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Herausgegeben vom Bibelbund e.V.


November 2005

Inhalt:
Wort zum Nachdenken 1
Dan Brown – Das Sakrileg: Lügen über Jesus und die Evangelien (M. Kotsch) 2

Wort zum Nachdenken


„Naturwissenschaftliche Haltung erfordert den Ver- schaftler von nichts anderem als der Suche nach der
zicht auf alle anderen Wünsche und Interessen im Wahrheit geleitet ist. Das Streben etwa nach Aner-
Dienste des Forscherdranges, sie verlangt die Unter- kennung und Ruhm oder wirtschaftliche Erwägun-
drückung von Hoffnung und Furcht, von Liebe und gen dürfen dann absolut keine Rolle mehr spielen.
Hass und des gesamten subjektiven Gefühlslebens, Dass die Praxis leider oft genug völlig anders aus-
bis wir imstande sind, das vorliegende Tatsachenma- sieht, zeigen die gerade in den letzen Jahren ver-
terial ohne Vorurteil, ohne Neigung oder Abneigung stärkt ans Licht der Öffentlichkeit getretenen Fälle
und ohne einen anderen Wunsch zu betrachten als von Betrug in der Wissenschaft.
den, es so zu sehen, wie es ist ... . Die Philosophie Wir als bibeltreue Christen wollen uns angesichts
hat eine solche geistige Haltung noch nicht erreicht.“ der eben doch sehr begrenzten Objektivität selbst der
Dieses bemerkenswerte Zitat, dem wir als bibel- Naturwissenschaften an das Wort des Paulus in Kol
treue Christen gerne zustimmen, stammt interessan- 2,8 erinnern lassen, wo er die Christen in Kolossä
terweise von dem Mathematiker und Philosophen (und damit auch uns) davor warnt, sich einfangen zu
Bertrand Russell, dem gleichen Russell, der auch ein lassen „durch Philosophie und leeren Trug, gegrün-
Buch unter dem Titel „Warum ich kein Christ bin“ det auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte
veröffentlicht hat. Und in der Tat hat er mit seiner der Welt“. Vielmehr wollen wir uns ganz neu daran
Aussage völlig recht: Wenn die Naturwissenschaften machen, die Schätze der Weisheit und der Erkennt-
auch nur annähernd den Grad an Objektivität errei- nis zu heben, die in Christus verborgen sind (Kol
chen wollen, der ihnen gemeinhin zugeschrieben 2,3).
wird und den sie sich selbst gerne zubilligen, dann
ist es unumgänglich, dass jeder einzelne Wissen- Christoph Renschler
Dan Brown - Das Sakrileg

