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Aus wirtschaftlichen Notlagen heraus war Israel bereits wie- derholt gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die es

Aus wirtschaftlichen Notlagen heraus war Israel bereits wie- derholt gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die es im Grunde gar nicht wollte

E D I T O R I A L

Liebe Israelfreunde

Anlässlich des Israel-Besuches von Dr. Mohamed El Baradei, dem Generaldi- rektor der internationalen Atomenergiebehörde, erklärte Premierminister Ariel Sharon Israels Bereitschaft zum Verzicht auf Atomwaffen, falls im Nahen Osten ein umfassender Frieden erreicht werden sollte. Der Besitz von Atomwaffen diente Israel in der Vergangenheit als Abschreckung gegen die Feinde, die es vernichten wollen. Allerdings wurde dieser Sachverhalt von islamischen Staaten – momentan hauptsächlich vom Iran – als Vorwand für die Entwicklung eigener Atomwaffen benutzt, obwohl Israel mit diesen Waffen nie ein Nachbarland be- droht hat. El Baradei begrüsste die Erklärung von Sharon als ersten, wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Sharon zufolge sind jedoch Gespräche über Rüs- tungskontrollen erst in der zweiten Phase des von den USA unterstützten «Road- Map»-Friedensplanes vorgesehen. Diejenigen, die Israel gerne ohne Atomwaffen sehen wollen, müssen zunächst die Bedingungen aus der ersten Phase des Planes erfüllen, damit Israel auf seinen nuklearen «Schutzschild» verzichtet. Jene islamischen Staaten, die ihren Plan zur Vernichtung Israels nicht aufge- geben haben, können nur dann auf Erfolg hoffen, wenn Israel auf Atomwaffen verzichtet. Darüber und über den künftigen Überfall auf Israel steht in Hesekiel 38,10: «So spricht der Herr, HERR: Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden Dinge in deinem Herzen aufsteigen, und du wirst einen bösen Plan schmieden.» Mit dem «bösen Plan» ist zweifellos die Zerstörung Israels ge- meint. Doch dieses Vorhaben kann nur dann gelingen, wenn man Israel vorher seines Schutzschildes berauben kann oder, wie es in Hesekiel 38,11 heisst, seiner Mauern, Riegel und Tore. So gesehen liegt es im Interesse der Todfeinde Israels, mit Israel einen scheinbaren Frieden zu schliessen, damit dieses bereit ist, auf seine Atomwaffen zu verzichten. Wenn das der Fall ist, wird es natürlich internationale Garantien für Israel und Sicherheitszusagen von Seiten der USA geben. Nur dann wird Israel sich sicher fühlen können, so wie es drei Mal in Hesekiel 38 erwähnt wird. Aus der Sicht Israels ist eine solche Friedensregelung sogar lebensnotwendig, denn nur dann kann sich die wirtschaftliche Lage des Landes erholen, und nur dann werden ausländische Investoren bereit sein, sich in Israel zu engagieren. Nach den Worten von Ariel Sharon ist das zur Zeit eines der dringendsten An- liegen Israels. In Hesekiel 38 wird ebenfalls erwähnt, dass der künftige Überfall einem wohlhabenden Land gilt und eines der Kriegsziele Raub und Plünderung sein wird (V 12-13). Aus wirtschaftlichen Notlagen heraus war Israel bereits wiederholt gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die es im Grunde gar nicht wollte. Neben einem aufrichtigen Friedenswillen scheint das auch diesmal für die Zugeständnisse von Ariel Sharon ausschlaggebend gewesen zu sein. Auf arabischer Seite fehlt offenbar ein ehrlicher Wunsch nach Frieden, zumal sie von israelischen Atomwaffen nichts zu befürchten hat. So steht offenbar hinter der Forderung arabischer Staaten nach einem Verzicht Israels auf Atomwaffen nicht so sehr der Wunsch nach Frieden, sondern ein böser Plan, so wie es auch in Psalm 83 erwähnt wird. Doch auch hier gelten die Worte aus Psalm 2,4: «Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie.» Im Vertrauen zu Dem, Der auf dem himmlischen Thron sitzt, grüsst sie mit einem herzlichen Shalom

Ihr Fredi Winkler

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stück- werk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

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Titelbild: In den Gewölben der Westmauer (Bild: NAI)

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Roboter als Assistent Die israelische Firma «Mazor Surgi- cal Technologies» wird ab Oktober 2004 einen
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Roboter als Assistent Die israelische Firma «Mazor Surgi- cal Technologies» wird ab Oktober 2004 einen Roboter auf den Markt bringen, mit dessen Hilfe kompli- zierte Rückenoperationen risikofrei- er durchgeführt werden können. Seite 10

Der Streit um das Schweinefleisch Bisher gab es in Israel für den Ver- kauf von Schweinefleisch besondere Auflagen. Das wird sich schon bald ändern, denn der Oberste Gerichts- hof hat einen neuen Beschluss ge- fasst. Seite 16

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von Fredi Winkler

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Wie weit ist es in der Nacht?

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I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N

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Arafat in Bedrängnis

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Bald Licht nach dem Dunkel?

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Roboter als Assistent

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Ex-Finanzmanager packt aus

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«Lieber hässlich als tot»

13

Die «Tunnelsicht» der arabischen Medien

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Eine sehr fragwürdige Entscheidung

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EUROPA = EURABIEN … und der palästinensische Jesus

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«Revolution» in Israel

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Sciencefiction oder Realität

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Geheime Innovation aus Israel

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Wände werden durchsichtig

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Israel rüstet Leopard-Panzer um

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Israel ist Marktführer bei Mikrochips

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Millionen aus Patenten

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Naomi Shemer

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Papst entschuldigt sich für Inquisition

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Der «Wahrheitsstuhl» kommt!

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Eine kluge Notlösung

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Angela Merkel von Yad Vashem ins Kreuzfeuer genommen

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Hilfe zur rechten Zeit

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Dank von Dr. M. Waron

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Israeltag in Basel

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Wie weit ist es in der Nacht?

Im neuen Film des Starregisseurs Roland Emmerich «The day after tomorrow» (Der Tag nach morgen = übermorgen) wird das Schreckensszenario aufgezeigt, was eine Klimakatastrophe für Folgen haben könnte, zum Beispiel eine gewaltige neue Eiszeit. Doch die Bibel lehrt uns etwas anderes, nämlich dass uns der neue Morgen, nach dem Tag des Herrn, die strahlende Sonne der Wiederkunft Jesu bringen wird.

die strahlende Sonne der Wiederkunft Jesu bringen wird. Norbert Lieth In Sacharja 6,9-15 lesen wir: «Das

Norbert Lieth

In Sacharja 6,9-15 lesen wir:

«Das Wort des Herrn geschah zu mir:

Nimm Gaben von den Weggeführten, von Heldai und von Tobija und von Jedaja! Und geh du an diesem Tag, geh in das Haus Josias, des Sohnes Zefanjas, wohin sie aus Babel gekommen sind! Und nimm Silber und Gold und mach eine Krone! Und setze sie auf das Haupt des Hohenpriesters Joschua, des Sohnes Jozadaks! Und sage ihm: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ein Mann, Spross ist sein Name! Und es wird unter ihm sprossen, und er wird den Tempel des Herrn bauen. Ja, er wird den Tempel des Herrn bauen, und er wird Hoheit tragen und wird auf seinem Thron sitzen und herrschen. Auch wird ein Priester auf seinem Thron sein; und der Rat des Friedens wird zwischen ih- nen beiden sein. Und die Krone soll dem Heldai, dem Tobija und Jedaja und der Gnade des Sohnes Zefanjas im Tempel des Herrn zum Gedächtnis sein. Und Ferne werden kommen und am Tempel des Herrn bauen. Und ihr werdet er- kennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Und das wird

geschehen, wenn ihr aufmerksam auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hören werdet.» Hier werden wir in den Morgen des Aufgangs der Sonne eingeführt, der nach der Trübsal anbrechen wird.

Der «Tag des Herrn» beginnt mit der Nacht der grossen Trübsal und der gött- lichen Gerichte auf Erden, führt dann aber in den neuen Morgen der Wieder- kunft Jesu

Der Mann, auf den die ganze Heilsgeschichte hindeutet, ist der

Zemach. Ihm, dem Zweig oder Spross aus dem Hause Davids, wird alles auf Erden zum Schemel Seiner Füsse ge- legt, und Er wird ein nie da gewesenes Gottesreich einführen. Es kommt die Zeit, da wird Jesus als König Israels auf Erden regieren. Die Krönung des Hohenpriesters Joschua wird in dieser Beschreibung zu einem zeichenhaf- ten Handeln für die Krönung des Messias.

Die Sonne der Gerechtigkeit. Sacharja wird aufgefordert: «… geh du an diesem Tag …» (V 2). Da in Israel ein Tag im- mer am Abend beginnt, gehört dieser Tag noch zur Offenbarungsnacht des vorhergehenden Kapitels. Das heisst:

der neue Tag begann mit der Nacht, die in Kapitel 5 bis 6,8 beschrieben wird. Jetzt war es Morgen geworden, die Sonne war aufgegangen und mit ihr kam etwas ganz Neues. Das erin- nert an eine Aussage des Propheten Jesaja: «Ausspruch über Duma. Aus Seir ruft man mir zu: Wächter, wie weit ist es in der Nacht? Wächter, wie weit in der Nacht? Der Wächter sagt:

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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Der Morgen ist gekommen, und doch ist auch noch Nacht. Wollt ihr fragen, so fragt! Kommt noch einmal her!» (Jes

21,11-12).

Der «Tag des Herrn» beginnt also mit der Nacht der grossen Trübsal und der göttlichen Gerichte auf Er- den, führt dann aber in den neuen Morgen der Wiederkunft Jesu und in das Tausendjährige Reich. Die

rung Jesu: «Denn wir haben euch die Macht und Ankunft Jesu kundgetan» (2.Petr 1,16). Auch in Psalm 19,6 weist die Son- ne in der tieferen Bedeutung sicher auf den Messias hin, denn kein an- derer als Er ist der Bräutigam: «… wie ein Bräutigam aus seinem Gemach tritt sie hervor; sie freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen.»

Zusammenfassung dieser Ereignisse wird «Tag des Herrn» genannt. Der Herr Jesus wird nach der Nacht der grossen Bedrängnis, in der der Antichrist herrscht und die Gerichte Gottes die Erde treffen, als die Sonne der Gerechtigkeit wieder- kommen: «Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln. Und ihr werdet hinausgehen und umherspringen wie Mastkälber» (Mal 3,20). Wenn der Herr Jesus wieder- kommt, wird Sein Angesicht leuchten wie die Sonne in ihrer Kraft leuchtet (Offb 1,16). Eine Vorschattung dieses Ereignisses war die Verklärung Jesu, denn da leuchtete Sein Angesicht wie die Sonne (Mt 17,2). Später sagt Petrus in Bezug auf die Verklä-

Der frühe Morgen der Auferste- hung Jesu brachte ein ganz neues Heilszeitalter hervor. Der frühe Morgen der Wiederkunft Jesu wird die Nacht beenden und den Anbruch des Tausendjährigen Reiches brin- gen: «Denn einen Augenblick stehen wir in seinem Zorn, ein Leben lang in seiner Gunst; am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen ist Jubel da» (Ps 30,6). «Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen früh am Morgen» (Ps 46,6). An jenem Tag, dem neuen Mor-

gen, wird der gläubige Überrest Israels zum Herrn hin versammelt werden und sie werden sich Ihm weihen. Darauf deutet prophetisch Sa- charja 6,10 mit den Worten: «Nimm Gaben von den Weggeführten, von Heldai und von Tobija und von Jeda-

ja! Und geh du an diesem Tag, geh in das Haus Josias, des Sohnes Zefanjas, wohin sie aus Babel gekommen sind!» Diese Männer stehen stellvertre- tend für den gläubigen Überrest, der bei der Wiederkunft Jesu leben wird. Sie waren gerade aus Babel zurückgekehrt und hatten eine Spen- de für den Wiederaufbau des Tem- pels mitgebracht. Nach der Wieder- kunft Jesu, dem Anbruch eines neuen Morgens, werden die Ju- den aus allen Teilen der Welt gesammelt und nach Jerusalem vor den Herrn gebracht werden:

«Er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwähl- ten versammeln von den vier

Nach der grossen Trübsal kommt die Sonne der

Gerechtigkeit – Jesus Christus

(Bild: MEV)

Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem ande- ren Ende» (Mt

24,31).

