herr (lord), ter der vereinigten Nieder-
oder der Baumeister und der lande, als Wilhelm111., zum
Bauherr, um Rechtshändeln vor. König erklärt wurde. Jakob
zub eu.gen ; und ih . seiher Ab-vve-flüchtete 1689 nach Frank-
Semheut appellirten sie an den-
jenigen Deputirten oder Grofs-
reich, — (seine Mutter war
aufseher, der seinen Aufenthalt die Schwester Ludipzk's
in d Näheiähe des Bauwerks hat- XIV.) — wo er auf dem kö-
te. *) Dieses Amt dauerte bis nigl. Schlosse in St. Germain.
zu den b fierliehen Kriegen im en Laye am 16. Sept. 1701
Jahre 164o , ist aber nun 'abge-
kommen• und kann nur durch starb.
einen königle Grofsmeister er- [Noorthouck in den „Con-
neuert Werden. — Dieser vor- stitutions," p.192, sagt von.
treffliche König liefs Falkland ihm : „ da Jakob I.I. kein
und seine übrig-en Paläste ausbes-
sern, befestigte alle seine Schlös-
Bruder-Maurer war und sich
ser und Seehäfen und wirkte da- mit Dingen befafste , die
dUreh auf den hohen Adel, dafs nicht ganz preiswürdig wa-
er seinem Beispiel in Anstellung ren ; so wurde die Kunst sehr
derMaurerzunft folgte ; bis er im vernachlässigt; " und im In-
Jahre 1437 niederträch.tigerwei-
se in der DoMinicaner - Abtei zu. der, p. 452, wo diese Stelle
Perth durch seinen Onkel, Wal- nachgewiesen wird, heifst
ter Stuart, Grafen von Athol, es: „Jakob II: von England
ermordet, mit vollem Rechte hätte sich zu einem Könige
aber allgemein bedauert wur- besser geeignet, wär' er ein
de." — Se auch oben Be S. 255,
Spe a, Note! • • Mason gewesen."]
Er selbst und die ihn auf
{S. auch „Lawrie's Geschichte» seiner Flucht begleitender
deutsche Ubers., S. 89 f., und Schotten führten zuerst, mit
,Marstiorre Mittheilungen," S.
158 f!1 Nebenabsichten, die auf sei-
JAKOB IL JAKOB VI. i15
nen politischen Zweck, den ebenfalls mehre , wiewol
verlornen Thron wieder zu unglücklich ausgefallene,
besteigen , gerichtet waren, Versuche , um zu dem Be-
diejenigen geheimen Or - sitze der Königswürde wie-
densgrade ein, welche spä - der zu gelangen. — Auch er
terhin in der französ. Frei- suchte in den höhern Gra-
maurerei mit dem Namen den der Freimaurerei für sei-
der clerrnorze schen, bezeich- ne politischen Absichten An-
net wurden; weil er im An- hänger sich zu verschaffen,
fange seines Aufenthalts in jedoch mit ebenso wenig
Frankreich das in Paris be- gutem Erfolge, als sein Va-
findliche Jesuitencollegium ter. S. JAKOB II. u. BON..
de Clerrnont bewohnte. S. NEVILLE..
oben die Artt.: CLER1VIONT JAKOB VI. , König von.
rund GRADE, i111 Eingange, Schottland, geb. 1566 und.
sowie die -unten im Artikel : gest. am 8. April 1625, be-
JAK OB'S -LEITER , aus den stieg im Iahte 1603 den eng-
j ,KU. , " B. 1, Abth. 2, S. lischen Thron unter dem Na--
192 f., gezogene Anmerk. men : Jakob [und vereinig-
.Krause's und die Artt.: te beide Königreiche unter
SUITEN und SCHOTTISCHE. der Benennung von Grofs-
Maurerei britan,nien.] Er besafs viele
JAK OB König von gelehrte Kenntnisse, [errich-
Schottland, geb. 1430 und tete im J. 1589* die Univer-
gest. 1460, ernannte sität zu Edinburgi und be-
heim, Sinclair,, Baron von schützte, sowie alle Künste
Graf von Orkney und und Wissenschaften also
Caithnefs , zur Belohnung insbesondre in einem hohen
seiner der Brüderschart und Grade die Baucorporationen
der königl. Familie erwiese- und ihre Kunst, worin er
nen Dienste, zum erblichen selbst unterrichtet war. Er
Grofsmeister der Maurer in erklärte sich bei seiner
ganz Schottland. S.Rosntx. Thronbesteigung zum Pro‘
JAKOB HI., auch oft blofs tector der Brüderschaft der
der Priitendent, oder der Bit. Bauleute in England; und
ter St. George, genannt, Sohn die englischen freimaureri-
des entthronten und geflüch- schen Gchkbtscheiber
teten Königs von Grofsbri- führen ihn als Grofsmeister
tanien Jakob's .1.1. , geb. am von 1603 bis 1607 auf, wo
10. Juni 1688, gest. am 1, er inigo Jenes [s. diesen Ar-
Januar 1766, erbte die An- tikel !] dazu ernannte, der
sprüche seines Vaters auf die Viel zum Glanz und zur Ver-
englische Krone und wagte besserung der inneren 01-
116 JAKOB'S-LEITER, JAKOB'S -LEITER.
ganisation der Brüderschaft worden. Hier noch Einiges
beitrug. Diese fing unter zur Vollständigkeit! —
Jakob's Regierung an, ein Nachdem in dem neueng-
Verein symbolischer Maurer lischen Lehrlingsfrag.stücke
zu werden; indem „sie' der nachBrowne die Frage: „wie
practischen Baukunst ganz wird die Leiter, mit deren
fremde, jedoch durch ande- Hülfe die Decke einer Ma-
re Vorzüge würdige, Per- sons -.Loge zu erreichen ist,
sonen in sich aufnahm. in der , heil.S chrift genannt ?"'
J.A.E.013'S-LEITER (DIE) ist beantwortet worden, folget
Eines der Symbole, die in nachstehende Erklärung der
England auf dem Teppiche Jakob's - Leiter, nach dem
der Johannisgrade darge- 1. B. Mosis XXVII, XXVIII
stellt werden. Gewöhnlich und XLI. (S. die „ Kunst-
hat sie nur drei Sprossen, urkk. " a. a. 0. S. 192 —
welche Glaube, Hoffnung 195 !)
und Liebe andeuten sollen; * , Rebecka, das geliebte Weib
hat sie aber mehre, so sollen Isaak's, die wohl wufste, als
sie die Tugenden versinnbil- in der Seele ihres Ehegatten ein
den, welche der Mensch besonderer Segen ruhete , be-
sich eigen machen mufs, um schlofs, solchen für ihren jüng.
sten Sohn, Jakob, zu erlangen zu
den höhern moralischen suchen ; wiewol derselbe , nach
Werth zu erreichen. Auf dem Rechte der Erstgeburt, ih-
dem festen Lande findet man. rem Erstgebornen, Esau ge-
diese Leiter auf keinem Tep- bührte. Sie hatten diesen Segen '
nicht sobald durch. Hinterlist
piche. [Sie ist, wie Krause erlanget, als Jakob genöthigt
in den „ KU.," neue Aufl., war, zu entfliehen vor dem
B. 1, Abth. 2, S. 481, er- Grimme seines Bruders, der sich
wähnt, „ein dem n.euengl. vornahm, ihn zu erschlagen."
Systeme eigenthümliches ram, „ Als er denn nach Padana.
in das Land von Mesopo-
Lehrzeichen, welches, ob- tamien, wohin er zu gehen durch.
gleich in seinem geschicht- den ausdrücklichen Befehl sei-
lichen Ursprunge der alten ner Eltern angewiesen war,
Maurerei fremdartig, doch wanderte, kam er auf eine wü-
ste Ebne; und nach dem Unter-
SO, wie ES im Browne erklärt gange der Sonne sah er sich gem
wird , viel Erweckendes nöthaget, für die Nacht seinen
hat."] Aufenthalt dort zunehmen, wo
der kalte Erdboden sein Bette,
ein Stein sein Hauptkissen• und
[Oben in dem Artikel: das Zelt desnimm els seine Decke
war. Nachdem er entschlum-
'Gkzz6be, (1.3. 1, S. 425-428,) mert war, sah' er im Traum
ist bereits Verschiedenes von eine Leiter, deren unterster Theil
diesem Symbole angegeben auf der Erde stand, und deren
JAKOB'S -LEITER. JAHOB'S-LEITEL 117
Spitze an den Himmel reichte. rer zum Gipfel seines Be.
Auf ihr stiegen die Engel Gottes ruf gelangen, wo die
auf und nieder; die hinaufstei-
genden Engel gierigen, um die Gerechten sicher sind,
giittl. Befehle zu erholen, und. die ihnen gebührenden.
die herabsteigenden kamen her- Belohnungen zu empfan-
nieder, um j ene Gebote (Latvs) gen .i
zur Ausführung zu bringen"
„ Zu dieser Zeit und an die-
Ausserdem wird im Browne
sein Orte errichtete der Allmach- („KU." a. a. 0. S.258) noch
t i ge einen feierlichen Vertrag folgende Erkliirung gege-
mit Jakob, des Inhalts, dals, ben. —
wenn er beharren würde in sei-
„Die Bedeckung unsrer Loge
nen Geboten und seine Befehle
ist ein himmlisches Gezelt von
vollführen, er ihu nicht nur in
verschiedenen Farben ; und ver-
seines Vaters Haus in Frieden
mittelst einer Leiter, welche in
und Uberflufs zurückbringen,
der heil. S chrift dieJakob's-Leiter
sondern auch ein groCses und.
genannt wird, hoffen wir, dahin
mächtiges Volk aus ihm ent-
zu gelangen. — Diese Leiter
springen lassen wolle. — Und
hat viele Rundstäbe oder Spros-`
so ward denn in der Folge Jo-
sen, welche ebensoviele s.ittlichee
seph., Jakob's Sohn, vom König-
Tugenden bezeichnen, über jene
Pharao. zum zweiten Befehlsha-drei vorz üglichsten, vorstellend
ber in Agypten bestellt; und die
den Glauben, die Hoffnung und
Israeliten wurden das grüfste die Liebinnigkeit — den Glau-
und mächtigste Volk unter dem
ben an Christurn, die Hoffnung
Himmel. " auf die Erlösung, und zu leben
Hierauf folgen imBrowne in Liebinnigkeit mit allen Men-7
(„I{U." a. a. 0. S. 194-199) schen. — Von dieser LeiterWas- sagt
man , dafs sie bis an die
die oben B. 1, S. 426 f. ab.- serwolken reiche; und sie ruhet
gedruckten Fragen über die guf der heil. Bibel."
Sprossen der Jakob's-Leiter,
Br, Krause bemerkt a. a. 0,
• nebst deren Erklärung und
S. 192 f 7 in der Note 123,
der Lobrede auf den Glauben,
über den üvsprun,g der Ja-
die Hoffnung und die Lieb-
Uh' - Leiter:
innigkeit, dann die unten im
„Der Bruder Kelter, aus Edin-
Artikel: Liebe, ausgezoge - burg, der sich als einen wohl-
ne ausführlichere Beschrei . erfahrenen und Nvalrrheitlieb en-
bung der Liebinnigkeit, als den Maurer bewährt hatte, ver-
des unterscheidenden Kennz; ei- sicherte im 3. 1802 meliren'Brü.
chens der Masonen , ferner dun. der Loge Arclzinzedes zu Al-
tenburg: „ursprünglich habe
die oben B. 1, S, 427, Sp. b, f, nur ein schottischer Grad exi-
abgedruckten drei Fragen 3 tirt, der nämlich, der Jakob
und Antworten, und. zuletzt wieder auf den Tfiroi habehel-
(„ NU. " a. ä. 0, S. 204 f.) fen sollen; bei diesem sey die
Jakobls-Leiter als Symbol ange-
der Trinkspruch nommen gewesen; worüber ei«;
„Möge jeder Bruder-Mau- ne authentische Nachricht bei
11$ J.4K0i3)S-,LEITER. JAK OB'S-LEITER.
der Gröfsloge in Schottland vor- denn in den neuernAusgab en fin-
handen sey."" Es ist mir daher det sich diese Leiter nicht. Aber
sehr wahrscheinlich, dafs auch die Freimaurer liefsen auch &ar
die vorstehende J3rkliiruny, der bald diefs Sinnbild ganz aus ah-
Jakob's-Leiter ein Stück von der ren Teppichen weg , weil es
gehelinenOrdensgeschichte ist." sich nur auf die Erkenntnifs der
Vgl. oben den Art.: IA.:tpg XL _Natur beziehet und zum Tem-
und unten SCHOTTISCHE Mau- pel Solomon's gar nicht passen
rerei! wollte." *)
Er. Fr. Nic'oiciiIehauptete Noch wird von Nicolai,
in seinen „Bemerkk. über d. S. 40, in der 46sten Anmer-
Ursprung u. d. Gesell. der kung, aus einem Artikel in.
RoSenkreuzer . und Freimau- Nr. 153 der „Neuen Ham-
rer,," (Berl, 1806,) S. 63, dafsburg. Zeitung " v. J. 1795,
die Leiter Jakob's mit 3 &it., erzählt, „ dafs der berüch-.
fin- Eins der Sinnbilder der tigte lievolutionair oder De-.
irenntnjs der Natur sey, fender in Irland, Lawrence
welche den .rosenkreuzeri- o Connor, Leute, welche er
«c4en Freimaurern eigen, ge- zur Revolution habe anwer-
wesen wen, ehe_sie, unge- ben wollen, zu diesem Be-
fähr im J. 1682, den Tem, huf in eine besondre gehei-
.pd Salonbor' allgemei-agemei- me Gesellschaft aufgenom-
nen Sinnbilde .angenommen men habe, deren Sinnbild
hÄtten,“ - und führte in der die Leiter Jakob's sey, sowie
im Anizange, S. 39 f., stehen- der erhabene Grad L. L. L.
den 45sten Anmerkung an: heifse;" „dafs o Con-,
„Riad nimmt in seiner „Phi., n,or,, zufolge der aufgefun-.
losophia Mosaica, , " (Goudae denen Certificate, nicht nur
1638 , fol.) in proömio p. ein Freimaurer sondern auch
dreierlei Welten an, in welche
man i7.ztuitu mentali penetriren
kann. Er setzt hinzu; .„„Raec
est ergo tripartita illa rnensura j 5) Nicolei kannte die ganz folge-
ecalae facobi, quani ipse in s o m- rechte Deutung dieses Sinnbil-,
nie suo vidit, dum caput loco des im Browrze nicht—Übrigens"
pulvinaris :super lapidem repol. irrte er sich, wenn er sagte, dafs
sich jene Leiter aufden Titel-
suisset, in cujus la-, kupfern des angeführtenBuches
titucline t profunditate trizinz nicht finde. Auf beiden Abbil-
dungen' zu den Ausgaben von
praedictorum rnundoranzimagine4 1776 und 1800, welche dasKrau-,
seu choracteres fuerunt delmeati se'sche Werk liefert, erblickt
sive depicti;, atque hac de causa Man ihderlidasoneygebieuch-
iich2 dreispro'ssigeLeiter (the three
Lapis alle domus • tabernacu- Step Ledder used in illezsdnry)"
Zum Pei dicebatur. "," Die unter ...der Nuiner 27, nur mit
,Leiter mit 3 Stufen findet sich dem Unterschiede, dafs sie auf
der ersten unmittelbar unter der
noch auf den allerziltesten Sonne, auf der zweiten aber un-
maurertepriichen. Man s. das ter der Siiule des zweiten Auf se‘
Titelimpfer zu der Ausgabe von hers, neben dem schwarzenSta-
be des jüngern Scuffners,
,,Jachin 'RI4d ZQP.g " v" 5. 4783; 4-g/4 Platz heit.3
JAMES, 3E:HOVATI. 119

ein Mitglied von RoyalArch e , d. i. der Anfang , nach


und ein Tempelritter gewe- cabb alistis cher Deutung den
sen sey. "3 ganzen Namen bezeichnet,
JAMES (DESAINTE -) war und dafs die in höheren fran-
im J.1773 ein Mitstifter des .zös. Graden gebräuchl.Wör
Systems der Philaleten in ter: Iah, Aha ., Ihao, Ivah,
Paris ; auch war er späterhin — (dann aber auch Ja° und.
Grofskanzler der dortigen. Jovah,) — ebenfalls cabba-
Mutterloge von dem Syste- listische Versetzungen und
me der ägyptischen Maure- Abkürzungen sind.]
rn. [V. „Acta Latom.," T,
1, p. 110, et TAT, p.109!]
[b der zu dem Grack: le
IttrirET, (schön, über/J.4 eu-
parfait Architecte (s, oben
crend);- [der Name des dritten.
Sohnes Noab's d ein hebräi- 13. 1, S, 111, Sp, a!) gehö-
ri crenhwruction heifst es :
sches, in den höhern. Graden
bedeutendes Wort. ,,Fr. Was bedeutetiehopah?"
Jnxxov.A.n ist das hebräi- " A. Den für die Juden uni
nennbaren und unTnit-
sehe Wort, welches, [nach heilbaren Namen , wel-
seiner Etymologie,] bedeu, cher die Unwandelbarkeit
tet : Der da ist und von Gottes ausdrückt. JE be-
Moses dem höchsten Wesen deutet die Gegenwart, HO
die Vergangenheit und
als Name beigelegt wurde.— VAR die Zukunft. Dieser
Es ist bemerkenswerth, dafs Name geb ühret hie fsD em,
die berühmte Inschrift auf der war, der ist und der in
der Pyramide der Isis [s. d, Ewigkeit seyn wird. f“.—
Art, ! ] „Ich hin Alles, wqs 3. auch „ Recueil de la Ma-
90 nn. Adonhirainite part. 1,
war, ist und seyn wird; und p. 99, wo diese Antwort des
meinen Schleier hat 71oc7z kein Matte ,parfait noch. a.en Zusatz
Sterblicher gehoben, (‘ mit hat: „Dieses ist das MeiSterwort,
dem hebräischen leht2Pah welches 7denzals verloren gegan-
ganz übereinstimmt. — In' gen ist."]
verschiedenen Freimaurer-
graden ist dieses Wort theils Per Verfasser der Schrift:
Erliennung -‚ rafs- „die HebräischenAlysterien
Wort. [S. unten den Art.: ocler älteste religiöse
I1A cBENAo, und vergleiche Freymaurerey; von Br.Pe-
„Manuel maenn., " p. 78 ci4s ; " (Leipz ig 1788; 192
—81 et 110, avec la Planche SS. in 8. ;) deren erste 86 SS.
VII , fig. 1 et 2, wo unter bereits früher in dem wierzer
andern erwähnet wird, dafs „Journ. für Freimaurer,"
der erste hebräische Buch- Jahrg. 3, (1786,) Quartal 1,
stabe jenes Worts, das Jod S. .5,-97, in etwas anderer
120 JEHOVAH. JEHOVAH.
Gestalt abgedruckt worden (5.41. ff.) defshalb auf „das
sind, nimmt (S. 40) , mit Geständnirs eines Juden, des
Warburton, (s. oben B. 1, Geschichtschreibers Jose-
S. 143, Sp. b ! ) „ als voll- phus (in „Libro 2. contra
kommen erwiesen an , dafs Apionem," c. 22,) und eines
der höchste Gegenstand der Christen, des Kirchenvaters
alten Mysterien in ihrem blü- Eusebilts (in „ praeparat.
henden Zustande, oder die evang.," 1. I, c. 9)." —
Geheimnisse der izonysia, er- „Z,etzterer sagt unter andern:
stens in der Lehre von der „, dafs die Hebräerunter allen
Einheit Gottes und zweitens alten Völkern das einzige Volk
in einer historisch-philosoph. wären , welches den ,..chöpfer
des Weltalls zum Gegenstande
Widerlegung der irrtlifinzer seines öffentlichen und nationa-
in der gemeinen Folksreligion, len Gottesdienstes gehabt hät-
oder der Vielgötterei , be- te, "“ und bedient sich bei die-
standen habe. " (Man ser Behauptung durchaus der
vergl. oben E. 1, S. 146, Sprache der Mystagogen.
, Dem hebräischen Volke al-
Sp. b, f.!) Dann glaubt Iein," sind seineWorte"„,war
er, „mit einer noch gröfsern die Ehre aufbehalten , in der
Sicherheit vor allem Wider- Erkennt2zirs des Schöpfers aller
spruche voraussetzen zu. Dinge eiizgeweihet zu sern.""
Die Worte: izo7rzeia (das An-
können, dafs diese beiden ge-
leimen Gegenstände der 31y-
sterien zugleich die Grund- ein gewisser Schriftsteller"
lehren der neuen Mosaischem -- (der Titel der Abh. des
Religion waren. Diese inne- Brs. Decius steht in der No-
re und wesentliche Ver- te ) „ vorgegeben hat,
Diefs ist wol Nichts wei-
wandtschaft des Hebraismus ter']. als ein Einfall,, der
mit den Mysterien" erscheint siel zwar witzig ausschmü-
ihm als völlig „ einleuch- cken läfst, der aber mit der
tend;"1 und er beruft sich ganzen Beschaffenheit und,
dem Wesen religiöser My-
sterien, wie die übrigen
Völker des Alterthurns sie
*) [Dagegen sagte D. Bein- hatten, in einem fühlbaren
hard in dem oben B. 1, S. Widerspruche stehet." —
187, Sp. b, Note, angeführw In der zu dieser Stelle ge-
ten „Versuche" u. s.w., 5te hörigen Note wird., noch.
S. 76 f.: „ Dafs die bemerkt : „ Zur Widerle-
ganze Mosaische Religion gung sind schon die weni-
eine Einweihung zu Myste- gen Bemerkungen hinrei-
rien gewesen seyn soll, zu chend, welche Bichhorn bei
deren Einrichtung Moses der Anzeige dieser Schrift
die Hauptbegriffe aus den in der „ Bibl. der
Geheimnissen der alten bibl. Litteratur," B. 1 S.
Agypd.er entlehnt habe, wiö go ff., gemacht bat.")
JEHOVAH. JEHOVAH. 121

.schauen der Geheimnisse), /thw... let und der .4.ufsicht derselben


Qicx ( die it)etrachtzing derselben) anvertrauet -vv`urde. " — —
und ivutup7o g (der Schöpfer, als „Unter dieser Eigensanft e*
ihr Gegenstand), 72es besonderen Sch
f: s -.7.
t-,Terstes
. *1-
z/z-
chischen Texte vorkommen, im greine, rerr Nation. nau te ahnen die
sind offenbar Ausdrücke , die neue Gottheit sehr willkommen
eigentlich nur in den gröfsere n seyn" ; — „und Moses korai‚
.11-4,Yterien gebraucht wurden." te dem neuen, bisher unbekann-
„Die Israeliten," fährt Dr. ten, Schutzgotte die Namen und

ip ecius S. 43 ff. fort, ‚hatten Eigenschaften desnieltschöpfers,
ihre Erkenntnifs eines ein,-iven die er in den Mysterien kennen
gelernt hatte, beilegen." — —
üottes keinesweges auf dem ie-
-wölinlichen Wege der Entwi- "Den Namen: .1. ehovah , hatten
ckelung ihrer Geisteskräfte und die Israelite keineswegs mit
durch den Fortschritt ihrer sich nach. Agypten gebracht
lienntnisse erlangt; sie hatten sondern 'sie haben ih ihn zuerstt
kurz vor ihrer Abreise aus die-
dieselbe dem Moses allein zu
di
danken. Ihre Religion in Agyp- sem Lande gehört; und Moses
ten w
war di V
die o lk sre
Volksreligion des war der Erste, der sie mit dem-
Landes, — a, Tiel,ötterei."
b — — selben bekannt machte."
" Der Gott, er sie zu seinemroz- B r. Dec ius führet nunmehr
ke gemacht hatte, war ihnen so (S. 52 ff.) für seine Meinung
unbekannt, dafs Moses selbst von d d e m mystischen Ursprun-
zweifelte, ob sie ihn sogar unter ö , dieses Namens folgende
der Benennung des Gottes ihrer 45'-
Väter erkennen würden, und G de an. —
Grunde
(s. 2. „Mos." III, 13!) geradezu „Jehovah bedeutet das Daseyn
eingestellt, dafs sie den Jehovah von sich selbst, das sogenannte
nicht einmal dem Namen nach pesen der Gottheit, das Attribut,
kannten." — ,,Bei aller Be- aus welchem sich alle übrigen
reitwilligkeit dieses aberglitubi- herleiten lassen , die Erhabenste
gen Volkes, die Gegenstände aller göttlichen Eigenschaften,
seiner Andacht in vervielfälti- die man in den gröfSeren Myste-
gen , würde Moses noch weit rien den Enopten enthüllte.' In
mehr Mühe gefunden haben, dem von elemens Alex. (in ,;ad-
für seinen fehrovah bei seinen m ° n• ad gerties``) und 1%usehius
.Landsleuten Eingang zu finden, (in ,,praep, evang."1. 13) aufb e-
wenn er ihn nietet unter dem haltenen Hymnus, der ihnen
Namen des Gottes ihrer rät e'r von dem obersten Hierehan-
angekündigt hätte. Bei dieser ten." (s. oben B. i, S. 142, Sp. a!)
Benennung kam ihm der allge- „vorgesungen wurde, und des-
mein angenommene Volksglau- sen Au.thenticität Warburton"
be jener Zeiten zustatten ver- ( an d. oben a. 0. p, 154-156)
möge dessen jedes Volk seinen „bis auf einen beträchtlz-Grad
b eso n dern - ,Schutzgeist
haben von Wahrscheinlichkeit ge-
mufste." — — „üieser Volks- bracht hat, ist diefs der, erste
glaube gründete sich auf die A ufsobige, der über die Natur
ägyptische Lehre a ars- di e Erd e der Gottheit gegeben wird. ,„,Er
nach. ihrer Schöpfung von d em ist einzig und von ihm selbst;
Demivrgen unter mehreGotthei- und diesem Einzigen sind alle
ten von geringeres Range, oder D inge ihr Das eyn schuldig."" *)
vielmehr Schutzgeister, verthei- 1 Die ganze, von Tr arbur4vn g.rie-
122 JEHOVAIL JEHOVAII.

" Die vielbedeutenden Worte zum Volke Gottes vor sich gieng ;
also: „Ich bin, der ich bin, der nachdem sie die schweren Frit-
ist ,‘" (2. „Mos." In, i4,) die fitngen ihrer langwierigen und
Gott, an der Stelle seines* Na- gefährlichen Reise überstanden
mens, volit sich gebraucht wis- hatten. Hier wurden sie befragt,
sen wollte, waren für deneop- ob sie den neuen Bund des Herrn
ten der Mysterien kein Geheim- halten wollten; und da alles
nifs ; es ist vielmehr höchst Volk geantwortet und unum--
wahrscheinlich; dafs sie der ge- schränkten Gehorsam angelobt
wöhnliche Ausdruck waren, mit hatte, wurde ihnen die Offen,
dem man in dem Heiligthurne barung Jehovahss auf den dritten.
die Gottheit, für die man sonst Tag angekündigt. Nun gien-
keinen Namen hatte, bezeichnete. gen die Vorbereitungen ihrer Wei-
Es war Diefs ein eAuszeichnung„ he an. Sie mufsten ihre
Wodurch die ägyptischen fFez- der waschen und sich alles Ge-
sen den Demiurgen von dem nusses der sinnlichen Liebe ent-
Trosse der gemeinen Götter un- halten. Es wurden um den Berg
terscheiden zu müssen glaubten, herum , wo sich die Wolke Je,-
dafs sie ihm keinen Namen, bei- hovah's zeigen sollte, Schran"
legten; weil ihnen der Name ken errichtet, denen sich Nie-
'eines Gottes gewissenmal'sen mand bei Todesstrafe nähern
Vielheit der Götter vorauszu- durfte. "Am dritten Tage end-
'setzen schien." — lich " " sagt der heilige Text,
" Die Gegend um den Berg sich ein Donnern und
Sina war der Ort, wo die feier- Blitzen, und eine dicke Wolke
liche Einweihung der Israeliten auf dem Berge, und. ein Ton
sehr starker Posaunen. ""
zier, aufser Moses und 4aron,
chisch und englisch angeführte, durfte dem Herrn näher kom-
Stelle des Hymnus lautet iml)eut-
scheu so. ,,Ich will den Einge- men, damit er ihn nicht zer-
weihten ein Geheininifs erklä- schmetterte. Hierauf gab sich
ren. Lafst mithin die Taren
vor den Profanen verschlossen! Gott mit seinem Namen zu. er-
Du aber, Musäils, du Sprörsling kennen. „ „Ich bin fel?opah,
der schönen. Seleng, horche acht- dein Gott, der dich aus Ägyp-
sam auf meinen Gesang; denn
ich werde wichtige Wahrheiten ten geführt hat; " und nun
vortragen. Gieb daher nicht zu, legte er ihnen seine Gesetze vor,
dafs die früheren Vorurtheile in die alle, bis auf das von der
deiner Seele deinem Leben jenes
Glück rauben, welches dir die Sabbathfeier, Naturgesetze wa-
3lenntnifs dieser geheininifsvol- ren , und worunter gleich das
len Wahrheiten gewähren wird ; erste die Fieigdtterey abschaffte
richte vielmehr deinen Geistes-
blick auf die göttliche Natur;'b e- und folglich den zweiten Auf-
trachte sie (ihn' Aufhören, und schlufs enthielt, der in den fily.
beherrsche gehörig deine Gesin-
nungen und deine Empfindun- sterien gegeben wurde. „„Du
gen • (govern. well the mind and. sollst keine fremden Götter ne-
ideart) 1 Wandle fortwähren.d. ben mir haben."" (2. „Mos."
auf dein rechten Wege und ha-•
:be" den alleinigen Regier er der XIX und XX.) — Auch , in den
•Weit vor Augen! Er ist nur Ei, Mysterien wurden diese grofsen
Tier und einzig durch sich selbst ; Wahrheiten im Namen Gottes
und diesem h.;inerz, verdanken al-
le Dinge ihr ,Daseyn,: Er wirket selbst vorgetragen ; und der
d#rgh Alles', was sterbliche Au- Hierophant war dabei mit ei.,
gen nie sahen, und siehet doch
selbst '03, jedes Ding.;" nem Schmucke bekleidet, wel-
des gerausg, cher clie 4ittribyte dee Demiurgen
JEHOVAH. JEHOVAH. 123
vorstellte, der sich durch ihn
läfst sich nicht behaupten, dafs
dem Einzuvveilenden. offenbar-
jene Etymologie des Bigenna-
te. ‘‘ mens Gottes vorn Zeitworte:
Ser , die ursprüngliche und
Was Er. Deciza ferner von
wahre sey; weil sie zu abstract
der Theokratie der Hebriier,
ist: aber gewifs ist es , dafs
deren König Jehopah im ei- man die Deutung sehr früh an-
crentlichsten Verstande desgeknüpft und durch die drei
Wortes wurde , auseinan- Zeiten der Gegenwart, Vergan-
genheit und Zukunft erläutert
dersetzt, Das kann in seiner
habe ; indem schon Johanne&
Schrift S. 112-130 und in. ( ,Offenb." I, 4,) ihn umschreibt
den dazu gehörigen folgen- durch: " Der, der da ist, und
den Abschnitten nacligele- der da war, und der da kämmt."
sen werden. j Bellermann sucht übrigens,
zu erweisen, dafs die alte
Aussprache dieses Namens
D. BellermaiznYs zweites
„Programm über die Abrä-- Jao und die entsprechende
xas- Ge-m,men. cc (s, ob en 1, Punctation ninz war.
S. 436 f. !) enthält S. 38— Schon oben B. 1, S. 436,
46 schätzbare 13emerkujzgerz Sp. b, ist erwähnt worden,
über den Namen : lehopah, WasBellermann über das Zu-
und seine Aussprache, und, sammentreffen des dem Ju-
darunter S. 38 f.: den unaussprechlichen Te-
„Man pflegt, in dem Namen: tragrammatons : Jehopah,
, eine hebräische Wurzel mit dem Worte :• 451brc4 sax,
zu suchen; und schon der Ver- äufsert. Hier folge nun die-
fasser des „Exodus" deutet auf
Mem ; und so hat man den Begriff :
jverwiesen
enigQ Stelle, worauf dort
wird , aus den
jehovah, aus dieser Wurzel so „Kunsturkunden, " n,
nbgeleitet, dafs man sagt: Er B. 2, Abth. 1, S, 463 ! —
ist das Seyn und Wesen. an sich,
das Urwesen, aus welchem al- „Bereits Bruder Feisler ver,
les Übrige sein Seyn oder Da muthete, (s. seine handschriftl.
seyn erhalten, hat. Die Art der kritische Geschichte u. s. w.,
Entstehung des übrigen Sey.ns 114!) dafs die Gnostiker durch
.aus dem Urseyn, das eigentlich den exoterischenNamen Abrax,
nicht begriffen werden kann, auf den von ihnen geheim ge-
drückt sodann die alte Sprache haltenen Namen Gottes hindeu,
in mancherlei bildl, Ausdrücken teten; und diese Vermuthung
aus , bald durch die Bilder wird durch Bellermann's Er
des AusstralenS Abfliefseris tinki. weis‚ 4brak sax buchstäb,
Hervortretens, bald des Her- lieh l'ieifse: anketungwürclig ist
vorbringens Ausbildens und das Wort, Ader der Name Gottes
Schaffens, Jener Name hat aber bestätigt. — Um hiereber die
wol einen altern und tiefern Weisen der Urvölker richtig zu
Ursprung, den wir nur nicht verstehen und ihnen nicht
zrach.gur w eisep. vermögen, Auch 0-ern. Aberglauben unterzusel4e..
e-
124 JEHOVAIL JEHOVAIL
b.en, *) rnufs man bedenken,. dafs lullet«, als 'urwissenschaftli-
Name in ihrer Wissenschaft, che Erkenntnifs Gottes , in ste-
sprache auch die Wesenheit selbst tem gottinnigem , anbetendem'
bezeichnet, und dafs den Namen Nachsinnen, zu dieser Einheit
Gottes aussprechen zugleich Er und Vereinigung führe. Denn
kenntnifs Gottes , und Nachah- — so lehren die „Ved's": „„ Wer
mung Gottes ins Leben umfasset. Wesen erkennt, der wird Ire-
Die „Ved's" lehren, das Wort: sen," *) das ist, ein Solcher
Osem, mit Nachdenken, mit An- wird mit Wesen der Wesenheit
schauung lind Gexnüthsinnig, nach , obgleich im Endlichen,..
keit auszusprechen , und erklä- gleich. („Oupn.“ p. 393 seq.)
ren dasselbe nach seinen Einzel- — Dafs der Name: Oum , mit
lauten tiefsinnig und schön. dem heiligen Namen (Tetragram-,
Dieses Aussprechen wird also maton, Setzern hanzphorasch) der
von ihnen als Theil der Gottin- Hebräer vergleichbar sey,, hat
nigung. , als eine wesentliche schon Anquetil du Perron
Handlung der Gottinnigkeit, („Oupn." p. 594 n. 1) be-
empfohlen, die dahin mitwirkt, merkt.' — Unter den Worten:
in Geist und Gemüth stetig vor ,,,,Kraft faculti e) des Abrak,
Gott zu seyn, und sich in Gott kann also ursprünglich die Kraft
vor Gott gegenwärtig zu erhal- der lebendigen _Erkenntnifs • Göt-
ten ; indem. diese urwiss en s chaft, tes auf Geist, .Genziitlz und Leben
Eche Lehre die innere Einheit verstanden worden seyn'; wo-
und Vereinigung mit Gott als nach dieselbe Gottähnlichkeit
die Erstwesenheit des Menschen und »Vereinigung mit Gott, so-
erkennt und. insonderheit be,. viel' . die ThätigIeit des Men-
schen dabei vermag , mitbe-
wirkt. **) "
Br. Kraitsc verweiset hier auf
13.1, Abth. 1, der „Ur.," S. 27,
Note ***) , wo es heifst: „Da die *) Da dieser in der Volksprache
Kraft des Abrak hier" (s. oben nur inifsverständlich, aus druck;
d. Art.: Heinrich S. 12!) bare Satz zu grauenvollem Ab er,
‚ unmittelbar neben die Kunst, glauben rnitverleiten. kann ; so
ohne alle iiursere Beweggründe> hielten ihn die Braminen. sorg-
Antriebe, Behelfe und Anlockun- fältig geheim; aber vergebens;
gen reinsittlich zu leben, gestellt denn, bald mifsverstanden sie
wird , so ist es möglich, dafs die denselben selbst und verstrick-
Erwähnung des Abrak auf die im Sen das arme Volk in.Abgötterei
„ Oupnekhät " (T. 1, p. 8, und und vielfachen Aberglauben."
T.I1, p. 412seog. .) gelehrte reine
Anschauung Gottes in dem Zu-, Anm. des Brs. Krause.
stande reiner 7,7(es eninnigkeit, den
die Braminen den vierten höch- **) „Die Hauptstellen im ,Ouplielc-
sten Teriah nennen, sowie auf hict," welche die Erklärung des
die, nach eben dieserLehre, das Wortes: Ourn, enthalten, dessen.
Herz reinigende innige Nennung Aussprechen lehren und urwis-
des Wortes: 04m, als des Na- sensdhaftlich den tiefen Sinn ent-
raens Gottes ,.sich bezieht. We- wickeln, sind: I, 15; II Oupn.
nigstens scheint aus dem Mifs- XCIII, CVII, CXV, CXII und.
verst eh en dieser altbraminis ch en. CXX; II, p.2.2, 222, Z.15 v. un-
Lehrevielleicht vorzüglich ten Oupn. XXLX—XLI,- und
durch 'das Glaubenssystem der am .Ausführlichsten II, 892-443.
Magier hindurch, der abergläu- Dafs die alte Brammenlehre
bische Gebrauch des Namens' die beseligende Wirkung des
Gottes in mündlicher Nennung, Aussprechens des Namens Gottes
und in schriftlichem Ansichtra- nicht abergläubisch von den,
gen auf ,Abrgxen und anderarti- übrigens sehr bedeutungvollen,
gen Talismanen, entstanden zg Lauten der Stimme ableitet, son-
sein» • • 4nrri, des klercntsg, dern lediglich von der lebendigen
JENA. JESUITEN. 125

Noch ist hier anzuführ e n, JERUSALEM(PRINz, auch


was Krause im B. 1, .Abth. KÖNIG, 'VON) CHEF ALLER
1, S. 77, in der Note be- GERECHT ENL, 0 GEN; der 16te
merkt. — Grad des aus Amerika nach.
„ Der Wahn , durch blofses Frankreich eingeführten so«.
wiederholtes Nennen des Na- ge3-lannten altenglischen Sy-
mens Gottes alles Gute erlangen. stems , ingl. des Conseil des
zu können , ist in den entarte-
ten Glaubenssystemen aller asia- Empereurs d' Orient et cl' Ocei-
tischen Völker, z. B. in dem der dent ; der este Grad des
Brahmanen, der Magier, der Misphraim'schen Systems in.
ägyptischen Priester, und der Paris und der 8te der Marti-
cabbalistischen Juden, allge-
mein verbreitet , — ein Aber-
nisten. [S. über den Ersten
glaube, der zugleich zu dem der hier genannten Grade
der Talismane und sogenannten das „Manuel ma2onn. p.
Abraxen Anlafs gegeben hat; 125— 128 !
denn das Ansichtragen des ge- JEsuA.R (d. Erlöser,
schrieb enen Namens Gottes soll
das immerwährende Ausspre- Retter) ; ein in den höhern
chen desselben vorstellen und Graden bedeutendes hebräi-
ersetzen."] sches Wort.
JENA ; eine Stadt mit ei- JESUITEN (Dxr.). Darüber,
ner berühmten Universität ob diese gefährlichen Men-
im Grofsherzogthume Sach- sehen wirklich selbst die Ab-
sen-Weimar. Nicht hier, sicht hatten, sich in die Frei-
sondern in dem nahegelege- maurerei zu mischen, sind
nen Orte Altenberge„ (s. die- die Meinungen jederzeit ge-
sen Artikel !) fand im j. 1764 theilt gewesen; erwiesen ist
ein Convent
, deutscher Frei- indefs, nicht nur, dafs meh-
maurer statt. re Personen, jesuitischePrin-
jE0 ; ein bedeutendes cipien in die ,Lehren der
Wort in gewissen hohen Freimaurerei zu verweben,
Graden. trachteten , sondern auch,
dafs beinahe alle höhere
JE.Rivrrez; s. ALBANS.
Grade den Stempel des Ka-
tholicismus ganz unverkenn-
Erkenntnifs Gottes im Geist und
bar tragen. — Bemerkens.,
in der Wahrheit, und von Got- werth ist, dafs die Jesuiten
tes Mitwirkung dabei, Dieses er-
weisen unwiderleglich folgende seit ihrer Wiederherstellung
Stellen : „Oupn.“ II, 269, 378, durch Pius FH. im J. 1814
und 250, Z. 1-4 v. unten;• und
Gott wird ausdrücklich auch als die heftigsten Verfolger der
Ursache der menschlichen Gott-
erkenntnifs anerkannt.
anerkannt. Der Freimaurer geworden sind.
höchste innere Zustand des we- S. auch die Artikel: CL,ERI-
seninnigen und wesenvereinten
Menschen wird im „Oupnekhät" zzR und STARE, [dann GE..
Twriah genannt."
Anm. des 23rs. Krause. IIE IMNISS, (B.1, S.342, Sp.b,)
126 JESUITEN. SUITEN.

