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HEGELS „BÜRGERLICHE GESELLSCHAFT“ UND DAS PROBLEM IHRES GESCHICHTLICHEN URSPRUNGS Author(s): MANFRED RIEDEL Source:

HEGELS „BÜRGERLICHE GESELLSCHAFT“ UND DAS PROBLEM IHRES GESCHICHTLICHEN URSPRUNGS Author(s): MANFRED RIEDEL

Source: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie, Vol. 48 (1962), pp. 539-566

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HEGELS „BÜRGERLICHE GESRLSCHAET' UND DAS

PROBLEM

IHRES GESCHICHTLICHEN

URSPRUNGS

 

VON

MANFRED

RIEDEL,

HEIDELBERG

Wenn

man

die

Aussagen

der

Zeitgenossen

zwischen

1820

und

 

1850

über

die

schon

damals

viel

bewunderte

Darstellung

der

bür

gerlichen

Gesellschaft

 

im

3.

Abschnitt

der

HEGELschen

Rechts

philosophie

mit

denen

der

neueren

Interpreten

vergleicht,

so

scheint

in

beiden

Fällen

die

 

Frage

nach

ihrem

geschichtlichen

Ort

kein

wirkliches

Problem

zu

sein.

Für

einen

unmittelbaren

Schüler

HEGELs

wie

etwa

EDUARD

GANS,

der

1833

die

zweite

Auflage

des

Wer

kes

im Rahmen

der

großen

Hegel-Ausgabe

des

.Vereins

von

Freun

den

des

Verewigten'

besorgte,

versteht

es

sidi

von

selbst,

daß

hier

nichts

ausgelassen

worden,

was

sich

auf

den

Staat

beziehen

könnte",

denn

sogar

die

Wissenschaft

der

National-Ökonomie"

habe

in

der

 

bürgerlichen

Gesellschaft

ihre

angemessene

Stellung

und

Abhandlung

gefunden"1).

Dieses

Urteil

findet

sich

auch

bei

CHR.

HERMANN

WEISSE,

ARNOLD

RUGE,

CONSTANTIN

ROESSLER

 

und

BRUNO

BAUER,

und

was

die

Sache

selbst,

die

Reduzierung

 

des

Problems

auf

die

Nationalökonomie

angeht,

so

bewegen

sich

die

von

HEGELs

Rechtsphilosophie

ausgehenden

frühesten

Versuche

über

.Naturrecht'

und

.Staatswissenschaften',

KONRAD

 

MORITZ

BESSERs

System

des

Naturrechts

(1830)

und

J.

FR.

GOTTFRIED

EISELENs

Handbuch

des

Systems

der

Staats

wissenschatten

 

(1828),

in

ihrer

Charakterisierung

der

bürgerlichen

Gesellschaft

innerhalb

der

von

GANS

aufgestellten

Beziehung.

Nicht

sehr

viel

anders

begreift

JOHANN

EDUARD

ERDMANN

 

in

seinen

Vorlesungen

über

den

Staat

(1851)

die

Stellung

der

bürger

lichen

Gesellschaft.

Ihr

„Wesen"

besteht

ihm

in

der

„verständigen

 

Berechnung,

 

dem

verständigen

Calcul,

der

Industrie

usw.",

 

im

„Credit",

und

diese

ihre

Eigentümlichkeit

präge

sich

vorzugsweise

im

„Gewerbetreibenden"

aus,

der

„Bürger

par

excellence"

sei2).

Damit

aber

rückt

ERDMANN

die

bürgerliche

Gesellschaft

in

die

Nähe

des

Bürgertums;

 

der

Gebrauch

des

Wortes

bei

HEGEL

liefe

1) Vorrede

zu HEGEL,

Grundlinien

der

Philosophie

des

Rechts

 

(1833), zit.

S.

W.

VIII,

S.

VIII.

Wir zitieren fortan nach

dieser Ausgabe.

2) Vorlesungen

über

akademisches

über

den

Staat

Leben

und

(1851), S.

Studium

28—29 sowie

(1858), S. 97/98.

Vorlesungen

 

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540

dann

parallel

gerstandes

seit

zur

dem

MANFRED

RIEDEL

europäischen

17.

und

Emanzipationsbewegung

18. Jahrhundert.

des

Bür

So

etwa

haben

wie

BLUNTSCHLI

WILHELM

MARX

und

HEINRICH

und HERMANN

viele

andere

RIEHL,

zu

seiner

LORENZ

Zeit,

STEIN,

Männer

J.

