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Das Fundament 3/2009

Mission unter Muslimen


- Nur in Jesus Christus ist Heil
und Hoffnung für die Welt
Albrecht Hauser, Pfarrer und Kirchenrat i.R., Korntal, war bis Januar 2004
für nahezu 20 Jahre als Fachreferent für Mission und als Geschäftsführer der
Württembergischen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission und des
Landeskirchlichen Arbeitskreises für Islamfragen tätig. Zusammen mit seiner
Frau und seinen drei inzwischen erwachsenen Kindern lebte er von 1962 bis
1980 in den islamisch geprägten Ländern Pakistan und Afghanistan. Seit lan-
gem beschäftigt er sich intensiv mit dem Islam, sowie mit der Situation christ-
licher Minderheiten in islamischen Ländern. Er ist Mitbegründer des Instituts
für Islamfragen und der Vorsitzende des Islam Arbeitskreises der Deutschen
Evangelischen Allianz.

 Dies ist und bleibt der Kern uns sogar einreden, dass ange-
der guten Nachricht: „Also hat sichts der Schuld der Geschichte
Gott die Welt geliebt, dass er seinen und zeitgemäßer neuer „Erkennt-
eingeborenen Sohn gab, damit alle, nisse“ es mit der Mission nicht
die an ihn glauben, nicht verloren mehr so ernst zu nehmen sei.
werden, sondern das ewige Leben Aber christliche Mission ist und
haben“ (Johannes 3,16). Dies gilt bleibt begründet im Wesen der
es unwiderruflich allen Menschen Selbstoffenbarung Gottes. Jesus
in Wort und Tat immer neu und selbst ist und bleibt der Gesandte
verständlich zu verkündigen. Dabei Gottes, der uns als seine Nachfol-
sind auch Muslime nicht ausge- ger hineinnimmt in seine Mission,
schlossen, denn es führt kein Weg sprich seine Sendung: „Wie der
des Heils an Jesus Christus, dem Vater mich gesandt hat, so sende
gekreuzigten und auferstandenen ich euch“ (Johannes 20,21). Jesus
Herrn, vorbei. Wir mögen schlaue Christus ist daher in Person das
oder faule Ausreden finden und Evangelium, Gottes Frohbotschaft

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Mission unter Muslimen

für alle Menschen, und zu allen bekannte schottische Bischof und


Zeiten. Durch sein Leben, von der langjährige Indien-Missionar Less-
Krippe bis zum Kreuz, offenbart lie Newbigin fest:
Gott uns Menschen, wie sehr wir
„Wenn das Evangelium nur ein
gewürdigt und geliebt sind. Missi-
Zugang zum Verständnis von
on in der Nachfolge Jesu ist daher
Religion ist, die für mich etwas
frei von Zwang. Sie ist persönliche
bedeutet, mir hilft und Wohlbe-
Einladung zu einem wahren und
finden vermittelt, dann habe ich
gewürdigten Menschsein, weil wir
eigentlich kein Recht, mich in
durch Christus mit Gott versöhnt
die jeweils eigene Glaubensauf-
sind. Weil Christus in uns Grund
fassung von anderen Menschen
aller Hoffnung ist, ist, das Evange-
einzumischen, die auf jeweils ih-
lium zu verkündigen, daher auch
rem Weg einen Frieden und eine
eine frohmachende und lebens-
Sicherheit anstreben, wie es sich
bejahende Aufgabe.
die Menschen ersehnen. Aber das
Evangelium ist die Wahrheit und
deshalb wahr für alle Menschen:
Es ist die Enthüllung des Ange-
Evangelium recht sichts dessen, der alles erschaf-
verstanden fen hat, von dem jeder Mensch
abstammt und zu dem schlus-
Deswegen hat Mission niemals
sendlich jeder Mensch kommen
eine verkrampfte Angelegenheit
muss. Es offenbart den Sinn
zu sein. Mission ist auch nicht
menschlicher Geschichte, den
eine der Kirche aufgebürdete Last,
Ursprung und die Bestimmung
die man möglichst unauffällig an
der Menschheit. Jesus ist nicht
wenige Experten abtreten oder gar
nur mein persönlicher Erlöser, er
durch „Dialog“ ersetzen könnte,
ist Herr über alles, die Ursache
sondern sie ist der Erweis, dass wir
und der Eckstein des Univer-
das Evangelium recht verstanden
sums. Wenn ich dies glaube, ist,
haben und daher eine Aufgabe der
hiervon Zeugnis abzulegen, der
ganzen Gemeinde an allen Orten.
wirkliche Grund meiner ganzen
Angesichts der weit verbreiteten
Existenz. Wenn ich denke, ich
Verunsicherung im Blick auf den
kann es für mich behalten, dann
missionarischen Auftrag stellt der