Lügen über Jesus und die Evangelien

1. Selbstbestätigende Jesusbilder 2. Browns Geheimwissen über Je-


sus
Nahezu jährlich drängen neue „Wahrheiten” über
das Leben Jesu an die Öffentlichkeit, bzw. auf den Im vergangenen Jahr hat wahrscheinlich keine Ver-
Büchermarkt. Selten allerdings sind wirkliche Fak- öffentlichung international zu so kontroversen Dis-
ten Grundla ge solcher neuen Jesusbilder. Weit häu- kussionen über das „wahre” Leben Jesu geführt wie
figer versuchen Autoren die verbliebene Restakzep- Dan Browns Bestseller „Sakrileg” 2 . In dem 26 Mil-
tanz der Bevölkerung in Bibelfragen zu benutzen, lionen Mal verkauften Roman entwirft er zwar kein
um ihre eigenen Weltanschauungen an den Mann zu neues Jesusbild, bringt aber die umstrittenen Thesen
bringen. Historische Beweisaufnahmen und sorgfäl- von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard
tige Interpretationen ze itgenössischer Quellen Leigh 3 in nie gekannter Popularität an die Öffent-
scheint den selbsternannten Jesusspezialisten von lichkeit.
untergeordneter Bedeutung, da das Endergebnis Verpackt in einen spannenden Thriller, verkündet
schon lange vor der eigentlichen Untersuchung fest- Brown: Jesus war verheiratet und Vater. Nicht nur
steht. So verraten diese Jesusbücher weit mehr im übertragenen, sondern im wortwörtlichen Sinn
über das Denken des entsprechenden Autors und hätten seine Nachkommen, verfolgt von der katholi-
des ihn prägenden Zeitgeistes als über das histo- schen Kirche, bis heute überlebt, vor allem in Frank-
rische Leben Jesu. Jesus Christus verkommt zur reich. Geheimgesellschaften mit den fränkischen
bloßen Projektionsfläche eigener Wünsche und Vor- Merowingerkönigen, den mittelalterlichen Temp-
stellungen. Angesichts gegenwärtiger politischer lern, Leonardo da Vinci, den Freimaurern und den
Verhältnisse wird Jesus zum überzeugten Demokra- Prieur de Sion hätten dieses explosive Wissen über
ten, nach Jahrzehnten weiblicher Emanzipation mu- all die Jahrhunderte treu aufbewahrt, das den christ-
tierte er zum verständnisvollen Frauenfreund, ange- lichen Kirchen bei ihrer Veröffentlichung den Ga-
sichts zunehmender ökologischer Probleme stellen raus machen würde. „Die größte Verschleierungs-
uns Theologen Jesus als ersten Umweltschützer vor aktion in der Geschichte der Menschheit. Jesus
und durch die anhaltende Kritik an der traditionalis- Christus war nicht nur verheiratet, er war auch
tischen Position des Vatikan tritt Jesus immer häuf i- Vater eines Kindes. ... Maria Magdalena war das
ger mit Ehefrau auf. Steigende Scheidungsraten heilige Gefäß ... Sie war der Schoß, der den Stamm-
haben dazu geführt, dass auch Jesus schon eine halter geboren hat.” (S.342) Warum eine Ehe Jesu so
zweite Ehe zugeschrieben wird: auf Maria Magdale- schrecklich wäre vermag Brown nicht zu vermitteln.
na als erste Lebens- Abschnitts- Gefährtin solle Sicher, manchem käme es seltsam vor, heute Men-
demnach die Purpurhändlerin Lydia als zweite Part- schen zu begegnen, die genetisch mit Jesus verwandt
nerin gefolgt sein. Wer sich zu sehr über diese Je- sind, wobei das durch die Nachfahren seiner leibli-
susbiographien den Kopf zerbricht oder gar nach chen Brüder und Schwestern durchaus möglich
historisch stichhaltigen Argumenten für die aufse- scheint. Richtig auch, dass kein einziger historischer
henerregenden Neuerungen sucht, bleibt zumeist Hinweis auf eine Ehe Jesu angeführt werden kann,
enttäuscht zurück. Außer spekulativen Hypothesen, mit Ausnahme vager Andeutungen apokrypher E-
dass es doch so gewesen sein könnte, werden ge- vangelien, die erst Jahrhunderte nach dem Tod Jesu
wöhnlich nur wenig Argumente genannt.1
2
Dan Brown: Sakrileg, Lübbe, Bergisch-Gladbach 2004
3Vgl. - Henry Lincoln / Michael Baigent / Richard Leigh:
Das Vermächtnis des Messias, Lübbe, Bergisch-Gladbach
1
Vgl. Roman Heiligenthal: Der verfälschte Jesus. Eine 1997; Henry Lincoln / Michael Baigent / Richard Leigh:
Kritik moderner Jesusbilder,Primus, Darmstadt 1997 / Der Heilige Gral und seine Erben. Ursprung und Gegen-
Alfred Läpple: Der andere Jesus. Ketzer und Poeten, wart eines geheimen Ordens. Sein Wissen und seine
Spötter und Philosophen über Jesus, Pattloch, Augsburg Macht, Lübbe Bergisch-Gladbach 2004; Henry Lincoln /
1997 Michael Baigent / Richard Leigh: Der Gral, Tosa, 2004

