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1.) Die völlige Verdorbenheit des Menschen
Die Bibel lehrt, dass der Mensch durch seinen von Adam ererbten Sündenzustand ni
cht nur verletzt und in seiner Bestimmung, Gott als dessen Abbild zu verherrlich
en, beeinträchtigt ist, sondern sie lehrt, dass der Sünder tot ist (Eph 2,1; Kol 2
,13; Joh 5,24.25 u.a.) und als geistliche Leiche absolut nichts tun kann und wil
l, was zu seinem Seelenheil zu qualitativ und zeitlich ewigem Leben nützlich ist
: Er kann weder vor Gott annehmbare Werke tun (Gal 2,16), noch Gott suchen (Röm
3,11), noch Gottes Wort hören (Joh 8,43.47). Seine Gefühle sind verdorben, denn
er hat Freude an der Sünde und keine Freude an Heiligkeit; sein Verstand ist ver
finstert (Eph 4,18) er kann Geistliches nicht begreifen (1Kor 2,14), und sein Wi
lle ist versklavt unter die Sünde (Joh 8,34; Röm 6,17). Da sein Maßstab für Gere
chtigkeit von seiner eigenen Sündigkeit verzerrt ist, hält er Dinge für gerecht,
die in den Augen Gottes nicht den Maßstab der Gerechtigkeit erfüllen. Sein sünd
iger Zustand ist der schrecklichste Zustand, der jemals auszudenken ist, denn er
bedeutet Rebellion gegen Gott - die erhobene Faust gegen den Schöpfer, gegen de
n dreimal heiligen Gott, der Liebe ist. Deshalb steht er unter einem furchtbaren
Zorngericht Gottes (Joh 3,36).
Das ist der dunkle Hintergrund für das Licht der frohen Botschaft des Evangelium
s: der Botschaft, dass Gott Sünder aus Gnade durch Glauben an Jesus Christus ret
tet.
2.) Gott, der Vater, rettet: die Erwählung
Vor allen Zeit hat Gott in Christus durch den Heiligen Geist, in seiner Gnade un
d in der Gesamtheit seiner vorzüglichen Eigenschaften beschlossen, viele Mensche
n aus ihrem sündigen Zustand zu erretten und sich an ihnen zu verherrlichen (Eph
1,4f), indem er aus Sündern Heilige macht, die ewig in seiner Gemeinschaft lebe
n, sich seiner erfreuen und ihm von Herzen dienen. Gott hat Sünder seine Feinde!
so sehr geliebt, dass er seinen geliebten Sohn für sie gab, um sie zum ewigen L
eben zu erretten.
Die Erwählung bedeutet nicht, dass Gott lediglich vorhergesehen habe, wer sich f
ür ihn entscheiden wird dann hätte sich kein einziger Sünder für ihn entschieden ,
sondern die Erwählung ist Gottes aktiver, souveräner Ratschluss der Errettung. G
ott ist erhaben über jeden äußeren Einfluss, der ihn zum Wanken bringen könnte.
So wie Gott der Anfang der Schöpfung ist, so wie er in allem das Alpha und das O
mega ist, so geht auch die Erlösung ganz von ihm aus. Anderes zu behaupten, stel
lt die Dinge auf den Kopf und setzt den Menschen auf den Entscheidungsthron, um
über seine Errettung zu entscheiden. Gott hat nämlich nicht nur die Möglichkeit
der Errettung gewirkt, um die Anwendung dann dem Menschen zu überlassen, sondern
er hat Errettung gewirkt. Er bietet nicht nur Errettung an, sondern er wirkt Er
rettung. Er ist nicht Zuschauer der Errettung, sondern Akteur. Er ist der lebend
ige Gott, der alles nach dem Ratschluss seines Willens wirkt (Eph 1,11; Röm 9,16
-24). Gott, der Vater, hat die Erwählten dem Sohn gegeben, damit dieser sie erre
tte (Joh 6,37; 10,29; 17,24). Zu seiner Errettung ist der Mensch voll und ganz v
on der unverdienten Gnade Gottes abhängig.
