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Grusswort

Heimlich, so dass niemand ihn sieht, darauf achtend, dass keiner es bemerkt, so handelt ein
Mensch, der eine bestimmte Sünde verbergen will. «Ich doch nicht!» wird jeder sagen und dabei
vorgeben, in der Wahrheit zu leben. Hand aufs Herz, ist bei uns wirklich alles klar und offen? Oder
gibt es doch gewisse Heimlichkeiten, Gebundenheiten, die wir nicht wahrhaben wollen?
Dieser Tage ging die Justiz weltweit gegen Kinderpornografie im Internet vor. Von langer Hand
sorgfältig vorbereitet, offenbarten Untersuchungsorgane ein erschreckendes Ausmass perverses-
ter Handlungen und Bilder im Internet. Über 1000 Personen sind auch in der Schweiz darin
verwickelt. Was aber am meisten erstaunt und erschreckt: Unter den Übeltätern befinden sich
auch honorable Persönlichkeiten, Menschen in Amt und Würde. Sie scheinen nach aussen hin
einen ehrenhaften Lebenswandel zu führen, frönen aber in ihren vier Wänden klammheimlich
hemmungslos ihrer Lust und schrecken nicht vor üblen Machenschaften zurück. Sie dachten,
anonym bleiben zu können, meinten, niemand würde es bemerken. Sie führten ein moralisches
Doppelleben. Und nun ist ihre Heimlichkeit offenbar geworden.
Inhalt 11/2002 Viele von uns nennen sich «Christen» und führen ein Leben, das nach aussen hin vorbildlich
erscheinen mag. Aber es gibt bei uns vielleicht auch eine heimliche, verborgene Seite? Paulus
Biblische Botschaft bringt es auf den Punkt: «Darum, weil wir dieses Amt haben nach der Barmherzigkeit, die uns
4 Die Abrechnung widerfahren ist, werden wir nicht müde, sondern wir meiden schändliche Heimlichkeit und gehen
nicht mit List um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern durch Offenbarung der Wahrheit
empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott» (2.Kor 4,1-2). Eine andere Überset-
Im Blickfeld zung sagt noch treffender: «… empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor den Augen
8 Halloween – der Ernst hinter der Maske Gottes.» Paulus will uns dahin bringen, nicht nur vor den Menschen in aller Offenheit korrekt zu
10 Wenn das Produkt verschwiegen wird wandeln, sondern er zeigt uns die höhere Dimension auf: «… vor den Augen Gottes.» Der Hebrä-
11 Das böse Spiel der Evolutionisten erbrief sagt dazu: «… es ist alles bloss und entdeckt vor den Augen Gottes …» (Hebr 4,13). Gott
braucht keine Untersuchungsorgane um festzustellen, was wir getan haben. Er weiss und sieht
Anfechtungen jede unserer Handlungen und Gedanken sofort. Dagegen liegt es in der sündigen Natur des
Menschen zu meinen, sich auch vor Gott verstecken zu können. Das fing schon im Paradies an:
15 Der geheimnisvolle Kampf, der
zum Licht führt «Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, mitten
zwischen den Bäumen des Gartens» (1.Mo 3,8). Durch die ganze Bibel hindurch kann man
Menschen finden, die meinten, irgendetwas oder gar sich selbst vor Gott verbergen zu können.
Aus der Arbeit des Denken wir an den Diebstahl von Achan, die Flucht von Jona oder die Vorspiegelung falscher
Mitternachtsruf Tatsachen von Ananias. Begonnen hat es immer im Herzen. Gedanklich reiften falsche, widergött-
19 Mitternachtsruf-Europadruckerei liche Entschlüsse, die dann zu diesen Handlungen führten. Vor dem heiligen Gott bedeutet je-
doch nicht erst die Handlung Sünde, sondern bereits die gedankliche Vorbereitung. Der Herr
Jesus macht dies deutlich mit den Worten: «Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu
Fragen – Antworten begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen» (Mt 5,28). Gott kennt
20 Welche Zeit betrifft Joel 4,1-8? alle unsere Gedanken bis ins Tiefste. Seine Augen sind jederzeit überall. Es gibt zahllose Bibel-
21 Kein Homosexueller im Himmel? stellen, die dies belegen. Und Er lässt uns, scheinbar, gewähren. Doch dereinst wird Er uns zur
21 Wer ist gemeint? Rechenschaft ziehen.
Wie können wir uns vor sündigen Gedanken bewahren? Es gibt da nur einen Weg: Ganz
3 Grusswort bewusst in der Gegenwart Gottes leben, in Seinem Licht wandeln, vor Ihm stehen bleiben. Von
7 Streiflicht Henoch heisst es, dass er mit Gott wandelte, und von Abraham, dass
11 Aufgegriffen er vor dem Herrn stehen blieb. Wenn wir das so handhaben, wird es
22 Dir kann nur Jesus helfen uns – obwohl wir noch in der Welt sind – leicht fallen, fern von den
22 Impressum Sünden dieser Welt zu leben. Das ist es, was die Bibel mit «Heiligung»
meint. Möge der Herr uns Gnade geben, ein solches Leben zu führen!

In herzlicher Verbundenheit

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkennt-


nis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

Mitternachtsruf > November 2002 3


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Biblische Botschaft

und brachte andere fünf Talente und

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sagte: Herr, fünf Talente hast du mir
übergeben, siehe, andere fünf Talente
habe ich dazu gewonnen. Sein Herr
sprach zu ihm: Recht so, du guter und
treuer Knecht! Über weniges warst du
treu, über vieles werde ich dich setzen;
geh hinein in die Freude deines Herrn.
Es trat aber auch herbei, der die zwei
Talente empfangen hatte, und sprach:
Herr, zwei Talente hast du mir überge-
ben; siehe, andere zwei Talente habe ich
dazu gewonnen. Sein Herr sprach zu
ihm: Recht so, du guter und treuer
■ NORBERT LIETH
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Knecht! Über weniges warst du treu,


über vieles werde ich dich setzen; geh
teuer- und Rechnungsprüfungen

S
hinein in die Freude deines Herrn. Es
in einer Firma, einem Verein trat aber auch herbei, der das eine Ta-
oder privat sind immer mit ei- lent empfangen hatte, und sprach: Herr,
ner gewissen Spannung verbun- ich kannte dich, dass du ein harter Mann
den. Haben wir alles richtig ge- bist: du erntest, wo du nicht gesät, und
macht? Wie sieht die Endabrechnung sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
In unserem Missionswerk aus? Über jedes Detail der Finanzen und ich fürchtete mich und ging hin und
hatten wir vor einiger Zeit muss genau Buch geführt, und am Ende
eines Jahres muss alles offen auf den
verbarg dein Talent in der Erde; siehe,
da hast du das Deine. Sein Herr aber
die jährliche Generalver- Tisch gelegt werden.
Auch über unser Leben, über die
antwortete und sprach zu ihm: Böser
und fauler Knecht! … den unnützen
sammlung. Kurz davor Gaben und Talente, die wir empfangen Knecht werft hinaus in die äussere Fins-
haben, wird im Himmel Buch geführt ternis: da wird das Weinen und das
erscheinen jeweils die und am Schluss kommt die grosse End- Zähneknirschen sein» (Mt 25,14-
abrechnung. Darüber sagt der Herr Je- 26.30).
Rechnungsprüfer und sus: «… es ist wie bei einem Menschen,
der ausser Landes reiste, seine eigenen Vom rechten Gebrauch der
kontrollieren, ob sich mit Knechte rief und ihnen seine Habe über-
Gnade Gottes
den Finanzen alles recht- gab: und einem gab er fünf Talente, ei-
nem anderen zwei, einem anderen eins, Der Apostel Paulus konnte von sich
mässig verhält. Wenn einem jeden nach seiner eigenen Fähig-
keit, und reiste ausser Landes. Sogleich
sagen, mit der ihm von Gott gegebenen
Gnade gewissenhaft umgegangen zu
dann dem Vorstand und aber ging der, welcher die fünf Talente sein: «Aber durch Gottes Gnade bin ich,
empfangen hatte, hin und handelte mit was ich bin; und seine Gnade mir ge-
der Buchhaltung von der ihnen und gewann andere fünf Talente. genüber ist nicht vergeblich gewesen,
So auch, der die zwei empfangen hatte, sondern ich habe viel mehr gearbeitet
Generalversammlung auch er gewann andere zwei. Der aber als sie alle; nicht aber ich, sondern die
das eine empfangen hatte, ging hin, grub Gnade Gottes, die mit mir ist» (1.Kor
Entlastung erteilt wird, ist ein Loch in die Erde und verbarg das 15,10). Paulus hat mit der Gnade gear-
man immer froh. Geld seines Herrn. Nach langer Zeit aber
kommt der Herr jener Knechte und rech-
beitet, ja gewuchert.
An anderer Stelle legt der Apostel die-
net mit ihnen ab. Und es trat herbei, se Verantwortung auch auf die Gemein-
der die fünf Talente empfangen hatte, de: «Als Mitarbeiter aber ermahnen wir

4 Mitternachtsruf > November 2002


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euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht wie Gott zuerst darauf gesehen hat, aus sie meinten, dass das Reich Gottes
vergeblich empfangt» (2.Kor 6,1). Ist das den Nationen ein Volk zu nehmen für sogleich erscheinen sollte. Er sprach
nicht das Schlimmste, was uns passie- seinen Namen. (Das ist die Gemeinde.) nun: Ein hochgeborener Mann zog in
ren kann, wenn wir etwas vergeblich Und hiermit stimmen die Worte der Pro- ein fernes Land, um ein Reich für sich
empfangen? Tatsächlich ist das schlim- pheten überein, wie geschrieben steht: zu empfangen und wiederzukom-
mer, als hätten wir nie etwas gehabt. Das ‹Nach diesem will ich zurückkehren und men. … Und es geschah, als er zurück-
griechische Wort für «vergeblich», ke- wieder aufbauen die Hütte Davids, die kam, nachdem er das Reich empfangen
nos, bedeutet «leer, hohl, ohne Inhalt, verfallen ist, und ihre Trümmer will ich hatte, da sagte er, man solle diese Knech-
nutzlos, nichtig, eitel, ohne Kraft». wieder bauen und sie wieder aufrichten te, denen er das Geld gegeben hatte, zu
In unserem Gleichnis geht es um die (Jesus kommt für Israel zurück.); damit ihm rufen, damit er erfahre, was ein je-
Endabrechnung: «Nach langer Zeit aber die übrigen der Menschen den Herrn der erhandelt habe» (V 11-12.15). Es gab
kommt der Herr jener Knechte und rech- suchen und alle Nationen, über die mein damals Juden, die glaubten, dass das
net mit ihnen ab» (Mt 25,19). Schon Name angerufen ist, spricht der Herr, Reich Gottes für Israel «sogleich erschei-
bei ihrer Berufung, als sie ihre Talente der dieses tut.›» Alle Nationen kommen nen sollte». Der Messias war da und ritt
empfingen, sollten sie vor Augen haben im Tausendjährigen Reich durch den auf einem Eselsfüllen in Jerusalem ein:
und während ihrer Arbeit nie aus den Herrn Jesus unter den Segen Israels. «Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in
Augen verlieren: «Handelt damit, bis ich Nach dem Gemeindezeitalter, bei der dem Namen des Herrn! Gelobt sei das
wiederkomme!» (Lk 19,13). Denken Rückkehr Jesu für Sein Volk, werden die Reich unseres Vaters David, das da
auch wir an diesen Befehl des Herrn und «Knechte», das heisst der Überrest Isra- kommt!» (Mk 11,9-10). Sie dachten,
leben wir danach – die Abrechnung für els, der in der Zeit zwischen der Entrü- dass er sogleich alle Feinde Israels,
jeden Einzelnen kommt gewiss! ckung der Brautgemeinde und der Wie- insbesondere die Römer, vertreiben und
derkunft Jesu lebte, zur Verantwortung das verheissene Königreich Davids auf-
gezogen. Davon spricht zum Beispiel richten würde. Aber Jesus erklärte ih-
Die Bedeutung für Israel Psalm 50,3-5: «Unser Gott
Jesus sagte Seinen Jüngern kommt, und er wird nicht
in der Ölbergrede: «… wer schweigen; Feuer frisst vor
aber ausharrt bis ans Ende, ihm her, und rings um ihn
der wird errettet werden» (Mt stürmt es gewaltig (and.
24,13). Die Worte «bis ans Übers. = stürmt und wütet
Ende» machen deutlich, dass das Wetter). Er ruft dem Him-
der Herr nicht über die Ent- mel droben und der Erde zu,
rückung sprach, sondern über um sein Volk zu richten: ‹Ver-
das Ende der grossen Trübsal, sammelt mir meine From-
deren Abschluss Seine Wie- men, die meinen Bund ge-
derkunft bildet. schlossen haben beim Op-
So sollten wir die Jünger fer!›»
des Herrn in prophetischer Der Herr richtet dann Sein
Sichtweise als den jüdischen Volk, weil die Gemeinde in
Überrest am Ende der Tage se- Nach der grossen Trübsal wird Jesus Christus auf dem Ölberg wiederkommen der Jetztzeit die Aufgabe hat,
hen. Diesen Kontext wollen das Zeugnis des Evangeliums
wir nicht ausser Acht lassen, wenn wir nen anhand eines Gleichnisses, dass die auf Erden aufzurichten und mit den
das Gleichnis von den Talenten betrach- Aufrichtung dieses Reiches, auf das sie geistlichen Gaben zu wuchern. Das
ten. Der Herr Jesus sagte: «Denn es ist warteten, auf einen späteren Zeitpunkt Zeugnis der Gemeinde aber endet am
wie bei einem Menschen, der ausser verschoben würde. Tag der Entrückung. Danach beginnt die
Landes reiste, seine eigenen Knechte Das Gleichnis will Folgendes sagen: geistliche Erneuerung Israels, zum Bei-
rief und ihnen seine Habe übergab … • Jesus war vor 2000 Jahren im Land spiel durch die 144 000 Israelis (Offb
Nach langer Zeit aber kommt der Herr Israel, doch das jüdische Volk hatte Ihn 7,4-8) und die «zwei Zeugen» (Offb
jener Knechte und rechnet mit ihnen ab» verworfen. 11,3ff.), und dann wird die Aufgabe
(Mt 25,14.19). Dass es in erster Linie • Daraufhin hat der Herr das Land Is- wieder von Israel übernommen. Die Zeit
Israel betrifft, wird daran deutlich, dass rael verlassen und ist in den Himmel der grossen Trübsal ist der direkte An-
der Herr ausser Landes reiste und nach zurückgekehrt, um durch Seinen Heili- schluss an Jesu erstes Kommen; die Ge-
langer Zeit in dieses Land zurückkehrt; gen Geist ein anderes Reich einzuneh- meindezeit war lediglich eingeschoben.
also muss es die Knechte betreffen, die men: das geistliche Reich der Gemein- Wenn dann der Herr Jesus Christus
dann in diesem Land wohnen. Daraus de. mit Seiner Gemeinde zurückkehrt, wird
wird ersichtlich, dass es nicht um die • Nachdem Er dieses Reich vollkom- Israel nach seinem Wirken während die-
Entrückung in den Himmel geht, son- men für sich empfangen (aufgenommen) ser Zeit beurteilt. Vergleichen Sie in die-
dern um die Rückkehr Jesu Christi ins hat, das heisst die Vollzahl eingegangen sem Zusammenhang auch die Worte
Land Israel. Hier war Er und hierhin ist (Röm 11,25), Jesu über den klugen und bösen Knecht
wird Er zurückkehren. • wird Er in das irdische Land Israel (Mt 24,45-51).
Noch deutlicher geht das aus Lu- zurückkehren, um dort das Reich Got- Wer mit den anvertrauten Talenten
kas 19 hervor: «Während sie aber dies tes aufzurichten. gut umgegangen ist, wird in die Freu-
hörten, fügte er noch ein Gleichnis hin- Apostelgeschichte 15,14-17 macht de des Herrn eingehen, das heisst in
zu, weil er nahe bei Jerusalem war, und das sehr deutlich: «Simon hat erzählt, das Reich Christi auf Erden Eingang fin-