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abgefasst wurden. Doch selbst, wenn Jesus eine Frau tum werden unverheiratete Rabbinen genannt.6 Im
und Kinder gehabt hätte, würden dadurch die Grund- Neuen Testament scheint Johannes der Täufer ohne
lagen christlichen Glaubens kaum berührt, geht es Frau in der Wüste gelebt und gepredigt zu haben (Mt
im Neuen Testament doch nicht um den Zivilstand 3,1ff; Lk 3,1ff). Von Paulus, der immerhin pharisäi-
Jesu, sondern um die Trennung der Menschen von scher Gelehrter war, wissen wir aus seiner bisher
Gott und um das stellvertretende Leiden und Sterben unbestrittenen Selbstaussage, das er unverheiratet
Jesu. war (1Kor 7,1.7ff; 9,5), ohne dass sein Zivilstand für
Juden oder Christen zum Problem geworden wäre.
Würde es sich beim „Sakrileg” lediglich um einen Kaum vorstellbar, dass innerhalb einer Generation
weiteren Roman handeln, der religiöse Themen auf- die frühe judenchristliche Gemeinde eine so radikale
greift, wäre jede tiefer gehende Auseinandersetzung Veränderung von der totalen Ablehnung zur stel-
überflüssig; enthalten Romane doch zumeist phan- lenweisen Hochachtung der Ehelosigkeit durchlau-
tastische, spekulative und utopische Elemente. Prob- fen haben sollte (Mt 19,12; 1Kor 7,1.27). Außerdem
lematisch wird die Angelegenheit, weil Dan Brown ist auch von dem frommen jüdischen Orden der
in dem Vorwort seines Buches (S. 9) und in zahlrei- Essener aus der religiösen Umwelt der christlichen
chen öffentlichen Interviews4 betont, dass die Hand- Apostel bekannt, dass viele ihrer männlichen An-
lung zwar frei erfunden sei, nicht aber die erwähnten hänger erst sehr spät oder gar nicht heirateten.7
religiösen „Dokumente” und „Tatsachen”. In dieser Selbst die von Brown hochgeschätzten apokryphen
Behauptung springen ihm zahlreiche als Sachbücher Schriften erwähnen ledige Männer aus dem Umfeld
getarnte Glaubensbekenntnisse bei, die den begeis- Jesu. So wird beispielsweise in der Pistis Sophia
terten Sakrileg-Lesern mit plausibel klingenden positiv vom „jungfräulichen Jünger Johannes” be-
Wissenssplittern füttern und damit den Eindruck richtet.8
verstärken, Browns Bild der Welt, insbesondere das
der Religionen, entspräche der Wirklichkeit. 5 Des- Im Gegenzug kann Dan Brown auch auf keinerlei
halb soll an dieser Stelle wenigstens eine der Thesen zeitnahe Quellen verweisen, die eine Ehe Jesu bele g-
Browns kritisch hinterfragt werden. ten, weder aus jüdischem, noch aus heidnischem
oder christlichem Hintergrund. Dabei finden sich in
den antichristlichen Polemiken jener Zeit durchaus
3. War Jesus verheiratet? Spekulationen über einen ominösen irdischen Vater
Jesu, über manipulierte Wunder oder eine künstlich
Dan Brown klärt seine Leser auf, dass es zur Zeit inszenierte Auferstehung. Hinweise auf Jesu Ehefrau
des Neuen Testaments für einen Juden, insbesondere hingegen finden sich nicht, obwohl eine noch macht-
für einen frommen Rabbiner, vollkommen undenk- lose Kirche kritische Stimmen nicht hätte unterdrü-
bar gewesen sei, nicht zu heiraten (S. 337). Tatsäch- cken können. Erst relativ spät tauchen vage Andeu-
lich wurde die Ehe in der gesamten Geschichte tungen über eine mögliche Ehe Jesu auf. Spätere
des Judentums grundsätzlich positiv gewertet. christliche Generationen bemühten sich, die wis-
Anders als im späteren Katholizismus waren auch sensmäßigen Lücken über Kindheit, Jugend und
Priester und religiöse Lehrer verheiratet. Nie aber Privatleben Jesu durch fromme Phantasie zu
war die Ehe verpflichtende Vorschrift für fromme füllen. Da die Ehe in jener Zeit zwar nicht vorge-
Israeliten. Berichte über alttestamentliche Prophe- schrieben, doch aber Normalfall der meisten Chris-
ten wie Elia oder Samuel erwecken durch die Art ten war, wurde Jesus zuweilen auch eine Frau ange-
ihres Dienstes den Eindruck, als lebten sie ohne dichtet. Auf der Suche im Neuen Testament standen
Frauen (vgl. 1Kön 17f, 2Kön 1, 1. Sam 1ff). Jeremia
soll auf Befehl Gottes ehelos bleiben, um sein Volk 6
Vgl. Urban, Christa: Hochzeit, Ehe und Witwenschaft,
auf die drohende Verschleppung hinzuweisen (Jer in: Neues Testament und Antike Kultur, Kurt Erlemann
16,2ff). Auch im späteren, außerbiblischen Juden- u.a. Hrsg., Neukirchener, Neukirchen 2005, S.25-30
7
Vgl. Gerhard Kroll: Auf den Spuren Jesu, St.Benno,
Leipzig 11.Aufl 1990, S.159; 161 / Christa Urban: Hoch-
zeit, Ehe und Witwenschaft, in: Neues Testament und
4Vgl. z.B. Die Interviews in: www.danbrown.com und Antike Kultur, Kurt Erlemann u.a. Hrsg., Bd.2, Neukir-
www.dan-brown.de chener, Neukirchen 2005, S.25f / Hartmut Stegemann:
5Vgl. Walter-Jörg Langbein: Das Sakrileg und die Heili- Die Essener, Qumran, Johannes der Täufer und Jesus,
gen Frauen. Das Geheimnis um die Nachkommen Jesu, Herder, Freiburg 19944 , S. 267-274
8
Rütten & Loening, Berlin 2004 / Marc Hillefeld: Ein Vgl. Pistis Sophia, in: P.Sloterdijk / T.H.Macho: Die
Code wird geknackt. Dan Browns Roman „Sakrileg“ Weltrevolution der Seele, Artemis & Winkler, Zürich
entschlüsselt, Köln 2004 u.a. 1993, S.867

