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Der

Krieg

Oesterreichs

gegen

Frankreich, dessen AUiirte und

den

Rheinbund

im Jahre 1 3 « 9. Oder
im
Jahre
1
3
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9.
Oder

Jtalien ; Polen und Holland ; der Jnsurreetionen Tirol's und Vorarlberg's ; der Aufstände in der Altmark und in Hessen und der Züge des Herzogs Wilhelm von Braunschweig und des Majors F. v. Schill im Jahre 1809.

ausführliche Geschichte der Feldzüge in Deutschland,

Vsn

Franz Joseph Adolph SchneiÄawinÄ.

Zweiter Band.

Schaffhausen.

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DrnMntes ^Kuch.

Napoleon war nach der Schlacht von Aspern mit zahlrei chen Schwierigketten und Gefahren umgeben; seine Armee blieb mehrere Tage isolirt und getrennt, während die öster, wie neu begeistert war. drohte bald im Marchfelde zu erscheinen ; die Aufstände in Tirol, er dem Schlachtfelde bei Wien brauchen konnte, und mit Unruhe sah er bald neue Feinde sich erheben, und alte Freunde erschlaffen. silr Oesterreich Unglück im April entmuthigt Die Schlacht schien die sicherste Bürg eines glorreichen Endes des Krieges für Oesterreich; so urtheilte man, wie es scheint, auch im öster. Cabinette, und diese Meinung wurde weiter verbreitet. Jetzt schien auch der Augen den seines Heeres weiter auszubreiten. tributionen niedergedrückte Preußen athmete nur Rache; bereits und Gebiete gab es zahlreiche Anhänger der englischen Regierung; man zählte dort 30,0Ul) entlassene Soldaten, aus denen man bilden konnte; in früher zu Preußen gehört hatten, in Hessen, überhaupt in den Ländern, aus denen das Königreich Westphalen gebildet worden «

schnell eine Armee

auf

Die ungarische Jnsurreetion rüstete sich, und

in Vorarlberg,

raubten

ihm

Truppenmassen ,

die

Durch die Schlacht von Aspern erhielten die

günstigen Gesinnungen, die das

hatte, neuen Schwung.

schast

blick gekommen , um

Aufstand im Rücken Napoleons und

Das zerstückelte , von Con-

Vorarlberg aufgestanden; im hannöverischen

war Tirol

den Provinzen, welche

2

Napoleons und Das zerstückelte , von Con- Vorarlberg aufgestanden; im hannöverischen war Tirol den Provinzen, welche

war, waren der Adel und die Landesbehörden bereit, sich zu er gründe,heben, undundVolkdieundBestrebungenSoldaten mitfortznreißendes Tugendbundes; vielerleiwirktenBeweg-zu

sammen , um gegen fremde Herrschast oder für die im letzten preußischen Kriege vertriebenen Fürsten, Oesterreichs sich zu erheben. Oesterreich beeilte sich, einen ^ieg, den es so eben auf dem altberühmten Siegesfelde der Habsburger erfochten hatte, laut Jn England frohlokte man über die Schlacht von Aspern ; in Rom waren die Siegesnachrichten eben so willkommen, und die anti französische Partei in den Cabinetten, Feldlagern, oder an den Hösen erhob zuversichtlicher ihr Haupt.

Es wurde die Bil dung einer verbündeten Kette eingeleitet, die sich von Dresden bis Leipzig, dann über Baireuth, Mergentheim, Stockach, bis in die Thäler von Jtalien und bis an die Ufer der Etsch erstreckte; Oesterreich, England und ihre Freunde bereiteten sich, den gal lischen Jmperator, der sich so weit von seinen Staaten entfernt seine Basis und Proclamationen, Geldsen Das Cabinet von St. James bewilltgte dem siegenden Oesterreich Subsidien, die

dungen, Versprechungen durchkreuzten sich.

selbst das franz.

hatte, zu umringen, seine Verbindungslinien,

und überall, so wie der Franzosen Verluste zu verkünden.

im Jnteresse

Gebiet zu

fassen.

oder

es dem geschlagenen nicht ertheilt hätte, und gab seinen Flotten

Weisung, nach Neapel, nach Triest, nach den jonischen Jnseln zu segeln; Lord Stewart sollte sich mit einer zahlreichen Armee Ein all

einschiffen, und an den Mündungen der Elbe landen. gemeiner Aufstand wurde gegen Napoleon eingeleitet. Die Gesinnungen Rußlands gegen Napoleon waren nicht Der Oberst von Steigentesch» der vom öster. Hoflager

rein. an das preußische nach dem Siege von Aspern gesendet wurde, sagte dem Baron Linden, k. westphälischen Gesandten, selbst : er sey überzeugt, daß die Freundschast des Kaifers Alerauders für sey." hierauf gesagt haben:

Gebieter in Bezug

Frankreich wenig solid

Savary will damals zu seinem

ich glaube, daß

Alerander nicht gerade böse ist, Sie m diesen Krieg verwickelt

zu sehen, und daß die Oesterreicher ihn nicht begonnen hätten,

wenn sie nicht wenigstens von der Unthätigkeit der Russen über zeugt gewesen wären.

wenn wir

Jch glaube, daß man von allen Seiten

n ihn dringt, sich gegen uns zu erklären, und daß,

zeugt gewesen wären. wenn wir Jch glaube, daß man von allen Seiten n ihn dringt, sich

Aus einer von den Franzosen aufgefangenen Correspondenz ging hervor, daß in dem öster. Hauptquartiere die Sage ging , eine russische Armee von 100,000 Mann Ungarn begriffen; Rußland würde sich zum Mittler zwischen dem österreich. und franz. Cabinette anbieten, dabei die Bestim mungen des Friedens von Lüneville zu Grunde legen, und der jenigen der Mächte, die sich diese Basis nicht gefallen lassen wollte, General der russischen Hilfsarmee den gemessensten Befehl ge habt habe, nicht über die Weichsel zu gehen, um weder für das Großherzogthum Warschau noch für die franz. Armee etwas zu thun; daß der öster. General Mayer nach St. Petersburg ge schickt worden sey, um bereden, und daß in dem öster. Heerlager, gleich englischen Offi Ueberhauvt waren die Gesinnungen der regierenden Kaiserin und der Kaiserin Mutter ganz gegen Frankreich. und auch Rußland stand gegen Frankreich. Preußen trug seit dem Tilsiter Frieden Napoleons Joch mit Unzufriedenheit. denberg, Gneisenan längst durch kluge und nachdrückliche Thätig- in möglichster Stille mit kriegserfahrner Mann und Rüstwerken versahen, deren es zum künstigen Ausbruche gegen die Franzosen bedürfen konnte, so steigerte sich in manchen Jünglingen die Jdee, sich um jeden Preis und in schnellster Zeit abzuschütteln. Der in Königs berg gestistete Tugendbund, welcher sich rasch nach allen Provin zen verzweigte, ten eine feste Richtung. schien Besitz alles Verlornen setze, und ganz Deutschland wie ein Mann um seine schimpflichen Fesseln zu sprengen. feurigen nach, harrte die träge Masse des Volkes nur auf das Zeichen zum Losbruch ; es irrte sie nicht , daß die Souveraine sich nicht aussprachen, sie vermeinten vielmehr: es thue Noth, die ersten Schritte auch ohne sie zu wagen, und die Dinge auf eine Spitze

Ansicht des

sich erhebe,

ihm einen Vorwand hierzu geben, es geschieht."

sey auf dem Marsche nach Gallizien und

General Pelet gibt an , daß der

den Krieg erklären.

die Operationen des Feldzugs dort zu

zieren auch russische erschienen seyen.

Noch eine Schlacht wie die von Aspern

Wenn auch ein Stein,. Scharnhorst, Har

keit das Land

schaft, mit allen Waffenvorräthen

zu einer brennenden Ungeduld , dieses Joch

loszumachen,

gab der unbestimmten Wirksamkeit der Patrio

Als Oesterreich den Kampf begann, so

auch die Stunde da,

daß Preußen sich wieder in dewc,

Tugendbundes und der

den Kampf begann, so auch die Stunde da, daß Preußen sich wieder in dewc, Tugendbundes und

Der

Franzosenfeinde

zu stellen, wodurch Jene, selbst auch vielleicht wider ihren Willen, Es aller Waffenmacht beinahe entblößten Norddemschland den Funken zu entzünden, der hier einen allgemeinen Voltoansstand erregen sollte, der wie eine Lawine sich bis zu den Ufern der Elbe, des Rheines und Maines fortwälzen würde; es galt ferner, an die Spitze dieses stellen, dem die Kraft innewohnte, bezaubernd auf die Gemüther Wer aber war mehr und besser dazu geeignet , als der Liebling des preußischen Volkes, der Major Ferdinand von Schill ? und von wem ließ sich ein als von ihm, der diesen Vorzug in der Volksgunst, um ihn in seinen eigenen Augen zu rechtfertigen, durch einen neuen und höheren Ausflug seiner That- seyn mußte?

galt, in dem

zur Nachfolge mitfortgerissen würden.

von

kühn gewagten Unternehmens einen Namen zu

zu wirken, und sie sich nachzuziehen.

willigeres Entgegenkommen erwarten,

Zudem war Schill

kraft zu verdienen bestrebt Mitglied des Tugendbundes. Schill, wurde im Jahr 1773 auf dem väterlichen Gute Sothof bei Sein Vater, aus einem ungarischen edlen Geschlechte entsprossen, war ebenfalls Militär, und hatte in der österreichischen, dann sächsischen und endlich preußischen Armee gedient. trat in die preußische Armee im Jahre 1789 ein, und stand nach einer 17jährigen Dienstzeit und zum Manne von 33 Jahren noch als

der jüngste unter vier Brüdern,

Ferdinand von

Rosenberg in Oberschlesien geboren.

Der junge Ferdinand von Schill

lierangereist, beim Ausbruche des Krieges von 1806, Seeonde-Lieutenant im Dragonerregimente der Königin. Nachdenkend, Jdeen, Entwürfen und Träumen hingegeben, und Plane für eine ferne Zukunft, schaffend, versäumte er vielfach die pedanti auf welche gleich wohl die allgemeine Meinung damals einen so ungemessenen Werth legte; es überschlich ihn unwillkürltch eine Geistesabwe senheit bei den gewöhnlichen Uebungen, die freilich ost ungleich weniger in das innere ächte Wesen der Kriegführung eingriffen, als auf Pedantismus, Maschineriewesen u. s. w. beruhten. Daher kann es nicht befremden, daß nachmals, als Schill's Name so berühmt wurde, ein ihm nahegestandener Offizier von der alten Schule mit Kopfschütteln sagte: Ei, wer hätte das gedacht! wie lM doch aus dem Schill noch etwas werden können, der nicht

iu sich verschlossen,

einer innern Welt von

schen und kleinlichen Pflichten des Dienstes,

etwas werden können, der nicht iu sich verschlossen, einer innern Welt von schen und kleinlichen Pflichten

einmal verstand , einen Zug gehörig anzuführen." Jn der Schlacht von Auerstädt, auf einer Feldwache angestellt, wurde Schill, sich durch die Feinde hauend, schwer am Kopfe und mehrfach ver wundet, doch gelang es ihm, sich nach Kolberg zu retten , wo er ein eigenes Corpus schuf, mit welchem er, trotz vieler Widerwär tigkeiten , die sich ihm entgegenstellten , durch die kühnsten und glücklichsten Ueberfälle und Streifzüge sich großes Verdienst um einen von dem Feinde gefürchteten, von den Von Kel berg zu dem Arn e.,eorps des Generals Blücher in Schwedisch- Pommern berufen , wollte er mit größerem Nachdruck austreten, Schill wurde von seinem Monarchen geehrt und belohnt, zum Major und Commandanten des zweiten Brandenburgischen Husarenregiments ernannt, welches aus Schill's Freieorps gebildet worden war, und ihm der Orden des Verdienstes ertheilt. Schill mit seinem Regintente erhielt Berlin zu seiner Garnison, wo er mit einer fast an Abgötterei grenzenden Verehrung empfangen, des Volkes Liebling, und von seinem Monarchen geachtet wurde. An ihn wendeten sich die, die von einer brennenden Un geduld beseelt waren, Preußen befreit zu wissen, richteten an ihn allerlei Zumuthnngen , die ihm den Ruf , der Retter des Vater landes und der deutschen Freiheit zu seyn, im einladendsten Lichte hinstellten, und von Verdienstlichkeit und Ruhm zu erfüllen suchten. Jetzt, wo es wirkliches und krästiges Handeln gelten sollte , fanden diese Einflüsterungen in Schill's Seele einen empfänglicheren Boden, Jhre Gluch theilte sich ihm mit, und schlug in ihm zur eigenen hellen Flamme Napoleons Sturz ward nunmehr das Ziel auch seines stillen Trachtens, und jedes Mittel erschien ihm als es erzwecken konnte, den großen Tag der Erlösung führen. Heer in Bayern eingerückt war, von seinen Freunden bestürmt, nicht länger zu versparen, sondern keck dem Allgewaltigen den Fehde handschuh Sie ver.prachen ihm mit einer Zuversicht, die er mit ihnen theilte,

hinzunerfen, und sich jenseits der Elbe zu zeigen.

die Festung und

Vaterlandsfreunden aber geachteten Namen erwarb.

Tilsit abgeschlossen wurde.

als der Friede von

seine Phantasie mit den glänzendsten Bildern

,

und ihre Begeisterung ging schnell auf ihn über.

auf; Deutschlands und

Preußens Heil in

gerechtfertigt und geheiligt, wenn

herbeizu

Jmmer ungestümer sah sich Schill, seitdem Oesterreichs

den entscheidenden Schritt, auf welchen es hier ankam,

.

herbeizu Jmmer ungestümer sah sich Schill, seitdem Oesterreichs den entscheidenden Schritt, auf welchen es hier ankam,

daß er sich nur zeigen, und seinen Namen als Feldgeschrei er tönen lassen dürfe, um jeden wahrhasten Deutschen in die Waffen zu bringen. auf und steigerte ihn zu einem Selbstvertrauen , das jede be und sich jedem Wagniß gewachsen wähnte. Die Verbindungen gegen Frankreich wurden angeknüpst und lebhast betrieben; ein Landmann aus dem Amte Hayde bei Bielefeld, Namens Romberg, hatte sich zweimal schon bei Schill in Berlin befunden, um ihn im Namen vieler Ortschaften Westphaleus zu vermögen, mit seinen tapfern Schaaren ihnen zuzuziehen und Preußens alte Herrschaft wie der herzustellen. wohner Westphalens jenseits der Weser, und insbesondere viele Gemeinden in der Grafschast Regensberg ihre sehnsüchtigen Blieke auf ihn. pn mehrere Personen von Bedeutung , auf deren patriotische Ge sinnung sich rechnen ließ, und mit Proclamationen ausgerüstet, sich in Masse zu erheben, und einstweilen Anführer aus ihrer Mitte aufzustellen , bis Schill in eigener Person sich ihnen zugesellen werde. Hessen Kassel, namentlich, rer Aufstand in Kassel könnte nicht fehlschlagen, und hatte schon darauf seine Operationen berechnet; seine bewaffnete mußte so unfehlbarer auseinander sprengen, und einmal Herr von diesem Platze, ver einigt mit den tapfern Hessen, verdrängten Kurfürsten, war dann ein Kern von Macht gebildet, nmreichenderewelchen Krästeher sichzumvonAngriffallen Seitenwie zumimmerWiderstandegrößere undversamaus-"

Man nöthigte ihm so gleichsam eine Ueberschätzung

sonnene Abwägung der Verhältnisse übersprang,

Mit gleichen Erwartungen richteten die Be

Romberg wurde angehört,

mit Briefen versehen,

worin die Bewohner Westphalens ermuntert wurden,

Eben so wurden Volkserhebungen in rer Altmarkt, in

u. s. w. eingeleitet und betrieben; Schill glaubte

dann das

Erscheinung in der westfälischen Residenz

von Jerome's Regierung um

lockere Gebäude

unterstützt durch die Schätze des

meln konnten. Ungeduldig , daß das Volk gegen die Fremdherrschaft sich erhebe, begann ein ehemaliger preußischer Offizier, F. K. von Katte, im Vertrauen auf einige angesponnene Verbindungen jenseits der Elbe, in der Altmark das Landvolk zur Ergreifung der Waffen zu vermögen. dieser erste Funke des Brandes, fassen sollte.

Jn der Provinz Stendal zeigte sich

der ganz Norddeutschland um

Katte warb ehemalige Soldaten , ging mit einer

sollte. Jn der Provinz Stendal zeigte sich der ganz Norddeutschland um Katte warb ehemalige Soldaten ,

in

es war den letzten Tagen des März in die Altmark, nahm in Burg stall und Stendal die westfälischen Kassen weg, hob Mannschast aus, bemühte sich, das Land in Aufstand zu setzen, sendete den zu wirken, und näherte sich Magdeburg, wo er Einverständnisse hatte, während eine andere Colonne mit Kanonen in der Gegend von Ragunt und Kothen erschien. Der Versuch Katte's aber, gestützt auf die unzureichendsten Mittel, wurde gleich in der Geburt, eben sowohl durch die Schuld der noch ungeschickteren Anführung, des verzeihlichen Mißtrauens der Angefordeten und der Der General Michaud, Commandant von Magdeburg, verstärkte die Garnison dieses Platzes durch westphälische Truppen, ließ dann Colonnen ausziehen , die Bande Katte's zu zerstreuen ; er selbst wurde von dem König Jerome geächtet, so wie von seinem Monarchen, dem Könige von Preußen, der sich nicht eompro- mittiren wollte, aufgegeben; der westphälische Commandant von Burg nahm ihm einen Convvi von Waffen und mehreren Tausend Thalern ab; Katte selbst, schwach an Mannschaft, wurde lebhast bedrängt, bereits verhastet worden se», und flüchtete sich über die Elbe. Seine Leute zerstreuten sich, und er selbst fand nur kümmerlich in einem augenblicklichen Verschwinden von der Bühne feine Rettung, indem er nach Böhmen ging. Sein gescheiterter Plan hatte noch die nach theilige Folge, daß die westphälische Regierung diesen feindseligen Umtrieben fortan eine verstärkte Aufmerksamkeit lieh, und neben mancher anderen ernstlichen Vorkehrung auch die Entwaffnung aller Verdächtigen anordnete. Jn Hessen war eme geheime Verbindung , deren Zweck kein anderer war, als, sobald sich eine Gelegenheit darbieten würde, das Land zu insurgiren, eine Veränderung in der Regierung zu er wirken und durch eine allgemein verbreitete Revolution die Na- Die Mitglieder derselben bestanden aus westphälischen Militärs und Civilbeamten , aus Die Gesell Berner, S. Martin v. d. Malsburg, Schepeler, u.A. sich befanden, wuchs immer mehr; das militärische Oberhaupt der Verbindung war Oberst v.Dörn

Handvoll Leute über die westphälische Grenze

Lieutenant v. Hirschfeld nach dem

als

Halberstädtischen, dort

kräftigen Maßregeln der westfälischen Präfreten , erstickt.

erfuhr durch einen Boten, daß Lieutenant v. Hirschfeld

tionalfreiheit der Deutschen zu retten.

ehemaligen kurfürstlich hessischen Offizieren u. s. w.

schast, unter denen die Namen Dörnberg,

der Deutschen zu retten. ehemaligen kurfürstlich hessischen Offizieren u. s. w. schast, unter denen die Namen

10

»

verg, ein ausgezeichneter Offizier, aus einem alten hessischen Ge schlechte, jetzt Flügeladjutant des Königs. Die Verbündeten setzten sich mit Schill in Verbindung, und forderten ihn auf, über die Elbe zu gehen und in Westphalen mit ihnen gemeinschastliche Sache zu machen; dann wollte man sich mit Hannover und mit Man behauptet, daß ein weiterer Plan gewesen sey , durch Dörnberg den König Jerome gefangen zu nehmen, und daß man Verbindungen in dem wichtigen Magdeburg gehabt habe. Ueberall wurde Anhang geworben ; Dörnberg wollte nebst mehreren andern Offizieren von der Kassler Garnison so viel als. möglich auf die Seite der Verschwörer ziehen, und auf seine Jäger rechnete man namentlich beim Ausbruche des Aufstandes. Auf sieben Hauptpunkten : Wolfs hagen, Marburg, Hofgeismar, Göttingen, Heiligenstadt, Eschwege und Homberg sollte es zugleich losbrechen , weßwegen die Häupter leuteder Verschwörungin Wolfshagen,sich Homberg,auf diese Punktein Paderborn,vertheilten.in denDieDeparLand»

den englischen Eseadern in Verbindung setzen.

u. s. w. waren bald aufgewiegelt; Adelige wurden ihre Anführer und Agenten; Aebtissin und Chorfrauen des Stistes Wallenstein zu Homberg stickten für die Vaterlandsvertheidiger eine Fahne; der 24. April wurde zur Ausführung des Angriffes festgesetzt. Sieben erwählte um Kassel an diesem Tage mit Aufgang der Sonne das Land auf den oben angegebenen sieben Punkten in Aufstand versetzen , und den Landsturm gegen die Hauptstadt führen. am 19. April dem Mitverschwornen Martin sagen, er wolle aus verschiedenen Gründen den Aufstand noch verschieben, gebot jedoch Man schlug also los, eher , als ursprünglich festgesetzt war ; sey es , daß die Pro Einmarsche in Bayern vor sich her verbreitet hatten, schon zu wirken anfingen ; und die Ver- schwornen durch dieses erste Signal allzurasch in's Feuer ge- riethen; sey es auch, daß man Dörnberg's und seiner Truppen Anwesenheit in Kassel benützen wollte. Allein statt auf sieben, brach am 22. der Aufstand nur auf drei Punkten los, indem Dörnberg die andern Chefs zu beordern vergessen hatte.

sey es, daß Katte zu frühe losgeschlagen hatte,

clamationen , welche die Oesterreicher bei ihrem

tements der Werra und Fulda , um Marburg

Chefs sollten in einem Zirkel rings

Dörnberg, als oberster Chef, ließ jedoch

schon am 20., bestimmt am 22. loszubrechen.

Jerome ahn^e nichts; noch schwelgte man in

als oberster Chef, ließ jedoch schon am 20., bestimmt am 22. loszubrechen. Jerome ahn^e nichts; noch

den Erinnerungen der Lustbarkeiten des Carnevals, wo reiche Kostüme von der Vorzeit und den ernfernten Völkern entlehnt, sinnreiche Jnschristen, Boutiquen mit Putz- und Näschereiwaaren, ohne Kaufpreis feil, die Säle des Schlosses zu Kassel schmückten, und diese allen gebildeten Ständen offen waren; der König selbst hatte eine Reise in die Departements gemacht und war auch in der alten Welfenstadt Braunschweig gewesen , ohne zu beachten, daß Hatte sich in der Altmark umhertrieb. Ein Ehrenstallmeister des Königs Jerome, der auf sein nahes Gut reiten wollte, traf auf die nach Kassel vorrückenden Auf- stander, wurde verwechslung und des Namens Achtung in Hessen freigelassen. Schnell kehrte er auf einem andern Wege zum König zurück. Jerome, der auf seinen Adjutanten und Gardeobersten Dörnberg alles Vertrauen setzte, rief denselben sogleich herbei, um ihm die Dämpfung des Aufstandes , der zuerst in Wolfshagen ausgebro chen war, anzuvertrauen. rückte Dörnberg in diese Richtung; seine Truppen die Befreiung Jäger folgte ihm , der andere aber kehrte sogleich nach Kassel zurück, um Anzeige von diesem wichtigen Borfalle zu machen. Dörnberg zog seinen Freunden und Genossen zu, gefolgt von einigen Cürassiers-Offizieren. Eine Eseadron Cürassiere, die in Homberg in Garnison stand, und deren Rittmeister, v. Weisen, mit Martin in Verbindung war, ging sogleich zu den Ver- schwornen über. Dörnberg setzte alles, was in Homberg, Wolfs hagen, Marburg aufgestanden war, sofort gegen Kassel in Be wegung, um den guten Willen seiner Freunde nicht erkalten, und Jerome nicht Zeit zu lassen, sich zur Wehre zu setzen. Die Lage der Hauptstadt war kritisch , ihr Schicksal entschied dasjenige des Königreiches. ling des Königs, und Gefährte seiner Vergnügungen, war Gou verneur, Kriegsminister aber der franzvs. General Eble, dessen Eigenschasten, strenge Rechtlichkeit und unerschütterlicher Charakter, mit vielen Talenten verbunden, ihm allgemeine Achtung verschafft hatten. rühmlicher Festigkeit unter der Garnison, die nicht 2000 Mann stark war , versammelte die Offiziere seiner Garde um sich , und

Seinem Rache gemäß zeigte sich der junge König mit

aher als Herr von Malsburg durch Namens-

An der Spitze der Jäger der Garde,

allein auf einmal ließ er

Halt machen, und forderte sie aus,

mit ihm

des Vaterlandes zu erringen.

Ein Theil seiner

Der General Rewbel, ein Günst

er Halt machen, und forderte sie aus, mit ihm des Vaterlandes zu erringen. Ein Theil seiner

äußerte, daß er ihnen zwei Stunden Bedenkzeit gebe , ihren Eid zu erneuern, oder ihn zu verlassen; daß jeder, der letzteres vor es ungestrast zu thun, daß es als zu argwohnen, von Ver Alle Offiziere erneuerten ihren Eid; die- Jerome blieb so in Kassel, und ließ eine Abtheilung seiner Truppen gegen die Auf ständer marschiren. Auf dem Marsche, nicht weit von der Stadt, traf Dörnberg auf die westphälischen Truppen , und suchte mit ihnen zu unter handeln, sie für seine Sache zu gewinnen, indem er die Offiziere Aber die Artillerie antwortete mit Kanonenschüssen , die Jnfanterie begann ihr geregeltes Feuer, und bald kamen die ausgestandenen Bauern, Bürger und Soldaten in Unordnung , in welche Haufen hernach Dörnberg's Schaar wurde geworfen; Berner mit seinen Wolfshagner Bauern ebenfalls durch eine polnische Eseadron nach kurzem Gefechte aus einander gesprengt, und Jerome's Truppen waren Sieger. Wäh rend die Aufständner hier flohen , kamen aus den entfernteren Gegenden , als Paderborn u. s. w. andere an , und wurden eben so leicht aus einander gejagt. Herr von der Malsburg hatte an der Dienet ebenfalls einen Haufen zusammengebracht, welcher aber auf die bloße Nachricht von den Unfällen der andern Erpedi tionen auseinander lief. rettete sich mit einigen Freunden nach Böhmen. nach dem Harz zurückgezogen hätte, so wäre er dadurch mit den Mißvergnügten in Hannover, und mit Schill und dem Herzog von Braunschweig, der in Böhmen rüstete, in Verbindung ge kommen, und hätte immer etwas Bedeutendes leisten mögen, zumal, da sich der Aufruhr in den Departements der Fulda und Werra fortpflanzte und sich einige Zeiten Ziegenhain , das von Am

Wenn er sich

räthern umringt zu seyn.

besser sep, Feinde zu bekämpfen,

ziehe, sein königliches Wort habe,

selbst für

die Anführer verbürgten .sich für ihre Soldaten,

jenigen, die sich hätten verführen lassen.

aufrief.

der verschiedenen Corps bei ihrem Namen

die Chevaurlegers der Garde unter Wolf einhieben.

Dörnberg, geschlagen und verfolgt,

Aufständnern besetzt ward, und in Marburg behauptete.

24. April erschien eine Verordnung Jerome's, wodurch die Unter-

thanen vor Empörung gewarnt wurden. Am 26. marschirten auf Befehl des franz. Marschalls Kellermann, französische, bergische und primatische Truppen von Mainz und Frankfurt aus, zu völliger

Dämpfung der Unruhen in Westphalen ab.

bergische und primatische Truppen von Mainz und Frankfurt aus, zu völliger Dämpfung der Unruhen in Westphalen

13,

Der Fehlschlag des Aufstandes von Dörnberg, der unstreitig seine Sache zu,früh verloren gab, von welcher Schill aber einen ganz andern Erfolg geträumt hatte, mußte nothwendig alle Berechnungen dieses Letztern stören : doch Entschluß unverändert; aber auch Rombert, sein westfälischer Agent, war auf dem Rückwege nach der Heimath in Magdeburg und der franz. General Mi chaud, der hier befehligte, hatte sich der ihm mitgegebenen Briefe und Proclamationen bemächtigt, und sie sofort dem westphälischen Minister Simeon nach Kassel übersandt. Hier wurden diese Pa piere, unter hestiger Beschwerde, dem preußischen Gesandten, seinem Hofe von allein noch schneller, als dieselbe nach Königsberg gelangt seyn konnte, hatte auch bereits der damalige Referendar des westvhälischen Ministers, Aler. v. Bothmar, der, mit brennendem Eifer an der Sache des Vaterlandes hangend, mit Courierpferden nach Berlin eilte, Schill'n das drohende Ungewitter verkündet. Wo so gut als Alles verloren schien , mußte , nach Schill's Wie lebendig und rege auch stets das Pflichtgefühl eines Unterthans und das durch langen Dienst geschärste Subordinations-Verhältniß in ihm wirken mochte, so gingen doch beide, in diesem kritischen Augen in einer so eraltirten Stimmung unter in dem Be und den Eingebungen er seinem Monarchen schuldig war ; hoffend, daß der glückliche Erfolg der einst seine beste Rechtfertigung der Voraussetzung, eigentliche Gehorsam seyn möge; überdies gewöhnt an den Ge danken, sein Truppeneorps, das durch Hn aus einem Nichts ent standen war, betrachtrn, gestaltete sich in seiner Seele der Plan, die beschlossene Fehde gegen Napoleon auf seine eigene Faust in diesem nämli Konnte doch gerade dieser Au genblick um so vielmehr der einzige und rechte seyn , da zugleich neue unbestimmte, aber mit Eifer verbreitete Gerüchte von großen und entscheidenden Vortheilen, welche der Erherzog Carl unweit Regensburg erkämpst habe, in Berlin umliefen. Dem Entschlusse

blieb sein Muth unbewegt und sein

als verdächtig angehalten worden;

v. Küster, vorgelegt, der nicht umhin konnte,

diesem Ereigniß ungesäumte Anzeige zu machen;

kühner Ansicht, auch Alles gewagt werden dürfen.

blicke und

griffe gekränkter deutscher Nationalehre

eines glühenden Franzosenhasses.

