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Das Fundament 4/2007

Deutscher Christlicher Techniker-Bund e. V. Juli/August


104. Jahrgang

Miteinander
Darwins Evolutionstheorie
Die Stellung der Gemeinde

Einen anderen Grund kann niemand legen als den,


der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Die Bibel, 1. Korinther 3, 11
Das Fundament 4/2007

I nhalt
Alexander vom Stein: Hätte Darwins Lehre auch
150 Jahre später entstehen können? 4

Serie: Neutestamentliche Heilsgeschichte (4) 12

Ich suche eine Gemeinde 24

Buchempfehlung: R. Ebertshäuser
Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung? 28

DCTB-Intern 30

Mitgliederversammlung 31

Fotos: © Bildmaschine (Unnerstall/Titelfoto; Krautberger /Seite 7, Dietrich/Seite 21),


PhotoDisc, DCTB

Impressum
Das Fundament ®
Herausgeber: Deutscher Christlicher Techniker-Bund e.V. (DCTB)
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Tel. 0711/8380828, Fax 0711/8380829, info@dctb.de; www.dctb.de
Redaktion: Armin Bachor, armin.bachor@dctb.de
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Editorial

Denn ich habe keinen, der so ganz meines Sinnes ist, der so
herzlich für euch sorgen wird. Philipper 2, 20
  Dieser Vers ist ein erhellender Beitrag zur Paulusbiografie: Paulus, ein
Mensch, der sich um andere kümmert, der tief besorgt ist um die Gesundheit
und das Wohlergehen seiner engsten Mitarbeiter (Philipper 2, 27) und sich
über das Wohlergehen seiner Gemeinden freut (Philipper 1, 4 und 4, 1).
Gemeindewachstum ist zweitrangig, auch Zahlen und Fakten. Paulus ist in
erster Linie besorgt um Menschen und deren Lebensumstände und um die
Richtung, die ihr gemeinsamer Glaube nimmt. Darum ermutigt er immer
wieder: „Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi, damit - ob ich komme
und euch sehe oder abwesend von euch höre - ihr in einem Geist (pneumati) steht
und einmütig (mia psyche) mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums”
(Philipper 1, 27). Wörtlich heißt es: „dass ihr steht in einem (einzigen) Geist, mit
einer (einzigen) Seele mitkämpfend für den Glauben des Evangeliums”.
Es geht um zwei Dinge: Der Heilige Geist, der durch das von ihm inspirierte
Wort der Bibel die lehrmäßige Einheit unter den Glaubenden bildet, möchte
auch die Herzen und die Gemüter der Kinder Gottes zusammenführen.
So wie bei Kabeln viele einzelne Stränge parallel laufen, meist auf engs-
tem Raum zusammengeschnürt und in unterschiedlicher Funktion, aber
doch zu einem gemeinsamen Zweck, so ist es auch unter Jesusleuten. Trotz
der Vielfalt der Menschen und deren Gaben kann es in ein und dieselbe
Richtung gehen, wenn: 1. die Lehre vom Evangelium die Basis ist und sich
als evangelisch erweist, nämlich als die Rettung von Sünden allein aus Gnade
durch Christus, und 2. das Ziel evangelistisch ist, nämlich die Errettung von
Menschen von der ewigen Verdammnis.
Paulus war sich in dieser Hinsicht nicht immer eins mit seinen Ge-
meinden oder Mitarbeitern. Der Kampf um den Glauben des Evangeliums
forderte Spannungen und Trennungen. Aber in allem hatte Paulus einen
Menschen, mit dem er „ein Herz und eine Seele war”. Im Urtext steht hier:
isopsychon, das heißt „in derselben seelischen Verfassung“ zu sein. Paulus teilte
mit Timotheus nicht nur denselben Glauben, dieselbe Lehre, sondern auch
dieselbe Motivation, dieselben Gefühle und Empfindungen. Wie gut ist es,
wenn man wenigstens einen solchen Menschen kennt. 
Shalom


Das Fundament 4/2007

Hätte Darwins Lehre


auch 150 Jahre später
entstehen können?
Zusammenfassung eines Vortrags von Alexander vom Stein, Hückeswagen,
gehalten auf der Norddeutschen Herbsttagung 2006 in Krelingen. Alexander
vom Stein ist Biologe, Mitglied der Studiengemeinschaft Wort + Wissen und
Autor des Lehrbuches „CREATIO - Biblische Schöpfungslehre“.

Die Frage geht dahin, herauszu-


  Aufklärung und Fort-
finden, was dazu geführt hat, dass
Darwins Lehre entstand und sich
schrittsdenken zur Zeit
durchsetzte. Die Entstehung selber Darwins
ist ein langer Prozess, der schon
Besonders erwähnenswert sind
lange vor Darwin anfing.
zwei Faktoren: Zum einen das
Darwin aber bündelte verschie-
geistige Klima der Aufklärung.
dene Elemente zu einem konsis-
Philosophen stellten schon lange
tenten Modell zusammen, das sich
die Frage nach dem Ursprung allen
dann als Evolutionstheorie oder
Lebens, nahmen aber Anstoß an
Deszendenzlehre rasant durchsetzte.
der Hypothese „Gott“.
Wäre es heute denkbar, dass sich
Zum anderen herrschte ein
diese Theorie genauso durchsetzen
euphorisches Fortschrittsdenken im
würde, wenn es sie noch nicht gäbe?
Bereich der Wirtschaft und Gesell-
Die Frage ist ein wenig hypothe-
schaft. Der Globus verlor die letzten
tisch, soll aber ein wenig erhellen,
weißen Flecken und man bekam
was dazu führte, dass Darwins
das Gefühl, alles unter Kontrolle zu
Evolutionstheorie entstehen konnte.
bekommen. Eine bahnbrechende
Erfindung folgte der anderen. Man
glaubte an die alles überwindende
Macht des menschlichen Geistes.


Darwins Evolutionstheorie

Sicht,
nur sehr
einseitig
deuten.
Die
Beob-
achtungen,
die er an einzelnen
Tierarten machte, über-
trug er in einer Gesamtschau
auf die Entwicklung aller Lebens-
Gleichzeitig zeigte sich eine maß- formen. Das verhalf schließlich
lose Überschätzung der Wissen- dazu, dass sich der Evolutionsge-
schaft und der Reichweite mensch- danke Bahn brechen konnte. Vom
licher Erkenntnis. Im Wesentlichen heutigen Standpunkt aus gesehen
hat sich an Fortschrittsdenken und ist das sicherlich unzulässig, da sich
Wissenschaftsgläubigkeit bis heute die Erkenntnisse um ein Vielfaches
kaum etwas geändert. erweitert und verändert haben. Die
Datenlage ist heute völlig anders.
War nun Darwins Theorie von
der Entwicklung allen Lebens nur
Datenlage ein historischer Irrtum?
Darwin formulierte seine
Allerdings hat sich im Gegensatz Entwicklungslehre ohne wissen-
zur Zeit Darwins der Bereich der schaftliche Erkenntnisse auf den
naturwissenschaftlichen Erkennt- Gebieten der Genetik, Biochemie,
nisse erheblich verändert bezie- Molekularbiologie, Zytologie, Em-
hungsweise erweitert. Darwin bryologie, Informationstheorie und
konnte seine Daten, aus heutiger Intelligent-Design-Theorie. Die


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Paläontologie steckte noch in den haben (also offensichtlich keine


Anfängen und stützte sich erst auf Notwendigkeit hatten, sich an-
wenige Funde. Auch die Anatomie zupassen). Es ist nicht möglich,
begann gerade in die Tiefe zu gehen in Modellen zu zeigen, warum
und war noch weit davon entfernt, die Evolution so und nicht anders
den komplexen Aufbau eines Lebe- verlaufen ist. Solange selbst die
wesens darstellen zu können. Modellbildung zu keinen plau-
siblen Ergebnissen kommt, bleibt
die Übertragung der beobachteten
Vorgänge (Mikroevolution) auf die
Zirkelschluss gesamte Entstehungsgeschichte der
Lebensformen (Makroevolution)
Die Kritiker Darwins damals wie eine gewagte und zu hinterfragende
heute haben ihm vorgehalten, dass Hypothese. Die Alternative dazu,
sein Prinzip des „survival of the dass evolutionäre Prozesse nur eine
fittest“, das „Überleben der Bestan- beschränkte Reichweite innerhalb
gepassten“ als Tautologie formuliert definierter Formengruppen (Grund-
werden kann und dass es daraus typen) haben, erscheint vor der
keinen Ausweg geben kann. Die aktuellen Datenlage als begründet.
„bestangepassten“ Lebewesen haben
die größte Chance zu überleben;
demzufolge sind die Überlebenden
die „Bestangepassten“. Das ist eine
zirkuläre Argumentation. Der Ver-
Genetik
such, an einem konkreten Beispiel Darwin war Zeitgenosse Mendels
modellhaft darzustellen, warum und hätte die Ergebnisse in der Ge-
eine evolutionäre Neuentwicklung netik durchaus zur Kenntnis nehmen
einen Überlebensvorteil darstellt können. Er bezog die Ergebnisse der
und warum es gleichzeitig Formen Vererbungslehre jedoch nicht in sei-
gibt, die ohne dieses Merkmal ne Theorie mit ein. Hätte er es getan,
genauso erfolgreich überlebt haben, wäre ihm klar gewesen, dass die Ver-
schlägt bis heute fehl. Ebenso offen erbung von genetischen Merkmalen
bleibt die Frage, warum manche von einer auf die nächste Generation
Formen sich seit Jahrmillionen durch Keimzellen vonstatten geht,
überhaupt nicht weiterentwickelt die sich nicht mehr verändern. Die


Darwins Evolutionstheorie

Erbinformation liegt in den Keim-


zellen in Form konkreter Gene vor.
Durch die Verschmelzung verschie-
dener Erbinformationen geschieht
eine Rekombination, aber keine
Veränderung der Keimzellen. Was
Darwin annahm, ist, dass Eigen-
schaften während eines Lebens er-
worben und weitergegeben werden:
so genannte Gemmulae, nicht näher
definierte Botenstoffe, die irgend-
welche erworbenen Eigenschaften an
die Keimzellen weitergeben und dort
fixieren. Es ist aber keine Vererbung
erworbener Eigenschaften möglich
und nur Mutationsereignisse in den
Keimzellen können neue, vererb-
bare Gensequenzen erzeugen. Gene Modell einer DNA-Doppelhelix
werden bei der Vererbung nur neu
zusammengestellt, dabei wird aber kularer Elemente wie Aminosäuren,
keine neue genetische Information Nukleotide und Zucker ungeklärt
generiert. ist. Noch weniger kann die Entste-
Ob durch eine Anhäufung von hung von komplexeren Strukturen
Mutationen über die Zeit komplexe wie RNA, DNA und Proteinen
genetische Information neu entste- nachvollzogen werden. Die Fragen,
hen kann, muss aus Sicht der heuti- die sich heute auf der untersten
gen Genetik in Frage gestellt werden. Ebene der Entstehung des Lebens
auftun, werden in Lehrbüchern
häufig erst gar nicht thematisiert.
Solange aber nicht einmal die Ent-
Biochemie stehung des Lebens durch statisti-
sche Prozesse plausibel ist, stehen
Was die Biochemie angeht, können auch die darauf aufbauenden Pro-
wir festhalten, dass die Entstehung zesse der atheistisch verstandenen
der „Bausteine des Lebens“, mole- Evolution auf tönernen Füßen.