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diesbezüglich nur wenige freie Frauen zur Auswahl, tament nicht geleugnet wird, könnte wahr sein.
sodass sich Spekulanten schon bald auf Maria Mag- Da sich in den Evangelien auch keine klaren Aussa-
dalena als Ehekandidatin einigten. 9 In manchen neu- gen gegen eine Ehe des Gottessohnes finden, erhof-
eren Publikationen wird entsprechend gegenwärti- fen sie sich einen historischen Freiraum, der eine
gen Partnerschaftsvorstellungen mit der Purpurhänd- Eheschließung mindestens möglich sein lässt. Allein
lerin Lydia noch eine zweite Lebens-Abschnitts- der Hinweis, dass etwas hätte sein können oder dass
Gefährtin Jesu ins Gespräch gebracht. Für beide ein Sachverhalt nicht deutlich zurückgewiesen wird,
Beziehungen existie ren allerdings keinerlei ernstzu- ist keine hinreichende Begründung, gerade diesen
nehmende historische Belege. Sachverhalt anzunehmen. Nur Amateure unter den
Historikern operieren mit solchen Geschichtskon-
struktionen (Argumentum ex silentio). Kein ernst-
4. Der notwendige Thronerbe hafter Forscher käme auf die Idee ohne stichhaltige,
zeitnahe Quelle, Paulus einen Arztberuf oder Timo-
Ein weiterer Ehegrund ist für Dan Brown Jesu Ver- theus eine große Kinderzahl anzudichten, nur weil in
antwortung, das rechtmäßige Herrschergeschlecht historischen Dokumenten nicht das Gegenteil be-
Davids weiterzuführen. „Als unmittelbarer Ab- hauptet wird. Sicher, auch aus dem Leben Jesu kön-
kömmling der Könige Salomon und David hatte nen wir mit zweitausendjährigem Abstand nicht
Jesus einen legitimen Anspruch auf den jüdischen mehr alle Einzelheiten rekonstruieren. Der ernsthafte
Königsthron.” (S. 318) - Sicher, die von Brown kon- Forscher, sollte über das was er nicht wissen und
struierte Abstammungslinie stimmt, auch wenn Jo- bisher aus Mangel an geeigneten Quellen auch nicht
seph nicht der leibliche Vater Jesu war. Davon abge- erforschen kann, lieber schweigen, als sich von sei-
sehen, war er aber nur einer von zahlreichen mög- nen weltanschaulichen Wunschvorstellungen leiten
lichen Thronanwärtern. Welchen Rang Jesu zu lassen.
Erbrecht gegenüber seinem Vater, seinen Brüdern
und Cousins hat, darüber wird uns weder in der Bi- Doch selbst wenn wir uns auf Browns Ehegeschichte
bel noch in zeitgenössischen außerbiblischen Quel- Jesu einließen, kann der Roman nicht vermitteln,
len irgendetwas verraten. Sicher ist, dass sich zahl- warum die se Beziehung den christlichen Glauben
reiche zur Zeit Jesu lebende Männer aus dem Stamm und die katholische Kirche zusammenbrechen lassen
Benjamin der Verwandtschaft mit König David sollte. Ein Kollaps des Christentums aufgrund
rühmen konnten. Wer von ihnen nach den zwischen- einer solchen Erkenntnis wäre kaum zu erwar-
zeitlich vergangenen Jahrhunderten legitime An- ten. Allerdings spricht auch nichts für eine besonde-
sprüche auf den Thron hatte, war damals vollkom- re kirchliche Wertschätzung seiner hypothetischen
men ungeklärt. Jesus selbst lehnt einen Regie- leiblichen Nachkommen, sofern es sie denn gäbe.
rungsantritt in Israel deutlich ab (Lk 17,20; Joh Bei Jesus selbst treten seine leiblichen familiären
6,15; 18,36). Laut Brown wurde Jesu Leben wegen Verbindungen zu Eltern oder Geschwistern deutlich
seiner Stammeszugehörigkeit von „Tausenden seiner hinter seiner Beziehung zu seinen Anhängern als
Anhänger im ganzen Land” aufgezeichnet. Abgese- geistlichen Geschwistern zurück. Auch in der jungen
hen davon, dass sich von den behaupteten tausenden christlichen Gemeinde genießen Jesu Familienange-
von Jesusbiographien lediglich unsere vier bekann- hörige keine generelle Sonderstellung. Von seinen
ten Evangelien erhalten haben (alle apokryphen zahlreichen Geschwistern tritt lediglich sein Bruder
Schriften folgen erst mit weitem zeitlichen Abstand), Jakobus besonders hervor (Mt 13,55; Apg 21,18;
muss die Frage erlaubt sein, ob auch gleich viele Gal 1,19; 2,9), eher allerdings aufgrund seines vor-
Dokumentationen über das Leben des Vaters, Groß- bildlichen Christenlebens als aufgrund seines
vaters, Urgroßvaters ... Jesu angefertigt wurden, da Stammbaums.
doch auch sie legitime Herrscheranwärter Israels
gewesen sein müssten. Heute wissen wir von sol-
chen Schritten jedenfalls nichts. 5. Maria Magdalena als Ehefrau
Jesu
In Ermangelung deutlicher biblischer Hinweise auf
eine Ehe Jesu versuchen verzweifelte Freunde dieses Die Ehe zwischen Jesus und Maria Magdalena ist
Gedankens zu argumentieren: Was im Neuen Tes- „eine historisch verbürgte Tatsache.” (S. 335). Wer
sich von Browns Argumenten von Jesu vorgeblicher
9
Ehe überzeugen lässt, steht weiterhin vor der schwer
Zwölf Stellen des Neuen Testaments berichten von Ma- lösbaren Frage, wen Jesus denn geheiratet haben
ria Magdalena: Mt 27,61; 28,1; Mk 15,40.47; 16,1.9; Lk
sollte. Brown tippt auf Maria Magdalena, kann zur
8,2; 24,10; Joh 19,25; 20,1.11.18

