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ei t sch ri f t für junge Christen

Kinder, Evangelium
und die richtigen
Medien 4

Kolosser 1
Christus vor Augen 13

Gilgal
Wie kann ich geistliche
Segnungen genießen? 25

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Folge mir nach
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Inhalt/Impressum

Inhalt
Aus aktuellem Anlass:
Kinder, Evangelium und die richtigen Medien ...............................................................4
Post von euch:
Die Fußwaschung – heute noch aktuell ......................................................................... 12
Zum Nachdenken:
Pinnwand .................................................................................................................................. 16
Bibelstudium:
Christus vor Augen – Kolosser 1 ....................................................................................... 18
Bibel praktisch:
Bibel kontrastreich: Die Gegenwart „Tag“ und „Nacht“ ........................................... 23
Gilgal ............................................................................................................................................ 25
Jesus Christus:
Christus und die Christen Teil 2 ......................................................................................... 30
Gute Botschaft:
Die Stunde schlägt ................................................................................................................. 32

Impressum
Herausgeber: Anschrift der Redaktion:
Christliche Schriftenverbreitung Rainer Brockhaus · Kormoranweg 18 · 46487 Wesel
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geber. Bibelübersetzung: Elberfelder Übersetzung (Edition CSV © PixelQuelle.de: 1, 4, 6, 7, 13, 23, 32
Hückeswagen). © Wikipedia: 25

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Das persönliche Grußwort

„Folge mir nach!“

W er ruft uns solche Worte zu? Sie kommen ganz sicher aus verschiedenen
Quellen. Es gibt solche, die ihren Ausgangspunkt in dem Herrn Jesus haben, aber
auch andere, die vom Teufel benutzt werden. Moment mal – Kann es eigentlich
sein, dass der Teufel auch gläubige Menschen dazu benutzt, Dinge zu sagen oder
zu tun, die nicht gut sind für andere? „Nein“, würde ich spontan antworten, wenn
uns die Bibel nicht berichtete, dass der Herr Jesus einmal zu Petrus sagte: „Geh
hinter mich, Satan“ (Mt 16,23). Petrus hatte doch den Herrn Jesus von ganzem
Herzen lieb, wendest Du vielleicht ein. Das ist wahr. Aber leider waren die Worte,
die Petrus an seinen Herrn richtete, in diesem Augenblick böse. Der Teufel wollte
unseren Herrn davon abbringen, das Erlösungswerk am Kreuz zu vollbringen. Und
Petrus wurde in dieser Sache das Sprachrohr Satans.
Wie können wir nun prüfen, ob etwas nützlich für uns ist oder nicht? Gerade wenn
man jung ist, fällt das nicht immer leicht, weil man noch nicht so viel Erfahrung
hat. Eins ist dabei ganz sicher: Die Bibel – das Wort Gottes – ist dafür das
entscheidende Kriterium. Doch auch da muss man aufmerksam bleiben. Denn
auch die Bibel kann dazu missbraucht werden, Ideen, Wege, Handlungsweisen zu
rechtfertigen, die nicht in Übereinstimmung mit Gottes Gedanken sind.
Es ist das Anliegen der Schreiber in dieser Zeitschrift, bei den vielen Stimmen
in unserer Zeit eine Hilfestellung zur besseren Unterscheidung von „richtig“
und „falsch“ zu geben. Die Verständnishilfe für den Kolosserbrief (S. 18) soll
dazu dienen, den „Geschmack an der unverfälschten Milch“ zu verstärken. Eine
Anleitung zum richtigen Umgang mit den Medien (S. 4) soll uns sensibilisieren,
Vorteile und Gefahren dieser Mittel zu erkennen.
Natürlich wollen wir uns nicht nur von anderen „füttern“ lassen. Es ist unheimlich
wichtig, sich selber verschiedene Fragen zu stellen und die Antwort in der Bibel zu
suchen. Vielleicht helfen dazu solche Anregungen wie auf Seite 30. Wenn man die
dort angegebenen Stellen gemeinsam mit anderen liest und überdenkt, ist das
in der Regel noch interessanter und gewinnbringender, weil man sich ergänzen
und korrigieren kann. Sich dabei der modernen Kommunikationsmittel zu
bedienen, ist sicher gerade bei jungen Leuten ein Mittel der Wahl. Wie erwähnt,
soll das jedoch mit Bedacht und Vorsicht geschehen. Allerdings sollte man die
„traditionellen“ Mittel nicht aus dem Auge verlieren. Zu diesen gehört der direkte,
persönliche Austausch, gute Literatur, und sicher auch diese Zeitschrift.
Ich hoffe, dass dieses Heft für Dich, lieber junger Leser, wirklich interessant und
hilfreich ist und zur Freude am Herrn Jesus und seinem Wort beiträgt.

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Kinder,
Evangelium und
die richtigen
Medien
Es ist eine ständige
Herausforderung für Gläubige,
die mit jungen Leuten arbeiten:
Wie können wir junge Menschen
für den Herrn Jesus begeistern,
für ein Leben mit Christus? Ist
alles überholt, was vor 20 Jahren
noch galt, und muss man neue
Rezepte erfinden? Ein paar
Gedanken zum Einsatz von
neueren Medien in der Arbeit
mit jungen Menschen sind sicher
nicht verkehrt ...

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Kinder, Evangelium und die richtigen Medien // Aktuell

Die Suche nach dem richtigen Ton Instrumente sinnvoll sind – geht es im
christlichen Bereich um zwei Pole:
Der eine oder andere Leser denkt viel-
leicht: Was hat denn dieses Thema in
einer Zeitschrift für junge Christen zu Absender- und Empfängerorien-
suchen? Das sollte den Schreibern doch tierung
klar sein, wie man junge Menschen er-
reicht! Sonst mögen sie schweigen ... a) Gott hat eine Botschaft an die Men-
Und tatsächlich müssen wir zugeben, schen. Sie ist „absenderorientiert“,
dass wir immer wieder auf der Suche denn Gott selbst bestimmt diese
nach dem richtigen Ton, nach den ad- Botschaft. So predigte Paulus – ob
äquaten Inhaltsschwerpunkten, nach die Menschen es hören wollten
den bedürfnisgerechten Themen, nach oder nicht: „Denn eine Notwen-
den passenden Instrumenten sind, digkeit liegt mir auf; denn wehe
wenn es um junge Christen geht. Keiner mir, wenn ich das Evangelium nicht
von uns würde behaupten zu wissen: verkündigte!“ (1. Kor 9,16). Dieses
Genau so muss es laufen! Und wenn je- Evangelium passte Paulus nicht an
mand von sich denkt, er wäre Experte, die Zuhörerschaft an – es war (und
besteht zumindest die Gefahr, dass er ist) unveränderlich!
sich selbst überschätzt und den Bezug b) Der Prediger (oder Schreiber) der
zu den jungen Leuten bereits verloren biblischen Botschaft muss sich zu-
hat. gleich nach den Bedürfnissen der
Aber auch für noch etwas jüngere Chris- Empfänger richten: „Denn obwohl
ten ist dieses Thema von Bedeutung! ich von allen frei bin, habe ich mich
Denn jeder von uns kennt Christen, die allen zum Sklaven gemacht, damit
noch jünger sind als wir. Vielleicht hast ich so viele wie möglich gewinne.
gerade Du den Auftrag und die Fähig- Und ich bin den Juden geworden
keit, Dich mit Kindern zu beschäftigen. wie ein Jude, damit ich die Juden
Und dann stellt sich auch für Dich die gewinne; denen, die unter Gesetz
Frage: „Wie und womit kann ich diesen sind, wie unter Gesetz (obwohl ich
Kindern eine Hilfe sein, zum Herrn Je- selbst nicht unter Gesetz bin), da-
sus zu finden oder beim Herrn Jesus zu mit ich die, die unter Gesetz sind,
bleiben?“ gewinne ... Ich bin allen alles ge-
worden, damit ich auf alle Weise
Christen haben hier einen Spagat zu be- einige errette“ (1. Kor 9,19–22).
wältigen. Während es beim Schreiben
und Zusammenstellen einer Zeitung Wir haben also eine Botschaft vom
oder eines Magazins, der Hefte, die Du Kreuz, die wir dem Empfängerkreis
auch aus der Schule oder Gesellschaft nicht anpassen. Für „ablehnende“ Leute
kennst, vor allem um die Frage geht: weichen wir das Evangelium nicht auf.
„Mit welchen Themen und welchem Vor besonders konservativen Leuten
Stil erreichen wir eine möglichst hohe verschärfen wir das Evangelium nicht.
Auflage?“ – egal, ob die Themen und Vor gesetzlichen Christen lassen wir die
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Aktuell // Kinder, Evangelium und die richtigen Medien