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Molekularbiologie der genetischen Ebene noch eine


andere gibt, in der sich Informati-
Die Molekularbiologie zeigt, dass onen für die Steuerung der Zelldif-
selbst die einfachsten Lebewesen ferenzierung befinden. Hier müsste
ungeheuer komplex in Aufbau und nun auch noch erklärt werden, wie
Funktion sind. Viele Aspekte sind es zur Entwicklung dieser räum-
bis heute unverstanden und es gibt lichen Information gekommen sein
auch keine Theorie der Abiogenese, könnte, die viele Vorgänge in einer
wie die erste Zelle zur lebenden Zelle steuert. Wie eine solche Zelle
Zelle wurde, also die Entstehung zum ersten Mal entstanden sein
von Leben aus unbelebter Materie, könnte, ließe sich nur sehr schwer
die einer wissenschaftlichen Prü- durch die Evolutionstheorie erklä-
fung standhält. ren. Auch Zelldifferenzierungsmus-
Ein beliebtes Beispiel für hohe ter und Embryonalentwicklung
Komplexität auf der untersten Ebe- lassen sich nicht mit den klas-
ne ist der Motor der Bakteriengei- sischen Stammbaumvorstellungen
ßel von E.coli. Dieser Rotationsmo- in Übereinstimmung bringen.
tor, den man bis ins Detail hinein
erforscht hat, ist aus einer Vielzahl
von Proteinen zusammengesetzt.
Diese komplexe Struktur lässt sich
nicht durch Mutation und Selekti-
on erklären.

Zytologie, Embryologie
Der genetische Code
Mit der Zytologie und Embryologie
verhält es sich ähnlich. Wie sich
eine Stammzelle in unterschied-
liche Funktionen der verschiedenen Optimierung
Körperzellen herausdifferenziert,
Was die Informationstheorie
ist bis heute nur im Ansatz verstan-
angeht, können wir heute sagen,
den. Es könnte sein, dass es neben
dass codierte Information nicht in


Darwins Evolutionstheorie

statistischen (zufälligen) Prozessen Diese Situation hat sich bis heute


entsteht. Es gibt keinen Algorith- nicht grundlegend verändert. Selbst
mus, der Information evolutionär wenn es heute keine Evolutions-
generiert. Wir haben also nicht die theorie gäbe, dann würde etwas an
Möglichkeit, Evolution mathema- deren Stelle treten, was etwas anders
tisch zu simulieren. Es besteht nicht aussähe. Aber in den Folgerungen
die Möglichkeit, dass sich Pro- wäre man sich einig, keinen Schöpfer
gramme durch einen evolutionären anzuerkennen. Das ist etwas, das
Prozess von selber verbessern. Man dem Menschen zuwiderläuft.
kann Prozesse in einem gewissen Vielleicht erledigt sich die
Rahmen optimieren aber sie schaf- Evolutionstheorie in Zukunft von
fen sich nicht selber völlig neu. Es selber. Es wäre denkbar aufgrund
gibt keine Dinge, die sich außerhalb der naturwissenschaftlichen Fak-
vorgegebener Rahmenbedingungen tenlage. Aber dann würde eine an-
verbessern können. Natürlich kön- dere Ersatzreligion an deren Stelle
nen wir zum Beispiel eine Propel- treten. Denn in seiner auswegslosen
lerform optimieren. Aber das, was Lage wird der Mensch wieder froh
manche Lehrbücher unter evolutio- sein, an etwas glauben zu können.
nären Algorithmen verstehen, wird Dazu ein Abschnitt aus dem
nicht dazu führen, dass aus einem zweiten Thessalonicherbrief: Den
Propellermotor eine Lamellenturbi- Anlass, diesen Abschnitt an die
ne, die in einem Strahlentriebwerk Thessalonicher zu schreiben, sah
eingesetzt wird, entsteht. Paulus darin, dass manche sagten,
Jesus sei schon wiedergekommen.
Aber Paulus stellt fest, dass der Tag
des Herrn eine Zeitperiode ist, dem
Unglaube andere Dinge vorausgehen: ein
Abfall der Christenheit in großem
Sir Arthur Keith sagte bereits 1947: Maße und dass anstelle des Heili-
„Die Evolution ist unbewiesen und gen Geistes, der diese antigöttlichen
unbeweisbar. Wir glauben daran, Entwicklungen noch aufhält, ein
weil wir sonst an eine Schöpfung Geist des Irrwahns herrschen wird,
glauben müssten, und eine solche so dass die Menschen der Lüge
ist undenkbar.“ glauben:


Das Fundament 4/2007

Macht Satans glaubten, sondern Lust hatten an der


Ungerechtigkeit. Wir aber müssen
„Lasst euch von niemandem ver- Gott allezeit für euch danken, vom
führen, in keinerlei Weise; denn Herrn geliebte Brüder, dass Gott
zuvor muss der Abfall kommen und euch als erste zur Seligkeit erwählt
der Mensch der Bosheit offenbart hat, in der Heiligung durch den
werden, der Sohn des Verderbens. Er Geist und im Glauben an die Wahr-
ist der Widersacher, der sich erhebt heit, wozu er euch auch berufen hat
über alles, was Gott oder Gottesdienst durch unser Evangelium, damit ihr
heißt, so dass er sich in den Tempel die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus
Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Christus erlangt. So steht nun fest,
Erinnert ihr euch nicht daran, dass liebe Brüder, und haltet euch an die
ich euch dies sagte, als ich noch bei Lehre, in der ihr durch uns unter-
euch war? Und ihr wisst, was ihn wiesen worden seid, es sei durch Wort
noch aufhält, bis er offenbart wird zu oder Brief von uns. Er aber, unser
seiner Zeit. Denn es regt sich schon Herr Jesus Christus, und Gott, unser
das Geheimnis der Bosheit; nur muss Vater, der uns geliebt und uns einen
der, der es jetzt noch aufhält, wegge- ewigen Trost gegeben hat und eine
tan werden, und dann wird der Böse gute Hoffnung durch Gnade, der
offenbart werden. Ihn wird der Herr tröste eure Herzen und stärke euch
Jesus umbringen mit dem Hauch sei- in allem guten Werk und Wort“ (2.
nes Mundes und wird ihm ein Ende Thessalonicher 2, 3 - 18).
machen durch seine Erscheinung, Die Menschen werden etwas als
wenn er kommt. Der Böse aber wird Gott verehren, aber es wird Satan
in der Macht des Satans auftreten sein. Gott wird das zulassen. Dazu
mit großer Kraft und lügenhaften passt auch der Abschnitt aus dem
Zeichen und Wundern und mit jegli- 2. Petrusbrief:
cher Verführung zur Ungerechtigkeit
bei denen, die verloren werden, weil
sie die Liebe zur Wahrheit nicht
angenommen haben, dass sie gerettet
würden. Darum sendet ihnen Gott
Spott und Feuer
die Macht der Verführung, so dass „Ihr sollt vor allem wissen, dass in
sie der Lüge glauben, damit gerichtet den letzten Tagen Spötter kommen
werden alle, die der Wahrheit nicht werden, die ihren Spott treiben,

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Darwins Evolutionstheorie

ihren eigenen Begierden nachgehen Wandel und frommem Wesen, die


und sagen: Wo bleibt die Verheißung ihr das Kommen des Tages Gottes
seines Kommens? Denn nachdem die erwartet und erstrebt, an dem die
Väter entschlafen sind, bleibt es alles, Himmel vom Feuer zergehen und
wie es von Anfang der Schöpfung die Elemente vor Hitze zerschmel-
gewesen ist. Denn sie wollen nichts zen werden. Wir warten aber auf
davon wissen, dass der Himmel einen neuen Himmel und eine neue
vorzeiten auch war, dazu die Erde, Erde nach seiner Verheißung, in
die aus Wasser und durch Wasser denen Gerechtigkeit wohnt. Darum,
Bestand hatte durch Gottes Wort; meine Lieben, während ihr darauf
dennoch wurde damals die Welt da- wartet, seid bemüht, dass ihr vor
durch in der Sintflut vernichtet. So ihm unbefleckt und untadelig im
werden auch der Himmel, der jetzt Frieden befunden werdet, und die
ist, und die Erde durch dasselbe Wort Geduld unseres Herrn erachtet für
aufgespart für das Feuer, bewahrt eure Rettung, wie auch unser lieber
für den Tag des Gerichts und der Bruder Paulus nach der Weisheit, die
Verdammnis der gottlosen Menschen. ihm gegeben ist, euch geschrieben hat“
Eins aber sei euch nicht verborgen, (2. Petrus 3, 3 - 15).
ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Alles, was wir aufbauen und
Herrn wie tausend Jahre ist und an dem wir arbeiten, wird verge-
tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr hen. Diese Verse sind ein schöner
verzögert nicht die Verheißung, wie Ausblick. Alles, was einmal ewig
es einige für eine Verzögerung halten; Bestand hat, ist das, was wir hier
sondern er hat Geduld mit euch und und heute für Gott tun können.
will nicht, dass jemand verloren Dass Menschen zum lebendigen
werde, sondern dass jedermann zur Glauben an Jesus Christus finden,
Buße finde. Es wird aber des Herrn ist entscheidend. Alles andere, so
Tag kommen wie ein Dieb; dann schön es auch ist, wird vergehen.
werden die Himmel zergehen mit Wie sollen wir angesichts dieser
großem Krachen; die Elemente aber Zukunft heute leben? Wir sollen
werden vor Hitze schmelzen, und „dastehen in heiligem Wandel und
die Erde und die Werke, die darauf frommem Wesen“. 
sind, werden ihr Urteil finden. Wenn
nun das alles so zergehen wird, wie
müsst ihr dann dastehen in heiligem

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Das Fundament 4/2007

Serie: Neutestamentliche Heilsgeschichte (4)

Die Stellung der Gemeinde


Erich Sauer (1898-1959) war als Leiter des Missionshauses Bibelschule Wiedenest
weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt als scharf denkender, aber
immer bibelbezogener Theologe. Seine Gedanken sind nicht abgehoben, aber eine
stille Ecke, eine aufgeschlagene Bibel und ein wenig Zeit sind nötig, die Pinselstri-
che Sauers nachzuvollziehen.

