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RedOx–Reaktionen

Wichtige ROS
Entstehung von ROS
ROS im Organismus
Schadenspotential
Ausblick in die Klinik

Oxidativer Stress
Eine Übersicht über reaktive Sauerstoff-Spezies (ROS)

Bertram Woitok

19. November 2009

Bertram Woitok Oxidativer Stress


RedOx–Reaktionen
Wichtige ROS
Entstehung von ROS
ROS im Organismus
Schadenspotential
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1 RedOx–Reaktionen

2 Wichtige ROS

3 Entstehung von ROS

4 ROS im Organismus

5 Schadenspotential

6 Ausblick in die Klinik

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3 Entstehung von ROS

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Oxidation und Reduktion

Elektronenübergang von einem Reaktionspartner auf den


anderen
Der Elektronendonator wird oxidiert und heißt
Reduktionsmittel
Der Elektronenakzeptor wird reduziert und heißt
Oxidationsmittel
Zur Identifizierung der Reaktionspartner dient die
Oxidationszahl
Da beide Reaktionen nicht voneinander unabhängig ablaufen
können spricht man von RedOx–Reaktionen

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Oxidation und Reduktion

Sauerstoff ist ein starkes


Oxidationsmittel!

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Radikale

Definition
Als Radikale bezeichnet man Atome oder Moleküle mit mindestens
einem ungepaarten Elektron, die dadurch besonders
reaktionsfreudig sind. Enthält ein Radikal mehrere ungepaarte
Elektronen, spricht man von Diradikal, Triradikal usw..

Dargestellt wird dies durch einen hochgestellten Punkt, etwa


NO ·
Die Halbwertszeit von Radikalen beträgt meist nur wenige
Mikrosekunden

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Sauerstoffradikale

Die wichtigsten Sauerstoffradikale sind:


Superoxidanion O2–
Hydroxyl–Radikal OH ·
Stickstoffmonoxid NO ·
Peroxyl–Radikale ROO ·
Alkoxyl–Radikale RO ·

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Nicht radikale Sauerstoffspezies

Die folgenden nicht radikalen Sauerstoffspezies sind Physiologisch


relevant.
Singulett–Sauerstoff 1O2
Ozon O3
Wasserstoffperoxid H2 O2
Hypochlorid HOCl

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Reduktionsreihe von O2

Wichtig sind vor allem die Zwischenprodukte die bei der


Ein–Elektronen–Reduktion von O2 zu H2 O entstehen.

0 +e – −0.5 +e – + 2 H + −1 +e – −1 +e – + H + −2
O2 −−−→ O2– −−−−−−−→ H2 O2 −−−−→

O H · −−−−−−→ H2 O
−OH

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Superoxidanionen

1 – 3 % des O2 in der Atmungskette wird zu O2–


Steuerung durch Enzyme
Autooxidation von Stoffwechselzwischenprodukten

Physiologisch
0 −1
NADPH–Oxidase
O2 + e – −−−−−−−−−−→ O2–

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Superoxidanionen

Pathophysiologisch
Bei
Entzündungen
Hypoxie

0 −1
Xanthinoxidase
O2 + e – −−−−−−−−−→ O2–

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Superoxidanionen

Exogen
Auch einige Exogene Einflüsse können den Körper mit ROS
belasten:
Auslösung der Reduktion durch Strahlung (UV–, Röntgen–,
γ–Strahlen)
Radikale die mit dem Zigarettenrauch eingeatmet werden
ROS können in Pestiziden enthalten sein

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Wasserstoffperoxid

Entstehung durch die Reduktion von O2– durch


Superoxiddismutase.

−0.5 −1
SOD
O2– + 2 H + −−−→ H2 O2

Wasserstoffperoxid kann durch die Katalase Abgebaut werden.

−1 Katalase −2 0
2 H2 O2 −−−−−→ 2 H2 O + O2

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Hydroxyl–Radikal

Zwei verschiedene Mechanismen führen zur Bildung des


Hydroxyl–Radikals.
Haber–Weiss–Reaktion
−1 −0.5 −1 −2 0
H2 O2 + O2– −−→ O H · + OH – + O2

Fenton–Reaktion
−1 −1 −2
H2 O2 + Fe 2+ −−→ O H · + OH – + Fe 3+

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Doppelwirkung

Physiologisch
NO · ist in den Gefäßen als Vasodilatator vorhanden
O2– ist in den Zellen in geringer Konzentration für die normale
Zellfunktion nötig
Granulozyten setzen zur Bakterienabwehr O2– frei

Pathophysiologisch
Ein Anstieg der Konzentration von O2– führt zur
Deaktivierung von NO · (⇒ Vasokonstriktion)
Hemmung wichtiger Stoffwechselenzyme, etwa der Aconitase

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Schutzmechanismen

Der Körper hat eine Reihe von Schutzmechanismen um die


Wirkung von ROS zu kontrollieren.
Die Enzyme SOD, Katalase und Peroxidase
Antioxidanzien in Form von Metall–Protein–Komplexen
Radikalfänger wie Vitamin C und E
Hemmung der Autooxidation durch Abfangen von
Stoffwechselzwischenprodukten

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Reperfusionsschaden

Bei Wiederanstieg von PO2 nach einer Anoxie kommt es zur


vermehrten Bildung von O2–
Es kommt zu einer Granulozytenemigration

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Lipidperoxidation

Bei der Lipidperoxidation werden die Lipidschichten der


Zellmembranen durch OH · an einer CH2 –Gruppe zwischen zwei
π–Bindungen ungesättigter Fettsäuren angegriffen. Das
entstandene Alkylradikal wird durch O2 –Addition zu einem
Peroxylradikal ROO · .
Dadurch
kommt es zu einer Strukturänderung der Zellmembran
steigt die Membranpermeabilität
entstehen toxische Endprodukte
erhöht sich der Energiebedarf zur Aufrechterhaltung des
Membranpotenzials

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Oxidative Proteinmodifikation

Aminosäure–Seitenketten in Proteinen können durch ROS oxidiert


werden. Dies führt zur Entfaltung der Struktur und zum Anstieg
der Hydrophobizität. In einige Fällen ist der Schaden reparabel,
meist muss das Protein aber verstoffwechselt werden.
Reversibel
Oxidation von Sulfhydrylgruppen (−SH) zu Proteindisulfiden.

Irreversibel
Bildung von Carbonylgruppen an Aminosäuren.

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DNA–Schädigung

Etwa die Hälfte der Auftretenden DNA–Schäden sind auf


Oxidation zurückzuführen
Es treten Einzel– oder Doppelstrangbrüche sowie
Basenmodifikationen auf
Es kommt zu Replikationsblockaden oder Fehlpaarungen
(fixierte Mutationen)
Der größte Teil der Schäden wird repariert

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Hypertonie

Durch die Deaktivierung des Vasodilatators NO · kommt es durch


Engstellung der Gefäße (Vasokonstriktion)
Umbau der Gefäßwand (Atherosklerose)
zu einer Erhöhung des Gefäßwiederstandes was den Druck in den
Gefäßen erhöht.

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Lungenemphysem

In der Lunge wird durch Oxidation des α1 –Antitrypsins die


Hemmung der Elastase aufgehoben. Dadurch wird eine
Überblähung der Alveolen erlaubt.

Besonders exponiert sind Raucher.

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Literatur

Schmidt, Lang: Physiologie des Menschen


Löffler, Petrides: Biochemie & Pathobiochemie

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