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Inhalt Inhalt 06/2003 06/2003 Biblische Botschaft 4 Was da war, was da ist und was

InhaltInhalt 06/200306/2003

Biblische Botschaft

4

Was da war, was da ist und was da kommt

Im Blickfeld

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Leben wir in den letzten Tagen?

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Feindschaft – der Tod des eigenen Herzens

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Das Buch des Lebens

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Pädophilie – was steht dahinter?

Aus der Arbeit des Mitternachtsruf

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Fremdsprachenausgaben erstmals in eigener Druckerei

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30. Kongress über das prophetische Wort am See Genezareth

Wohin steuert die Ökumene?

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Falsche Brückenbauer

Fragen – Antworten

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Bete ich richtig?

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Müssen wir den Zehnten geben?

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Grusswort

11

Aufgegriffen

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Streiflicht

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Dir kann nur Jesus helfen

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Impressum

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkennt- nis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

GrusswortGrusswort

Grusswort Grusswort Als die Menschheit noch mit einer Sprache redete und man den Turm von Babel
Grusswort Grusswort Als die Menschheit noch mit einer Sprache redete und man den Turm von Babel

Als die Menschheit noch mit einer Sprache redete und man den Turm von Babel zu bauen begann, liess Gott die Sprachverwirrung entstehen. Von Babel aus verbreiteten sich Missver- ständnisse und Uneinigkeit; Verwirrung und Spaltung machten sich breit. Und heute geschieht schattenhaft Ähnliches – wegen Irak, wegen Babylon. Im Vorfeld des Irakkrieges zeichnete sich in der Völkergemeinschaft eine tiefe Zerrissenheit ab. Die Uno, die eigentlich mit einer Stimme sprechen wollte, konnte sich nicht mehr einigen. Europa ist ob der Irakfrage entzweit. Man versucht zwar zu kitten, aber nun liegt man sich auch wegen des Nachkriegs-Irak wieder in den Haaren.Verwirrung und Streit ging aus vom antiken Babylon – Verwirrung und Streit breiten sich vom endzeitlichen Babylon aus. Schon David betet in den Psalmen (55,10): «Mach ihre Zunge uneins, Herr, und lass sie untergehen.» Es ist, als ob Gott hier noch einmal einen Riegel schiebt und sagen will: «So nicht!» Noch einmal lässt Er unter den Nationen Uneinigkeit entstehen. In Psalm 68,31 steht geschrieben:

«Er zerstreut die Völker, die da gerne kriegen.» Auch in Jesaja 30,28 ist davon die Rede, dass es Gott selbst ist, der Zerstreuung unter den Völkern anrichtet. Letztlich wird sich aber die Völkergemeinschaft aufmachen und mit dem Antichristen an der Spitze zur starken Einheit werden. Die Tendenzen in diese Richtung treten immer offensichtli- cher hervor. Der Ruf nach einer Weltregierung, dem einen starken Mann, ertönt immer öfter. Gleichzeitig rückt aber das bevorstehende Ereignis der Entrückung näher und näher. Was Gott unter den Völkern tut, versucht parallel dazu der Widersacher unter den wahren Gläubigen zu bewerkstelligen: Zerstreuung und Spaltung. Es ist, als ob Satan in seinen Handlungen den lebendigen Gott nachahmen will. Er kopiert sozusagen das Handeln Gottes. Derzeit leben wir in einer Welt, in der Licht und Finsternis nebeneinanderher gehen.Wo Gott handelt, wo Gott redet, steht der Satan daneben.Wir finden dies sehr treffend in Hiob 1,6 beschrieben: «Es begab sich aber auf einen Tag, da die Kinder Gottes kamen und vor den Herrn traten, kam der Satan auch unter ihnen.» Etwas Ähnliches finden wir in Sacharja 3,1: «… mir ward gezeigt der Hohepriester Josua, stehend vor dem Engel des Herrn; und der Satan stand zu seiner Rechten …» Lassen Sie uns dessen bewusst sein: Überall da, wo Kinder Gottes, lebendige Christen,sich aufmachen und die Nähe Gottes suchen, um eine Begegnung mit Ihm zu haben, macht sich auch der Widersa- cher auf, um uns womöglich anzutasten, abzulenken, Unfrieden anzurichten, ja um unser Herz gefangen zu nehmen. Jesus warnte diesbezüglich auch Seine Jünger: «Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, dass er euch möchte sichten wie den Weizen» (Lk 22,31). Manchmal gelingt es Satan tatsächlich, die Überhand zu gewinnen. Petrus konfrontierte Ananias mit dieser Tatsache: «Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt …?» (Apg 5,3). Durch den Einfluss des Widersachers werden heute leider viele Christen vom Zeitgeist gefangen genommen. In Gemeinden werden Stimmen laut, wie etwa: «Ja, sollte Gott gesagt haben …?» (1.Mo 3,1). Hat Er es wirklich so eng gemeint? Eine falsch verstandene Toleranz führt zu Spaltungen und Unei- nigkeit – und schon hat Satan einen festen Platz in der Gemeinde gefunden. Paulus greift dieses Problem ebenfalls auf, indem er schreibt: «… lasset nicht Spaltungen unter euch sein, sondern haltet fest aneinander in einem Sinne und in einerlei Meinung» (1.Kor 1,10). Und den Galatern hält er vor: «Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium; so doch kein anderes ist, ausser dass etliche da sind, die euch verwirren …» (Gal 1,6-7). Hat die «Sprach- verwirrung» etwa auch bei uns Raum gewonnen?

verwirren …» (Gal 1,6-7). Hat die «Sprach- verwirrung» etwa auch bei uns Raum gewonnen? In herzlicher

In herzlicher Verbundenheit

verwirren …» (Gal 1,6-7). Hat die «Sprach- verwirrung» etwa auch bei uns Raum gewonnen? In herzlicher
verwirren …» (Gal 1,6-7). Hat die «Sprach- verwirrung» etwa auch bei uns Raum gewonnen? In herzlicher

Mitternachtsruf > Juni 2003

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BiblischeBiblische BotschaftBotschaft

Was da war, was da ist und was da kommt

Das Leben eines Christen gründet sich auf das, was Jesus in der Vergangenheit am Kreuz voll- bracht hat. In der Gegenwart ist es bestimmt durch Wachstum in der Heiligung. Und im Blick auf die Zukunft ist es darauf ausgerichtet, die Wiederkunft Jesu mit brennender Liebe zu er- warten.

Das Wort «erscheinen» nimmt Bezug auf die Erscheinung Gottes im Alten Testa- ment, auf die Schechinah. Im Alten Bund war Gott unnahbar. Wenn Er sich zu er- kennen gab, erschien Er deshalb immer in der Schechinah, der Wolken- oder Feu- ersäule der Herrlichkeit. Zuvor wurde die Stiftshütte und später der Tempel Sa- lomos von ihr erfüllt. Über die Stiftshüt- te lesen wir: «Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlich- keit des Herrn erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in das Zelt der Begegnung hineingehen; denn die Wol- ke hatte sich darauf niedergelassen, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung» (2.Mo 40,34-35). Vom Tem- pel wird Ähnliches berichtet: «… es ge- schah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen, da erfüllte die Wolke das Haus des Herrn; und die Priester konn- ten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn» (1.Kön 8,10-11). Nur einmal im Jahr durfte sich der Hohepriester die- ser Herrlichkeit nahen (vgl. 3.Mo 16). Zur Zeit Hesekiels hat die Herrlich- keit Gottes den Tempel verlassen und ist nicht wieder zurückgekehrt. Doch nach langer Zeit ist die Herrlichkeit Got- tes in Seinem Sohn Jesus Christus wieder erschienen. Die Schechinah ist Fleisch und damit «greifbar» geworden: «… das

NORBERT LIETH

Was da war

In der Vergangenheit, vor rund 2 000 Jahren, ist etwas Umwälzendes gesche- hen: «Denn die Gnade Gottes ist erschie- nen, heilbringend allen Menschen» (Tit

2,11).

1. Die Gnade Gottes ist erschienen. Welch unschätzbaren Wert hat es doch, wenn im richtigen Moment ein Impfstoff oder ein Medikament, wie zum Beispiel

das Penizillin (ein Antibiotikum), erfun- den wird und auf dem Markt

erscheint. Viele Menschen sind noch vor einigen Jahr- zehnten an Krankheiten ge- storben, die man heute re- lativ einfach behandeln kann. Was würde es bedeu- ten, wenn über Nacht ein zuverlässiges Heilmittel ge- gen Aids, Krebs oder Sars auf den Markt kommen würde? In Jesus Christus ist die Gnade Gottes erschienen ge- gen die eigentliche Ursache aller Krankheit, Trauer, Pro- bleme und Nöte: die Sünde.

I m Schreiben des Paulus an Titus wird uns auf engem Raum ganz We- sentliches mitgeteilt: «Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heil- bringend allen Menschen, und un-

terweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleug- nen und besonnen und gerecht und got- tesfürchtig leben in dem jetzigen Zeit- lauf, indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unse- res grossen Gottes und

Heilandes Jesus Chris- tus erwarten» (Tit 2,11-

13).

In diesen drei Versen werden Vergangenheit, Gegenwart und Zu- kunft als Leitlinien für unser Leben präsen- tiert. Gott selbst sagt von sich: «Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der All- mächtige» (Offb 1,8).