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willigkeit mit; sie gingen von vornherein
Biblische Botschaft auf die Forderungen Gottes ein. Das be-
deutet aber sicher noch mehr, nämlich
dass der Herr auch unsere natürlichen
den (Mt 25,21.23). Auch auf diese auch sehr verschieden, aber immer ist Gaben benutzen will, die Er in unser
Treuen können wir das Wort anwen- es eine «beträchtliche Summe». Leben hineingelegt hat. So wird jemand,
den: «… und hast sie unserem Gott zu Interessant dabei ist, dass die Talen- der Zeit seines Lebens unmusikalisch
einem Königtum und zu Priestern ge- te an jeden der Empfänger «nach seiner war, mit der Wiedergeburt nicht plötz-
macht, und sie werden über die Erde eigenen Fähigkeit» ausgeteilt wurden lich singen oder Klavier spielen können.
herrschen!» (Offb 5,10). Wer hingegen (Mt 25,15). Wir wissen, dass der Geist Oder jemand, der stumm ist und sich
untreu gewesen ist, wird «hinausgewor- Gottes die Gaben austeilt, wie Er will: bekehrt, wird nicht auf einmal die Gabe
fen», das heisst wird sterben und geht «Dies alles aber wirkt ein und derselbe der Verkündigung erhalten.
verloren. Das ist gemeint mit dem Geist und teilt jedem besonders aus, wie
Wort: «Und den unnützen Knecht werft er will» (1.Kor 12,11). Aber beachtet der
hinaus in die äussere Finsternis: da Herr dabei, wie weit wir uns selber nach
Treue ist gefragt
wird das Weinen und das Zähneknir- den Gaben ausstrecken, wie willig un- Es kommt nicht darauf an, ob wir viel
schen sein» (Mt 25,30). Es handelt sich ser Herz ist? 1. Korinther 14,12 könnte (fünf Talente) oder wenig (zwei Talente
hier um ein Gericht auf Erden. Denn darauf hinweisen: «So auch ihr, da ihr oder ein Talent) empfangen haben, son-
wer als wiedergeborener Mensch ent- nach geistlichen Gaben eifert, so strebt dern ob wir mit den empfangenen Ga-
rückt und in den Himmel aufge- danach, dass ihr überreich seid ben treu umgegangen sind. Demjenigen,
nommen worden ist, wird nicht zur Erbauung der Ge- der mit den fünf Talenten treu war,
wieder von dort hinausgewor- meinde.» In 1. Korin- spricht der Herr genau das gleiche Lob
fen und in die äusserste Finster- ther 12,31 heisst es: aus wie dem, der mit zwei Talenten sei-
nis kommen. «Eifert aber um die ne Treue erzeigte: «Recht so, du guter
Da aber die Gemeinde im jetzigen grösseren Gnadenga- und treuer Knecht! Über weniges warst
Zeitalter die Aufgabe hat, ein Zeugnis ben!» Und Epheser du treu, über vieles werde ich dich set-
für Jesus Christus zu sein, müssen 4,16 sagt: «… die einander zen; geh hinein in die Freude deines
wir das Gleichnis auch geistlich auf Handreichung tun nach Herrn» (Mt 25,21.23). Der Knecht, der
uns übertragen. nur ein Talent emp-
fangen hat, hätte sich
Die Austeilung der Gaben
Ein Talent entspricht im Umgang mit die-

«… einem gab er fünf Ta-


heute etwa 1 Million sem als treu erweisen
sollen, denn es heisst:
lente, einem anderen zwei, Euro. Es handelte sich «Nun fordert man
einem anderen eins, einem
jeden nach seiner eigenen
also um grosse Sum- nicht mehr von den
Haushaltern, als dass
Fähigkeit, und reiste ausser men, die den Knechten sie für treu befunden
Landes» (Mt 25,15).
Bei einem Talent han-
anvertraut wurden werden» (1.Kor 4,2).
Aber er war untreu
delte es sich um Silber- und wurde deshalb
geld. Es war die grösste dem Masse vom Herrn gerügt und gerichtet (Mt
damalige Geldeinheit der Leistungs- 25,24ff.).
und wog etwa 36 Kilogramm. Die Lu- fähigkeit jedes einzelnen Gliedes …» Das kann bedeuten, dass eine treue
therbibel spricht daher von fünf, zwei Der Knecht, der nur ein Talent empfan- Mutter und Hausfrau in der Ewigkeit
und einem «Zentner» Silber. gen hatte, hat sich wahrscheinlich gar einmal mehr Lohn empfängt als ein
Ein Talent bestand aus etwa 10 000 nicht nach mehr ausgestreckt. Hieran Evangelist, der seine Gabe kaum nutz-
Denaren, und ein Denar war der Tages- sehen wir die Notwendigkeit geistlichen te. Jemand, der arm ist, kann mit Weni-
lohn eines einfachen Arbeiters. Für ein Eifers. gem mehr geben als ein Reicher, der viel
Talent bzw. 10 000 Denare hätte man Ein anschauliches Beispiel dafür ha- gibt (vgl. Mk 12,41-44). Ein Lahmer
damals also fast 27½ Jahre pausenlos ben wir meines Erachtens im Alten Tes- kann mehr für das Reich Gottes tun als
arbeiten müssen. Wenn wir davon aus- tament. Als es darum ging, die Kleider ein Gesunder.
gehen, dass ein Arbeiter in der Schweiz des Hohenpriesters anzufertigen, sagte Anhand eines anschaulichen Beispiels
im Jahr rund sFr. 54 750.– verdient (sFr. der Herr: «Du sollst zu allen reden, die erklärte ein ägyptischer Christ einmal,
150.– am Tag), dann würde ein Talent ein verständiges Herz haben, das ich mit dass jeder wiedergeborene Mensch, der
heute etwa 1,5 Millionen sFr. betragen. dem Geist der Weisheit erfüllt habe, und den Heiligen Geist empfangen hat, wich-
Dementsprechend mehr hatte natürlich ihnen sagen, dass sie die Kleider Aarons tig ist für das Reich Gottes. Er fragte:
der mit zwei (ca. 3 Mio. sFr.) bzw. fünf machen sollen, um ihn zu heiligen, da- «Wenn man ein Pfund losen Zucker mit
Talenten (ca. 7,5 Mio. sFr.) empfangen. mit er mir den Priesterdienst ausübt» einem Pfund Würfelzucker aufwiegen
Es handelte sich also um grosse Sum- (2.Mo 28,3). Wer bereits ein «verstän- muss, welches Stück Zucker ist am Ende
men, die den Knechten anvertraut wur- diges Herz» hatte, diesen hat der Herr das Wichtigste? Das Erste, eins aus der
den. Der Heilige Geist gibt uns keine dementsprechend mit dem Geist der Mitte oder das Letzte?» Darauf gab er
kleinen Gaben. Der eine hat mehr und Weisheit erfüllt. Sie brachten also eine gleich selbst die treffende Antwort: «Je-
der andere weniger. Die Gaben sind gewisse Voraussetzung bzw. eine Bereit- des ist gleich wichtig, damit das Pfund

6 Mitternachtsruf > November 2002


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voll wird!» Wenn man nur einen Wür-
Streiflicht


felzucker von der Waage wegnimmt, ist
das Ungleichgewicht schon da. So ver-


hält es sich auch bei der Gemeinde Jesu!
Darum sagen Sie nicht: «Ich bin nur ein
Stück.» Nein, Sie sind entscheidend
Wegweisung
wichtig! Ohne Sie, ohne Ihren geistli- «Deine Ohren werden hinter dir das Wort hören: ‹Dies ist der Weg; den geht! Sonst weder zur
chen Einsatz der vom Herrn gegebenen Rechten noch zur Linken!›» (Jes 30,21). Wir leben in der Endzeit, einer Zeit der Verführung,
Gaben, fehlt etwas ganz Wesentliches! Verwirrung und Vermischung von Wahrheit und Lüge. Da ist es auch für Jesu Nachfolger nicht
Setzen Sie Ihre Gabe(n) ein!
immer leicht, im Wirrwarr der geistigen Strömungen den richtigen Weg zu finden und stets die
Um Menschen zu fischen (Mt 4,19),
braucht man nicht unbedingt jung zu
richtige Entscheidung zu treffen. Der grosse Verführer Satan versteht es nämlich meisterhaft,
sein und sehende Augen zu haben. Lüge als Wahrheit getarnt anzubieten. Da unser Schöpfergott uns mit einem freien Willen ausge-
Selbst alte Blinde, die ganz dem Herrn stattet hat – und das ist ja auch unser Adel –, haben wir die königliche Freiheit zu entscheiden
hingegeben sind, kann der Herr wun- und zu wählen. Denn Er hat uns nicht als manipulierbare Roboter geschaffen. So stehen wir oft
derbar gebrauchen. So weiss man von vor einem Problem und fragen: «Darf ich dies – oder soll ich das?» Es ist bei weitem nicht immer
einer blinden 70-jährigen Frau, die ihre der Superschlaue, der das Richtige trifft. Aber auch der unentschlossene Zauderer und Zweifler,
französische Bibel sehr schätzte. Sie bat der aller Leute Rat einholt, ist oft schlecht beraten. Jakobus 1,6-8 sagt über ihn: «… wer zweifelt,
einen Missionar, ihr den Text in Johan-
nes 3,16 rot zu markieren, wo geschrie-
der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Ein solcher Mensch
ben steht: «Denn so sehr hat Gott die denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde. Ein Zweifler ist unbeständig auf
Welt geliebt, dass er seinen eingebore- allen seinen Wegen.» Hingegen wird der Arme im Geist, der als Bettler vor Gottes Thron erscheint,
nen Sohn gegeben hat, damit jeder, der Weisung empfangen.
an ihn glaubt, nicht verloren gehe, son- Manche meinen, das Gewissen, unser Herz, sei der verlässlichste Ratgeber. In Jeremia 17,9
dern das ewige Leben habe.» Dieser aber wird es so beschrieben: «Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergrün-
wunderte sich über die Bitte dieser to- den?» Ein durch Ungehorsam und Sünde abgestumpftes Gewissen wird uns daher in die Irre
tal blinden Frau, tat es aber trotzdem.
führen. Nur ein durch den Heiligen Geist wiedergeborener Geist verfügt über einen wunderbaren
Irgendwie gelang es ihr, sich auf eine
Bank vor einem Schulgebäude zu setzen. Kompass. Das sehen wir beim Apostel Paulus, denn er beteuert in Römer 9,1: «Ich sage die
Als die Schüler herauskamen, fragte sie, Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist.» So soll
ob sie im Französischunterricht gut auf- und darf es auch bei Gotteskindern sein! Das kann aber nur werden, wenn wir die Herrschaft
gepasst hätten. Das wurde von allen über unser Leben dem Herrn Jesus Christus übergeben haben. Dann haben wir den sichersten
bejaht. Daraufhin bat sie die Kinder, ei- Führer in allen Lebensfragen für diese Zeit und die Ewigkeit, sagt Er doch in Johannes 8,12: «Ich
nes nach dem anderen, ihr den ange- bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird
strichenen Text vorzulesen und fragte,
das Licht des Lebens haben.»
ob sie es auch verständen. Als diese ver-
neinten, verkündigte sie den Schülern, In den Anfängen des Volkes Israel, als es noch unmündig war, gab Gott Seinem Volk zu wich-
von diesem Text ausgehend, das Evan- tigen Entscheidungen die Lose Urim und Thummim, was Licht und Recht bedeutet. Der Hohe-
gelium von Jesus Christus. Später hat priester hatte sie stets im Ephod (Brustschild) zu tragen. Wir kennen deren Beschaffenheit nicht,
man erfahren, dass durch den Dienst aber mit diesen Losen gab Gott Israel in schwierigen Entscheidungsfragen mit Ja oder Nein die
dieser alten blinden Frau 24 Männer zu eindeutige Antwort. Als Israel Gott später besser kannte, lernte es Ihm vertrauen. Gott gab ihm
Verkündigern des Evangeliums gewor- zudem Richter, sie wurden auch Seher genannt, die als Seine Vertrauten Seinen Ratschluss noch
den sind. Alle von ihnen haben bezeugt,
besser kannten. Er gab ihnen auch Propheten, die als Seine Boten Seinem Volk den richtigen Weg
dass dieser in grosser körperlicher
Schwachheit verrichtete Dienst für ih- wiesen.
ren späteren Werdegang ausschlagge- Und dann geschah etwas Gewaltiges: «Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn …»
bend gewesen war. Ein kleines Stück (Gal 4,4). In unserem Herrn Jesus Christus haben wir das geoffenbarte göttliche Licht und Recht
«Zucker»! Diese blinde gläubige Frau in Menschengestalt. Er bezeugte: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand
haderte nicht einfach mit ihrem «Schick- kommt zum Vater denn durch mich» (Joh 14,6). Nun kann jeder, der Ihn als Herrn und Meister für
sal», sondern weil ihr Herz für die noch sein Leben erwählt, den richtigen Weg finden. Durch Sein Blut, das Er für unsere Sünden auf
Unerretteten brannte, flehte sie den
Golgatha vergoss, sind wir für Zeit und Ewigkeit Sein Eigentum geworden, für das Er die Führung
Herrn an, sie für Ihn zu gebrauchen. Er
schenkte ihr diese Idee mit dem rot un- zum ewigen Ziel übernommen hat. So brauchen wir uns in dieser verführerischen Endzeit nicht
terstrichenen Bibelvers, und diese setzte zu ängstigen, wir könnten das himmlische Ziel verfehlen, denn Er sagte Seinen Jüngern: «Es ist
sie in die Tat um. Sie war treu über dem gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch.
Wenigen, das sie empfangen hatte. Ganz Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. … Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit,
gewiss hat sie aus des Herrn Mund die kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten» (Joh 16,7.13). So sagt denn auch 1. Johan-
Worte vernommen: «Recht so, du gute nes 2,27: «Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht
und treue Magd! Über weniges warst du
nötig, dass euch jemand lehrt; sondern, wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist
treu, über vieles werde ich dich setzen;
geh hinein in die Freude deines Herrn.» keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm.» Ist das nicht Wegweisung genug? Es
Wird der Herr Jesus auch Sie einmal mit braucht niemand zu verzagen! Aber: «Dies ist der Weg; den geht!» ■ BURKHARD VETSCH
diesen Worten empfangen? ■

