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Lenin: Von Beruf Revolutionär

Es sind unzählige Bücher über Lenin geschrieben worden, zahlreiche Filme gedreht. Wie jede
schillernde Persönlichkeit fasziniert er und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Und wie bei jedem
Großen gehen die Meinungen über ihn radikal auseinander:
Seine Genossen und Nachfolger sahen in Lenin das größte Genie aller Zeiten, einen Messias,
der die Arbeiter befreien und eine gänzlich neue Weltordnung errichten würde. Seine Gegner
hassten ihn für seine Taten, in Folge derer das Riesenreich Russland furchtbare Leiden zu
durchstehen hatte.

Gesang, Schach - und Politikverdrossenheit

Angefangen hatte alles ganz unscheinbar. Geboren als drittes von sechs Kindern eines
Schuldirektors, wuchs der kleine Wladimir in einem provinziellen Nest an der Wolga auf. Er lernte
fleißig, sang gerne und spielte exzellent Schach. Für Politik interessierte er sich in seiner Kindheit
und Jugend überhaupt nicht.

Als Wladimir 17 war, wurde sein älterer Bruder wegen der Beteiligung an einem Attentatsversuch
auf den Zaren verhaftet, gerichtet und gehängt. Dies war der Anlass für Wladimir, sich mit den
Ideen zu beschäftigen, für die der Bruder sein Leben gelassen hatte.

Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin)

* 10.04.1870
† 21.01.1924

Lenin ist ein Deckname, den sich Wladimir Iljitsch Uljanow ca. 1901 gab.Russischer Revolutionär
und Politiker, ab 1903 Anführer der Bolschewiki (andere Bezeichnung für russische
Kommunisten). Organisierte die russische Oktoberrevolution 1917 und stand danach bis zu
seinem Tod an der Spitze des neu errichteten Sowjetstaates. Unter der Herrschaft Lenins und
seines Nachfolgers Jossif Stalin kamen 40 bis 90 Millionen Menschen ums Leben.

Er las Marx und andere kommunistische Autoren und entdeckte für sich das Ziel, für welches er
sein Leben lang kämpfte: die Befreiung der Arbeiter (des Proletariats) von ihren Unterdrückern –
dem Zaren und den Kapitalisten. Nach der Befreiung sollten die Proletarier einen Staat aufbauen,
in dem alle Menschen gleich sind und alle Güter gerecht aufgeteilt werden. Als Endziel sollte
dieser kommunistische Staat die gesamte Welt umfassen.

Revolution!

Für seine Tätigkeit saß Lenin unzählige Male im Gefängnis, wurde vom Zar nach Sibirien
verbannt, floh ins Ausland und koordinierte von Genf und Paris aus die kommunistischen Kämpfe
in Russland. Als die politische Führung Russlands Ende 1917 durch die Wirren des Ersten
Weltkriegs geschwächt war, ergriff er die Chance und organisierte den Staatsstreich, der heute
als die Oktoberrevolution bezeichnet wird.

Zur Macht gekommen, setzte er seine politischen Ansichten mit extremen Mitteln und
unnachgiebiger Radikalität durch. Davon überzeugt, dass das Ziel alle Mittel heiligt, befahl Lenin
Verbannungen, Massenerschießungen und zettelte einen verheerenden Bürgerkrieg an. Es ist
eine Tatsache, dass der Kommunist Lenin das erste Konzentrationslager der Welt errichten ließ.

Eine bessere Welt?

Der Versuch, eine kommunistische Staatsordnung zu errichten, ist wohl das größte und blutigste
politische Experiment aller Zeiten gewesen. Allein in Russland kamen jüngsten Schätzungen
zufolge 40 bis 90 Millionen Menschen im Namen einer besseren, kommunistischen Welt ums
Leben.

Lenin glaubte an und kämpfte für Freiheit, Gleichheit und eine bessere Welt – ein neues
Paradies. Doch Grauen, Hunger und unzählige Tote waren das Ergebnis. Die Utopie blieb
Wunschtraum, die versprochene Erlösung blieb aus.

Sicherlich hat Wladimir in seiner Jugend von Gott gehört und auch die Bibel gelesen. Seine
Eltern waren gläubig, seine Mutter hatte in ihrer deutschen Familie eine strenge lutherische
Erziehung erhalten, gehörte aber keiner Gemeinde an. Das christliche Vokabular taucht in
einigen Reden und Schriften Lenins auf, er selbst wurde von seinen Nachfolgern als der neue
Moses bezeichnet, der die Arbeiter erlösen und ins gelobte Land führen würde.
Weiterführende Literatur:
Louis Fischer, "Das Leben Lenins" (dtv)

Lenin wählte ein von Gott abgewandtes Leben. Die kommunistische Lehre lehnt einen Gott strikt
ab, die Staatsordnung der Sowjetunion fußte auf Atheismus und verfolgte den Glauben. Der
Personenkult um Lenin schwang sich dagegen zu einer neuen Staatsreligion auf.

Unzählige Feinde umgaben Lenin sein Leben lang – der Zar, die Kapitalisten, die
Andersdenkenden, nach der Revolution die vielen Millionen Unzufriedener. Und Lenin hasste sie
allesamt und verfolgte und tötete sie mit einem eisernen Willen und unnachgiebiger
Entschlossenheit.

Er starb im Alter von 53 Jahren, von einer schweren Krankheit zerfressen. Sein Nachfolger Stalin
setzte das Werk der Verfolgung, Folter und Tötung fort.

quelle : http://www.soulsaver.de