Unendlich mannigfaltig sind die


  es, die „Lehrer“ unseres Heiland-
Beziehungen zwischen Christus Gottes zu „zieren in allem“ (Titus
und seiner Gemeinde, besonders 2, 10). Die Gemeinde ist eine Schu-
Lehren und Lernen (Jüngerschaft, le, eine Jüngerschaft.
Schule), Führen und Folgen (Her-
de), Herrschen und Gehorchen
(Staatswesen, Volk), Lieben und
Wiederlieben (Braut, Weib), Be- Führen und Folgen
leben und Belebtsein (Weinstock,
Leib), Gründen und Aufbauen Christus ist der Hirte und wir sind
(geistliches Haus), Segnen und ein seine Herde. Aus der israelitischen
Segen sein (Priestertum, Tempel). Hürde (Johannes 10, 1 - 5) und den
Hürden der Weltkultur (Johannes
10, 16) hat er die Seinen zu einer
Herde zusammengebracht (Jo-
hannes 10, 16). Als der gute Hirte
Lehren und Lernen lässt er sein Leben für seine Schafe
Christus ist der Meister, und wir (Johannes 10, 12). Als der „große“
sind seine Schüler (Matthäus 23, Hirte ist er der Auferstandene, kraft
8). Er ist unser Vorbild (Johannes des Blutes des ewigen Bundes (Heb-
13, 14 - 15; 1. Petrus 2, 21). Er sagt: räer 13, 20 - 21). Als der „Erzhirte“
„Lernet von mir“ (Matthäus 11, 29; kommt er einst wieder und gibt
Epheser 4, 20). Unsere Aufgabe ist seinen Unterhirten den Ehrenkranz

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Die Stellung der Gemeinde

Hirtendienst
(1. Petrus 5, 4 vergleiche 2, 3). In der Christus ist der „Gebieter“, und wir
Gegenwart aber vollführt er einen sind seine Untertanen (Judas 4).
siebenfachen Hirtendienst: Er ruft Christus ist der Feldherr, und wir
uns (Johannes 10, 3), er führt uns sind seine Krieger (2. Timotheus
(Psalm 23, 3), er ernährt uns (Psalm 2, 3 - 4; vergleiche Epheser 6, 10 - 17;
23, 2), er kennt uns (Johannes 1. Thessalonicher 5, 8 - 9; 2. Ko-
10, 14. 15. 27), er bewahrt uns rinther 6, 7). Die Erlösten sind ein
(Johannes 10, 28 - 30), er heilt uns „Volk“ (Apostelgeschichte 15, 14; 2.
(Matthäus 18, 12) und er trägt uns Korinther 6, 16; 1. Petrus 2, 9; Titus
nach Hause (Lukas 15, 5 - 6; Jesaja 2, 14), „Mitbürger“ der Heiligen
40, 11). (Epheser 2, 19) und ein „Königreich
von Priestern“ (Offenbarung 1, 6;
1. Petrus 2, 9). Die Gemeinde ist
ein Staatswesen. Ihr „Bürgertum“
Herrschen und ist im Himmel (Philipper 3, 20).
Sie ist im „Königreich des Sohnes“
Gehorchen (Kolosser 1, 13). Das „Reich Gottes“
Christus ist der Herr, und wir sind soll sie offenbar machen (Römer
seine „Diener“ (1. Korinther 4, 1). 14, 17; 1. Korinther 4, 20). Darum

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Das Fundament 4/2007

predigt sie das „Reich“ (Apostel- Das neue Gesetz


geschichte 20, 25; 28, 31; Kolos-
ser 4, 11). Zum Reich gehört ein Seinem Ursprung nach ist es
Gesetz, zum „Reich des Sohnes“ Gesetz „Christi“ (Galater 6, 2),
das „Gesetz Christi“ (Galater 6, 2). seinem Wesen nach Gesetz der
Darum ist „Glauben“ zugleich „Freiheit“ (Jakobus. 1, 25; 2, 12),
„Gehorchen“, und „Vertrauen“ ist seinem Inhalt nach Gesetz
zugleich „Treue“.1) Gerade Paulus, der „Liebe“ (Römer 13, 8 - 10;
der Apostel der Freiheit, spricht vom Jakobus 2, 8; 1. Timotheus 1, 5;
„Halten der Gebote“ (1. Korin- Galater 6, 2),
ther 7, 19). Er selber „gebietet“ (2. seiner Kraft nach Gesetz des
Thessalonicher 3, 6). Unglaube ist „Geistes“ (Römer 8, 2)
ihm dasselbe wie „Ungehorsam“ seiner Wirkung nach Gesetz des
(Römer 10, 3). Die Bekehrung ist „Geistes des Lebens“ (Römer 8, 2),
ihm ein Gehorsams- und Unterwer-
seinem Wert nach das „vollkom-
fungsakt (Apostelgeschichte 26, 19),
mene Gesetz“ (Jakobus 1, 25),
die Evangeliumsverkündigung ein
Buße-Gebieten (Apostelgeschichte seiner Würde nach das „könig-
17, 30)! Vom „Gesetz der Sünde und liche Gesetz“ (Jakobus 2, 8).
des Todes“ erlöst (Römer 8, 1 - 2)
und auch vom mosaischen Gesetz Im Alten Testament stand der
frei (Römer 3, 21; 7, 1 - 6; 10, 4), ist Mensch dem Gesetz Gottes als natür-
der Gläubige nun nicht etwa „ohne licher Mensch gegenüber; er war im
Gesetz“ (1. Korinther 9, 21; Galater Fleische; daher die Kraftlosigkeit des
5, 13), sondern „Christo gesetz- Gesetzes (Römer 8, 3). Im Neuen
mäßig unterworfen“ (1. Korinther Bund aber ist er ein neuer Mensch (2.
9, 21). Er hat das „Gesetz Christi“ Korinther 5, 17); er ist „im Geiste“;
zu erfüllen (Galater 6, 2) und im daher sein Sieg (Römer 8, 1 - 4). Im
„Glaubensgehorsam“ zu wandeln Alten Bund trat das Gesetz an den
(Römer 1, 5; 15, 18; 16, 26). Die Menschen von außen heran, auf stei-
Gnade will „königlich herrschen“ nernen Tafeln, als Buchstabe, der da
(Römer 5, 21). tötet (2. Korinther 3, 3. 6). Im Neuen
Bund ist es ihm in den Sinn gegeben
(Hebräer 8, 10; Römer 6, 17), ge-
schrieben auf „fleischerne Tafeln des

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Die Stellung der Gemeinde

Das Gesetz Christi

Herzens und mit dem Geist des le- ihr Gebiet die ganze Erde
bendigen Gottes“ (2. Korinther 3, 3). (Römer 10, 18),
ihre Hauptstadt das himmlische
Jerusalem (Galater 4, 20).

Die Gemeinde
Sie ist ein wunderbares Volk, eine
Lieben und
„heilige Nation“ (1. Petrus 2, 9):
Wiederlieben
ihr Gebieter ist der Herr Christus
(Judas 4), Christus ist der Bräutigam, und die
Gemeinde ist seine Braut (2. Korin-
ihr Gesetz sein Wille
ther 11, 2 - 3). Christus ist der Ehe-
(Galater 6, 2),
herr, und sie ist seine Frau (Epheser
ihr Reichtum seine Herrlichkeit 3, 31 - 32). Als Braut hat sie die reine
(Epheser 3, 16), und wartende Liebe (2. Korinther
ihr Ruhm seine Ehre 11, 2 - 3), als Frau die besitzende und
(1. Korinther 1, 31), genießende Liebe. Wie Eva aus Adam
ihre Volksgemeinschaft seine war, als dieser von Gott in tiefen
Liebe (Johannes 13, 34), Schlaf versenkt worden war (1. Mose
2, 21 -  22; 1. Korinther 11, 8), so

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Das Fundament 4/2007

kommt die Gemeinde von Christus Ehe


her, der als der Auferstandene den
Todesschlaf überwunden hat. Darum Im Bilde der Ehe
bezieht Paulus das Begrüßungswort haben wir das gan-
des ersten Adam auf Christus, den ze Werk Christi für
letzten Adam, und sagt: „Wir sind seine Gemeinde:
Glieder seines Leibes, von seinem Ihre Erwählung durch seine Liebe
Fleisch und von seinem Gebein“ (ver- (Epheser 5, 25a),
gleiche 1. Mose 2, 23!). „Um deswil- ihre Erlösung durch seine Hingabe
len wird ein Mensch verlassen Vater (Epheser 5, 25b),
und Mutter und seiner Frau anhan-
ihre Heiligung durch seine Herr-
gen und werden die zwei ein Fleisch
schaft (Epheser 5, 26. 24. 33),
sein (vergleiche 1. Mose 2, 24!). Das
Geheimnis ist groß. Ich aber sage ihre Verherrlichung durch seine
es in Bezug auf Christus und die Wiederkunft (Epheser 5, 27).
Gemeinde“ (Epheser 5, 30 - 32). Wie
wenn ein orientalischer Fürst auf Wie schon Augustinus sagt: „Wen
dem Sklavenmarkt ein Sklavenmäd- Gott verordnet hat vor der Welt,
chen sieht und, von plötzlicher Liebe den hat er auch berufen von der
entflammt, sie um teuren Preis kauft, Welt, gerechtfertigt in der Welt
um sie dann reinigen und in Pracht- und wird ihn verherrlichen nach
gewänder einhüllen zu lassen (Esther der Welt“ (Römer 8, 29 - 30). Ihm
2, 3 - 4. 12) und sie zuletzt als seine allein gehört darum unser Leben. In
Frau auf den königlichen Thron zu der „ersten Liebe“ soll unsere Seele
erheben: also auch Christus und die ewig glühen (Offenbarung 2, 4).
Gemeinde. Er hat sie als die einstige Sie ist die Liebe, wie sie zuerst war,
Sklavin der Sünde „geliebt“, hat sich als unsere Verbindung mit Christus
dann selbst für sie als Kaufpreis „da- zustande kam. Im Sendschreiben an
hingegeben“, „reinigt“ sie nun durch Ephesus wird sie mit dem Lebens-
die Waschung mit Wasser durch baum des Paradieses zusammenge-
das Wort und wird sie dereinst „sich stellt (Offenbarung 2, 4. 7). Denn
selbst verherrlicht darstellen“, ohne Liebe ist Leben, und „wer nicht
Flecken und Runzeln, das heißt in liebt, lebt nicht. Wer durch das
Heiligkeit und ewiger Jugendschön- Leben lebt, der kann nicht sterben“
heit (Epheser 5, 25 - 27). (Raimundus Lullus, † 1315). 2)

