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c hleif e

Wa r t e s
i n de r
- Le b e n
Single
G eis tes
li g e n
ung des Hei
L ä s t e r

3/2007 Folge mir nach




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Inhalt/Impressum

Inhalt
Aus aktuellem Anlass:
Single – Leben in der Warteschleife? . .......................................................... 4
Anlass zum Meckern? – Warum klagst Du? . ................................................. 9
Männer Gottes in der Warteschleife ........................................................... 10
Post von euch:
Mattäus 18,20 . .......................................................................................... 15
Was kann man aus den letzten Kapiteln Daniels mit nehmen? ................... 17
Zum Nachdenken:
Pinnwand................................................................................................... 18
Bibelstudium:
Die Lästerung des Heiligen Geistes ............................................................ 20
Zum Nachdenken:
Haushaltungen III – Ein Gott, zwei Programme . ........................................ 25
Was ist dein Geliebter vor einem anderen Geliebten? ................................ 32
Gute Botschaft:
Ich halte die Kälte nicht mehr aus! ............................................................. 36

Impressum
Herausgeber: Anschrift der Redaktion:
Christliche Schriftenverbreitung Rainer Brockhaus · Kormoranweg 18 · 46487 Wesel
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ments und Änderungen im Abonnement bitte an den Herausge-
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ber. Bibelübersetzung: Elberfelder Übersetzung Version 2003 © Creativ collection: 8, 10

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Das persönliche Grußwort

Z wei sind besser daran als einer, weil sie eine


gute Belohnung für ihre Bemühungen haben; …und
eine dreifache Schnur zerreißt nicht so schnell“
(Pred 5,9.12).
Dieses Wort aus dem Buch „Der Prediger“ zeigt uns, dass Gott uns nicht
als Einzelgänger geschaffen hat. Die meisten von uns sehnen sich nach
Gemeinschaft – besonders vielleicht nach einer innigen Gemeinschaft in der
Ehe. Diese ist aber nicht allen vergönnt. Gottes Gedanken sind manchmal
anders. Vielleicht hat Er Aufgaben für uns, die wir besser als Single erledigen
können. Für eine Reihe von Fragen in dieser Hinsicht gibt uns der Artikel
„Single – ein Leben in der Warteschleife“ (S. 4), der auf eine Leseranregung
zurückgeht, manche wertvolle Anregungen zum Nachdenken.

Falls uns gerade eine solche Situation zu schaffen macht, wollen wir versuchen
festzuhalten, dass unser Gott keinesfalls von Herzen die Menschenkinder plagt
und betrübt (vgl. Klgl 3,33). Die Erfahrungen von Männern aus dem Alten
Testament machen uns damit vertraut, dass Gott Schwierigkeiten benutzt,
um uns für bestimmte Aufgaben vorzubereiten („Männer Gottes in der
Warteschleife“, S. 10).

Wir neigen dazu, bei Problemen mutlos zu werden oder gar Vorwürfe gegen
Gott zu erheben. Wenn wir ein altes Sprichwort beherzigen, werden wir davor
bewahrt bleiben:
„Danken schützt vor Wanken.
Loben zieht nach oben.“
Das Bibelwort aus dem Prediger macht uns mit dem Bild der dreifachen
Schnur darauf aufmerksam, dass wir mit Problemen viel leichter fertig
werden, wenn wir den Herrn Jesus mit hineinnehmen. Er hat uns doch seine
Hilfestellung zugesichert. Haben wir das etwa aus dem Auge verloren? Dann
lasst uns doch wieder darüber nachdenken, wer und wie unser Herr ist („Was
ist dein Geliebter?“, S. 32).

Ich wünsche mir und allen Lesern, dass uns dieses Heft anspornt, mit
neuem Mut und vertrauensvoll auf den Herrn Jesus zu schauen, um in allen
Situationen unseres Lebens seine Hilfe zu suchen.

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Single – Leben in der
Warteschleife
oder
vollwertiger
Einsatz für das
Reich Gottes?

D er Anteil der Unverheirateten in


unserer Gesellschaft nimmt zu. Unter
Christen jedoch ist die Situation noch
besonders dadurch geprägt, dass der
Anteil der unfreiwilligen Singles viel
höher ist als im Durchschnitt der
Gesellschaft. Die Gründe dafür
sind zum Teil vielschichtig, zum
Teil auch offenkundig. Es soll
in diesem Artikel auch nicht
darum gehen, die Gründe zu
untersuchen, sondern die Fragen
und Probleme zu behandeln,
die eine solche Situation für
die Betroffenen – vor allem
Schwestern – mit sich bringt.

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Single-Leben in der Warteschleife

Einige Fragen, die dem Autor in letzter Gebliebenen. In dem Kapitel geht es um
Zeit vorgelegt wurden, sollen als Einstieg Christen, die freiwillig auf die Ehe ver-
die Empfindungen unverheirateter junger zichten, um ihre ganze Zeit und Kraft für
(oder auch nicht mehr so ganz junger) das Werk des Herrn zu verwenden und
Menschen beschreiben: die die Gnadengabe vom Herrn besitzen,
• Wie so viele Schwestern, habe auch ich keine Not zu haben mit Enthaltsamkeit und
schon längst das „normale“ Heiratsalter Verzicht auf Ehe und Familie, die mit einem
überschritten, und trotzdem habe ich solchen Weg verbunden sind. .
noch immer den Wunsch, eine glückli- Die in diesem Artikel angesprochenen
che Ehe zu haben. Ist das normal? Mit Frauen würden jedoch gerne heiraten.
welchem Alter hat man diesen Wunsch Außerdem sind sie in der Regel berufstä-
nicht mehr? Und wenn Gott für mich tig und in manchen Fällen mit eigenem
überhaupt keine Ehe vorgesehen hat??? Hausstand, sodass nach der beruflichen
Wozu dieses jahrzehntelange Warten? Arbeit noch die Hausarbeit ansteht. Dann
Darf ich beten, dass Gott mir diesen ist da auch nicht sehr viel mehr „Zeit für
Wunsch wegnimmt (und ist es über- den Herrn“ als in einer Familie.
haupt möglich)? Hat dieses Kapitel den oben geschilderten
• Ich glaube eigentlich nicht, dass ich die Gläubigen also nichts zu sagen? Das wäre
Gnadengabe des Unverheiratetseins ein voreiliger Schluss. Paulus macht in dem
nach 1.Kor. 7 habe. Kann ich diese Kapitel klar, dass der „ledige Stand“ eine
Gnadengabe auch später noch bekom- eigene Dynamik und eigene Möglichkeiten
men, falls ich doch nicht heiraten sollte? besitzt, die in einer Ehe nicht in gleichem
Maß gegeben sind. Die Unverheiratete ist
„Der bessere Stand“ - hilfrei- trotz allem zeitlich und emotional oft weni-
cher Hinweis oder Zeichen von ger „gebunden“. Es kann sicher auch für
Unverständnis? „unfreiwillige“ Singles eine Hilfe sein, ihr
Oft sind wir sehr schnell bei der Leben aus dieser Perspektive zu beurteilen
Hand, Unverheirateten mit und zu planen und nicht nur die Nachteile
1. Korinther 7 „zu dienen“, im Blick zu haben.
denn dies sei schließlich
der bessere Weg. Auch in Gedanken, die weiterhelfen
Bibelstunden wird dieser können
Weg von den (meist Es geht im Folgenden nicht darum,
verheirateten) Brüdern Patentantworten zu geben, die ein reales
oft entsprechend geprie- Problem von jetzt auf gleich aus der Welt
sen. Dies ist jedoch für schaffen. Es wäre schon ziemlich anma-
viele Unverheiratete eher ßend zu meinen, eine Not, die manchem
schmerzlich und nicht jungen Menschen zu schaffen macht, mit
sogleich als Lösung ihres einem Artikel beenden zu können. Aber
Problems zu sehen. Und es ist mein Wunsch, dass die nachfolgen-
zwar zu Recht. Denn 1. den Gedanken helfen mögen, vielleicht
Korinther 7 redet nicht eine neue Perspektive für das Leben als
von unfreiwillig ehelos Unverheiratete zu bekommen.
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Dein Wunsch ist normal Verlobten mehr gratulieren, Du besuchst
Als Schwester den Wunsch zu haben, keine Verheirateten mehr, etc – und ver-
einmal zu heiraten und eine eigene Familie mehrst dadurch nur Dein Leid.
zu haben, ist absolut normal. Das hat der
Schöpfer in die Natur der Frau hineingelegt, Du bist normal
und für die meisten wird dies auch der Weg Der Teufel mag keine glücklichen,
sein, den der Herr sie führt. Da es sich um zufriedenen Christen. So will er Dir einflü-
einen Wunsch handelt, der unsere ganze stern: „Ich habe keinen Mann gefunden,
Existenz betrifft, ist
er zudem von ande-
rer „Qualität“ als
manche anderen
Wünsche, die wir für
unser Leben haben.
Doch besteht auch
hier die Gefahr, dass
dieser Wunsch unser
ganzes Denken
und Leben prägt
und bestimmt.
Damit werden wir
für andere Dinge
gelähmt, vielleicht
sogar unbrauchbar.
Du brauchst Dich
für diesen Wunsch wahrlich nicht zu schä- weil ich nicht liebenswert genug, weil ich
men. Wenn nun die Zeit verrinnt und Du nicht wertvoll genug, weil ich nicht schön
bist noch unverheiratet, sollst Du dann genug (kann endlos ergänzt werden)
den Wunsch begraben, „aus dem Herzen bin“. Lass Dir das nicht einreden. Das
reißen“, den Herrn bitten, ihn wegzuneh- Selbstwertgefühl eines Christen soll nicht
men? Ich denke nicht. Niemand erwartet durch das bestimmt werden, was andere
von Dir, ab dem Alter X zu sagen: „Jetzt (wirklich oder vermeintlich) über Dich
werde ich nie mehr heiraten!“. Manche denken, sondern durch das, was Gott über
Frauen haben auch nach dem „üblichen Dich denkt. Und dabei darfst Du wissen:
Heiratsalter“ noch geheiratet und glückli- • Du bist wertvoll, weil Gott Dich geschaf-
che Ehen geführt. Worum Du jedoch den fen hat. Du bist sein Geschöpf und als
Herrn bitten darfst, ist, dass Er Dir hilft, dass solches ganz und vollständig – nicht
dieser Wunsch Dich nicht völlig beherrscht, „halbfertig“, weil Du noch unverheiratet
und dass Er Dir Sinn, Zweck und Aufgaben bist. „Und Gott schuf den Menschen in
in Deinem Leben zeigt. Sonst besteht die seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er
Gefahr, dass dieser Wunsch Dein Leben ihn; Mann und Frau schuf er sie.“ (1.
negativ beeinflusst. Dann wirst Du eifer- Mo. 1,27)
süchtig auf Ehepaare, Du kannst keinem • Du bist wertvoll, weil der Herr Jesus

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Single-Leben in der Warteschleife