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Im Blickfeld

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delt. Dieser Aufenthalt der Seelen im

Halloween – Zwischenzustand liess sich nach dama-


liger Vorstellung auf zwei Arten verkür-
zen: 1. Entweder suchten sich die See-
len einen neuen Körper und machten
dadurch einen Lebenden zu einem Be-

der Ernst hinter der Maske sessenen, oder 2. kamen sie durch irdi-
sche Fürbitte etwas eher in den Him-
mel. So zogen zu den Herbst- und Win-
Mittlerweile hat sich das alljährliche Halloweenfest, das ursprünglich über terfeiertagen etliche Leute von Haus zu
die Britischen Inseln in die USA gelangte, auch in weiten Teilen Europas zu Haus und versprachen gegen Entgeld,
für die Toten zu beten. Wer die Bittstel-
einem festen Brauchtum entwickelt. Doch was steckt wirklich hinter den ler mit reichlich Lebensmitteln versorg-
Geistern, Hexen, Kürbisfratzen und Knochenmännern? te, durfte hoffen, dass seine toten Ver-
wandten dank der vielen Gebete etwas
früher in den Himmel kamen. Der
Angst, von einer herumirrenden Seele
besessen zu werden, wurde mit Ab-
wehrzaubern begegnet. So verkleide-
te man sich, um für die Seelen der
Toten unattraktiv auszusehen. Ge-
schnitzte Schreckensfratzen aus
Runkelfackeln dienten ebenfalls zur
Abschreckung. Grosse Feuer wur-
den angezündet, um die man herum
tanzte. Damit wollte man die bösen
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Geister verjagen. Hingegen wurden für


die Geister oder Seelen guter Verstor-
bener, die der «Herr der Toten» freige-
lassen hatte, Speisen ausgelegt, um die-
se willkommen zu heissen.
Unser heutiges Halloween geht zum
Grossteil auf die Sitten und Gebräuche
der Druiden bei ihrem Winterfest am
31. Oktober zurück und gilt als der
höchste Feiertag für alle Zauberer. Hal-
loween wurde in Amerika um das Jahr
1840 von irischen Einwanderern einge-
führt. Anstelle der Runkeln für ihre Rü-
benlämpchen benutzten sie dort die viel
imposanteren Kürbisse, die ausgehöhlt
n seinen Ursprüngen geht Halloween war der letzte des alten Jahres, da mit und auf der einen Seite mit einer gräss-

I auf die Kelten zurück, die in Nord-


frankreich und auf den Britischen In-
seln lebten; ihre Priester waren die Dru-
dem 1. November für die Kelten der
Winter und somit das neue Jahr begann.
Samhain soll die Hauptgottheit der Dru-
lichen Fratze versehen wurden. Damit
das Ganze noch gruseliger wirkte, wur-
den die Kürbisse mit Kerzen von innen
iden. Sie befassten sich mit Zauberei, iden gewesen sein. An diesem Festtag, her beleuchtet.
beteten die Natur an und schrieben die- dem 31. Oktober, sollen sogar Men- Auch das Verkleiden gehört zu Hallo-
ser übernatürliche Eigenschaften zu. Be- schenopfer dargebracht worden sein. ween; zu den klassischen Figuren gehö-
stimmte Bäume oder Pflanzen, wie zum Man glaubte, dass sich die Seelen der ren Geister und vor allem Hexen, die
Beispiel die Eiche oder die Mistel, hat- Verstorbenen nach ihrem Tod zunächst mit ihren schwarzen Katzen auf Besen
ten bei den Kelten eine besondere reli- in einem ungemütlichen Zwischenbe- durch die Lüfte fliegen. Für die Werbe-
giöse Bedeutung. Die Kelten verehrten reich befanden; an diesem Abend durf- branche ist Halloween in den USA heu-
über 400 verschiedene Götter. Dem ten sie, je nach Auswahl durch den To- te zu einem Marktführer geworden.
«Gott des Todes» oder «Herrn der To- tengott, ihre irdischen Wohnstätten Neben Weihnachten ist dieses Fest in
ten» (Samhain) war ein bestimmtes Fest wieder aufsuchen. Dort wurden sie in Amerika das zweitgrösste kommerziel-
am 31. Oktober gewidmet. Dieser Tag Tiere oder andere Menschen verwan- le Ereignis, mit einem Umsatz von 2,4

8 Mitternachtsruf > November 2002


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Milliarden Dollar. Fünfzig Prozent heidnischen oder okkulten Praktiken
der Amerikaner schmücken ihre einzulassen: «Wenn du in das Land
Wohnungen und Häuser zu diesem kommst, das der Herr, dein Gott, dir
Anlass, und mindestens jeder Drit- gibt, dann sollst du nicht lernen, es den
te kauft sich ein Kostüm. Gräueln dieser Nationen gleichzutun»
Mittlerweile wird Halloween auch (5.Mo 18,9). Oder: «Von aller Art des
in Europa immer populärer. Bösen haltet euch fern!» (1.Thess 5,22).
Christen sollten sich jedoch fol- Hingegen lobt der Apostel Paulus die
gende Tatsachen über Halloween Thessalonicher, die sich nach ihrer Be-
bewusst machen: kehrung deutlich von jeder Form des
1. Halloween ist zum höchsten Götzendienstes getrennt haben: «Denn
Feiertag für die Hexerei und ande- sie selbst erzählen von uns, welchen Ein-
re Arten des Okkultismus gewor- gang wir bei euch hatten und wie ihr
den. euch von den Götzen zu Gott bekehrt
2. Dieser Tag wird als der einzi- habt, dem lebendigen und wahren Gott
ger Tag des Jahres angesehen, an zu dienen und seinen Sohn aus den
dem der Teufel, der für viele der Himmeln zu erwarten, den er aus den
«Herr des Todes» ist, für verschie- Toten auferweckt hat – Jesus, der uns
dene Anliegen um Hilfe gebeten errettet von dem kommenden Zorn»
werden kann. Für Satanisten hat (1.Thess 1,9-10).
dieser Tag deshalb eine besondere Wie dankbar können wir sein, dass
Bedeutung. Gott uns in Je-
3. An diesem Tag wurden und sus Christus
werden von Satanisten noch immer Fünfzig Prozent der Amerikaner eine Erlösung
Menschenopfer dargebracht. schmücken ihr Haus zu Halloween geschaffen hat,
4. Die Beteiligung an den Feiern die jede Sünde
zu Halloween kann zu okkulten Betäti- katholischen Allerheili- vergibt und von
gungen führen oder einen Menschen gen, an die unbiblische allen Bindun-
dafür offen machen. Lehre vom Aufenthalt gen befreit. Der
5. In der Geschichte galt dieser Tag der Verstorbenen im Herr Jesus hat
als besonders günstig für alle Formen der Fegefeuer und der To- dem die Macht
Wahrsagerei und des Anrufens von Geis- tenmessen erinnert. genommen,
tern. Hier wird deutlich, wie «der Gewalt
6. Die Feier dieses Tages unterstützt dünn die Trennungsli- über den Tod
heidnische Praktiken und Philosophien nie zwischen heidni- hatte, nämlich
wie die Reinkarnation (dass ein Mensch schem Brauchtum und dem Teufel»
nach seinem Tod nochmals geboren kirchlicher Praxis ist. (Hebr 2,14). Je-
wird, ob als Tier oder als Mensch), den Die Bibel sagt deut- sus verspricht
Animismus (Geisterglauben), den Scha- lich voraus, dass solche allen, die an Ihn
manismus (Zauberpriester) und die Dru- Praktiken in der End- glauben, ewiges
idenlehre. zeit weltweit zuneh- Leben. Wer den
7. Okkultisten nutzen diesen Tag für men und sich ins Un- Auch in Europa wird Kürbisseschnitzen – Schritt zu Jesus
die Werbung neuer Anhänger. ermessliche steigern Halloween – immer populärer wagt, muss
8. Sämtliche Bräuche und Symbole werden: «Der Geist nicht mehr im
dieses Tages haben ihre Wurzeln in Hei- aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Okkultismus, in den Sternen oder der
dentum und Okkultismus. Zeiten manche vom Glauben abfallen Wahrsagerei nach Lebenshilfen suchen,
9. Es ist auch sehr verwunderlich, werden, indem sie auf betrügerische denn in Ihm hat er das Leben selbst ge-
dass dieser Tag, ausgerechnet vor dem Geister und Lehren von Dämonen ach- funden. In Seinem Wort findet er Ori-
ten» (1.Tim 4,1). Und: «… sie taten entierung für sein Leben. Aus diesem
nicht Busse von ihren Mord- Grund vernichteten auch die Menschen
Die schwarze Katze – eine taten, noch von ihren Zau- in Ephesus alle ihre Zauberbücher, nach-
klassische Figur zu Halloween
bereien, noch von ihrer dem sie zum Glauben an Christus ge-
Unzucht, noch von ihren kommen waren: «Viele aber von denen,
Diebstählen» (Offb 9,21). die gläubig geworden waren, kamen und
Was so harmlos aussieht, bekannten und gestanden ihre Taten.
ist in Wirklichkeit todernst! Zahlreiche aber von denen, die Zaube-
Die Menschheit wird auf spie- rei getrieben hatten, trugen die Bücher
lerische Weise verführt, sich zusammen und verbrannten sie vor al-
immer mehr den Lehren der Dämo- len; und sie berechneten ihren Wert und
nen zu öffnen und ihr Herz Gott kamen auf fünfzigtausend Silberdrach-
gegenüber zu verhärten. Wir wer- men. So wuchs das Wort des Herrn mit
den in der Bibel deutlich gewarnt, Macht und erwies sich kräftig» (Apg
uns auf keinerlei Vermischung mit 19,18-20). ■ N.L.

Mitternachtsruf > November 2002 9


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Aus der Kirchenkampagne indes er-
Im Blickfeld fährt das Publikum, es gebe da einen Ver-
ein, der zum Sozialkontakt einladen will,
unabsehbares Gerede inbegriffen. Doch

Wenn das Produkt das ureigenste Produkt der Firma ver-


schweigt die Werbung. Müssen nicht ge-
rade die bänglich beäugten Kirchenfer-

verschwiegen wird nen sich an der Nase herumgeführt füh-


len, wenn die Talarträger sich derart an-
schleichen? Methode Kaffeefahrt: Den
Busausflug mit Kuchen gibt’s scheinbar
Jede Firma versucht mit gezielter Werbung, möglichst viele Menschen für ihr umsonst, damit der Veranstalter seine
Produkt zu gewinnen, nur die Kirche nicht. Sie verschweigt die Hauptsache Ware unters Volk bringt.
und wird dadurch zur Nebensache.
us der Zeitschrift Focus (Nr. 26/ sen vielleicht Dale Carnegie

A 2002) entnehmen wir dazu den fol-


genden Beitrag:
ein, der amerikanische Best-
sellerautor in Sachen Lebens-
hilfe. Vier Kästchen – wie
«Kirche versteckt christliche Bot- zum Ankreuzen – geben
schaft. Alljährlich verliert die Evangeli- klein gedruckte Antworten
sche Kirche in Deutschland (EKD) an die vor: ‹Mit den richtigen Turn- Wo ist hier das Produkt? Der
200 000 Mitglieder. Hochrechnungen schuhen›, ‹mit Intrigen›, ‹mit
zufolge wird sie in 20 Jahren um ein dem Herzen›, ‹mit der Kre-
Betrachter erfährt nur, dass es
Drittel geschrumpft sein. Um religiöse ditkarte›. Als ob das alles ir- da eine Organisation gibt, die
Marktanteile zurückzugewinnen, hat die gendwie falsch wäre, heisst
Amtskirche in diesem Frühjahr eine 1,5 es darunter: ‹Lassen Sie uns
Fragen stellt und zum Reden
Millionen Euro teure Werbekampagne gemeinsam Antworten fin- einlädt
gestartet. den. EKD Evangelische Kir-
Parteien werben mit Programmen und che.›
Personen. Die sagen den einen zu, den Hat die Kirche solche Tricks nötig? Nanu, staunt der Leser, seit wann ma-
anderen nicht. Womit aber werben die Traut sie ihrer Botschaft so wenig zu, chen die in Sozial- und Kommunikations-
Kirchen? Spontan mag man an die Bibel dass sie diese nur verschämt und ver- training? Denn selbst der Kirchenfernste
als Programm denken. Jesus beziehungs- druckst an den Mann und an die Frau meint doch irgendwie zu wissen, wofür
weise der eigentliche Religionsbegründer bringen könnte? Jede bessere Firma die Kirche eigentlich steht. Gekonnte in-
Paulus könnten als die grossen Vorbilder lockt in ihrer Werbung zwar mit einem direkte Werbung knüpft an solch ein po-
herausgestellt, namhafte Christen als Hingucker. Aber gerade nicht, um ihr puläres Vorverständnis an: Für gewöhn-
Sympathieträger aufgeboten werden. Produkt dahinter zu verstecken, sondern lich weiss der Adressat, was die werben-
Doch nichts dergleichen bietet die Wer- um es effektvoll vorzuzeigen. Eben weil de Firma produziert und wozu ihr Pro-
beaktion der EKD. Der Planungsstab un- sie von dessen Qualitäten überzeugt ist. dukt nützt. So lässt die schöne Frau hin-
ter der Leitung des meist mit fröhlichem Schon einmal gescheitert ist vor zehn term Lenkrad das neue Automodell
Lachen abgebildeten badischen Landes- Jahren mit genau diesem verfehlten vielleicht noch begehrenswerter erschei-
bischofs Ulrich Fischer hat es nicht ge- Ansatz der Stadtkirchenverband Köln nen. Aber eines steht von vornherein fest:
wagt, die Bibel und Jesus Christus in den mit einer inhaltsleeren ‹Kommunikati- Ein Auto ist zum Fahren da.
Mittelpunkt der Kam- onskampagne›. Verantwort-
pagne zu stellen. Parteien werben mit Programmen und Personen. Die sagen den einen zu, den anderen lich zeichnete damals der
Die Firma ver- nicht. Womit aber werben die Kirchen? Bild: Wahlplakate in Jerusalem heutige EKD-Ratsvorsitzen-
schweigt ihr Produkt de Manfred Kock. Mit einem
aus Angst, Kirchen- 1,4 Millionen Euro teuren
fremde sogleich abzu- ‹Misch dich ein›-Feuerwerk
schrecken. Der Be- entfachte er ein furioses
trachter grosser Plakat- Strohfeuer. Die Leute genos-
wände erfährt nur, sen die kostenlosen Happe-
dass es da eine Orga- nings, aber nach dem Spek-
nisation gibt, die Fra- takel war das Interesse spur-
gen stellt und zum Re- los verrauscht. Diesmal wird
den einlädt. Zu der in es nicht anders ausgehen.
grossen Lettern als Doch trotz heftiger Proteste
Blickfang gestellten aus Gemeinden und der
Frage ‹Wie gewinnt Pfarrerschaft denken die
man eigentlich Freun- Verantwortlichen gar nicht
de?› zum Beispiel fällt daran, die Kampagne zu
manchen Zeitgenos- stoppen und wenigstens ei-

