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ei t sch ri f t für junge Christen

Die Leviten –
Dienst für Gottes
Volk Teil I: Berufung und Dienst in der Wüste 4

2. Missionsreise von Paulus


– Lystra und ein junger Mitarbeiter 10 Die beiden
Namenlosen –
aus 2. Korinther 8 25

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Inhalt/Impressum

Inhalt
Aus aktuellem Anlass:
Die Leviten – Dienst für Gottes Volk ...................................................................................4
Bibel praktisch:
Lystra und ein junger Mitstreiter ...................................................................................... 10
Bibel kontrastreich: Johannes der Täufer........................................................................ 14
Zum Nachdenken:
Pinnwand ................................................................................................................................... 16
Bibelstudium:
Bibelübersetzungen – Welche ist empfehlenswert? ................................................. 18
Post von euch:
Wunder des Herrn – heute noch möglich? .................................................................... 23
Gideon und sein Vlieszeichen – Vorbild oder Warnung ........................................... 23
Personen in der Bibel:
Die beiden Namenlosen ...................................................................................................... 25
Lebensbeschreibung:
Ernst Modersohn .................................................................................................................... 28
Gute Botschaft:
Die spanische Wand .............................................................................................................. 32

Impressum
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Das persönliche Grußwort

E ine große Herausforderung für uns Christen besteht in der Frage des
Dienens. „Je nachdem jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dient
einander damit als gute Verwalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.“
(1. Pet 4,10)
Mehrere Artikel dieses Heftes haben diesen Hintergrund: Levitendienst,
Dienst in der Mission, im Evangelium, in Hilfeleistungen. Wir dürfen und
sollen von den Beispielen lernen, die die Heilige Schrift uns vorstellt; am
klarsten und wirklich vollkommen ist das Beispiel des Herrn Jesus selbst!
Wenn das Neue Testament von verschiedenen Diensten spricht, von
„Dienst des Wortes“ (Apg 6,4), von „Dienst der Versöhnung“ (2. Kor 5,18)
oder von „Dienst des Glaubens“ (Phil 2,17), so ist damit die Art oder der
Zweck des Dienstes angezeigt. Wenn der Apostel sich und andere „Diener
der Versammlung“ nennt (Kol 1,25; Röm 16,1), dann heißt das natürlich
nicht, dass die Versammlung etwa der Auftraggeber wäre, nein, der
Auftraggeber, der Herr des Dieners ist allein Christus selbst. Das ist das
Entscheidende.
Nun fragt sich sicher jeder treue Christ, welchen Dienst er tun kann,
welche „Gnadengabe“ er empfangen hat (s.o.). Aber geht es nicht zunächst
einfach darum, in echter Gemeinschaft mit dem Herrn zu leben, der doch
den Diener beauftragt? Da wollen wir aus Liebe Ihm gehorsam sein. Dann
werden auch die Aufgaben des Herrn für uns klar erkennbar. Dann kann Er
uns verwenden, wann, wo und wie Er es will. Dann streben wir nicht nach
hohen Aufgaben und halten uns nicht für begnadete Diener und fühlen
uns „unausgefüllt“ mit ach so kleinen Dingen. Dann sind wir aber auch
nicht unschlüssig oder gar lässig und faul. „Ihr dient dem Herrn Christus“
(Kol 3,24).
Bei einem Leben mit dem Herrn gibt es keine Oberflächlichkeit und
Gleichgültigkeit; die ergreifen uns nur, wenn wir die Verbindung zum Herrn
im praktischen Leben abreißen lassen.
Möchten wir „zu jedem guten Werk bereitet“ sein, „nützlich dem
Hausherrn“ (2. Tim 2,21)?
Lassen wir uns zubereiten durch Gehorsam zur Wahrheit, durch Reinigung
im Selbstgericht und Abstehen von Ungerechtigkeit, durch gelebte
Abhängigkeit vom Herrn Jesus, durch Liebe zu Ihm, dem Herrn, und damit
zu den Seinen. „Durch die Liebe dient einander“ (Gal 5,13).

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Teil I: Berufung und Dienst in der Wüste

Gott hat zu allen Zeiten Menschen gesucht, die nach sei-


nem Willen fragen und bereit sind, Ihm zu dienen. Leider
waren es oft nur einzelne. Im Volk Israel hatte Gott einen
Stamm ausgewählt, der anstatt des ganzen Volkes Ihm die-
nen und den Priestern „zuarbeiten“ sollte. Der Werdegang
dieses Stammes, der Leviten, enthält auch für dienstbereite
Christen heute viele Impulse …

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Levitendienst // Aktuell

Treue Nachkommen eines hitzigen erwählte gerade diesen Stamm, Ihm


Vaters an Stelle der Erstgeborenen1 des Volkes
am Zelt der Zusammenkunft zu dienen
Als Gott das Volk Israel aus Ägypten (4. Mo 3,12.13.41). Das war reine Gnade,
gerettet hatte, war es sein Ziel, ein Kö- denn die schändliche Geschichte ihres
nigreich von Priestern zu bilden (2. Mo Stammvaters war wahrlich keine Emp-
19,6). Da Ihm nur ein heiliges Volk die- fehlung für einen solchen Dienst (vgl. 1.
nen konnte, gab Gott ihnen das Gesetz. Mo 34 und 1. Mo 49,6).
In diesem Gesetz stellte Gott ihnen die
Grundlagen vor, wie sie Ihm, abgeson-
dert von den Völkern rings um sie her, Gott verteilt die Aufgaben
dienen konnten. Damit Er in ihrer Mitte (4. Mo 3 u. 4)
wohnen konnte, mussten sie Ihm ein Der Stamm Levi umfasste drei Familien:
Heiligtum machen (2. Mo 25,8). Den die Gersoniter, die Kehatiter2 und die
genauen Bauplan dafür zeigte Gott Merariter. Dabei lag es nicht im Ermes-
dem Mose auf dem Berg Sinai. Für den sen der Priester oder der Leviten, wel-
Dienst in diesem Hause bestimmte che Aufgabe von den einzelnen Män-
Er Aaron und seine Söhne Nadab und nern oder Familien übernommen wur-
Abihu, sowie Eleasar und Ithamar. de. Das hatte Gott genau festgelegt. Er
Obwohl das Volk Israel mehrfach beteu- hatte ganz deutlich gemacht, dass der
ert hatte, alles tun zu wollen, was Gott Stamm Levi Ihm gehörte und Er die vol-
Ihnen sagen würde, handelten sie im- le Verfügungsgewalt hat. Einmal wird
mer wieder im Widerspruch zu diesem uns davon berichtet, dass Leviten nicht
Versprechen. Sie gaben Aaron den Auf- mit der von Gott gegebenen Aufgabe
trag, ein goldenes Kalb als ein Abbild ih- zufrieden waren. Der Levit Korah aus
res Gottes zu machen, der sie aus Ägyp- der Familie Kehat hatte sich gemein-
ten heraus geführt hat, als Mose sich 40 sam mit 250 Leuten, unter anderem aus
Tage auf dem Berge aufhielt. Gott mus- dem Stamm Ruben, zusammengetan
um sich gegen diese Anordnungen auf-
zulehnen. Gott musste diese „Revolte“
Waren auch wir nicht alle in der
mit Gericht beantworten. Sie wurden
„Gewalt der Finsternis“ und
vom Erdboden verschlungen (4. Mo 16).
dienten „mancherlei Begierden“
Aber die große Gnade Gottes strahlt
(Kol 1,13; Tit. 3,3). Jetzt sind wir
hervor, dass Er die Söhne Korahs ver-
durch Gnade errettet, „um dem
schonte, weil sie sich von der Bosheit
lebendigen und wahren Gott zu
ihrer Eltern abgesondert hatten.
dienen“ (1. Thes 1,9)! Sind wir
dazu bereit?

1 Gott hatte die Erstgeborenen für sich bestimmt (2. Mo


ste sie dafür strafen. Gerade in diesem 13,1).
Augenblick stellten sich die Söhne Levis 2 Auch Mose und Aaron waren Leviten. Sie stammten
aus der Familie der Kehatiter (2. Mo 6,18-20). Aaron und
auf die Seite Moses (2. Mo 32,26) und seine Familie wurden von Gott zum Priesterdienst berufen
damit auf die Seite Gottes. Und Gott und bildeten so eine eigenständige Gruppe innerhalb des
Volkes und zählten nicht mehr zu den dienenden Leviten.
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Aktuell // Levitendienst

Eine kleine Übersicht zeigt die Aufgabe Einen weiteren interessanten Aspekt
und den Lagerungsort der drei Familien des Dienstes lernen wir aus der Tatsa-
der Leviten: che, dass die Leviten den Priestern ge-

Familie Lagerungsort Zahl3 Aktive4 Aufgabe (Tragen)


Gerson Westen 7.500 2.630 Äußeres der Stiftshütte
(Teppiche, Geräte)
Kehat Süden 8.600 2.750 das Hochheilige
Merari Norden 6.200 3.200 Inneres der Stiftshütte
(Bretter, Riegel)
(Die Priester lagerten im Osten, also direkt am Eingang der Stiftshütte,
vgl. 4. Mo 2,2.3).