C.

WAGENER,

den Begriff der bür

gerlichen

Vorwort

zur

„Gesamtheit"

Vorgang

der

dem

Hinweis

stellt

heraus.

Namen

auf

Schon

individualistischen

HEGELs

z.

schen

für

B.

bellum

das,

Gesellschaft"

Kritik

der

Engländer

.bürgerliche

Engländer

vor

den

MARX

bürgerliche

verstanden.

politischen

HEGEL

habe,

wie

MARX

im

der

Ökonomie

Lebensverhältnisse",

des

argumentiert,

nach

die

dem

unter

Der

die

um

dies

deut

auch

„materiellen

und

Begriff

bezog

Franzosen

Gesellschaft'

und

18. Jahrhunderts,

zusammengefaßt"3).

Franzosen

als

einen

man

sich

des

18.

spezifisch

von

hier

Jahrhunderts

neuzeitlichen

aus

auf

neueren

Naturrechts,

der

ähnlicher

einzuordnen,

wie

bedeutendsten

Weise

bildete

dieses

HOBBES,

Unterschied

Naturrechts,

nichts

vom

anderes

Staat

anheimgegebenen,

FERDINAND

neueren

Gesellschait

der

als

die

Ge

im

in

die

offensichtlich

Konzeptionen

des

Gesellschaft

historisch

einer

In

von

zum

ROMEO

MAURENBRECHER,

eine

vor

der

contra

1850,

omnes"

vergleichsweise

freien

Konkurrenz

Staatsrechtler

LASSALLE

omnium

man

der

was

der,

nennt".

als

der,

von

seinen

begrifflichen

(1887)

Sinne

bezog5).

neueren

Hegel

den

Buche

auf

vielmehr

Wortes.

HEGEL

und

aus

auf

tat4).

Konstruktionen

Sphäre

Gesellschaft

bürgerlichen

TOEN

Naturrecht

und

Arbeits

histori

Her

Und

nicht

zuletzt

war

es

in

der

Abgrenzung

zum

Entgegensetzungen

 

in

ausgehend,

die

moderne

die

bürgerliche

Kontrakt-,

Interpreten

und

der

Staat

stellte

(1920)

FRANZ

nicht

so

die

Sein

biographisch-genetische

Resultat,

der

Hinweis

SULZERs

Kurzer

Begriff

Frage

auf

aller

das

seine

Kenntnis

von

FERGUSON's

NIES,

gefaßten

meinschaft

Gesellschaft"

und

Hegeischen

gesellschaft

Von

seinem

sche

kunft

von

des

Tausch-

ROSENZWEIG

sehr

die

nach

frühe

Essay

der

Exzerpt

the

Wissenschaften

on

(1759)

History oí Civil Society

(1767) vermag freilich nicht recht zu über

3) Zur

1951, S.

4) Grundsätze

Kritik

12.

der

des

politischen

heutigen

änderte Auflage (1843), S. 22 ff.

5) LASSALLE,

Herr

Bastiat-Schulze

und

TOENNIES, (1912), S. 25.

DINAND

Schriften,

ed.

EDUARD

Gemeinschaft

Ökonomie,

Vorwort

deutschen

Staatsrechts,

Delitzsch

(1864),

zit.

Band

Gesammelte

V

BERNSTEIN,

und

(1919),

Gesellschaft,

zit. Ausg.

Berlin

2. unver

S.

69

Reden

und

FER

zit. 2. Auflage

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HEGELS

BÜRGERLICHE

GESELLSCHAFT"

541

zeugen.

Bei

KARL

LÖWITH

erscheint

die

der

HEGELschen

Rechtsphilosophie

zuerst

bürgerliche

in einem

Gesellschaft

umfassenderen

Rahmen,

Art

der

indem

er

ihre

Unterscheidung

entsprechend

vom

unter

Staat

der

Berufung

von

auf

Antike

und

MARCUSE

and

the

neuere

Verkürzung

selber

ist

Buch

HEGEL

vor

allem

konkreten

den

und

in

of

260

§

Chri

Staat,

seiner

Social

Ge

seiner

Auslegung

Rechtsphilosophie

auf

Zur

,Reasen

die

 

auf

den

Dualismus

ROUSSEAUs

Gesellschaftsvertrag

gleichen

Zeit

konnte

HERBERT

and

Revolution,

 

Hegel

der

HEGELschen

was

Dimension

und

freilich

ihren

bewegte.

