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Überprüfung.

Der Haken ist: Oft bleiben


Christsein - gerade die skeptischen Leute bei Vorurteilen
stehen, bevor sie überhaupt zu einem fun-
dierten Urteil gekommen sind. Einige dieser
uninteressant, Vorurteile möchten wir uns nun mal genauer
betrachten, um uns ein richtiges, eigenes
unwahr und unbe- Urteil bilden zu können. Ein erstes Vorurteil
gegenüber dem Christsein lautet:
deutend? 1. „Christsein ist uninteressant!”
(Ist das Christentum out?)
Was da in den Kirchen erzählt wird, lockt
doch heute keinen mehr hinter dem Ofen
hervor! Das ist einfach nicht mehr
zeitgemäß. In einer Zeit, in der es Videoge-
Von dem großen fran- räte und Game-Boys gibt, ist das Kirchenpro-
zösischen Philosophen gramm einfach out!
und Religionskritiker
Voltaire erzählt man die Aber ist das wirklich so? In Wahrheit ist es
folgende Geschichte: doch so, dass zwar der größte Teil der
Eines Tages unternahm Bevölkerung in Deutschland den Kirchen
er mit einem Freund eher distanziert gegenübersteht, aber die
eine Kutschenfahrt über Frage nach Gott ganz unabhängig davon
Land. Als sie an einer nichts an Aktualität verloren hat. In der Weih-
Weide vorbeikamen, nachtsausgabe des „Spiegels” vom Dezem-
auf der ein Schäfer seine frisch geschorenen ber 1993 lautete die Titelzeile: „Gott Ja - Kir-
Schafe weidete, rief der Freund aus: „Sehen che Nein!” Die Frage nach Gott wird in der
Sie nur! Die Schafe sind gerade frisch letzten Zeit also sogar wieder weit häufiger
geschoren!” Darauf entgegnete Voltaire gestellt. In Ostdeutschland schießen religi-
skeptisch: „Zumindest von der einen Seite…” öse Sekten wie Pilze aus dem Boden. Kaum
ein Schaufenster in unseren Bücherläden, in
Gesunde Skepsis ist eine hervorragende dem man heute nicht mindestens ein neues,
Tugend. Es ist gut, wenn wir nicht alles, was brandaktuelles Buch findet, das sich mit
man uns erzählt, auf Anhieb glauben. Aber Jesus beschäftigt: Der „Fokus” zählte erst
noch besser als Skepsis ist es, den Dingen kürzlich weltweit über 100.000 Buchtitel pro
auf den Grund zu gehen und sie eigenhändig Jahr, die sich „in der einen oder anderen
nachzuprüfen. Hätte Voltaire damals seine Weise” mit Jesus beschäftigen. Trotz aller
Kutsche angehalten, wäre ausgestiegen und Unkenrufe über den so genannten „Abschied
hätte sich die Schafe einmal aus der Nähe von Gott” hat die Faszination an Jesus und
angesehen, wäre seine Skepsis wahrschein- dem Christentum bis heute nicht abgenom-
lich bald der festen Überzeugung gewichen, men.
dass die Schafe auch von der anderen Seite
geschoren worden waren. Aber vermutlich Was ist es eigentlich, das die Menschen so
hatte er weder die Zeit noch die Lust, sich an Jesus fasziniert? Es ist bestimmt seine
näher mit der Sache zu beschäftigen. Persönlichkeit, seine Lehre und sein faszi-
nierendes Leben. Aber was Jesus in unserer
Viele Leute gehen heute ähnlich mit der Zeit besonders attraktiv macht, ist nicht
Frage um, was am Christentum dran ist: Sie zuletzt sein Anspruch, ein völlig neues Leben
betrachten sich das Ganze aus der Entfer- möglich zu machen:
nung und bilden sich ein Urteil, ohne der
Sache genauer auf den Grund zu gehen.
Vielleicht fehlt es an der Zeit, vielleicht auch
nur an der Lust. Manchmal ist Skepsis ja
auch bequemer als eine genauere