Gu Gomos (13.1, S.468, Sp. Diefs Alles sey .dem Verfasser


und ILLITIVIINATEDI , (oben S. zugegeben, wie auch seine Ver-
muthung , dafs der Jesuitenor-
83, 87, Sp. b, 91-93, Note, den in einertrpotenzirten Papis-
u. 105, Sp. b,) ingl. unt. and. rnus den bisherigen Papst, die
die „Beiträge zur philosoph. römische Curie, alle Mönchsor-
Geschichte" u. s. w. S. 34 *), den und Weltgeistlichen habe
untergehen lassen wollen ---
751, 89, 106 114, 126 f. *) „ Wenn aber Herr 9. an-
und verschiedene folgende nimmt, dafs die Curie selbst in.
Noten, ferner die Schrift: der . Jesuitenge'sellschaft die ge-
" die gegenwärtige Zeit, und fährliche Rivalin erblickt und.
wie sie geworden , mit sie darum gestürzt habe-: so wi-
derspricht Diefs den Acten der
besonderer Rücksicht auf Geschichte; und wenn der Verf.
eutsc4land, " von Steffens glaubt, dafs die Herstellung-
in Breslau, Th. 2, (Berlin bulle von 11314 den Jesuiten
1817,) S. 371-384, welche nicht mehr nützen werde , als
Stelle auch in dem „ liter. einst den Pythagoräern die Bei
schlüsse derArchiver : so scheint
Conv-ers. -Blatte" von 1822, Diefs, einer umsichtigeren Er-
I\To. 121, S. 481 f., wieder fahrung der Geschichte zu wi-
abgedruckt steht, und end- dersprechen. Zwar Mag es
li ch des Freiherrn Potz, Wede- wahr seyn, was der Verf. be-
hauptet, dafs, Was einmal durch
kind Schrift: „der pythago- Holfahrt , iierrschsucht und.
Täische Orden" s. w., S. Schlechtigkeit zu Fall gekom-
101-108! — Über diesen men ist, sich nie wieder empor-
Abschnitt des letztern Wer- richtet: es ist Diefs jedoch nur
kes urtheilt der Recensent insofern wahr, als man darun-
ter ein Wiederemporkommen
desselben in der „Jena. A. L. des Verworfenen in der Achtung
Z." v. J. 1820, Num. 29, Sp. der . öffentlichen M ' einung ver-
S. 229 f., in nachstehender steht. Das Princip des Bösen
Maise. — aber, das im Finstern schleicht'
und wirkt, lebt nur gar zu
„Der Jesuitenorden hat nach. leicht mit Hydernkraft auf, so,
der Ansicht des Verfs. den re- bald .es im Völkerleben wieder
volutionären Zweck, eine Ari-- einen Haltpunct gewonnen hat,
stokratie des Talents durch Ob- und erstarkt un fehlbar, wenn
scurantismus tu begründen. Der g
der abgeschlagene n hopf' wieder
epistische Zweck heiligt ihm .mit ärztlicher Sorgfalt aufge7-
die .Mittel, welche er sich durch Setzt und angeheilt ist. Die von
Erringung des Monopols des Jesus verworfene Gesellschaft
Schulwesens , der GeWissens- Jesu darf den heil. Vater mass-
pflege oder Seelsorge, der ter Tage gewifs als ihren Ret-
senschaften und des Handels in. terarzt betrachten."
vielfacher Gestalt zu verschaf- „ Über der Betrachtung ,des
fen weifs. Das letzte Ziel des allgemeinen .vermitthlichen Plans
Ordens ist Verwirklichung einer des Jesuitenordens hat der Verf.
unabhängigen Jesuitenmonarchie den besonderen ausgemachten
in allen Staaten des .Er dkreises,— Zweck desselben übersehen,
JESUITEN. JESUITEN. 127
wodurch dieser Orden , als gif- ,,L'institution des Jesuites
tigster Zweig. des Papismus, s'etaif formee dans im esprit re-
mit jeder Waffe der List und spectable. Defendre et.propa-
Gewal t dem Protestantismus ger la foi, elever et anstrui-
und seinem Tageslichte entge- re la jeunesse, nei2ossedei-
genzuwirken und ihn, wo mög- aucun bien en propre, se se-
lich, zu vertilgen strebt. Wenn. courir mutuellement, de-
Diefs auch in seinem allgenlei- daigner les grandeurs, 1. 6/Ion-
ten Zwecke mit inbegriffen eer aux beließees et aux digni-,
seyn mag: so sollte es doch, in. tes ecclesiastiques , teiles
Berücksichtigung der Gegen- 6taient les bases sur lesquelles
wart, noch recht besonders und avait 6te elevee unecorporation
fühlbar herausgehoben worden qui s'est detruite elle - meme dies
seyn. Und warum. ist die pro- a cess6 d'etre ce quelle
habi Hs.tische Moral der unchrist- etait ii son origine, et ce
lichen Gesellschaft Jesu, dieser aurait dit continuer d'etre pour
Haupthebel ihrer o b s euren tis ti- le bien des :Etats-"
schen Thätigkeit, so ganz und „ Les Jesuites paraissaient
gar übersehen worden?" ....... avoir pris pour mod-el es les pre-
Der erwähnte Abschnitt tres de l'Egypte. Comme eux,
schliefst sich mit folgender, ils etaient les conservateurs et
les interpretes d.e la religion.
sehr gegründeten Bemer- Les voeux qu'ils prononvient
kung. — les attachaient t leur Compagnie
„In neuem Zeiten hat sich. d'une maniere aussi indissoln-
Manches weiter aufgeklärt, wo- ble que l'interet et la politique
durch die wohlgemeinten Un- des pretres egyptiens les fixaient
tersuchungen eines Nicolai Ge- dans le sacre College de Mein- .
dike und hiester hinsichtlich des plus. Comme les pretres de
geheimen Jesuitismus, welche l'Egypte, ils faisaient subir des
man einst, als Jesuitenriecherei epreuves ii ceux qui aspiraient
auf der Zionsw arte , lächerlich entrer dans leur congregation
zu machen suchte, gereehtfer- comme eux , ils etaient les pre-
tigt worden sind."] cepteurs des plus grands hont-
mes de l'Etat; comme eux,
faisaimt voyager une partie de
leurs membres; comme eux, ea-
P3i7. Bazot , in seinen _Re- fin, les Jesuites etaient Piärna
marques sur l'excelleace de la des conseils des Rois ils etaient
Franche-Maponnerie, et sur les princes de la sisience et les
la ne'cessite' de la dekager des peres die Peglise ; leurs 61eves
sectes qui la clehaturent et la qui, par kur existence
ne pouvaient appartenir eu
compromettent, (voir le „Ma. corps, ,etaient imbus de kurst,
nuel du Franc-Man, " principes, pleins de leur esprit,
Paris, 1819, p. 43-70!) forts de leurs instructions, et
rechnet p. 62 unter diese d.d> V011.6S ii tetitg systemes, Teils
repandaierit et qifils 8outenaient
Secten die Maponnerie «reu: avec chaleuT. Ce qu'on a
suitique und macht 13. 6- pris dang l'enfance occupe et
67 von ihren Grundsätzen 'Aalt toute la vie.“
foigende Schilderzug. — »Mais kette 'belle ussociation
128 JESUITEN. JESUITEN.

devait. subir la destinee 11 7, (1818,) St. 2, S. 157


nek toutes les instimtions oix —186, in den Noten. zu den
les passions des horames peu- dort abgedruckten beiden
vent se developper et agil: k
l'oxnbre de .1a:densichration et Aufsätzen angeführet wor-
du pouvoii"-; les.. Jesuites • gni den, vorzüglich der zu Leip-
sentirent de • plus en plus leur zig, bei Brockhaus , im Jahre
importance, voulurent dava.n- 1820 erschienene „ Catechis-
tage retendie, et figurer K de-
couvert $111: la scene oh ils mo de' Gesuiti, worüber
avaient fait mouvoir taut d'ac- die schätzbaren Grundzüge
teurs illustres; ils . se montr- einer historisch - philosoph.
rent, et se perdirent; en flattant Würdigung des Jesuitenthu-
les vices des grands du monde
qu'ils frequentaient, ils se cor- rnes vorn Er. Krause im „Her-
rompirent eux- m6mes au der- mes," No.Vil«, vom J. 1.N20,
nier point; eielgnes- uns d.'en- S. 1-66, sowie die in No.
tre eux, esprits ardens, os'erent 119 des liter. Convers.-
professer des principes contrai-• Blatts" von 1822 wieder ab-
res e l'tat et a la religion, les
autres eurent rimprudence de gedruckte Beurtheilung ei-
ne pas .sacrifier, quelques mein- nes göttinger Recensenten,
bres a rinterat du corps, et tous. nachzusehen sind. -In jener
cxi furent punis. L'Etat, ebran- Würdigung. befindet sich
16 continuelienient, ne .put re-
rendre son aplomb
folgende Stelle. —
avoir "detruit la cause des se- „Der Verf. des „Catechismo"
cousses qu'ilreeevait saus cesse." erwähnt mehrmals, dafs die Je-
„L'esprit de cet institut suiten alle ihre Gegner, und.
bre n'est point aneanii. On se überhaupt Alle, deren Überz
eu-
tappelle le bien T1'5,1 : fit, et on gung sie als mit ihrem Zwecke
oublie les maux , infinis•qu'il streitend erkennen, mit dem,
causa. Des gens systernatiques, Namen der Ketzer, fansenisten
semblent prendre a täche de oder Freimaurer bezeichnen, um
vierer dans l'ombre ce qu'ils ont sie dadurch den Regierungen
aime i .ce qui fixt estimable, mais und der römischen Hierarchie
ce• qui s'est eorrömpu et ce qui verdächtig zu. machen. Sie ent-
a ,ete (16unit par la prudence, ce werfen absichtlich Schreckbil-
qui.enfin ne,› renaitra jamais que, der, welche sie Jansenisrnus und
dans de folles.pensees." Freimaurerei nennen, die aber
„Onmesaura gre, iansdoute, mit der geschichtlichen Wahr-
dc ne • faire aucun rapproche heit fast Nichts mehr gemein-
entre la Franche- Ma9on- sam haben. Was insonderheit
2xerie et la secte jesuitique."i die ächte Freimaurerei betrifft,
so widerstreitet die Wesenheit
und der Zweck derselben, sowie
[Zur genauen Kenntnifs die Gesetzgebung- und Einrich-
des innern Wesens des Je- tung der ihr gewidmeten achten,
VOM Ordenswesen reinen Brü-
suitenvereines dient, neben
derschaft, allerdings nicht nur
vielen älteren Schriften, wel- dem Jesuitenthume , sondern
che in den „Curiositäten," überhaupt jedem Despotismus:
JESUITEN. JESUITEN. 129
allein, nach dem Geiste dieser dense'esen, mit hngeblichen
ächten, aus dem Mittelalter über- heren Graden entartet ist: al-
lieferten, Freimaurerei soll die lein, es ist ebenso klar,, dafs
Verbesserung aller menschli- die alte zieht überlieferte Frei-
chen Dinge nicht durch äufsere maurerei, wegen ihres rein ent-
Gewalt, nicht durch List , Lü- gegengesetzten Characters, kei-
ge und Trug, sondern blofs n mit jesuitischen
durch die Gestalt des _Reinguten, Grundsätzen. verstauet. Denn.
durch die Macht der Wahrheit die ältesten Fiun.sturkunden die-
und der Liebe, befördert werden. ser Brüderschaft, welche vorn
Gleicirwol bat der Jesuitenor- loten bis in's 15te Jahrhundert
den sowie mit jeder Gesell- verfafst sind, lehren nur Gott-.
schaft,also auch mit der Frei-
maurerbrüderschaft denVersuch
gemacht, sich in dieselbe ein- wol des .Gedankens erwehren,
zudrängen, sie für seinen Or- dals die Hand, so die Reiser auf
das zum Vortheile. des . _Präten-
denszweck umzugestalten und denten erfundene Systempfropf-
sodann, sie beherrschend, für te, eine andre„ als die Hand ei-
selbigen zu benutzen. Es ist dies geistlichen Herrn, seynkonn.-
te ? .Katholische Geistliche 21111rS
offenbar, dafs das neuere Lo- tau es seyn, da sie aus Friznk-,
gentlium in England seit der reich kamen. Welchen von den-
Mitte des 1.7ten Jahrhunderts, selben kann man aber wol den.
Entwurf eines so weitaussehen-
und späterhin auch in Frank- den Plans zuschreiben, als den,
reich und Deutschland, vor- Jesuiten, welche vom Anfange
züglich durch jesuitischen Ein- der Entstehung ihres Ordens mit
Anlegung und. Ausführung gro-
flufs *) in ein liehlsüchtiges Or- Ler Plane sich abgegeben? Was
dieser Vermuthung das gröfste
Gewicht gi e b t , dals diese
rnrstischeFreimaurerei gerade zu
') „Das Ceremoniel bei den 15. der Zeit entstand, als von allen.
hern Graden des Ilund'schen Sjr, katholischen Höfen an . dem Um-
stems hatte eicht das geringste stanze der Jesuiten gearbeitet
Clerikalische ; sondern es war wurde, und die Grundfesten ih-
ganz nach dem Costume eines res Ordens erschüttert Waren."
alten Ritterordens eingerichtet. — „Wodurch aber könnten
Man sah zu deutlich an diesem sie sich. .wol sicherer hei ihrer
Ceremoniel, dafs die Erfinder Hirche wieder ihr altesAnsehen.
desselben keine Geistlichen ge- verschaffen , als wenn sie die
wesen waren. Aber die neue- akatholischen Parteien zur allein
sten höchsten Grade der .franzö- seligmachenden d.
sischen Maurerei waren ganz unter die päpstliche Hierarchie,
mit clerikalischen. Ceremonien zurückbrächten?" — „Wenn
durchwebt; und in beiden Sy- also die Wahrscheinlichkeit, dals
stemen war nichts Ähnliches, als die Jesuiten , sowol. hinter den
dass man in beiden erfuhr, man Clerikern, als hinter andern frei-
sey ein Tempelherr." — "In maurerartigen geheimen Gesell-
den vierziger Jahren" (des vori- schaften , .städken, Wahrheit
gen Jahrhunderts) „wo Baron seyn sollte: so geschahe diese
'
von Rund Ternpcsiherr wurde, Theilnahme der 3esuiten an den
träume man Nichts vom tau- hölzern Grad.en der Freiinaure-
sendjährigen Reiche, fand keine lel erst in dem sechziger Jahr-
Nachäffu.ng des heil.Abendmahls nahende dieses" (des vorigen)
statt, lehrte man Nichts vom „Jahrhunderts , als sie kein Mit-
neuen Jerusalem ; wie nachher tel mehr sahen, ihren Orden zu.
alle diese clerikalische Sädiei- erhalten, sondern versichert wa-
chen in dem französischen Gra- ren, hals er gewirs 'aufgehoben
de des Sublime aufgetischt wur- werden würde." Aus'der
den. Es war also schon eine neue Schrift : „Aufklärung über wich-
Hand zu jenem Systeme gekom- tige Gegenstände' in der Frey-
men, welche allen, diesen geist- maurerey, " ( o. 0. 1787; in 8._;)
lichen Mischmasch hineingetra- S.7g —78, Verbunden mit S. 68 ff.
gen hatte und kann mag. sich Anm.. das Herausg.'
9
130 „ JETON. JOHANNES D. TÄ1.7

innigkeit, SiitliChkeit und allen- „Manuel ma2onn." p. 8"./ et


xchenliebe ; und insbesondre die 1111]
in denselben ausgesprochene Fo-
derung: „ „ ohne die Antriebe JOHANN . OIINE LAND, Kö-
sen Furcht und Hoffnung gut nig von England, bestätigte
und vollkommen zu werden, und bei seiner Thronbesteigung,
in reiner Gottinnigkeit dem Ver- im Jahre 1199 alle den Bau-
derben zu entrinnen , das durch corporationen ertheiltenPri-
die Lustgier in die Welt gekom-
men ist ,"" widerstrebt jeder vilegien. [5. auch COLE
Vereinigung . mit den von dem cnunc.n1]
Jesuitenorden offen bekannten JOHANN- ES DEB. TXurr,R,
entgegengesetzten Lehren. — {dieser, höchst wahrschein-
Der neuer'stan.dne Jesuitenorden
wird. sich ebenfalls in das Lo- lich in der Schule der
ESSiier
genthum Eingang und Einflurs gebildete,VorläuferDesjeni-
zu verschaffen suchen. "] gen , der ein neues morali-
JETON; S. MEDAILLON. sches, Reich gründete, war
von Alters her der Schutz-
JEVAII; ein in mehrenho-
heilige der Bauleute in Eng-.
hen französ; Graden bedeu- land; wogegen aber der hei-
tendes Wort.
lige Andreas [s. diesen Art. 1]
JiBurrnu, JABTILMI; ein. im Jahre 1736 für die schot-
bedeutendes Wort in meh- tischen Bauleute dazu be-
ren hohen Graden; auch der stimmt wurde ; [worüber.
Name des Grofsschatzmei- „LawriesGeschichte,"deut-
sters in dem fran.zösischen. scbe Übers. 5.14Ö, nachzu-
Grade Boyal-Ai-che. [S dar- sehen ist.] Daher begehen
iibei das „lYfanuelma2onn." auch , ausgenommen in
p. 111 et 721] Schottland ? alle Logen den
JoilABIEN ; eigentlich: 24sten Juni, als den Johan-
'haoben , der Sohn Gottes;] nistag, auf's Festlichste; so-
cler Name Desjenigen der wie einige den 27sten De-
neun vom König Salomon cember, zum Andenken Jo-
zur Aufsuchung des vermifs- hannes des E mangelisten , [der
ten Meisters Hiram auser- schon von den alten Mau-
wählten Meister, welcher rern, vorzüglich wegen des
den Mörder Abibale in der ersten Capitels seines Evan-
Höhle fand und ihm den geliums, ganz besonders ver-
Kopf abschnitt. [5. oben im ehrt wurde,] ebenfalls feiern.
Art.: HiR.A.m, B. 2, S.751] 5. JOHANNISFEST FREI-
Auch ist es der Name des MAITREREI (DIE Jon.ANNIs-),
Candidaten in. dem Grade: LB. 1, • S. 327, Sp. a, dann
Secre'taire - Intime , sowie die bereits oben B.1, S. 462,
des Secretairs 'im französi- Sp.b, angeführte Schrift des
Schen Royal-Arche. [Voir Brs. Freiherrn Pan Indekind :
JOHANNES D. TAUF. JOHANNES D. TÄUF. 131

„das Johannisfest" u. s. w. ren Freimaurer zuweilen


(123 Seiten), verbessert, je- auch am Tage Johannis des.
Evangelisten gehalten wor-
doch ohne die Anmerkun- den wären : dafs aber Das
0-en wieder abgedruckt
gen als Ausnahme von der Regel,
Dessen „Baustücken, " und wegen eingetretener
Sammlung 2, S. 161-201, besonderer Umstände und
womit die darauf, S. 201 — Rücksichten, geschelien,auch
dann eine solche Zusam-
239 , folgende Vorlesung : menkunft nicht als Fest
das Fest Johannis des Evan- des Schutzpatrons betrachtet
gelisten, in der Freimaurerei, worden sey ; "
zu verbinden ist!] -als die richtigere a.useinan-
dergesetzt wird. Diese Be-
hauptung stellt Er. Krause
[Im altenburger „Journale
- in den „KU.," B. 1, Abth. 2,
für Freiin aurerei, " B. 2, 11.1,
S. 291 — 305, in der Abla.
(1805) steht S. 46-64 eine
über Johannes den Täufer send
Beantwortung der Fragen:
Johannes den :Evangelisten,
Hielten die alten Free -.211a-
als Schutzpatrone(Schutzhei-
sons ihre jähr'. Generalver-
lige) der Freimaurerbriider-
sammlungen am Tage Johan-
schaft , in noch helleres
nis des Tiiufers oder am Tage
Licht und fügt zu ihrer Be-
Johannis des EV'angelisten?
• gründung neue Tha.tsachen
und von Welchem dieser bei-
hinzu. Zu dieser Abhand-
den Tage ist das heutige all-
lung .gab ihm die Antwort
gemeine Maurerfest ab zzdei-
auf die Ute Frage in dem.
ten ? und S. 151-154 ein
ältesten Leh7:fragstücke Ver-
Nachtrag zu dieser Beantwor-
anlassung, worin der Auf-
tung , vom Br. Johann Au-
zunehmende bittet, „an den
gust Schneider, worin die
Vorrechten der dem heiligem
von einigen Schriftstellern
Johannes gewidmeten Loge
"angefochtene Meinung,
Theil zu nehmen." Indem
" dafs die befreiten Maurer Krause bei dieser Antwort
gleich anfänglich Mannes
den Täufer zu ihrem Schutz- („KU." B.1, Abth.1, S14i f.
patrone angenommen gehabt in der l5ten Note) anführt,
und derswegen , schon von dafs in dieser Stelle Johan-
ihrer Entstehung an , an nes' der Tiiitfer, nichtiohan-
dem.ihin gewidmeten Tage,
dein 2i4sten Junias , zusam- nes der Evangelist , gemeint
mengekommen wären und. sey, fährt er so fort.,+.
„Johannes der Täufer lionnte
ein Fest gefeiert hätten, von.
welchem sich das noch heut- schon, defshalb vdn den herum-
zutage übliche allgemeine reisenden Bauleuten zum Schutz-
Maurerfest herschreibe; — heiligen (Patron) gewählt wer-
als zwar die jährlichen Ge- den, Weil er, wie sie, herum-
neralversammlungen der . ui- ieisete, — wie sie, ein hartes,
9*
132 JOHANNES D. TAUF. JOHANNES D. TÄUF.
arbeiteolles, mühseliges, aber „ Fr.1.68) Warum dem heil.,
frommes und segenreiches, Le- Johannes dem Täufer?
ben führte. — Auf den stren- " ,21. ET war der Herold.
gen, ernsten, geheimeren 'Johan- und Vorgänger unsres
nes folgte der milde, liebevolle„ Erlösers ; er predigte
offne Jesus. So soll auch auf Bufse in der Wüste und
diese dem heiligen Johannes ge- zog die erste Linie
widmete Alattrerei durchdie des Evangeliums 'durch
vereinten Bemühungen der be- Christus."
sten Menschen eine höhere, „Fr. 169) Hatte er einen Sei-
neugestaltete, folgen, welche nesgleichen ? "•
sich zur fetzigen Maurerei 'ver- 4. ‚Allerdings ; den.
halte, wie Jesu Lehre und Le- " heil.Johannes den Span-
ben .zu dem ...Leben und zu der geheim.""
Lehre des Johannes." „Fr. 17ö) Worin war er ihm
S. hierzu oben im Artikel: gleich?"
„„..d. Er, der nach dem.'
EssXnn, B. S.184-193, Erstern kam , bildete
und den Art. : EvAr7GELIU' vollends durch seine
JoIrAzuzis • Gelehrsamkeit aus, Was
Das neuenglische Lehr. Jener durch seinen Ei-
gs fr ags Pick nach Browne fer begonnen hatte,
und zog eine Parallele.
enthältFolgendes. (S.,,KU." (gleichlaufende Neben.-
B. Abth. 2, 5.218-223!) . "" *)
„Fr.. 165) Wem widmen wir
„Fr. Nun folgt Broomes wei.
unsre ausgeschmückte, mit
Gerlthen und. .mit tere Erklärung;
den ausgestattete Loge ins „ Warum die FreiinaurerlOgen
Allgemeinen? soivol dem heil. Johannes dem
• „A, Dem. liönige Sao- Evangelisten, • als dein heil.
mon. '”‘ Johannes dem Täufer, ge-
„Fr. 166) . Warum dem liöni widmet werden."
ge Salomon ? '6 „Seit der Erbauung des Tem-
,,,, Weil er der erste pels zu Jerusalem bis zur baby-
Grofsineister war , der lon'schen Gefangenschaft wur-
die Maurerei in gehöri- den die Freimaurerlogen dein
ge Form brachte, und Könige Salomon gewidmet. Von
unter Dessen königli- da an bis zur Ankunft des .1114,s-
chem Schutze Viele un-
serer Mysterien ihre er-
ste öffentliche Anerken- „ *) D a die Loge ein Parallele-
nung (Sanction) 'ramm (r e chtwinkliges Viereck)
ten. 4(ii ist, so ist sie durch zwei anein-
Da li.önig ander liegende Seiten völli& der
„Fr. 167) . Salomon Gestalt nach bestimmt; mithin
ein Hebräer war, der lange hat Johannes der Evangelist die
vor der christlichen Zeit- Loge vervollständiget. S. davon
die weitere Erklärung Browne's':
lebte, Wem pfle- „warum der Meister und die
gen wirjetzt unsre Loge zu Bruder innerhalb einer Freimau
weilten ? " rerloge ins Wesentlichen nicht
irren kannen?” — unten im Ar-
- • „4. Dem heil. Johannes tikel: LOGE ! "
dem Täufer." ..472,n. des Brs..•Krawe.
JOHANNES D, TUT. JOHANNES D. TÄUF. 133
wialt wurden sie dem Zerubabel, rerlogen sovvol dem heil. Johan-
und von da bis zur Zerstörung nes dem Täufer, als dein heil. aro-
des Tempels (durch. Titus , wah- hannes dem Evangelisten, gewid-
rend der Regierung des Kaisers met worden. "
respasian,)• dem heil. Johannes
dem Täufer, gewidmet; allein, Nach dieser Erklärung
in Folge der vielen Mordthaten wird noch als Tfinkspruch
und Unordnung-en, womit jene angegeben; „Dem liebevol-
merkwürdige ‚Begebenheit be - len und dankla renAndenken
gleitet war, gerieth die Frei- der beiden heiligen
maurerei gar selir in. Verfall."
Johannes,
„Manche Logen waren gänz- — dieser beiden grofsen, in
lici aufgelöset; und nur weni- der Maurerei gleich wichti-
ge konnten sich in hinreichen-. gen Männer (Parallels in
der 'Anzahl versammeln, um . ei- Masonry)! Mögen *wir ih-
ne gesetzmärsip Loge auszu-
machen. Bei einer allgemeinen
renVorschriften folgen ; und
Versammlung der Zu4iftgenos- möge ihr Muster uns zum
SC1L, die in der Stadt Benjamin Nutzen gereichen!"
gehalten wurde, machte rann Noch eine Bemerkung des
die Bemerkung: die Hauptur- Ers. Krause in den „ KU. ,"
sache des Sinkens der Maurerei
sey der Mangel eines Grofsniei- a. a. 0., S. 297f., ist hier aus-
*Vers, um sie zu beschützen. Sie zuziehen, —
ordneten daher Sieben von ihren „Es ist wahrscheinlich, dafs
ausgezeichnetesten Mitgliedern die Freimaurer ihren Patron
ab an den heil. Johannes den nach Anleitung ihrer Lehrer
..Epanirelisten , der damals Bi- und der Stifter ihrer Verfassung
s of'f von Ephesus war. , mit werden gewiihlt haben. Diese
dem Ersuchen , dafs er das -vvaren aber cuideiRche Mönche,
Amt des Grofsmeisiers überneh- welche, gleich allen Eremiten
men möchte. Er gab zur Ant- und Mönchen, wie bekannt, 40
wort: „er wolle, wiewol er Johannes den Täufer als den er-.
sehr bejahrt sey,"" (indem sten Stifter des•tremitenlebens
er nahe an die Neunzig war,)— im neuen Bunde betrachteten
„„dennoch, da er in der frühem und besonders fast iminerwo/d.
Zeit seines Lebens in die Mau-
rerei eingeweiliet worden, die-
ses Amt übernehmen.‘"‘— rigen Bruder 777r en ,".ts. unten
cbernnach vervollständigte er diesen Art. ! ] „der bis zum J. 1717
durch seine Gelehrsamkeit, Was den Freinta.urerlogcri in Südeng,-
land vorgestanden hattg.'. 4 [Vgl,
der Andere durch. seinen Eifer hierzu eh end.' S. 294!
begonnen hatte, und zog eine Anm. des .*Brs.. Krause,
Parallellinie. Von diesem Zeit-
3) Siehe vorzüglich das Werk : „De'
punct an *). :sind die Freimau-, veterimonaChatu et regulis, aut,
Bivario, (Lugd. 16620 T.1, L. II,
c. 1, und den Prodromus' zum
„MOnasticorianglicanurn!‘--Jo-,
„*) Dieses ist eine klare Wei- hannes der Täuferi5t dort als ein
sung, dass nur erst die Maurer Haupturbilt1 allerMönehe aüfge-
27 oungZischenSystems (tlz4 modern. stellt; und allen seinen Iland-
Musans) auch Johannes den Even- lüngen, selbst seinen Kleidung-
gelis t cn mit zum Schutzpatrone stikken,wird ein mystischerSinn
Maurerei angenommen ha- untergelegt."
ben, mit iiiibicht auf den 90jah, Anm. Ebendesselben,
134 jOHANNES D. TAUF. JOHANNES D. TAUF.
thätige Anstalten 'ihm widme- conmiencemQnt de cet o.u.vrage,*)
ten. Auch gab es im Mittelal- que la Ma9onnerie cst antel.hure,
ter viele wohlthätige , Johannes non-seulement au eiirisdallisigle,
dem Täufer gewidmete Mönch. mais encore aux plus andennes
gesellschaften in allen Ländern. institutions. Le culte maenni-
Europas ; und die meisten:Hospi- que, comme le culte heliaque,
täler wurden ihm gewidmet ; remonte ä la naissance du mon-
wozu, noch kommt, dafs in der de ; son origine se confond avec
altchristlichen _Kirche Johannes l'ori2.,:ine de la soci&6."
der Täufer, als Vermittler des „Quant au saint Jean que les
alten und neuen Bundes , weit Macons ont pris pour patron,
höher ., geachtet wurde, ah Jo- cc ne peut etre ni Jean-Baptiste,
hannes der Evangelist; ni Jean l'.Evangäliste, qui n'ont,
wie mai). •

Diefs auch noch aus dem römi- ni P11,77, ni l'autre , aucun rapport
schen „Missale" ersieht , wo- avec l'institution philantropique
nach noch jetzt in jeder kathol. de la Franche Maronnerie. **)
Messe die Beichte, welche aus
dem . vierten Jahrhunderte her- *) In den .lidflexions sur l'origine,
rührt, anhebt: • „ ,Ich bekenne iefiliation. et l'importance de la
Francke-.211dconnericp, p. 23-43,
Gott dem Allmächtigen b der und in demExarnen des systi:-
Jungfrau Maria, dem seligen nies Zes plus corinas sur.l'origine
Erzengel Michael, dem seligen de la Franche - lliagonnerie etc.,
p. 71-84.
Johannes dem Täufer, den heili- Anm. des Herausg.
gen Aposteln Petrus und Paulus, 4.) Sollte man es vvol für-mög-
allen Heiligen," u. s. w. lich halten, solche Behauptun-
• gen in einem Werke zu lesen,
Was für unkritische ge7 über dessen Entstehung der Ver-
fasser (s. oben clenArt..._ BAzoT!)
schichtliche B ehauptungen in'der lisiroduction p.15 sagt:
„ Avant d'entreprendre mon
dagegen die französischen. travail, j'ai voulu, autant qu'il
masonischen 'Scbrifisteller a et4 en rnonp.ouvoir, rassem-
bler les matklau.x x],cessaires
fortwährend verbreiten, da- pour le rendre intdeessant et
profitable. 3.'ai attendu que
von liefert „ Bazot's Ma- l'experience de plus de dix an-=
nuel du Franc-Ma9on" auch nees de Ma2on.nerie que la
connaissance des hauts grades,
in Ansehung der beiden Jo- et que la lecture d'un nombre-
prodigieux d'ouvrages, xu'eus-
hannes ein neues Beispiel.— sent dispose et.instruit. Cette
In dem Dictionn,. des mots et pnicaution sage nra. 6t4 avan-
tageu.se. J'ai pa enfin träiter
expressiön;9 maponniptes lau- na sujet dont je m'itais bicn
Te72du maitre."
tet der Samt , Jean, der p. 17 sequ.., von. sich rühmt:
p. 16O der 4ten Aufl. „J'ai psis sur rn.oi d'instruire
les jeunes 1\4,pns 'de ,ce
v. 1819 'folaendermarsen.—. leur importalt de bien con.nai-
tre , et en ant.me -Leins d'6clai-
„Les Mavms cen-brent, par rer suffisamment les profanes
obligation , les deux fetes par sur le but denotre association,
sur rutilitd de nos aSSerrible'es.
Samt -Jean; celle d'(.'td qui ar- 3'ai fait aus efforts pour 4tre
rive le 24 juin , 'et celle d'hiver simple, clair et pre'cis.;-j'ai
.qui a 1jan le 27 d6cembre. dai.4316 taut chaflatamsme; j'ai
evate le puerile dela rnysticitt,,,
,st6vident que ces deux ftes le ridicule 'de l'enthousiasm.e,
ne sont autres que la cgaration le pathos de l'inspiration."--
dei - fetes solstitiales, ca qui ap- und der sich getrauet, von sei-
nem ;Randbache p. 22 vorauszu-
puie encore . ce ptia et6 dir ,Itt s agen: „ deviendra pcut.-
JOHANNES D. TAUF. JOHANNES D. TÄUF. 135
On • doit penser avec les fr'eres text im loten Jahrhunderte zu
les plus philosophes et les. plus York ein altes Hospital inne;.
(•'3clair6s que le vrai patron des und der Johanniterorden schlors
loges est saint Jean l'Aumdnier, sich auch gleich anfangs an ein
fils' du roi de Chypre , qui, au zu Jerusalem bestehendes, dem
tems des croisades , abandonna heil. Johannes gewidmetes Spi-
sa patrie et l'espoir d'un tröne, tal an, welches zwar . von ita-
pour aller lt Jerusalem prodi- lienischen Kaufleuten ausArnizif
guer les secours les plus g6n6-- im Neapolitanischen, im Jahre
reux aux pelerins et aux cheva- 1048 daselbst gestiftet und dem.
liers. Jean fonda im hospice et heil. Johannes Elemon, aus Cy-
institua des fferes pour soigner perlt, gewidmet. worden war,
les malades , les ehredens bles- allein durch die heilige Sage in.
s6s, et distribuer des secours das Wohnhaus Johannes des Täu-
p6cuniaires aux voyageurs qui fers versetzt wird, worin auch
allaient visiterle samt s6pulcre. Jesus oft zugegen gewesen und
Jean , digne par ses vertus de seine wunderbarsten Heilungen.
dtvenix le patron dune soci6t6 verrichtet haben soll. (S. „Mo-
dont la bienfaisa.nee est le'seul hast. Anglic. " T. p. 489
but, exposa mille fois sa vie seqa. ) — Überhaupt waren die,
pour faire le biess. La peste, la meist ursprünglich. der Bevvir-
guerre, la fureur des infid'eles, drang und Pflege armer und,
neu ne put l'arräer. La mors kranker Pilgnimme bestimmten,
le frappa. au milieu de ses tra- Hospitäler in. der ganzen Chri-
vaux mass l'exemple de ses Ver- stenheit Johannes dem Täufer
tus resta i ses frhes , qui se fi- gewidmet, als dem Patrone der
rent un devoir de l'imiter. .Wanderer und Pilgrimme ; so-
me le ca.nonisa sous' le nom de wie Ebenderselbe auch allge-
saint Jean l'Aunuinier, ou saint mein als Stifter, Haupt und.
Jean dc :Jerusalem. ; et les Ma- Schutzherr des ganzen Einsied-
vns , dont il •avait relev6 les ler -.Und Mönchlebens betrach-
temples • renversa par la barba- tet und verehrt wurde und noch
nie, le.choisirent d'un commun j etzt von den röm.-liathol. Chri-
accord pour leur protecteur." sten verehrt wird.—Dieses zeigt
Dieser Johann der Almose- einen Grund mehr an, wershalb
nier. ist den englischen. Und. die wandernden Baukünstler
des ,Mittelalters sich und ihre
deutschen Masonen nicht als Logen dem heil. Johannes dem,
ihr Schutzheiliger bekannt. Täufer widmeten, also vielleicht
Br. Krause hat ihn infolgen- schon damals mit den Culdeern
der Stelle der „KUrii.. " in York denselben Schutzpatron.
hatten,. als sie im Jahre .926,
B. 2, Abth, 2, S. 51 f,, er- durch selbige vermittelt, eine
wähnt, . neue .Constuution erhielten;• ja,
„Die ,Cziiclecr, welche Johan, es ist sehr wahrscheinlich, dafs
nes den Täufer verehrten, hat- ganze Baulogen damals und spä-
terhin. .als Laienbrüder graues
Atre d'un usage inclispensable!
Blickt man indefs auf die p. 19 conscripti, s. confratres) in cul-
bis 21 gelieferte Liste der Quel- deische und anderartige Klöster
len, ans denen. er schöpfte, so aufgenommen worden seyn mö7
ist es freilich weniger befremd-
lich, dass seiu. Buchviele Irr- g• –en.‘ — 5. auch d. Art. MA L-
thümer enthält. 'TILESER — RITTER !.]
"bim. des hei-ausg.
i36 JOHANNES D. EVANG. JOHANNISFEST.

JoirAuras DER EVANGELIST ; siehe JöItANNES Dtr..


TÄUFER.

[„ Johannes, — Er, der Herold jenes grorsen


Nazareners, —
der unerbittlich strenge, feste Mann, der
so kühn, als kräftig, seine Stimm' erhob,
die schnöden Frevel seiner Zeit zu tilgen,
und, die gesunkne Menschheit von den Ketten
des Irrwahns zu befreyen, sich bestrebte, —
Er, der die Bahnen brach dem Lichte
der reinsten Lehre, die das heilige
Palladium der Menschenbildung ewig ist, —
der unerschüttert selbst vor Thronen —j
der grofs und frei in Ketten blieb
und standhaft seinen Hals dem Henkerbeile bot,
die Wahrheit seiner Sendung zu besiegeln, —
E r ises, den ehrfurchtvoll der Maurer nennt,
in. dem sich Alle wiederfinden, die der Tugend,
der Wahrheit und dem Recht s ihr Leben weihen.

Wie Er der Pflicht e rfüllun g ernste


Strenge, —
die Festigkeit im Kampf mit allem Bösen
uns lehrt: so lehrt der Greis zu Ephesus,
der gleichen Namen trägt, uns M e n s chli c h k ei t
und Pflege aller sanften Herzenstriebe.

In Eins verschmolzen bilden diese Beide


das herrlichste — das schönste Maurer-Ide al.",
So der Redner der Loge JOHANNXSFEST ( DAS )
.eiir Einigkeit zu Frankfurt ist das gröfste Fest der Frei-
am Main, Br. Johann Jakob maurer und wird am 24sien
A ide, .in den „Sechs Mau- jwd , als dem Geburtfeste
rer-Reden" s. w., (Frank- ihres Patrons, Ibizarads des
furt 'am Main 5809, in 8.) Täufers, gefeiert, wo jede
S. 14 f. Loge Alles anwendet, um
JOHANNISFEST. JOHANNISLOGE. 137
es durch Processionen, Re- oder an einem andern vorn
den , Tafellogen u, s. w. ProvinzialGrofsm.eister oder
glänzend zu machen. Ge- seinem Deputirten dazu an-
wöhnlich wird dieser Johan- beraumten Tage , halten
niStag als der Anfang des soll." Wiewol aber früher
xnaurerischenJahres betrach- (s. „Constitutions; byNoort-
tet, an welchem die Logen houck,"r.383 t) vorgeschrie-
ihre jährlichen öconomi- ben worden war, dafs „die
schen Rechnungen schlie- Brüder von allen regelmäfsi
fsen und ihre neuerwählten. gen Logen" London)
Beamten einsetzen.— Man- „sich in jedem Jahre entwe-
che Systeme nennen dieses der am Tage d9haniz,is des
Fest das Sommer - Johannis- F4fange4sten„ oder am Tage
fest und feiern noch ein Johannis des Täufers , oder
Winter - Johannisfest am an einem andren- vorn Grofs
27sten December zu Ehren meister dazu anberaumten
des .-E'Pangelisten, Johannes. Tage, zumGrofsfeste (grand
S. zuvor den Art. : JOHAN- feast) versammlen sollten,"
NES DER TÄUFER1 so hat doch die vereinigte
Grofsloge in den neuen
[Die vereinigte Grofsioge „Constitutions," sowol p.
der alten Freim,aztrer von Eng- 21, als p.41, bestimmt, dafs
land , welche am Feste Jo- „jährlich in England ein ma-
hannis des Evangelisten 1813 sonisches , der brüderlichen
einen engen Bund schlofs, Liebe und der Erheiterung
setzte im ersten Puncte ihrer (refreshment) . gewidmetes,
Vereinacte (s. „ 31-ofsdorfs Grofsfest (grand feStiPal) an
Mittheill. " S. 2131) fest, dem zunächst auf das'grofse
dafs „das Bundesfest von da Volksfest des heiligen Georg'
an für immer an gedachtem folgenden Mittwoch gehal-
Festtage gehalten werden len, werden soll." — Hier-
solle." Nichtsdestoweniger nach sind die Angaben in
wird von ihr auch Johannes. den „NU., " . B. 1, Abth. 2,
der Täufer noch in Ehren. S.220, in der Note 153, und
gehalten; denn in den gene- S. 303, Z. 1 ff., zu be.rich,
ral regulations , die sich in tigen.
Part II der „Constitutions" [JOHANNISJüNGER, oder
etc. by William Williams, . ier,, (D IE). S.'NaChrich-
Sa b
befinden, wird p.48 u. 52seq. ten über sie und ihre Grund-
verordnet: dars „ jede Pro- lehren in den „U.Unstnrkk."„
vinzial- Grofsloge ein maso- B. 1, • Ahth. 2, S. 303305 !]
nisches Fest entweder am JOHANNISLOGE (EINE) ist
Feste Johannis des Täufers, eine Loge der ersten drei
138 JOHANNISOPFER. ,JOHNSON.