«Ich «Ich bin bin das das

Alpha Alpha und und das das

Omega, Omega,

spricht spricht der der

Herr, Herr, Gott, Gott, der der

ist ist und und der der

war war und und der der

kommt, kommt, der der

Allmächtige» Allmächtige»

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Mitternachtsruf > Juni 2003

Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit» (Joh 1,1). In Jesus ist die Herrlichkeit Gottes wieder sichtbar und zugänglich gewor- den. Aus diesem Grund zerriss auch der Vorhang zum Allerheiligsten, als Jesus am Kreuz starb (Lk 23,44-46).

2. Die Gnade Gottes ist erschienen,

heilbringend. In Jesus Christus hat Gott uns die heilbringende Gnade geschenkt. Gott kam nicht mit leeren Händen, Er brachte uns etwas mit. Als wir noch Kin- der waren und der Onkel (oder die Tan- te) zu Besuch kam, haben wir uns immer

zuerst gefragt: «Hat er (sie) auch etwas mitgebracht?» Jesus Christus ist die unaussprechliche Gabe Gottes an uns (2.Kor 9,15). Gott bringt uns in ihr die Rettung und die Ver- gebung ganz nahe, so dass sie nur noch angenommen werden muss. Welch eine alarmierend positive Botschaft! In Jesus Christus ist gleichsam die Fülle der Gnade Gottes erschienen (Kol 2,9). Im Alten Testament handelte Gott sozusagen aus der Entfernung. Er sand- te Boten, gab Seinem Volk Könige, Pries- ter und Propheten, durch die Er wirkte. Man kann sagen: Er liebte sie – aber aus himmlischer Entfernung. So sagte der Herr beispielsweise zu Mose: «Du kannst es nicht ertragen, meine Angesicht zu sehen …» (2.Mo 33,20). Nun aber, in Jesus Christus, ist Gott selbst zu uns gekommen und bringt uns das Heil. Jetzt schickt Er keine Boten mehr, sondern Er selbst ist da, die Fülle des Heils. Das ist etwas Einmaliges. Fol- gende Fragen verdeutlichen das:

• Welcher König besucht sein Volk per-

sönlich und bringt ihm Wein und Brot zur Erquickung?

• Welcher General geht selbst aufs

Schlachtfeld und verbindet die Verwun- deten?

• Welcher Manager geht selbst in die

Fabrikhalle und zahlt die Gehälter aus?

• Welcher Präsident geht selbst hin und

hilft mit, nach einer Katastrophe die Trümmer beiseite zu räumen? Jesus Christus kam selbst. Wir lesen von Ihm: «Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von al- ler Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken» (Tit 2,14).

3. Die Gnade Gottes ist erschienen,

heilbringend allen Menschen. Die

Gnade Gottes in Jesus Christus ist so vollkommen, dass es für Ihn keinen hoff- nungslosen Fall gibt. Seine Gnade gehört nicht nur manchen Auserwählten, son- dern sie gilt ausnahmslos allen Men- schen, das heisst jedem, der sie an- nimmt. Sie gehört Europäern und Ame- rikanern, aber genauso auch Muslimen, Hindus und Buddhisten. Sie gilt für mo- ralisch hochstehende Persönlichkeiten genauso wie für kaltblütige Verbrecher, Mörder, Prostituierte oder Drogenhänd- ler. Sie ist für einen Pharisäer genauso da wie für einen Zöllner, für Verfolger wie für Verfolgte. Eine heilbringende Arznei aber muss man einnehmen. Es nützt nichts, wenn man sie nur betrachtet oder in der Ta- sche hat! Gott selbst bringt uns das Heil ganz nahe, ja so nahe, dass wir es nur noch aus Seiner Hand nehmen müssen; genau das aber müssen wir selber tun.

Was da ist

Wie wir als wiedergeborene Christen in der Gegenwart bzw. in der Jetztzeit leben sollen, wird uns in Titus 2,12 vor Augen gestellt. Die Gnade «unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürch- tig leben in dem jetzigen Zeitlauf» (Tit 2,12). In der Lutherbibel 1984 wird es so übersetzt: «… nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen We- sen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben.» Wir dürfen zu Jesus kom- men, wie wir sind, damit wir nicht so bleiben, wie wir sind. Die Gnade hat eine verändernde Wirkung auf unser Leben im Hier und Jetzt. Diese Punkte sind dabei zu beachten:

1. Was treibt uns zur Nachfolge in der Heiligung? Was unterweist uns darin? Nicht der Stock, nicht die Dro- hung, nicht die Strafe, sondern die Gna- de: «Denn die Gnade Gottes ist erschie- nen, heilbringend allen Men- schen, und unterweist

uns, damit wir die Gott-

losigkeit und die weltlichen Begierden verleug- nen und besonnen und gerecht und got- tesfürchtig leben in dem jetzigen Zeit- lauf» (Tit 2,11-12). Wir wollen den Menschen Jesus Christus vor Augen halten, die heilsa- me Gnade Gottes. Nur bei Ihm und in

Seinem Wort finden wir Heilsgewissheit (sonst in keiner anderen Religion)! Im Vergleich zu Jesus sind alle Religionen nur «stinkende Lumpen» und «rostiges Alteisen». Jesus aber ist der lupenreine Diamant: Halten wir Ihn hoch! Die Gnade, die in Ihm erschienen ist, bringt uns am weitesten. Aber gerade hier sehe ich den grössten Krampf vie- ler Christen. Sie meinen, aus eigener Kraft besser werden zu können, mit immer wieder neuen Beteuerungen der Hingabe an Jesus. Dieser Weg ist jedoch falsch, denn wir bleiben von Grund auf verdorben (Röm 7,18). Seien wir doch einfach der Gnade gehorsam! Glauben wir an Sein Werk in uns! In Hosea 10,12 werden wir aufgerufen: «Sät euch Ge- rechtigkeit, erntet nach dem Mass der Gnade!» Wir sind doch wie Reben am Wein- stock. Was würde wohl der Weinstock zur Rebe sagen, wenn diese immer wieder beteuerte: «Ach, lieber Wein- stock, ich möchte noch mehr an dir sein, noch inniger, noch tiefer gegründet, noch hingegebener …»? Lieber Leser, liebe Leserin, als wie- dergeborener Christ sind Sie doch im

Leserin, als wie- dergeborener Christ sind Sie doch im In Jesus ist die Herrlichkeit Gottes wieder

In Jesus ist die Herrlichkeit Gottes wieder sichtbar und zugänglich geworden. Aus die- sem Grund zerriss auch der Vorhang zum Allerheiligsten, als Jesus am Kreuz starb

Herrn Jesus, und Er ist in Ihnen. Oder anders ausgedrückt: Der Saft des Wein- stocks läuft zur Rebe. Bleiben Sie doch einfach in Ihm! Rühmen Sie Ihn und danken Sie Ihm für alles, was Sie in Ihm haben, und Sie werden sehen, dass Sie das viel weiter bringt als alle noch so

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gut gemeinten Versprechen. Johannes Gossner (1773–1858) hat einmal gesagt:

«Wer sich in der Gnade bewahrt, sich immer inniger in Jesum entwickelt, dem geht der Teufel aus dem Weg.» Alle Beteuerungen, die Sünde loszu-

lassen, bringen Sie nicht so weit wie die

Glaubenshal-

tung: «Ich bin der Sünde abge- storben …» (vgl. Röm 6,2), «Ich bin eine Rebe am Weinstock …» (vgl. Joh 15,5), «Christus ist mir von Gott ge- macht zur … Heiligung …» (vgl. 1.Kor 1,30). Viele Christen beten inbrünstig:

«Herr, öffne den

Himmel …» Doch der Himmel muss nicht geöffnet werden, er steht schon seit fast 2 000 Jahren offen (vgl. Hes 1,1; Offb 4,1):

«Der Himmel steht offen, Herz, weisst du warum? Weil Jesus gekämpft und geblutet, darum!» Die Gnade «unterweist uns», anders übersetzt «nimmt uns in Zucht», nicht der Stock. Daran wird ersichtlich, dass es sich bei der Gnade um eine Pädago- gik Gottes handelt. Die Gnade will uns erziehen. Wir dürfen auf keinen Fall bei der Wiedergeburt zur Erlösung stehen bleiben. Nein, jetzt geht es darum, zu wachsen, anfängliche Dinge abzulegen, geistlich selbstständig zu werden und zu reifen – aber nicht durch Krampf, son- dern durch Gehorsam in der Gnade. Jedes Mal, wenn ich meinen Enkel sehe, erkenne ich bei ihm eine Verän- derung. Strengt er sich etwa selbst an? Nein, er macht nur den Mund auf, wenn ihm die Mama oder der Papa zu Trin- ken oder zu Essen gibt. Ein kleines Kind kann nur normal gedeihen und wach- sen, wenn es von seinen Betreuern re- gelmässig versorgt wird. Und eine Rebe muss lediglich am Weinstock bleiben,

damit ihr alles Nötige zufliesst. Doch eines muss uns bewusst sein: Das Wachs- tum in der Gnade ist ein ständiger Pro- zess. Niemand kommt in der «Schule» der Gnade Gottes an einen Punkt, wo er sagen könnte: «Jetzt habe ich ausge- lernt.»