10 Mitternachtsruf > November 2002


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nen Teil des Kirchensteuergelds für Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt,
Aufgegriffen


Nützlicheres zu retten. Vergeblich ver- die oben auf einem Berg liegt, kann nicht
suchten wohlmeinende Werbefachleu- verborgen sein. Man zündet auch nicht
te ihnen einzuschärfen, dass sie den eine Lampe an und setzt sie unter den
kirchlichen ‹Markenkern› – Evangeli- Scheffel, sondern auf das Lampengestell, Die «Harvard Business School», eine der
um, Predigt, Seelsorge, Diakonie – her- und sie leuchtet allen, die im Hause ...........................................................................
berühmtesten Wirtschaftsuniversitäten der
ausstellen müssten. Statt des Bekennt- sind. So soll euer Licht leuchten vor den Welt, hat beschlossen, keine Vorlesungen
nisses produziert die Amtskirche unauf- Menschen, damit sie eure guten Werke
über Ethik mehr anzubieten; sie gibt eine
hörlich ihre Flops. Die Kosten trägt der sehen und euren Vater, der in den Him-
Kirchensteuerzahler.» meln ist, verherrlichen» (Mt 5,13-16).
Schenkung von 20 Millionen Dollar für die
Der berühmte Prediger Charles Spur- Finanzierung eines entsprechenden Lehr-
Vollkommen anders verhielten sich geon hat einmal gesagt: «Mir gilt es stuhls zurück.
die Apostel. Sie verkündigten eine Bot- nichts, was andere Leute tun, denken
schaft, in der Jesus Christus die Mitte oder glauben. Ich werde handeln, wie Seit Ende Juli zirkulieren in Afghanistan
war, und sie versuchten, ihre Zuhörer Gott es von mir verlangt. Ich richte mich und Pakistan Kopien eines Briefes, der von
davon zu überzeugen, dass sie ohne Ihn nicht nach dem, was mir meine Mitmen- El-Kaida-Chef Osama bin Laden stammen
verloren sind. Sie verkündigten Umkehr schen zu tun befehlen, nicht nach dem, soll. Graphologen halten die Schrift mit eini-
und Hinwendung zu Jesus. Das Funda- was die Mode verlangt. … Die Wahrheit ger Wahrscheinlichkeit für echt. In dem Brief
ment ihrer Botschaft war die Bibel. Pe- ist Gottes Stern, und ich will ihm fol- heisst es unter anderem, dass die Gläubi-
trus wagte es, der damaligen religiösen gen, wohin er mich auch führt. Wenn gen sich darauf verlassen können, den Fall
Oberschicht die Worte ins Gesicht zu mich dies zu einem einsamen Mann der Vereinigten Staaten mitzuerleben.
schleudern: «… es ist in keinem ande- machte, wenn ich Ansichten vertreten
ren das Heil; denn auch kein anderer müsste, die von keinem anderen geteilt Der amerikanische Präsident George W.
Name (als Jesus Christus) unter dem werden, wenn ich ganz und gar aus dem Bush und seine Ehefrau besuchten während
Himmel ist den Menschen gegeben, in Lager gehen und mich von allen Bekann-
ihres Japanaufenthaltes auch einen Shinto-
dem wir gerettet werden müssen» (Apg ten losreissen müsste – all dies soll so
4,12). Und der Apostel Paulus verkün- unwesentlich für mich sein wie das Stäub- Tempel. Den Gebetsvorschriften folgend
dete den Christen zu Korinth: «… ich lein auf der Waage. Wenn eine Sache klatschten auch die Bushs die Dämonen
nahm mir vor, nichts anderes unter euch wahr ist, so will ich sie glauben, und ich herbei und ehrten sie durch eine tiefe Ver-
zu wissen, als nur Jesus Christus, und will sie vortragen und für ihre Verkündi- neigung. Anschliessend trugen sie ihre Na-
ihn als gekreuzigt» (1.Kor 2,2). Das al- gung leiden. Und wenn eine andere Leh- men in das Anbetungsbuch ein. Offen blieb,
les taten sie sicher nicht zuletzt darum, re Lüge ist, will ich mich nicht damit be- ob sie dieser Zeremonie gewollt oder unge-
weil sie um die Mahnung des Herrn freunden, nein, nicht einen einzigen wollt beiwohnten. Doch christliche Missio-
wussten: «Ihr seid das Salz der Erde; Augenblick. Ich will nicht mit der Falsch- nare und Pastoren in Japan und Korea wa-
wenn aber das Salz fade geworden ist, heit leben, nein, nicht eine Stunde. Wenn ren über diese öffentliche Götzenverehrung
womit soll es gesalzen werden? Es taugt ein Weg recht und wahr ist – solange Je-
durch einen prominenten Christen entsetzt
zu nichts mehr, als hinausgeworfen und sus mich führt, will ich ihm durch Flu-
von den Menschen zertreten zu werden. ten und Flammen folgen.» ■ N.L. und schrieben einen Protestbrief an das
Weisse Haus, der aber unbeantwortet blieb.

John Ashcroft, Justizminister der USA,


sagte: «Der Islam ist eine Religion mit ei-

Das böse Spiel der nem Gott, der von dir verlangt, dass dein
Sohn für ihn stirbt. Christentum ist ein Glau-
be an einen Gott, der aus Liebe zu dir sei-
Evolutionisten nen Sohn gesandt hat, damit Er für dich
stirbt. Das kann doch nicht der gleiche Gott
sein.»
Manche Evolutionisten treiben ein böses Spiel, nur um vehement an ihrer
Theorie von einer Erschaffung der Welt ohne einen Schöpfer festzuhalten. In Dänemark kam es in letzter Zeit zu
Hier ein Beispiel. erstaunlich vielen Taufen von Muslimen, die
zum christlichen Glauben übergetreten sind.
n der «Neuen Zürcher Zeitung» (Nr. neue Offensive zur Beeinflussung des
Besonders die Freikirchen verzeichnen einen

I 192, 21.8.2002, S. 7) war zu lesen:


«Selbstbewusste Kreationisten in
den USA. Erfolge für religiöse Fun-
Schulsystems gestartet. Sie stossen dabei
auch an höchsten Stellen auf Sympathie.
Im Sommer 2003 soll in Florence im
starken Andrang taufwilliger, ehemaliger
Muslime.

Die ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher


damentalisten. In den USA sehen sich amerikanischen Gliedstaat Kentucky ein
die Kreationisten inmitten eines ‹Kul- Museum eröffnet werden, in dem die Kirchen) beteiligt sich verstärkt am «Dialog
turkrieges›. Die Vorkämpfer für eine fast Geschichte der Erde und der sie bewoh- der Religionen». So trafen sich Anfang Mai
wörtliche Auslegung der Schöpfungsge- nenden Lebewesen mit einer Vielzahl Vertreter des Zentralrats der Juden, des Is-
schichte und vehementen Streiter gegen von Exponaten vom Modell eines DNA- lamrates, des Zentralrates der Muslime, der

Darwins Evolutionslehre haben eine Moleküls bis zum Skelett eines Dinosau-

Mitternachtsruf > November 2002 11


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▲ Deutschen Buddhistischen Union und des Im Blickfeld
geistlichen Rates der Bahai zu einer Tagung
mit dem Titel «Orientierungsgespräch der
Religionen zur Umweltpolitik unter besonde- riers erzählt wird. Eine für europäische in der technologisch fortgeschrittensten
rer Berücksichtigung der Klimafrage». Unter Ohren allerdings etwas ungewöhnliche Nation der Erde zu Beginn des 21. Jahr-
anderem diskutierten die Religionsvertreter Geschichte: Die Erde wurde vor ziem- hunderts religiöse Fundamentalisten das
über die Notwendigkeit eines ökologischen lich genau 6 000 Jahren erschaffen, Men- Rad der Erkenntnis auf den Stand des
Weltethos. Als Vertreterin der ACK nahm de- schen und Tyrannosaurier lebten späten Mittelalters zurückdrehen wol-
zunächst einträchtig im Garten Eden, und len, als skurrile Besonderheit einer an
ren Geschäftsführerin, Pfarrerin Barbara Ru-
alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und Exzentrikern nicht gerade armen Gesell-
dolph, teil. In die ACK sind Katholiken, Evan- Hypothesen über die Entstehung des Le- schaft abtun. Doch der Feldzug gegen
gelische sowie Baptisten, Methodisten, die bens vor rund 4 Milliarden Jahren, die die Evolution ist von zutiefst politischer
Heilsarmee und die Herrnhuter Brüderge- Herrschaft der Riesenechsen über diesen Natur. Es findet längst, so warnen Ver-
meinde als Mitgliedskirchen eingebunden. Planeten vor rund 200 Millionen Jahren treter der so genannten etablierten Wis-
und die allmähliche Wandlung früher senschaft, ein Kampf um die Herzen und
Rund 200 Mitglieder der Terrorgruppe El- Hominiden zum heutigen Menschen im den Verstand der jungen Generation
Kaida haben sich mit Zustimmung Syriens Verlauf der letzten ein bis zwei Millio- statt. Und in der Tat scheint die Taliba-
im Libanon festgesetzt. Die Gruppe soll von nen Jahre sind gefährlicher Unsinn. «Dies nisierung des Biologie- und Wissen-
Afghanistan über Damaskus und den Iran ist», so Museumsgründer Ken Ham, «ein schaftsunterrichts in Amerika zumindest
direkt in den Libanon eingereist sein. Kulturkrieg, der immer heisser wird. Die regional Erfolge aufzuweisen. In Kansas
müssen wissen: Wir kommen.» ist seit drei Jahren in der Schule über
Unter dem Eindruck eines grausamen Kreationismus mindestens genauso ein-
Mordes an zwei Kindern hat sich ein briti- «Intelligentes Design». Unter ‹die› gehend zu unterrichten wie über die
sches Ehepaar entschlossen, ihrer Tochter verstehen Ham und Gleichgesinnte die weltweit akzeptierte Evolutionstheorie.
aus Sicherheitsgründen einen Chip unter die etablierte Wissenschaft und hier vor al- In Ohio wird im Dezember eine Ent-
lem die Anhänger scheidung des für
Haut zu pflanzen.
der von Charles Erziehungsfragen
Die USA, Russland, die UNO und die EU Darwin vor genau
143 Jahren verkün-
Solange die Wissen- zuständigen Board
of Education da-
streben die Bildung eines provisorischen
deten Evolutions- schaft die «Nicht- rüber erwartet, ob
Staates Palästina im Jahr 2003 an. Bis 2005
sollen Israel und Palästina als zwei souverä-
theorie; wir – das
sind die Verfechter
Existenz» Gottes die Lehre vom ‹in-
telligenten Design›
ne Staaten existieren. Auf diesen Fahrplan des Kreationismus. nicht beweisen kann, in den Unterrichts-
haben sich die Mitglieder des «Nahost-Quar- Diese in der westli- muss sie mit der plänen verbindlich
tetts» Mitte September geeinigt. chen Welt ziemlich verankert werden
einmalige Verqui- Existenz des Schöp- soll.
EU-Parlamentarier wollen Abtreibungen ckung von Religion fers rechnen, ob ihr (…) Die ‹Was-
europaweit generell erlauben. Auch die «Pil- und Wissenschaft hington Post› re-
le danach» solle es ohne Formalitäten zu er- hat sich ein Welt- das gefällt oder nicht cherchierte jüngst
schwinglichen Preisen geben, forderten die bild erschaffen, das den Einfluss von
sozialistischen Abgeordneten der EU. auf der Lehre vom Kreationisten und
‹intelligenten Design› basiert – dem Cre- anderen christlichen Fundamentalisten
Israel schliesst einen atomaren Vergel- do, dass die Wunder der Natur zu viel- in der amerikanischen UNO-Delegation
tungsschlag gegen den Irak nicht aus. Falls gestaltig sind, als dass sie nach dem Zu- und die merkwürdige Tatsache, dass die-
Israel von Bagdad aus mit atomaren, che- fallsprinzip (oder aufgrund von Selekti- se unter dem Einfluss solcher Experten
on und Mutation) entstanden sein könn- in manchen Fragen wie zum Beispiel der
mischen oder biologischen Waffen angegrif-
ten. Vielmehr wird ein göttlicher Plan globalen Bevölkerungspolitik längst den
fen werde, könne die Vergeltung den Irak «von gesehen und die Bibel wörtlich genom- Schulterschluss mit islamisch-konserva-
der Landkarte auslöschen», so die Tageszei- men, vom binnen sechs Tagen vollbrach- tiven Staaten wie Syrien, dem Irak und
tung «Haaretz». ten Schöpfungsakt bis zur realen Exis- vor allem dem Iran suchen. Es sind dies
tenz der Arche Noah. Diese wird dem Länder, die von der amerikanischen Re-
Die Regierung des Teilstaates Kano (Ni- staunenden (und gläubigen) Publikum gierung teilweise zur ‹Achse des Bösen›
geria) hat 24 christliche Schulen geschlos- im Creation Museum & Family Discove- gerechnet werden, in denen indes die
sen, weil diese sich weigerten, das Fach «is- ry Center vor den Toren Cincinnatis ab ‹family values› (und damit die Ableh-
lamische Studien» in ihren Lehrplan aufzu- kommenden Sommer ebenso präsentiert nung von Abtreibung, Homosexualität
nehmen. wie andere Beweise für göttliches Wir- und möglichst auch der Gleichberechti-
ken bei der Entstehung der diversen Spe- gung der Frau) fundamentalistischer
Nach einem Beschluss der SPD-Landes- zies. Das mit 14 Millionen Dollar zu er- Christen scheinbar geteilt werden.
regierung soll in einem Schulversuch ab dem schaffende Museum wird eine Hochburg
nächsten Jahr in niedersächsischen Schu- des Kreationismus sein. Eine Frage der Schulbildung. Wis-
len der Islamunterricht eingeführt werden. Aus europäischer Perspektive könn- senschaftliche Daten über jahrmillionen-
te man die Tatsache, dass ausgerechnet alte Vorfahren des Menschen und Bele-