3.) Gott, der Sohn, rettet: das Sühnopfer vom Kreuz
Gott, der Vater, hat seinen eingeborenen Sohn auf die Erde gesandt, damit dieser
das seit Ewigkeiten beschlossene Heilswerk (Apg 2,23; 4,28) ausführt. Am Kreuz
offenbarte sich in vollkommenster Weise einerseits die Bosheit des Menschen der
seinen Schöpfer zum Foltertod verdammt und andererseits die Liebe Gottes, der se
inen Sohn für seine Feinde in den Tod gab.
Das Leiden und der Tod Christi bieten das Sühnopfer und das Lösegeld für die Sün
de der Welt und die Sünden der Erwählten. Das hat eine zweifache Bedeutung: Durc
h dieses Sühnopfer haben alle Menschen trotz ihrer Sünde die Möglichkeit, Gott z
u nahen und im Gebet anzurufen. Der Schleier der Sünde über diese Welt ist gelüf
tet. Im anbietenden Sinne gilt das Erlösungswerk der ganzen Menschheit.
Aber als Lösegeld wirksam ist das Opfer Christi nur für die Erwählten. Jesus Chr
istus starb als Stellvertreter vieler Menschen, aber nicht aller (Mt 20,28; 26,28;
Jes 53,12). Christus hat für niemanden vergeblich gelitten; sein Werk ist wirks
am und wird seinen Zweck erfüllen. Mit dem Werk vom Kreuz gibt er nicht nur die
Möglichkeit der Errettung, sondern rettet er. Ob jemand die Ewigkeit in der Höll
e oder bei Gott verbringen wird, wird nicht vom Menschen entschieden, sondern wu
rde am Kreuz fest gemacht.
Zur Bestätigung des vollbrachten, von Gott angenommenen Sühnopfers vom Kreuz ist
Jesus Christus leibhaftig auferstanden (Röm 4,25; 1Kor 15,12-20), um diejenigen
, die mit seinem Tod verbunden sind, auch mit ihm ins ewige Auferstehungsleben z
u versetzen (Röm 6,4; Eph 2,1).
4.) Gott, der Heilige Geist, rettet: die Wiedergeburt
Gott, der Vater, zieht durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes alle Erwählten
zum Herrn Jesus Christus (Joh 6,44). Alle, die Gott in seiner Gnade zum ewigen L
eben verordnet hat (Apg 13,48), werden gläubig und errettet werden. Gott, der Soh
n, macht von den geistlich Toten diejenigen lebendig, welche er will (Joh 5,21). D
iese geistliche Totenauferweckung geschieht durch den Heiligen Geist, der eine n
eue Geburt bewirkt (Joh 3,3.5).
Der Heilige Geist ist durch seine Gaben in lebendigen Gemeinden wirksam, indem e
r Gläubige für das Werk des Dienstes auferbaut und zurüstet (Eph 4,11-12). Aus sol
chen dem Herrn gehorsamen Gemeinden sendet er Missionare und Evangelisten aus, d
ie das Evangelium, das Wort vom Kreuz, verkünden (Apg 13,4; Röm 10,14-15). Der A
ufruf zur Buße (griechisch Umdenken , Reue ) und zum Glauben an das Evangelium ist ein
Befehl Gottes, der allen Geschöpfen gilt (Mk 16,25) und dem alle Menschen gehor
chen sollen (Apg 17,30).