Grade. Siehe FREIMAUREREI sten des Herzogs von Anhalt-


(Dir. Joll.A.Drivis-). 33ernburg gestanden,] in den
JonANDasorm (DAS);- Jahren 1763 und 1764 ange-
s. GoLDGüLDEN. [Hierüber nommen hatte, um vermit-
sagt Er. Krausein den „KU:" telst der Clermont's chen Gra-
13. 2, Abth.2, S. 60, N. b) d,e eine Rolle in der Frei-
„Der noch jetzt in der Frei- rnaurerbrü.derschaft zu spie-
m aux erbr ers ch a. ft gewöhnli- len; indem er sich für einen
ehe Johannispfennig , (der lei- Abgesandten und Bevoll-
der ! oft von Gewinnsucht hoch mächtigten der Oberen in
angesetzt und gemirstira.ucht
wordn ist,) stammt offenbar
Schottland ausgab , um den
aus den uralten Gebräuchen der Tempelorden wieder herzu.-
Joliannisspitale im Mittelalter, stellen, und auf diese Wei-
dergleichen auch dasjenige war, se dem damals entstehenden
an welchem sich unter dithel- Systeme der stricten Obser-
:tan, und noch mehre Jahrhun-
derte später, Culdeer erhalten vanz gleichsam vorarbeitete.
hatten. "] Auf dem Convente in Alten-
berge im Jahre 1764, wo er
JOHANNIS VERTRAUTE,
sein e Rechte geltend machen
(ST ; der 7te Grad des Zin-
wollte, wurde er aber ent-
nendorrschen Systems. S.
larvt und, früherer Betrüge-
auch VERTRAUTE. [Bonne-
reien wegen, die . er unter
ville in.4, seinem oben B. 1,
den Namen : Becker und
S. 49, angeführten Werke,
Leuclat, begangen hatte, ar-
Eint. 2de , p. 90, (deutsche
retirt, ja sogar, als Verbrei-
Ubers. Th. 2, S. 120,) er,
ter falscher Münze, lebens-
Zählt: „Zinnendarfhabe die-
länglich auf die Wartburg,
sen clerikalisclzen Grad aus
bei Eisenach, gesetzt, [wo
Schweden geholt; derselbe
er die nämliche Zelle be-
werde dort Fapori de Saint-
wohnte , welche vormals
Jean genannt, um durch die
Luther'n zum Gefängnisse
drei Anfangsbuchstaben: F,
gedient hatte, und] wo er
S, 1, den wahren aeriker,
im Jahre 1775 starb. [Bon-
das heifst, Fratrern Soöieta-
ne pille (s, diesen Artikel!) er-
tis Jesu (Bruder von der Ge:-
zählt zwar, Johns on sey dort
sellsehaft Jesu), zu bezeich-
auf eine erschreckliche Art
nen."]
ermordet worden : allein,
JOHANNITER Bociewiderlegt dieses grund-
Tnit.-RITTER; s. M4L TUE,. lose Gerücht in der deut-
ßER schen Übersetzung „ der
JOICNSON A FÜNEN ; ein schottischenMaurerey,“ Th.
Name,, den ein Jude, [der 2, S. 118-120, Note, und
früher als Secretair in Dien- führt Zugleich an, dafs die-
JOHNSON. JOHNSON. 139
ser berüchtigte Mensch, der land und seiner Systeme viel
schwere Verbrechen began.- Licht verbreitet und dieAus-
gen und Viele in's Unglück. sageil eines Mannes enthält,
gestürzt hätte, nur in leid.- der an den Maurerverhand-
licher gefänglicher Haft ge- lungen der damaligen Zeit
sessen habe; Welches unter thätigen Antheil nahm. In
andern daraus erhelle, dafs diesem Abdrucke sind aber
ihm der Gebrauch von nur die Anfangsbuchstaben
Schreibmaterialien erlaubt der mit johnson in Verbin-
gewesen. S. hierzu des Frei- dung gewesenen Personen
herrn P072 Knigge „Bertrag angegeben; auch weicht der-
zur neuestenG esch. des Frey- selbe in verschiedenen Stel-
maurerordens, " (Bed. 1786,) len von der in des Heraus-
S. 61-66, und im wiener efebers Händen befindlichen
„Journale für Freymaurer," Handschrift ab, welche den
Jahrg. 3, Qu. 3, S. 147— Titel führt „ Auszug aus ,
180, das wichtige, dem vor- des Prof. Woog Erzählung
mal. ordentl. Professor der von dem Vorgange mit dem
griech. und latein. Sprache betrügerischen Johnson und.
und Mag. Carl Christian der stricten Observanz , mit
Woog in Leipzig, der von Anmerkungen. " In dersel-
1753 bis 1766 vorsitzender ben wird unter andern , so-
Meister der dortigen schot- viel iohnson betrifft, ange
tischen Loge war *) , ange- führt: er, Woog, sey auf
dichtete Schreiben, welches die von Jena aus am lOten
über die Entstehung des Oct. 1763 erhaltene Einla-
Maurerthums in Deutsch- dung, „daselbst in Person,
nebst den Acten, zu erschei-
nen , weil der Grofsprior des
[Ebend., Qu. 4, S. 230, wird Ordens (Johnson) sich da-
Diefs dahin berichtigt, dafs selbst befinde, und denBrü-
jenes Schreiben zwar aller-
ding;s eine authentische
dem ein besseres Licht auf-
kunde des damaligen Zu:- stecken wolle, " dahin ge --
standes des Maurerthuns in reiset. „Als er zuerst des fal -
Deutschland , dessen V er- s dien JOIMS071 niederträchti-
fassex aber ein damaliger ge und boshafte Gesichtsbil-
Candidat der. Mathematik,
Br. 77itzleben, sey , der bei dung betrachtet hätte, sey
der Farce mit Johnson in Je- er zwar sehr erschrocken,
na zugegen gewesen; Wel- habe jedoch bei dem Beifal-
ches auch dem Herausgeber le , welchen einige recht-
dieser ,E,licyclopädie,".d.er schaffene Männer unter den
diesen 'Bruder gekannt hat,.
glaubhaft versichert wor- anwesenden Capitularen,
den ist.) Prof. Sziccow, Dr. Sehickhard
140 JOHNSON, JOLINSON.

s,.w. diesem Johnson ge- zu jenen Zeiten in Sachsen nicht


geben seine Vermuthung schwer hielt. Johnson. machte
während seines Aufenthalts in
schier für übereilt gehalten 'Altenberge mit den bei sich ha-
und beschlossen, das Ende benden und in der Nähe woh-
von diesem. Auftritte abzul. nenden Rittern öftere Excursio
warten." -;„p er sogenann- men von ganzen Tagen und
te Johnson a Fünen, der sich. Nächten, um seine Ritter zu
S trap atzen zu gewöhnen und sie
für einengewesenen herzog- zu exerciren. Er bildete ihnen
lich - wirtemberg, Obristen' ein , der liönig von Preufsen,
ausgegeben, habe die Brü- der davon. unterrichtet wäre,
der, um in den hohen Orden was für ein grofser Mann er im
Orden sey, trachte danach, ihn
zu kommen, in das Napiciat, in seine. Gewalt zu bekommen,
i.. die Verpflichtung auf und habe Commandos abge-
.die Regeln eines Notizen,) sandt, die an verdeckten Orten.
verstricht, zu dessen Un- auf . ihn lauerten um ihn auf-
terschrift, wiewol sein In- zuheben. Es mufste daher be-
ständig. ein Ritter in vollem
halt in allem Betracht er- Harnische mit Gewehr im Dach-
scbrecklich.' und .gefährlich fenster Wache halten, um bei7m.
.gewesen, er ihnen nur we- Anrücken des Feindes sogleich
nig Bedenkzeit gelassen ha. das Signal geben zu können.
Zwei raufsten des Nachts vor
be; indem er ihnen unter der Thüre seines Schlafzimmers
der Hand zu verstehen ge. mit entblöfsten Seitengewehren
-geben, „dafs, wenn JeMand. Schildwache stehen, andere , des
solchergestalt die Einrich- Nachts um Altenberge Patrouille
tung des .Ordens habe ken,. reiten ; alle Ritter aber 'nursten
beständig in ihren Eleidern sich
nen lernen und seinen Bei.- zu Bette legen und ihre Stiefeln,
tritt versage , die andern auch Ober - und tintergeWehr,
Brüder befehligt wären, ei.' vor ihrem Bette stehen haben,
netz Solchen mit guter Manier um sogleich bei dem ersten Zei-
chen aufsitzen zu können. Wenn
aus dem Wege zu schaff'en."- es ihm einfiel, wurde das Lärm-
Unter andern mufste.derNo- zeichen in- der Nacht gegeben ;
viz angeloben, seine Feldzü- und alsdann fanden sich. sogleich
ge willig zu machen; wozu alle Ritter_, die in der Gegend
der Erzähler ..(S. 154 f.. des auf ihreriGlithern wohnten, auf
dem Lärmplatze b ei Altenberge
„Journals ") nachstehende ein ; worauf er mit dem ganzen
Anmerkung macht. — , • Haufen, wie oben erwähnt wor-
.„Was die Feldzüge betrifft, den, ganze Tage und Nächte in
dienet zur Erläuterung, dafs den thüringischen Gebirgen und
diese hauptsächlich gegen den Wäldern, als ein wahrer Don
liönig von Preufsen" (Friedrich Quixote , herumritt. — Diese
.den G'rofsen) „gehalten werden Erzählung' rührt vom hanöver.
sollten, gegen welchen man den Rittmeister pon• Seebach.her, der
Rittern einen tödtlichen Hans in der dasigen Gegend ein Gut
einzuprägen suchte Welches hat, und klen. Johnson , selbst
JOHNSON. JOHNSON. 141

einmal eine ganze Nacht in der Wir sind noch dazu nicht einem
dunklen J am an er eingesperrt Herrn, sondern vielen, solcher-
sitzen lassen , weil er auf das gestalt unterworfen, und zwar
gegebene Signal sich mit Pferd sme respectu cornmodi vel in.
und Reitknecht nicht sogleich commodi, das heilst, wie die
auf dem harupfplatze eingestellt Franzosen sagen, corps perdu."
hatte. „Nun waren wir," — fährt
Von der vorerwähnten er fort, — ,nachÜbernehm
ung
dieser PiliCht, Kinder von ei-
Verpflichtung sagt der Be-
nem Vater; wir wurden Ritter;
richterstatter : und ich besonders wurde Com-
„Niemand. weifs vorher, Was• rni ssarius Ordinis und habe Vie.
ihm wird auferlegt werden ; le zu Rittern gemacht, ,den Rit-
und die Absichten , des 'Ordens, terschlag ausgenommen, den
an denen man durch seine:Pflich- sich der Heermeister vorbehal-
ten Theil . nimmt, sind bei der ten. Das ganze Archiv war un.
"Übernahme derselhen gans ver- ter meiner Aufsicht und Ver-
borgen. • Der Zusammenhang wahrung • und ich dirigirte den
des Ganzen, von welchem . man Briefwechsel an auswärtige Lo-
ein Theil wird, ist zu der Zeit, gen und Capitel. " —
da man sich verpflichtet, .ein. „ Schubert" ( s. d. Art. : vorz
tiefes Geheimnifs. Meine Or- ELEErELD i) wurde nun auch
densobern haben mich.vexpflich- von Dresden nach Jena berufen;
tet, ihnen Alles feil zu bieten, und weil er kein Reisegeld hat-
was ein Mensch in diesem Le- te, schickte ihm Johnson. 5o
ben geben kann ; sie selbst ha.• Thaler. Er kam. John.son vvoll-
ben sich dagegen auch nicht zu te ihn 6 Wochen lang bei Was-
der allergeringsten Gegenpflicht ser und Brod einsperren lassen :
anheischig gemacht; und ob- es wurde aber von Andern, die
gleich diese Novizenregeln wohl einsahen, was privaii car-
nach gehends für falsch erklärt ceres für ein Crimen sind, hin-
und • gänzlich aufgehoben wor- tertrieben; er erfuhr indefs von_
den sind: so folgt diesen der Allem , was vorgieng, durch-
Rittergehorsam , der alle Unter- aus Nichts, kam auch zu keiner
thänigkeit in derVVelt übertrifft. Capitel - und Logenversamm-
Ein , Sclave , • , ein :Mönch, ein lung und mufste in Jena zu-
Soldat opfern , sich. und , Alles rückbleiben, als das ganze Chor
ihrem gebietenden. . Herrn auf:. der versammleten Brüder nach
aber sie haben dafür Leb•ensun- Altenberge zog. Hier gierig nun
terhalt, Schutz, Ehre und der.. Alles recht aus dem hohen Tone.
gleichen. Wir thun das Näm- Der Reverendissiraus, der angeb-
liche und — haben dafür gar liche ,Erbheerrneister von ganz
Nichts. Nur die Reverenzen Deutschland, Baron von Hund,"
oder hohen Ordensob ein hoffen (s. d. Art. ! ) „kam nach langem
oder haben auch . ._den Nutzen; Hoffen daselbst an , erkannte.
indem sie biof& aus der Ursache den Johnson für einen ächten.
das RittermItlirchen • förtpllan- Commissarium u. leistete Dem-
zen , weil ein_ Jeder von ihnen. selben vor einer so ansehnlichen
aus den. einkommenden Recep- und zahlreichen Versammlung,
tiongeldern eine ansehnliche in seinem gröfsten Ornate und
Gage exhält oderwenigstens das in Begleitung der Ritter des ho.
Versprechen dazu. erhalten hgr. hen Ordensrathe.s, die allerde-
142 JOHNSON. JOHINSON.
müthigite Ob edienz und Ehren. senden vorgelegt, auch von die-
bezeigung. Eine so tiefe Herab- sen beliebt und angenommen. —
lassung würde ich nicht .ge, Johnson hatte versprochen, am
glaubt haben, wenn ich sie mäht Ende .des grofsen Convents der
gesehen hätte; sie war aber Gesellschaft von seiner gehei-
oleichwol ganz natürlich ; denn men Ordenswissenschaft, z. B.
Johnson war von ihm selbst aus- Gold und grofse Diamanten zu
gesandt, um in den sächsischen machen, Etwas Mitzutheilen :
Logen Alles in Bewegung zu. da- aber seine Lügen und Wind-
setzen. johnson, Schubart,Prazi- beuteleien gar zu grob waren ;
ger und. Baron von Hund. hatten. so konnten' solche nicht länger
vorher zu. Unwiirde" (einem vor- bemäntelt werden. Der Herr
rnaligen'Ritterguthe des Letz- Provinzial suchte sich also fein
tern) „den o'anzen betrügerischen. sauber aus dem Handel zu zie-
Plan von der stricten, Observanz hen. Einer betrog den Andern.
entworfen. Sie hatten gesehen, Johnson mufste abgeredeternla-
mit Welcher Begierde u..Leicht- fsen sich. entfernen, wurde aber
gläubigkeit die französischen. im Ernst, auf Veranlassung des
Grade nach den von Rosa aus- Herrn Provinzials, durch Einen
gearbeiteten
e' fast in allen deut- seiner Anhänger, den Geh. Rath
schen Logen waren angenom- von F., im weimarischen Ge,
men worden, und zogen darans biete aufgehoben und nach dem
den Schlafs., dafs ,• neue Grade. Schlosse Wartburg„ um Nichts
mit einem Scheine historischer ausplaudern und verrathen zu
Wahrscheinlichkeit zu erfinden. können , als ein Gefangener in.
und. auszubreiten, eine Gold- Verwahrung gebracht. So en-
grube Peru.'s, oder der Stein der digte sich die 'Tragödie."
-Weisen, für sie seyn würde. „Die Johnson'schen Schrif-
1Um diese ihre Absicht besser zu ten hat der Herr Baron von Hund
verbergen, mufste Johnson. im- selbst übernommen; welche
ter dem Titel eines Urofspriors, Vorsicht höchst nothwendig
Pranger unter dem Titel eines war, weil man sonst aus den
Lego generalis und Schubert darunter befindlichen eigenhän.-
unter einem gleichen in den digen Briefen des Herrn Pro,
sächsischen Logen erscheinen, vinzials den ganzen, zu Un.
als wenn sie von entlegenen Or- würde entworfenen, Plan so,
ten herkämen. Alle stellten sich, cyleich würde entdecket haben»
.als wenn sie den Baron von Hund — „' Niemand erhielt einen
blofs dem Namen nach als Heer- ächten Unterricht auf diesen].
meister und Provinzial von Convente. Die Grade, die Joh..72-
Deutschland kennten.; und n ausgeth eilet und welche Man.
ser beobachtete in Absicht ihrer mit seinen übrigen Papierenzu-
eine gleiche Maxime; wodurch rückbehalten hatte, mufs ten erst
denn der leichtgläubige Haufe umgearbeitet un4 in die Form
hintergangen wurde. —• Nun gebracht werden, worin sie her.
oiencren die Rathschlüsse vor nach von dem Legatu.a Latere
sich die vermeintlichen Ritter Schubert , in den niehresten Lo-
wurden bestätigt, Luft- Com- gen
b von aüsgebrei-
. menden vergeben, Präfecturen tet worden sind.' Der Soliden-
au$bc'-etheilt und die grofsen plan" (Leibrentenplan) „wurde
Handlungs - und T ontinenp laue mit angehängt;: um- durch Ei-
den bereits bezauberten Anwe- gennutz Diejenigen zu fesseln,
JOHNSON. JOHNSON. 143
die es für lächerliche Possen nach Altenberge. Man hatte
hielten, zwischen vier Wänden keine Lust, ihn aufzunehmen:
Ritter eines cassirten Ordens zu. er drang sich. aber dazu und gab
heirsen. Hätten Se. Hochwür- zu verstehen, ars er dem Or-
den Gnaden der Herr Provin- den schädlich seyn könnte, wenn
zial und Heermeister die Grade er ausgeschlossen würde. Er
so gelassen, wie sie Johnson- hätte auch wirklich schaden
ausgetheilt hatte, so würde der können , weil er in Unwürde
Betrug sogleich offenbar ge- den ganzen Plan ausarbeiten.
worden seyn, und, möchten sie helfen und ihm also der Zusam-
schwerlich einen so grofsen An- menhang der Sache hinlänglich.
hang, und darunter sogar Reichs- bekannt war, welchen zu ent-
fürsten , in der Folge erhalten decken er nicht würde, unterlas-
haben." — „Ich erfuhr zwar sen haben
haben , wenn man ihn von
in Altenberge, dafs 'vor 14 Jah- der ausgeschlossen.
ren ein Commissarius von Lon- hätte. Er wurde also aufge-
don in der Lausitz gewesen, — nommen und ihm die Devise
das der Grofsmeister alle wei- mit guter Überzeugung gege-
tere Correspondenz aufgehoben, ben: ,„etinvita sors me alit. 4 "
dafs das deutsche Heermei- Wir reisten mirsvergnügt,
sterthum von der Concurrenz traurig und unzufrieden von
bei der Grofsmeisterwahl ausge- Altenberge.‘c
schlossen sey : Andere
haben auch Dieses für ein blo- Ein andererAu genzeuge der
fses Vorgeben gehalten ; indem hier erwähnten Auftritte er-
der Heermeister nie einen Brief- zählt darüber in der S chrift:
wechsel mit dem Grofsmeister
-von England, vielweniger eine „Aufklärung über wichtige
Concurrenz zu seiner Wahl, .Gegenstände itt 'der Frei-
gehabt hat. Der Mangel also maurerei," (o. 0. 1787,) S.
an Ordensgeheimnissen , den 135 — 140 , Nachstehen-.
Johnson ersetzen wollte, aber des. —
nicht konnte, — der Beifall des
hohen Raths , den derselbe ei- „ Die Brüder Freimaurer Z1.7
nem Betrüger gab, der Nichts, Jena waten durch den Er. 151y-
als eine kleine englische Hand- lins" (s. • d. Art. I) im Frühjahr
schrift mit des Grofsmeisters in 1765 mit dem Herrn .von Hund
Chifre gezeichnetem Namen, bekannt worden. Als nunurohn-
aufweisen konnte , welche er ,412 daselbst erschien , so be-
zufälligerweise mochte erobert nachrichtigten sie den Herrn
oder selbst geschmiedet haben, von Hund nicht nur von seiner
— seine Unwissenheit in den Ankunft, sondern auch von sei-
Fragen, die schon in Jena an nen chemischen Renntnissen;
ihn von der Lausitz aus g,ethan
wurden, — dafs Johnson sei-.
ja, Johnson selbst setzte sichinit
ihm in Correspondenz; wobei
nem Vorgeben nach ans Eng- sehr geschickte Männer die Fe,
land kam und doch kein Wort der führten; dafs man also den
Englisch wurste, — und der- unwissenden 'Johnson ans sei-
gleichen Merkmale mehr, brach- nen Briefen . :nicht kennen ler-
ten ein geheimes Mirstrauen in nen konnte. Er schickte ihm.
mich." — „Nach Johnson's auch,, zu mehrer Legitimation,
Falle kam nun auch Schubart die •Schriften, welche er ver7,
144 JOHNS ON. OHNS ON.
muthlich dem Fr. ab aptila ru dern b eizubringen wufste. Er
bra" (Baron Ernst von Krks), versicherte Jeden, dafs er Das,
„oder dem eigentlichen Johnson," was er ihm anvertraue, noch.
( dessen hammerdiener .der an- Reinem, oder doch sehr Weni-
gebliche gewesen war,)• gen, anvertrauet habe, dafs
nommen hatte. Diese hatten er also Das, was er ihm gesagt,
nach Dem, was der Herr von ja Niemanden anvertrauen mö-
Hund in Ansehung des Ordens Diefs machte unter den An-
in Frankreich erfahren, Authen- wesenden einen solchen ganz
iieität;* wodurch der Herr. von besonderen Contrast 'von brü-
Hund.yerleitet wurde, mit dem. derlicher Freundschaft und im-
Überbringer der Papiere offen- brüderlichem Mifstrauen, dafs
herzig- zu Werke zu gehen, in- Keiner mit dem Andern vors
dem der vorgebliche Johnson. Johnson oder dem ihm anver-
ein Ganzes geschmiedet hatte, trauten Geheimnisse sprach."
welches mit dem Hund'schen „ So standen die Sachen , als
.Systeme scheinbar zusammen- Hund, mit Einigen seiner Freun-
Iiienj. Um aber seinen eigenen, de, (sehr rechtschaffenen Män-
-Credit zu vergröfsern, machte nern, ) in Altenberge erschien.
Johnson seinen Anhängern den Wenn man auch nieht, wieLa-
Herrn von Hund als Einen, der vater, die Physiognomie syste-
mit ihm auf einenZweckarbei- matisch studirt hat: so -war doch
te und. zu einer und derselben die Johnson'sche so redend, dafs
Con,stitution gehöre, bekannt." man unmöglich den abgefeimte-
• „ Unter der Zeit, da Dieses sten Bösewicht an ihm verken-
zwischen Hund und Johnson nen - konnte; und daher sind
vorging, erhielten die meisten wir überzeugt, dafs Hund sich
Logen ,;von Deutschland Nach.- niemals mit Johnson würde ein-
richt von diesem VVunderman- ..elassen haben , wenn seine.
ne. Viele versäumten nicht, Überschichten Schriften s o schel-
Abgeordnete • an ihn abzuschi- misch , wie er selbst, ausgese-
dien; andere aber baten ihn, hen hätten. Nachdem nun Hund
eine Zeit festzusetzen, in wel- und seine Freunde das Terrain
eher et sie belehren wolle. Hier- nach. Verlauf von ungefähr so
zu wurde der Monat Mai 1764 Tagen hinlänglich sondirt, ver-
erwählt und der Herr 9onHund schiedenen Auftritten b eige-
a nrs Feierlichs te nach Altenb er- wohnt, auch bei verschiedenen.
, ohnweit Jena, eingeladen. Brüdern Zutrauen erhalten hat-
Die meisten Brüder, so bei die- ten; so kamen so viele Beweise
ser Versammlung erschienen, der offenbarsten Spitzbüberei an
waren vortreffliche Männer, nur den Tag, dafs Hund sich ent-
dafs einige, durch die .französ. schlofs, ihn öffentlich zu ent-
höhern Grade verführt, von der larven. Hierzu -wurde eine Zu-
Begierde nach üb ernat ürli ch en sammenkunftgewählt, so John-
Geheinmissen schon angesteckt son selbst veranstaltet hatte. Er
waren. Jedem von diesen Brü- hielt ihm ,Thatsachen vor, wel-
dern führte er sein eignes Ste- che Dieser mit der gröfsten
ckenpferd vor, (und zwar ge- Frechheit läugnete. Als daher
meiniglich unter vier Äugen,) Hund genöthigt war, Verschie-
welches er zu reiten die gröfste dene zu Zeugen aufzurufen; so
Begierde bezeigte , wobei er Waren Einige so schwach, (weil
ihm Mifstrauen gegen die an-. Johnson droliete) seine Geheim-
JOHNSON. JOHNSON. 145

risse zurückzuhalten , ) auf die Fry. Mry verbundenen T.


Hinterbeine zu treten. Zum ( das ist innern) ,Ordens,
Glück trat ein . vortrefflicher
Mann , der Er. Don Besonders derer,. welche an.
auf, Dessen Feder sich Johnson der Direction dieses Ordens
am Meisten bedient hatte , und mittel - oder unmittelbar
bewiefs ihm, dafs Das, was Theil haben, vorgelegte Era-
Hund gesagt, Wahrheit sey. gen und Gedanken," über
Dieser , von allen Seiten ganz
unerwartete, Auftritt brachte johrion sagt. --- S. 6 f.
Johnson aus aller Fassung, so schickt er die Mahnung vor-
dafs er sich nur einen Zeitraum. aus :•
von .27.1. Stunden ausbat, in wel- ,Lafst, Brüder, la gst die Rech -
chem er Alle Von seinen grofsen te 'des freien Menschen und sei -
Geheitnnissen überzeugen woll- ner Vernunft nicht immerhin.
te. Da nun die meisten Anwe- ein Spiel etlicher weniger Frey-
senden auf diese Entwickelung ler bleiben, die die Kunst ver-.
begierig waren ; so mufste man stehen, den verborgen glimmen-
ihm diesen kurzen Zeitraum ge-
den Funken der Leidenschaften,
statten., welchen er dazu an-
auch in vortrefflichen IYIens chen,
wandte , zu entfliehen. Er bis zu lodernden Flammen auf-
wurde aber , als ein verklei- zublasen ! Wie sehr ist es die-
deter Schweinetreiber, zurück- sen Verschlagenen nicht bisher
gebracht und auf die Feste Wart- .rnit der einzigen Neugier ge-
burg gesetzt, wo er 1775 in ei- glückt ! Dieser Instinct des
ner leidlichen Gefangenschaft Menschen, Alles , Was ersieht,
starb. Diese Strafe war umso Alles, was er nur dunkelver-
gerechter, da er durch selbige muthet, zu./ kennen, gervzfs zu
verhindert wurde, mehre Spitz- erfahren, -7- wie ist er, den ar-
bübereien zu begehen. " MenBrüdernFreimaurern theuer
„Da nun alle anwesende zu stehen gekommen. Und,
der,, durch diese Handlung des Meine Brüder, Einige dieser
Herrn vonfrund von seinerRecht- Schlau - Weisen haben es darauf
schaffenheit überzeugt zu seyn, angelegt, dafs solche" (die Neu-
glaubten; so nahmen sie das gier) „Euch noch Freiheit und
System , so er ihnen vorlegte, Vernunft kosten soll; weil sie
ohne ihnen dabei die geringsten Euch als leidende Instrumente
übernatürlichen Geheimnisse zu — was weifs ich zu welchen Ab-
versprechen, freiwillig an und. sichten ? mifsbrauchen vsrol-
erkannten ihn für ihren Heer- len, "
meister. "
Noch ist hier anzuführen, r)an.n hält er seiden 1.4.-
Was der ehrlicheBode, ohne sern (S. 7-9) eine „Zauber-
sich zu nennen , in der (als laterne" vor, worin sie, aus
geheime Handschrift) zu An- der frühesten Epoche des
fange des, Jahres 1782 auf FMaurerthurns • in D aufs ch-
64 SS. in 8. (o. 0. u. J.) ge- larid, schauen sollen : „lü-
'druckten Schrift „ Eini- stige Gesellen mit 'buntfar-
ge, der Beherzigung aller bigen. Schürzen, die die
Deutschen BB. des mit der schwete Arbeit, unverständ-
.10
146 JOHNSON. JOHNSON.
liche Symbole, wie Tertia- die Kunst von Brüdern Rit-
ner die saure'Grammatik, tern erfunden werden, Gold
.zu lernen, überstanden ha- zu machen. c'
ben." — „Die frohen. Endlich fährt Bode S.
Kanonen erschallen, — be- 13 im einfachen erzählenden
täuben; das Lied ertönt. Tone fort:
Die Brüder sind frei von Sor- „Johnson war ein Mensch oh-
gen, vom Denken, von ne andre Wissenschaft, als listi-
Knechtschaft. Ihr Cödex ist ge , schlaue Bemerkung der
Schwachheiten der Menschen,—
kurz; und selbst dieser ver- ohne andere Talente, als dumm-
stummet mit dem letzten dreiste Lügen und ränkevolle
Schlage des Hammers. — Behelfe eines verarmten W
Ihr Geheimn,ifs ist das gröfs- halses. So haben mir ihn Eini-
gee beschrieben, die ihn auf lio-
te von allen, sowie die grö- sten ihres Beutels sehr genau
fseste Weisheit: Nichts zu gekannt haben. Und dieser
wissen. — Aber , da sitzt Mensch, der eigentlich keinen
die Begierde, verborgene vernünftigen, wenigstens nur
Schriften zu lesen, in Kinds- kaltblütigen, Thorschreiberhät-
te sollen betrügen können, hat
gestalt, die auf das Mähr- auf einem .Lehrsitze der Wissen-
chen der spöttenden Amme schaften nicht etwa nur junge
gespannt lauscht! —,„,Ach! Studenten, sondern selbst be-
Amme, erz nie do ch mehr!"*" rühmte Lehrer und angesehene
Männer, so toll angeführt, dafs,
— „Das Cleimont'sche man, aus Mitleid gegen d e Pa-
System , — seht ! da i davon.
tienten, fast gar Nichts
hängt's an dem grofsen Drei- sagen möchte, wenn nicht, Ei-
eck! Seht da den Dolch ni cres anzuführen, des Beispiels
des auserwählten — den wegen nöthig wäre." — —
„Johnson schaffte sich da-
vielzackigen, Stern des Wü- durch den ersten Eingang, dafs
streiz, — das einfache Kreuz er unverschämterweise vorgab:
des sublimen, Ritters ! Man er sey von den wahren höchsten
weihet Euch ein für billiges Oberen des Ordens abgeschickt,
exst den Orden zu reformiren,
Geld, mit heiliger Miene, und alsdann mit selbigem die
wackelnder Stimme und. my- geheimen.Wisienschaften zu ver-
stische.n Reden.. — Was seyd binden, zu deren, geheimer Bear-
ihr nun ?— Bitter ! Was thut beitung der Orden ursprünglich
ihr nun ? — Ihr esset euer gestiftet worden. Indem er so
die Neugierde spannte, versäum-
Mönchsmahl an dreieckig- te er nicht, ein zweites Trieb-
ten Tischen. Was wisset ihr rad der menschlichen Seele, die
nun? — Dafs ehedem Tem- Begierde, ohne' auf einem
pelherren gewesen, die mehr wunderbaren Wege, schnell zu
grofsen Reichthiimern zu gelan-
gewufsthaben, als wir; und gen, in Bewegung zu setzen,
wenn der Himmel Gnade und sich, je nachdem . er den
giebt, so kann einst noch Schüler vor sich hatte, leise,
JOHNS ON. JONES. 147
oder laut, merken zu lassen, hohen Ordenswürde, angerech-
dafs die gebenedeihteA/cizenzie, net ward, fand die Gelegenheit
• mit ihren Nebenzweigen, diese gar zu bequem, um solche nicht
geheimeVViss enschaft ausmache. auf der Stelle zu nutzen, und.
Für diese vorgespiegelte Hoff- den Stoff schon zu gut vorgear-
nung- stieg er mit seinen Gegen- beitet, um ihn nicht weiter
foderungen, sowie er die ganz. auszubilden. Und so entstand,
ung aubliche und unerwarte- — ob die Idee, der Keim, der
te .tlüereit-vvilligkeit -wahrnahm, Plan, oder so Etwas? kann ich
stufenweise zu einer solchen Hö- nicht sagen, — aber gevvifs der
he dafs — (Wer wird: es nach. Anfang der restauxirten V Uten
hundert Jahren glauben kön- Provinz , wovon er als Heer-
nen ?) — er sich durch Eide nleister dastand und seine Pro-
und Verschreibungen, noch ehe vinzialcapitel mit Dignitarien.
er sich nur auf irgend eine Wei- besetzte, Subpriorate und Prä-
se legitimirt katte, zum unum- fecturen, viele noch nach John-
schränkten Herrn des Beutels, son'sEntwurfe, ein- u. austheil-
des freien Willens, ja selbst des te." — Die Fortsetzung s. unten
Lebens, seiner unbehutsamen im Artikel: von HZ.,EEFELD !
Schüler gemacht hatte."
JOJADA:II, (die E rhenntizZfs
„Ohne dafs man bis auf die- Gottes ;) ein in den höhern.
se Stunde noch eigentlich weifs,
wie und .von welcher Seite der Graden bedeutendes hebräi-
erste Schritt gethan worden, sches Wort.
hatte sich eine Nego dation zwi- TONES (INIGO) ein be-
schen Johnson und dem Herrn rühmter englischer Baumei-
von Hund angesponnen, welcher
Letztere sich in der Lausitz ei- ster und Oberaufseher der
nigen- sehr wenigen Brüdern königl. Gebäude unter Ja-
als einen Bevollmächtigten der kob 1., und unter Carl Lund
höchsten Oberen kund gemacht II. , [geb. zu London 1572.,
hatte. Als Dieser Sich selbst nach
Jena verfügt und persönlich sich gest. 1646.) Jakob I. ernann-
ziemlich tief und fast lange mit te ihn im Jahre 1607 zum
Johnson eingelassen hatte, ent- Grofsmeister der Maurer in
deckte er ihn endlich als einen England Grand Master of
Betrüger ; — eineEntdeckung, England] ; Was er bis 161.8
die Jedem, der bei kaltem Blu-
te denkt, sehr leicht scheinen blieb. [Hierauf war er un-
Inas : aber Johnson's Schüler ter den Grafen POM
hatten sehr heifse Hoffnungen; Pembroke, Danby, von,
und dabei war der Adept so -li- Arundel und von. Bedford
stig, dafs er, unter Allen eine
o-rofse Eifersucht, Wer der Grö- deputirter Grofsmeister.] Im
rseste • in seinem Reiche. werden J. 1636 ward er von Neuem
sollte? und dabei das höchste zu jener Würde gewählt und
Mirstrauen, zu erre g en und lan- bekleidete sie bis an seinen
gehin 'zu erhalten, wurste. " — Tod. [Während seiner Am-
„ Der Herr von Bund , dem thierung wurden verschie-
diese Entdeckung als ein grefses
Verdienst,und zugleich als ei- dene Gelehrte aufgenom
ne Legitimation seiner eignen nien; und die Gesellschaft
10*
143 JONVILLE. JOSAPHAT.
gewann beträchtlich an in. zu seinem Tode das Amt des.
nerem Gehalt und äufserem Secretairs.)
Ansehen. Von Zeit zu Zeit [JosArnAT (DAS Tn.A.L).
kamen geschickte Künstler Der Name : Josaphat wel-
nach England und erhielten cher ein Gottesgericht bedeu-
dort grofse Unterstützung. tet, stammt von den beiden
Jenes gab den Logen vor- hebräischen Worten Joak
treffliche Localgesetze und (Gott) und Schaphat (urthei-
gestaltete sie nach dem Vor- len) , her und ist eine meta.
bilde der Schulen oder Aca. .phorische Benennung, nicht
demieen der bildenden Kün- aber ein geographischer Na-
ste in Italien; auch hielt er nie. — In „Prichards zer-
vierteljährige Berathungen gliederter Maurerey" lautet
(coininunications) derGrors- die 3üste Frage und Antwort
loge und in jedem Jahre eine so.

allgemeine festliche Zusam- • • „Fr.Wo stehet die Loge ? "


menkunft am Johannistage. Auf heiligem Grum.-
A.

Seine ausgezeichneten Bau. de, entweder auf dem


• höchsten Hügel , oder in
werke erwarben ihm die Be- dem tiefsten Thale, oder
nennung des britischen 7i. im Thale Josaphat, oder

trupiu. s. S. „Constitutions" sonst an einem andern


etc. by Noorthouck, p. 135 geheimen Orte. ""
—140, und „Preston's n- Im. neuengl. Lehrlings-

lustrations " (ed. 18120 p. fragstücke nach Browne ent-


179 —185 !] hält die 113te Frage und.
Antwort („Ktirkk., " neue
JorrvILLE (DE); s. Aufl., B. 1, Ab th. 2, S. 182 f.)
LOIT.
blofs
JOB.DAN (CARL STEPHAN) „Fr. Auf was für Grunde
königl. preufsischer Gehei- nimmt man an, dafs die
mer Rath und Vicepräsident Loge stehe ? "
der Academie der Wissen- " .g. Auf heiligem Grun-
de. 4444
schaften in Berlin,, geb.- im
Jahre 1700 und gest. im J. Doch wird in 'der 147sten.
1745. Ex genofs das gröfste Fr. und A. (ebencl. S. 212f.)
Vertrauen Friedrich's 11. und Folgendes nachgeholet.
„Fr. Wo kamen unsere alten
die allgemeinste Achtung.— Brüder, ehe sie die Gele-
Den Aufträgen des Königs genheit hatten, in besonde-
zufolge errichtete er, nebst ren Zimmern ihre Logen.
dem Baron von Bielfeld, (s. d. zu halten, wie wir heutzu-
Art. ! ) im Jahre 1740 die Lo- tage thun , gewöhnlich zu.-
sammen ? "
ge zu den drei Weltkugeln in „, A. Auf den höchsten
Berlin £ und bekleidete bis in den tiefsten
J 0 SAPHAT. JOSEPH II. 149
Thälern, sogar im 'na, un&egriindet, und ihr wider-
le Josaphat, oder sonst spricht „Iiiön." 5t.
an einem ähnlichen S. auch „Reinzanni dis. de valle
heimlichen Orte." Josaphat" im 6ten B. der „Brern.
Hierzu macht Krause eben- Bibliothek," St. 3,. 5. 412, und
„Jod , neu übers. und erläut.
das. S. 470, verbunden mit von Asti ;" (Leipzig, 1792 ; )
S. 70 Note *), folgende An- 47! 4444
merkun er vvalirs,cheinl, Grund der
„ Bei den Juden war es ge- W ahl des Thales Josaphat zum
bräuchlich, einen Gegner in das syrnbol. Orte der Loge liegt in.
Thal .1. os aphat vorzuladen , das 2. „Chron." XVII— XX , ver-
heilst z an Gottes Gerechtigkeit glichen mit den politischen Be-
selbst zu appeiliren; und ds wur-. gebenheiten des 1.7ten Jahrhun,
den daselbst schwere Verbrecher- derts in England, und mit den
verbrannt und auf andere VVeise Absichten- der liöniglichgesinn-
hingerichtet. S. „Gerardi disc. ten. Dieses Thal xnufste, we-
theol. de appellat. ad supremum gen der dadurch bezeichneten
et incorruptum judicem, Jesum Berufung von Menschengewalt
Christum, quam vulgo citatio- an Gottes Gewalt, den Anhän.-
nem dicuut in vallem osap hat ;" gern eines entthronten Königs-
(Wittebergae, 17180 worin ge- Stammes, dem sie wieder auf-
zeigt wird, dafs sovvol die Ju- helfen wollten % ein sehr er-
den, als auch die meisten rö- wünschtes Bild seyn."
mischkatholischen Eirchenleh „Im „ foel " III, 14, kommt
xer, gestützt auf die Bibelstelle: auch noch das symbolische
„Jod," III,2, annehmen, der Würgethal vor. — Dann be-
Messias werde einst in diesem. zeichnet auch das Thal Josaph;t
Thale das jüngste Gericht hal- in der Geschichte des Ciermont'-
ten. Schon Hieronymus . (in schen Hochcapitels einen gewis-
„Joe'," III) hingegen und die sen unterirdischen Ort."
neueren Bibelausleger sind der Jos'Er' ir römis,ch-deut.
Meinung , dafs Josaphat kein. sch er Kaiser; s. OBSTER.
Eigenname sey, sondern über-
haupt mystisch und symbolisch
bei'm Propheten Tod den Ort fflela11.11,»WM11.111
..

des VVeltgerichts anzeige. —


Nach Abenesra soll es das Thal [Dieser heildenkende
seyn , worin der lWnig josa- Selbstherrscher, *) (geb. am
hat die Ammoniten und Moa,- 13ten. März 1741, gest. am
iten besiegte. (2. „ Chro,n.," 2Osten Febr. 17900 fand für
XX.) Es lag ohnweit des-t6dten
Meeres, jenseit der Wüste The-
gut, in dem von seiner eig.
koa. Nach eyrillzts war es nur nen Hand geschriebenen
einige Feldwege von ferze.st- Cabinetsbefehie vom 1. Dec.
lenz. C. B. Schmidt in sei- 1785, worin er verordnete,
nem „Leitfaden der bibl. Geo-
graphie," Th. 2, S. 102, sagt:
„„die Vermuthung, man Labe
hier das Thal zu verstehen, in 3) Von ihm sang bei Dessen
welchem der liönig josaphat Namensfeier im Jahre im
begraben worden, st istebenso Jehanauer (siehe „Gedichte
150 JOSEPH II. JOSEPH II.
„dafs in den Hauptstädten dafs aber übrigens alle Re-
seiner Reiche nur höchstens gierungen den Freimau-
drei, in Provinzialstädten rern. vollkommne Aufnahme,
hingegen, wo keine Lan- Schutz und Freiheit ange-,
desregierungen ihren Sitz deihen lassen sollten, " zu
hätten, gar keine, Logen er- 'erklären: „dafs ihm die Ge-
laubt seyn , dafs die Li- heimnisse der sogenannten.
sten.'"der Mitglieder bei der Freimaurerschaft ebenso un-
Regierung eingereicht und. bewufst wären , als er, de-
die Tage derLogenversamm- ren Gaukeleien *) zu erfah-
lungen, sowie in jedem Jah- ren, vvenigvorwitzig jemals
re die erwählten Logenmei- gewesen sey. " S. einen
ster, angezeigt werden, — Abdruck dieses Handbillets

und Lieder verfafst von W.***;" 1783; in 8.; S. 7


den Brüdern der Loge zur bis 12!) unter andern so
?Fahren _Eintracht im 0. v. schön, als wahr:
„W eisheit war es, die einst, wie der helle
Thau des Himmels, auf ihn niedersank.
W eish e it war's , aus deren reiner Quelle
Er mit nie gestilltem Durste trank.
S i e nur war es, die nach, fernen Zonen
Seines Geistes Forscherblicke zog;
sie, auf deren Schaal' Er Nationen
gegen Nationen mass und wog.
Weisheit war's, die ihn zum IVI en s ch en.schatzer,
nicht zum S e el enschätzer , werden liefs
und den guten Menschen auch im Ketzer
oder Juden gleich willkommen hiefs.
Sie zerbrach die schwere Sclavenkette,
die an's Joch den armen Landmann schlofs,
dessen' Schweifs einst auf die Pflügerstätte
nicht für ihn und s eine Kind er flofs.
e nur räumte willig dem V ers t an d e -
seine Freiheitrechte wieder ein
und gebot ihm, ferner ohne Bande
nur der Wahrheit unterthan zu seyn."
Anm. deg Heraus,'.