Die Wiedereinsetzung des Königs. Gott hat damals die Gaben dieser Männer angenommen und daraus eine Krone für den Hohenpriester Joschua anfertigen lassen. Wenn die Juden bei dem «starken Posau- nenschall» zurückkehren, dann werden sie selbst eine Gabe sein und Gaben als Weihegeschenke für den Herrn mitbringen: «Ich richte unter ihnen ein Zeichen auf und sende Entkommene von ihnen zu den Nati- onen, nach Tarsis, Put und Lud, zu denen, die den Bogen spannen, nach Tubal und Jawan, zu den fernen Inseln, die die Kunde von mir nicht gehört und meine Herrlichkeit nicht gesehen haben. Und sie verkünden meine Herrlichkeit unter den Natio- nen. Und sie bringen alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe für

den Herrn, auf Pferden, auf offenen Wagen und in überdachten Wagen, auf Maultieren und auf Dromeda- ren zu meinem heiligen Berg, nach Jerusalem, spricht der Herr, ebenso wie die Söhne Israel das Speisopfer in einem reinen Gefäss zum Haus des Herrn bringen. Und auch von ihnen nehme ich mir einige zu Priestern und zu Leviten, spricht der Herr» (Jes 66,19-21). Damals, bei der Geburt Jesu, hat Israel den Weg nach Bethlehem verpasst; es waren die Weisen aus dem Morgenland, die dem Herrn Geschenke brachten. Aber die zweite Ankunft wird Israel nicht verpassen. Es wird zu Ihm kom- men und sich selbst als Opfergabe dem Herrn weihen und Ihn als seinen König erkennen und an- nehmen. Die zu ihrer geistlichen Wiederherstellung aus allen Teilen der Welt zurückkehrenden Juden werden dann selbst zur Krone des Triumphes Jesu werden: «… nimm Silber und Gold und mach eine Kro- ne! Und setze sie auf das Haupt des Hohenpriesters Joschua, des Sohnes Jozadaks!» (Sach 6,11). Zum einen steht der Hohepries- ter Joschua stellvertretend für das jüdische Volk beziehungsweise für Jerusalem. Die schmutzigen Klei- der wurden ihm ausgezogen und er wurde mit Feierkleidern bekleidet. Und man setzte einen reinen Kopf- bund auf sein Haupt (Sach 3,4-5). Es kommt die Zeit, da wird das Leid und die Trauer von Israel genom- men und es wird mit der Herrlich- keit des Messias gekrönt werden:

«… den Trauernden Zions Frieden, ihnen Kopfschmuck statt Asche zu geben, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes, damit sie Terebinthen der Gerechtigkeit genannt werden, eine Pflanzung des Herrn, dass er sich durch sie verherrlicht» (Jes 61,3). Darüber hinaus aber steht diese Krönung Joschuas für die Krönung des Messias selbst. Er, der einst eine Dornenkrone trug, weil Israel Ihn verwarf, wird bei Israels Busse, Be- kehrung und Wiederherstellung zu dessen König gemacht werden. Psalm 8 ist ein messianischer Psalm und dort steht: «Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst

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du ihn» (V 6). In Jesaja 28,5 lesen wir: «An jenem Tag wird der Herr der Heerscharen für den Überrest seines Volkes zur herrlichen Krone und zum prächtigen Kranz.»

Die Frucht des Nazareners. Darum legt sich jetzt die Aussage über Jo- schua prophetisch auf den Messias,

denn es heisst: «Sage ihm: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ein Mann, Spross ist sein Name! Und es wird unter ihm sprossen, und er wird den Tempel des Herrn bauen. Ja, er wird den Tempel des Herrn bauen, und er wird Hoheit tragen und wird auf seinem Thron sitzen und herr- schen. Auch wird ein Priester auf seinem Thron sein; und der Rat des Friedens wird zwischen ihnen beiden sein» (Sach 6,12-13). Schon in Kapitel 3,8 lesen wir von Ihm als dem Spross, der für die Männer des Wunders – das ist Israel – kommen wird. Lassen wir hier einmal einige Bibelverse für sich selbst sprechen:

Jesaja 11,1: «Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wur- zeln wird Frucht bringen.» Jeremia 23,5: «Siehe, Tage kom- men, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Spross er- wecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben.» Jeremia 33,15: «In diesen Tagen und zu dieser

Zeit werde ich dem David ei- nen Spross der Gerechtigkeit hervorsprossen lassen, der wird Recht und Ge- rechtigkeit üben im Land.» Als der Herr Jesus geboren

Die Wiederkunft Jesu wird eine sehr fruchtbare

Zeit hervorbringen in der neues Leben aufgeht;

eine Zeit des Lebens

(Bild: MEV)

war, wurde Er

etwas später nach Nazareth gebracht. Denn Er musste dort aufwachsen, damit die Aussage des Propheten erfüllt

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wurde, der da spricht: «Er wird Na- zoräer genannt werden» (Mt 2,23). Der Name Nazareth kommt von dem Wort «nezer» und bedeutet «Spross». Diese Aussage bezieht sich wahrscheinlich auf die des Jesaja in Kapitel 11,1 seines Buches. Gerade das Matthäusevangelium aber ist das Evangelium des Königs für die Juden. «… es wird unter ihm sprossen» (Sach 6,12). Die Wiederkunft Jesu wird eine Zeit hervorbringen unter der es spriessen wird, in der neues Leben aufgeht; eine Zeit des Lebens, des Friedens und der Frucht. Schon der Stab Aarons, der blühte (vgl. 4.Mo 17,16-25), ist ein Bild für diese Zeit. Er wird den Tempel des Herrn bauen, von welchem dann nach Sacharja 14,8 lebendige Was- ser fliessen werden. Dadurch wird das Tote Meer wieder lebendig und es werden Bäume wachsen, die 12- mal im Jahr Frucht bringen zur Hei- lung der Nationen (Hes 47,7-12; Offb 22,2). Für die Juden damals muss das eine herrliche Botschaft gewesen sein. Sie waren am Bau des zweiten Tempels, der nicht mit der Pracht des Tempels zu vergleichen war, den Salomo erbaut hatte. Aber sie wurden durch die Verheissung ermutigt, dass der Herr selbst eines Tages kommen würde, um Seinen Tempel zu bauen und von Jerusa- lem aus zu regieren. Obwohl also der Tempel, den sie bauten, im

aus zu regieren. Obwohl also der Tempel, den sie bauten, im Vergleich zum ersten Tempel recht

Vergleich zum ersten Tempel recht bescheiden war, so war doch ihre Arbeit nicht umsonst. Jesus sagte

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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später von diesem Haus, dass es das Bethaus Seines Vaters sei. Israels Opfergaben im neu er- bauten Tempel wurden angenom- men und wiesen prophetisch auf die Zukunft. Das Volk sollte den Tag kleiner Dinge beziehungsweise kleiner Anfänge (Sach 4,10) nicht verachten, denn eines Tages würde sich Haggai 2,9 erfüllen: «Grösser wird die Herrlichkeit dieses künfti- gen Hauses sein als die des früheren,

spricht der Herr der Heerscharen, und an diesem Ort will ich Frieden geben, spricht der Herr der Heerscharen.» So ist es auch mit unserer Arbeit. Mag sie noch so gering erscheinen, ist sie doch in den Augen des Herrn wertvoll und dient zum Gesamtauf- bau des Reiches Christi. Eines Tages werden wir sehen, wie wichtig jede Arbeit, jeder Dienst und jede Gabe für Jesus gewesen ist. Und wir werden spätestens dann feststellen, wie wichtig es war, uns Ihm völlig auszulie- fern und zu weihen! Denn wie die Krone des Joschua zum Ge- dächtnis im Tempel aufbewahrt wurde (Sach 6,14), so wird alles zum Gedächtnis aufbewahrt bleiben, was wir durch die Gnade des Heiligen Geistes ge- tan haben. Jede Gabe dient zur Verherrlichung des Herrn Jesus und soll uns

einmal belohnt

werden. Darum

ermahnt

ermutigt

Apostel Paulus

die Korinther:

«Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit über- reich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist!» (1.Kor 15,58). Das Reich, das der Herr Je- sus aufrichtet, wird so herrlich sein und sein Ruhm wird sich so schnell über die ganze Welt aus- breiten, dass sogar Fremde aus den Nationen kommen werden, um am Aufbau des Tempels mitarbeiten zu

dürfen: «Ferne werden kommen und am Tempel des Herrn bauen. Und ihr werdet erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Und das wird geschehen, wenn ihr aufmerksam auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hören werdet»

und

der

(Sach 6,15). Schon in Sacharja 2,15

wird gesagt, dass sich viele aus den Nationen dem Herrn anschliessen werden, um mit Ihm zusammen Sein Volk zu bilden. In Jesaja 19 heisst es zudem, dass dann auch Ägypten und Assur (Syrien) dem Herrn dienen werden, dass sie ge- segnet und mit Israel zusammen ein Segen auf Erden sein werden (Jes

25). Zu-

1 9 , 2 3 - vor wurde Gericht Norden den Isra- kündigt, jetzt, am Morgen,

bezieht sich auf Sacharja, aber an- dere Stellen weisen darüber hinaus auf Jesus Christus (vgl. Kap 2,15). Alles soll darin einmünden, Jesus zu erkennen, denn die Erkenntnis des Herrn wirkt Leben aus den Toten. Hat der Mangel an Erkenntnis des Messias das jüdische Volk ins Verderben gebracht – «Darum wird mein Volk gefangen wegziehen aus Mangel an Erkenntnis» (Jes 5,13) –, so wird es, wenn es den Messias erkennt, Leben im Überfluss emp- fangen: «Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von Erkenntnis des Herrn sein, wie von Wassern, die das Meer bedecken» (Jes 11,9). So steht es auch in Habakuk 2,14: «Denn die Erde wird davon erfüllt sein, die Herrlichkeit des Herrn zu erkennen, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken.» Für jeden Menschen ist es für alle Ewigkeit von Bedeu- tung, ob er Jesus erkennt oder nicht. Es steht unheimlich viel auf dem Spiel! «Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen» (Joh 17,3). «Er- kennen» im biblischen Sinn bedeutet, sich vom Heiligen Geist durch das Wort Gottes von der Wahrheit überführen zu las- sen, dass Jesus der Erlöser ist, dies anzuerkennen und Ihn in Herz und Leben aufzunehmen. Wer das tut, wird in das Reich Gottes eingeführt.

noch das über den und Sü- els ange- d o c h n e u
noch das
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wird die

Denn wie die Krone des Joschua zum Gedächtnis im Tempel aufbewahrt wurde, so wird alles zum Gedächtnis aufbewahrt bleiben, was wir durch die Gnade des Heiligen Geistes getan haben

(Bild: FotoDisc)

Sonne auch für sie aufgehen. Aber auch

andere Natio- nen werden sich dem Herrn an- schliessen: «Die Söhne der Fremde … die werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Bethaus. Ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen mir ein Wohl- gefallen sein auf meinem Altar. Denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker» (Jes 56,6-7). Und: «Die Söhne der Fremde werden deine Mauern bauen und ihre Köni- ge dich bedienen; denn in meinem

Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Huld habe ich mich über dich erbarmt» (Jes 60,10). Zum dritten Mal wird gesagt, Israel solle erkennen, «dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat» (Sach 6,15; 4,9). Das

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VERNICHTENDE KRITIK H I N T E R G R U N D I N

VERNICHTENDE KRITIK

H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N

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I S R A E L

Arafat in Bedrängnis

«Die Tatsache, dass der palästinensische Führer in seinem Hauptquartier in Ramallah gefangen ist, kann nicht als Ausrede für Passivität und Untätigkeit dienen.» Terje Roed-Larsen, UN-Sonderbot- schafter für den Nahen Osten, äusserte in einem offiziellen Report vernichtende Kritik an der Paläs- tinensischen Autonomiebehörde (PA) und an Yassir Arafat.