LUKÁCS'

stentum,

bezieht.

Schrift

PLATOs

Rise

immanente

Theory'

sellschaftstheorie

Rechtsphilosophie

Einfluß

zu

auf

einer

der

die

Soziologie

der

und

es,

Der

histo

seine

die

in

junge

aufweisen,

rischen

Zeit

GEORG

notwendig

führte,

Diese

schon

innerhalb

Verkürzung

1938

sich

geschriebenem

Hegel

einem

nem

aufzulösen

wenn

und

die

Probleme

der

kapitalistischen

sich

zeigt

zwischen

in

sich

nur

Gesellschaft

Interpreten

(1948)

und

zu

sei

ständigen

Gegenstand

LUKÁCS

Mißverhältnis

an

wird,

Dies

die

das

dem

gelungenen

in

Einzelanalysen

als

Ausdruck

von

ihm

Das

Studie

vermag.

nirgends

Analysen

obwohl

er

einziges

JOACHIM

Mal

(1957)

energisch

begriffliche

ob

damit,

deutlicher

den

dann,

bür

inter

gleiche

über

werden,

HEGELs

der

Inter

des

man

Richtung

wel

HEGELschen

heranträgt,

nicht

noch

ein

gerliche

pretierten

könnte

Gesellschaft"

Schriften

schließlich

die

der

und

von

sich

wenn

den

auch

auftritt.

RITTERs

selbst

Französische

aktuellen

an

Revolution

Hegel

welche,

gezeigt

bewegt,

Darstellung

mit

kann.

einer

Gehalt

Muß

in

fragen,

in

Fragestellung

als

die

erste

Frage

der

überhaupt

dem

Bürgerliche

liest,

hin

schon

mehr

noch:

bürgerliche

modernen

Die

Gesellschaft

Arbeitsgesellschaft

hier

erhebende

post

festum,

Begriffs

man

HEGELs

Soziologie

zu

sie

herausstellt6).

ist

aber,

eigentliche

pretation

HEGELschen

gefaßt

geschichtliche

werden

Gesellschaft"

auch

bei

umgekehrt

KANT

und

älteren

Gebrauch

wie

verhält

sich,

nicht,

auf

cher

WOLFF

chen

die

neuere

Beziehung

Wortes

CHRISTIAN

des

über

glei

KANT

wiederholt

stehe?

anzutreffenden

Und

Vgl. FRANZ

LÖWITH,

LUKÁCS,

280 ff., 368 ff. und 435 ff., JOACHIM

Revolution

Interpretationen

(1950),

Hegel

ROSENZWEIG,

S.

e

Von

Der

Hegel

junge

71 ff. und M.

lo

Stato

Hegel

zu

und

Nietzsche

der

Staat,

(1941),

II.

II

Teil,

Bd.

(1920), S.

Kap.

S.

118; KARL

1,2;

GEORG

152 ff., 227 ff.,

l'Etat

Bd. I:

Hegel,

zit. Ausg.

RITTER,

Berlin 1954, vor allem

Hegel

und

Vgl.

E.

die

Französische

Hegel

et

hegeliana,

(1957), vor allem der

„Bürgerlichen

ROSSI,

Marx

S. 35 f. und 38 ff. —

bei

la

dazu auch die gleichlautenden

WEIL,

Gesellschaft"

e S. 543 ff.

dialettica

(1960), Buch III,

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542

und

WOLFF

hinaus,

politike

oder

zur

lichen

Schulphilosophie

die

Möglichkeit

bewegende

Phänomen

Vergangenheit

eigenen

wäre

mal

der

an

es

Aktualität

der

MANFRED

Begriff

civilis

und

RIEDEL

etwa

bei

neueren

der

societas

historischen

der

modernen

wohl

mit

zur

CICERO,

aristotelischen

in

der

Naturrecht?

gerade

in

darin

unserem

in

das

aber

an

Gesellschaft"

ihnen

koinonia

mittelalter

Denn

besteht,

Falle:

sofern

die

das

der

deren

modifizieren,

zunächst

ein

politischen

im

Verstehens

Fragestellung

Gesellschaft

hineinzunehmen,

und

in

der

Verständnis

zugleich

zu

Horizonten

legitim,

Tradition

auszusetzen

HEGELs

bürgerliche

Begriffs

dieses

europäischen

Philosophie

zu

messen.