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Jesus sagt: Ich bin der Weg zu Gott Jesus hat den Leuten genau das angeboten:
Einen Weg, auf dem eine dauerhafte Bezie-
Jesus hat seinen Anspruch einmal mit den hung zu finden ist. Er hat von sich gesagt:
folgenden Worten beschrieben: „Ich bin der „Ich selbst bin dieser Weg”. Der Weg zu Gott
Weg. Ich bin die Wahrheit. Und ich bin das ist eine lebendige Beziehung zu Jesus. Das
Leben. Niemand kommt zu Gott, dem Vater, zumindest ist der Anspruch des christlichen
außer durch mich.” (Johannesevangelium Glaubens.
14, 16)
Das muss man nicht auf Anhieb glauben. Da
Das ist natürlich ein faszinierendes Angebot. darf man auch skeptisch nachfragen und
Wir leben in einer Zeit, die wie kaum eine prüfen, was an diesem Anspruch dran ist.
Zeit vor uns völlig ohne Orientierung ist. Aber dieser Anspruch ist jedenfalls interes-
Jeder versucht für sich allein einen Weg sant genug, sich einmal näher damit zu
durch das Leben zu finden, der ihn am Ende beschäftigen. Genau dazu soll der Alpha-
auch irgendwo hinbringt. Aber kaum einer Kurs Gelegenheit bieten.
kann eigentlich sagen, wo der Weg hingeht.
Keiner will sich mehr an den Überzeugungen Ein zweites Vorurteil gegenüber dem christli-
und Lebenskonzepte unserer Eltern orientie- chen Glauben lautet:
ren. Die Pflicht- und Ordnungsmasche aus
Kaiser Wilhelms Zeiten trägt heute ebenso 2. „Das Christentum ist un-
wenig wie die Blut- und Bodenideologie
unserer Elterngeneration. Aber es gibt auf
wahr!”
der anderen Seite kaum neue Konzepte, die
für ein Leben tragfähig erscheinen. Es gibt Viele Leute denken ungefähr so: Was in der
kaum einen Weg, der noch dauerhaft gang- Kirche erzählt wird, ist vielleicht nicht wahr,
bar erscheint. aber es ist doch „sooo” schön. Wenn ich am
Weihnachtsabend in meiner Dorfkirche sitze
Der Ende 1991 verstorbene Sänger der und der Chor den ergreifenden Bach-Choral
Rockgruppe Queen, Freddie Mercury, rezitiert, dann ist das für mich ein Erlebnis,
schrieb in einem seiner letzten Lieder auf das ich nicht missen möchte. Und
dem Album „Innuendo” (= versteckte Andeu- überhaupt: All die schönen Feste… Und
tung): „Leere Gesichter - wofür leben wir unser Pfarrer, der hält sonntags immer so
eigentlich? … Weiß irgendjemand wofür wir schöngeistige Reden, da ist es doch nicht so
leben?” Trotz der Unmengen von Geld und wichtig, ob das mit Jesus alles so genau
Tausenden von Fans, die er angesammelt stimmt… Oder?
hatte, gab er in einem Interview kurz vor sei-
nem Tod zu: „Man kann alles auf der Welt Andere wiederum denken sich: Was die
besitzen und trotzdem unglaublich einsam Christen da glauben, stimmt zwar nicht, aber
sein, und das ist die bitterste Art der Einsam- wenn es ihnen hilft, sich im Leben zurechtzu-
keit. Mein Erfolg hat mich zum Idol gemacht finden, dann soll man sie doch lassen. Es
und mir Millionen eingebracht, aber er hat gibt vielleicht niemanden, der mich hört,
mir das eine vorenthalten, was wir alle brau- wenn ich bete, aber es hilft mir trotzdem,
chen: eine dauerhafte Beziehung, in der es meine Wünsche in Worte zu fassen…
echte Liebe gibt.”
Aber all das ist letztlich frommer Selbstbe-
Hier steckt eine Wahrheit: Der Weg, den wir trug. Wenn etwas nicht wahr ist, sollte man
uns suchen, ist nur dann tragfähig, wenn wir es auch nicht glauben! Und letztlich schadet
auf ihm eine dauerhafte Beziehung finden, in es jedem Menschen, wenn er sein Leben mit
der es wirkliche Liebe gibt. Nur dann ist es einer frommen Lüge verbringt. Jesus selbst
ein Weg, der wirklich bis zum Ende gangbar hat die Wahrheitsfrage ernst genommen und
ist, und bei dem wir nicht irgendwann allein ist ihr nicht mit frommen Sprüchen ausgewi-
auf der Strecke bleiben. chen. Er hat von sich behauptet: „Ich selbst
bin die Wahrheit”.