*) [Dieses Wort wird in den onneries übersetzt. Beide


fpafsten
„Acta Latoni.” (p. Tho7:1), auf viele Gebrauche
T. wo das liandlillet der meisten damaligen Lo-
p. 86 sequ. französisch ab- gen vollkommen.)
gedruckt steht, durch bouj
JOSEPH NAP. BONAP. JOURNAL F.FIVIRERA.M.

unter andern in der Schrift findet man noch ein 90118itöin-


Erich Ser pati's (d. i. Hein- di ges Exemplar dieser drei
rich Sautier's): „Warum. Jahrgänge.) Jedes Stück hat
soll ich ein Freymäurer wer- ein Titelkupfer, worauf Sie-
den?" (Basel, 1786) 5.247 gel vonLogen, in den öster-
251, und in der „ Alle- reichischen Staaten abgebil-
manniä," B. 1, lieft 5, (1815) detsind, und das letzte noch
S. 210 — 212 , ferner mit zwei andere Kupfer mit der
den vom Landesgubernium Abbildung des Siegels der
zu Wien gemachten Abän- Pro vinzialloge vonHamburg
derungen, (inwelcher Form und Niedersachsen, und
dasselbe unter'm I2ten De- n er alten maurer. Schaumün-
cember erscliien ) in den. ze, sowie einige Notenblät-
„Ephemeriden der Freimau- ter. Die vorzüglichstenMit-
rerei in Deutschland auf das arbeiter, deren Namen wol
Logenjahr 5786," S. 150— nunmehr ohne Bedenken be-
152, in dem „ Essai sur la. kannt gemacht werden kön,
Secte des Illuminc-%," Pa- nen , waren: Bianchi Aa-
ris 1789) p.. 244-246, und. j unct an der k. k.
in dessen Ubers.: „Versuch für die oriental. Sprachen;
über die Sekte der Illumi- Blunuzuer, k. k. Büchercen-
naten ; nach dem Französ. sor; (s. oben d. Art.!) Ed-
von 1. M. Heinrich," (Frey- ler von Born ; (s. d. Art. ! )
Berg und Annaberg 1790) S. Carl Julius Fridrich ; (s. oben.
190 f., ingl. in „dem Sig- B. 1, 5.274, Sp. a!) Gretz-
natsterne , " Th. 4 S. 114 miiller, k. k. Raitrath; Hol-
—116!] zer ; Correpetitor der
JosErn NAzollorr BoNA- Philos. am k,
r.A.B.TE; S. NAPOLLON. Gottlieb Leen .A.manuensis
[„TouRNAL FüRFBEYM.A.T.T- an der k. Hofbibl.; Mayer,
REB., als Manuskript ge- Prof. der Philos. ; Michaeler,
druckt für Brüder und Mei- Bibliothekar an der k. Uni-
ster des Ordens, herausge- versität; liatschky, Hofcon-
geben von den Brüdern der cipist bei der Hofkanzlei;
zur wahren Eintracht im Schittlensherg Raitofficier;
Orient von Wien;" wovon von Sondienfels , k. Hof-.
in den Jahren 1784 — 1786 rath und Prof. der polit.
alle Vierteljahre ein Band Wissensch., und Sti cz, Ca-
von 16 —17Bogen in gr. 8., nonicus und Prof. an der
jedes Titelblatt mit einerbe- Realschule zu Wien. Die-
sondern Numer und dem Lo- se erklärten im Eingange
gensternpel versehen , 'er- der .472kiindigun c ihres Jour-
schienen ist. (Nur selten nals
152 JOURNAL FÜR FREDIAEREIL

" Die Loge zur wahren Ein- nym en' Sicherheit vorzubeugen,
tracht machte sich seit ihrer Ent- die den Schriftsteller nur allzu-
stehung Vervollkommnung des in- oft gleichgültig gegen denWerth
nern Menschen und Streben nach oder Unwerth seiner eigenen
;Fahr/zeit zu ihrem Ilauptge- Arbeit macht. " —
schfte, dem einzigen, das, wie
sie glaubte, den Maurer berech- Die Erüchte dieses nütz-
tigen könnte , von Arbeit zu lichen Instituts waren die
sprechen. überzeugt, dafs nur in dieses Journal niederge-
vereinigte und nach einerlei Rich- legten Abhandlungen, BLe-
tung geordnete Kräfte sie die
seinZwecke näher bringen könn- den , Gedichte und maureri-
ten , war sie in der Wahl. ihrer schen Neuigkeiten, nebst all--
Brüder vorzüglich auf Männer gemeinen Uebersichten der in
bedacht, die Willen und Fähig- jedem Jahre erschienenen
keit genug hätten , ihr zu die- Maurerschnfiele. Die „Vor-
sem 'VVerke die Hände zu bie-
ten. Im Besitz dieser Mitarbei- erinnerung über dieVeranlas-
ter gieng sie an's Werk. Sie sung, den Zweck und die
fand den maurerischen Boden eigentliche Bestimmung des
bereits hier und da bearbeitet Journals" (S. 3 —14), wor-
ünd ufbar gemacht, hier und.da
bebaut und. in Blüthe, hier und aus bereits oben (13. 1, S. 304
da auch schon mit reifen Früch- 307) eine Stelle angeführt
ten gesegnet; — aber sie fand worden ist, enthält allzu
auch urigebautes Land, brach merkwürdige Äufserngen, u
liegende Strecken, Unkraut und als dafs sie ni cht auch hier
Disteln treibende Gegenden,
und also Arbeit genug für ihre im Auszuge stehen sollten ;
Hände, ohne eben Nachleserin — merkwürdig insbesondere
einer fremden Ernte werden zu. in Hinsicht auf den Ort,
dürfen. Sie sah nach, Was be- wo sie geschahen, weniger
reits von ihren Vorgängern ge-
than war , verglich, prüfte, merkwürdig indefs in 'Anse-
wählte und verwarf. Aber sie hung der Personen, von de-
wollte nicht blofs fremden nen sie ausgiengen ; indem
Waizen sichten ; sie wollte man Einige von ihnen schon
auch selbst bauen. Zu diesem. sonst als heildenkendeKöpfe
Ende setzte sie monatliche Zu-
sammenkünfte unter ihren Glie kennt.
dern, fest, die sie Übunglogen " In der Zeit, da der bessere
nannte, und worin immer drei Theil der Menschheit bemüht
bis vier Brüder in offener Mei- ist, die Vernunft von der drü.-
sterloge ihreVersuche über mau- ckenden Bürde heiliger und pro-
Terische Gegenstände vorlasen. faner Vorurrheile zu befreien,
Sie glaubte , dadurch dafs sie ist es vielleicht ein minder be-
ihren Arbeitern ein maureri- fremdendes U ntern ehre en , ihre
schesPublicum vergegenwärtig- Rechte auch da, geltend zu ma-
te, dem der Vorleser seine Per- chen, ,wo man es bisher als ih-
son nicht verbergen und dessen ren höchsten Triumph ansah,
unmittelbarem Urtheile er nicht sie zu verleugnen. Man machte
ausweichen konnte, jener ano- diese entehrende Federung an
JOURNAL FÜR FREIMAURER. 153
die freigeborne Prüferin alles sey. Diese Verehrwürdigung
'Wahren und Guten beinah in. alles Unbegreiflichen mufste na-
allen Religionen" (hirclienpar- türlicherweise den VVerth. ge-
teien) „und geistlichen Orden, meiner Wahrheiten herabsetzen
die ihr Daseyn entweder der und, weil Glauben immer nur
Schwärmerei eines erhitzten auf Autorität sich gründet, den
oder der speculirenden Klug- höchsten Despotismus in der
heit-eines verschmitzten liopies Geisterwelt veranlassen. Die
Zu danken hatten. 'DieFode - Unfehlbarkeit eines Einzigen
rungen , welche die Stifter sol - ward stark genug, es mit der
cher Orden an den Menschen. Vernunft aller Menschen , ja,
machten, waren meist so be- selbst mit den Zeugnissen ihrer
schaffen, dafs sie mit den Rech- Augen, aufzunehmen; und ein
ten der Menschheit und derVer- Galilei mufste seine mathemati-
nunft unmöglich bestehen konn- schen 'Wahrheiten dem Ausruf
ten. Da sie 4also nicht hoffen. eines jüdischen Feldherrn auf-
durften, ihre Institute auf Ueber- opfern, der Nichts dafür konn-
zeugung: zu gründen; so grün- te, dafs er sein Kriegsheer ver--
deten sie dieselben auf Glauben; ständiger, als die Sonne, com.
weil sie aus ihrer eignen Erfah- mandirte."
rung wiifsten, dafs die Sphäre „Wohl uns, meine Brüder„
des Glaubens viel weiter als dafs Freiheit , zu denken, und
die des Wissens, sey, und ' dafs Gleichheit aller natürlichen Rech-
es für ihre Absichten weit zu- te ein wesentliches Grundgesetz
träglicher seyn würde , die unsres ehrwürdigen Ordens aus-
Menschen zu überreden, als sie machen, und dafs wir in unsrer
zu. überzeugen. Sie hatten hier- freien Geistesrepublik keine P äpt.
bei noch den Vortheil, dafs ih- ste haben „„Ein Bruder
nen der den Menschen angebor- darf sich nicht fürchten, dein
ne Hang zum Wunderbaren, andern sein Herz ganz sehen zu
und ihre natürliche Ehrfurcht lassen ; "" — Dieses Grundgc-
gegen alles Übernatüeliche und setz allein wäre schon hinrei-
Unbegreifliche, aufhalbem We- chend, jedem Mitgliede unsres
ge entgegenkam. Sie nützten. Ordens das Recht zuzusichern,
diese Schwäche der menschli-, dafs er frei denken und seine
chen Seele, die vielleicht das Gedanken ebenso frei seinem
sichtbarste Zeichen ihrer Ein- Bruder mittheilen kann, wenn
geschränktheit ist, so gut, dafs ihn auch nicht der Name eines
die Vernunft in Kurzem ihre freien Maurers beständig an den.
Rechte an den blinden Glauben Gebrauch dieses Rechtes erin-
abtreten mufste. Sie machten. nerte. Aber fern sey es von uns,
den menschlichen Geist unzu- dieses Recht auf willkührliche
frieden. mit den Wahrheiten, Auslegungen unserer Gesetze,
die er durch Beobachten und.
Nachdenken aus sich selbst er-
zeugen konnte ; sie erhöhten. Waren diellerausgeb er des Jour-
seinen Geschmack für das Un- nals noch nicht iri den Geist der
begreifliche und brachten ihn. Grofsmeisterthiimer eingedrun-
gen ? Oder wollten sie blofs das
dahin , dafs er lange nicht so- Ansehen.haben als ob sie ihn
viel Beruhigung fand in dem nicht kennten ? — Vgl. unter an-
dem die am Schlisse des ArZ,:„
Gedanken : dafs Eins — Eins, Q:.4.0.tcgz, angeführte Schrift!
als in dein, dafs Eins — Drei 4nna dcs fierausg.
154 JOURNAL FÜR FREIMAURER;

auf, hartnäckige Vertb.eidigung laste, den entferntesten Spuren


unserer Meinungen , auf Neue- seiner Entstehung und allen,
rangen, Sectirerei und Prosely. auch nur zufälligen, Ähnlich-
tennoacherei ausdehnen . zu wol- keiten nachzuspüren, die ermit
len! Diefs hiefse: Sclaverei aus den geheimen Gesellschaften al-
dem Munde der Freiheit predi- ler Zeiten und Völker gemein
gen, und mit dem Rechte der hat. *) Denn, gleichwie ein
Gleichheit selbst alle Gleichheit Mann, dem seine Familie theuer
aus unsrem Bruderbunde vertil- ist, Alles sorgfältig aufsammle;
gen. Die Maurerei empfindet was dazu beitragen kann , die
noch bis diese Stunde nur zu zerstreuten Zweige derselben in.
sehr die Zerrüttung, welche einen gemeinschaftl. Stamm-
Parteigeist und Sectirsucht un- baum zu bringen , und so das
ter ihren Gliedern angerichtet Andenken der ihm theuren En-
hat; und Derjenige, der alle kelschaft soweit , als möglich,
die losgerissenen einzelnen Ret- in die graue'Vorveelt seiner Ur-
ten ihres Bundes wieder zusam- väterzurückzuführen: so glaub-
menknüpfte, verdiente die erste ten auch wir, an dem über den
Ehrensäule in ihrem Tempel." Erdball verbreiteten Stamme der
„Die Maurerei müfste mehr grofsen und ehrwürdigen Mau-
als göttlichen Ursprungs gewe- rerfamilie nicht ghnz unfrucht-
sen seyn, wenn es ihr nicht bare Zweige zu seyn wenn.
ebenso, wie der Religion selbst, wir alle Spuren von Ähnlich-
hätte ergehen sollen. IhreWahr- keit zwischen ihr und den bcre-
lieiten " u. s. w. lieimen Verbrüderungen aller
Zeiten, als Materialien zu einer
Hier schliefst sich die Stel: künftigen Genealogie derselben,
ie im obigen Artikel: Frei- sammleten, und freuten uns je-
maurerei, (B. 1, S. 3. 04 ff., der entdeckten Spur von— sey 's
unter f.) an ; worauf es wei- auch nur zufälliger — Analogie,
die dazu dienen könnte, unsre
ter heifst: Verbrüderung mit den Brüder-
„ Eine solche Gesellschaft ar- schaften der Vorzeit, wo nicht
beitet nicht in den Regionen durch das Band der Verwandt-
der Möglichkeit, sondern im schaft, doch durch das Band der
lireise der Wirklichkeit ; sie Ähnlichkeit zusammenzuknü.-
arbeitet nicht für sich, sondern. pfen. Wir liefern zu diesem.
für die Menschheit. Wohltha- Ende Nachrichten von den My-
ten sind ihre Geheimnisse * — sterien alter Völker, — der
Diefs sind die Begriffe, die wir
uns -von unserem ehrwürdigen
Orden machen zu müssen glau... *) Diese Xhnlichkeiten führten 'die
ben, um uns an der Ehrfurcht, würdigen Männer, gleich sovie-
die wir ihm schuldig Sind, nicht lenAnderen in älterer und neue-
zu versündigen; und diefs ist rer Zeit, auf falsche Spuren von.
der Entstehung und dem We-
der }lauptgesichtspunct, von sen der Freirnaurerbrüders chaft,
welchem wir die Versuche, die welche sie den. rechten Weg ganz
wir unseren Brüdern mitthei- verfehlen liefsen; wie sofort aus
der Benennung: Orden, die sie
len, betrachtet wissen möchten, durchgängig gebrauchen , und
.Aber eben diese Liebe und Ach- aus fian oh er andern D arstellung
und.I3ehauptung, erhellet. Vgl.
tung für unsren ehrvvardig,en oben den Art. : GgscuxcliTE!
Orden war es, die uns v eran- Anm. des erausg.
JOURNAL FÜR FREIMAURER. 155
nicier, Äggptier,, Perser , liefern, manchem durch blen-
dianer, Griechen und Römer, dende, aber gemachte, Ähnlich-
Nachrichten von den Mysterien. keiten irregeführten Leser , und'
der Christen und den Verbrü.- in ihm der Wahrheit, einen
derungen des alsMittelalters,
Mittelalters er- Dienst geleistet zu haben. Eben-
klären aber, wir diese 'Zt.ach- so nothwendig ist es, in der Ge-
richten für Nichts, als brauch- schichte der Mysterien die ver-
bare und genau gesammlete Ma- schiedenen Zeiten ihrer Aufnah-
terialien,. geben, aus denen einst me , ihres Verfalls und ihrer
ein philosophischer Genealog mannichfaltigen Mod ificatio
unsres Bundes, der Scharfsinn nen z,u unterscheiden,— ein Um-
genug hat, der Grundidee einer stand, der in den bisherigen Un-
geheimen Verbrüderung durch. tersuchungen der Mysterien sel-
alle iVfodificationen und Gestal- ten beobachtet worden ist."
ten , die sie in dem Geiste der Seit der Erscheinung die-
verschiedenen Völker angenom-
men hat, nachzugehen, und sie, ses Journals, dem eine grö-
auf ihren ersten Ursprung zu- fsere Bändezahl zu wün-
rückzuführen , eine philosoph. schen gewesen wäre, ha-
Geschichte der Freimaurerei ben. sich zwar verschiedene
nach allen ihren Zweigen und Grundansichten der geiehr-
Gestalten entwerfen kann. —
Auch bürgen wir in unseren ten. Verfasser von den Ge-
Nachrichten von den Mysterien. o-enständen ihrer Untersu-
nur für die Data, für ihre Ge- chung wesentlich geändert ;
nauigkeit und Richtigkeit, nie manche Vorurtheile, in de-
aber für ihre Vergleichung, wel-
ren Fesseln auch sie, die
che , da jeder Bruder in unsrem
freien Bunde das Recht seiner edlen Forscher nach Wahr.
eigenen Augen hat, der Will- heit, befangen lagen, sind
kühr und Verantwortung eines seitdem durch geläutertere
jeden überlassen bleiben xnufs, Begriffe ersetzt worden: es
wenn man nicht Gefahr laufen
sich an dem heiligsten wird indefs dieses Werk ixn.
Rechte des Menschen, an seiner mer seinen Werth behalten.
Geistesfreiheit, zu vergreifen. Auch dienen Im einige Ge-
Doch haben wir, nach dem Bei- dichte, die zuerst in dassel-
spiele so mancher Schriftsteller,
welche die Freimaurerei mit
be aufgenommen wurden
den Mysterien der Alten ver- und in derFolge, zum Theit
crlichen , uns nie erlaubt, den verändert, in ganzen Samm-
Mysterien Dinge anzudichten, lungen erschienen, z.B.das
die sie nach den Zeugnissen der kräftige Gebet eines Freimau.
Alten nicht haben und in ihre
ß eschreibangAhnlichkeiten erst rers „ 0 !DessenWeis-
hineinzulegen , um sie hernach heit " u. s. w, und das herr.
bei ihrer V ergleichung mit der liehe Lehrgedicht: Glau–
Maurerei darin zu finden; und bensbekenntnzfs eines 72;cich
wir glauben, ebendadurch das Beide
Wahrheit Bincenden
b
wir die Geschichte der Myste-
rien ohne willkührliche, mit von Bluinauer, (Jahr& 1784,
Absicht hineingelegte Zusätze Qu, 1, S. 227 — 236, und
156 JOURN. F. FMREL. JUDEN.
Qu. 3; S. 216-232,) sowie . rea ind foppe, jetzt Jaffa,
einige schöne Situationen, an der syrischen Küste des
von Fridrich , zur wahren Mittelmeeres , lagen , und.
Zierde.] welcher historischerEin-
„JOURNAL FVANFREIMAU.. sicht mehr, als jeder andere
als Manuscript ge- Gegenstand des gelobten
druckt für Brüder ; " (o. 0., Landes, merkwürdig ist. —
welcher aber Altenbure; ist;) Sein Name dient in mehren.
2 Bände in 8.; 1804 u. e05 ; höhern Graden zum Erken-
[dann „ Neues Journal" -u.. nungwort. •
s. w. , B. 1, Heft 1 und 2, ,JUDEN (DIE). Ob Männer
1812, von denen das 2te erst dieses Glaubens zur Frei-
im 3. 148, u. H. 3 im J. 1819, - xnaurerbrüd erschaft zugelas-
seitdem aber keines weiter, sen werden können?— Diefs
ausgegeben worden ist;] eine ist eine mehrmals verthei-
Sammlung sehr reichhaltiger digte und bestrittene Frage.
Aufsätze über alle Theile Nach einigen alten Grun dge-
der Maurerei. [S. oben den s etz en der Maurerei, denen
Art. : ALTENZURSI] zufolge der Aufzunehmende
JUB .ein bedeutendes ein Christ seyn und bei dem
Wort in einigen höhern Gra- zu leistenden Eide seine
den, nach der verstümmel- rechte Hand auf das Evan-
ten Aussprache des hebräi- gelium Johannis in der auf
schen Worts; Abel' ( Geber geschlagenen Bibel legen
der Freude). mufs , kann kein Jude ein
glIBE,LA ; TUBELO ; JITBE- guter Maurer werden, oline
t -uivi; 5. oben im Art.: HI- aufzuhören, ächter Jude zu.
RAY', S. 68 f.li seyn. Andrerseits aber strei-
JUBLE, JOJ3EL; hebräisch. tet die Ausschliefsung die-
(die Freude); ein bedeuten- ser Glaubensgenossen mit
des Wort in den höhern Gra- dem Kosmopolitismus, wel-
den. chen die Maurerei lehrt;
J•u p .A.; (so hiefs ein Stamm und in den französischen
des israelitischen Volkes, Logen, wo der Eid auf das
ingl. der nördl. Theil von Statutenbuch abgelegt und
Palästina ; ) ein bedeutendes die sogenannte Arbeit in den
Wort in mehren höhern Gra- Logen wie eine jede ande-
den, [Voir „Manuel .re gesellschaftliche Belusti-
p. 94 sequ. gung behandelt wird, wer-
Jrnoi4 war derjenigeTheil den Juden ohne allen An-
von Palästina, worin Jeru- stand,' ja sogar, um den
salem, Bethlehem und Jeri- Leichtsinn auf's Höchste zu
cho , sowie die Häfen . Ceisa- treiben, in den ganz papi-
JUDEN. JUDEN. 157
stischenRosenkreuz- Grad des den nlögen. — Zu dem
dortigen Systems, aufge- hierauf folgenden Satze
nommen. [Man lese hierzu „Hierdurch wird die Maso-
nach : „das Johannisfest" u. nei der Mittelpunct der Ver-
s. w. „ von dem Freiherrn einigung und das Mittel,
von Wedekind," S. 82-89 ! ] treue Freundschaft unter
Personen zu stiften, die
ausserdem in beständiger
[Oben B. 1, S. 250, ist
Entfernung hätten bleiben
bereits in einem neuerlichen
müssen," mächt Br. Krause
Beispiele erwiesen worden,
in den „NU.," n. A., 13. 2,
welche Grundsätze die neu-
Abth. 1, S. 194 f., nachste-
englische Grotsloge zu Lon-
hende Anmerkung. —
don in Ansehung der Zulas- " Es wird hier die Brüder-
sung israelitis cher Glaub ens- schaft als ein Mittel bezeichnet,
genossen befolget. Ältere unter Menschen, die sonst sich.
finden sich in der S. 24, einander nie geruhet haben wür-
Sp. a, angezogenen Schrift den, treue Freundschaft zu stif-
ten ; und zwar soll sie diese
„Werden und können Israe- Menschen einende Kraft
liten zu Freymaurern aufge- lieh dadurch erlang-en dafs sie
nommen werden ? " u. s. w., alle Menschen ohne Unterschied
verzeichnet. Der Verf., der der Rel1/4ionbegriffe aufnehme ;
jene Frage bejahend beant- und es ist zuzugestehen, dafs
schon dadurch Etvvas für wahre
wortet, begründet mit Recht Menschheit gewonnen werde,
seine Meinung durch die er- dafs Menschen von verschiede-
ste alte Pflicht (old Charge) nen Gottbekenntnissen sich ein-
in Anderson's „Constitutio- ander rein als .1Pienschen
schaftlich nähern , sich einan-
nenbuche" vom Jahre 1723, der bei gemeinsamer Beschäfti.
(s. oben 13. 1, S. 408-410 gung tragen und in ihren rein-
Note!) nach welcher „die m enschlichen achtbaren Eigen-
Masonen jetzt lediglidh zu schaften kennen lernen. Eigent-
derjenigen _Religion, worin lich sollte aber hier angegeben
seyn, Was die Maurerei an sich
alle Menschen übereinstim- selbstEigenthürnliches ist. Dann
inerb, verpflichtet, ihre be- erst liefse sich auch absehen, Was
sonderen Meinungen aber sie als Mittel überhaupt, und in
ihnen selbst überlassen wer- der fraglichen Hinsicht inson-
derheit, bewirken könne. in.
den, das ist, gute und gewis- allen Urkunden der neuengli-
senhafte Männer seyn sol- scheu Maurerei, die mir bekannt
len, oder Männer von Ehre geworden, findet man über die-
und Rechtlichkeit , durch se Hauptfrage keinen bestimm
was immer für Benennungen ten , in einen klaren Begriff ge-
fafsten, Aufschlufs."
o der Glaubensüberzeugangen Ferner ist dem edlen Men-
sie sich übrigens unterschei- schen sein Religionbegriff nie
158 JUDEN. JUDEN.
gleichgültig, Soll daher das gemeinen Constitutionen oder
Aufnehmen aller Religionver- ih den Constitutionen und Ri-
wandten nicht eine verwerfli- tualen vermeintlicher Höher-
che Gleichgültigkeit über die grade , unterzuschieben und
Sache der Religion, sofern die- aufzudringen. So nehmen meh-
se gesellschaftlich erstrebt und re Logen und Logenvereine in
ausgeübt wird, mit sich führen verschiedenen Ländern, wider
oder dahin ausarten, so ist er- obiges allgemeine Altgesetz des
foderlich, däfs nach dem klar Bundes, nur Christen auf; wo-
erkannten Urbegriffe der Frei- durch sie beweisen, dafs sie ei-
xn aurerei bestimmt werde, wor- ne Erstwesenheit ier Masonei
in und inwieweit alle Mitbrü- nicht erfassen. S. das „Gesetz-
der in Ansehung des Religion- buch der Grofsen. Freimaurer-
begriffes übereinstimmen zniis- Loge Asträa; " St. Petersburg,
gen 2 um auch in dem Urbegrif- 18x5!"
fe der .Fireinzaurerei einstimmig
seyn zu können. Geschieht Diefs
nicht, und wird Nichts gethan, *) Unter den allgemeinen Freimau-
um die Brüder, vermöge der rer - und Logenpflichten . steht
lehre der
Aneignung der brund dort S. 65 oben an:
Freimaurerei selbst, auch auf „§. 1473. Ein wahrer Freimau-
rer verehret Gott als den Schö-
dem Gebiete der Religion, in- pfer und Erhalter des grossen.
nerlich, im Geist und. Gemüth, -Weltalls, und vermeidet Alles,
was einen Mangel dieser Vereh-
übereinstimmig zu machen und rung anzeigen könnte. 'Er er-
sie sich einander zu nähern, so kennt die Heiligkeit der Reli-
gewinnt jener menschheitinnige gion Christi an, beweiset - durch
treue Befolgung
_ihrer Vors ehrif-
Grundsatz nicht Leb wirksam- ten , dafs sein Herz von, den er-
keif. Denn erstlich bleiben habenenLehren des Evangeliums
dann die Brüder im Herzen und dnrchrlrungen , ist , und macht
das Sittengesetz zur einzigen
im Leben, obgleich dem Rau-- Richtschnur s ein erHandlungen."
xne nach sich gans nahe, den- Es ist auch daher im §.• 162, S.
noch widerartig gesinnt und 59, Ebendasselbe, und mit den-
selben Worten, iestgese
tzt, was
voneinander entfernt; — sie in dein „Grun.dvertrage der Gro.-
lernen höchstens wechselseitig fsen FM.-Loge Royale York zur
Freundschaft," (2te Ausg., Berl.
ihren Anblick ertragen ; und das 1800,) die AzInahrrze - Gesetze S.
edlere Gemüth nimmt aus dem LXII enthalten:
Beisammenseyn. einigen Anlafs „dals, in Rücksicht der Gesell-
schaft und Erreichung ihres
zu duldsamen Gesinnungen: Zweckes selbst, der Aufzuneh-
aber der innere Zwiespalt wird. mende a) ein rechtschaffener,
nicht gehoben; und zur Heu- für alles Gute leicht empfäng-
licher Mensch und irgend einer
chelei eröffnet sich eine gefall"- imStaate geduldetest christlichen
volle Gelegenheit in den gebo- .Religionconfession zugethan
tenen äufserlichen Geberelen der seyn soll."
Im „Constit. Buche der Loge
Bruderliebe. Und sodann wer- direhirneeies z. d. 3 .Reifsbretern
den durch jene Unbestimmtheit in Altenburg," S. 16, dagegen
werden folgende Grundsätze aus.:
alle irgend einem geltenden Re- geserochen.
ligionbegriffe von ganzer Seele 4. Kein. Mensch kann zum
zugethane Brüder verleitet, die Freimaurer aufgenommen wer-
den, welcher nicht an sittliche
Beschränktheit ihrer Ansicht u. Freiheit, oder Moralität, an ei-
Einsicht dennoch der Alasonei ne sittliche Weltordnung, oder
und dem Masonbunde , offen- an Gott, und an ein ewiges Fort-
schreiten des Menschen, oder an
kundig oder geheim, in den all- Unsterblichkeit, glaubt."
JUDEN. JUDEN. 159
„Endlich verursacht die Ver. und Menschlichkeit mit Herz
sciiiedenheit der religiösen Vor und Sinn vereint, im Innersten
stellungen , und die Geschie- über jene Unterschiede auf eine
denheit der verschiedene Reli- der reinsittl. Lebenleitung (der
gionbegriffe zum Grunde legen- moralischen Erziehung) ange-
den Gesellschaften , zwar eine rnefsne Axt belehrt und über
mächtige Trennung der Men- jene Unterschiede und Treu-
schen , allein beiweitem nicht nungen in das Höhergebiet des
die einzige. Ebenso hinderlich ewig un vvandelbaren Allgemein-
für die reinmenschliche Gesin- menschl. erhoben worden wä-
nung sind die Unterschiede der ren , könnte der Bund ein Mit-
Völker, der Geschlechter, der tel treuer Freundschaft unter
B erufs tän.de , der Rechtsbegriffe Menschen werden, die sonst in
und Staatsverfassungen , des fortwährender Entfernung ge-
Reichdu/1ms und der Armuth an. blieben seyn würden."
Aufsengüthern, der Körper- " Auch die reine Lehre Jesu
schönheit und Uns chönheit, der enthält bestimmt dieselben Vor-
Charactere, der mannichfalti- schriften , (z. B. „Evang. Luc."
gen wissenschaftlichen Systeme, X, 25 —37; vergl. „ Matth.
und überhaupt der entgegen XXI, 43, — und 12,
gesetzten einseitigen , einsei- — XXIV, 14, — XXVI, 13!)
nt:so- übertriebenen und einander nebst den Beweggründen, ihnen
widerartigen Strebungen und treu zu leben: aber die Kirche
Vortheilhinsichten (Tendenzen. war denselben sowenig jemals
und Interessen) aller Art, wel- treu, als die Freimaurerbrüder-
che hier ausdrücklich erwähnt schaft.'
seyn sollten." Weiter sagt Er. Krause a .
„ Nur dann, wenn die Brüder,
auf dem Grunde der Menschheit a. 0. S.435,i ndem er noch-
mais erwähnet, dafs mehre
Logen und Grofsiogen alle
4. 5. Dagegen kann Jeder auf- Juden , als solche, für im
genommen werden, welcher die-
se drei Puncte nicht nur bekennt, faltig zur Aufnahme erklä
sondern auch von Herzen glaubt, ren, (vergl. die oben E. 1,
und innig von diesem Glauben.
erwärmt und ergriffen ist, da- S. 413 angeführten Artikel1
mit man auf seinen Eifer und
auf seine Thätigkeit für die u. 5 der Zinnendorfer Grund-
Zwecke des Ordens" (Vereins) gesetze!) und dafs selbst
„rechnen könne."
„§.6. Hieraus-ergiebt sich, dafs mehren deutschen Logen
weder das Bekenntnifs zu einer
gewissen positiven Iteligion, noch und Logenvereinen Gesetze
auch das Bekenntnifs zu einer bestehen, welche die Juden
gewissen _Religionpartei,. (wie et-
wa zu Einer der drei am. deut- von der Mitgliedschaft aus-
schen Reiche anerkannten christ-
lichen Parteien,) ausschliefsen.d schliefsen, in der Note::
das Recht gebe , aufgenommen „Dafs die Juden, als solche,
zu werden. Eben hieraus folgt
aber auch, dafs keinem einer nach dem ersten Altgesetze des
andern, als unserer landesübli- NE. Constit. Buches der Auf-
chen Confession Zugethaxien,
wenn übrigens seiner Aufnahme nahme zu Freimaurerbrüdern
keine Hindernisse im VVege ste- fähig sind, wenn sie dazu die
hen., der Zutritt versagt werden übrigen Erfodernisse haben, ist
könne."
Anm. des Reraust. offenbar; denn, „ ” sie verehren
160 JUDEN. JUDEN

Gott, als Einen ; sie sind keine s'a.'gue vom Judenthome, die
Atheisten und Libertiner ; sie ihnen noch aufserdem ohne
sind achte Noachiden, die die Übertritt zu einem andern sta-
drei grofsen Artikel des Noah tutarischen religiösen Vereine
befolgen. " -- (S. unten den fast nirgends auf Erden erlaubt
Art.: Noachidische Gesetze!) wird, gestatteten."
Aufserdem macht den Juden. Vor der auf der vorherge-
ihr Gesetz Treue und Redlich-
keit gegen jeden Menschen zur henden 5. 157, Sp. a, aus
Pflicht und schreibt ihnen vor, Anderson's „C.B." v. J.1723
Rechtschaffenheit, Weisheit u. übersetzten Stelle des ersten
Güte an jedem Menschen, auch. Altgesetzes heilst es daselbst:
aus andern Völkern, zu achten ;
wie Dieses auch die heil. Bii- „In alten Zeiten lag den Ma-
cher der Juden an mehren Bei- sonen ob , in jedem Lande
spielen zeigen. Dafs indessen. sich zu der Beligiorz," (dein
die Religionlehren und das Ge- äufsern Glaubensbekenntnis-
setz der Juden, wenn Beide in se , der Kirchenpartei) " die-
der ganzen Strenge genommen
werden, in. manchen Puncten ses Landes oder dieses Vol
mit reiner Menschlichkeit strei- kes, welche sie immer seyrt
ten und dem Urbilde der gott- mochte, zu bekennen." —
innigen Menschheit zuwider Diefs ward in der folgenden»
sind kann ebenfalls nicht ge-
läug. net werden; und es gehöret
Ausgabe des„C.B.". von 1733
dahin v,orzüglich die Annahme, dahin abgeändert : „In al-
das einzig aus erwählte Volk ten. Zeiten lag den christli-
Gottes zu seyn, sowie auch vie- chen Masonen ob, nach den
le Gesetzvorschriften, welche christlichen Gebräuchen. je-
die Juden in der Gemeinschaft
und in dein Vereinleben mit al- des Landes, worin sie rei-
len andern Völkern xnenschheit- seten oder arbeiteten, sich
widrig beschränken. Allein, ab- zu richten. " — Zu dieser
gesehen davon , dafs dieses Ge- letztern Steile bemerktKrau-
brechen allen den relig, iös enVer-
einen gemeinsam ist , welche se a. a. 0. S. 220 , Note c
die Satzungen ihrer Glaubens- „DieseBebauptung ist völlig
lehre als ausschliefsend seligma- geschichtgemärs ; wie wir aus
chend betrachten ; wershalb al- der Yorker Constitution wissen.
so auch die Mitglieder aller die- Anderson gesteht also hierdurch
ser Vereine von «den Logen aus ein, dafs die Unabhängigkeit der
geschlossen bleiben müfsten : so Maurerei von verschiedenen.
es auch bereits sehr viele Go ttlehrb egriffen ein uraltes
luden,, welche jene menschheit-
luden Grundgesetz der Brüderschaft
widrigi en Lehren und Gesetz- sey, — also nicht eine neue Ein-
vorschriften im eignen Geist richtung des NE. errofsmeister-
und Herzen, verwerfen, ohne thums ; wie einige Anhänger
dafs sie defshalb und dabei in desselben, aus Unkunde der äl-
solchen Uberzeugungen, und testen Geschichte der Brüder-
zugleich in solchen ä.ufseren schaft, noch jetzt vorgeben.
Verhältnissen, leben welche Doch scheint er, die überliefer-
ihnen eine pflichundsige Los. te Religionfreiheit innerhalb der
JUDEN. JUDEN. 161
Brüderschaft auf die christi. Par- ten, und hier im 2ten B. 5.81,
teien beschränken zu wollen, Sp. b, bis S. 82, Sp. a
und so der NE. Constitution das
Verdienst vorzubehalten, die- Über jenes Verfahren der
se Freiheit auch auf nichtchrist- NE. Grofsioge giebt Er.
liche Religionbee-riffe erweitert _Krause in den „HU." B. 1,
zu haben. Da aber in der YC. Abtb. 2, S. 320-322, fol-
so gut, wie hier, ausdrücklich
die Gesetze der 2■Toachiden den. gen de Erläuterung. —
Maurern als Gesetze ihres Ver- „Die Stifter des NE. Grofs-
haltens eingeschärft werden; ineisterdumm vom J. 1.71 7 woll-
da ferner in der dritten Pflicht ten , (sowie das Grofsmeister-
der YC. ausdrücklich von al- thum der alten Maurer zu Lon-
len Menschen, wenn sie auch. don, und sowie noch heute das
einer andern Religion oder Mei- neue aus beiden vereinigteGrofs -
nung zügethan seyen, die Rede rneisterthum daselbst,) diejeni -
ist; und. da 21. nderson diese Ur- ge Partei der Christen , welcher
kunde vor sich hatte; so bleibt sie angehörten, und die sie für
dem NE. Grofsmeisterthume in die beste hielten, *) obgleich
Hinsicht dieser ersten Pflicht
nur das Verdienst, dieses alte
ächte Grundgesetz wieder herge- 4") „Wr en ," (s. d. Art.!) „der als
stellt, etwas deutlicher ausge- Grofsmeister die Maurerei in
England gehoben und vervoll-
sprochen und in Ansehung der kommnet hat, und in hohem
Aufnahmfähigkeit der Islichtchri- Alter noch im Jahre 1717 lebte,
sten , der Juden, Mohammedaner war ein aufgeklärter Protestant;
.
Anderson war ein prrsbyterzanz-
und Heiden, nach und nach in scher Geistlicher un,dDesaguliers
Ausübung, gesetzt zu haben ; wäh- ein französischer Reforrnirter
rend im Geg-entheil die soge- und die Stifter des NE. Grals-
xneisterthumes legten bei Be-
nannten alten Maurer (ancient stimmung des Zweckes der Brü-
Masons) noch heutzutage 77 ur derschaft, und insonderheit bei
Bestimmung des Verhältnisses
Christen aufnehmen, ja selbst desselben zur Religion und zum
mehre einzelne deutsche Logen, Christenthume, die Lehre des
ob sie gleich nach der NE. Con- Comenius" (in D essen Schrift:
„Pasiegersia" u. s. w. ; s, einen
stitution arbeiten und diese er- vollständ. Auszug. in _Krause':
ste Pflicht, wegen ihrer Mensch-. „Tageblatte des Menschheitle-
lichkeit (Humanität), als das bens" Nr. 18, 22, 26, 80 und 34!)
" und Dessen urbildl. Plan, ei-
Hauptverdienst des NE. Syste- nen allgemein -, menschl. Verein,
xnes, — als das Höchste der Frei- als wahrhaft allgemeines (katho-
lisches) Christenthum, zu stiften,
maurerei , preisen dennoch, zum Grunde." -- " Da nun die
Juden unter sich aufzunehmen,
' damalige Brüclemehaft viele sehr
sich weigern." — Vergl. hier- eifrige römisch-katholische Chri-
sten zu Mitgliedern hatte, wel-
zu oben B. S. 426, beideNo- ehe zum Theil wol die Brüder-
schaft als ein Mittel benutzen
wollten oder dochbetrachteten,
mit den Stuart'schen Königen
*) Sie lautet folgendergestalt. — zugleich auch das plipstlich-ka-
" Gegen alle Menschen sollt ihr tholische Kirchenthum in England
dienstfertig seyn und, soviel ihr wieder herzustellen: so ersehen.
könnt, treue Freundschaft mit wir hieraus zugleich, dafs das
ihnen stiften, euch auch nicht neugestiftete Grolsnieisterthun-x
daran kehren, wenn sie einer an- durch die Annahme der Lehre
dern Religion oder Meinung zu- allgemeiner Religiondill d Un g,
gethan, sind." und durch ihr Bekennen zu dem
4n.m. des ld.erausg. Protestantismus in ihren gesell.
11
J62 JUDEN. JUDEN.

ein grofser Theil der damaligen (Jonsiiiut2ontreu den Juden nach,


Brüder widerstrebten, >k) in und udengenos-
welche die blofsen J
durch die Freimaurerbrüder- sen und die unter ihnen in Ju-
schaft befördern, dachten aber däa wohnenden Heiden darauf
dabei sehr duldsam (tolerant) verpflichteten und in die Vor-
und liebevoll gegen alle Men- halle des Tempels zuliefsen, in
schen , und anerkannten die Hoffnung, sie zu Proselyten zu.
Maurerbrüderschaft als eine der machen und dann ihrem Volke
ganzen Menschheit eigne, auf einzuverleiben. In ähnlichem
reine Menschheit und Mensch- Sinne scheinet mir auch das NE.
lichkeit gerichtete , die ganze Gro fsmeisterthum alle Men-
Menschheit beseligende, gesell schen in den ersten Grad, den.
schaftliehe Anstalt; sowie sie sie ebenfalls als Vorhalle, die
dieselbe auch als eine solche orthodoxe, blind kiichgläubige
geschichtlich überliefert schon Royal-Arch-Manrerei aber als
vorfa n den'• und so haben sie das Innerste und die Vollendung
sich durch ihre Stiftung ein un- der Mauresci , betrachten , auf-
vergängliches Verdienst um die zunehmen, wenn sie nur Gott
Menschheit erworben. In An- nicht läugnen und. die noachi
sehung der noachiclischen Gebote dischen Gebote, sowie Treue
aber ahmten sie , der Yorker und Rechtschaffenheit, als Äu-
• fserung der Religiosität anerken -
nen ; indem die Grofsloge hoff-
te, durch den Besuch der Lo-
schaftl.Formen unaGelräuchen, genversammlungen nach und
sich bei dem protestantischen.
Könige amBesten von dem Ver- nach zu dem von ihr als einzig
dachte, dafs sie wol den Plan. acht angenommenen kirchli-
der Stuart'schen Familie in ih-
rem geheimen Vereine betrei- chen Glaubensbekenntnisse hin-
ben möchten , reinigen konn- zuführen. — 'Übrigens enthält
ten, — dafs sie sich aber eben. schon ihr Lehrlingsgebrauch-
dadurch Bars, Spott und Ver-
folgung ihrer andersdenkenden thum kirchlich - dogmatisch-or-
römisch-katholischen und Stuar- thodoxe Stellen und. Gebräuche
tischgesinnten Brüder zuziehen in Menge, mit welchen ein.
mufsten, Welche ihnen reichlich
zu Theil geworden sind; wie es Nichtchrist unm öglich eins tim-
viele Streitschriften. damaliger m en kann; und ach sehe nicht
Zeit beweisen."
ein , wie ein Israelit oder Mos-
Anm. des Brs. Krause.
lern, oder überhaupt irgend ein
*) „Dieser neuen Einrichtung und Nichtchrist, solche Antworten
ernndbestimmung des Zweckes zu geben, sich entschliefsen
der Brüderschaft mufsten wider-
streben alle Anhänger der könne , als von ihm in der Lo-
Stuart'schen Partei und der Je- ge, z. B. nach .Browne's isister,
suiten, — alle Römischkeholi- 1.52ster *) , 144ster**) und such*
sehe alle streng orthodoxe
Mitglieder der hochbischöffli-
chen, Kirche, — alle Zunftmau.-
rer, welche die ausübende Mau-
rerei auch in der Folge als S. oben B. 1, S. 426f., diese bei-
Hauptsache beibehalten wünsch- den Fragen und Antworten!
ten , endlich alle Anhänger Anm. des Herausg.
der alten Maurergebräuche und
Verfassung. Defshalb mufsten **) „144) Warum stammt die Bibel
die Stifter der NE. Grofsloge von Gotther und gehört für den
sehr behutsam, umsichtig und Menschen im Allgemeinen?"
mit b e dächtiger Langsamkeit zu
Werke gehen." „„Weil es dem Allmä.chti en
gefallen hat, in diesem , -
Anm. Ebendess. ehe Mehres von seinem göttl.
JUDEN. JUNIOR. 163
ren andern *) Fragen, verlangt clicn, richtigen Auslegung. nach,
werden. — Die Meinungb mit 'den eben ausgesprochenen
dafs das NE. Grofsmeisterthum Thatsachen sehr gut bestehen
gegen die christliche Religion, und mit der Überzeugung, dafs
oder wenigstens gegen das Eir- das Clnistenthurn die Religion.
chenthum, sich völlig gleichgül- der Vollendeten sey, sich. sehr
tig und unentschieden (indiffe- wohl vertragen." —
rent) verhalte und alle Religio- " Dafs Diefs wirklich der Sinn
nen an seinen Ort gestellt seyn sey, worin Anderson, Desagu-
lasse, erscheint mir völlig uri- liers und die mit ihnen verein-
gegründet und beruht auf eini- ten Brüder das erste Altgesetz
gen Stellen in den alten Pflich- dahin bestimmten , dafs auch
ten , welche den Worten nach, crutgesinnte, Gott bekennende
religiösen Indifferentismus "duchristen in die Brüder-
zudeuten scheinen, allein, dem schaft aufgenommen werden
Sinne und der, im Zusammen- sollten, wurde mir noch weit
hange der Constitutionen, des wahrscheinlicher, da ich be-
Gebrauclithumes und des Lehr- merkte, dafs jene ehrwürdigen
lingsfragstückes einzig mögli- Brüder in Hinsicht der Annah-
me der noachidi schen Gebote der
,Lehre des damals sehr berühm-
Willen zu offenbaren, als er ten Seldenus" (gestorben im
es auf irgend eine andre 1654) „in. seinem „Naturrechte,"
Weise, weder vermittelst des und in Hinsicht des Planes,
Lichtes der Vernunft, noch
durch die Redekunst in aller durch die Masonei alle gutge-
ihrer Kraft, gethan hat."“ sinnten Menschen endlich zu
Hierzu bemerkt Krause in den
„,KU." B. 1, Abth. 2, S. 210f.: einer allgemeinen, ächten
„Diese dogmatisch.-kirchl. Be- Sinne katholischen, christlichen
hauptung giebt die Lehrmeinung Kirche zu vereinen., der Lehre
und. das Religion.bekenntnifs der
NE. Grofsloge unwid.ersprech- und dem Entwurfe des COMe—
[ich zu erkennen und bestehet 71iltS getreulich folgten."
nicht damit: dafs Moslems, JU-
den, Brahmaverehrer und fitiden D a fs übrigens , ,iwenn ei-
sollen in die Loge aufgenommen nem nicht christl. Candida-
werden können, ohne zu dem
Christenthume üb ergegangen zu ten der Eintritt in die Loge
seyn, wenn sie blofs uz der all-
gemeinen Aeligion, ein guter bewilliget wird, dann auch.
und treuer Mann zu seyn,""
übereinstimmen.. Von keinem in den Gebräuchen keine Be-
Nichtchristen kann man verlan- ziehung auf das Chr isten-
gen, dafs er diese Frage so be-
antworte, als sie hier vorschalft- thunz, stattfinden dürfe, ist
nzafsig und unaliiin.derlich beant-
wortet wird; er lüge denn und bereits oben B.1, S.250 und.
heuchle. Der Vorzug der Bibel 297 f., in den Noten, be-
vor den für heilig gehaltnen.
Schriften anderer Glaubensge- merket worden.]
nassen wird zwar in vorstehen-
der Antwort nur darein gesetzt, JÜNGLING (DER); der
dafs dieselbe mehr Göttliches
enthalte : allein, auch Dieses erste Grad der deutschen
werden Nichtchristen nicht zu-
geben." Union.
Anm. des ilerausg. JUNGSCI OTTE (DER); s.
*) Z. B. die im Art.: fohannes der SCHOTTE.
Täufer, (hier S.132) angeführ-
ten. Anm. Ebendess. JUNIOR (Drn.); der erste
164 KAMM.. RAD 0 S CH.

Grad der Gold - und Rosen- lu-vv-LL (DAS); s. KLEI-


kreuzer. NOD.