12 Mitternachtsruf > November 2002


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ge für nach wie vor stattfindende Evolu- Im erwähnten Zeitungsbericht wer- fang war das Uratom oder das ‹kosmi-
tionen, die entweder im Labor (an Zel- den in arrogantester Art und Weise Men- sche Ei›. Da dieses Ei eine unvorstellba-
len, Pflanzen oder Fruchtfliegen) nach- schen, die an die Bibel glauben, mit der re Menge zusammengeballter Energie
gewiesen oder in der Natur beobachtet «Achse des Bösen», dem fundamenta- enthielt, explodierte es bereits kurz nach
wurden, sind dem Kreationisten pein- len Islam, mit dem «gefährlichen Irak» seiner Entstehung, und mit diesem ‹Big
lich oder werden belächelt. Im Creati- und der islamischen Frauenfeindlichkeit Bang› (grosser Knall) begann die Ge-
on Museum wird davon nichts zu sehen verglichen. Sie werden als dumm bzw. schichte unseres Weltalls.
sein. Die Kreationisten suchen Nun hat diese Geschichte
weniger die Auseinandersetzung natürlich einen Haken: Zum
mit der Evolutionstheorie und einen erklärt sie nicht, wie
ihren erdrückenden Beweisen nun das ‹kosmische Ei› ent-
als eher die Indoktrination einer standen ist, zum anderen er-
Bevölkerung, die umso empfäng- innert sie sehr stark an die my-
licher für ihre Botschaft ist, je ge- thologischen Ideen der alten
ringer die Schulbildung ist: Laut Ägypter, wo ja auch von einem
einer Umfrage sinkt die Akzep- Ur-Ei die Rede ist, und letztlich
tanz der These, dass die Mensch- fällt einem die Vorstellung sehr
heit dank göttlicher Schöpfung schwer, dass aus einer solchen
binnen der letzten 10 000 Jahre zerstörerischen Kraft wie der
entstand, mit wachsendem Bil- einer Explosion eine völlige
dungsstand. Die eher simpleren Ordnung entstehen kann, wie
Gemüter versuchen Kreationis- sie das Weltall nun einmal hat.
ten mit Radioprogrammen zu er- Und das soll nun eine rationa-
reichen, die von meist ‹christ- Viele Wissenschaftler bezeugen mittlerweile, dass die Schöpfung durch le und wissenschaftliche Be-
lich› ausgerichteten Sendern aus- eine intelligente Instanz entstanden sein muss gründung der Entstehung des
gestrahlt werden, und mit einer Weltalls sein, diese stark my-
Fülle von Publikationen. als «simple Gemüter» mit «niedriger thologisch geprägte und deshalb völlig
In wissenschaftlich anerkannten Zeit- Schulbildung» dargestellt, wobei man unsinnige Theorie, die sich einen wis-
schriften hingegen ist bisher nicht eine sich ernstlich fragen muss, woher denn senschaftlichen Mantel überstülpt, da-
einzige Studie erschienen, mit denen wohl das Wissen all der Wissenschaft- mit sie ‹intelligent› aussieht! Das gröss-
auch noch so bescheidene Indizien für ler, Professoren, Doktoren, Physiker und te Problem dieser Theorie ist nämlich,
die These vom ‹Intelligent Design› re- Archäologen kommt, die an die Schöp- dass sämtliche ‹Beweise› für den Urknall
produzierbar untermauert würden. Jede fung glauben und dafür überzeugende durch eben diesen zerstört werden!»
Alternative zur Evolutionstheorie, so Argumente liefern? Für mich scheint es Es ist tatsächlich genau umgekehrt:
formulierte es der Molekularbiologe eher umgekehrt zu sein: Der überzeug- Nicht die Kreationisten, sondern viel-
Mark W. Silby von der Tufts University te Evolutionist hält an einer überliefer- mehr die Evolutionisten haben sich ein
in Boston, muss sich den Methoden der ten These fest, die eine Theorie ist, weil Weltbild geschaffen. Die Lehre von der
Wissenschaft unterziehen und auf nach- sie nicht bewiesen werden kann, nur um Schöpfung ist viel älter und wird uns von
weisbaren oder widerlegbaren Hypothe- nicht an die Schöpfung und damit an Dem überliefert, der die Bibel inspiriert
sen basieren. Die einzige Art, auf die einen Gott glauben zu müssen, vor Dem hat.
Kreationismus im Schulwesen benutzt man einmal Rechenschaft ablegen muss. Man dreht durch den Schöpfungsglau-
werden kann, ist möglicherweise, ihn Der Kreationist hat beides geprüft und ben das Rad der Erkenntnis auch nicht
als ein Musterbeispiel dafür darzustel- kommt zum Schluss, dass die Schöp- zurück, sondern bringt es vielmehr auf
len, wie mit Wissenschaft nicht umge- fungslehre glaubwürdiger ist. den neusten Stand. Dass das antichrist-
gangen werden darf.» Gian Luca Carigiet bringt die Sache liche und in mancher Hinsicht noch hin-
auf den Punkt, wenn er in seinem Buch ter dem Mond lebende Europa dazu
Man kann es sich für Europa nur wün- «Von Ewigkeit
schen, dass nach dem Vorbild Amerikas zu Ewigkeit» Millionen ahnungslose Kinder werden in den Schulen durch die Evolutionstheo-
in den Schulen die Lehre von der Schöp- schreibt: rie auf einen falschen, antigöttlichen Weg geführt
fung häufiger aufgegriffen wird. «Der letzte
Es ist absolut keine feine Art, die Ar- Versuch der mo-
beit der Kreationisten als «Talibanisie- dernen Wissen-
rung» zu beschreiben. Denn damit wird schaft, die Ent-
dem Leser ein «christlich-terroristischer stehung des
Fundamentalismus» suggeriert, vor dem Weltalls zu erklä-
gewarnt werden muss und vor dem je- ren, ist die so ge-
der Leser sofort zurückschrecken soll. nannte ‹Urknall
Dabei hat der Kreationismus viel besse- Theorie›, ‹Big
re und ernster zu nehmende Argumen- Bang› genannt.
te als der Evolutionismus. Nur macht Vereinfacht aus-
sich kaum jemand in unseren Breiten- gedrückt, lief die-
graden die Mühe, sich damit ernsthaft ses Ereignis wie
auseinander zu setzen. folgt ab: Am An-

Mitternachtsruf > November 2002 13


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gibt. Darauf habe er geantwortet: «Ich
Im Blickfeld würde warten, bis die Wissenschaft ih-
ren Fehler gefunden hat.» Von jemand
anderem stammt der Satz: «Wenn der
nicht fähig ist und wieder einmal dafür vor. Im Gegenteil, die «Beweise», Mensch eine Weiterentwicklung des
hinterherhinkt, soll uns nicht überra- die der Evolutionist Haeckel vorzulegen Affen ist, warum gibt es dann noch Af-
schen. versuchte, werden heute als unwissen- fen?»
Über den Evolutionismus sollte man schaftliche Fälschungen angesehen. Die Kreationisten glauben an bibli-
Folgendes bedenken: Trotzdem stehen sie noch in vielen Bio- sche Worte wie:
1. Diese Theorie ist keine Wissen- logie-Lehrbüchern(!). «Im Anfang schuf Gott die Himmel
schaft im eigentlichen Sinn, sondern 6. Im Gegensatz dazu ist es aber eine und die Erde» (1.Mo 1,1).
eine Lebensphiloso- «Im Anfang war das Wort, und das
phie. Im Grunde ist Wort war bei Gott, und das Wort war
der Evolutionismus Die Evolutionstheorie ist keine Wissen- Gott. Dieses war im Anfang bei Gott.
eine Religion, weil Alles wurde durch dasselbe, und ohne
dafür Glaube not-
schaft im eigentlichen Sinn, sondern dasselbe wurde auch nicht eines, das
wendig ist, denn eine Lebensphilosophie geworden ist» (Joh 1,1-3).
trotz aller Versuche «Denn in ihm ist alles in den Him-
kann er bis heute meln und auf der Erde geschaffen wor-
nicht bewiesen werden. Ist es nicht viel Tatsache, dass weder Materie noch den, das Sichtbare und das Unsichtba-
leichter, an einen Schöpfer zu glauben, Energie aus dem Nichts entstehen kön- re, es seien Throne oder Herrschaften
als an die Erschaffung des Universums nen, es sei denn, man geht von einer oder Gewalten oder Mächte: alles ist
durch einen Urknall? Schöpfung aus. Man weiss, dass ohne durch ihn und zu ihm hin geschaffen;
2. Die Evolution konnte erst in Folge Information nichts in Gang gesetzt wer- und er ist vor allem, und alles besteht
der Aufklärung und des Rationalismus, den kann; wo aber kommt die Informa- durch ihn» (Kol 1,16-17).
als man sich radikal vom Glauben an Gott tion her, wenn nicht von Gott? «Nachdem Gott vielfältig und auf vie-
löste, so richtig Fuss fassen. Gottlose Phi- 7. Es gibt heute eine neue Strömung lerlei Weise ehemals zu den Vätern ge-
losophen wie René Descartes und Vol- in der Wissenschaft, IDT (Intelligent De- redet hat in den Propheten, hat er am
taire bereiteten den Boden für die Saat sign Theory) genannt, die davon aus- Ende dieser Tage zu uns geredet im
Darwins. Darauf baute später Nietzsche geht, dass die beobachtbare Planmässig- Sohn, den er zum Erben aller Dinge ein-
seine Hasstiraden gegen das Christentum keit in der Schöpfung nur durch gesetzt hat, durch den er auch die
auf, indem er behauptete, alles Unwerte
und Schwache müsse ausgerottet werden
und nur das Starke und Edle dürfe über-
leben. Den Nationsozialisten kam diese
Philosophie gerade recht, und sie setz-
ten sie in ihrer Schreckensherrschaft auf
grausame Weise in die Tat um.
3. Darum ist die Evolution keine harm-
lose Theorie, sondern etwas Gefährliches
und Teuflisches, um die Menschheit in
die Irre zu führen. Sie bringt Millionen
ahnungslose Kinder und Jugendliche auf
einen falschen, antigöttlichen Weg. Des-
halb warnt der Herr Jesus eindringlich:
«Wenn aber jemand einem dieser Klei-
nen, die an mich glauben, Anlass zur
Sünde gibt, für den wäre es besser, dass Wenn der Mensch eine Weiterentwicklung des Affen ist, warum gibt es dann noch Affen?
ein Mühlstein an seinen Hals gehängt
und er in die Tiefe des Meeres versenkt eine intelligente Instanz entstanden sein Welten gemacht hat; er, der Ausstrah-
würde. Wehe der Welt der Verführungen kann. lung seiner Herrlichkeit und Abdruck
wegen! Denn es ist notwendig, dass Ver- 8. Bis heute wurden die Aussagen der seines Wesens ist und alle Dinge durch
führungen kommen. Doch wehe dem Bibel immer nur bestätigt, aber niemals das Wort seiner Macht trägt, hat sich zur
Menschen, durch den die Verführung wiederlegt. Rechten der Majestät in der Höhe ge-
kommt!» (Mt 18,6-7). 9. Solange die Wissenschaft die setzt, nachdem er die Reinigung von den
4. Die Evolution ist die einzige Alter- «Nicht-Existenz» Gottes nicht beweisen Sünden bewirkt hat» (Hebr 1,1-3).
native zur Schöpfungslehre; sie kommt kann, muss sie mit der Existenz des «Durch Glauben verstehen wir, dass
ohne einen persönlichen Gott aus, vor Schöpfers rechnen, ob ihr das gefällt die Welten durch Gottes Wort bereitet
dem man sich verantworten müsste. oder nicht. worden sind, so dass das Sichtbare nicht
5. Zu behaupten, die Evolution sei Ein gläubiger Gelehrter soll einmal aus Erscheinendem geworden ist» (Hebr
eine bewiesene Tatsache, ist nicht nur gefragt worden sein, was er denn tun 11,3).
unredlich, sondern schlichtweg gelogen. würde, wenn die Wissenschaft plötzlich Wer es fassen will, der fasse es!
Bis heute liegt kein handfester Beweis beweisen könnte, dass es keinen Gott ■ N.L.

