Sie sind auf Seite 1von 2

Offensichtlich denken manche, Sünde müßten die Pfarrer erfunden haben, um sich s

elbst einen Job zu erhalten. Aber es gab Sünde schon lange, bevor man an Pfarrer
und Kirchen dachte. Gottes Wort beschreibt grundlegend, was mit den Menschen ni
cht in Ordnung ist. Natürlich ist uns das nicht angenehm. Aber dürfen wir deshal
b das Wort "Sünde" fallen lassen? In mancher Hinsicht ist Sünde wie eine Krankhe
it. Wir werden den Schaden, den sie verursacht, niemals heilen können, wenn wir
uns einreden, sie existiere nicht, oder wenn wir aus Ängstlichkeit nie über sie
sprechen.
Deshalb wollen wir der Sache auf den Grund gehen und zu verstehen versuchen ,was
es mit der Sünde auf sich hat
Ist Sünde nur das, womit wir anderen Menschen weh tun ?
Nein. Sünde hat in erster Linie nichts mit unserem Verhalten gegenüber anderen M
enschen zu tun, sondern mit unserer Einstellung Gott gegenüber. Als Jesus Christ
us gefragt wurde, was das wichtigste Gebot sei, antwortete er: 'Du sollst Gott,
deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen' 1 . Wenn wir das also nicht tun - das is
t dann Sünde. Es geht demnach um unser persönliches Verhältnis zu Gott.
Sünde hat aber doch etwas mit Sex zu tun?
Das könnte sein, denn der Mißbrauch der Geschlechtlichkeit hat jedenfalls unendl
ich viel Not heraufbeschworen. Aber auch Diebstahl, Betrug, Trunkenheit, Haß, Mo
rd, Krieg und anderes taten das. Wohl jeder vernünftige Mensch stimmt dem zu, da
ß diese Dinge offensichtlich nicht in Ordnung sind; aber damit ist man noch nich
t bei der Ursache des Übels; die liegt noch tiefer. Was wir aufzählten, sind Sün
den, während die wirkliche Not, der Hauptfehler, die Sünde ist. Jesus sagt, alle
Sünden haben denselben Ursprung - nämlich des Menschen "Herz" 2 . Nicht erst da
s, was er tut, macht einen Menschen zum Sünder, sondern er ist schon ein Sünder.
Die Grundeinstellung seines "Herzens", seines Wesens, ist falsch. Darin liegt d
ie Wurzel allen Übels 3 .
Grundsätzlich ist das Sünde, wenn wir so leben, als würde Gott nicht existieren.
Wenn mein Wesen von dem Gedanken beherrscht wird: "Laß mich in Ruhe, Gott, ich
will mein Leben in die eigene Hand nehmen", - das ist Sünde. Denn das ist Aufleh
nung gegen Gott. Es ist Sünde, Gott die ständige Überprüfung unseres Lebens zu v
erweigern. Das lassen wir alle nicht gerne zu. Von Geburt an gehört diese Ablehn
ung zu unserer Natur.
Wird das Erbsünde genannt ?
Ja. Die Bibel spricht eindeutig über dieses schwierige und unerfreuliche Thema.
Sie sagt, der erste Mensch war Gott ungehorsam, und die Folge dieser Auflehnung
übertrug sich auf alle Menschen - das wirkte sich derart aus, daß es für den Men
schen leichter wurde, das Falsche statt das Richtige zu tun. Wie kam es dazu?
Die Bibel drückt es so aus: Die Sünde kam durch das Verhalten eines Menschen in
die Welt. Die Folge war der Tod. Das heißt, Sünde und Tod wurden erblich und wur
den damit auf alle Menschen übertragen. Niemand kann sich davon freisprechen, de
nn niemand ist aus sich selber heraus sündlos 4 . Verallgemeinernd sagt die Bibe
l: 'Sie sind alle Sünder' 5 . Diese Feststellung können wir nicht umgehen, denn
sie betrifft einen jeden von uns.
Ich bin zwar nicht vollkommen, aber auch nicht der Schlimmste. Sündigen einige M
enschen nicht doch mehr als andere ?
Gerade weil wir nicht vollkommen sind, sind wir Sünder 6 ! Im Ausmaß des Sündige
ns mag es schon einen Unterschied zwischen den Menschen geben, aber nicht in der
Tatsache, daß sie sündigen. Gott ist heilig und fordert von uns Vollkommenheit,
indem er sagt: 'Darum sollt ihr vollkommen sein' 7 . In den zehn Geboten legt e
r für uns den Maßstab fest. Es ist erschütternd, wie wenig wir uns danach richte
n. Wir wollen auch nicht danach leben und lehnen uns in unserem Herzen gegen Got
tes Herrschaft über unser Leben auf.