2. Die Gnade will uns dahingehend unterweisen, dass wir die Gottlosig- keit und die weltlichen Begierden verleugnen bzw. ihnen absagen. Be- gierden verleugnen? Jeder weiss für sich am besten, was weltliche Begierden in seinem Leben sind. Aber die Gottlosig- keit? Können wir denn als Kinder Gottes noch gott- los sein? Unser Text scheint das zu bejahen, und zwar geschieht das immer dann, wenn wir die Sünde lieb haben oder tolerieren, für die Christus starb. • Wir sollen nicht

Jesus, sondern

die Gottlosigkeit

verleugnen. Anders gesagt: Wir sollen uns bewusst dagegen wehren, dass man Christus in uns nicht erkennt. Manche verleugnen Christus, indem sie sich aus Angst und Scham gottlos verhalten. Man fürchtet sich vor den Arbeitskollegen und betet

deshalb nicht vor dem Essen usw. Ein Christ sagte: «Ich tue Busse, weil ich 35 Jahre lang neben einem Türken gelebt und ihm nichts von Jesus gesagt habe. Kürzlich hat er eine Moschee errichten lassen.» Unser natürlicher Mensch war gott- los. Wenn wir uns als gläubige Menschen wieder vom natürlichen Menschen mit- reissen lassen, handeln wir gottlos (der alte Jähzorn, die

Empfindlich-

keit …). Gottlosigkeit charakterisiert die Trennung von Gott – man ist im wahrs- ten Sinne des Wor-

tes «los von Gott». Liebe Leser, leben

Sie doch nicht wie jemand, der mit Gott nichts zu tun hat. Bleiben Sie vielmehr bei Jesus, rich- ten Sie sich nach Seinem Wort, leben Sie in der Gemeinschaft der Heiligen. Wenn Sie in Sünde fallen sollten (1.Joh 2,1), dann verharren Sie nicht darin, son- dern nehmen Sie immer wieder die Ver-

Sie nicht darin, son- dern nehmen Sie immer wieder die Ver- Eine heilbringende Arznei muss man

Eine heilbringende Arznei muss man einnehmen. Es nützt nichts, wenn man sie nur betrachtet oder in der Tasche hat!

gebung in Anspruch (1.Joh 1,9). Als der Herr Jesus dem Petrus die Füsse waschen wollte, wehrte dieser ab: «Du sollst nie und nimmer meine Füsse waschen! Je- sus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit mir. Si- mon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht meine Füsse allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, ausgenommen die Füs- se, sondern ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle» (Joh 13,8-10). Dass wir die Sünden, die den Herrn Jesus aus Liebe ans Kreuz gebracht ha- ben, hassen und keineswegs mit ihnen liebäugeln oder sie gar tun sollen, will uns das folgende Beispiel veranschaulichen:

«Stellen sie sich einen Vater und einen Sohn vor, gefangen in einer entlegenen Höhle, deren einziger Ausgang mit hoch- explosiven Tretminen vermint worden ist. Sie sind verloren. Der Vater prüft, ob die Minen entschärft werden können, aber er muss feststellen, dass dies unmög- lich ist. Sie sind gefangen. Die Zeit ver- geht, aber es gibt keinen Ausweg. Der sichere Hungertod wartet auf sie, wenn nichts geschieht. Schliesslich beschliesst der Vater, nachdem er seinem geliebten Sohn unter Tränen die Lage erklärt hat, dass der einzige Weg, das Leben seines Sohnes zu retten, darin besteht, selbst hinzugehen und sich auf die Tretminen zu werfen, damit sein Sohn frei kommt. Wenn der Vater das tut, um seinen Sohn zu retten, und sein Sohn dem sicheren Tod entrinnt und die Freiheit und das Leben davonträgt, wie würde der Sohn für den Rest seines Lebens über Tretmi- nen denken? Ist es vorstellbar, dass er sie bewundern würde? Würde er eine davon sozusagen als Souvenir auf dem Kamin- sims aufbewahren? Sicher nicht! Er wür-

Jesus Jesus ist ist

der der lupen- lupen-

reine reine Dia- Dia-

mant: mant: Hal- Hal-

ten ten wir wir Ihn Ihn

hoch! hoch!

ist der der lupen- lupen- reine reine Dia- Dia- mant: mant: Hal- Hal- ten ten wir

de die scheussliche Waffe hassen, die den Vater, den er liebte, tötete.» 1 Die Sünde ist auch so ein Sprengstoff. Jesus hat sich selbst für uns gegeben, damit wir Befreiung erfahren. Wie ge- hen wir jetzt mit der Sünde um?

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3. Wir sollen besonnen, gerecht und

gottesfürchtig leben, eben ganz aus der Gnade.

Besonnen bedeutet: wohlüberlegt

und geistlich handeln, nicht «aus dem Bauch heraus» entscheiden, nicht vor-

schnell, nicht im Zorn etwas tun oder andere verletzen.

Gerecht heisst: den anderen nicht

ungerecht behandeln, keine Unterschie- de in der Person machen. Wir sollen so

leben, wie es Gott recht ist, nämlich dem Wesen und der Gesinnung Jesu ähnlich werden. Nur so können wir Gott wohl- gefällig leben.

Gottesfürchtig bedeutet: sich einen

Lebensstil aneignen, der von Gott be- stimmt wird. Das heisst nicht, dass wir uns vor Gott ängstigen, sondern dass wir den Herrn vor Augen haben und Sein Wort ernst nehmen.

Was da kommt

In Titus 2,13 wird uns die Zukunft vorgestellt, und wir sehen deutlich, wie sehr der Name Jesu hochgehalten wird:

«… indem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres grossen Gottes und Heilan- des Jesus Christus erwarten.» Hier wird nicht über rostiges Metall gespro- chen, sondern es wird uns der lupenrei- ne Diamant gezeigt, und jeder kann den Unterschied sehen.

1. Jesus Christus erwarten. Wir sol-

len nicht nur ab und zu an die Wieder- kunft Jesu denken, sondern wir sollen sie beständig erwarten. Die Entrückung kann jederzeit geschehen. Wenn ich auf jemanden warte, dann rechne ich jeden Moment mit seinem Erscheinen. Das schiebe ich nicht in die ferne Zukunft. Da setze ich auch nicht andere Dinge dazwischen, die vorher noch geschehen müssten. Paulus sagt nicht, dass wir auf die Trübsal, den An- tichristen oder auf das letzte Weltreich warten sollen, sondern vielmehr: «… in- dem wir die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres grossen Gottes und Heilandes Jesus Christus erwarten» (Tit 2,13). Sobald wir meinen, andere Dinge müssten noch vor der Entrückung ge- schehen, erwarten wir den Herr Jesus nicht mehr zuerst. Natürlich erkennen wir an den Zeichen der Zeit immer deut- licher, dass die Wiederkunft Jesu vor der Tür steht. Selten traten die Probleme der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder so gehäuft und spürbar auf wie

in unseren Tagen: der Krieg im Irak, die Drohungen Nordkoreas, Indiens und Pakistans mit Massenvernichtungswaf- fen, der Terrorismus, die Armut, Kata- strophen, die auch Europa nicht mehr verschonen, die Aidsepidemie, Sars usw. Man will zwar Frieden schaffen, aber das scheint immer weniger zu gelingen.

2. Jesus gibt uns in Seiner Ölbergre- de einen «Endzeit-Stufenplan». Er sagt unter anderem: «Wenn ihr aber von Krie- gen und Empörungen hören werdet, so erschreckt nicht! Denn dies muss vorher geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da» (Lk 21,9). Wahrscheinlich sind hiermit die beiden Weltkriege ge- meint, die zur Staatsgründung Israels führ- ten, damit die Endzeit im engeren Sinn überhaupt erst beginnen konnte. «Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es

3. Die Erscheinung Jesu bedeutet eine glückselige Hoffnung für alle, die Ihn als Heiland angenommen haben und Ihn erwarten. Christen haben nicht nur eine vage Hoffnung, sondern eine glückselige Hoffnung. Da- rum schreibt Paulus in seinen Ausfüh- rungen über die Entrückung: «Wir wol- len euch aber, Brüder, nicht in Unkennt- nis lassen über die Entschlafenen, da- mit ihr nicht betrübt seid wie die übri- gen, die keine Hoffnung haben» (1.Thess

4,13).

Nitzsche sagte über sein Leben: «Ich gehe ins Nirgendwo und immer ins Nirgendwo und immer und immer wieder ins Nirgendwo.» Christen aber gehen nicht ins Nirgendwo, sondern sie gehen einem Tag grösster Freude entgegen. Die Bibel drückt das so aus:

«… wenn er kommt, um an jenem Tag in seinen Heiligen verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die

verherrlicht und in allen denen bewundert zu werden, die Ein kleines Kind kann nur normal gedeihen

Ein kleines Kind kann nur normal gedeihen und wachsen, wenn es regelmässig versorgt wird

werden grosse Erdbeben sein und an verschiedenen Orten Hungersnöte und Seuchen; auch Schrecknisse und grosse Zeichen vom Himmel wird es geben» (V 10-11). Hier macht Matthäus den Zusatz: «Alles dies aber ist der Anfang der Wehen» (Mt 24,8). Die Erdbeben- häufigkeit nimmt zu, es drohen weltwei- te Hungersnöte, neue und alte Seuchen treten vermehrt auf (Tuberkulose, Pest, Aids, Krebs, Pocken, Sars usw.). Nicht nur Amerika und der Ferne Osten, son- dern auch Europa wird von schwersten Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht; seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist niemand mehr vor Terroranschlägen sicher …

geglaubt haben; denn unser Zeugnis an euch ist geglaubt worden» (2.Thess 1,10). «… sondern ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des leben- digen Gottes, dem himmlischen Jerusa- lem; und zu Myriaden von Engeln, einer Festversammlung» (Hebr 12,22). Und in Psalm 145,12 heisst es: «… um den Menschenkindern kundzutun deine Machttaten und die prachtvolle Herrlich- keit deines Reiches.» Darum werden wir heute und jetzt aufgefordert: «Sät euch Gerechtigkeit, erntet nach dem Mass der Gnade!» (Hos 10,12).