E.ABB/R (7n22chti g); ein mer in seinen Grundsätzen


hebräisches, in den höhern und Gebräuchen die wegen
Graden bedeutendes Wort. der Verfolgung der Tempel-
KABELTAU (EIN). Dem alt- herren zu nehmende Rache
englischen Maurereide [im dar. Späterhin wurden die-
Gesellengrade] zufolge, mufs sem Grade mehre andere
j eder Bruder zu den Arbei-
ten seinerLoge sich einstel-
nachgebildet, z.B. der klei-
ne Auserwählte, der Auser-
len, wenn er sich innerhalb wählte der Neun oder von
der Länge eines Kabeltaues. Perignan, der Auserwählte
befindet; Was die Entfer- der Fixa; ,ehnder Ritter
nung von drei englischen von der Morgenröthe, oder
'Meilen, [zu 1760 Yards oder von der Hoffnung, der Grofs-
5280 Fufs , also] von 15840 inspector,, der Grofsauser-
Fufs, ausmacht. [DieSchrift: wählte, der Comthur vom
„ Jachin and Boaz " etc. Tempel etc. etc. — Er ist der
(1776) enthält p. 23 die An- 30ste Grad des in Frankreich.
merkung: ausAmerica eingeführten so-
Ein Labeltau ist 3 Meilen genannten altengl. Systems,
lang; so dafs, wenn ein Gesell der 10te der Martinisten,
so weit von seiner Loge ent-
fernt ist, er wegen seines t\licht- der 24ste des Conseil des
,erscheinens nicht belangt wer- Exnpereurs d'Orient et d'Oc-
den kann. "3 cident in Paris , der 29ste
KADOSCII oder HADOtZ des misphraim'schen Sy-
(Dun RITTER) , RITTER KA- stems, und der 9te des schot-
3D OS CII VOM WEISSEN UND tisch - osophisch en Sy-
SCHWARZEN ADLER, RITTER stems.— Das Wort Kadosck
K K D , oder K- s ; oder Kodesch ist hebräischen
Einer der ausgebreitetesten Ursprungs und heifst heilig.
hohen Grade französischen [Unter der Benennung:
Ursprungs, der von den Grand Inquisiteur grand ]2lu„
meisten Systemen anerkannt Chevalier Kadosch ou Che-
ist. Zuerst wurde er 1743 valier de l'aigle blanc pt noir,
in Lyon unter diesem Na- wird dieser Grad im „Manuel
men gegründet und stellt im- ranon.n., " p. 195 — 208,
HAIN. HAMMER; 165
aufgeführet und dabei an.- smr, DEsEivunruttnas d'Oni-
gegeben, dafs, so verschie- ENT ET d'OCC/DENT.
den auch s aneRituale seyen, Kt AMAEL das verstüm-
doch in allen das Anden- melte hebräische Earnaliel
ken des traurigen endlichen (die Gnade Gottes) ; ein be-
Schicksals eines durch seine deutendes Wort in den hö-
Tugenden und sein Unglück hem Graden.
berühmten Ordens gefeiert KAMT En ( DIE DUNIZLE
werde, — dafs aber der Rit- oder s cuwA.B2E) ist das Zim-
ter Kadosch, von reinphiloso- mer, worein derCandidat vor
phischer Natur, (0 der ein- seiner Aufnahme gebracht
zige in Frankreich zugelas- und seinem Nachdenken
sene sey und mit den, ande- überlassen wird; [wefsh'alb
ren von gleichen Namen es von französ. Freimaurern
Nichts, als die Erkennung- richtiger kt chambre des rd-
worte, Zeichen und Berüh- esions genannt wird. J Es
run gen , gemein habe. Im ist gewöhnlich schwarz aus-
dritten Aufnahmezimmer — geschlagen , nur sChwach
( die beiden ersten dienen erleuchtet und mit morali-
blofs zu Vorbereitungen) — schen Sentenzen und sonsti-
heifst die Loge Ardopage gen ernsten Verzierungen
und im vierten le Senat ; und. versehen,
in diesem wird der vorsitzen-
de Grand•Maitre durch den [Die Lehrlingsfragstücke
Beisatz : trois fois puissant,
in : „Jachin and Boaz" und
bezeichnet und stellt den. nach. Browne besagen blofi,
König Friedrich H. vonPreu- dafs der Aufzunehmende
fsen vor. Zu diesen Erklä- einem Zimmer neben der Lo-
rungen im " Manuel" gehört cie vorbereitet werden soll.-
planche XVIII , worauf Aus der Einfachheit dieses
unter andern ein gekrön- Ausdrucks läfst sich schlie-
ter Doppeladler mit einem. fsen, dafs jenes Zimmer we-
Schwerdte in den Klauen ab- der schwarznoch dunkel,
gebildet ist. — S. auch übernoch sonst feierl
ich , -zube-
diesen Grad das cöthener reitet zu seyn braucht; wie
" Taschenbuch für Freimau- denn auch bei den englischen.
Logen ein einfach dunkles
rer auf das J. 1 .8002 " S. 303
bis 309!] Zimmer, ohne schwarzeBe-
hänge , ohne Todtenkopf,
KAIN, (der Besitz); ein he-
bräisches b e deutendes Wortund ohne alle andere ge-
in den höhern Graden. heimnifsvolle Zeichen und
KAISZ.B. VOM ORIENT I.7'ND Andeutungen , zu diesem
OCCIDENT (DER); s. CON- Zwecke dient. S. „KUrlik."
166 KAMMER. KANONE.

v. Krause, n. A., B. 1, Abth.1, vie vertueuse et confor.


S.138 f., .u.Abth. 2, S. 136 2.1] nie ä cette loi. ""
[K.A.MIVIER(DIE MITTLERE)
„D. Y a- t-il un autre Tem-
9 ui pur etre comparg
ple qui
des Saloirbon'schen Tempels. celui de Solomon ? "
So hiefs das Zimmer der Mei- „„R. Oui, c'est le Tem-
81 er, wo die Arbeiter ihren ple mystique da corps
Lohn empfiengen. Der de Jisus - Christ.""
,,D. LesFrancs-Maons esp-
sechste Abschnitt im Frag- rent - ils yavoirufle pari ?"
stücke des ersten Grades von „„R. Oui.""
dem Orden vom Ilerodoin " D. Comment l'appeilez-
von Kilwinning (s. diesen Ar- vous ? "
„„R. Aussi Zu chambre du
tikel .I ) enthält folgende Deu-
7fliiicU. ''
tungen. - „72. Quelles sont les qualitgs
„D. Les Maqons avaient - ils requises pour y etre adulis?"
quelque place destince h „ „ R. Fei, esp grance et
eux dans le Temple de So- chariM, sans lesquelles
?" on ne pourrait voir
„„1?. Oui, ils en avgient Dieu."
une . 4444
,,D. Qu'espeSrez vous d'y
" D. Comment rappellez- voir?
vous ? " " R. La planche ic tracer
„,,R. La chambre du rni- sur le pave mosaique,
lieu. " la pierre angulaire sur
"D. Quelles gtaient les quali- l'eStoile flamboyante et
t6s requises pour y etre ad- la pierre brate sur la
mis? " houpe dentei ge. ""
„„R. .Fidglitg, hospitalitg „D. Que repr gsente la pierre
et silence." brate?"
"D. Dites si on y re- „„ 27. La. grace divine qui
xnarquait quelque Chose p en gte n os coeurs durs
digne d'observation ? " et de pierre. ""
„R. Oui, on y voyait " D. Que repre%en.te la pierre
le papg mosaiquc, l'itoile angulaire? "
fiamboyante et la houpe „„ R. Le Grand Arclii-
dentelge." tecte de l'Eb4ise, qui se
ZL Que repr6serite Ze pavd nomma nirne la
nz,osaique? " Rose de Aricho et Ze
"" R„. La loi clonn6e par Lys» de la rallde."
Dieu lt Noise, sur le "D. Eiduplawehe ittracer?"
=out Sinai. 4"4 " R. La vie de notre sa-
D. Que reprgsente l'gtoile hn qui nous est tracge
fi amboyante ? " dans le livre de vie. ""
„„li. La gloirc de Dieu Comment nornmez-vous
so montrant sur le autrement ce livre?"
xnont Sinai , lorsque „„R. Le Saint - Evangi-
cette loi litt donnge."“ le. 44ii
8. auch unten den Artikel:
„D. Que reprgsente la houpe
denteige? LICIITER I]
,,,,R. Les ornemens dune KAN 0 (DIE); ein Kunst-
li- ANZLER. HELLE. 1.67

wort; dessen man sich bei In den von der grofsen


den Tafellogen zur Bezeich- Provinzialloge von Ham-
nung eines Glases bedient. burg und Niedersachsen ab-
S. auch WAFFEN. hängenden Logen ist das
r„Im neuengl. Rituale bei Kanoniren bermGesundheit-
Browne kommt wol laden, trinken zuerst in Deutsch-
Ladung, aber nicht Kanone, land abgeschafft worden;
Pul-'er, Feuern, oder sonst und es heifst daher in einem
ein dergleichen spielender, vorn Br. Winkler (Theodor
selbst geselligfroher Männer liel ), zu Dresden, gedich-
unwürdiger, Ausdruck vor." teten Gesange bei)m Aus.
Krause in den „Mj.,' n. A., bringen der Gesundheit auf
13. 1, Abth. 2, S. 253. die Besuchenden :
„Wol anderswo mögen Kanon en
Euch feuern den tönenden Grufs ;
als kämet geschmückt Ihr mit Kronen,
erheischend den festlichen Schufs!
hier können nur Gläser sich fülle n,
zu bringen Gesundheit Euch dar.
Drum nehmet fürlieb mit dem Willen!
Er donnert nicht, aber ist wahr."]
KANZLER (DE-R); s, SE- mess en enVertheilun ,ag jenesliitts
CRETAIRE, abhängt. Ebenso ' ufs allge-
meine Liehe (Ch,arity Liebirinzg-
KARL ; s. CARL. keit) , das Band der Vollkom-
KEI-ILZEICIIEN (DAs); s. menheit und geselliger Ein-
tracht, getrennte Gemüther und
'HAL s z EI CIX EN.
getrennte Vortheile 1nterests )
KEITII (J0IIANN, LORD); zusammenkitten ; so dafs, gleich
s. KINTORE. den Halbmessern des Zirkels,
KELLE (Dxn) ist das 'Werk- die sich von dem Mittelpuncte
nach einem jeden Theile d.ds
zeug der Maurer, welches Umkreises ausbreitender Grund-
man auf den Teppichen der trieb des allgemeinen Wohlwol-
St. Johannisgrade findet, lens sich über ein jedes Glied
und dessen symbolische Be- der Gesammtheit erstrecken mö-
deutung die Nachsicht ist, ge." — Aus „Nofsdor s Mit-
S. 249.]
womit ein Maurer die Män-
gel seines Nächsten zu be. In Florenz wurde die Frei-
decken suchen soll. maurerei zuerst unter dem
[„Die Maurerkelle lehret, dafs Namen eines Ordens von der
Nichts ohne passenden Kitt ver- Kelle bekannt.
bunden werden kann, und dafs
die Vollkommenheit des Gebäu- [In dem „Berliner Archi-
des nothwendig von der ange- ve der Zeit und ihres Ge-
1.68 KELLE. NTJNr-x,r,D.,

schraa cks , " April 1797, S. entstand ein künstlicher Regen t,


349-352, wurde Folgendes und sie liefsen von ihrerri VVerk
ab. — Ein andermal stellte die
als „Spu r einer Freinzaurerei" Gesellschaft Geres und ihr Ge-
angegeben. — folge vor, die .Proserpine'n auf-
„ Fasari erwähnt In seihen. suchten und endlichD erenHo eh-
" Leben der Maler , " bei Gele- zeit in der Unterwelt feierten.
genheit des Giovarzfrancesco In einem Zimmer waren die
Ruslici, einer lifinstlerverbin- verschiedenen Abtheilungen der
dung , die Ferbruderung der Hölle abgebildet. Ein ange-
Kelle genannt. Sie entstand auf st ecktes Bündel Werg erleuchte-
folgende VVeise. — im Anfange, te in einem Augenblicke Jede
des 16ten Jahrhunderts speise- der verschiedenen Höhlen."]
ten verschiedene Icifinstler in ei- HELLTE ( TITODIAS GRAF'
nem Galten von Florenz zu voN) war Grasmeister der
Nacht. Von ungefähr befand
sich ein Haufen Kalk, in wel- altenglischen Grasen Loge
ehern eine helle steckte, nicht in London (von den an cient
weit von ihrer Tafel. Einer der leas.) von 1761 bis 1771.
Gaste., Rola , ergriff die Kelle
und warf aus Scherz einem an- KELLIL (JoHAN-N. GRAF
dern, dem Fee , etwas Kalk in vor]) war Grafsmeister der
den Mund. Der Geworfene rief : Grofsen Loge von Schott-
3,,, Die Reih! die Reih " --
Dieses gab Gelegenheit zur Er- land (von den ancient Ma-
richtun i?; einer Gesellschaft, wel- sons) in den Jahren 1764
che zu. ihrem Wahrzeichen eine und 1765.
Xelle und zu. ihrem Schutzpa-
trone den heil. Andreas erwählte, KniNRnr), König yonMer-
Dessen Festtag sie durch ein cia, in Britannien, zu Ende
feierliches Mahl beging. Auch des siebenten Jahrhunderts,
stellte sie noch manche Lustbar- war ein grofser Beschützer
keiten an, deren Zwei Kasari
besonders erwähnt, weil der- d er Künste undWissens chaf-
gleichen Einrichtungen zu sei- ten, besonders der Baukunst,
ner Zeit schon aus dem Gebrau- und liefs aus Frankreich ge-
che zu kommen anfingen ; Wel- schickte Baukünstler nach
eles er rnifsbilligt und , wie er
sagt, seine guten Gründe hat, Britannien zum Erbau von.
daran zu erinnern. — Bei einem. Schlössern undKirchen kom-
Feste erschienen alle Mitglie- men , [uni die Sachsen
der dieser Verbrüderung theils den Gesetzen und Gebräu-
als Meister ticeils als Handlan-
ger. Die von der ersten Classe chen der Zunft zu unter-
trugen Kelle und Hammer an. richten , welche aus den
ihrem Gürtel; die von der zwei- Verheerungen der Gothen
ten , als Handlanger gekleidet, gerettet worden waren. S.
trugen Itiehehiizzrne und irinclen, » Consthutions etc. byNoort-
und mir die Kelle am Gürtel.
Sie errichteten ein Gebäude von, hoztok ,(‘ p. 01 1.] Im 5. 680
Speisen, das sie hernach einris- gab er den Bauleuten den
sen. Nach. vollbrachter Arbeit Abt von Wirral, Bennet, Es.
'RENT, KETTE* 169

oben diesen Art. !] zum Ob r- Glied ausmacht, bilden ; als


aufseher. Anspielung auf die Ein-
KENT (EnuAn.D AUGUST, tracht, welche die Brüder.
HERZOG VON) UND STRAT- schaft zu einer festen Kette
BEAR'N Graf P072 Dublin, verbinden soll.
geb. am 2. Nov. 1767, gest. [in den Logen vom Zi12.-
am 23. Jan. 1820 , war der nendorfer Systeme, sowie
letzte Grossmeister der alt- vordem in denen von der
englischen Grofsen Loge in stricten Observanz, wird die
London, indem am 27. Dec. Kette nur am Schiesse der
1813 die Grofsloge des neu- Tafellogen, bei der Gesund.-
englischen Systems sich mit heit, welche der Logenmei-
ihr vereinigte; so dafs seit- ster auf das Wohl aller auf
dem nur eine Grofse Loge dem Erdkreise zerstreu.eten,
[der alten Freimaurer] von und der armen und nothlei-
England* existirt und da- denden, Brüder ausbringt,
durch alle Mifshelligkeiten geschlossen und darüber dem
zwischen den ancient und Neuaufgenommenen folgen-
modern Illasons aufgehoben de Erklärung gegeben.
sind. [§.. die oben B. 1, S. 152, „Alles in der Natur ist in Be-
Sp. a, angezogenen Stellen !] wegung; Alles hängt, wie eine
1211m.lu; der Name Eines Kette, aneinander; und es ist
nicht möglich, Etwas auszu-
der neun von Salomon zur
sondern, ohne zugleich in denn
Aufsuchung des vermifsten Ganzen eine Disliarmonie zu
Meisters Hiram auserwähl- verursachen. Also, mein Bruder,
ten Meister. wenn Sie glaubten, dafs bei im-
KESSLER; S. S2BENGSEIrn serer Kette weiter Nichts in Be-
tracht gezogen werde, als: die
S EN. Gernäther in die seligen Em-
KETTE. (DIT.) (ia chaine pfindungen der Freude zu ver-
d'wrion), ist die Cerernonie setzen , die Sie gewils bei dem
*h errn An'fange und Schlusse Liede : „„Fferes et Compag-
nons" etc., empfunden haben,
der Arbeitlogen sowol, als so wissen Sie, dafs wir durch
der Tafellogen. Alle Anwe- die Bewegung von Osten nach
sende, selbst die dienenden Westen *) die ewige Arbeit der
Brüder nicht ausgenommen, Natur vorstellen wollen,
geben sich gekreuzt die durch ein jedes Ding volkom-
men zu werden sucht, und
Hände, [indem Jeder mit als die Kette sich auf die Na-
seiner rechten die linke tur der Welt, und folglich auf
Hand seines Nachbars zur
Linken anfall:st und fest- *1 Es pflegen nämlich die in die
hält,] und so gleichsam eine Kette verschlungenen Brüder,
währe.ndjenes Ge-sanges, sichzu-
Rette ohne Ende, wovon gleichwellenförn2ig hin und her
au bewegen.
jeder einzelne Maurer ein 417,772. des ilerauyg.
170 KETTE. KETTE.

die Natur der Loge, beziehet, ohne alle äufsere Anstalt


wo ein einziger Bruder, Unei- überall und immer gefeiert
rti crkeit und Unordnung in ei-
ner Loge zu verbreiten, fähig werden; verträgt
ersich
h da-
ist. — Dafs aber diese Kette her mit allen, sonst noch so
erst alsdann gemacht wird, wenn verschiedenen , Gebrauch.,
wir auseinander gellen wollen, thumen; —er möge so lange
b.-eschiehet um das Band der Ei.
zug,lieit desto lan g er in die Ge - bestehen, als die Freimau-
mäther der Brüder einzudrü- rerei selbst in höherer Voll-
cken." — Aus „dem Sigmat-.' endung, ihrer Wesenheit
Sterne", Th 3, S. 121 LJ nach, auf Erden blüht!"—
So Krause in den „KUrkk."
[Diese ma.s.anisehe Kette, n. A., B. 1, Abth. 1, S. 275,
(„sie verbindet, ;Was die Anm. **).3
Azfsenwelt getrennt,') — RETTE. (DIE GE sE Lt,
„ist ein schönes,natiirliches, SCHAFT VON DEI3.); eine
sprechendes Sinnbild der auf die Freimaurerei ge-
Eintracht und Bruderliebe impfte geheime Gesellschaft,
'Und verdient, in jederLoge die in den achtziger Jahren
beibehalten zu werden. Ei-, des vergangenen Jahrhun-
neu schönen Gebrauch da- derts in Dänemark entstand
-von mach.endiejenigen deut- und sich im Norden schnell

ischen Logen, welche dem verbreitete, aber wieder er-


\ieuaufgenomnienen, sobald loschen ist. Sie bestand
ihm die Binde sinkt, zuerst hauptsächlich aus Personen
die drei grofsen Lichter und der höheren Classen.
sich selbst, in dieser Kette KIESENWETTER (ERNST
innig verbunden, zeigen. GOTTLOB VON), auf Leippa
Der erste Eindruck ist an und Werda, Landesältester
sich der stärkste; und zu des Fürstenthums Görlitz
ihm gehört wesentlich, dafs und chursächs. wirklicher
demNeuaufgenommenen die Landkammerrad), war Ei-
friedliche und festeVereini- ner der Prioren des Ordens
gung der Bruder,, „in einen von der stricten Observanz
Mann," " wie das älteste unter dem Ordensnamen:
Gebet sagt, anschaulich ge- 17,ques ab Adanrcazte, [und
macht werde ; Dies aber ge- übrigens, wegen seines vor-
schiebt durch die Kette. — trefflichen Characters, ein
Dieser alte Gebrauch ist in seinem Vaterlande sehr
ächtmenschlicli und kann geachteter Mann. Ihm war,
wie er in einem Briefe vom
*)[ Aus dem schönen ,,Lieder. 1. Febr. 1767 für sich und.
kreise far Freirna„rer 4i einen grofsen Theil der Mit-
(Dresden 1815 ; in 8.) S. 48.] „glieder des Ordens versi-
KILMARN 0 CIL NIL WINNIN G. 171
cherte, die Idee, in der Ge- Loge errichtet hätten, auf
stalt eines regulirten freien deren Existenz man jetzt
Ritterordens einen neuen noch in ebendenselben Ar-
Staat zu stiften, wo kein chiven bis zum Ende des
einzelner Wille und keine l5ten Jahrhunderts zurück-
unabhängige Obergewalt gehen kann. Auch hält man
herrsche, reizend; und blofs diese Loge für die erste, die
in der Rücksicht, zu diesem in Schottland gegründet
liin ftigen entliehen Orden wurde; wofür der Umstand
Fonds zu erhalten, garan- noch zu sprechen scheint,
tirte er, nebst dem Br. Je- dafsalleConstitutionenacten
h arm Erdmann von Gersdorf, der ältesten schottisch enL o-
(s. den Anti-Saint-Nicaise,"" gen von ihr ausgestellt sind.
Th. 3, 113 —116 .5 den, von Lall 1744 gerieth die Loge
,Schubart P,. Kleefeld ausgear- von kilwinning mit der
beiteten, ökonomischenPlan Grofsen Loge in Edinburg
der stricten Observanz mit in Streit über ihr gegensei-
seinem ganzen ansehnlichen tiges Alter, welcher dadurch
Vermögen. S. „Aufklärung beseitiget wurde, dafs er-
üb. wicht. Gegenstände in d. stere ihren Sitz ebenfalls
Freimaurerei," (o. 0. 1787.) nach Edinburg verlegte, *)
5. 145-149 und 153 !]
Kndu...A.11N° c (WiLirE,Lx
*) [Lawrie (S.149 f. der deut-
GRAF V o >i), war im J. 1743 schen Übers.) erzählt un-
Grofsmeister der Grofsen ter'm J. 1743 den Vorfall,
Loge von Schottland. Er ganz glaubhaft, so. — „Ein
wurde am 29. August 1746, „Schreiben der kilwinnin-
,,ger Loge," (welche die
als Anhänger der Sache des Grofsloge durch ihren Be-
Prätendenten, hingerichtet. vollmächtigten im J. 1736
KILWINNIN G, eine kleine mitgestiftet hatte,) „wurde
Stadt in Schottland, 60 eng- „verlesen, worin sie sich.
„beklagt , dafs sie nur die
lische Meilen westlich von „zweite auf der Liste sey ;"
Edinburg entfernt. — Die- (die Loge von Mary's Chor
ser Ort wird als die Wiege lad steht zuerst; ) „da sle
der schottischen Maurerei „doch., als die Mutterloge
betrachtet; indem in den. „von Schottland , auf die
„erste Stelle Anspruch hät-
dortigen Stadt - Archiven „te. — Die Grofsloge be-
sich eine schriftliche Nach- „schlofs: dafs , weil die
richt befindet, dafs im Jahre „kilwinninger Loge keine
1150, unter Alexander III., „Beweise, um sich als äl-
„teste Loge in Schottland
„fremde Bauleute, die nicht „zu legitimiren, beige-
englisch „sprachen," allda ei- „bracht, die Loge von der
ne Abtei erbaut und eine Alaninkapelle aber ihre
1.72 KINDER. KINGSTON.

das Constituiren und Admi- DEsAG nüLtri p, s, [oben B. 1,


nistriren der St. Johannis- S. 103 Note!]
Logen der GrofsenLoge von KIN GSTON (JAKOB KIN G7,
Schottland überliefi, sich LoRD), aus Irland, beklei-
dagegen das Constituiren. dete im J. 1729 die Würde
und Leiten der Capitel von eines Grofsmeisters der gro-
den höhern Graden vorbe, fsen Loge von England von.
hielt, und den Titel einer den modern Masons mitgro-
königlichen Grof9en Loge und fsem Ruhm.eund wurde 1730
eines Grofs-Capitels des Or- zum ersten Grasmeister der
ciens sonn Beirodom von Kil- Grofsen Loge von Irland er-
winning annahm, (S. auch wählt. [Hier „führte er die
EDINBUR GU. CITABOTJILLi!] nämlichen Constitutionen
KINDER (DIE) DEL. WITT- und alten Gebräuche ein,
; S. HENRIETTE. denen man in Englandnach-
Kino, Mitstifter der Gro- gehet , und hatte seitdem
"'sen Loge von England von alle Jahre Nachfolger vom
den modern Masons; s. hohen Adel auf Solomon's
Sfhilde ; indem die Grofsloge
von Irland in dem lobens-
„Urkunden bis zum J. werthen Eifer, die Wissen-
„zurück aufgezeigt hätte, schaft der Geometrie und die
„die letztere ein unbe-
„zweifeltes Recht habe, die königliche Kunst der Ma-
" erste in der Liste zu. blei- soney auszubreiten, fort-
"ben. — Das Verfahren der fuhr." S. „Constitutions ,"
,,Grofsloge in dieserSache,” hy Noorthouck, p. 134, und
fährt Lawrie fort, „wider- oben den Artikel IRLAND!]
' ,spricht keineswegs Dem,
„was wir in der allgemei- iiiirirt.ER, ein Advokat in
„nen Geschichte” (5. go, Amsterdam, der nicht nur
verbunden mit S. 82 f.,) als Philosoph und Dichter
„über das Alter der kik seiner Nation rühmlichst be-
„winninger Loge gesagt
„haben. Man -wufste wohl, kannt ist, sondern auch als
„und es wurde allgemein eifriger Maurer mehre poe-
„zugestanden, dafs Kamin- tische und didactische Pro-
9) nin g der Geburt= der ducte seines Geistes hat
„schottischenKaurerei war: drucken lassen.
„allein , da die Urkunden
" der ursprünglichen Loge KINT 0 RE (TOITANN GRAF
„verloren waren so konn- von ) war im J. 1739 Gras-
„te die jetzt bestehende kil- meister der Grofsen Loge
9 ,vv-inninger Loge nicht be- von Schottland.
',weisen , dafs sie dieselbe
„Loge sey, welche die Fr, KINTORE (Joiwrn GRAF
' , M aurere j zuerst in Schott- von), Lord KEITIT VOTI
„lila ausgeübt habe.”] Perariy und Keith-hall , war
1{LAPRO TH. KLEEFELDE. 173

Grofsmeister der Grofsen durch seinean dwirths ch aft,


Loge von England von den lichen Schriften grofses Ver-
modern Masons im J. 1740.. dienst um diese Wissen-
KLATB OTH (MALT. HEIN- schaft erworben. — In der
nicit), geb. den 1. Dec. 1743, FMrerbrüderscb aft machte
gest. am 1. Jan. 181'7, Ober- er sich durch seine Thätig-
Medicinal- und Sanitätrath, keit merkwürdig, mit wel-
und Professor der Chemie in cher er, als genauer Freund
Berlin, Einer aer ersten Che- des Freiherrn von, .Hund, an.
mikerD eutschlands, war ein der Begründung und Aus-
sehr thätiges Mitglied der breitung des Systems der
Brüderschaft und bekleidete stricten Observanz Theil,
von 1798 bis 1817 die Wür- nahm. Er führte in den.
de eines beigeordneten Na.- höhern Graden dieses Sy-
tional Grofsmeisters der stems den Namen : Eques a
Grasen L oge zu den 3 Welt- Struthione.
kugeln, sowie eines Meisters [Von ihm heifst es!iri der
v. St. derLoge zur Eintracht im obigen Art. : Jourrsoiv,
zu Berlin. [Sein Nachruhm 5. 139, Sp. a, angezogenen.
ist der eines höchst verdienst- Erzählung , aufs er dem be-
vollen Gelehrten und eines reits 5. 141, Sp. b, u. S. 142 f.
ächtdeutschen Biedermanns Angeführten, in einer No-
ohne Dünkel und Falsch.] te, welche im wiener "Jour-
KLATSCHEN (DAS); S. nale" nicht steht:
S CHLA G. „Der Cominissarius Schubart
KLEEFELDE (Jou. Cuuz- wurde nunmehr, unter den Na-
men: Ritter vom Straufs und
STIAN S CHU BA RT , Edler Subprior, ausersehen, Deutsch-
Herr VON DEM), auf Würch- land zu bereisen und Leicht-
witz, Pobles und Kreischa, gläubige zu berücken. Die
herzogl. coburg saalfeldi- Hauptabsicht der Provinzials
gieng vornämlich dahin, alle
scher Geheimerrath, geb. in
Hochstifter und andere ansehn-
Zeitz am 24. Febr.1.7&1, gest. liehe Stifter in Deutschland
am 26. Apr. 1787 *), hat sich. nach und nach durch die stricte
Observanz zu unterjochen. Es
*) [In den „Skizzen aus dem ist bekannt , dafs Schubart in
Leben des Geheimenraths Mainz versucht hat, die clasi-
&Imbart Edlen Herrn von
dem Kleefelde," (0. 0. 1790; maurer,, weifs, mit
in 8.0 welche dem Ver- nem rothen Kreuz am
storbenen nicht zum Nach- Halse, einen rothen Fe-
ruhme gereichen, wird S. derhut auf der Hälfte des
72 von seinem Begräbnisse Körpersliegend, den De-
erzählt : gen an der Seite und an
„Den Körper bedeckte den Fasen Stiefeln mit
ein Ordenshabit der Frei, Sporn."]
174 KLEEFELDE. KLEEFELDE.

gen Domherren in seindn. neuen „Bei dieser guten Hoffnung..


Orden zu bringen und darauf blieb es , bis der Herr Commis-
zu. verbinden, künftig jedesmal sarius Schubart nach Leipzig
einen Ritter der stricten Obser- kam. Dieser verlangte von mir,
vanz zum Churfürsten zu wäh- dafs ich die Einrichtung einer
len. Der damals regierende neuen Loge lediglich als eine
Churfürst kam aber noch in Wohlthat von seiner Hand er-
Zeiten hinter diese jesuitischen. kennen und verehren sollte.
Kniffe und vereitelte den gan- Das konnte und wollte ich
zen Plan. Die übrigen- Stifter nicht, weil ich von dem Herrn
sind diesem Beispiele gefolgt. Provinzial selbst schon bestätigt
Auch grofse Herren und Prin- war und Schubart's Lebenslauf
zen suchte man mit in das In- und moralischen Character seit
teresse der stricten Observanz vielen Jahren her sehr wohl.
zu verwickeln. Man gab ihnen kannte. Ich weigerte mich al-
zum Schein Ehrenämter, Prä.- so , unter seiner Gewalt zu ste-
fecturen, dreifache Mäntel, Prä- hen, und ein Sclave seiner
latenhüte papierne Sturmhau- Herrschsucht zu seyn. Er ei-
bei , auch wol nach Befinden. tute mich demnach vor sich ;
Pensionen u. s. w. Bei Gele- und als ich erschien, sagte er
genheit wagte man sogar, grofse vor allen Dingen, „ „dafs er
Herren nach Johnson'scher Art Subprior wäre ;" " weil ich aber
zu plündern. Was Schubart am daran zweifelte , so bewies er
auspachisclien Hofe für eine mir es aus einem sehr zierlichen
Rolle gespielt hat, ist bekannt." Buche. Er verlangte, dafs ich.
noch 250 Thaler baar erlegen
Ferner erwähnt der Er- sollte, wenn ich ferner Ritter
zähler im Texte : „der Herr bleiben wollte, Das konnte
Provinzial, Baron von Hund und wollte ich nicht; und weil
Das unmöglich war, so wurde
sey nach dem altenberger
ich auf Befehl des hohen Ordens
Convente auf 3 Tage nach durch ihn, in Beiseyn des Herrn
Leipzig gekommen und habe Bodo aus hamburg, degradirt
ihm, demErzähler, ohne sein und ferner nur als Socius erkannt.
Zuthun befohlen , ii Leip- Ich wurde auch, gleich einem.
Delinquenten, über Artikel ver.
zig eine Loge zu errichten ; hört. Was diese enthalten ha.
in welcher Absicht er, der b en, weifs ich mich nicht mehr
Erzähler, sich in neue und. zu erinnern; ich habe sie in der
nicht geringe Unkosten ge- Hitze beantwortet und wundere
setzt habe; zumal da ihm mich noch sehr über ein der—
gleichen aufs erordentliches Ver.
nachher der Ordenskanzler fahren eegen einen Bruder, den
Mylius (Eques et stelle fixet) man nicht des allergeringsten.
unter'm 2.5. Juli 1764 ge- Fehltritts beschuldigen kann."
schrieben, dafs das Patent, „Da ich nun solchergestalt her-
nebst den übrigen Schriften, untergesetzt war; so las mir
Herr Schubart meine neuen
zur Errichtung dieser Loge Pflichten vor; sie bestanden,
ihm, in Kurzem ausgeliefert aufser der alten Pflicht der Ver-
werden sollte," fährt aber schwiegenheit, in zweiPuncten:
sodann fort:. a) Reperentia erea Superiores.
KLEEFELDE. KLEEFELDE. 175
—Hierauf antwortete ich: Das dieser Vermutliung, so ist gs
hiefse bei mir nichts Andres, als wahrhaftig nicht meine Schuld ;
leipziger Höflichkeit; diese wol- denn ich. liabe allen Fleifs an-
le ich den hohen Obern nicht gewandt, zu einer wahren Er-
schuldig bleiben. kenntnifs zu kommen von ei-
b) Fitem ineern Ordini conse- nem Orden, mit dem ich so ge-
crare. — Darauf war meine nau und so stark verbunden
Antwort: darunter-verstehe ich worden war. Die Brüder, die
nicht blofs die wenigen Brüder nach der Zeit in die Lausitz
in Deutschland, sondern den. reiseten, um sich mehr Licht
wahren Orden unter dem äch- alida zu holen, als : von Zinnen-
ten englischen GI ofsm eister, den clorf , Bode und Andere, kamen.
ich mit seinem eigentlichen Na- Alle trostlos zurück. Man hatte
men und Addresse zuverläfsig ihnen nicht einmal die eigent-
kenne." lichen Namen der letztverstor-
„Soweit sind wir miteinan- benen Grofsmeister anzeigen
der einig geworden; und ich können. — Den grofsen Geld-
weifs nunmehr, Gott sey Dank! und Leibrentenplan habe ich
von keinem Rittergehorsam, gleich anfangs für unmöglich
von keiner Orderfspflicht, höch- erkläret; die Folge hat es auch.
stens nur von einer beliebigen gezeigt. — Die stricte Obser-
Folgsamkeit, die ich nach mei- vanz wurde, wider alle Ordens-
ner Convenienz werde abzumes- regeln, wider alle Vorsicht, öf-
sen wissen; denn dieser Gehor- fentlich bekannt gemacht ; man
sam gieng weiter, als der machte eine Trennung unter
Mönch- und Soldatengehor- den Brüdern, erklärte alle ani-
sam. Überhaupt bin ich durch deren Logen für falsch. Die
diesen Vorfall frei geworden Grofse Loge in London , von
von dem eisernen Joche der welcher doch unser deutscher
stricten Observanz." Stifter, der lierr von Menchall,
„Da ich nun den englischen noch dependent gewesen, hiefs
Grofsmeister erwähnte, sagte auch falsch; die Brüder xnufs-
ten sich rectificiren lassen; Al-
Schubert : „ „Was Grofsmeister! les gieng militairisch; man
Wir brauchen keinen ; die Eng-
länder mögen zum Teufel ge- nahm die schlechtesten Leute
auf, wenn sie nur das Geld zum
hen!" " — Auch Dieses war mir Leibrentenplane zahlen konn-
ein Beweis, dafs die stricte
servanz Nichts, als eine Erfin ten; man machte sogar hohe
dung von dem Baron von Hund Ordens - PLeceptionen mit pa-
und Dessen Helfershelfern, ist, piernen Sturmhauben." —
und dafs dieselbe nie in einer „Schubart wurde von dem.
Verbindung mit der Grofsen oben erwähnten Pranger ver-
Loge von England gestanden dränget, kam jedoch nach der
hat. Nunmehr sah ich deutlich Zeit wieder bei dem Herrn
ein, warum man in Altenberge Heermeister in Gnade. Dieser
so geheim und zurückhaltend Schubart hielt sich also für be-
gegen mich gewesen war. Der leidigt, dafs er nicht auch an
deutsche hohe Orden hat also dem neuen Auftritte der Cleri-
keinen Zusammenhang mehr corum Theil nehmen sollte. Er
mit dem ganzen Grofsmeister- liefs daher ein Schreiben dru-
thume; sie sind abgetrennte cken, in welchem folgender
Glieder desselben, Irre ich in Ausdruck bedenklich ist, da er
176 KLEEFELDE., KLEEFELDE..

sagt: „ „die ausgeübten falschen, In der Fortsetzung der


und schädlichen Grundsätze ha- am Schlusse des Artikels :
ben mich müde gemacht." " —
Jo surr , abgebrochenen
Sehubart erschien nicht bei
dem Convente in Kohl° ;" [s. Stelle sagt Bodo S. 13-17:
diesen Artikel 1] „er hatte hierzu „War es des Hrn. Heermei-
seine Ursachen. Auf diesem sters eigner , oder seiner hohen.
Convente wurden unsere hohen Provinzialräthe Gedanke; ge-
Ordensobern ad honores gesetzt; nug, mit den Würden des Or-
das heilst, es wurden ihnen die dens wurden Einkünfte verbun-
bisher genossenen grofsen Ga- den , die auf einen wahrschein-
gen, welche sie von den einge-
eingei lich sehr sichern Fonds, die
anenen Receptiongeldern er-
gangenen menschliche Schwach/seit, ange-
h elten, genommen. Es wurde wiesen wurden. Man fand ei-
auch ein ganz neues Ritual und. nen Mann," [Schubart] „der,
Ceremoniel und eine andre Ab- die einträgliche Coninaission,
theilung der hohen Grade, mit uniherzuziehen und der Provinz
Beihülfe der Clericorum , ent- contribgable Menschen zu ver-
worfen , welche aber nicht in. schaffen , von sich abzuleh -
allen Logen der stricten Obser- nen, keine Uesache hatte. Bei
vanz angenommen werden. Wir vielen natürlichen Gaben und.
haben also keinen gebietenden, einer fast nicht zu ermüdenden
Heermeister mehr, keinen Pro- Thätigkeit hatte er in seinen
vinzial , kein Conventsproto- im" [ sieb enj ährigen] „Hriege
coll; und ich habe daher in nach und nach" [bei der
Deutschland keinen S up eriorern Sen Armee, zuletzt als Ober-
Ordinis mehr, dem ich ordens- kriegscommissair ,1 „geführten
nafüge Veneration bezeigen Ämtern schon ;ungefähr sich. Das
könnte, in einer Socialpflicht verschafft, was zu einem prak-
nach. Schuhart spricht nun- tischen Geschäftsmanne gehört ;
mehr: „ „Mir mufs es Niemand. und Johnson's Versuch war für
übel nehmen; ich. habe es da- ihn nicht vergebens gemacht
mals nicht verstanden ; ich habe worden. Sein Savoir faire
nach meiner Einsicht gehan- brachte die meisten Logen
delt; dafs Alles ohne Grund ist, Deutschlands dahin , dafs sie
dafür kann ich nicht."" *) gegen das gar nicht zweideutige
Versprechen, zu der einzigen
wahren Quelle der Freimaure-
*) In der Schrift : „Geheimer Gan g rei und des mit ihr verknüpf-
menschlicher Machination.en m
einer Reihe von*Briefen," (Rom Sen Ordens geführt zu werden,
— München und Barby 17t0,) ihren bisherigen freien Logen-
wird in derNote na) auf S.157 f. gesetzen und Sitten entsagten
bemerkt : „Die durch Schubart
ein Thätigsten geschehene Ver-
breitung des Hund's chen Systems denskram bei Seite und freite
läfst sich nicht rechtfertigen. Er ein reiches Weib. Nun ward
handelte freilich als Ö conom da- aus diesem liand'schen Apostel
bei und hatte einen Plan ent- ein Apostel der iiconomie. Mit
worfen vermöge dessen unter eben der Heftigkeit, womit er
seiner Verwaltung eine Ordens- sonst für den Orden geworben
und Leibrenten Casse formirt hatte , warb .er jetzt Anhänger
werden sollte , auch zum Theil seines öeon.omischen Systems ass
formirt ward: als aber dieser und predigte die Abschaffung
Plan mil.slang und die Brüder der Iluth, Trift und Brache mit
Ritter mifstrauisch wurden , um dem Feuereifer eines Kreuzpre-
fernere Geldvorschüsse beizu- digers.‘‘
steuern, warf er den ganzen Or. dinm. des Herausg,
KLEEFELDE. ELEErELDE. 177
und. sieh einen stricten Gehor- macht. Den innersten Ordens-
sam gegen völlig unbekannte brüdern ward, wenn sie zu
Obere — (ebenso wahr, als tm Commendatoren, zu Pridectu-
wahrscheinlich — und, durch ren u. s. w. bestellt wurden,
die mancherleiArtikel und durch. ein schwerer Eid über die Ge-
die Länge der Zeit gar nicht un- heimnisse ihres neuen Ranges,
beträchtliche, Ausgaben undTa- und zwar im gesummten Capi-
xen auflegen liefsen. Natürli- tel, abgenommen. Dieser, ganz
cherweise würde das vorgege- unstatthafte, Mifsbrauch des Ei-
bene, aber ganz nicht erwiese- des that indessen die beabsich-
ne, Recht der unbekannten ti,gte Wirkung, dat's der noch
Oberen diese Wirkung ohne die nicht betuchte Bruder, der mit
nebenher gemachten Vorspie- Dem, was er erfahren, nicht
gelungen von Reichthümern, sehr zufrieden seyn mochte, auf
von Etablissements und grofser neues Licht bei der künftigen
Macht des Ordens, wovon gar Erhöhung hoffte und also ge-
Viel theils durch Winke, theils duldig schwi eg. "
durch vertrauliche, trockene " In der Entfernung thun gro-
'Worte, gesprochen ward, nicht fse Erwartungen grofse
gethan haben. Diejenigen Vor.
gesetzten der alten Logen, die ku.ngen. Hätte der damalige
er, ihres Characters und Glau- Herr Commissarius die Cbrdens-
bens wegen, für empfänglich. besitzungen alle fein tief in
befand, nahm er auf in's Inner- America und Africa verlegt:
das Johannis - Ducatensystern
ste des Ordens. Wem mehr
hätte gewifs länger gedauert.
nach. Dolde dürstete, als nach Da er aber meinte: weil die
Ehre", dem theilte er Ämter zu,
die ihm aus den Aufnahme- und so gläubige neue Ordensschaale
nicht widersprach, so würde
sonstigen Contributiongeldern sie auch Alles ohne verwegenes
der unterthanen Mitglieder, bei Forschen für wahr annehmen,
halbjähriger Absendung an die
und daher, vielleicht aus blo-
Generalordenscasse, einige mehr fser Liebe zum Schicklichen,
oder weniger Goldthaler, rhei-
von Ordensoüthern und Fabri-
nische Gulden und Kreuzer in ken in der Oberlansitz erzählte;
seinen eigenen Beutel fhiefsen — wodurch denn der Sitz des
liefsen. Wem's wohl that, un- Heermeisters und seiner Provin-
ter Brüdern bei verschlossenen zialräthe viel poetische Wahr-
Thüren obenan zu sitzen, bei scheinlichkeit -bekommen soll-
kam Würden aditonores; A.chts te; — da untergrub er sein
von allem Dem umsonst, ver- Werk."
steht sich; denn alle neue Fi-
nanzerfinduxigen der Monar- „Nach Entdeckung so platter
chieen, bis auf Stempelbogen Unwahrheiten äufserte sic113in
inclusive und Eanzleigebühren solches Mifstrauen gegen
für Titel, waren eingeführt. bekannten und unbekannten,
Zu verdenken waren bei diesen Obein, dafs diese Mir nöthig
Umständen die neuaufgenom- fanden, auf ihre Ehre bedacht
menen Ritter nicht, wenn sie zu seyn, und einen andern öco-
glaubten , sie wären in einem nomischen Plan auszuführen,
sehr alten, völlig etablitten, Das war nun eine Operation,
Orden zu Mitgliedern undTheil- die, biofs in Rücksicht
"• der gar
habern an seinen Vortheilen ge- Armfeen Summen, die daraus
12
J.78 KLEEFELDE. KLEEFELDE.