Larsen redete von einem «auf- kommenden Chaos» und von der Willkür bewaffneter Banditen in Nablus und Gaza. «Leider gibt es kein Zeichen positiver Bewegung», sagte Larsen über Arafat. Der Diplomat be- schrieb die zunehmende Lähmung in den palästinensischen Gebieten, den Niedergang von Recht und Ordnung und die steigende Kraft von «Waf- fengewalt, Geld, Einschüchterung und organisiertem Verbrechen.» Larsen warnte vor einem Zusam- menbruch der PA. Die israelischen Militäraktionen in den palästinen- sischen Gebieten könnten nicht als «Ausrede für Nichtstun» herhalten. Der Grund für den Niedergang sei Arafats «mangelnder politischer Wille». Nabil Abu Rodeine, Arafats rechte Hand und engster Vertrauter, beeilte sich, vor laufender Kamera den UN-Sonderbotschafter Larsen zur «unerwünschten Person» zu erklären. Larsens Darstellung der Zustände in den Gebieten sei «nicht objektiv». Dieser Begriff drückt in der arabischen Welt ein tiefes Gefühl der Ehrverletzung und Beleidigung aus, wenn Missstände kritisiert werden, die man nicht wahrhaben will. Lar- sens grösster «Frevel» war es, am Ansehen Arafats zu rütteln und ihn allein verantwortlich zu machen. Zwecks Schadensbegrenzung dementierten palästinensische Di- plomaten in der UNO die öffentli- che Erklärung Abu Rodeines. Diese Widersprüche verschärften den Eindruck, Arafat habe die Kontrolle verloren, obgleich er weiter alle Fäden in der Hand hält. Als Indiz für Arafats mangelnden Durchblick gelten seine Verschwörungstheorien: Israelis ver- üben die Selbstmordanschläge selbst, um die Palästinenser in Verruf zu bringen. Larsen war jahrelang ein zu- verlässiger Förderer Arafats. Umso mehr schmerzt die palästinensische

Führung eine Kritik, wie sie Minis- terpräsident Sharon schon seit Jahren verkündet. Ähnliche Klagen äusserten die Amerikaner und jüngst sogar die Ägypter. Geheimdienstchef Omar Süleiman hat Arafat ein Ultimatum gestellt, falls er sich weigere, die Si- cherheitsdienste zu vereinigen und die Befehlsgewalt abzugeben. Wie Larsen sehen die Ägypter schwarz, falls die PA nicht bis zum Abzug Israels aus dem Gazastreifen ihre Autorität wieder hergestellt hat. Ägypten würde an Stelle Israels zur Rolle gezwungen, für Recht und Ordnung zu sorgen. Ähnliche Gedanken hegen auch die

Arafat geschaffene Vakuum müsste nach einem Abzug Israels von ihnen gefüllt werden. Palästinensische Intel- lektuelle sehen selber schon «grosse Gefahren für das nationale Schicksal des palästinensischen Volkes». Sie fordern Arafat zum Rücktritt auf. Die Gewalt der Intifada habe den gerech- ten Kampf «entmenschlicht» und die Palästinenser als «Terroristen» in Ver- ruf gebracht.

Kommentar: Auch wenn es noch so offensichtlich ist, dass die Palästi- nenser bzw. Arafat die Hauptschuld am Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern tragen, zugeben wird die Welt das nie, abgesehen von einigen Aus- nahmen. Wenn man von Lüge und Antisemitis- mus beherrscht wird, hat auch die Wahrheit kei- nen Platz mehr. Anders gesagt:

Dann ist auch kein Raum mehr für Christus, der die Wahrheit in Person ist (vgl. Joh 14,6). Aber

Hat Arafat die Kontrolle

verloren, obleich er alle

Fäden in der Hand hält?

(Bild: IPGO)

nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit macht frei (vgl. Joh 8,36)! Deshalb empfängt jeder Mensch, der zu Christus kommt, Busse tut und an Ihn glaubt, ein neues Leben; er wird ein Kind Gottes, und die Wahrheit macht ihn frei. Ein solcher Mensch wird dann auch ein Freund Israels, weil Christus ihm die Augen geöffnet hat. CM

Israels, weil Christus ihm die Augen geöffnet hat. CM Jordanier. Palästinenser «vertrieben» vor einiger Zeit

Jordanier. Palästinenser «vertrieben» vor einiger Zeit «jordanische Offizie- re» bei einer Erkundungsfahrt in der Gegend von Jenin. Der von Larsen vorhergesagte Zusammenbruch der PA und Arafats mangelnder «politi- sche Wille» provozieren pragmatische Alternativen. Unter den heutigen Umständen halten weder Jordanien noch Ägyp- ten die Entstehung eines palästinensi- schen Staates für realistisch. Das von

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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RÜCKENOPERATIONEN MIT WENIGER RISIKO Roboter als Assistent Die israelische Firma «Mazor Surgical Technologies» wird ab

RÜCKENOPERATIONEN MIT WENIGER RISIKO

Roboter als Assistent

Die israelische Firma «Mazor Surgical Technologies» wird ab Oktober 2004 einen Roboter auf den Markt bringen, mit dessen Hilfe komplizierte Rückenoperationen risikofreier durchgeführt werden können.

Die im Jahr 2001 gegründete israelische Firma, die rund 30 Angestellte hat und in Cäsarea niedergelassen ist, wird diesen innovativen Roboter zunächst in den USA und in Europa auf den Markt bringen. Er wurde bereits von der amerikanischen Ge-

sundheitsbehörde freigegeben, während die entsprechende Genehmigung der europä- ischen Behörden

in diesen Tagen erwartet wird. Prototypen dieses Roboters wurden

bereits im israeli- schen Krankenhaus Tel-HaShomer und im Medizinischen Zentrum CCF in Iowa, USA, in Betrieb genommen. Der Miniaturroboter, dem der Name «Spine Assist» gegeben wurde, gilt in Fachkreisen als eine bahnbrechende Innovation zur Durchfüh- rung moderner Operationsverfahren der Rückenorthopädie. Dank des Roboters kann fast ohne Risiko für den Patienten in unmittelbarer Nähe des Rückenmarks operiert werden. Ori Hadomi, Generaldirektor der Firma «Mazor Surgical Techno- logies», betonte, dass der Roboter keineswegs einen operierenden

betonte, dass der Roboter keineswegs einen operierenden Facharzt ersetzt und keine Operationsschritte eigenständig

Facharzt ersetzt und keine Operationsschritte eigenständig ausführt, sondern dem Arzt als Assistent und «Navigator» zur Seite steht. Der Roboter wird einerseits eingesetzt, um die OP im Voraus bis ins kleinste Detail zu planen. Während des Eingriffes dirigiert er den Arzt und hilft ihm, die Operationsgeräte punktgenau auszurichten, sodass dadurch wesentlich weniger Einschnitte erforderlich sind. Gerade im Rückenbereich bzw. am

Knochenmark bedeutet dies eine enorme Verringerung des Operationsrisikos für die Patienten. Der Roboter hat noch einen weiteren Vorteil, denn durch diesen Assistenten verkürzt sich die Operationsdauer massgeblich. Dieser neuartige Roboter wird vermutlich schon bald umfassend eingesetzt werden. Alleine in den USA werden jährlich Zehntausende Rückenoperationen durchgeführt, die das Gesundheitswesen mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar kosten. Dank des Roboters können diese Kos- ten erheblich gesenkt werden, weshalb sich die Firma «Mazor Surgical Technologies» einen guten Verkauf dieser Innovation verspricht. ZL

Die Homepage der Firma «Mazor Surgical Technologies», wo auch eine Abbildung dieses Roboters zu sehen ist: www.mazorst.com

Fast ohne Risiko in unmittelbarer Nähe des Rückenmarks kann operiert werden

(Bild: FotoDisc)

des Rückenmarks kann operiert werden (Bild: FotoDisc) ISRAELISCHE WISSENSCHAFTLERIN ENTDECKT FÜR

ISRAELISCHE WISSENSCHAFTLERIN ENTDECKT FÜR KREBSERKRANKUNGEN VERANTWORTLICHES GEN

Bald Licht nach dem Dunkel?

Einer israelischen Wissenschaftlerin gelang es, ein mutiertes Gen ausfindig zu machen, das für die Ausbildung von Krebserkrankungen verantwortlich ist. Auf der Grundlage dieser Entdeckung können zukünftig neuartige Medikamente entwickelt werden, die zur Bekämpfung von Darm-, Magen- und Gehirnkrebs eingesetzt werden können.

Mutierte Gene – verantwortlich für die Wachs-

 

tumsföderung von Krebs

(Bild: Web)

Dr. Yardena Samuels forscht ge- genwärtig im Rahmen ihrer Promotion am John Hopkins Medizin-Zentrum in Maryland, USA. Zusammen mit einigen weiteren Nachwuchswissen- schaftlern untersuchte sie DNA-Pro- ben von Krebspatienten. Sie machte dabei eine erstaunliche Entdeckung, denn ein relativ hoher Prozentsatz al-

ler Proben wies ein mutiertes Gen auf. Dieses scheint für das Auftreten von

Krebserkrankun-

gen verantwort- lich zu sein. Die Wissenschaftler

unterteilten die DNA-Proben ent- sprechend der Krebserkrankungen der Patienten. Bei 27 % der Darm- krebspatienten entdeckten sie diese genetische Mutation. Rund 5 % der Proben von Patienten, die unter Ma- genkrebs leiden, weisen dieses Gen ebenso auf, während bei Patienten, die an Gehirnkrebs erkrankt sind, dieser Prozentsatz deutlich niedriger ausfällt. Die Nachwuchswissenschaftler publizierten ihre Forschungsergebnis- se in der angesehenen Fachzeitschrift «Science». Darin hiess es, dass dieses

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mutierte Gen bei einem relativ ho- hen Prozentsatz der untersuchten Patienten eine vermehrte Aktivität jener Proteine auslöst, die die Ausbil- dung von Krebszellen fördern. Dieses Forschungsergebnis wird es ermögli- chen, Medikamente zur Einschrän- kung der Aktivität dieser Proteine zu entwickeln. Derzeit forschen die Wissenschaftler weiter. Sie arbeiten

an einem Verfahren, durch das die- ses mutierte Gen mittels einfacher Verfahren erkannt werden kann. Sie möchten einen Test entwickeln, der nicht nur einfach durchführbar und kostengünstig ist, sondern dadurch auch in aller Welt und dazu noch möglichst umfangreich angewendet werden kann. Dr. Samuels erläuterte, dass das Team aufgrund der bishe-

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rigen Forschungsergebnisse glaubt, Krebserkrankungen prognostizieren zu können. «Das ist ein bahnbre- chender Erfolg», sagte sie. «In der Zukunft wird es Medikamente geben, die die Proteine, die durch diese ge- netische Mutation aktiviert werden, ausschalten, sodass Krebszellen nicht in ihrem Wachstum gefördert wer- den.» ZL

EU-GELDER FÜR PALÄSTINENSISCHE TERROR-BRIGADEN ARAFATS Ex-Finanzmanager packt aus Jahrelang zahlte die EU Millionen

EU-GELDER FÜR PALÄSTINENSISCHE TERROR-BRIGADEN ARAFATS

Ex-Finanzmanager packt aus

Jahrelang zahlte die EU Millionen US-Dollar an die Palästinensische Autonomiebehörde. Aber diese Gelder dienten nicht dem eigentlichen Zweck, sondern sie wurden grösstenteils für den Terror verwendet.