Freiheit der christlichen Wahrheit nicht tern, mit unserem Kleinvieh und mit
zu einem gesetzlichen Weg werden. unseren Rindern wollen wir ziehen“ (2.
Und vor Christen, die gerne die Freihei- Mo 10,9). Sondern es geht darum, dass
ten der modernen Gesellschaft genie- man sich einmal in diejenigen hinein-
ßen wollen, rufen wir nicht die Freiheit denkt, sich mit denen identifiziert, die
aus, es sei egal, wie der Christ lebt. man ansprechen möchte.
Und doch passen wir uns dem Zuhö- Vielleicht haben junge Menschen auf
rer-, dem Leserkreis an. Mit Kindern dem Land andere Interessen als Ju-
redet man anders als mit Erwachsenen. gendliche in Großstädten. Vielleicht
Mit gerade wiedergeborenen Chris- gibt es unterschiedliche Zugangswege
ten spricht man anders als mit einem für junge Leute im Süden, im Norden
Gläubigen, der schon 20 Jahre ein Kind oder im Osten unseres Landes. Dem
Gottes ist. Mit Menschen, die am Rand kann man in einer Zeitschrift nicht so
der Gesellschaft leben, redet man ein- gut Rechnung tragen. Wohl aber in ei-
fach anders als mit einem Menschen, nem persönlichen Dienst, der beson-
der in der High-Society lebt. Nicht die ders wirkungsvoll ist.
Botschaft verändert sich, wohl aber der
Wenn man sich mit jungen Menschen
Schwerpunkt der Botschaft, das Mittel
beschäftigt, wird man feststellen, dass
und der Ton, mit denen die Botschaft
die Lesegewohnheiten heute ganz an-
weitergegeben wird.
ders sind als vor 20 Jahren. Das trifft
nicht auf jeden Einzelnen zu, aber auf
den sogenannten Durchschnitt. Wenn
Kennen wir die Welt unserer An-
man junge Menschen künftig noch er-
sprechpartner eigentlich?
reichen möchte, muss man sich mit die-
Dazu ist es nötig, dass man die Zielgrup- sen Lesegewohnheiten beschäftigen.
pe, die man speziell ansprechen möch-
te, auch kennt. Es ist nicht notwendig,
Theologie, Kommunikationswissen-
schaften oder Neue Medien studiert zu
haben. Aber ein bisschen Arbeit muss
man sich schon machen, wenn man Kin-
der oder Jugendliche erreichen möch-
te. Die jeweiligen Adressaten merken,
ob man sich dieser Mühe unterzogen
hat! Dabei geht es nicht darum, seinen
Dienst grundsätzlich nur noch auf eine Diese mögen sich in 10 Jahren wieder
Teilgruppe der Christen zu beschrän- geändert haben. Aber heute scheint
ken. Auch hier gilt, was Mose dem Pha- es so zu sein, wie eine Reihe von Un-
rao sagte: „Mit unseren Jungen und mit tersuchungen ergeben hat, dass man
unseren Alten wollen wir ziehen, mit Jugendliche mit klassischen Medien
unseren Söhnen und mit unseren Töch- nur noch teilweise ansprechen kann.

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Kinder, Evangelium und die richtigen Medien // Aktuell

Das heißt nicht, dass das Buch out ist Ohne moderne Medien werden junge
(siehe [leider] Harry Potter, usw.). Auch Menschen heute ihr Leben nicht mehr
Hörbücher und Erzählkassetten sind bestreiten können. Es liegt an uns, den
zunehmend gefragt. Aber klassische „etwas“ älteren, sie davor zu bewahren,
Bücher umfassen nur noch einen Teil, auf einmal, ohne vorher die nötigen
oft sogar nur noch einen geringen Teil Abwehrkräfte aufgebaut zu haben, in
des Medienkonsums. Sollte man diese ein Loch zu fallen.
Tatsache einfach ignorieren, wenn es
So, wie sich die biblische Botschaft an
um den geistlichen Bereich geht?
sich nicht ändert, ändert sich auch die
Bibel nicht. Und es muss zentrales Ziel
jedes Dienstes bleiben, Kinder und jun-
Moderne Medien sinnvoll nutzen
ge Menschen zum Lesen der Bibel zu
Heißt das, dass wir Kinder und Jugend- gewinnen. Wenn nun diese Generati-
liche ungeschützt und unkontrolliert on zu einem nicht geringen Teil kaum
in moderne Medien wie das Internet noch ein Buch in die Hand nimmt, ist es
dann nicht auch sinnvoll, sie zum Lesen
der Bibel mithilfe moderner Medien zu
gewinnen? Es ist wahr, dass man die Bi-
bel am PC kaum vollständig lesen und
studieren kann. Jedenfalls kann sich
das eine Generation, die den PC noch
nicht mit der Babymilch eingesogen
hat, kaum vorstellen. Aber wenn ich
diese Gewohnheiten junger Menschen
kenne, werde ich versuchen, diese tech-
nischen Gegebenheiten zu berücksich-
tigen. Warum soll man nicht anfangen,
einzelne Bibelteile am Computer zu le-
sen? Warum kann ich jungen Menschen
nicht mal eine SMS schicken, die einfach
wandern lassen sollten? Oder dass wir aus einem Bibelvers besteht?
die Bibel „als Buch“, „Folge mir nach“ als
Heft bzw. einen Bibelkommentar als
Buch getrost vergessen können, wenn
es um junge Menschen geht? Sicher-
lich nicht! Aber es bedeutet, dass man
junge Menschen über moderne (und
an sich ja weder gute noch böse) Medi-
en erreichen kann. Und dass wir ihnen
eine Hilfe dabei sein müssen, sie eigen-
verantwortlich vor dem Herrn so zu
gebrauchen, dass sie sich rein erhalten.
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Aktuell // Kinder, Evangelium und die richtigen Medien

Das heißt nicht, dass wir jungen Men- gehören auch gute und weniger gute
schen nicht vorleben und empfehlen, Angebote an „Charts“ (PowerPoint-Prä-
weiter Bücher zu lesen, besonders das sentationen) und graphisch aufbereite-
Buch der Bücher. Im Gegenteil! Wir soll- ten Arbeitsheften, die zum Verständnis
ten sie dazu anhalten, die Bibel zusam- eines Bibelbuches sehr hilfreich sein
men mit einer hilfreichen Erklärung wie können, genauso gut aber auch in eine
dem LightKeeper1 morgens/abends zur völlig falsche Richtung führen können.
Hand zu nehmen, um den Tag mit ihrem
Es gibt auch viele christliche Foren und
Herrn zu beginnen und zu beenden.
Chatrooms, die teilweise nützlich sein
Aber veränderte Gewohnheiten sollten
mögen, durch die leider jedoch auch
auch wir nicht einfach ignorieren.
falsche Bindungen entstanden sind, die
nur schwer oder gar nicht gelöst wer-
den konnten. Sie haben auch den gro-
Chancen und Gefahren
ßen Nachteil, dass das persönliche Ge-
Dabei wollen wir die Gefahren dieser
„Online-Welt“ nicht übersehen. Kurz-
lebigkeit ist hier eines der Stichworte.
Sein Leben nur „online“ abzuwickeln
verführt zu Oberflächlichkeit, die ein
Kennzeichen des Internets ist. Zudem
kann man in der virtuellen Welt Dinge
anfangen und schnell wieder aufhören,
ohne dass dies persönliche Folgen ha-
ben muss. So leitet die elektronische
Welt zu einer Unbeständigkeit an, die
für Christen schädlich ist. Ausharren
und mannhaftes Durchhaltevermögen
können schnell zu Fremdworten wer-
den.
Zudem ist die Auswahl im Internet un- spräch und Vertrauensverhältnis in der
übersichtlich und nahezu unbegrenzt. Familie und am Ort eher geschwächt
Guten christlichen Internetseiten ste- wird. Schließlich seien noch (christli-
hen teilweise nützliche, auf den ersten che) Filme erwähnt, die mehr und mehr
Blick gute, in Wirklichkeit aber schädli- Eingang auf die Festplatten, DVD-Rega-
che Seiten oder sogar Angebote gegen- le oder MP3-Geräte von Gläubigen be-
über, die verführen. Und damit meine kommen. Selbst YouTube bietet ja nicht
ich nicht unmoralische Seiten, sondern nur „Müll“, sondern auch Material, was
sogenannte christliche Angebote. Dazu in der Arbeit mit gläubigen oder un-
gläubigen Menschen einsetzbar ist.
1
Der LightKeeper ist eine fortlaufende, tägliche Betrach-
tung des Wortes Gottes für junge Menschen. In sechs Wichtig ist für Christen, die jungen Leu-
Jahren wird man durch die ganze Bibel geführt, mit
hilfreichen Erklärungen, Anregungen und Anwendungen ten im geistlichen Leben weiterhelfen
auf das Leben.