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Die Stellung der Gemeinde

Schon in der alttestamentlichen tus und die Gemeinde“ (Epheser


Zeit bestand ein Liebesverhältnis 5, 31 - 32). Auch hier hat das Neue
zwischen Jahwe und seinem Volk. Testament eine reichhaltige Bilder-
In viel herrlicherem Maße besteht es sprache: Christus ist der „Wein-
heute zwischen Christus und seiner stock“ und wir sind die Reben
Gemeinde. Darum nimmt der Geist (Johannes 13, 1 - 5). Christus ist das
Gottes die höchste Liebesbeziehung, „Haupt“ und wir sind die Glieder
die das menschliche Dasein über- (Epheser 1, 22 - 23). Die Gemeinde
haupt kennt, und wendet sie sowohl ist ein Baum, „gewurzelt“ in ihm
auf Israel (Hosea 2, 21; 22; Hesekiel (Kolosser 2, 7). Der Einzelne ist eine
16; 23; Jesaja 62, 5; Psalm 45; Ho- Pflanze (Matthäus 15, 13; 1. Korin-
helied) als auch auf die Gemeinde ther 3, 6 - 9), mit ihm „zusammen-
an (2. Korinther 11, 2 - 3; Epheser gepflanzt“ (Römer 6, 5 wörtlich).
5, 31 - 32). Die Zusammenfassung Sie alle sind „in Christo“.
von beiden aber ist das himmlische
Jerusalem, die Stadt, in der einst die
Erlösten aus Israel wohnen werden
(Offenbarung 21, 12), und die Die Beziehungen der
auch für die Gemeinde „unser aller
Mutter“ ist (Galater 4, 26; Hebräer
Glieder zum Haupt
12, 22; Offenbarung 3, 12): sie ist Das wichtigste Bild ist das des
die „heilige Stadt“, „die Braut und Leibes. Es wird ausschließlich von
die Frau des Lammes“ (Offenba- Paulus gebraucht. Es stellt, wie kein
rung 21, 9 - 10; 19, 7). anderes, die Segnungen der Chris-
tusgemeinschaft dar:
1. Zugehörigkeit zu Christo:
Die Gemeinde ist „sein“ Leib
Einheit des Lebens (Epheser 1, 23).
Der Urgrund von allem aber ist die 2. Abhängiger Dienst: In einem
organische Lebensgemeinschaft der Leibe regiert nur ein Wille, und
Gemeinde mit Christus. Schon im das Haupt ist der Wille des
Bilde der Ehe deutet sie sich an: Leibes (Kolosser 1, 18).
„Die zwei werden ein Fleisch sein. ...; 3. Unmittelbare Gemeinschaft: Das
ich aber sage es in Bezug auf Chris- einzelne Glied steht in direkter Be-

17
Das Fundament 4/2007

ziehung zum Haupt. Kein Mensch 7. Die Gemeinde ist das Offenba-
oder Engel steht dazwischen (1. rungsmittel des Christuslebens.
Timotheus 2, 5; Kolosser 2, 18). Schon im irdischen Leben ist der
Darum gilt es, in allem das Haupt Leib das Kundgebungsorgan des
festzuhalten (Kolosser 2, 19). Geistes. So soll auch im Geistli-
4. Liebe und Pflege: „Niemand hat chen durch die Gemeinde die gar
jemals sein eigenes Fleisch gehasst, mannigfaltige Weisheit Gottes
sondern er nährt und pflegt es, kundgemacht werden (Epheser
gleichwie auch Christus die Ge- 3, 10). Das erhöhte „Haupt“ setzt
meinde“ (Epheser 5, 29). „Er ist des durch seinen „Leib“ sein hei-
Leibes Heiland“ (Epheser 5, 23). liges Leben hier unten fort. Die
5. Belebung und Aufbau: Das Haupt Gemeinde ist „der Lebensbaum
ist für den Leib die Quelle der Gottes in der Geschichte“, die
Selbstauferbauung. Schon im Fortsetzung der Menschwer-
irdischen Leib ist die Seele das dung Christi auf Erden. Sie lebt
leibbildende Element. So wächst durch den Geist sein Leben hier
auch der Leib Christi aus dem unten weiter. Sie ist nicht nur „in
Haupt heraus sein gottgeordnetes Christo“, sondern Christus ist
Wachstum (Kolosser 2, 19). Nur auch „in“ ihr (Kolosser 1, 27). Er
aus ihm heraus bewirkt er seine gewinnt in ihr Gestalt (Galater
„Selbstauferbauung in Liebe“ 4, 19), drückt sein Wesen in ihr
(Epheser 4, 16). 3) aus, und das Haupt offenbart
6. „Fülle“ des Hauptes: Nicht als sich durch seine Glieder.
göttliche Person, wohl aber als
„letzter Adam“ wäre Christus
nicht „vollständig“ ohne seinen
„Leib“; das Weizenkorn ohne die Die Beziehungen der
Frucht wäre „allein“ (Johannes
12, 24). Ein Erlöser ohne Erlöste
Glieder untereinander
wäre kein „Erlöser“ mehr. So ist Die Erlösten sind eine Einheit,
die Gemeinde „die Fülle dessen, viel tiefer als alle Volks- und viel
der alles in allem erfüllt“, das heißt weltweiter als alle Völkergemein-
„die volle Ausgestaltung von Ihm, schaft (Galater 6, 10). Sie sahen
der alles in allem zu voller Ausge- sich nie, und sie kennen sich doch
staltung bringt“ (Epheser 1, 23). (2. Korinther 6, 9). Sie sind sich

18
Die Stellung der Gemeinde

ganz fremd, und lieben sich! (Ko- Die Einheit der Erkenntnis wird
losser 2, 1 - 2; 1, 9.) Denn „gleichwie da sein. Sie ist unser Ziel, ein Teil
der Leib einer ist, obwohl er viele unserer Hoffnung (Epheser. 4, 13).
Glieder hat, also auch der Christus“ Die Einheit des Lebens ist das,
(1. Korinther 12, 12). Er ist ein was wir haben, die „Grundlage“, die
Organismus und keine Organisa- zurückschaut auf die Vergangenheit,
tion, eine Schöpfung Gottes und das Werk von Golgatha (Johannes
kein Werk der Menschen. Chris- 11, 52). Die Einheit der Gesinnung
tus, das Haupt, ist die Einheit des ist das, was wir haben sollen, die
Leibes; sein Leib ist der „eine neue „Aufgabe“, die uns gestellt ist in
Mensch“ (Epheser 2, 15). Besonders der Gegenwart. Die Einheit der
sieben Stücke machen die Einheit Erkenntnis ist das, was wir haben
der Gemeinde aus. „Da ist ein Leib werden, das „volle Maß“ (Epheser
und ein Geist, wie ihr auch berufen 4, 13), das erreicht sein wird in
worden seid in einer Hoffnung eurer der Zukunft. Für die Gegenwart
Berufung: ein Herr, ein Glaube, aber gilt das Wort Augustins: „Im
eine Taufe, ein Gott und Vater unser Notwendigen Einheit, im Zweifel-
aller, der da ist über euch allen und haften Freiheit, in allem Liebe.
durch euch alle und in euch allen“
(Epheser 4, 4 - 6).

Vielfalt
„Auch der Leib ist nicht ein Glied,
Einheit sondern viele. Wenn der ganze Leib
Die Einheit der Gemeinde ist eine Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So
dreifache: er ganz Gehör wäre, wo bliebe der
Die Einheit des Geistes (des Geruch?“ (1. Korinther 12, 14 - 20;
Lebens) ist da. Sie ist eine fertige Römer 12, 4 - 8.) Wie auf dem
Tatsache, die wir haben durch den Brustschild des Hohenpriesters
Glauben (Epheser 4, 3). zwölf verschiedene Edelsteine
Die Einheit der Gesinnung glänzten, als Darstellungen der
soll da sein. Sie ist unsere Pflicht, zwölf Stämme Israels (2. Mose
die wir erfüllen durch die Liebe 28, 15 - 21), so werden auch die
(Philipper 1, 27; 2, 1 - 4; 4, 2). Glieder des neuen Bundes auf der

19
Das Fundament 4/2007

den Kleinsten, und gerade die


Geringsten hat Gott mit besonderer
Ehre bedacht, „damit die Glieder
einträchtig füreinander sorgen“ (1.
Korinther 12, 22 - 25).

Mitgefühl
„So ein Glied leidet, leiden alle
Glieder mit, und so ein Glied wird
herrlich gehalten, so freuen sich alle
Glieder mit“ (1. Korinther 12, 26).

Edelsteine - keiner wie der andere

Brust des melchisedekschen Ho-


Dienst
henpriesters getragen: Sie sind alle Jedes Glied dient dem anderen und
verschieden; aber sie alle leuchten. sie alle der Gesamtheit; und so wird
Und die Einheit ihres Lichtes ist die der ganze Leib „durch die Gelenke
Einheit der Sonne. und Bänder versorgt“ (Kolosser
2, 19) und „zusammengehalten mit
Hilfe aller Gelenke, die ihren Dienst
verrichten nach der besonderen Tä-
Abhängigkeit tigkeit, die jedem Gliede zugewiesen
Jeder Einzelne ist einseitig. Darum ist“ (Epheser 4, 16). Alle Glieder
brauchen sie sich alle. „Es kann haben Aufgaben. Nicht ein einziges
nicht das Auge zu der Hand sagen: darf abseits stehen. Reichsgottesge-
Ich bedarf deiner nicht; oder das meinschaft ist Arbeitsgemeinschaft.
Haupt zu den Füßen: Ich bedarf Nur dadurch wird sie auch Sieges-
euer nicht“ (1. Korinther 12, 21). gemeinschaft.
Nein, sie sind alle aufeinander
angewiesen, auch der Größte auf

20
Die Stellung der Gemeinde

Wachstum das Zeugnis der ersten Generation.


Darum ist alles, was darauf folgt,
Dies alles aber, „bis dass wir alle „aufgebaut auf der Grundlage der
hingelangen zur Einheit des Glau- Apostel und Propheten“ (Epheser
bens und der Erkenntnis des Sohnes 2, 20). Die Wahrheit des Petrusbe-
Gottes, zur vollkommenen Mannes- kenntnisses ist der Felsengrund der
reife, zum Vollmaß des Wuchses in Gemeinde: die übergeschichtliche
der Fülle Christi“ (Epheser 4, 13). Gottessohnschaft und die heilsge-
schichtliche Messiasschaft Jesu von
Nazareth. „Du bist der Christus (der
Messias), der Sohn des lebendigen
Gründen und Gottes!“ „Auf diesen Felsen will ich
Aufbauen meine Gemeinde bauen“ (Matthäus
16, 16 - 18).
Mit dem Bild des „Leibes“ ist in der Die Steine kommen aus zwei
Schrift eng das Bild des „Haus- „Steinbrüchen“, den Juden und
baues“ verbunden. Beide Bilder Heiden (Epheser 2, 11 - 12), und
werden sogar ineinander verwoben: werden zu einem heiligen Tem-
Das Haus „wächst“ (Epheser 2, 21); pel „zusammengefügt“ (Epheser
der Leib wird „gebaut“ (Epheser 2, 21 - 22). Sie kommen als tote
4, 12). Christus ist der „Eckstein“, Steine zu ihm, dem Lebendigen,
und wir sind der Aufbau (1. Petrus und werden durch den Geist seines
2, 6). Die Gemeinde ist ein Got- Lebens lebendig gemacht (1. Petrus
teshaus, ein Tempel. Dies Bild 2, 4). Ihr Glauben an Christum ist
gilt in dreifacher Weise, in Bezug zugleich Glauben auf Christum (1.
auf die Gesamtgemeinde (Ephe- Petrus 2, 6; Römer 9, 33), ein Sich-
ser 2, 21 - 22; 1. Petrus 2, 4 - 5), Stützen und „Aufgebautwerden“
die Ortsgemeinde (1. Korinther (Epheser 4, 29; Judas 20; 1. Korin-
3, 16 - 17; 1. Timotheus 3, 15), den ther 14, 12. 26) auf den „Eckstein“
Einzelchrist (1. Korinther 6, 19; in Zion (Jesaja 28, 16).
Kolosser 1, 27; Epheser 3, 17). Die Der Zweck dieses Hauses ist,
Grundlage ist der Herr selbst. „Ei- ein „Tempel“ zu sein. Es ist ein
nen anderen Grund kann niemand „geistliches“ Haus (1. Petrus 2, 5),
legen außer dem, der gelegt ist“ (1. und die „Steine“ in der Wand sind
Korinther 3, 11). Von ihm spricht zugleich „Priester“ am Altar (1. Pe-

21
Das Fundament 4/2007

trus 2, 5; Hebräer 13, 10), und Beten


die Führer sind „Säulen“ in dem
Tempel ihres Gottes (Galater 2, 9; Die Gläubigen beten für andere.
Offenbarung 3, 12). Sie „danksagen“ für andere (1. Ti-
motheus 2, 1 - 2). Im stillen Käm-
merlein umspannen sie die ganze
Welt (1. Timotheus 2, 1 - 2), und
im Himmel vertritt sie der Geist
Segnen und ein mit unaussprechlichem Seufzen
Segen sein und verleiht ihren Gebeten gottge-
Die Gemeinde ist ein Priestertum. mäße Kraft (Römer 8, 26 - 27).
Christus ist der Hohepriester, und
wir sind die Priester (Hebräer 8, 1;
Offenbarung. 1, 6). Die Gemeinde
ist ein „heiliges“ Volk (1. Petrus Bekennen
2, 9). Als Priester haben ihre
„Die Lippen des Priesters sollen Er-
Glieder einen vierfachen Dienst:
kenntnis bewahren, und das Gesetz
sucht man aus seinem Munde; denn er
ist ein Bote des Herrn“ (Maleachi 2, 7).