Schauplatz: Eine jüdische Bat Mizwa Feier, ein Familienfest, im Ja-

nuar 2002, nördlich von Tel Aviv. Die Feier endet in einem Blutbad: ein Palästinenser feuert wahllos in die Menge: der Auftragskiller der Al- Aksa Märtyrerbrigaden ermordet 6 Menschen und verletzt Dutzende. Er selbst wird am Tatort erschossen. Der Mann, der den Terroristen nach Hadera schickte, hat bereits 20 Leben auf dem Gewissen – und 120 Verletzte. Sein Handlanger, Salem Hasuna, posiert kurz zuvor noch auf einem Video: ein klares Bekenntnis

zu den Al Aksa Märtyrerbrigaden. Sie sind der militante Flügel der Al Fatah Bewegung, die unter dem Kommando eines Friedens- nobelpreisträgers steht: Jassir Arafat, dem seit Jahren Hunderte von Millionen Dollar an internationalen Hilfsgeldern zufliessen. Gemanagt wurden die gewaltigen Sum- men von Mohamed Rachid, Arafats Mann für das grosse Geld. Er weiss, wie man Millionen verschwinden lässt und an der gewünschten Stelle wieder zum Vorschein bringt. Arafats Ratgeber für internationale – und vor allem brisante – Transaktionen pflegte auch beste Beziehungen zu Politi- kern und zu Geschäftsleuten in Israel. Bei der Verschiebung der Millionen half auch der israelische Investmentbanker Uzrad Lew, den wir in Tel Aviv treffen. Heute legt Arafats Ex-Finanzminister Uzrad Lew die Beweise für die versteck- ten Millionen des Palästinenserpräsidenten vor. Er sagt: «Diese Geldquellen haben Arafat und Raschid dabei geholfen, das grösste Terrorfinanzierungsnetzwerk der Welt aufzubauen.» Mit den verschobenen Millionen werden auf dem internationa- len Schwarzmarkt Waffen für Arafats Terrorbrigaden gekauft. Vor Gaza wird im Januar 2002 die Karin A aufgebracht – mit Raketen, Mienen, Maschinengewehren und Munition aus dem Iran im Wert von 15 Mio. US-Dollar – und unter dem Kommando eines Offiziers der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Der Internationale Währungsfond (IWF) versucht seit geraumer Zeit, Unregelmässigkei- ten bei der Verteilung der Hilfsgelder für Palästina aus aller Welt zu

verhindern. Sein Prüfbericht vom September 2003 bestätigt jedoch die schlimmsten Befürchtungen. Dort heisst es unter anderem: «In nur fünf Jahren wurden vom Budget der PA Steuereinnahmen und Gewinne aus geschäftlichen Transaktionen in Höhe von mehr als 898 Millionen US Dollar abgezweigt.» Arafats eigenwillige Auslegung von

Solidarität: Während er aus seinem Präsidentenetat nach Gutdünken Millionen verteilte und Abhängigkeiten schuf, erreichte sein notlei- dendes Volk nur ein Teil der Hilfsgelder. Die

Strukturen von Arafats Finanzsystem: Über- weisung von Steuern, Unternehmensgewin- nen und Spenden auf Konten der PA – und Transfer der abgezweigten Millionen zu den Briefkastenfirmen Ledbury und Crouper SA in einem karibischen Steuerparadies. Beim Verschleiern der Geldströme half Uzrad Lew. Gewaltige Summen wurden, so das Dokument, das «Report München» vor-

liegt, über die Briefkastenfirma Crouper SA verschoben. Allein im Januar 2002 flossen auf verschiedene Konten in New York und Kairo zusammen 108 Mio. US-Dollar. Uzrad Lew klärt auf: «Es ist Teil des Sys- tems, ein Netzwerk von Offshore-Firmen zu gründen, das

die Finanzflüsse verschleiert. Zu unserer besten Zeit haben wir alles in

allem um die 400 Mio. Dollar gemanagt.» Das Netzwerk: Vermögensgesellschaften in Genf und London nutzen eine renommierte Privatbank der Schweiz. In der Furcht, in Geldwäscheaktivitäten verwickelt zu werden, fragen die misstrauischen Banker nach. Die PA speist sie mit der Erklärung ab, die Millionen würden weder aus Hilfsfonds stammen noch für Terroraktivitäten verwendet werden. Die Palästinenser fürchten weitere Nachforschungen. Ein Jahr später werden 65 Mio. US Dollar vom Konto der Genfer Bank abgeräumt. Uzrad Lew sagt: «Am Ende ist es völlig unklar, wo

Uzrad Lew sagt: «Am Ende ist es völlig unklar, wo Die EU hat den palästinensischen Terrorismus

Die EU hat den palästinensischen Terrorismus mit über 245 Millionen US-Dollar unterstützt

(Bild: NAI)

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das meiste Geld gelandet ist. Doch die Dokumente, die ich Ihnen gezeigt habe, beweisen, dass ein Teil des Geldes zur Terrorfinanzie- rung verwendet wurde.» Im August 2001 wandern die 65 Mio. Dollar über eine Bank in London zurück in die Palästinenser Gebiete – sie landen am Ende beim Finanzministerium der PA – bei der Bank of Jordan in Ramallah. Das gleiche Konto nutzte Arafat auch zur Finan- zierung seiner Terrorbrigaden. Ein Scheck als Beweis: Zugriff auf das Gehaltskonto des Finanzministeriums hatte auch Marwan Barghouti. So finanzierte der Arafat-Vertraute zahlreiche Anschläge auf Israelis. Auch nach Überzeugung der Richter in Tel Aviv, die Barghouti zu fünfmal lebenslanger Haft verurteilten: als Chef der Al-Fatah und verantwortlich für den Mord an fünf Menschen. Barghouti, einst designierter Nachfolger Arafats, konnte auch über Geld verfügen, das vom schweizer Konto an die Bank of Jordan überwiesen wurde. In diesem Fall 250 000 Dollar. Sie landen auf demselben Konto, wie auch Teile der EU-Direkthilfe. Geld, für das sich Jassir Arafat im Mai 2001 überaus herzlich bei der damaligen Präsidentin des Europaparlaments bedankt. Von diesem Zeitpunkt an fliessen monatlich 10 Mio. Euro. Im Gegensatz zu den projekt- gebundenen EU-Hilfen können dieses Gelder völlig unkontrolliert verwendet werden: zusammen 246 Mio. Euro. Wohin das Geld ge- flossen ist, weiss Ilka Schröder vom Europa-Parlament (parteilos):

«Die EU-Finanzhilfen sind zusammen mit anderen internationalen Hilfsgeldern auf Konten der PA geflossen und davon sind antisemi- tische Terrororganisationen finanziert worden.» Ein Terroropfer ist Stephen Bloomberg. Er fordert 20 Mio. Euro Schadensersatz von der Europäischen Union. Denn sie hat nach Meinung seiner Anwälte mit ihrer Direkthilfe den Terroranschlag mitfinanziert, durch den der Ingenieur vor drei Jahren seine Frau verlor – eine Mutter von fünf Kindern. Er und seine 14-jährige Tochter sind seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Der Anschlag auf die Familie wurde im August 2001 in der Nähe von Tel Aviv verübt. Die Mörder: zwei Beamte – im Sold der von der EU bezuschussten Palästinenserpolizei. Das Attentatsopfer Stephen Bloomberg erzählt:

«Danach haben wir herausgefunden, dass palästinensische Polizisten, die offizielle Beamte der PA sind, dafür verantwortlich waren, das waren diejenigen, die gefeuert haben.» Es gibt 4 000 Kartons Beweismaterial – sichergestellt von israeli- schen Soldaten vor zwei Jahren in den Büros der PA –, Dokumente, die einen Zusammenhang zwischen der internationalen Finanzhilfe

und dem Terror immer deutlicher werden lassen. Eine Unterschrift Arafats beweist, dass er persönlich Zahlungen an Terroristen an- ordnet – diesmal an verdiente Attentäter aus dem Raum Tulkarem. Selbst eindeutige Dokumente wie diese Empfangsbestätigung über fünfzehntausend Dollar seien kein klarer Beweis für die systema- tische Umleitung von Hilfsgeldern in den Terrorismus, so urteilt eine Arbeitsgruppe des EU-Parlaments. Sie ging Ungereimtheiten bei der Verwendung der EU Finanzhilfe nach – und legte jetzt zwei sich widersprechende Berichte vor. Eine knappe Mehrheit hält die Beweise für nicht gerichtsverwertbar, während für den Autor des Minderheitenberichts die Missstände klar erkennbar sind. Der Eu- ropa-Parlamentarier Armin Laschet (EVP/CDU) sagt: «Insbesondere in den Präsidenten-Etat sind Millionen an Euro geflossen, und daraus ist alles bezahlt worden: Sozialleistungen, Gesundheitsleistungen, es gab ein feudalistisches System … und er hat natürlich auch Gelder an Aktivisten für Terroraktionen angewiesen.» Abdallah Frangi von der Palästinensischen Generaldelegation Deutschland sieht dies anders: «Es gibt keine Deutsche Mark oder Euro, der für die palästinensischen Gebiete gedacht war, die man missbrauchen konnte. Es ist einwandfrei, dass wir in diesem Punkt eine reine Weste haben.» «Report München»: «Fliesst also kein Geld in den Terror?» Abdallah Frangi: «Überhaupt nicht.» Womöglich ein voreiliger Schluss. Denn noch ermittelt OLAF, die Antibetrugsbehörde der EU Kommission in Brüssel. Ermittler des Amtes waren auf Spurensuche in Israel und in den Palästinenserge- bieten und sie hoffen auf weitere Protokolle – auch aus dem Prozess gegen den Terroristen Marwan Barghouti. Franz-Hermann Brüner, Generaldirektor der OLAF, sagt hierzu: «Wir wären froh, wenn wir es bis zum Sommer abschliessen könnten. Ich bin aber nicht sehr optimistisch, weil sich bis jetzt immer wieder die Situation ergibt, dass wir Dokumente bekommen und sich aufgrund dieser Doku- mente immer weitere Anfragen, weitere Forderungen ergeben und wir deshalb nicht abschätzen können, wie schnell dieses Verfahren abzuschliessen ist.» Derweil sind im April diesen Jahres aus Brüssel weitere 40 Mio. Euro Hilfsgelder nach Gaza geflossen. Ob Teile dieses Geldes auch im Terror versickern, muss dann das neugewählte Europaparlament überprüfen.

Originaltext unter: www.br-online.de

überprüfen. Originaltext unter: www.br-online.de GEDMIN-KOLUMNE IN DER «WELT»: «Lieber hässlich als tot»

GEDMIN-KOLUMNE IN DER «WELT»:

«Lieber hässlich als tot»

Jeffrey Gedmin, der Leiter des rennomierten Aspen-Instituts in Berlin, hat in einem Beitrag in der Tageszeitung «Die Welt» seine persönlichen Eindrücke einer Besichtigung des israelischen Sicher- heitszaunes zusammengefasst. Es folgen Auszüge aus dem Artikel.

Vorige Woche habe ich Ariel Sharons berüchtigten Zaun besich- tigt. Ich sass auch im Jerusalemer Café «Cafit». Vor zwei Jahren ver- suchte ein Selbstmordattentäter, das Lokal in die Luft zu sprengen. Heute steht wie bei jedem solcher Etablissements ein Wachtposten vor der Tür. Seitdem die Israelis begon-

nen haben, ihren Sicherheitszaun zu bauen, sind die Terroranschläge drastisch zurückgegangen. Der Zaun ist hässlich. Aber ich ziehe Hässlich- keit dem Tod allemal vor. Wie ist es zu dieser Situation gekommen? Im Jahr 2000 hat Ehud Barak, Premier von der Arbeitspartei, den Palästinen- sern einen unabhängigen Staat und

95 Prozent der umstrittenen Gebiete angeboten. Die Palästinenser lehnten ab und starteten eine neue Serie von Attentaten. Der frühere palästinen- sische Kommunikationsminister Imad A Faludschi sagte damals: «Wer glaubt, die Intifada sei eine Reaktion auf Sharons Besuch der Al-Aksa-Mo- schee, der irrt - diese Intifada wurde

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im Voraus geplant.» Seit Beginn der Intifada wehren sich die Israelis, läuft die palästinensische Propaganda auf Hochtouren (erinnern Sie sich an das «Massaker» von Jenin?) und richtet sich die Meinung der Weltöffentlich- keit gegen den jüdischen Staat. Auf dem Höhepunkt der Gewalt im Früh- jahr 2002 – allein im März fielen 85 Israelis neun Selbstmordattentaten zum Opfer – brachte die griechische Zeitung «Ethnos» einen Cartoon, in dem als Nazis verkleidete israelische Soldaten zu sehen sind. Die Bildun- terschrift lautet: «Wir waren nicht in Auschwitz und Dachau, um zu leiden, sondern um zu lernen.» Diese mör- derischen Israelis, was? Letzte Woche besuchte ich einen Stadtteil in Jerusalem, der an das palästinensische Bethlehem grenzt. Vor zwei Jahren haben hier Hecken- schützen, die sich auf den Hügeln von Bethlehem verschanzten, isra- elische Kinder auf ihrem Schulweg beschossen. Selbstmordattentäter hatten freien Zutritt. Das ist im Ver- lauf der letzten beiden Jahre anders geworden. Ich konnte jetzt auf der ehemaligen Allee der Heckenschützen spazieren gehen, ohne Angst haben zu müssen. Es ist im ganzen Land anders ge- worden. Die Israelis haben Fabriken zur Herstellung von Bomben demon- tiert. Erinnern Sie sich an Jenin? Sie haben Schlüsselfiguren innerhalb der Terrorführung ausgeschaltet. Sie haben auch begonnen, einen 750 Kilometer langen Grenzzaun zu bauen. Leider bedeuten Bilder von Bewachungstürmen, Polizeipatrouil-

len und Stachel- draht, dass Israel den Public-Rela- tions-Krieg wie- der einmal ver- liert. Der Zaun löst gewiss nicht alle Probleme. Im Gebiet von Gilboa allerdings ist die Anzahl

