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«Affettin» – «Vergebung» auf türkisch

Diese drei Christen wurden


Diese drei Christen wurden im April 2007 wegen ihres Glaubens
ermordet. Benj P. bewegte das zum Vergebungslied «Affettin».
«Affettin» heisst Vergebung. Der Schweiz-Türke Benj P.* schrieb
einen Song mit diesem Titel als Reaktion auf die Morde an drei
Christen in der Türkei. Er wolle damit zur Versöhnung anstiften.

Im April 2007 wurden drei Mitarbeiter eines christlichen Werks in


der Türkei umgebracht; einer war Deutscher. Seine Witwe
vergab den Mördern. Bei Benj P. habe dieser Überfall Trauer
ausgelöst. Darum schrieb er auf türkisch das Lied «Affettin»,
was übersetzt «Vergebung» bedeutet.

Der Song macht unter türkischen Christen die Runde und


ermutigt sie. Livenet.ch sprach mit dem Komponisten und Leiter
der Freikirche Vineyard Langenthal.

Livenet.ch: Benj P., ausgehend von den drei in der Türkei


ermordeten Christen, haben Sie ein Versöhnungslied
geschrieben. Warum?
Benj P.: Als ich hörte, dass diese drei Männer qualvoll ermordet
wurden, wurde ich traurig. Und ich fühlte auch die Trauer der
Menschen in der Türkei. Ich habe ja selber 22 Jahre dort gelebt
und bin mit dem Land verbunden; ich liebe Land und Volk. Ich
wollte ein Lied schreiben, um die Trauernden zu trösten und als
Zeichen für Versöhnung und Vergebung.

Wie ist das Lied entstanden?


Ich fuhr im Auto, als ich in den Nachrichten von dem Verbrechen
hörte. Ich musste weinen. Manchmal habe ich in solchen
Momenten Eingebungen, in denen ich Lieder schreibe. Darum
habe ich immer ein Diktiergerät bei mir, und so habe ich es
reingesungen. Bald darauf war das Lied fertig. Einfach die
Arrangements mussten noch geschliffen werden.

Wer steht da alles dahinter?


Geschrieben, komponiert und gesungen habe ich, aber dahinter
steht die Vineyard-Bewegung, speziell die Gemeinde in
Langenthal. Sie unterstützte das Ganze geistlich und finanziell
und half bei der Produktion.

Einer der drei Ermordeten war Deutscher. Seine Frau vergab den
Mördern. Sie schreiben nun ein Versöhnungslied. Was wollen
Sie damit bewirken?
Was können wir in so einer Situation anderes machen? Hass
bringt nichts. Trotzdem entstehen Gefühle und Trauer – man
kann nur noch vergeben. Es ist auch vom christlichen Glauben
und meiner Denkweise her richtig gewesen, das in den
Vordergrund zu rücken.

Ich möchte auch nicht, dass die Menschen in Europa einfach die
türkische Bevölkerung ablehnen. Wir müssen lernen, einander
zu lieben; auch wenn wir Fehler machen.

Welche Reaktionen erhielten Sie?


Verschiedene türkische Gemeinden in der Türkei und auch in
anderen Ländern Europas veröffentlichen das Lied auf ihrer
Internetseite. Die Reaktionen sind sehr positiv. Das Lied ist
wertefrei geschrieben, es repräsentiert keine Glaubensrichtung.
Es handelt von Vergebung, und es ist nicht so, dass ein Türke
oder ein Moslem das Lied nicht hören darf.

Gott kommt im Lied nicht vor. Warum?


Den Text für dieses Lied habe ich so gewählt, dass man ihn ganz
unabhängig von der eigenen Glaubensrichtung hören kann. Das
Lied soll auch keine Schuldgefühle auslösen, sondern einfach
zur Vergebung führen. Gesungen wird von einer Person, die
vergeben hat. Und wer diese Person für den Zuhörer ist, kann er
selbst festlegen.

Und da christliche Gemeinden mit dem Lied arbeiten, findet man


die Lösung...
Es heisst ja in der Bibel: Wenn jemand Gott sucht, der wird ihn
finden. Wenn man jemanden sucht, kennt man ja die Adresse
nicht. Sonst wäre es keine Suche, sondern nur ein
Navigationsproblem. Vielleicht regt dieses Lied an zur Suche
nach dem wahren Gott. Der wird sich dann auch zeigen. Ich
denke, so eine Chance lässt er sich nicht entgehen.

Ist das Lied nur für Christen geschrieben worden?