Vergessend, was

seyn werde;

vielleicht sogar in

daß ein scheinbarer Ungehorsam hier rer

noch in einem nähern Sinne als das seinige zu

chen Augenblicke zu beginnen.

in daß ein scheinbarer Ungehorsam hier rer noch in einem nähern Sinne als das seinige zu

^

^

Schill's folgte die That mit einer Schnelligkeit, aber auch mit tiner Verschwiegenheit , welche nur allein den Erfolg zu sichern vermochten. übrigen blieben uneingeweiht in das Geheimniß. Damals waren in Preußen alle Hoffnungen r'ge, das Joch Frankreichs zu zertrümmern. Stettin undKüstrin von den französischen Besatzungen zu befreien, allgemein sich zu einzubrechen; ja es soll die Rtt'e davon gewesen sepn, die preuß. Armee, ohne Theilnahme und selbst gegen den Willen des Königs, Marschiren zu lassen. Nachdem Schill schon einige Male mit feinem Husarenregi- mente des Nachmittags erereirt, ja verbreitet hatte , er werde nächstens bei Gelegenheit eines Manöver's die Nacht wegbleiben und zu diesem Ende Bivouakholz gekaust hatte, führte er dasselbe am 23. April 1809, um 3 Uhr, aus Berlin durch das Halle sche Thor heraus, und erereirte einige Zeit, worauf er, wahr eine halbe Etwa eine Meile von Berlin ließ er sein Regiment plötzlich Halt ma chen, nachdem ihm eine Ordonnanz eingehändigt worden war, welche , dem Scheine Schill hielt nunmehr eine Anrede an die Truppen, worin er denselben eröffnete, daß der Augenblick gekommen sey, wider einen Feind auszuziehen, ge gen den allesammt einen gleichen glühenden Haß im Busen nähr ten ; wider den großen Thronräuber, der das Vaterland in Un glück und Jammer gestürzt, der alle Rechte der Menschheit mit Füßen getreten, dem kein Vertrag und Friedensschluß heilig sey, der nur die günstige Stunde erwarte, die Verfassung des Landes vollends umzustürzen. zähligen ihm dargebrachten Opfern Spanien behandelt ; so ge als bis er auch dem Vater lande den geliebten König geraubt 'und den erlauchten Regenten stamm, unter dessen weiser Regierung sich Preußen zur höchsten

Stufe des Ruhmes erhoben, in den Staub darniedergetreten hätte. Oesterreich, Deutschland und jedes Biederherz erhebe sich ,gegen ihn , und seine Schicksalsstunde habe geschlagen. Diese Worte, gesprochen

Nur drei Offiziere wußten um seinen Entschluß, alle

Entwürfe waren ausgearbeitet,

bewaffnen und zu erheben, und in Westvhalen

scheinlich um

die vielen Zuschauer los zu werden,

Meile die Straße von Potsdam entlang, forttraben ließ.

auf dem Erereierplatze ein Schreiben durch

nach, für eine Marschordre gelten konnte.

So habe der treulose Tyrann, nach un

denke er auch nicht eher zu ruhen,

,

Aber nie solle ihm eine solche Unthat gelingen!

So habe der treulose Tyrann, nach un denke er auch nicht eher zu ruhen, , Aber

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mit dem volle« Feuer der eigenen Begeisterung, konnten ihre Wirkung um so weniger verfehlen, als der Redner, im überströ menden Ergusse seines Herzens eine goldgestickte Briestasche em porhielt, welche Jeder als ein Geschenk der Königin erkannte, und als er dabei seinen unwandelbaren Eifer bezeugte, sich die ses Beweises ihrer Gnade er sich bedenken, für die Wohlfahrt ihres Hauses sein Blut zu vergießen und zu sterben. Offiziere und Gemeine erklärten sich bereit zu je Ja, Gerne vergaß Jeder, daß er in diesem Augenblicke nichts besaß, als was er auf dem Leibe trug; denn der Glaube trat auch ein, das Regiment sey zum Vortrab eines Heeres bestimmt. Sogleich wurde der weitere Marsch nach Potsdam angetre ten, wo ein gewisser Keller eine Anzahl von Gewehren, die schon früher für das reitende Jägerdetaschement von Schills Regiment bestellt worden waren, empfing. Dann setzte man über die Havel und verfolgte den Weg auf Großkreuz und Jeserick, um hier abzu füttern und die Leute einzuquartieren. Schills Husarenregiment, das 2. brandenburgische genannt, nach dem Tilsiter Frieden aus den Reitern des Schill'schen Freieorps in Pommern formirt , be stand aus 600 Pferden, in 5 Schwadronen formirt, von denen eine als reitende Jäger mit Büchsen und geraden Klingen be waffnet und nöthigen Falls zu Fuß zu fechten bestimmt war, wo dann die Seitengewehre in ähnlicher Weise wie die Hirschfänger der Fußjäger als Bajonette gebraucht werden sollten, die andern 4 Schwadronen aber die gewöhnliche Ausrüstung der Husaren hatten. Zustande, Vorliebe noch Leidenschast zu den größten Erwartungen berech tigte, und der noch jetzt, da es nicht mehr eristirt, den Lobspruch rechtfertigt, daß schwerlich jetzt ein besseres Reiterregiment zu fin den seyn dürfte, als damals in diesem Abentheuer aufgeopfert wurde. Jn Berlin machte inzwischen das Auebleiben Schills Auf sehen und Unruhe. jor v. Zeplin vom Leibregimente Schill'n nach, denselben augen blicklich und mit einem angemessenen Verweise einer solchen Will

würdig zu erweisen; denn nie werde

Em allgemeiner freudiger Zuruf un

terbrach ihn.

dem Opfer für König und Vaterland, und riefen laut:

wir folgen, führen Sie uns an!"

Das Regiment befand sich in jeder Hinsicht in gutem

Offiziere und Soldaten beseelte ein Geist, der ohne

Das Gouvernement sandte daher den Ma

sich in jeder Hinsicht in gutem Offiziere und Soldaten beseelte ein Geist, der ohne Das Gouvernement

kür zurückzurufen. sich seines unangenehmen Geschästes am besten unter vier Augen zu entledigen. daß er, als Schill die Rückkehr verweigerte, sich nicht an das Regiment selbst wendete, und sich wieder entfernte, ohne etnaZ weiter zu versuchen. Zeplin's geheimnißvolles Erscheinen, setn r Staat das Unternehmen billige, aber daß dasselbe noch im lief- Auch daß die Offiziers- Bedienten mit den Handpferden, und zwar mit Pässen von dem Commandanten von Berlin bei dem Regimente eintrafen, bestä tigte die Meinung, das Unternehmen, wenn zur Zeit auch noch nicht öffentlich, werde doch insgeheim gebilligt. Die erhaltene Nachricht, daß längs der westptMschen Gren zen zur Verhinderung des Ueberganges über die Elbe die besten Maßregeln getroffen und alle Fähren versenkt worden, be.vog Eine selche Marsch richtung auf Sachsen konnte Vorthetle bringen, indem dieses Land in diesem Augenblicke von Soldaten entblößt war, der Hof von Dresden sich nach Leipzig zurückgezogen hatte und Bernadotte Der Besitz von Wit tenberg, zum Behuf einer direkten Verbindung' mit der österreich. Armee, wenn Preußen losschlug, wichtig erringen. brach Schill's Regiment auf und ritt durch Büsche, Schlünde und unwegsame Pfade Trab und Galopp, so daß er vor Wittenberg ganz unerwartet anlangte, indem ein auf die Straße abgeschick Zrrei Eseadrons wurden am Saume des Waldes zurückgelassen , die andern mit den Jägern passirtenseits auf;imeineGalopp,aus einenWittenbergengen ausgeschickteDamm und Patrouillemarschirtenwurdeten-

Zeplin erreiche ihn in Großkreuz und glaubte,

War dieses ein Fehler, so war es ein zweiter,

Verschwinden erschien den Husaren als

ein Beweis,

daß

er

sten Geheimnisse verhüllt bletben sollte.

Schill, das sächsische Gebiet zu berühren.

auf dem Marsche zur großen Armee war.

war nicht schwer zu

Mit den ersten Strahlen der Morgensonne des 1. Mai

ter Offizier dasselbe nicht bemerkte.

aufgehoben. Jn Wittenberg hatte man nur ein dunkles Gerücht von der Ankunst und Absicht Schills; die Thore waren nicht gesperrt, die ^Stadtgraben ohne Wasser, keine Kanonen auf den Wällen; die Garnison bestand aus 150 Mann Jnvaliden und einer Anzahl Reeruten von verschiedenen Regimentern unter dem Comman danten, Zeughauptmann v. Forstner und Hauptmann von Wet tern ; die Stadt würde deßhalb einem Sturmangriffe, selbst nur

danten, Zeughauptmann v. Forstner und Hauptmann von Wet tern ; die Stadt würde deßhalb einem Sturmangriffe,

-.

t7

Schill forderte aber Der Commandant Forstner kam selbst heraus, Schill ritt ihm mit mehreren Offizieren ent Doch da der Sachse Schon waren die beiden ersten Eseadrons freiwillig abgesessen, in Reihe und Glied getreten, und erwarteten mit der Pistole in der Hand das Zei chen zum Sturme. sicherung, die Elbbrücke, die von den Kanonen des Platzes be strichen werden konnte , ungehindert zu passiven , worauf er die Offiziere zusammennahm und sie mit der Offerte des sächsischen Commandanten, die seinem Zwecke entsprach , bekannt machte und sie um ihre Meinung fragte. beseelt, auf den Muth der Truppen vertrauend, oder von den 2 Millionen gelockt, die sich damals in Wittenberg befanden, stimm ten für den Sturm heroischen Gemüther durch die Vorstellung, daß er aus politischen Gründen mit Sachsen nicht zerfallen wolle, obgleich er auch diese 2 Millionen, als zur Beförderung seiner Absichten sehr nützlich, gerne besitzen möchte. im Sturme eroberten Stadt, der Soldat sey dann nicht zu zü dasgeln ,allgemeineund er , derZutrauenals Befreiernicht verlieren,der Deutschenund inaufgetreten,einem deutschendürfe .

von Husaren, schwor widerstanden haben.

auf, die Thore friedlich zu öffnen.

gegen, und unterhandelte lange mit ihm.

alle Anträge ausschlug, so trennten sie sich.

Hierauf erhielt Schill von Forstner die Zu

Die meisten, von Enthusiasmus

und keinen Akkord.

Schill beruhigte diese

Zugleich kenne er auch das Schicksal einer

Lande seinen ersten Schritt mit Plünderung , Feuer , Raub und Mord bezeichnen. ments zur 'Ruhe, Jnzwischen konnten auch die Preußen sehen, wie man Wasser in die Gräben ließ, wie Kanonen auf die Wälle geführt wurden, die Garnison sich sammelte, auch dett bewaffneten Bürgermilizen Zu Folge des gegensei tigen Vertrages sollte Schill dicht vor den Thoren der Festung vorbei über die Elbbrücke ziehen, sollte zugleich ein sechstägiger Waffenstillstand stattfinden, und der König von Sachsen, der sich damals in Leipzig aufhielt, von diesem Akkord in Kenntniß ge setzt werden. Regiment aufsitzen und passirte ntit klingendem Spiele, im An gefichte der unter Gewehr stehenden Garnison, die Elbbrücke, und blieb eine halbe Meile weiier in Plesern und Pratau über Nacht. Hier bildete man sich ein, daß diese Colonne entweder Kaue

Der Vertrag wurde vollzogen; Schill ließ sein

befohlen wurde, die Wälle zu besetzen.

und schloß einen Vergleich mit Fvrstner ab.

Schill brachte den Sturmeifer seines Regi

Schneidawind, Bd. II.

2

besetzen. und schloß einen Vergleich mit Fvrstner ab. Schill brachte den Sturmeifer seines Regi Schneidawind, Bd.

obgleich Schill un- Es wurde von dem Regimente überall eine musterhaste Aufführung beob achtet. daß selbst beim Ausrücken zum Ererzieren jeder Husar seine ganze Equipage bei sich tragen sollte; allein die Mantelsäcke waren und Materialien ange hier Mitleiden mit Schill, der dieß vernahm, ließ die Frau zu sich kommen, und danlte ihr öf fentlich dafur. Schill schickte unaufhörlich Patrouillen und Offiziere rechts Diese fingen mehrere Bo wo der König von beordert waren, so wie auch gegentheils von dieser Seite, auf, und durchsahen ihre Pa zum Theil doppelte Berichte, einen in der Schill traute der bedungenen Waffenruhe nicht so unbedingt, daß er nicht ohne einige Besorgniß wegen eines Ueberfalls dnrch das sächsische Cü- rasKer-Regiment Zastrow war, welches in nicht zu weiter Ferne in und um Leipzig stand. nach Wittenberg, wider das Abkommen die Brücke abbrechen ließ. Als Schill am frühen Morgen des 2. Mai auf Dessau durch Auf ziehen der Schleußen zu einer großen Höhe gestiegen , und trat über die Brücken und Dämme. erwarteten weitere Befehle, allein Schill setzte sich, ohne ein Wort zu verlieren, mit seinem Adjutanten an die Spitze, und nun schwamm alles in der möglichsten Ordnung nach ; ein Schauspiel, das den Zuschauern allgemeine Bewunderung abnöthigte. Schon am 1. Mai hatte sich in Dessau das Gerücht verbreitet, es seycn scheinlichkeitvreuß. Truppenentbehrte.im Anmarsche,Doch konntenwas anfangsam 2.freilichMai dieallerDessauerWahr- '

selbst oder nur ein Tbeil seines Corps sey,

ter seinem eigenen Namen an allen Orten handelte.

Früherhin hatte Schill in Berlin den Befehl gegeben,

ost mit den

heterogensten Gegenständen

füllt, und so kam es, daß eine Bauersfrau

einem Husaren trug, und ihm ein Hemd schenke.

und links zum Reeognosziren aus.

aus nach Leipzig,

ten, die von Wittenberg

Sachsen mit geringer Bedeckung war,

piere.

Sie hatten

Hand und den andern zwischen Hemd und Fleisch.

Auch sendete er einen seiner Offiziere

weil der dortige Commandaut in der Nacht

rückte und sich dieser Stadt näherte, war die Mulde

Die Husaren machten Halt und

aus manchen Zeichen (so war z. B. jede Passage über die Elbe streng untersagt) mit Grund liches stattfände. Nachricht ein, daß Schill und seine Husaren im Anmarsche seyen.

Gegen Mittag gelangte auch die ganz bestimmte

daß etwas Ungewöhn

schließen,

und seine Husaren im Anmarsche seyen. Gegen Mittag gelangte auch die ganz bestimmte daß etwas Ungewöhn

-

19

Der alte Herzog hatte es für rathsism gefunden, dem Zusammen durch seine Entfernung nach Wörlitz auszuweichen ; der Elbprinz aber war zurückgeblie ben, um in so fchwierigen Umständen durch seine Gegenwart Das Schill'sche Regi ment zog nun in Dessau unter Freudenbezeugungen und einem frohen Zujauchzen ein; quisitionen, und ließ sowohl die Rüstzeuge und Gewehrvorräthe der Dessau'schen Jägergarde, als auch selbst die blasse des west- phälischen Postamtes unberührt; seme Soldaten bezahlten, was Hormuth auf die Brust gesetzter Pistole gezwungen , eine Proclamation zu drucken, die in Dessau und auf deiii ferneren Zuge überall ver- Meinem den Ketten eines frem Der Augenblick ist erschienen, wo ihr die Fesseln abwerfen, und eine Verfassung wieder erhal ten könnt , unter welcher ihr seit Jahrhunderten glücklich lebtet, lichesbis derElendtmbrgränzteüber dasEhrgeizVaterlandeines verbreitete.kühnen EroberersErmanntmiermeß-euch,

wurde mit

sie empfingen ; eitizig der Hofbuchdrucker

treffen mir diesen unbequemen Gästen

überall das rechte Maafz zu ermitteln.

Schill enthielt sich durchaus jeder Re

iheill wurde, in der es hieß:

den Volkes schmachtenden Brüder!

folgt meinem Winke , und wir sind , was wir ehemals waren ! Alles nehme Tbeil an dem Ruhme der Befreier des Vaterlandes; er Wer feige genug ist , sich der ehrenvollen Aufforderung zu entziehen, den treffe Schmach und Verachtung, der sey zeitlebens gebrand markt! solchen Verräther! Hasset Much! . geübter Krieger eile ich zu euch. siegen , der alte Ruhm des Vaterlandes wieder hergestellt jeyn. Viele Einwohner fanden sich sogleich in Schill's Quartier ein, und fragten, da man fein Re giment für den Vortrab des preuß. Heeres hielt, wann dieses nachfolgen werde. bestimmte Antwort ertheilten , sondern auf die kommenden Tage verwiesen , so erklärte man dieses als eine Vorsicht des Krieges, damit nicht etwa möglicher Weise hier anwesende franz. Kund schaster Nachrichten erhielten. auf, daß Schill auch nicht einmal den Landesbehörden eine Mit- *

rer gerechten Sache !

Ziehet die Sturmglocken!

greife zu den Waffen!

Jeder

kämpfe für sich und seine Enkel Ruhe und Zufriedeicheit !

Ein edles deutsches Mädchen reiche nie die Hand einem

Gott ist mit uns und unse

An der Spitze geprüster, im Kampfe

Auf zu den Waffen ! Schill."

Bald wird die gerechte Sache

Und wenn Schill und seilie Begleiter keine

Allein allen Besonnenern siel es

2

! Schill." Bald wird die gerechte Sache Und wenn Schill und seilie Begleiter keine Allein allen

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theilung über die nachrückenden Truppen machte, damit diese die erforderlichen Anstalten zur Verpflegung treffen könnten , und so ergab Zug , ohne Ermächtigung des Königs , allein auf seine Gefahr unternommen habe. Von Dessau sendete Schill die Lieutenants Blankenburg und Guistorp nach Saalhorn ab , um sich der Uebergänge und Fähren längs der beiden Ströme zu versichern, wobei sie zugleich in Acken die Kassen wegführten. anderes Commando von reitenden Jägern und etwa 42 Mann Jnfanteristen, hatten, um unter dem Oberbefehle des Lieutenants Leo v. Lüz- Der der Franzosen bekannt , und man wußte auch , daß er den Marsch den Commanvanten von Magdeburg erstatten lassen; er hatte nicht gesäumt, sich durch schleunige Abreise zu sichern, und alle öffentlichen Kassen fortzuschaffen. bewacht. Jnzwischen rückte der Lieutenant Franeois mit dem Vortrabe der auf Köthen bestimmten Colonne auf der geraden Chaussee der kleinen Residenz zu ; eine Stunde vor der Stadt ließ er seine Jäger Halt machen, und eilte selbst zu Pferde voraus, um sich um Nachts vor den Thoren ankam und sie gesperrt sah, und das Anrufen von 9 Schildwachen vernahm , so eilte er zu seinen Leuten zurück, theilte in einem nahegelegenen Wirthshause die Dicht vor der Stadt mußten 6 Jäger behutsam auf allen Vieren krie chend sich dem Thore nähern, die andern wurden unfern in Ver steck gelegt. stieß in ein aus Dessau mitgebrachtes Horn, und empfing von Ein Eilbote, aus Dessau für den Fürsten," war die Antwort, auf welche ein Unteroffizier vorsichtig das Thor öffnete, der an gebliche Courier flügeln nahm, der Anrede : ich komme von Dessau und bringe hier Depeschen,"

wenigen Stunden, daß Schill diesen

es sich schon nach

mit einer Abtheilung Husaren und reitender Jäger

Nach einer andern Seite wandte sich ein

die sich bereits an Schill's Corps angeschlossen

zow Röthen zu überfallen.

Herzog

war

als

Freund

genau hatte erkundschasten , und Bericht an

Köthen selbst hielt seine Thore geschlossen und

von der Lage der Stadt zu orientiren.

Als er

Ein Uhr

und setzte sich vorwärts in Marsch.

Dispositionen aus

Franeois selbst eilte dann im Trabe an das Thor,

der innestehenden Schildwache ein krästiges:

Wer

da 5"

aber eine solche Stellung zwischen den Thor

daß sie nicht geschlossen werden konnten.

ein krästiges: Wer da 5" aber eine solche Stellung zwischen den Thor daß sie nicht geschlossen

Mit

21

griff Franeois in seinen Busen, holte eine Pistole hervor nnd sind Preußen!" das Horn; 1?ie Schildwache drang mit dem Bajonette auf thn ein, als sie im Augenblicke von den entwaffnet wurde. hatte man sich bereits ihrer anssenstehenden Gewehre bemächtigt, Da inzwischen das ganze Commando zusammenkam, so wurde die Hauptwache aufgesucht, die aber, da den Preeßen der kürzeste Weg unbekannt war, schon Nachricht von dem Ueberfalle erhalten hatte und in den Waffen Doch den entlassen, aber 50 Mann nahmen Handgeld und traten zu Schill über. Montirungsstücke, die schöne fürstliche Gewehrsammlung und 5 Pferde aus dem Marstalle lmd kehrte mit dieser Beute und den neugeworbenen Truppen nach Dessau zurück. Schill marschirte am 3. Mai nach Bernburg,

ein Posten von um so grösserer Wichtigkeit, da er den Uebergang über die Saale deckt. sonst eine feindliche Maßregel fand , sandte Schill zugleich den Lieutenaut v. Brünnow mit einer Schaar Reiter ab, um in der Gegend von Halle zu streifen, indem es die Klugheit forderte, auszubreiten, um sowohl stärker, als man war, zu erscheinen, als auch das Gerücht desto vielfältiger zu beschästigen und durch persönliche Erscheinung, wie durch Proelamationen den Muth der noch furchtsamen Freunde zu wecken. Kaum war indeß Schill von Dessau abgeritten, .als dort Nachmittags gegen 3 Uhr ganz unvermuthet etwa 100 Mann vom sächs. Cürassier - Regimente Zastrow unter dem Rittmeister v. Köekritz einrückten. Bis hierher stand alles gut ; der gefundene Widerstand w'Sr kaum von einiger Bedeutung gewesen, die Volksstimmung günstig, wenigstens nicht abschreckend, und alles somit einladend, sich vor Magdeburg zu zeigen, um den Geist der Besatzung, aber auch Allein am 4. erfuhr die hessische Jnsurreetion ganz gescheitert und Dörnberg geflohen, daß Erzherzog Carl in Bayern habe,

sich in einem möglichst weiten Raum

Da man hier weder die Brücke abgebrochen, noch

stand.

Nochmals stieß er in

rief: ergebt euch, wir

herbeisprengenden Jägern

Als die allarmirte

Thorwache heraneilte,

und sie war genöthigt, sich zu ergeben.

die Offiziere wur

streckte sie willig das Gewehr;

Das preuß. Commando nahm 600 Gewehre, viele

den der Einwohner Westphalens zu prüfen.

Schill mit

Bestimmtheit, daß

geschlagen worden sey, und

sich nach Bohmen geworfen

der Einwohner Westphalens zu prüfen. Schill mit Bestimmtheit, daß geschlagen worden sey, und sich nach Bohmen

und daß Napoleon 'siegend auf Wien ziehe. l'Estoq, dem Gouverneur von Berlin, mit den hestigsten Vorwürfen, auf die unverantwortlichste Weise eompromittirt zu haben , und mit dem erneuerten Befehle, auf der Stelle nach Berlin zurück zukehren und sich den Folgen feines unzurechtfertigenden Schrittes ?u unterwerfen. SelM's Sache; der neue Sieg Napoleon's machte nun beinahe jede Anstrengung zu Deutschlands Sache so gut schon wie ver loren.genten vonDie Braunschwejgin Böhmen formirtenund HessenCorpswarender nochvertriebenenruhig; Re-von

Von dem General

erhielt er ein Schreiben

feinen Monarchen und ihn selbst

Mit dem Banner Oesterreichs stieg und sank

zu sehen, und die von Schill gehofften Partial-Jnsurreetionen und so viele andere Hoffnuugen . lösten sich wie ein Traum auf. Durch alles dieses schien sein Much gebrochen.

Er ver sammelte alle nicht detaschirte Offiziere zu einem Kriegsrath, erklärte in demselben , daß er sich durch alle diese Ereignisse ge- öthigt sehe , seine Entwürfe mit seinen Hoffnungen aufzugeben ; daß er erwarten müsse, sich unverzüglich von einem überlegenen feindlichen Corps angegriffen zu sehen, und daß es ihm als das Rathsamste erschiene, über die Saale und Elbe zurückzugehen, nm den Faden der Operationen, Masse verstärkt, oder sn einem glücklicheren Zeitpunkte , mit der Diese Mei nung Schill's war aber nicht die seiner kühnen Waffenbrüder; als daß ein Jnsonderheit erhob sich der Major Adolph v. Lutzow gegen Schill's Rath mit Krast und Eifer:

Rückschritt übrig bliebe.

in der That schien man

Aussicht auf besseren Erfolg, wieder aufzunehmen.

englischer Hülfe war keine Spur

entweder zu einer bedeutenderen

schon zu wett gegangen,

nicht aus Furcht wegen des schon Geschehenen, sondern auF Begeisterung für die Sache, wollten alle bei letzterer und ihrem Führer bis in den Tod verharren; sie wollren keinen Schritt, der muthig gewagt, Ehre und im äußersten Falle ein rühmlicher Untergang, rückwärts warte nur Strafe und Schande." Auch Lieutenant Stock fprach mit Feuer, Einsicht und Krast. stürmischeren Charakter an. Schill schwankte sichtbar zwischen der endlich stellte er die Ent scheidung dem Manne anheim , der seit Kolberg feinem Herzen vorzüglich theuer war,

eigenen und der fremden Mesnung,

feigherzig zurückthun ; vorwärts winke die

Die Berathung nahm einen immer

und dessen einfach edler Sinn nie die

Mesnung, feigherzig zurückthun ; vorwärts winke die Die Berathung nahm einen immer und dessen einfach edler

ruhige Herrschast über sich verlor : Lieutenant v. Dieezelsky sollte den Ausschlag geben. keine Rückkehr wollten, und Schill, obwohl nicht überzeugt, bot ihm und den Uebrigen die Hand, mit ihnen vereinigt zu leben und zu sterben. H Nun aber war die große Frage, wohin der neue Ritt ge Ein Marsch nach Böhmen , das Anschließen an weil das Regiment in der Meinung, einen Feldzug zu beginnen, an dem Preußen Thril nehmen müßte, Ueberläufer unter fremden Fahnen Abenteuer zu suchen. 2) Ein an derer Borschlag rieth zu einem Marsche in das Mecklenburgische, derum umschlage,sich an der wobeiKüste dermanOstseeim unglücklichstenzu halten, bisFalledas Kriegsglücksich auf englischewie-

Er trat auf die Seite derjenigen, die

schehen müsse.

die Oesterreicher, wurde verworfen,

seine Garnison verlassen hätte, keineswegs aber um als

Wieder eine andere Meinung wollte, daß

Schiffe retten könne. man ganz Deutschland, so weit es offen stünde, zum Schauplatze eines Parteigängerzuges mache, und sich rastlos und gewandt auf demselben herumtummle; Lützow's Borschlag insonderheit ging dahin , sich nach Ostfriesland zu werfen , die an der alte preuß. Regierung hängenden tapfern Ostfriesen, die nahen Hannoveraner, und Ravensberg zu be indem man zugleich auf Englands Hülfe rechnen dürste, Auch konnte Schill noch den abenteuerlichen Ritt antreten, den, der Leiter der Tiroler Jnsurreetion, Hormayr wünschte, nämlich den über Thüringen, Franken u. f. w. nach Tirol, um die mangelnde Reiterei zu bringen. Anfangs Mai bedeutende feindliche Streitkräste entgegen, und da konnten sie ihm leicht die Schill's Unentschlossenheit , die eben so leicht in Starrsinn ausartete, konnte sich übrigens für keine Meinung ent scheiden, obgleich die des Major Lützow den meisten Beifall bei den Offizieren gefunden hatte; er erklärte nur, daß für den gegen wärtigen Augenblick dringender als alles sey , die feindliche Ad- theilung aus Magdeburg, die gegen Bernburg anrücke, anzugreifen

Hand bieten.

die Tiroler bis Memmingen streisten,

die Bewohner der Grafschasten Mark

nutzen,

und dort Rettung im unglücklichsten Falle finden könnte.

Nirgends standen ihm bei diesem Zuge

F

Schill/ v Haken, 2. Thl. S. ^.

v 2) Nachr. u. Betracht, über die Thal. u. Schicks. 0. Reuteret (y. Kamtz, 2, TY. S. tSS 96.

,)

v Haken, 2. Thl. S. ^. v 2) Nachr. u. Betracht, über die Thal. u. Schicks.