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Kinder, Evangelium und die richtigen Medien // Aktuell

wollen, dass sie Zugang zu den Kindern den Gesprächsfaden mit jungen Men-
und Jugendlichen bekommen. Dazu schen zu knüpfen. Denn eines hat sich
ist es nötig, sich in die Welt der jungen bis heute nicht geändert: So sehr sich
Menschen hineinzudenken. Es ist hilf- die technischen Möglichkeiten ändern
reich, sich einfach einmal mit jungen und für manche das Buch nur noch im
Menschen zu unterhalten, ohne ihnen Regal seinen Platz hat: Das persönli-
eine Botschaft vermitteln zu wollen. che Gespräch hat seinen Stellenwert
Durch eine einfache Unterhaltung, die nicht verloren. Die Einsamkeit junger
nicht einmalig bleiben darf und bei der (und nicht mehr so junger) Menschen
man Interesse an der einzelnen Person nimmt ständig zu. Gerade hier gibt es
zeigt, kann sich Vertrauen bilden. Und also für die Arbeit mit Kindern und Ju-
man lernt die Gedankenwelt der heuti- gendlichen einen Ansatzpunkt, den wir
gen Jugend kennen. nutzen können. Wenn man dann noch
die Fähigkeit und Möglichkeit hat, die-
Wusstest du, dass (nach einer reprä-
se Arbeit über neue Medien zu ergän-
sentativen Befragung von Cobra.Youth
zen – umso besser.
Communications) knapp 70 % der jun-
gen Menschen zwischen 7 und 17 Jahre Kinder und junge Menschen erreicht
an Gott glauben? Damit ergibt sich ge- man in der Regel nicht mit einer Anspra-
rade bei Kindern eine großartige Mög- che in unzeitgemäßer (veralteter) Spra-
lichkeit, evangelistisch tätig zu werden. che. Aber eben auch nicht, indem man
Über 70 % ist es wichtig, einen Glauben sich anbiedert. Der Respekt vor dem
zu haben. Aber über 40 % gehen eher
selten in einen Gottesdienst. Und eben-
so beten über 40 % der Kinder eher sel-
ten. Hinzu kommt, dass über 50 % eher
selten und 20 % sogar nie mit ihren
Eltern über den Glauben sprechen. Wa-
rum eigentlich nicht? Das ist doch be-
reits der erste Ansatzpunkt, mit jungen
Menschen ins Gespräch zu kommen.

Wege, um mit jungen Leuten ins


Gespräch zu kommen
Es bleibt zu hoffen, dass die entspre-
chenden Zahlen für Kinder gläubiger El-
Gesprächspartner ist für Kinder und Ju-
tern anders ausfallen. Ob es so ist, kann
gendliche kein Problem. Oft ist es mehr
man nur durch einen persönlichen Kon-
das Desinteresse der Älteren oder deren
takt herausfinden. Und das wird von Ort
Verkrampfung beim Umgang mit Jün-
zu Ort unterschiedlich sein. Aber allein
geren, was zum Schweigen zwischen
diese Befragung zeigt einen Weg auf,
Generationen führt. Warum sollte man
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Aktuell // Kinder, Evangelium und die richtigen Medien

sich nicht einmal mit jungen Leuten zu- Empfehlenswerte Internetseiten


sammensetzen und durch nützliche Sei- An dieser Stelle wollen wir auf einige
ten hindurchgehen (siehe den nachfol- nützliche, christliche Internetseiten
gend abgedruckten Hinweis zu solchen hinweisen:
Seiten)? Man könnte dann die Vor- und
Nachteile der einzelnen Seiten bespre- www.werjesushathatdasleben.de:
chen und zugleich Hinweise geben, wie Das ist eine evangelistische Seite mit
man diese Homepages nutzbringend aktuellen Aufhängern, Fragen & Ant-
verwendet. Zugleich kann man auch worten, Fernbibelkursen, und vielem
ganz konkret die Gefahren nennen – mehr.
vielleicht auch ein Manko, dass man sol-
che Punkte zu wenig konkret anspricht. www.bibelkurs.com: Auf dieser Seite
Ein solches Gespräch hat übrigens auch werden vor allem evangelistische Bibel-
den Vorteil, dass junge Menschen einen kurse für Kinder und Jugendliche, aber
Ansprechpartner haben, von dem sie auch für Erwachsene angeboten.
wissen, dass er selbst ein gewisses Ver-
ständnis der „Online-Welt“ besitzt. www.bibelstand.com: Dies ist eine
evangelistische Seite mit einem tägli-
Wir wissen heute, dass Markenbindun- chen Kalenderzettel (Näher zu Dir) und
gen (z.B. welche Kleidungsfirma je- einer Reihe von evangelistischen Hin-
mand bevorzugt) vorwiegend im Alter weisen.
von 12 bis 17 Jahren entstehen. Danach
bewegen sich diese kaum noch. Es ist www.genesisnet.info: Hier handelt es
wohl eine Binsenweisheit, dass auch sich um eine Fachseite zu dem Thema
die „religiöse Prägung“ in diesen Jah- Schöpfung & Evolution. Viele nützliche
ren entsteht, in unserem Sinn also die Fachbeiträge für Einsteiger und Inter-
Entscheidung für oder gegen Christus. essierte, aber auch für solche, die sich
Wenn man es schaffen würde, Jugend- schon auskennen. Sehr empfehlens-
liche in diesem Alter in einer Art und wert für Christen, die Gott als Schöpfer
Weise zu erreichen, die diese Zielgrup- des Universums anerkennen.
pe anspricht, hätte man ihr Herz viel-
leicht auf Dauer gewonnen. Und wenn
man sich dann noch bewusst bleibt,
dass die biblische Botschaft genauso
wie die Person des Retters, Jesus Chri-
stus, unveränderlich ist, hat man die
beiden wesentlichen Punkte beachtet:
Die Botschaft stimmt – und man hat
den Menschen, den es für den Herrn Je-
sus zu gewinnen gilt, in seiner eigenen
Erlebniswelt erreicht. Ist das kein neuer
Ansporn?
Manuel Seibel

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Kinder, Evangelium und die richtigen Medien // Aktuell

www.bibelkommentare.de: Auf die- kann man zu vielen Bibelversen nützli-


ser Seite werden viele nicht mehr er- che Hinweise zum Verständnis finden.
werbbare Bibelkommentare zu alt- und
neutestamentlichen Themen angebo- www.bibelbrunnen.de: Auf dieser
ten. Wer die Bibel besser kennen lernen Seite gibt es eine Reihe von evangelis-
möchte, ist hier an der richtigen Stelle. tischen Texten, aber auch manche in
heutiger Zeit nicht mehr bekannten
Bibelauslegungen sowie Hinweise zum
Grundtext der Bibel.

www.bibelpraxis.de: Auf dieser Ho-


mepage findet man viele Texte zu prak-
tischen Fragen des täglichen Lebens,
mit denen Christen zu tun haben.

http://bibelblog.twoday.net: Bei dieser


Seite handelt es sich um eine Art Tage-
buch – neudeutsch Blog – auf dem täglich
www.bibliquest.org: Kannst Du kurze Andachten veröffentlicht werden.
Französisch? Dann findest Du hier, mit
www.bibelkommentare.de vergleich- www.sonntagschularbeit.de: Diese Sei-
bar, eine Fundgrube an Bibelkommen- te richtet sich besonders an Gläubige, die
taren. in der Sonntagschularbeit tätig sind und
Anregungen für diese Arbeit suchen.
www.biblecentre.org: Diese Seite
präsentiert in englischer Sprache viele www.csv-verlag.de: Wenn Du ein
nützliche Bibelauslegungen. nützliches christliches Buch oder einen
Vortrag auf CD oder eine CD mit christ-
www.stempublishing.com: Auf dieser lichen Liedern suchst, bist Du hier an
Homepage findet man in englischer der richtigen Stelle.
Sprache die gesammelten Werke von
John Nelson Darby und William Kelly, www.vdhs.com: Wer auf der Suche
zwei von dem Herrn Jesus besonders nach evangelistischen Traktaten, Ver-
begabten Bibellehrern des 19. Jahrhun- teilschriften oder Flyern für den Bü-
derts. Und von Charles H. Mackintosh, chertisch, Schulkameraden oder Nach-
viele Auslegungen von Hamilton Smith, barn ist, findet hier ein reichhaltiges
Frederick B. Hole, Andrew Miller, usw. Angebot.

www.bibelstudium.de: Hierbei han- www.bibeltermine.de: Auf dieser


delt es sich um eine Seite, die vor allem Seite werden aktuelle evangelistische
kürzere Texte für Gläubige zu biblischen Veranstaltungen und Vorträge über die
Themen anbietet. Durch ein Register Bibel angekündigt.

Folge mir nach


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Post von Euch

hat. Dann gießt Er Wasser in das Wasch-


Die Fußwaschung becken, wäscht den Jüngern die Füße
– heute noch und trocknet ihnen die Füße mit dem
leinenen Tuch wieder ab (Joh 13,1–5).
aktuell? Die ersten 5 Verse beschreiben also den
äußeren Ablauf der Fußwaschung. Al-
Was für eine Bedeutung hat die Fußwa- lein die Tatsache, dass der Herr Jesus,
schung? Sollte man sie heute noch prak- Gottes Sohn, die Initiative ergreift und
tizieren? eine Fußwaschung durchführt, sollte
uns bereits aufmerken lassen, denn Er
ist darin unser Vorbild, wie man einige
Verse später lesen kann (Joh 13,14; vgl.
1. Pet 2,21).