1 John Benton, Einleuchtend, S. 150

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Leben Leben wir wir in in den den letzten letzten Tagen? Tagen?
Leben Leben wir wir
in in den den letzten letzten
Tagen? Tagen?

Häufig stellen sich Christen die wichtige Frage: «Leben wir in den letzten Tagen oder in der Endzeit?» Wenn man mich fragt, lautet meine klare Ant- wort: «Ja und nein!» Eine solche Antwort verlangt nach einer Erklärung.

Endzeit-Vokabular

M einer Meinung nach verwendet

die Bibel Ausdrücke wie «letzte

Tage» auf vielfältige Weise, so

dass manche Bibeltexte sich auf unsere Zeit beziehen, andere aber nicht. Wenn Christen in der Bibel die Begriffe «letz- te Tage», «Endzeit» usw. lesen, dann ge- hen sie davon aus, dass diese Ausdrü-

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cke sich auf ein und dieselbe Sache be- ziehen. Das ist aber nicht der Fall, denn auch in unserem Leben gibt es viele Endpunkte, wie zum Beispiel das Ende des Arbeitstages, das Ende des Tages aufgrund der Uhrzeit, das Ende der Wo- che, des Monats und des Jahres. Nur weil das Wort «Ende» verwendet wird, heisst das nicht, dass sich dieses «Ende» immer auf dieselbe Zeit bezieht. Das Wort

«Ende» erhält einen ganz bestimmten Sinn, wenn es durch Wörter wie «Tag», «Woche», «Jahr» usw. näher bestimmt wird. Auch in der Bibel kann sich der Begriff «Endzeit» auf das Ende dieses Zeitalters der Gemeinde Jesu beziehen oder auch auf andere Zeiträume. Eine Vielzahl von biblischen Ausdrü- cken spricht offenbar von der Endzeit. Die Bibel lehrt, dass unser gegenwärti- ges Zeitalter mit der Entrückung enden wird. Darauf wird die Zeit der Trübsal folgen, die mit der Wiederkunft des Messias auf die Erde abgeschlossen wird. Deshalb müssen wir unterscheiden zwi- schen den «letzten Tagen» des Gemein- dezeitalters und den «letzten Tagen» der Trübsal, die Israel durchleben muss. Die Bibel spricht deutlich von einer Zeit der letzten Tage oder des Endes, aber sie meint damit nicht immer denselben Zeit- raum. Der Zusammenhang eines Textes ermöglicht es dem Leser, zu wissen, ob die Bibel über die letzten Tage in Bezug auf Israel oder die Endzeit in Bezug auf die Gemeinde Jesu spricht. Viele mei- nen, dass es im Hinblick auf das Ende des Gemeindezeitalters bestimmte Zei- chen gibt. Meiner Meinung nach geht man zu weit, wenn man behauptet, dass es Zeichen für das Ende des Gemeinde- zeitalters gibt. Stattdessen enthält die Bibel Hinweise auf den allgemeinen Zu- stand der Gemeinde Jesu und den allge- meinen Verlauf ihres Zeitalters sowie Warnungen über einige Tendenzen, die im letzten Abschnitt des Gemeindezeit- alters festzustellen sind. Texte wie 1. Ti- motheus 4,1-5, 2. Timotheus 3,1-5 und 2. Petrus 3,3 beziehen sich höchstwahrscheinlich auf die zweite Hälfte oder den letzten Teil des Gemein- dezeitalters. In diesen Texten werden die Gläubigen gewarnt, dass Auffassungen und Lebensweisen der Welt in die Ge- meinde einsickern und dort ebenfalls allgemein üblich werden. Diese Ab- schnitte sprechen nicht über einen all- gemeinen moralischen Verfall in der Gesellschaft, sondern über Verfallser- scheinungen, deren Auftreten innerhalb der Gemeinde als Bestandteil des gros- sen Abfalls vorhergesagt werden. Bezeichnenderweise ist es schwierig, einen solchen Verfall quantitativ zu mes- sen. Gleichgültig, wie schlimm die Zu-

stände sind, sie können immer noch ein wenig schlimmer werden. Deshalb ist es nicht möglich, genau zu wissen, wie schlimm die Zustände sein müssen, da- mit sie als prophetische Zeichen bewer- tet werden können. Für den Raum der Gemeinde Jesu gilt zum Beispiel auch:

«Mit den bösen Menschen aber und Be- trügern wird’s je länger, desto ärger: sie verführen und werden verführt» (2.Tim

3,13).

Das Zeitalter der Gemeinde Jesu

In einer Vielzahl von neutestamentli- chen Texten beziehen sich die Begriffe «letzte Tage», «letzte Zeiten» und «letz- te Zeit» eindeutig auf das Zeitalter der Gemeinde Jesu, in dem wir heute leben. So schrieb der Verfasser des Hebräer- briefs: «Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn» (Hebr 1,1-2). Die Nu- ancierung des gesamten Abschnitts er- fordert es, dass der Begriff «letzte Tage» sich auf das heutige Gemeindezeitalter bezieht. Gleichermassen sagte Petrus:

«Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen» (1.Petr 1,20). Mit dem «Ende der Zei- ten», von dem er in diesem Zusammen- hang spricht, müssen hier die letzten 2 000 Jahre gemeint sein, in denen wir noch immer leben. Johannes bestätigt die Aussagen dieser beiden Autoren mit den Worten: «Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen; daran er- kennen wir, dass es die letzte Stunde ist» (1.Joh 2,18). Judas meinte die Gescheh- nisse in seiner Zeit, als er sagte, «dass zu der letzten Zeit Spötter sein werden, die nach ihren eigenen gottlosen Begier- den leben» (Jud 18). Nach jüdischer Sicht über biblische Prophetie besteht die Geschichte aus zwei Zeitabschnitten, und zwar 1) dem jetzigen Zeitalter, in dem Israel auf das Kommen des Messias wartet und 2) dem künftigen Zeitalter, der Zeit, in der alle Verheissungen und Bündnisse erfüllt werden und für Israel durch das Kom- men des Messias seine verheissenen Segnungen Wirklichkeit werden. Das jetzige Zeitalter wird durch das Erschei- nen des Messias beendet werden, und das künftige Zeitalter wird durch Seine Ankunft eingeleitet. Nach dieser Sicht- weise muss die gegenwärtige Epoche in

göttlichem Gericht enden, weil der künf- tigen Zeit diese Verwüstung vorausgehen muss. Das Neue Testament bezeichnet das jetzige Zeitalter als die letzten Tage. Aber welche «letzten Tage» sind hier gemeint? Das Neue Testament meint damit die letzten Tage vor dem Beginn des messianischen Zeitalters. Mindestens vier eindeutige Texte ver- wenden ein Endzeit-Vokabular, um das gesamte Zeitalter der Gemeinde Jesu als die letzten Tage zu bezeichnen. In die- sem Sinne leben wir in den letzten Ta- gen, denn das gesamte Gemeindezeital- ter wird so genannt. Die meisten Men- schen denken aber nicht an diesen Sprachgebrauch, wenn sie fragen: «Le- ben wir in den letzten Tagen?» Sie möch- ten wissen, ob wir in einer Zeit leben, in der sich die letzten biblischen Pro- phezeiungen erfüllen. Bevor ich diese Frage beantworten kann, müssen wir uns den alttestamentlichen Sprachge- brauch näher ansehen.

Die letzten Tage im Alten Testament

Wenn wir uns damit befassen, wie das

Alte Testament diese Begriffe verwendet, erkennen wir, dass sie eine andere Be- deutung haben als diejenigen, die vom Gemeindezeitalter sprechen. Meiner Meinung nach bezieht sich der alttesta- mentliche

Sprachge-

brauch auf die Epoche, die zum Kommen des Messias zur Aufrich- tung Seines Reiches auf Erden hin- führt, also die