14 Mitternachtsruf > November 2002


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Anfechtungen

Der
geheimnis-
volle
Kampf, der
zum Licht
führt
Anfechtungen, die wir durchzustehen
haben, sind nicht immer dämonischen
Ursprungs. Wir geben viel zu oft Satan die Schuld und merken gar nicht, dass Gott
dabei ist, uns in das Bild Seines Sohnes umzugestalten.
■ WIM MALGO (1922–1992) nicht, du segnest mich denn! Da fragte Wenn wir von Kampf reden, müssen
er ihn: Wie heissest du? Er antwortete: wir unterscheiden, was die Bibel darüber
er geheimnisvolle Kampf, den Jakob! Da sprach er: Du sollst nicht mehr sagt und was für Erfahrungen wir ge-

D Jakob auszufechten hatte, will


uns da ein Licht auf unserem
Glaubensweg sein: «Jakob
aber blieb allein zurück. Da
rang ein Mann mit ihm, bis die Morgen-
röte anbrach. Und da dieser sah, dass
er ihn nicht übermochte, schlug er ihn
Jakob heissen, sondern Israel; denn du
hast mit Gott und Menschen gekämpft
und hast gewonnen! Jakob aber bat und
sprach: Tue mir doch deinen Namen
kund! Er aber antwortete: Warum fragst
du nach meinem Namen? Und er seg-
nete ihn daselbst. Jakob aber nannte den
macht haben. Unsere Glaubenserfahrun-
gen sollten immer mit dem Wort Gottes
übereinstimmen.
Kinder Gottes stehen in einem drei-
fachen Kampf:

auf das Hüftgelenk, so dass Jakobs Hüft- Ort Pniel; denn er sprach: Ich habe Gott
1. Der Kampf des Glaubens
gelenk verrenkt ward über dem Ringen von Angesicht zu Angesicht gesehen, Dieser Kampf richtet sich gegen die
mit ihm. Und der Mann sprach: Lass und meine Seele ist gerettet worden! Feindesmächte, wider einen besiegten
mich gehen; denn die Morgenröte bricht Und die Sonne ging ihm auf, als er an Feind. Paulus fordert seinen geistlichen
an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich Pniel vorüberzog …» (1.Mo 32,24-31). Sohn Timotheus auf: «Kämpfe den gu-

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Gott der Herr bringt dies auch durch
Anfechtungen Seine Propheten klar zum Ausdruck.
Einerseits spricht Er durch Jesaja pro-
phetisch von Jesus Christus: «Siehe, das
ten Kampf des Glaubens» (1.Tim. 6,12). tig, dass der Herr selber in Engelsgestalt ist mein Knecht – ich erhalte ihn – und
Das Geheimnis, siegreich aus diesem mit Jakob rang? Das war ja etwas ganz mein Auserwählter, an dem meine See-
Glaubenskampf hervorzugehen, besteht Ausserordentliches, dass Gott eine gan- le Wohlgefallen hat. Ich habe ihm mei-
seltsamerweise darin, dass wir als Wie- ze Nacht lang mit einem Mann kämpf- nen Geist gegeben; er wird das Recht
dergeborene nicht mehr zu kämpfen te. Doch die Frage bleibt: War dieser unter die Heiden bringen» (Jes 42,1).
haben. Ja, Sie haben richtig gelesen: Kampf wirklich vonnöten? Hätte Gott Andererseits aber redet Gott der Herr
Unser Kampf ist, dass wir nicht mehr dem Jakob nicht einfach durchs Wort, auch von Israel bzw. Jakob als von Sei-
kämpfen müssen! Der gute Kampf des indem Er ihm einen Propheten geschickt nem Knecht: «Du aber, Israel, mein
Glaubens wird ständig gewonnen, wenn hätte, begegnen und ihn so segnen kön- Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du
wir in Jesus Christus bleiben und uns nen? Um dies näher zu beleuchten, stel- Samen Abrahams, meines Geliebten; der
unbeirrbar, durch alle Anfechtungen hin- len wir uns eine neutestamentliche Ge- ich dich gestärkt habe von der Welt En-
durch, an Seinem vollbrachten Sieg über genfrage: Warum musste der völlig un- den her und habe dich berufen von ih-
Sünde, Tod und Teufel festhalten! So bekannte und unbedeutende Zimmer- ren Grenzen und sprach zu dir: Du sollst
kann uns der Feind nichts mehr anha- mann Josef nach Ägypten fliehen? Weil mein Knecht sein; denn ich erwähle dich
ben. der damalige König Herodes sein direk- und verwerfe dich nicht» (Jes 41,8-9).
ter Feind geworden war. Aber weshalb Hier sieht man die untrennbare Einheit
hatte denn Herodes auf einmal solch ein des eingeborenen Sohnes, Jesus Chris-
2. Der Kampf in uns Interesse an diesem unscheinbaren, tus, mit dem erstgeborenen Sohn, Isra-
Von diesem zweiten Kampf lesen wir harmlosen Zimmermann? Weil Jesus in el (2.Mo 4,22). Und da beginnen wir in
im Galaterbrief: «Denn das Fleisch ge- Josefs Leben gekommen war. Wäre näm- Umrissen zu erkennen, weshalb Gott
lüstet wider den Geist, und den Geist lich Jesus nicht durch Maria in Josefs damals selber mit Jakob rang, bis die
wider das Fleisch; dieselben sind Leben getreten, hätte Herodes nicht das Morgenröte anbrach. Es ging um das
widereinander, dass ihr nicht tut, was geringste Interesse an ihm gehabt. Jetzt Einswerden Gottes mit Jakob bzw. Isra-
ihr wollt» (Gal 5,17). Als Wiedergebo- aber musste er um Jesu willen nach el. Als Jakob sich mit dem Schrei «Ich
rene wissen wir um die widerstreiten- Ägypten fliehen. lasse dich nicht, du segnest mich denn»
den Mächte in uns. Es ist dies, solange Jakob nun war Träger allergrösster am Herrn festhielt, da stand nichts mehr
wir auf Erden sind, ein ständiger Kampf Verheissungen, denn aus seiner Nach- zwischen diesen beiden so ungleichen
des «alten» gegen den «neuen» Men- kommenschaft sollte der Messias kom- Kämpfern; sie waren eins geworden.
schen. Aber Christus in uns ist die Ga- men. Und wenn wir bedenken, wie sehr
rantie des Sieges in diesem Kampf. in der Schrift Jakob bzw. Israel mit Jesus Was der Herr segnet, ist ewiglich
Christus identifiziert wird, dann begin-
nen wir zu ahnen, weshalb Gott der Herr
gesegnet
3. Der Kampf des Herrn mit uns in jener Pniel-Nacht mit Jakob zu rin- Im Ringen mit Jakob hat Gott
Da dieser dritte, geheimnisvolle gen hatte. In Römer 11,16 lesen wir zum gleichsam Sein Ziel mit ihm erreicht,
Kampf auf einer ganz anderen Ebene nämlich die Verwandlung
liegt, wird er von den Kindern Gottes seines Wesens durch die
vielfach nicht erkannt. Es geht dabei um errungene Wesenseinheit.
den Kampf des Herrn mit uns, den Er Das lehrt uns auch das Neue
durch Seinen Geist in uns führt. Wes- Testament: «Wer aber dem
halb wissen nur wenige Gläubige um Herrn anhangt, der ist ein
dieses Gefecht des Herrn mit uns? Weil Geist mit ihm» (1.Kor 6,17).
sie es wie gewisse Bibelausleger machen, Durch diesen mysteriösen
die das heilige Ringen des Herrn in uns nächtlichen Kampf war im
mit dem Kampf des Feindes gegen uns Zusammenbruch von Ja-
verwechseln. So gibt es Schriftausleger, kobs eigener Kraft sein
die zum Beispiel sagen, dass es sich bei Geist eins mit dem Geist
dem Mann, der mit Jakob rang, um eine des Herrn geworden. Das
dämonische Macht gehandelt habe – war ja notwendig, denn Je-
doch war es der Herr. Aber es ist bis auf sus Christus sollte durch Is-
den heutigen Tag so, dass viele Gottes- Neugeborene Kinder sehen einander alle irgendwie ähnlich. Aber je rael offenbar werden.
kinder nicht merken, dass es der Herr mehr sie wachsen, desto mehr unterscheiden sie sich voneinander Jakob hat in diesem ge-
ist, der da mit ihnen kämpft. heimnisvollen Kampf auf
Beispiel über den edlen Ölbaum: nichts anderes mehr vertraut als nur auf
Die Notwendigkeit dieses «… wenn die Wurzel heilig ist, so sind den Herrn allein. Und da hat das grosse,
auch die Zweige heilig.» Da die Wurzel einmalige Geschehen stattgefunden,
geheimnisvollen Kampfes dieses edlen Ölbaumes einerseits Jesus dass Jakob den neuen Namen erhielt und
Manch ein Bibelleser wird sich bei Christus, andererseits aber auch Israel der Herr ihn segnete: «Du sollst nicht
der Betrachtung von 1. Mose 32,24ff. ist, erkennen wir, wie sehr Israel bzw. mehr Jakob heissen, sondern Israel;
gefragt haben: Warum war es denn nö- Jakob mit seinem Messias verbunden ist. denn du hast mit Gott und mit Men-

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schen gekämpft und hast gewonnen. … ging es bei Jakob, und darum geht es schen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes
Und er segnete ihn daselbst» (1.Mo auch bei Ihnen und bei mir. schuf Er ihn» (1.Mo 1,27). Dazu hat Gott
32,29-30). Da wurde der Name «Isra- Gottes Ziel ist es, dass Christus durch im tiefsten Sinn Jesus gesandt, nämlich
el» geboren, und Jakob bekam den gros- Seinen Heiligen Geist in Ihnen Gestalt zur Wiederherstellung, nicht «nur» zur
sen Segen, den Geist Jesu Christi. Denn gewinne! Doch ich habe oft den Ein- Erlösung. Das ist das Wunder der Um-
von diesem Augenblick an lag die Prä- druck, dass viele meiner Leser sich die- wandlung, das ein bekehrter, ein wie-
gung des Sohnes Gottes für immer auf sem Kampf des Geistes Gottes entzie- dergeborener Mensch, erlebt, sobald er
Israel. Das hat in dem Moment begon- hen. Wenn Sie sich aber dem heiligen Jesus als seinen persönlichen Heiland in
nen, als Jakob vom Herrn gesegnet wur- Kampf, den der Herr mit Ihnen führt, sein Herz aufnimmt: Er bekommt
de. Da teilte Gott dem Jakob Wesen von entziehen, so
Seinem Wesen mit, nämlich vom Geist verfehlen Sie
Seines Sohnes. Und da wurde Israel in unweigerlich
der Person Jakobs das grosse propheti- das herrliche
sche Volk, sind doch aus Jakob alle Kö- Endziel Gottes
nige, Propheten und Priester gekom- mit Ihnen. Der
men, die alle auf den Einen, Jesus Chris- Herr ringt mit
tus, hinwiesen. Das ist die prophetische Ihnen, um Ihr
Perspektive von Jakobs gewaltigem altes Wesen
Kampf und Sieg bei Pniel. ganz zu zerbre-
Doch was hat dieser geheimnisvolle chen, um es in
Kampf uns persönlich zu sagen? Sehr den Tod des
viel, denn auch bei uns geht es, wie bei Kreuzes Jesu zu
Jakob, um das Eins-Werden mit dem führen, um Sie
Herrn. mit Ihm zu ver-
einigen. Wenn
Sie Ihm aber wi-
Gottes Endziel mit Seinen Kindern derstreben,
Der Apostel Paulus, der dem Herrn dann durch-
ein «auserwähltes Rüstzeug» war (Apg kreuzen Sie –
9,15), schrieb den Kolossern von einem bewusst oder
merkwürdigen Kampf, den er auszufech- unbewusst – die
ten habe: «Ich lasse euch aber wissen, eigentliche Erlö-
welch einen Kampf ich habe um euch sungsabsicht
und um die zu Laodizea» (Kol 2,1). Zu Gottes.
welchem Zweck er diesen Kampf um die Was hatte
verschiedenen Gemeinden führte, er- denn Gott der
klärt Paulus in den weiteren Versen: Herr im Sinn,
«… auf dass ihre Herzen ermahnt und als Er Seinen
zusammengefasst werden in der Liebe einzigen Sohn
und zu allem Reichtum des gewissen in den Fluchtod
Verständnisses, zu erkennen das Ge- am Kreuz dahin- «Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach»
heimnis Gottes, des Vaters, und Chris- gab? Wollte Er
ti, in welchem verborgen liegen alle nur, dass wir
Schätze der Weisheit und der Erkennt- nicht verloren gehen? Gewiss: Es ist Macht, ein Kind Gottes zu werden (Joh
nis» (V 2-3). Auch hier haben wir einen wunderbar, dass jeder Mensch, der an 1,12); dann wird er umgewandelt und
geheimnisvollen Kampf vor uns. Am den Herrn Jesus Christus glaubt, geret- verändert sich. Immer mehr stellt sich
konkretesten hat Paulus diesen Kampf tet ist (Apg 16,31). Er hat die Erlösung heraus, wem er gleicht.
wohl in Galater 4,19 beschrieben: «Mei- durch das Blut Jesu, im Glauben an Ihn Neugeborene Kinder sehen einander
ne lieben Kinder, welche ich abermals das ewige Leben (Joh 3,16). Das aber alle irgendwie ähnlich. Aber je mehr sie
mit Ängsten gebäre, bis dass Christus war nicht Gottes letztes Erlösungsziel. wachsen, desto mehr unterscheiden sie
in euch eine Gestalt gewinne!» Wie bei Den Endzweck der Erlösungstat Gottes sich voneinander. Und plötzlich sieht
Pniel, so ging es auch hier um Geburts- sehen wir in Epheser 1,4, wo es heisst: man: Es gleicht ganz der Mama, und je-
wehen. «Wie er uns denn erwählt hat durch nes ist dem Papa äusserst ähnlich. Durch
Schauen wir noch einmal zurück auf denselben (Christus), ehe der Welt das fortschreitende Wachstum reifen sie
jene Nacht bei Pniel: Gott selbst rang Grund gelegt war, dass wir sollten sein zu einer Persönlichkeit heran. So ist es
mit Jakob. Es war ein schweigendes Rin- heilig und unsträflich vor ihm in der Lie- auch nach der Wiedergeburt: Da ringt
gen, das bis zur Morgenröte andauerte, be.» Mit anderen Worten: Gottes letz- der Heilige Geist um das Sichtbarwer-
bis Jakob verwandelt war und der Herr tes Ziel mit Seinen Bluterkauften geht den des Bildes Jesu in und durch uns.
zu ihm sagen konnte: «Du sollst nicht dahin, dass wir wieder so werden sol- Paulus schrieb deswegen an die Korin-
mehr Jakob heissen, sondern Israel» len wie vor dem Sündenfall, dass wir ther: «Ihr seid unser Brief, in unser Herz
(1.Mo 32,29). Da war Jakob dem Sohne wieder zurückverwandelt werden in un- geschrieben, der erkannt und gelesen
Gottes ähnlich geworden. Das aber ist ser ursprüngliches Bild, so wie Er uns wird von allen Menschen; die ihr offen-
das Ringen des Geistes Gottes. Darum geschaffen hat: «Gott schuf den Men- bar geworden seid, dass ihr ein Brief