Bedeutung des Levitendienstes für geben wurden (4. Mo 3,9). Durch die
uns heute heutigen Diener sollen wir zu Christus
In Hebräer 3,5.6 wird Mose als Diener heranwachsen und auch lernen, Ihn zu
preisen und anzubeten. Dabei gilt es
Bedenken auch wir, dass Gott natürlich zu bedenken, dass wir Chris-
die Glieder des Leibes nach sei- ten heute sowohl „Priester“ als auch
ner Weisheit gesetzt hat (1. Kor „Leviten“ sein dürfen und aus beiden
12,18) und dass der Herr uns an Kategorien Nutzanwendungen für uns
die richtige Stelle und Aufgabe machen dürfen.
gesetzt hat (Joh 15,16)?

über die Stiftshütte beschrieben und


Christus, der Sohn über sein Haus, „des-
sen Haus wir sind“, gegenüber gestellt.
Die Stiftshütte ist also – neben anderen
Bedeutungen – ein Bild auf das geist-
liche Haus Gottes heute, nämlich die
Versammlung (Gemeinde, Kirche). Gott
wohnt in ihr (Eph 2,21; 1. Kor 3,16). Und
Er benutzt Brüder, um an und in diesem
Haus zu arbeiten. Der Versammlung So, wie die Stiftshütte damals, besteht
sind Gaben gegeben (Eph 4,7; 1. Kor auch das „Gebilde Versammlung“ heute
12), die für die Auferbauung und geist- aus unterschiedlichen Aspekten. Viel-
liche Förderung der Glieder notwendig leicht kann man daher auch die Dienste
sind. der drei Familien der Leviten mit der
3 Alle Männlichen ab 1 Monat und darüber
gebotenen Vorsicht auf heutige Arbei-
4 Alle 30- bis 50-Jährigen, später ab 25 Jahren; Ältere ten am Haus und für das Haus Gottes
wurden als „Helfer“ eingesetzt (4. Mo 8,24-26). anwenden:

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Levitendienst // Aktuell

Kehat (das Hochheilige): Die Herrlich- sammelte sich das ganze Volk Israel vor
keit des Herrn Jesus und seines Werks dem Zelt der Zusammenkunft. Sie leg-
wird den Gläubigen vermittelt. ten ihre Hände auf die Leviten, um auf
diese Weise Zeugnis abzulegen, dass
Gerson (Äußeres): Die Versammlung sie sich mit dem Dienst dieser Männer
lehrt nicht, aber sie ist Pfeiler und
Grundfeste der Wahrheit (1. Tim 3,14).
Zugleich soll sie ihren Fremdlingscha-
rakter (Teppiche) beibehalten. Für bei-
de „Aufgaben“ benutzt der Herr seine
Diener.

Merari (Inneres): Alle Glieder am Leib


Christi müssen in Liebe miteinander
verbunden sein. Die Diener Christi ar-
beiten auch an dieser Aufgabe.

Lassen wir die Diener an uns


arbeiten, damit wir unseren eins machten. Die Leviten wiederum
Herrn mit mehr Einsicht preisen, mussten ihre Hände auf die beiden Op-
Ihn bezeugen und auch unter- fertiere legen. Von diesem Augenblick
einander in herzlicher Liebe an waren sie ganz dem Dienst für Gott
verbunden sind? geweiht (4. Mo 8), und Gott übernahm
es, für sie zu sorgen. Er gab den einzel-
nen Stämmen den Auftrag, alles für den
Die Weihe der Leviten (4. Mo 8) Lebensunterhalt der Leviten bereitzu-
Ehe die Leviten ihren Dienst am Heilig- stellen.
tum aufnehmen konnten, mussten sie
durch Mose gereinigt werden. Dazu Gott kann uns nur dann gebrau-
wurden sie mit Entsündigungswas- chen, wenn wir alle Regungen
ser (siehe 4. Mo 19) besprengt. An- der alten Natur unter das Kreuz
schließend wurden alle Körperhaare von Golgatha gebracht haben.
beseitigt. Das ist in der Übertragung Der Herr konnte Petrus erst in
auf unseren heutigen Dienst für den den Dienst stellen, nachdem er
Herrn Jesus ein Bild davon, dass alles, sich selbst als unwürdig erkannt
was aus dem Menschen hervorkommt, hatte (Lk 5,4-11).
weggetan werden muss, bevor wir
Ihm dienen können. Auch Ihre Kleider Die Versorgung der Diener
sowie ihr ganzer Körper mussten mit Wie sollte nun die Versorgung der Fami-
Wasser gewaschen werden. Als letztes lien erfolgen, wenn die Männer „dienst-
wurden zwei Stiere zum Opfer darge- verpflichtet“ waren und sich nicht um
bracht, einer zum Sündopfer und einer das Vieh, die Lebensgrundlage des No-
zum Brandopfer. Zu dieser „Weihe“ ver- madenvolkes, kümmern konnten? Dazu
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Aktuell // Levitendienst

bestimmte Gott in seiner Fürsorge den Sie nahmen den Vorhang vom Aller-
Zehnten (4. Mo 18,21). Auch gab Er den heiligsten ab und bedeckten damit die
Leviten kein Erbteil unter den Stäm- Bundeslade. Dann wurden alle Geräte
men Israels. Denn Er selbst und seine des Heiligtums mit von Gott bestimm-
Feueropfer sollten ihr Erbteil sein (Jos ten Decken zugedeckt. Nun konnten die
13,14.33). Kehatiter mit ihrem Dienst beginnen.
Wenn das Volk Israel nicht seinem von Alle Geräte des Heiligtums mussten in
Gott bestimmten Auftrag nachkam und Übereinstimmung mit den Anweisun-
den Zehnten ordnungsgemäß anliefer- gen Gottes getragen werden (4. Mo
te, war das mit negativen Folgen für 10,17.22). (Jahrhunderte später, als die
den Dienst der Leviten verbunden. Im Leviten diese Anweisung missachteten,
Buch Nehemia wird uns berichtet, dass antwortete Gott mit ernstem Gericht
die Leviten ihren Dienst verließen, um (1. Chr 15,13–15). Der Levit Ussa büßte
selber für ihren Lebensunterhalt zu sor- wegen dieses Ungehorsams sein Leben
gen. So führte der Ungehorsam der ei- ein.)
nen und das mangelnde Vertrauen der Im Anschluss bauten die Gersoniter
anderen dazu, dass der Dienst für Gott und die Merariter das Zelt und den Vor-
zu kurz kam. hof ab. Sie unterstanden den Anwei-
sungen des Priestersohnes Ithamar. Für
Haben wir auch einen Blick für den Transport dieser schweren Dinge
die Unterstützung derjenigen, standen den beiden Familien mit Pla-
die Zeit und Geld für den Dienst nen versehene Ochsenwagen zur Ver-
im Werk des Herrn einsetzen fügung, die von den Fürsten der einzel-
oder sogar ihren Beruf vollstän- nen Stämme Israels bei der Einweihung
dig aufgegeben haben? Der des Hauses Gottes gespendet worden
Herr hat dazu Anordnungen waren.
erteilt (1. Ko 9,14 etc.)! Wie der Abbau des Heiligtums lief auch
der Abmarsch genau nach den Anord-
nungen Gottes ab. Nach der Vorhut, die
durch die Stämme Juda, Issaschar und
Dienst in der Wüste (4. Mo 10) Sebulon gebildet wurde, machten sich
Ab 4. Mose 9 wird uns berichtet, in wel- die Söhne Gersons und Meraris mit ih-
cher Weise sich der Zug durch die Wüste ren Rinderwagen auf den Weg. Ihnen
vollzog. Das Signal zum Aufbruch gab folgten die drei Stämme Ruben, Sime-
Gott. Wenn sich die Wolkensäule von on und Gad, ehe sich die Kehatiter mit
dem Zelt erhob, trompeteten die Prie- ihren Traglasten auf den Schultern auf
ster mit den silbernen Trompeten. Die die Reise begaben. Die Nachhut bilde-
Priester unter der ten die Stämme Dan, Aser und Naphta-
Aufsicht Eleasars li3. So zog dieses zahlreiche Volk durch
begannen mit den die Wüste – und Gott wanderte mit
Vorbereitungen.
3 Eine Abweichung von dieser Regel wird uns beim Durchzug
durch den Jordan berichtet. Da zogen die Priester, die die
Bundeslade trugen, an der Spitze des Volkes. Zwischen ihnen
und dem nachfolgenden Zug war ein Abstand von 2000 Ellen.