2^

und zu sprengen; dadurch öffne !ntan sich freies Feld für jede fernere Maßregel; demnach befahl er, aufzusitzen, und Bernburg

verlassen. Magdeburg, selbst wenn sie sich außerhalb des Platzes aufgestellt hatte, ausweichen, da der Feind beinahe keine Reiterei hatte. Das kleine Corps mußte als der Vortrab eines bedeutenden, seine Schritte als Vorbereitungen zu scheinen , wenn man Braunschweigischen und Hessischen rechnen wollte; es konnte daher nichts erwünschter seyn, als die Gelegenheit zu einer Waffenthat, wodurch Schill's und der Seinen Ruf bewährt, den Feinden Schrecken, dem Volke Vertrauen eingeflößt würde. Um 4 Uhr Nachmittag verließ Schill Bernburg, und er reichte das westphälische, früher preuß. Gebiet des Herzogthums Magdeburg; er und die Seinen wurden zwar theilweise mit Freuden empfangen, man scheute sich aber, diese Gefühle laut werdenfreier ankündigtenzu lassen, undund Proclamationenobgleich die preuß.austheilten,Husarengelangsich alses ihnenBe<

M Schill konnte, wenn er wollte, der Garnison von

einem wichtigen Beginnen er

eine reelle Theilnahme im Altpreußischen,

doch nicht, die Gemüther zu entflammen; die Meisten äußerten gerade heraus, Ja, als Schill beim Durchmarsch durch ein großes Dorf die

versammelte Gemeinde selbst anredete, ihnen mit lebhasten Farben

ti' großen Bilder der Spanier, der Tiroler vormalte und sie zur Sie haben

recht, es muß anders werden; ten, bis die Ernte vorbei ist!" Auf diesem Marsche stieß Lieutenant Brünnow mit seinem Detafchement von seinem Streifzuge auf Halle wieder zum Re giment; er war am 6. Mai, des Nachts 11 Uhr, in Halle ein Jnvaliden und Rekruten entwaffnet , die Offiziere auf Ehrenwort entlassen, und sich einiger bedeutender Lassen, Vorrqthe von Waffen, Tuch, hatte, dem höheren Zwecke feines Erscheinens zu genügen , gleich am näch in welcher er er klärte, die Stadt im Namen des Königs von Preußen in Besitz genommen zu haben, und wirklich die westphälischen Wappen schilder überall abnehmen und. dafür preußische aufrichten lassen. Nach einigen Stunden hierauf war er wieder aus Halle fortge-

sten Morgen eine Proclamation angeschlagen,

sie wollten erst sehen,

wie es ablaufen würde.

Nachfolge aufrief, gab ein Bauer zur Antwort:

lassen Sie uns nur noch abwar

gedrungen, hatte die westphälische Besatzung von 150

Sätteln und anderer Kriegsbedürfnisse bemächtigt;

nur noch abwar gedrungen, hatte die westphälische Besatzung von 150 Sätteln und anderer Kriegsbedürfnisse bemächtigt;

ritten, gefolgt von 50 Freiwilligen, meist alten, gedienten Sol daten. Der franz. Befehlshaber in Magdeburg schenkte dem ganzen Unternehmen die angestrengteste Aufmerksamkeit. Die Umstande waren sehr dazu geeignet, ihm lebhaste Besorgnisse zu erregen, da in Westphalen nur sehr wenige Truppen, die Garnisonen i t Norddeutschland sehr geschwächt, entblößt war, burg bedrohte. Der eigentliche Kern der Besatzung dieses Platzes bestand in einem Bataillon vom 22. franz. Linien-Regimente, von Regiment bildete zusammen zwar eine Macht von 6000 Mann, nisonallein vonabgerechnetdoppeltemauch,Belaufe,daß Magdeburgerforderte, bestandenwenigstensdieseeineletzterenGar-

etwa 600 Mann ; das t., 5. und 6. westphälische Linien-

Sachsen von seiner Armee

und ein öster. Corps letzteres und selbst Magde

Truppen meist aus Conseribirten , die noch gar kein Feuer ge sehen hatten , ja zum Theil noch nicht einmal armirt und ein gekleidet waren. man auf die treue Gesinnung derselben oder der Bevölkerung Magdeburg's überhaupt in einem entscheidenden Augenblicke zäh len konnte. Streitkräste ziemlich genau auf die geringe Zahl an, woraus sie wirklich nur bestanden ; doch je näher er sich gegen die Festung heranbewegte, um so wesentlicher schien es auch, über seine wahre Stärke und Verfassung, so wie über seine Absichten, eine nähere Aufklärung zu gewinnen. erfahren, daß jener sich in Bernberg gezeigt habe, so beschloß er auch, ein möglichst starkes Detaschement auf der Straße nach Aschersleben vorzuschieben; entweder um seinen Marsch zu beob achten, oder selbst ihn anzugreifen, falls sich eine vorcheilhaste Gelegenheit dazu anböte. Sechspfünder bei sich hatte, unter den Befehl des westphälischen Brigadegenerals v. Uslar, der am 4. Mai die Festung verließ, um zuvörderst eine starke Meile davon bei Dodendorf eine feste militärische Stellung zu nehmen, an einem Flüßchen, dessen mo gegen Mitten durch das Dorf führt die Chaussee Uslar, getäuscht durch Berichte, welche die Stärke des Schill'schen Corps ungemein vergrößerten, verriech jedoch in seinen Bewegungen eine Besorglichkeit, die den General

einen Reiterangriff zu

Er stellte diese Ervediiion, die zwei

Ueberdem war es noch sehr ungewiß, inwiefern

Zwar gaben alle eingezogenen Berichte Schill's

Michaud hatte demnach nicht sobald

rastige Ufer hinreichenden Schutz

gewähren schienen.

nach Bernburg.

Schill's Michaud hatte demnach nicht sobald rastige Ufer hinreichenden Schutz gewähren schienen. nach Bernburg.

26

Michaud bewog, die fernere Ausführung dem Obersten Vautier Der Befehl hiezu langte in dem Augenblicke an , als sich eben die Spitzen des Schill'schen Vortrabes Uslar zog es daher vor , anstatt der Rückkehr nach Magdeburg, Vamier hingegen, entweder von seinem lebhasten Temperament getrieben, oder im Vertrauen auf einige Unebenheiten des Terrains, und weil her Gegner von einer andern , als der erwarteten Seite andrang, verlor keinen Augenblick, die vortheilhaste Stellung hinter der Sulze zu verlassen, und 400 Schritte vorwärts Dodendorf seine Truppen in drei geschlossenen Vierecken aufzustellen ; Dodendorf blieb jedoch befetzt, und dicht vor dem Dorfe erhielten die beiden Geschütze ihre Stelle. Schon vor dem Dorfe stieß Schill auf einige franz. Husaren, von denen Von einer Erhöhung konnten Schill und die Seinen den Feind und dessen Stärke übersehen ; und nicht sobald hatte jener einen als er rief:

dem Kampfe als Freiwilliger beizuwohnen.

von der Seite von Sulldorf zeigten;

vom 1. wxstphäl. Regimente zu übertragen.

einige gefangen,

die anderen

versprengt wurden.

Blick auf die sich formirenden Feinde geworfen,

Seht Kinder! sie fürchten sich; schon bilden sie Quarrees auf sie los!" Vivat erscholl, und jeder seinen Säbel schwang; der Major rief und sprach:

Rückwärts laust kein

seine Offiziere zusammen

Weg, gehen Sie, meine Herren zu Jhren Eseadrons und flößen Sie Much ein!" terie,sich abtheilen,die sich uman ihnden undAngriffseinezuSachebeginnen;angeschlossendie wenigehatte,Jnfan-und

Schill ließ nun seine Reiterei in 3 Colonnen

Kaum hatte er gesprochen, als ein donnerndes

die mitunter noch zu schlecht bewaffnet war , als daß er auf sie rechnete, ließ er in einiger Entfernung dem Feinde entgegenrücken, umgriffdenselbenbeginnen insollte,Rücksichtritt Lieutenantder StärkeStockzu täuschen.zu SchillWieheran,der An-und

sprach: Herr Major! Lassen Sie uns Blut schonen, erlauben Sie, daß ich vor die Fronte des Feindes reite und einige Worte an Konnte durch ein unblutiges Mittel bewirkt werden, daß sich die westphälische Truppe zu ihren Landsleuten schlug, so konnte die nicht nur heut,e den Ausschlag geben , sondern auch später noch gute Folge haben. Lieutenant Stock, von edlem Eifer beseelt, ritt also an das

ses Begebniß, gleich beim

richte."

die

Herzen

ehemaliger preußischer Unterthanen

ersten Zusammentreffen,

also an das ses Begebniß, gleich beim richte." die Herzen ehemaliger preußischer Unterthanen ersten Zusammentreffen,

27

nächste westphälische Quarree heran, winkte ihnen mit dem weißen Sacktuche, und forderte sie sodann auf, nicht gegen ihre deutschen Brüder zu fechten, welche nur gekommen wären, sie von einem drückenden Joche zu befreien , und die ihnen offenen Arme zur freundlichen Aufnahme entgegenstreckten. und es nicht erfahren hat, da in dem nämlichen Augenblick, wo Stock in seinen Rücken Pel, Bestürzt durch dieses unglückliche Er daß ein Mißverständniß herbeigeführt seyn könnte, sprengte der Lieu degleitet von Trompeter herbei , um den Versuch des gütlichen Zuredens zu Wiederholen ; statt der Antwort erfolgte jedoch ein heftiges Feuer, von welchem gleichwohl die drei Hufaren nicht verletzt wurden. 'Ein so feindseliges Benehmen konnte nicht verfehlen, die Ge- Müther von Schill's Leuten auf das Höchste zu erbittern. Der Lieutenant Dieezelsky mit der ersten, Major Lützow mit der zweiten und Rittmeister von der Kettenburg mit der dritten Eseadron stürzten sich auf die ihnen gegenüberstehenden Quarrees, welche, da sie sich zum Theil umgangen sahen, noch damit be schästigt waren, ihre Stellung, jedoch langsam und mit wenig Geschick zu verändern. Feuer ^ das , obwohl die Angreifer sich schwarmend hatten, zelsky, Führer der ersten Schwadron, war Einer der Ersten, der todt zu Boden gestreckt wurde ; Rache für den tapfern und edlen Gefallenen nehmend, setzten sich sofort die Lieutenants v. Schiller- beck zusammen , und stürzten dann unter einem fürchterlichen Hurrah in das gegenüberstehende Viereck; zu gleicher Zeit erfolgte auch der Angriff der beiden andern Schwadronen, von Lützow und Lieutenant Bruennow, die Ehaussee verfolgte, um den Feind in den Rücken Ueberall wurden die Westphaleu und Franzosen theils zersprengt, theils zum Rück zuge gezwungen; was aber der Säbel erreichen konnte, wurde niedergehauen. Schill, überall mit seinem ermunternden Zurufe, wie mit seinem Beispiel« gegenwärtig, hieb die Artilleristen groß

sich ihm,

kam zu

Ein Offizier näherte

einem Gespräche, dessen Jnhalt man

sich zu den Seinigen wandte, ein Schuß

der ihn zu Boden streckte.

eigniß,

aber doch in der Meinung,

tenant Barsch,

es nur durch irgend

einem Wachtmeister und einem

Gleichwohl unterhielten sie ein lebhaftes

aufgelöst

seine mörderische Wirkung keineswegs verfehlte. Diee

faßten sie rasch

und Barsch vor seine verwaiste Schaar,

die vierte, unter

Kettenburg angeführt, während

zu nehmen und sich des Dorfes zu bemeistern.

vor seine verwaiste Schaar, die vierte, unter Kettenburg angeführt, während zu nehmen und sich des Dorfes

tentheils wurden genommen. den Leid geschossen, rief auf der Erde liegend seinen Kameraden zu, sich tapfer zu halten. Schritte vor einem Quarree schossen. haut zu Fuß in das Viereck ein, reißt einem Soldaten das Ge wehr aus der Hand , und schlägt damit so lange um sich , bis folgenden Husaren die entstandene Lücke benutzt Schill ernannte ihn hierauf burgauf derwurdeStellevonzummehrerenUnteroffizier;SchüssenRittmeistergetroffen; herabsinkendvon der Ketten-vom

und das Quarree gesprengt wird.

durch die ihm

bei ihren Kanonen nieder, und die beiden Geschütze

Ein Husar, Namens Witte, mitten durch

Dem Husar Sommerfeld wurde drei

nnter dem Leibe er

das Pferd

Ohne sich weiter zu besinnen, springt Sommerfeld auf,

die ihn wollten: Laßt mich liegen, um eure Kameraden in der Arbeit zu unterstützen!" nants v. Wedell und Zaremba, welche sich zu Anfange des Ge fielen verwundet dem Feinde in die Hände; dafür fielen ö Offiziere und 16(1 Solda ten, fämmtliche Pulverwagen, Geschütze, mehrere Fahnen, eine Menge Waffen und Gepäcke in die Hände Schill's und der Seinigen. sein Bruder ward gefangen, und dem Generale Uslar wurde das Pferd unter dem Leibe erschossen. Der Kampf konnte für geendigt und der Sieg für unzwei beiden franz. Compagnien, von ange strengten Versuch gemacht hätten, den Wahlplatz zu behaupten. auf einer steilen An höhe gelegenen Kirchhof, leisteten sie, unter Anfübruug des Capi- täns Seller, einen eben so entschlossenen, als wirksamen Wider stand. sich, und stürmten gegen die Höhe an. ringe , und der Vortheil der feindlichen Stellung zu entschieden, als daß es ihnen hätte gelingen können, sich des Postens zu be mächtigen ; sie verloren vielmehr bei diesem Gefechte den Lieu Die wenige Jnfanterie, die sich bisher Schill anschloß, und ihm folgte, führte dieser eben so umsonst zum Angriff. ein gewisser Mundt, Sohn eines Maurers in Aschersleben, erst.

Schlachtrosse rief er

einigen Husaren zu,

aufheben

Lützow wurde schwer verwundet; die Lieute

fechtes etwas zu weit vorgewagt hatten,

Der Oberst Vautier erhielt eine tödtliche Wunde,

felhast gelten, wenn nicht die

einem hohen kriegerischen Ehrgefühl durchglüht, einen

Zurückgezogen auf den nächst dem Dorfe,

Vergebens ließen die reitenden Jäger ihre Pferde hinter

tenant v. Voigt, der sie führte.

Jhre Zahl war zu ge

Jn diesem Gefechte erwarb sich jedoch

Jäger ihre Pferde hinter tenant v. Voigt, der sie führte. Jhre Zahl war zu ge Jn

2g

Er war klein , unan sehnlich von Natur, hatte bisher das Gewerbe eines Taschen spielers getrieben, und Dienste angeboten. und nur^mit einer alten Pistole bewaffnet, die er vormals zu seinen Künsten gebraucht, und wurde deßhalb zum Unteroffizier befördert ; Schill ferner er nannte ihn aber aus Scherz und Anspielung auf Napoleon's Herzogs- Creirungen , auf dem Schlachtfelde zum Herzog von Dodendorf, womit der kleine Mann sich nicht wenig brüstete. Das Miß lingen des Angriffes auf die feste Position des Kirchhofes machte die ganze Blutardeit des Tages vergeblich, und ließ den Mangel einer zahlreichen und terie auf's schmerzlichste bedauern. Es war 6 Uhr Abends , der Feind zwar besiegt, aber nicht aus dem Felde geschlagen, vielmehr ein naher Entsatz der auf dem Kirchhofe Eingeschlossenen von Magdeburg her nur zu wahr scheinlich nommene Feuern mit einer Verstärkung im Anzuge ; Men ihrer Zahl war todt oder verwundet; der Drang des Augenblickes Schill gab das Zeichen zum Rückzuge ; denn auch unter glücklicheren Umständen wäre es nicht klug gewesen , sich noch näher im Angesichte von Mag deburg zu zeigen , da der schlechte Empfang von den westphäli- schen Truppen keinen Funken von Hoffnung übrig ließ, sie der Sache beitreten zu sehen. nur in weiter Ferne von einiger feindlicher Reiterei beobachtet. Seine Trophäen nahm er mit, nur die Geschütze konnten aus Mangel an Pferden nicht fortgebracht werden. Major Kutzow mußte wegen seiner Wunde leider das Re giment verlassen; an diesem besonnenen Rathgeber verlor Schill und sein Corps viel; an Gemeinen waren gegen 70 auf dem Platze geblieben. betrug dagegen mehrere hundert Mann; tödtlich verwundet; Uslar, Adjutant des Königs Jerome, wurde, weil sein Betragen' Verdacht eingeflößt hatte , von seiner Stelle entsetzt. Jn Magdeburg war man seit diesem mörderischen Gefechte

18 Jahre alt, eine besondere Auszeichnung.

vor dem Gefechte von Dodendorf seine

Mundt schloß sich an die Jnfanterie an,

zeigte er einen auffallenden Much,

gehörig bewaffneten und geübten Jnfan

<

in der That befand sich Michaud auf das ver

schen und

Pferde fühlten .sich erschöpst;

ein Viertheil

forderte gebieterisch einen Entschluß.

Schill zog auf Wanzleben und wurde

Die Einbuße der Franzosen und Mestphalm

Oberst Vautier war

einen Entschluß. Schill zog auf Wanzleben und wurde Die Einbuße der Franzosen und Mestphalm Oberst Vautier

30

nicht ohne lebhaste Besorgnisse, und ferneren Angriffes auf. den franz. General Gratien, der mit einem holländischen Corps in Hannover stand, um ihn schleunigst nach Magdeburg zu be rufen; zum Theil fielen die Boten in Schill'? Hände, Gefecht Kriegsminister, obgleich er mit demselben hatte. Da alle Aussicht zu einer glücklichen Unternehmung auf Magdeburg verschwunden war, die Sache, die Schill verfocht, diesseits der Elbe so vielfache Freunde nicht fand , als er gehofft hatte; und eine edle Begeisterung dafür hegten, irre an seinen unsicheren

Schritten zu werden schien, und jede öffentliche Erklärung scheu ten, bis ein festerer Halt in seine Unternehmungen gekommen seyn würde; da es auch immer bekannter wurde, daß seine Unter nehmung nicht als der erste Schritt Preußens zur Theilnahme an dem Kriege angesehen werden dürfe , beschloß er , nach der Altmark zu ziehen, deren Bewohner, bei ihrer alten Anhäng Vor allem dachte er dort ein tüchtiges Fußvolk zu bilden, dessen Mangel er bei Do dendorf schwer empfunden hatte. Nachdem Schills Schaaren die Nacht größtenteils frei lagernd während des schrecklichsten Wetters zugebracht hatten, verließen sie am 6. Mai mit dem anbrechenden Morgen WaNzleben Die Stille herrschte überall , denn so mancher treue Freund, den das Auge unwillkürlich am gewohnten Platze suchte, war nicht mehr. Die Durchnäßten wieder trocknete, erzeugte mit dem Wohlbefinden des Körpers zugleich erneuerte Heiterkeit 'des Geistes; heroische Melodien wurden angestimmt; die Gebliebenen würdig betrauert. muß man hier Die Husaren der zweiten Esea- dron riefen den Husaren Sondermann auf, sich zu rechtfertigen, Da der Graf Molke bestätigte , er habe das erste Mal an seiner Seite ge- fochten, entschuldigte Sondermann ' seine spätere Abwesenheit da durch , daß er bei der Beute eines Offiziers , den er gefangen

die die

verschwunden, ernste

selbst die geringere Zahl, welche die gleichen Grundsätze

gezögert

gab jeden Gedanken eines

Michaud schickte Boten über Boten an

Michaud's Bericht über das

.

selbst

bei Dodendorf an den

einige Tage

lichkeit an Preußen, er geneigter glaubte.

sonstige Fröhlichkeit war

wieder.

wohlthätig erwärmenden

Strahlen der Sonne,

Als Beispiel der außerordentlichen Stimmung

folgendes Begebniß erwähnen.

wo er bei dem zweimaligen Einhauen gewesen.

Als Beispiel der außerordentlichen Stimmung folgendes Begebniß erwähnen. wo er bei dem zweimaligen Einhauen gewesen.

3!

Seine Kameraden sagten ihm nun: es zieme sich nicht, während die Kameraden dem Tode entgegengingen , sich mit Beute zu beschästigen ; er sey nicht würdig, ferner mit ihnen zu dienen , sogleich verlassen." diesen Fehler wieder gut machen, und nächstens der Erste seyn, erhielt er Nachsicht; er erfüllte sein Versprechen und der Folge vor dem Feinde. Am 6. Mai war das Hauptquartier in Neuhaldensleben, wo man sich damit beschästigte, die erbeuteten Waffen und Kriegs- Es hatte bisher, neben einigen allerdings Ächtigen und langgedienten Soldaten , auch nicht ganz an Zulauf von Heimathlosen oder waghalsigen Menschen gefehlt, welche weiter nichts zu verlieren hatten, aber hier viel zu gewinnen hofften; allein diese entspra chen keineswegs dem sammenströmens aller wehrhasten Deutschen, welches man früher gehofft hatte, sobald das Feldgeschrei : Schill und seine Schaaren !" erklingen würde. Leuten bereits 2 Compagnien, an deren Bekleidung und Bewaff nung rastlos gearbeitet wurde; H auch beschästigte er sich damit, die innere Oekonomie seines Corps in Ordnung zu bringen. Der bedeutende Abgang an Pferden machte einen Ersatz derselben dringend nöthig, sich ganz in der Nähe, in Kehnert, maligen preuß. Staatsministers, Grafen v. d. Schulenburg, be ritten machen zu können. diesen Mann geworfen, den das Vaterland in glücklicheren Zeiten mit Ehrenstellen und Reichthlunern überhäust und der so wenig Anstand genommen hatte,

demselben in der Zeit der Noch und

Schill hatte einen glühenden Haß auf

genommen , sich verspätet habe.

und solle das Regiment

Nur auf das heilige Versprechen , er wollte

blieb in

vorräthe an die neu angeworbene Mannschast zu vertheilen.

glänzenden Bilde eines allgemeinen Zu-

Schill formirte indeß aus den eingefundenen

und so war es denn' eine erwünschte Aussicht,

aus der Stuterei des ehe

I) Die Bekleidung des Fußvolkes bestand in blauen Jacken mit schwarzem Kragen und Aufschlägen, sammt weißen Achsel- klappen; dazu in einem runden Hut/ dessen vordere Krempe aufgeschlagen uud mit einem gelben Bändchen verziert war. Dtese Infanrerie erbielt zum Theil Piken/ obgletch eS scheint, daß es an einer hinreichenden Zahl von Gewehren zu ihrer Ausrüstung (von Kothen/ Dsdendorf/ Halle u. s. f, her) nicht habe fehlen tonnen.

hinreichenden Zahl von Gewehren zu ihrer Ausrüstung (von Kothen/ Dsdendorf/ Halle u. s. f, her) nicht

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Gefahr den Rücken zu wenden. er den Lieulenant v. d. Horst mit einem Commando nach jener Besitzung, um eine Anzahl Pferde auszuheben. Dieser fand jedoch, daß der Minister seine Person bereits nach Magdeburg in Sicher heit gebracht, aber auch zugleich, daß die Stuterei Privateigenthum des Oberamtmanns Steinkopf zu Niegrip sey, dem Schill eine persönliche Verpflichtung hatte. ') Das Gestütt blieb demnach unberührtfältig respeetirt.und selbst auchNach daseinerEigenthumentgegengesetztendes GrafenSeitewardentsandtesorg-

Dieser Ansicht gemäß schickte

berstadt,Schill denumLieutenantauch hierv. sowohlFraneoisdie2)öffentlichemit 25 HusarenStimmungnachzuHal-er

forschen, als dem Feinde den möglichsten Abbruch zuzufügen. Jn die ganze Gegend um namentlich die alten Soldaten und das Volk aufzuregen, Lassen wegzunehmen u. s. f. stadt war ein lustiger Reiterstreich. Franeois mit seinen Husaren bei

sprengte auf die Stadt los; der fahrende Staub verbarg

wurden Patrouillen und Emissäre zerstreut,

Die Ueberrumpelung von Halber

«) Steinkopf hatte ihm vor nicht langer Zeit ein Geschenk mit einem Pferde gemacht/ zum Ersatz für ein verunglucktes Hu< sarenpferd. Z) Nur einen Uniformrock , worauf der große Ordensstern der franz. Ehrenlegion gestickt war/ nahm der Unteroffizier Her Hieraus rnt» spann sich das Gerede/ als sey fortan das Anziehen dieses Rockes beim Schill'schen Corps als eine Strafe etngeführt worden. S) Das Leben des Lieut. v. Francois war bereits voll Abenteuer gewesen. Sachsen geboren/ stand er im Feldzuge von t««6 im preuß. Regimente Wartensleben ; nach dem unglückltchen Feldzuge nahm er den Abschied und ging in würtembergische Dienste. Hier ward er wegen eines SubordinattonSvergehenS zum Todt- schießen verdammt/ erhielt aber Begnadigung/ als er schon auf »em Sandhügel kniete/ und wurde, zur lebenslänglichen Dort ließ er sich heimlich an der Mauer herunter/ entkam glücklich/ hi,lt sich einige Zeit in der Gegend von Riemeck bei feinem «ru» und kam

zog als offenbar feindliches Attribut mit sich.

Aus einer von Frankreich stammenden Familte in

Haft auf die Beste Hohen » Asperg abgeführt.

der auf/ der ehemals sächsischer Hauptmann war/ auf dessen Bitte in das Sehill'sche Corps.

» Asperg abgeführt. der auf/ der ehemals sächsischer Hauptmann war/ auf dessen Bitte in das Sehill'sche

der Annäherung seine Stärke, im Galopp flogen die Schill'schen über die donnernde Zugbrücke des Thores, und die Bürgerwache warf ihre Gewehre weg. preußische Bürger, behaltet eure Waffen, und verseht euren Dienst die Straßen durch, auf den Die daselbst befindliche Hauptwache war mit 50 Mann Präfeeturgarde besetzt und stand schon unter dem Gewehr. Allein wahrend ihr Offizier Feuer" eommandirte, und Franeois einzu hauen befahl , rief die ganze Wache : Pardon," und streckte die Gewehre. der in semer Bestürzung in seinen Garten geflohen war, wo er sich ergeben mußte. Auf sein Ehrenwort wurde er entlassen, aber 26 Franzosen, welche einen Transport von Lazarethgeräthen be gleitet hatten, zu Gefangenen gemacht und abgeführt; auch die vorgefundenen Cassen machten die Wanderung mit, da der Ver such, sie noch vor Ankunft der Husaren zu retten, durch den zu Auf dem mit Menschen angefüllten Markte wurde von den Husaren eine Pro clamation bekannt gemacht und Halberstadt im Namen des Königs genommen. Gefangenen und Rekruten die Stadt, und schloß sich wieder an das Corps an. Am 7. Mai zog Schill nach Travemünde , das damals zur kaiserlichen Dotation des Marschalls Augereau gehörte, woraus Schill Veranlassung nahm, eine bedeutende Contribution zu er heben. sich als dessen Jntendant hier befand , wurde genöthigt , zn fol gen, um als Geisel für die Offiziere und Soldaten zu hasten, und Um das-

über deren Schicksal man nicht ohne Besergniß blieb.

welche bei Dodendorf in feindliche Hände gefallen waren

mit Geld

von Preußen

sammengelaufenen Pöbel verhindert worden war.

Franeois suchte dann den Stadteommandanten auf,

Bravo," rief jener, ihr seyd wahre

weiter;" und so jagte er weiter,

Markt.

in Besitz

Hierauf verließ Franeois

Der franz. Oberst Dupin, Schwager Augereau's , der

I) Man hielt den Belauf dieses Geldes für ziemlich bedeutend/ und Franeois gerieth in den Verdacht/ sich einen Theil des» Schill befahl auch wirklich eine Untersuchung der Sache/ die aber nicht Zu Slande kam, entweder weil die schnelle Folge der Ereignisse es verhinderte/ oder wetl man lieber darüber hinwegzugehen wünschte/ da Franeois ein überaus thattger und brauchbarer Offizier war. Echneidawind/ Bd, ll.

selben unbefugt zugeeignet zu haben.

3

Franeois ein überaus thattger und brauchbarer Offizier war. Echneidawind/ Bd, ll. selben unbefugt zugeeignet zu haben.