Zeit, die ich als «Zeit der Trüb- sal» bezeich- ne. Ein deutli- ches Beispiel dafür findet

sich

5. Mose 4,30: «Wenn du in Not bist und wenn alle diese Dinge dich getroffen haben am Ende der Tage, wirst du zum Herrn, deinem Gott, umkehren und auf seine Stimme hören» (5.Mo 4,30). Für das Wort, das hier mit «Not» übersetzt wird, steht im Hebräischen der Ausdruck für «Drangsal» – in diesem Zusammen- hang die Zeit der Trübsal. Das bedeutet, dass in diesem Text die Trübsalzeit mit dem «Ende der Tage» gleichgesetzt wird. Deshalb bezieht sich der Ausdruck

in

«Ende der Tage» auf die Zeit der Trüb- sal, in der wir heute noch nicht leben, aber deren Beginn wahrscheinlich kurz bevorsteht. Natürlich wird die Gemein- de Jesu entrückt, bevor für die Welt die Trübsalzeit beginnt. In 5. Mose 31,29 wird der Ausdruck «am Ende der Tage» als Hinweis auf diese Zeit verwendet, wenn es heisst: «Dann wird euch das Unheil treffen am Ende der Tage». Der Ausdruck «Ende der Tage» be- zieht sich in Jeremia 30,24 und 48,47 zweimal auf die Zeit der Trübsal. Auch Daniel verwendet diese Redewendung für diesen Zeitraum: «Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offen- bart; und er lässt den König Nebukad- nezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird» (Dan 2,28). Der Pro- phet Daniel beginnt, den Plan Gottes für die Zukunft zu offenbaren, und diese dreht sich um Ereignisse, die sich in der Trübsalzeit entfalten werden. Das ist auch bei einem anderen Text im Buch Daniel der Fall: «Und ich bin gekommen, um dich verstehen zu lassen, was dei- nem Volk am Ende der Tage widerfah- ren wird; denn noch gilt das Gesicht für ferne Tage» (Dan 10,14). Der Prophet Daniel verwendete eine ganze Reihe von anderen «Endzeit-Begriffen», die sich alle auf die Zeit der Trübsal beziehen oder die den Weg bereiten für die Herr-

Trübsal beziehen oder die den Weg bereiten für die Herr- Die «letzten Tagen» der Trübsal wird

Die «letzten Tagen» der Trübsal wird Israel durchleben müssen

schaft des Messias. Ausdrücke wie «Zeit des Endes» (Dan 8,17; 12,4.9) und «Ende der Tage» (Dan 12,13) sprechen von der endzeitlichen Trübsalzeit, die noch bevorsteht. Diese Begriffe werden in Daniel 12 drei Mal verwendet für eine Zeit, die in Vers 1 dieses Kapitels als «eine Zeit der Bedrängnis» bezeichnet wird, «wie sie noch nie gewesen ist, seit- dem irgendeine Nation entstand bis zu jener Zeit.» Das Wort «Bedrängnis» ist der hebräische Ausdruck für Trübsal. Der

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ImIm BlickfeldBlickfeld

Gesamtzusammenhang dieses Kapitels deutet ebenfalls auf die kommende Zeit der Trübsal hin. In Daniel 12,4 wird er-

das Buch Daniel studieren, weil sie he- rausfinden wollen, was in dieser einzig-

artigen Zeit vor sich geht. Harry Bultema drückt es so aus: «Das Umher- streifen kann sich auch auf das Suchen der Augen in den Blät- tern eines Buches beziehen … Aus diesem Blickwinkel be- trachtet könnte dieser Text vom sorgfältigen Durchforschen der Schrift am Ende der Zeit spre- chen.» 2 In diesem Fall würde sich der zeitliche Rahmen des Textes auf die künftige Zeit der Trübsal beschränken und könn- te nicht auf unsere heutige Zeit angewendet werden. Für die

erste Deutung scheint es im

Text keine echte Grundlage zu geben. Eine solche Sichtweise wird auch nicht durch den hebräischen Sprachge- brauch gestützt.

nicht durch den hebräischen Sprachge- brauch gestützt. Im Leben gibt es viele Endpunkte, wie z. B.

Im Leben gibt es viele Endpunkte, wie z. B. das Ende des Tages

wähnt, dass die Lehren über die End- zeit im Buch Daniel für das jüdische Volk versiegelt werden «bis zur Zeit des En- des». Viele Ausleger biblischer Prophe- tie sind der Meinung, dass kurz vor der Rückkehr Christi die Welt eine Zunah- me der Reisegeschwindigkeit erleben wird, in Verbindung mit einer explosi- ven Vermehrung des Wissens. Sie stüt- zen sich dabei auf Daniel 12,4, denn dort heisst es: «Viele werden suchend umher- streifen, und die Er- kenntnis wird sich mehren.» Niemand kann bestreiten, dass es in den letzten 100 Jahren tatsächlich eine enorme Zunahme so- wohl bei der Ge- schwindigkeit des Rei- sens als auch bei der Ansammlung von Wis- sen gegeben hat – ein Zeichen in unserer Zeit, dass das Ende nahe ist. Aber hat Da- niel das in diesem Ab-

schnitt wirklich so ge-

meint? Ich glaube nicht. Die korrekte Auslegung dieses Ab- schnitts wird uns von Dr. Charles Ryrie in seiner berühmten Ryrie-Studienbibel vorgestellt: «Wenn sich das Ende nähert, werden die Menschen umherreisen, um zu erfahren, was die Zukunft für sie be- reithält.» 1 Das bezieht sich nicht nur auf die Menschen im Allgemeinen, sondern auf das jüdische Volk im Besonderen. In der Zeit der Trübsal werden viele Juden

Schlussbemerkung

Zum Abschluss möchte ich noch einmal die eingangs gestellte Frage auf- greifen: Leben wir in den letzten Tagen? Lieber Leser, liebe Leserin, Sie können den Ausführungen in diesem Beitrag ent- nehmen, dass wir heute in den letzten Tagen leben, weil wir uns im Zeitalter der Gemeinde Jesu befin- den, das auch als die «letzten Tage» oder die «letzte Zeit» be- zeichnet wird. Auf gar keinen Fall leben wir jedoch in den letzten Tagen, wie sie das Alte Testament in Be- zug auf Israel er- wähnt. Die dort ver- wendeten Ausdrücke

wie «Ende der Tage» oder «Zeit des Endes» beziehen sich auf eine Zeit des Eintritts in eine neue Zeit. Meines Erachtens er- leben wir heute, wie die Bühne für die Endzeitereignisse der Trübsalzeit vorbe- reitet wird, aber wir leben gegenwärtig nicht in dieser Zeit. Maranatha! T.I.

gegenwärtig nicht in dieser Zeit. Maranatha! ■ T.I. Die letzten 100 Jahre: eine grosser Wissensschub 1

Die letzten 100 Jahre: eine grosser

Wissensschub

1 The Ryrie Study Bible, NASB, Chicago, 1978, S. 1332 2 Harry Bultema, Commentary on Daniel, Grand Rapids, 1988, S. 349

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Feindschaft – der Tod des eigenen Herzens

Eine feindselige Haltung gegenüber Mitmenschen führt einer US-Studie zufolge zu einem höheren Herzin- farktrisiko als Fettleibigkeit, Rauchen oder hohe Blutfettwerte. Jener Stress, den sich die Betroffenen durch permanente Antipathie selbst zufügen, könnte etwa zu schädlichen hormonellen Reaktionen oder zu Herzrhythmusstörungen führen, vermuten die Forscher.

F eindseligkeit der bedeutendste

Risikofaktor. Die US-Psychologen

hatten 774 ältere Männer drei Jah-

re lang beobachtet. Knapp sechs Prozent der Probanden, die sich aufgrund eines Fragebogens als sehr feindselig erwiesen hatten, bekamen in dieser Zeit eine Er- krankung der Herzkranzgefässe. Feind- seligkeit sei damit der bedeutendste al- ler erfassten Risikofaktoren gewesen, be- richtet das Magazin ‹Psychologie heute› (Weinheim) in seiner Aprilausgabe. Die Forscher hatten unter anderem Daten zu Gewicht, Blutfettwerten, Blutdruck, Al- koholkonsum und Rauchen der Proban- den ausgewertet. Feindseligkeit habe sogar unabhängig von diesen bekannten Gefahren das Risiko für Herzerkrankun- gen erhöht. Zuvor sei nur bekannt ge- wesen, dass die schädliche Wirkung von beispielsweise hohem Blutdruck damit verstärkt werden könne. Die Original-Studie der Forscher von der Brown University in Providence (US- Staat Rhode Island) ist im Fachjournal ‹Health Psychology› (Bd. 21, Nr. 6) ver- öffentlicht.» (sa/dpa) Diese Studie zeigt einmal mehr, wie Recht die Bibel hat. Neuste Untersuchun- gen kommen zu einem Ergebnis, welches das Wort Gottes schon seit Jahrtausenden aussagt. Gott, der den Menschen erschaf- fen hat und das Herz kennt, weiss, was gut oder schlecht für die physische Ge- sundheit ist. Feindschaft schadet nicht nur dem anderen, sondern auch einem selbst.

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In Sprüche 14,30 steht: «Ein gelassenes Herz ist des Leibes Le- ben, aber Wurmfrass in den Knochen ist die Lei- denschaft.» Feindliche Leidenschaft zerfrisst den eigenen Leib, sie macht mürbe und ver- krampft, unglücklich und freudlos. Im Gala- terbrief nennt der Apos- tel Paulus unter den Werken des Fleisches, die Gott widersprechen, neben Zauberei und Götzendienst, auch:

«… Feindschaften, Ha- der, Eifersucht, Zornaus-

brüche, Selbstsüchtelei- en, Zwistigkeiten, Par- teiungen» (Gal 5,20). Es ist wichtig zu bemerken, dass diese Din- ge nicht der Welt, sondern der Gemein- de Jesu geschrieben wurden. Gerade in ihren Reihen, in lokalen Gemeinden oder Gemeinschaften, können Feind- schaften, Hader, Eifersucht, Zwistigkei- ten und Parteiungen entstehen. Man hat

Alles, was du nicht aus Liebe in den Tag hineingelegt, sind nur kümmerliche Triebe, die von Krankheit sind geprägt. Nur die Liebe löst Probleme, sie besteht in Ewigkeit. Sie allein trägt Diademe, die erfreuen auch im Leid.