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Levitendienst // Aktuell

„in einem Zelt und in einer Wohnung“ um diese Orte herum zur Weide für ihr
(2. Sam 7,6)! Das war Gottes Fürsorge Vieh (Josua 21). Wie wir schon bei allen
für sein Volk. anderen Anordnungen für die Leviten
festgestellt haben, ging auch hier alles
nach dem Befehl Gottes.
Ist uns auch bewusst, dass wir
Nachdem das Volk Israel in Kanaan
auf dieser Erde als Volk Gottes ansässig geworden war, musste das
auf dem Weg zur Herrlichkeit Haus Gottes nicht mehr von Ort zu Ort
sind und dabei „unterwegs“ die wandern. Das Zelt der Zusammenkunft
Schönheiten des Herrn Jesus wurde in Silo aufgeschlagen. Dorthin
mittragen, genießen und auch mussten die Leviten aus ihren Orten
bezeugen dürfen? zu der bestimmten Zeit ihres Dienstes
hinziehen. Das Zelt musste nicht mehr
ab- und aufgebaut werden. Aber den-
Die Leviten und ihre Aufgaben am noch hatte die Lade keinen Ruheplatz
Zelt der Zusammenkunft im Land gefunden. Wir finden die Bundeslade
Kanaan in Bethel (Ri 20), in verschiedenen Phi-
Als es darum ging, die Stadt Jericho listerstädten, in Beth-Semes und in Kir-
einzunehmen, mussten die Gerüste- jath-Jearim. Der Stamm Levi, aber auch
ten des Volkes Israel an sieben Tagen die übrigen Verantwortlichen des Vol-
die Stadt umziehen. Auch da waren kes hatten oft versagt. Erst zur Zeit Da-
die Leviten mit der Bundeslade in ihrer vids, dem Mann nach dem Herzen Got-
tes, kam die Wohnung an den von Gott
vorgesehenen Platz, und der Dienst der
Leviten wurde wieder in der von Gott
bestimmten Weise ausgeführt. Vieles
in dem Dienst der Leviten änderte sich
jetzt allerdings. Der Charakter des Dien-
stes unterschied sich von dem in der
Wüste, denn sie hatten die Wohnung
und die Geräte zu ihrem Dienst nicht
mehr zu tragen (1. Chr 23,26).

Rainer Möckel

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Mitte. Während der Zeit der Inbesitz- Mackintosh, die fünf Bücher Mose,
nahme des Landes erfahren wir nur Hückeswagen 2006, 1261 Seiten, €
wenig vom Dienst der Leviten. Es wird 24,90 (beim Herausgeber von Folge
uns mitgeteilt, dass sie 48 Städte, dar- mir nach erhältlich)
unter die sechs von Gott bestimmten
Zufluchtsstädte zum Wohnsitz bekom- Im nächsten Heft: Der Levitendienst
men sollten, und ein gewisses Gebiet unter David
Folge mir nach
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Bibel praktisch // Lystra und ein junger Mitstreiter

Die zweite Missionsreise des


Apostels Paulus

LYSTRA UND EIN JUNGER


MITSTREITER
APOSTELGESCHICHTE 16,1–5

Gebiet von Lystra, von Süden gesehen

In einigen Artikeln möchten wir den Apostel Pau-


lus auf seiner zweiten Missionsreise begleiten. Im
ersten Artikel treffen wir ihn in der Stadt Lystra, die
eine der ersten Stationen der Reise war.

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Lystra und ein junger Mitstreiter // Bibel praktisch

Nachdem es bei der Planung der zweiten Diese schöne Entwicklung bei dem jun-
Missionsreise des Apostels Paulus eine Un- gen Timotheus stellt jeden von uns vor
stimmigkeit zwischen Paulus und seinem die Frage, wie es im eigenen Leben mit
früheren Begleiter Barnabas gegeben der geistlichen Entwicklung aussieht.
hatte, zog Paulus gemeinsam mit Silas Vielleicht hast Du gute Fortschritte in
los. Von den Brüdern in Antiochien wur-
den sie der Gnade Gottes anbefohlen.

E
rfreuliches Wachstum

Zielsetzung für diese zweite Mis-


sionsreise1 war es, die Jünger in jeder
Stadt aufzusuchen, in der sie gepredigt
hatten und nach ihrem Wohlergehen zu
sehen (15,36). Mit dieser Absicht errei-
chen Paulus und Silas die Stadt Lystra.
Dort treffen sie auf einen jungen Bru-
der mit Namen Timotheus. Mit Freude der Ausbildung oder im Beruf gemacht.
stellen sie fest, dass dieser junge Mann Vielleicht ist Dein Sparkonto beachtlich
den Entschluss sowohl gefasst als auch angewachsen, weil Du fleißig gejobbt
in die Tat umgesetzt hat, dem Herrn Je- hast. Aber wie sieht es aus mit der geist-
sus nachzufolgen. Er war als Jünger des lichen Entwicklung? Wie sieht es aus
Gebiet von Lystra, von Süden gesehen

Herrn bekannt. mit der Jüngerschaft? Was könnten die


Gläubigen, die Dich kennen, berichten
Paulus bezeichnet diesen jungen Mann über Dein Leben in der Nachfolge des
in 1. Timotheus 1,2 als sein echtes Kind Herrn Jesus – nach zwei bis drei Jahren
im Glauben. Nehmen wir das zusam- – oder sind es schon mehr?
men mit Apostelgeschichte 14,6, dann
können wir davon ausgehen, dass Ti- Jüngerschaft setzt einerseits einen Her-
motheus bei dem ersten Besuch von zensentschluss voraus. Andererseits
Paulus in Lystra die gute Botschaft des gibt es auch ein sichtbares Zeichen, das
Evangeliums aus seinem Mund gehört diesen Herzensentschluss dokumen-
und geglaubt hatte. Jetzt waren etwa tiert – die Taufe. Wer sich taufen lässt,
zwei bis drei Jahre vergangen, und Ti- der macht damit deutlich, dass er von
motheus hatte sich bereits als Jünger nun an ein Leben in der Nachfolge des
bewährt. Die Gläubigen, die ihn kann- Herrn Jesus führen möchte. Hast Du den
ten, konnten ihm ein gutes Zeugnis Entschluss in Deinem Herzen gefasst,
ausstellen. für den Herrn Jesus zu leben? Dann zö-
gere nicht, diesen Entschluss durch die
Taufe öffentlich zu bezeugen und ihn
1 Die erste Missionsreise von Paulus findet man in Apostel-
geschichte 13 und 14. Tag für Tag in die Tat umzusetzen!

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Bibel praktisch // Lystra und ein junger Mitstreiter

B
ereit zu einem Opfer hat die Beschneidung nur noch eine
geistliche Bedeutung. Kurze Zeit vorher
Den jungen Timotheus, der sich (vgl. Apg 15) war in Jerusalem darüber
in seiner Heimat bewährt hatte, möchte gesprochen worden und der Wille des
Paulus gerne mitnehmen als Begleiter Herrn Jesus war klar erkannt worden:
auf der weiteren Reise. Er war sich si- Die aus den Nationen müssen nicht be-
cher, dass er eine gute Hilfe sein würde. schnitten werden (auch für die Juden
Damit bekam Timotheus einen neuen war das vorüber). Warum beschneidet
Aufgabenbereich. Wünschst Du Dir Paulus seinen neuen Begleiter Timot-
auch ein neues Betätigungsfeld oder heus dann überhaupt?
vielleicht verantwortungsvollere Auf-
gaben? Warte auf den Herrn! Er weist Paulus wollte den Juden, denen er
jedem ein passendes Aufgabenfeld zu. das Evangelium verkündigte, keinerlei
Und bedenke: Nur wer im Kleinen treu Möglichkeit zum Anstoß geben. Ob-
ist, wird auch im Großen treu sein kön- wohl er selbst in Bezug auf die Frage
nen. der Beschneidung völlig klar sah, den
Nationen keine Last aufzulegen, wollte
er doch alle möglichen Hindernisse für
die Juden, das Evangelium anzuneh-
men, aus dem Weg räumen. Deshalb
hat er Timotheus beschnitten. Wieder
ist Timotheus ein echtes Vorbild. Er war
bereit, diesen persönlichen Einsatz zu
bringen, um das Evangelium zu fördern
und anderen eine Hilfe zu sein. So-
gar dann, wenn es sich um eine Sache
handelte, die nicht „vorgeschrieben“
Jerusalem war. Auch wir sollen uns nicht an dem
orientieren, was gerade noch erlaubt
Bevor die Reise weitergehen kann, ist, sondern fragen, was das Vorzügli-
beschneidet Paulus Timotheus. Der chere ist (Phil 1,10). Vielleicht gibt es in
junge Mann ist bereit, diese schmerz- einer bestimmten Situation einen Weg,
hafte Handlung an sich vollziehen zu durch Verzicht auf eigene Rechte einen
lassen. Und das, obwohl dazu keine Menschen, einen Gläubigen zu gewin-
zwingende Notwendigkeit bestand! nen. Wenn wir das tun, haben wir das
Die Beschneidung war das Zeichen des Vorzüglichere gewählt.
Bundes zwischen Gott und seinem ir-