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Begründung dieser Vermutung jedoch lediglich auf „Jeder, der des Aramäischen mächtig ist, wird Ihnen
ein paar interpretationsbedürftige Andeutungen ver- bestätigen, dass das Wort Gefährtin in jenen Tagen
weisen, die erst über hundert Jahre nach dem Tod nichts anderes als Ehefrau bedeutete” (S. 338)
Jesu verfasst wurden. Brown erwähnt hier nur die von mehreren Überset-
zungsmöglichkeiten, die gut in sein Konzept zu pas-
Tatsächlich gibt es Texte aus frühchristlicher Zeit, in sen scheint. Grundsätzlich bedeutet „Gefährtin”,
denen die Maria Magdalena nicht als eine von dass Jesus und Maria Magdalena in bestimmter
mehreren Frauen im Gefolge des Heilands, sondern Hinsicht eine Gemeinsamkeit hatten, z.B. in geist-
als dessen enge „Gefährtin” dargestellt wird. Diese licher Hinsicht. Der Zusammenhang des Philippus-
Texte nennt man „apokryphe” (= verborgene) Bü- Evangeliums (übrigens eine Schöpfung des späten 3.
cher oder kurz Apokryphen. Einige dieser Schriften Jahrhunderts und damit von historischer Belanglo-
wurden erst im vergangenen Jahrhundert wieder sigkeit) und Parallelen in anderen Schriften (Irenäus
entdeckt. Der wichtigste Fund waren 13 Pergament- bezeichnet Lukas als Gefährten des Paulus, Markus
rollen in einem Tonkrug, die 1945 in Nag Hammadi als Gefährten des Petrus etc.) der damaligen Zeit
(Oberägypten) geborgen wurden. macht deutlich, dass es sich gerade nicht um eine
Diese Rollen enthielten unter anderem bis dahin Ehefrau, sondern um eine „Gefährtin der Spirituali-
unbekannte Berichte über das Leben Jesu in kopti- tät” handelte.12
scher Sprache. Die ältesten dieser Texte wurden
wahrscheinlich Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Mit seinen apokryphen Quellen geht Brown recht
Christus angefertigt, die jüngeren erst wesentlich unsachgemäß um. Er übersieht beispielsweise, dass
später. In einer dieser Apokryphen, dem so genann- gerade die von ihm zitierten gnostischen Schriften13
ten Philippus - Evangelium, heißt es: „Die Gefähr- weitgehend die menschliche Realität Jesu leug-
tin Christi ist Maria, die aus Magdala. Der Herr nen. Nach ihrem Konzept hatte Jesus, der Erlöser-
liebte Maria mehr als alle Jünger, und er küsste gott, einen reinen Geistleib. Den irdischen materie l-
sie häufig auf den Mund. Als die Jünger das sahen, len Körper sahen sie als minderwertig und deshalb
sagten sie ihm: ‘Warum liebst du sie mehr als uns Gottes unwürdig an. Eine geschlechtliche Zeugung
alle?’”10 Dan Brown leitet daraus ab, Maria Magda- irdischer Nachkommen passt kaum in das religiöse
lena sei die Ehefrau Christi gewesen und das Paar Konzept der Gnostiker.
habe Kinder gehabt, einfach, weil ein 30-jähriger Brown löst seine Zitate bewusst aus ihrem Kontext
Mann in der jüdischen Gesellschaft von damals ver- heraus, in dessen mystischem Original ein „Kuss”
heiratet zu sein und Nachwuchs zu haben hatte. weit eher als symbolischer Akt der Wissensve r-
mittlung verstanden wird denn als Beschreibung
In mehreren Apokryphen wird Maria Magdalena als eines erotischen Abenteuers, zumal solche öffentli-
bevorzugte Gesprächspartnerin und rechte Hand von chen Liebesbekundungen in der jüdischen Umwelt
Jesus gezeichnet: Sie stellt die meisten Fragen, sie jener Zeit eher unüblich waren.
wird vom Heiland immer wieder vor allen anderen Auch Esther de Boer verweist auf die unterschiedli-
gelobt, sie verteilt nach seinem Tod die Missionsge- chen Bedeutungsebenen des Kusses in der hier be-
biete unter den Jüngern. Brown: „Jesus war sozusa- sprochenen Literatur: „Wir dürfen darunter kein
gen der erste Feminist. Nach Aussage jener alten
unverfälschten Evangelien hat Christus nicht Petrus
12
zum Sachwalter seiner Kirche eingesetzt, sondern J.Kühlewein: Art. Nächster / Gefährte, in: Ernst Jenni /
Maria Magdalena.” Doch nach der kirchlichen Claus Westermann Hrsg.. Theologisches Handwörterbuch
Lehrmeinung war und ist Petrus der Fels, auf den zum Alten Testament, Chr.Kaiser, Gütersloh 1975, Bd.2,
Sp.786-791 / Peter van Briel, Anmerkungen zu Dan
Jesus seine Kirche bauen wollte. Nieder also mit
Browns "Sakrileg" ("The Da Vinci Code"),
Maria Magdalena! „Zur Abwehr der nachhaltigen Http://www.karl-leisner-jugend.de/Sakrileg.htm,
Bedrohung stellte die Kirche Maria Magdalena be- 15.6.2005
harrlich als Dirne dar und vernichtete sämtliche Do- 13
Der griechische Begriff „Gnosis” wird im Deutschen
kumente, die sie als Gattin Christi ausweisen konn- zumeist mit „Wissen” übersetzt. Er bezeichnet eine antike
ten”, sagt der Privatgelehrte Teabing im Roman. 11 Glaubensrichtung, die Erlösung durch die Vermittlung
geheimen Wissens zu erlangen hoffte. Ihr Weltbild war
dualistisch. Ein böser materieller Gott erschuf das sichtba-
re Universum und verschuldete die Bindung der rein
10
Philippus Evangelium 63,34f geistigen Seelen der Menschen an die Materie. Ein guter
11
Das Sakrileg. Jesus war auch nur ein Mann, immaterieller Gott (Christus) weist seinen Anhängern den
Http://stern.de/unterhaltung/buecher/index.html?eid=5204 Weg zur Ablösung des Geistes aus seinem irdisch- mate-
32&id=520364, 17.02.2004 riellen Gefängnis.