I.

Es wird

wohl

immer

eine

merkwürdige

Erscheinung

geschichte

gleichen

von

bürgerliche

um

1820

Philosophie

in CARL

Gesellschaft"

das

Wort

des

LUDWIG

nicht

Rechts,

VON

Dem

bleiben,

nur

als

sondern

HALLERs

Zeit

prägung

in HEGELs

scher

der

Zentralbegriff

Staatswissenschait

auftritt.

erklärten

in

der

daß

Begriffs

fast

zur

Neu

politi

inhaltliche

auch

als

Restauration

Theoretiker

der

Restaurationszeit

Begriff

Kostümierung

übernommen

schen

des

Verhältnisse:

zwischen

der

Begriffs

18.

den

nichtung

nomen

die

tions-Werk

tums"

Römischen

hältnisse

Glieder

sich,

Verband"

und

von

ist

bürgerliche

Gesellschaft"

den

ein

diese

mit

dieses

der

aller

großen

revolutionärer

ihrer

antiken

Sprachgebrauch

antiken

politi

Revolution

Aufklärungsphilosophie,

aus

hätte.

dem

Die

die

eigentliche

und

ihres

Beseitigung

Menschen,

ihrer

weltlichen

und

und

römisch-republikanischen

künstliche

Setzung

Ursache

Umsturzes

von

Beugung

geistlichen

sei

Jahrhunderts

der

natürlich-geselligen

und

den

Abhängigkeit

Staat,

der

von

denn

Ver

auto

schon

Restaura

alles

Idee

Irr

einer

Ver

freie

hätte

Herrschaft

dem

unter

Mutter

allem

in

Menschen

Herrschaften",

So

verkündet

sechs-bändigen

alle

und

die

Kommunen

programmatische

der

des

übertrug"

wie

einer

Korporationen.

Vorrede

zu

Patriziers,

sei

die

vor

man

die

Berner

Revolutionszeit

societas

Wurzel

unselige

als

civilis,

7).

anderen

bezeichnet

von

geselligen

gleiche

und

wurden,

„das

seit

den

Indem

müde

„bürgerlichen

nicht

Erst

nach

Gesellschaft"

das

wird

zu

neuere

HALLER

HALLER

aufgelöst.

kennt

wiederholen,

Naturrecht

gesellige

GROTIUS

natürlichen

HOBBES

eine

7)

Vgl.

zu Bd. I, S. XXVIII.

Restauration

der

Staatswissenschaft

(18161820),

Vorrede

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HEGELS

BÜRGERLICHE

GESELLSCHAFT"

543

Gesellschaften"

Keim

schen

 

verschiedene

sogenannte

bürgerliche",

zu

dieser

Unterscheidung

sieht

er hauptsächlich

im

Sprachgebrauch

der

neueuropäischen

Gelehrtenschicht7®).

und

den

lateini

Auch

HEGEL

bezieht

sich

in

der

Bestimmung

von

Staat"

und

bürgerlicher

Gesellschaft"

im

§

182

der

Rechtsphilosophie

 

kritisch

auf

das

neuere

Naturrecht,

dem

er vorwirft,

es

habe

beide

Begriffe

nicht

klar

voneinander

 

getrennt:

„Wenn

der

Staat

vorgestellt

 

wird

als

eine

Einheit

verschiedener

Personen,

als

eine

Einheit,

die

nur

Gemeinsamkeit

ist,

so

ist

damit

nur

die

Bestimmung

der

bürger

lichen

Gesellschaft

gemeint.

Viele

der

neueren

Staatsrechtslehrer

 

haben

es

zu

keiner

anderen

Ansicht

vom

Staate

bringen

können".