54

und verwundeten Capitän Vautier gleich nach jenem Gefechte, und späterhin auch den Capitän v. Rentzel hatten versprochen, sich für die Gefangenen auf das Krästigste zu verwenden, oder, wenn keine Auswechslung gestattet werde, zu ihm zurückzukehren. das Corps beschwerlich zu werden anfingen, fand es Schill für rath sam, sie unter dem Geleit des seicher organisirten Fußrolkes sammt dem Gepäcke von Tangermünde auf der Elbe nach Arne berg, jenseits Stendal, hinabzuschicken, wohin er selbst mit seinen übrigen Trufpen am 8. Mai folgte. Vom 8. bis 12. Mai blieb Schill in Arneburg stehen, so wohl weil sein Corps bei anhaltenden starken Märschen einiger Ruhe bedurste , als auch , um Waffen herbeizuschaffen und die Neugeworbenen einzuüben. Alle Erfordernisse bezahlte Schill daar, bis auf die Pferde, auf welche gleichwohl der Unterpräfekt, Graf v. Schulenburg-Bodendorf, eine abschläglichc Zahlung von 4000 Thalern erhielt, mit Schills beigefügtem Ehrenwort, auch den Rest zu berichtigen, sobald seine Fonds sich vermehrt haben würden. in der von Stendal nahm er 6000 Thaler; allein die meisten waren schon vor seiner Ankunst geflüchtet, und zudem hatte man seit Katte's Aufstand stände wöchentlich nach Kassel abliefern zu lassen. Als wären gar keine Gegenstände von höherer Wichtigkeit vorhanden gewesen, die seine Aufmerksamkeit verdienten, verschwen dete Schill eine beispiellose Thatigkeit in den geringfügigsten De tails, und wurde hierin licher. daß er Gewalt genug besaß , demselben die Richtung zu geben, welche der Augenblick erforderte, oder auch nur auf die Männer zu hören, welche wohlmeinend und verständig in das verworrene Getriebe einzugreifen versuchten. Eine solche beobachtungswerthe Stimme eines wohlrathenden und wohlberathenen guten Geistes wäre die des ehemaligen preuß. Majors von Grolmann gewe sen, welcher seltene Kenntnisse und unerschütterliche Festigkeit be saß. seinem Zuge an ; allein das zwecklose Umhertreiben desselben ein

Aus Eifer für die deutsche Sache schloß er sich Schill auf

selbe zu sichern, hatte Schill den gefangenen

auf ihr Ehrenwort entlassen, und beide

Es geschah aber weder das Eine noch

Andere; da übrigens auch die eigenen Gefangenen dem

Diese gewann er durch die Beschlagnahme der Cassen;

die Einrichtung getroffen , alle Baar-Be-

von Tag zu Tage sich immer unähn

Ein inneres düsteres Feuer schien ihn zu verzehren, ohne

getroffen , alle Baar-Be- von Tag zu Tage sich immer unähn Ein inneres düsteres Feuer schien

sehend, fand er für nöthig, einige Bedingungen beizufügen, wenn er sein Geschick Mit einsetzen sollte, und forderte daher, daß Schill ungesäumt nach Westphalen bin operire, und den Gedanken an Denn nur in Deutsch- land selbst sep Deutschland zu helfen, und es erschein? zwecklos, eine Schaar kühner und kriegerischer Männer in das Ausland zu führen, wo sie nur gefesselte Werkzeuge einer fremden Willkür seyn würden. der Jdee einer solchen Auswanderung, anker, zu befreunden, oder daß sein Starrsinn die Einmischung eines jeden Fremden in seine Plane verschmähte; genug, die bei den Männer vermochten nicht sich zu vereinigen, und Grolmann, ' der vor vielen Andern geschickt gewesen wäre, Schill'n als Nach- geler und Gehülfe zur Seite zu stehen, schied, so wie auch der Rittmeister v. Kuhnheim, von Schill's Corps. Ausser diesem Verlust kam nech tazu, daß die von Katte, und die harte Bestrafung der Theilnehmer die Ge müther der Altmärker erschreckt hatte; zudem zeigte Schill's ganze Haltung ztt wenig Ermunterndes, um sich auf eine entschiedene Weise für ihn zu erklären, und sich dadurch nochmals in gefähr zu stürzen. Gemüther, als in diesen nämlichen Tagen ein vom König Je- rome zn Kassel am 5. Mai macht wurde, nachstehenden Jnhaltes :

eine Einschiffung gänzlich aufgeben solle.

Sey es jedoch, daß Schill bereits anfing, sich mit

liches Wagniß

als letzten Hoffnungs.

Geschichte

Noch bedenklicher aber wurden die

unterzeichnetes Dekret bekannt ge

Da der preußische Ma

Distrikt Bielefeld Verständnisse

jor Schill in dem hat, um daselbst standen hat , sich bewaffnet in das Gebiet verschiedener eonfede- rirter Staaten zu begeben, ohne alle Autorisation des preußischen Gouvernements; da ein solches Benehmen ihn zugleich als Aus- und als Uebertreter des Völ kerrechts in Ansehung aller der Staaten, die er verletzt hat, dar die ohne Kaper führen, und den bewaffneten Räuberbanden gleich stellt : so befehlen Wir allen Militär - Commandanten und allen Civil-Beamten, auf ihn Jagd zu machen und sich seiner und der Wir wollen und daß demjenigen oder denen, welche ihn arretiren und abliefern werden, die Summe von 10,(100 Franken bezahlt wer den soll."

unterhalten

zum Aufruhr aufzufordern^ da er sich unter

reisser in Hinsicht auf Preußen,

ähnlich macht,

stellt, welches chn den Piraten

driefe Krieg

Seinigen todt oder lebendig zu bemächtigen.

befehlen,

Um den ungünstigen Eindruck, welcher durch diese «

3

driefe Krieg Seinigen todt oder lebendig zu bemächtigen. befehlen, Um den ungünstigen Eindruck, welcher durch diese

Zli

offene Erklärung unter der zaghasten Menge hervorgebracht wer den konnte, nach Krästen zu begegnen, setzte Schill ein Manifest an die Einwohner Westphalens auf und ließ es allgemein ver breiten. me , um Euch dasjenige zu nehmen , was man Euch bis jetzt Elend zu vergrößern, worin Jch erscheine nicht unter Euch an der Spitze einer Räuberbande, wie Jhr sie in den frem den Heeren zu sehen gewohnt seyd, sondern an der Spitze der tapfersten und edelsten Männer, welche bereit sind, Alles aufzu opfern, was ihnen theuer ist, um Euch Eure Rechte und Eure Jch komme, um Euch zu rächen , um Euch zu befreien von dem Joche , wel und welches Jhr Jhr werdet es daher nicht glauben, daß ich das Völkerrecht verletze, wie es Euch diejenigen sondern der Stimme aller Völker folgend trete ich zwischen Euch, um Euch aufzufordern, daß Jhr Euch mit mir vereinigt, um so dem ge meinschastlichen Feinde untres deutschen Vaterlandes nach den großartigen Beispielen der Spanier und Tiroler uns krästig ent gegenzustellen einzige ist, um die Freiheit Eures Handels wieder herzustellen, um Euren Gewerben neues Leben und neue Thätigkeit zu ver was Jhr besitzt, die Religion Eurer Väter, welche man heuchlerischer Weise mit Füßen tritt, zu bewahren, mir, meine deutschen Brüder ; ergreifet die Waffen und sepd des Wenn jedoch Schill's öffent etwas hätte fruchten können , so mußte doch die Wirkung davon um so mehr verloren gehen, da zu gleicher Zeit bekannt wurde, daß der preuß. Hof Schill's Sache auf das Förmlichste desavouirte, seinen und seiner Begleiter heimlichen Austritt für eine strafbare Eigenmacht erklärte, Schill und alle, die mit ihm gegangen, vor ein strenges Militärgericht zu stellen befahl , und jede Maßregel ergriff, um durch dieß widerwärtige Ereigniß in dem friedlichen VerlMniß mit Napoleon und seinen Verbündeten keine Störung eintreten zu lassen.

Vereint Euch mit

Lasset diesen Augenblick, welcher vielleicht der

vorzustellen suchen, welche es nie gekannt haben;

lisher mit Schmach getragen habt.

Jn demselben hieß es : Jhr wißt, daß ich nicht kom

nicht geraubt hat,

und um Euer

eine fremde Nation Euch gestürzt hat.

Verfassung wiederzugeben , die Jhr verloren habt.

ches ein fremder Eroberer Euch aufgebürdet

schaffen, und um das Heiligste,

l icht ungenützt vorbeigehen.

glüeklichsten Erfolges gewiß

."

und Proelamation noch irgend

liche Darlegung

Der Gouverneur von Berlin, General l'Estoq, und

Erfolges gewiß ." und Proelamation noch irgend liche Darlegung Der Gouverneur von Berlin, General l'Estoq, und

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der Commandant Graf Chasot wurden von ihren Posten abge rufen, und mußten sich verantworten; General Stutterheim, der neue Gouverneur der worin es hieß: Se. Königl. Majestät habe mit äußerstem Miß fallen das straffällige Unternehmen einiger mit ihm nommen der Sache und die strengste Ahndung der Schuldigbefundenen befohlen nicht ähnlicher Vergehungen nur die können. Jn Berlin war auf die Nachricht von Schill's Auszuge allerdings nicht nur im Publikum eine sehr lebhaste Bewegimg entstanden, die sich in wenig verhehlten Wünschen für den glück sondern auch die dort befindlichen Truppen hatten dadurch einen Jmpuls Ja, Schill aus Berlin auszog, meinte General Blücher selbst als werde den Ausbruch des ganzen preußischen Heeres zur Folge haben, Tages. eilte, zu halten , wurde jedoch , wie so Viele, in seiner Erwartung ge unangefragt Vor allen Truppen lebte aber in dem leichten Bataillon des Jnfanterie welches Freieorps nach dem Frieden gebildet worden war und seinen Namen trug, auch bisher immerfort unter seinen näheren Be fehlen gelassen worden war, der Gedanke, dem alten Führer zu folgen ; aber gebunden durch höhere Pflichten , blieb es , nach langem innerem Kampfe zwischen einander widerstrebenden Ge fühlen, bis auf wenige Ausnahmen, den Geboten seines Herr nur etwa verließen ebenfalls Berlin, und wollten Schill's Corps erreichen, allein der Gouverneur nach, um sie zurückzuführen.

sendete den Entwichenen ein Commando

Residenz, erließ eine Bekanntmachung,

des Majors v. Schill und

in Verbindung stehender Militärpersonen ver

Höchstdieselben haben die allgenaueste Untersuchung

Und Jedermann wird auf's Ernstliche ermahnt, sich

schuldig zu machen, von welchen

die unausbleiblichen Folgen seyn

schwersten Strafen

lichen Erfolg seines heroischen Beginnens aussprach;

erhalten, den ihre Obern nicht gleichgültig lassen dursten.

als

nicht anders,

dieser Schritt,

höheren Orts gut geheißen,

und der Krieg gegen Napoleon sey die Aufgabe des

Krastvoll sprach und schrieb er in diesem Sinne,

und

seine Truppen in Pommern auf den ersten Befehl fertig

täuscht, und empfing vielmehr den Befehl, seine

angehobene Rüstung sogleich wieder einzustellen.

regiments Colberg,

schers treu;

aus dem Fußvolke von Schill's

130 Mann unter Lieutenant Quistorp

Quistorp nahm jedoch keine Auf

Colberg, schers treu; aus dem Fußvolke von Schill's 130 Mann unter Lieutenant Quistorp Quistorp nahm jedoch

ZL

forderung an, ließ dir Trommel rühren, drohte Feuer zu geben, und zwang dasselbe, jeden wettern Versuch, seine Schaar zur Rückkehr zu bewegen, aufzugeben. Er setzte seinen Marsch gegen die Elbe fort , fand jedoch Schill'n am 7. in Dessau nicht mehr, ging Flusse abwärts, ohne von der Garnison von Magdeburg, unter deren Augen er gleichsam vorüber marschirte, im mindesten an gefochten zu werden ; mehrere inaetive yffiziere, die in der Mark zerstreutAm lebten,12. MaischlossenMorgenssich befandan undsichfolgtenQuistorpihm mitzu Schill.seiner

hierauf bei Roekau über die Elbe zurück und an dem

Schaar am rechten Mr der Elbe, Arneburg gegenüber; einige vorgefundene Kähne wurden bestiegen, und so nahmen sie sich mit klingendem Spiele, als Schill, von dieser eben so willkom menen, als unerwarteten Erscheinung unterrichtet, sich aufs Pferd warf, und ihnen mit sammtlichen Trompetern des Regiments entgegeneilte. seene. nannte ihn mit Namen ; Jeder drängte sich zu dem Major, und ein stillschweigender Bund für Leben und Tod wurde auf's Neue Jm allgemeinem Jubel nach dem Marktplatz, stellte sich in den Kreis der zahlreich Eingefuudenen , und hielt nun mit hochbewegter Stimme eine Anrede, deren Krast und Feuer Keiner von seinen Hörern sich zu verschließen vermochte; er dankte ihnen für ihre Anhänglichkeit und treue Liebe, gab die Versicherung, daß nicht Ehrsucht, nicht Eigennutz, nicht kindisches Gelüsten nach Aben teuern, sondern nur Schritt gedrungen; daß er nur für die höchsten, edelsten Güter werde er auch nicht den Degen wieder in die Scheide stecken, als bis er dem geliebten König auch das letzte Dorf der verlornen Provin zen zurückgewonnen, oder in diesem rühmlichen Versuche sein Grab gefunden habe. der Hilfe seiner edelmüthigen und Neuen Freunde errungen, solle es zugleich auch das Ziel seines öffentlichen Lebens seyn, penn feierlich gebe er ihnen hiermit sein Ehrenwort, daß er nie suchen werde , als den er ge Habe es aber der Wille des Himmels an ders beschlossen, solle er in dem Versuche untergehen, und dem

genwärtig bekleide.

einen andern und höhern Rang

Es war eine freudige, rührende Bewillkomms-

Schill reichte Jedem die Hand zum freudigen Gruß und

besiegelt.

Triumph führte Schill die Ankömmlinge unter

reine Liebe zum Vaterlande ihn zu diesem

der Nation den Arm erhoben habe; eher wolle und

Sey aber jenes schöne Ziel mit Gott und

zum Vaterlande ihn zu diesem der Nation den Arm erhoben habe; eher wolle und Sey aber

so

Zg

nach Deutschland nicht frei werden, nun, auch dann noch sey ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. Schill ernannte nun den mandanten seiner gesammten Jnfanterie, und theilte auch die Die Jnfanterie er hielt seither einen bedeutenderen Zulauf, besonders aus der Ge gend von Sandau, Burg u. s. f., ') so daß ein ganzes Bataillon von Pikenieren aus jungen, unererzirten Burschen, unter Lieute Um dem Mangel an Munition einigermaßen abzuhelfen, schickte man ein Commando quer über die feindliche Operationslinie hinaus in den Harz, um in Goslar bedeutende Pulver- und Bleiniederlagen wegzu nehmen, und dasselbe brachte nicht nur Munition, sondern auch Wie sehr die westvhälische Regierung von der Bewegung selbst dieses kleinen Trupps allarmirt wurde, läßt sich daraus entnehmen, daß der General Bongard mit einem Regimente nach dem Harz aufbrechen mußte, um diesen Strich zu beobachten. Wie dringend und wiederholt indeß auch der General Gra- tien, der die Holländer an der Weser befehligte , von Michaud bereits zu seiner Unterstützung aufgefordert worden war, so war er doch fort zu genügen, indem es ihm so gut als an Allem fehlte, um im Felde zu erscheinen; auch unter den größten Anstrengungen ließ sich berechnen, konnte er vor dem 20. Mai die Elbe nicht erreichen. dient er Tadel, daß er sie nicht zu seinen Gunsten benutzte, und

Lieutenant Quistorp zum Com-

übrigen neu angeksmmenen Offiziere ein.

nant v. Ledebur errichtet werden konnte.

mehrere weggenommene Cassen und einige Rekruten mit.

keineswegs in der Verfassung, dieser Aufforderung so

Kannte Schill diese Verhältnisse Gratien's, so ver

t) In einem Städtchen/. wo Schill durch einen Ofsizier seinen Aufruf harte vertheilen lassen / nahm sogleich ein junger Mann Dienste bei ihm. mit abmarschire>i> als ein lunges Mädchen, an der Mutter Hand, dem Ofsizicr zu Füßen sank, und ihr den Bräutigam Der Offizier selbst bat den jungen Mann, seme Braut nicht zu verlassen; allein der junge Enthusiast blieb taub gegen jede Bitie, rief aus : Leh liebe meme Braut ; erst muß ich aber fur mein Vaterland blute,,;" und ging zum Corps, die verzweifelnde , Braut hinter sich lassend. (Minerva, i. Bd, «. 4v6 -7.)

Eben wollte er nach Arneburg

zurückzugeben, die rührendste Bitte vortrug.

sich lassend. (Minerva, i. Bd, «. 4v6 -7.) Eben wollte er nach Arneburg zurückzugeben, die rührendste

^0

nicht rasch gegen die Weser drang , um die unvorbereiteten und Allein sein Gedanke ging dahin, festen Fuß an der Elbe zu fassen, und Mecklenburg und die Küsten der Ostsee entweder als Unter- stützungs-, oder im Nochfalle als Rückzugspunkte hinter sich Er beschloß daher, die kleine Festung Dömitz, einen festen Punkt seiner Gefangenen dienen, und sie gegen feindliche Streifzüge sichern konnte. Schill brach, dem Anscheine nach mit würfen beschästigt, von Arneburg auf, und kam den 14. nach Gerieben , wo Qui- storp am Jnfanterie bemannte , und schnell die Elbe hinab steuerte , um näherten sich diese bis auf im Angesichte des Forts, ungeachtet der Commandant, der mecklen burgische Major von dtesem ihn bedrohenden Unternehmen geblteben war. Die Garnison von Dömitz bestand aus etwa 50 Jnvaliden Artilleristen , die auf den Wällen befanden sich etwa 30 Stück Geschütz von verschiedenem Caliber, allein es fehlte an Pulver , brauchbaren Kugeln und Auf das Gerücht der An näherungdant zu Pferdeeiner Schill'schenvor das Thor,Streifpartheium zu reognoseirenbegab sich der, wardCommatv-aber

andern Mitteln der Vertheidigung.

keinen Begriff vom Gebrauch ihrer Waffen hatten;

vereinzelten Feinde zu überfallen und zu vernichten.

offen zu behalten.

hart jenseits der Elbe, zu überrumpeln, um

Vorrätbe und

zu besitzen, der zum Aufbewahrungsort

ganz andern Ent

am 13. Mai mit seiner gesammten Macht

15. einige vorgefundene Kähne

Dömitz zu überrumpeln.

Ungesehen

mit 2 Compagnien

eine halbe Meile, und landeten, gedeckt durch einen Wald,

Röder, nicht ganz ohne Nachricht von

mit unbrauchbaren Waffen , und aus 12 14

sogleich von einer, Patrouille gefangen genommen; er wollte sich zwar anfangs retten, allein die Schill'schen drangen ihm rasch nach, Lieutenant von Dalwigk setzte ihm ein Terzerol auf die Brust, als er eben der Wache zurief, Thorwache den Befehl zur Streckung der Waffen zuzurufen. Sobald Schill die Schlüssel der Stadt, dic ihm nach Gorleben entgegengesandt wurden, empfangen hatte, brach er mit der Rei terei zu Lande nach Dömitz auf, während er das Fußvolk in 15 Fahrzeugen auf der Elbe dahin nachfolgen ließ. Dömitz liegt an der Elbe, etwa eine halbe Meile von der

durch den Lieutenant v. Keller angeführten

Feuer zu geben, und zwang ihn selbst, der

Elbe, etwa eine halbe Meile von der durch den Lieutenant v. Keller angeführten Feuer zu geben,

preußischen und eben so weit von der hannöverischen Grenze; die Cidatelle ist von der Stadt abgesondert und ein Fünfeck, ohne weitere Außenwerke und in italienischer Manier 1576 er baut. und an den meisten Stellen passirbar, doch ziemlich breit, der bedeckte Weg mit Pallisaden garnirt , der einzige Ausgang nach Zwei Bastionen bestreichen die etwas über 1000 Schritte entfernte Elbe, und eine andere die nachläßigtem Zustande. Schill beschloß nun sogleich, die Citadelle zu befestigen; er verstärkte die Maille, schnitt Schießscharten in die Mauern und reinigte und stellte das ganze umliegende Gegend, zog traidefelder , die einzige Erwerbsquelle der ohnehin armen Dömitz zu Dann schrieb er bedeutende Requisitionen aller Art aus, und beschästigte sich zugleich besonders mit der Mobilmachung seiner Jnfanterie. Allein Alles dies war umsonst.

Denn nicht allein, daß Dömitz kein Kolberg werden konnte , welches einst Schill 1806 einen festen Stützpunkt für seine glänzenden Streifparthien gege ben hatte, hatte der franz. General Gratien bereits seine tispo- niblen Truppen gesammelt, Dömitz begriffen. nicht mehr halten könne, und sich nach dem Ostfeegestade wenden müsse, um sich, das letzte Mittel der Rettung, die Zuflucht auf das Meer, auf die vom Admiral Saumarez eommandirte , in kreuzende Schill sendete deßhalb den ehemaligen westphälischen Referendar, v. Wothmar, der in sein Corps getreten war, und den Rittmeister G. v. Bornstedt, ersteren an den englischen Admiral, letzteren an den Minister Canning nach London ab, um den Britten Vor schläge zu machen, die, wenn England seinen wahren Vortheil Schill wollte die Küste den Britten zu einer tüchtigen Jnvasion in den Continent offen halten, und nach diesem Zwecke handeln, wobei im unglücklichen

verstand, nicht ausgeschlagen wurden.

jenen Gewässern

war in ver-

der Stadt zu in der Flanke der Castellbastion.

Der Wall ist hoch, und der Graben, obgleich verwachsen

Stadt, allein die ganze Befestigung

vorgefundene Geschütz auf, rasirte die

geben,

die Schleuse

auf

um

ihm

freien Spielraum

und

zu

überschwemmte

die Ge-

Ein

wohner, und rüstete sich überhaupt, als wenn er

halten und zu vertheidigen entschlossen wäre.

in der Umgegend

und war in vollem Anzuge auf

Schill fühlte nun, daß er sich an der Elbe

englische Flotte offen zu erhalten.

der Umgegend und war in vollem Anzuge auf Schill fühlte nun, daß er sich an der

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Falle die englische Flotte ihn aufnehmen konnte. aber

in Hamburg unerwartete Schwierigkeiten, wodurch sie einige Wochen und somit so lange aufgehalten wurden, bis ihre Sendung kein Resultat mehr geben konnte. Schill, zum Abzuge

von Dömitz entschlossen, konnte nach Man traf dort in aller Eile einige Vertheidigungsanstalten, und es gab sogar Leute, die davon sprachen , sich Mit Schill in Unterhandlungen einzulassen; durch die Erscheinung englischer Schiffe bei Helgoland, die ihre Richtung nach dem noch vermehrt worden , indem es hieß , sie hätten sich der Jnsel Bornholm bemächtigt. nähern, in der Hoffnung, dadurch mit der englischen Flotte in Verbindung zu kommen, auch blieb er dadurch Preußen näher. Alles kam darauf an , die Küste mit dem gehörigen Vorsprunge zu gewinnen > auch den Feind wegen der Richtung des Marsches zu täuschen, und denselben glauben zu machen, er wolle auf der einen oder andern Seite sich nach Hamburg wenden. Demzufolge wurden sofort am 17. Mai von Schill 2 starke Commando's nach Lüneburg und Wismar abgesandt, um hier die Gegend zu erkunden und Quartier für das ganze Corps zu bestellen; Lieutenant von Quistorv gegen Lüneburg gehen, ihm Bataillons.Quartiermeister von Heiligenstädt mit 20 Mann in mecklenburgischer Uniform auf Kähnen zur Seite bleiben, und das durchzubringen suchen, um in den Harzgegenden den Faden der Allein diese 3 Offiziere waren kaum über Hitzacker hinaus , als sie sich überzeugten, daß in dieser Richtung nicht weiter fortzukommen sey, ohne mitten in das Corps des General Gratien zu fallen; sie kehrten daher um, und kamen nach, mancher Gefahr nach Dömitz zurück. Einen glücklichern Erfolg hatte die gleichzeitige Entsendung des Moltke nach Parchim, Bützow gehend, am 19. Mai diesen Ort besetzte. Auf diesem Wege beschloß Schill mit dem Corps selbst zu folgen, und dadurch Gratien's Täuschung zu vollenden; allein um zu gleich zu seinen Bewegungen Zeit zu gewinnen, war es wesentlich,

Bothmar fanden

Bornstedt und

Weges

für die Fortsetzung ihres

Hamburg, Lübeck, Wismar marschiren.

Sund genommen hatten, war die Furcht

Schill zog jedoch vor, sich der Ostsee zu

sich sodann

durch

von

den Husaren

sollte

der frühere preuß. Auditor und

Hannöverische und Braunschweigische

geheimen Verbindungen fortzuspinnen.

Lieutenant Graf

Wismar, der, über Grabow,

und Hannöverische und Braunschweigische geheimen Verbindungen fortzuspinnen. Lieutenant Graf Wismar, der, über Grabow,

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drn Feind an der Elbe aufzuhalten , und hiezu mußte Dömitz so lange als möglich behauptet werden. Diese Aufgabe war schwierig bei der Schwäche des Platzes , bei der Unmöglichkeit des Ent satzes und jedem Fall ein verlorner Posten , und die darin zurückgelassene Besatzung um dem Sieger schwerlich einige Schonung zu erwarten hatte; doch und Schill fand auch Franeois den Mann, der sich zur Ausführung dieses mißlichen Wagestückes verstehen wollte. dert, well Schill ihm das Commando einer Compagnie entzogen einen Art Oberbefehl über mit dem Am 18. Mai brach er selbst mit seinem übrigen Corps von Dömitz nach Nien dorf auf, die Reiterei voran. Zur Ermunterung der zurückgelas senen Truppen ließ er es an keiner Versicherung einer baldigen nachdrücklichen Unterstützung fehlen ; um aber auch seiner Zusage einigen Nachdruck zu geben, stellte er, zur Unterhaltung der Ge meinschast mit dem Platze zu Hagenow , den Lieutenant v. Rohr mit 30 Pferden und den Hauptmann v. Alvensleben-Zichtau mit einigem Fußvolk auf. Die Garnison von Dömitz zeigte übrigens einen guten Geist. Schill selbst rückte am ZI., um 11 Uhr Mit tags, in Wismar ein, das Graf Moltke schon früher besetzt hatte; die Requisitionen wurden baar bezahlt, und nur Militärvorrathe an Waffen und Equipementsgegenstanden weggenommen. Wiewohl Schill aus Vorsicht die Zeitungen in Beschlag nehmen ließ , so hatten doch einige seiner Leute die Artikel über fingen auch um so mehr an, mißmuthig zu werden, da sie sich überall als Räuber und Banden angekündigt sahen; ') überdies war die Lage des

Dömitz war in

der Schwierigkeit eines Rückzuges.

so mehr als aufgeopfert anzusehen, da sie von

die Nothwendigkeit forderte dieses Opfer,

glücklicher Weise in dem Lieutenant von

Noch Tags zuvor hatte dieser seine Entlassung gefor

hatte; jetzt vertraute

ihm diefer

verschiedenartiger Truppen an,

nahe an 400 Mann

Rechte über Leben und Tod seiner Untergebenen.

seine Entfernung aus Berlin gelesen, und

t)

In dem 6. franz. Armeebulletin hieß es : «Ein gewisser Schill, eine Art von Brigand , der in der letzten preuß. Camvagne und den Grad eines ColonelS ist mir seinem ganzen Regiment von Berlm General l'Estoq hat ihn als Deserteur bei der Diese lächerliche Bewegung war mit der

desertirt

erhalten hat,

Verbrechen auf sich gehäuft/

Parole erklärt.

bei der Diese lächerliche Bewegung war mit der desertirt erhalten hat, Verbrechen auf sich gehäuft/ Parole

^

Von einem stärkeren Feinde ver

Corps wahrlich nicht günstig. folgt, übrig, als alles auf einen verzweifelten Schlag ankommen zu lassen, oder sich schnell einzuschiffen, und die Engländer aufzu suchen. kannt waren, befürchtete, daß man die unumgänglich nöthige Zeit hierzu nicht finden werde; die andere Verhältnisse fesselten, beschlossen, das feste Land nicht zu verlassen, und fragen, was er Willens sey zu unternehmen. Die Hoffnung Schills, von Wismar aus mit dem englischen Admiral Saumarez, den man in der Nähe Bornholm's stationirt glaubte, auf irgend eine Weise in Verbindung zu kommen, schlug jedoch fehl, da die Flotte eben damals sich entfernt hatte, um auf Schill hatte in einem Moment den Plan, sich entweder in Lübeck einzuschiffen, oder die gegen überliegende Jnsel Pöl zu besetzen; da aber nicht genug Schiffe trenntvorhanden,ist, mithinPöl nichtnur durchhätte vertheidigtein kleineswerdenFlüßchenkönnen,vom soLandebeschloßge,

der Höhe von Riga zu kreuzen.

mit dem Rücken an die See gelehnt, blieb ihm nichts

Wem aber die Schwierigkeiten einer Einschiffung be

mehrere, die Vermögen hatten, oder

um

ihn zu

Einige gingen sogar zu Schill,

Um aber um so unvermutheter über Rostock nach Stralsund operiren zu können, sandte Schill von Wismar aus 2 Schwadronen unter Brünnow, mit 2 kleinen reitenden Geschützen gegen Kriewitz, und eine dritte Schwadron unter Billerbeck nach Gadebusch und an die Elbe; einzelne Streiswachen schwärmten burg und bis Lübeck. allein in die Stadt Lübeck, von wo sich bei seiner Erscheinung alle franz. Douaniers und Militärs eiligst entfernten, weil man Schill bereits in vollem Anmarsche wähnte ; jener unterließ nicht, diesen Glauben krästigst zu unterstützen, wurde auf das freigebigste bewirthet und ritt dann ruhig seines Weges. Der General Gra- tien, der die lebhaftesten Besorgnisse wegen Hamburg und Lübeck hatte, verzögerte daher seinen Marsch gegen Stendal, und schien einige Zeit unschlüssig, Ungewißheit wurde noch durch Vrünnow's und Billerbeck's Ent

wohin er sich wenden sollte, und diese

er , auf Stralsund vorzurücken , und es zu nehmen.

und den General Gratien über seinen Zug zu täuschen,

bis in die Nähe von Ham

Ein Husar, Namens Schulz, ritt ganz

Partei verabredet/ die in Deutschland Alles in Brand und Auftuhr setzen wollte" u. s. w.