Antwort:
Das Waschen von Füßen hat einen ganz Christus dient seinen Jüngern
praktischen Nutzen. Besonders stra-
pazierte Füße bedürfen einer guten Der dann folgende Abschnitt (Joh 13,6–
Pflege und Reinigung. Ein Fußbad mit 11) gibt uns die Unterhaltung wieder,
wohltemperiertem Wasser dient der die der Herr Jesus mit Petrus hatte. Auf
Entspannung, fördert die Durchblutung drei Reaktionen von Petrus gibt der Herr
und reinigt die Füße. In früheren Zeiten Jesus Antworten, die schrittweise die
wurde die Fußwaschung einem Gast als tiefere Bedeutung der Fußwaschung
Geste der Gastfreundschaft angeboten klarmachen:
(vgl. Lk 7,44). In 1. Timotheus 5,10 steht
das Waschen der Füße der Heiligen in 1. Petrus ist erstaunt, dass der Herr Je-
Verbindung damit, dass Fremde beher- sus ihm die Füße wäscht und nicht
bergt werden und anderen Hilfe geleis- umgekehrt. Er bekommt eine be-
tet wird. merkenswerte Antwort: „Was ich
tue, weißt du jetzt nicht, du wirst
Doch es stellt sich natürlich die Frage, es aber nachher verstehen.“ Was
ob die Fußwaschung in der Bibel eine ist denn so schwer daran zu verste-
darüber hinausgehende, geistliche Be- hen, was der Herr Jesus hier tat? Er
deutung hat. Der Bericht über die Fuß- hat doch einfach die Füße gewa-
waschung in Johannes 13 gibt uns dazu schen! Und warum sagt Er dann,
konkrete Hinweise. An sich ist die Schil- dass Petrus es nicht verstehen
derung schlicht – und doch zugleich könne? Offensichtlich benutzt der
beeindruckend: Der Herr Jesus selbst Herr Jesus die Handlung der Fuß-
wäscht seinen Jüngern die Füße, nach- waschung, um auf eine geistliche
dem Er die Oberkleider abgelegt und Tätigkeit hinzuweisen, die Petrus
sich mit einem leinenen Tuch umgürtet später einmal sehr deutlich verste-

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Post von Euch

hen würde. Es handelt sich also bei sagt: „Wer gebadet ist, hat nicht
der Fußwaschung nicht bzw. nicht nötig, sich zu waschen, ausge-
nur um ein Beispiel für Demut. Die nommen die Füße, sondern ist
„übertragene“ Fußwaschung ist ganz rein.“ Auch hier wird deut-
vielmehr mit einer Stellung des lich, dass nicht der natürliche
Herrn Jesus verbunden, die Er Reinigungsprozess mit Wasser
erst „nachher“ einnehmen würde: gemeint sein kann, sondern ein
seinen Platz im Himmel, von wo geistlicher Reinigungsprozess.
aus Er jetzt für die Seinen tätig ist. „Ihr seid rein, aber nicht alle.“
Ein echter Jünger des Herrn hat
2. Petrus’ Erstaunen mündet in Ver- die „Waschung der Wiedergeburt“
ständnislosigkeit. Er ist – wie so oft (Tit 3,5) erlebt – und zwar ein für
– sehr überzeugt von sich und sei- allemal; der Vorgang muss und
ner Sicht der Dinge: „Niemals sollst kann nicht mehr wiederholt wer-
du mir die Füße waschen“. Aber was den. Doch Judas hatte das nicht
antwortet der Herr? Er sagt: „Wenn erlebt und besaß daher kein Le-
ich dich nicht wasche, so hast du ben aus Gott (Joh 17,12). Das
kein Teil mit mir.“ Man hätte erwar- Wasser ist im Wort Gottes oft ein
tet: „Wenn ich dich nicht wasche,
hast du schmutzige Füße!“ Aber da-
von ist keine Rede. Vielmehr spricht
er über die Frage der Gemeinschaft.
„Kein Teil haben“ bedeutet „keine
praktische Gemeinschaft haben“.
Dieser Hinweis erklärt das Ziel der
Fußwaschung: Es geht darum, dass
Jünger Jesu in einer Umgebung,
in der sie oft innerlich verunrei-
nigt werden, wieder in die innere
Übereinstimmung mit dem Herrn
Jesus kommen und an seinen „In-
teressen“ ebenfalls Freude haben.

3. Nach diesem Hinweis über die Hinweis auf das Wort Gottes (vgl.
Wichtigkeit der Fußwaschung fällt Joh 3,5; 15,3; Eph 5,26), durch das
Petrus in das andere Extrem. Er der Herr uns sowohl zur Bekehrung
möchte plötzlich, dass nicht nur (Joh 3) führt, als auch uns immer
seine Füße, sondern die Hände wieder innerlich reinigt (Eph 5,26).
und der Kopf gewaschen werden In diesem dritten Schritt wird also
(Vers 9). Auch hier erhält Petrus deutlich, dass das Wort Gottes das
eine klare Antwort. Der Herr Jesus „Reinigungsmittel“ für den Gläubi-

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Post von Euch

gen ist, um ihn wieder in den Ge- ten, dass es um dieselbe innere Haltung
nuss der Gemeinschaft mit seinem der Demut geht.
Herrn zu bringen.
Bei der Fußwaschung geht es also um
Wie geschieht diese Reinigung durch ein Bild, das einerseits veranschauli-
den Herrn Jesus heute? Indem wir chen soll, wie der Herr Jesus sich um
Gottes Wort lesen oder hören, bewirkt die Jünger damals und heute bemüht,
der Herr Jesus, dass es unser Inneres damit diese wieder in den Genuss der
erreicht und wir uns entsprechend Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus zu-
korrigieren, zurecht bringen lassen. Als rückfinden. Das geschieht oftmals ohne
Hoherpriester (Heb 4,14-16) ist Er „prä- das Mitwirken von Menschen, allein
ventiv“, vorbeugend für uns tätig, damit durch das Wort Gottes.
wir in den Schwierigkeiten des Alltags
nicht unseren Schwachheiten erliegen Andererseits zeigt der Herr Jesus in
und sündigen. Wenn wir dann doch diesem Abschnitt, dass wir als Christen
gesündigt haben, übernimmt Er es als auch gegenseitig einen Dienst anein-
unser Sachwalter, als unser Anwalt (1. ander ausüben können – wenn wir
Joh 2), uns unsere Sünden bewusst zu dazu von Ihm gesandt sind (Vers 20).
machen, damit wir sie bekennen und Der Herr benutzt also in seinem Dienst
wieder froh den Weg mit Ihm gehen. für uns auch seine Jünger, seine Diener.
Gerade sein Wirken als Sachwalter wird Zu diesem Dienst gehört, dass man
uns in Johannes 13 in der Fußwaschung
vorgestellt. Wir haben einen großarti- 1. ihn in einer demütigen Hal-
gen Herrn! Lassen wir Ihn an uns wir- tung ausübt (vgl. das Ablegen
ken?! der Oberkleider und die ge-
bückte Haltung; s.a. Gal 6,1);

Christen dienen einander 2. selbst in Reinheit lebt


(vgl. das leinene Tuch);
Im nächsten Abschnitt (Vers 12–20)
fragt der Herr Jesus die Jünger zu- 3. das Wort Gottes benutzt (vgl.
nächst: „Versteht ihr, was ich euch ge- das Wasser im Waschbe-
tan habe?“ (Vers 12). Mit dieser Frage cken), um dem Mitchristen
wollte der Herr Jesus bei den Jüngern eine geistliche Hilfe in seiner
die geistliche Bedeutung dieses äu- konkreten Lage zu bieten;
ßeren Bildes der Fußwaschung weiter
vertiefen. Aber sie sollten die Handlung 4. diesen Dienst an solchen tut,
des Herrn Jesus als ein vorbildliches die neues Leben haben (vgl.
Beispiel ansehen, damit „wie ich euch „gebadet“).
getan habe, auch ihr tut“. Hier steht
nicht „was“, sondern „wie“, um anzudeu-

14

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Post von Euch

Hilfe geben und Hilfe annehmen • er konnte danach wie-


der einen Auftrag für den
Die Fußwaschung in ihrer geistlichen Herrn ausführen (Joh 21,6);
Bedeutung sollte also heute auf jeden
Fall noch praktiziert werden, und zwar • Petrus wurde dann auch in
in beide Richtungen: Wir brauchen so- Gegenwart der Jünger durch
wohl die Bereitschaft, einen Hinweis, drei sehr ähnliche Fragen, die
ein Bibelwort von anderen (natürlich sein Inneres berührten, öffent-
ganz besonders auch vom Herrn di- lich wiederhergestellt (Joh
rekt) anzunehmen, um dann bei uns 20,15–19) und war danach ein
Korrekturen vorzunehmen. Aber wir mächtiger Zeuge seines Herrn
sollten auch selbst bereit sein, unseren (Apg).
Mitchristen in geistlicher Not beizuste-
hen. Wir werden dazu aufgerufen, das Außer der reinigenden Auswirkung der
Wort auf den „beschmutzten“ Wandel Fußwaschung ist auch eine Erquickung
unseres Mitchristen anzuwenden, und und geistliche Belebung die Folge: „Er
zwar in der Gesinnung des Meisters. führt mich zu stillen Wassern. Er er-
Gelegenheiten dazu gibt es genug: quickt (oder belebt, oder stellt wieder
im Freundeskreis, in der Ehe (Eph 5), her) meine Seele“ (Ps 23,2-3).
in der Familie oder auch im Kreis der
Gläubigen allgemein. Könnte es nicht Nebenbei sei noch bemerkt, dass es
sein, dass durch eine richtig praktizier- in den Briefen des neuen Testaments
te geistliche Fußwaschung ein „Ruck“ keine Anweisungen gibt, die Gläubige
durch unser Leben als Christen ginge zu einer rein äußerlichen oder zeremo-
und wir mehr Freude und mehr Hinga- niellen Fußwaschung auffordern. In
be zeigten?! 1. Timotheus 5,10 wird lediglich Gast-
freundschaft mit der damals üblichen
Auch Petrus hat später sehr deutlich Sitte der Fußwaschung verbunden,
erfahren, wie wichtig dieser Dienst ist. ohne dass diese Sitte für heute noch
Er hatte den Herrn dreimal verleugnet. gefordert würde.
Diese Sünde, diese „Beschmutzung“
lastete bis zur Auferstehung des Herrn Sind wir bereit, den segensreichen
auf ihm. Aber danach hat der wunder- Dienst der Fußwaschung an uns ge-
bare Herr ihm gedient und ihn wieder schehen zu lassen oder auch einmal
zu froher Nachfolge geführt: selbst auszuüben? Die Freude und der
Segen werden nicht ausbleiben!
• Petrus hatte ein persönliches
Gespräch mit seinem Herrn, Andreas Hardt
in dem sein Verhältnis mit Ihm
wieder in Ordnung kam (Mk
16,7; Lk 24,34);