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Küssen im sexuellen Sinne verstehen, sondern in männlich zu machen, sodass auch sie ein lebendiger
einem spirituellen. Die Gnade, welche die, die sich Geist werden kann, der euch Männern ähnelt. Denn
küssen, einander erweisen ... lässt sie wiedergeboren jede Frau, die sich zu einem Mann macht, wird in
werden. Das wird schon vorher in diesem Evangeli- das Himmlische Königreich Einzug halten.” (Logion
um beschrieben.”14 Da heißt es in diesem Zusam- 114) Auch wenn hier die gnostische Feststellung,
menhang: „... viel zahlreicher sind dann die Kinder Männer seien spirituell höherstehend, bewusst nicht
des vollkommenen Menschen, die nicht sterben, diskutiert werden soll, bleibt festzustellen, dass mit
sondern unablässig wiedergeboren werden ... Sie einer solchermaßen veränderten Maria keine ge-
beziehen Nahrung aus dem Versprechen, in den Ort schlechtliche Vereinigung mehr möglich sein dürfte,
dort droben aufgenommen zu werden. Dieses Ver- wie Brown sie im „Sakrileg” beabsichtigt - Immer
sprechen kommt aus dem Munde, denn das Wort ist vorausgesetzt, wir konstruieren unser Bild von Jesus
von dort gekommen und ist vom Munde genährt und Maria aus den apokryphen Evangelien, wie es in
worden und vollkommen geworden. Die Vollkom- „Sakrileg” empfohlen wird.
menen empfangen durch einen Kuss und gebären.”15
Die bloße Beteuerung, Jesus habe Maria geliebt,
Überhaupt geht es den gnostischen Verfassern dieser kann kaum auf eine sexuelle Verbindung gedeutet
Schriften nicht, wie Brown annimmt, um die Be- werden, da mit demselben Ausdruck auch Jesu Be-
schreibung einer Liebesbeziehung zwischen Jesus ziehung zu seinen anderen männlichen Jüngern (Mk
und Maria Magdalena, sondern um die Darlegung 10,21; Joh 8,42; 11,3.5; 13,23) oder zur christlichen
eines Erlösungsmythos, nach dem die Menschen Gemeinde (Eph 5,2.25) beschrieben wird. Hier wird
durch die spirituelle Wiedervereinigung der ehe- offensichtlich symbolisch sogar von einer Hochzeit
mals auseinandergefallenen männlichen und zwischen Jesus als Bräutigam und der Gemeinde
weiblichen Komponenten ihres Personkerns (Sün- als Braut (Mt 9,15; 25,1ff; Offb 19,7; 21,9, 22,17)
denfall) ihre ursprüngliche Vollkommenheit wie- gesprochen, auf einer spirituellen, nicht aber auf
dererlangen können (Androgynie). Im Gegensatz einer körperlichen Ebene. Darüber hinaus soll der
zu den biblischen Evangelien wird also eine Art Christ jeden Menschen, selbst seinen Feind lieben
„Selbsterlösung durch Erkenntnis” angeboten. „Im (Mt 19,19; 22,39). Ausdruck der liebenden Verbin-
Philippus-Evangelium wird die geistige Vereinigung dung innerhalb der Gemeinde konnte in neutesta-
von Christus und Maria Magdalena mit Ausdrücken mentlicher Zeit sogar der gegenseitige Kuss sein
aus dem Bereich der menschlichen Sexualität ge- (Röm 16,16; 1Kor 16,20), allerdings ohne sexuellen
schildert. ... Während das Traktat selbst sich mit Hintergrund.
sakramentalen und ethischen Fragen beschäftigt, ist
das Hauptthema die Vorstellung, mit der sich ... Über Bibel und apokryphe Schriften hinaus verweist
viele gnostische ... Schriften befassen: Dass nämlich Brown auch auf Leonardo da Vinci als wichtigen
die Leiden der Menschheit durch die Aufspaltung Trauzeugen der Ehe zwischen Jesus und Maria
der Geschlechter bewirkt wurde, die durch die Tren- Magdalena. Interpretationsbedürftige Andeutungen
nung Evas von Adam verursacht wurde. ... Das Phi- aus Leonardos Gemälden allerdings können wohl für
lippus-Evangelium verwendet das Brautgemach als niemanden als ernstzunehmendes Argument für eine
Metapher für die Wiedervereinigung von Adam und Ehe Jesu herangezogen werden. Da es keinerlei
Eva, mit der die Polarität Mann/Frau aufgehoben schriftliche Äußerungen Leornados gibt, in der der
wäre und Androgynie oder der spirituelle Zustand Künstler eine solche Beziehung Jesu für wahrschein-
durch das Kommen Christi ... herbeigeführt wür- lich hielt, stehen Browns Bildmeditationen sowieso
de.”16 Im Thomas - Evange lium kündigt Jesus auf wackligen Füßen. Doch selbst wenn Leornardo
sogar an, Maria Magdalena zu einem Mann um- eine Liebschaft zwischen Jesus und Maria Magdale-
zugestalten, damit sie auf eine geistlich höhere E- na annahm, was mehr als umstritten ist, hatte Leo-
bene gelange: „Ich selbst werde sie führen, um sie nardo über 1500 Jahre nach dem betreffenden Ereig-
nis keinerlei historische Belege für eine solche
Sichtweise. Dementsprechend können seine Gemäl-
14
Esther de Boer: Weder unzüchtig noch außergewöhn- de über das historische Leben Jesu keinerlei Aus-
lich fromm? Über den Mythos der „Braut Christi” hinaus, kunft geben.
in: Dan Burstein: Die Wahrheit über den Da- Vinci- Co-
de, S. 96 Das von Brown für seine Liebesgeschichte herange-
15
Philippus-Evangelium 58,20 - 59,5 zogene Geheimdossier der Prieuré de Sion enthält
16
Susan Haskins: Magdalenas sieben Teufel. Mythos und zwar eine lange Namensliste, die nachweislich alle r-
Metapher einer schönen Sünderin, in: Dan Burstein: Die
Wahrheit über den Da- Vinci- Code, S.76