erwachsen sollten, mit den bis- Clerikat] „zu Hülfe kommen


dahin eingeführten Gesetzen des wollten." ix. s. W.]
blinden Gehorsams nicht in Fug
und Gleis zu bringen war. Die-
ser Gehorsam, oder Order- fOben im Art.: JÄ.NiscrE,
knechtschaft , worin man freie geschieht Schab ar porn
Menschen durch Vorspiegelung Kleefelde beiläufig Erwäh-
grofser Glückseligkeiten ver- nune; sehr Vieles über ihn
stricken-wollen, war vorgestellt enthält aber:
als eine Subordinationkette, die
an dem allgemeinen Grofsmei- 1) „Saint Nicaise cc u. s. w.
ster des Oa'dens hienge, welchen. 2te Aufl., (o. 0. 17860 S.
aber Nierhand, aufser dem Pro- 167-173, und hierüber
vinziaJ und seinen Räthen, ken- 2) „Anti -Saint-Nicaise"
nen dürfe. — Sr. Eminenz ge-
bührte nach der vorigen Traeli- u. s. v v. (Leipzig 1786;), S.
tion - Finanz ein ansehnlicher 11-24 und 48;
Canon von den Ordensgeldern. 3) " Arehidemides oder des
Im neuen öconomischen Plane Anti - Saini-Nicaise zweyter
war Alles so berechnet, dafs
Theil," in verschiedenen
Se. Eniinenz — Nichts bekam.
Dias erregte den Verdacht, dafs Stellen sowol der Vorrede,
entweder kein Grofimeisterexi- als des Buches selbst, ins-
stire, oder doch wenigstens besondre S. 115-160 und
keine Ordensgemeinschaft mit 206-216;
ihm vorhanden sey. Diese, so
höchst wahrscheinliche,Verrnu- 4) " Scala algebraica öco-
thung war gar nicht geschickt, nomica oder des A. 8. .2V.
den hohen Oberen Credit über dritter und letzter Theil,"
grofse Stimmen zu erwerben; (ebend. 17870 in der Vor-
daher denn auch der öconorni-
sehe Plan, der gleich im An- rede 5. 55— 58, und dann
fange, mit wenigen Änderu
n- S. 1-116, wo sich der von
gen und einer dazu erfoderli- ihm entworfene öcononzische
chen Legislation, die Brüder Plan der strieten,Obserpanz,*)
schon dadurch sehr attachirt nebst seinen Beilagen, wo-
hätte, dafs er ihnen ein Eigen-
thum — ein Object ihres Be- durch er dem deutschen
strebens, gegeben, jetzt sehr rectificirten Tempelherren-
laulich aufgenommen wurde; systerne die erste Form gab,
und, wie es mit allen unnatür- abgedruckt befindet;
lichen Verbindungen früh oder
sp ie-erfolgen mufs, wofern nicht
Furcht vor Übergewicht: die [*) In der Schrift: „ Ist
Schlinge festhält, — sie neigen Cagliostro Chef der Ihlu
sich zur Trennung. Schon. mimten?" u. s. w. behaup-
1767 und 176$ war die Or- tet der deutsche Übersetzer
densautorität so gesunken, dafs S. 44 in der Anmerkung :
einige Brüder, die an dem Or- „die erste Erfindung dieses
den eine Stütze ihres Lebens Planes schreibe sich von ei-
suchen mochten , ihm durch nem Ingenieurs . Capitaine
die 'geistliche Salbung" [da8 Jordan, in Dresden, her.]
KLEEFELDE. KLEEFELDE. 179

„E. F. Kefsler's von maurerbrüderschaft in der


Sprengsesen abgenöthigte IViafse, wie nachstehende'
Fortsetzung des 4, 5. N." Auszüge aus seinen in den
(Leipzig 1788), in vielen Beilagen, zum eweiten Theile
Stellen, vorzüglich S. 241 des Starck's chen 'Werks
— 316, zur Widerlegung „über Krypto Hatholicis-
des Oberbofpred. POJZ Starck mu-s" u. s. w., S. 142-1,51,
in Dessen Werke „über und in der „abgenöth. Fort-
Krypto-Katholicismus" u. s. setzung des A. St. N." S.
w., worin Derselbe Schu- 267 — 293, abgedruckten
bareen Schuld gab , dafs er Briefen an den Ba1 1 07Z POT4
das vom Baron v. Hund und hrirschen besagen.
seinem Provinzial- Kapitel a) Aus dem Briefe vom 15.
Mai 1785. „Ich bin etliche 20
ihm geschenkte Vertrauen
Jahre Maurer; ich durcligieng
gemifsbraucht und auf sei- verschiedene Systeme und wur-
nen Zügen, als Apostel des de etliche 3o Male in verschie-
neuen Systems , die Mit- dene Grade recipirt; und alle-
glieder fremder Logen ge- mal schvvur ich einen Eid. Vor
21 Jahren kam ich in die Be-
prellt und allerlei unmaure- kanntschaft mit dem verstorbe-
rischen Unfug getrieben ha- nen J,2aron von Hund ; 176,8 leg-
be; welche Angriffe Starck te ich , mittelst eines gedruck-
in seiner „Beleuchtung der ten und in alle Wehgesandten
Circulars, alle meine Auster im
letzten Anstrengung des
Orden nieder. — lell habe
Herrn Rasier v. Sprengsey- zu allen meinen Handlungen je-
sen" u. s. w., (Dessau und derzeit gegründete Ursachen ge-
Leipzig, — zwar ohne An- habt ; und. Was ich nicht öf-
gabe des Jahrs , doch 1788 fentlich gethan, habe ich. des-
:wegen nicht im Stillen unter-
erschienen,—) fortsetzte. lassen. Der Orden hat mich.
Er. von Gozte sagte in sei- eine grofse Anzahl Narren und
nen „Bemerkungen über St. Schurken mehr kennen leinen,
N. u. A. St. N." u. s. w., als ich aufser demselben gekannt
haben würde. Nun bin ich alt;
(Leipzig 1788;) S. 41, von ob ich aber als ein Maurer lian-
ihm : dele, davon mögen meine Schrif-
„Schuhart hab' ich nicht per- ten zeugen. — Ich habe mir mit
sönlich gekannt: er ist mir aber meinen Schriften die enti-rtl'
vortheilhaft geschildert wor- liebsten Feinde zugezogen; denn
den; und Was ich von seinen ich griff Dummheit, Härte der
Schriften gesehen habe, verräth Mens chenherz en und Eigennutz
einen ausgebildeten Geist. Dafs an; aber ich habe auch. 'viel
er nicht ohne Stolz und etwas und mächtige Freunde, viel-
heftig gewesen, hab' ich doch leicht auch einige in meinem
auch von Mehren gehört."
Er selbst schilderte sich
f Ist abgedruckt im ,,Atati-Sairt.
und sein Treiben in der Frei- 2, S. 20G-214. j
`)*
180 KLEEFELDE. KLEEFELDE,
Vaterlande, doch da die wenig- unter ihnen ausgeübt worden,
sten . ...... Da fs Sie Bruder als nur immer in der profanen
waren, sähe ich längst in Ihrem Welt geschehen ? Der Orden.
Petschafte. Ich gebe mich kei- gratuliere sich, dafs ich mit ed-
nexuMenschen mehr zu erken- len Gegenständen beschäftigt
nen und kann, ohne mich so zu. und nicht (aus Müfsiggang,und
nennen , thun, Was ich thun Langeweile) meine Feder in
soll und mufs. Ich kenne alle Ordenssachen gezogen habe.
Auftritte, die seit 20 Jahren und Nicht leicht würde Jemand.
länger im 0. g eschehen, weifs mehr 'Wahrheit entdeckt ha-
alle Systeme und bin in die mei- ben, mehre Aufschlüsse geben
sten aufgenommen worden. Je- können, als ich; denn ich kann.
der dachte inoiner,, behauptete documentiren. Erfahren Sie al.
immer, seines sey das beste; so, mein Bruder , dafs ich im.
aber ich sage Ihnen aufrichte: 0. fast ein halbes HundertEide
nur ein einziges hat mich b geschworen und etliche und 30
digt, aber doch nicht völlig. G rade von allerlei Secten hatte,
Da ich nun andre Gelegenheit und überall Unzulänglichkei-
habe , meinen Nebenmenschen ten, mit einem Worte, Wind
nutzbar zu seyn, und das Nutz- und Betrug, fand, — dafs ich
bare allgeenein zu veTbreiten; im J. 1767 oder 68 einen Brief
so deucht mich , dafs allgemei- in Chifren drucken liefs und an
ner Nutzen für die Menschen alle Brüder der höhern Grade
dem individuellen weit vorzu- sandte, mit dem hau letsächli-
ziehen und Christusreli gion die chen Inhalte, dafs ich. einen Ge-
beste Maurerei sey. Hier ha- neralconvent verlange, worauf
ben Sie mit Wenigem mein Alle, die irgend eine Direction
Glauber sbekenntnifsl‘' hatten, erscheinen ihre Stellen
b) Aus dem Briefe vom 31. niederlegen und Rede und Ant-
Julius 1785. „Da mir meine wort von allen ihren Handlun-
gegenwärtigen Beschäftigungen, gen geben sollten ; ich würde
Menschenwohlfahrt zu beför- Solches zuförderst thun und.
dern, die wichtigsten scheinen; niederlegen. — Was darauf er-
so hoffe ich, wahre Maurer- folgt, und wie die Sachen auf
pflichten zu erfüllen. — „St. dem zu Rohlo gewesenen Con-
Nicaise", mein theuerster Bru- vente behandelt worden, will
der, nahm Sie also wider mich ich hier vorbeigehen und nur
ein, brachte Sie sogar wider soviel sagen, dafs ich mich von
mich auf? und Sie sind ein. der Zeit .an weder directe, noch
wahrer Maurer, ein Gottesver- indirecte, um das Geringste in
ehrer, Weiser, kurz Philosoph ? Ord.enssachen bekümmert habe,
Sie, der Sie so viel Welt- und aufser d-tls ich nöthig fand , ei-
r:enschenkenntnifs, so viel Er- nige Brüder in das Innere auf-
fah-•ung haben, sollten noch zunehmen und ihnen zu sagen,
nicht wissen dafs es in keiner Was Allee, in dieser Chsse ie- cr
menschlichen Gesellschaft so sag;t worden ist. — Wüfste ch,
viele Betrüger und wahre Schur- dafs Nic ire's Buch bei Mehren
ken gegeben, (Dummköpfe und den Eindruck machen sollte,
Schwärmer mitgerechnet ,) als wie bei Ihnen , so würd.' ich
lauter den Brütern, dafs weit darüber schreilen; und dann
ärgere und bitterere Feindschaft, anü.bit' ich freilich soweit in die
Verfolgung, und Yerläumclung Materie greifen, dass ich dern
KLEEFELDE. KLEEFELDE. ,181

ganzen 0. und den Rechtschaf- Yen, Proselyten zu machen, den


fenen in ihm Schaden thun 'Leuten für ihr schweres Geld
würde. Rathen Sie mir Das '? Nichts, als Ranch, zu verkau-
und halten Sie es der Würde ei- fen" u. s. w., Folgendes erwie-
nes ehrlichen und gewissenhaf- derte. —
ten Mannes anständig, über " Nun hab' ich eine grofse
Dinge zu schreiben, darüber Bitte an Sie , dafs Sie so gütig
er zu schweigen feierlich ange- sind, über Ordenssachen mir
lobt hat? Denn , wenn ich. Nichts mehr schriftlich zu. sa-
schreibe, so schreib' ich Wahr gen; ich würde Ihnen einig-e
heit und decke Donquichote- Buch damit beschreiben uiäs-
rieen auf. Der verstorbene Ba- sen, um mich Ihnen zu erklä-
ron -von Hund hatte nie sträfli- ren und Sie von dein Vorur-
che Absichten und nicht ver- theile zu befreien, darin Sie
dient, dafs man ihn in der Erde sind. — Was sagen Sie von
lästert. Der 0 und die Brüder Tempelherren von Gotietiste-
i
frafsen sein grofses Vermögen. rung , von üb'er' n Haufen Wer-
auf. Doch! genug von der Sa- fen Erdillicher und menschlicher
che ! Zinnendorf war ein Wind- Gesetze? Ei! liebster Freund,
beutel und eine schwarze Seele. durch was* für Gläser sehn Sie
Ausspucken würden Sie, wenn Teufel und ilallenbrände, wo
Sie von gewissen Thaten, die keine sind! Liebte und ver-
ich vorzeigen kann, unterrich- ehrte ich Sie nicht, wär' ich.
tet würden; denn König und nicht von Ihrem reinen guten
Prinzen betrog er und suchte, Herzen überzeUgt, sähe ich nicht
sie zu betrügen. — Wenn Sie frommen Enthusiasmus: so
schon vorher aus andern Parti- würde ich von Nichts weniger,
cularnachrichten wider mich. als Pistolen, reden müssen. Um
eingenommen waren: so ent- Gotteswitien, - welcher Satan,
stunden diese Nachrichten ent- hat Ihnen so was vorgebildet?
weder von Leuten, die gar nicht Sie sagen ja ganz offenbar, dafs
unterrichtet waren, o der die,sich ich, Leute betrogen und wider
vor mir zu schämen, Ursache Ehre; Pflicht, Gewissen und
hatten; da ich weiter in Das Rechtschaffenheit gehandelt hät-
gesehen hatte, was geschehen te ! Fragen Sie doch den Herrn
war und geschehen würde, das }lofrath von Lindemann" [irr
auch leider ! erfolgt ist ; darum Dresden], „da Sie ihn kennen!
wollt ich mit der Sache weiter Dieser in aller Absicht vereh-
Nichts zu thun hab(m." run.gwürdige Mann wird Ihnen
c) Aus einem Briefe vorn hoffentlich Ihr Vorartheil be-
23. Aug. 1.785, worin er, nach- nehmen; und Sie werden mich
dem ihm Baron von Hirschen und meine Denkungsart, sowie
in einem vorhergegangenen mein Benehmen in der ganzen
S chreiben bittere Vorwürfe. Sache, besser erfahren.
darüber gemacht hatte, dafs er, hen Sie hieraus, wie sehr ich
wiewol er gewufst, „dafs das Lästerungen ertragen könne;
Temp elherrensys tem). falsch, ab- weil ich Niemanden schaden,
scheulich, gotteslästerlich sey„ Niemanden blarniren will. Ich.
und dafs der sogenannte innere bin Viel gewohnt worden, auch.
Orden desselben alle göttlichen die Bedrückungen, unter denen
und rnenschuichenGesetze üb er'n. ich in meinem Vaterlande, aus.
Haufen schmeifse," fortgefah- guter ilbsichtundunz guter Hand-
182 KLEEFELDE., KLEIDUNG.

Zungen edlen, liege. - genug war, dafs sich ein den- -


mah hat Jemand verlangt, Et- kendes Wesen damit beschäf-
was im Orden zu thun, was tigte , der öconornisehe Neben-
wider Dienst- und UntertlIanen- zweck aber geinilsdeutet und.
pflicht war; nie hab' ich der- gernifsbraucht ward; so erklär-
gleichen. von Andern verlangt. te ich 1768 öffentlich, Was Sie
Mir schien endlich die ganze gedruckt von mir erhalten ha-
Sache ein unschuldiges Spiel zu ben und rifs mich ganz von der
seyn; und Gefährlichkeiten fand Sache los. Einige Jahre wurde'
ich nur da, wo Begeisterung ein Convent gehalten, wozu.
war, die Betrug nach sich zog. man mich nicht verlangte. Mei-
Aber ebendefswegen, weil es ne Chargen wurden von gro-
mir ein Spiel zu seyn schien, fsen Männern verwaltet und.
i
und weil ich Begeisterung lä- ein grofser Fürst an's Ruder ge-
cherlich fand, suchte ich, einen setzt. Was seit der Zeit ge-
nützlichem Zweck zu erreichen, schehen, weifs ich nicht, mag
und zwar einen öconornischen, es auch nicht wissen. Wenn,
wo in der Folge Jeder seine Ile- ich darüber Etwas ediren woll-
ceptionkosten als eine Jahres- te , s o könnte ich mir meine
rente ziehen konnte und ziehen Acten Protocolle und B,rief-
mufste. Freilich! Wer starb, wechsel drucken lassen ; und die
bekam Nichts : aber sein Sohn. ganz . würde genug und
hatte dann vortheilhafte An.- zum fo satt daran haben;
Übernu
wartschaften. Ohne _Geld kann- aber, davon hält mich Ehre und
te kein Fonds geeacht werden ; Gewissen ab ; weil mancher
und diefs erlegte er an die Lo- Mensch., wo nicht als ein
ge, wozu er Jgehörte.- Diese Em -. schlechter, doch wenigstens als
gen .rnufsten ihm dafür -haftei'i, ein erzdummer erscheinen `Will>
und Red' und Antwort, geben, de. Nun kein Wort mehr
wo e g hinkam. _ich war es, der schriftlich von dieser Sache !
abschaffte, dafs die Reception- Wir können unsre Zeit zum
gebühren nicht mehr ver- Vortheile der Menschen besser
schxnauset wurden, wie sonst. nützen."]
Die einzige curländische Pro-
vinz blieb unveränderlich bei KLEIDulg G-, BEKLEIDUNG,
meinem Plane; sie befindet sich (DIE M.AUBERISCIIE), besteht
jetzt sehr wohl dabei ; und wie aus Schurz , Handschuhen,
ich nicht anders weifs , so ha- Degen undilut, [s. dieseAr
ben dasige Brüder nun Jahres-
renten. Da ich nahe dafs un tike1!] ohne welche kein
lautere Absichten, Neid und Freimaurer in geöffneter
Verläumdung einrissen, — dafs Loge erscheinen darf; die
Logenmeister, z. B. ein »reifs- Beamten aber überdiers mit
hach in Dresden, ein Dr. _Heinz
in Leipzig ein Zizzne.ndorf in. den Zeichen ihrer Würden.
'
Berlin, die Logengelder angrif- Aufserdem haben die mei-
fen , und meine Anzeigen , Be- sten Logen noch willkür-
seh'werden u.„ s. w. nicht von lich gewählteLogenzeich.en,
guten Folgen waren , vielmehr welche von den Mitgliedern
der Geist der Parteilichkeit ein-
rifs, die Hauptsache oder hi- entweder im Knopfloche,
storische lienntnifs nicht werd" oder an einem blauen Bars-
KLEINODE. 183

de am Halse, getragen wer- zwar drei bewegliche und drei


den. unbewegliche. Jene sind :j
KLEIN (ERNST FERDI- das FF inkelmaccfs , die Was-
ug Arip geheimer Oberju- se7;wage [oder das Richt-
stizrath,
)' vorher Obertribu- scheit] und das Senkblei [oder
nalsrath und Mitglied der das Bleiloth , die Bleivage ;
Academie der Wissenschaf- — engl. the Square, die Lepet
ten in Berlin , geb. in and the Plurnb-Bule ; franz.
Breslau am 3. Sept. 1743, Equerre le NiPeau et In
gest. am 18. März 1810, war Ferpendiczilaire, oü aplomb.]
Einer der ersten Rechtsge- Das erste wird von dem
lehrten Deutschlands und Meister vom Stuhl , das
Schriftsteller in diesem Fa zweite vom ersten und das,
che. [5. seine Selbstbio- dritte vom zweiten Aufs e-
graphie, mit Dessen Bild- her, als Zeichen ihrer Wür-
nisse, in den „Lowe'schen den, sowie von den übrigen
Gemälden Berlin. Gelehr- Beamten auf ebendieselbe
ten," welche auch beson- Weise die Attribute ihrer
ders, Berlin bei Starke , zu Amtet, an einem blauen B an-
haben ist!] Vom 13. Sept. de um den Hals getragen;
1801 an bis an seinen Tod [wefshalb sie bewegliche
bekleidete er mit Ruhm das Kleinode heifsen. "Bei den.
Amt eines Grofsmeisters der Werk maurern dient das Win.
Grofsen. Loge Royale York kelmaafs, alle regelwidrigen.
zur Freundschaft. [ Das, Ecken der Gebäude zu un-
was vor und nach seiner tersuchen und einzurichten,
*Wahl in Bezug auf dieselbe auch rohe Baustücke in ge-
in gedachter Loge vorfiel, hörige Form bringen zu hel-
berichtet Br. Fefsler in sei- fen, — die Wasserwctge,
nen "Rückblicken" u. s.w., wagerechte Linien zu legen.
(oder im 2ten Bande seiner (to lay Levels), und zu prü-
„sämmtl. Schriften über fen, ob die Flächen wage-
Freymaurerey,") Abth. 1, recht sind (to proPe .1lbrizon-
S. 369-386, womit S. 1-10 tals) — und. das Senkblei,
und verschiedene folgende alle thre ch t e(all Uprights)
Stellen in der zweiten Ab- zu untersuchen und einzu-
theil. zu vergleichen sind.] richten ; indem man es auf
KLEINonE, [Ehrenzei- seiner Grundfläche gehörig
chen; — engl. Begalia, Je.- aufrichtet. Nach ihrer mo
weis ; franz. B4iou.r. Es giebt ralischen Deutung, welche
deren in der Loge, nach den sie, 'zu Kleinoden von un-
L ehrlingsfragstück en in Pri- schätzbarem Werthe macht,
chardundBroWne,sechs, und lehrt das Winkelmacef9 Sitt-
184 KLEINODE, KLEINODE.

lichkeit, die Wasserwage Zeichnungen entwerfe , —


Gleichheit und das Senkblei der rauhe Bruchstein, für den
Rechtschaffenheit (Jugtnels) Lehrling, um daran zuhauen.,
und Aufrichtigkeit (Gerad- auchZeichen und Einschnit-
heit— Uprightnef9) im gan- te zu machen, — und der
zen Lebenswandel. " (S. zugerichtete .Bruchstein für
„Wirb-k.", ne A.., B. 1, den erfahrnern Arbeiter, um.
Abth, 2, S. 72 f. u. S. 214ff., darauf s eine Kleinode zu un-
u. -e-ergl. die Art. : LICIITER, tersuchen und einzurich-
WINKELMAASS , WASSER- ten." (S. „KUrkk.," a. a. 0.,
WAGE und SzNii.B.Lnr!) 72 f. u. S. 216 ff., u. vgl.
Die unbeweglichen Klein- die Art. : nixs TEIN, REis
ode sind nach Pricharcl: BREI' und roher STEIN !)
das Zeichnenbret , der rauhe In dem Lehrlingscatechis-
Bruchstein und die Drehbank mus, welcher in dem „Sy-
(Drechselbank); trasel steme der Freimaurerloge
Board , rough As/zier and Wahrheit und Einigkeit in
broacli'd Thurrzel ; — „das Prag" abgedruckt steht,
erste für den Meister, um wird. S. 223 die Bedeutung,
seine Zeichnungen darauf warum die Kleinode beweg-
hu machen, der zweite für liche und unbewegliche ge-
die Gesalen, uni ihre Klein- nannt werden , so angege-
ode (lewels) darauf zu un ben: „weil, da alle allge-
tersuchen, und die dritte meine Zeichen des Freimau-
für den Lehrling, damit är rerordens durch die Vorstel-
darauf arbeiten lerne"; — lung von Winkeln , dann
nach Browne: das Beisbret, von wassergleichen und senk-
der rauhe und der zugerich- rechten Linien, gemacht wer-
tete Bruchstein ; — engl. die den, nur die Bewegung der
tracing Board, and the rough ersteren, nicht aber der letz-
rund peffect AshleAs- ; franz. ,teren, stattfindet."
In planche ii tracer, la pierre Nach dem Unterrichte im
brute et la pierre clibigue. Sie Gesellengrade, welchen „der
werden unbewegliche ge- Signatstern", Th. 1, liefert,
nannt, weil sie uns stets ist S. 37f. dieErklärung der
vor den Augen stehen oder beweglichen Kleinode
doch stehen sollten, als bcende: -
Merkzeichen Dessen, was „Das Winkeirriaafs, mit des-
sie im moralischen Sinne sen Hülfe man richtige Vierecke
vorstellen." — „Das Reis- zeichnet, soll uns lehren dafs
bret ist für den Meister, da- '
alle unsere Handlungen durch.
Gerechtigkeit und Billigkeit ge-
mit er darauf seine Grund- leitet werden müssen ; die 1'Va s-
risse (lines) lege und seine scrwcge, welche uns mit dem
KLEINODE. KLEINODE. 18S

Oriente gleichlaufende Linien. fices draits sur leur base, nous


ziehen hilft, bedeutet, dafs un- rnontre la stabilite de notre
ter den Brüdern eine vollkom- Ordre, dtant eleve sur les vor-
mene Gleichheit herrschen soll; tus. La pierre brate, lt laquelle
und das Senkblei, das gebraucht, travaillent les Apprentis, est
wird, um ein Gebäude in ge- denotre itme, suseep-
rader Richtung aufzuführen, tible de bonnes au mauvaises
spielt auf die Redlichkeit in un- impressions; la pierre cubique,
sex6n Urtheilen an, welche sich qui sert aux Conspagnons pour
nur allein nach der Wahrheit aiguiser lents outils , TIOUS fait
richten mufs und sich nie durch. ressouvenir que ce n'est qu'en
Ränke, Cabalen oder persönli- veillant sur nous -memes que
che und besondere Neigungen nous pouvons nous garantir des
irreleiten lassen darf." vices ; et la planche ä tracer des
Die sittliche Bedeutung der Haftres est Je bon exemple, qui
unbeweglichen lileinode aber nous facilite la pratique des plus
ist: „Der rohe Stein, der den eminentes vertus."
Lehrlingen. dient, ihnen dieAr- In der vorschriftmärsi-
beit zu lehren zeigt, dafs un-
sre Seele sowol' guter als böser gen Auslegung, welche im
Eindrücke fähig sey ; der cubi- Zinnendorfer Systeme von
sche Stein, auf welchem die Ge- der Lehrlingstafel gemacht
sellen die Werkzeuge der Mei- wird, b eifst es unter andern :
ster schärfen, lehrt uns, unauf-
hörlich über unsere Handlun- „Das Winkelmaafs und die
gen zu wachen, damit wir uns Wasserwage, das Senkblei und.
vor Unrecht hüten; und das der Zirkel sind einem Baumei-
Beisbret , worauf die Meister ster unentbehrliche Werkzeu-
ihre Zeichnungen entwerfen, ge. Erinnern Sie sich, dafs ein
ist ein Bild der guten Beispiele, vollkommner Obermeister mit
welche uns die Ausübung der seinem weit ausgestreckten Zir-
Tugend erleichtern müssen, und. kel Ihre Arbeiten untersucht
mit ‚denen wir uns untereinan- und abmifstt Messen Sie da-
der vorgehen sollen." her selbst ihre Handlungen mit
dem Zirkel der Vernunft ab ;
In gleicher Mafse lautet richten Sie Ihre Schritte nach
die symbolische Erklärung dem Lineale und Winkelmaafse
der sechs Kleinode in dem des Gewissens ein; legen Sie
Gesellenunterrichte, welchen. den Grund nach der Wasser-
wage der Erfahrung und führen
der „DUcessaire ma9oni-
Sie ihr Gebäude nach dem Senk-
(Tue par Chappron" enthält, blei des Schönen auf! — Der
rohe Stein kann gesäubert, be-
„.712querre, qui sert a form er hauen , zubereitet und geebnet
des carres parfaits, nous annon- werden. Thun Sie ein Glei-
ce que toutes nos actions doi- ches mit ihren Neigungen, und.
-vent are reglees sur requite; zur Erinnerung, dieser Schul-
Ze nipeau, qui sert ltegaliser la digkeit bleibe dieser rohe Stein
superfieie que tous les horn- Ihr und aller Lehrlinge Augen-
mes sont 6gaux , et qu'il -doit merk! Der cubische Stein ist
regner line parfaite union entre nach dem Winkelmaarse for-
tous les frhes; la perpendicu- mirt und geebnet worden. Er
Zaire ., qui seit lt elever des edi- dient unseren Gesellen, ihre
186 KLOPFEN. KNIGGE.

Werkzeuge darauf zu schleifen, In einer knieenden


Das Rei3bret gehört unseren Stellung wurde ich zu-
Meistern zu, auf welchen sie erst angewiesen, mei-
ihre Entwarfe, machen, denn nen Schöpfer anzube-
kein geschickter Baumeister ten, und mit entblörs-
fängt seine Arbeit an , bevor er tem und heb °genein
eine richtige Zeichnung ge- linken Knie in die Mau-
macht und einen vernünftigen rerei eingeweiliet."‘c
Plan entworfen hat. «]
Nach d ein Zinnendorfer
KLOPFES; s. SCHLAG»
KeuE ). Der Auf... Gebrauchthupe mufs der
(DAS
Aufzunehmende das rechte
nahmling mufs während der
Knie entblöfsen; „wodurch
ganzen Ceremonie seiner -
er an seine unverbrüchliche.
Aufnahme das linke Knie
Ehrfurchtgegen den Bau-
entblöfst haben. [Als Grund'
aller Welten erinnert
dieses Gebrauchs wird in
der Antwortw auf die 67ste werden soll."
Der Verf. der Schrift
Frage in dein ältesten Lehr-
„Le Ma9on dCmasqu6, ou
lin:gsfragstücke angegeben
le vrai secret des Frans Ma.-
„weil das linke knie der
ons", (a Berlin, 1757; in 8,;)
schwächste Theil meines
führt p. 15 sequ_. , „dafs
Leibes und ein angetrete-
die Entblöfsung des rechten
ner Lehrling der schwäch-
Knies geschehe zum Anden-
ste Theil Maurerei ist, Itni
k (calus),
in welche ich damals ein- en der Schwielen
welche der heil.yrohannes, der
bemerkt Krau-.
trat." Hierzu
Abth. Schutzheilige des Ordens, an
se (s. „KUrkk.”, 13.1, entli
Zinn en hatte."
1 , S. 194): „Der eig- seinen
Auch im „Manuel ma-
che Sinn dieser Entblöfsung
des linken Knies ist also s onn." steht p. 46 : „le Re-
droh
der Aufnahmling. ist sich sei- cipiendaire a le genou
nu ;" und in den „Archives
ner Schwachheit bewufst
de la Franc-Ma9onn." p. 15
und suchet Stärke und
sequ., heifst es ,,On fait sor-
fe durch die Brüderschaft ;
tir le candidat de la chambre
und diese verspricht, ihm
os , et an le met
Stärke und Hülfe zu seyn." d, e reflexin
In dem Jans ans
a 1 etat dort entrer.
stücke nach Browne lauten; en lose, la tote nue, les yeux
die 171ste und 172ste Frage bandes avec soin, en chemise,
undd Antwort ca. — le bras et sein gauche Ucou-
"Fr. Welches ist der emte verts, säns jarreti,bres, le ge-
Pgrict in der Maurerei?" nou droit nu et le roulier gau-
„„4. _Das linke entb16 fs- ehe" en pantourie."
ie Knie.""
KNIGGE (AD o Lr Fn A NZ
',Fr. Worin bestellt dieser er-
StO Pu= ?" numnIQu LUDWIG Filra-
KNIGGE. KNIGGE. 187

JLIIR voN), IDoctor der den erhielt er nachstehendes


Rechte, sachsen-weimari- Zeugnif.9. —
scher Kammerherr und zu- „Nachdem der Hochwürdige
letzt Oberhauptmann und Bruder Philo, Herr Baron von
Knigge, bei dem Orden der Il-
Scholarch in Bremen, geb.
luminaten theils wegen häus-
auf dein Guthe Bredenbeck licher, theils anderer triftiger
bei Hannover am 16. Octo- Gründe wegen, um die Entfas-
ber 1752, gest. am 6. Mai sung von seinen bis dahin ge-
1796 rühmlich bekannt führten Ordens-Ämtern nachge-
sucht, auch die bei so IcherleiRc-
durch verschiedene Schrif- signation gewöhnlichen Pflich-
ten von denen sein Werk ten durch Ablieferung der Or-
" über
' den Umgang mit IN/len- dens-Papiere erfüllet und den.
schen" besondres Glück ge- Revers der fortdauernden Ver-
schwiegenheit ausgestellt hat,
macht, spielte zu seiner Zelt
so hat man von Ordens wegen,
eine sehr bedeutende Rolle weil man seinem Gesuche, nach
in der Freimaurergesell- richtiger Überlegung der Um-
schaft. Seinem eigenen öf- stände und in Gemärsheit der
fentlichen Bekenntnisse [in Gesetze, nicht entstehen kön—
nen, gedachte Resignation nicht
„Philo's Erklärung"u. s. w., nur förmlich entgegen zu neh-
S. 17 ff.] zufolge, hatte er men" (soll wahrscheinlich hei-
schon in seinen Jünglings- (sen: entgegen genommen "son-
fahren eine besondere Vor- dern man macht solche hiermit
auch des Endes ordentlich be-
liebe für, geheime Gesell-
kannt, und weiset alle Local-
schaften; er liefs sich da- Obern, Superioren und Mit,
her , noch nicht 20 Jahr alt, glieder des Ordens dahin an,
im J. 1772 zu Cassel bei ei- hinfüro den besagten Hochwür-
ner Loge von der stricten dig-en Bruder Philo mit Berich-
ten und Correspondenzen in Or-
Observanz aufnehmen, ward dens-Sachen nicht weiter zabe.,
aber erst im J. 1777 zu Ha- heiligen. Und da , aus einem
nau weiter und n die besondern Mirsverständnisse,
kern Grade, unter dem Na. sich ein Gerücht verbreitet hat,
als habe der Hochwürdige Bru-
inen : Eques a Cygno, beför der Philo die Ordens-Gradever-
dert.— [Über seineVerbin- fälscht, oder sonst den men«
dung mit dem Illuminaten - schenfreundlichen Absichten des
orden s. oben im Art. ; IL *- Ordens entgegengehandelt, so
LUDilINATEN, insbesondre S.
hält sich der Orden, aus Liebe
zur Wahrheit und Gerechtig-
94, Sp. b, bis S, 97, dann keit , verpflichtet, diesem Ge«P
S. 100, Sp. a, und 5. 102, rächte, als ungegründet, zu
Sp. b I. In Verfolg des 5.97, widersprechen und erkennt der
Sp, a, erwähnten, in „Phi- Orden vielmehr den von dem
Bruder Philo bewiesenen, un-
lo% Erklärung" S.136 abge.
eigennützigen Eifer in Verbrei,
druckten Vergleichs wegen tung desselben mit aufrichtigem
seines Austritts aus dem Or. Danke, und will alle Brüder
188 KNIGGE. KNIGGE.

ernstlich erinnert haben , den bekommen habe , ich bei die-


besagten Hochwürdigen Bruder sem meinem Zurücktreten vonl
Philo der verlangten und benö- 0. der Illuminaten
thigten Ruhe von Ordens - Ge- a)
schäften in ungestörtem Frieden. alle gedachten Orden na-
geniersen zu lassen. Wes En- he oder fernbetreffende Papiere
des wir Endesuntersdixiebeile, und Schriften theils vernichtet,
vorn Orden dazu berechtigte theils dem oben erwähnten
Mitglieder besagtem Hochwür- Herrn Bevollmächtigten, Herrn
digen Bruder Philo diese Ab- Legationsrath Bach', abgeliefert,
schrift eines in alle Sprengel zu theils dem Herrn Reglerungs-
erlassenden Rescriptes im Ori- rath Zentner hierselbst, gegen
ainal mit unsern eigenen Na- einen von diesem an den Frei-
mens Unterschriften und In- herrn von Eber st ein ausgestellten
siegel ertheilt haben , damit er Revers übergeben habe ; und so
sich dessen, in allen unverhoff- etwan ein oder das andere Stück
ten, aber benöthigten , Fällen meiner Aufmerksamkeit entg,an-
eu seiner Rechtfertigung gegen gen seyn und ich dergleichen
jeden Ordensbruder bedienen künftig unter meinen übrigen
könne. So geschehen Papieren und Schriften finden
Neuwied, den 1. Julius 1784, sollte, ich solches gewissenhaft
Johann Martin Graf noch an den Herrn Legations-
zu Stoilberg. radh de nachliefern wolle,
Gotha, den lo. Jul. 1784. also , dafs ich wissentlich da-
Ernst, Herzog vorn Sachsen- von Nichts in meinen Händen,
Gotha und Alleaburo.b• " meiner Gewalt uiid Gewahrsam
Dagegen hatte Knigge fol- haben oder behalten will; wo
genden RePer, wahrschein- gegen
lich zu Heidelberg unter'm b)
12tenJuni 1784, wo diePräli- eben benannter Herr Bevoll-
mächtigter sich schriftlich an
minarpuncte des Vergleichs,
mich verbindlich gemacht hat,
(welche, sowie die hier abge- sowol
druckten beiden Actenstii- 3.) mir binnen acht Wochen
ehe, sich abschriftlich in den eine , dem Inhalte seines mir
Händen desHerausgebers b e- ausgestellten Reverses gemäfs,
von ein Paar Obern der Gesell.-
finden,) verabredet u. vollzo- schaft unterschriebene Declara-
genwurden, ausgestelle,t. — tion zu verschaffen,
„Ich Endes Unterschriebener 2.) für die eben darin verspro-
verdpreche hiermit auf meine chene Ausfertigung eines Re-
Ehre, und auf das Wort eines scripts an die Mitglieder des Or
redlichen, ehrliebenden Mannes, dens zu sorgen, und
dafs, nachdem ich freiwillig- 5) ein gewisses Paquet Briefe,
aller Wirksamkeit in. dem 0. welche ich demselben als mein
der Illuminaten entsaget, und Eigenthum geschenkt, nicht
dagegen von ebengeduch4er Ge- eher, als nach Ablauf eines Jah-
sellschaft durch ein , dazu be- res, aus seinen Händen zu ge-
vollmächtigtes, Mitglied eine ben.
General-Decharge und. ein Zeug - c)
uns über meine, dem 0. Mache ich mich dagegen ver-
steten, pflichtmärsigen Dienste bindlich, künftig über Alles,
KNIGGE. KNIGGE. 1.89
was mir von den Vorgängen in. seyn konnten.. Diefs that ich
dem Orden der Illuminaten be- in dem „Romane meines Lebens,"
kannt ist, oder bekannt wer- 4 Theile ; [Riga, 1781_1783.1
1785.1
den könnte , gegen Jedermann, „Es ist ein Werk ohne Plan und
er sey dem Orden verwandt, Zusa.m In enhang; dennoch mach-
oder nicht, das unverbrüch- te es Glück, theils -veegert ver-
lichste Stillschweigen zu beob- schiedener Anspielungen, wo
achten , in- allen Stücken genau. zu viele Leute den Schlüssel zu.
nach dem deutlichen Inhalte des haben glaubten, theils um ei-
ersten im Orden gewöhnlichen niger Züge willen, die Men-
Reverse, schenkenn tnifs verriethen. Es
d) ist viermal aufgelegt und ein-
wie auch mich aller solcher mal nachgedruckt worden."
Reden und Handlungen zu ent- „2.) Der „Geschichte _Peter
halten, wodurch der Orden der Clauserm" , in 5 Bänden, liegt
Illuminaten in ein nachtheili- ein nicht ohne Interesse durch-
ges Licht gesetzt, in seinen geführter Plan zum Grunde.
menschenfreundlichen Ab sich- im komischen Gewande ist
ten gestört, und desselben mir manche, nicht zu verachtende,
bisj etzt bekannte Mitglieder Wahrheit anschaulich gemacht.
und Obern bekannt gemacht, Es ist durchaus das Beste was
compromittirt und beleidigt ich bisjetzt geschrieben habe.
'
werden könnten. Dieser Roman ist nachgedruckt
.21dolph Freiherr von und in Paris unter dem Titel:
Knigge.] „le GilblasAllemancl" übersetzt
worden."
[Es dürfte vieren Le- „ 3) Im „Journal aus Urf-
sern angenehm seyn , hier städt ," wovon ich 5 Stücke
den Abdruck eines klei- herausgegeben habe, stehn bunt
durcheinander ernsthafte und
nen, Knigge's handschrift- lustige, gute und schlechte
lichem Tagebuche ange- Aufsätze, in Prosa und in Ver-
hängten Aufsatzes zu lin- sen."
den, dessen Urschrift ein- „ 4) Achtzehn "Predigten,"
wovon sechs in das Italienische
zusehen, der Herausgeber übersetzt worden sind ," [näm-
Gelegenheit gehabt hat, da lich die erste Sammlung : „Sechs
sich derselbe auch über Predigten gegen Despotismus,
Knigge's Freixnaurerschrif- Dummheit, 4.berglauben, Un-
ten verbreitet. gerechtigkeit , Untreue und
Müfsiggang;" (Frankf. a. M,
„KniggesSelbstgeständnisseiftber 1785 ; ) die zweyte „Sechs Pre-
seine Polygraphie.‘` digten über Demuth, Sanft-
„(Hannover, den 4. April 1790." xnuth Seelenfrieden, Gebet,
, 1) Die Annehmlichkeiten, Wohlthätigkeit und Toleranz ;"
welche mir an Höfen begegnet (Heidelberg, 1736;) und die
waren, bewogen mich um dritte : „Sechs Predigten über
meinen Ruf gegen Verläum- ' Trost im Leiden, Bezähmung
dung zu schützen, allerlei Sce- der Leidenschaften, gute Wer-
nen, wovon ich Zeuge gewe- ke Verläum dung , Bibelstn-
sen, so zu. schildern, dal:s sie dium undSchmeiclielei ; " (Frkf.
gewissen Leuten verständlich. a. M., 17880 in 8.]
190 KNIGGE. KNIGGE.