-2-
Jesus sagt: „Ich bin die Wahrheit” auseinandersetzen, wenn wir herausfinden
wollen, was dran ist am christlichen Glauben.
Wenn wir herausfinden wollen, was dran ist
an dieser Behauptung, dann müssen wir 3. „Christsein ist ohne Bedeu-
selbst anfangen, nach der Wahrheit zu fra-
gen. Das kann auf zweierlei Ebenen gesche-
tung für das wirkliche Leben!”
hen: Die erste Ebene der Frage lautet: Ist
das wahr, was die Christen über Jesus Das ist ein weiterer Vorwurf, der den Chris-
behaupten? Dabei geht es um historische ten heute oft gemacht wird: Was sie
Fragen und Fakten, mit denen sich jeder kri- glauben, hat eigentlich keine Bedeutung für
tisch auseinandersetzen kann. Die Person das wirkliche Leben. Johann Wolfgang von
Jesu ist heute keine Verschlusssache mehr. Goethe schrieb einmal in einem persönlichen
Jeder kann sich informieren und nachprüfen, Brief: „Die Beschäftigung mit solchen Ideen
was dran ist an dem, was die Christen über ist für vornehme Stände und besonders für
Jesus behaupten. Wir wollen im Alpha-Kurs Frauenzimmer, die nichts zu tun haben. Ein
einige solcher Informationen in Form von tüchtiger Mensch, der schon hier etwas
Referaten liefern. In Gesprächsgruppen wird Ordentliches zu sein gedenkt und der daher
dann die Möglichkeit sein, nachzufragen und täglich zu streben, zu kämpfen und zu wirken
darüber ins Gespräch zu kommen. hat, lässt die künftige Welt auf sich beruhen
und ist tätlich und nützlich in dieser.”
Aber mit dem allem können wir eigentlich nur
an der Oberfläche kratzen. Wenn wir näm- Jesus sagt: „Ich bin das Leben”
lich wissen, wer Jesus war und was er wollte,
dann stellt sich die zweite entscheidende Dagegen steht der faszinierende Anspruch
Frage nach der Wahrheit: Ist das wahr, was Jesu: „Ich bin das Leben selbst”. Der Begriff,
Jesus über sich selbst behauptet? Ist das der im Neuen Testament an dieser Stelle
etwas, was auch heute noch Bedeutung hat? gebraucht wird, bezeichnet nicht nur das bio-
Hier geht es plötzlich um sehr persönliche logische Leben, sondern das echte Leben,
Fragen, die jeder von uns nur für sich selbst ein Leben mit Qualität. Jesus hat den Leuten
entscheiden kann. Weil es aber dabei auch deutlich gesagt, dass man physisch und bio-
um persönliche Erfahrungen geht, werden im logisch kerngesund, aber gleichzeitig geist-
Laufe des Kurses einige Leute davon berich- lich tot sein kann. Und er sagte von sich: Nur
ten, ob und wie sie Jesus heute in ihrem wer an mich glaubt, kann wirklich leben.
Leben erfahren. Die Frage nach der Wahr- Jeder andere ist tot. Jesus hat den Leuten
heit des Christentums ist nicht nur eine ein Leben angeboten, das wirklich zählt.
Frage des Intellekts. Sie ist eine Frage, die
unser ganzes Leben betrifft und buchstäblich Hier wird die Relevanz des christlichen Glau-
auf den Kopf stellen kann. bens ganz deutlich, denn die wenigsten von
uns haben eine solche Qualität in ihrem
C. S. Lewis, der bekannte Oxforder Gelehrte, Leben, und sie können sie auch nicht selbst
hat diese Frage einmal auf den Punkt produzieren. Wir können unserem Leben
gebracht. Es gibt, so sagt er, eigentlich nur nicht selbst den Sinn und den Wert geben,
zwei Möglichkeiten: Entweder ist das Chris- den wir uns wünschen:
tentum unwahr; dann ist es eigentlich völlig
irrelevant, nutzlos und sogar gefährlich für Das Goethe-Modell, nach dem ein Leben nur
die Menschen und für unsere Gesellschaft. dann etwas wert ist, wenn man „strebt,
Oder aber ist es tatsächlich die Wahrheit; kämpft und wirkt”, ist nichts für die normal
dann ist es für jeden Menschen von ent- Sterblichen unter uns. Denn wer kann schon
scheidender Bedeutung und höchster Rele- von sich behaupten, immer so ein edles
vanz, egal ob er daran glaubt oder nicht. Leben geführt zu haben, wie es Goethe sich
gewünscht hätte. Bei Goethe haben die kei-
Jesus sagt: „Ich selbst bin die Wahrheit”. Es nen Platz, in deren Leben es auch Versagen
geht im Christentum um die Wahrheit. Mit oder Kaputtes gibt. Nur die edlen Kämpfer
diesem Anspruch müssen wir uns sind etwas wert.