Dich erlöst hat. „Und nun, so spricht tige Ehefrau“. Sonst wird dein Leben wirk-
der HERR, der dich geschaffen, Jakob, lich zu einem Leben „in der Warteschleife“.
und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte Kommt dies nicht auch in der obigen Frage
dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich zum Ausdruck „Wozu das jahrzehntelange
habe dich bei deinem Namen gerufen, Warten?“ Wer sagt denn, dass Du „jahr-
du bist mein.“ (Jes zehntelang warten“ sollst (und das war
43,1) dann Dein Leben)? Du darfst ein erfülltes
Weil du teuer, • Du bist wert- Leben mit dem Herrn führen (und dabei

wertvoll bist voll, weil Du zur


Familie Gottes
ruhig warten, ob der Herr Dir einen Mann
zuführt – aber das wird dann nicht dein
in meinen gehörst und Er ganzes Leben bestimmen und Dein Denken
Dich in seinem völlig beherrschen. Dieser Unterschied ist
Augen, und Dienst gebrau- fundamental).
ich dich chen will. Unser
Wert vor Gott ist
Als Christen bekennen wir, dass unser
Herr ein Leben erfüllen und jede Lücke
lieb habe völlig unabhän- im Leben ausfüllen kann; dass Er alle
Jesaja 43,4 gig davon, ob wir seine Verheißungen, aber nicht alle unsere
ledig, verheiratet Wünsche erfüllen wird. Das in den verschie-
oder verwitwet denen Lebenssituationen zu verwirklichen,
sind. Im Himmel kostet Kraft, und auf dem Weg werden
werden wir einmal sicher auch manche Tränen geweint.
alle unverheiratet • Da ist die Unverheiratete, die gerne einen
sein. Ehepartner hätte
• Da ist ein kinderloses Ehepaar, das
Lebensplanung gerne Kinder hätte
oder • Da sind die Eltern, denen der Herr ein
Eheplanung? behindertes Kind anvertraut hat.
Um ein erfülltes Leben • Da ist ein Gläubiger, der nach langen
mit dem Herrn zu Ehejahren den Partner verloren hat.
führen, ist es wichtig, Aber wahr ist die Aussage trotzdem. Mit
sein Leben ganz per- seiner Hilfe wollen wir dem Teufel oder
sönlich mit dem Herrn den Ungläubigen keinen Anlass geben, uns
zu gestalten – und vorzuwerfen: Ihr glaubt ja selbst nicht was
nicht nur als „Vorstufe ihr sagt.
zur Ehe“. Sonst ist die
Unzufriedenheit vor- Gnadengabe im Nachhinein?
programmiert: Du woll- Die Frage, ob Gott uns die Gnadengabe
test die Ausbildung, des Ledigseins auch später noch geben
den Beruf ja nur als Durchlaufstation in die kann, ist erstens nicht so einfach zu beant-
baldige Ehe – und jetzt sitzt Du immer noch worten, denn die Schrift schweigt im
auf der ungeliebten Stelle. Führe Dein Allgemeinen darüber, wann jemand eine
Leben als eigenständige Persönlichkeit mit Gnadengabe bekommt. Außerdem ist die
dem Herrn – nicht als „halbfertige, zukünf- Frage auch nicht so entscheidend. Eins ist
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Single-Leben in der Warteschleife

sicher: Du darfst den Herrn bitten, Dir zu selbst willen wertschätzen und deren
helfen, Deine momentane Situation anzu- Gemeinschaft wir suchen (oder laden
nehmen. Dabei brauchst Du Deine Not und wir sie nur als „Zugabe“ ein, wenn
Schwierigkeiten nicht zu verdrängen. Sag Familien eingeladen werden)?
Ihm, dass Dir das Alleinsein schwer fällt, • Anzügliche oder bemitleidende
dass Du etwas in deinem Leben vermisst. Bemerkungen Unverheirateten gegen-
Aber vergiss nicht, Ihm auch zu danken, über verbieten sich von selbst.
für erfüllte Zeiten und den Segen, den Er in • Was ist mit deiner „besten Freundin“
Deinem Leben geschenkt hat. seitdem Du verlobt/verheiratet bist?
Existiert sie noch in deinem Leben oder
Ein Wort an Verheiratete brauchst Du sie jetzt nicht mehr?
Da dieser Artikel sicher nicht nur von • Wenn die junge Schwester X nicht da
den Betroffenen gelesen wird, erlaube ich ist, sagen wir: „Die ist auch ständig auf
mir noch ein Wort an uns, die wir ver- Reisen“ – und wenn sie da ist, beachtet
heiratet sind. Vielleicht können folgende sie keiner?
Überlegungen uns helfen, ein wenig • Unverheiratete Personen, besonders
mehr Verständnis für die angesprochene Frauen, die dem Herrn unter großem
Problematik zu entwickeln. Der Herr will Segen gedient haben, sind in Bibel und
auch uns gebrauchen, hier Hilfe und nicht Kirchengeschichte nicht selten. Sollte es
Hindernis zu sein. sie heute nicht mehr geben? Der Herr
• Sind unverheiratete Gläubige kann uns die Augen dafür öffnen.
für uns eigenständige, wertvolle
Persönlichkeiten, die wir um ihrer Michael Vogelsang

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Warum klagst Du?

Wenn Du noch Eltern hast, und diese

Anlass zum
immer noch glücklich verheiratet sind,
dann gehörst Du zu den Ausnahmen in
unserem Land.
Meckern? Wenn Du jemandem die Hand drücken
kannst, jemanden umarmen oder auch
nur mal kurz auf die Schulter klopfen
Wenn Du gutes Essen im Kühlschrank hast,
kannst, dann ist das etwas Besonderes!
Kleidung zum Anziehen, ein Dach über
Die einfache Berührung kann eine von
dem Kopf und ein Bett zum Schlafen,
Gott bewirkte Wohltat für andere sein.
dann bist Du reicher als 75 % der Welt-
bevölkerung. Wenn Du mit freudigen Augen und einem
Lächeln im Gesicht durch das Leben
Wenn Du Geld auf dem Bankkonto hast
gehst, weil dein Herz mit Dankbarkeit
und auch noch etwas im Portemonnaie,
erfüllt ist, bist Du ein gesegneter Mensch.
gehörst Du zu den 8 % der Weltbevöl-
Denn die meisten hätten ebenfalls Grund
kerung, die die wohlhabende Schicht
dazu, aber sie tun es nicht.
bilden.
Wenn Du diesen Morgen mit nur etwas Wenn Du an den Herrn Jesus als
Deinen Erlöser glaubst, gehörst Du zu
mehr Gesundheit als ein Kranker auf-
dem gesegnetsten Teil von Menschen in
gestanden bist, bist Du mehr gesegnet
dieser großen Welt.
als Millionen von Menschen, die diese
Woche nicht überleben werden. Wenn Du gestern für konkrete Dinge gebe-
tet hast, und vielleicht auch heute noch,
Wenn Du noch nie als Soldat im Schützen-
dann gehörst Du zu einer kleinen, glück-
graben gelegen hast, wenn Du noch nie
lichen Minderheit, die glaubt, dass der
die Einsamkeit eines zu Unrecht Gefan-
Herr Gebete hört und erhört.
genen erfahren hast oder noch nie
bei einem politischen Verhör gefoltert Wenn Du diese Zeilen lesen kannst, bist Du
worden bist, dann bist Du besser dran mehr gesegnet als beinahe zwei Milliar-
als 500 Millionen Menschen in diesem den Menschen, die nicht einmal lesen
Moment. und schreiben können.
Wenn Du eine Bibel besitzt, bist Du außer- Warum bist Du dann oft unzufrieden?
gewöhnlich gesegnet. Der dritte Teil der Du hast Grund dankbar zu sein.
Welt hat keinen Zugang zu Gottes Wort.
Wenn Du Gottesdienste besuchen kannst
ohne die ständige Angst vor einem
Überfall, wenn Du ruhig Gottes Wort „Preise den HERRN,
hören kannst ohne die Gefahr, festge- meine Seele, und
nommen und abgeführt zu werden und
vielleicht Marter und Tod zu erwarten, vergiss nicht alle
kannst Du etwas genießen, was Millio- seine Wohltaten!“.
nen Menschen dieser Erde gern ein ein-
(Ps 103,2)
ziges Mal erleben würden.
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Männer Gottes in
der Warteschleife

G eduld gehört für viele Menschen


sicher nicht zu den natürlichen Stärken.
Gerade als Jüngere fühlt man sich biswei-
len regelrecht ausgebremst und neigt dann
zur Ungeduld, besonders dann, wenn
wir gerne etwas für unseren Herrn und
Heiland tun möchten, aber aus irgend-
welchen Gründen daran gehindert oder
aufgehalten werden.

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Männer Gottes in der Warteschleife

Christen befinden sich in guter Gesellschaft, fand Gnade in seinen Augen und diente
wenn Gott ihnen Wartezeiten „schickt“. ihm; und er bestellte ihn über sein Haus, und
Gottes Wort stellt uns eine Reihe bedeut- alles, was er hatte, gab er in seine Hand“ (1.
samer Männer vor, die in ihrem Leben Mo 39,3.4). Diese Verse zeigen uns, dass in
Wartezeiten bewältigen mussten. Gott Josephs Verhalten und der Art und Weise,
benutzte diese Wartezeiten, um diese wie er seine Arbeit erledigte, sichtbar wurde,
Männer in besonderer Weise zum Dienst für wem er vor allem diente – Gott.
Ihn zuzubereiten. Was Gott diese Männer
lernen ließ, ist auch für uns heute beach- Daran änderte sich auch nichts, als er
tenswert. ungerechterweise ins Gefängnis geworfen
wurde, weil er sich weigerte, sich auf eine
verheiratete Frau einzulassen und diese,
Sich im Glauben bewähren die Frau Potiphars, ihn dafür verleumdete.
Joseph ist seinem Vater Jakob gehor- Auch der Gefängnisvorsteher erkannte
sam und teilt seine Empfindungen über schnell, dass Gott mit Joseph war und ihm
den Ungehorsam seiner anderen Söhne. zur Seite stand, weil er Ihm vertraute. Und
Darum wird er von ihm geliebt und von auch für den Pharao war das direkt sicht-
seinen Brüdern gehasst. Obwohl Joseph bar: „Werden wir einen finden wie diesen,
diesen Hass kennt, erfüllt er gehorsam und einen Mann, in dem der Geist Gottes ist?“
bereitwillig den Auftrag Jakobs, sich nach (1. Mo 41, 38), fragte er, als Joseph ihm
dem Wohlergehen seiner Brüder zu erkun- nicht nur seine Träume deutete, sondern
digen, als diese weit weg von zu Hause die auch einen weisen Ratschlag gab, wie der
Herden ihres Vaters hüten. Als die Brüder bevorstehenden Hungersnot begegnet
den gehassten Joseph kommen sehen, wit- werden könne. So bereitete Gott ihn für
tern sie sofort ihre Chance. Statt ihn zu töten, seine große Aufgabe zu, der Retter der
was zunächst ihre Absicht war, verkaufen Welt und der Erhalter der Kinder Jakobs zu
sie ihn als Sklaven nach Ägypten. So werden.
kommt Joseph als junger Mann
in das Haus Potiphars, eines Die Notwendigkeit, dass sich Diener Gottes
der höchstgestellten Männer in ihrem Glaubensleben bewähren müssen,
Ägyptens. Aber auch weit findet sich auch im ersten Brief des Apostels
weg von zu Hause, recht- Paulus an Timotheus: „Lass diese aber auch
los in einer feindlichen zuerst erprobt werden, dann lass sie dienen,
Umgebung, verhält Joseph wenn sie untadelig sind“ (1. Tim 3,10).
sich nicht anders als in der
Gegenwart seines Vaters. Ist die Bewährung unseres Glaubens schon
Treu und redlich erfüllt er für andere sichtbar geworden? Es geht
seine Aufgaben. nicht darum, etwas bewusst zu demonstrie-
„Und sein Herr sah, dass ren. Die Bewährung ist von sich aus nicht
der Herr mit ihm war und stumm. Übrigens, sie hört nie auf, solange
dass der Herr alles, was er wir auf dieser Erde leben.
tat, in seiner Hand gelin-
gen ließ. Und Joseph
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Unsere Fähigkeiten in Gottes warten. Dort bei den Schafherden Jethros
Hand legen formt Gott ihn so, dass Mose später der
Mose hatte am Königshof des Pharao eine sanftmütigste Mann auf der Erde genannt
Ausbildung durchlaufen, die ihm den Weg wird.
zu einer blendenden Karriere eröffnete.
Er war „mächtig in seinen Worten und Als Gott ihn dann schließlich nach Ägypten
Werken“, wie es in Apostelgeschichte 7 sendet, um sein irdisches Volk Israel aus
heißt. Doch Mose wollte seine hervorra- der Gefangenschaft in das von Gott ver-
genden Fähigkeiten nicht in einer weltli- heißene Land zu führen, knüpft er durch-
chen Karriere vergeuden, sondern lieber aus an Fähigkeiten an, die Mose sich am
seinem Gott dienen. Im Alter von vierzig Königshof erworben hatte. Denn diploma-
Jahren hielt er die Zeit für gekommen, für tisches Geschick und Führungsqualitäten
Gottes Volk wirken zu sollen. Doch Mose waren sicher von Nöten, um dieses große
fiel in Sünde, weil er in eigener Kraft han- Volk zu leiten. Aber Mose hatte gelernt,
delte und einen Ägypter erschlug. seine Fähigkeiten in Abhängigkeit von Gott
Gott nimmt ihn für weitere vierzig Jahre einzusetzen.
Und wie nutzen wir unsere
Fähigkeiten? Lasst sie uns
nicht in eigener Kraft einset-
zen, sondern in Gottes Hand
legen.