„ 5) „Ueber Jesuiten, Frey- 46, ingl. in der „Allg. deutsch.


rnaurer und deutsche Rosen- Bibl.", 13.88, St. 1, S. 209 und
kreutzer ;" Leipzig 1781 3 ] *) 235-246 ri — „Was vereinte
und" Kräfte und rastlose Thätigkeit
„ 6) ‚Warnungen an die deut- bewirken, — wohin Enthu.
schen Fürsten, Jesuitengeist und siasmus aller Art führen, —wie
Dolche betr." — Diese bei- man Menschen lenken undmifs.
den VVerke habe ich. aus Ge- brauchen kann , davon finden
fälligkeit gegen die Illumina- sich hier einige Beispiele."
ten in Baiern geschrieben, mir „ 9) Die Übersetzung der bei-
aber viele heimliche Verfol- den dicken Bände: „isai zur
gung dadurch zugezogen." la Franc-Müs‚onizerie," und der
„ 7) „Beytrag zur neuestenGe- „Oratio de Goni nnita" [u. s. w.;
4chichte des Frey maurerordens, s. oben den Artikel:
in neun Gesprächen," [Berlin 13. S. 42!] ,übernahm ich,
1786.] **) „Ich glaube, hier weil der B uchhüss dl er Brönner
den rechten Gesichtspunct ge- in Frankfurt mich darum bat.
troffen zu haben, woraus map. — Es war Finanzoperation von
den Orden beurtheilen mufs. beiden Theilen. Nun werden
Wenige haben es verstehen wol- wol diese beiden Werke den
len oder können." Weg der Maculatur gegangen
seyn."
„ 8) „Philo's endliche Erklä-
rung" [u. s. s. oben S. 85, 10) " Die Tierirrungen des
Sp. b, und einen Auszug davon Philosophen , oder Geschichte
im Heft 1 der, Schrift: „der Ludwigs von 5eelberg." *) Ein
Freymaurer oderkompendinbl. Roman ernsthaften Inhalts, nicht
alles Wissenswürdigen über ge- für Jedermann geschrieben gar
heime Gesellschaften," S. 36— nichtunterhaltend, doch nicht
ohne allen Werth."
„ 11) „Ueber den Umgang mit
*) In „PhiZo's Erklärung" heifst es : Menschen." Diefs Buch ist in.
„Ich schrieb das Buchelchen mehrere fremde Sprachen über-
meist nur aus Eifer für die gute setzt. Schade, dafs ich die gu
Sache der Vernunft und Frei-
heit ; denn ich hatte damals ten Lehren, welche darin ent-
wissentlich nie in meinem Le- halten sind, nicht immer be-
ben einen Jesuiten gesprochen. folge!"
und mit den deutschen Rosen-
kreuzern nie das Geringste, we- " 12) „(Jeber Friedrich Wil-
der im Guten noch Bösen, zu
schaffen gehabt." helm den Liebreichen," u. s. w.
Anm., des Herausg.
14) Auszüge aus dieser Schrift mit
Anmerkk. s. in der Schrift: „Auf- *) In „Philo's Erklärung" , S. 64,
schlufs und Vertheidigung der erwähnt der Verf., dafs das obige
Enthifflun.g desSystems derWelt- Buch, Th. 2, Kap. 11-13, sowie
bürger-Republik ," (Rom, 1787,) das Werk „über den Umgang
S. 272-288- dann Anmerkungen mit Menschen" ? Th. 2, Kap. 8,
zu derselben in dem Buche: und die „ Geschichte Peter Glatt-
„Aufklärung über wichtige Ge- sens" Th, 2, S. 157 166, e -
enstände in der Freimaurerei," gen JFeishaupt , sein auf -
9 . O. 1787) S. 115 —235, und über fahrung gegründetes Glaubens-
d iese Anmerkungen die Schrift: bekenntnifs enthalte, dafs es un-
„Notuma" u. s. w., Th. 2, S. 133 möglich sey, jesuitische Mittel
157, endlich die ,;Bemerkun.- zu guten Zwecken anzuwen-
gen über Saint-Nicause und An- den, ohne dars Diele früh oder
ti-Saint-Nicaise," (Leipzig, 1788,) spät ausarte und gernifsbraucht
6. 1V—X! werde.
dinm. Ebendesselben,. Anm. des Rerausg.
KNOCE.S. KODESCH. 191

rFranlif. n. Leipzig, 17880 fene nor der iiliesten Frei-


ne Parodie des Zininiermann2- maurerei" u
s. w.); Eines
echen Werks über Friedrich den
63:ofsen. Das Ding warer der Bücher , worin
vielen
in. we-
nigen Stunden -verfertigt : allein alle Gebräuche und alles
Persiflage gefällt leider! immer. zum Ritual Gehörige auf s
Es gieng reifsend ab und ist Genaueste und Uniständ.
zweimal nachgedruckt."
Aufser diesen und einigen lichste abgedruckt und wo-
andern Schriften hat Knigge, von sehr viele Ausgaben
zum Theil ohne Nennung sei.- und Nachdrücke gemacht
Ines Namens , herausgegeben: worden sind. [S. den voll-
13) „Die Reise nach Braun- ständigen Titel desselben
$ chweig."
darüber
14) ' ,Briefe aus Lothringen." und Bemerkungen
15) „Gesammelte poet. und in den „KUrkk. ", erste
prosaische kleinere Schriften ;" Aufl., B. 1, S. 215 f. und
2 Th. ; Frankf. 1784 u. 1785• S. 218 - 225, oder neue
16) „Geschichte des armen
Herrn von Mildenburg ;" 3 Th. ; Aufl., B. 1 Abth. 1, S. 220
Hannover 178 9. f. und S. 225 231, und
17) „Benjamin Noldmann's vergl. oben S.111 f. den Ar-
Geschichte der Aufklärung in tihel: JACIIIN AND BOAZ !]
Abyssinien;" 2 Th. mit 6 KO D ES CII (heilig); ein
Göttingen 1791.
„Josephs v. Wurmbrand hebräisches, in den hohem
Polit. Glaubensbekenntnifs" u. Graden bedeutendes Wort.
s. w. ; Frankf. u. Leipz., 1792. 5. auch li.A.Doscll.
19) „Des. sel. Herrn Etats- KÖHLER, KoHLENEBEN-
Taths von Schaafskopf hinter- is-Ee; s. CA RB ONAIII. [Von
lassene >ia.piere;" Breslau, 1792.
20) „über Schriftsteller und dem in den Wäldern Frank,-
Schriftstellerei;" Hannov. 1795. reichs vor der Revolution
21) „Auszug eines Briefes die bestandenen Geheimbunde
Illuminaten betreffend," Leip- der eigentlichen Köhler s,
zig,' 1794.
22) „Rückblicke auf den nun die „Akazienblüthen von
bald geendigten Iirieg;" Cop- Heldmann," Jahrg. 1, (Bern
penhagen 1795. 1819;) S. 157-1611j
23) „Manifest einer nicht ge- KöNIGLICH S. KUNST.
keimen, sondern sehr öffentli- KO NS; S. Der .Ausna.
chen Verbindung ächter Freu.n-
de." WÄHLTE COgi2S.
24) „Des Rattenfängers Reise KÖPPEN (CARL FRIE.‘
von Pein nach Fxitzlar. ] mexcH), k. preufs. Kriegs.
1-iNocns („THE rath in. Berlin, war Grofs.
DISTINCT or the door of meister der dortigen africa -
the rnost ancient Free-31ason- nischen Bauherren -Logen,
ry, opening to all ]Jfen" etc. [s. diesen Artikel an de -
(,,Die drei starker?, Schläge, ren innerer Organisation er
oder das allen Menschen of- grofsen Theil nahm. [Eine
192 KOHLENBRENNER. KOHLO.

von ihm im 3. 1771 heraus- der stricten Observanz) „sehr


gegebene Schrift: „Wich- viel Böses. Das beleidigte Ver-
schiedene von unseren Logen-
tige Correspondenz mit der meistern. Diese Leidenschaft
stricten Observanz, oder mit bei einigen und der practisch
der sogenannten rectifidir: wahr befundene Gedanke bei
ten Loge ," ist sehr selten.] anderen, dafs unser System bei
einer bessern Einrichtung zu ganz
KOHLENBRENNER; S. CAR- guten, nicht nur unverwerfli-
ONARI. chen, sondern selbst löblichen,
liouLo. Auf diesem, da- Zwecken geleitet werden könn
mals dem Grafen Aloysirts te, und was dergleichen schwä-
chere und stärkere Gründe mehr
von [s. diesen Ani- waren, fachte an einigen Orten,
keil] geh örigen,Ilitterguth e, besonders zu Berlin, Dresden
nahe bei Pförten in der Nie- und Braunschweig, einen neuen
derlausitz , hielten im Jahre Ordenseifer an: , man.
fühlte allenthalben, dafs, so
1772 die Oberen von der stri-
nöthig diese bessere Eimich-
cten Observanz einen Con- tung wäre, solche doch von
vent, dessen Zweck die dem Herrn Heermeister wol
Vereinigung der Cleriker nicht zu erwarten stünde. Man
mit dem weltlichen Zweige m&fste also auf eine gemein-
schaftliche Abrede bedacht seyn.
dieses Systems war. Diese Die Versammlung im 3. 1772
Absicht schlug aber fehl; 211 , oder Pförten, war
und das einzige Resultat Nichts weniger, als ein allge-
dieses Convents war die meiner und legaler Provinzial-
Wahl des Herzogs Ferdi- convent ; wenn bei einer Gesell-
schaft ,ohne Gesetze, und ohne
nand von Braunschweig- legitime Repräsentanten ihrer
Liineburg [s. diesen Arti- vereinten Autorität, Etwas für
kel oben B.1, 5. 52, Sp, al.] illegal geachtet werden könnte.
zum Grofsmeister der stri- Allein, sie ist nachher von al-
len Brüdern, die den daselbst
cten. Observanz. [Vergl. gemachten Anordnungen beige-
oben im Artikel: pon, dem treten sind, ohne Widerspruch
KLEEFELDE, S.180,-Sp. b für einen Convent anerkannt
über gedachten Convent und der darauf gefafste Schlufs
ist die Basis aller nachherigen
läfst sich Bode in der oben
Conventsschlüsse und also un-
S. 145 angeführten Schrift srer, von da an gesetzmäfsigen,
S.19ff. unter andern so ver- Verfassung geworden. Solch
nehmen. — einen Gang nahm die anarchi-
sehe Freimaurerei aurchKnecht-
„Der Herr von Zinnendorf
fand für gut, ein neues System schuft zur gesetztnajeigen
heil»
der Freimaurerei einzuführen. •

Ohne hier zu untersuchen, war- „Wenn nun auch gleich die


um? .war ihm an dessen Aus- Behauptung, der . Convent zu
-breitung sehr gelegen ; und defs- Kohl ° habe eine vollkommene
wegen sagten er und . seine An- Gesetzgebung , ;oder auch nur
hänger von dem unszzgen" (von zu dieser Vollkommenheit einen
I{OSAH. KRAUSE. 193

richtig ausgemessenen Plan enth. Maurer hat er durch seine


'worden, nicht durchgäug4,, be- Schrift: »Die drei eiltesten,
gründet seyn möchte: so ist
doch soviel unwidersprechlich, .K.unsturkunden der Preirnau-
dafs folgende beide Grundge- rerbriiderscizaft, r‘' 2 Bde in.
setze auf demselben für richtig gr. 8., (Dresden, 1810 und.
und wahr anerkannt sind. 1813,) [wovon die 2te Aus-
„i' Die Gesellschaft, die sich gabe in 4 Abthein. ebendas.
die VIIte Provinz nennt, ist
keinem Obern unterworfen, 1819 u. 1821 erhienen und.
den sie nicht freiwillig wählen bei Arnold im offnen Buch..
und auf ihre eigenen Bedingun- handel zu haben ist,] und
gen anerkennen vvill," durch seine „Höhere Vergei-
„2) Die Gesellschaft macht stigung der iicit überlieferten
sich, selbst durch die Mehrheit
der Stimmen ihrer dazu ge- G rundemil) ole der .Freimaltre-
wählten Repräsentanten ihre rei, in 12 Logenvorträgen,"
eigenen Gesetze." (Dresden 1811 in gr. 8.)
„Dafs diese Puncte einem studirenden und denkenden
Manne sehr peinlich fallen
raufsten, der an die unver- Maurern die gröfsten Dien-
schämte Schmeichelei, er sey ste erwiesen, der noch in
fons amnis justitiae, gewöhnt den Logen vorherrschenden
worden , ist leicht zu erachten. Geheimnifshriimerei gänz-
Unoso nöthiger und billiger lich den Stab gebrochen und
war es, der gefallenen Ma j e-
stät anfangs noch allen Schein den Plan eines Menschheit-
<ler Macht, besonders über das bundes entworfen , dessen
Ceremoniel und über Ehrend- Ausführung aber leider ! woi
tel, zu lassen." u. s. w.] nurunter die frommen Wün-
liosAn , (stark); ein in sche gehören möchte.
den höhern Graden bedeu-
tendes hebräisches Wort. Per nerausgeber ist durch
KRAUSE (CARL CHI1X. den Br. Krause selbst in den
STIA1v FRIEDnicH), Doctor Stand 'gesetzt worden, über
der Philosophie inDresden, seine Lebensumstände und
[geb. zu Eisenberg, einer Studien, und insbesondre
kleinen Stadt im Altenbur. über seine Beziehung zu
gischen, wo sein noch le- der Freimaurerbrüderschaft,
bender Vater, jeüzt Pästor in Nachstehendem ausführ-
zu Nobitz, hei Altenburg, Eche Nachrichten zu lie-
vierter Lehrer an der Stadt- fern. —
schule war, am 6. May Nach erhaltenem Schul-
1781 , ist Verfasser meh- unterrichte in Dort ndorf; Ei-
rer tiefgedachter und sehr senberg und Alterzburg- bezog
geschätzter philosophischer er im J. 1.77 die Universi-
Werke. Als mit philoso. tät zu Jena, mit dem Ent.
»hischemBlicke forschender schlusse , seine philologi.
13
194 KRAUSE. KRAUSE.

schen Studien fortzusetzen hielt sodann bis in die Mitte


und, dem Wunsche seines des J. 1804, mit steigendem
Vaters gernäls, die theolog. Beifalle , Vorlesungen über
Facultätwissenschaften zu. Logik, Naturrecht, Mathe-
studiren , aber mit dem le- matik, Naturphilosophie u.
bendigsten Verlangen, sich über das gerammte System
vorzüglich der Philosophie der Philosophie worüber er
und der Mathematik zu wid- seine Lehrbücher damals
men. Hier erregten zwar herausgab.
die Vorträge Fichte's und. Schon damals hatte er den
Schelling' s seine Thei,lnah- vollständigen Entwurf zu
nie ganz vorzüglich : da er seinem wissenschaftlichen
indefs schon früher die Ge- Systeme gemacht; und da
schichte der Philosophie er einsähe, dafs dessen
kennen gelernt hatte und, gleichförmige Ausarbeitung
den Vorträgen dieser be- für ihn noch viele Studien
rühmten Philosophen als erfoderte, besonders in der
Selbstdenker zu folgen, ver- Erdkunde, der Geschichte
mochte ; so konnten ihm die und den schönen hünsten,
Systeme derselben nicht völ- vorzüglich aber in der Mu-
liggenügen; zumal da diese sik, Bildhauerei und Male-
selbst damals erst im Wer- rei , vermittelst der An-
den und in vielfacher Umge- schauung ihrer Meisterwer-
staltung begriffen waren. ke ; welche Studien nur in ei-
_Krause legte schon zu je- ner grofsen, an Schätzen der
ner Zeit den Grund zu der Wissenschaft und Kunstrei-
ihm eigenthümlichen Ge- chen Stadt, bei stetem Ar;-
staltung der Philosophie und beiten in stiller Mufse, mög-
der Mathematik , welche lich seyen , so entschlofs er
sich in erstwesentlichen sich, vor der Hand die aca,
Hauptlehren von jedem bis- demische Laufbahn zu ver.
herigen Systeme unterschei- lassen, jedoch mit der Ab-
det, sowie er zugleich die sieht, in Zukunft zu diesem
wichtigeren älteren und Berufe, für den er sich be-
neuerenSysteme, vorzüglich stimmt fühlte , zurückzu-
Platon's,Spinoza's,Leibnitz's kehren. 'Er gieng daher zu-
und Kant's, studirte. nächst zu Michaelis 1804
Im Frühjahre 1802 habili- •nach Rudolstadt, um in Be-
tirte er sich in Jena als Pri- nutzung der Kunstschätze
vatdocent durch seine „Dis- des Fürsten , welche ihm.
sert. de Philosophiae etMa- mit grofser Humanität ver-
theseos notione et earum in- gönnt wurde, auf das tiefe-
tima conjunctioue", und re Kunststudium in Dresden
KRAUSE. KRAUSE. 195

sich vorzubereiten, wohin send waren, ein Collegium


er sich im Frühjahre 1805 öffentlich über die Einlei-
wandte. 1-Tier lebte er sei- tune in die Philosophie.
nem vorwaltenden Lebens- In ebendiesem, Jahre stifte-
zv.reck e, der Ausarbeitung te er, im Verein mit 6 an-
seines Systems der Wissen- dern Gelehrten, die berlin.
schaft, und den dazu erfo- Gesellschaft Ar deutsche
derlichen Studien unausge- Sprache, entwarfderen Con-
setzt bis zum J. 1813. In stitution und Gesetze, wel-
diesen Zeitraum fällt der che von der Gesellschaft an-
Beginn seiner fteimaureri- genommen und, mit weni-
schen Wirksamkeit in der gen Abänderungen, im J.
Loge und durch Schriften, 1817 gedruckt wurden, und,
wovon hernach die Rede stand dieser Gesellschaft als
seyn wird. Ordner vor. Da ihm indefs
Zu Ende des Jahres 1813 ein besoldetes Lehramt bei
zog Krause, von den Kriegs- der Universität, um wel-
drangsalen veranlafst, aus ches er, von Vielen, seiner
der Gegend von Dresden — Freunde und von mehren
(erhatte seit Ostern 1813 sei- Professoren au rgefodert,u.nd.
nen Aufenthalt in dem Städt- im Gefühle seines innernBe-
chen 77,arandt gehabt, ) — rufes, nachgesuchet hatte,
mit seiner Familie n ach Ber- nicht ertheilt wurde, auch
lin , wo er hoffen konnte, sonst ein ihm angemessener
bei jeder, damals noch mög- Wirkungkreis sich dort
hei erscheinenden, Wen- nicht eröffnete; und da die
dung des Krieges ruhig dortige Theurung dem Erhol-
wohnen und sich der Erzie- tung seiner Familie und der
hung seiner Kinder, sowie Erziehung seiner Kinder
der Fortsetzung seiner wis- unübersteigliche Hindernis-
sen scha ftlichen Arb eiten,un- se. entgegensetzte; so be-
gestört widmen zu können. schlofs er, nach Dresden),
Dort habilitirte er sich im welches nun wieder in sei-
Frühjahre 1814 bei derUni- nein vorigen Stande Wate-
versität als Privatdocent im te, zurückzukehren, uni in
Fache der Philosophie und fernerer Mufse seinerwis-
Mathematik, (bei welcher senschaftlichenHauptarbeit,
Gelegenheit er seine „Orat. dem Ausbaue seines Syste-
de scientia humana et de mes, und dabei zunächst der
via, ad eam perveniendi", oberwähnten, im J. 1821
drucken liefs,) und las im vollendeten, zweiten Her-
Sommer dieses Jahres, wo ausgabe seines Werkes über
kaum 100 Studenten anwe- die 3 ältesten Kunsturkun-
13*
196 KRAUSE. KRAUSE.

den und der Bear- Bände davon, welche einen.


beitung s eines im 1816 in sich selbständigen Haupt-
angekündigten Urworuhu- theil des Ganzen ausmachen,
mes der deuisahen Folksspra. in den nächsten Jahren her-
ehe zu leben. auszugeben. Man wird al-
Während seines fast zwei- so bald über die Origina-
jährigen Aufenthalts in Ber- lität, den Umfang und die
haben ihm mehre an ganze Eigenthümlichkeit
Geist und Herz ausgezeich- dieses mit seltenem Fleifse
nete Brüder unzweideutige und Beharrlichkeit gebilde-
Beweise von Hochachtung ten Systemes urth eilen kön.
und Liebe gegeben: doch nen.
hat er mit keiner Loge zu Über sein Verhältnifs
Berlin oder in der Umgegend. zur Freimaurerbrüderschaft,
in der geringsten Verbin- über die Absicht und. Art
dung gestanden. seiner Wirksamkeit für die-
Seitdem wurde Krauses selbe, und über die Folgen.
gelehrte Mufse blofs im 3. und Erfolge dieser Wirk-
1817 durch eine Reise in samkeit in der Brüderschaft,
Deutschland, Italien und sowie über die wichtigeren
Frankreich unterbrochen, ihn selbst betreffenden ge-
dieer als Begleiter des Stadt- schichtlichen Umstände, hat
verordneten undFabrikherrn er sich selbst in dem Vorbe -
Tamnazb zu Berlin, eines richte und den Beilagen sei -
Freundes und Beförderers nes Werkes über die 3 älte-
der schönen Künste, mach- sten Kunslurkunden s. w.
te. Diese Reise war vor- klar und bestimmt ausge-
züglich der Bescha-uung und sprochen. Aufserdem ent-
dem Studium der Werke der häft über diesen Gegenstand
Bildhauerei und Malerei ge- der Anhang von „Sluve's
widmet; und Krause be- Abhandlung" u. s.w. (s. oben
nutzte dieselbe in der er- B. S. 338, Sp. b!) schätz-
wähnten und in mehren an- bare Nachrichten und dahin
dern Hinsichtexi sorgfältig einschlagende Urkunden‘
für die höhere Vollendung Dann befinden sich. in
seines grofsen Wissen- ,31-ofi'dolfsMittheilungen,“
schaftwerkes, welches Phi- S. 38 — -123, (verbunden
losophie, Mathematik und. mit S. 259 —264,) Dar,siet.
die empirischen Wissen- Zungen aus Dessen masoni-
s'chaften, Geschichte und schem Lehrebäuc k, sowie
Philosophie der Geschichte, in :„ L.SiMep's vertr. Briefen"
organisch umfafst. Er steht u. s. w. viele fruchtbare Re-
im Begriff, die 4 ersten trachtungen.
KRAUSE. KRAUSE. 197

Über den Gehalt der ma- die Denkart, dieLehre und


sonischen Schriften des Bru-, die Absichten dieses würdi-
ders Krause , insbeson dre gen Bruders, der in Hinsicht
seines masonischen Haupt- der Erforschung der inner-
werkes, durch dessen müh- sten Wesenheit der Masonei
same Umarbeitung und Be- höher steht, als alle jetzt
reicherung mit neuen Zu- lebende Torsteher der Ge-
sätzen in der zweiten Aus- sellschaft und für höhere
gabe e- sich einen neuen Grade Eingeweihete, — in
schönen Kranz verdienstli- Dessen eignem Herzen die
eher Bemühungen um die kindlichen Gefühle der
Erforschung des Wesens Menschlichkeit, sowie die
und der Geschichte derFrei- Gefühle für Recht und Ge-
maurerei und der Freimau- setzlichkeit, schon tief ge-
rerbrüderschaft geflochten wurzelt hatten, ehe er noch
hat, werden dazu vorberei- seineldeen über denMensch-
tete Leser schon aus den heitbund vortrug, — und
Stellen , welche daraus in auf den anzuwenden ist,
vorliegender „Encyclopä- Was Weishaupt und Abt in
die entnommen worden den oben B. 1, S. 338, und
sind, eiiiigermafsen urthei- hier oben S. 88 atgeführ-
len können : Jeder aber, der ten beiden Stellen: „Al-
seinen erwähnten Vorbe- les Gute — — berufe ich
richt , worin er unter an- mich," und „Vielen —
demn auch das Eigenthümli- Bild benetze," sagten. In-
ehe seiner masonischenLeh- das dürften einige ausführ-
re und seines masonischen liebere Erklärungen hier -
Bestrebens geschildert hat, über, welche ,zugleich ei -
lieset und den Inhalt dessel- ne gedrängte Darstellung
ben mit derSchrift über die der Grundlehre dieses Den-
Kunsturkunden selbst, mit kers enthalten, nicht ohne
seinem „Systeme der Sitten- Nutzen seyn und recht ei--
lehre" B. 1, (Leipzig, h. Re- «entlieh in die vorliegen-
clam, 1810 , in 8.) welches de Schrift gehören; zumal
zugleich eine Darstellung da Krause's Gesinnung und
seines gesaxnmten Systems Mittheilungen so oft von
derWissenschaftvomStand- Brüdern, die seine Schrif-
orte der Ethik aus, und für ten entweder nicht lesen
die Ethik, enthält, und mit oder nicht verstehen, ver-
der Schrift: „Urbild der kannt und nach Vorurthei-
Menschheit„“(Dresden1811, len gedeutet werden. Die-
in 8.) vergleicht, wird nicht se liefertnachstehender Aus-
länger in Zweifel stehniiber zug eines von ihm selbst
198 KRAUSE. KRAUS.E;

verfafsten handschriftlichen' in den sämmtlichen bisjetzt


Aufsatzes. — bestehenden öffentlichenGe-
sellschaften einen selbstän-
„Krause widmete seit dem digen Anfang dieses der rei-
J. 1800 der Philosophie des nen und ,canzen Menschlich-
Rechtes und Staates ein an- keit gewidmeten Vereines
haltendes Nachdenken, des- nicht entdeckte; — (indem
sen Ergebnisse er zum Theil sich diese alle blo 'fs und erst-
schon im 1,1802 im ersten wesentlich nur auf irgend
Theile seines „Naturrechts,« einen besondern einzelnen
theils in der Schrift : „Ur- Theil der Bestimmung des
bild der Menschheit,-‘ und Menschen und der Mensch-
in einigen Aufsätzen seines heit, auf alle andere einzel-
„Tagblatts des Menschheit- ne Theile jener Bestimmung
lebens" (Dresden1811,in4.), aber nur, sofern sie mit je-
sowie in einem in den „deut- nem vorwaltenden in Ver-
sch en Blättern" vom J. 1814, bindung stehn, beziehen;)
Stück 8, 11, 13,47 und 18, — so vermuthete er bereits
enthaltenen Aufsatze vom im J. 1802, dafs Anfänge zu.
europäischen Staatenbunde, jenem reinmens chlichenVer-
im Drucke bekannt machte, eine in den Mysterien der
zum gröfsern Theil aber erst Alten und in der Freimau-
in Zukunft aus seinen, theil-c rerbrüderschaft enthalten
weis druckfertigen Hand- seyn könnten. Sein Freund,
s hriften bekannt zu machen der verstorbene Bruder Je-
gedenkt." hann August Schneider, her-
„Diese Betrachtungen zog]. sächs. Rath und Leims-
-über Recht und Staat, und secretair in Altenburg, be-
andere verwandte, führten. stätigte diese seine Vermu-
ihn im J. 1802 zur Erkennt- thung im Allgemeinen; und
nifs eines im Organismus der Krause entscb.lo fs sich daher,
gesanimten xnenschl. Gesel- die Mitgliedschaft bei der
ligkeit wesentlichen Ver- dortigen Loge Archimedes zu
eines für die gesammte den 3 Bejsbretern zu suchen.
menschliche Bestimmung, Im April 1805 wurde er, bei
als ganze, sofern sie im In- seiner Durchreise nach Dres-
dividuellen , jedem Ein- den, in dieser Loge aufge-
zelnen und in Geselligkeit nommen und dann am 31.
dargestellt werden soll, so- October 1805 bei der Loge
wie ferner zu der Idee eines zu den 3 Schwertern und den
Vereines für Wissenschaft wahren Freunden in Dresden
und Kunst, und für deren als Mitglied affiliirt. Die
Vereinwirken. Da er nun geschichtlichen Be)ehrun-
:KRAUSE. RRAUSE. 199
gen der Brüder Schneiderund ter planmärsig anzustellen..
Mofsciorf, die Beide schon den, masonischen Forsdhun..
eine lange Reihe von Jahren gen nach und nach, gemäfs
iiber Freimaurerei und die dem in besagtem V orberich.
Freimaurerbrüderschaft ge- te und im ersten Bande (Ab..
forscht hatten , und das ge- theil. 1, S. LXV ff.) der
nauere Studium der Ge- Kunsturkunden ausgespro-
schichte der Masonei aus chenen Plane, der ganzen
den Urkunden selbst und Brüderschaft offen mitzu-
aus Br. Fefsler's Schriften theilen."
über Freimaurerei, vorzüg- „Inders war auch seineEin-
lieh aus Dessen handschrift- sieht in den Gliedbau der
liebem " Versuche einer kri- ganzen menschlichen Gesel-
tischen Geschichte" u. s. ligkeit seit dem J. 1805
sowie aus den Büchern, die durch den weiteren Ausbau
ihm Br. Mol9dorts reichhal.- seines gesammten Systemen
tige masonische Sammlun- der Wissenschaft gesteigert
gen , die königliche worden und zu organischer
thek zu Dresden und die Ausbildung gediehen; so.
Brüder von Anton in Görlitz wie ein planmäfsiges, von.
und Nicolai in Berlin mit- der Idee derMenschheitund
theilten, setzten hieraufden ihres Lebens geleitetes Stu-
Br. Krause während seines dium der allgemeinen Ge-
Aufenthaltes in Dresden schichte, die er als Ge.
bald in den Stand , den ge- schichte des gesammten
schichtlichen Begriff der 1Vrenschheitlebens nach al-
Freimaurerei und der Brü- len ihren inneren Hauptthei-
derschaft zu erkennen, und len, und nach ihren inne-
selbigen auf den von ihm zu- ren und äufseren Beziehun-
vor schon reinwissenschaft- gen, als ein organisches
lieh (a priori) erkannten Ur- Ganze zu erforschen und zu
begriff (Idee) und auf das gestalten bestrebt war und.
Urbild (Ideal) des allgemei- ist, ihm erkennen liefs, wie-
nen, der reinen und ganzen weit die Menschheit auf Er-
MenschlichkeitundIVIensch- den bereits in Entfaltung
heit gewidmeten Vereines res Lebens und in Darbil-
zu beziehen,
beziehen , und das Ver- dung ihrer unendlichen und
bältnifs des ersteren zuletz- ewigen Bestimmunggekom,
terem aufzufassen; so dafs men, und Was demnach für
er sich im Frühjahr 1808 die Höherbildung des ge-
entschlofs, die Ergebnisse sammten Menschheitlebens
aller seiner damals vollen- und der einzelnen erstwe-
deten, theils aber noch wei- sentlichen Theile desselben
200 un A LT SE. KRAUSE.

zunächst zu erforschen, zu garizenMenschkeitlebenser-


erstreben und zu thun sey. kennbar und mittheilbar
E, erkannte, dafs in dem sind, so enthält die er-
öffentlichen Leben der ste Hauptabtheibing die
Menschheit in den gebil- ses rechtswissenschaftlichen
detsten Völkern Europas und politischenWerkes:Idee
und deren Pflanzvölkern und Urbild der Menschheit,
soeben die Höherbildung Gesch ichtbild de Menschheit)
des Staates und der staats. und Würdigung des gesamin-
rechtlichen Verhältnisse der ten Lebens der Cegenwart,
Völker vorwalte, und dafs wovon bisjetzt nur der er-
es daher von practischer ste Abschnitt als die, gro-
Wichtigkeit sey, dieses Be- fsentheils im 3. 1808 ge-,
streben nach der Idee des druckte, Schrift: „Urbild
Rechtes und des Staates zu der Menschheit," imJ. 1811
würdigen, und zugleich die erschienen ist Wenn die-
wesen tlichen tielpun
r cte ses politische Werk bekannt
desselben ,fir Gegenwart gemacht wird: so wird es
und Zukunft nach jenen ein Erweis seyn, dafs die
Ideen , und mittelst dieser Philosophie des Rechtes sich
"Würdigung, aufzustellen, nicht vom Practischen ent-
Um hierzu an seinem ein- fernt, dafs sie vielmehr mit
meinen Theile mitzuwir . achter Geschichtforschung,
ken, arbeitete Krause in den mit historischem Geiste und
Jahren 1807 — 1809 an ei- mit dem Geiste des Lebens
nem gröfseren* staats-wissen. selbst rein harmonisch ist,
schaftlichen Werke, dessen und dafs sie die gesetzmäfsi-
Gegenstand es ist, zu zei- ge, ruhige und friedliche
gen, wie die Menschheit Weiterbildung der Staaten
das Urbild des Rechtes und befördert, ohne jemals zu.
des Staates in steigender ungesetzlichen und au ge-
Vollkommenheit verwirkli . waltsamen Eingriffen in den
ehe und insonderheit durch Gang der Staatenentwiche-
Vereinigung der Völker in lung und der Rechtspflege zu
immer uinfassendere staats- verleiten oder Anlafs zu
rechtliche Ganze
Ganze .der Idee ben."
eines Staates auf Erden im. „Ebenso widmete Krause
mer näherkomme." von der andern Seite der Re-
„Da nun diese Schrift die ligionphilosophie und der
Idee und das Ideal des Rech- Geschichte aller
tes, und des Staates voraus- gemeinden ernstes Nachden«
setzt, diese aber nur in der ken und den Fleifs einerbe-
Idee und in dem Ideale des sonnenen, vorurtheillosen
• KRAUSE. KRAUSE. 201

Geschichtforschung; wobei der weiteren Ausbildung des


ihm seine früheren theolo- gesammten System es der
gischen Studien zu Hülfe Philosophie, brachte Krause
kamen. Ersuchte,sich durch auch seine Philosophie der
Benutzung vieler seltenen Menschheit im 1808 zur
Hülfmittel, welche ihm die Reife und gelangte inson-
dresdner königliche Biblio- derhe.t zu den Grundein.-
thek, und andere Sammlun- sichten, welche seitdem sei-
gen auf seinen Reisen, dar- ne Bestrebungen und sein
boten, eine genauere Kennt- Verhalten hinsichts der
nifs'der indischen, sinischen Freimaurerbrüderschaft be-
und persischen Religionl?e- stimmt haben und noch be-
griffe, besonders aber der stimmen. Er erkannte es
durch sie alle hindurchge- als ewige Wahrheit, in der
henden, religiös-mystischen Idee Gottes und . in der Idee
Schulen und Secten, zu ver- der Menschheit, dafs die
schaffen, vorzüglich aber Menschheit in Gott, im un-
mit den Ergebnissen der Ge- endlichen Raume und in der
schichtforschung über die unendlichen Zeit, eine sey
heiligen Schriften des Ch.ri- und in unendlich vielen, im
stenthumes, über die Aus- Sternensaale gesetzmäfsig
bildung der christlichen Kir- ausgetheilten und unter sich.
ehe und die Lehrbegriffe, verbundenen Theilmensch-
Gebräuche und Einri.chtun- heiten als ein Organismus
gen der verschiedenen Con- (ein Gliedbauleben), sich
fessianen. bekannt zu wer- selbst ewig gleich, und. mit
den , um, auch auf diesem Gott vereinlebend, bestehe;
Gebiete mit eigenen Augen und als insbesondre die
zu sehen und den Entwiche- Menschheit dieser Erde ein
lunggang des Lebensver- noch im Bilden begriffenes
hältnisses Gottes und der organisches Glied der einen
V1enschheit dieser Erde, als Menschheit in Gott sey.
eines organischen Ganzen, Daher müsse auch die
insoweit zu erkennen , als Menschheit zuerst in ihrer
es die menschliche Be- ganzen Wesenheit, noch vor
schränktheit überhaupt, und und über allen ihren innern •
die individuellen Schranken Gegensätzen und Gliederun-
der eignen Geist- und Le- gen, dann aber als ein Or-
bensentfaltung insbesondre, ganismus nach ihrem ganzen
dem einzelnen • Menschen innern Gliedbau, erkannt
gestatten." werden. Sowie nun die
„Während aller dieser ganze Menschheit ein orga-
Untersuchungen, und bei resches Ganze sey und als'
202 KRAUSE. KRÄUSE

solches erkannt werde, so für alle wesentliche Theile


sey auch die Menschheit der menschlichen Bestim,
dieser Erde bestimmt und mung wirksamen Einzel-
fähig, ihr gesammtes Le- vereinen stehend, das All-
ben in einer organischen Ge- gemeinmenschliche zum Ge-
selligkeit, als ein organi- genstande ihres Strebens
sches, eigenlebliches (indi- machen, den Menschheit--
viduelles) und eigengutes bund , oder besser, den Ur-
und schönes Ganze, zu ent- lebenbund der Menschheit.
falten und auszubilden. Wie (S.„Kunsturkk.", B. 1, Ab-
nun Einheit vor und über theil. S.LXXXVI ff. !)"
j eder Vielheit stehe, sodann „Nichts ist einfacher und
gliedbaulich innere'Vielheit klarer, und zugleich für je-
und Gliederung in sich hal- den gebildeten Geist und
te, und diese Glieder wie- für jedes gefühlvolle Herz
der unter sich und mit sich anziehender, als dieser
selbst, als der Einheit über Grundgedanke, der gleich-
ihnen allen, vereine, — als wol nur auf dem Gipfel der
Welches den Grundcharak- Wissenschafthildunggefun-
ter jedes Organismus aus- den und erfafst werden
mache : ebenso solle und konnte, und den Krause
könne di‘egesammtemensch- aus Keinem der bisherigen
liche Geselligkeit auch auf Wissenschaftsysteme , aus
dieser Erde zuhöchst eine keinem Religionlehrbegrif-
seyn und als solche vor und fe, aus keiner Geheimlehre
über allen einzelnengeselli- irgend einer geheimen Ge-
gen Vereinen stehen, dann sellschaft, entlehnen konn-
diese alle in organischer te, sondern in eigner philo
Vollständigkeit in sich bil- sophischer Forschung auf-
den, als eine über alle und gefunden, entwickelt und
in allen ihren einzelnen mit ewigen, von keiner Er-
Theilen walten sie alleun- fahrung abhangigen Grün-
ter sich in organische Weda.- den bewiesen und daher
selwirkung und Vereinleben mit vollem Rechte öffentlich
verbinden, und so, als unter dargestellt hat. Auch die
sich und mit dem Ganzen Freimaurerbrüderschaft ins-
vereint, vollenden. — Er besondre war weder als Ge-
nannte die dieser Idee ge- . sellschaft, noch in einzel-
mäfs gesellschaftlich ver- nen Mitbrüdern, zu der
einten Menschen‚ Grundeinsicht gelangt, wel-
sie das eine un ganze che in den vorstehenden
Menschheitleben umfassen, Sätzen bezeichnet ist. Wer
und über allen einzelnen, Krausem widerlegen will,
KRAUSE. KRAUSE. 203

mufs die Unstatthaftigkeit einfache Darstellung der Sa-


dieser Grundidee und der che selbst, ohne Bild und
daraus für die menschliche Hülle, mit Ruhe und Stille
Gesellschaft überhaupt, und des innersten Gernüthes, in
für die Freixnaurerbrüder- reiner Begeisterung und im
schaft insbesondre, sich er- Geiste der Liebe und des
gebenden nächsten, überaus Friedens, kennzeichnet die
wichtigen und entscheiden- Mittheilungen der Wissen-
den, Folgerungen philoso- schaft."
phisch darthun; er mufs den. „ Dieser Grundgedanke
Abschnitt in den „Kunstur- von der Menschheit, dem
kunden" Abtb. 1, S. LXXII/ Menschheitleben und dem
CXVI, sowie in der Menschheitbunde soll und.
Schrift:„Urbild derMensch- wird , nach Krause'$ 'Über-
heit” S. 470-529, und in. zeugung, die leitende und.
„E.;‘4ause's System der Sitten. regierende Grundidee des
lehre" S. 417 ff., , und im kommenden, nun schon TA-
„Tagblatte" den Aufsatz in gonnenen, Zeitalters wer-
Nr. 2, und in Nr. 21 und den; und sie wird Liebe,
13 der nachfolgenden Nu- Friede, Güte, Schönheit,
mern widerlegen Dieses jede Wesenheit, mit einem
ist aber bisjetzt von Nie- Worte, Gottähnlichkeit, auf
manden geschehen. Blofse Erden geistig begründen
Versicherungen des Gegen- und ausbreiten."
theils, blofse Inculpatio- „Alle bisherige Bestre-
nen der Schwärmerei, des bungen der Menschheit er-
Mysticismus, des Theoso- scheinen als an sich selbst
phismus oder wol gar des wesenhafte und werthvolle
Verrath.es angeblicher Ge- Voranstalten, Vorübungen
heimnisse, sind völlig er- und Theilarbeiten zu dem
folglos hier, wo aufgestellte einstigen gottinnigen und.
philosophische Deduction und gottvereinten , organisch
Beweifiihrungvorliegt, wel- vollendeten Leben der
che zugleich sich alles Bild- Menschheit und sind als
lichen, Poetischen und Red- solche anzuerkennen, zu
nerischen, und überhaupt achten, zu erhalten, zu
aller Künste derüberredung, pflegen und , gereinigt und
mit Absicht ganz enthält verschönert, in umneuer,
und im besonnenen, ruhi- evvigjugendlicher Kraft in
gen Tone klarer und in die das organische Streben
Wesenheit des Gegenstan- des nunmehr werdenden
des sich vertiefender Dar- Merischheitbundes , und
stellung abgefafit ist. Denn einst in den dadurch voll-
204 KRAUSE. KRAUSE.'

endeten reinguten, gott- Zu ihm verhält sich die


ähnlichen und -gotterfüllten Verfi.ofsne Lebenszeit der
Lebenskreis der Menschheit Menschheit', wie Iiindlieit
dieser ganzen Erde, aufzu- , und erstes Jugendalter, und.
nehmen und darin zu . ver- alles früher Gelebte und E•r-
klären." strebte, wie organische Vor-
„Das mit der wissen- anstalten, Vorbereitungen.
schaftlichen Erkenntnifs je- und Keime.. — Erst die-
ner Ideen und Ideale, mit ses harmonische Zeitalter
deren Anerkennung für das entfaltet einst den Vollle-
Leben und mit der dafürge- hensstand des ganzen Ge-
schlossenen gesellschaftli- ,wächses der Menschheit zu
dien Vereinigung begin- Elüthe und Frucht; denn
nende Zeitalter wird höher erst in ihm wird die mensch-
seyn , als alle vorhergehen- liche Geselligkeit ein bis in.
de; denn sein eigenthiim- alle Einzeltheile gleichför-
licher Cha.racter besteht in mig vollendeter /
der Aufgabe, das gesammte erst in ihm gewinnen der
Leben der Menschheit als Bund der Ehe, der Freund-
einen Organismus, in Ein- Schaft, des Rechtes, der
halt, Vielheit und in Ver- Gottinnigkeit und des Gott-
eiriigung aller seiger, Theile vereinlebens, •sowie das ge-
unter sich und mit dem Gan- sellschaftliche • 'Leben' für
neu und zugleich in orga- 'Wissenschaft und . Kunst,
nischer Lebensvereinigung für. Güte und Schönheit, in.
mit Natur und Vernunft, Stämmen, Völkern undVöl-
und mit Gott, auszubilden, kervereinen, und, für diese
und dasselbe, soweit es die Erde zuhöchst, in der einei
eigenthümliche Schranke Familie der Kinder Gottes
dieses Erdlebens gestattet, auf der ganzen Erde, die
zu vollenden. — Das kom- Jedem eigenthümliche We-
mende Zeitalter ist das dritte senheit, Reinheit, und ihre
Ilauptleben saher der Mensch- Vollendung in und • durch.
heit , zugleich das höchste ihr allwechselseitiges orga-
überall im Weltganzen ei'- • nisches Lebensverhältnifs;
reichbare; denn es'ümfafst erst in diesem Alter des ge-
alles . im Gliedbau der reiften Lebens wird die
Menschheit innere Wesent- Menschheit dieser Erde fä--
liehe in einer organischen hig werden, ihre höchsten.
Bildung; es kann daher das und innigsten. Lebensver-
reif, das harmonische, das hältnisse mit Gott, mit Ver-
vollwesentliche,
organisch. nunft und Natur, • und, mit
vollendete genannt werden. der Menschheit und dem
KRAUSE; • KRAUSE. 205

Reiche aller vernünftigen dung und Wiedergeburt al-


Geister des Weltall, einzu- ler menschlichen Dinge.
gehen ; und erst dann wird (Siehe die ersten Seiten des
sie das Reinste, Höchste, Vorberichts der „Kunstur-
Schönste ihres Lebens, als kunden vom J. 1810"!)"
ein eigengutes und eigen- „Diesei3ehauptungen un a
schönes Ebenbild Gottes, Erwartungen Krause's wer-
vollführen. — Schon im den zwar ohne Zweifel
Beginn des harmonischen fürjetzt den Meisten un-
Zeitalters jedoch werden. verständlich , überirdisch,
die Fähigen sich aller Or- schwärmerisch, wol auch
ten gesellschaftlich verei- überspannt und chimärisch,
nen, um den Urlebenbund erscheinen: allein die Fol-
der Menschheit in einzel- ge der IVIenschheitgeschich-
nen Anfängen zu gründen; te wird lehren , ob er rich
und der Eintritt dieses tig gesehen."
höchsten Lebensalters wird. „Es ist nun die Bezie-
mit ähnlichen, nur ver- hung zu erwähnen, in wei-
hältnifsmäfsig gesteigerten, cher die soeben kurz ge-
Erscheinungen, Wirkun- schilderten Einsichten und.
gen, Gegenwirkungen und. Bestrebungen Krause's mit
Wechselwirkungen beglei- der Freimaurerei und der
tet seyn, als einst das zwei- Freimaurerbrüdersch.aft ste-
te Lebensalter , welches vor- hen. — Bereits im J. 1807
züglich durch das Entstehen überzeugte er sich, mit/eist
des Christenthuins bezeich- der ihm durch die Brr. Mois.
net ist: In dieser Überzeu- dorf und Schneider, und in
gung betrachtet Krause das Er. Ilefyler's kritischer Ge-
Wirken für die Ausbreitung schichte, bekannt geworde.
j ener Grundideen, und das
Streben für Gründung und
nen Urkunden undreichhal-
tigen geschichtlichen Hülf-
Ausbreitung des werdenden mittel undVorarbeiten, nach
1VIenschheitbundes, und für eigner philosophischer und.
die organische und harmo- philologisch - kritischerPrü-
mische Ausbildung aller ein- fang , dafs der Inhalt der
zelnen menschlichen Gesell- ächten und ältesten Kunst-
schaftvereine, als die erst- urkunden der Brüderschaft,
wesentliche' gesellschaftli- insbesondre aber schon die
che Angelegenheit jedes Ein- im J. 1717 von der neueng-
zelnen , jedes Volkes , ja lischen Grofsloge zu Lon-
der ganzen Menschheit, zu don angenömmenen Consti-
aller Zeit, und besonders tutionen, sowie die älte-
zu dieser Zeit der Höherbil- sten und ächten masoni-
206 kRAUSE. KRAUSE.

schen Lehrzeichen und Ge- Jahre seines Lebens vorzüg.


bräuche , die Freimaurer- lich der Fortsetzung dieser
brüderschaft als eine der rei- seiner philosophischen und.
nen Menschheit u. Mensch- geschichtlichen Forschun-
lichkeit gewidmete Gesell- gen und der Mittheilung
schaft, ihrem Geschichtbe- derselben an die Brüder.,
griffe nach , zu erkennen s chaft und an alle Menschen
geben. • Br. Krause aner- zu widmen. Er wollte eine
kannte also, auf die Ge- allgemeine Schrift für das
schichte gegründet, den ma- ganze Publicum hierüber
• sonischen Verein als einen zugleich mit der zunächst

keimenden, •in Ahnung der blofs der Brüderschaft zuge


Idee gebildeten Anfang des .eigneten Bearbeitung der äl-
- von ihm philosophisch er- testen Kunsturkunden er-
*kannten Menschheitbundes scheinen lassen ; wie er in
und überzeugte sich, dafs der letzteren Schrift (im
ebendefshalb diese Gesell- Vorberichte S. XLVII f.)
schalt zunächst berufen und genauer . erzählt : allein
in 'Einigen ihrer einsicht- die Ausführung ebendieser
.volleren und geistreicheren Schrift erweiterte sich un-
Mitglieder auch fähig sey, ter der Hand und nahm sei-
die wissenschaftliche Lehre nen Fleifs überwiegend in
von der Menschheit, ihreni . Anspruch; • so dafs von die-
Leben und ihrem Bunde zu ser, dem ganzen Publicum
fassen, in sich aufzunehmen darzubringenden . Schrift ein
und dann vielleicht, mit Got.. Theil erst im J.1811, in der
tes Hülfe, in einer gründli- nur sechs Bogen.starkenAb+
chen Höhergeburt und Neu- . handlung: _Entfaltung der
bildung, und ohne dadurch Idee des Menschheitbundes
die Stetigkeit ihres Daseyns vorn Standorte des LebenS
und ihrer Entwickelung zu. aus ) (im „Tagblatte des
verletzen 'oder aufzugeben, Menschheitlebens, ") und
ein . erneuter Anfang des zum Theil in der Schrift:
kommenden Menschheit „vom Urbilde der. Mensch-
bundes zu werden. Sich heit, vollendet , werden
selbst aber , fand er berufen konnte, der gröfsere übrige
und verpflichtet , diese . sei- Theil aber erst in Zukunft
ne Erkenntnisse und die erscheinen soll."
darauf gegründeten. Vor- .• „Über den Zweck . und
schläge zu Höherbildung der Inhalt der Schrift . üb er „die •
Brüderschaft offen bekannt drei ältesten Kunsturkun-
zu Machen, und entschlofs den" hat sich der Verfas-
sich • daher, • die nächsten Ser in folgenden Worten er-
1-MAUSE. KRAUSE. 2CY)

klärt, welche theilweis be- ben zugleich der Beweis ge-


reits oben B. I, S. 395, Sp. a, führt worden, dafs die We-
stehen." — senheit der Masonei und des
„Durch die Schrift über Masonbundes , das ist der
die drei ältesten Kunstur - Freimaurerei u. der Freimau-
kunden der Freimaurerbrü - rerbrüderschaft, wirklich *in
derschaft beabsichtiget der ihren drei ältesten Kunst-
Verf. derselben zunächst: die urkunden, obwol nur als
Brüderschaft über ihre wah-. Ahnung, dargebildet sey,
re Geschichte lauter und oh- und dafs den Worten dersel-
ne Vorbehalt aufzuklären, ben, bewufstlos und wie im
und diese Aufklärung insbe- schlummernden Keime, jene
sondre durch. Mittheilung, erstwesentlichen Urbegriffe
sowie durch philologisch... und Urbilder (Ideen und
kritische und philosophi- Ideale) der Menschheit,
sche Bearbeitung und Erklä - des Menschheitlebens und.
rung, der drei ältestenHunst- des Menschheitbundes zum
urkunden zu begründen." Grunde liegen, welche wir,
„Dieses aber wünschet als geistgereiftere Nachkom.-
der Verf. defshaib mitzube- men, in der reiner und hö-
wirken, damit ein zweiter her verklärten Brüderschaft,
höherer Zweck dieser Schrift gemäfs dem nach diesen
umso leichter erreicht wer- Urbegriffen und Urbildern,
den möge, wonach er beab- in genauerKunde der Bund-
sichtiget: die Brüderschaft geschichte entworfenen.
zu der Anerkenntnifs des ihr Musterbilde, — wesenge-
zum Grunde liegenden Ur- mäfser und schöner ver-
begriffes und Urbildes des wirklichen können und
Menschheitbuidides aufzufo- len.'
dern., und ihr dazu durch „Ebendefshalb sucht der
die Kenntnifs und Würdi.. Verf. in dieser Schrift über-
gung ihrer ältesten Kunst- haupt auch die wesentlichen.
urkunden, sowie ihrer dar- Vorkenntnisse zu der rich-
in aufbewahrten ältesten tigen Würdigung des vori-
Verfassung und ihres eben gen und jetzigen Zustandes
darin ächt überlieferten Ge- der Freimaurerbrüderschaft
brauchthumes (Rituales), ei- darzulegen."
n fest begründete und „Der- Entzweck aber,
einsgreifende Veranlassung wefshalb der Verf., durch.
zu geben." diese Schrift das soeben Er-
„Damit diese Schrift um- wähnte zu erreichen, strebt,
so/ mehr eine. solche Veran- ist jener einzige Zweck al-
lassung werde, ist in dersel- ler seiner freimaurerischen
208 KRAUSE. BRAUSE.