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glaube ich eigentlich nicht wirk- „Bin ich etwa ein Fehler, sollte
lich. Die Weltmission ist daher ich nicht Christ sein? Die Väter
nicht etwas Zusätzliches, sondern der Mission mögen wohl Fehler
der eigentliche Prüfstein, ob die gemacht haben, wir aber halten
Kirche auch wirklich an das uns daran nicht auf, denn sie
Evangelium glaubt.“ haben uns das Evangelium als
eine von Angst befreiende Kraft
In der Mission geht es daher
gebracht. Wir sind glücklich und
weder um ein „Abrechnen“ mit
dankbar, Christen zu sein. Jede
Andersgläubigen noch um das
Generation ist neu gesandt, das
Freilegen ihrer Schwachstellen,
Evangelium aller Welt zu ver-
sondern um das schlichte Zeugnis
kündigen. Die Frage aber steht
Christi gegenüber Menschen, die
im Raum, ob wir auch durch
nach Gottes Ebenbild geschaffen
die Söhne der Väter Christen
sind. Weil dies so ist, darf keinem
geworden wären? Sorgt dafür,
Menschen das Evangelium vorent-
dass ihr Christen bleibt und eu-
halten werden. Die christliche Mis-
ren Glauben einladend lebt und
sion ist zentralstes Wesensmerkmal
verkündigt.“
christlicher Existenz. Wer versu-
chen würde, sie angesichts anderer
oder widersprüchlicher „Heilsan-
gebote“ aufzugeben, würde sein
Christsein zur Disposition stellen. Mission zu Hause
Daher kann das „Ob“ der Mission Wir sind also in jeder Generation
nicht zur Disposition stehen; über neu berufen, uns dem Anspruch
das „Wie“ der Mission und über des ganzen Evangeliums in unserer
die Fragen des Verhältnisses von Zeit zu stellen und den Auftrag
Evangelium und Kultur hingegen zur Mission, gerade auch vor der
kann es Meinungsverschieden- eigenen Haustür, wahrzunehmen.
heiten geben, da sind wir oft Kin- Mission aber geschieht heute von
der jeweils unserer eigenen Zeit. überall nach überall. Auch die
Ein afrikanischer Bischof wurde erwachenden Weltreligionen kon-
auf die „Fehler“ in der Mission frontieren uns mit ihrem Anspruch.
angesprochen. Er stand entrüstet Der vom Islam herkommende
auf und sagte: Widerspruch gegen den christ-

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lichen Glauben und die islamischen fröhlich zu bekennen, warum wir


Behauptungen, alle vorhergehenden Christen sind und auch angesichts
Glaubensweisen überholt und über- des Islam unverzagt und voller
boten zu haben, kann daher nicht Gottvertrauen weiterhin Christen
Grund zur christlichen „Selbstauf- bleiben wollen. Ja, warum wir uns
gabe“ im Verschweigen sein. Ja, die sogar freuen, wenn auch Muslime
Haltung des Islam vertieft geradezu in Jesus Christus den erkennen, der
den christlichen Missionsbefehl, uns ER wirklich ist: das Heil und die
zu einem klaren Bekenntnis und Hoffnung der ganzen Welt.