In Schwierigkeiten
aushalten
Es gibt wohl kaum eine Station
während der Missionsreisen
des Apostels Paulus, an der
es nicht über kurz oder lang
offene Anfeindungen derer
gab, die das Evangelium der
Gnade Gottes, das Paulus
ihnen verkündigte, ablehnten.
Immer wieder kam es dabei
zu regelrechten Tumulten. In
in die Schule. Statt der bei den Menschen Lystra wurde Paulus gesteinigt, in Philippi
hoch angesehenen Arbeit im prunkvollen in den Kerker geworfen. Und gerade dort
Königspalast wird Mose nun die Schafe im Kerker in Philippi sehen wir deutlich,
seines Schwiegervaters Jethro weiden. dass selbst der große Apostel Paulus unter
Hier achtet kein Mensch besonders auf ihn. diesen Anfeindungen litt. Warum wurden
Aber in der Stille kann Gott ihm eine wich- sie zur Untätigkeit gezwungen, statt ihren
tige Lektion vermitteln. Mose lernt, Geduld Dienst zu erfüllen? Hatte nicht Gott selbst
zu haben, nachsichtig zu sein, auf Gott zu sie nach Europa gesandt, um dort von

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Männer Gottes in der Warteschleife

ihm zu zeugen? Und nun saßen sie im Jesus in Bethlehem geboren wurde und
Gefängnis! Paulus und Silas brauchten eine als Mensch auf die Erde kam, lebte dort
Zeitlang, bis sie diese Schwierigkeiten aus ein Mann mit Namen Simeon, ein gerech-
Gottes Hand annehmen konnten. ter und gottesfürchtiger Mann, der auf den
Trost Israels wartete. Gott hatte ihm durch
„Um Mitternacht aber beteten Paulus und den Heiligen Geist mitgeteilt, dass er nicht
Silas und lobsangen Gott“ (Apg 16,25). eher sterben werde, bevor er „den Christus
Dort im finsteren Kerker verwirklichten des Herrn gesehen habe“ (Lk 2,26).
Paulus und Silas, wozu wir im Jakobusbrief
aufgefordert werden: Wir können uns gut
„Leidet jemand unter vorstellen, wie dieser
euch Trübsal? Er bete. Mann Tag für Tag in
Ist jemand guten Mutes? den Tempel ging und
Er singe Psalmen“ (Jak auf dieses wunder-
5,13). Es wird uns nicht bare Ereignis wartete.
mitgeteilt, wie lange die Ob er gespürt hat, wie
Zeitspanne zwischen er dabei immer älter
der Gefangennahme wurde und dem Tod
und Mitternacht dau- immer näher kam?
erte, aber es darf uns Gottes Wort berichtet
Mut machen, dass nichts davon. Was uns
Paulus und Silas in der berichtet wird, ist die
Schwierigkeit aushielten Freude Simeons, als
und auf Gott vertrau- es endlich soweit war:
ten. Blick in eine ehemalige Zelle im „Da nahm auch er es
Stadtturm von Baden, der bis 1985 als [das neugeborene Kind
Gefängnis genutzt wurde.
Wir wissen nicht, wann Jesus] auf die Arme und
uns welche Schwierigkeiten in unsrem lobte Gott und sprach: Nun, Herr, entlässt
Dienst für den Herrn begegnen, aber du deinen Knecht, nach deinem Wort, in
wir müssen davon ausgehen, dass es Frieden; denn meine Augen haben dein
Schwierigkeiten geben wird. Bitten wir Heil gesehen“ (Lk 2,28–30). Bis ins hohe
den Herrn, dass Er uns dann in seiner Alter harrte Simeon aus, um dann, als es
Gnade zu Hilfe kommt, damit wir in den galt, nur dieses eine Mal in die Öffentlichkeit
Schwierigkeiten nicht unser Vertrauen auf zu treten und den Dienst zu erfüllen, den
den Herrn verlieren. Gott für ihn vorgesehen hatte – vor den
Menschen auszusprechen, was das für ein
besonderes Kind war, das da von seinen
Die Geduld nicht verlieren Eltern vor Gott gebracht wurde, und die
Für Paulus und Silas dauerte die Gnade Gottes zu rühmen.
Wartezeit im Kerker von Philippi nicht
einmal eine ganze Nacht, bis Gott sie als Vielleicht hat Gott nur diesen einen Auftrag
Werkzeug zur Bekehrung des Kerkermeisters für uns, einmal wie Simeon seine Gnade
und seiner Familie nutzte. Als der Herr laut in der Öffentlichkeit zu rühmen. Haben
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Männer Gottes in der Warteschleife

wir dann während der Zeit des Wartens die diesen Männern auf eine Stufe stellen.
Geduld verloren, oder sind wir bereit, wenn Doch ihr Beispiel darf uns anspornen, in
Gott uns ruft? den Wartezeiten, die der Herr uns biswei-
len auferlegt, auszuharren und nicht die
Es gibt sicher noch viele weitere Beispiele Geduld zu verlieren. Egal, ob es eine Nacht
von Männern und Frauen Gottes, die dauert wie bei Paulus, vierzig Jahre wie bei
Wartezeiten in ihrem Leben und Dienst für Mose oder fast ein ganzes Menschenleben
Gott zu bewältigen hatten. Und ganz sicher wie bei Simeon.
gilt es noch weitere als die hier geschil-
derten Lektionen zu lernen, um brauch- Stefan Busch
bare Werkzeuge in der Hand des Herrn
zu werden. Auch wollen wir uns nicht mit

Du aber hast genau erkannt


meine Lehre, mein Betragen,
meinen Vorsatz, meinen Glauben,
meine Langmut, meine Liebe,
mein Ausharren.
2. Tim 3,10

... da ihr wisst, dass


die Bewährung eures
Glaubens Ausharren
bewirkt.
Jak 1,3

14

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Post von Euch

?
zusammenkommt, dann handelt es sich um
Matthäus 18,20: die Zusammenkünfte „als Versammlung“,
in denen in Übereinstimmung mit der

!
„Denn wo zwei oder drei versammelt sind offenbarten Wahrheit über Christus und
in meinem Namen, da bin ich in ihrer seine Versammlung (Gemeinde, Kirche)
Mitte.“ Verändert „zu meinem Namen hin“ zusammengekommen wird.
nicht den Sinn dieser Stelle? Was bedeutet
das genau? Ich dachte immer, dass sich das Die Verse in 1. Korinther 11, die unter
nur auf die Versammlung bezieht – und anderem die Kopfbedeckung behandeln,
deshalb ziehe ich mein Kopftuch in den sprechen nicht (jedenfalls nicht direkt) von
Versammlungsstunden auf. Kürzlich traf den Zusammenkünfte als Gläubige, weil
ich mich mit C. zum Gebet. Da hat sie die Frauen dort nach 1. Korinther 14,34
diesen Vers auf unser gemeinsames Gebet schweigen müssen, also nicht weissagen
bezogen. Aber kann das überhaupt auf das dürfen. Bedecken sollen sich die Frauen,
Gebet bezogen werden? Gebetsstunde wenn sie beten oder weissagen. Ich hatte
ist eigentlich nicht 1. Korinther 14. Durch vor einiger Zeit in FMN eine Frage zu
das Gebet bringen wir doch zum Beispiel diesem Thema beantwortet:

!
unsere Sorgen zu Gott – das ist doch kein „Eine andere Frage ist jedoch, ob sich die
Gottesdienst, oder? Sind wir dann „in Frauen ... bedecken sollen. Dieses Thema
seinem Namen“ aber nicht „zu seinem
Namen hin“ versammelt?

Antwort:
In Matthäus 18,20 geht es um solche, die
die direkte Absicht haben, zu Christus hin
versammelt zu sein. Das Wort, das hier
mit in oder zu übersetzt wird, gibt nicht
nur eine Richtung, sondern eine Absicht,
einen Beweggrund an. Wir dürfen uns also
nicht in erster Linie an der Übersetzung
festbeißen, sondern müssen den zentralen
Gedanken verstehen: Diejenigen, die sich
hier versammeln, haben das, was dieser
Name bedeutet – nämlich die Person des
Herrn Jesus selbst – zum Gegenstand, zum
Ziel ihrer Zusammenkunft. Sein Name ist der
zentrale Punkt ihres Zusammenkommens.
Nur Er ist der Mittelpunkt.
Der Zusammenhang der Verse zeigt, dass
es um „die Versammlung“ geht. Wenn
wir das auf die heutige Zeit übersetzen
wollen, in der leider nicht mehr die
ganze Versammlung an einem Ort
Folge mir nach
15

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wird nicht in konkretem Zusammenhang nicht hörbar beteiligen, so legen sie doch
mit den Versammlungsstunden behandelt. Wert darauf, dass gerade an diesem Ort die
Wir finden es in Verbindung mit der Herrlichkeit Gottes sichtbar wird, nicht aber
Weissagung und dem Gebet der Frau in die Herrlichkeit des Menschen. Sie bezeugt
1. Korinther 11,2–16. Diese Verse stellen durch die Kopfbedeckung, dass sie unter
gewissermaßen das Bindeglied zwischen der Autorität des Mannes steht (vgl. 1. Kor
der Belehrung über den Tisch des Herrn 11,7). So weist geistliche Einsicht auch
(Kapitel 10) und über das Mahl des Herrn ohne ein konkretes Gebot in die Gedanken
(Kapitel 11,17–34) dar. Etwas weiter Gottes über die Stellung von Mann und