B
dischen Volk Israel. Da aber Timotheus efestigung durch Beschlüsse
einen Griechen zum Vater hatte, war er
nicht beschnitten worden. Nun war er So zieht Paulus mit seinen Be-
zum Glauben an den Herrn Jesus ge- gleitern weiter. Sie verkündigen die
kommen. In der Zeit des Christentums Beschlüsse, die in Jerusalem von den

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Lystra und ein junger Mitstreiter // Bibel praktisch

Aposteln und Ältesten festgelegt wor- suchte, nahmen die Mitteilung über die
den waren. Das bedeutet nicht, dass gefassten Beschlüsse bereitwillig auf.
es in der Versammlung (Gemeinde, Kir- Gerne wollten sie das beachten, was
che) Gottes ein Zentralorgan gibt, das ihnen mitgeteilt wurde. So wurden die
Beschlüsse fasst, die dann zu beachten Versammlungen im Glauben befestigt
sind. Wer aufmerksam Kapitel 15 liest, und mehrten sich an Zahl (vgl. V 5). Es
wird feststellen, dass es ein Ringen ist immer Gottes Ziel, dass die Gläubi-
nach Klarheit über die Gedanken Got- gen als Einheit vorangehen. Diesem
tes in Bezug auf bestimmte Fragen war. Ziel entsprechend teilte Paulus die Be-
Schließlich schenkte der Geist Gottes schlüsse mit und diesem Ziel entspre-
Klarheit und bewirkte Einstimmigkeit chend nahmen die Versammlungen
unter den Brüdern. Auch heute noch die Beschlüsse auf. So blieb die Einheit
macht der Herr
Jesus durch sein
Wort und seinen
Geist klar, was
sein Wille ist. Das
ist die verbindli-
che Autorität, die
in der Versamm-
lung Gottes be-
steht.

Vor diesem Hin-


tergrund wird es
Paulus und Silas
nicht schwerge-
fallen sein, die Be-
schlüsse weiter-
zugeben. Wuss-
ten sie doch um Gebiet von Lystra (Türkei), von Süden gesehen
die Autorität des
Herrn Jesus, in
der die Versammlung in Jerusalem in der Gläubigen erhalten und Gott konn-
Einmütigkeit die Punkte festgelegt hat- te sein Werk weiterführen. Er schenkte
te. Neben dieser Autorität, die bis heute Befestigung und Wachstum sowohl bei
besteht, konnte Paulus zudem mit apo- den Einzelnen als auch in ganzen Ver-
stolischer Autorität reden. Diese Autori- sammlungen. Auch bei dir und an dei-
tät gibt es heute nicht mehr. nem Ort?

Die Versammlungen, die Paulus nun Christian Rosenthal


auf seiner zweiten Missionsreise be-

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Bibel kontrastreich

Johannes der Täufer:


„Er ist Elia“ –
„Ich bin es nicht“

Bibelverse sollten möglichst


im Zusammenhang des
Textes untersucht werden.
Trotzdem stolpert man
immer wieder über auf den
ersten Blick überraschende
„Gegensätze“ zwischen
einzelnen Bibelstellen. Die-
se Kontraste fordern zum
Nachdenken auf – und
dazu soll diese kleine Reihe
beitragen. Weitere Anre-
gungen aus dem Leserkreis
sind willkommen…
Der Jordan

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„Er ist Elia“ – „Ich bin es nicht“ // Bibel praktisch

„Ich bin es nicht“ (Joh 1,21) „Er ist Elia“ (Mt 11,14)

Die Juden erwarteten die Befreiung Dem Vater Johannes’ des Täufers wurde
vom Joch der Römer durch Macht, über seinen Sohn vorausgesagt: „Und
vorbereitet durch Männer mit Autorität, er wird vor ihm hergehen in dem Geist
wie Elia, der einst auf dem Karmel Feuer und der Kraft Elias, um die Herzen der
vom Himmel regnen ließ und dadurch Väter zu den Kindern zu bekehren“
das Volk Israel zur Umkehr vom (Lk 1,17). Um diesen Geist und die
Götzendienst brachte (vgl. Mt 16,14). Kraft in Johannes zu erkennen, war
In dieser Erwartung des Elia konnten jedoch Glaube nötig: „Wenn ihr es
sie – so meinten sie – sich auf Maleachi annehmen wollt: Er ist Elia, der kommen
3,23.24 stützen: Dort weist Maleachi soll“ (Mt 17,11). Für den glaubenden
auf einen kommenden Elia hin, der „alle Zeitgenossen wurde eine Parallele
Dinge wiederherstellen wird“ (Mt 17,11; zwischen Gottes Wirken bei Johannes
Mk 9,11.12). Als Johannes der Täufer und Elia deutlich. In diesem Sinn spricht
mit seiner konsequenten Bußpredigt der Herr Jesus daher auch davon, „dass
auftrat, wurde er gefragt, wer er denn Elia schon gekommen ist“ (Mt 17,12; Mk
eigentlich sei. Der Christus? Nein. Dann 9,13). Aber die Massen „haben ihn nicht
doch wohl Elia? Die Antwort Johannes’ erkannt, sondern an ihm getan, was
lautet: „Ich bin es nicht“ (Joh 1,21). irgend sie wollten“ (Mt 17,12); einen
Johannes der Täufer war die „Stimme demütigen, leidenden Elias konnten
eines Rufenden“, und nicht mehr. Er sie sich genauso wenig vorstellen wie
sollte das Volk auf das Kommen ihres einen leidenden Messias.
Messias in Niedrigkeit vorbereiten. In
Offenbarung 11,5 wird übrigens einer
der beiden Zeugen, die in der „großen Als Person war Johannes der Täufer der
Drangsal“ auftreten, mit den Merkmalen Ankündiger des kommenden Erlösers
des historischen Elia beschrieben. Das und nicht der angekündigte Elia selbst.
Kommen dieses „Elias der Zukunft“, das Der Geist und die Kraft, in der Johannes
in Maleachi 3 prophezeit wird, stand auftrat, waren identisch mit derjenigen
zur Zeit Johannes’ des Täufers und steht des historischen und des kommenden
auch heute noch aus – ebenso wie das Elias, und so war er für den Glauben
Kommen des Christus in Herrlichkeit. zugleich ein Vorausbild auf Elia, „der
kommen soll“ (Mt 11,14).

Martin Schäfer
Der Jordan

Folge mir nach


15

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Folge mir nach


16 17
Bibelstudium

B ibelstudium
Welche Bibelübersetzung ist empfehlenswert?
Nein – in diesem Artikel geht es nicht darum, Dir die einzig mögliche
Bibelübersetzung vorzuschreiben! Die gibt es nämlich nicht. Dieses
„Interview“, das aus Fragen entstanden ist, die immer wieder gestellt
werden, kann Euch vielleicht eine kleine Hilfe bei der Auswahl
einer guten Bibel geben. Es ist nicht als Werbung für eine spezielle
Ausgabe zu verstehen.

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Bibelstudium

Frage: In dieser Zeitschrift wird aus der Elberfelder Bibelübersetzung


(Edition CSV Hückeswagen) zitiert. Warum habt Ihr diese Übersetzung
gewählt?

Antwort: Seit Jahrzehnten ist die Elberfelder Übersetzung eine an-


erkannt gute Bibelübersetzung. Bei der Überarbeitung 2003 (Editi- Genauigkeit
on Hückeswagen) wurde die Genauigkeit der Übersetzung unter
Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Ausgaben des
Grundtextes weiter verbessert. Grundlage dieser Überarbeitung
war es, dass die Übersetzer alle Ansätze der Bibelkritik ablehnen,
welche die Inspiration und Autorität des Wortes Gottes und seine
innere Einheit in Frage stellen. Dem Gesamtzusammenhang der
Heiligen Schrift muss daher besonders Rechnung getragen wer- Zusammen-
den, wenn der Handschriftenbefund gelegentlich – und hier han-
delt es sich um vergleichsweise sehr wenige Stellen – nicht eindeu- hang
tig ist. Die Überarbeiter betonen deshalb, dass sie nicht in allen Fäl-
len dem Text der wissenschaftlichen Grundtext-Ausgaben folgen.
Darüber hinaus haben sie einige sprachliche und stilistische Über-
arbeitungen vorgenommen. Wegen der Genauigkeit der Überset-
zung ist diese Übersetzung gut geeignet für „Folge mir nach“, für
das persönliche Bibelstudium und für die tägliche Andacht.

Frage: Warum legt Ihr so großen Wert darauf, dass die einzelnen Wor-
te der Bibel genau übersetzt werden?