Opfern
Ihr Leben ist ein Schlachtopfer
(Römer 12, 1. 15. 16), ihre Hingabe
ein Brandopfer (Markus 12, 33),
ihr Dienst ein Trankopfer (2. Ti-
motheus 4, 6; Philipper 2, 17), ihre
Taten geistliche Opfer (1. Petrus
2, 5; Hebräer 13, 16), ihre Gebete
ein Rauchopfer (Psalm 141, 2;
Offenbarung 8, 3 - 4), und ihre
Anbetung ein Lobopfer (Hebräer
13, 15). Segnen
„Rede zu Aaron und zu seinen
Söhnen und sprich: So sollt ihr die

22
Die Stellung der Gemeinde

Kinder Israel segnen ... Sie sollen Korinther 9, 13). Sie sind alle, was
meinen Namen auf die Kinder Israel Israel sein sollte, „ein Königreich
legen, und ich will sie segnen“ (4. von Priestern“ (2. Mose 19, 6). Und
Mose 6, 23 - 27). 4) Im Neuen Bund so kann auch im Kleinsten von ih-
aber gibt es ein allgemeines Priester- nen die Verheißung erfüllt werden:
tum (1. Petrus 2, 9; Offenbarung „Ich will dich segnen, und du sollst
1, 6). Sie alle genießen den Priester- ein Segen sein“ (1. Mose 12, 2). 
anteil am Altar (Hebräer 13, 10; 1.

Anmerkungen:
1) Für „Glaube“ und „Treue“ hat das Griechische ein und dasselbe Wort (pistis).
2) Der Einwand, die Gemeinde könne als Leib Christi doch nicht auch Braut
oder Frau sein, beruht auf einer Verkennung der Beweglichkeit orientalischer
und biblischer Bildersprache. Der Acker ist im Gleichnis vom Sämann das
menschliche Herz“ (Matthäus 13, 19), im Gleichnis vom Unkraut die „Welt“
(Vers 38). Die Vögel sind zuweilen Sinnbilder des Guten (Matthäus 6, 26;
10, 16); woanders aber stellen sie das Böse dar (Matthäus 13, 4. 19). Der Adler
ist als unreines Tier den Kindern Israel ein Gräuel (3. Mose 11, 13). Trotzdem
wird er als Bild der kraftvollen Fürsorge Gottes gebraucht (2. Mose 19, 4). So
ist auch die paulinische Bildersprache durchaus flüssig, lebendig und beweglich.
Der Sklavenstand ist bald ein Bild davon, wie unsere Beziehungen zu Gott
nicht sind (bezüglich innerer Fremdheit und Furcht: Galater 4, 7; Johannes
15, 15), bald, wie sie doch sind (bezüglich Eigentum, Gehorsam und Schutz:
Römer 6, 15 - 23). Zu sagen: weil die Gemeinde Leib Christi ist, kann sie nicht
auch ,,Braut“ sein, wäre genauso vorschnell, wie zu sagen, weil sie ein Leib
ist, kann sie nicht Säule oder „Haus“ sein (1. Timotheus 3, 15). Bei all diesen
Ausdrücken — natürlich nicht den hinter ihnen liegenden, geistigen Realitäten
— handelt es sich doch eben um Bilder. Und das Bild der „Braut“ und der Frau
liegt unverkennbar in 2. Korinther 11, 2 - 3 und Epheser 5, 31 - 32 vor.
3) So ist sowohl Christus der Bauende (Matthäus 16, 18), als auch wir sind die
Bauenden (1. Korinther 3, 10 - 15). Das Bild des Bauens wird im Neuen Testa-
ment nur auf die Gemeinde, nicht aber auf das Reich Gottes angewandt.
4) „Segnen“ heißt also, „den Namen Gottes auf jemand legen“. Nur der ist ein Se-
gen, der andere Menschen durch Wort und Wandel mit Gott in Berührung bringt.

23
Das Fundament 4/2007

Ich suche eine Gemeinde


Kriterien auf der Suche
nach einer geistlichen Heimat
Gerhard Naujokat, Kassel, Pfarrer und Publizist

Anfragen kommen: „Ich habe


  hier übergangen werden, denn im
den Wohnsitz wechseln müssen Rahmen der mobilen Gesellschaft
und lebe jetzt in einer anderen Ge- wird es wohl jedermann möglich
gend. Welche Voraussetzungen und sein, in einer Entfernung zwischen
Grundlagen sollte eine Gemeinde zehn Minuten und einer knappen
haben, der ich mich anschließen Stunde eine Gemeinde zu sichten.
könnte?“ Oder: „Ich kam durch
eine Bibelwoche zum Glauben an
Jesus Christus. Nun suche ich an
meinem Wohnort oder in der Nähe Perfekte Gemeinde?
eine geistliche Heimat. Welche
Kriterien wären zu beachten? Gibt Informierende Gespräche können
es wichtige Grundsätze?“ dann hilfreich sein und vermögen
Zu Recht stellt ein suchender oftmals Wegweisung zu geben. Man
Christ und sein biblischer Glau- prüfe offenen Auges, bevor man
bensbedarf Fragen an die Art und sich bindet. Die ideale und immer
die Intensität einer Gemeinde. gesunde Gemeinde gibt es nicht.
Er bedarf keiner „Traumgemein- Selbst im Neuen Testament ist diese
schaft“, aber er braucht ein geist- nicht zu finden. Sie wird die Mängel
liches Zuhause. Welche Überle- und Schwächen aufzeigen, die Men-
gungen und Merkmale könnten schen, auch „gläubige“ Menschen,
ihm helfen? Er möchte nicht jeweils in sich tragen. Auf dieser
irgendwo hineinstolpern. Kann er Erde ist nun einmal alles wurmsti-
sich orientieren? chig. Dennoch bedarf ein Christ der
Schon die geographische Vor- Gemeinschaft in irgendeiner Form,
frage ist nicht unwichtig, kann aber im kleinen Wohnzimmer oder in

24
Ich suche eine Gemeinde

einer prächtigen Kathedrale, selbst Der Einzelne, ebenso die Familie,


wenn alles unvollkommen bleibt. braucht die Aufnahmebereitschaft
Im alltäglichen Umgang muss man der Gemeinde, aber auch die
mit Fehlern leben, in der Gemeinde Schutzgemeinschaft. Wie geht man
Jesu auch. beispielsweise mit Alleinstehen-
Dabei besitzt die Gefühlsebene den um, seien es Lediggebliebene,
im Rahmen einer Gemeinde einen Verwitwete oder Geschiedene?
beachtlichen und notwendigen Sind es die „der Fürbitte und dem
Stellenwert. Dieser ergibt sich schon Mitleid Anempfohlenen“? Sind die
aus dem auszulegenden Bibelwort. Alten die Entsorgungsbedingten?
Denn Gottes Botschaft, welcher Art Ist die „letzte Bank“ hinten der Sitz
auch immer, ob Gnade oder Gericht, der Erbarmungsbedürftigen? Oder
erfasst, oder will das zumindest, versucht man eine angemessene
den ganzen Menschen mit seinem personelle Integration und, der
Denken, Empfinden, Fühlen und Lage entsprechend, eine Betrauung
allen seelischen Regungen. Dennoch mit Verantwortung ohne Zeittrend-
zeigt sich eine Grenze. Wenn durch Huldigung?
verbale Einflüsse des Verkündigers
oder der Gemeindeleitung, durch
eine zu einseitige Textauswahl oder
verengte Auslegung, wenn durch die Das Herzstück
Art der Predigt oder durch emoti-
onale Mittel eine Überhöhung der Im Mittelpunkt des Gemeindele-
Gemütswelle erzeugt wird, dann bens steht der Gottesdienst. Er hat
widerspricht das der Grundtendenz vorrangige Aufgaben. Allerdings ist
des Evangeliums und der Nüchtern- oftmals die wöchentliche Bibelstun-
heit des Geistes Gottes. de noch wichtiger für den Tiefgang
Da wir es auch in der Gemein- und das geistliche Gefüge der
dearbeit mit gesellschaftlichen Ein- Gemeinde. Wirkliche Bibelarbeit
flüssen, mit der Altersstruktur und ist nur in solchen Sonderstunden
mit Menschen in der Isolierung möglich. Herzstück und missiona-
zu tun haben, stellt sich die Frage rische Sammelstelle bleibt aber der
nach „Offenheit und Abschir- Gottesdienst. Er ist Schwerpunkt
mung“. Sind dem auch frommen und Brennpunkt des geistlichen
„Zeitgeist“ alle Fenster geöffnet? Geschehens. Jedoch formiert sich