!
gefasst sind diese Verse die Verbindung Frau diesen Weg.“
zwischen dem Haus Gottes (Kapitel 8– Zusammenfassend kann man sagen:
11,1) und dem Leib Christi (Kapitel 11,19– Wenn Ihr Euch zu zweit oder mit mehreren
14,40). Und inmitten dieser geistlichen trefft, um zu beten, wirst Du Dich nach
und erhabenen Themen führt der Apostel 1. Korinther 11 immer bedecken. Aber
Paulus die göttlichen Gedanken über die das ist kein Zusammenkommen als
Schöpfungsordnung von Mann und Frau Versammlung, worauf sich Matthäus 18,18–
ein – etwas, was ausschließlich unser 20 und 1. Korinther 14 (dort handelt es sich
Verhalten auf dieser Erde betrifft. um ein Zusammenkommen zur Erbauung)
Warum? Ein wichtiger Grund scheint beziehen.
darin zu liegen, dass auch in der heutigen
Gnadenzeit, in der geistlicherweise nicht
Jude noch Grieche ist, nicht Sklave noch
Freier, nicht Mann und Frau , „denn ihr alle
seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3,28) – Denn der Mann
also eigentlich keine Unterschiede existieren
– die Schöpfungsordnung mit ihren freilich soll nicht
Unterschieden zwischen Mann und Frau
aufrecht erhalten werden soll. Und zwar so
lange wir hier auf der Erde leben. Daher
das Haupt bedecken,
soll sich die Frau auf jeden Fall bedecken,
wenn sie im Beisein von anderen hörbar da er Gottes Bild
geistlich aktiv wird (Weissagen, Beten).
Nun beten Frauen nicht hörbar in den
Zusammenkünften; sie weissagen dort auch
und Herrlichkeit ist;
nicht, wie wir aus 1. Korinther 14 lernen.
Sollen sie sich dann dort nicht bedecken? die Frau aber ist des
Es scheint geistlich und im Sinne der
Belehrungen der Schrift zu sein, wenn sich Mannes
die Schwestern an dem Ort bedecken, an
dem wir uns mit den höchsten geistlichen
Dingen beschäftigen und uns bewusst in
Herrlichkeit.
der Gegenwart Gottes/des Herrn Jesus 1. Kor 11,7
befinden. Denn wenn sich Frauen auch

16

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Post von Euch

?
ein anderes Leben führen als diese
Männer und Frauen.
Was kann man aus den letzten
Kapiteln Daniels mitnehmen? g) Wir lernen: Was auch immer für
Katastrophen existieren mögen – Gott
hat die Dinge absolut in seiner Hand.
Ihm entgleitet nie etwas – auch nicht in
unserem Leben, selbst wenn wir einmal
Antwort: persönlich schwer geprüft werden.

!
Das ist eine Frage, die an und für sich nicht h) Wir lernen, welchen Stellenwert Israel
in zwei Sätzen zu beantworten ist: in den Augen Gottes einnimmt.
a) Daniel 11 und 12 sind Gottes Wort. i) Wir lernen etwas über die erstaunliche
Gott ist es wichtig, uns diese Punkte und für uns geheimnisvolle Engelwelt
mitzugeben. Auch wenn wir nicht – über ihre Fürstentümer (Michael).
alles verstehen, redet Gott zu uns ganz
j) Schon in diesem Kapitel wird uns
konkret durch diese Kapitel.
etwas von der Auferstehung berichtet
b) Ein großer Teil von Kapitel 11 (bis Vers – ein Thema, mit dem bis heute
35) hat sich buchstäblich erfüllt. So viele Menschen und auch christliche
schenkt uns Gott dieses Kapitel, um Theologen ihre Mühe haben.
uns auch Sicherheit zu geben, dass sich
k) Wir werden dankbar, dass für uns diese
alle anderen Prophezeiungen erfüllen
Dinge im Gegensatz zu Daniel nicht
werden.
versiegelt sind (vgl. Dan 12,4).
c) Die weiteren Verse (bis Kapitel
l) Wir lernen, dass Gott immer einen
12,13) sind dann auch noch für uns
besonderen Segen für diejenigen hat,
Prophetie. Es geht um die Drangsal
die sich in Zeiten des allgemeinen
und den verwüstenden Gräuel, um
Verfalls auf seine Seite stellen (12,13).
den Antichristen – von alledem hat
auch unser Herr gesprochen. Und m) Wir erkennen auch, dass der Herr
das, was Er sagt, interessiert uns doch damals „Verständige“ (11,33) hatte,
brennend! welche diejenigen im Volk, die sich
belehren lassen wollten, unterwiesen.
d) In diesem Kapitel lernen wir, wie Politik
Und dann denken wir an die Maskil-
funktioniert und was für ein schmutziges
Psalmen, die für uns sehr nützliche
Geschäft Politiker bis heute betreiben
Unterweisungen enthalten.
– denn dies hat sich nicht geändert.
Das sind nur ein paar Hinweise, warum
e) Wenn man die Schlechtigkeit der
ich das Buch Daniel überhaupt und diese
Menschen sieht, dann sehnt man sich
Kapitel wirklich gerne lese und zur Lektüre
umso mehr nach dem Wiederkommen
empfehle!
des Herrn Jesus.
f) Wenn man diese Kapitel mit den Augen
des Herrn liest, führt das Lesen zu einer
Abscheu vor der Sünde – man möchte Manuel Seibel
Folge mir nach
17

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Folge mir nach


19

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B ibelstudium
Die Lästerung des
Heiligen Geistes

W as ist mit der Lästerung des Heiligen Geistes gemeint, die drei-
mal im Neuen Testament genannt wird? Warum kann diese Sünde
nicht vergeben werden? Können auch Gläubige den Geist lästern?
Solche und ähnliche Fragen beschäftigen und beunruhigen manche
Christen. Darum ist es gut und wichtig, sich mit diesem Thema aus-
einander zu setzen.

Die Lästerung des Heiligen Geistes wird an drei Stellen in der Bibel
erwähnt: Matthäus 12,31.32; Markus 3,28.29; Lukas 12,10. Ich zitiere
nachfolgend die Stelle aus dem Matthäusevangelium, weil sie die umfas-
sendste ist:
„Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen
vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen
nicht vergeben werden. Und wer irgend ein Wort redet gegen den Sohn
des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber irgend gegen den
Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden – weder in diesem
Zeitalter noch in dem zukünftigen“ (Mt 12,31.32).

Worin besteht die Lästerung des Geistes?


Um diese Worte des Herrn Jesus gut zu verstehen, müssen wir beachten,
vor welchem Hintergrund sie gesprochen wurden. In Matthäus 12 wird
in den Versen davor beschrieben, wie Jesus Christus einen Menschen
heilte, der aufgrund dämonischer Besessenheit blind und stumm gewe-
sen war (V. 22). Das Wunder war sehr eindrücklich, so dass sich die
Volksmengen erstaunt fragten, ob Jesus nicht der Sohn Davids, der ver-
heißene Messias, sei (V. 23). Das ärgerte die Pharisäer gewaltig. Sie, die
beschlossen hatten, Jesus umzubringen (V. 14), sahen ihr Ansehen beim
Volk schwinden. Sie konnten nicht leugnen, dass ein Wunder gesche-
hen war, und so schrieben sie es kurzerhand der Kraft des Teufels zu
und behaupteten: „Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch
den Beelzebul, den Fürsten der Dämonen“ (V. 24).
Schon einmal hatten sie in dieser Weise gelästert (Mt 9,34). Der Herr war
jedoch nicht darauf eingegangen; jetzt aber zerbrach er ihre krumme
und boshafte Logik wie ein Streichholz:

20

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Bibelstudium

• Vers 25.26: Wenn Dämonen durch die Kraft Satans ausgetrie-


ben werden, dann kämpft Satan gegen sich selbst. Und das ist
undenkbar. Sollte er denn mit der linken Hand einen Dämon in den
Menschen senden und ihn mit der rechten wieder entfernen? Sein
Reich würde rasch untergehen.
• Vers 27: Wenn Jesus Dämonen in der Kraft des Teufels aus-
getrieben hätte, dann müsste dieser generell der Urheber von
Dämonenaustreibungen sein – also auch dann, wenn die „Söhne“
der Pharisäer eine solche Tat vollbrachten. Da sie das jedoch ver-
neinen würden, haben sie sich offenbar in einen Widerspruch ver-
strickt.
• Vers 28–30: Eine teuflische Kraft kann bei der Dämonenaustreibung
aus diesen Gründen nicht im Spiel sein (eine menschliche natürlich
auch nicht, denn der Mensch ist solchen Mächten nicht gewachsen).
Es gibt daher nur eine Schlussfolgerung: Der Herr trieb die Dämonen
in der Kraft des Geistes Gottes aus. Er erwies sich dadurch als stär-
ker als der Teufel.
Das offenkundige Wirken des Geistes Gottes bewusst dem Fürsten
der Dämonen, dem Teufel, zuzuschreiben – das ist die Lästerung des
Geistes. Redet jemand in dieser Weise gegen den Geist, so hat er „keine
Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig“ (Markus
3,29). Wer sich einer derartigen Ungeheuerlichkeit schuldig macht,
überschreitet eine göttliche gezogene Grenze und stellt sich für immer
außerhalb der Gnade Gottes. Erschütternd ernste Tatsache!

Bange Fragen
Diese Worte des Herrn haben bei manchen bange Fragen ausgelöst:
„Was ist, wenn ich den Geist gelästert habe? Habe ich eine Sünde
begangen, die nie vergeben werden kann? Gehe ich doch noch verlo-
ren? Bin ich vielleicht überhaupt nicht bekehrt?“
In diesem Artikel soll nun dargelegt werden, dass niemand in Angst
leben muss, den Geist gelästert zu haben. Die Worte des Herrn über
die Lästerung des Geistes tasten keineswegs die Heilssicherheit und
Heilsgewissheit eines Christen an. Und sie sind natürlich auch nicht dazu
da, heilsverlangende Seelen vor dem entscheidenden Schritt zurückzu-
halten!

Es geht um Lästerung
Es ist auffällig, dass in diesem Zusammenhang oft von der „Sünde gegen
den Heiligen Geist“ gesprochen wird. Das aber hat der Herr Jesus nicht
gesagt und nicht gemeint; Er sprach ausdrücklich davon, dass der
Heilige Geist gelästert wird.
Das ist ein wichtiger Unterschied. „Sünde gegen den Heiligen Geist“ ist
eine allgemeine Formulierung, die man mit jeder Sünde verbinden könnte.
Als Ananias heuchelte, sprach Petrus davon, dass er den Heiligen Geist
Folge mir nach
21

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belogen habe (Apg 5,1–3). Er hatte gegen den Heiligen Geist gesündigt,
und es war sogar eine Sünde zum Tod1 – aber mit der Lästerung des
Geistes hat das nichts zu tun. Ausschließlich die Lästerung des Geistes
ist eine Sünde, die nicht vergeben wird. Jede andere Sünde und jede
Lästerung kann den Menschen vergeben werden (Mt 12,31).
Wichtig ist noch zu vermerken, dass die Lästerung etwas ist, das aus-
gesprochen wird. Denn Christen, die meinen, den Geist gelästert zu
haben, sprechen vielfach von unerwünschten Gedanken, die einem
furchtsamen Herzen entspringen und/oder Folge eines feurigen Pfeil
des Bösen sind (vgl. Eph 6,16). Bei der Lästerung des Geistes handelt
es sich aber nicht um Gedanken, sondern um Worte, wie es die Schrift
deutlich zeigt (Mk 3,30).