Antwort: In Johannes 14,23 sagt der Herr Jesus: „Wenn jemand


mich liebt, wird er mein Wort halten.“ Die genaue Kenntnis seines Wörtlich
Wortes ist Voraussetzung dafür, es halten zu können. 1. Korinther
2,13 spricht sogar davon, dass jedes einzelne Wort vom Geist Got-
tes inspiriert worden ist. Daher kann es bei einer Bibelübersetzung
nicht nur um Gedankengänge gehen. Wir wollen Wort für Wort ger-
ne wissen, was der Heilige Geist hat aufschreiben lassen. Da jedoch
die wenigsten unter uns in der Lage sind, griechisch oder hebräisch
zu lesen, benötigen wir eine Übersetzung, die möglichst jeden ein-
zelnen Ausdruck exakt wiedergibt.

Frage: Andere, freie Übersetzungen lesen sich aber leichter und sind
dadurch verständlicher.

Antwort: Das ist richtig. Allerdings besteht bei einer freien Über-
setzung stets die Gefahr, dass die Lesbarkeit auf Kosten der Ge-
nauigkeit geht. Was nützt es, einen gut lesbaren Text in Händen zu
halten, wenn dieser nicht genau das wiedergibt, was Gott gesagt
hat? Gott hat seine ewigen, eigentlich für den Menschen unfass-
baren Gedanken, in eine endliche, für den Menschen verständliche
Form gebracht. Wir wollen nicht vergessen, dass es göttliche Ge-
Folge mir nach
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Bibelstudium

danken sind, die wir in der Bibel in Händen halten. Daher sollten wir
uns auch die Mühe machen, diese Gedanken richtig zu verstehen.
Leser einer freien Übersetzung haben nicht die Möglichkeit, den
vollständigen Sinn zu erfassen. Je genauer die Übersetzung am
Grundtext angelehnt ist, umso geringer ist die Gefahr, dass Inhalte
verloren gehen.

Frage: Was halten Sie von Bibelübersetzungen wie z.B. „Hoffnung für
alle“?

Verständlich? Antwort: Genau diese Ausgabe ist eine der Bibelfassungen, die
keine Wort-für-Wort-Übersetzung bieten. Sie gehört zu den so-
genannten kommunikativen, vermittelnden, Bibelübersetzungen
(wie auch die Gute-Nachricht-Bibel). Diese legen den Schwerpunkt
nicht auf die Worttreue in der Übersetzung, sondern auf die inhalt-
liche Verständlichkeit. Das Problem besteht darin, dass man den
Inhalt nur dann richtig verstehen kann, wenn man auch (in der
Übersetzung) möglichst die Worte liest, die der Grundtext wirklich
vorgibt. Die kommunikativen Ausgaben dagegen liefern dem Leser
die Auslegung des Grundtextes – und die kann richtig oder falsch
sein, auf jeden Fall wird sie festgelegt. Wer sich dann den Grundtext
oder grundtextnahe Übersetzungen anschaut, wird zum Beispiel
bei der Ausgabe „Hoffnung für alle“ manche Überraschungen oder
Enttäuschungen erleben.
Ein Beispiel, das die Veränderung des Bibeltextes deutlich macht:
Epheser 4,11.
Hfa: „Einige hat er beauftragt, Gemeinden zu gründen, einige re-
Richtig? den in Gottes ausdrücklichem Auftrag, und andere gewinnen Men-
schen für Christus. Wieder andere leiten die Gemeinde oder unter-
richten sie in Gottes Wort.“
Elb:„Und er hat die einen gegeben als Apostel und andere als Prophe-
ten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer ...“
Zwar wird in „Hoffnung für alle“ an einigen Stellen der wörtliche
Text in einer Fußnote angeboten, aber an vielen nicht einmal das
(vgl. hierzu die Stellungnahme in FMN 1998/Heft 8, S. 24.).

Bibel? Dann gibt es inzwischen Textfassungen, die man gar nicht mehr
Bibel nennen kann. Zum Beispiel die Volxbibel (siehe FMN
2/2006, S. 12) und die sogenannte Bibelübersetzung in gerech-
ter Sprache. Bei der letzteren handelt es sich um eine gottes-
lästerliche Ausgabe, in der Gott wechselweise eine männliche
und eine weibliche Person ist, obwohl der Grundtext Gott ohne
eine einzige Ausnahme in der männlichen Form nennt. Dabei
ist zudem zu bedenken, dass im Herausgeberkreis das Netzwerk
lesbischer Theologinnen und andere im Widerspruch zur Bibel ste-
hende Organisationen beteiligt sind.

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Bibelstudium

Es handelt sich bei dieser Ausgabe also um keine korrekte Überset-


zung des Grundtextes, sondern um das Vermischen des Bibeltextes
mit heute üblichen gesellschaftlichen Werten und Vorstellungen. Hinzugefügt
Es wurden ganz bewusst Hinzufügungen vorgenommen. Andere
Aussagen wurden weggelassen oder umformuliert, damit sie den
Wunschvorstellungen und der Weltanschauung der Übersetzer
besser gefielen. Damit ist diese Ausgabe nicht für den allgemeinen
Gebrauch und schon gar nicht für ein Bibelstudium geeignet. Sprü-
che 30,6 warnt: „Tu nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich
nicht überführe und du als Lügner erfunden werdest.“

Frage: Kann man solche Bibelausgaben nicht vielleicht als


Einstiegshilfe für Ungläubige oder Jungbekehrte empfehlen?

Antwort: Die Volxbibel und die Bibel in gerechter Sprache auf kei-
nen Fall. Wie könnte man einen verfälschten oder sogar gotteslä-
sterlichen Text jungen Leuten empfehlen? Darüber hinaus ist jede
Veränderung bzw. Hinzufügung oder Weglassung des biblischen
Grundtextes Gift. Mischt man etwa etwas Gift in die Babynahrung,
nur damit sie leichter zu essen ist? Das wird kein vernünftiger
Mensch tun. Es ist besser, von Anfang an in einer möglichst ge-
nauen Übersetzung zu lesen, als später erst lernen zu müssen, was
wirklich wahr ist, und was menschliche Einfügungen sind.
Bibelübertragungen wie „Hoffung für alle“ sollen ja den Einstieg in
die Welt der Bibel erleichtern, und sind dem einen oder anderen
vielleicht am Start eine Hilfe gewesen. Aber ist es nicht viel besser,
wenn wir Jungbekehrte oder Interessierte an eine exakte Überset-
zung heranführen und ihnen im Gespräch oder durch Begleitmate- Besser
rial „Starthilfen“ geben, anstatt sie in einer Übertragung heimisch
werden zu lassen, die ihnen letztlich den Blick für das echte Wort
Gottes versperrt? Hier sind wir gefordert!
Es gibt übrigens eine Reihe von guten Bibelausgaben, die „Einstei-
gern“, die mit der Bibel noch nicht vertraut sind, durch Zwischen-
überschriften das Lesen erleichtern.

Frage: Manche Sätze in den worttreueren Übersetzungen sind so for-


muliert, dass ich sie dreimal lesen muss, bis ich etwas verstehe. Muss
das so sein?

Antwort: Man sollte beim Lesen bedenken, dass das Wort Gottes
keine Unterhaltungslektüre ist. Was die komplizierten Formulierun- Einlesen
gen in den wortgetreueren Übersetzungen betrifft, so kann man
die Erfahrung machen, und bekommt auch die Rückmeldung von
manchen jungen Leuten, dass man sich nach recht kurzer Zeit an
den Stil solcher Übersetzungen gut gewöhnen kann. Die Frage ist
doch, was uns wichtiger ist: ein Text, der auf Kosten der Genauig-
Folge mir nach
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Bibelstudium

Lebendig keit und damit der Wahrheit gut zu lesen ist, oder ein Text, den ich
konzentrierter lesen muss, der dafür aber möglichst nah am Grund-
text orientiert ist. Jesus Christus sagt von sich: „Die Worte, die ich zu
euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Joh 6,63). Sie sind
nicht einfach so dahergesagt, sondern voll tiefem, weitreichendem
Inhalt. Sogar seine Zuhörer damals verstanden seine Reden nicht
immer (Joh 10,6). Und dennoch sind etwa die Evangelien und viele
Teile des Alten Testaments gar nicht so schwierig zu lesen. Jeder Bi-
belteil, den wir unter Gebet unter der Leitung des Heiligen Geistes
lesen, wird zu einem lebendigen Text, denn das Wort ist wirklich
„lebendig und wirksam“ (Heb 4,12).