25
Das Fundament 4/2007

dieser Grundsatz heute manchmal was er wählen könnte. Daher ist


zur Frage: Ist unser „Gottesdienst“ die Frage nach sachlicher Orientie-
noch „Dienst für Gott“ und „Gottes rung berechtigt und die Nennung
Dienst an uns“? Oder dient und überlegenswerter Kriterien viel-
nutzt alles eher einer „Selbstdarstel- leicht hilfreich:
lung“ von Mitwirkenden und Kön-
1. Wird in der Gemeinde bi-
nern? Stehen Anspiele, Lesungen,
blisch und kenntnisreich das
erdrückende Elektronik und
Evangelium verkündigt?
anderes optisch und akustisch im
Vordergrund? Wird einiges überdy- 2. Weist die Verkündigung auf
namisiert und anderes versimpelt? die Erlösungsbedürftigkeit des
Finden sich hier Narzissmus und Menschen hin und enthält sie
Ichbespiegelung? Werden da nicht die Kreuzesbotschaft Jesu?
„Zeitgeistprobleme“ übernommen 3. Beachtet die Gemeinde die
und möglichst mit Gags und Ten- ganze Botschaft der Bi-
denz ausstaffiert? Überwuchert das bel mit den Erfahrungen,
Rahmenprogramm die Wortver- Verheißungen, Geboten und
kündigung, deren Predigten kürzer Ermahnungen des Gottes-
und inhaltsleerer werden? Oder volkes im Alten und Neuen
steht „Gottes Wort“ ohne zeitliche Testament?
und ideologische Verkürzung wirk- 4. Führt die Verkündigung des
lich in der Mitte und macht diese Wortes zu Jesus hin oder zur
Stunde zum echten „Gottesdienst“? absoluten und überschwäng-
lichen oder erstarrten Ge-
meinde?
5. Beleben variierte Formen das
Orientierung Gemeindeleben und werden
Stärker als früher werden gleichzeitig extreme Grenzge-
heutige Gemeinden vielfach einer biete vermieden?
Verunsicherung und Hilflosigkeit 6. Bleibe ich hier ein eigenstän-
ausgesetzt. Geistige und geistliche dig glaubender Mensch oder
Irritierung ist gängig. Ein Einzel- muss ich so glauben, wie es
ner kennt sich kaum aus und weiß die Gemeindeleitung vorgibt?
nicht, wohin er sich wenden und

26
Ich suche eine Gemeinde

7. Darf ich im Vertrauen auf Je- 13. Wird der Gehorsam der
sus leben oder reglementieren Gemeindeglieder auf Gott ge-
mich Gemeindeordnungen? lenkt oder zu Gemeindezwe-
8. Gehöre ich in dieser Gemein- cken und gemeindeinterner
de Jesus oder entsteht eine Unterordnung missbraucht?
Menschenhörigkeit? 14. Ist die Gemeinde sich der
9. Ist die Gemeindestruktur eigenen geistlichen Armut
sachlich, geistlich und nüch- bewusst und enthält sich
tern fundiert ohne unterkühlt jeder Großspurigkeit, rechnet
und steril zu wirken? Erhalte aber immer wieder mit der
ich Wegweisung oder Kor- erneuernden Kraft des Geistes
rektur für einen nächsten Gottes?
Glaubensschritt? 15. Ist das letzte Ziel des Glaubens
10. Werden mir Wärme, Ver- und Lebens in dieser Gemein-
ständnis und Geborgenheit de „Jesus allein“, und erlebe ich
entgegengebracht? Wird unter der Verkündigung des
meine Hingabe und Bereit- Wortes die Gemeinschaft des
schaft zum Dienst entgegen- Herrn und seine Vergebung?
genommen ohne mich zu
Die Gemeinde ist die „Ver-
überfordern?
sammlung“ der Gläubigen und
11. Wird mir vor Gott und mit derer, die den Weg zu Christus
den Geschwistern Glauben- suchen. Ihr Lebensprinzip ist
stille gewährt und ein der „Herr“. Er ist das Haupt der
Handeln aus innerer Gewiss- ecclesia. Der Apostel Paulus nennt
heit oder treibt man mich in die Gemeinde den „Leib Christi“
hektische Aktivität hinein? (1. Korinther 12, 27). Diese Aus-
12. Fühle ich mich in der Ge- drucksweise zeigt den hohen Wert
meinde persönlich frei, werde an, den das Miteinander von Men-
ich mit meinen Freuden, schen, die im Namen Jesu zusam-
Ängsten, Nöten, Gaben und menkommen, im Neuen Testament
Fähigkeiten einbezogen? Darf hat. Darum erbitte ich suchenden
ich hören, auch mitwirken Lesern einen guten Weg beim Fin-
oder werde ich benutzt? den einer geistlichen Heimat. 

27
Das Fundament 4/2007

Gemeindewachstum
oder Gemeindeverführung?
„Leben mit Visionen“, „Willow Creek“ und was
dahinter steckt – von Rudolf Ebertshäuser. Erweiterte
Fassung der im ESRA-Schriftendienst erschienen
Broschüre: „Leben mit Visionen“ und „Willow Creek“-
Welle: Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?
125 Seiten, EUR 4,90

Nach einem seit etwa 30 Jahren


 
andauernden Prozess, in dem die menen Prägungen und Strukturen
sogenannten verschiedenen „Wellen ein und verdrängen sie. Es besteht
des Heiligen Geistes“ über uns anscheinend in Deutschland eine
hinweggegangen sind, versucht hohe Bereitschaft, sich willenlos
wurde und weiterhin versucht bis begeistert diesen Neuerungen
wird, die bestehenden Gemeinden zu ergeben. Endlich, so haben viele
– ob nun kirchlich oder freikirch- den Eindruck, kommt das Evan-
lich – „in Schwung zu bringen“ gelium als Erfolgsstory daher und
und neue Anhänger zu gewinnen, hat nicht mehr den Geruch der
scheint sich unter der Leitung von Arme-Leute-Botschaft. Damit kann
Bill Hybels (Willow Creek) und man sich sehen lassen. Der Ver-
Rick Warren (Saddleback) so etwas fasser, Rudolf Ebertshäuser, hat das
wie ein vorläufiges Ergebnis Schrifttum, besonders Rick Warrens
herauszukristallisieren. „Leben mit Vision“, sowohl in der
Ziel dieser, vorwiegend auf amerikanischen Fassung wie auch
Organisation und Leitung ange- in der deutschen Übersetzung unter
legten Einflussnahmen auf die die Lupe genommen und dabei
deutschen Gemeinden ist der den Kern der Aussagen, nämlich
Versuch, straffe Leitungsstrukturen das stark der katholischen Werk-
in den Gemeinden zu schaffen. gerechtigkeit ähnelnde Programm,
Die hauseigenen Theologien dieser herausgearbeitet, indem er markante
amerikanischen Großgebilde fließen Sätze analysiert und kommentiert.
dabei ungehindert in die überkom- Dabei kam heraus, dass die Überset-

28
Buchempfehlung

zung die deutlichen amerikanischen Versandkatalogs. Daran zeigt sich,


Aussagen vermeidet und eine dass das Evangelium nicht ver-
„gemilderte“ Fassung auf den deut- kündet, sondern vermarktet wird.
schen evangelikalen Markt gebracht Schlimm daran ist besonders in
wurde. Der Leser weiß nach der Deutschland, dass selbst in ange-
Lektüre von Ebertshäuser, was Rick stammten Erweckungsgemeinden
Warren eigentlich schreibt und was die Sehnsucht nach einem vorzeig-
der Hintergrund seiner Strategie ist. baren Erfolgschristentum anschei-
War bisher der zusammenfas- nend so groß ist, dass alle guten
sende Eindruck: „Komm zu Jesus Vorsätze vergessen werden und voll
und du wirst glücklich“, so ist es auf diesen Trend gesetzt wird. Wer
bei Rick Warren und Bill Hybels: die Emotionalisierung der Veran-
„Wenn du Christ wirst, wirst du staltungen und die Veralberung der
kreativ.“ Es ist nicht so, dass alles, Verkündigung miterlebt, kann nur
was in „Leben mit Vision“ ge- noch mit dem Kopf schütteln.
schrieben steht oder was von der Die politischen Aktivitäten von
Gemeindewachstumsbewegung Rick Warren lassen besorgt auf-
vertreten wird, abzulehnen wäre. horchen. Er war amerikanischer
Sie schreiben und vertreten eine Sonderbotschafter in Syrien und
Menge Richtiges, aber alles hat arbeitet eng mit dem irischen
eine grundsätzlich falsche Tendenz. Rocksänger Bono zusammen,
Es werden Ursache und Wirkung der seinerseits in der politischen
vertauscht. Sünde meint ja nicht Upperclass eine bedeutende Rolle
nur Missetaten und Fehlverhalten, spielt. Das alles kann nur bedeu-
sondern – besonders im Römerbrief ten, dass eine neue Art und Weise
– Zielverfehlung. Nur ist diese Ziel- von „Thron und Altar“ – jetzt mit
verfehlung nicht ein verzeihlicher evangelikalem Grundmuster – an-
Irrtum, sondern Schuld. Dahin- gestrebt wird: „Die Gemeinde wird
ter steckt die Vertauschung von mit den weltlichen Einrichtungen des
Geschöpf und Schöpfer, von Mann Staates und der Wirtschaft ‚gleichge-
und Frau, von Menschenfurcht und schaltet’ und ‚vernetzt’; sie wird zu
Gottesfurcht. Warren und Hy- einer leicht steuerbaren Einrichtung,
bels locken aber mit den Zusagen die mithelfen soll, die Menschen des
Gottes in der Heiligen Schrift wie 21. Jahrhunderts bei der Stange zu
mit den großen Angeboten eines halten, wenn die ‚globale Transfor-

29
Das Fundament 4/2007

mation’ zum Reich des Antichristen „Durch geschickte Anleitung auf


ansteht“ (Seite 94). Waren es bisher der Grundlage gruppendynamischer
die charismatischen Merkwürdig- Prozesse sollen die Gläubigen dazu
keiten und die Vermarktungsstra- verführt werden, die unbiblische
tegien, die Verwunderung und Neuausrichtung der Gemeinde auf
Unmut erregten, so wird unter den ein weltförmiges Gemeindewachstum
permanent ablaufenden Leiter- zu unterstützen“ (Seite 92).
schaftskongressen deutlich, dass
sie Teil eines Gesamtplans zur Gottfried Meskemper, Bremen 
Entmündigung der Gläubigen sind.

30
Mitgliederversammlung 2007

Mitgliederversammlung
des DCTB e.V. am
26.05.2007 in Dassel

Auszug aus dem Rechenschaftsbericht des 1. Vorsitzenden Jens Höner

„Gottes Wort ist aktuell und


  Auch im Berichtsjahr 2006/2007
zuverlässig“. Das Thema für unsere erlebten wir im DCTB bei dieser
diesjährige Hauptkonferenz galt Aufgabe jeweils beides: Zustim-
und gilt natürlich grundsätzlich mung und Widerspruch, Interesse
auch für die gesamte Arbeit des und Gleichgültigkeit gegenüber
DCTB durch die Jahrzehnte bis Jesus Christus und der Bibel.
heute.
Obwohl die Bibel zu allen
Zeiten als unpassend kritisiert und
diskutiert wurde, so glaubten doch 1. Mitgliederbewegung
Menschen aller Schichten daran
und erfuhren in der Vergebung Im Berichtszeitraum 2006/2007
ihrer Sünden das Heil und die sind insgesamt 7 Mitglieder verstor-
Kraft aus diesem Wort. In Jakobus ben, 5 aus- und 4 eingetreten. So-
1,21 lesen wir dazu: „… nehmt mit zählt der DCTB am 26.05.07
das Wort mit Sanftmut an, das in insgesamt also 378 Mitglieder.
euch gepflanzt ist und Kraft hat,
eure Seelen selig zu machen.“ Gottes
Wort liebevoll und rücksichtsvoll,
zugleich aber auch deutlich und 2. Hochschulmission
unmissverständlich zu sagen, das
„Weil wir nun wissen, dass der Herr
war und ist zu allen Zeiten die
zu fürchten ist, suchen wir Menschen
Aufgabe der „Botschafter an Christi
zu gewinnen!“ 2. Korinther 5, 11
Statt“.