Es geht um verstockte Herzen


Christen, die befürchten, sie könnten den Geist gelästert haben, wün-
schen sich die Gewissheit der Vergebung und möchten mit dem Herrn
Jesus die Ewigkeit verbringen. Sie lehnen es ab, dass göttliches Wirken
verunglimpft wird. Das alles beweist deutlich, dass sie neues Leben aus
Gott haben. Sonst wären ihnen solche Empfindungen und Gedanken
völlig fremd. Sie befinden sich ganz offenbar nicht in dem Zustand der
Verhärtung, wie die Pharisäer, die den Geist gelästert haben.
Die Pharisäer waren keine zweifelnden und ängstlichen Seelen, die
befürchteten, verloren zu gehen, sondern Ungläubige. Was sie redeten,
entsprang einer kühl berechnenden Überlegung. Als sie merkten, dass
die Volksmenge erstaunt war über das Wunder des Herrn Jesus, sagten
sie, ohne mit der Wimper zu zucken: „Er hat den Beelzebul; und: Durch
den Fürsten der Dämonen treibt er die Dämonen aus“ (Mk 3,22). Diese
Aussage erschien ihnen am meisten geeignet, ihren Einfluss über das
Volk zu wahren und das Wunder Jesu zu verleumden. In ihren bösen
und verhärteten Herzen war kein Wunsch nach Vergebung und kein
Verlangen nach Gottes Herrlichkeit. Sie hassten den Herrn Jesus und
verschlossen ihre Herzen willentlich und wissentlich vor dem Wirken
Gottes.

Es geht um offenkundige Zeichen


Die Pharisäer schrieben ein augenscheinliches Zeichen, das in der Kraft
des Geistes Gottes gewirkt wurde, teuflischer Macht zu. Da wir in einer
Zeit leben, in der sich die Macht des Geistes nicht in derartigen Zeichen
offenbart, ist es nicht möglich, dass heute jemand den Geist Gottes in
dieser schrecklichen Form lästert.
Wir müssen ferner bedenken, dass die Schrift die Lästerung des Geistes

1
Die „Sünde zum Tod“ wurde in FMN 08/2002 (Seite 19 ff.) behandelt. Johannes spricht
von ihr in 1. Johannes 5,16.17 – es geht um den leiblichen Tod eines Gläubigen nach
einer Sünde, die in Gottes Augen so gravierend ist, dass er einen solchen Christen nicht
mehr als Zeugen auf der Erde benutzen kann.

22

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Bibelstudium

direkt mit der Person des Herrn Jesus verknüpft. Das sollte uns zumin-
dest vorsichtig machen, in anderen Fällen von dieser Lästerung zu spre-
chen. Allerdings ist es richtig, aus Stellen im Lukasevangelium zu folgern,
dass die Lästerung des Geistes auch in Verbindung mit den Aposteln
möglich war. Denn es ist auffällig, dass Lukas die Warnung, dass es
sich um eine Sünde handelt, die nicht vergeben werden kann, nicht nur
auf die Lästerung in der direkten Gegenwart des Herrn bezieht, son-
dern auch mit Belehrungen des Herrn für die Zeit seiner Abwesenheit
verbindet (siehe Lk 11,15–23 und Lk 12,8–10). Zusätzlich muss man
berücksichtigen, dass auch die Apostel Zeichen und Wunder gewirkt
haben, die es heute nicht mehr gibt. Wir können daher nicht einfach die
Lästerung des Geistes in unsere Zeit übertragen.

Es geht um das Zeitalter


Es ist höchst bemerkenswert, dass der Herr Jesus die Sünde, die
nicht vergeben werden kann, im Matthäusevangelium auf zwei Zeitalter
bezog: „Wer aber irgend gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht
vergeben werden – weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen“
(Mt 12,32).
zukünftiges
Der Sohn Gottes sprach nicht davon, dass derjenige, der in dem dama-
ligen Zeitalter diese Sünde tat, auch im zukünftigen Zeitalter keine oder
Vergebung bekommen würde. Es geht vielmehr um die Frage, in wel-
chem Zeitalter die Sünde, die Lästerung begangen wird. Wer in dem
Zeitalter, in dem der Herr Jesus lebte, gegen den Geist redete und wer
kommendes
das in dem „zukünftigen Zeitalter“ tun würde – der ist von der Vergebung
ausgeschlossen. Zeitalter?
Ein Zeitalter ist eine heilsgeschichtliche Epoche, die durch bestimmte
Merkmale des Handelns Gottes mit den Menschen gekennzeichnet ist.
Als Christus auf der Erde lebte, war Israel das anerkannte Volk Gottes.
Aber Israel ist verworfen worden und dieses „Zeitalter“ kam zu seinem
Ende (vgl. Röm 11,15). Bleibt zu klären, was mit dem „zukünftigen
Zeitalter“ gemeint ist. Ist das unsere gegenwärtige Epoche? Nein. Mit
dem Ausdruck „zukünftigen oder kommenden Zeitalter“ wird in der
Schrift nie die „Gnadenzeit“ bezeichnet. Gemeint ist damit die Zeit, wenn
Gott sich in seinem direkten Handeln mit dieser Erde wieder seinem irdi-
schen Volk Israel zuwenden und die Segnungen des Tausendjährigen
Reiches herbeiführen wird (vgl. Mk 10,30).
Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass es zur Zeit der Apostel die
Lästerung des Geistes geben konnte, wie ich das vorher schon ange-
deutet habe. Denn wir müssen bedenken, dass die ersten Jahrzehnte
des Christentums eine Übergangszeit bildeten. Gott beschäftigte sich
noch mit den Juden und bot seinem Volk Vergebung an (Apg 5,31).
Die Verkündigung der Apostel an die Juden wurde, wie die Botschaft
des Herrn, von Wundern und Zeichen begleitet (Apg 2,22; Apg 2,43;
Heb 2,3.4). So erlebten die Hebräer in ihrer Mitte die „Wunderwerke des
Folge mir nach
23

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damit zukünftigen Zeitalters“ (Heb 6,5). Sie sahen die Macht Gottes, die einst
völlig entfaltet werden wird, wenn Christus in Herrlichkeit erscheint.
Als der Apostel Petrus einen gelähmten Mann geheilt hatte, sagte er zu

jeder,
dem Volk: „Durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen,
den ihr seht und kennt, stark gemacht … So tut nun Buße und bekehrt
euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung
kommen von dem Angesicht des Herrn und er euch den zuvor bestimm-
der ten Christus Jesus sende“ (Apg 3,16.18–20). Die Obersten des Volkes
gaben zu, dass ein offenkundiges Zeichen geschehen war, dennoch
geboten sie den Jüngern, nicht mehr in dem Namen Jesu zu reden (Apg

an 4,16.17). Stephanus, der Wunder und große Zeichen unter dem Volk
wirkte, wurde von ihnen gesteinigt (Apg 6,8; 7,59). Energisch stritten
sie gegen den Heiligen Geist – und Gott wandte sich völlig von ihnen

ihn
ab. Das tat sich nach außen hin darin kund, dass im Jahr 70 n. Chr.
der Tempel in Jerusalem durch die Römer zerstört und die Juden in alle
Himmelsrichtungen zerstreut wurden. Zeichen und Wunder, die beson-
ders für die Juden waren (vgl. 1. Kor 1,22), hatten nun aufgehört. Und
glaubt, damit gab es auch keine Möglichkeit mehr, diese Sünde der Lästerung
des Geistes zu begehen, die nicht vergeben werden kann.
Der Zusammenhang in Matthäus 12 macht klar, dass der Herr bei der

nicht Lästerung des Geistes sein irdisches Volk im Blickfeld hatte. Es geht
in diesem Kapitel um das böse und ehebrecherische Geschlecht der
Juden (Vers 39.41.42). Sie, die den Geist Gottes mit dem Teufel gleich-

verloren gesetzt hatten und das auch noch tun werden – sie werden zur Beute
von bösen Geistern (Mt 12,43–45). Wir, die wir zu dem Volk gehören
dürfen, das Gott aus allen Nationen sammelt (Apg 15,14), sind damit
nicht gemeint.
gehe, Das Wichtigste in Kürze
Diese Ausführungen sollten keineswegs etwas von den Worten des

sondern Herrn Jesus wegnehmen. Seine Worte bleiben in ihrer Tragweite und
ihrer ganzen Kraft ewig stehen. Aber wir dürfen doch untersuchen, was
sie wirklich bedeuten und dankbar erkennen, dass die Furcht, den Geist

ewiges
gelästert zu haben, unbegründet ist. Denn:
• Wer sich mit dieser Frage quält und nach Gewissheit des Glaubens
hungert, beweist einen Zustand des Herzens, den ein verhärteter

Leben
Lästerer niemals hat.
• Es gibt heute nicht die Möglichkeit, den Geist zu lästern, da Gott
in dieser Zeit des christlichen Niedergangs keine Zeichen mehr
bewirkt.
habe. • Die Lästerung des Geistes steht in Verbindung mit Israel.
• In dem Zeitalter der Gnade wird jedem Sünder seine Schuld verge-
ben, der sie in Buße und Glauben aufrichtig vor Gott bekennt.

Joh 3,16 Gerrid Setzer

24

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Haushaltungen III

Haushaltungen III –
Ein Gott, zwei Programme

D er unvoreingenommene Bibelleser
merkt schnell, dass Gott mit der Versamm-
lung (Gemeinde, Kirche) ein ganz beson-
deres Programm (oder einen speziellen
Plan) verfolgt. Für das Volk Israel hat Gott
auch einen Plan, aber einen ganz anderen.
Zum Verständnis vieler Teile der Bibel ist es
wichtig, das zu erkennen. Nur wenn man
bestimmten Wörtern immer neue Bedeu-
tungen gibt, bis alle Unterscheidungen
zwischen diesen beiden Teilen des Heils-
plans Gottes vollkommen verwischt sind,
wird man die Versammlung zum geistlichen
Israel machen oder sogar die Versammlung
und Israel gleichsetzen. Das hatten wir im
vorigen Artikel1 gesehen.

1
„Haushaltungen Teil 2, Folge Mir Nach [2/2007].