Andererseits müssen wir festhalten, dass kein Mitarbeiter der wort-


treueren Übersetzungen Fehlerlosigkeit beanspruchen wird – und
das trifft auch auf die Elberfelder Übersetzung (Edition CSV Hük-
keswagen) zu. Eine Übersetzung ist nicht das Original, das von Gott
inspiriert und fehlerfrei ist. Auch sie ist das Werk von Menschen. Es
wird daher zum Beispiel immer wieder geprüft, ob bestimmte Wör-
Prüfen ter noch verständlich und gebräuchlich sind bzw. ob bestimmte
Wendungen einfacher formuliert werden können.

Frage: Wenn ich, bevor ich morgens das Haus verlasse, ein paar
Minuten in der Bibel lese, bleiben mir viele Sätze unverständlich.

Antwort: Das muss nicht so bleiben. Wenn man sich morgens be-
wusst ein paar Minuten Zeit nimmt, kann man auch kurz über ein
Andacht paar gelesene Verse nachdenken. Es geht ja nicht darum, ganze Ka-
pitel zu lesen. Lieber drei Verse, die mir eine Botschaft für den Tag
mitgeben, als 30, die ich nur überlesen habe. Du musst Dir ja auch
nicht gerade morgens die schwierigsten Bibeltexte vornehmen.
Suche Dir aber zu anderen Zeiten Gelegenheit, Dich in Ruhe, ohne
Termindruck im Nacken, mit Gottes Wort zu beschäftigen. Bete vor-
her, dass Er Dir das Gelesene verständlich macht. Dann wirst auch
Du erleben, dass in der Tiefe große Schätze zu heben sind. Gottes
Wort ist Nahrung für die Seele. Je mehr Du die Worte des Herrn ver-
stehst, umso fester wirst Du bei Ihm bleiben und Ihn lieben.
Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat einmal gesagt,
dass ihm die Bibelstellen, die er nicht versteht, viel weniger Proble-
me machen, als die, die er sehr gut versteht. Bei fast jeder Bibellek-
türe gibt es genug, was Du verstehen kannst. Denk darüber nach
und vertraue Gott, dass Er Dir das andere zu seiner Zeit deutlich
machen wird.

Matthias Franke

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Post von Euch

Wunder des Herrn Gideon und sein


– heute noch Vlies-Zeichen –
möglich? Vorbild oder War-
Warum soll es gefährlich sein, damit zu nung?
rechnen, dass der Herr in seiner über-
natürlichen Macht etwas, was uns un- Warum ist es falsch, wie Gideon in Rich-
möglich erscheint, doch noch zum Gu- ter 6,36-40 um ein Zeichen zu bitten,
ten wendet? E.R. um vor einer Sünde bewahrt zu blei-
ben, und fest damit zu rechnen, dass
Wir sprechen dem Herrn seine All- der Herr die Antwort auf dieses Zeichen
macht nie ab! Er hat schon Tausende erfüllt? E.R.
in ausweglosen Situationen heraus- Du meinst sicher mit der Bewahrung
gerettet und wunderbar geführt (2. vor einer Sünde einen falschen Weg,
Kor 1,8.9; 4,8). Etwas anderes ist es eine falsche Entscheidung, und nicht
sicher, wenn man zum Beispiel ganz „konkrete“ Sünden – da ist Gottes
konkret für die Heilung einer schwer- Wort ja eindeutig und direkt zu be-
kranken Mutter betet. Das haben folgen. Wenn es im Leben um solche
auch Maria und Martha nicht getan, Wegentscheidungen geht, sind in
sondern nur ausrichten lassen: „Herr, erster Linie die Fragen „Ist der Weg
siehe, der, den du lieb hast, ist krank“ in Übereinstimmung mit Gottes
(Joh 11,3). Es wird sicher auch heute Wort?“ und „Gehe ich diesen Weg
Christen geben, denen der Herr die zu Gottes oder zu meiner eigenen
innere Glaubensüberzeugung der Ehre?“ zu stellen. Doch auch dann ist
Wendung zum Guten schenkt und die noch nicht jeder Weg als Gottes Weg
dann auch so beten können (1. Kor („Ebne vor mir deinen Weg“, Ps 5,9)
12,8). Aber es ist andererseits recht erkennbar. Manchmal gilt es dann zu
gefährlich und verkehrt, von dem warten und die innere Überzeugung
Herrn eine Sache zu ertrotzen – dann durch Gebet zu erhalten. Nicht selten
kann auch Magerkeit für unser geist- können auch äußere Umstände ein
liches Leben folgen (Ps 106,15). „Dein zusätzlicher Fingerzeig, ja vielleicht
Wille geschehe“ – in dieser Haltung eine Art von Zeichen sein (2. Kor
dürfen wir alles Ihm, dem allmächti- 2,13).
gen und zugleich weisen Herrn und
unserem Vater übergeben, ohne dass Eine regelrechte „Verabredung“ mit
wir den Glauben abschwächen wol- dem Herrn zu treffen, etwa in dem
len, wenn der Herr einem ganz deut- Sinn von: „wenn die erste Absage auf
lich macht, für ein bestimmtes Wir- meine Bewerbung eintrifft, soll ich
ken des Herrn beten zu sollen. mich für einen anderen Beruf ent-
scheiden“, birgt jedoch die Gefahr
Folge mir nach
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Post von Euch

in sich, weniger in Ruhe den Willen Gideons auch nicht viel zu loben. Es
des Herrn zu erflehen und dadurch fällt auch auf, dass Gideon durch die
vielleicht doch auf einem „Holzweg“ doppelte Zuwendung Gottes beim
zu landen. Ich würde nicht sagen, Vlies weder mehr Zuversicht bekam
(das kam erst, als er von dem
Traum des Midianiters erfuhr)
noch mehr Klarheit. Das sollte
uns vorsichtig im Umgang mit
sogenannten Zeichen machen.
Es sollte uns sicher zu denken
geben, dass der Apostel Paulus,
nachdem er ein für uns viel-
leicht „eindeutiges“ Zeichen
empfangen hatte (das Gesicht
des mazedonischen Mannes)
nach Rücksprache mit seinen
Mitarbeitern zu dem eher vor-
sichtigen Schluss kommt: „da
wir schlossen, dass Gott uns
gerufen habe“ (Ap. 16,10).

dass der Herr diese Möglichkeit nicht Aber ist die Geschichte nicht zu-
auch mal schenkt, aber ein Leiten mit gleich ein Spiegel unserer eigenen
seinen Augen (Ps 32,8) ist doch dem Unsicherheit – und der mitfühlenden
durch Zaum und Zügel (Vers 9) alle- Gnade Gottes? Wenn Gott uns etwas
mal vorzuziehen. klar gemacht hat, brauchen wir dazu
keine Zeichen mehr und offenbaren
Man sollte aber auch vorsichtig sein, dann eher Unglauben als Vertrauen,
eine Entscheidung, die man getrof- wenn wir noch in den Startlöchern
fen hat und die man später wieder bleiben. Aber zugleich lässt sich der
korrigieren musste, gleich als Sünde Herr oft zu uns herab und gibt uns –
zu bezeichnen (besonders bei ande- zum Beispiel durch klare Begleitum-
ren!). Mancher Zick-Zack-Kurs in un- stände – zusätzliche Gewissheit. So
serem Leben kann auch zur Schuler- gütig ist unser Herr!
ziehung Gottes gehören!
Ich hoffe, Deine Fragen richtig ver-
Gott hatte Gideon übrigens bereits standen und auch für Dich nützlich
vorher deutlich seinen Auftrag und behandelt zu haben. Wenn nicht, so
auch die Zusage seiner Gegenwart danke ich Dir für Hinweise und werde
gegeben (Ri 6,14.16), da gab es ei- diese gerne berücksichtigen.
gentlich nichts mehr zu bestätigen. Herzliche Grüße,
Deshalb gibt es an dieser Handlung Martin Schäfer

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Personen in der Bibel
Die beiden
„Namenlosen“
Von vielen Männern Gottes und Dienern des Herrn in der Bibel
werden uns die Namen mitgeteilt. Die Bibel hat ihnen ein
ewiges Denkmal gestiftet. In 2. Korinther 8,18.22 finden wir zwei
Männer Gottes, die besonders treu gewesen sein müssen und
von denen einige nachahmenswerte Eigenschaften berichtet
werden. Nur eins wird uns über sie nicht mitgeteilt: ihre Namen.