Dank des Zaunes ist im Gebiet Gilboa die jährli- che Zahl von 600 Anschlägen auf 0 zurückgegan-

gen

(Bild: IPGO)

terroristischer Zwischenfälle von jährlich 600 auf null zurück- gegangen. Gar nicht so schlecht. Natürlich möchte ich, dass der Zaun auf die denkbar menschlichste Art und Weise errichtet wird. Israels Oberstes Gericht urteilte vor kurzem, der Zaun würde an einigen Stellen «den Anwohnern schweren Schaden zufügen.» Die israelische Regierung will den Verlauf des Zauns an eini- gen Abschnitten umleiten, um die Entbehrungen der Palästinenser möglichst gering zu halten. Das ist der richtige Weg. Dennoch fürchte ich, wir werden uns weiterhin das Gewäsch anhören müssen, der Zaun sei unmoralisch. Freimut Duve bezichtigt Israel in der «Süddeutschen Zeitung» der «Ver- treibung» der Palästinenser. Es war zu erwarten, dass der Internationale Gerichtshof entschieden hat, der Zaun sei illegal. Lassen Sie mich den

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Verteidigern von Recht und Gerech- tigkeit einen Vorschlag machen. Ame- rika und seine Verbündeten gehören der Genfer Völkermord-Konvention an. Die Unterzeichnenden haben sich verpflichtet, «den Völkermord zu verhüten und zu bestrafen». Die Konvention definiert Völkermord unter anderem als eine «Tötung, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören». Das nenne ich den palästinensischen Terror in Wort und Tat auf den Punkt gebracht. Wie wäre es damit: Wir halten uns an das Völkerrecht und beenden den Terror. Die Israelis entspannen sich zur Ab- wechslung. Und die Palästinenser beweisen uns, dass sie den Frieden mit dem jüdischen Staat wirklich wollen. INN/BH

Frieden mit dem jüdischen Staat wirklich wollen. INN/BH DER VÖLKERMORD IM SUDAN LÄSST SIE KALT Die
Frieden mit dem jüdischen Staat wirklich wollen. INN/BH DER VÖLKERMORD IM SUDAN LÄSST SIE KALT Die

DER VÖLKERMORD IM SUDAN LÄSST SIE KALT

Die «Tunnelsicht» der arabischen Medien

Die Londoner Tageszeitung Al-Sharq Al-Awsat veröffentlichte am 24. Juni einen Leitartikel ihres ehemaligen Chefredakteurs Abd Al- Rahman Al-Rashed. Darin beklagt dieser die Gleichgültigkeit der arabischen Medien gegenüber der Gewalt im Sudan und prophe- zeit der politischen Führung des Landes, mit ihrer Untätigkeit eine Intervention der UNO herbeizuführen.

Der Tod von 300 000 Men- schen. Sie (die Opfer der Konflikte im Westsudan) sind keine Opfer

israelischer oder amerikanischer An- griffe – und werden deshalb gar nicht erst als Opfer wahrgenommen. Auf

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diese Weise verbreitet sich Desinte- resse an denjenigen, die nichts mit diesen beiden Auseinandersetzungen mit den [nicht-arabischen] Fremden zu tun haben. Ihre Ermordung wird einfach hingenommen. So ist es etwa bei der Darfur-Krise, die als künstliche dargestellt wird, die keine weltweiten Proteste verdient. Hat das Leben von 1 000 Menschen im Westsudan denn keinen Wert? Ist der Tod eines einzigen getöteten Pa- lästinensers oder Irakers bedeutender, nur weil der Feind Israel oder USA heisst? Nach Schätzungen der UN- Delegation, welche die Ereignisse in der [Darfur-] Region untersuchten, ist das Leben von 300 000 Sudane- sen durch die anhaltenden Kämpfe

bedroht. … Es ist eine schwerwiegen- de Angelegenheit, wenn es von der Re- gierung finanzierten Streitkräften oder Milizen erlaubt wird, Menschen zu vernichten, um einen schnellen und entscheidenden Sieg herbeizuführen. Für diesen Fall hat die UNO ein Recht geschaffen, das eine Intervention vorsieht, das den Staaten ihre interne Souveränität nimmt und ihre Angele- genheiten als internationales Problem ansieht und … es auch ermöglicht, die Angeklagten – insbesondere die hoch- rangigen – vor Gericht zu stellen. Wollen die Sudanesen das wirklich? Ich kann mir nicht vorstellen […], dass sich die sudanesische Führung wirklich der gefährlichsten Anklage überhaupt aussetzen will – der Anklage

wegen Völkermordes. … Es ist nicht übertrieben, wenn man jetzt die su- danesische Regierung [vor möglichen Konsequenzen] warnt, denn was den Fur (der vor allem in der Region von Darfur lebenden ethnischen Gruppe) widerfahren ist und ihnen vielleicht noch passieren wird, ist von grösster Tragweite. … Und was ist mit den arabischen Intellektuellen, die in der Welt nichts anderes sehen als allein die palästi- nensische und die irakische Sache und alles Blutvergiessen, das nicht in Zusammenhang mit diesen beiden Konflikten steht, als recht und billig hinstellen? Sie machen sich zu geisti- gen Komplizen dieser Verbrechen. … MEMRI/BH

INTERNATIONALER GERICHTSHOF GEGEN SICHERHEITSZAUN Eine sehr fragwürdige Entscheidung Der Internationale Gerichtshof (IGH)

INTERNATIONALER GERICHTSHOF GEGEN SICHERHEITSZAUN

Eine sehr fragwürdige Entscheidung

Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat am 09. Juli ein vernichtendes Urteil über die israelische «Mauer» gesprochen, über ihren Verlauf und ihre Folgen für die Palästinenser. Das Urteil ist nur eine «unverbindliche Empfehlung» und kann Israel nicht zu einer Verlegung des Zaunes oder sei- nem Abriss zwingen. Gleichwohl bedeutet es einen schweren Schlag gegen das Ansehen Israels. Die Palästinenser erhielten frei Haus eine Propagandawaffe, um Israel weiter zu delegitimieren.

nischen Richters zu fast allen Beschlüssen. Seit vier Monaten gab es trotz anhaltender palästinensischer Versuche keinen nennenswerten Selbstmordanschlag mehr. Das spricht einwandfrei für den Sperrwall, wenn Menschenleben der höchste Wert ist. US/AN

Offizielle Stellungnahme des israelischen Aussenministeriums in Jerusalem zum Gutachten des Gerichtshofs in Den Haag:

Der Auftrag an den Internationalen Gerichtshof, sich mit dem The-

ma des israelischen Sicherheitszauns zu befassen, ist das Ergebnis eines tendenziösen und politisch indiskutablen Prozesses. Israel und mehr als dreissig demokratische Staaten haben sich davon distanziert. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag ist nicht befugt, sich mit Themen zu befassen, die eine politische Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern darstellen.

Erwartungsgemäss und aufgrund der ein- seitigen Eingabe der UN-Vollversammlung, die beim Gerichtshof eingereicht wurde,

ignoriert das Gutachten völlig den Kern des Problems und den Grund für die Errichtung des Zaunes: der palästinensische Terror. Ohne Terror gäbe es keinen Zaun. Dieser menschenverachtende Terror forderte in den letzten drei ein halb Jahren knapp 1.000 Tote, Zehntausende Verletzte, Hinterbliebene, Witwen und Waisen bei mehr als 20.000 Anschlägen. Angesichts einer solchen verbrecherischen Kampagne würde sich jeder andere Staat genauso verhalten. Seit Errichtung des Zaunes ist die Zahl der Opfer drastisch zurückgegangen. Der Zaun hat sich als Erfolg erwiesen. Er ist eine temporäre gewaltlose Sicherheitsmass-

Die Zukunft Israels wird nicht in Den Haag ent-

schieden.

(Bild: IPGO)

Das Mandat der UN an den IGH war

so formuliert, dass von vornherein nur palästinensische Beschwerden beachtet wurden, nicht aber Israels Gründe für den Bau des «Anti-Terror-Zaunes». 18 000 Anschläge, 1 000 israelische Tote und 6 000 Verletzte mit Schaden für ihr Leben

wurden nicht erwähnt. Israelisches Recht auf Leben ist ebenso ein Grundrecht, wie das Recht auf Bewegungsfreiheit für Palästinenser. Eine Politisierung des Gerichtshofes wurde angeprangert, als der ägyptische Richter schon vor dem Verfahren die israelischen Mass- nahmen für «illegal» erklärte. Dass die Richter auch die Interessen ihrer Länder wahrten, beweist die Minderheitsmeinung des amerika-

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nahme, die Leben rettet. Solange es Terror gibt, wird Israel weiterhin seine Bürger schützen müssen. Das ist Israels rechtmässige und ethische Pflicht. Israel ist fortwährend darum bemüht, ein angemessenes Gleich- gewicht zwischen dem notwendigen Schutz vor dem Terrorismus und der Verteidigung seiner Bürger einerseits und den humanitären Bedürfnissen der Palästinenser andererseits zu finden. So wird Israel gemäss den Urteilen des Obersten Gerichtshofs in Jerusalem weiter- hin vorgehen. Dies ist die einzige Instanz, die befugt ist, darüber zu urteilen. Die Involvierung des Obersten Gerichtshofs in Israel beweist, sofern überhaupt ein Beweis erforderlich war, dass kein Anlass zur Einmischung von aussen besteht. Der einzige Weg, die Streitpunkte zwischen Israel und den Palästi- nensern, auch hinsichtlich des Zauns, zu lösen, sind direkte Verhand- lungen zwischen den beiden Seiten. So wurde es in allen relevanten Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates und der Road Map festgelegt. Unverzichtbare Voraussetzung für solche Verhandlungen ist das Ende des palästinensischen Terrors. Der Schlüssel zur Lösung liegt nicht in Den Haag oder in Manhattan, sondern in Ramallah und Gaza, denn von dort geht der Terror aus. Israel ruft die palästinensische Führung dazu auf, den Terror zu stoppen und an den Verhandlungstisch zu- rückzukehren. Israel fordert die internationale Gemeinschaft auf, die palästinen- sischen Versuche zu unterbinden, sich weiterhin durch überflüssige Agitationen in internationalen Foren ihrer Verpflichtungen zu ent- ziehen. Stattdessen sollte sich die palästinensische Führung darauf konzentrieren, den Terror ernsthaft zu bekämpfen. Jerusalem, den 9. Juli 2004

(Quelle: Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin,

09.07.04)

Kommentar: Israel baut diesen Zaun, um sich gegen seine zahl- reichen Feinde zu schützen. Dass die Welt damit nicht einverstanden sein würde, war zu erwarten. Sicherheitspolitisch gesehen müssen auch die Feinde Israels zugeben: Der Erfolgt gibt Israel Recht, ist doch die Zahl der Opfer auf israelischer Seite drastisch zurückgegangen. Aber wir werden auch hier an die Bibel erinnert: Schon in der Frühzeit des Volkes Israel bekam es von Gott den klaren Auftrag, nichts mit seinen Feinden zu tun zu haben. Diese Forderung ging sogar noch weiter: Israel musste alle Feinde bzw. alles Böse ausrotten. Immer wieder wird Israel in der Schrift auch gewarnt, sich nicht mit andern Völkern zu vermischen. Ohne es zu wollen, grenzt Israel sich durch diese Mauer heu- te wieder von seinen Feinden ab. Sehen wir hier nicht auch das Handeln Gottes? Israel geht seinen Weg allein und wird auf diese Weise zubereitet für die Begegnung mit seinem Messias. Auch uns neutestamentlichen Gläubigen wird in der Schrift wiederholt gesagt, dass wir uns trennen sollen von allem Weltlichen. Die Bibel ermahnt:

«Enthaltet euch von jeder Art des Bösen» (vgl. 1 Thess 5,22). Wir sollen nichts zu tun haben mit den unfruchtbaren Werken der Fins- ternis (vgl. Eph 5,11). Auch wir sollen gleichsam eine Mauer gegen alles Böse um uns herum aufrichten (vgl. Eph 6,12-17). Der Panzer der Gerechtigkeit und der Schild des Glaubens schützen den ganzen Gläubigen wie eine Mauer, an der alles abprallt. So erinnert uns die Schutzmauer Israels an die Befehle Gottes in der Bibel, sowohl für Israel im Alten Bund als auch für uns im Neuen Testament. CM

im Alten Bund als auch für uns im Neuen Testament. CM … WEIL JEDES DING MINDESTENS

… WEIL JEDES DING MINDESTENS ZWEI SEITEN HAT

EUROPA = EURABIEN … und der palästinensische Jesus

Das Bestreben der Islamisierung Europas hat seine jahrhunder- tealte Geschichte. Das Ziel wurde von der islamischen Welt nie aufgegeben, ist wesentlicher Bestandteil einer religiös getarnten Welteroberungsideologie, deren Anhänger sich unnachgiebig dar- um bemühen, die Länder aller Erdteile unter den Koran und das Gesetz des Islam, Scharia, zu bringen. Demografisch und kulturell läuft Europa einem endgültigen Umschwung entgegen. Politiker und Geistliche, Geschäfts-Tycoone und Medien werden zu Toten- gräbern der abendländischen Kultur.