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Menschen, die Sie täglich durch ihr
Anfechtungen Wesen herausfordern. Aber wenn wir
erkennen, dass es eigentlich alles nur
Werkzeuge des Heiligen Geistes sind –
Christi seid, durch unsern Dienst zube- an Ihnen arbeitet: Er will das Bild Jesu dann werden wir umgewandelt nach
reitet und geschrieben nicht mit Tinte, Christi immer tiefer und unauslöschlich dem Bilde Jesu. Deshalb sollte der Leit-
sondern mit dem Geist des lebendigen in Sie hineinprägen. satz unseres Lebens sein, diejenigen am
Gottes, nicht in steinerne Tafeln, son- Wie lange dauert diese Umgestaltung? zärtlichsten zu lieben, die uns an der
dern in fleischerne Tafeln des Herzens» Solange wir hier auf Erden leben, sind empfindlichsten Stelle treffen!
(2.Kor 3,2-3). wir eine Werkstatt des Heiligen Geistes.
Sehen Sie jetzt einmal auf Ihr eigenes, Unwillkürlich muss ich da an jenen «... das Gelenk der Hüfte Jakobs
persönliches Leben. Die Anzeichen des Schmied denken, der ein kleines Häus- ward über dem Ringen mit Ihm
Kampfes sind doch bei Ihnen genauso chen hatte. Über seiner Wohnungstür
vorhanden wie einst bei Jakob. Ich bin stand auf einem Täfelchen sein Name
verrenkt» (V 26)
überzeugt, dass unter meinen Lesern vie- «Müller» und sein Beruf «Schmied», Der Herr muss uns wie Jakob in aus-
le sind, die eben dieselben Stadien durch- geschrieben. Im Erdgeschoss hatte er sichtslose Situationen führen, damit wir,
laufen wie Jakob bei Pniel. seine Werkstatt, in der er fleissig arbei- unserer völligen Ohnmacht bewusst,
tete, und oben war seine Wohnung. So mächtig werden im Gebet. Denn erst
ist es auch mit uns! Hier auf Erden sind nachdem der Herr die Hüfte Jakobs an-
«Und er blieb allein» (1.Mo 32,25) wir in der Werkstatt des Heiligen Geis- gerührt hatte und er zusammengesackt
Der Herr wirkt in uns und ringt mit tes, oben aber war, entrang
uns. Dann kommen wir in einen Zu- warten himm- sich seinem
stand der inneren Vereinsamung, und lische Woh- Herzen der ge-
wir werden von niemandem mehr ver- nungen auf waltige Gebets-
standen. In diesem Zustand ist es uns uns. ruf: «Ich lasse
nicht möglich, unsere inneren Regun- Nun aber ist dich nicht, du
gen mit jemandem zu besprechen, ja, es eben trau- segnest mich
wir können sie nicht einmal mehr aus- rig, wenn so denn!» (V. 27).
sprechen. Es wird ganz dunkel in uns, viele Kinder Und dieses be-
wie in jener Nacht bei Pniel. So man- Gottes nicht harrliche Fest-
cher von Ihnen mag jetzt durch diese merken, dass halten am
Nacht gehen, und Sie sagen vielleicht: es der Geist Jerusalem – das Zentrum der Welt Herrn bewirk-
«Ich sehe einfach nicht mehr durch! Gottes ist, der te, dass «er ihn
Wenn das so weitergeht, dann wird mir da mit ihnen ringt, um sie zu verwan- daselbst segnete» (vgl. V 30). Jakob war,
niemals mehr ein Licht scheinen!» Das deln, damit sie «verklärt werden in das- wie wir bereits sahen, mit dem Herrn
sind Symptome, dass der Geist Gottes selbe Bild (das Bild Jesu) von einer Klar- eins geworden. Ich wiederhole: Dieses
mit Ihnen ringt. Es kann auch sein, dass heit zu der andern» (2.Kor 3,18). Wenn Hochziel verfolgt Gott auch mit Ihnen,
Sie noch stärkere Anzeichen haben, wo es nicht gerade so geht, wie sie es sich denn Sie sollen Seinem Sohn Jesus Chris-
der Heilige Geist Sie in eine aussichts- vorstellen und sie Gegenwind verspü- tus völlig gleich werden. So steht es in
lose Lage geführt hat, wo Ihnen niemand ren, dann sagen sie sofort: Das ist vom Römer 8,29 geschrieben: «Denn welche
die Hand reicht, um Sie hinauszuführen. Feind! Dabei ist es der liebende Herr, er zuvor ersehen hat, die hat er auch
Und da heisst es plötzlich auch in Ih- der sie in Sein Bild zurückverwandeln verordnet, dass sie gleich sein sollten
rem Leben: und immer fruchtbarer machen will (Joh dem Ebenbilde seines Sohnes …» Des-
15,1-2). halb dieser geheimnisvolle Kampf des
Damit wir es noch besser verstehen, Herrn mit Ihnen, denn Er will Sein vor-
«Da rang ein Mann mit ihm» wollen wir unser Augenmerk auf das gestecktes Ziel auch mit Ihnen errei-
Das ist das Ringen des Geistes, wenn Zentrum der Welt richten, auf Jerusalem. chen. Das ist der Kampf, der Sie zum
Sie weder nach links noch nach rechts Man redet heute viel vom Kampf um Licht führt, wie einst Jakob, von dem
ausweichen können, wenn Sie der Herr Jerusalem. Die ganze Welt ist gegen die- geschrieben steht: «Und Jakob hiess die
selber zur Kapitulation zwingen will, se vom Herrn geliebte Stadt. Aber im Stätte Pniel; denn ich habe Gott von
damit Er Sein Bild in Sie prägen kann. tiefsten Grunde ist es der Kampf des Angesicht gesehen, und meine Seele ist
Ich betrachtete kürzlich Bilder von Aus- Herrn um das Herz Israels, um Jerusa- genesen. Und als er an Pniel vorüber-
grabungen am Rhein. Auf einem der lem, damit Er dort wohnen und von dort kam, ging ihm die Sonne auf» (1.Mo
Fotos fanden sich gebrannte Ziegel aus aus die Welt regieren kann. Auf Ihre 32,31-32). Darum halten Sie sich in al-
der Römerzeit, auf einem anderen sah Lage übertragen: Die äusseren Wider- len Lebenslagen, in jeder Anfechtung
man einen Stempel von römischen Le- wärtigkeiten, unter denen Sie leiden, und Not unbeirrbar an Jesus fest, so
gionen, und auf einem Bild konnte man beweisen, dass der Geist des Herrn in werden Sie immer mehr eins mit Ihm –
deutlich den Fussabdruck eines Kindes Ihnen ringt, damit «Christus in Ihnen bis Sie für ewig in Seinem Licht wan-
erkennen, der all die Jahrtausende hin- eine Gestalt gewinne». Der Geist Got- deln: «… die Stadt bedarf keiner Sonne
durch in dem zuerst weichen und dann tes gebraucht dazu mancherlei Werkzeu- noch des Mondes, dass sie ihr scheinen;
steinharten Lehmboden erhalten blieb. ge: Es können dies Ihre leibliche denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet
Und das wiederum zeigt uns, was der Schwachheit oder persönliche Umstän- sie, und ihre Leuchte ist das Lamm»
Geist will, wenn Er mit Ihnen ringt und de sein oder auch lästige, schwierige (Offb. 21,23). ■

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Aus der Arbeit des Mitternachtsruf
Mitternachtsruf- ten Maschinen-
park auf EUR
Europadruckerei 542 600.–. Die-
sen Betrag kön-
nen wir einerseits
etzt ist es so weit: Im Glauben ha-

J
durch Spenden fi-
ben wir uns entschlossen, für die nanzieren, die
MNR-Europadruckerei in Budapest/ Sie, liebe Freunde
Ungarn einen kompletten Maschinen- des Missionswer-
park anzuschaffen. Lange überlegten wir kes Mitternachts-
uns, ob wir eine Maschine nach der an- ruf, uns für unse-
deren kaufen sollten, aber diese Vorge- re Druckerei
hensweise hätte den Druckereibetrieb überwiesen ha-
sehr schwerfällig und teuer gemacht. ben. An dieser
Wenn zum Beispiel die Druckmaschine Stelle ein herzli-
vorhanden gewesen wäre, aber kein ches Dankeschön
Sammelhefter, dann hätten die Heftar- Die Renovation der Druckereiräume im vollen Gange an Sie! Anderer-
beiten auswärts durchgeführt werden seits rechnen wir
müssen, und das wäre wiederum mit viel Bindemaschine für Klebebindungen, mit grösseren Einsparungen bei den lau-
Aufwand verbunden gewesen. Darum eine komplette Film- und Plattenherstel- fenden Druckkosten. Wir möchten Sie
wagen wir diesen grossen Schritt nach lungsapparatur und verschiedene Klein- dennoch bitten: Helfen Sie uns
dem Motto: alles auf einmal! geräte. weiterhin bei diesem wichtigen Projekt!
Kürzlich war ich in Ungarn und habe In unserer Druckerei in Budapest Jeder Euro und jeder Franken, den wir
dort vor Ort mit unseren Mitarbeitern steht bereits eine grosse Schneidema- anzahlen können, senkt die laufenden
das gesamte Projekt durchgesprochen. schine, so dass zusammen mit den an- Kosten, und dadurch können wir noch
Dann war ich zusammen mit Laszlo deren Maschinen eine komplette Dru- mehr Literatur
Dalnoki, unserem Verantwortlichen für ckerei entstehen kann. Auf diesem Weg drucken.
die ungarische Zweigstelle des Missions- können wir unsere Literatur sehr güns- Schon in
werkes Mitternachtsruf in Budapest, in tig herstellen. Unser Ziel ist, möglichst der Oktober-
Deutschland unterwegs; von dort aus unser gesamtes Druckvolumen nach Bu- Ausgabe
werden die Maschinen angeliefert. Alle dapest zu verlegen. Das ist eine grosse dieser Zeit-
Maschinen konnten wir vor Ort prüfen Herausforderung. Gerade beim Druck schrift habe
und in Funktion sehen. der deutschen Ausgaben der Zeitschrif- ich Ihnen zu-
Im Wesentlichen umfasst das gesam- ten «Mitternachtsruf» und «Nachrich- gerufen:
te Angebot die folgenden gebrauchten ten aus Israel» sind viele andere Fakto- «Jesus
Maschinen: Druckmaschine Heidelber- ren zu berücksichtigen, so unter ande- kommt
ger SM 52-4, Druckmaschine Heidelber- rem der Versand, der von einer Spezial- wieder!»
ger GTO52, Falzautomat, Sammelhefter, firma in der Schweiz durchgeführt wird. Wir ha-
Denn die Sortierung der ben die
Druckmaschine Heidelberger SM 52-4 gesamten Zeitschriften- grosse Last,
auflage ist von der diesen Ruf er-
Schweizer und der schallen zu las-
Deutschen Post genau sen, insbesondere
vorgeschrieben. Die auch durch die Lite- Druckmaschine
Heidelberger GTO52
andere Literatur, die raturarbeit. Allein
in unserem Verlag im deutschsprachi-
Mitternachtsruf er- gen Raum leben 95 Millionen Men-
scheint, wollen wir schen, ganz zu schweigen von den nun
jedoch in unserer ei- offenen Ländern in Osteuropa! Hier liegt
genen Druckerei ein grosses, weites Missionsfeld vor uns.
herstellen. Wie lange werden wir diese vielen Men-
Die Vorgehenswei- schen noch erreichen können? Darum,
se «alles oder nichts» liebe Leser und Leserinnen, danke ich
ist sehr aufwendig. Ihnen von Herzen für Ihre Hilfe, sei es
So belaufen sich die durch Ihre Fürbitte oder durch Ihre Ga-
Kosten für den gesam- ben! ■ JONATHAN MALGO

Mitternachtsruf > November 2002 19


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Fragen – Antworten
Welche Zeit betrifft
Joel 4,1-8?
Frage: Meine Frage betrifft Joel 4,1-8.
Der Prophet Joel bezieht sich in Vers 1
eindeutig auf die Tage und die Zeit, in der
Gott das Geschick Judas und Jerusalems
wenden wird: «Denn siehe, in jenen Tagen
und zur selben Zeit, da ich das Geschick
Judas und Jerusalems wenden werde.»
Gegenstand des von Gott anberaumten
Völkergerichts ist also das Verhalten der
Völker gegenüber dem Volk Israel und
seinem Eigentum. Das schliesst doch alle
Völker sowie Vergangenheit, Gegenwart und
was evtl. noch in der Zukunft geschieht ein,
oder?
Vers 8 ist für mich der interessanteste
Vers. Da sagt der Herr: «… und will nun
eure Söhne und eure Töchter verkaufen in
die Hand der Leute von Juda; die sollen sie
denen in Saba, einem Volk in fernen
Landen, verkaufen; denn der Herr hat’s
geredet.» Nach Vers 4 spricht Gott hier
davon, dass Er selbst die Bewohner von Im Hintergrund die Ebene von Harmagedon, wo die letzte Schlacht stattfinden wird
Tyrus, Sidon und allen Bezirken des
Philisterlandes (Palästinas?) an die Zukunft werfen, weil sie sich dann in vius schreibt zum Beispiel über diese
Bewohner Judas verkaufen wird. Verkauft ähnlicher Art und Weise erfüllen wer- Zeit: «Diejenigen, die unter 17 Jahre alt
wurden doch eigentlich nur Sklaven? Und den. So ist es auch mit Joel 4. waren, wurden öffentlich verkauft. Von
diese Sklaven sollen dann wieder von Zur Zeit Joels war es zum Beispiel eine den Übriggebliebenen wurden einige
Israel an ein Volk in Reicharabien (Saudi- übliche Praxis, über ein Volk das Los zu sogleich hingerichtet und einige zur
Arabien?) «verhandelt» (so übersetzt werfen und Jungen und Mädchen zu Arbeit in den ägyptischen Gruben ver-
Menge) werden. Sieht so die Lösung der verkaufen. Die Philister hatten dies ge- schickt (was schlimmer war als der Tod).
Palästinenserfrage aus? Aber die Frage tan und auch Tyrus und Sidon waren Andere wiederum mussten in grossen
stellt sich doch: Wird hier auf ein Ereignis daran beteiligt. Aber diese Worte gin- römischen Städten an den öffentlichen
gen erst während der Babylonischen Spielen teilnehmen und wurden den
in der Vergangenheit Bezug genommen
Gefangenschaft und darüber hinaus wilden Tieren vorgeworfen.»
oder haben wir es mit Ereignissen zu tun, während der grossen, vom römischen Einerseits erfüllte sich das also zur
die nach dem Völkergericht im Tal Josaphat Heer herbeigeführten Zerstreuung, in Zeit der babylonischen Gefangenschaft,
(= Joschafat) stattfinden? Gibt uns die Erfüllung. Denn nach der Zerstörung andererseits – 600 Jahre später – zur Zeit
Bibel darauf irgendwo eine Antwort? Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. geschah der römischen Gefangenschaft. Doch
genau das, was hier durch den Prophe- wird in diesem Text der Bogen ganz si-
as die Bibelstelle in Joel 4 angeht, ten Joel beschrieben wird. Fast 1,5 Mil- cher noch weiter gespannt, bis hin zur

W so ist es mit vielen alttestament-


lichen Stellen ähnlich: Man muss
versuchen herauszufinden, was sich in
lionen Menschen wurden während die-
ses furchtbaren Krieges in Jerusalem und
im Land Israel umgebracht und mehr als
Endzeit. Denn die Nationen werden von
Gott gerichtet in Bezug auf das, was sie
im Laufe der Jahrhunderte dem jüdi-
der Geschichte bereits erfüllt hat und 100 000 wurden gefangen genommen. schen Volk angetan haben. Gerade heu-
was sich erst in der Zukunft erfüllen Man sagt, dass es damals so viele Skla- te ist man ja wieder dabei, das jüdische
wird. Oftmals ist es aber auch so, dass ven gab, dass sie zu billigen Preisen ver- Land zu teilen. Und gerade heute spie-
Dinge, die sich in der Vergangenheit kauft wurden. So verkaufte man ein len die Palästinenser (bzw. Philistäa)
erfüllten, prophetisches Licht auf die Mädchen für etwas Wein. Josephus Fla- wieder eine grosse Rolle. Ich denke, dass