Folge mir nach


25

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Ein Experiment es das Land – es wurde in fremde Länder
Vielleicht kann folgendes Gedanken- in Gefangenschaft weggeführt - und sogar
experiment helfen: Stell Dir einmal vor, Du seine Beziehung zu Gott verlor. Nun han-
würdest die Bibel unvoreingenommen von delt es sich nicht mehr um „Gottes Volk“,
Anfang bis Ende durchlesen. Was würdest sondern um „Lo-Ammi“, d.h. „Nicht mein
Du entdecken? Volk“ (Hos 1,9). Nur eine kleine Minderheit
aus Juda gelangt zurück in das Land
Schon im ersten Buch Mose würdest Du Israel.
feststellen, dass Gott einen Menschen,
nämlich Abraham, berief. Er versprach Nun kommst Du zum Neuen Testament.
ihm eine große Nachkommenschaft und Was lernst Du dort? Gott sendet nun seinen
ein gutes Land, das seine Nachkommen Sohn, den verheißenen Messias, aber Er
besitzen sollten. Du liest weiter und merkst, wird verworfen (Joh. 1,11). Er stirbt am
dass Abrahams Enkel Jakob von Gott Kreuz, wird nach drei Tagen auferweckt
„Israel“ genannt wurde und dass sich und fährt auf zum Himmel. Und nun?
seine Nachkommen zunächst in Ägypten
niederließen, wo sie zu einem großen Plötzlich lernst Du (in der Apostelgeschichte),
Volk wurden, nämlich „Israel“. Im näch- dass es eine zweite Gruppe gibt, die Gott
sten Buch (2. Mose) lernst Du dann, dass sehr wichtig ist, nämlich die Versammlung
Gott dieses Volk aus Ägypten heraus- (Gemeinde, Kirche). Ihre Gründung war
führte, in der Wüste einen Bund mit dem so etwas Besonderes, dass Gott sie mit
Volk schloss: Israel sollte das Land Kanaan Wundern begleitete (Apg 2). Zuerst wurde
bekommen – aber der Besitz dieses Landes sie aus gläubigen Juden in Jerusalem gebil-
war an Bedingungen geknüpft. Schließlich det, aber später wurden auch Menschen
kommt das Volk Israel dann in das verspro- aus anderen Völkern hinzugefügt (zum
chene Land Kanaan (Buch Josua). Beispiel Kornelius, Apg 10). Christus selbst
hatte es ja schon angekündigt, dass Er diese
Die weiteren geschichtlichen Bücher des Versammlung bauen würde (Mt 16,18).
Alten Testamentes befassen sich weiter mit Nun fällt auf, dass es bei der Versammlung
diesem einen Volk (und erwähnen einige nicht auf natürliche Abstammung ankommt,
andere Völker, die mit ihm zu tun hatten). wie es bei Israel der Fall war. Sie wurde
Und die prophetischen Bücher? Beim vom Heiligen Geist gebildet, der aus dem
Weiterlesen merkst Du schnell, dass diese Himmel auf die Erde kam. Und nur wer
sich auch zum allergrößten Teil mit einem glaubte, wurde der Versammlung hinzuge-
einzigen Volk befassen, nämlich Israel bzw. fügt (vgl. Apg 11,21).
seinen beiden Teilen: Juda (2-Stämmereich)
und Israel (10-Stämmereich). Einerseits ver- Vermutlich ist Dir dabei die Frage gar nicht
heißen die Propheten diesem Volk Gericht, gekommen, ob diese Versammlung etwa
Krieg, Drangsal und Zerstreuung über die dasselbe sein könnte wie Israel. Falls doch,
ganze Erde. Andererseits kündigen sie an, so lernst Du dann in den Briefen, dass es
dass ein Nachkomme Davids einmal dieses sich bei dem Thema „Christus und seine
Volk retten und darüber herrschen wird. Versammlung“ um ein Geheimnis handelt,
dass in der Zeit vor dem Apostel Paulus
Schließlich liest Du, dass Israel in solch noch nicht „gelüftet“ worden (Eph 3,5)
schlimmer Weise gegen Gott sündigte, dass und das in der Zeit des Alten Testamentes

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Haushaltungen III

verborgen war, ja nicht einmal versteckt die Versammlung zwar etwas gemeinsam
angedeutet in den Propheten, sondern haben (beide sind Gruppen von Menschen
„verborgen in Gott“ (Eph 3,9). und beide stehen in einer besonderen
Beziehung zu Gott), aber dass es viel mehr
Mehr Kontrast als Parallele ... Unterschiede gibt. Ein Blick auf die fol-
So lernt der (unvoreingenommene) gende Tabelle bestätigt das.
Bibelleser recht schnell, dass Israel und

Israel Versammlung
Ursprung Irdisch Himmlisch (Apg.2)
Zugehörigkeit Durch natürliche Abstammung Durch Glauben
... wohnt in ihr und in jedem
Heiliger Geist ... kam auf einzelne Personen
Gläubigen: 1. Kor. 3,16 und 6,19)
Unterscheidung zwischen Juden
Nationalität Von großer Bedeutung
und Heiden entfällt
Grundlage von Israels Beziehung zu Kein Bund wurde oder wird mit der
Bündnisse
Gott (Röm 9,4) Versammlung geschlossen
Basis des Segens Gehorsam2 Gnade
Charakter der • Materiell (überwiegend) • Geistlich
Segnungen • Irdisch (überwiegend) • Himmlisch
Drangsal, Verfolgung, Hass
Folge von Gehorsam
Segen, Ruhe, Frieden, Wohlstand (allerdings mit innerer geistlicher
und Treue
Freude)
1958 mal im AT (von 2003 mal in
Vorkommen im AT Nie (siehe Eph 3,5–10)
der Bibel)
„Nicht unter Gesetz“ (Röm 6,14
Gesetz unter Gesetz
und Gal 5,18)
Ein physisches Gebäude (Zelt der
Nicht mit Händen gemacht; freier
Heiligtum Zusammenkunft/Tempel), kein freier
Zutritt (Heb 10,19)
Zutritt
Geistliche Anbetung, geistliche
Schlachten von Tieren, verbrennen
Anbetung Schlachtopfer (1. Pet 2,5), Opfer
von Weihrauch
des Lobes (Heb 13,15)
Von Menschen genommen,
Gott und Mensch in einer Person,
Hoherpriester sterblich, mit Schwachheiten, kann
unsterblich, ohne Sünde (Heb 7)
sündigen
Ein legitimer Wunsch – Gericht über Ist Gott vorbehalten. „Liebt Eure
Rache an Feinden
die Feinde bedeutet Befreiung für Feinde, segnet die euch fluchen ...“
Gottes
Israel (vgl. Röm 12,21).
Hoffnung Erde Vaterhaus/Himmel
Beziehung zu
König, Bräutigam, Mann Herr/Haupt/Bräutigam
Christus
Einführung des Durch ein Evangelium der Gnade
Durch Macht und Gericht
Segens und dann durch die Entrückung
Ort der Gegenwart
Geographischer Ort Geistlicher Ort (Mt 18,20)
Gottes
Priester Besondere Klasse (Familie Aarons)
Alle Gläubigen (1. Pet 2,5)
– Keine – (wird weggenommen
Königreich, etabliert auf der Erde, in
Zukunft auf der Erde von der Erde). Aber: Herrschaft
Frieden als „Kopf“ der Nationen.
über die Erde (Off 5,10)
2
In der Zukunft wird Gott einen „neuen Bund“ mit Israel machen, der dann nur noch auf göttlicher Gnade beruht
(vgl. Jer 31,31), d.h. dieser Bund enthält nur noch Segnungen für Israel, keine Verplichtungen oder Bedingungen.
Folge mir nach
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Gegenargumente und dass seine Nachkommen – nämlich
Natürlich gibt es auch Bibelstellen, die, die auch glauben – gesegnet werden
die manchmal angeführt werden, um das würden. Nun stellt sich die Frage: mit
Gegenteil zu beweisen, nämlich dass die welchem Segen? Mit dem Land Kanaan?
Prophezeiungen, die Gott seinem Volk Natürlich nicht. Die Verheißung in diesem
Israel gab, sich schon erfüllt hätten, und Kapitel bezieht sich auf „den Nachkommen“
zwar in den geistlichen Segnungen, die (Einzahl, V. 16) Abrahams: auf Christus. In
die Versammlung heute besitzt. Dass diese Ihm und durch Ihn werden wir gesegnet.
„Beweise“ nicht haltbar sind, wollen wir Aber das bedeutet nicht, dass wir Israel die
jedenfalls andeutungsweise zeigen. buchstäblichen Segnungen wegnehmen,
oder dass unsere Segnungen diejenigen
1. Argument: Römer 4,11–17 Israels ersetzen! Erneut ist der Glaube das
Verbindungsglied zwischen Abraham und
„Darum ist es aus Glauben, damit es denen, „die aus Glauben sind“.
nach Gnade sei, damit die Verheißung
der ganzen Nachkommenschaft fest sei, 3. Argument: Galater 6,15.16
nicht allein dem vom Gesetz, sondern
auch dem vom Glauben Abrahams, der „Denn weder Beschneidung noch
unser aller Vater ist (wie geschrieben Vorhaut ist etwas, sondern eine neue
steht: ‚Ich habe dich zum Vater vieler Schöpfung. Und so viele nach dieser
Nationen gesetzt‘)“ (Verse 16.17) Richtschnur wandeln werden – Friede
über sie und Barmherzigkeit, und über
Dieser Abschnitt zeigt, dass Gläubige aus den Israel Gottes!“
den Nationen, also Nicht-Juden, Kinder
Abrahams sind. Warum? Weil sie Glauben Hier steht es doch nun ganz klar: die
haben, so wie Abraham damals. Dass Versammlung ist heute das „Israel Gottes“!
Abraham unser Vater ist, streiten wir auch Wirklich? Im Gegenteil! Es werden zwei
nicht ab. Aber wichtig ist, dass es hier um die Gruppen genannt:
Rechtfertigung und den Glauben geht, nicht a) die nach dieser Richtschnur wandeln,
um die Verheißung des Landes Israel. Weil und
uns der Glaube miteinander verbindet, heißt b) das Israel Gottes.
Abraham unser Vater. Nicht, weil uns die Bei der ersten Gruppe handelt es sich
irdischen Segnungen Israels etc. geschenkt um bekehrte Heiden (die jetzt zur
würden. Interessanterweise werden sogar Versammlung gehören), und bei der zwei-
die beiden Nachkommenschaften Abrahams ten Gruppe handelt es sich um bekehrte
in diesem Abschnitt ausdrücklich unter- Israeliten (die jetzt auch zur Versammlung
schieden: die „vom Gesetz“ und die „vom gehören). Diese bekehrten Israeliten, die in
Glauben“ (V.16). einer Glaubensbeziehung zu Gott stehen,
bilden nun das „Israel Gottes“ und stehen
2. Argument: Galater 3,7 in seiner besonderen Gunst – was im Blick
auf das natürliche Israel nie der Fall war.
„Erkennt also: Die aus Glauben sind,
diese sind Abrahams Söhne.“ Weitere Bestätigung
Vielleicht findet mancher diese Stellen
Hier geht es darum, dass Abraham glaubte schwierig. Zugegeben, das sind sie auch.