Islam - große Herausforderung

zu einem durchdringenden Glau- Islamische


benszeugnis zu bekennen. Denn das
Zeugnis des Evangeliums ist - auch Herausforderung
Muslimen gegenüber – geradezu die Wir sind als Christen durch den
logische Konsequenz der Nachfol- Islam existentiell herausgefordert.
ge Jesu Christi; denn „Gott war in Es geht einmal darum, diese Religi-
Christus und versöhnte diese Welt on in ihrem Kern zu verstehen und
mit sich selbst“ (2. Korinther 5, 19). Muslimen im Geiste des Evan-
Daher gilt es für uns als Kirche Jesu geliums so zu begegnen, dass ein
Christi, auch im 21. Jahrhundert Heimweh nach Jesus Christus in

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den Herzen unserer Mitmenschen wird, was Muslime auch glauben,


geweckt wird. Der Islam versteht wird er nach islamischer Sicht alle
sich nämlich als eine Religion, die Menschen zum Islam bekehren.
meint, alle vorherigen Religionen Ja, die Muslime behaupten, dass
sinnentleert und überboten zu da, wo die Bibel nicht mit dem
haben. Christen und Juden genie- Koran übereinstimme, sie gefälscht
ßen als „Buchreligionen“ wohl noch worden sei.
ein gewisses Duldungsrecht, sollen
aber zum Islam eingeladen wer-
den. Wenn sie die Einladung nicht
annehmen, sind sie als „Ungläu- Neues Urvertrauen
bige“ anzusehen. Da der Islam im
7. Jahrhundert weitgehend auch in Angesichts des Islam brauchen wir
der Auseinandersetzung mit dem eigentlich ein neues Urvertrauen
christlichen und jüdischen Glauben ins Evangelium Jesu Christi und
entstanden ist, greift er wohl Kern- in sein Wort. Wo über die Person
aussagen des christlichen Glaubens Christi solche Missverständnisse
auf, verändert sie aber zugleich und vorherrschen wie bei den Musli-
biegt sie islamisch zurecht. So wird men, steht für die Kirche Jesu
zwar zugestanden, dass Jesus ein Christi ein durchdringendes
großer Gesandter Gottes gewesen Zeugnis auf der Tagesordnung
sei, aber eben nur Prophet und und nicht etwa ein Zurückneh-
nicht Sohn des lebendigen Gottes. men christlicher Glaubensü-
Die Dreieinigkeit, Gott Vater, Sohn berzeugungen. Es gilt vielmehr,
und Heiliger Geist, wird abgelehnt, die weit verbreitete geistliche
so auch der Kreuzestod Jesu. Gott Verunsicherung zu überwinden
ist weder leidensfähig noch wird und neu darauf zu vertrauen,
er in Jesus Christus Mensch. Ja, in dass Gottes Heiliger Geist unser
traditionell islamischer Sicht wird wenn auch manchmal stotterndes
Jesus noch vor der Kreuzigung in Zeugnis des Evangeliums, heute
den Himmel entrückt, da Gott am noch gebrauchen will, den Men-
Kreuz eine Täuschung stattfinden schen die Augen zu öffnen für die
lässt. Jesus wird sozusagen zum Herrlichkeit Gottes im Angesichte
Vorläufer und Wegbereiter Mo- Jesu Christi (2. Korinther 4, 6).
hammeds. Wenn er wiederkommen Eine gesunde christliche Apologetik

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Mission unter Muslimen

– also begründende Ver- Große Herausforderung


teidigung des Evangeliums
- ist neu gefragt, die theolo- Wird es der Kirche und Gemein-
gisch und biblisch das Heil de Jesu Christi neu gelingen, den
in Jesus Christus bezeugt Menschen im 21. Jahrhundert in
und nicht infrage stellt. ihrem jeweiligen Umfeld von dieser
Dies hat ohne Angst, aber in Jesus Christus uns von Gott ge-
mit großer Glaubens- schenkten Hoffnung etwas zu ver-
zuversicht zu gesche- mitteln? Wo dies geschehen wird,
hen. Wir bewegen braucht die Kirche und Gemeinde
uns viel zu schnell in Jesu Christi keine Zukunfts- und
einer verunsicherten Überlebensängste zu haben. Unter
Verteidigungshaltung, uns leben in der Zwischenzeit auch
die allemal lähmt, mutig eine ganze Reihe von Christen aus
und fröhlich unseren islamischen Ländern, die zum Teil
Glauben zu bekennen. um ihres Glaubens willen fliehen
Denn gerade angesichts mussten. Manche von ihnen sind
des Islams müssen ebenfalls missionarisch aktiv. Von
wir neu sprachfähig solchen Christen können wir ler-
werden, unseren nen; auch gilt es, sie zu fördern und
Glauben zu be- zu unterstützen. Da sie aus dem
gründen. Wir jeweiligen Sprach- und Kulturkreis
sind zur Hoff- der unter uns lebenden Muslime
nung berufene kommen, bestehen für sie keine
Menschen Sprachbarrieren. Inzwischen gibt
und daher gilt es auch manche hilfreiche Literatur
uns Gottes Wort in deutscher Sprache und Bibeln
jeden Tag neu: in fast allen Sprachen. Einrich-
„Seid allezeit bereit tungen wie der Orientdienst, der
zur Verantwortung Evangelische Ausländerdienst,
vor jedermann, der von oder die Evangelische Ausländer-
euch Rechenschaft fordert seelsorge vermitteln hier gerne
über die Hoffnung, die entsprechende Literatur und sind
in euch ist.“ (1. Petrus bereit, wo erwünscht, begleitend zu
3, 15). beraten.