Namens Schulz, ritt ganz Partei verabredet/ die in Deutschland Alles in Brand und Auftuhr setzen wollte"

über die Elbe gegangene Truppen wieder eiligst zurück , und marschirte nach Lüneburg, was Schill benützte und Rostock zueilte. Sich den Weg dahin zu bahnen, hatte er am 21. Mai den Grafen Moltke mit 30 Pferden und 100 Mann Jnfanterie voraus- gesendet. burger unter dem Generallieutenant von Pressentin und Major von Below. Nach einigen Unterhandlungen räumte die Garnison den Plaß und Moltke, bald gefolgt vom Haupteorps, rückte den 22. in Rostock ein. Jn Dömitz bewies Franeois nach Schill's Abmarsche die größte Thätigkeit, die angefangenen Arbeiten fortzusetzen und sich Er wollte, da der Raum in der die Stadt mit in die Verthei digung ziehen, sie mit einem Wassergraben umgeben, mit Palli- saden decken, wobei mehrere hundert aufgebotene Landleute arbei ten mußten, die man später von 300 Schiffsknechten ablöfen ließ. erhalten , denn am 20. Mai erschienen die ersten feindlichen Truppen vor Dö mitz. sondern auch 154 Gefangene und die unzufriedenen Schiffsknechte zu bewachen. Mehl gesorgt , auch hatte man mehrere 'mit Weizen beladene Fahrzeuge angehalten ; um so empfindlicher war der Mangel an Munition. General Gratien hatte eine Division von 2000 Mann Jn fanterie, 400 Pferden und 0 Geschützen in Lüneburg gesammelt, um gegen Schill zu handeln, und der General dÄlbignae einige westfälische Truppen in Bewegung gesetzt, um ihn zu unter stützen ; Oberstlieutenant v. Rancke Gegenseitige Neckereien , die bis zum 24. dauerten , erschwerten man ernannte des unter denen sich auch Mundt, Selbst die Er müdung der Soldaten, die stets auf den Wällen seyn mußten, wurde endlich so groß, daß man nöthig fe.nd, die jungen' Bursche Aber auch die Bürger waren mit der Abwesenheit der Schill'schen

sendungen und Züge vermehrt ; Gratien zog mehrere

Jn Rostock befanden sich etwa 200 Mann Mecklen

zur Vertheidigung einzurichten.

Festung viel zu beschränkt war,

keine Vollendung

Allein diese Arbeiten konnten

Die Garnison hatte nicht nur den Platz zu vertheidigen,

Für Proviantirung war durch einige Vorräthe an

General Damas

machte in Hamburg , der holländische

in Bremen Anstalten gegen Schill.

den Dienst, besonders der Offiziere, sehr;

halb einige Volontär-Offiziere,

der sogenante Herzog von Dodendorf, befand.

zu halben Stunden abzulöfen, um sie munter zu erhalten.

Volontär-Offiziere, der sogenante Herzog von Dodendorf, befand. zu halben Stunden abzulöfen, um sie munter zu erhalten.

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nicht Zufrieden, und die Ankunft der Truppen d'Albignae's setzte sie in Schreeken, indem sie ein Bombardement befürchteten. Um so erwünschter war ein Befehl Schill's von Rostock aus, der am 24. Franeois die Räumung von Dömitz, und die weitere Weifung ertheilte, das Geschütz, die Vorräche an Tuch und Schuhen, Provisionen aber an die Einwohner zu vertheilen. Allein es war nicht möglich, diesen Befehl, namentlich in Hinsicht auf die drei indem am 24. der Feind sich jenseits des Stromes in größern Massen zeigte, und die Absicht verrieth , denselben im Angesicht des Platzes zu pas- siren. Abmarsch für den kommenden Tag festgestellt, so glaubten setzt seine Offiziere , als sie das sahen, ein schleuniger Abzug fey das beste Auskunstsmittel. aber nachher erwogen wurde, daß man von der andern Seite auch umgangen seyn könnte, und ein Gefecht mit schlechtbewaff neten Leuten im freien Felde nicht gut einzugehen se.), so be schloß man vor's Erste die Tätlichkeiten zu eröffnen, damit der Feind Dömitz einer ernsthasten Vertheidigung fähig halte, um dann inzwischen die offenen Wege zum Rückzuge aufzusuchen, und sich dazu vorzubereiten. vfünder, der aber von so schlechter Beschaffenheit war, daß er immer nach wenigen Schüssen wieder abgekühlt werden mußte, den General d'Albignae von einem Uebergange über die Elbe zu verhindern , und wirklich 'zog sich derselbe hinter den Damm zurück, 4 Sechspfündern auf, aus welchen die Stadt hestig beschossen Je ungleicher sich der Kampf um so rathsamer schien es nun, denselben auf jede Weise zu endigen. hinüber, um dem General d'Albignae anzuzeigen: man stehe be reits, auf erhaltenen Befehl, im Begriffe, den Platz zu räumen; es sey daher zwecklos, der unglücklichen Stadt noch ferner feind lich zuzusetzen. Anstatt einer befriedigenden Antwort wurde jener mit der Forderung entlassen, daß der Commandant in Person sich einfinden müsse. Sendung bereit, so bald ihm ein Offizier zu seiner Sicherheit als Geisel gestellt werde.

gestaltete,

und mit Granaten beworfen wurde.

an Mehl und Branntwein mitzunehmen, die übrigen

Rückzugstermine, in Erfüllung zu bringen

Hatte Franeois sogleich beim Erhalten der Depesche den

jenseitige Ufer mit Feinden bedeckt

Da

Man suchte durch einen Zwölf-

führte aber zugleich eine Batterie von 2 Haubizen und

Franeois schickte demnach einen Trompeter

Auch hiezu erklärte sich Franeois in einer neuen

Unterdessen kam es nahe dahin , daß

schickte demnach einen Trompeter Auch hiezu erklärte sich Franeois in einer neuen Unterdessen kam es nahe

^7

die Gefangenen die Lage der Besatzung noch rettungsloser gemacht radehatten,dieindemAugenblickeeiner vondes heftigstenihnen seinenBombardementsWächtern entkam,benutzte,undseinege-

Mitgefangenen zu ihrer und seiner Befreiung aufzurufen. Plötz lich bemächtigte sich der anwesenden Offiziere und begann einen hef tigen «ampf mit der 100 Mann betragenden Besatzung der Fe stung. Dieselbe war so gut als in ihren Händen ; Franeois war in der Stadt, betrieb hier noch immer die Anstalten zum Rück zuge, und faßte eben bei dem fortwährenden Feuern der Feinde für das nicht feuerfeste Pulvermagazin in mit der ganzen Besatzung in die Lust sprengen konnte. Voll von diesem Gedanken, eilte er, sich mit dem dort befehligenden Offizier zu besprechen, und langte in dem nämlichen Augenblick an, als der Tumult des losgebrochenen Aufruhrs den ganzen innern Platz erfüllte. am Eingange zusammen, ließ einige der nächsten Kanonen gegen den Platz richten, rückte vor, und rief den Empörern donnernd zu, dte Waffen zu strecken. Der unerwartete Anblick so schlagfertiger neuer Gegner wirkte mit einem lähmenden Schreck, sie warfen die erbeuteten Gewehre von sich, und ließen sich ruhig wieder in die Kasematten zurückführen. Jnzwischen währte, ungeachtet des bisherigen Parlamenti- rens, das feindliche Feuer auf Dömitz ununterbrochen fort; in der unglücklichen Stadt brach an mehreren Orten Feuer aus, Die Truppen dÄlbignae's bemächtigten sich inzwischen eines großen Fahrzeu segelten quer über den Strom, und die Schill'schen erwarteten nun jeden Augenblick eine Bestürmung des Platzes. terhandeln mit dem Feinde einige kostbare Zeit gewonnen und sie dazu benutzt, ein paar Fähren in das Wasser zu dringen und zu einer Schiffbrücke zusammenzufügen , auf welcher zuvörderst das Gepäck, dann die Besatzung, nachdem sie alle Kanonen ver Nur rtwa M Pilemere, junge Bursche, wurden auf der Wache bei den Gefangenen zurückgelas sen; ein Jäger-Detaschement, seines alten Rufes würdig, btldete den Nachtrab, behielt aber einstweilen das mit dem dichten Wei

stürmte die ganze Masse aus

eine ernstliche Sorge

ihren Kasematten hervor,

der Festung, welches die erste dahin geworfene Granate

Schnell und besonnen raffte er die 30 Mann starke Wache

und 18 Häuser standen bereits in lichtem Brande.

ges , füllten dasselbe mit Bewaffneten,

Franeois hatte indessen durch sein Un

nagelt hatte, den Rückzug antrat.

Brande. ges , füllten dasselbe mit Bewaffneten, Franeois hatte indessen durch sein Un nagelt hatte, den

dengebüsch bedeckte Elbufer besetzt, und manöverirte mit einer ans der Rüstkammer in Kothen herstammenden alten Bullerbüchse, das herannahende Fahrzeug, um es nach Möglichkeit aufzuhalten und am Landen zu hindern. vermochten , versenkten die Stadt D'Albignae besetzte dann Dömitz und die zurückgelas er wollte sie aber nicht würdigen, sie als Soldaten zu betrachten, und befahl daher, einem Jeden ein Halbhundert Prügel aufzuzählen und sie dann laufen Wir haben als brave Soldaten gefochten, schießt uns lieber todt!" eine Entschlossenheit , die ihnen volle Begnadigung bewirkte. Franeois Rückzug ging anfangs nicht in der besten Ordnung vor sich; hätte es dem verfolgenden Feinde nicht gänzlich an Reiterei gemangelt , so wäre Niederlage unvermeidlich gewesen. Maaße besorgt, der Uebermacht zu erliegen, daß für räthlich er achtet wurde, auf dem Wege nach Lenzen der nahen preußischen Grenze zuzueilen , und hier jede Art des Empfanges zu wagen. An einer kleinen Brücke, wo das königliche Gebiet begann, war aus Vorsicht ein schwaches preuß. Commando aufgestellt, das den fremden Bewaffneten den Uebergang versagte, aber der eindrin genden Uebermacht wich. handlungen dem in Lenzen eommandirenden Offizier des Grenz- Cordons Zeit verschafst , mit feiner stärkeren Mannschast herbei zueilen , und langte in dem nämlichen Augenblicke an , als auch der verfolgende Feind erschien und Miene machte, die Grenze zu überschreiten. dieß zu verhindern; veranlaßt, sich ungesäumt wteder zur Linken in das Mecklenbur gische zu wenden, worauf sie ihren Marsch bei eingetretener Nacht Städtchen Grabow richtete und Vorsprung genug gewann, um von dem Feinde fer ner nicht belästigt zu werden, bis man endlich nach Rostock ge langte, wo Brütmow die Abtheilung aufnahm. Schill selbst war um Stralsund zu überfallen., Um in seinem Eilmarsche nicht

die 27 Musketenkugeln auf einmal schoß, krästigst gegen

Als die Schill'schen dieß nicht länger

sie ihre Bullerbüchse in den Strom , zo

gen sich um

Colonne.

herum und deckten den Rückzug

ihrer

senen Pikeniere fielen in seine Hände;

zu lassen.

Mit empörtem Ehrgefühl riefen die Bursche:

hier eine völlige Zerstreuung und

Man war jedoch in dem

Dennoch hatten die vorläufigen Ver

Eine ernstliche Abweisung reichte jedoch hin,

dadurch wurde die Dömitzer Besatzung

auf zusammengebrachten Wagen gegen das

am 24. Mai von Rostock aufgebrochen,

hin, dadurch wurde die Dömitzer Besatzung auf zusammengebrachten Wagen gegen das am 24. Mai von Rostock

verzögert zu werden, hatte er dem Lieutenant Barsch den Auf trag gegeben, das sämmtliche Gepäcke, die Kassen, die Kranken des Corps u. s. f. , ferner die Dömitzer Besatzung übrigen zerstreuten Truppen Rostock einzuschiffen , und zur See nach Stralsund zu führen. Man hatte die gehörige Anzahl Schiffe mit Beschlag belegt, alles war seit dem 26. Mai in Warnemünde zur Abfahrt beisammen, allein der Magistrat von Rostock zögerte mit der ausgeschriebenen Lieferung von Lebensmitteln, die man auf der Fahrt brauchte, weil er bereits Kenntniß von dem Anrücken der Heerabtheilung Während die Truppen warten mußten, erzeugte sich unter ihnen, namentlich den öster. Deser teurs, die Dienste bei Schill genommen hatten, der Geist der Zü- geilosigkeit und Plünderung, der nur durch die strengsten militä Lieutenant Bärsch Allein noch bedenklicher wurde die Lage dieser Truppen, als Bärsch am 27., gegen Abend, die bestimmte Nachricht erhielt, daß die Avant garde eines bedeutenden feindlichen Corps bereits vor Rostock und ohne ferner auf die immer noch ausgebliebenen Mundvorräthe zu warten, mußte die Einschiffung in stürmischer Hast betrieben werden. Schiffe vorhanden, auf welchen Bärsch, Franeois, Fuchs, Hagen, 339 Gemeine und andere Um 11 Uhr befand sich Alles an Bord , allein in dem Augenblicke des Auslaufens aus dem Hafen erschien auch eine feindliche Colonne in Warne münde zeitig genug, um noch die beiden letzten Fahrzeuge durch ein hestiges Feuer zur Ergebung zu nöthigen. Schitl's Zug hatte inzwischen eine neue Macht auf den Kriegs schauplatz gebracht. land beunruhigen zu wollen schien, und Gratien's Truppen nicht zahlreich genug waren, riefen Frankreich und Westvhalen das befreundete Dänemark zur bewaffneten Mitwirkung auf. Demzufolge versammelten sich im Laufe des Monats Mai allmälig einige dänische Truppen in den Herzogthümern Schleswig nnd Holstein zu einem Beobach tungseorps, welches unter die Befehle des Generals Ewald ge-

des Generals Gratien hatte.

und alle

in Warnemünde , dem Hafen von

rischen Maßregeln gedämpst werden konnte.

erschoß selbst einen Plünderer, der sich zur Wehre setzte.

Jetzt galt es keinen Augenblick Säumens,

angelangt sey.

Es waren 19 zu dieser Fahrt bestimmte und gerüstete

Heiligenstädt und 5 andere Offiziere,

Mannschast untergebracht werden sollten.

Als sein Austreten das nördliche Deutsch

um jene Bewegung zu unterdrücken, so

Schnetdawiiid, Bd. II.

4

werden sollten. Als sein Austreten das nördliche Deutsch um jene Bewegung zu unterdrücken, so Schnetdawiiid, Bd.

Sey es, daß Schill, von der Ansammlung der Dä

stellt wurde. nen in Holstein unterrichtet, ihren Ansichten mißtraute, oder daß er hoffte, sich Mit denselben auf irgend eine Weise gütlich zu ver ständigen, so fand er es doch rathsam, diesen neuen Gegner und

seine Bewegungen schickte zu diesem Ende noch vor seinem Abzuge von Rostock den Lieutenant Adolph von Rochow mit einiger Reiterei ab, der bis Retdeburg, Möllen und Lauenburg vorgehen und die wahre Lage der Dinge erkundigen sollte. selbst im sowohl diese Hanse - Stadt , als die holsteinische Grenze bedroht schien, glaubte der danische General Ewald, oder war durch seine Jnstruktionschauers aufgebenausdrücklichzu müssen.gehalten,Am die25. MaiRollerückteneines demnachbloßen Zu-'5lX)

.

immer genauer beobachten zu lassen , und

Weil die Schill'schen Patrouillen

Angesichte von Lübeck

erschienen, und dadurch eben

Dänen in Lübeck ein, welchen Tags darauf noch mehrere, bis zur Zahl von 1500, folgten; gleichzeitig war auch der General Gratien, nachdem sich ihm Schill's wahre Absicht aufgeklärt hatte, mit seinen Truppen am 23. Mai über die Elbe gegangen und Uebrigens hatte denn v. d. Golz mit einem Trupp von 40 Köpfen, erschien plötzlich am 24. Mai in und dann wieder in Da Gratien sich nicht für stark genug hielt, um mit Gewißheit des Erfolges dem Zuge Schill's ein schleuniges Ende zu bringen, so bewilligte ihm die dänische Regierung 1500 Mann, mit denen er sich so gleich vereinigte und gegen Stralsuud vorwärts zog, um Schill auf der Ferse zu folgen , und ihn in jenem Winkel von Pom mern zu erdrücken, ehe er Hülfe und Rettung fände. Jn Stralsund fürchtete man bereits seit mehreren Tagen die Möglichkeit der Erscheinung Schill's; seit er jedoch in Rostock eingerückt war, konnte seine Absicht auf diesen Platz nicht länger zweifelhast scheinen. vor diesem nicht mehr haltbaren Platze abzuwarten, fand Gene ral Candras , Gouverneur von Pommern , für rathsam , seine .Truppen an die Recknitz vorzuziehen und hier den Uebergang streitig zu machen ; er sendete deßhalb den , Major v. Pressentm mit einer Abtheilung auf Damgarten, den Major v. Mottle mit

Anstatt aber seinen Angriff in oder dicht

Luneburg , wo er sich der Amtskasse bemächtigte.

Giffhorn, 4 Stunden von Braunschweig,

über Schwarzenbek! und Ratzeburg im Anzuge.

Schill auch die Holländer nicht aus dem Auge gelassen,

selbst

in

Gratien's

Rücken streiste Lieutenant

im Anzuge. Schill auch die Holländer nicht aus dem Auge gelassen, selbst in Gratien's Rücken streiste

51

einer andern nach Richkenberg, den Capitän v. Schade mit einer dritten nach Tribsees. Die aus Rostock unter Major v. Bülow abgezogene meck lenburgische Garnison hatte sich über Ribmtz nach Damgarten gezogen, und mit der daselbst bereits vorgefundenen Compagnie von Clderhorst Posto gefaßt. scharfgeladene Geschütze auf,

30 Schritte lange hölzerne Brücke über die Recknitz schnell ab Lieutenant v. Seriba alle Der

v. Pressentin kam hierauf mit dem zweiten Musketierbataillon am und übernahm hier auf General

23. Mai in Damgarten an, Candras Ordre den Mannschast. Um 10 Uhr Abends kam der General Candras selbst nach Damgarten, und machte eine Reeognoszirung bis hinter Ribnitz, worauf er folgende Befehle gab : Lieutenant Martius mußte die Brücke von Damgarten abbrechen, zwei Kanonen links der Stadt neben dem Thore aufgefahren, und dadurch das Defilee gedeckt werden ; die vier übrigen Geschütze wurden sogleich nach Stral sund geschafft, ebenso ein Wagen mit Kranken unter Befehl des Alle Ribnitzer Fahrzeuge muß ten dahin zurückgebracht werden, und eine Truppe Neiter nach Plenin aufbrechen, um den Marsch einer feindlichen Colonne nach Marlow zu beobachten. ben hatte, verließ er Damgarten mit der polnischen Reiterei und begab sich nach Tribsees. Schon am Mittage des 24. Mai sah man von Damgarten aus einzelne Reiter auf der Südseite von Ribnitz, die man für Landleute hielt, bis um 3 Uhr ein von da zurückkehrender Bote aussagte, daß es Schill'sche Reiter seyen, Schill sey in Ribnitz Der Major Pressentin ging auf den Boden eines Hauses, ein anderer Offi zier stieg auf den Kirchthurm ; Beide sahen 4 Colvtmen bei Rib nitz formiren und sich gegen das Holz ausbreiten, und bemerkten um 4'// Uhr, daß sich eine Abtheilung von 3 400 Mann ge Schill plaeirte einen Zwölfpfünder ungefahr L00 Schritte vom Wasser auf einer klemen Anhöhe, zwei Einpfünder auf der andern Seite des We- *

gen Damgarten links der Landstraße richtete.

Man stellte vvr der Brücke zwei

traf Vorkehrungen, um die etwa

brechen zu können, und holte durch

Fahrzeuge von

der

feindlichen Seile herüber.

Major

Oberbefehl über die

jüngeren Lieutenant v. Kardotf.

hier versammelte

Nachdem Candras seine Befehle gege

eingerückt, und beabsichtige, Damgarten zu foreiren.

,

4

v. Kardotf. hier versammelte Nachdem Candras seine Befehle gege eingerückt, und beabsichtige, Damgarten zu foreiren. ,

ges, gleichfalls auf einer Anhöhe, während eine andere Schill'sche Abtheilung von etwa 150 Mann auf der Straße nach Marlow, längs der Recknitz marschirte. Um 4 Uhr ließ Pressentin Generalmarsch schlagen und traf seine Anstalten zum Gefechte, und um 5 Uhr fiel der erste feind liche Schuß. schen mit seinen Kanonen erreicht werden konnten; demungeach- tet kamen die Schill'schen » ls l1eKak,l1s<Ie bis an den Fluß, und Die Schill- schen schoßen aber zu hoch , indessen mehrere der Jhrigen gelod tet und verwundet wurden. Während Schill und seine Truppen mit seltener Thätigkeit und Anstrengung nicht nur das Feuer fortsetzten, sondern auch alle zur Wiederherstellung der Brücke nöchlgen Materialien herbei schafften, gewannen die Lieutenants v. Ledebur, v. Gölden und v. Zschüschen Zeit, die Recknitz weiter oben, bei Freudenberg, mit ihrer Abtheilung auf einem auf der Achse herbeigeführten Kahne zu passiren. sten auf einmal hinein, daß die Schiffer erklärten, es werde, weil Allein Niemand wollte hinaus; alle riefen einstimmig : geht das Boot unter , wohlan ! sterben müssen wir doch! vorwärts!" schirten in die rechte Flanke der feindlichen Stellung, und eröff neten ein lebhastes Feuer. jor Pressentin, seine Stellung zu verlassen, um so mehr, da die mecklenburgische Leibgrenadier-Compagnie alle ihre Patronen ver schossen hatte, auch bei andern Compagnien Munitionsmangel ein trat, indeß zumal noch lühne Schill'sche Jäger über die abgebro chene Brücke kletterten, dieselbe schnell herstellten und die Schill- schen hinüberstürmten, und ein Theil ihrer Cavallerie schwimmend durch den Fluß setzte. Pressentin gebot nun, die Retirade anzutreten, und Die Jnfanterie ging in großer Unordnung durch die Stadt und aus dem Tribseer Thor, die in Aufwurf postirte Leibgrenadier-Compagnie wurde größtenteils auf der Stelle gefangen, nur Wenige retteten sich durch das Moor. schon die Schill'schen Jäger hinter ihnen. pagnie v. Kampz von Daschow ein und wurde von Pressentin

Pressentin ließ nicht eher feuern, als bis die Schill-

von beiden Ufern begann ein gegenseitiges Feuer.

Jn dieses Fahrzeug sprangen so viele Jnfanteri

es zu sehr beladen, untergehen.

Sie kamen glücklich hinüber, mar

Dieses Manöver bestimmte den Ma

zwar

nach Tribsees oder Richtenberg.

Als die letzten Truppen aus Damgarten rückten, waren

Jndessen traf die Com-

den Ma zwar nach Tribsees oder Richtenberg. Als die letzten Truppen aus Damgarten rückten, waren Jndessen

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in den Gräben vertheilt, um die Retirade nach

Tribsees zu Die Com- pagnie v. Berg traf aber nicht mehr bei dem Corps ein , indem sie von den über die Recknitz auf mehreren Punkten gegangenen Kaum waren die Truppen eine halbe Meile auf der Tribsee'r Straße marschirt, als Major v. Bülow meldete , daß man durch den Feind abge schnitten sey, und eine feindliche Bewegung seitwärts in der Ge Die Mecklenburger machten unwillkürlich Halt, als die Schill'schen ihnen auf zwan zig Schritte genaht waren und ihnen zuriefen, sie möchten her überkommen und gemeinschastliche Sache machen. Mehrere, die das Drückende ihrer Lage empfanden , gingen in der That zu? ihnen über , der Haufe aber blieb ohne Ordnung , ohne Front gegen den Feind; durch einen Kartätschenschuß erschreckt, gingen die requirirten Bauernpferde mit der Protze in alle Welt, das zweite Geschütz wnrde gleichfalls flüchtig, stürzte um und blieb liegen. gingen nun vollends einzeln und in Trupps über, oder sprangen über die Gräben des Weges und liefen feldein, um der Gefan genschast zu entgehen und sich zu retten, so gut es gehen wollte. Die Fliehenden wurden lebhast verfolgt und nur wenigen gelang es, durchzukommen. Spitze seiner Reiterei mit den 120 Siegern und wurde von ihnen mit dem jauchzenden Zurufe empfangen: Da kommt unsere große Cnvallerie ! Die Früchte des Sieges für Schill waren ungefähr 200 Gefan gene mit 2 Majors, 7 Capit., 21 Lieut., 4 Fahnen, und 2 Kanonen, während er selbst nur wenige Todte und Verwundete verloren hatte. Nach dem Gefechte bot die hiernächst angestellte allgemeine Toilette einen höchst sonderbaren Anblick dar, indem die Schill'sche Jnfanterie, die entweder ohne Uniform oder ziemlich lustig ge kleidet war, sich auf dem Kampfplatze in die sehr schöne Uniform der Ueberwundenen hüllte, und diesen ihre bisherigen Bedeckungen dagegen reichte. Schill hatte sich nun einen ungehinderten Weg zu seinem Ziele gebahnt. auch die feindlichen Abcheilungen in Richtenberg und Trivsees von Stralsund abzuschneiden, gestattete er den ermüdeten Truppen

decken und immer langsam der Colonne zu folgen.

Schill'schen abgeschnitten und gefangen wurde.

gend von Daschow wahrgenommen wurde.

Die Preußen drangen feuernd vor , die Mecklenburger

Bald vereinigte sich Schill .selbst an der

Es lebe der Major v. Schill !"

Um dasselbe möglichst schnell zu erreichen , und

vereinigte sich Schill .selbst an der Es lebe der Major v. Schill !" Um dasselbe möglichst

kaum einige Stunden zur nochdürftigen Erholung , und rückte noch in der nämlichen Nacht mit der Reiterei bis Carnin vor. General Candras, von den Vorfällen bei Damgarten unterrichtet, verließ seine Stellung durch einen foreirten Marsch Anklam zu erreichen, veranlaßte aber dadurch die größte Unordnung und bedeutende Erzesse unter sei nen Truppen. Jn Stralsund war man indeß seit dem Ausrücken des Ge nerals Candras mit der Garnison ohne irgend einige Nachrichten geblieben. wohner durch einen lauten Kanonendonner geweckt, doch war mit Trommelschlag auswies, ein Freudenfeuer, welches die dort zu rückgelassene franz. Artillerie, zu Ehren der eben eingegangenen Nachricht von Napoleon's Allein mitten noch in diesem Tumult, etwa gegen 10 Uhr, sprengte Schill völlig unerwartet mit 30 Jagern und 15 Husaren, welche am besten beritten waren , und ihm schnell genug hatten folgen können, zum offenen Triebseer Thor in die unvercheidigte und nur von einer schwachen Bürgerwache an den Zugbrücken besetzte Stadt hinein; ruhig und unbesorgt waren die franz. Kanoniere, 150 Köpfe stark, in ihrer Kaserne; ihr Cayitän, der sich in dem nämlichen Augenblicke auf dem Neuen-Markte befand , war hier aber auf sein Ehrenwort, daß seine Mannschast sich friedlich verhalten solle, zu derselben entlassen worden. Allein seine Vorstellung, daß jeder fernere Widerstand vergeblich seyn werde, fand bei seinen Leuten fo wenig Eingang, den Befehl aufs neue zu übernehmen und Vorkehrungen zu einer Jn möglichster Geschwin digkeit wurde mit den vorhandenen Trainwagen die Straße quer durch gestopst, gegen den NeuenMarkt gerichtet. Von diesen Vorgängen nichts ahnend, seinen kleinen Vortrab und war den nachrückenden Truppen entgegengeritten, um ihre An ihrer Spitze rückte um die Kanoniere zu entwaffnen , und dann den Alten

er darauf unbesorgt in die Haakengasse ein ,

Herbeischaffung von Carnin zu fördern.

bei Richtenberg und Tribsees und suchte

Am 25. Mai, am frühen Morgen, wurden die Ein

wie sich bald durch öffentliche Kundmachung

dieß nur,

Einzug in Wien, angestellt hatte.

von einem Schill'schen Offizier gefangen genommen,

daß sie ihn vielmehr mit Gewalt nöthigten,

verzweifelten Gegenwehr zu treffen.

4 sianonen vom Artilleriehofe herbeigeholt und

hatte indeß Schill

auf dem Neuen-Markte zurückgelassen,

der Verabredung gemäß

vom Artilleriehofe herbeigeholt und hatte indeß Schill auf dem Neuen-Markte zurückgelassen, der Verabredung gemäß

-

SS

Markt, wo sich die Hauptwache und das Rachhaus befinden und die städtischen Behörden ihn erwarteten, zu besetzen, als ihm plötz lichgegendonnerte.das grobe Geschütz,Schnell besonnensammt einemunternahmhestigenSchillGewehrfeuersogleich einenent-

Angriff auf die Geschütze, konnte aber, da die Kanoniere mit dem Rücken gegen das Zeughaus angelehnt standen, und ein mörderi Jn diesem kritischen Augenblicke führte der Major Alles auf einen freiern Kame raden ! wir haben hier einen Schimpf und einen Treubruch er fahren, den wir rächen müssen. Jnfanterie haben wir noch nicht folgt mir!" geliebten Führers wurde willig befolgt. und suchten mit ihren Piken, Wirksamer zeigte sich das wohlgezielte Feuer der reitenden Jäger, welche gleichfalls aus dem Sattel sprangen, sich zu beiden Seiten an die Thüren und Vorsprünge der Häuser schmiegten, von einem Kellerhalse zum andern vorliefen , sich ost auf 20 Schritte nä- Einige bemächtigten sich der nächsten Häuser, um aus denselben die Ka die Büchse abgenommen, um die Seinigen durch sein Beispiel anzu jener aber sie ihm wieder mit den Worten entrissen:

noniere niederzuschießen;

sches Feuer unterhielten,

nicht an sie herandringen.