Nein, es soll ein Zeichen der Versöhnung und Vergebung sein,
und es ist nicht nur für Christen gedacht, sondern auch für die,
die einen anderen Glauben haben; auch sie sollen es hören
können. Einander zu vergeben ist auch in den christlichen
Gemeinden wichtig. Es ist ja nicht so, dass alle Christen gut
vergeben könnten.

Man könnte Ihnen vorwerfen, Sie seien nur ein Trittbrettfahrer...


So ein Vorwurf ist nicht gekommen. Ich bin ein trauernder
Schweizer Türke und kenne beide Völker. Als Christ bin ich mit
den türkischen Christen verbunden und als Türke mit dem Volk.
Ich will nicht, dass zwischen Völkern und Glaubensrichtungen
Hass entsteht. Darum will ich die Vergebung in den Vordergrund
rücken. Wenn jemand das Lied nicht hören, dann muss er auch
nicht. Das ist jedem freigestellt.

Wie sieht es aus mit Reaktionen aus der Türkei?


Türkische Gemeinden haben darauf reagiert; auch Menschen,
die den Song in Foren stellten – und zwar überwiegend positiv.
Die Kontaktaufnahme zwischen christlichen und islamischen
Türken ist im Moment einfach sehr sensibel. Da muss man
aufpassen, dass man keine Verletzungen verursacht.

An manchen Orten, wo Christen getötet wurden, standen die


übrigen Gläubigen dann zusammen und haben den Tätern
vergeben. Dadurch fanden andere Menschen zu Jesus. Könnte
das nun ebenfalls passieren?
Wenn das passiert, wäre das schön. Ich denke, wo Vergebung
geschieht, dort ist auch die Gegenwart Gottes spürbar. Dort
zeigt sich die Liebe, die Jesus vorgelebt hat. Wo man vergibt,
wird das Evangelium verkündet.

Ob dann andere zu Jesus finden, weiss ich nicht, aber es wäre


wünschenswert. Wichtig ist, dass wir Schweizer unsere eigene
Freiheit lernen und dass wir unser Land lieben. Aber auch, dass
wir die Ausländer hier lieben und ihnen dienen und sie nicht
vernachlässigen. Sonst sind die kulturellen Unterschiede kaum
zu überwinden.

Möglich ist es aber mit der Liebe und Vergebung. Wenn wir das
wirklich leben, kann es funktionieren.

* Sein richtiger Name ist der Redaktion bekannt

Den Song hören: Affettin

Affettin, Affettin, Affettin sen beni


Du hast vergeben, Du hast vergeben, Du hast mir vergeben
Affettin, Affettin, Affettin sen beni
Du hast vergeben, Du hast vergeben, Du hast mir vergeben
Beni redetmedin. Sen beni kabul ettin
Du hast mich nicht abgelehnt, sondern angenommen
Beni ismimle çaigirdin
Du hast mich bei meinem Namen gerufen
Beni terketmedin, kollarina aldin
Du hast mich nicht verlassen, sondern in deinen Arm
genommen
Suçlamadin sen beni afettin
Du hast mich nicht beschuldigt, sondern mir vergeben
Affettin, Affettin, Affettin sen beni
Du hast vergeben, Du hast vergeben, Du hast mir vergeben
Affettin, Affettin, Affettin sen beni
Du hast vergeben, Du hast vergeben, Du hast mir vergeben
Günahima bakmadin
Du hast nicht auf meine Sünden geschaut
Suçumu saymadin
Meine Schuld hast du mir nicht vorgehalten
Sen beni sefkatinle cagirdin
Du hast mich mit deiner Barmherzigkeit gerufen
Derdimi dinledin, hatami afettin
Du hast meine Sorgen gehört und mir meine Fehler verziehen
Gözyaslarimi sevginle sildin
Meine Tränen hast du mit deiner Liebe abgewischt
Affettin, Affettin, Affettin sen beni
Du hast vergeben, Du hast vergeben, Du hast mir vergeben
Affettin, Affettin, Affettin sen beni
Du hast vergeben, Du hast vergeben, Du hast mir vergeben
Çagiririm ismini
Ich rufe deinen Namen
Yakaririm duy beni
Ich schreie zu dir, höre mich
Yalvaririm tut beni
Ich flehe dich an: Halt mich fest
Ihtiyacim var sana
Ich habe dich so nötig
Benim en zor anima
In meinem schwersten Moment
Güçsüzlügüme bakma
Schaue nicht meine Schwächen an
Beni al kollarina
Nimm mich in deine Arme
Sar beni ve birakma
Drücke mich fest und lass mich nie mehr los

Autor: Daniel Gerber