Folge mir nach


15

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Pinwand Pinnwand

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Folge mir nach


16 17
Bibelstudium

B ibelstudium
Christus vor Augen
Kolosser 1
Der Kolosserbrief und der Epheserbrief gehören zusammen. Im
Epheser Epheserbrief zeigt uns der Apostel Paulus, welche großartige
Stellung die Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes hat als Leib
Christi. Im Kolosserbrief lernen wir etwas über die einzigartige
Herrlichkeit des Herrn Jesus, des Hauptes der Versammlung. Wir
wollen in einigen Folgen etwas über die Belehrungen Gottes in
Kolosser 1 lernen. Diese Belehrungen gehen auf Vorträge zurück, die
jetzt für „Folge mir nach“ in bearbeiteter Form zur Verfügung gestellt
Kolosser werden können. Wir haben den Vortragsstil bewusst bestehen
lassen, da der Text dadurch sehr lebendig ist. Falls Ihr zu diesem sehr
schönen und herausfordernden Bibelabschnitt Fragen habt, dürft
Ihr uns diese gerne zusenden.

Einleitung
Der Kolosserbrief gehört zu den Dokumenten aus Gottes Wort,
die uns die höchsten Mitteilungen Gottes an Menschen übermit-
teln. Der Brief an die Kolosser steht an der Seite des Briefes an
die Epheser und ergänzt diesen. Ich möchte immer wieder einen
Vergleich ziehen zum Brief an die Epheser, weil dies für das Ver-
ständnis beider Briefe sehr hilfreich ist. Der Brief an die Kolosser
hat nicht dieselbe Erhabenheit wie der Brief an die Epheser, weil
der geistliche Zustand der Gläubigen in Kolossä nicht so gut war
wie der der Epheser.
Wie und auf welche Weise das Evangelium nach Kolossä kam, ei-
Kolossä ner nicht unbedeutenden Stadt in der römischen Provinz Asien,
wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass Paulus, obwohl diese Stadt
regional in seinem apostolischen „Bereich“ lag (vgl. Apg 19,10),

18

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Bibelstudium

selbst nie dort gewesen ist, wie uns das zweite Kapitel klarmacht
(Vers 1): „Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich
habe um euch und die in Laodizea und so viele mein Angesicht im
Fleisch nicht gesehen haben.“
Paulus war also nicht persönlich das Werkzeug zur Entstehung
der Versammlung dort gewesen. Ich vermute, dass Epaphras, von
Epaphras
dem wir in Kapitel 1,7.8 lesen, das Werkzeug war, durch welches
das Evangelium in jene Stadt kam. In Apostelgeschichte 19,9.10
lesen wir jedenfalls, dass Paulus in der Schule des Tyrannus in
Ephesus ungefähr zwei Jahre das Evangelium predigte. In diesem
Zusammenhang erfahren wir, dass alle, die in Asien waren, das
Wort Gottes zu jener Zeit hörten. Ich vermute, dass Epaphras ei-
ner von denen war, die Paulus dort zugehört hatten. Dann brach-
te er wohl das Evangelium nach Kolossä, wodurch offenbar viele
errettet worden sind.

Gefahren in Kolossä
Wie wir aus dem vorliegenden Bibeltext erfahren, gab es für die Gefahren
Geschwister in Kolossä ernste Gefahren. Es ist wichtig zu beden-
ken – heute mehr denn je –, dass der Apostel Paulus, wenn er,
vom Geist Gottes inspiriert, einen Brief an eine Versammlung
sandte, nicht jeder Versammlung mehr oder weniger dasselbe
schrieb. Nein, was er schrieb, war immer dem geistlichen Zustand
der Empfänger angemessen. Eigentlich ist das eine Binsenwahr-
heit; aber wir könnten sie durchaus vergessen. Auch wir können
heute nicht überall über dasselbe sprechen.
Der Zustand der Kolosser war nicht so, dass Paulus von Anfang an
den Ratschluss Gottes ungehindert hätte entfalten können, wie
es ihm bei den Ephesern möglich war. Aber wir dürfen Nutznießer
davon sein, dass er gezwungen wurde, sich auf eine etwas niedri-
gere Ebene zu begeben, wie wir sehr deutlich sehen werden. Wir
profitieren auch deshalb davon, weil wir vielleicht selbst nicht auf
der geistlichen Höhe der Epheser sind. Es ist die Gnade Gottes,
dass Er auch dann noch zu uns spricht.
Die Gefahren lernen wir im Verlauf dieses Briefes kennen. Der
Apostel geht nicht sogleich darauf ein, wie er es auch in anderen
Philosohpie
Briefen nicht tut, vielleicht mit Ausnahme des Galaterbriefes. Dort
geht er sofort gegen das dort vorhandene Böse vor. Hier tut er es
nicht. Aber später zeigt uns der Brief, dass es Gefahren spekulati-
ver, philosophischer Art (Kap 2,8) gab. Und nicht nur das, sondern
es waren auch Gedanken mystischer Art (Kap 2,18) vorhanden.
Sogar jüdische Elemente (Kap 2,16.20–23) suchten Eingang in
diese Versammlung, und selbst der gnostische Irrtum war in sei-
nen Ansätzen schon vorhanden.
Folge mir nach
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Bibelstudium

Die Gnosis – die Gnostiker


Gnosis Ich will an dieser Stelle nicht zu lange bei dem Bösen stehen blei-
ben. Dennoch ist es nützlich, wenn man versteht, warum Paulus
so schreiben musste. Die Gnostiker bildeten eine etwas später
entstandene Sekte. Man kann wohl kaum davon ausgehen, dass
es in dieser Gruppe auch nur einen einzigen Gläubigen gab. Es
handelte sich um eine Sekte, die behauptete, die Schöpfung sei
durch ein niedrigeres Wesen entstanden, nicht durch Gott. Chris-
tus sei auch weder der Schöpfer noch der Sohn Gottes. Da die
Schöpfung das Ergebnis eines untergeordneten Wesens sei, müs-
se man auch die Materie als solche ablehnen. Diese sei in sich
böse. Nur durch Vergeistlichung und durch das Ablehnen all des-
sen, was materiell ist, käme man auf die Höhe der Erkenntnis der
Gedanken Gottes.
Bei der Gnosis handelte es sich also um ein theosophisches Sys-
tem, das man heute mit der christlichen Wissenschaft1 verglei-
chen kann, aber auch mit dem geistigen System der Anthroposo-
phen2. Das sind außerordentlich böse und gefährliche Systeme,
die durch ihre Zugehörigkeit zum christlichen Bereich auch den
Namen des Herrn Jesus Christus tragen, von der Erlösung jedoch
nichts wissen wollen und den Herrn Jesus nicht als Sohn Gottes
anerkennen.

Das Thema des Briefes: Christus bewahrt vor Irrtum


Christus Es ist bewegend zu sehen, dass der Apostel Paulus diesen Geschwis-
tern helfen will. Er tut es auf eine Weise, die uns beeindrucken muss:
Er entwickelt vor ihren Augen die Herrlichkeit der Person Christi.
Dabei korrigiert er die Gedanken und die Haltung der Kolosser;
doch auf eine so schöne Art, dass gerade dieser vor uns liegende
Brief vielleicht wie kein anderer Abschnitt in Gottes Wort die Herr-
lichkeit der Person Christi vor uns stellt. Natürlich ist überall der
Herr Jesus der Mittel- und Zentralpunkt in der Bibel – das gilt in Be-
zug auf jeden Aspekt der Wahrheit und im Hinblick auf jedes Blatt
der Bibel. Aber ich kenne keinen anderen Abschnitt, wo dies in so
komprimierter Form geschieht wie gerade in diesem Brief.
In dieser Verbindung möchte ich acht Seiten seiner Herrlichkeit
nennen, die bereits im ersten Kapitel genannt und dann teilweise
im weiteren Verlauf des Briefes weiter behandelt werden.
1
Die christliche Wissenschaft ist eine um 1879 gegründete Sekte von Mary Baker Eddy und lehnt
unter anderem die wörtliche Bedeutung der Bibel und die Dreieinheit Gottes (Vater, Sohn, Heiliger
Geist) ab. Vergebung ist das geistige Verständnis, dass das Böse unwirklich ist. Damit hat das
Böse keine moralische Bedeutung mehr für das Gewissen eines Menschen. (Anm. d. Red.)
2
Anthroposophie ist eine von Rudolf Steiner begründete geistige Weltanschauung. Nach
Steiner befindet sich der Mensch (und die gesamte, also auch die geistige Welt) in beständiger
Entwicklung (Evolution). Das Ziel des anthroposophischen Schulungsweges ist es, durch
Meditation, Selbsterziehung und Beobachtung auf einer lebenslangen „Suche“, höhere
Bewusstseinsebenen zu erreichen. (Anm. d. Red.)