Platz zurück, stellte die Ordnung wieder her und rief:

zur Hand, also herab vom Pferde,

Der Ruf des

Die Uhlanen saßen ab

aber vergeblich, vorzudringen.

. herten und die Franzosen einzeln auf das Korn nahmen.

feuern,

Schill selbst hatte einem Jäger

wenn ich sterbe, so ist um mich nicht schade ; Sie aber müssen sich nicht so erponiren." Schon eine halbe Stunde hatte dieser verzweifelte Kampf gedauert, als ein ehemaliger schwedischer Artillerie-Lieutenant, Namens Petersen, der sich in Stralsund aufhielt, sich anheischig machte, Feindes zu führen. Bornstädt mit einer Jägerabtheilung nach dem Katharinenberge, durch die inneren Höse des, Gymnasiums in den Hof des Zeug hauses und von dort in die Gasse mitten unter die Franzosen. Zwar auch jetzt noch leisteten diese eine fortgesetzte entschlossene und die Vertheidiger größtentheils niedergemacht. Die Erbitterung der daß bei der ,ersten verunglückten Attaque zu Pferde ein französischer Artillerist einem der Jhrigen , welcher dicht vor den Kanonen

dieß schickt sich nicht für Sie;

Schill'n auf einem sichern

Wege in den Rücken des

Dies benutzend , drang der Lieutenant von

Gegenwehr, allein ihre Kanonen wurden genommen,

Schill'schen war vorzüglich auch dadurch gesteigert worden,

von Gegenwehr, allein ihre Kanonen wurden genommen, Schill'schen war vorzüglich auch dadurch gesteigert worden,

Sd

niedergestürzt war, den Kopf abschnitt und denselben als Sieges Bei wie gut er es verstand, diesen heroischen Geist in seinen Untergebenen hervorzubringen. Als ein Trompeter von den Uhlanen nicht recht drauf los gehen wollte , ließ er nach dem Gefechte aus einem nahen Hause ein Spinnrad herausbringen, und der Feige mußte mitten auf der Straße spinnen, während welcher Beschästigung er 50 Hiebe er hielt, dann wurde er fortgejagt, nachdem ihm die Montur aus gezogen worden. Nicht minder unglücklich, wie das Loos der franz. Kanoniere, war das der zahlreichen Heer- und Verwaltungsbeamten jeder Art, welche sich in Stralsund in voller Sicherheit geglaubt hatten, und erst, als die Schill'schen schon in den Straßen herumschwärm Nur wenigen gelang es , den erbitterten Verfolgern zu entrinnen. Als Nachmittags nun auch das Fußvolk angekommen war, ging sofort ein Theil desselben nach Rügen hinüber , um diese Jnsel militärisch zu besetzen. Mit dem eroberten Platze war auch ein Artilleriepark von einigen hundert, meist eisernen Geschützen, ein. Vorrath von etwa 3000 Centnern Pulver und eine Menge anderer Kriegsbedürfnisse in Schill's Hand gefallen. Es ist nicht ohne Wahrscheinlichkeit, daß er von dem Dasevn derselben schon früherhin unterrichtet war, und daß dieses auf seinen ganzen allein auch ohne solcher Fund den Lieblingsjzedanken , Stralsund zu seinem Waffenplatze zu machen, bei ihm zum vollen Entschlusse reifen lassen mußte. nenEr hofftezu haben,hinreichendenum denVorsprungPlatz wiederund inZeitVertheidigungsstandvor Gratien gewon-zu

eine solche Voraussetzung wird es begreiflich, daß ein

Operationsplan bestimmend eingewirkt hatte;

zeichen vor den Augen SchiU's und der Seinen emporhielt.

eben dieser Begebenheit dewies Schill,

ten , auf ihre Rettung dachten.

setzen , und in demselben den Altgriff des feindlichen Feldherrn abzuschlagen. Stralsund ist größtentheils mit Wasser umgeben, und zwar seine Ver bindung mit dem festen Lande ist gegen Franken und Knieper hin nur durch ziemlich schwache Erdzungen , gegen Damgarten, Zum Theil mit einer alten Ringmauer umgeben, hatte die Stadt einen bastionirten Wall und einige vorgeschobene, aber schon seit langer

hin einzig durch die Kunststraße von Tribsees vermittelt.

einerseits vom Meere, andererseits vom Frankensee;

seit langer hin einzig durch die Kunststraße von Tribsees vermittelt. einerseits vom Meere, andererseits vom Frankensee;

S7

Zeit geschleiste Werke. Händen mit Güte und Zwang in Bewegung ; die Trümmer der von den Franzosen gesprengten Werke wurden wieder ausgeräumt, die Wälle nach Möglichkeit Geschütze angelegt. es denn , um gegen jeden ersten Anlauf gesichert zu seyn , zuvör derst auf die Verstärkung der drei Landchore an, und sowohl das zu erwartenden Angriff zunächst entgegenstand, als auch das nach Süden gelegene Franken thor, befanden sich wirklich nach einem Verlauft von 5 6 Tagen nur an dem nach Norden führenden Knieperthor, welches in seiner Entfernung einem An griff am wenigsten ausgesetzt schien, hatten sich die Arbeiten bis dahin weniger gefördert. Neben diesen militärischen Maßregeln versäumte Schill auch nicht, die politischen Hebel nach Möglich durch seine öffentlich angeschlagene Proelamation für die Krone Schweden, als alte rechtmäßige Landesherrschast, in Besitz genommen, um sich dadurch eben so wohl die gute Meinung der Einwohner zu sichern, als auch für einen letzten Nothfall die schwedischen Häfen zu öffnen. Die Verwaltung sollte im Namen Schwedens geführt und alle Einkünste des Landes für diese Krone erhoben, die Be den öffentlichen Kassen bestritten werden? Für die Angelegeicheiten des Landes errichtete man die nölhigen Bureaur, an deren Spitze ein ehemaliger preuß. Dragonerlieutenant, von Alvensleben - Schlippenbach, ge stellt wurde. Schill die im letzten Kriege vom König Gustav IV von Schweden errichtete, aber bei seinem Abzuge wieder aufgelöste Landwehr von Rügen zum Dienste ein ; was freilich weder mit der eigenen Neigung dieser Miliz, noch mit den Ansichten der mit ihrer Einziehung und Bewaffnung beaustragten Beamten sonderlich übereinstimmte. bieter, der seinen Befehlen Gehorsam zu erzwingen wußte, und der weigernde Beamte in Rügen verhasten und mit Todtschießen bedrohen ließ. Seite der Betheiligten , dennoch bald gegen 400 Mann dieser welche nun ihre militärische

Landwehr in Stralsund zusammen,

Man setzte nun alsobald tausende von

hergestellt und Bettungen

für die

Die innere Stadtmauer stand noch; so kam

westliche Triebseer Thor, welches dem

in einem sehr wehrhaften Zustande;

keit zu benutzen.

Die Provinz Pommern wmde

dürfnisse Schill's jedoch einstweilen aus

Um Stralsund besser vertheidigen zu können, rief

Jndeß war Schill in diesem Augenblicke der Ge

So kamen, trotz geflissentlicher Verzögerung von

zu können, rief Jndeß war Schill in diesem Augenblicke der Ge So kamen, trotz geflissentlicher Verzögerung

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Bestimmung erhielten ; auch die schwedisch-pommersche Landwehr wurde von Schill aufgeboten. Allein mit der Jdee, in Stralsund den Feind zu erwarten, Sie stellten ihn, vielmehr vor, die vielen vorgefundenen Fahrzeuge zur Einschiffung des gesammten Corps zu benutzen, und sich der englischen Ostsee Wenn wollte, so konnte er, da das Glück den öster. Waffen seit Aspern so leichter bei einer vortheilhasten Aber keine Vorstel lungen seiner Freunde vermochten Schill von seiner gefaßten Jdee abzubringen ; ein innerer Zwiespalt zwischen dem Führ« und einem Theil seiner Offiziere fing sich in immer bedenklicherer Gestalt zu zeigen an; denn wenn sie auch alle sich ihm und seinem Glücksstern anvertraut hatten , hatten sie sich doch des eigenen Nrtheils über seine Maßregeln als die Sachen und Schill in dem Kriegsrathe zu Bernburg eine Unschlüssigkeit und Schwäche gezeigt hatte, die ihm nur von den Wenigsten vergessen wurde. getheilter hervor, seitdem Schill seinen unbeugsamen Willen er klärt hatte, sich in Stralsund um jeden Preis zu behaupten, da sie hiedurch von Tag zu Tag das Heil des Ganzen mehr gefährdet erblickte. welcher, blieben war, erlaubte sich schon länger gegen manche Einrichtun gen, Märsche, Pläne Schill's, deren Unzweckmäßigkeit er einsah, freimüthige Vorstellungen zu machen, die jedoch nicht immer mit Glimpf angenommen wurden und bei Schill einen bittern Stachel Dennoch ertrug Lützow manche Ausbrüche einer die er ergriffen hatte, so lange er glaubte derselben noch nützlich seyn zu können ; und erst als diese Hoffnung in Stralsund schwand, verließ er Schills Corps , um unter andern Fahnen gegen Na poleon zu fechten. Eben so wie mit Lützow überwarf sich Schill noch mit dem Rittmeister Alvensleben; den Lieut. Blum jagte er sogar vor der Fronte weg , weil er sich einige freie Ausdrücke über sein Unternehmen erlaubt hatte, zugleich auch vielleicht un angenehme , von seiner .Frau erhaltene Nachrichten mittheilte.

so gereizten Stimmung aus redlichem Eifer für die Sache,

zurück ließen.

konnten sich seine Begleiter nicht befreunden.

flotte anzuschließen.

wieder zu lächeln schien , um

er das feste Land nicht verlassen

Wendung auf demselben wieder auftreten.

um so weniger begeben,

eine immer unerwünschtere Wendung nahmen,

Diese Opposition trat um so lauter und un-

Leo v. Lützow,

ein Bruder des

Major v. Lützow,

auch nach dem Abgange des letzteren beim Corps ge

um so lauter und un- Leo v. Lützow, ein Bruder des Major v. Lützow, auch nach

öS

Man sah nur zu deutlich , er wollte Stralsund behaupten, und auf den Ausgang eines an Krästen höchst ungleichen Kampfes Alles ankommen lassen. zeugen , daß die Nachricht von des Feindes Stärke, übertrieben srp, daß die Holländer, zum Theil ehemalige preuß. Soldaten, nicht mit gutem Willen gegen ihre ehemaligen fechten, ja vielleicht gar übergehen würden. Schill bot Alles auf, um erzweeken. dem größten Eifer; bald waren mehr nls 100 Stücke Geschütz aufgepflanzt, die Jnsel Rügen ward besetzt gehalten, und ge währte Unterstützung mannigfaltiger Art. Schill wußte Lebens erstreckten sich bis Anklam und Wolgast; in der Nähe dieser Stadt nahm er 700 Faß Pulver weg , welche Napoleon dem Könige von Dänemark von der in Stralsund vorgefundenen zahlreichen Munition ge schenkt hatte, Eine andere Husarenpatrouille griff bei Wolgast acht Schiffe, mit Armatur-Montirungsstücken und Bagage beladen, die nach Stettin flüchten wollten, auf, und brachte diese Beute am 29. Mai nach Stralsund. Zudem erhielt Schill noch beständig Zu lauf aus verschiedenen Ländern durch ehemalige Soldaten, De serteurs aus Oesterreich, die über Polen kamen, junge Leute, und endlich berief er alle seine detaschirten Truppen und die in Ro Wismar eingeschifften Abteilungen zur Vereinigung . Schill empfing die erste Nachricht von dem Nahen der ihn verfolgenden Generale Gratien und Ewald durch den Lieutenant von Rochow, welcher von seinem Streifzuge gegen Lübeck glück lich wieder heimkehrte, obwohl er schon bei Ristow sich mit den Truppen Gratien's gekreuzt , aber , sich stets ans ihrer rechten Flanke haltend, noch vor ihnen den Paß von Tribsee erreicht hatte. Schill hatte wohl Gratien erwartet, und schien ihm auch ge wachsen, allein unerwartet und unangenehm traf ihn die weitere Nachricht, daß auch die Dänen gegen ihn anmarschirten; dennoch gab er keinen Vorstellungen Gehör , sich der im Hafen von Stral sund befindlichen Schiffe zu bemächtigen , und sich auf denselben unter den momentanen Schutz der Engländer zu begeben; um so hestiger und mißmuthiger sprach sich die Unzufriedenheit unter

abgehen sollten.

Diese Kühnheit mochte der Glaube er

Waffenbrüder

die Befestigung Stralsund's zu

Einwohner, Bauern, Soldaten, alles arbeitete mit

mittel aufzutreiben, und seine Requisitionen

und die eben nach Dänemark

stock

und

nach Stralsunds

alles arbeitete mit mittel aufzutreiben, und seine Requisitionen und die eben nach Dänemark stock und nach

60

seinen Begleitern aus, so daß er in einem, von ihm selbst die« ist der eingerissen, daß meine Befehle abgeändert und ost gar nicht befolgt werden. daß mir eine solche Es muß im Corps eine tausendmal größere Ordnung wieder zur Gewohnheit werden, wenn uns nach so schönen Stunden dennoch nicht ein Unglücks-

M nach dem andern treffen soll

Abweichung nicht noch mehr aufgefallen ist.

verhinderte es das beständige Marschiren,

sehr un

tirten Parolebefehl vom 30. Mai sagte: Es

glückliche Ton im Corps

Willkür

nach

Bisher

Es schmerzt mich nicht wenig,

und da einen Mangel an dem Zutrauen zu bemerken , wel sonst, Opposition umgeben war, fehlte.

Jeder blindlings überzeugt hielt, wie unaussprechlich gut ich es

mit Allen meinte ; wie unermüdet und rastlos ich mich bestrebte, östers durch mehrere Nacht

ohne großen Menschenverlust wachen führen. Vorwurf träfe ; und mit Fug und Recht kann ich daher, wie bei trauenKolberg,bitten.auch jetzt,Strengevorzüglichwerde ich aufjetzt,die umOrdnungein ähnlichesunter meineZu-'

hie

ches mir

wo ich noch mit lauter Freunden und keiner

in der Camvagne bei Kolberg nicht

sich ein

Allein ich genoß auch damals das Glück,

dem Ganzen

nicht

daß

unbedeutenden Vortheil zuzu

Es ist kein Fall vorhanden, wo mich mit Recht ein

Befehle halten, und es nie dulden, daß man mir öffentlich oder oder mich wohl gar per- nächste Vorfall dieser Art würde mich sogar bestim Noch nie habe ich mich eompromittiren lassen, und jetzt darf ich es am allerwenig sten angewiesenen Geschästskreis hat, und die ganze Last nicht mehr allein Corps der Herren Offiziere, nur den Geist der Einigkeit unter sich zu dulden, der, die Seele öffnet; und ihre Freundschast zu schenken, damit ich mit ihnen die Tage unseres möge

" Der in Schill wohnenden Verstimmung mag, es auch wohl Vorschlag nicht beachtete, den ihm mehrere seiner Offiziere machten. wollten,

vornehmlich zuzuschreiben seyn, daß er einen neuen

in Gegenwart Mehrerer widerspricht,

siflirt. Der

men, ein Beispiel einziger Art aufzustellen.

geschehen

lassen, nachdem gegenwärtig ein Jeder seinen

auf meinen Schultern liegt

Dringend bitte ich das

des Krieges, die Bahn zum Ruhme

eben fo dringend bitte ich die Herren, mir ihr Zutrauen

Sepns, gleich wie in einem Familienkreise

verleben

Sie

daß man in der Nacht die Holländer in ihren Quar

mir ihr Zutrauen Sepns, gleich wie in einem Familienkreise verleben Sie daß man in der Nacht

in dem Angriffe, den sie vor- hatten, zuvorkomme, wobei eben sowohl Schill's Ueberlegenheit an Reiterei, als auch die Sorglosigkeit, die unter Jenen herrschte, Einmal überrumpelt und aus dem Felde geschlagen, würde der Feind, von Schrecken ergriffen, Stralsund

sich schwerlich wieder zu einem neuen Angriff gegen ermuthigt haben. Man hat es Schill zum Vorwurf gemacht, daß er sich während dieser Periode unaufhörlich durch starke Getränke über Es mag seyn, daß der in Vielem bitter getäuschte Mann in diesem traurigen Mittel eine Zuflucht gesucht; doch darf zugleich nicht übersehen werden, daß eine so bis zum Unglaublichen rastlose Thätigkeit, die er bis zum letzten Augenblicke bewies, auch einen Aufwand von physi scher Krast zur Folge haben mußte, der nur auf ungewöhnlichem Wege ersetzt werden konnte. Er blieb also bei seiner Jdee, einen Kampf in Stralsund selbst zu bestehen. lichen Erfolg war, geht aus einem umständlichen Berichte hervor, den er am 30. Mai an den Erzherzog Carl niederschrieb , und den während als die Seele des großen deutschen Befreiungswerkes ansah, zu einer krästigen Diversion, von Böhmen aus, längs der Elbe zu bewegen. preußischen General Rüchel in Verbindung gekommen ; ein ver trauter Freund besorgte das Schreiben glücklich an den Erzher seine Verwendung bei dem

tieren selbst überfiele, und ihnen

den günstigsten Erfolg verhieß.

das Gefühl semer Lage zu betäuben gesucht.

Wie groß seine Zuversicht auf einen glück

dessen Hauptzweck dahin ging, diesem Feldherrn,

er fort

Er war mit dem Prinzen durch den

zog, in welchem der Prinz auch um Londoner Hofe' gebeten wurde. Schill hatte einen Grafen Voß, der von Seiten Oesterreichs mit einer Sendung beaustragt war , und andere Offiziere bei und unterhielt einen Briefwechsel mit den Tirolern und vielen anderen Unzu friedenen, die aufstehen wollten, bis tief nach Polen hinein. Der Norden in Deutschland war damals im gespannt?a? oder aufge regtem Zustande, und die Vaterlandsfreunde schöpsten Hoffnun- gen. dens Meer bedeckten , würden bei dem ersten Kanonenschuß er scheinen, sie rechneten auf die Preußen, deren Gesinnungen nicht zu verkennen waren.

Man kam auf den Plan von 1897 zurück,

sich, die Frankreichs

System feindselig waren,

Sie glaubten, die Britten, die mit ihren Schiffen des Nor

von 1897 zurück, sich, die Frankreichs System feindselig waren, Sie glaubten, die Britten, die mit ihren

l>,2

nach welchem man eine Spitze nach dem Rhein und in den Rucken der franz. Armee schieben wollte; schon hatte man die Nachricht von der Schlacht von Aspern, welche, mit Uebertrei- Hungen in diesem Theile von Deutschland verbreitet, die Ge mächer wunderbar aufregte. gemeinschastliche Sache machten, erhob sich Norddeutschland. Dieses Resultat glaubte Schill in Stralsund herbeizuzwingen. zur Wiederherstellung der ge schleisten Werke freistanden, hatte er trefflich benutzt; feindliche Offiziere gestanden nachmals selbst, daß wenn Gratien ihm noch einmal so viel Zeit zum Befestigen gelassen hätte, er unverrich- teter Peterson leitete alle Arbeiten , jedoch fallen nicht ihm alle die Fehler, die bei Anlegung der Werke und Aufstellung des Ge schützes gemacht wurden , zur Last, indem auch er mit Schill's Unbeugsamkeit sehr zu kämpfen hatten Noch in den nächsten Tagen, bevor Gratien mit Ewald Stralsund nahe kam, der versprengten polnischen Reiter des General Candras in der Was sich davon Mecklenburger und einigen Ueberbleibseln der nach Tribsee rettete, wurde in diesem Passe gleichfalls angegriffen; hatten sie die ihnen angebotene Capitulation ausgeschlagen, und nun erschien sogar Gratien zu ihrer Hilf> Den Vorabend des verhängmßvollen Tages ging in Stral sund Alles seinen Parolebefrhl , daff v. Quistorp nach der Parade wie auch Nach mittags um 6 Uhr ererziren und hierbei auf geschwinde Schritte, rasches Laden , richtiges Anschlagen , Devlojiren mit und ohne Sectionen, schon völlig und sehr schon uniformirt, manöverirte großen Markte; der kleinere Markt diente 4 Compagnien Rüger- scher Landwehr denn nicht angekommen ligenstädt ererzirte sogar Ewald Stralsund angriffen, seine Rekruten, und selbst noch schon in die Endlich bestätigte sich während des

Stadt gedrungen war.

immerfort er war berauscht als der Feind

^.

Sobald die Engländer mit Schill

Die wenigen Tage, welche ihm

Sache von Stralsund hätte abziehen müssen.

Lieutenant

hatten die Schill'schen Husaren die Reste

Umgegend aufgesucht und vollends vernichtet.

zu eineni Trupp

franz. Artilleristen

allein durch die Lage desselben geschützt,

gewöhnlichen Gang, und Schill erließ den

ganz vorzüglich sehen solle.

Die alte Jnfanterie,

auf dem

die Schwedisch - Pommersche war,noch

zum Uebungsplatze.

Der Lieutenant Hei-

an

dem Tage,

auf dem die Schwedisch - Pommersche war,noch zum Uebungsplatze. Der Lieutenant Hei- an dem Tage, wo

wo Gratien und

30. Mai die gewisse Nachricht, daß der Feind, Holländer und Danen, sehr stark an der Zahl sey, und daß er sich nur in einer Entfernung von einigen Meilen noch von Stralsund be der Trompeten, das Rufen der Hörner tönte durch die Gassen. Jn fanterie, Jäger zu Pferd und zu Fuß, Husaren, Ublanen, Ar tilleristen erfüllten die angewiesenen freien Plätze und erwarteten den Wink ihres Feldherrn, dem Feinde entgegen zu Sein guter Genius verließ jetzt Schill, dennoch blieben die Truppen munter; frohe Gesänge, von Musik begleitet, erschallten, hohe Wachtfeuer schlugen ihre Flammen in die Höhe und schienen, hellen Schein verbreitend, der Finsterniß zu spotten. Jndeß war das vereinigte Holländisch-Dänische Corps am frühen Stralsund aufgebrochen, Meilen zurückzulegen. saren, einer Schwadron holländischer Cürassiere, 4 Compagnien holländ. Voltigeurs und 2 Jägereempagnien vom oldenburgi schen holländ. reitender Artillerie ; und es erhellte aus dieser Mischung von Truppen , die auch bei der weitern Entwicklung des Ge fechtes beobachtet wurde, daß die Anführer den Geist der Nach- eiferung fernung Auf der Hälste Weges stieß. man auf die Vorposten Schill's, . die sich fechtend zogen. Während der Annäherung des Feindes, von welcher man in Stralsund zeitig genug benachrichtigt worden war, traf Schill Er selbst war für seine Person seine Jnfanterie vertheilte er die Reiterei hielt er auf dem Markt platze schlagfertig versammelt. sunds imponirte ihm noch immer; fehl, erst aufzusitzen, wenn der Feind zum Weichen gebracht sey. Empfindlich war der Mangel an guten Artilleristen ; Schill hatte in Stralsund 4 Schwadronen Husaren , 3 Schwadronen Uhla- nen, t Schwadron reitender Jäger, zusammen 750 Mann an

fände.

Das Wirbeln

muthvoll

der

Trommeln, das Schmettern

gehen und ihn anzugreifen.

Allein

kein Befehl erschien!

Morgen des 31. von

Richtenberg zum

Angriff auf

und hatte bis zu dieser Stadt noch 2

Der Vortrab bestand aus dänischen Hu

und holsteinischen Jnfanterieregimente, sammt 2 Stücken

Jn einiger Ent

dadurch hatten hervorrufen wollen.

folgte

vereinigt.'

das Corps selbst, in einer Colonne

gegen das Franken- und Tribseerthor zurück

seine Vertheidig ungsmaßregeln.

bei einer Batterie am

Tribseer-,

an die 3 andern Thore,

Tie Jdee von der Festigkeit Stral

denn letztere erhielt den Be

einer Batterie am Tribseer-, an die 3 andern Thore, Tie Jdee von der Festigkeit Stral denn

'

6^

Cavallerie, L0 Artilleristen, dann 4 Compagnien regulärer Jn fanterie und ein Bataillon Landwehre von Rügen, im Ganzen höchstens W0 Mann. von allen Waffen noch nicht landen können, Schill auf Rügen 400 Mann gelassen, und etwa.40 detaschirte Pferde waren noch nicht eingetroffen, und warfen sich später über die preuß. Grenze. Alle Truppen in Stralsund waren voll Much und Feuer; in der Stadt selbst herrschte Todtenstille, die meisten Bewohner hat ten ihre Häuser streng verschlossen. Als die feindlichen Truppen im Angesichte der Stadt er- schienen , engagirten das kleine Gewehrfeuer, mußten sich aber vor der Uebermacht zurückziehen, nachdem sie sich lange und tapfer vertheidigt hatten. Es war 10 Uhr des Morgens. gebungen Schill's, besonders der tapfere und kampflustige Brün- now in ihn, einen Ausfall zu unternehmen, und über den noch jornicht, entwickeltenlaß mich mitFeindder herzufallen.Cavallerie einhauenBrünnow, jetztrief:oder Liebernie istMa-der

Lieutenant Barsch hatte seine 300 Mann

die vorliegenden Schill'schen Jäger zuerst

Auch jetzt noch drangen die Um

günstige Augenblick erschienen"; worauf Schill antwortete : Bru der, es ist noch nicht die rechte Zeit; es geschehen soll. will ich über sie herfallen und ihnen den Kehraus spielen. Stral sund sollen sie nicht bekommen, und wenn ihrer noch einmal so viel wären." hätten die 750 Mann Cavallerie herausgehen dürfen , so hätte der Feind ihrem stürmischen Angriff nicht widerstanden. selbst war gewärtig, daß er nicht genug eilen zu können glaubte, sich gegen diese gefürchteten Schwadronen zu sichern, indem er sich in meh reren Vierecken aufstellte, denen ein Bataillon zur Reserve diente, während das Geschütz auf den Flügeln und in den Zwischenräu men vertheilt wurde, und 3 Eseadrons holländ. Cürasfiere die rechte Flanke deckten. Sobald Gratien und Ewald in dieser Haltung mit ihren Truppen bis auf Schußweite herangenaht waren, und insonder heit schienen, erhob sich ein hestiges und mörderisches Feuer aus dem dienunggroben Geschütze,gut genugdas unterhaltenvon den Wällenwurde,trotzumderdemungeübtenFeinde eineBe?

ich werde befehlen, wann

Erst sollen sie sich die Hörner ablaufen, dann

Der günstige Augenblick wurde versäumt; denn

auch eines solchen kühnen

Dieser

Reiterangriffes so ganz

zu bedrohen

das in der Mitte gelegene Tribseer Thor

denn auch eines solchen kühnen Dieser Reiterangriffes so ganz zu bedrohen das in der Mitte gelegene

0.5

Menge Leute ausser Gefecht zu setzen. , Schill ritt überall her um, seine Anordnungen zu treffen, und wo er sich nur sehen ließ, Er ließ die 4. Eseadrons sei ner Husaren absitzen, mit Gewehren versehen, um die Jnfanterie an den Thoren und in den vor denselben angelegten Abschnitten zu verstärken ; das Gefecht schien eine günstige Wendung zu neh men und der Angriff auf das Tribseer Thor ward mit Erfolg zurückgewiesen, so wie auch gegen das Frankenthor nichts von Ganz vorne, am Tribsetr Thor, dicht am Graben, focht die 4. Eseadron, die, nachdem sie auf ihre Säbel geschworen, ihren Posten zu behaupten, sich an diesent Tage als eine Heldenschaar bewährte ; nur einige Schritte vom Feinde entfernt, unterhielten diefe Husaren ein beständiges Feuer , und indem sie die Gewehre mit einer Menge Rehposten luden, schleuderten sie einen todtverbreitenden Hagel in seine Rei hen. stiegen, wieder hinunter. nen, und feuerten sie statt einer Lunte mit angezündetem Schwamm ab. ihnen zu : Kameraden, ihr habt bewiesen, was Cavallerie ver mag , jetzt erringt ihr auch als Jnfanteristen den ersten Preis ; ein Ehrenzeichen um Ein lautes Hurrah, von Kanonen donner und Gewehrfeuer gemischt, verschlang das Ende dieser Anrede. fizier an das Frankenthor, um zu sehen, wie es dort zugehe. Hier herrschte jedoch Ruhe, indem der Feind seinen Hauptstreich auf einen andern Punkt eonzentrirte. Nach Gratien's Plane sollten die Angriffe auf das Tribseer- und Franken - Thor dessen Begünstigung sich ein großer Theil seiner Macht unbemerkt zur Linken gegen die See zog, um durch das Knieperthor einzu brechen. Nach der Versicherung eines holländischen Offiziers fand sich die Nacht zuvor ein Bauer bei dem General Gratien ein, und machte ihn auf dirß am weitesten entlegene Thor aufmerk sam. Angriffes; gerte ihn bis Mittag. gelangt war, Echneidawind/ Bd

wurde er mit Vivat empfangen.