31
Das Fundament 4/2007

„Tendenz gleichbleibend“, so leider wieder rückläufig. Viele schau-


kann man wohl am besten die ten oft erst gar nicht hin, das heißt,
Situation unserer studentenmissio- sie konnten gar nicht gesehen haben,
narischen Arbeit in den letzten paar was sie ignorierten. Umso mehr wa-
Jahren beschreiben. Im Laufe des ren dann jeweils die Studienhelfer-
Berichtszeitraumes seit Pfingsten Verteilaktionen im Wintersemester
2006 besuchten unsere Mitarbeiter eine gute Möglichkeit, in positiver
rund 60 verschiedene Hochschulen. Weise Aufsehen zu erregen.
Dabei wurden sie von Hochschulbi- Selbstverständlich wirkte die
belkreisen unterschiedlicher Größe durch die Medien planmäßig neu
oder einzelnen Christen eingeladen aufgelegte Fundamentalismusde-
und unterstützt. Wenn gar keine batte nicht besonders förderlich für
geeignete Kontaktperson „vor Ort” unvoreingenommene Gespräche,
war, schrieben unsere Mitarbeiter wie wir sie suchen und bevorzugen.
wegen der Bücherstandgenehmi- Wie auch immer: das Thema
gung die jeweilige Hochschulver- „Evolution oder Kreation” ist weder
waltung direkt an. unwichtig noch überholt. Die
Das Interesse am Büchertisch Frage nach Herkunft und Zukunft
war im Vergleich zu früheren Jahren der Welt, nach Zufall und Verant-
wortung des
Menschen
ist nicht
erledigt. Wir
sehen diesen
Bereich als
eine unverän-
dert wichtige
Aufgabe im
Dienst durch
Literatur,
Vorträge und
Diskussionen
an unseren
Studieren-
Büchertisch in Bingen den.

32
Mitgliederversammlung 2007

Missionar Dr. Fritz Deininger


beim Stubi-Team in
Korntal im April 2007

„Und was du von mir gehört hast 3. Seminare, Tagungen


vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Regionaltreffen
Menschen an, die tüchtig sind, auch
andere zu lehren.“ 2. Timotheus 2, 2 „Darum sollen wir desto mehr
Beim sogenannten „Stubi-Team“ achten auf das Wort, das wir hören,
ging es vorrangig um bibelbezogene damit wir nicht am Ziel vorbeitrei-
Themen, gemeinsames Gebet und ben.“ Hebräer 2, 1
praktische Tipps für Studieren- Im Berichtsjahr fanden wie-
de. Dieses Mitarbeitertreffen, das der unsere beiden traditionellen
einmal pro Semester in Korntal „Seminare für Berufstätige” statt:
stattfindet, diente erneut sowohl der Im Oktober zusammen mit dem
Schulung als auch der Seelsorge für „Bildungszentrum der Liebenzeller
die jungen Leute aus ganz verschie- Mission“ und im März dieses Jahres
denen Hochschulbibelkreisen. Wir in Verbindung mit dem „Geistlichen
freuen uns, dass diese Wochenenden Rüstzentrum Krelingen“. Mit 20 be-
von „unseren“ Hochschulgruppen ziehungsweise 30 Teilnehmern waren
mehr und mehr geschätzt werden diese Veranstaltungen zahlenmäßig
und so persönliche Beziehungen zwar überschaubar, aber für die Teil-
zum DCTB wachsen. nehmer und ihre geistliche Existenz
in jedem Fall gewinnbringend.

33
Das Fundament 4/2007

Erfreut und überaus dankbar Begegnungen der Geschwister un-


können wir feststellen, dass sich tereinander, die „gezogen“ haben.
unsere jährliche Hauptkonferenz Hinsichtlich der Teilnehmer-
in den letzten sechs Jahren gleich- zahlen kamen wir ja schon länger
bleibender, ja sogar zunehmender an die Kapazitätsgrenzen der
Beliebtheit erfreut. Sicher sind Tagungsstätten. Wir sind zuver-
es neben den Bibelarbeiten und sichtlich, dass die ausgezeichnete
Vorträgen auch die Gespräche und Zusammenarbeit mit den Häusern

„Schönblick - Christliches Gästezentrum Württemberg“

34
Mitgliederversammlung 2007

in Dassel und Rehe sich auch auf 4. Freizeiten


den „Schönblick - Christliches Gäs-
tezentrum Württemberg“ ausdehnt, „Ehe denn die Berge wurden und
wo wir ab 2008 für einen Drei- die Erde und die Welt geschaffen
jahresturnus mit mindestens 350 wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit
Betten und einem großen Hörsaal zu Ewigkeit.“ Psalm 90, 2
ein modernes und geräumiges Haus „Da ist das Meer, das so groß und weit
zur Verfügung haben werden. ist, da wimmelt‘s ohne Zahl, große
Im Herbst 2006 hatten wir wie- und kleine Tiere.“ Psalm 104, 25
der fünf recht ordentlich besuchte Urlaub bedeutet für viele Zeit-
Herbsttagungen „im Angebot“. genossen, dass sie sich vermehrt im
Einschließlich Kindern, Mitarbeitern Freien aufhalten und dabei die Spu-
und Referenten waren zusammenge- ren des Schöpfers wahrnehmen. Feri-
nommen rund 345 DCTB-Freunde en in der Gemeinschaft mit Christen
beieinander. Die vielseitige und stärkt zudem das Gottvertrauen.
aktuelle Themenpalette, von Erzie- An einem Strang ziehen
Ostsee Segeltörn
hungsfragen über Astronomie und
Archäologie bis hin zu Gentechnik,
soll auf DCTB-Tagungen unbedingt
beibehalten werden, so werden wir
auch immer wieder gebeten. Wenn
die beabsichtigte, von der Bibel ge-
prägte Grundhaltung erkennbar ist,
dann darf uns das sicher freuen und Im zu Ende gehenden Berichts-
zugleich auch anspornen. jahr waren zwölf von dreizehn
Im Berichtsjahr 2006-2007 unserer Freizeitangebote recht
waren vierzehn Regionaltreffen ge- ordentlich ausgebucht. Die tradi-
plant und wurden mit meist guter tionellerweise gefragte Bergwan-
Resonanz durchgeführt. Hier hat derfreizeit fiel erstmals mangels
sich die zahlenmäßige Beteiligung ausreichendem Interesse aus.
auf ca. 30 - 70 Besucher stabilisiert. Rund 340 Teilnehmer insge-
Gerade für „Neulinge“, die den samt nutzten unsere traditionelle
DCTB kennen lernen wollten, war Programmpalette, wozu wie in
diese Veranstaltungsart wieder eine den Vorjahren Skilaufen, Segeln,
gute Gelegenheit. Surfen, Paddeln, Radeln, Berg-

35
Das Fundament 4/2007

07 Stefansdorf Ski-&Snowb. Studenten

07 Stefansdorf Skifreizeit

07 Berlin Silvester-City-Tour

06 Südfrankreich Kletterfreizeit

06 Saas Grund Geo-Alpin

06 Gunzenhausen Senioren

06 Dänemark Segeltörn

06 Schladming Bergwander-Freiz.

06 Borkum Familien

06 Moldau Kanutour

06 Ratzeburg Surf & Sail

06 Schobergruppe Hüttentour 18-40

06 Berner Oberland Hüttentour 18-35

0 10 20 30 40 50 60 70 80
wandern und Klettern, aber auch
Baden oder Bummeln gehörten. 5. Kinder- und
Dennoch wurde von den allermeis-
ten Teilnehmern das gemeinsame
Jugendarbeit
Bibelstudium als Mittelpunkt aller „Gewöhne einen Knaben an seinen
Freizeiten gesehen und auch aus- Weg, so lässt er auch nicht davon,
drücklich so gewünscht. Besonders wenn er alt wird.“ Sprüche 22, 6
im Blick auf die Silvestertour nach Von Korntal aus versucht
Berlin wurde von den Jugendlichen unser Kinder- und Jugendreferent
dieser Schwerpunkt gelobt. Alexander Hellmich die Bezie-
hungen zu den jungen Leuten
durch unterschiedliche Aktivitäten
zu pflegen, sowie Inhalte und
Profil des Programms auszubauen.
Gott sei Dank, ließen sich bisher
immer wieder geeignete ehrenamt-
liche Mitarbeiter für die einzelnen
Veranstaltungen finden. Wir sind
allen, die sich immer wieder dazu
Von oben gehalten! bereit erklären, sehr dankbar. Kin-
Klettern in Südfrankreich derarbeit ist schön, anstrengend

36
Mitgliederversammlung 2007

Zukunftsweisend
Hauptkonferenz in Rehe 2006

und ein zeitliches Opfer. Unser 6. Seniorenarbeit


Engagement in diesem Bereich
zeigt, dass auch dem DCTB die „Und wenn sie auch alt werden,
nachwachsende Generation am werden sie dennoch blühen, frucht-
Herzen liegt und nicht nur aus bar und frisch sein …“ Psalm 92, 15
Existenzgründen wichtig ist. Nach Möglichkeit wird die Ver-
Es ist inzwischen eine gute bindung zu Senioren, die nicht mehr
Tradition, dass die Kindermitarbei- zu Tagungen oder Freizeiten kom-
ter zeitgleich und im selben Haus men können, durch Besuche, Briefe
mit der jährlichen TEAM-Tagung und Telefonate aufrecht erhalten.
zum sogenannten „Juniorteam“ in Leider ist das unseren Hauptamt-
Neukirchen/Knüll zusammenka- lichen nicht im ausreichenden Maße
men. Wir freuen uns, dass diese möglich, weshalb jedes Mitglied
sinnvolle Kombination auch bei aufgefordert ist, die „Brüder zu
dieser Jungmannschaft zunehmend suchen“ oder „Witwen und Waisen“
auf Gegenliebe stößt. aus unseren Reihen „zu besuchen“.
Hervorragend hat sich im Jahr
2006 die zehntägige „Senioren-
Kombi-Freizeit“ in Gunzenhausen
bewährt. In der Kombination aus

37
Das Fundament 4/2007

Senioren,
die im Gespräch bleiben wollen

Radeln und Wandern für aktive schon aus Zeitgründen, das ausführ-
Jungsenioren sowie Ausflugs- liche Christuszeugnis in den Betrie-
fahrten, Spaziergänge oder Kur- ben weniger möglich. Nicht so auf
maßnahmen für weniger mobile Industriemessen.
war für alle Teilnehmer etwas Im Berichtszeitraum 2006/2007,
dabei. So stand neben der Entspan- beteiligte sich der DCTB im Ab-
nung und Erholung die geistliche stand von jeweils vier Wochen auf
Zurüstung bei den gemeinsamen insgesamt drei Messen als Aussteller.
Gebets- und Bibelstunden obenan.