Minarett
einer Moschee

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Der Islam ist für jeden einzel- Glaubenssystem, das dem christ-
nen Christen und für die Kirche lichen Glauben durch und durch
und Gesellschaft insgesamt eine entgegensteht. Eigentlich ist der
enorme geistliche, theologische Islam im tiefsten Grunde nicht nur
und missionarische, aber zugleich eine Religion.
auch eine ideologisch-politische Der klassische Islam ist zugleich
Herausforderung. Dabei gilt es, auf eine Ideologie und ein gesellschafts-
eine notwendige Unterscheidung politisches System, auch wenn es
zu achten, nämlich den Muslimen viele unterschiedliche regionale und
als Mitmenschen das Evangelium kulturelle Ausprägungen gibt. In al-
nahe zu bringen und dabei gleich- ler Liebe zu den Muslimen als Mit-
zeitig den Islam als Religionssystem menschen müssen wir uns auch im
kritisch zu verstehen. Wir müssen Blick auf die Religion ein geistliches
auf der einen Seite lernen, den Urteilsvermögen bewahren. Es geht
einzelnen Muslim zuerst als einen dabei weder um ein „Feindbild
Mitmenschen wahrzunehmen, Islam,“ noch um ein „Wunschbild
dem die Liebe Gottes in Jesus Islam“, sondern um das Ernstneh-
Christus ebenso gilt wie uns. men des real existierenden Islam in
Christus ist für alle Menschen Geschichte und Gegenwart. Wir
gestorben, nicht nur für die stehen hier im angebrochenen 21.
Christen. Sein Tod am Kreuz Jahrhundert als Kirche und Ge-
schließt die ganze Welt meinde Jesu Christi, besonders auch
ein. Es gilt daher zu diffe- in der westlichen Christenheit, vor
renzieren zwischen den einer ähnlichen komplexen Heraus-
glaubenden Menschen als forderung wie die frühe Kirche im
Mitmenschen und der damaligen multireligiösen
Religion des und gnostischen Milieu der
Islam als Antike.
einem