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Bibelstudium

1. In Vers 10 wird Er, losgelöst von jedem Namen, als Herr vor-
gestellt. Er ist der Herr von allem. Ihm steht jede Autorität zu,
auch über jeden der Seinen. 8 Titel
2. Dann haben wir den Herrn Jesus in den Versen 13 und 14 als
Erlöser.
3. In Vers 13 finden wir Ihn als den Sohn der Liebe Gottes.
4. In Vers 15 haben wir Christus als das Bild des unsichtbaren Got-
tes.
5. Dann lesen wir von Ihm in Vers 15 als von dem Erstgeborenen
aller Schöpfung. Das ist der Schöpfer selbst, der uns hier vorge-
stellt wird.
6. Später finden wir den Herrn Jesus in Vers 18 als das Haupt des
Leibes, der Versammlung. Er ist nicht nur Haupt der Schöpfung
als der Erstgeborene, sondern auch Haupt der Versammlung,
der neuen Schöpfung.
7. Dann haben wir den Herrn Jesus noch in Vers 18 als den Erst-
geborenen aus den Toten. Das ist ein Titel, den der Herr Jesus
durch seine Auferstehung erworben hat.
8. Und schließlich finden wir Ihn als den großen Versöhner (Vers
20). Er ist nicht nur derjenige, der uns versöhnt. Er wird auch
das ganze Universum versöhnen.
Wir finden in diesen Versen also Vorzüge Christi, die Er kraft seiner
persönlichen Herrlichkeit besitzt. Gewisse Herrlichkeiten aller-
dings hat Er sich auch erworben, wie der Verlauf des Briefes zeigt
(z.B. Erlöser, Erstgeborener aller Schöpfung).
Es ist wichtig, dass wir zudem erkennen, dass wir in dem ersten
Kapitel zwei Linien zu verfolgen haben, die parallel laufen: Die eine
ist die Linie der ersten Schöpfung. Er ist der Schöpfer aller Dinge,
2 Linien
Er ist der Erstgeborene aller Schöpfung, Er ist vor allen, und Er ist
der Versöhner „aller Dinge“, für die Christus das Haupt ist. Parallel
dazu gibt es eine zweite Linie, die der neuen Schöpfung. Hier geht
es darum, dass Christus das Haupt des Leibes, der Versammlung,
ist, der Erstgeborene aus den Toten und der Versöhner derer, die
jetzt gläubig geworden sind. Auch hier ist Er das Haupt.

Gegenüberstellung der Briefe an die Epheser und an die


Kolosser
Es scheint mir einleitend noch nützlich zu sein, eine gewisse Ge-
genüberstellung des Briefes an die Epheser und des Briefes an die
Kolosser vorzunehmen. Ich denke, alleine das ist schon eine Hilfe
zur Auslegung.
1. Im Epheserbrief haben wir die Versammlung Gottes in
ihrem ewigen, zeitlosen Aspekt. Die Versammlung Got- Versammlung
tes ist dort die Fülle des Christus. Das würden wir nicht
Folge mir nach
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Bibelstudium

Haupt wagen zu sagen, wenn Paulus es nicht geschrieben hätte.


Im Kolosserbrief haben wir nicht die Fülle des Leibes vor uns,
sondern die Fülle des Hauptes, in dem die ganze Fülle der Gott-
heit wohnt. Hier geht es somit nicht um die Schönheit der
Versammlung, sondern um die Schönheit des Hauptes der Ver-
sammlung – des Herrn Jesus.
2. Im Brief an die Epheser sehen wir den Gläubigen schon im
Himmel Himmel. Nicht mit Christus, aber in Christus. Mit Christus –
darauf müssen wir noch ein wenig warten. Aber in Christus
versetzt in die himmlischen Örter – das sind wir schon heute.
Im Kolosserbrief wird der Gläubige auf der Erde gesehen. Aber
Erde er ist nicht in Christus, obwohl das an sich wahr ist, sondern
Christus ist in ihm, nämlich die Hoffnung der Herrlichkeit.
Die Hoffnung finden wir bis auf zwei Ausnahmen nicht im
Epheserbrief (Eph 1,18; 4.4). Warum nicht? Weil der Gläubige
dort schon ist, wo er hingehört. Im Kolosserbrief werden wir
noch auf der Erde gesehen und sind auf der Reise, das Ziel vor
uns: Das ist die Hoffnung, die vor uns liegt.
3. Im Epheserbrief haben wir in jedem Kapitel mindestens ein-
Der Heilige oder zweimal die Erwähnung des Heiligen Geistes, sogar jeweils
einen Hinweis auf die Lehre des Heiligen Geistes. Es handelt
Geist sich tatsächlich um eine Lehre über den Heiligen Geist. Denn es
ist ein Irrtum zu denken, dass der Heilige Geist nicht auch über
sich selbst spräche. Er nimmt zwar im Allgemeinen von den
Dingen Christi und gibt sie uns (Joh 16,14). Auch führt Er uns
in die ganze Wahrheit ein (Joh 16,13). Aber Er redet durchaus
auch über sich selbst, wofür der Epheserbrief ein Beispiel ist.
Im Kolosserbrief stellen wir eine nahezu vollkommene Abwe-
senheit der Lehre des Heiligen Geistes fest. Der Heilige Geist
wird nur einmal flüchtig und in speziellem Zusammenhang
genannt (1,8).
4. Man kann den Epheserbrief überschreiben: Welch eine
wunderbare Versammlung hat der Herr Jesus! Den Kolos-
serbrief können wir überschreiben: Welch ein wunderbares
Haupt hat die Versammlung!

Für unsere bösen Tage (vgl. Eph 5,16) ist der Kolosserbrief ein aus-
gesprochen wichtiges aber auch schönes Thema. Wir können ein-
mal alles vergessen, was uns so viel Not macht. Es tritt in den Hin-
tergrund, wenn wir die Schönheit der Person Christi betrachten.
Christian Briem

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Bibel kontrastreich

Die Gegenwart
„Tag“ oder „Nacht“

Bibel kontrastreich
Die Gegenwart: „Tag“ oder
„Nacht“?

Bibelverse sollten möglichst im Zu-


sammenhang des Textes untersucht
werden. Trotzdem stolpert man immer
wieder über auf den ersten Blick über-
raschende „Gegensätze“ zwischen ein-
zelnen Bibelstellen. Diese Kontraste for-
dern zum Nachdenken auf – und dazu
soll diese kleine Reihe beitragen. Weite-
re Anregungen aus dem Leserkreis sind
willkommen …
Folge mir nach
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Bibel praktisch // Tag oder Nacht

„… solange es Tag ist“ (Joh 9,4) „… die Nacht ist weit vorgerückt“
(Röm 13,12)
Der Herr Jesus war als Licht der Welt auf
die Erde gekommen und sagte daher zu Als Paulus den Römerbrief schrieb, um
seinen Zuhörern: „Ich muss die Werke ca. 58 n. Chr., lagen schon ca. 20 Jahre
dessen wirken, der mich gesandt hat, Glaubensleben hinter ihm und vielen
solange es Tag ist; es kommt die Nacht, Mitchristen. Die endgültige Errettung
da niemand wirken kann“ (Joh 9,4). So- am Ende des Weges lag „näher, als da-
lange Er selbst auf der Erde war, wollte mals, als wir gläubig wurden: Die Nacht
Er zur Ehre Gottes und zum Segen der ist weit vorgerückt, und der Tag ist
Menschen tätig sein. Mit seinem Tod nahe“ (Röm 13,11.12). Die ganze Welt
fand dieses Wirken sein Ende; sein „Tag“, ist in geistlicher Finsternis – ohne Gott,
die Zeitspanne seines Dienstes, war er- ohne Hoffnung. Doch diese finstere
füllt. Mit der Ergänzung „es kommt die Epoche endet mit dem „Tag“, dem Tag
Nacht, da niemand wirken kann“ deu- des Herrn, dem Tag des kommenden
tet der Herr Jesus offenbar zusätzlich Reiches. Christen sollen sich daher so
den Zeitpunkt an, wo der Dienst seiner verhalten, als ob dieser Tag schon da
Jünger und deren „Nachfolger“ enden wäre (Vers 13). Christen sind „vom Tag“
wird – wenn kein Diener des Evange- und sollten entsprechend leben (1. Thes
liums der Gnade mehr auf der Erde ist 5,4–8). Es ist Nacht in dieser Welt – aber
und Licht verbreiten kann. Lasst auch die Christen nehmen den kommenden
uns daher wirken, solange der Herr uns Tag in ihrem Leben schon vorweg!
dazu befähigt!
Heute ist noch der „Tag“ des Wirkens
für den Herrn und seine Sache. Aber zu-
gleich leben Christen in einer Welt, die
durch „Nacht“ gekennzeichnet ist. Beide
Aspekte der jetzigen Zeit sollten uns
Christen bewusst sein.

Martin Schäfer

... sondern seine Lust hat am


Gesetz des HERRN und über sein
Gesetz sinnt Tag und Nacht!
Psalm 1,2
24

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Gilgal
Geistliche Segnungen – wie kann
ich sie genießen?