Bedeutung unternommen wurde.

Mit dem Bajonett stießen sie viele, die die Brustwehre er

Ja Husaren bedienten einige Kano

Schill' ritt trotz des mörderischen Feuers unter sie und rief

ihr Alle sollt zum Andenken dieses Tages

den rechten Arm tragen!"

Schill blieb am

Tribseer Thor, und sendete einen Of

nur als ein falscher Angriff gelten , unter

Der General Ewald selbst übernahm die Leitung dieses

der Umweg, den man dahin machen mußte, verzö

Sobald man dem Thor gegenüber an

von einer

bildete Ewald 2 Colonnen, die beide

II.

5

den man dahin machen mußte, verzö Sobald man dem Thor gegenüber an von einer bildete Ewald

dt,

Abtheilung dänischer Reiterei gefolgt wurden, zwischen denen links und rechts die holländische reitende Artillerie aufgefahren war. Hierauf rückte die erste Colonne in vollem Laufe und unter hef tigem Geschrei gegen das Thor an, welches zu beiden Seiten durch Batterien mit 12 Geschützen gedeckt war. Wirklich hatte sich Schill hier eines ernstlichen Anfalls am we nigsten versehen; die Schanzarbeiten waren an dieser Seile am wenigsten vorgerückt, und nur die ungeübtesten Truppen unter Die Geg ner hatten verschiedene Gräben und Abschnitte auf einem schma len Damme und drei Brücken zu passiren ; um nun die eine der schickte man ei ligst auf das Rathhaus , um Brennstoff zu reaniriren , was An laß zu der Sage gab, daß Schill von dem Magistrat Pech und an allen Ecken anzu Die erste Colonne des General Ewald, obgleich sie ihre rechte Flanke dem Geschütze von den Wällen bloßstellen mußte, drang dennoch, unterstützt von der zweiten, im Sturmschritt mit grosser Entschlossenheit vor; die unvollkommen hergestellten Wälle wurden erstiegen, die Batterien, nach Niedermetzelung der weni Die Landwehr warf die Gewehre weg und flüchtete dem Hafen zu, wo es den Meisten gelang, sich in die nächsten Fahrzeuge zu werfen und quer über den schmalen Sund die nahe Heimath zu erreichen. einigen Andern an seiner Seite dem Feinde als Gefangener in die Hände, konnte jedoch wieder entwischen und sich in dem Hause eines Bekannten verbergen. Schill'schen, die nicht zu Schiffe entflohen, gen Rückzuge in die Stadt ihr Heil, und die Holländer und Dä nen stürmten ihnen durch das Thor nach, und warfen sich in die Stadt. Wagen, mit Pallisaden beladen, welche zur weiteren Befestigung vor dem Thore hatten gebraucht werden sollen , den Durchgang und konnten weder umgewandt, noch bei Seite gebracht werden. Dies verschaffte den gedrängten Schill'schen einigen festen Halt, den sie dazu benutzten , sich zum Theil in die anstoßenden Häu ser zu werfen und sofort ein lebhastes Gewehrfeuer gegen den Feind zu erneuern, während er nur einzeln sich zwischen jenem

Petersons Anführung zur Vertheidigung aufgestellt.

selben abzubrennen, und den Feind aufzuhalten,

Schwefel gefordert habe, um die Stadt

zünden.

gen Artilleristen genommen und das Thor überwältigt.

Petersen, nachdem er tapfer gefochten hatte, fiel nebst

Die am Knieperthor überwältigten

suchten in einem eili

Gleich in der ersten Gasse, sperrten zufällig

nebst Die am Knieperthor überwältigten suchten in einem eili Gleich in der ersten Gasse, sperrten zufällig

ein paar

t>7

Aber mit jedem Augenblick wuchs seine Zahl ; ihm folgte auch seine Reiterei, und während Alles, was sich hier zur Wehre setzte, niedergemacht wurde, wurde der Rest, dem man zum Theil durch Nebengassen in die Flanke kam, gegen den Markt getrieben. Während dieser Vorgänge war Schill beschästigt, die Ver- theidigung am Triebseer-Thor persönlich zu leiten ; die Cavalle- durch ihre Erscheinung überall hätte den Ausschlag geben können , beharrte nach seinem Willen als Reserve unthätig auf dem Markte abgesessen. und da einzelne dänische Rothröcke, und war noch immer so we nige von der eigentlichen Gefahr unterrichtet , daß Manche sogar mit einer von ihren heißen Wünschen unterstützten Leichtgläubig keit in jenen Plänklern die gleichfalls roth unifvrmirten Englän der zu erkennen glaubten , welche so eben im gelegensten Augen blick gelandet seyn möchten. Diese wunderliche Täuschung schwand jedoch um bald eine feindliche Absicht verriethen, und nachdem sie den Ueber- raschten kaum die Zeit vergönnt , den Sattel zu gewinnen , auch zu einem lebhasten Angriffe von mehreren Seiten hervorstürzten. Es entstand ein Gefecht/ das in diesem engen, jeder geordnete» Bewegung so ungünstigen Raume bald in ein verwirrtes Hand gemenge und eine blutige Metzelei ausartete. Tief erschüttert durch die endlich auch an das Tribseer Thor gelangte Nachricht, daß es dem Feinde gelungen sey, vom Norden "her in die Stadt einzudringen, sprengte Schill dem bedrohten Punkte zu. Er wollte den Lieut. Tritschler mit einer Compagnie Infanterie vom Frankenthor an das Knieperthor bringen, als ihm der Graf Moltke unterwegs die Nachricht brachte, daß das ,,So «ollen wir Da jedoch die zum Thore führenden Straßen schon vom Feinde erfüllt waren, so ritt Tritschler Wo geht die Retirade hin?" dem er aber ziemlich ruhig antwortete: Wollt und könnt ihr euch retten, so rettet euch; wollt ihr aber sterben, so sterbt mit mir !" darauf gab er seinem Pferde die Sporen und eilte auf den großen Markt , um sich an die Spitze seiner Reserve zu

zufälligen Hinderniß hindurchdrängen konnte.

mit Ungestüw von Straße zu Straße und

rie aber, welche auch jetzt noch

und

'

war größtentheils

Schon nahte das Getümmel, schon erblickte man hie

so schneller, da tte sich entwickelnden Massen nur zu

Knieperthvr erstürmt sey.

Schill antwortete :

sie hinauswerfen !" und ritt weiter.

an den Major heran , und fragte ihn :

erstürmt sey. Schill antwortete : sie hinauswerfen !" und ritt weiter. an den Major heran ,

setzen und das Verlorne zurückzugewinnen. Schon war die Truppe in ein regelloses Chaos und dorthin zurüekgedrängt. saren und reitenden Jägern auf seinem Wege fand, wandte sich, gegen das Knieperthor vordringend, bald in die eine, bald in die andere Straße und' warf in verzweiflungsvollem Muthe Alles Die errungenen Vor theile kräftig verfolgend, waren jedoch indeß immer neue dänisch- hollandische Abtheilungen durch das offene Knieperthor herein gezogen. Noch einmal gelang es den Schill'schen in der Mühlen- Kraße, das 9. holländische Regiment bis an den alten Markt zurückzudrängen , doch endlich mußten sie völlig weichen , da die Jetzt verbreitete Haufe focht gegen Haufe, Mann gegen Mann ; aller Zusammenhang in der Vertheidigung war aufgelöst. welchem Schill eine Schwadron Uhlanen untergeben , griff an der Spitze derselben einen Seine Schwadron wurde von der Uebermacht Sturz seine Pike , fuhr aber fort, sich mit dem obern Theile derselben gegen die von der rechte Arm wurde ihm durch mehrere Htebe gelähmt, ; er nahm den Stumpf seiner Waffe in die linke Hand , schlug den ihm mehrmals angebotenen Pardon aus, und sank endlich, bedeckt mit Wunden, zu Boden. Gleich bei der Erstürmung des Knieper- thores hatten sich 10 12 Schill'sche Jäger, vom Feinde hart bedrängt, in den mit Schießscharten und Fensteröffnungen ver und unterhielten von demselben herab auf die über den schmalen Damm heranziehenden Truppen, insonderheit aber auf deren Offiziere, ein unausgesetztes Feuer, gezwungen, den Thurm zu stürmen: allein auch dann noch, als sie bereits ihr Pulver gänzlich verschossen hatten, von der über menschlichen Anstrengung erschöpst und durch die eindringende Menge überwältigt waren, wehrten sie sich bis zum letzten Athem- Andere 15 Jäger, sich hinter Kellerhälse und Hausvorspringe verbergend, verthei- digten eine Straße eine halbe Stunde lang gegen eine Compagnie

Man sah sich endlich

allen Seiten auf ihn einhauenden Feinde zu wehren ;

aufgelöst und einzelne Haufen hiehin

Schill sammelte, was er von Hu

vor sich nieder, was ihm entgegenstand.

Zahl ihrer Gegner sich immer vergrößerte.

sich das verwirrte Gefecht durch die ganze Stadt,

Der Lieutenant von Halletins,

bei weitem überlegenen Trupp feind

licher Reiterei an.

zersprengt, sein Pferd getödtet; er zerbrach beim

sehenen Thurm des Thores geworfen,

welches jenen viele Leute kostete.

zuge, und wurden sämmtlich niedergemacht.

beim sehenen Thurm des Thores geworfen, welches jenen viele Leute kostete. zuge, und wurden sämmtlich niedergemacht.

69

Holländer, deren sämmtliche Offiziere sie erlegten. Zwei Schill'sche Husaren hieben den holland. Oberst Dolleman vor der Front seines Die Schill'schen Husaren und die Jäger, Mitten in als in Stralsund nichts mehr zu der sich auf dem alten Markte bisher erbittert mit den dänischen Husaren herum schlug, den besonnenen Entschluß, sich mit allem, was er um sich herum zu sammeln vermöchte, so kühn dieses auch scheinen mochte, durch das Frankenlhor einen Ausgang auf der Landfeite zu bahnen. Etwa 150 Reiter aller Grade schlossen sich ihm an; allein un bekannt mit der Oertlichkeit des Platzes ritt er in einer Seitengasse des Fährthors, und erst durch Hülfe eines kundigen Offiziers ward er auf den richtigen Weg geleitet. immer Mannschasten zu Pferd und zu Fuß anschlossen, erreichte glücklich das Frankenthor, wo der Feind am mindesten zahlreich entgegenstand, und drang ungetrennt durch dasselbe auf das freie Feld. Schill hatte mittlerweile tapfer aber umsonst seine Gegner bekämpft. dem Augenblicke, wo Pferde vor dem Eingange einer engen Straße hielt, um die mitimmereinernoch Schaarin StralsundseinereinziehendenGetreuen inTruppeneben diesedefilirenengezu Gasse,sehen, >

Reiterregiments nieder.

die zu Fuß kämpsten, wurden fast alle niedergemacht.

diesem allgemeinen Tumult,

gewinnen stand/ faßte Lieutenant Brünnow,

geriech dann in die Gegend

nach dem Hafen,

Brünnow, an den sich allmälig noch

Auf seinem fruchtlosen Umherschweifen erschien er in

ein Theil der feindlichen Generalität zu

Frankenthor retirirenden Reiterei'

entweder um der nach dem Brünnow's zu folgen, oder weil er, alles für verloren erachtend, und um so viele tapfere Waffenbrüder nicht zu überleben, den Tod von Feindes Hand suchte. lopp und mit geschwungener Klinge mitten in den Generalstab, stürzte sich auf den holländ. Generallieutenant Cateret, und hieb vom Pferde. Umgebung Cateret's auf ihn ein , und er bekam von einer Or donnanz einen kleinen Hieb über die Stirn, worauf er umwandte, Es Er schwankte schon merkbar im Sattel, entweder weil er schon früher einen Streifschuß bekommen, oder weil ihn hier eine nachgesandte Kugel getroffen.

Jndem er nun aus ienem Gäßchen wieder in

scheint, daß er von den Seinigen bereits abgekommen war.

sich mit der Hand die Wunde

Sogleich drang die

ihn mit krastvollem Streich

Er sprengte im gestreckten Ga

zuhielt und fortgnloppirte.

Hand die Wunde Sogleich drang die ihn mit krastvollem Streich Er sprengte im gestreckten Ga zuhielt

70

die Fährgasse einbog, welche neben einer Wasserpumpe damit beschästigt waren, einen Das ist Schill!" rief der Verwundete; und sofort auch rafften die Hol länder ihre Gewehre auf und schoßen nach dem Bezeichneten. Da dieser aber nicht gleich stürzte, so liefen sie ihm nach, und Die Kugel, die Schill tödtete, hatte den Kopf getroffen, war aber nicht durchgeschlagen, sondern über dem rechten Auge liegen geblieben; die Soldaten plünderten de« Leichnam und wurden nicht Müde ihn zu mißhandeln. Jnzwischen wehrte sich, was zu Schill's Sache geschworen, noch einige Zeit fort, wurde. Grunde, odertheilte, von allen Seiten umringt und eingeschlossen, das für diese Braven doppelt entsetzliche Loos der Gefangenschaft.

stieß er auf einige holland. Voltigeurs,

Gefangenen vom Blute seiner Wunde zu reinigen,

hieben ihn vollends vom Pferde.

bis Tod oder

Gefangenschast das Loos

Was am Tribseerthor gefochten hatte, ging meist zu

'

Nur ein kleiner Theil der Uebrigen , zu welchem auch nach und nach mehrere Jäger stießen, bahnten sich unter Anführung des nach der Hafenseste und rettete sich, mit Ausnahme des Nachzuges, welcher sich nicht schnell genug in die Böte werfen konnte, nach Rügen; anzu Nach einem Gefechte von zwei Stunden blieben die Truppen der Generale Gratien und Ewald Meister des Kampf platzes, Unkundig der schrecklichen Begebniß, die in Stralsund sich zugetragen, ertheilte Brünnow, der vor dem Frankenthore stand, der Jnfanterie-Compagnie an diesem Thore Befehl , wieder in die Stadt zu dringen, während er mit seinen Reitern in die vor dem Knieperthor sich fornsirenden feindlichen Colonnen einhauen wollte. Getöse um so mehr eontrastirte, und die nur noch von einzelnen Schüssen unterbrochen wurde, gab indeß Brünnow und seinen Waffengefährten die Gewißheit , daß das Gefecht beendigt sev ; seine Schaar gischen Husaren- Regiments zu 156 Pferden, Stralsund geflüchteten Jnfanterie und Uhlanen, Mann. Ein Regiment holländischer Cürassiere, 3 Eseadrons Dänen, esn Geschwader franz. Gensd'armes, nebst einer holland, reitenden

einen Weg

Lieutenant von Blankenburg mit Erfolg

andern gelang es , sich an Lieutenant Brünnow

wenigen

schließen.

Die dumpfe Stille in der Stadt, die mit dem vorigen

bestand nur aus dem Reste des 2. brandenbur

und einiger aus

dumpfe Stille in der Stadt, die mit dem vorigen bestand nur aus dem Reste des 2.

vielleicht 300

71

Batterie kamen von verschiedenen Thoren Stralsunds herbei und bildeten in möglichster Schnelligkeit einen Halbkreis um Brünnow's Schaar; zugleich schmetterten die Trompeten und verkündigten laut den Wunsch, mit ihr zu unterhandeln. Brünnow mit einem andern Offizier ritt auf die Höhe, wo ein französ. Oberst vom Generalstabe sie begrüßte, und sein Ehrenwort gab, daß der Major Schill todt sey , der Rest des Corps desselben möchte also, Brünnow erwiderte, man wäre von den Franzosen zu ost getäuscht worden, um ihnen ehe er sich daher zu irgend etwas entschließe, müßte er Gewißheit von seines Chef's Tode haben, nicht verlassen würden; Offiziere, einige Unteroffiziere und Husaren in die Stadt gingen, um sich zu überzeugen. dieser Vorschlag als Unterpfand bewilligt waren, dursten die beiden preuß. Lieut. v. Rudorfs und v. d. Horst in die Stadt reiten, um sich Schill's Leichnam zeigen zu lassen. kundevorgezeigtmit, woraufworden,Brünnowkehrten sieerklärtezurück: daundSchillbrachtenwirklichdie gefallen,Trauer-

Nachdem ihnen der entseelte Körper

gewährt , und nachdem 2 holländische Offiziere

von der Uebermacht umringt, eapituliren.

auf ihr bloßes Wort Glauben beimessen zu können;

indem er und seine Cameraden ihn lebend

man möge daher erlauben, daß zwei

Zu seiner Verwunderung wurde ihm

mit seinem Tode der Zweck, für den sie gestritten aufgehört habe, so verlange er für Alles, was sich außerhalb der Stadt befände, freien Abzug in ihr Vaterland. Gratien, der mit vieler Achtung von Schill sprach, entgegnete : er könne zufolge seiner Jnstruetion und keine Art von Unterhandlung treten ; es bleibe ihnen keine andere Wahl, als sich zu ergeben, wogegen er aber bei seinem Ehren worte versichere, daß er sie anständig und schonend behandeln Die Schill'schen waren aber nicht gesonnen, Verspre chungen zu trauen , die , durch nichts garantirt , so leicht umge stoßen werden konnten, sondern erklärten, sie wären fest entschlossen, vor Stral- sund's Mauern ihr Grab zu finden, oder mit militärischen Würden frei in ihr Vaterland zu unterwerfen; zugleich verlangten sie eine anständige Beerdi gung ihres ehemaligen Chefs, und zeigten an, daß wenn in einer halben Stunde nicht die letzte Entscheidung käme , sie des War tens müde,

Brünnow erklärte nun zugleich

zurückzukehren und sich dann den Gesetzen

diesen Unglückstag entweder nicht zu überleben und

dürfe also mit ihnen in

sie nicht als Soldaten betrachten ,

einhauen würden.

entweder nicht zu überleben und dürfe also mit ihnen in sie nicht als Soldaten betrachten ,

72

seine Truppen und Wehre als ursprüngliches preuß. Eigenthum und forderte freien Abzug nach Preußen um so nachdrüeklicher, weil er Schwanken in der Entschließung des Feindes bemerkte, welcher zwar den Abzug zugestehen zu wollen schien, aber zugleich verlangte, daß er den Rest des Tages und die Nacht unter den Thoren des Platzes und der Bewachung seiner bisherigen Gegner Freier Abzug auf der Stelle, mit Pferd und Waffen', oder nach 10 Minuten zum Angriff auf Tod und Leben ! blieb Brünnow's feste Bedingung; zugleich ließ er seine vom gleichen Muthe beseelten Leute sich fertig machen. Jn dieser verhängnißvollen Ungewißheit entfernten sich leider einige Offiziere und Gemeine, die andern aber waren bereit zu sterben. Schaar rang dem General Gratien eine Convention zum freien Abzuge in das preuß. Gebiet , und zwar auf Demmin und An- elam ab, unter Begleitung zweier holländischen Stabsoffiziere. Brünnvw brach auf der Stelle mit seinem Haufen auf, die Hol länder und Dänen machten an demselben Tage wurde Grimmen, am 1. Juui aber Demmin phne ferneren Anstoß erreicht. Einen Beweis der tapfern Gegenwehr der Schill'schen in Stralsund liefert der Verlust der Dänen und Holländer, indem " nach einem Geständniß des Capitän Jansen, in Gratien's Adju- die Dänen aber 7 nach der Angabe eines Schill'schen Offiziers hätten die Dänen und Holländer sogar 1700 Soldaten und 37 Offiziere verloren. Wäre die Anzahl der Ver wundeten in den Lazarethen nicht ausnehmend stark gewesen, so möchte es wohl nicht der am 16. Juni von der Direction des Militärhospitals in Stralsund erlassenen öffentlichen Aufforderung bedurft haben, Charpie und Leinwand zu versehen. Kaum war indeß das erste wilde Getümmel der Erstür mung einiger besonnenen Ordnung gewichen, so war auch Ge neral Granen darauf bedacht, diejenige Thatsache, welche seinem Siege den entscheidenden Werth verlieh und seinen Austrag zum Ziele führte, Schill's Tod, auf eine sichere und genügende Weise außer Zweifel zu stellen. seinen Leichnam noch mit mehreren Stichen und Hieben bis zur

z ,bringe, worauf man weiter verfügen wolle.

Die Entschlossenheit Brünnow's und seiner

auf beiden Seiten Platz, und noch

tantur, diese 23 Offiziere und 800 Mann,

Offiziere und 120 Mann embüßten;

hinreichenden Vorrach von

dasselbe mit einem

Die Hände, durch die er fiel, hatten

Offiziere und 120 Mann embüßten; hinreichenden Vorrach von dasselbe mit einem Die Hände, durch die er

73

und die Kleider abge- nach dem alten Markt ge auf Der Major von Parsenow, bei welchem Schill sein Quartier ge nommen, sein eigener Bedienter, sein Reitknecht und mehrere andere Personen, die ihn genau kannten , wurden herbeigeholt und aufgefordert, den Leichnam genau zu untersuchen und sich darüber zu erklären, ob sie denselben für denjenigen Schill's aner kennten. Gesichtes zweifelhast und uneinig unter sich, und keiner wollte die vorgelegte Frage mit Gewißheit entscheiden ; endlich erkannte Schill's Reitknecht den Leichnam, und da auch alle übrigen Um stände seines Todes halten wurden, so verschwand zuletzt jeder noch obwaltende Zwei fel Weisungen für einen Fall, wie gegenwärtig eingetreten war, be fahl Gratien den Kopf vom Rumpfe zu trennen und in Wein geist aufzubewahren. Jnhalte wurde dem Generalstabsarzt Or. Brugmans in Leyden, von diesem aber dem dortigen anatomischen Museum geschenkt, wo das Haupt Schill's, in der letzten Zeit jedoch den Blicken des Publikums entzogen, bis zum September 1837 aufbewahrt wurde. Was von dem Leichnam nach jener Operation noch übrig ge blieben war, wurde, mit Beseitigung alles Anstandes, auf einem mit Stroh belegten Leiterwagen zur Einscharrung auf dem vor dem Knieperthor gelegenen St. Jürgen-Kirchhofe, dem allge meinen Begräbnißplatze der Einwohner, abgeführt. Dr. Brug mans hatte testamentarisch angeordnet, daß, wenn eine deutsche Stadt das Haupt Schill's verlangen würde, solches derselben ausgeliefert werden solle; denn nur in deutscher Erde dürfe das Haupt des deutschen Mannes ruhen. Als man nun im März 1837 erschossenen Schill'schen Krieger daselbst ein Denkmal setzte, wurde es durch Verwendung des Prinzen Friedrich von Holland dahin gebracht, daß das Haupt Schill's mit den Resten der ehemaligen tapferen Gefähr ten im Schoost der Erde vereint werde, und dasselbe auch wirklich wohl erhallen hierzu aus Leyden nach Braunschweig durch den Professor Blume am Ii). Sept. 1837 überbracht, wo es einige

den Ueberresten der in Braunschweig

Das Gefäß mit diesem so interessanten

Versehen mit bestimmten

.Unkenntlichkeit zerfetzt, ihm den Orden

rissen und ihn dann

schleppt, wo er unter

im Triumph

den offenen Halten des

Rathhauses

einem der dort stehenden Fleischbänke ausgestreckt wurde.

Allein die Gefragten wurden wegen des verunstalteten

mit Sorgfalt erforscht und zusammenge

bei den

feindlichen

Behörden.

Allein die Gefragten wurden wegen des verunstalteten mit Sorgfalt erforscht und zusammenge bei den feindlichen Behörden.

7^

Zeit im Saale des Neustadt-Rathhauses aufgestellt war, dann aber in einer Todten-Urne feierlich beigesetzt wurde und folgende Jnschrist erhielt:

Pas Haupt /erdinand's von Schill,

zu Stralsund

Feindes Hand von dem entseelten Körper

getrennt und bis dahin zu Lenden aus-

bewahrt, wurde am 21. September 1L^7

allhier feierlich beigesetzt." ')

am

?. Juni

traf General

durch

Am rungen , mit Hilfe der noch vorgefundenen Transportmittel das holland. 6. Regiment nach Rügen überzusetzen, um sowohl die sich von den Schill'schen Truppen schon früher auf der Jnsel befand, aufzuheben. noch an der Küste vor Anker, als gegen Abend der Lieutenant Mpltke, der sich mit einigen Leuten aus Stralsund gerettet hatte, und die schreckliche Kunde von Jn dieser Nach Eng- land zu entkommen , war nicht möglich , schon wegen der däni schen Kaper, auch die englische Flotte zeigte sich nirgends, daher Mit diesem Entschlusse war alle "Mannschast zufrieden, mit Ausnahme des Lieutenant Franeois, der sich entschloß, sich mit seinem Schiffe und zwei andern, die sich ihm noch anschlossen, und mit 86 Mann und 18 Pferden nach der schwedischen Küste zu entfernen. Bartsch blieb mit den , ihm treu gebliebenen Fahrzeugen möglichst lange an der Küste von Rügen, um noch die größte Zahl der auf der Jnsel befindlichen Truppen und der aus Stralsund entronnenen Flüchtlinge , namentlich den Lieutenant Blankenburg mit seinem Trupp aufzunehmen, was ihm auch so gut gelang, daß dem

thätige Vorkeh-

3l. Mai

Gratien

dorthin Gefluchteten zu verfolgen,

als auch das, was

Der Lieutenant Bartsch lag mit seiner Eseadre

unerwartet am Bord erschien,

der gänzlichen Niederlage des Corps überbrachte.

Krise mußte ein schneller Entschluß gefaßt werden.

es am besten, nach Preußen selbst zurückzukehren.

schien

i) Geißler, S. S9-4o.

ein schneller Entschluß gefaßt werden. es am besten, nach Preußen selbst zurückzukehren. schien i) Geißler, S.

landenden hollandischen Regimente nur 34 Mann als Gefangene jn die Hände fielen. den nöthigen Lootsen versehen hatte, unter Segel, und traf am 1. Juni Nachmittags glücklich auf der Rhede von Swinemünde ein, wo er sich den Preußen ergab, und mit seinen Truppen, Pferden und Waffen ausschiffte. Die Schaar von Brünnow übergab sich zu Demmin eben- falls den Preußen, so daß sich alle geretteten Detaschements von Schill's Corps, mit Ausnahme des Detaschements von Franeois, auf preußischem Boden befanden. Franeois und seine Gefährten, welche noch den gefangenen franz. Obersten Dupin als Geisel mit sich führten, wurden von einem verrätherischen Lootsen nach Dragoe geführt, wo sie von den Dänen gefangen, ausgeplündert wurden. sogar eine Zeit lang in die Citadelle von Kopenhagen wandern, aus welcher er seine Freiheit nur durch die Verwendung Du- pin's erhielt. sich auf das preußische Gebiet rettenden Schill'schen aufzunehmen, während er viel lieber mit Schill selbst zugeschlagen hätte; ein und Un- schuld der Schill'schen Offiziere, und ein königlicher Befehl reor- gqnisirte die Trümmer des Corps, welche sich in das Vaterland gerettet hatten. General Gratien, welcher die Stadt Stralsund in Verdacht hatte, Schill zu sehr begünstiget zu haben, ließ mehrere Bürger verhasten und in Untersuchung ziehen, doch blieb das Verfahren ohne weiteren Erfolg; Lieutenant Peterson aber wurde vor eine Militäreommission gestellt, und als Landesverräther und werk- thätiges zum Tode verurtheilt. keine Verwendung der angesehensten Einwohner der Stadt ver mochten ihn zu retten. eine Kugel das Herz auf der nämlichen Batterie am Knieper thor, die er angelegt und so tapfer vertheidigt hatte. Am 3. Juni kehrten die Danen in ihre Heimath zurück, und nahmen einen beträchtlichen Theil mecklenburgischer Gewehre mit, die man zu reelamiren vergessen hatte; der General Gra seinen Truppen Stralsund, und übergab den Platz einer mecklenburgische» Be

Bartsch ging , nachdem er sich zuvor mit

, und ihnen

ihre Schiffe abgenommen

Franeois mußte

Dem General Blücher ward das Geschäst, die

Kriegsgericht entschied in Stargard über die Schuld

Jnstrument der getroffenen Vercheidigungsanstalten

Kein Flehen der Gattin und Kinder,

Am 4. Juni Morgens durchbohrte ihm

tien aber verließ mit

den 9. und 10. Juni

Kein Flehen der Gattin und Kinder, Am 4. Juni Morgens durchbohrte ihm tien aber verließ mit

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satzung wieder. offiziere und Soldaten wurden auf Wagen fortgebracht. Das schlimmste Loos wurde denen von Schill's Schaar, die lebendig in die Gewalt der Feinde gefallen waren. um schmählichen Tode gemeiner Hinrichtung selaverei zu entgehen ! meinen wurden nach Frankreich.geführt, wo sie als Brigands" zur Galeerenarbeit in den Häfen von Brest und Cherbourg ver- urtheilt wurden, nachdem Einige füselirt hatte. Juli im Gefangnisse sitzen, und wurden dann, gemeinen Ver brechern gleich, nach Cassel, endlich nach Wesel geschleppt; dort trat am 16. September eine von dem franz. General Dalle- magne berufene, militärische Spezialeommission, unter dem Vor welche die Lieute nants Jahn (31 Jahre alt) , Carl v. Wedell (23 Jahre alt), dessen Bruder Alb. v. Wedel! (20 Jahre alt), v. Keller (25 Jahre alt), Gabain (25 Jechr alt), v. Flemming (19 Jahr alt), v. Keffenbringk (18 Jahr alt), v. Trachenberg (25 Jahr alt) und als zu der Bande von Schill ge An demselben Tage, Nach mittags um 3 Uhr, wurden diese Offiziere zu Zweien aneinander- Sie Dodendorf gefangenen Schill'schen Offiziere Heinrich v. Wedell und Zaremba verseufzten mehrere Jahre in franz. Kerkern, bis General Der Rest der Schill'schen wurde 1814 durch den Sieg des ver bündeten Europa's von den Galeeren befreit. Das war das Ende Schill's und seiner Getreuen! Kanitz >) sagt hierbei: Wohl mag Schill's Unternehmen harten Tadel verdienen, wohl dürste bei einer strengen Untersuchung gefunden werden, daß er der Aufgabe, die er vermessener Weise sich selbst gegeben, oder von Andern verleitet übernommen hatte,

sie auf

Hätten

Die gefangenen 11 Offiziere und 557 Unter

sie

lieber den Heldentod

den Führer gefunden, um dem

oder der

Galeeren-

Die gefangenen Unteroffiziere und Ge

man in Braunschweig zuvor noch

Die Offiziere mußten bis zu Anfang des

sitze des Bataillonschefs Grand, zusammen,

alt), Schmidt (29 Jahr alt) , Felgentreu (22 Jahr

Galle (29 Jahr alt)

hörig," zum Tode verurtheilte.

gefesselt, erschossen.

starben mit Heldenmuch.

