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GEBET

Erfüllt vom Heiligen Geist


Gebetsseminare schaffen Raum für Gottes Handeln

„Betet jederzeit im Geist!“ (Eph. Nach etwa einem halben Jahr willigte ich ein
6,18) Paulus sagt das so locker, als und beschloss, ihn zu fragen. Aber es siegte die
wüsste jeder, was damit gemeint ist. Angst und ich tat es doch wieder nicht. Abends
zu Hause hörte ich ein geduldiges ‚Und du hast
Theologisch lässt sich das nicht ge-
wieder nicht gefragt.....!’ Endlich nahm ich all
nau definieren. Aber gibt es das Ge- meinen Mut zusammen, ging bei einem Grup-
genteil von „Beten im Geist“ über- pentreffen zu ihm und stellte nur eine Frage:
haupt? ‚Martin, willst du mit mir einen Gebetskreis
gründen?’ Er antwortete: ‚Ja, was ist denn das?’
Gibt es geistloses Gebet? Hand aufs Herz – wer Ich war schockiert, denn ich hatte mit einer Ab-
kennt es nicht? Ich ertappe mich dabei, wie ich lehnung gerechnet. So fanden wir uns bald in
Gott oder Menschen durch meine Gebete be- Gesprächen über den Glauben wieder und der
eindrucken oder manipulieren will. Deshalb Gebetskreis entstand. Am Anfang eher wackelig
ist „Betet jederzeit im Geist“ für mich ein im- und mit einer zwischenzeitlichen Pause, gehört
mer neu brisantes Thema und ein spannender der Gebetskreis heute zu einer festen Größe in
Prozess, mich im Gebet durch den Heiligen der Einrichtung. Wie sind ca. 3-5 Teilnehmer
Geist immer tiefer und konkreter auf Gott ein- und konnten erleben, wie Gott auf die Gebete
zulassen. Kann man „Beten im Geist“ üben? Ja, eingeht, Kraft für die Arbeit und Liebe für die
man kann, und dazu haben wir bei Campus für behinderten Menschen schenkt und Verände-
Christus eine ganze Reihe von Gebetsseminaren rung schafft. Im Moment erlebe ich wieder et-
entwickelt. was Ähnliches. Ich habe am kommenden Don-
nerstag meinen ersten Hauskreis in N. Diesmal
Direkte Eindrücke von Gott war ich bereitwilliger als in der Geschichte mit
Hören wir auf die Erfahrungen von Sabine und dem Gebetskreis. Es sind auch einige Arbeits-
Martin*, zwei Teilnehmern der Seminare. Sabi- kollegen dabei. Ich kann mich nur freuen und
Gott die Ehre geben. Er hat es gemacht.“
Tipps für ein erfülltes
ne beschreibt die spannende Geburt eines Ge-
betskreises: „Als ich 2004 zu Jesus fand, umfing
Gebetsleben
mich eine Freude und Begeisterung für Jesus, Im Gespräch mit dem Herrn 1. Gebet lebt aus der persönlichen
Der oben genannte Martin schreibt dazu: „Als Beziehung mit Gott. Erstes Ziel
die ich nicht für mich behalten konnte. Vorher
Sabine mich wegen dem Gebetskreis fragte, war unserer Seminare ist, einen Raum
eher zurückhaltend und ruhig, hatte ich kaum
zu schaffen, in dem die Teilneh-
Kontakt zu Menschen. Ich hatte Angst, abgelehnt ich selbst gerade auf der Suche nach Gott. Die
mer sich für Gottes Liebe und für
zu werden. Doch mit Jesus wurde das anders. Einladung zum Gebetskreis klang interessant,
seine Herrschaft öffnen können.
Ich wusste, er führt mich, und war viel in Kon- war Neuland für mich und machte mich neu-
takt mit ihm. Manchmal empfing ich auch ei- gierig. Ich stimmte spontan zu und ließ mich 2. Damit sich geistliches Leben
nen direkten Eindruck und wusste, Gott will mir auf diese Erfahrung ein. Ich ahnte ja nicht, dass gesund entfalten kann, brauchen
etwas Bestimmtes sagen, erklären oder zeigen. ich im Gebet dem auferstandenen und leben- wir ein offenes Lernfeld. Liebe-
Nach etwa einem Jahr spürte ich, Gott will digen Jesus Christus gegenüberstehe. Mit Jesus voll ermutigende Auswertung und
einen Gebetskreis in unserem Behindertenheim. laut und mit meinen eigenen Worten im Gebet Korrektur ist notwendig; sowohl
Es ist eine christliche Einrichtung, aber es sind zu sprechen, war mir gänzlich neu. Es kostete Fragen als auch Fehler sind er-
mich einiges an Überwindung, in einer Grup- laubt.
nur wenige Christen dort angestellt. Mir stellte
sich die Frage: ‚Machst du das?’ Ich hatte noch pe von Menschen Worte (Gebet) zu formulie-
3. Gebet muss praktisch werden.
nicht frei und laut gebetet und war eher skep- ren und mich somit an den Herrn zu wenden.
Das geschieht in einer Gemein-
tisch. Und außerdem gehören da doch mehre- Doch sollte dies nur der Anfang einer wunder-
schaft von Menschen, die Gott
re zu. ‚Ich bin allein. Ich hatte Angst und wollte baren Beziehung im Zwiegespräch mit dem lieben und gehorchen wollen
nicht. Aber das Drängen in mir blieb. Ein paar Herrn sein.“ und die einander ermutigen, mit
Tage später hatte ich eine Antwort: ‚Frag den Hermann Rohde Gottes unbegrenzten Möglich-
Martin!’ So einfach kurz und knapp. Sofort stieg keiten zu rechnen.
in mir das ‚Nein’ hoch. Das werde ich ganz be- Einzelheiten zu den Seminaren auf Seite 22 oder auf
www.cfc-gebet.de
stimmt nicht tun.’ Ich versuchte, nicht mehr da-
ran zu denken. Aber immer, wenn ich mit Jesus
allein war, war die Frage wieder da.
*Namen von der Redaktion geändert

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