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Mission unter Muslimen

Jesus konkurrenzlos Religionen, zu dem ihn manche


vom Pluralismus faszinierte Theolo-
einmalig gen gerne machen würden, sondern
Der christliche Glaube ist kein der Heilige Geist ist und bleibt der
überholter Glaube, der vom Islam Ehrenretter Jesu Christi und wird
sozusagen überrundet worden ist. dafür Sorge tragen, dass Jesu Name
Wir haben auch angesichts des Is- nie verklingt noch veraltet. Auch
lams keinen Grund zu verstummen, in den Geburtswehen unserer Zeit
denn die in Jesus Christus und werden wir daher ermutigt, bereit
seiner Liebe verankerte christliche zu sein, zur Zeit und zur Unzeit
Hoffnung ist konkurrenzlos einma- Verantwortung und Rechenschaft
lig. Jesus Christus ist in Person die über die tragfähige Hoffnung, die
größte Herausforderung, auch für in uns ist, abzulegen. Gerade ange-
den Islam, denn er fristet nicht etwa sichts des Islam dürfen und sollen
nur im zweiten Himmel sein Da- wir uns nicht „zurücknehmen“,
sein, wie vom Islam angenommen, sondern neu lernen, seinen Namen
sondern er sitzt zur Rechten des Va- zu bekennen.
ters und wird das letzte Wort über
alle Menschen, Religionen und Ide-
ologien haben. Im Warten auf den
Tag seiner Wiederkunft steht Gottes Christenverfolgung
Zeit nicht gegen ihn, sondern für
ihn, weil der Heilige Geist dafür Aus islamischer Sicht, wird die
Sorge tragen wird, dass die Frage, christliche Mission allgemein als
wer Jesus Christus ist, im Lauf der eines der drei Kardinalverbrechen
Geschichte nicht zur Ruhe kommt, der Christen, nämlich die Kreuz-
bis es allen klar sein wird, dass ER züge, den Kolonialismus und die
der Name ist, der über allen Namen Mission, angesehen. Auch in der
steht (Apostelgeschichte 4, 12). Bundesrepublik haben Stimmen
Nicht Jesus Christus, sondern die des organisierten Islams immer
Religionen und Ideologien haben wieder darauf hingewiesen, dass als
ein Verfallsdatum, auch wenn uns „Vorbedingung des Dialogs“ christ-
Menschen dieses Datum verborgen licherseits auf Mission verzichtet
bleibt. Aber der Heilige Geist ist werden soll. Gleichzeitig wird ver-
nicht etwa nur der „Verwalter“ der schwiegen, dass die Islamisierung

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Europas auf der Tagesordnung Vater mit. Aufgebracht schrie er


des organisierten Islams steht und Yasul an und sagte: „Ich wünschte,
ohne Scheu vorangetrieben wird. du wärst lieber drogenabhängig, ein
Nach wie vor steht laut islamischem Alkoholiker oder ein Dieb gewor-
Rechtsverständnis auf Abfall vom den als ein Christ.“ Heute ist Yasul
Islam die Todesstrafe, auch wenn Pastor einer wachsenden Gemeinde
dies seitens des organisierten Islams unter den Berbern in Algerien. In-
immer wieder verneint wird und zwischen sind auch seine Eltern und
dafür die Sure 2, 256 herhalten sechs seiner Geschwister Christen
muss, dass es keinen Zwang im geworden. Auch aus dem Iran hören
Glauben geben darf. Die Wirklich- wir von wachsenden Gemeinden,
keit in islamischen Ländern spricht ganz zu schweigen von vielen
eine andere Sprache, denn der Weg Iranern, die im Exil durchs Evan-
vom Islam in die Nachfolge Jesu gelium neue Hoffnung gewinnen.
führt unweigerlich auch ins Leiden, So sind auch in den letzen Jahren
für Einzelne und die Gemeinden. im schrecklichen Bürgerkrieg des
Aber auch die Gemeinde, die als Sudans Menschen zum Glauben
christliche Minderheit im isla- an Jesus Christus gekommen, denn
mischen Recht höchstens geduldet auch heute baut Christus mitten im
wird, kann in Bedrängnis kommen. Leiden seine Gemeinde und macht
Selbst wenn sie nicht versucht, dabei vor dem Islam nicht Halt.
missionarisch aktiv zu sein, kann Der anglikanische Erzbischof
sie dennoch als Störfaktor unter Dr. Josiah Fearon aus Kaduna,
Druck geraten. Leiden um des Nigeria, sagte im Jahre 2002 bei
Namens Jesu willen kann dabei einem Besuch in Deutschland
so facettenreich und tragisch sein in einer Predigt: „Wir haben als
wie das Leben selbst. Aber trotz Christen gar keine andere Wahl,
Christenverfolgung hören wir auch als die Muslime zu lieben und
aus manchen islamischen Ländern, ihnen das Evangelium zu verkün-
dass Menschen ihren Weg in die digen. Wenn ihr aber in Deutsch-
Nachfolge Jesu finden. land gegenüber den Muslimen das
Als zum Beispiel Yasul, ein Evangelium verschweigt, so werdet
junger Algerier, vor einigen Jahren ihr an den Muslimen schuldig und
den Islam verließ und Christ wurde, sie werden euch eines Tag zum
teilte er dies eines Tages seinem Gericht werden.“ 

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