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dings erst in neuerer Zeit verfasst wurde.17 Echte, kenntnis erlangen, Identität und einen Platz in der
historisch relevante Dokumente, beispielsweise aus Welt.”21
der Antike oder dem Mittelalter, enthält es nicht. Bei der Suche nach einer tragfähigen Grundlage der
Darüber hinaus wird es heute selbst von ihrem Ver- Weltinterpretation und der Verortung des eigenen
fasser nicht mehr ernstgenommen. 18 Lebens können Browns Mythen alle rdings kaum als
echte Hilfe angesehen werden. Vie lleicht lenken sie
Eine ausführliche Auseinandersetzung mit Browns den Leser einen Moment von der Unverständlichkeit
Spekulationen über Maria Magdalena bietet auch und Unzulänglichkeit des eigenen Lebens ab und
Darell L. Bock, Professor für Neues Testament. binden seine Aufmerksamkeit an geheimnisvolle
Unter anderem stellt er fest: „Maria Magdalena war Verschwörungen, an deren Spezia lwissen er nun
eine gläubige Jüngerin, eine Zeugin für Kreuz, Be- auch teilhaben kann. Jedoch schon bald enthüllen
gräbnis und Auferstehung Jesu. ... Sie war nicht mit diese Konstruktionen ihre totale Irrelevanz bezüglich
Jesus verheiratet; zumindest gibt es keinen Beweis des realen Lebens und der realen Umwelt des Le-
in der Bibel oder außerhalb ihrer dafür.”19 Zusam- sers.
menfassend führt Bock aus: „Zwei historische Be- Die intensiv gesuchte Wahrheit zur realis tischen
hauptungen des Thrillers halten stand: 1. Frauen Interpretation der Wirklichkeit kann eben nicht
wurden in ihrer Stellung emporgehoben durch das, durch eigene Spekulation selbst hergestellt we r-
was Jesus lehrte (jedoch möglicherweise nicht so den, sondern muss dem Menschen in übernatür-
sehr, wie manche annehmen möchten). 2. Maria licher Offenbarung entgegentreten, die eben den
Magdalena war keine Prostituierte. Die übrigen Horizont eigenen Denkens und Wahrnehmens
Grundlagen der Geschichte sind aus Sand herge- überschreitet. Natürlich ist es hilfreich, wenn diese
stellt.”20 Offenbarung in einem historisch überprüfbaren
Rahmen stattfindet, wie er von den Evangelien an-
geboten wird. „Da es nun schon viele unternommen
6. „Sakrileg” als religiöse Sinnsu- haben, einen Bericht von den Ereignissen zu verfas-
che sen, die sich unter uns zugetragen haben, wie sie uns
die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeu-
Letztlich geht es im „Sakrileg” gar nicht um Je- gen ... gewesen sind, hat es auch mir gut geschienen,
sus und Maria Magdalena, sondern um die Suche der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es
des modernen Menschen nach religiöser Orie n- dir ... der Reihe nach zu schreiben, damit du die
tierung, wie Dan Burstein in seiner Analyse des Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in denen du
Romans zu Recht feststellt: „Unsere materialisti- unterrichtet worden bist.” (Lk 1,1-4) Den biblischen
sche, technologische, wissenschaftsorientierte, in- Evangelien entsprechend lebt der Mensch geistlich
formationsüberflutete Kultur ist immer auch auf der nicht erfüllter, wenn er über geheimes Wissen be-
Suche nach einer Sinngebung. Man hält Ausschau züglich der „Ehe Jesu” verfügt, sondern wenn er die
nach einer Regeneration der spirituellen Sensibilität Existenz Gottes akzeptiert, sich seiner Schuld ihm
oder zumindest nach Parametern für das eigene Le- gegenüber bewusst wird und sich in einer Rückbin-
ben. Genauso wie in den Harry- Potter- Romanen, dung an ihn von den Paradigmen Gottes leiten lässt.
die eine parallele Äußerung desselben Zeitgeistes
darstellen, wird im „Da Vinci Code” [englischer Michael Kotsch
Originaltitel von „Sakrileg”] von der Reise einer
klassischen Heldenfigur erzählt. ... Die Darsteller
haben nicht nur die höchst kostbaren Geheimnisse
davor zu bewahren, in die falschen Hände zu gela n-
gen, in dem weiteren Verlauf werden sie Selbster-

