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Messemodell 2009

Karlsruhe INTERGEO 2009


Google Earth und Co

Ein Bericht von Elke Friebe, Kornwest- ten im weitesten Sinne in der Vermessungs-
heim, die seit einigen Jahren zur Stamm- branche. So können wir von Techniker zu
mannschaft des Intergeo-Teams des Techniker mit unseren Berufskollegen ins
DCTB gehört. Ge­spräch zu kommen. Manche Besucher
sind etwas irritiert und fragen, wie wir dazu
  Die INTERGEO - früher Geodätentag - ist kommen, hier auf der Messe zu stehen - und
eine Messe mit internationalem Fachpu- schon sind wir im Gespräch über das, was
blikum. Vermessungsingenieure, Karto- uns selbst so wichtig ist.
graphen, Spezialisten und Anwender von
Geoinformationssyste­men aus der freien
Wirtschaft und den Verwaltungen – kurz Die „Wand“
die Welt von Google Earth und Co trifft
sich hier. Diese Messe gewinnt zunehmend Unser erweiterter Messestand ist ein ech-
an internationalem Charakter, hat aber ter Blickfang. Inzwischen ist er auf eine
auch ein regionales Gesicht, dadurch dass beachtliche Länge von über 20 Metern
der Standort innerhalb Deutschlands jedes angewachsen und dokumentiert auch ein
Jahr wechselt. Der DCTB nutzt seit über 20 Stück Messegeschichte. Dies wird auch von
Jahren diese offene Tür und ist mit einem der Messeleitung geschätzt und sie stellt
missionarischen Stand da­bei. Die meisten uns jetzt schon jahrelang einen guten Platz
Mitarbeiter im Team arbeiten oder arbeite- zur Verfügung. Jedes Jahr kommt ein neues

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Messemodell hinzu, eine christliche Inter-
pretation des offiziellen Mes­seplakates und
Messemottos. Die originellen und hand-
werklich schön gemachten 3-D-Modelle
Die „Wand“
stellen jeweils eine christliche Kernaussage
dar. Walter Böcking, unser „Künstler“,
lebt immer schon das ganze Jahr mit dem
neuen Modell. Karlsruhe als die die Stadt sehr persönliches Gespräch eingelassen,
des Rechts stand beim diesjährigen Modell gehen nachdenklich weiter, vielleicht auch
ge­danklich Pate. Es stellt die Waage der Ge- beschenkt mit einem herausfordernden
rechtigkeit vor Gott dar und das „Gewicht“ Buch.
des Kreuzes Jesu, das die persönliche
Ungerechtigkeit vor Gott aufwiegt für den, Ein junger Mann kam ganz gezielt auf
der glaubt. den Stand zu. Als ich ihn ansprach, sagte
er: „Das ist der wichtigste Stand auf der
ganzen Messe“. Es stellte sich heraus,
Im Gespräch dass er aus einer christlichen Fami­lie
kommt, das Wesentliche weiß, aber sich
Die Modelle können einen guten Anknüp- seit Jahren nicht zu einem vollen Ja zu
fungspunkt geben. Mit der einleitenden Jesus durchrin­gen kann. Leider ging er als
Fra­ge: „Darf ich Ihnen eines unserer Messe- Unentschlossener weiter.
modelle etwas genauer erklären?“ lässt sich
so mancher Besucher bereitwillig das ein Ein Mitarbeiter vom Evangelischen
oder andere Modell erklären. Damit hat er Oberkirchenrat sah sich unsere Bücher
schon eine wichtige Aussage des Evange- an und kritisierte unseren „Fundamen-
liums mitbekommen. Wenn es gut geht, talismus und Kreationismus“. Am Ende
entsteht daraus ein persönliches Ge­spräch. des Gesprächs gab er aber zu, dass er
Es kommt auch immer wieder vor, dass ein zur Zeit in einer harten Diskussion mit
Besucher am nächsten Tag noch einmal seinen Söhnen zum Thema „Evolution
vorbeikommt und genauer nachfragt. Das und Schöpfung“ steht und froh um etwas
sind natürlich die Höhepunkte, über die Schützenhilfe ist. Daraufhin kaufte er
wir uns besonders freuen und für die wir sich ein nicht gerade billiges Buch zu
dankbar sind. Einige haben sich auf ein diesem The­ma.