Alles, was aus Hass geboren, wo Gewalt den Tag umhüllt, geht mit Sicherheit verloren, weil die Dämonie es füllt.

Hass und Liebe diese beiden sind wie Licht und Finsternis. Doch die Liebe wird entscheiden, ob du lebst. Das ist gewiss!

Helmut Spörl

eine andere Meinung, eine andere biblische Auffassung; man möchte ein Projekt anders durchbringen, hat andere Vorschläge oder will etwas in der Gemeindestruktur än- dern. Dabei wird dann auf eine Art und Wei- se argumentiert, die nicht zur Förderung und zur Auferbauung beiträgt, sondern ver- letzend wirkt und den anderen denunziert. Dadurch wird aller Sachlichkeit der Boden entzogen: Man sieht seinen Nächsten als

Gegner und behandelt ihn als Feind. Oft steckt die Selbstsucht dahinter. Man hält seine eigene Meinung für so wichtig, dass man Feindschaft sät, nur um sich selber durchzusetzen. In Sprüche 10,12 heisst es: «Hass erregt Hader (r.Elb.: Zän-

kereien); aber die Liebe deckt alle Über-

tretungen zu.»

N.L.

Das Buch des Lebens

Aufgrund des Grusswortes von Peter Malgo und meinem Beitrag «Vor Grund- legung der Welt im Lebensbuch eingeschrieben?» in der Rubrik «Fragen – Antworten » in der Februar-Nummer gab es einige Reaktionen. Deshalb möchten wir das Thema im Rahmen des Blickfeldes nochmals aufgreifen.

F est steht, dass die Aussagen der Bi-

bel über dieses Thema viel komple-

steht man unter dem Buch des Lebens? Und ist damit immer das gleiche Buch gemeint?

Das Buch des Lebens

Im Buch des Lebens scheinen alle Menschen eingetragen zu sein. Diesen

Schluss lassen folgende Bibelstellen zu, auch wenn das Buch des Lebens nicht ausdrücklich erwähnt

wird:

2.Mose 32,32-33:

«Und nun, wenn du doch ihre Sünde verge-

ben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus dei- nem Buch, das du geschrieben hast, aus. Der Herr aber sprach zu Mose: Wer ge- gen mich gesündigt hat, den lösche ich

xer sind als man im ersten Moment

meint. So ist es relativ schwierig, die einzelnen Begriffe im Alten und Neuen Testament über das Buch des Lebens richtig einzuordnen, denn die Bibel spricht von mehreren Büchern, die im Himmel geführt werden (Dan 7,10; Offb 20,12). Grundsätzlich scheint es mir

Die Die Bibel Bibel spricht spricht von von mehreren mehreren Bü- Bü-

chern, chern, die die im im Himmel Himmel geführt geführt werden werden

wichtig, zwischen dem Buch des Lebens im Allgemeinen und dem Lebensbuch des Lammes im Speziellen zu unterschei- den. Das Problem ist allerdings: Was ver-

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AufgegriffenAufgegriffen

 

Beim «Wort zum Sonntag», das regelmäs- sig am Samstagabend ausgestrahlt wird, gibt es seit längerem eine neue «Zielsetzung». Es solle keine Kurz-Predigt gehalten werden, son- dern ein aktueller Kommentar aus christlicher Sicht. Sehr oft lasse die Sendung deshalb christliche Aussagen mit biblischen Inhalten vermissen, so die Kritiker. Gott oder Jesus wür- den oft überhaupt nicht erwähnt. Der Zuschau- er frage sich, wo Zuspruch, Ansporn, Ermuti- gung, Ermahnung und Trost blieben.

Belgien wird unter Umständen ein umstrit- tenes Gesetz abändern, das die Verfolgung von Kriegsverbrechen auf der ganzen Welt erlaubt. Die Modifizierung des Gesetzes würde das Ende einer Klage gegen den israelischen Premier- minister Ariel Sharon bedeuten.

Ein Vater, der seinen Sohn geohrfeigt hat- te, wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt. Ei- nem Arzt rutschte die Hand aus, weil sein 7- jähriger Sohn ein freches Wort gesagt hatte.

An der jüngsten Ebola-Epidemie in Kongo starben bereits 113 Menschen.Experten fürch- ten, das sich der Virus beim Verzehr von Affen- fleisch übertragen haben könnte.

Hitoshi Oshitani, Experte der WHO meint, dass das Sars-Virus sogar infektiöser sein könnte als Ebola.

In Lopburi (die Stadt der Affen), 160 Kilo- meter nördlich von Bangkok, gelten Affen als heilig und geniessen alle Freiheiten. Früher wurden sie sogar nach ihremTod wie Menschen beigesetzt und heute noch werden sie von buddhistischen Mönchen angebetet.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Fern- sehkanals Discoveri Channel glauben 71 Pro- zent der Deutschen, das Jesus wirklich gelebt hat.

Zum 1.August wird in Hannover ein Schul- versuch gestartet, den deutschsprachigen, is- lamischen Religionsunterricht an Grundschu- len einzuführen.

Helmut Markwort, Chefredakteur von Fo- cus sagte: «Eine Million Menschen hat Sad- dam Hussein auf dem Gewissen, hat sie ver- gast, erschiessen und hinrichten lassen, hat Kurden, Christen und Juden massakriert. …

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Aber eine Frau wie Alice Schwarzer, die sonst auch kleine Missstände mit harschen Worten attackiert, murmelte über den Massenmörder Hussein im ZDF, ‹dass er kein gemütlicher Staatschef ist›. Ich kann Wolfgang Schäuble gut verstehen, dass es ihm nach dieser Be- merkung fast den Magen umgedreht hat.»

PLO-Chef Jassir Arafat wird in Zukunft kei- ne Rolle mehr spielen. Diese Ansicht äusserte Jerusalems ehemaliger Bürgermeister Teddy Kollek im Gespräch mit der Welt am Sonntag.

Israels Wasserexperten sind mit der dies- jährigen Regenzeit sehr zufrieden. Rekordarti- ge Niederschläge haben den Pegel des Sees Genezareth in den vergangenen Monaten derart ansteigen lassen, dass er quasi wieder voll ist.

Die in Israel erscheinende arabische Ta- geszeitung Al-Ahali hat sich gegen die Beteili- gung israelischer Araber am Terrorismus ge- wandt. In dem Artikel ruft Chefredakteur Sa- lem Joubran arabische Politiker im Land dazu auf, dieses Problem «Ernst zu nehmen».

Das Waschmittel Ariel von Procter & Gamble fand in arabischen Ländern kaum noch Käufer. Grund: Der Name des Produkts stimmt zufällig mit dem Vornamen des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon überein.

Der Soft Drink Pepsi wurde im November 2000 in Ägypten aus Einkaufslisten gestrichen. Unbekannte hatten via Kettenbrief verbreitet:

Pepsi bedeute «Pay every penny to save Isra- el» (Bezahle jeden Cent um Israel zu retten).

Israels Premierminister Ariel Sharon ist bereit, jüdische Siedlungen in den palästinen- sischen Autonomiegebieten zu räumen und «schmerzhafte Zugeständnisse» zu machen, wenn dadurch wirklicher Frieden erreicht wer- den kann. Das sagte er kürzlich in einem In- terview mit der Tageszeitung Ha’aretz.

«Wer von der Wahrheit nichts opfern will, muss bereit sein, der Wahrheit alles zu opfern.»

Die Zahl der Geschiedenen in der Schweiz stieg zwischen 1990 und 2000 um 38 Pro- zent.

Die radikal-islamische Hisbollah verbrei- tet ein neues Computerspiel für Kinder. Um ans Ziel zu gelangen, muss der Spieler auch einen hochrangigen israelischen Politiker oder Offi- zier umbringen.

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aus meinem Buch aus.» Es geht hier um Israel in einer besonderen Situation und Zeit. Dennoch glaube ich, dass hier vom Buch des Lebens gesprochen wird, weil die Begründung lautet: «Wer gegen mich gesündigt hat» und Römer 6,23 sagt:

«Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Le- ben in Christus Jesus, unserem Herrn.» Mit dem Lohn der Sünde ist zweifellos der ewige Tod gemeint, so wie im Blick auf die Gnadengabe das ewige Leben erwähnt ist. Offensichtlich waren also sämtliche Israeliten von Anfang an im Lebensbuch eingeschrie- ben, also auch all jene, an de- nen Gott kein Wohlgefallen hat- te (Hebr 4,1-2ff.; 1.Kor 10,1-5). Diejenigen aber, die gegen Gott gesündigt hatten, sollten daraus gestrichen werden. Ihre sündi- ge Haltung war der Beweis dafür, dass sie das Blut des Passahlam-

mes zwar formell in Anspruch genommen, dies aber nicht aus tiefster innerster Überzeugung

getan hatten. Psalm 9,6: «Du hast Nationen ge- scholten, den Gottlosen verloren gege- ben, ihren Namen ausgelöscht für immer und ewig.» Diese Stelle, die sich laut Anmerkung 4303 der Elberfelder Studi- enbibel auf das Buch des Lebens bezieht, zeigt an, dass auch die heidnischen Na- tionen und die Gottlosen bzw. Gesetzlo- sen daraus für immer und ewig ausge- löscht werden. Das bedingt aber, dass sie zuvor darin standen. Könnte diese Stel- le aber nicht auch besagen, dass Gott die Gottlosen lediglich in ihrer irdischen Existenz ausgelöscht hat? Das wäre the- oretisch denkbar. Aber das betonte «für immer und ewig» scheint mir eine tiefe- re Bedeutung zu haben und sich auf das