Die in Ägypten geborene und in der Schweiz ansässige Gelehrte des Islam und profilierte Autorin Dr. Bat Ye’or erörterte am 26.11.03 in der Hebräischen Universität in Jerusalem das europäische Dilemma im Hin- blick auf Israel und auf das judäisch- christliche Erbe. Ihrer Auffassung nach wird die politische und intel- lektuelle Elite Europas von einem Pakt zwischen der EU und der Arabischen Liga angetrieben. Nach dem Jom-Kip-

Siehe Beitrag «Die Scharia des Grauens» Zeit- schrift Mitternachtsruf Februar 2004, Seite 15

(Bild: MNR 2004-02)

pur-Krieg 1973 und der von den Arabern geschaf-

fenen Ölkrise führte Frankreich die EC (später EU) zur Gründung der Euro-Arabischen- Dialoggesellschaft (EAD). Europa er- hielt gewisse Öl-Entwicklungsrechte in arabischen Ländern, wofür es zustimmte, sich der arabischen Posi- tion gegen Israel anzuschliessen. Das bedeutet Unterstützung der «Gren-

zen» von 1949,

der arabischen Herrschaft über Jerusalem, der PLO und Jassir Arafats. Das heisst ferner Masseneinwanderung von Arabern nach Europa, Herstellung von Schul- büchern in arabischer Sprache unter muslimischer Aufsicht und Förderung islamischer Kultur in ganz Europa. Die Verhandlungen der EAD erfolgen

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stets ohne schriftliche Protokolle und hinter verschlossenen Türen. Dr. Bat Ye’or sprach auch von der «Entwurzelung des Christentums aus dem Judentum» und der Minderwer- tigkeitserklärung beider Glaubensbe- kenntnisse durch den Islam. Jesus soll im künftigen «Eurabia» nur als muslimischer Prophet gelehrt werden. Dr. Bat Ye’or erklärte ferner, dass die Nachrichten in Europa sich stets um die «Palästinenser» drehen, um die Menschheit abzulenken von dem durch Muslime begangenen Völker- mord (im Sudan 2. Mill. christliche und animistische Opfer – und andere Fälle). An europäischen Universitäten werde bereits die Überlegenheit des Is- lam gelehrt. Diejenigen der Europäer, die den muslimischen Jihad (heiligen Krieg) bekämpfen, werden als tyran- nisch abgestempelt und beschuldigt, Feindschaft zwischen dem Christen- tum und dem Islam zu schaffen. Die Nichtmuslime Europas werden als Gottlose oder Glaubensverweigerer

angesehen. Europa ist jetzt für den Islam reif. Bezeichnend ist, dass der Vormarsch des Islam in Europa pa- rallel läuft mit dem zunehmenden Antisemitismus und der Neigung zum Arabismus. So offenbarte eine Volksbefragung in 15 Ländern der EU auf schockierende Weise, dass 59% der Befragten Israel als grösstes Friedenshindernis betrachten. Auch ist es in vielen Kirchen Skandinaviens kaum noch möglich, Israel zu erwäh- nen. Manche Geistliche kritisieren al- les, was mit dem «Alten Testament» zusammenhängt und verleugnen die historische Legitimation Israels. Sie ersetzen auch den jüdischen Jesus mit einem der arabischen Propaganda entsprechenden «palästinensischen» Jesus. Demnach müssten sie auch das Geschlechtsregister über Jesu jüdische Abstammung und alle Hinweise auf seine Geburt «zu Bethlehem im jüdi- schen Lande» (z.B. Mt 2, 1) aus den Anfangskapiteln der Evangelien strei- chen. Arme Blindenleiter, die einem

Geist der Rebellion gegen Gott zum Opfer gefallen sind! Aber alle Bibel- getreuen, die Gottes Wort lieben und schätzen, sind überzeugt, dass ER zu seinem Wort steht, es wahr ist und nie vergehen wird, wenn selbst Him- mel und Erde vergehen. Er sagt über Israel: «Meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Wahrheit nicht lassen trügen. Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist» (Ps 89, 34-35). Sein Wort ist der Fels, der allen Stürmen standhält, auf den man mit Zuversicht bauen kann. Deshalb lassen die Getreuen sich nicht verfüh- ren, denn sie bestehen darauf: «Die Wege des HERRN sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten» (Ps 25, 10).

Text: H. H. Goldberg in «Haschi- wah» Nr. 2/2004 © 2002 Lema’an Zion, Inc. HASCHIWAH – Die Rück- kehr

DER STREIT UM DAS SCHWEINEFLEISCH «Revolution» in Israel Bisher gab es in Israel für den

DER STREIT UM DAS SCHWEINEFLEISCH

«Revolution» in Israel

Bisher gab es in Israel für den Verkauf von Schweinefleisch besondere Auflagen. Das wird sich schon bald ändern, denn der Oberste Gerichtshof hat einen neuen Beschluss gefasst

Die israelischen Medien bezeichneten diese Entscheidung als «Revolution». Da sich im Laufe der letzten Jahre wegen der Einwanderung aus der ehemaligen UdSSR die demografische Zu- sammensetzung des Landes stark verändert hat, ist die Nachfrage nach Schweinefleisch enorm angestiegen. Dieser Marktbereich verzeichnet jährlich rund 300 Millionen Schekel Umsatz. Insgesamt

frequentieren rund 30 Prozent der israelischen Bevölkerung nicht- koschere Geschäfte.

Bei der Gründung des Staates forderten

die religiösen Parteien Gesetze über die jü- dische Ausrichtung der israelischen Gesell- schaft. Dazu gehörte auch die Einhaltung der jüdischen Speisevorschriften. Deshalb wurde die Einhaltung der Speisegesetze für alle öffentlichen Einrichtungen festge- legt und der Verkauf von Schweinefleisch verboten. Wegen

Dennoch war die Frage, mit der sich die Richter des Obersten Gerichtshofes auseinander setzen mussten, nicht leicht zu beant- worten, denn für die nicht minder grosse religiöse Bevölkerungs-

gruppe gehört die Ablehnung von Schweinefleisch zu ihrer jüdischen Weltanschauung. Die Richter fällten ein salomonisches Urteil. Die Gesetze, welche die Stadtverwaltungen verpflichten, den Verkauf von Schweinefleisch zu unterbinden, werden aufgehoben. Dadurch wird jeder Stadt das Recht zugespro- chen, aufgrund der

demografischenZu-

sammensetzung ih- rer Bewohner über den Verkauf von Schweinefleisch zu entscheiden. ZL

über den Verkauf von Schweinefleisch zu entscheiden. ZL der veränderten Kommentar: Ist Zusammensetzung

der veränderten

Kommentar: Ist

Zusammensetzung

es nicht ein Zeichen

der israelischen Bevölkerung fühlt sich inzwischen ein Grossteil der Bürger durch diese Gesetze diskriminiert.

für die zunehmen- de Säkularisierung in Israel, dass man nun praktisch über- all Schweinefleisch

Revolution in Israel: Das israelische Volk kann nun über das Schweinefleischverbot abstimmen

(Bild: MEV)

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kaufen kann? Für Christen ist so etwas natürlich kein Problem, denn das Neue Testament lehrt klar: In Christus ist das ganze Gesetz erfüllt, und so dürfen wir mit Danksagung alles essen. Aber solange sich Israel noch nicht zu Jesus Christus bekehrt hat, befindet es sich unter dem Gesetz. Im Alten Testament war es dem Volk Israel bekanntlich verboten, sich von Schweinefleisch zu ernähren. Es stimmt bedenklich, dass man nun in Israel dieses Verbot einfach fallen lässt. Aus der Schrift wissen wir, dass Israel immer gottloser werden wird, bis Jesus wiederkommen wird. In diesem Zusam-

menhang ist der Text in Offenbarung 11,3-13 aufschlussreich. Das «offizielle» Israel wird auch die beiden von Gott gesandten Zeugen ablehnen, denn es wird sich unter der satanischen Regierung des Antichristen immer mehr von Gott entfernen. Dennoch ist es ein grosser Trost, wenn man weiss, dass sich in dieser schweren Zeit 144 000 Menschen aus allen Stämmen Israels bekehren werden (vgl. Offb 7,4ff.) Und am Ende, wenn Jesus wiederkommen wird, wird das auch mit dem gesamten Überrest Israels geschehen (vgl. Röm 11,26.) CM

SICHERUNG DER NEUEN GRENZEgesamten Überrest Israels geschehen (vgl. Röm 11,26.) CM Sciencefiction oder Realität Es klingt wie eine

Sciencefiction oder Realität

Es klingt wie eine Sciencefiction-Geschichte, aber es ist schon Realität: eine hochmoderne Grenzüber- wachung, für die so gut wie keine menschlichen Arbeitskräfte erforderlich sind. Diese moderne Kon- trollanlage wird zur Zeit von Israel an der Grenze zum Gazastreifen getestet.

Mit diesem neuartigen System will sich die israelische Armee auf den Rückzug ihrer Truppen aus dem Gazastreifen vorbereiten. Diese bisher unbekannte Art der Grenz- kontrolle wird die Armee über eine Milliarde Schekel kosten. Die Armee geht davon aus, dass zwischen dem Gazastreifen und Israel keine Puffer- zone bestehen und Israel nur einen beschränkten Zugriff auf die Gebiete des Gazastreifens haben wird. Somit ist nicht nur der Handlungsspielraum der israelischen Armee eingeschränkt, sondern eine Berührung der Grenze bedeutet zugleich deren Verletzung. Darüber hinaus gibt es so gut wie

keine Vorwarnzeit für einen illegalen Grenzübertritt. Deshalb versucht die israelische Armee, sich auf ein bisher unbekanntes System für den Schutz der Landesgrenzen zu verlegen. Dazu gehört auch das Sammeln von um- fangreichen nachrichtendienstlichen Informationen, die zur Sicherung der Grenze beitragen können. Auch sind Aussichtsposten vorgesehen, mit de- ren Hilfe die israelische Armee die Bewegungen von Personen auf der anderen Seite der Grenze genauestens verfolgen kann. An der Grenze werden lediglich elektronische Wachanlagen installiert sein, die dank modernster Technologie auch die kleinsten Details

aufzeichnen und auswerten können. Da die israelische Armee auch damit rechnet, dass in unmittelbarer Grenznähe Patrouillen beschossen werden, entwickelte man für diese Kontrollgänge ebenfalls «automati- sche Werkzeuge». Es handelt sich um Fahrzeuge ohne Besatzung und Fahrer, die beispielsweise Bomben am Stras- senrand aufspüren und entschärfen können. Solche Fahrzeuge werden momentan auf ihre Zuverlässigkeit getestet. ZL

Werfen Sie doch einmal einen Blick auf die Homepage der israeli- schen Armee: www.idf.il

INTERESSANTE ERKENNTNISSE BEI ANHÖRUNG IN WASHINGTONBlick auf die Homepage der israeli- schen Armee: www.idf.il Geheime Innovation aus Israel Israel verfügt über

Geheime Innovation aus Israel

Israel verfügt über Raketen, die feindliche Flugzeuge ablenken können, ohne sie zum Absturz zu brin- gen. Die Entwicklung dieses Raketentyps steht unter strengster Geheimhaltung, und die Weltöffent- lichkeit hat davon bisher nur aus amerikanischen Quellen erfahren.