Folge mir nach


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Personen in der Bibel // Die beiden „Namenlosen“

„Wir haben aber den Bruder Dienst. – Der Herr tut das übrigens
mit ihm gesandt, dessen Lob auch nicht! – Sie hatten auch kein
Problem damit, im Schatten von Titus
im Evangelium durch alle
zu stehen. Sie dienten aus Liebe den
Versammlungen verbreitet Gläubigen und damit dem Herrn, und
ist … Wir haben aber unseren das adelt jeden Dienst.
Bruder mit ihnen gesandt,
den wir oft in vielen Stücken
erprobt haben als einen, der E in gutes Zeugnis
Das gute Zeugnis des einen Bru-
ders war Gesprächsthema in allen Ver-
eifrig ist, nun aber noch viel
sammlungen. Dem anderen Bruder
eifriger durch das große Ver- wird von Paulus selbst ein schönes
trauen zu euch.“ Zeugnis ausgestellt. Damit erfüllten
sie das erste Kriterium von Apostelge-
Wir könnten viele Mutmaßungen an- schichte 6,3, das zwingend notwen-
stellen, wer diese zwei wohl gewesen dig war für ihre bevorstehende Aufga-
sind. Aber abgesehen davon, dass wir be. Dass sie auch voll Heiligen Geistes
zu keinem eindeutigen Ergebnis kom- und Weisheit waren, und damit auch
men würden, hat Paulus sicher nicht die anderen beiden Kriterien erfüll-
ohne Grund ihre Namen weggelassen. ten, darüber besteht kein Zweifel.
Für die Korinther waren sie ja auch als
Begleiter des Titus eindeutig identi- Über den einen wurde nur Lobens-
fizierbar. Vielleicht wollten sie auch wertes geredet, der andere war von
selbst überhaupt nicht in den Vorder- Paulus erprobt und für geeignet be-
grund treten. Dafür gibt der Text mei- funden worden. Wenn sie damit das
nes Erachtens Anhaltspunkte. Kriterium aus 1. Timotheus 3,10 er-
füllten („lass diese aber auch zuerst

B ereit, zu dienen
Beide Brüder waren von Ver-
sammlungen gewählte Gesandte, die
erprobt werden“), können wir davon
ausgehen, dass auch die anderen Vor-
aussetzungen aus diesem Kapitel für
mit Titus zusammen eine finanzielle wahre Diener bei ihnen vorhanden
Zuwendung der Gläubigen aus Ko- waren.
rinth an die bedürftigen Versamm-
lungen in Judäa überbringen sollten. Wir sehen, wie viel Wert der Herr auf
Paulus hatte Titus dazu aufgefordert, persönliche Treue legt und auf ein gu-
die Gabe in Empfang zu nehmen. Um tes Zeugnis vor den Menschen.
Misstrauen vorzubeugen, das bei fi-

E
nanziellen Angelegenheiten schnell ifrig
aufkommen kann, sollten die beiden Der eine Bruder tat eifrig und mu-
Brüder Titus begleiten. Das war ihr tig das Werk eines Evangelisten, der
Dienst – mehr im Augenblick nicht. andere war sogar in vielen Bereichen
als besonders eifrig aufgefallen. Egal,
Sie dachten nicht gering von diesem

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Die beiden „Namenlosen“ // Personen in der Bibel

ob die Aufgabe groß oder klein war,


ob der Dienst im Verborgenen oder in
der Öffentlichkeit geschah, sie dien-
F azit für uns
Neigen wir nicht dazu, uns größer
zu machen, als wir sind? Streben wir
ten dem Herrn – und das mit Eifer. nicht oft nach Aufsehen erregenden
Diensten? Sind wir nicht ständig in

D och nicht namenlos


Sie hatten vielleicht keine hohe
Position wie Titus. Ihre Namen sind
der Gefahr, uns selbst zu rühmen und
uns einen Namen zu machen in die-
ser Welt oder vielleicht sogar im Werk
dem Gedächtnis der Menschheit, so- des Herrn? Ist es uns nicht manchmal
gar der Christenheit entschwunden, wichtig, dass unser Name positive Er-
aber in ihrer Bereitschaft, zu dienen, wähnung findet, oder vielleicht in der
in ihrer Liebe zu den Geschwistern, Zeitung, auf einem Buch-Cover oder
in ihrer Treue und ihrem Eifer, in ih- unter einem Artikel prangt? Denken
wir daran, dass David sich einen Na-
men machte, nachdem Gott ihm Sie-
ge über seine Feinde geschenkt hatte
(2. Sam 8,13). Und war nicht vielleicht
gerade das der Anfang einer traurigen
Entwicklung bei ihm?

Johannes der Täufer ist ein Beispiel


dafür, wenig aus sich selbst zu ma-
chen, klein von sich zu denken und
mit Bescheidenheit davon zu erzäh-
len, was man selbst tut. Wer Christus
kennengelernt und Ihn vor Augen hat,
wird empfinden, wie klein er ist. Dann
ist einem nichts wichtiger, als dass Er
groß wird (vgl. Joh 3,30): seine Liebe,
seine Treue, sein Eifer, seine demütige
Gesinnung und sein mutiges Zeugnis
sollen in dieser Welt sichtbar werden.

rem Mut zum Zeugnis und in ihrer Wie schön wäre es, wenn nicht un-
Bescheidenheit zeigten sie etwas von sere Namen der Welt im Gedächtnis
den schönen Wesenszügen Christi blieben, sondern vielmehr eine Aus-
und bekamen daher von Paulus, in- zeichnung, wie es diese beiden „na-
spiriert durch den Heiligen Geist, ei- menlosen“ Brüder bekamen: Christi
nen besondern „Namen“: Christi Herr- Herrlichkeit.
lichkeit (V. 23).
Marco Leßmann

Folge mir nach


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Ernst Modersohn –

Evangelist und
Schriftsteller
Ernst Modersohn wurde am
14. Februar 1870 als fünftes
Kind nach drei Brüdern und
einer Schwester in Soest ge-
boren. Sein Vater war ein sehr
strenger und ernster Mann,
der von Beruf Bauunterneh-

Soest, Jakobistraße-Hospitalgasse um 1900


mer war. Die Kinder fanden
keinen rechten Zugang zu
ihm. Dagegen lobte Ernst
später seine Mutter als gute
Erzieherin, von der er viel
gelernt und übernommen
habe.

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Ernst Modersohn // Lebensbeschreibung

Modersohn wurde ein gern gehör- seinem Sohn Ernst ganz entschieden
ter Prediger, ein guter Seelsorger und dieses Vorhaben. Viel später wiederum
Schriftsteller, und hatte nur den einen schreibt Ernst Modersohn selbst: „Mein
Wunsch, das weiterzugeben, was auch Vater blieb fest, und ich bin ihm heute
sein eigenes Leben prägte: unter der im Alter noch dankbar, dass er mich da-
Führung Gottes zu leben! In jedem sei- durch vor einer falschen Weichenstel-
ner Bücher spürt der Leser, dass er mit lung bewahrt hat.“
seinen Diensten allein Gott die Ehre
gab und andere Menschen motivierte, Zunächst war es für ihn sehr schwer
allein auf Gott zu vertrauen. Das war für herauszufinden, welchen Beruf er er-
ihn Sinn und Zweck seiner Arbeit. Doch lernen könnte. Nach langem Abwägen
bis es so weit kam, musste er einige Er- von unterschiedlichsten Möglichkei-
fahrungen machen. ten, die er mit seinem Vater durchdach-
te, entschied er sich schließlich für ein
Die Kindheit Studium der Theologie. Er begann die-
ses Studium, ohne Frieden mit Gott zu
Ernst Modersohn wuchs in einer, wie haben. Sein Studium war also ein rein
wir sagen würden, ganz normalen Fa- theoretisches Erforschen der „Lehre
milie auf. Schon früh wurde sein Talent von Gott“. Er eignete sich viel Kopfwis-
zum Schreiben entdeckt. Bereits im Al- sen an und lernte die ersten Predigten
ter von 16 Jahren fing er an, Gedichte, auswendig. So bestand er schließlich
kleine Novellen und Skizzen zu schrei- sein Examen.
ben. Bald wurden seine Schreibarbeiten
in einer Zeitung veröffentlicht. Er selbst Pfarrer ohne neues Leben
schreibt über sich, dass er in seiner Ju-
gendzeit durch die Liebe zur Schrift- Nun wollte er natürlich seine Arbeit im
stellerei und Dichtkunst vor manchen Kirchendienst beginnen, aber keine
Soest, Jakobistraße-Hospitalgasse um 1900

Gefahren bewahrt wurde. Stelle war für ihn frei. Schließlich wurde
ihm durch Empfehlung eine Stelle als
Schauspieler oder Prediger? Lehrer angeboten. Er nahm diese Stelle
an und musste nun 105 Kinder im Alter
Doch war die Liebe zur Kunst auch eine von sechs bis neun Jahren unterrichten.
Gefahr für ihn. Denn seine Begabung Dabei kam er sich so hilflos vor, dass er
wurde schnell bekannt, und eine Zei- aus lauter Verzweifelung anfing zu be-
tung forderte ihn auf, Theaterberichte ten. Hierbei machte er folgende Erfah-
zu verfassen. Daraufhin besuchte er rung: Das Gebet war für ihn die einzige
die Theateraufführungen und schrieb Hilfe in der Not. Nach einiger Zeit mach-
für die Zeitung. Das begeisterte ihn te ihm sein neuer Beruf als Lehrer dann
sehr. Er sah sich selbst schon als Schau- sogar Freude.
spieler auf der Bühne stehen. Das war
sein Traum. Als jedoch sein Vater von Am 1. September 1893 wurden dann
diesem Vorhaben erfuhr, verbot er zwei Lehrvikariatstellen frei – so wird die