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Haushaltungen III

Aber es gibt darüber hinaus ganz klare und wie sie nie vorher da gewesen ist, in keiner
einfache Stellen, die uns auch zeigen, dass der anderen Haushaltungen (s. Teil 1).
Israel nicht die Segnungen verliert, und „Wirklich?“, wird mancher fragen, „was ist
dass die Versammlung nicht Israel ist: dann so speziell an der ’Haushaltung’ der
Versammlung?“ Sehr viel, ist die Antwort.
Paulus macht klar, dass Israel als Volk Wir können hier nur eine Kostprobe, einen
ganz besondere Verheißungen besitzt. Das ganz kurzen Überblick geben.
Evangelium, das er verkündigte, hob diese
keineswegs auf: 1. Ein klarer Neubeginn
Der Herr Jesus selbst kündigte die Gründung
„Israeliten, deren die Sohnschaft ist und der Versammlung an: „Auf diesen Felsen
die Herrlichkeit und die Bündnisse und werde ich meine Versammlung bauen“
die Gesetzgebung und der Dienst und die (Mt 16,18). Das lag zu dem Zeitpunkt, als
Verheißungen; deren die Väter sind, und der Herr Jesus sprach, also noch in der
aus denen, dem Fleische nach, der Christus Zukunft. Vor seiner Himmelfahrt sagte Er
ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in den Jüngern, dass es nur noch „wenige
Ewigkeit. Amen. Nicht aber, dass das Wort Tage“ waren, bis sie mit Heiligem Geist
Gottes hinfällig geworden wäre“ (Röm getauft werden würden (Apg 1,5). Durch
9,4–6) diese Taufe mit dem Heiligen Geist sollte
die Versammlung gegründet werden (1. Kor
Man beachte, dass die Versammlung schon 12,13; Eph 1,23). Und genau so geschah
bestand, als Paulus diese Verse schrieb. Er es wenige Tage später, also vor fast 2000
unterscheidet also weiterhin ganz klar das Jahren, und zwar am Pfingsttag (Apg 2,1).
Volk Israel von der Versammlung. Ganz klar
sieht man das auch in folgendem Vers: 2. Ohne Menschenhand ins Leben
gerufen
„Seid ohne Anstoß, sowohl Juden als Die Versammlung ist himmlisch. Sie ist nicht
Griechen als auch der Versammlung etwa eine Organisation, von Menschen
Gottes“ (1. Kor 10,32). gegründet. Sie hat einen himmlischen
Ursprung, denn sie ist durch den Heiligen
Es gibt also heute noch drei Gruppen Geist, der aus dem Himmel kam, gebildet
von Menschen: (unbekehrte) Juden, worden (1 Kor. 12:13).
(unbekehrte) Heiden, und solche, die zur
Versammlung gehören – also bekehrte 3. Eine göttliche Person wohnt auf
Leute, die vorher entweder Juden oder der Erde
Heiden waren. Die Versammlung wurde nicht nur durch
den Heiligen Geist gebildet, sondern
Er wohnt auch in ihr (Eph 2,22; 1. Kor
Segen im Übermaß 3,16). Sind wir uns bewusst, dass es so
Dass die Versammlung nicht dasselbe etwas noch nie zuvor gegeben hat? Im
ist wie Israel, haben wir nun gesehen. Aber Alten Testament konnte der Heilige Geist
das ist nicht einfach ein Dogma und auch nur vorübergehend „auf“ eine Person
nicht nur eine Tatsache. Es sollte uns von kommen, etwa um ihr zu erlauben, eine
Herzen dankbar machen. Warum? Die Zeit Prophezeiung auszusprechen. Als der Herr
der Versammlung ist eine Zeit des Segens, Jesus kam, blieb der Heilige Geist auf Ihm

Folge mir nach


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(Joh 1,32.33). Das war möglich, weil Er am Christentum ist, dass Christus nicht
sündlos war. Aber dass der Heilige Geist im Grab blieb, sondern auferstand und
in gefallenen Menschen wohnt, wurde erst auffuhr in den Himmel. Dort bekam Er
möglich, als das Erlösungswerk vollbracht einen „Ehrenplatz“, nämlich „zur Rechten
war. Das ist vollkommen neu und aus- Gottes“. Dort ist Er nun „mit Ehre und
schließlich in dieser Haushaltung der Fall. Herrlichkeit gekrönt“ (Heb 2,9), Gott hat
Es trifft sogar in doppeltem Sinn zu: Der Ihm „Herrlichkeit gegeben“ (1. Pet 1,21),
Heilige Geist wohnt in der Versammlung hat Ihn als Mensch „verherrlicht“ (Joh
(kollektiv) und in den einzelnen Gläubigen 17,5). Somit gibt es jetzt einen verherrlich-
(1. Kor 6,19). ten Menschen im Himmel. Auch das hat es
nie zuvor gegeben.
4. Eine vollständige Offenbarung
Gottes 6. Ein Organismus – mit einer leben-
Nie zuvor haben Menschen Gott so digen Verbindung zu Christus
gekannt wie die Gläubigen, die in dieser Gläubige hat es zu allen Zeiten gegeben:
Haushaltung leben. Warum? Nun, der Adam, Eva, Abel, Henoch, Hiob, Mose,
Sohn Gottes hat den Vater offenbart (Joh usw. Aber diese Gläubigen waren eben
1,18), und der „Geist der Wahrheit“ hilft auch nur das: gläubige Einzelpersonen.
uns, diese ganze Wahrheit in unseren Heute ist das ganz anders. Wer gerettet ist,
Herzen aufzunehmen (Joh 14,17–20). bekommt ganz neue Beziehungen (und
auch diese gab es in keiner einzigen ande-
Viele kennen den Präsidenten ren Haushaltung):
einer Firma oder eines Landes. (1) zu Christus
Sie kennen ihn eben als den (2) zu anderen Gläubigen
Präsidenten, als einen, der
großen Einfluss hat und der Wer heute das Evangelium der Gnade im
eine hohe Stellung inne hat. Glauben annimmt, gehört zur Versammlung,
Aber nur seine Kinder kennen dem Leib Christi. Damit ist er (oder sie) so
ihn als ihren Vater. Das ist etwas eng mit Christus verbunden wie ein Körper
ganz anderes. Abraham kannte mit dem Kopf, d.h. eine solche Person kennt
Gott als den „Allmächtigen“. Christus als „Haupt“. Darüber hinaus sind
Als Christen dürfen wir Ihn, den Gläubige so eng miteinander verbunden
Abraham Lincoln „Gott und Vater unseres Herrn wie Körperteile: wieder untrennbar, har-
einer der bedeu- Jesus Christus“ (Eph 1,3.14) monisch zusammenarbeitend, einer auf
tendsten Präsiden- kennen, und als unseren eige- das Wohl des anderen bedacht, und einer
ten der USA
nen Vater (s. z.B. Röm 1,7). auf die Hilfe des anderen angewiesen.

5. Ein verherrlichter Mensch im 7. Himmlische Bestimmung


Himmel Die Bestimmung oder Zukunft der
Der Sohn Gottes war immer schon beim Versammlung ist genauso himmlisch wie
Vater – aber nicht als Mensch. Mensch ist ihr Ursprung (s. Punkt 2). Sie wird nicht
Er erst seit seiner Geburt durch Maria (vgl. für immer auf der Erde sein. Eigentlicht
Joh 1,14). Als Mensch3 litt und starb Er „gehört“ sie hier gar nicht hin; zumindest
und wurde begraben. Aber das Herrliche ist sie hier nicht zu Hause. Zum Zeitpunkt
3
Natürlich ohne jemals aufzuhören, Gott zu sein.

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Haushaltungen III

der Entrückung (1. Thes 4,17) wird sie war bewiesen, was Gott immer schon
dann auch physisch aus der Welt herausge- wusste: Der Mensch ist schlecht und
nommen (moralisch ist sie ja schon jetzt die unverbesserlich. Es gibt nur einen
„Herausgerufene“ („ekklesia“)). Weg, auf dem er Segen bekom-
men kann: reine Gnade (Eph
2,4.5.8).
• Wir sind Söhne und
nicht bloß Knechte (Gal 3,26).
• Wir sind „unter Gnade“
und nicht mehr „unter Gesetz“
(Röm 6,14).
• Unsere Interessen und
Ziele liegen im geistlichen und
himmlischen Bereich (wie auch
unsere Segnungen, Eph 1,3),
nicht im irdischen.
• In unserer Anbetung
bringen wir nicht materielle
Dinge (die man sehen, anfassen
8. Eine unmittelbare Hoffnung oder riechen kann, z.B. Weihrauch,
Jeden Moment kann es losgehen: die Tieropfer), sondern geistliche
Entrückung – in die Luft, dem Herrn Schlachtopfer (1. Pet 2,5), d.h. Opfer
Jesus entgegen. Das ist die Hoffnung der des Lobes (Heb 13,15).
Gläubigen heute. Nichts muss vorher pas- • Wir beten den Vater an (Joh 4,24)
sieren – weder die „große Drangsal“ noch und den Sohn (Joh 5,23; s. auch Eph
irgendetwas anderes. Manche haben ent- 3,21).
gegnet, dass Generationen von Gläubigen
diese Hoffnung hatten und die Erfüllung Und so könnte man fortfahren ... Haben
nicht erlebt haben. Nun, dann sind sie in wir Gott schon einmal gedankt, dass wir
guter Gesellschaft: Schon der Apostel Paulus so „privilegierte“ Gläubige sind, dass wir
sprach so, als wenn er die Entrückung noch in der Haushaltung leben, in der Gott den
erleben würde („wir, die Lebenden“, 1. reichsten Segen, seit es Menschen gibt,
Thes 4,17). Genau so hat Gott es gewollt: ausschüttet? Außerdem dürfen wir sogar
dass jede Generation von Gläubigen der verstehen, warum Gott gerade jetzt so
Gnadenzeit in der unmittelbaren Erwartung unendlich großen Segen geben kann: weil
und Hoffnung dieses großen Ereignisses Christus Ihn am Kreuz so verherrlicht und
lebt. „So komme ich wieder und werde zufrieden gestellt hat.
euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin,
auch ihr seiet (Joh 14,3). Und darüber hinaus dürfen wir uns auch
freuen, dass Gott treu ist. Er hat die
9. Und vieles mehr ... Verheißungen, die er Israel gegeben hat,
Diese Liste ist keineswegs vollständig. Man nicht ‚annulliert’. Auch dieser Teil des
könnte weitere Punkte anführen: Heilsplans Gottes wird noch in Erfüllung
• Der Mensch wird nicht mehr erprobt: gehen!
Mit der Kreuzigung des Sohnes Gottes
Michael Hardt
Folge mir nach
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„Was ist dein Geliebter
vor einem anderen
Geliebten?“
Warum gerade
Christus?

E s soll in diesem Beitrag nicht darum gehen,


ob der Herr Jesus Christus der wahre Erlöser ist, oder
Mohammed oder Buddha oder irgendein anderer. Die
Überschrift gibt einen Vers aus dem Hohenlied wieder
(Kap. 5,9) und soll uns ein wenig darüber zum Nachden-
ken veranlassen, welchen Platz der Herr Jesus in meinem
und deinem Herzen hat. Die Wertschätzung des Herrn
Jesus verbindet sich eng mit dem Gedanken der Nachfolge
oder Jüngerschaft.

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Was ist dein Geliebter?