Bei den Ermittlungen über die Terroranschläge vom 11. Septem- ber 2001 drangen einige Informa- tionen an die Öffentlichkeit. In Washington beschäftigt sich ein Sonderausschuss derzeit mit der Sicherung des amerikanischen Luftraumes bei den Anschlägen in New York und Washington. Die Anhörungen sind öffent- lich, und deshalb erregten die Ausführungen von Ex-Minister

John F. Lehman weltweite Auf- merksamkeit. Er besitzt Kenntnisse über eine israelische Raketen-In- novation, die vor allem bei Flug- zeugentführungen zur Anwendung kommt. Israelische Kampfflugzeuge sei- en, so Lehman, mit Raketen aus- gerüstet, die Flugzeuge zur Kursän- derung zwingen können, ohne sie zum Absturz zu bringen. Lehman, der unter dem kürzlich verstorbe-

nen Präsidenten Ronald Reagan einen Ministerposten inne hatte und Mitglied des Ausschusses für nationale Sicherheit war, meinte auch, die Raketen seien bereits von der israelischen Luftwaffe erprobt worden. ZL

Die Anhörungen des Washing- toner Sonderausschusses können eingesehen werden unter:

www.9-11commission.gov

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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KOOPERATION MIT DEUTSCHEN FIRMEN Israel rüstet Leopard-Panzer um Erst kürzlich haben zwei israelische Firmen

KOOPERATION MIT DEUTSCHEN FIRMEN

Israel rüstet Leopard-Panzer um

Erst kürzlich haben zwei israelische Firmen umfangreiche Koo- perationsverträge mit deutschen Unternehmen unterzeichnet.

Einer dieser Verträge wurde von der Israelischen Luftfahrtindustrie (IAI) über die Auf- rüstung des deut- schen «Leopard»-Panzers abgeschlossen. Der deutsche Vertragspartner ist die «Rhein- metall AG». Die IAI wird eine Lasergranate konstruieren, welche die Schussreichweite des Leopard-Panzers um rund sechs Ki- lometer erhöhen wird. Im Rahmen eines anderen Vertrages wird die israelische Firma «Rafael» bei der Produktion einer Rakete mit den deutschen Firmen «Rheinmetall AG» und

einer Rakete mit den deutschen Firmen «Rheinmetall AG» und «Diehl» zusammen- arbeiten, die im Auftrag der

«Diehl» zusammen- arbeiten, die im Auftrag der NATO Anti-Panzerraketen des Typs «Spike» produzieren und installieren. Dieser von «Rafael» entwickelte Raketentyp wurde bereits an viele Länder verkauft. Die Einkünfte aus diesen Verkäufen belaufen sich auf 600 Millionen US-Dollar. Das nunmehr abgeschlossene Produktions- abkommen für die NATO wird diesen Betrag verdoppeln. ZL

www.iai.co.il, www.rafael.co.il/web/rafnew

verdoppeln. ZL www.iai.co.il, www.rafael.co.il/web/rafnew ISRAELISCHE ERFINDUNG Wände werden durchsichtig Eine in

ISRAELISCHE ERFINDUNG

Wände werden durchsichtig

Eine in Herzliya ansässige Firma namens «Camero» hat ein neu- artiges Radarsystem entwickelt, mit dessen Hilfe Gegenstände und Menschen erfasst werden können, auch wenn diese von dicken Wänden umgeben sind.

Diese bahn- b r e c h e n d e Innovation ist sowohl für den militärischen und sicher- heitspolitischen Bereich als auch für Rettungs- und Bergungs- aktionen von grosser Bedeu- tung. Das Ge- rät kann Bilder auf 20 Meter E n t fe r n u n g erfassen. Die

Derzeit wird noch an der Bildqualität gearbeitet.

(Bild: NAI)

aufgezeichneten Bilder sind drei- dimensional

NEUE ZAHLEN ZEIGEN ES:Israel ist Marktführer bei Mikrochips Die israeli- schen Firmen, die sich mit der Entwick- lung

Israel ist Marktführer bei Mikrochips

Die israeli- schen Firmen, die sich mit der Entwick- lung von hochmo- Firmen, die sich mit der Entwick- lung von hochmo-

dernen Mikrochips befassen, aber keine ei- genen Produktionsstätten unterhalten, stehen auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Dieser Marktbereich verzeichnet Jahresumsätze von rund 134 Milliarden US-Dollar. Nach Daten, welche die internationale Vereinigung der Mi- krochipfirmen vorlegte, rangiert Israel hinter den USA, Taiwan und China, dicht gefolgt von Japan, Korea, Singapur und Malaysia. ZL

und gleichen Ultraschall-Aufnah- men. Die Aufzeichnung erfolgt mit dem neuen Verfahren namens «Ultra-Wide-Band» (UWB). Dank dieser innovativen Technologie ent- stehen Bilder mit einer hohen Auf- lösung, die zudem Aufschluss über Vorgänge hinter verschlossenen Türen gewähren. Trotz der hohen Auflösung erscheinen die Personen jedoch leicht verschwommen. Aharon Aharon, der General- direktor der Firma, berichtete, dass die Entwicklung auf dringend erforderliche Verbesserungen für Rettungs- und Bergungsarbeiten zurückgeht. «Bei Bergungsarbeiten müssen Rettungskräfte oft unter Einsatz ihres Lebens Räume be- treten, die einsturzgefährdet sind. Häufig wissen sie nicht, ob sich dort überhaupt Menschen befinden. Unser neuartiges Erfassungssystem wird helfen, viele Menschenleben zu retten, Unglücksopfer wie Ret- tungskräfte.» Generaldirektor Aharon zufolge befasst sich die Firma momentan mit der Verbesserung der Bildqua- lität. Innerhalb der nächsten 18 Monate soll die Innovation auf den Weltmarkt gebracht werden. ZL

Homepage der Firma «Camero»:

http://camero.rbgrn.net

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N T E R G R U N D I N F O R M AT

Gerade in Israel, wo man

sich sehr oft mit dem Tod beschäftigen muss und in den Medien immer wieder über die Schicksale von zerstörten Familien berichtet wird, könnte man an eine Abstumpfung der Öffentlichkeit glauben. Dennoch vergossen im letzten Monat überall in Israel viele Menschen Tränen, als der Tod von Naomi Shemer bekannt wurde. Na- omi Shemer hat Melodien und Texte geschrieben, die täglich in Radio und Fernsehen gesendet werden. Die Trau- er um diese angesehene Künstlerin ging so weit, dass Radio und TV ihre regulären Programme unterbrachen und Sondersendungen ausstrahl-

Programme unterbrachen und Sondersendungen ausstrahl- IN MEMORIAM: Naomi Shemer Nur sehr selten beschäftigt der

IN MEMORIAM:

Naomi Shemer

Nur sehr selten beschäftigt der Tod einer namhaften Persönlich- keit aus dem kulturellen Leben für längere Zeit eine ganze Nation.

ten. Bei einer Sitzung der Knesset

erinnerten Ministerpräsident Ariel Sharon und Erziehungsministerin Limor Livnat an das Leben und Werk dieser Frau. Naomi Shemer starb im Alter von 74 Jahren. Sie komponierte und textete unzählige

Lieder und traf dabei immer wieder «die be- sondere Atmos-

phäre des Lebens in Israel». Viele ihrer Lieder werden von den israelischen Bürgern als «nationale Hymnen» angesehen. Ihr Lied «Jerusalajim shel Zahav» (Jeru- salem aus Gold) ist auf der ganzen Welt bekannt. Dieses Lied, das vor allem die Sehnsucht nach Jerusalem zum Ausdruck bringt, war in Israel erstmals im Mai 1967 zu hören, nachdem der damalige Bürgermeis- ter Naomi Shemer beauftragt hatte, ein Lied über die Stadt zu schreiben. Nur wenige Monate später, nach dem Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967, wurde es zum musikalischen Symbol der Wiedervereinigung Jerusalems.

Naomi Shemer hatte sich mit die- sem Lied zu einer Art «Prophetin» gemacht. Diesen Status verfestigte sie, als sie später Lieder schrieb, die ihre Befürwortung jüdischer Siedlun- gen im Sinai zum Ausdruck brachten. Insbesondere ihr Lied über die Räu- mung der Sinai-Siedlung Yamit ist allen Israelis bekannt. Es begleitete auf schmerzliche Weise den lang ersehnten Frieden mit Ägypten. Naomi Shemer wurde auf dem Friedhof des Kibbuz Kinneret beige- setzt, mit Blick auf den See Geneza- reth, der in ihren Liedern oft vorkam. Tausende Trauergäste begleiteten sie auf ihrem letzten Weg. Das Begräb- nis wurde im Fernsehen für Millionen Zuschauer übertragen. Anstelle von Gebeten erklangen ihre Lieder. In den Gesang stimmten nicht nur die vie- len anwesenden israelischen Künstler ein, sondern auch zahlreiche Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens – auch Minister- präsident Ariel Sharon. ZL

In Memoriam:

www.israelhomage.de/shemer.htm

Naomi Shemer, hat «Jeruschalajim schell zahaf» geschrieben, dass dann auch zur «heimlichen»

Nationalhymne Israels wurde

(Bild: Web)

ISRAELISCHE UNIVERSITÄTEN SIND GESCHÄFTSTÜCHTIG Millionen aus Patenten In den letzten Jahren musste die Hebräische

ISRAELISCHE UNIVERSITÄTEN SIND GESCHÄFTSTÜCHTIG

Millionen aus Patenten

In den letzten Jahren musste die Hebräische Universität in Jerusalem viele finanzielle Einbussen hinnehmen. Ein Bereich war davon nicht betroffen, denn die Einkünfte aus nationalen und inter- nationalen Patenten sind drastisch gestiegen.

Auch das Weizmann-Institut für Naturwissenschaften ver- zeichnet Millioneneinnahmen aus Patenten. Diese israelischen Universitäten können auf diesem Gebiet sogar mit den renommier- testen Universitäten der USA standhalten. Unter den israelischen Bildungseinrichtungen führt das Weizmann-Institut die Rangliste an. Schon vor vielen Jahren gründete das Institut eine eigene Firma zur Vermarktung seiner Innovationen. Diese Firma namens «Yeda» (Wissen) erwirtschaftete 2003 eine Summe von 93 Millionen US- Dollar. Während der vergangenen drei Jahre verzeichnete das Institut Gewinne in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar aus registrierten Patenten. Besonders viele Einnahmen sind auf Patente im Bereich der Pharmakologie zurückzuführen. Die Heb- räische Universität in Jerusalem erwartet im laufenden Jahr eine

Gesamtsumme von über 40 Millionen US-Dollar. Den Löwenanteil erhält sie aus dem Erlös zweier patentierter Medikamente für die Behandlung von Krebserkrankungen und der Alzheimer-Krankheit. In den nächsten Jahren werden die Einnahmen wohl noch weiter steigen, denn einige bahnbrechende pharmakologische Forschungen wurden kürzlich abgeschlossen und die Patente beantragt. Insgesamt verfügt die Firma «Yissum» (Umsetzung), die für die Vermarktung von Innovationen der Wissenschaftler der Hebräischen Universität verantwortlich ist, über 1 200 zugelassene Patente. Weitere 93 be- antragte Patente befinden sich im Prüfverfahren. ZL

www.yissum.co.il

http://yeda.weizmann.ac.il

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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HARTE ZEITEN FÜR STRAFTÄTER: Der «Wahrheitsstuhl» kommt! Künftig werden Personen, die sich z.B. einer Straftat

HARTE ZEITEN FÜR STRAFTÄTER:

Der «Wahrheitsstuhl» kommt!

Künftig werden Personen, die sich z.B. einer Straftat verdächtig gemacht haben, vorsichtig sein müssen, auf welche Stühle sie sich setzen, denn in Israel wurde die Technologie des klassischen Lü- gendetektors verfeinert: Ein «Wahrheitsstuhl» kann Lügen registrieren, ohne dass sich der Benut-

zer des Stuhls dessen bewusst ist.

ohne dass sich der Benut- zer des Stuhls dessen bewusst ist. Die Apparatur, die Lügen zu

Die Apparatur, die Lügen zu erkennen vermag, wurde in einen ganz normalen Stuhl installiert. Ver- steckte Sensoren messen die Reaktionen der Person, die auf dem Stuhl sitzt, und leiten die Daten direkt an ein Computersystem weiter, das diese auswertet. Der «Wahrheitsstuhl» erfasst ähnliche physikali- sche Eckdaten wie ein herkömmlicher Lügendetektor. An der Entwicklung dieser Innovation waren zwei isra- elische Jungunternehmen beteiligt. Sie erhielten den Auftrag dafür direkt vom Verteidigungsministerium der USA, das für dieses Projekt eine Summe von 750 000 US-Dollar zur Verfügung gestellt hat. Vorerst wurde ein Prototyp

dieses «Wahrheitsstuhls» hergestellt und erfolgrteich getestet. Inzwischen setzen die israelischen Firmen die Verfeinerung ihres Systems fort, denn auch beim Kampf gegen den internationalen Ter- ror soll diese Erfindung zum Einsatz kommen. Dabei wird vor allem an eine Sensoreneinheit gedacht, die auch aus einer gewissen Entfernung Lügen erkennen kann. Sollten die Fir- men diesbezüglich erfolgreich sein, dann wäre diese Innovation eine grosse Erleichterung für Sicherheitskräfte in Flughäfen. ZL

Eine der beteiligten Firmen unterhält eine Homepage: www.atlas-arl.com

Firmen unterhält eine Homepage: www.atlas-arl.com SPÄTE ERKENNTNIS Papst entschuldigt sich für Inquisition

SPÄTE ERKENNTNIS

Papst entschuldigt sich für Inquisition

Eine grosse Schlagzeile auf der ersten Seite der Ausgabe der israelischen Tageszeitung «Ha´aretz» machte die Entschuldigung des Papstes für die Verbrechen von «Christen im Namen der katholischen Kirche» während der Inquisition 1478. Der Artikel beruft sich auf eine Erklärung des Vatikans und eine neue Forschungsarbeit von Augostino Boromeo. Darin wird festgestellt, dass weniger Menschen während der Inquisition als Hexen auf den Scheiterhaufen geworfen worden seien, als ursprünglich angenommen.