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Lebensbeschreibung // Ernst Modersohn

praktische Ausbildungszeit für Pfarrer in digt musste sein Hals massiert werden.
der evangelischen Kirche genannt. Gott Doch sein Vertrauen auf Gott wurde
führte Ernst Modersohn zu einer freien belohnt. Keine einzige Predigt musste
Stelle in das Siegerland. Hier begann er wegen der Halserkrankung abgesagt
seine neue Arbeit mit Eifer, aber schon werden!
bald war er ganz enttäuscht, als eine Im Jahr 1894 wurde Ernst Modersohn
Halskrankheit ausbrach, die ihn schon Pfarrer in Weidenau im Siegerland. Am
vorher einmal gequält hatte und Reden 9. April 1896 heiratete er Hedwig, eine
praktisch unmöglich machte. Zunächst gläubige Frau aus Münster. Die bei-
rieten ihm zwei Ärzte, seinen Beruf den führten eine glückliche Ehe, und
aufzugeben. Sie waren der Meinung, der Herr schenkte ihnen drei Töchter.
dass die Krankheit durch das häufige Im Jahr 1900 wurde Modersohn dann
Predigen erneut ausgebrochen sei. Pfarrer in Mülheim an der Ruhr. Dort
Was Modersohn damals nicht wusste: übernahm er auch Aufgaben im schrift-
Gott hatte seine Hand im Spiel. Denn lichen Dienst.
dieses Ereignis war der Wendepunkt in Sehr plötzlich wurde seine Frau krank
seinem Leben! Völlig verzweifelt, ratlos, und starb. Das war eine große Not für
unsicher und entmutigt wandte er sich ihn. Er hatte in seiner Frau eine große
an Gott. Hilfe gehabt und spürte umso mehr
Man kann zwar noch nicht von einem die Einsamkeit. Das Alleinsein mit drei
Sündenbekenntnis reden, aber Moder- Töchtern war für ihn sehr schwer.
sohn vertraute sich in dieser Situation Doch nach einiger Zeit schenkte ihm
ganz Gott an. Gott bekannte sich dazu der Herr, dem er auch in den Zeiten
und führte ihn zu gläubigen Christen der Not treu gedient hatte, die Gewis-
im Siegerland, die ihm den Weg zu Gott sheit, dass er noch einmal heiraten
wiesen. Mehr und mehr erfuhr er über solle. Durch seinen schriftlichen Dienst
den einzigen Weg zu Gott, nämlich den lernte er seine zukünftige Frau kennen.
Herrn Jesus. Er übergab Ihm sein Leben Diese Ehe bezeichnete er aufgrund der
nahm Ihn an als seinen persönlichen Ereignisse des Zustandekommens der
Heiland und Herrn. Verbindung später als eine im Himmel
geschlossene Ehe. Sowohl Ernst als
Freud und Leid – nah zusammen auch seine künftige Frau, Gertrud von
Werthern, waren sicher, dass sie zu-
Zwar konnte er keinen genauen Tag sei- sammengehörten, bevor sie sich über-
ner Bekehrung nennen, aber sein Leben haupt gesehen hatten. Allein durch den
sollte jetzt einzig und allein dem Herrn schriftlichen Kontakt erhielten beide
geweiht sein. Ihm wollte er dienen, von diese Gewissheit. Modersohn schreibt
Ihm wollte er zeugen und Menschen für dazu in einem seiner lesenswerten
diesen Herrn und Heiland gewinnen. Bücher, dass ohne die Sicherheit vom
Das sollte sein weiteres Leben bestim- Herrn die erste Begegnung sicher die
men. Gesundheitlich ging es ihm nicht letzte gewesen wäre.
merklich besser, und vor mancher Pre- Auch diese zweite Verbindung war eine

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Ernst Modersohn // Lebensbeschreibung

glückliche Ehe, wenn es auch für die Herr ihn für diesen Dienst berufen hat-
Frau nicht einfach war, eine neue Mut- te. Mit ca. 260 Büchern und Heften (Ge-
ter für drei Mädchen zu sein. Sie erzog samtauflage von über 4 Millionen) wur-
diese Kinder mit viel Gebet, und der de er ein bekannter Schriftsteller.
Herr schenkte noch drei weitere Kinder An verschiedenen Orten und auf unter-
dazu. Mit großer Dankbarkeit durfte schiedliche Art und Weise hat Moder-
Ernst Modersohn miterleben, dass alle sohn Menschen auf Christus hingewie-
sechs Kinder sich für den Herrn Jesus sen. Sowohl solche, die noch kein Leben
entschieden. aus Gott hatten als auch die, die bereits
den Heiland angenommen hatten. Das
Botschafter Jesu Christi in Wort war ihm wichtig – er wollte Menschen
und Schrift zu Christus führen.

1906 wurde Modersohn nach Blan- Bis heute lohnt es sich, Bücher von Mo-
kenburg versetzt. Dort übernahm er dersohn zu lesen. Sie zeigen deutlich,
die Leitung des Allianzhauses und des dass ein Leben mit dem Herrn der Mühe
Thüringischen Gemeinschaftsbund. In wert ist. Modersohn hatte die Gabe, an-
deren Menschen Mut zu machen, denn
er sprach und schrieb aus seinen eige-
nen Erfahrungen. Sein Leben ging nicht
nur über Höhen, doch immer wieder er-
lebte er die Hilfe seines Herrn.

dieser Zeit gründete er die Wochen- Buchempfehlungen – Bücher von


schrift „Heilig dem Herrn“. 1910 wurde Ernst Modersohn:
er freigestellt für den evangelistischen
Dienst, und schon bald nannte man ihn Folgende Bücher über oder von Ernst
„den deutschen Moody“. Während des Modersohn können wir empfehlen,
zweiten Weltkrieges erhielt er ein fast auch wenn man suchen muss, um sie
fünfjähriges Reise-, Rede- und Schreib- (gebraucht) zu kaufen:
verbot durch das Hitler-Regime. In der Lebensschule
Die Frauen des Neuen Testaments
Ernst Modersohn reiste mehr als dreißig
Jahre als Evangelist umher. Er sprach in Dein eigen bis in den Tod (sehr zu
kleinen und großen Sälen – auch ohne empfehlendes Buch, auch für angehen-
Mikrofon. Er sprach aus einer gelebten de Ehepaare )
Gemeinschaft mit dem Herrn heraus, Menschen, durch die ich gesegnet
mit dem festen Bewusstsein, dass sein wurde

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Die spanische Wand
„Meine Wehklage hast du mir in einen Reigen
verwandelt … HERR, mein Gott, ewig werde ich
dich preisen!“ (Psalm 30,12.13).
Ein schwer verunglückter Mann lag im Krankenhaus. Dort hatte er viel Zeit zum
Nachdenken. Und da die Heilungsaussichten ungewiss waren, dachte er auch über
den Tod nach.

Eines Tages stellte eine Krankenschwester auf einmal eine spanische Wand um sein
Bett. Der Mann verstand, was das zu bedeuten hatte: Ihm blieb nicht mehr viel Zeit.

An der Wand, seinem Bett ge-


genüber, hing ein Bibelspruch:
„Kommt her zu mir, alle ihr
Mühseligen und Beladenen,
und ich werde euch Ruhe
geben“ (Matthäus, Kapitel 11,
Vers 28). Sein Blick wanderte
vom Spruch zur spanischen
Wand und wieder zurück. Zu
Jesus kommen! Aber war es
für ihn nicht zu spät? Er war
doch bisher so gleichgültig
gewesen gegenüber Gott und
der Ewigkeit. Aber jetzt dräng-
te die Zeit. Da rief er laut: „Herr
Jesus, ich komme zu Dir!“ –
„Armer Mann“, dachte sein
Bettnachbar, „jetzt fängt er an
zu spinnen.“
(Aus dem Kalender „Die gute Saat“)

Der Herr hörte diesen Notschrei! Er selbst hatte ja diesem verlorenen Mann ins Ge-
dächtnis gerufen, was dieser früher einmal gehört hatte: „Wer zu mir kommt, den
werde ich nicht hinausstoßen“ (Johannes, Kapitel 11, Vers 25). Diese Heilsbotschaft
fiel jetzt in sein aufgewühltes Herz, und die Saat ging auf. Er fand Frieden.

Später erschien die Krankenschwester erneut: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe
mich im Zimmer geirrt“, und nahm die Wand wieder weg. – „O Schwester, Ihr Irrtum
ist mir zum Heil geworden.“ – Der Mann wurde bald wieder gesund und führte ein
glückliches Leben in der Nachfolge Jesu.

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