Arbeiten und Druckschrif- stiftetund ausgebildet, —


ten, dahin zu wirken : und dafs in und durch den-
darsjetzt die Brüderschaft, selben der Gliedbau des
in lichtvoller Erkenntnass Menschheitlebens auf Er-
ihres Urbegriffes und Ur- den Vollendet weide."
sbildes, nach ihrem eig- „Diese Schrift hellet zu-
nen, zeitgemäfsen Mu gleich mehre wichtige, bis-
sterbilde ihr dritiesLebens- her dunkle, Theile der Ge-
alter in einer völligen, Wie- schichte auf, stiftet un-
dergeburt und Urgestaltung erwarteten Zusammenhang
beginne, worin die Erhe- zwischen einzelnen Ent-
bung der Brüderschaft zu wichelungen , besonders-
einem allgemeinmenschli- durch die in den Quellen
‚dien Vereine, welche am. geschöpfte Darstellung der
Anfange ihres zweiten Le- griechischen und römischen
bensalter,s. , im Jahr 1717, Zünfte und der Baucorpo-
mit der Stiftung der neu- rationen des Mittelalters,
englischen Grafsloge in ferner durch die Hauptmo-
London ahnend begonnen rnen.te der Geschichte der in
wurde, nunmehr in hin- Deutschland zuvor fast un;
rem, Schauen dadurch voll- bekannten Culdeer, sowie-
endet weide, dafs sich die durch Nachweisung ihres
Brüderschaft in einen neu. Zusammenhanges mit der
belebten Anfang des alle Freim aurerb rü.d.ers cha ft und.
Menschen, Männer und. mit der fortschreitenden
Weiber, Kinder, Erwach- Cultur im Mittelalter und
sene undGreise, umfassen- durch die nachweisende An-
den offnen und offenkun- deutung der Beziehung des
dig wirkenden Mensch- indischen, ägyptischen, alt-
beitbundes erweitere und persischen (zendischen und
ausbilde." soofischen), sowie des drei
„Diese für die Freimau.- dischen, gnostischen und;
rerbriiderschaft höchste Fo- culdeischen , Lehrbegriffes,
derung ist untergeordnet der als eines grofsen Ganzen der
die ganze Menschheit die- Entwich. elung, auf die L eh-
ser Erde umfassenden, von ren, Bilder und Gebräuche
dem Bestehn und der ferne- der Masonei. Übrigens
ren Gestaltung der Freimau- giebt der Verfasser in dieser
rerbrüderschaft unabhängi- Schrift nur einen Theil oder
gen, gesellschaftlichen. Fe- Ergebnisse seinerGeschich.t.,.
derung: forschuig; den gröfseren
dafs der Menschheitbund Theil degselbeu aber wird
auf Erden begründet, ge- eine eigne , Schrift enthal.-.
KRAUSE. 1i-11./AUSE 209

ten, weiche als Gegenstück der Achtung für die rein-


zu seinem „ Urbilde der sittliche menschlich.e Frei-
Menschheit" unter dem Ti- heit im Erkennen, Fühlen,
tel: Gesbchichtbild derMensch. Wollen und Thun, — fer-
heit , erscheinen soll." ner die Grundsätze sich
„Um übrigens Krause's rein und ganz im Guten zu
Unternehmen für die hö-n halten ; — nur Gutes, und
here Wiedergeburt des ma- Gutes nur durch Gutes, zu
so ischen Vereines zu wür- wollen und zu wirken ;
digen, und seine Gesinnung Bösem nicht mit Bösem,
dabei richtig zu beurthei- sondern nur mit Gutem, zix
len , sind besonders die widerstehen ; sich in al-
Grundsätze über die Art die. len Beziehungen jeder leih-
ser 'Wirsamkeit der Beach lichen und geistlichen C-e-
tung werth, 'die er in der waltthat gegen alle Men-
Bearbeitung der ält. Kunst- schen zu enthalten, — und
urkunden und anderwärts alles , ja das ganze , Gute
offen ausgesprochen hat," nur von der reinen Einsicht
[sowie sie zum Theil hier durch wissenschaftgemäfse
im Art.: HELDMANN, S. 29 Forschung und Belehrung,
und 35 f., bereits dargestellt von dem heiligenden Ge-
worden sind,] „und von de- fühle reiner Herzen, von
nen Krause behauptet, dafs dem reinsittlichen Wollen
nach denselben jeder rein gottinniger Menschen, in
gesinnte Mensch in jeder und durch Hülfe und Mit-
Hinsicht, so auch der wer- wirkung Gottes, in Stille
dende Men.schheitbund und des eignen Gemüthes und,
Alle, die selbigen stiften und. in liebefriedliCher äufserer
ausbreiten , han- Wirksamkeit, zu erwarten,
dein verpflichtet sind. Es rein von jedem Streben,
sind die Grundsätze der Parteiungen und Secten un-
selbthätigen Wah.rheiterfor- ter den Menschen zu stif-
schung, der offnen, wissen- ten , 'rein und frei von blin-
schaftgemärsen Mittheilung der Annahme willkührlicher
der in eigner Einsicht er- Satzungen jeder Art, und
kannten Wahrheit, der An- hierdurch gesichert vor jeg.
erkennung der Gültigkeit licher Leidenschaft und
der erkannten Wahrheit für Wahnwuth (Fanatismus);
das Leben, des steten Stre- — endlich, diese Grund-
bens , die Wahrheit nicht sätze alle umfassend , der
nur zu erkennen , sondern Grundsatz der Ireseninnig-
sie zu. seyn und zu leben, der keit, weiche auch die Men-
strengen Wahrhaftigkeit, schheitinnigkeit, die (tilge-
210 ERALJSE. KRAUSE,.

meine Menschenliebe (chari- so unvollkommnen, Gesell-


las), in sich hält und sich schaftverein, wider keinen
durch allgemeine Gerechtig- Staat, wider keinen B.eli-
keit Geduld und Milde of- gionverein mit offner oder
fenbart.“. geheimer, leiblicher oder
„Von der treuen Beob- geistiger Gewaltthat sich
achtung dieser Grundsätze auflehnen, vielmehr, im
hängt, nach Krause's Über- Geiste Gottes und der
zetiob-un er das . Gelingen je- Menschheit, das Unvoll-
des ä.chtmensch.lichen , dem.. kommne in den Verfassun.-
Bein guten gewidmeten Ent- gen der Staaten und Rehi-
wurfes ab; und nur ihnen gionvereine, welche nur
gemäfs wirkend wird auch stufenweis ihren Urbildern
der werdende Menschheit- sich nähern können, einzig
bund gedeihen. Durch die- auf rechtmäfsigem und ge-
se Grundsätze . und deren setzlichem Wege, nur durch
treueB efolgung werden Die, sittlichfreie und reine Mit-
welche ihn stiften und aUs- tel, durch offne wissen-
breiten, mit allem Guten schaftliche Belehrung und
und mit allen Gutgesinnten durch Benutzung jed.er
im inneren, vorbestimm- staatsgesetznzeig dargebo-
ten . Einklange und Bunde tenen. Wirksamkeit, zu ver-
seyn; sie werden gegen bessern, und nur so, zuBe-
das Menschheitvvidrige- je- griindung des Guten mitzu-
de Art, gegen alles Unrei- wirken, streben. — • Die
ne, Unreife, Fehlgebildete aber, welche in diesem
und Fehlbildende nicht mit Geiste leben, sowie sie
.Zwang, nicht mit äufserer selbst friedlich und duld-
Gewalt, nicht mitList, und sam sind und sich aller ge-
Trug, und Lüge in , den waltsam störenden Einwir-
.Kampf ziehn; sondern blofs kung auf das Bestehende
mit wissenschaftgemäfser enthalten , werden auch,
Belehrung, in liebinniger wie schon die Quaker und.
Friedsamkeit, und vorzüg- einige andre von der herr-
lich mit. ruhiger, selbvve. schenden 'Kirche ab-vvei-
sentlicher Darbildu.ng des. chende friedliche und stil-
Guten, werden sie dagegen le Gesellschaften in al-
wirken. - Daher wird auch, len Staaten, am Meisten
nach Krause's Überzeugung, aber in denen , welche
kein reingesinnter und da- selbst ihrem Urbilde ver,
bei zu , voller Erkenntnifs hältnifs,mäfsig am Näch-
.Wahrheit gelangter sten sind, Duldung und
Mensch wider keinen, noch Förderung ihrer mensch
KRAUSE. K.,R4USE. 21.1

heitwiirdigen Bestrebungen sich anzuschliefsen, und so


finden." lin werdenden MenschLeit-
„Man sieht aus diesen bünde ihr eignes ' drittes Le-
Darstellungen, dafs Krau- bensalter,, ihrem eignen
se's Unternehmen, für die gesciichtlichen Musterbilde
Höherbildung der triid.er- gernärs, anzutreten. Da-
schaft mitzuwirken, nicht her ist Krause überzeugt,
einzeln oder einseitig, son- dafs seine höhere Wirksam-
dern als untergeordneter keit durch das Widerstre-
Theil eines . höhern Planes hen des Logenwesens nicht
für die gesammte Mensch- gehemmt werden kann. .
heit, gedacht ist, und dafs Schon in der Brüderschaft
insonderheit Jenes, was hat indefs Sein e Lehre durch-
davon die Brüderschaft an- gewirkt*); sie wird in den
geht , auf philosophisch
und geschichtlich begrün-
d.eter Sachkenntnifs beru- *) Es ist erfreulich, in ei-
nem, unter'm 2i A pril 1822
het. Daher sind Kralbse+,9
ausgefertigten, gedruckten
'Wirksamkeit und deren Er- Rundschreiben einer jun-
folge weder jemals selbst gen deutschen Loge, deren
auf die Freimaurerbrüder- guter masonischer Geist
s a allein beschränkt, dem Herausgeber schon.
früher bekannt war, fol-
noch auch selbiger aus- gende Stelle zu lesen. —
schlufsweise, mit Verken- ,;So sehr wir es uns be-
nung anderer Keime des. wufst seyn dürfen, dafs
Menschheitbundes, gewid- wir es an unserm Theile
nicht fehlen liefsen, die
met gewesen; und schon Sache destandes nach Ver-
in deni'Vorberichte der er. mögen zu Rirdern, so wis-
sten Ausgabe der „Kunst- sen wir uns doch wol zu.
urkunden" lehrt er be- bescheiden, dafs es nur vor
stimmt, dafs die Stiftung. derHand mehrBlitthen und
Enospen sind, Was unter
u. Ausbreitung des Mensch- unsrer Pflege hervorgehe,
heitbundes weder allein, als dafs wir uns anmafsen
noch vorzüglich, von der dürften, Früchte zur Schau
Freiniaurerbrüderschaft ab- legen zu wollen, die zur
Reife , Gediegenheit * und
hange, noch zu erwarten Vollkommenheit die Zeit
sey, Clars vielmehr dieser allm ä
. hlig, erst bringen
ringen kann.
höchste menschliche Verein Um -inzwischen in Vorbe-
in selbstandige, urneuem reitungen Dessen, was sich
künftig etwa liefern liefse,
Beginnen entstehen werde,
nicht müfsig zu seyn, gien-
woran allerdings die Frei- gen wir von dem Grund-
maurerei als Gesellschaft satze aus, daJs der unter
den nächsten Beruf habe, einem Briiderver ein herr-
- 14* •
212 KRAUSE. KRAUSE.

Logen nie wieder vertilgt und sofern diese als Geheim-


werden, auch schon solange vereine bestehen. Auch in
diesen wirkt diese Lehre in
Kraft des Wahren und Gu-
sChenile Geist vor . Allem ten von Tag zu Tag mäch.-
ebenso gereiniget und ver- tiger fort, — still, aber uni.
edelt, als angeregt und ent- widersteblich."
flammt werden müsse, umn
.dem an sich tollten Buch- „Bereits im .T.1808 erwar-
Staben des Logenwesens tete Krause mit Gewifsheit,
desto mehr Leben und 15.raft. dafs , durch seine Lehre
zu geben. Diets hofften mitveranlafst, die Fähige-
wir am Sichersten durch ren und Reingesinnten in
die Clubbs zu erreichen,
*die wir allwöchentlich hal- der Brüderschaft würden er-
ten , wo -viir neben einem leuchtet und ergriffen wer-
allgemeinen Unterrichte, den, und dafs sie insbeson-
malst aus dem altenglischen dre im Lichte der Ideen,
Lehrlingscateclaistnus mit
Krauses viel zu wenig be- und im Überblicke der mit-
nutzten ErMuterui-zgen, so- zutheilenden wahren Ge-
Weit sie practisch sind, schichte des Bundes, zu
uns besonders auch damit richtiger Würdigung des
beschäftigen, die .Angele- Zustandes und der zeitge-
genheiten der Loge sämmt-
liChen Brüdern Bera- in gsen Bestimmung der
-thung vorzutragen. Der Brüderschaft gelangen wür-
Beamteten- und Meistercon- den. Der Erfolg hat dieser
ferenzen werden dadurch Erwartung zum Theil ent-
freilich weniger: was hin-
gegen das Vertrauen,. die sprochen: ob aber die Brü-
Liebe und der Gemeinsinn der derschaft im Ganzen , oder
Brüder untereinander ge- auch nur in einzelnen Th.ei-
winnt , wie sehr es das len, bis zu einer Neugeburt
Wachsthurn . der Einsicht und Wiedergeburt im Gei-
und die Bestimmtheit der
est:Müsse:12 eg (ins tigt, wenn. ste jener Ideen und Ideale
Alles so offen und,unbefan- sich erheben und hindurch-
gen und mit vereintem Eifer, arbeiten werde ? — Dieses
das 'Richtigere zu finden, ist zwar zu wünschen, aber
dßs Bessere sich anzueignen,
verhandelt -v7;31, davon Mit Gewifsheit nicht zu be-
überzeugen wir uns täglich. stimmen. Übrigens ist da-
mehr.", von das Entstehen und das
Das ist ja eben , was Gedeihen des Menschheit-
.Krause und der HeraUsge-
ber behaupten und cm-
'-pfeilen, indem sie, sowie sen herbeigeführten Geheini.
von aller Hehlsucht, also halten im brüderlichen Exei-
auch insbesondre vondern. se, aus Gründen abmahnen!
durch das heillose Gradwe- Anm. des Her ausg.
KRAUSE, KRAUSE. 213

blindes auf Erden sowenig, Verbesserung der gesell-


abhängig, und daran sowe- schaftlichen Verhältnisse,
nig gebunden, als die Leh- zumal des Staates und des
b
re davon aus der Freimau- Gottinnigkeitbundes , auf
rer rüderschaft und aus cle- b(Y es etzmärsio-e Weise zu wir-
len Urkunden und Archi- ken. Nur niers bestimmte
ven gendinm.en ist, oder ihn , die Mitgliedschaft der
auch als die Erforschung Masonei zu suchen, und so-
dieser Grundwahrheiten der dann zu ihrem Besten thätig
'Freimaurerbrüderschaft zu- zu seyn,, auch dershalb die
geschrieben werden .kann. Herausgabe seines Systemes
Diese Einsichten sind und. der Wissenschaft bisjetzt
bestehen in ewiger Wesen- aufzuschieben, und auf sei-
t , selbwesentlich (un- ne früheren philosophischen
mittelbar) , vor und über und mathematischen Schrif-
allem geschichtlich Gegebe- ten, die er als Jüngling ge-
nen , als reine, von aller schrieben, aufser seiner,
Persönlichkeit unabilängige gleichfalls gröfstentheils im.
Einsicht, und ebendefshalb 3. 1803 und 1804 niederge-
unabhängig von jeder Er- schriebnen, Sittenlehre, kei-
fahrung, vielmehr alle Er- ne weiteren folgen zu lassen,
fahrung undlassend. und be- sondern zuförderst seine der
stimmend; und sie konnten Darstellung der Ideen und
daher auch nur in rein-wis- der Ideale der Menschheit,
senschaftlicher Forchung, ihres Lebens und Bundes,
und nur erst auf der jetzi- und der Höherbildung der
. gen Bildungstufe des ge- Freim,aurerbrüderschaft, be-
sammtenLebens derinen s ch- stimmten Werke im Drucke
leit in Wissenschaft, Kunst zu vollenden ; Welches nun-
und Geselligkeit, gefunden mehr grofsentiieils geselle-
und ausgebildet werden." hen ist. Schon in dem
„Schon ehe Krause Frei- Umstande, dar& ihm seit
ana, urer wurde, gelangte er, dem 3. 1805 alles bisdahin
wie im Vorigen erzählt wor- für die Geschichte der Bit-
den ist, zu der Einsicht in derschaft vorhandene und.
die Idee der Menschheit als geleistete Werthvolle an-Ur-
eines Organismus , und zu kunden , Überlieferungen.
der Idee eines die ganze Nachrichten und Darstel-
Menschheit umfassenden lungen durch de Brüder
Lebensvereines; und schon Schneider,.rl ' efsZer und MA-
lange vorher erkannte er die darf zu weiterer Bearbei-
Verpflichtung auch als die tung dargeboten wurde,
,..seinige an; zunächst für die glaubte Krause eine Fügung
214 KRAUSE. KRAUSE.

Gottes erkennen und eine• Brüder, Logen und Grofs.


ihn verpflichtende Auffode- logen, den sie als Beamte
rung sehen zu müssen,. von aller Stufen auf den Staat
deren Erfüllung ihn nicht ausüben, jede andere Wirk-
die Sorge für sich und die samkeit erschweren und auf
Seinen, nicht die Aussicht längere Zeit verschliefsen
auf Verkennung, Hars und werde. — Was er voraus-
Verfolgung zurückhalten sah, ist leider! in Erfüllung
dürfe; und nie hat ihn Je- gegangen."
mand über das Widrige, „VV'er das Vorstehende
was ihm in Folge dieser sei- wohl erwäget, wird auch
ner-Wirksamkeit für die Brü- einsehen, warum Krause
derschaft begegnete und sein masonisches Vorhaben,
noch begegnet, klagen ge- gleich von Anfang an, nicht
hört. — Krause übernahm zur Logensache machen
alle seine xnasonischen Ar- konnte und wollte; wie er
beiten und Mühen rein aus bereits im J. 1810 der Loge
Pflicht und zog sie allen selbst, deren Mitglied er
andern, gleichfalls an sich. damals war, erklärt hat.
wesentlichen, ihm äufser- Denn er wollte durch freie
/ich nützlichen und ehren- Anregung jedes einzelnen
. vollen, literarischen Arbei- Bruders zu eignem Nach-
ten und Beschäftigungen denken und Urtheilen der
vor, die ihm Geld, äufsere ganzen Brüderschaft einen
Ehre und einen von ihm Anlafs und zugleich eine
sehr gewünschten Wirkung bleibende Grundlage ihrer
kreis als Lehrer der VV is- Neubelebung und Höher-
senschaft verschafft haben b ildung geben; indem ja
würden; ob er gleich schon doch von den einzelnen Lo..
J. 1808 mit Bestimmt- gen erst dann etwas We-
lieh voraussah, dafs er von sentliches für diesen Zweck
der Mehrzahl der jetztle- erwartet werden kann, wenn
Lenden Brüder nicht er- die Mehrzahl ihrer Mitglie-
kannt werden, — dar nicht der zu der gründlichen Ein-
Dank, sondern Verkennung, sieht gelA ngt seyn werden,
Schmach und Verfolgung, dic hierzu erfodert wird;
sein Theil seyn werde. Er sowie ein Ahnliches auch
wufste es schon damals sehr von allen Logenvereinen
wohl, dafs ihm dieses, Un- -und Vereinlogen in ihrem
tetnehmen äufsere Noth und. Verhältnisse zu den einzel-
Vd/assenheit bringen müs- nen Logen gilt, welche die
se, 'und dafs ihm der be- Mitglieder derselben sind.
kannte ,Einflufs einzelner Daher hat Krause auch der
KRAUSE..., ii.RAusE. 215

Loge, deren Mitglied er sioneri und Ausbesserungen


von 1805 an bis 1810 war, wirklich bestehender Lo-
nie einen Vorschlag zu Än- genconstitutionen' und Ri-
derung oder Verbesserung tuale verstanden bat. Es
ihrer Gesetze, 'Einrichtun- ist also, man mag Krause's
gen und Gebräuche gethan Lehre , oder seine
und in den berathenden duelle Wirk samkeit als Mit-
Versammlun bg en nur dann glied seiner Loge, betrach-
mitgesprochen , wenn er ten, unmöglich, ihm. den
dazu aufgefodprt wurde; Vorwurf, als habe er die
sowie er überhaupt an den Auflösung der Brüderschaft
Geschäften der Loge nur gewolltlund beabsichtiget,
dann und nur insoweit An- auch nur mit einem Schat-
tbeil genommen hat, als er ten von. Fug und Grunde,
dadurch den ihm gesetzmä- zu machen. — Behauptet
,rsig erklärten Willen und man aber, dafs Krause den-
Auftrag der Loge selbst aus- noch, wenn auch ohne Ah
richtete und erfüllte. Er sicht , zn Auflösung der
selbst hat daher durch sein Brüderschaft mitwirke so
Ver101ten als Mitglied sei- ist schon die bisherige Wir-
ter Loge, und als Genosse, ku.n,2-, des Einflusses seiner
der ganzen Brüderschaft, zu Lehre und Grundsätze in
dem Vorwurfe eines auf-, und auf das Logenwesen
dringli chen, gewaltsamen ein Theilerwes vom Gegen-
ileformirens keinen Anlafs theile ; auch ist es an sich
gegeben.. Brüder, welche gewifs„, dafs eben diese
in die Gesetze der Ent- Lehre kind Grundsä-,
wicKelungk.unst höheren tze überan 72,U742,,u wirkli-
Lebens, eingedrurigek 'sin4 chem. E Tb au en2, er;-
Un d. das diesem Azufsatze Weiter—bilden-- in immer steigender
ba:rgelegte wohl erwägen, Innigkeit im Guten verein-
werden daher auch die ter Brüder Anlars und Kraft
Gründe davon selbst {in-, geben können."
den, wershalb Krause sich „Je gründticher indefs.
nie niit Ausarbeitung neuer jetzt oder in- Zukunft das,
Gesetzurkunden und Ritua- Unternehmen- und clas Ver-
le für irgend eine besondre halten.Krause's binsichis der
Loge, oder für eine Frei- Freimaurerbrüderschaft er-
enaurerloge überhaupt, nach wogen und beurtheilt wer-
der jetzigen noch nicht in den wird in allgemein
ihren 'Grundformen Verbes «. menschlicher, sittlicher, re-
serten, Art, befafst, noch ligiöser und masonisclier
auch jemals sich. zu Beziehung, destomehr wird
2V3 KRAUSE. KRAUSE.

sein Unternehmen und Ver. als. der Freimaurerei und


halten aus den richtigen• der Freimaurerbrüderschaft
Gesichtspuncten betrachtet gänzlich entgegengesetzt
werden. Er handelte offen- betrachtet und geschildert
kundig , nach. den Gesetzen hatten, und daher, wie
der sittlichen Freiheit; er refsler, , durch einen blofs
wollte nur Wahrheit und aus Brüder-Meistern beste-
suchte, diese nur durch henden scientzfischem Bund'
Anregung eigner Forschung " „ die Rückkehr der' Frei-
und freier Prüfung eines Je. maurerei in clie Logen"" zu,
den zu verbreiten; er wollte b ewirken, oder,, wie Schrö-
nicht seine Überzeugung-, der durch einen ebenfalls
als solche, sondern , ohne aus Brüder Meistern zu...
aale Hinsicht auf seine Per- sannnengesetzten Engbund
son, die von ihm erkannte die Logenbrüder zur ei,
Wahrheit, und zwar durch gentlichen Freimaurerei zu
die zugleich beigefügten wecken und zu gewöhnen,
Gründe, auch in Andern, unternahmen: so behaupte-
mittelst Deren eigner freier te dagegen Krause , dafs.
Prüfung, zur Anerkennt- sich die wirkliche Freimau-
nifs bringen ; er wollte rerbrüderschaft der Logen
nur Gutes und 'durch Gutes zu der Freimaurerei gera.,
wirken; un &mit dem Nicht- deso verhalte, wie die
guten wollte er sich: durch- christliche Kirelle zum Chri.,
aus nicht befassen.. ET han- stenthume , wie, die wirkli'
delte insonderheit nie wi- chen Staaten und Staaten
der das gemeinsame Beste. 'vereine zur gesellschaftli-;
der Brüderschaft, erkannte chen Darlebung des Rech-
das wirkliche Gute in ihr tes und der Gerechtigkeit,,,
ft'en-dig an, und sprach nur dafs daher die Logenthätig
wider das Verkehrte und keit der Brüderschaft, -,12e1
Zeitwidrige in ihr mit Ruhe aller ihrer jetzigen unven,
und Würde; und olne kennbaren und von eahllo«,
irgend einen Beilfier pßr- sen Brüdern : anerkgnn.ten„
s'önlich anzugreifen.„ mit und beklagten *) Vezderbiz.,
aller Schonung der persön-
lichen ,Heimiichkeisten ein-
zelner Brüder und Logen. ,,*) Man darf nur die seit et:.
Wenn insonderheit vor wan zwanzig Jahren im
ihm mehre geistreiche und Druck erschienenen Logen-
1/17 emeinende Brüder das
schreiben durchsehen, uni
sich von der Ausgebreitet
Logenwesen, seiner jetzi- h'eit dieser Wage zu über-
gen Verderbtheit wegen, zeuen.'s,
KRAUSE; KRAUSE. 211
heit und Unausgebildetheit, Gesdichtbegriff und ihr
dennoch nicht verachtet Ges clii chtmusterbild vorAu-
oder von den einsichtigen gen zu stellen; und indem
und wohlgesinnten Brüdern er sie für fähig und für da--
v erlassen werden solle und zu bestimmt erklärte , ein
dürfe, sondern dafs es viel- offner, urneuer Keim und
mehr eben jetzt hohe, ja Anfang des Menschheitbun-
höchste, Zeit sey, dafs Je- des zu werden, und sie da-
der, der es vermag, auf zu auffoderte, hat er sie
die hier geschilderte Art auf% Höchste geehrt und
zu Reinigung, Veredlung, ihr von seiner Seite ;die
Erhebung und Neubelebung gröfste Achtung erwiesen.
des Logenwesens mitwirke. Dieses Alles wird in dem.
---- Dieses hat Krause be- auf Erden sich stets meh-
reits in der ersten Ausgabe renden und ausbreitenden
der Kunsturkunden vom J- Reiche der Wahrheit, Lie-
1810 im Vorberichte, und. be und Gerechtigkeit einst
in dem liturgischen Frag-, erkannt werden." [So wird
stücke (daselbst S. 1-4)* denn auch wenigstens die
tiind noch ausführlicher in Nachwelt einsehen, war-
der zweiten Ausgabe, in um der Herausgeber dieser
ebendemselben um ge arb ei- „Encyclopiidie" dem masa-
teten Fragstücke (13. T, nischen Unternehmen des
.Abth.' 1, S. LXXIII Brs. Krause, es gleich an-
CXVI ) , und in der voll- fangs erkennend und aus
ständigen Würdigung aller allen Kräften fördernd, bis-
bisherigen ächtmasonischen heute unabänderlich zuge-
Constitutionen than- war, dieser Treue ma-
Abth. S. 321 — sonische Auszeichnungen,
436); , etklärt lind zwar mit und, sogar den Besuch der
Angabe .derGründe seiner Logen , zum Opfer brachte
Behauptungen , sowie der und so manche Verunglim-
Grundgesetzeund derHaupt- pfung mit Krause zugleich
p'uncte, wonach jene Neu- willig übernahm.'
belebung ünd Höherbildung „Viele, und geradewohl-
des Logenwesens bewirkt wollende, Brüder wenden.
werden kann , darf und ein , Olafs Krause die Frei-
soll. Er gedachte des zu maurerbrüders che ft zu hoch
Verbessernden nur um der anschlage und von ihr er-
Verbesserung willen; denn warte Was sie weder, ei- l
es kam ihm nur daraufan, sten könne, noch solle.
der Brüderschaft ihren Ur- Wer sich jaule% die Mühe
begriff, ihre Idee,. ihren nimmt , .KretztsA Entwiche-
215 KRAUSE. KRAUSE.

lungen wissenschaftlich zu und durch Neubelebung und


durchdenken und seine ge- sittlichfreie und. schöne
schichtlichenBehauptungen Ausbildung des in ihr wirk-
gründlich zu würdigen, der lich überlieferten Keimes,
wird finden, dafs er diesel- ein eigenthümlicher Anfang
be nur für einen einzelnen, des Menschheitbundes wer-
in vorwissenschaftlicher Ah- den könnte, und dafs diese
nung begonnenen, und erst Umbildung derBrüderschaft
durch wissenschaftliche Ein- dem historischen Geiste
sicht höher zu befruchten dieses Vereines, sowie dem.
den Keim und Theil des bisher erkennbaren Ent-
werdenden Menschheitbun- wickelunggange desselben,
des unter mehren andern angemessen sey; indem der-
Keimen ") hält, aber die selbe dadurch ohne alle Un-
Eildung dieses Bundes nicht terbrechung seines Daseyns
allein oder vorzüglich von. und seiner Wirksamkeit die
dieser Brüderschaft, son- höchste dritte Periode sei-
dern vielmehr von den dazu. nes eignen Lebens in neuer
Vorbereiteten aus, allen Völ- Jugendkraft, Würde und.
kern und Ständen, erwar- Schönheit beginnen würde,
tet, und nur behaliptet, so dafs er zwar, ähnlich
dars die Freimaurerbrüder- dem zum Taglicht ausge.
schaft , wenn hinlänglich bornen Ernbi-yo, seine Orga
viele einzelne Brüder zu der nisation, zu höherer Le-
dazu nöthigen Einsicht, und. bensentfaltung erwacht, än-
zur richtigen Auffassung des dere, aber defsbalb . sie nicht
jetzigen Standpunctes der störe, oder aufiöse».
Brüderschaft im Gesam ' „Allerdings aber -will
leben der Menschheit, ge- Krause nicht eine Umbil-
langten, durch Abwerfung dung derBrüderschaft durch
d6s ihrer eignen Idee und neue Geheimnisse oder geheid
ihrem Ideale Widerstreben. ne Unitriebe, von was
den, insonderheit .durch mer für einer Art mit was
Annahme des Grundsatzes immer für eineran sich noch.
der Offenheit des Vereines, so löblichen' 'Absicht; son4
demn er möchte es mitbewir-
ken, dafs die Freimaütera
„) Dieses ist allgerneinfafs- brüderschaft durch freie;
lich, und kurz, nach allen offne Höhergestaltung, die
I-Jauptpuncten dargestellt ihr gerade jetzt so nöthig
in einer im „ Tagblatte
der Menschheit " (1811, ist, als es dem Schmetter"
Nr. ) enthaltenen .A.bhand.- linge ist, aus der Puppe be-
huig." fielt, als *es dem Kinde ist,
KRAUSE. KRAUS. - 219

geboren zu werden, vor


</n „Man bat dem Br. Krau-
den Augen der Staaten und se häufig, und vorzüglich
aller Menschen, und in off- von Seiten der Grofsiogen
ner Wechselwirkung mit Deutschlandes, den Vor-
allen schon bestehenden wurf eines gegen die Brü-
menschlichen Gesellschaf:. derschaft angeblich began-
ten , als gereinigter, urge- genen „ Ferrathes" gemacht.
sunder Anfang des auf Er- — Man kann diesen, meist
den höchsten geselligen schlechthin und unbestimmt
Vereines, die hohe Stelle gebrauchten, Ausdruck in.
einnehmen und die erhabe- einem doppeltenSinne ver-
ne Bestimmung erfüllen stehen ;- entweder wie in
möchte, welche ihr dann., der Redart:- „eine gute Sa-
und nur unter dieser Bedin- che, oder einen Menschen,
gung, zukommt. — Einen verrathen," das' b.eifst, wi-
offnen Ferein für Mensch- der Treu und Glauben
iichkeit und Mensch/zeit wer- Verderben ziehen, oder auch
jen übrigens die Staaten in jenem leichteren, wo
nicht verbieten-wollen ; weil man unter einem Verrathe,
derselbe an sich rechtge- oder unter Verrathen, blofs
mäfs , mit den Bestrebun- „Miitheilung eines oder meh-
gen jedes Staates für das rer anPertrazzie7v unbekann-
Recht durchaus harmonisch ten Dinge. oder Umstände,
und demselben nur förder- die aufserdem zuvor noch
lieh ist.,“ )1/4) nicht bekannt waren, wider
Treu und Glauben," ver-
steht. Alles Darge
,,,*)‘ Hier verdient noch. be- legte und Erzählte beweist
merkt zu werden , dafs vor dafs Krauise weder
mehren Jahren in einem hinsichts der ganzen Brü-
anonymen. Aufsatze eines derschaft, noch einzelner
sehr gelesenen öffentlichen.
Blattesinsinuirt wurde die
Idee und der Name des be-
kannten Tugendbundes sey
aus Krauses Schriften ge- 2811 erschienenen Schrift
nommen.— Allerdings ge- vom „, Urbilde der Mensch'.
langte Krause bei Ausbil- heit" auch diese Idee, nr.-
dung der Idee des' Organis- ter der Überschrift
mus der gesammten mensch- gendbund, ausführlich ent.
lichen Geselligkeit auch auf wickelt : aber mit der eb en-
die untergeordnete Theil- so benannten , in Deutsch..
idee des Vereines, für die land 'vireü 'v'erbreiteten Ge-
Tugend, welchen er seit sellschaft hat Krause nie in
1808 den Tugendbund nann- der geringsten Verbindung
te; und. er hat in seiner gestanden."
220 1{}3ÄUSE. KRAUSE;

Logen, noch irgend eines rechtsgültig beurtheilt wer-


einzelnen Freimaurerbru- den darf, dafs daher auch.
ders , irgend einen Verrath, die bei andern Johannis10-
in dem einen oder in dem gen und bei was immer für
andern Sinne , begangen Grofslogen etwa einge-
habe. Er behauptet im Ge- führten Eide und Gelöbnis-
gentheil, dafs er, als ein se, nach ihrem ganzen In-
iichter Bruder (as a true and halte und nach ihrer gan-
faithfid brother), Treu und zen Form, 'rechtsgültig auf
Glauben bewahrt und er- Krause durchaus nicht ange-
wiesen habe; indem er, wandt werden diirfen, und
zum Besten der Gesellschaft dafs endlich eben.defshalb
auf jede ihm mögliche yv-ei. alle allgemeineren oder be-
se zu wirken, stets bestrebt sonderen Gesetze, Einrich-
war und durchaus Nichts tungen, Gebräuche und ge-
im Druck bekannt gemacht fafsten Beschlüsse aller an-
hat, woran ein allgernei- dem Logen für ihn durch-
nes Gesetz der Brüderschaft, aus nicht gesellschaftrecht-
oder ein Beigesetz seiner lich verbindlich sind, au-
Loge, oder insonderheit das fier inwiefern sie mit der
von ihm bei seiner Aufnah- damals bestehenden Gesetz-
me geleistete Geiöbnifs, gebung, Einrichtung, den
oder das bestehende Ge- Gebräuchen, und mit recid-
trauchsrecht seiner Loge, miifsigen und gesetzlichen
oder endlich die Stimme Beschlüssen derjenigen Lo-
seines eignen Gewissens, ge übereinstimmen , und
verhindert hätte. — In ge, dadurch mittelbar für ihn
sellschaftrechtlicher Hin- verbindlich werden , deren
sicht ist aber dabei wohl zu Mitglied er vom 5. 1506
erwägen, dafs Krause nie bis zum J.I.81.0 war. Diese
mit einer Grofsloge als Mit- Loge aber, damals die %er-
glied oder Untergebener in einigten Logen ZZG den drei
Verbindung gestanden hat, Schwertern und den wahren
dafs also sein Verhältnifs Freunden genannt, Eine der
zuiBiüderschaft nur durch »ältesten selbständigen Jo-
die beiden selbständigen hannislogen in Deutschland.,
Einzellogen, deren:Mitglied spendete damals keine 'Ho-
er war, gekettet wurde, und leergrade und war ,, ihrer
dafs daher sein iimiseresVer- Constitutioii und Gesetzge-
halten als Freimaurerbruder tung nach, durchaus' mit
nur nach der damals beste- keiner Grofsioge in: irgend
enden Gesetzgebung die einem Verhältnisse der Ab-
ser einzelnenJohannislogen hängigkeit oder Subordina-
KRAUSE. IMAUSE 921

Hon, sondern nur in freiem. verderblich einwirkenden.


gesellschaftlichen allg •
emer- Character aller ihnen be-
nen Verkehre mit selbigen kannten Höhergrade, aus
allen. Erst im Jahre 1812 geschichtlicher , genauer
vereinte sie sich mit mehren Kenntnifs ihrer Constitu-
andern sächsischen rogen tionen,' Einrichtungen, Ge4
unter eine grofse Landes- bräuche und Bestrebungen
loge von Sachsen, deren überzeugt :und Dieses in
Constitution, Gesetze und ihren, theils handschriftli-.
Beschlüsse aber auf Krause chen, theils druckschriftli-
rechtlich nicht angewendet chen , Werken sonnenklar
werden können, da der'sel- für Mitwelt und Nachwelt
be bereits am 17. December erwiesen, auch dabei ihre
1810 'von seiner, damals Behauptungen mit Urkun-
noch selbständigen, Loge den 'und Acten überreich-
„aus selbiger auf unbe- lich belegt; und Krazt,e war
stimmte Zeit entfernt' wor- so glücklich , schon im 3.
den war." " ") 1805. durch die Brüder
„Man hat ferner gesagt: Schneider und 31-ofsdorf *),
, „Krause b.abe sich nicht in ünd dann noch genauer im
die angeblichen Höhergrade J. 1807, die Geschichte und
einweihen.lassen; — es kön- den Zustand des s Lnmtlich en
ne also gar wol seyn, dafs Höhergradwesens kennen
ihm das eigentliche innerste
Wesen und Geheimnifs der
Freimaurerei verborgen ge- „*) Wer auch nur alles Das
blieben sey." " Aber schon gelesen hat, was der wür..4.
dige Bruder Schneider in
vor Krause hatten sich die dem, imL 18o3 gedruckten,
in 'die Hochgrade verschie- „Constitutioneribuche der
dener Systeme eingeweihe- Loge Archimedes zu Al-
ten Brüder ly o cl e Nicolat,. tenbu.rg. " über die Ge-
Schnei