Der israelische Vatikanforscher und ehemalige Botschafter beim Hei- ligen Stuhl, Yitzchak Minerbi, sagte, dass die Entschuldigung des Papstes keine Beschuldigung seiner Vorgänger bedeute. Vielmehr versuche der heu- tige Papst, die Kirche der modernen Zeit anzupassen. Die Inquisition verursache unter den katholischen Gläubigen «Befremdung». Professor Yosef Kaplan von der Hebräischen Universität in Jerusalem stimmt Boromeos Schlussfolgerungen zu und bestätigt, dass die Kirche we- niger Menschen zum Tode verurteilt habe als angenommen. Anders als üblicherweise unter Juden ange- nommen, habe die Inquisition nur Christen verhört und verurteilt. Juden

die Inquisition nur Christen verhört und verurteilt. Juden hätten «ausserhalb ihrer Kompetenz» gelegen. Allerdings

hätten «ausserhalb ihrer Kompetenz» gelegen. Allerdings seien die Inquisi- toren mit besonderer Schärfe gegen Zwangskonvertiten und so genannte «neue Christen», vor allem Juden in Spanien, vorgegangen, so Kaplan. Sie wurden verdächtigt, zu ihrem alten Glauben zurückgekehrt zu sein, «wie Hunde, die ihr Ausgespienes wieder aufessen». Weiter sagte Kaplan, dass während der Inquisition die schlimmsten antijüdischen Texte in der Geschichte der katholischen Kirche verfasst wurden. Während der spanischen Inquisition wurden Juden «als eine echte Gefahr für die christliche Welt, als etwas teuflisches, tierisches» dargestellt. Die so geschaf- fene Stimmung habe 1492 zu einer

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völligen Vertreibung aller Juden aus Spanien geführt. US/AN

Kommentar: Die Verbrechen, die im Laufe der Jahrhunderte von christli- cher Seite, nicht nur durch den Katho- lizismus, an den Juden begangen wur- den, sind unvorstellbar grausam. Auch wenn Fachleute heutzutage plötzlich zu „neuen Erkenntnissen“ kommen, wird doch das ganze Ausmass dieser Gräueltaten in der Ewigkeit ans Licht kommen (vgl. Mt 25,31-46). Im Grunde genommen müsste die Welt Israel unendlich dankbar sein, denn

durch Israel kam der Erlöser Jesus Christus auf diese Welt. Durch Israel gelangte das Wort Gottes zu den Völkern. Durch Israel kam das Evangelium in die ganze Welt (vgl. Röm 11,15ff.). Die Jünger und Apostel, die uns das Evangelium brachten, waren Juden. Aber bekanntlich wusste die Welt das nicht zu schätzen. Dabei ging es den Juden ähnlich wie ihrem grössten Sohn und Messias, denn:

Christus wurde verworfen und getötet, die Juden wurden verworfen und getötet. Christus stand von den

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Toten auf, die Totengebeine Israels sind ebenfalls auferstanden – die Wiederherstellung Israels ist heute in vollem Gange (vgl. Hes 37,1-14). Die Verbindung zwischen Israel und seinem Messias zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel. Wie Christus am Ende in Herrlichkeit Sein Friedensreich in Israel aufrichten wird, so wird auch Israel unter Seiner Herrschaft Frieden erlangen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflug- scharen machen und ihre Spiesse zu Sicheln (vgl. Jes 2,4). Ist das nicht ein gewaltiger Ausblick? CM

«DER HOLOCAUST WIRD MINIMIERT» Angela Merkel von Yad Vashem ins Kreuzfeuer genommen Der Leiter der

«DER HOLOCAUST WIRD MINIMIERT»

Angela Merkel von Yad Vashem ins Kreuzfeuer genommen

Der Leiter der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte, Avner Shalev, hat in einem Brief an die CDU- Vorsitzende Angela Merkel eine geplante Gleichsetzung der Holocaust-Opfer mit den Opfern des Kommunismus scharf kritisiert.

Er bezeichnete die Gesetzesvorlage zur Finanzierung von Gedenkstätten zur Geschichte der Diktaturen in Deutschland als einen «Affront gegen die Wahrheit». Die Vorlage wurde von der CDU/CSU eingebracht. Der dem Bundestag vorliegende Vorschlag verwische die Un- terscheidung zwischen Naziverbrechen und den Taten der Kommunisten. Durch dieses Gedenkstättengesetz werde die «Einzigartigkeit der Naziverfolgungen verfins- tert. Der Holocaust wird minimiert», schrieb Shalev. Shalev wirft der CDU/CSU einen «Affront gegen die

geschichtliche Wahrheit» vor. Der Verbrechen des totali- tären kommunistischen Regimes müsse gedacht werden. Das jedoch dürfe nicht zu einer «Vereinfachung und Falschdarstellung» führen, die an «historischen Revisi- onismus» grenze. Gedenken müsse tief verwurzelt sein in einer akkuraten Darstellung der Vergangenheit. Falls eine historische Unterscheidung nicht aufrecht erhalten bliebe, könne die Gesetzesvorlage zu einer «Verdrehung der Sicht der Vergangenheit seitens der Jugend» führen. US/AN

Sicht der Vergangenheit seitens der Jugend» führen. US/AN ISRAELISCHE MARSCHFLUGKÖRPER Eine kluge Notlösung Weil die

ISRAELISCHE MARSCHFLUGKÖRPER

Eine kluge Notlösung

Weil die Amerikaner sich weigerten, Marschflugkörper vom Typ Tomahawk an Israel zu verkaufen, haben die Israelis solche Waf- fensysteme selber entwickelt und gebaut.

Anfang Juli veröffentlichte der Zweite Kanal des israelischen Fern- sehens erste Filmaufnahmen vom Abschuss solcher «Delilahs», wie sie von den Israelis getauft wurden. Die Delilah habe eine Reichweite von 250 Kilometern und könne aus der Luft, von der See oder vom Boden aus ab- geschossen werden. Zur Illustration, dass diese Raketen auch von der See aus gestartet werden könnten, zeigte der Sender Aufnahmen eines von

Deutschland gelieferten U-Boots der Dolphin-Klasse. Israel will weitere U- Boote dieser Klasse in Deutschland bestellen. Sie verfügen angeblich über grosse Torpedoröhren, wie sie nur von Marschflugkörpern benötigt werden. In dem Filmbeitrag wurde auch ge- zeigt, dass die israelischen Delilahs mit visueller Zielmöglichkeit verse- hen sind. So könne in letzter Minute beschlossen werden, die Rakete nicht in ein vorgegebenes Ziel einschlagen

zu lassen, sondern handgelenkt in einen fahrenden Lastwagen. In dem Bericht, der nur nach Freigabe der Mi- litärzensur gesendet werden konnte und Filmmaterial des Militärspre- chers verwendete, hiess es auch, dass die Delilahs «in der Vergangenheit schon eingesetzt worden» seien. Die Militärkreise verrieten jedoch nicht, ob die Raketen gegen palästinensische Ziele, im Libanon oder in Syrien ein- gesetzt worden seien. Da es sich um eine israelische Eigenentwicklung handle, könne Israel seine Marsch- flugkörper ins Ausland verkaufen, so auch nach Indien oder China, ohne von einer amerikanischen Geneh- migung abhängig zu sein. Nur so könne Israel diese Eigenproduktion finanzieren, hiess es abschliessend in dem Bericht. US/AN

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Nachrichten aus Israel • 08/2004

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NEUES VOM PROJEKT «DIENST AN ISRAEL»L F E F Ü R Nachrichten aus Israel • 08/2004 I S R A E

Hilfe zur rechten Zeit

VOM PROJEKT «DIENST AN ISRAEL» Hilfe zur rechten Zeit An dieser Stelle möchten wir uns nochmals

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bedanken für die Hilfe von drei Geschwistern aus der Gegend von Metzingen. Jetzt bleiben für die Umbauarbeiten nur noch fünf Zimmer übrig. Im Winter wollten wir mit dem Einbau der Sprinkleranlage beginnen. Da wir jedoch von der Behörde nur bis Ende Oktober einen Aufschub bekommen haben, sind wir schon jetzt an der Arbeit. Die gesamte Anlage kostet immerhin ca. EUR 40 000.– bzw. CHF 60 000.–. Noch immer beten wir für einen Schreiner, der bereit ist, uns hier im Hotel Beth Shalom zu helfen. Allen,

die uns im Gebet und in der Tat un- terstützen, möchten wir auf diesem Wege von ganzem Herzen danken. Ohne Ihre Hilfe wäre es nicht mög- lich gewesen, dieses Projekt so schnell abzuschliessen. Unser Vater im Him- mel segne Sie alle! Im Messias Israels verbunden grüssen Sie mit einem herzlichen Shalom Ihr Fredi Winkler und das Reno- vierungsteam

Wenn Sie dieses wichtige Pro- jekt (weiter) finanziell unterstüt- zen möchten, tragen Sie bitte auf dem beiliegenden Zahlschein im Verwendungszweck den Vermerk «DIENST AN ISRAEL» ein. Jede Spende geht ohne den geringsten Abzug nach Israel weiter. CM

NEUES VOM ASSAF HAROFEH MEDICAL CENTER Dank von Dr. M. Waron An die Ge- schäftsführung

NEUES VOM ASSAF HAROFEH MEDICAL CENTER

Dank von Dr. M. Waron

NEUES VOM ASSAF HAROFEH MEDICAL CENTER Dank von Dr. M. Waron An die Ge- schäftsführung und

An die Ge- schäftsführung und an alle Mitglieder des Beth-Shalom – Schweiz Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, ein herzliches Shalom! Ich möchte mich hiermit, so wie auch im Namen des gesamten Assaf Har- ofeh Medical Center, der Direktion und der Patienten höchst innig für Ihre werten Spenden bedanken!

Dank Ihrer Hilfe können wir unsere zeitweilig gesetzten Ziele erreichen. Dazu gehört die teilweise Beschaffung benötigter medi- zinischer Geräte und Ausrüstungen, welche ohne Ihre grosszügige Unterstützung nicht erwerbbar wäre. Gerade in solchen Zeiten wie jetzt ist jede Spende herzlich willkommen. Anbei sende ich Ihnen die Spendenbescheinigungen. Nochmals meinen liebsten Dank. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien noch viele Jahre in vorzüglicher Gesundheit, Wohltätigkeit und Freude! Möge Gott Sie alle beschützen!

Mit freundlichen Grüssen Dr. M. Waron

Wer etwas für den weiteren Auf- und Ausbau des Assaf- Harofeh-Krankenhauses spenden möchte, kann dies mittels des beiliegenden Einzahlungsscheins (Zahlscheins) tun, bitte mit dem Vermerk «Assaf-Harofeh». Jeder Betrag geht ohne den geringsten Abzug nach Israel weiter. Wir danken jedem, der Israel unterstützt, im Namen Jesu sehr herzlich. CM

SOLIDARITÄT MIT ISRAELder Israel unterstützt, im Namen Jesu sehr herzlich. CM Israel-Solidari- tätstag in Basel Am 20. Juni

Israel-Solidari-

tätstag in Basel

Am 20. Juni 2004: Von nah und fern kamen viele Freunde Isra- els. Mit grosser Dankbarkeit blicken wir auf diesen Tag zurück, er war für alle Anwesenden ein grosser Segen. CM

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els. Mit grosser Dankbarkeit blicken wir auf diesen Tag zurück, er war für alle Anwesenden ein