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40 Das
DasFundament
Fundament01.2010
01.2010
Google Earth und Co

Viele ausländische Gäste freuen sich ein- aufdringlich“ möchten wir gerne über
fach über einen Kalender mit Bibelworten unseren Glauben an Jesus Christus reden
in ihrer Mut­tersprache. Die Studenten und unser Gegenüber auch vielleicht zum
nehmen gerne den „Kleinen Studienhel- Umdenken herausfordern. Beim Auf- und
fer“ mit. Ab und zu kommt jemand und Abbau halfen Freunde aus dem DCTB,
sagt: „Ich bin auch Christ“. Es ist schön, die in der Nähe wohnen. Auch das ge­
wenn sich andere Christen zu uns stellen meinsame Schrauben verbindet. Ich habe
und sich nicht unerkannt vorbei drücken. es im Vorfeld schon einige Male erlebt,
dass DCTB-Freunde um den genauen Ter-
Für mich und einen weiteren „Schwaben“ min wissen und im Gebet dahinter stehen.
im Team, die in der Landesvermessung in Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass
Ludwigsburg bzw. Stuttgart arbeiten, war unser Team noch um einiges größer ist als
es dieses Jahr ein Heimspiel. Es kamen die Zahl der „Frontleute an der Wand“ in
jeden Tag einige Kollegen vorbei, die der Messehalle. Nur Gott kann es immer
sich teilweise sehr bereit­w illig auf ein wieder schenken, dass wir auch auf inner-
Gespräch einließen. Schön wäre es, daran lich vorbereitete Menschen treffen.
mal wieder anknüpfen zu können.

In der Businesswelt
Teamarbeit
Man kann sich fragen, ob sich für drei
Ich persönlich freue mich, im Team dabei Messetage der große technische Aufwand,
sein zu dürfen. Es ist eine besondere geist- die Auf- und Abbauzeit und die ganze Vor-
liche Gemein­schaft, in dieser doch sehr bereitung im Siegerland und in Korntal
offensiven Art, mit dem Evangelium auf lohnt. Und doch würde ich sagen, dass es
Menschen zuzugehen. Man kann sich nach eine besondere Chance ist, als „christliche
einem Gespräch kurz austauschen oder Techniker“ auf diese Weise in der „Busi-
auch während des Tages still füreinander nesswelt“ zu stehen.
beten, wenn man sieht, dass ein anderer
vom Team ein längeres Gespräch hat.

Die größte Gemeinsamkeit im Team ist


unsere Liebe zu Jesus Christus. Dane-
ben verbindet uns natürlich der Bezug
zur Technik. Unser Gebet ist immer
wieder, dass Gott uns mit den richtigen
Gesprächspartnern zusammenführt.
Nach dem Motto „deutlich, aber nicht

Elke Friebe erklärt


einer Besucherin die Modelle
Solange diese Tür offen ist, wollen wir Kern des christlichen Glaubens ist. Und da
sie auch ganz zuversichtlich nutzen. Die konnte man am diesjährigen Modell sehr
Messegespräche haben eine interessante schön den Sinn des Kreu­zes erklären.
Mischung aus Anony­m ität und persönli- Was uns motiviert, ist das Gleichnis vom
cher Begegnung, die manchem Besucher Sämann. Das Evangelium hat seine ganz
helfen, sich recht schnell zu öffnen. eigene Kraft. Unser Auftrag als Chris­
ten bleibt, dieses weiterzugeben und zu
Sehr ernüchternd ist es zu sehen, wie we- bezeugen. Es bleibt wie immer eine Saat
nige Menschen wirklich wissen, was der auf Hoffnung. 

Bibelübersetzung im
äußersten Süden Russlands
Martin Dillig ist einer unserer „DCTB- seine sprachliche Natürlichkeit. Andere
Missionare“. Mitarbeiter testen mit an der Arbeit unbe-
teiligten Lesgiern, ob der Text ver­ständlich
  Ganz im Süden von Russland und im ist. Zuletzt steht noch eine Sitzung mit
Norden von Aserbaidschan leben die meis- einer Übersetzungsberaterin auf dem
ten der etwa 500.000 Lesgier. Ihr Siedlungs- Plan. Sie ist der zweite Ausländer in dem
gebiet reicht von den Ufern des Kaspischen Projekt. Sie wohnt aber nicht in der Region,
Meeres bis in die Hochtäler des Kaukasus. sondern reist jeweils zu den Beratungssit-
Ihre Sprache gehört der ostkaukasischen zungen an. Den ganzen Prozess muss ich
Sprachfamilie an. An der Arbeit für eine als exegetischer Prüfer begleiten. Meine
Bibelübersetzung in die Sprache dieser Aufgabe ist es, den Text in allen seinen
Volksgruppe bin ich beteiligt. Die Überset- Bearbeitungsstufen mit dem hebräischen,
zungsarbeit geschieht in einem Team, das aramäischen und griechischen Original
größtenteils aus Lesgiern besteht. Der ein- zu vergleichen. Für Stellen, an denen der
heimische Übersetzer benutzt als Vorlage Sinn der Über­setzung nicht mit dem des
eine russische Übersetz­ung. Ein philo- Originals übereinstimmt, muss ich zusam-
logischer Bearbeiter prüft den Text auf men mit dem Übersetzer und eventuell

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