Die bei

Hogendorp's Verwendung Befreiung fanden.

«) Nachr. und

Betracht, über die Thaten und Schicks, der Reiterei 2. Thl. S. tg2.

Verwendung Befreiung fanden. «) Nachr. und Betracht, über die Thaten und Schicks, der Reiterei 2. Thl.

77

nicht gewachsen war; auch rein militärisch betrachtet, mögen ihm verdient die Uner- schrockenheit Achtung , mit der er sein Abenteuer zu Ende führte. Dieser Grundzug seines Charakters sprach sich bedeutsam in der Devise aus, die er häufig im Munde führte: Besser ein Ende Dieser Wahl spruch bezeichnet zugleich den Sinn seines Unternehmens charak teristisch genug." Schill's Tod, obgleich gerichtlich bestätiget, wurde doch lange nicht geglaubt, und bis in die Zeit des Befreiungskampfes erwartete das Volk des Helden von Kolberg Wiederkehr. Nach dem Falle Schill's erst erschienen die brittrschen Schiffe vor den Wällen Stralsunds. theidigung dieses Platzes gab den Dingen eine ganz andere Ge und die Preußen, Schicksal Jn wenigen Augenblicken war aber Alles anders geworden; mit Schill selbst war sein Werk gefallen; sein Tod allen diesen Bewegungen im Norden Deutschlands ein Ende.

und die Eroberung von Stralsund machten

falsche Maßregeln nachzuweisen seyn doch

mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende."

stalt ; die Engländer,

nichts als Krieg

und

Eine nur etwas verlängerte Ver-

den Küsten so nahe,

Rache athmend, hätten das

Deutschlands in Händen gehabt.

Krieg und Eine nur etwas verlängerte Ver- den Küsten so nahe, Rache athmend, hätten das Deutschlands

Vierzehntes Puch.

Was im hohen Norden Schill utid die Semen, was in den wittleren Gauen Deutschlands ein Dörnberg, ein Katte gewollt versuchten im Süden Deutschlands andere Männer und Völker, ein Paravieini und Juvalta in Veltlin, Andere selbst in Jtalien; dafür wappnete der Herzog von Braunschweig sich und seine Getreuen. Durch Oesterreichs Krieg und Englands Bemühungen, durch den Haß so vieler unterdrückter Fürsten und Nationen und durch die Plane des Tugendbundes schien fast ganz Europa, von dem Gestade des baltischen Meeres bis zu den fernsten Ufern des Mit telmeeres , in Waffen oder in Spannung oder in zweideutiger Durch den Sieg btt Aspern er hielten die Oesterreich günstigen Gesinnungen einen neuen Schwung, Seine Politik beirrte darauf, Tirol, diese große natürliche Festung auf den Grenzen von Deutschland nnd Jtalien , zum Mittelpunkte eines immer^ Schon hatten ' die Veltliner, schon die Vorarlberger auf die Aufforderung Chaste- lers die Waffen ergriffen, schuffen sich selbst ein Heer, Reiterei und eine Flotille auf dem Bodensee, verbreiteten sich bald , selbst angreifend, über die benachbarten friedlich behandelten Distrikte, den Tirolern die Hand bietend, schon fing das Salzburger Ge-^

weiter sich verbreitenden Volkskrieges zu machen.

und versucht hatten,, das wollten und

Freundschast gegen Napoleon.

den diese Macht auch zu benutzen wußte.

zu machen. und versucht hatten,, das wollten und Freundschast gegen Napoleon. den diese Macht auch zu

79

biet an, des Marschalls Lefebvre , der Salzburg besetzt hatte, verhinderten Alle diese Volksbewegungen konnten , zumal nach den blutigen Tagen von Aspern , mtd wenn sie von einer Macht von Linientruppen unterstützt wurden, Napoleon furchtbar werden. Jhre Siege denutzten die zu gleichen Zwecken vereinigten Ti roler und Vorarlberger und besetzten Füßen und Linoau ; Teimer und Riedmüller streisten bis Memmingen und Stockach; jener überfiel am 4. Mai Kaufbeuern und brandschatzte es, nahm am Ein danisches Depot von großem Werthe, welches von 150 Mann eskortirt wurde, und von Sermandingen am Bodenfee nach Tuttlingen gebracht werden sollte, wurde von 900 Vorarlbergern unter dem Sonnenwirth Riedmüller von Pludenz jenseits Möskirch wegge nommen. tembergischen Streifzüge erstreckten sich auf der andern Seite bis beinahe an die Thore von Augsburg. Stadt mit allen ihren unschätzbaren Vorrächen in dem Augen blicke zu überfallen, wo die Besatzung nur aus einem Regimente dem Vaterlande entführter Portugiesen bestünde, indem General Pieeard und der Oberst Grouvelle mit einem Theil der Garni son Schwaben gegen Teimer und Riedmüller decken mußten und Durch Kapuziner hatte man gutes Einverständniß unter diesen Portugiesen; nur der Mangel an Reiterei bei Chastelers Corps, die Besorgnisse für die Land leute, wenn man sie aus den Bergen in die Ebenen gegen Rei terei und Geschütz führe, und die Zeitläufe hinderten die Ausfüh rung, so wie die eben so wichtigen Züge nach Ulm oder München. Durch Hormayr's geheime Einverständnisse mit österreichisch brückegesinntenvonMännernKehl, gelangin Schwaben,es , die öster.von AugsburgGefangenenbis vonzur Rhein-Abens

die ernsthastesten Maßregeln

sich zu bewegen und nur

den weiteren Erfolg des daselbst begonnenen Aufstandes.

8. Mai Kempten und verweilte dort bis zum 14.

Auch besetzten die Jnsurgenten um diese Zeit die wür-

Grenzorte Trauchberg und Jsny, ihre kühnen

Es war ein Anschlag im Werke, diese

gegen sie zu Felde ziehen sollten.

berg, Eckmühl, Regensburg, Landshut oder Ebersberg in gros sen Massen zu befreien, sie an die tirolifchen und vorarlbergischen auf Um- und Abwegen, immer bei Nacht, den Tag über in Wäldern verbergen, durch Unterthanen ehemaliger österreichischer oder deutschmeisteri Jn

scher Ortschaften

Landmarken durchzuschwärzen und

mit Nahrung

heimlich zu unterstützen.

oder deutschmeisteri Jn scher Ortschaften Landmarken durchzuschwärzen und mit Nahrung heimlich zu unterstützen.

80

dem

Jnnsbruck u. a. Orten, wurden sie dann bewaffnet und Corps eingereiht. heime Einverständniß des baver. General- Commissärs des Lech- kreises, Grafen Reisach, mit Hormavr bei. Der öster. General Chasteler stand in Roveredo; von seinem Corps befanden sich Abtheilungen in Pere, bei Bassano, vor Kuf stein und auf der Scharnitz, am Tonal, zu Bregenz, Schongan und gegen Kaufbeuren. mit Erzherzog Johann in Jtalien war erzweckt, und man war im Begriffe, mit vereinigten Krästen längs der Etsch auf Verona loszudrängen, als auf einmal in Chastelers Hauptquartiere gleich einem Donnerschlage bei heiterem Himmel die Nachricht durch den General Buol, welchem sie Jellachich mitgetheilt hatte, und durch ein Handschreiben aus dem kaiserlichen Hoflager eintraf, daß das öster. Hauptheer unglücklich gewesen sey und sich in zwei Jnn zurückziehe ; zugleich er hielt man Nachricht von Jellachich's Rückzug aus München nach Salzburg und Werffen. Tirol war dadurch bedroht, die Hauptverbindung mit Wien ge fährdet; Johann in dem unteren Etschthale konnte nun keine Rede mehr seyn, vielmehr wurde beschlossen, den Kern des Corps aus dem Cha steler ließ demnach den General Marschall in Roveredo zur Ver teidigung Südtirols und marschirte selbst nach Jnnsbruck zur Jener eonzentrirte nun seine Truppen bei Roveredo , besetzte Josse und Ala am linken und Avio am rechten Ufer der Etsch mit Jägern und Landsturm un ter Oberstlieutenant Leiningen, welcher sich gegen den Feind ent weder in der Stellung von Castel pietra oder dem Passe Mu- razzi, so wie das Schloß von Trient halten sollte, welches Haupt mann Graf Andreis vom Genie-Corps in Vertheidigungs- znstand zu setzen und Hauptmann Grell zu vertheidigen beor dert «ar. Chasteler zog gleich nach seiner Ankunst in Jnnsbruck sammt- zwi General Jellachich hatte inzwischen Salzburg verloren, was als befestigter Platz in Ver bindung mit Tirol und Jnnerösterreich wohl in mehr als einer

schen Jnnsbruck und Hall zusammen.

liche Truppen, die er mitgebracht hatte, und die Reserven

Unterstützung des Generals Buol.

südlichen nach dem nördlichen Tirol in Marsch zu setzen.

Zum Gelingen dieses Planes trug das ge

Die Vereinigung des Tiroler Corps

Theilen nach Böhmen und an den

Die ganze nördliche Landgrenze von

von einer Vereinigung Chasteler's mit dem Erzherzog

nach Böhmen und an den Die ganze nördliche Landgrenze von von einer Vereinigung Chasteler's mit dem

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als Äußerster Wichtigkeit gewesen wäre. Er vertheidigte nun vou Steiermark und Kärnchen gleich wichtigen Paß Lueg, ließ den Punkt St. Gilgen, die Abtenau, den Paß Lueg, das Dientengebirge und die Enge zwischen Embach und Eschenau besetzen; die Hauptreserve stand in Radstadt; Mann. Vor Kufstein gelang es dem öster. Oberstlientenant Reißen fels, die Brücke zwischen der Stadt und der Feste zu zerstören, und einige Geschütze auf einer der Höhen des Äaiserberges auf zustellen, wodurch die völlige Einschließung bewerkstelligt, und Stadt Am 25. April begann die Beschießung, jedoch mit sehr wurde zur Uebergabe aufgefordert, gab jedoch eine abschlägige Ant wort, und machte so lange Ausfälle in die untere Stadt, bis Chasteler übrigens von selbst fallen werde, und wendete sein Hauptaugenmerk auf Salzburg, wobei er auf Jellachich's Mitwirkung hoffte, der sich mit den Bayern herumschlug. Der baper. General Stengel hatte nach einigen lebhasten eine allerdings bedenkliche Stellung jenseits Abtenau genommen; dennoch gebot ihm sein Feldherr, Marschall Lefebvre, sich daselbst zu behaupten. aus fernung Stengels zu den war, mit dem Regimente König und zwei Hanbizen ergän zen lassen. Vorpostenlinien durch Abtheilungen unterbrachen, die sie zu weit und' Kronegg , jeden mit 250 Mann , den einen rechts , den andern links der Straße von Golling ab, um in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai über die unwegsamen Gebirge den feindlichen Ab- Raglovig selbst Feindes, und Major Rummel

beschästigte unterdessen die Aufmerksamkeit des

theilungen in den Rucken zu kommen zu suchen.

vorgejchoben hatten, sandte daher

Raglovig bemerkte gleich, daß die Oesterreicher seine

Rücksicht

und zu mehr

einer offensiven Operation

von

Radstadt und Werffen aus den für Tirol,

der

Besatzung

wurde.

die Stärke dieser

die Verbindung

Division betrug gegen 9000

mit der

abgeschnitten

Der Commandant, Major Aicher,

geringem Erfolge.

die Brücke durch Reißenfels zerstört war.

zweifelte nicht, daß

das schlecht

versehene Kufstein

Gefechten vom 1. bis 4. Mai mit Jellachich's Truppen

Der Kronprinz hatte indessen von Salzburg

durch General Raglovig die Lücke,

welche durch die Ent

Golling und vor dem Luegpafse entstan

die Majors Rummel

ließ dessen Blockhaus mit Granaten bewerfen.

Echi'cidawind, Bd. II.

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und vor dem Luegpafse entstan die Majors Rummel ließ dessen Blockhaus mit Granaten bewerfen. Echi'cidawind, Bd.

er sich Morgens mit dem Jnzwischen er nun den Blick der Gegner durch Geplänkel einiger Mannschast, welche er am Fuße des Berges zurückgelassen, in das Thal lenkte, ließ er 30 Schützen über das feindliche Piket herfallen, Der Major ließ nun diesen Punkt, von welchem man gerade in den Paß Lueg hinabsah, mit einer Compagnie besetzen, und kehrte mit den Gefangenen nach Solling zurück. den Paß bis zu der Kapelle vorgegangen, stieg über den Geiße- liding und die Zimmerau Finsterniß der Nacht und die Unkunde des Bauers, welcher den Beim Anbruche des Tages stand Kronegg auf Schußweite dem feindlichen Posten Nachdem er die blutig erkämpste Stellung mehrere Stunden behauptet hatte, zurückzukehren. Dagegen ließ der General Jellachich, von wegkundigen Bauern geführt, den wichtigen Punkt von Abtenau, die Stellung Sten- gel's umgehen , und griff, denselben am 5. Mai mit Uebermacht an, so daß diesem nichts übrig blieb, als der Rückzug. gegen den Gebirges, dann mit rauhen Engwegen bei Schöffau kämpfend, immer verfolgt, zuletzt ohne Munition, erreichte Stengel erst spät AbendsAufdendieAusgangerste Nachrichtvon Schöffau,von denundungünstigennahm hier Ereignissenfeste Stellung.in

ging indessen über die Salzach , bis

feindlichen Hauptpiket in

gleicher Höhe befand.

das sich, 70 Mann stark, ergab.

Der Major Kronegg, auf der Straße gegen

bis auf den Vierückerberg , wo die

Weg zeigen sollte, zum Haltmachen zwang.

gegenüber, ließ denselben angreifen und werfen.

bekam er Befehl, in das Lager von Golling

Jmmer

überlegenen Feind und mit dem tiefen Schnee des

Deutschland hatte Chasteler den Corpsadjutanten, Baron Vepder, am 29. April an den Erzherzog Johann abgesendet, um diesen von seinem Marsche nach Jnnsbruck zu unterrichten, und die weitern Operationen in Bezug auf Tirol zu besprechen. Chaste ler erfuhr durch Vepder die bis dahin geheime Absicht des Erz herzogs Johann, sich mit dem Kern seines Heeres nach Tirol zu werfen, um aus diesem Lande den Offensivkrieg nach Bayern General Schmidt sollte zu diesem Ende mit 5 Bataillons und 4 Eseadrons entweder von Montechio Maggiore durch das Val Arsa , oder von Bas- sano F. M. L. Giulap mit 21 Bataillons, 35 Eseadrons und der ganzen inneröfter. Landwehr die Eingänge der karnischett und

und den Ufern der Donau zu spielen.

durch das Suganathal,

nach Trient vorausgehen; der

die Eingänge der karnischett und und den Ufern der Donau zu spielen. durch das Suganathal, nach

Hormayr wurde eiligst um Bericht verurn.men, ob er als Jntendant sich getraue, die Schwierigkeit der Verpflegung in den Bergen überwinden, was er bejah, e. hierauf am 3. Mai:

lassen. vertheidigen." nicht, doch werden wir genug haben, " einem Corps zu werfen, als die Begebnisse in Deutschland auf die in Jtalien einzuwirken begannen, war gut berechnet, da er mit Chasteler's Corps und den ranzionirten jniegsgesangenen in Tirol wenigstens 45,000 Mann Linien, ruppen zusammenge< Was konnte mit dieser Macht, von den Tirolern Nach ganz Deutschland in Bewegung bringen, Napoleon zum Rückzuge von Wien oder doch zu einer sehr gefährlichen Theilung seiner Macht zwingen. Col- lowrath, Jellachich mit ihren Corps , Radijowich , Am-Ende mit hätten dem

ihren Abtheilungen an des Rheinbundes Grenzen, Prinzen dabei die Hand geboten. Die von dem Erzherzog Johann angegebene Jdee, daß er und den Val Sügana nach Trient voraussenden welle, verleitete den F. M. L. Chasteler, den zu Roveredo stehenden General Mar schall nach Briren zu ziehen, zu seM Mittlerweile hatte das französische Heer in Jtalien , auf die Siegesnachrichten aus Deutschland, und nachdem ibm Verstär, kungen aus Frankreich und Neapel zugekommen Offensive wieder ergriffen. Mann, sobald die öster. Vorposten sich von Peri nach Ala zurück mit leichten De- taschements auf dem linken Etschufer über Tosse und Ronchi, auf dem rechten über Ferrara und San Giaecmo, beide Flanken der bei Ala und Avio aufgestellten Oesterreicher, die sich hierauf am 1. Mai, nach tapserem Widerstand, durch die feindliche Uebermacht gedrückt, über Roveredo nach dem Passe Murazzi Da die Besatzung *

selbst Tirol vertheidigen

General Schmidt durch die

Bayern hinausbrechend , konnte Johann

und Vorarlbergern unlerstützt, nicht ausgeführt werden ?

bracht hätte.

sulischen Alpen dem

Feinde streitig machen.

Tirol's zu

Erzherzog Johann schrieb ihm

Sorgen Sie nicht, Tirol wird nicht ver

Tirol und Jnnerösterreich werde ich auf das Aeußerste

An Chasteler aber:

Viele Truppen haben wir

unsere Berge zu behaup

Der Entschluß Johann's, sich nach Tirol selbst mit

ten

um dem nördlichen Tirol näher

waren,

die

General RuSea rückte mit 4 5000

gezogen hatten, wieder in Tirol ein, umging

3. Trient erreichten.

zurückzogen und am

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RuSea rückte mit 4 5000 gezogen hatten, wieder in Tirol ein, umging 3. Trient erreichten. zurückzogen

schwach war, um dasselbe zu vertheidigen, und auch ans Ursache der Schwäche von Löningens Truppenabtheilung nicht verstärkt werden konnte, es überdies an Munition fehlte, so ließ Leiningen das Schloß räumen, und zog, vereint mit der Besatzung, von wo besetzte die Stadt am 4. mit seinem Vortrabe. die Kunde war das Mißvergnügen und das Geschrei über diesen Unfall und über das eigentlich Verkehrte des Entsendens des Generals Marschall sehr groß, zumal im Botzen, das sich selbst nahe be droht glaubte. großer Thätigkeit den Landsturm auf; Chasteler entsendete den Major Lebzeltern vom Generalquartiermeisterstabe an den Ge neral Marschall mit dem Befehl, wieder gegen Trient vorzu rücken, und diesen Punkt, denn der Besitz hauptung Südtirols , als auch auf die beabsichtigte Vereinigung mit der Armee Johann's Chasteler nicht trachten sollte, diesen Punkt wieder dem Feinde zu entreißen. richte sollten zur thätigen Theilnahme an und Marschall noch überdies bedeutend verstärkt werden. den ihres Vortrabs gefolgt, wodurch die bisherige Verbindung Tirols mit Johann's Armee in Jtalien auf den wichtigsten zwei Straßen durch das Arsa- und Suganathal unterbrochen, und die gehoffte Vereinigung, wenigstens mit General Schmidt, für den Augen Dieser war am 3. Mai in Bas- Ging er schnell und entschieden im Val Sugana vor, so faßte er Rus- ea's Abtheilung bei Levieo in der Fronte, während Leiningen, der Landsturm und Marschall sie in den Rücken nahmen : ein und sein Rückzug nach dem Statt dessen wurde Schmidt Abends, zu Bassano vou einer feindlichen auf der Straße von Marostiea über Marfan vorgerückten Co- lonne angegriffen. Die Nachricht von der Besetzung Trients bestimmte den

zu

des

Trienter Schlosses

Trient hinter die Lavis,

sie bestand

er

aus 62 Mann

sich am 4. aufstellte.

Rusea

Jn dem über

von des Erzherzogs Ankunst hoch entzückten Lande

Der Unterintendant

Karl v. Menz rief mit

es koste was es wolle, zu nehmen,

von Trient war sowohl in, Bezug auf die Be

von zu hoher Wichtigkeit, als daß

Sammtliche zu Briren und Botzen gehörige Ge

Mittlerweile war

die

blick sehr zweifelhast wurde.

dem Zuge aufgeboten

Division Rusea

Bewegungen

'

sano eingetroffen, also nur sehr langsam vorgerückt.

nachtheiliges Gefecht für Rusea

Etschchale war die Folge desselben.

selbst, am 4. Mai

also nur sehr langsam vorgerückt. nachtheiliges Gefecht für Rusea Etschchale war die Folge desselben. selbst, am

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General Schmidt, den ihm vorgezeigten Weg durch das Val Eugana aufzugeben, und jenen durch das Piavethal über Am- vezzo nach Toblach vorzuziehen. Seine Unentschlossenheit, seine welche der Feind gegen ihn entwickele, um seine Vereinigung mit dem Tiroler Corps zu verhindern, seine Nachricht, daß es unmöglich sey, durch die Val Sugana nach Tirol zu kommen , waren die Ursachen zur Aenderung des Entschlusses des Erzherzogs Jo hann, sich selbst mit der Elite seines Heeres nach Tirol zu wer fen. zu seinem Heere, gab Trient auf, und sein Vortrab, der es be Vergeb lich suchte Leiningen, der mit den Tirolern, und namentlich mit dem Sandwirth Andreas Hofer, am (Z. Mai wieder in Trient eingerückt war, ihn noch zu erreichen; vergeblich warf sich diesem bei Primolano Hauptmann Znchari mit seiner Streifpartie ent gegen; vergeblich eilte Major i!anotte, der mit seinem Detasche- ment die Bewegungen des Tiroler Corps immer längs der Ge birgskette an der italienischen Grenze begleitete und deckte , über Cabalo nach^ Rusea kam glücklich nach Bassano, weil Schmidt Dieser letztere zog am 5. Mai von Bassano über Feltre nach Belluno, und marschirte über Cortina gegen Toblach, um seine Vereinigung mit dem Tiroler Corps durch das Pusterthal zu bewerkstelligen, gedeckt von Zuchari, der über Feltre und Belluno am 7. Fortogna er reichte. lich beitruppenFortognaund stießeiner erhalbenauf Zuchari,EseadronderChevaurlegersmit 3 CompagnienseineGrenz-3V00

übertriebenen Angaben über die Stärke der Streitkräste,

Jndessen zog Rusea durch das Val Sngana nach Bassano

setzt hatte, folgte ihm am

6. Mai über Pergin e nach.

nicht in die Val Sugana drang.

Rusea wandte sich nun in das Piavethal, um nament

den Tirolern Besorgnisse für das Pusterthal zu erregen;

Mann zwei Tage lang fechtend aufhielt, aber endlich durch Umgrhungsmanöver zum Rückzuge auf Penarola gezwungen, Wenn General Schmidt die Energie gehabt hätte, rasch von Cortina im Rücken des iiz den Desileen des Piavechales, nördlich Pieve di Cadore ver so hätte er bei seiner Ueber- macht ohne Zweifel Zuchari's Unfall glänzend gerächt; allein er behielt von Bassano bis Toblach die sehr passive Rolle eines er auf diesem Zuge keinen Schuß mit dem Feinde genechselt hatte.

hier angegriffen und verwundet wurde.

wickelten Rusea hervorzubrechen,

gänzlich Geschlagenen bei, obschon

hatte. hier angegriffen und verwundet wurde. wickelten Rusea hervorzubrechen, gänzlich Geschlagenen bei, obschon

8b

Nach Rusea's Abzug aus dem Etschchale war die Gefahr eines feindlichen Angriffes durch dieses Thal verschwunden. Die Franzosen hatten zwar in Verona damals nur eine schwache Ablheilung, um so ernster waren dagegen die Besorgnisse, die man bei Rusea's Vorrücken in dem Thale der Piene und den Die Behauptung des Pusterchales war daher von der höchsten Wichtigkeit für das öster. Corps in Tirol, Chasteler seine Verbindung mit Erzherzog Johann und mit dem Aus diesem Thale konnte man Jenem die Hand bieten, und sowohl Süd- als Nord-Tirol von der militärischen Wichtigkeit des bei Jnnsbruck die Organisirung der Landsturm-Compagnien ange an Spitze eines Ausschusses, für die Verpflegung der Landesver- theidiger in diesem Thale mit den nöihigen Lebensmitteln; gleich zeitig wurde Krapf mit den zur Vertheidigung der Ausgänge aus dem Puster- thale nach Aän,then, und der Uebergangspunkteauf den Tauern aus dem Piuzgau nach jenem Thale, nöthigen Maßregeln be austragt, und ihm die auf dem Anmarsche aus Kärnthen be griffenen Ver,'ärlungstruppen zugewiesen. Der General Marschall erreichte am 7. Mai Trient; mit seinem Vortrabe Matarello, Pergine, Primolana und Roreredo besetzend, envartete er noch immer Schmidt's Ankunst, dessen Marsch nach dem Piavethal ihm damals noch unbekannt war. Bald erfuhr er aber die Umstände, die denselben herbeigeführt hatten, und die Tirol um Johann selbst und seine Plane brach ten. entsendete Marschall das 2, Brucker- wehrbataillon nach Briren und kleine Abtheilungen gegen das Fleimochal, die Andere Streifzüge gingen gen Verona, in das Camoniea- und Cvrdevolethal u. s. w., und Hauptmann Bianchi von den Wälsch- tirolern streifte mit einer Abtheiluug Landstürmer von Agordo, Pas er am 9. verlassen hatte, über die Gebirge nach Trient, zur Eröffnung der Verbindung zwischen Schmidt und Marschall.

ordnet,

seinem Eint: essen in

l itterstützen.

Pusterchales überzeugt,

Begebnissen bei der italienischen Armee hegte.

als das einzige Defilee, durch welches

Herzen der öster. Erblande sicherte.

Chasteler,

Der

hatte

gleich

der

Laudesschützeu-Major Wörndle sorgte,

der in Sachsenburg befindliche Jngenieur-Major

Um daher seine Verbindung mit dein Pusterthale zu decken,

und 1. Villacher-^and-

gegen Agordo, und das Gaterthal streisten.

daher seine Verbindung mit dein Pusterthale zu decken, und 1. Villacher-^and- gegen Agordo, und das Gaterthal

87

Am 4. Mai wurden sämmtliche Gerichte im Ober-Bintsch- gau zur Verteidigung der Grenze Tirols >nit der Valtelin auf gefordert. Diese Landstürmer versammelten sich zwischen Glurns und Taufers, um die nach der Valtelin führenden Pässe zu besetzen. einigen Landesschützen - Compagnien waren mit gegen Rusea aus. eine sehr beträchtliche Anzahl Wälschtiroler , die das falsche Ge rücht, die Trienter Bürger hätten bei dem letzten Rückzuge der Oesterreicher durch die Stadt auf Leiningen und dessen Soldaten gefeuert, hingezogen hatte. eine allein die Stadt mußte doch wirthen , deren unmäßige Forderungen große Opfer kosteten, bis endlich aus bei einem erneuerten Angriffe des Feindes auf Südtirol diesem das Vorrücken im Etschthale zu erschweren , ordnete Chasteler neuerdings die Besetzung und Vergebens stellte Marschall das Nutzlose dieser Maßregel vor, indem das Schloß leicht umgangen Mann es konnte nicht mehr fassen zu schwach wäre, um Um die Vertheidigungs- anstallen Südtirols zu vollenden, wurden 22 Compagnien Land Die ersten 9 Compagnien , Wälschtiroler, aus den Orten Judiearien, Pinzolo, Fist, Reudena Caffaro, Pinzolo, Trient u. s. w.; die übrigen Compagnien aber, Deulschtiroler, aus den Orten Meran, Kalten, , Passepr, Ritten, Botzen u. s. w., 2530 Mann zählend, zu Cembra, Faber's, S ilurn, Trient, Tramm und Margreith, unter Anführung An dreas Hofers. Auch dieses Mal, sich Hofer welcher ihm gegen Rusea zu Hülfe geeilt war. wie wir gesehen, zu keinem Haupttreffen gekommen war, steigsrte nichts desto weniger der glückliche Erfolg der eingeleiteten Bewe gungen die öffentliche Meinung eben so sehr zu Leiningens und Hofer's Gunsten,

Obgleich es,

Der Passeyrer Wirth, Andreas Hofer, befand sich mit

rücht durch

in Trient;

einige andere

Auch versammelten sich in Trient