Als Kinder Gottes sind wir reich


gesegnete Menschen. Gott hat uns
in Christus mit jeder geistlichen Seg-
nung in den himmlischen Örtern ge-
segnet (Eph 1,3): Eine Reihe dieser
geistlichen Segnungen finden wir
in Epheser 1. Zum Beispiel: Wir sind
heilig und untadelig vor Gott in Lie-
be (V. 4), zuvor bestimmt zur Sohn-
schaft (V. 5), von Gott in Liebe ange-
nommen (V. 6), erlöst durch das Blut
Christi, haben die Vergebung der
Sünden (V. 7), eine herrliche Zukunft
im Himmel vor uns (V. 11), sind ver-
siegelt mit dem Heiligen Geist (V.
13) usw. Auch wenn dieser Segen
zum Himmel gehört: Wir brauchen
nicht darauf zu warten, bis wir dort
angekommen sind. Er ist uns schon
heute geschenkt. Wir können ihn
genießen, indem wir uns in Ge-
danken damit beschäftigen, in der
Praxis danach leben und Gott dafür
danken und preisen. Um das richtig
tun zu können, ist allerdings eine
gewisse geistliche Zubereitung, eine
Der Jordan

„Rüstung“ notwendig.

Folge mir nach


25

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Bibel praktisch // Gilgal

Das Buch Josua demonstriert diese„Rüs- gen hindern. Die Segnungen selbst
tung“ anhand von Ereignissen, „die als kann er uns nicht rauben, weil sie uns in
Vorbilder für uns geschehen sind“ (1. dem Herrn Jesus aus Gnade geschenkt
Kor 10,6). Die ersten fünf Kapitel die- sind, aber den Genuss und die Freude
ses Buches berichten von dem Einzug daran. Deshalb benötigen auch wir
des Volkes Israel in das Land Kanaan. eine gute Ausrüstung in „Gilgal“, um das
Nach der langen Reise durch die Wüs- himmlische Land erobern zu können.
te zog das Volk durch den Jordan und
hielt sich zuerst in Gilgal auf (Jos 4 und Der Aufenthalt des Volkes in Gilgal ist
5). Das gesegnete Land gehörte ihnen durch fünf Merkmale gekennzeichnet,
zwar schon – Gott hatte es ihnen ja die für uns eine geistliche Be-
zugewiesen, es konnte aber nicht so- deutung haben:
fort bewohnt werden, da es sich noch
im Besitz starker Feinde befand. Zuerst 1. Die 2 x 12 Gedenksteine (Kap. 4).
einmal war Kampf angesagt. Und dafür 2. Die Beschneidung (Kap. 5,2–9).
bereitete Gott das Volk in Gilgal vor. 3. Das Passahfest (Kap. 5,10).
4. Das Getreide des Landes (Kap. 5,11).
Nun die bildliche Deutung dieser ge- 5. Der Oberste des Heeres des HERRN
schichtlichen Ereignisse: Das Land Ka- (Kap. 5,13–15).
naan ist ein Bild der himmlischen Ör-
ter, in die wir heute schon in Christus
versetzt sind (vgl. Eph 2,6): Es ist der
himmlische, geistliche Bereich, wo wir
D ie 2 x 12 Gedenksteine
Gott fordert sein Volk auf, zwölf Steine
mit Christus verbunden sind und wo- aus dem Jordan zu nehmen und sie in
her unser Segen stammt. In Gedanken Gilgal, am Ufer des Jordan, aufzurich-
können wir uns dorthin begeben, z.B. ten. Josua selbst nahm – in Eigeninitia-
wenn wir beten oder über Gottes Wort tive – andere zwölf Steine und richtete
nachdenken oder un-
sere Entscheidungen
bewusst danach aus-
richten. Doch wie im
Land Kanaan, so gibt
es auch in den himm-
lischen Örtern Feinde:
geistliche Mächte der
Bosheit (vgl. Eph 6,12).
Damals wollten die
Feinde das Volk nicht
im Land wohnen las-
sen; heute will Satan
uns am Genuss der
himmlischen Segnun- Der Jordan

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Gilgal // Bibel praktisch

sie im Flussbett des Jordan auf (Kap. ist, was dazu nötig war und welche
4,9). Was sagen uns diese Steine? praktischen Konsequenzen für unser
Leben daraus hervorgehen sollten.
Der Blick auf Christus
Die 12 Steine im Jordan sind ein Denk-
mal davon, was Christus gelitten hat,
indem Er für uns in den Tod gegangen
D ie Beschneidung
Die zweite Lektion des Volkes in Gilgal
ist (Ps 88,8). war die Beschneidung. Sie war von Gott
Die 12 Steine am Ufer des Jordan spre- als ein Zeichen seines Bundes mit Abra-
chen davon, dass Er nicht im Tod ge- ham eingesetzt worden (vgl. 1. Mose
blieben ist, sondern dass Er auferweckt 17) und war folglich für den Israeliten
wurde und jetzt in der Herrlichkeit ist. ein Kennzeichen seiner Zugehörigkeit
zum Volk Gottes.
Der Blick auf unsere Stellung
Unter diesem Blickwinkel reden die Im Neuen Testament wird die geistliche
Steine im Jordan davon, dass wir mit Bedeutung der Beschneidung in einem
Christus gestorben sind (Röm 6,8). doppelten Sinn vorgestellt.
Die Steine am Ufer des Jordan zeigen,
dass wir mit Christus auferweckt worden Die grundsätzliche Bedeutung der
sind (Eph 2,6). Beschneidung
In Kolosser 2,11 wird von der „Beschnei-
Der Blick auf unsere Praxis dung des Christus“ gesprochen. Damit
Wenn wir an die Steine im Jordan den- ist sein Tod am Kreuz gemeint. Dort
ken, stehen wir bildlich am Ufer des Jor- verurteilte Gott die Sünde in der Person
dan und denken an unseren Herrn, der unseres Herrn (Röm 8,3). Und so, wie
für uns in den Tod ging. Wir denken an jeder Gläubige mit dem Herrn Jesus
das, was Er auf sich genommen hat, um in seinem Tod und in seiner Auferste-
uns zu erretten, und an die Liebe, die hung vereinigt ist, so empfängt auch
Ihn trieb, das Gericht Gottes über unse- jeder in Ihm die Beschneidung: Der alte
re Sünden auf sich zu nehmen. Mensch besteht vor Gott nicht mehr.
Die Steine am Ufer des Jordan reden zu Unser Fleisch (unsere alte Natur) ist
unserem Gewissen. Sie erinnern uns nutzlos in dem geistlichen Kampf, der
daran, was wir vom Tag unserer Bekeh- zum Genuss unseres geistlichen Erbes
rung an sein sollten: „Haltet dafür, dass nötig ist.
ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend
in Christus Jesus“ (Röm 6,11). Die praktische Bedeutung der Be-
schneidung
Um die geistlichen Segnungen bes- Es gibt bei der „geistlichen“ Beschnei-
ser erfassen, genießen und verteidi- dung auch für jeden Gläubigen eine
gen zu können, ist es nötig, uns im- praktische Seite. Die wird in Kolosser
mer wieder daran zu erinnern, was wir 3,5 ff. vorgestellt. Weil wir grundsätz-
einst waren, was aus uns geworden lich mit Christus gestorben sind, sind

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Bibel praktisch // Gilgal

wir aufgefordert, unsere „Glieder, die von ungefähr, dass sowohl der Epheser-
auf der Erde sind“, zu töten. Unter „Glie- als auch der Kolosserbrief (zwei Briefe,
dern“ ist alles das gemeint, was immer die uns besonders unsere geistlichen
wieder aus unserer alten Natur hervor- Segnungen vorstellen) die Erlösung in
kommt. Paulus erwähnt z.B. sexuelle Verbindung mit der Sündenvergebung
Sünden, Leidenschaft, Habsucht, Zorn erwähnen (vgl. Eph 1,7; Kol 1,14).
und Wut, Lügen usw. Es ist ganz einfach:
Wenn wir solche Sünden nicht täglich – Das Opfer des Herrn Jesus ist von größ-
spätestens am Abend – Gott im Selbst- ter Bedeutung. Es bleibt uns stets in Er-
gericht bekennen, sind wir nicht in der innerung; es ist uns Speise. Dadurch be-
Lage, den himmlischen Segen wirklich kommen wir Kraft, den Kampf zu führen
zu genießen. Dann haben wir keine Kraft, und die Segnungen zu genießen.
unserem Feind, Satan, zu widerstehen.