Die Wiedergeburt ist zwar vollständig ein Werk Gottes, schließt aber auch eine v
erantwortliche, gehorsame Reaktion des Menschen auf das Evangelium mit ein, zu d
er er aufgerufen werden muss: Die geistliche Neugeburt bewirkt der Heilige Geist
nur in Verbindung mit dem Hören und Glauben des Evangeliums Gottes Kraft zum Hei
l jedem Glaubenden (Röm 1,16). Wer sich zu den Erlösten zählen will, bei dem muss
diese persönliche Wiedergeburt eine Realität in seinem Leben geworden sein, wob
ei eine Unterscheidung möglich sein muss zwischen einem Vorher (aus dem Tod ...)
und Nachher (... in das Leben übergegangen - Joh 5,24; vgl. auch einst und jetzt in
Eph 2,11.13). Niemand ist von Geburt an erlöst, sondern muss irgendwann unter B
uße gläubig werden. Gläubig werden heißt, vor Gott zu kapitulieren, sich selbst
als der Hölle schuldig anzuerkennen, Gott als gerecht anzuerkennen, Jesus Christ
us als persönlichen Herrn und Retter anzunehmen und an ihn als Gott zu glauben: a
ußer ihm (JAHWE=Jesus) gibt es keinen Retter (Jes 43,11; Joh 8,24).
Bei der Wiedergeburt wird der Sünder zu einem neuen Geschöpf (2Kor 5,17; Gal 6,1
5) mit einer neuen, göttlichen Natur (2Petr 1,4) und einem neuen Herzen, das im
Gleichnis vom vierfachen Ackerboden als redliches und gutes Herz beschrieben wird
(Lk 8,15). Das führt dazu, dass der Wiedergeborene glaubt, d.h. Buße tut, Jesus
Christus als seinen persönlichen Herrn und Erretter annimmt und ihm im Glaubensg
ehorsam nachfolgt auf dem Weg des Kreuzes. Christus wohnt fortan in ihm (Kol 1,27)
und nimmt Gestalt in ihm (Gal 4,19). Der 1. Johannesbrief nennt die Erkennungszei
chen für eine solche Wiedergeburt (1Jo 2,3.5.29; 3,9.14; 4,7; 5,1.4.18).
Siehe auch: Der Weg zum ewigen Leben, erklärt am Johannesevangelium.
5.) Gott, der Vater, bewahrt und vollendet die Erretteten: die Verherrlichung
Wer wiedergeboren ist, ist damit für immer ein Kind Gottes und hat Gott zum Vate
r. Gott ist unermüdlich am Werk und überlässt weder die Errettung von Sündern no
ch die Bewahrung von Erretteten dem Zufall oder der Fehlbarkeit von Menschen. Ni
chts kann den Gläubigen scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist (
Röm 8,39). Diejenigen, die Gott nach seinem Vorsatz berufen und gerechtfertigt h
at, die wird er auch verherrlichen (Röm 8,30). Wer sich durch das Zeugnis des He
iligen Geistes seiner Gotteskindschaft gewiss ist (Röm 8,16), darf sich der ewig
en Heilsgewissheit und Heilssicherheit erfreuen (1Jo 5,13).
6.) Gott, der Sohn, bewahrt und vollendet die Erretteten: sein Dienst für seinen
Leib, die Gemeinde
Jesus Christus ist leibhaftig auferstanden zur Rechtfertigung der Gläubigen (Röm
4,24), sitzt nun zur Rechten Gottes und verwendet sich dort beim Vater als fürs
prechender Hoherpriester für die immer wieder versagenden Gläubigen (1Jo 2,1). E
r verwendet sich aber nicht nur für ihre Vergebung, sondern gibt ihnen auf ihr B
itten hin alle nötige Kraft und Barmherzigkeit, um ein heiliges Leben führen zu
können (Hebr 4,14-16). Gläubige leben und wandeln durch eine lebendige Beziehung
zu ihrem Herrn Jesus Christus (Joh 15,5). Er ist das Haupt der Gemeinde mit unm
ittelbarer Autorität über alle Gläubigen, die Glieder seines Leibes (Eph 5,23.30
).