Die Bibel stellt die Sünde auch als eine Zielverfehlung dar. Ob wir aber ein Zie
l um einen Zentimeter oder um einen Kilometer verfehlen - das ändert nichts an d
er Tatsache, daß wir es verfehlen! Die Größenordnung der Verfehlung ist völlig u
nbedeutend. Es ist nicht gut, wenn wir uns selbst mit anderen Leuten vergleichen
und uns dann einbilden, daß wir besser sind. Unser Vergleichsmaßstab muß Gott s
elbst sein. Er sagt, daß wir wie Schafe sind, die sich verirrt haben 8 . Genau d
as ist es! Daß wir von Gott abirren, ist ein Zeichen unserer Auflehnung gegen Go
tt, ist eben die Sünde schlechthin!
Wie ernst ist das zu nehmen ?
Sehr ernst! Wir werden - ob wir wollen oder nicht - dem Urteil Gottes über unser
en Aufruhr gegen ihn ausgesetzt 9 . Wir kommen vor das Gericht des einen reinen
und heiligen Gottes 10 . Die Auswirkung der Sünde ist der Tod in geistlicher und
physischer Hinsicht 11 . Das heißt, sie bewirkt Trennung von Gott 12 und macht
den Tod für uns unausweichlich. Sie ist wie ein bösartiger Krebs. Wer nichts dag
egen unternimmt, bleibt von Gott getrennt. Das ist wirklich sehr ernst zu nehmen
. Sünde ist nicht nebensächlich.
Was kann man gegen die Sünde tun ?
Gott selbst machte sich das zum Problem, aber Er fand auch für uns die Antwort.
Wenn ein Mensch mit dem heiligen Gott in Verbindung treten will, braucht er zwei
erlei. Erstens braucht er als Sünder Vergebung. Diese beginnt mit der grundsätzl
ichen Bereitschaft, sich von Gott, dem Herrn, vergeben zu lassen. Zweitens brauc
ht er ein neues Wesen, damit er überhaupt seiner Bestimmung gemäß leben kann; au
s eigener Erfahrung weiß der Mensch genau, daß er das mit eigener Kraft nicht zu
standebringen kann. Als Nikodemus, ein sehr religiöser Mann, zu Jesus kam, um mi
t ihm über einiges zu sprechen, was ihm unklar war, sagte Jesus ihm, daß er ein
neues Wesen brauche. Er brauche eine Wiedergeburt 13. Diese könne er jedoch nich
t durch besondere Anstrengung erreichen, um sich auf diese Weise selbst zu besse
rn 14 . Wiedergeburt ist keine Änderung, die man bei sich selbst vornehmen kann.
Trotz seiner Religiösität war Nikodemus schuldig wie alle Menschen, und die Fol
ge war seine Trennung von Gott 15 und damit ein Leben im Tod.
Jesus aber ging in die tiefste Gottesverlassenheit um unsertwillen; der Gottesso
hn starb, und durch seinen Tod nahm er die Schuld und die Strafe der Sünder auf
sich 16 . Er nahm ihren Platz ein, so daß sie die Strafe nicht selber erleiden m
ußten, sondern ihnen vergeben werden konnte. Er starb, um den Menschen ein neues
Leben und Wesen zu geben. Wer seine Schuld an dem gestörten Verhältnis zu Gott
bereut und auf das Angebot Gottes vertraut, dessen Verhältnis zu Gott wird in Or
dnung gebracht. Wenn einer auch schuldig ist: der Sohn Gottes starb an seiner St
att 17 .
Zum Vergleich die entsprechenden Bibelstellen:
1 Matthäus 22, 37 10 2. Korintherbrief 5, 10
2 Markus 7, 21 - 23 11 Römerbrief 5, 12
3 Jeremia 17, 9 12 Offenbarung 21, 27
4 Römerbrief 5, 12 13 Johannes 3, 3
5 Römerbrief 3, 23 14 Epheserbrief 2, 8 - 9
6 Jakobus 2, 10 15 Jesaja 59, 2
7 Matthäus 5, 48 16 2. Korintherbrief 5, 21
8 Jesaja 53, 6 17 Matthäus 20, 28
9 Römerbrief 5, 18
http://kmwebhosting.hpgen.de/go/317347