Gegen

diese

Verwechslung

und

wechselseitige

 

Vertauschung

 

von

Staat

und

bürgerlicher

Gesellschaft

bestimmt

HEGEL

die

letztere

von

der

Sache

her

als

die

Differenz"

zwischen

Staat

und

Familie:

Die

bürgerliche

Gesellschaft

ist

die

Differenz,

 

welche

zwischen

die

Familie

und

den

Staat

tritt,

wenn

auch

die

Ausbildung

 

derselben

später

den

zu

als

Staat

die

voraus,

des

Staates

sie

hier,

um

erfolgt;

als

denn

als

die

Differenz

sich

haben

Differenz

und

Terminus

im

setzt

muß,

sie

um

den

Auch

Selbständiges

in

und

den

der

Staat

vor

Familie

aber

bestehen8)."

das

fanatischen

Vorgang

vollzogenen

bzw.

zwischen

bürgerlicher

zu

gebrau

zu

bürgerlicher

Gesellschaft,

chen,

dem

diesen

Gesellschaft

hat

sich,

gesellige

der

HALLERschen

aufgelöst,

die

der

Verband"

Theoretiker

positiv

als

Gesellschaft

setzen.

das

Unterschied

Restauration

bestimmt

HEGEL

Emanzipation

Staat,

offenbar

Naturrecht:

die

des

Staats

von

der

sich

beide

erst

so

in

meint

doch

der

kri

der

Staat

ist

nicht

Gesellschaft,

wahres

ihr

tische

vom

Denn

Verhältnis

gegen

Einwand

neuere

Staat,

zusammenfällt,

tische"

wenn

er

schon

und

diese

d.

immer

i.

ist

Staat

die

ihrer

HALLER;

mit

nicht

der

bürgerlichen

Gesellschaft

der

die

neuere

sie

poli

bürger

mit

dem

Herkunft

Natur

„Gesellschaft",

Ansicht

wenn

von

Gesellschaft,

ist.

HEGELsche

angeblichen

des

beide

Gleichwohl

verbleibt

und

von

lichen

Staat

und

Gesellschaft

im

Horizont

geschichtliche

Verwechslung

beschränken

auf

das

Bedeutung

Begriffs

7a) Vgl.

Ebenda,

Bd.

I,

S.

89/90: Denn

da die lateinische

Sprache

beinahe

nur

republi

die

ganz

von Rom

kanische Redensarten

Rede

Dinge

untereinander

ausmachten:

ebenfalls

S. W.

andere

und Benennungen

übrigen

oder

S. 247.

hat oder wenigstens,

wenn von Staaten

ist, am häufigsten gebraucht,

und

Verhältnisse

eine

Gemeinde,

so

mußten alle

societates

civiles

VIII,

§ 182 Zusatz,

so wurden die nämlichen Ausdrücke auch auf

Gleich wie demnach die

eine wahre

Bürger

societas

menschlichen Verknüpfungen heißen."

angewendet.

eine Bürgerschaft,

civilis

und Verhältnisse

bürgerliche Vereinigungen

8)

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544

MANFRED

RIEDEL

recht,

Tradition

insbesondere

und

den

tische Philosophie,

des

wahren

18. Jahrhunderts,

seines

Ort

ohne

seine

Ursprungs,

alteuropäische

antike

die

vor allem

die Politik des ARISTOTELES

poli

und

die

Im

von

Naturrecht

politischen

Aristoteles-Rezeption

Grunde

sich

mit

ist

selber

noch

freilich

weiß,

immer

der

ein

Philosophie,

der

civilis)

bürgerlichen

bestimmte.

in

Mittelalter

und

Neuzeit,

ohne

diese

der

zu

daß

im

kennen.

er

dies

neueren

HEGELsche

Einwand

nachwirkende

Denn

Einwand,

eben

Tradition

gegen

klassischen

die den Staat

Gesellschaft

(polis bzw. civitas)

(koinonia

politike

ihrer

theoretischen

als iden

bzw.

Auf

tisch

societas

nach

fassung

Staat

Bestehen

von

der

politisch

sondern

geordneten

in

sich,

Menschenwelt

noch

setzt

er

aber

und

Gesellschaft"

koinonia

inj

enthält

zu

der

die

Gesellschaft

voraus,

weder

sie

seinem

anderes

und

Derart

Jahr

er

In

das

im

ist

„Gesellschaft",

seinem

Wort

älteren

bürgerliche",

ursprünglichen

nichts

„politische

Verstände

als:

societas

werden

hundert

trennt

Philosophie

dem

Ganzen

Politik

dem

der

societas

Gesellschaft".

meint

nämlich

Verbindung,

bzw.

Staat

und

gleichen

Vereinigung

griechischen

19.

communitas

und

lateinischen

die

unser

wie

in

des