17
Vgl. Amy Bernstein: Französische Luftschlösser. Dich-
tung und Wahrheit im Da Vinci Code, in: Dan Burstein:
Die Wahrheit über den Da- Vinci- Code, Goldmann,
München 2004, S. 480-488
18
Vgl. Michael Kotsch: Sakrileg - geheime Evangelien?,
Logos, Lage 2005, Kap. 13
19
Darell L. Bock: Breaking The Da Vinci Code, Nashville
21
2004, p. 29 Dan Burstein: Die Wahrheit über den Da- Vinci- Code.
20
Darell L. Bock: Breaking The Da Vinci Code, Nashville Das Sakrileg entschlüsselt, Goldmann, München 2004,
2004, p. 154 S.28

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Mehr zum Thema in: Michael Kotsch: Sakrileg - Erhältlich bei:
geheime Evangelien? - Dan Browns Verschwö- Bibelbund e.V., Geschäftsstelle, Postfach 470268,
rungstheorien - War Jesus verheiratet? - Der heilige D-12311 Berlin, Tel. (030) 4403 92-53, Bestel-
Gral. Die Templer - Leonardo da Vinci - Die „Große lung@Bibelbund.de
Göttin”, Logos Verlag, Lage 2005, 112 Seite, 4,50
EUR

ZWINGLI gemäße Befriedigung desselben.“

„Wunderzeichen begehren ist Fürwitz und kumpt Verhandlungen der Gnadauer Pfingstkonferenz 1910
uss Unglouben.“
zitiert in „Bibel und Gebet“ Nov./Dez. 1981 „Mehr als je brauchen wir heute eine keusche
Stel1ung in der ganzen Schriftwahrheit. Sie bewahrt
uns vor Sensationellem, vor gefährlichem, gewag-
Martin LUTHER: tem Streben nach Geistesausrüstung. Sie wirkt jene
geistliche Keuschheit, die sich fürchtet vor kaliforni-
"Diejenigen, welche Offenbarungen und Traume im scher, norwegischer, eng1ischer und holländischer
Munde führen und suchen, sind Gottesverächter, da Handauflegung. Ich kannte verschiedene Menschen,
sie mit seinem Wort nicht zufrieden sind. Ich erwar- die durch Handauflegung bleibend unter böse Geis-
te in geistlichen Dingen weder eine Offenbarung ter kamen. Eine keusche Ste1lung in der Schrift
noch Traume; ich habe das klare Wort; deshalb bewahrt uns ferner vor Zeichen- und Wundersucht.
mahnt Paulus {Gal. 1,8), man solle sich daranhan- Wir wollen keine vermehrte Geistesausrüstung, um
gen, auch wenn ein Engel vom Himmel anders lehr- große Leute zu werden, das wäre unser Verderben.
te.“ Wir wollen nicht einmal in erster Linie Geistesaus-
Tischreden 5, 6211, Fausel Bd II, 5. 195 rüstung für unseren Dienst, sondern für unsere Ge-
meinschaft mit Gott und dadurch für unseren Dienst.
Gehen wir den umgekehrten Weg, so kommen wir
Referat von Elias SCHRENK: „Das Bedürfnis der ins Fleisch und unter feindlichen Einf1uß, erreichen
Gemeinde Gottes nach einer größeren Ausrüstung also das Gegenteil.“
mit Geisteskraft und die Bedingung für eine schrift-

Autoren: Bibel und Gemeinde:


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