D as Passahfest im Land
D as Getreide des Landes
Am Tag nach dem Passah konnte das
Nach langer Unterbrechung erfüllte das Volk von der Frucht des Landes Kanaan
Volk durch die vollzogene Beschneidung essen: ungesäuertes Brot und geröstete
erst jetzt wieder die Voraussetzung, das Körner. Gott gab jetzt seinem Volk eine
Passah zu feiern (vgl. 2. Mo 12,48). An- Nahrung, die ihren Bedürfnissen und
scheinend war es vorher nur beim Aus- ihrer neuen Stellung im verheißenen
zug aus Ägypten (2. Mo 12) und einmal Land angepasst war.
in der Wüste (4. Mo 9) gefeiert worden. Als solche, die in das himmlische Land
Das Passah spricht von dem Werk des versetzt sind, ernähren wir uns auch
Herrn Jesus, der am Kreuz sein Blut, d.h. von dessen „Erzeugnissen“. Es ist Chris-
sein Leben, gegeben hat (vgl. 1. Kor tus selbst, der verherrlichte Mensch im
5,7). Himmel.
Die Passahfeier im verhei-
ßenen Land macht deut-
lich, dass der Tod des Herrn
am Kreuz die Grundlage
jedes Segens ist. Ohne den
Tod des Herrn Jesus gäbe
es keine Vergebung, keine
Gotteskindschaft – nichts.
Alle geistlichen Segnun-
gen unseres himmlischen
Erbes haben ihre gerech-
te Grundlage in dem Blut
des Herrn. Daran sollten
wir immer denken – und
dafür danken. Es ist nicht

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Gilgal // Bibel praktisch

Das ungesäuerte Brot weist auf Jesus Beginn der Kämpfe: Der Oberste des
hin, der als sündloser, reiner Mensch Heeres des HERRN erscheint ihm. Es war
über diese Erde ging. Und wie Körner der HERR selbst, der das Volk aus Ägyp-
durch Feuer geröstet werden, so ging ten herausgebracht und es durch die
Er als wahrer Mensch auch durch das Wüste geführt hatte. Jetzt stellt Er sich
Feuer des Gerichts Gottes. Jetzt aber ist an die Spitze des Heeres Israels, um sie
Er verherrlicht im Himmel. Er hat dort zum Sieg im Kampf gegen die Feinde
einen Ehrenplatz und will unsere ganze zu führen. Das gab Josua Mut und Zu-
Aufmerksamkeit auf sich lenken: Er tut versicht.
alles für uns. Dort bei Ihm werden wir
auch einmal sein, das ist unser eigent- Auch wir sind nicht allein im Kampf ge-
liches Ziel. gen die Feinde in den himmlischen Ör-
tern. Epheser 6,10 fordert uns auf: „Seid
Um die himmlischen Segnungen erfas- stark in dem Herrn und in der Macht
sen zu können, ist es erforderlich, dass seiner Stärke“. Unsere Kraft liegt in dem,
wir uns auch von dem Herrn Jesus in der „das Haupt jedes Fürstentums und
diesem Charakter ernähren. Alle geist- jeder Gewalt ist“ (Kol 2,10) und dem
lichen Segnungen hat Gott uns in dem Gott „alles unterworfen hat“ (Eph 1,22).
verherrlichten Christus und durch Ihn
geschenkt (Eph 1,3). Deshalb können sie Es liegt nun an uns, seine Herrschaft an-
von uns nur in Gemeinschaft mit Ihm in zuerkennen, uns seiner Führung anzu-
diesem Charakter genossen werden. vertrauen (Jos 5,14) und in praktischer
Heiligkeit unser Leben zu führen (vgl.
Was die praktische Auswirkung dieser Jos 5,15). Wie gut, dass wir den Sieger
Nahrungsaufnahme betrifft – wir werden auf unserer Seite haben!
dem verherrlichten Christus ähnlicher
werden (vgl. 2. Kor 3,18), wenn wir in der Gilgal – ein bedeutsamer Ort damals
Bibel von Ihm lesen, bereit sind, uns von für die Israeliten. Nach jedem Kampf
Ihm verändern zu lassen und den Geist kehrten sie dorthin zurück, um sich von
in uns wirken lassen. Dann werden auch Gott für den nächsten Schritt wieder
unsere Entschiedenheit und Hingabe neu ausrüsten zu lassen. Das geistliche
deutlich zunehmen (vgl. Phil 3,8.14). Gilgal – ein bedeutsamer „Rüstungsort“
für (junge) Christen, um sich dann den

D er Oberste des Heeres des


HERRN
Das letzte Ereignis in Gilgal war für Jo-
Segen des Himmels praktisch anzueig-
nen, den Gott für sie vorgesehen hat.

sua eine große Ermutigung vor dem Stefan Ulrich

Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick
nicht und fürchte dich nicht! Denn der HERR, dein Gott, ist
mit dir überall, wohin du gehst. Josua 1,9
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Jesus Christus // Hinauf nach Jerusalem

Christus und die

Christen
Teil 2: In welchen Beziehungen steht
Christus zu den Christen?
Im ersten Teil der Übersicht über die Beziehung zwischen dem Herrn
Jesus und den Gläubigen und der daraus resultierenden Praxis wurden
die Wünsche des Herrn für unser Leben deutlich. Aber der Herr Jesus
lässt uns dabei nicht etwa allein; nein, Er hat unendlich viel für uns
getan, und Er bleibt bis ans Ende für uns tätig. Das soll in diesem
zweiten Teil deutlich werden.

Der Herr Jesus Christus …

gibt uns Frieden im Alltagsleben Joh 14,27


hat für uns die Rechtfertigung mit Gott
Röm 5,1
bewirkt
Röm 5,6.8; Gal
ist (für uns) gestorben
2,20
Röm 8,34, Heb
verwendet sich für uns bei Gott
7,25
hat uns aufgenommen Röm 15,7
wird uns bis ans Ende befestigen 1. Kor 1,8
ist für unsere Sünden gestorben 1. Kor 15,3
wurde arm für uns, damit wir reich würden 2. Kor 8,9
2. Kor 13,5b; Kol
ist in uns
1,27
hat sich selbst für unsere Sünden hingegeben Gal 1,4

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Hinauf nach Jerusalem // Jesus Christus

Christus und die Christen 2 // Jesus Christus

hat jeden von uns persönlich geliebt und sich


Gal 2,20
selbst hingegeben
lebt in uns Gal 2,20
liebt die Versammlung Eph 5,25
nährt und pflegt die Versammlung Eph 5,29
wird unseren Leib der Niedrigkeit
Phil 3,21
umgestalten
Phil 4,13; 1. Pet
kräftigt uns
5,10
errettet uns von dem kommenden Zorn 1. Thes 1,10b
wird die Seinen selbst heimholen in den
1. Thes 4,16.17
Himmel
wird uns befestigen und uns vor dem Bösen
2. Thes 3,3
bewahren
gibt Verständnis in allen Dingen 2. Tim 2,7
kennt die sein sind 2. Tim 2,19a
ist der Urheber unserer Errettung Heb 2,10
hat Mitleid mit unseren Schwachheiten Heb 4,15
ist für uns der Urheber ewigen Heils
Heb 5,9
geworden
vermag völlig zu erretten, die durch Ihn Gott
Heb 7,25
nahen
erscheint für uns vor dem Angesicht Gottes Heb 9,24
erscheint denen, die Ihn erwarten ohne Sünde
Heb 9,28
zur Errettung
hat für uns gelitten, uns ein Beispiel
1. Pet 2,21
hinterlassend
hat selbst unsere Sünden getragen 1. Pet 2,24
führt uns zu Gott 1. Pet 3,18
gibt den Seinen Verständnis, um den
1. Joh 5,20
Wahrhaftigen (Gott) zu erkennen
gibt uns Gnade, Barmherzigkeit, Friede 2. Joh 3

Haben wir unserem Herrn Jesus heute schon für seine vielfältige
Tätigkeit für uns gedankt?!
Arnfried Lang

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Die Stunde schlägt
„Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit,
siehe, jetzt ist der Tag des Heils“
2. Korinther, Kapitel 6, Vers 2
Manfred, 14 Jahre alt, lag an einem Sommertag auf der Wiese in der Nähe eines
Kirchturms, der noch eine große Sonnenuhr hatte. Seit einiger Zeit war er wegen
seiner Sünden in Unruhe. Er wusste, dass er sie dem Herrn Jesus bekennen
musste, um Vergebung zu empfangen. Aber wie schon oft erlebte er einen
inneren Kampf …
„Es ist ja nicht so dringend damit, Du hast noch Zeit“, dachte er. – „Aber wie viel
Zeit habe ich denn wirklich noch?“, musste er sich fragen. „Was, wenn ich morgen
schwer krank würde und es zu spät wäre?“ – „Entscheide dich jetzt für Christus!“,
so hatte er kürzlich noch
in einer Verkündigung des
Evangeliums gehört.
Doch dann dachte er an seine
Kameraden: „Die werden
mich auslachen und nichts
mehr von mir wissen wollen.
Und vieles, was die gern
tun, kann ich nicht mehr
mitmachen.“
„Aber ich will doch nicht
verloren gehen!“ Bei diesem
Gedanken fiel sein Blick
auf die Sonnenuhr. Da las
er deutlich die darunter
geschriebenen Worte: „Jetzt
oder wann?“ Das traf Manfred
mitten ins Herz. Wie sehr er
(Aus dem Kalender „Der Herr ist nahe“)

auch versuchte, sich abzulenken, immer lauter wurde die Frage in seinem Herzen:
„Jetzt oder wann?“
„Ja, wann werde ich mein Herz dem Herrn Jesus schenken?“ Und wie er erneut auf
die Sonnenuhr blickte und sah, dass der Schatten sich schon sehr gesenkt hatte,
rief er auf einmal laut: „Jetzt will ich es tun!“ Er konnte und durfte es nicht mehr
aufschieben. Er betete und bekannte seine Sünden dem Herrn Jesus und übergab
Ihm sein Leben: „Herr Jesus, nimm mich an! Am Kreuz bist Du doch auch für meine
Sünden gestorben. Ich will mich darauf verlassen.“
Von der Stunde an kamen Frieden und Freude in sein Herz.

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