-3-
Jesus macht ein Angebot für echtes Leben, Alpha-Kurs ist dazu viel Gelegenheit. Und es
in dem auch unser manchmal halbfertiges gibt Gelegenheit, Leute kennen zu lernen,
oder kaputtes Leben einen Platz hat. Dieses die seit einiger Zeit mit diesem Angebot
Angebot heißt: Vergebung und Erneuerung. leben. Wir möchten Mut machen, skeptisch
Jesus sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr zu fragen, aber nah dran zu bleiben. Viel-
mühselig und beladen seid, und ich will euch leicht gibt es ja hier etwas zu entdecken, was
erfrischen!” (Matthäusevangelium 11, 23) das ganze Leben positiv verändern könnte.

Ein altes Märchen erzählt von einem Kaiser, Literatur zum Weiterlesen:
der in seinem Schlafzimmer eine Spieluhr
hatte, die ihm sehr am Herzen lag. Eines Werner, Roland: Zehn gute Gründe,
Tages ging die Uhr kaputt, und es gab nie- Christ zu werden. Aussaat Verlag Neukir-
manden, der in der Lage war, sie zu reparie- chen-Vluyn 1990, ca. 10 DM.
ren. Boten des Kaisers wurden im ganzen Gumbel, Nicky: Fragen an das Leben.
Land herumgeschickt, um nach den besten Projektion J Verlag Wiesbaden 1993, ca.
und berühmtesten Uhrmachern zu suchen. 20 DM.
Sie alle kamen an den Hof, aber keiner von Lewis, C. S.: Pardon, ich bin Christ.
ihnen konnte die Spieluhr wieder in Gang Meine Argumente für den Glauben. Brun-
setzen. Der Kaiser hatte die Hoffnung schon nen Verlag Gießen/Basel, ca. 15 DM
fast aufgegeben, bis eines Tages ein ärmli-
cher, alter Mann an der Pforte seines
Schlosses klopfte und darum bat, die Spiel-
uhr sehen zu dürfen. Er wurde vorgelassen,
und nur mit wenigen Handgriffen brachte er
die Spieluhr wieder in Gang. Verwundert
fragte ihn der Kaiser: „Wie hast du das
gemacht? Du musst ein großartiger Uhrma-
cher sein!” Die Antwort des Alten war
einfach: „Verehrter Kaiser, ich selbst habe
diese Uhr vor langer Zeit einmal angefertigt.”

Jesus kann uns gelungenes Leben, Verge-


bung und Erneuerung anbieten, weil er
selbst das Leben ist. Er ist es, der uns kennt
wie kein anderer, weil er uns selbst gemacht
hat. Darum geht es, wenn wir vom Christsein
reden. Und darum geht es im Alpha-Kurs.
Man kann das in Frage stellen und skeptisch
unter die Lupe nehmen. Aber man kann
nicht hingehen und sagen, das Christentum
habe nichts mit dem wirklichen Leben zu tun.

Jesus: Worum es geht

Jesus hat den Leuten, die an ihm interessiert


waren, ein klares Angebot gemacht. Er
sagte: „Ich bin der Weg. Ich bin die
Wahrheit. Und ich bin das Leben. Niemand
kann zu Gott, dem Vater, kommen, außer
durch mich.”
Das ist das Angebot, um das es geht. Und
wir laden jeden ein, der sich für dieses Ange-
bot interessiert, sich ein paar Wochen lang
intensiv damit auseinanderzusetzen. Im

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