20 Mitternachtsruf > November 2002


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diese Joelstelle über die letzte Schlacht Dort steht geschrie- ben: «Wer seine Sün-
von Harmagedon spricht, die sich im Tal ben: «Draussen sind de leugnet, dem
Josaphat zuspitzen wird. Das wird auch die Hunde (and. wird’s nicht gelin-
aus Vers 10 deutlich: «Schmiedet eure Übersetzung «Hu- gen; wer sie aber be-
Pflugscharen zu Schwertern und eure rer») und die Zaube- kennt und lässt, der
Winzermesser zu Lanzen! Der Schwa- rer und die Unzüch- wird Barmherzigkeit
che sage: Ich bin ein Held!» In Vers 12 tigen und die Mörder erlangen.» Wer an
heisst es am Schluss: «Denn dort werde und die Götzendie- der Hand des aufer-
ich sitzen, um alle Nationen ringsumher ner und alle, die die standenen Gottes-
zu richten.» Das scheint sich eindeutig Lüge lieben und tun.» sohnes geht, der
auf die moslemischen Staaten rings um Wer diesen Vers auf- wird auch der Sieges-
Israel zu beziehen, und das wird heute merksam liest, der kraft des Auferstan-
immer aktueller. Dass sich das letztlich bekommt auch gleich denen teilhaftig und
auf die Endzeit bezieht, machen auch die Antwort auf Ihre darf ins ewige Leben
die Verse 15-17 deutlich: dass die Son- Frage: «Draussen eingehen!
ne und der Mond verfinstert werden und sind … alle, die die Wenn Sie meinen,
die Sterne ihren Schein verlieren. Das Lüge lieben und tun.» Die Ausübung der Sexualität hat nach der dass jemand, der
ist genau das, was Jesus in Seiner End- Beachten Sie gut: die- Bibel einzig innerhalb der Ehe ihren Platz eine solche «Veranla-
zeitrede in Matthäus 24 und Lukas 21 se Gerichtsworte gel- gung» habe, doch
beschrieben hat, und es ist auch das, was ten allen, die die Erlösung durch Jesus nicht zur Rechenschaft gezogen werden
die Offenbarung beschreibt. Dann heisst Christus ablehnen und an der Sünde könne, dann ist dazu zu sagen, dass a)
es in Vers 16 am Schluss, dass der Herr festhalten! Sie gelten also nicht für die- eine solche Veranlagung bis jetzt wissen-
eine Zuflucht wird für Sein Volk. Das jenigen, die ihre Sünden bekannt und schaftlich nicht eindeutig nachgewiesen
geschieht erst in der allerletzten Zeit. Vergebung erlangt haben und ein Leben werden konnte. Und b): Selbst wenn
Ebenso heisst es, dass sie schliesslich der Heiligung führen. eine gewisse Veranlagung nachgewiesen
erkennen werden, dass Er, der Herr, ihr Paulus kannte auch Menschen, die werden könnte, so wäre doch sehr zu
Gott ist. Jerusalem wird dann heilig sein ursprünglich unter der Gerichtsandro- bedenken, dass nicht nur der Homose-
und Fremde werden es nicht mehr hung Gottes gestanden hatten. Er xuelle, sondern auch viele Heterosexu-
durchziehen. Das alles hat sich bis auf schreibt an die Korinther: «Oder wisst elle einen starken Geschlechtstrieb ha-
den heutigen Tag noch nicht erfüllt. Von ihr nicht, dass die Ungerechten das ben und diesem – sofern sie gottesfürch-
daher ist Joel 4 von höchster Aktualität. Reich Gottes nicht ererben werden? tig sind – nicht einfach freien Lauf las-
■ N.L. Lasst euch nicht irreführen! Weder Un- sen können! Die Ausübung der Sexuali-
züchtige noch Götzendiener, Ehebre- tät hat nach der Heiligen Schrift einzig
cher, Lustknaben, Knabenschänder, Die- und allein innerhalb der Ehe ihren Platz.
be, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder ■ E.V.
Räuber werden das Reich Gottes erer-
ben. Und solche sind einige von euch
Kein Homosexueller gewesen …» (1.Kor 6,9-11). Aber er
kennt auch die wunderbare reinigende
im Himmel? Kraft des Blutes Jesu und weiss, dass die
Betreffenden Busse getan haben, denn
Wer ist gemeint?
er fährt in Vers 11 weiter: «… Aber ihr
Frage: Ich las in der Heiligen Schrift, Frage: Beim Lesen der Bibel stiess ich
seid reingewaschen, ihr seid geheiligt,
dass kein Homosexueller, kein Lügner, kein ihr seid gerecht geworden durch den Na-
auf Lukas 11,31: «Die Königin vom Süden
Unreiner ins Himmelreich eintreten kann. men des Herrn Jesus Christus und durch wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit
Aber wenn jemand homosexuell veranlagt den Geist unseres Gottes.» den Leuten dieses Geschlechts und wird
ist, dann fände ich es ungerecht, wenn er Sie müssen also ganz klar unterschei- sie verdammen; denn sie kam vom Ende
nicht errettet wird. den, ob je- der Welt, zu hören die Weisheit Salomos.
Mehr Fakten zum Thema – mand in Sünde Und siehe, hier ist mehr als Salomo.»
beachten Sie bitte den lebt (welchen
Hinweis in der Mitte dieser
s ist schade, dass Sie die Bibelstelle Namen diese

E nicht zitiert haben, wo geschrieben


steht, dass «kein Homosexueller,
kein Lügner, kein Unreiner ins Himmel-
Zeitschrift
auch haben
mag!) und Got-
tes Gnadenan-
ukas bezieht sich in Kapitel 11 auf
die Königin von Saba, von der in
2. Chronik 9,1 geschrieben steht: L
reich eintreten kann». Haben Sie dabei gebot in Jesus «Und die Königin von Saba hörte von Sa-
an Offenbarung 21,8 gedacht? Dort Christus ab- lomos Ruf. Und sie kam nach Jerusalem,
heisst es: «Die Feigen aber und Ungläu- lehnt oder ob um Salomo mit Rätselfragen zu prüfen,
bigen und Frevler und Mörder und Un- er Jesu Eigen- mit einem sehr zahlreichen Gefolge und
züchtigen und Zauberer und Götzendie- tum ist und der mit Kamelen, die Balsamöle und Gold in
ner und alle Lügner, deren Teil wird in Sünde wider- Menge trugen und Edelsteine. Und sie
dem Pfuhl sein, der mit Feuer und steht. In Sprü- kam zu Salomo und redete mit ihm alles,
Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.» che 28,13 was in ihrem Herzen war.» Saba war ein
Oder vielleicht an Offenbarung 22,15? steht geschrie- südarabischer Staat. ■ E.V.

Mitternachtsruf > November 2002 21


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Dir kann nur Jesus helfen


hste
Die näc erscheint Ein freies Geschenk
Ausgabe 1.2002, mit
am 25.1sem Thema*: Gewaltig und fast unglaublich ist die Aussage der Bibel: «… die Gnadengabe Gottes ist das
u.a. die ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn» (Röm 6,23). Ja, das ewige Leben ist eine Gabe

as Kind, das Gottes, eine Gabe des Schöpfers und Herrn des Weltalls. Es ist eine freie Gabe, so frei wie die Luft,
«D chon
die Sie einatmen, so frei wie das Licht eines wolkenlosen Tages, so frei wie der erquickende Früh-
immer s lingsregen, so frei wie die Liebe Gottes für eine verlorene Welt.

da war»
Eine Gabe, die wirklich frei gegeben wird, muss ohne Bedingung geschenkt werden, unverdient,
ohne irgendwelche Vorbehalte. Das ist es gerade, was die Bibel meint, wenn sie sagt: «Denn aus
alten
nderung vorbeh Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es …damit nie-
*Ä mand sich rühme» (Eph 2,8-9). Und: «… nicht aus Werken der Gerechtigkeit, welche wir getan
hätten, sondern nach Seinem Erbarmen – rettete er uns …» (Tit 3,5).
Es ist furchtbar, dass dieser herrlichen Wahrheit heute fast kein Glauben mehr geschenkt wird!
Irgendwie meinen die Menschen, sie müssten etwas tun, um eine so wunderbare Gabe, ein so
Impressum unendlich grosses Heil, zu verdienen. Sie wollen nicht glauben, dass Gott so gnädig ist, dass Er dem
verlorenen Menschen das ewige Leben einfach schenken will. Viele denken, das ewige Leben werde
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf gleichsam auf monatliche Abzahlung gegeben, etwa so wie man Möbel kaufen kann, und wenn
www.mnr.ch
dann die Zahlungen nicht eingehalten werden, so gehe auch das ewige Leben wieder zurück an
Gründer: Wim Malgo (1922-1992)
Vorstand: Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, Jonathan Malgo Gott. Solche Gedanken sind des grossen Gottes nicht würdig und stimmen auch mit der klaren
Schweiz: Mitternachtsruf, Eichholzstr. 38, 8330 Pfäffikon Lehre der Bibel durchaus nicht überein.
ZH, Tel.: (0041) 01 952 14 14
Deutschland: Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V., Als der Herr Jesus Christus auf der Erde war, redete Er mit einer Samariterin, die in der Sünde
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001 lebte. Er sagte zu ihr: «Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib
Organ: Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist ausserdem
in englischer, französischer, holländischer, italienischer, portugiesi- mir zu trinken, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser» (Joh 4,10).
scher, rumänischer, spanischer, tschechischer und ungarischer Spra-
che erhältlich. Gottes unvergleichliche Gabe ist unabhängig vom Charakter und Verdienst des Menschen, der
Redaktion: (Adresse Schweiz): Tel.: (0041) 01 952 14 16, Gott darum bittet. Diese grosse, unbezahlbare, herrliche Gabe des ewigen Lebens kommt direkt
Fax: (0041) 1 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch, Mitarbeiter: Brigitte
Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke Lieth, Norbert Lieth, aus dem Herzen Gottes. Jeder Versuch, diese angebotene Gabe bezahlen oder verdienen zu wol-
Conno Malgo (Ltg.), Elsbeth Vetsch
Layout: (Adresse Schweiz): E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter: len, zeugt von einer tiefen Unkenntnis ihres Wertes und des gütigen Charakters des Gebers.
Walter Dürr, Daniel Malgo, Jonathan Malgo, Stephan Nabulon, Fredy
Peter Die Gabe des ewigen Lebens, die Ihnen ohne Geld und ohne Preis angeboten wird, erhalten Sie
Seelsorgerliche Fragen: (Adresse Schweiz): Tel.: (0041) 01 952 14 nicht etwa erst nach dem Tode, sondern sie wird Ihnen schon in diesem irdischen Leben gegeben.
08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber, Marcel
Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch, Das ewige Leben ist ein herrliches, wahres Leben. Es ist sehr verschieden von dem Leben des
Verlag, Abonnemente und Administration: (Adressen Schweiz und natürlichen Menschen, so verschieden wie das Leben eines Menschen von dem Leben eines Tieres
Deutschland siehe oben): Tel. Schweiz: 01 952 14 15, Fax Schweiz:
01 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001, Fax Deutschland:
07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 1 952 14 15, Fax alle
ist. Niemand ist ein wahrer Christ, der nicht dieses neue, ewige Leben empfangen hat. «Denn der
anderen Länder: 0041 1 952 14 11, E-Mail: verlag@mnr.ch, Mitarbei- Tod ist der Sünde Sold; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus,
ter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Martina Lang, Thomas Lieth,
Annie Malgo, Elishevah Malgo, Marianne Malgo, Peter Malgo, Wanda unserm Herrn» (Röm 6,23).
Malgo, Susanne Peter, Beatrice Rindlisbacher, Stephan Rindlis-
bacher, Esther Roos Hier erkennen wir die Wahrheit, dass der Mensch ein Sünder ist – denn alle Menschen haben
Israelreisen: (Adresse Schweiz): Tel.: (0041) 01 952 14 18, Fax:
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gegen Gott gesündigt und den Lohn des ewigen Todes verdient. Gott aber hat in Seiner grossen
Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel) Liebe Seinen Sohn gesandt, damit Er an unserer Stelle sterbe. «Gott aber erweist seine Liebe zu
Buchhaltung: (Adresse Schweiz): E-Mail: buchhaltung@mnr.ch, Mit-
arbeiter: Wafa Malgo. Treuhandstelle: HWT, Eichelwiesenstr. 36, 8305 uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wie viel mehr
Dietlikon, Schweiz werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut
Studio: (Adresse Schweiz): E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter:
Govert Roos, Nathanael Winkler gerecht geworden sind!» (Röm 5-8-9).
Alters- und Pflegeheim Zion: Ringwiesenstr. 14, 8600 Dübendorf,
Tel: (0041) 01 821 32 00, Fax: (0041) 01 821 59 61, E-Mail: Wenn Sie nun Ihre Sündhaftigkeit vor dem heiligen Gott einsehen und die Tatsache glauben,
post@altersheim-zion.ch, Heimleitung: Walid und Astrid El Khouri, dass ein anderer für Ihre Sünden gestorben ist, bietet Ihnen Gott jetzt das ewige Leben als eine
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Hotel Beth-Shalom: P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Israel, freie Gabe an. Bevor Sie diese Gabe annehmen, gleicht Ihr Leben dem ewigen Tod. Es ist eine
Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E-Mail:
mail@beth-shalom.co.il, Leitung: Fredi und Beate Winkler hoffnungslose Verschwendung, ein trauriges und vergebliches Suchen nach etwas, das Sie befriedi-
Einzahlungen: Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich, oder
Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152-0472.519,
gen soll.
BC-Nr. 752. Wenn Sie aber im Glauben an den Herrn Jesus Christus diese Gabe annehmen, so haben Sie
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90,
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart, ein frohes, strahlendes und völlig befriedigtes Leben. Alle, welche die Gabe Gotte annehmen, sind
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig Deutschland
e.V., Geschäftsstelle D-79807 Lottstetten «eine neue Kreatur» in Jesus Christus (2.Kor 5,17).
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse Linz,
«Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf» Glauben Sie doch dem Zeugnis Gottes, dass Er «uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses
Druck: GU-Print AG, In der Luberzen 25, 8902 Urdorf, Schweiz Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat,
Abonnementspreis jährlich: Schweiz CHF 18.–, Deutschland
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR 24.–. der hat das Leben nicht» (1.Joh 5,11-12).
Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) und wer-
den automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie nicht ei- Wollen Sie in Ihren Sünden ewig sterben, oder wollen Sie jetzt die grosse freie Gabe Gottes
nen Monat vor Jahresende gekündigt werden. annehmen und ewig leben? ■ W.A.
Zweigstellen-Verzeichnis: www.mnr.ch/weltweit

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