7. Messearbeit
„Wer ist weise und klug unter euch?
Der zeige mit seinem guten Wandel
seine Werke in Sanftmut und Weis-
heit.“ Jakobus 3, 13
Christsein im Beruf war schon
immer eine besondere Herausforde-
rung, da der „Lebenswandel“ mehr electronica 2006
sagt als viele Worte. Auch ist, allein guter Standort, starkes Interesse

38
Mitgliederversammlung 2007

Intergeo 2006
Ruhe vor dem Sturm auf mehr als 80 m²
So waren wir zusammen mit der 8. Medien
„Christlichen Vereinigung deutscher
Eisenbahner” auf der Innotrans in „Wenn nur Christus verkündigt wird
Berlin, dazu auf der Intergeo und der auf jede Weise …, so freue ich mich
electronica jeweils in München. darüber.“ Philipper 1, 18
Dankbar für jeweils recht gute „Das Fundament” dient als
Platzierungen, auf die man in der Vereinsorgan der Information der
Regel keinen Einfluss hat, sehen wir Mitglieder. Zugleich will es auch
in diesem Missionszweig unter Be- eine Art Werbung für den DCTB
rufskollegen eine feine Chance, durch sein und eine geistliche Zurüstung
wertvolle Einzelgespräche geistlich für nachdenkliche Christen bieten.
weiterzuhelfen und zugleich ein le- Die Auflage von 3.400 Exem-
bendiges Bild vom DCTB zu vermit- plaren ist seit Jahren gleichbleibend.
teln. Das persönliche Zeugnis von Zusätzliche Abonnenten und Leser
leibhaftigen Menschen kann eben ließen sich nur schwer gewinnen.
nicht durch Prospekte oder Internet- Wir empfehlen unseren Mitglie-
Auftritte ersetzt werden. Mit Freude dern, einzelne Nummern zum
gaben wir auch wieder unser Messe- Weitergeben oder zum offiziellen
büchlein „nachgehakt“ sowie geeigne- Auslegen im Schriftenständer von
te fremdsprachige Literatur weiter. Gemeinden anzufordern.
Seit Jahren ungebrochen beliebt
und zum Teil im Juli schon unge-

39
Das Fundament 4/2007

duldig erwartet, ist - nicht nur bei Aufgrund der guten Erfahrungen
Studierenden, sondern auch bei mit unserm Verteilbüchlein “nach-
Schülern - der „Kleine Studienhel- gehakt – Kernpunkte des christlichen
fer“. Die 22. Auflage mit wiederum Glaubens verständlich erklärt”, das
12.000 Exemplaren konnte im auf rund 60 Seiten alle zwölf Ge-
vergangenen Herbst problemlos vor sprächsrunde-Faltblätter zusammen-
Hörsälen, in Mensen und auf Mes- fasst, wurden wir ermutigt – wieder
sen verteilt werden. Die Stapel auf in Zusammenarbeit mit der „Christ-
dem Büchertisch gehen meist „weg lichen Verlagsgesellschaft Dillen-
wie warme Semmeln”. Da gratis an- burg“ – ein weiteres evangelistisches
geboten, wird es sehr gerne genom- Buch zum Verteilen herauszugeben.
men und ist mit dem ausführlichen Der Titel „umgedacht – Impulse
Kalendarium eine echte Konkurrenz zum Verhältnis von Naturwissen-
zu den diversen Uni-Timern ver- schaft und Glaube“ enthält die drei
schiedener Krankenkassen. Einzelne Fundamentartikel: Michael Kotsch,
Hochschulbibelkreise nutzten die Blaise Pascal - Denken und Glauben,
Chance zu größeren Verteilaktionen. Winfried Borlinghaus, Bionik – Auf

DCTB-Themenblätter
- Wichtiges in Kurzform zusammengestellt

40
Mitgliederversammlung 2007

und als Kopie verkauft. Seit Herbst


2006 läuft nun die Umstellung auf
Audio-CD beziehungsweise MP3.
Im „Shop“ auf unserer Homepage
können sie von jedermann ausge-
wählt und bestellt werden.
Auch in diesem Rechenschafts-
bericht sollen die monatlichen
DCTB-Gebetsinformationen wieder
besonders erwähnt werden. Da unse-
re ganze Missionsarbeit letztlich von
dieser „Schützenhilfe“ lebt, wollen
wir dazu aufrufen zu beten, als ob
alles Arbeiten nichts nützt. Etwa 320
Geschwister erhalten ihr Exemplar
auf Papier, weitere 60, kostengüns-
Juni 2007 tig und bequem, digitalisiert per
DCTB
E-Mail. Wir empfehlen das sofortige
-Verteilbuch
Ausdrucken, denn was “auf dem
den Spuren des Schöpfers und Tho- Tisch liegt”, fällt ins Blickfeld und
mas Aigle, Glaube ist Herzenssache. löst eher ein gelegentliches „Zwi-
Das Vorwort von Prof. Dr. Thomas schendurch-Gebet“ aus. Wir wollen
Schimmel mit der Überschrift Na- im DCTB lernen, uns vermehrt aufs
turwissenschaft und Glaube – (k)ein Gebet zu verlassen, und ermuntern
Gegensatz? gab den Anlass für den dazu alle Mitglieder und Freunde.
Untertitel.
Nach zehn Jahren DCTB-Präsenz
im „World Wide Web“ haben wir
im Sommer 2006 unsere Homepage
9. Vollzeitliche
von einem Fachmann unter Verwen-
dung eines Content-Management- Mitarbeiter
Systems völlig neu gestalten lassen. „So hat auch der Herr befohlen,
Im Laufe von Jahrzehnten dass, die das Evangelium verkündi-
wurden zahllose Vorträge auf gen, sich vom Evangelium nähren
Tonband-Kassetten aufgenommen sollen.“ 1. Korinther 9, 14

41
Das Fundament 4/2007

Zusammen mit den derzeit etwa kritik und vor allem eine fast blinde
70 TEAM-Geschwistern arbeiteten Prinzipien- und Methodengläubig-
im Berichtszeitraum sieben Voll- keit. Wenn wir auch dadurch nicht
und drei Teilzeitkräfte im DCTB in besonders im Trend liegen, wollen
Korntal und von Korntal aus. Die wir durch klare, eindeutige Verkün-
Staffettenübergabe in der Studen- digung den Menschen unbeirrt das
tenmission von Andreas Kalb an „Wort vom Kreuz“ bezeugen.
Jakob Haddick wurde im März Als Bundesleitung, Mitarbeiter
abgeschlossen. Jakob ist nun zum und Mitglieder wollen wir Gott
Teil allein, teilweise mit den andern bitten, dass er uns Weisheit, Gelas-
Brüdern unterwegs. Zur theolo- senheit, Ausdauer, Mut und Freude
gischen Ausbildung, so ist es mo- zum Dienst schenkt, neue Wege
mentan geplant, wird er zunächst aufzeigt und uns vor Stillstand
in den reiseschwachen Jahreszeiten oder falschen Wegen bewahrt.
Blockkurse an der „Akademie für „Nun fordert man nicht mehr von
Weltmission“ in Korntal besuchen. den Haushaltern, als dass sie für treu
befunden werden.“ 1. Korinther 4, 2

Jens Höner, 1. Vorsitzender F


Ausblick
Wie soll es weitergehen im DCTB?
Wie sieht unser Zeugendienst
morgen aus? Die Schwierigkeit, in Finanzen
geistlich wirren Zeiten klaren Kurs Mit aufrichtigem Dank gegen Gott,
zu halten, ist eher gewachsen. Wir den Geber aller Gaben, erläuterte
können dem allseits feststellbaren Schatzmeister Philipp Berghöfer in
Ökumenetrend so nicht folgen. bewährter Präzision die Jahresrech-
Von daher ist es in vielen Bereichen nung 2006. Zahlen sind im Reich
nicht mehr so einfach, zu koalieren Gottes ja nie nur Daten, sondern
oder zu kooperieren, wo das früher der Niederschlag von Gottes Güte
unbesehen möglich war. Die Psy- gegenüber aktiver Missionsarbeit
chologisierung und Politisierung des und Frucht treuer Fürbitte.
Evangeliums nimmt unter Evange- Einschließlich der „Erträge aus
likalen ebenso zu wie „sanfte“ Bibel- Stiftungen” betrugen die Einnah-

42
Medien-shop

DCTB-Mitarbeiter beim Betriebsausflug im März 2007 v.l.n.r.: Ruth Mack, Johannes


Carlsson, Margot Ziegelbauer, Alexander Hellmich, Armin Bachor, Andreas Kalb, Jakob
Haddick, Winfried Borlinghaus, Reinhold und Margret Wennagel
men nach Abzug eines Geschenks, Nach dem Bericht der Kassen-
einer Immobilienbeteiligung EUR prüfer erteilten die anwesenden
398.688,64. Die Summe aller Mitglieder mit großer Mehrheit
Aufwendungen belief sich auf EUR dem Vorstand die Entlastung und
379.178,20. Dieser erfreuliche beschlossen den vorgelegten Voran-
„Überschuss” soll zur dringend schlag für das Jahr 2007 in Höhe
erforderlichen Tilgung von zins- von EUR 406.000,- (ohne wirt-
losen Darlehen aus dem Jahre 2000 schaftlicher Geschäftsbetrieb). 
verwendet werden.

Beilagenhinweis
Dieser Fundament-Ausgabe fügen wir Überweisungsformulare bei.
Diese können bei Post oder Banken als Überweisungsauftrag sowie
für Bareinzahlungen verwendet werden. Im Januar 2008 erhalten
alle Spender eine Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt. Ganz
herzlichen Dank für alle Zuwendungen für unser Missionswerk!

43
DCTB e.V., Postfach 11 22, 70807 Korntal-Münchingen
Postvertriebsstück E 1701 F, Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“

Bei Änderung der Anschrift bitte Rücksendung dieses Abschnittes mit neuen Angaben.

Seminar für Berufstätige


Bad Liebenzell/Monbachtal 05. - 07.10.07
Kommunikation und Konfliktmanagement
Der tägliche Kleinkampf wird leicht zum großen Krampf, und manche
laufen Gefahr, die not-wendige Auseinandersetzung um Sachen zum
Kampf gegen Personen werden zu lassen. Wer das vermeiden will,
wird sich rechtzeitig über seinen eigenen Standort klar werden und
nach Hilfe umschauen müssen. Was kann aus christlicher Sicht getan
werden?

Referenten Drs. Frank Koppelin, Pforzheim,


Dipl.-Ing. Jürgen Koppitz, Holzkirchen.
Leitung Dipl.-Ing. Reinhold Wennagel, DCTB, Korntal

Wir sprechen eine Sprache, versteh’n einander nicht
- Hindernisse und Hilfen zur Kommunikation im Betriebsalltag
Konfliktmanagement - Ursachen erkennen
Konfliktmanagement - Lösungen gemeinsam finden
Mit Jesus am Arbeitsplatz - Unverzichtbare Voraussetzungen, praktische Hilfen
Ausführliches Programm siehe www.dctb.de/dctb/tagungen/seminare.php

Kosten VP € 73,50 bis € 91,50 / Person je nach Zimmer
Seminargebühr € 45, -/Person (Ermäßigung für Studenten)
Anmeldung Bildungszentrum Liebenzeller Mission, Liobastr. 11,
75378 Bad Liebenzell, Tel. 07052/17340, Fax 07052/17342;
bildungszentrum@liebenzell.org