Er wird leibhaftig wiederkommen und die Seinen zu sich nehmen (1Thes 4,16-17). D
azu bereitet er jetzt die Wohnung im Vaterhaus (Joh 14,2-3).
7.) Gott, der Heilige Geist, bewahrt und vollendet die Erretteten: sein Werk im
Gläubigen
Der Heilige Geist tut an den Gläubigen ein vielseitiges Werk zu ihrer Bewahrung
und Vollendung: Er tauft sie in den einen Leib Christi (1Kor 12,13) - d.h. er bi
ldet die Gemeinde und regiert in ihr (1Kor 12,11; 2Kor 3,17) -, er wohnt in ihne
n (1Kor 6,19), er versiegelt sie und ist ihr Unterpfand auf die Ewigkeit (Eph 1,
13.14), er salbt sie mit Lehrerkenntnis (1Jo 2,20), er leitet sie (Röm 8,14) - i
m negativen Sinne bei Versagen zu Buße, Sündenbekenntnis und Wiederherstellung u
nd im positiven Sinne zu ihrer Aufgabe in dieser Welt -, er gibt ihnen Gaben nac
h seinem Willen (1Kor 12,11), er verwandelt sie in das Bild Christi (2Kor 3,18)
und er bringt Frucht in ihrem Leben hervor (Gal 5,22). Er ist ihr Beistand und T
röster (Joh 14,16.26). In all dem ist es sein Ziel, den Herrn Jesus Christus zu
verherrlichen (Joh 16,14).
Nachtrag: Die vier Seiten der Errettung
Die frohe Botschaft des Evangeliums ist, dass Gott in Jesus Christus auf die Wel
t gekommen ist, um sein Volk von ihren Sünden zu retten und dafür am Kreuz alles
vollbracht hat. Errettung heißt also Errettung von Sünden. Das hat vier Seiten:
1.) Errettung von der Freude an der Sünde. Das Herz des natürlichen Menschen lie
bt die Sünde und hat Freude an der Sünde. Errettung von Sünde bedeutet zuerst, d
ass der Mensch erkennt, wie abscheulich die Sünde ist, und sie verwirft. Der Err
ettete gehört nicht mehr zu denen, die das Vergnügen mehr lieben als Gott (2Tim 3,
4), sondern hasst das Böse (Spr 8,13)
2.) Errettung von der Schuld der Sünde. Der Lohn der Sünde ist der Tod (Röm 6,23),
d.h. der ewige Zorn Gottes. Für den Erretteten hat Jesus Christus diesen Zorn G
ottes am Kreuz stellvertretend getragen und damit ist dem Erretteten diese Schul
d abgenommen.
3.) Errettung von der Macht der Sünde. Da sich der Gläubige mit dem gekreuzigten
Christus identifiziert, hat die versklavende Sünde kein Anrecht mehr auf ihn. E
r war ein Sklave der Sünde, ist jetzt aber Sklave der Gerechtigkeit Gottes (Röm
6,16-22).
4.) Errettung von der Gegenwart der Sünde. Während seines Lebens auf der Erde ha
t der Gläubige zwei Naturen: sein natürliches Fleisch und die neue, göttliche Na
tur. In seinem Fleisch und in der ihn umgebenden Welt ist die Sünde gegenwärtig
und deshalb lebt er in einem beständigen Kampf, in dem er immer wieder versagt u
nd von Gottes vergebender und stärkender Gnade abhängig ist. Aber seine Hoffnung
ist auf die Ewigkeit gerichtet, wenn er auch von der Gegenwart der Sünde errett
et sein wird.
GEBET :
Vater im Himmel, mir ist klar geworden, daß ich mein Leben selbst bestimmt habe
und von dir getrennt bin. Vergib mir meine Schuld. Danke, daß du meine Sünden ve
rgeben hast, weil Christus für mich gestorben und mein Erlöser geworden ist. Her
r Jesus, bitte übernimm die Herrschaft in meinem Leben und verändere mich so, wi
e du mich haben willst.