Der Herr Jesus hat einmal seine Jünger die uns im Hohenlied vorgestellt wird. In
gefragt: „Wer sagen die Menschen, dass der Beschäftigung mit ihrem Geliebten,
ich, der Sohn des Menschen, sei?“ Dabei mit seinem Aussehen, mit seinem Handeln
ging es Ihm nicht darum, von den Jüngern gewinnt er immer mehr Wert in ihrem
zu erfragen, was andere von Ihm halten, Herzen. So kann sie auf die Frage anderer
sondern Er wollte sie zum Nachdenken Frauen nach dem Wert ihres Geliebten die
darüber anregen, welche Gedanken sie Antwort geben: „Mein Geliebter ist weiß
in ihrem Herzen über Ihn hatten. Deshalb und rot, ausgezeichnet vor Zehntausenden“
folgte sofort die zweite Frage: „Ihr aber, (Hld 5,10). Parallel mit dieser Entwicklung
wer sagt ihr, dass ich sei?“ (Mt 16,13.15). wächst aber auch die Erkenntnis in ihrem
So ist es auch für uns ganz entscheidend, Herzen, dass es mit ihrer Liebe im Vergleich
welchen Wert die Person unseres Herrn für zu der Liebe des Bräutigams nicht immer
uns hat und gar nicht so sehr, was andere gut bestellt ist. Am Anfang steht die eigene
über Ihn denken. Deshalb sollten wir Liebe der Braut zu ihrem Bräutigam im
einmal überlegen, was wir auf die Frage: Vordergrund. Sie drückt es so aus: „Mein
„Was ist dein Geliebter vor einem andern Geliebter ist mein, und ich bin sein“. In den
Geliebten?“ zu antworten hätten. Erfahrungen mit ihm und mit sich selbst
Vielleicht hast Du als Kind oder junger sagt sie dann: „Ich bin meines Geliebten;
Mensch dem Herrn Jesus Dein Leben und mein Geliebter ist mein“ und kommt
übergeben. Du warst entschlossen: Er sollte schließlich zu der Aussage: „Ich bin meines
Dein Herr sein. Du wolltest Ihm in Treue Geliebten und nach mir ist sein Verlangen“
nachfolgen. Nun wirst Du in Deinem Leben (Kap. 2,16; 6,3; 7.11). Wir dürfen davon
mit Wünschen und Fragen konfrontiert und überzeugt sein, dass mit dieser Entwicklung
vor die Frage gestellt: Wie soll ich jetzt richtig die Zuneigung zu ihrem Bräutigam viel
entscheiden? Inwieweit ist das, was ich will, tiefer geworden ist.
mit dem in Übereinstimmung, was Er will?
Was ist, wenn das nicht so ist? Bei der Petrus und sein Wachsen in der
Lösung dieses Konfliktes ist es ganz wichtig, Erkenntnis seines Herrn
dass wir unseren Herrn wirklich kennen Die Bibel demonstriert uns eine ähnliche
– und auch uns selbst. Denn nur dann Entwicklung bei Petrus. Petrus lernte den
haben wir einen Maßstab und die innere Herrn Jesus durch seinen Bruder Andreas
Motivation, um Lebensentscheidungen kennen. Bei dieser Gelegenheit erkannte
richtig zu treffen. er noch gar nicht viel von Ihm. Als der
Herr ihn später durch einen reichlichen
Wer bist du, Herr? Fischfang für die Bereitwilligkeit, Ihm seine
Als Saulus vor Damaskus dem Herrn Zeit zur Verfügung zu stellen, belohnte, rief
begegnete, fragte er Ihn: „Wer bist du, er aus: „Geh von mir hinaus, denn ich bin
Herr?“ (Apg 9,5). Von da an war es sein ein sündiger Mensch, Herr“ (Lk 5,8). Er sah
Bestreben, Ihn immer besser kennen zu sich vor seinem Herrn als ganz unwürdig
lernen. Dieser Wunsch führte ihn schließlich – und lief doch nicht weg, sondern fiel zu
dazu, dass er mit Überzeugung seines den Füßen Jesu nieder! Bei einer späteren
Herzens sagen konnte: „Das Leben ist für Gelegenheit, als andere Jünger den Herrn
mich Christus“ (Phil 1,21). Eine ähnliche Jesus verließen, verdeutlichte Petrus seine
Entwicklung finden wir im Leben der Braut, Zuneigung zum Herrn in einem großartigen
Folge mir nach
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Ausspruch: „Herr, zu wem sollen wir gehen? intellektuell wie die Gesprächspartner des
Du hast Worte ewigen Lebens; und wir Herrn in Johannes 5), sind wir in guter
haben geglaubt und erkannt, dass du der Gesellschaft: Schon David formulierte
Heilige Gottes bist“ (Joh 6,68.69). Diese richtungweisend für alle Gläubigen: „Eines
Antwort ist interessant. Wir sehen zum habe ich von dem HERRN erbeten, nach
einen sein Wachstum in der Erkenntnis diesem will ich trachten: zu wohnen im
des Herrn: geglaubt – und dann erkannt. Hause des HERRN alle Tage meines
„Erkannt“ drückt das Wissen, die Kenntnis Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit
um seine Person aus. Zum anderen sehen des HERRN und nach ihm zu forschen in
wir anhand der Worte „zu wem“, dass es seinem Tempel“ (Ps 27,4).
ihm wirklich um die Person und nicht um Wenn wir den Herr Jesus lieb haben,
ein bloßes „Programm“ ging. Auf dem werden wir interessiert sein, möglichst viel
weiteren Weg musste er erleben, dass seine von Ihm zu erfahren. Wir werden auch
Liebe in den Stürmen des Lebens ihn nicht unnötige Nähe zu Dingen und Personen
davor schützte, seinen Herrn zu verleugnen. vermeiden, die uns vom Herrn abziehen.
Er hatte in vollem Selbstbewusstsein gesagt: In jeder Beziehung ist es wichtig, dem
„Wenn ich mit dir sterben müsste, werde Herrn Jesus die Vorrangstellung in unserem
ich dich nicht verleugnen“ (Mk 14,31). Leben zu geben. Als der Herr Jesus mit den
Allerdings hatten die anderen Jünger die Jüngern über dieses Thema sprach, sagte
gleichen Worte auf ihren Lippen. Petrus Er: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als
musste lernen, dass sein Herr ihn viel, viel mich, ist meiner nicht würdig; und wer
mehr liebte, als er Ihn lieb hatte. Bei der Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist
Begegnung mit dem Herrn Jesus nach meiner nicht würdig“ (Mt 10,37).
dessen Auferstehung entgegnete er auf
seine dritte Frage: „Hast du mich lieb?“ Was soll ich tun, Herr?
– „Herr, du weißt alles; du erkennst, dass Wie können wir nun die Echtheit
ich dich lieb habe“ (Joh. 21,17). unserer Liebe unter Beweis stellen?
Können wir das nicht dadurch, dass wir
… hast du mich lieb? uns dafür interessieren, was wir für Ihn
Petrus und andere haben diese tun können? So lautete die zweite Frage
Begegnungen mit dem Herrn erlebt, die sie von Saulus vor Damaskus: „Was soll ich
zeitlebens geprägt haben. Wie lernen wir tun, Herr?“ (Apg 22,10). Momentan ist
Ihn kennen? Der erste Weg ist, dass wir die der Herrn Jesus noch der Verachtete. Man
Bibel (insbesondere die vier Evangelien) kümmert sich nicht um seinen Willen. Die
lesen, denn der Herr Jesus sagt selbst: „Ihr meisten wollen nichts von Ihm wissen. So
erforscht die Schriften, …und sie sind es, ist es sicher das Erste, dass wir uns zu Ihm
die von mir zeugen“ (Joh 5,39). Natürlich bekennen und uns auf seine Seite stellen
können uns dann auch die mündlichen und (Mt 10,32). Unser Herr möchte aber noch
schriftlichen Unterweisungen anderer dabei mehr: „Du sollst den Herrn, deinen Gott,
helfen. Besonders der regelmäßige Besuch lieben aus deinem ganzen Herzen und mit
der Bibelstunden am Ort gibt uns eine gute deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen
Gelegenheit, in der Erkenntnis des Herrn Kraft und mit deinem ganzen Verstand“
zu wachsen. Wenn wir mit diesem Wunsch (Lk 10,27). Unsere ganze Person soll von
Gottes Wort „erforschen“ (und nicht rein dieser Liebe zu Ihm erfüllt sein – nicht nur

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Was ist dein Geliebter?

ein Teil von uns. Das mündet schließlich weiterzusagen. Jeder soll doch etwas davon
in seiner Aussage: „Also nun jeder von verspüren, dass wir Ihn lieb haben. Auch
euch, der nicht allem entsagt, was er hat, andere sollen Ihn, seine Schönheit, seine
kann nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,33). Macht, seine Liebe und sein Werk kennen
Geht das nicht ein wenig zu weit, allem zu lernen.
entsagen? Es ist die Aufforderung unseres
Herrn! Wenn wir Ihn wirklich von ganzem Last but not least: Der Herr kommt bald,
Herzen lieben, wird uns das anspornen, und dann werden wir Ihn sehen, wie Er ist
alles seinem Herrschaftsanspruch zu (1. Joh 3,2) Auch die Braut im Hohenlied
unterstellen. Wir sind um den Preis seines wünschte – wie es für eine Braut ja auch
Lebens erkauft worden – da ist freiwillige normal ist – ihren Bräutigam zu sehen.
Selbstaufgabe für Ihn Ist das auch unser
die einzige akzeptable Ziel, berücksichtigen
Antwort. Geliebte, jetzt sind wir wir wenigstens sein
Kommen in unseren
Kinder Gottes, und es
Was die Liebe Zukunftsplänen? Das
bewirkt ist noch nicht offenbar heißt ja nicht, dass
Die Liebe zu Ihm lenkt geworden, was wir sein wir nicht auch für
auch von unserem werden; wir wissen, dass dieses Leben Ziele
eigenen Unvermögen und Wünsche haben
wir, wenn es offenbar dürfen – „wenn der
ab und beschäftigt
uns mit Ihm. Maria werden wird, ihm gleich Herr will und wir
Magdalene ist dafür ein sein werden, denn wir leben“ (Jak 4,15).
ermunterndes Beispiel werden ihn sehen, wie er Trotzdem sollte unser
in. Sie war am Grab Wunsch wachsen, bei
ist. Ihm zu sein, um Ihn zu
ihres Herrn, weil sie
1. Joh 3,2
Ihn von ganzen Herzen sehen, wie Er ist. Und
lieb hatte. Sie war dieses Warten sollte
traurig, weil man ihren auch unser Verhalten
Herrn weggenommen bestimmen. Das
hatte. Und als sie Wort Gottes fordert
verspürte, dass jemand uns auf, Menschen
hinter ihr stand, bat sie zu gleichen, die auf
diesen (in der Meinung ihren Herrn warten
es sei der Gärtner), ihr zu sagen, wo er (Lk 12,26). Wir sollen nicht nachlässig
ihn hingelegt hatte, damit sie ihn von dort werden und denken, unser Herr zögere
wegholen konnte. Dabei machte sie sich sein Kommen hinaus. Nein, wir wollen
überhaupt keine Gedanken, dass sie mit in dieser Erwartungshaltung Ihm in allen
ihren körperlichen Kräften allein gar nicht Lebensbereichen dienen – aus Liebe und
dazu in der Lage war. So ist die Liebe. Sie echter Zuneigung zu unserem Retter.
bestimmt das Verlangen.
Außerdem bewirkt die Wertschätzung Rainer Möckel
unseres Herrn Jesus das Verlangen,
gern anderen Menschen etwas von Ihm
Folge mir nach
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Ich halte die Kälte nicht
mehr aus!
„Ich habe ja niemand, der mich erkennt;
... niemand fragt nach meiner Seele“.
Psalm 142, Vers 5

Ein junger Autofahrer wurde in Amerika tot neben seinem Wagen gefunden. Er
war in eine Notsituation geraten, und niemand von den vielen Vorbeifahrenden
hatte sich um ihn gekümmert. Die Polizei fand einen Zettel: „Ich halte die Kälte
nicht mehr aus. Und sie fahren immer noch vorbei.“

Ergeht es nicht in einem


anderen Sinn heute vielen
Menschen ähnlich? Wohl ist
oft auch eigenes Versagen
die Ursache für solch einen
Zustand des Verlassenseins
und der Hoffnungslosigkeit,
zum Beispiel Eigennutz oder
unleidliches Verhalten. Aber
trotzdem: Was ist zu tun?
Gibt es keinen Ausweg?

David sagt einmal: „Zu dir


[Gott] habe ich geschrieen,
HERR! Ich habe gesagt: Du
Aus dem Kalender „Die gute Saat“

bist meine Zuflucht!“ Gott


hat immer ein Ohr, wenn ein
Mensch zu Ihm ruft, der merkt, dass er verloren geht.

Aber ob es wohl noch Christen gibt, die erkennen, dass ihr Schulkamerad,
Nachbar oder Arbeitskollege innerlich verunglückt ist?

„Ich halte die innere Kälte nicht mehr aus. Und sie gehen immer noch an mir
vorbei, ohne mir zu helfen.“

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