Buch des Lebens zu beziehen. Ganz in diese Richtung deutet auch Psalm 69,29: «Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!» Psalm 69 ist ein messiani- scher Psalm, der über die Kreuzigung Jesu spricht. Die Juden, die Jesus Chris- tus verworfen haben, waren vorher im Buch des Lebens eingeschrieben. Nun aber sollen sie daraus gelöscht werden, um nicht mit den Gerechten eingeschrie- ben zu sein. Was nicht in einem Buch steht, kann nicht gelöscht werden, also

waren diese Juden vorher darin einge- tragen. Psalm 139,16: «Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrie- ben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.» Schon vor der Geburt Davids und erst recht vor seiner persönlichen Hinwendung zu dem le- bendigen Gott, waren die Tage Davids bereits in Sein Buch eingeschrieben. Die Frage bleibt hier allerdings offen, ob es

Die Frage bleibt hier allerdings offen, ob es Die Israeliten haben das Blut des Passahlammes zwar

Die Israeliten haben das Blut des Passahlammes zwar formell in Anspruch genommen, dies aber nicht aus tiefster Überzeu- gung

sich in diesem Vers tatsächlich um das Buch des Lebens handelt oder eventuell um ein anderes. Philipper 4,3: «Ja, ich bitte auch dich, mein rechter Gefährte, stehe ihnen bei, die in dem Evangelium zusammen mit mir gekämpft haben, auch mit Klemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens sind.» Alle, die wahrhaft bekehrt sind und sich da- rum auch für das Evangelium Jesu ein- setzen, stehen im Buch des Lebens. Offenbarung 3,5: «Wer überwindet, der wird so mit weissen Kleidern beklei- det werden, und ich werde seinen Na- men aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen beken- nen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.» Ein Einwand im Hinblick auf Philipper 4,3 und Offenbarung 3,5 lau- tet, es werde hier etwas impliziert, was da gar nicht geschrieben stehe. Diese Stellen würden lediglich besagen, dass derjenige, der im Buch des Lebens ge- schrieben steht, nicht daraus gelöscht werden könne. Man könne daraus nicht automatisch den Umkehrschluss ziehen, dass die anderen aus diesem Buch ge- löscht würden. Vielleicht hätten sie nie darin gestanden, genauso wie die «Ab- gefallenen» nie wirklich bekehrt gewe-

sen seien. Dem möchte ich entgegenhal- ten: Wahre Überwinder, und von solchen spricht Offenbarung 3,5, sind mit Sicher- heit nur die, die durch eine echte Be- kehrung wiedergeboren worden sind:

«Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: un- ser Glaube» (1.Joh 5,4). Die wiederge- borenen Menschen, die die Gemeinde Jesu darstellen, werden nicht aus dem Lebensbuch gelöscht. Aber offensichtlich besteht die Möglichkeit, Nichtüberwin- der, das heisst Nichtbekehrte (blosse Namenschristen) daraus auszulöschen. Das bedeutet, dass sie vorher darin stan- den, aber aufgrund einer fehlenden le- bendigen Beziehung zu Jesus Christus daraus gestrichen werden. Wer also wird im Buch des Lebens eingeschrieben bleiben? Nach meiner Erkenntnis diejenigen, die durch ihre Bekehrung ins Lebensbuch des Lammes eingetragen werden. Sie dringen zum ewigen Leben durch und bleiben dem- zufolge im Buch des Lebens stehen. Umgekehrt gehen diejenigen, die sich nicht zu Jesus bekehrt haben und nicht wiedergeboren wurden in den ewigen Tod der Verdammnis und werden aus dem Buch des Lebens gestrichen: «Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Greuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes» (Offb 21,27). Wer nicht durch das Blut des Lammes Vergebung seiner Sünden er- langt, ist und bleibt unrein (Röm 5,9; Eph 1,7; 1.Joh 1,7).

Das Lebensbuch des Lammes und das Buch des Lebens im Neuen Testament

Vom Lebensbuch des Lammes lesen wir in Offenbarung 13,8: «Und alle, die auf Erden wohnen, beten es (das Tier) an, deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Le- bensbuch des Lammes, das geschlach- tet ist.» Diese Menschen, die den Dra- chen und das Tier anbeten, stehen nicht im Lebensbuch des Lammes. Das heisst, sie stehen nicht mit dem Lamm Gottes in Verbindung, das durch Seinen Tod das ewige Leben für alle erworben hat, die an Jesus glauben. Darum werden sie den kommenden Weltherrscher anbeten, in welchem sich der Teufel manifestiert. Offenbarung 17,8: «Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner

der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grund- legung der Welt an, werden sich wun- dern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird.» Diese Stelle besagt meines Erachtens nicht – wie manche meinen –, dass die Menschen «von Grundlegung der Welt an» noch nicht im Buch des Lebens stan- den (also später darin aufgenommen wurden), sondern dass sie nicht mehr im Buch des Lebens stehen, das von «Grundlegung der Welt an» existiert. Ein Bibelkommentar erklärt dazu, dass die Worte «geschrieben sind» nicht im Ao- rist (Punktual), sondern im viel seltene- ren Perfekt (Resultativ) stehen. Ebenso auch die Stelle aus Offenbarung 20,15. Ein Resultativ ist das Resultat eines Er- gebnisses, das einen Vorgang mit ein- schliesst. Demnach können diese Men- schen vorher im Buch des Lebens, das vor Grundlegung der Welt an geschrie- ben ist, eingetragen gewesen sein, aber

als Resultat ihrer Verweigerung, Jesus in ihr Leben aufzunehmen, sind sie daraus gestrichen worden. Offenbarung 20,12.15: «Und ich sah die Toten, die Grossen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wur- den geöffnet; und ein anderes Buch wur- de geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrie- ben war, nach ihren Wer- ken. … Und wenn je- mand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wur- de er in den Feuersee ge- worfen.» Ich gehe davon aus, dass im Buch des Le- bens niemand steht, der vor dem grossen weissen

Thron des Endgerichts er- scheinen muss. Darum wird von diesen Men- schen auch bereits als von Toten gesprochen:

«Und ich sah die To- ten … Und die Toten wurden gerich- tet …» Sie stehen nicht im Buch des Le- bens, weil Gott kein Gott der Toten, son- dern der Lebenden ist (Mt 22,32). Ge- rechtigkeitshalber wird das Buch aufge- schlagen, um jedem Verurteilten zu zei- gen, dass er nicht durch eigene Werke in das ewige Leben eingehen konnte. Er

hätte nicht vor diesem Gericht erschei- nen müssen, wenn sein Name darin ste- hen würde. Mit Schrecken muss er nun mit eigenen Augen sehen, dass anstelle

seines Namens eine gähnende Leere ist. Wer jedoch im Buch des Lebens steht, muss am Tag des Jüngsten Gerichts nicht vor Gott erscheinen, denn durch Jesus ist

er bzw. sie diesem Gericht entronnen und herrscht bereits mit Christus (Joh 5,24). Die andern aber, die durch ihre Werke Gott gefallen wollten und sich nicht im Glauben auf das Werk Jesu Christi stütz- ten, stehen nicht mehr im Buch des Le- bens, sie sind darum bereits tot und ge- hen in die ewige Verdammnis, in den zweiten Tod (Offb 21,8). Der Zusammen- hang mit Offenbarung 21,27 macht deut- lich, dass nur diejenigen gerettet sind, die im Buch des Lebens des Lammes stehen. Sicher wird das grosse Thema der Bibel über das Buch des Lebens nicht umsonst mit diesem Vers über das Buch des Le- bens des Lammes abgeschlossen, denn dies ist letztlich das Entscheidende: «Und alles Unreine wird nicht in sie hinein- kommen, noch derjenige, der Greuel und Lüge tut, sondern nur die, welche ge- schrieben sind im Buch des Lebens des Lammes» (Offb 21,27). Zusammenfassend: Jeder Mensch, der in das physische Leben hineingeboren wird, steht vor Grundlegung der Welt fest. Da aber jeder Mensch, der in das irdische Leben hineingeboren wird, auch für das ewige Leben bestimmt ist, steht er im Buch des Lebens geschrieben. So drückt demnach das Buch des Lebens den Willen Got- tes aus – und Gott will nicht, dass jemand verlo- ren gehe (2.Petr 3,9). Aber nur wer im Lebens- buch des Lammes einge- tragen ist, dringt auch zum ewigen Leben durch. Dies geschieht durch aufrichtige Busse

und Annahme des Heils in Jesus Christus und durch die daraus resultie- rende Wiedergeburt im

Heiligen Geist. Die Nichtbekehrten dagegen werden aus dem Buch des Lebens aus- gelöscht, weil sie sich nicht bekehrt ha- ben und nicht im Lebensbuch des Lam- mes stehen. Die entscheidende Frage lautet des- halb: Stehen Sie, der Sie dies lesen, schon im Buch des (ewigen) Lebens ge- schrieben oder nicht?! In Offenbarung 20,15 wird ganz klar gesagt: «… wenn

jemand nicht gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.» N.L.

Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.» ■ N.L. «Deine Augen sahen mich, als ich

«Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da

war»

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Im Im Blickfeld Blickfeld Im Im Blickfeld Blickfeld Pädophilie – was steht dahinter? Die weltweite

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Pädophilie – was steht dahinter?

Die weltweite Aktion «Genesis» hat die Gemüter bewegt. In einer noch nie da gewesenen Aktion wurden Männer überprüft und ihre Internet- kontakte minutiös verfolgt.

N ationalrat Christian Waber schrieb

dazu in «EDU-Standpunkt», Nr. 4/

2003: «Ein weltweites Problem.

die Gott nicht möchte. Nur fehlgeleite- te Menschen können Menschen, können Kinder missbrauchen!

Kinderpornographie gleicht einer Seu- che; die Kontakte und Beziehungen ge- hen bis in feinste Kreise von Politik und Wirtschaft. Kann da überhaupt Abhilfe geschaffen werden? Sexualität – kein Problem!? Mann und Frau wurden von Gott wunderbar er- schaffen. Der Mann als Mann, die Frau als Frau, beide mit ihren biologischen Funktionen. «Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner Frau ‹anhan-

gen›», lehrt die Bibel. Der Mann wird immer Jäger sein, ein rechter Mann «jagt» aber nur seine Frau! Er erlegt sie nicht, sondern liebt und hegt sie, sorgt für sie und bringt ihr mindestens drei Mal im Jahr ihre Lieblingsblumen! Die Frau ehrt den Mann und weiss um sei- ne Sexualität, kennt ihn durch und durch und kann sich von Herzen ‹schenken›! Unsere gottgeschaffene Lust ist nicht böse, sondern ein wunderbares Ge- schenk unseres Herrn. Probleme tau- chen dort auf, wo sich zwei Menschen, die sich lieben, die sich ehren und re- spektieren, einander entziehen. Wo Se- xualität verbannt wird, kommen andere Bedürfnisse, werden Gedanken geweckt,

Die Lust- und Frustgesellschaft Sexualität ist heute zum Konsumgut verkommen. An allen Ecken, in allen Medien kann konsumiert werden. Der Überhang an öffentlichen Diskussionen, Filmen und Internetkonsum führt zu ei-

ner Verfälschung der Werte. Gut sind der und die, die immer Lust

haben und ihre Sexuali- tät frei ausleben. Treue, Verantwortung und War- ten sind veraltete Begrif- fe. Wer nicht mehr mag, nimmt Viagra, konsu- miert Pornografie und

begibt sich in eine Spi- rale der Lust, die nicht aufhört. Da heu-

te alles möglich ist, haben die Perversi- onen kein Ende. Hinzu kommt, dass die Gerichte die persönliche Freiheit immer mehr in den Vordergrund stellen und allen Dreck schützen. Wenn alle Rege- lungen versagen, wird schliesslich noch die ‹Kunst› bemüht und selbst harte Pornografie mit der Begründung der ‹künstlerischen Freiheit› geschützt. Art. 197 StGB verliert seine Wirkung, die Meinungsfrei-

heit, durch die Eu- ropäische Men-

Der Der Überhang Überhang an an öffentlichen öffentlichen Diskussi- Diskussi-

onen, onen, Filmen Filmen und und Internetkonsum Internetkonsum führt führt

zu zu einer einer Verfälschung Verfälschung der der Werte Werte

und unserer Verfassung! Doch was der Mensch sät, muss er ernten. Wir kön- nen heute die Saat aufgehen sehen, die 1992 ausgestreut wurde: Bei der Abstim- mung über das Sexualstrafrecht, das auch von Christen unterstützt wurde, wies die EDU auf die Gefahren der Por- nografie hin. Die Unterscheidung in ‹har- te› und ‹weiche› Pornographie war ein grosser Fehler. Wenn Männer Kinder missbrauchen, ist das etwas vom Schlimmsten, was es überhaupt gibt! Macht wird eingesetzt und Schwäche missbraucht! Für mich ist absolut klar, dass das Schwert des Staates (Röm 13) die Schuldigen mit aller Härte treffen muss. Es nützt nichts, wenn ein Heer von Psychologen und Psychiatern zur Therapie bemüht wird. Der Staat muss Voraussetzungen schaffen, damit mit allen Mitteln gegen diesen Schmutz vorgegangen werden kann! Gerade auch in christlichen Kreisen muss in der Ver- kündigung darauf hingewiesen werden, dass es für diese Sünde auch Hilfe gibt. Nicht wegschauen, sondern hinschauen und helfen! Wir müssen über diese The- men sprechen und in Ermahnung und Seelsorge darauf eingehen.

Moralisches ‹Tschernobyl›. Es kann doch nicht angehen, dass ein Gericht im Kanton Zürich (Schweiz) einen Mann nur bedingt verurteilt, der mit 13-jähri- gen Knaben sexuelle Kontakte hatte! Die Begründung des Gerichtes, ‹der Mann konnte das Alter der

Knaben nicht wissen›, führt letztlich dazu, dass alles entschuldbar wird! Mit dieser Taktik kom- men wir dahin, dass nie- mand mehr schuldig ist und es keine Sünde

mehr gibt! Der Täter wird zum Opfer erklärt und in die The- rapie abgeschoben! Es ist eine traurige Tatsache, dass Moral und Ethik schon längst zur Worthülse degradiert sind. Heute zählen Worte und nicht mehr das Wort (Gottes)! Die menschlichen Reak- toren sind explodiert, senden dauernd

tödliche Strahlung aus und wir suchen nach den Ursachen. Die Pädophilie, der Kindsmissbrauch, ist ein Geschwür, das weiterwuchert. Die Schleusen sind ge- öffnet, die Sinne verführt. Kämpfen wir in persönlicher Glaubwürdigkeit dage- gen an!»

Heute Heute zählen zählen

Worte Worte und und nicht nicht

mehr mehr das das Wort Wort

(Gottes)! (Gottes)!

schenrechtskonven- «Er sprach aber zu seinen Jüngern:

tion EMRK ge- schützt, steht über

unseren Gesetzen

Es ist unmöglich, dass nicht Verführun- gen kommen. Wehe aber dem, durch den sie kommen!» (Lk 17,1). N.L.

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Mitternachtsruf > Juni 2003

Aus Aus der der Arbeit Arbeit des des Mitternachtsruf Mitternachtsruf Fremdsprachenausgaben erstmals in eigener

Aus Aus der der Arbeit Arbeit des des Mitternachtsruf Mitternachtsruf

Fremdsprachenausgaben erstmals in eigener Druckerei

A ppel de Minuit», «Chiamata di Mez

zanotte», «Middernachtsroep», «Éj-

féli Kiáltás», «Strigatul de la mie-

zul noptii» – das sind die Ausgaben der Zeitschrift «Mitternachtsruf» in den Sprachen Französisch, Italienisch, Hollän- disch, Ungarisch und Rumänisch. Und zum ersten Mal wurden diese fünf fremd- sprachigen Zeitschriften (Mai-Ausgabe) komplett in unserer MNR-Europadrucke- rei in Budapest hergestellt. J.M.

Filme herstellen > drucken > Druckbögen zusammentragen, heften …

drucken > Druckbögen zusammentragen, heften … >> Neben der ungari- schen, rumänischen und
drucken > Druckbögen zusammentragen, heften … >> Neben der ungari- schen, rumänischen und

>>

Neben der ungari- schen, rumänischen und russischen Ausgabe werden jetzt auch die französi- schen, italienischen
Neben der ungari-
schen, rumänischen
und russischen
Ausgabe werden jetzt
auch die französi-
schen, italienischen
und holländischen
Zeitschriften in
unserer Druckerei
hergestellt
Zeitschriften in unserer Druckerei hergestellt > 30. Kongress über das prophetische Wort A m 5. Mai
Zeitschriften in unserer Druckerei hergestellt > 30. Kongress über das prophetische Wort A m 5. Mai

>

30. Kongress über das prophetische Wort

A m 5. Mai brachen rund 70 Teilneh-

mer zur 10-tägigen 30. Kongress-

heute mehr denn je Ausschau nach ech- ten Freunden. Im Rahmen des zweitägigen Beth- Shalom-Kongresses am See Genezareth wurde den Teilnehmern reichlich Wort Gottes und Informationen weitergege- ben: So sprach Dr. Mordechai Waron

reise von Frankfurt und Zürich-Klo-

ten nach Israel auf. Wir sind dem Herrn dankbar, dass es immerhin 70 waren, denn viele Christen wagen sich heute nicht mehr nach Israel; dabei hält Israel

70 Teilnehmer nahmen dieses Jahr an der Israel- Kongressreise teil. Guppenbild am See Genezareth
70 Teilnehmer nahmen
dieses Jahr an der Israel-
Kongressreise teil.
Guppenbild am See
Genezareth

am See Genezareth

über die Gefahren für Israel aufgrund des «Road Map-Friedensplanes». Dr. Gershon Nerel vermittelte uns einen weiten Einblick in messanische Gemein- den in Israel. Dr. Jürgen Bühler sprach über die Beziehungen zwischen der EU und Israel und was damit zusammen- hängt. Fredi Winkler zeigte uns in sei- nem Vortrag die grossen Gefahren des wachsenden Islam für Israel und die Christen auf. Und Norbert Lieth vermit- telte uns einen Abriss über die prophe- tische Zukunft Israels bis zum herrlichen Ende, wenn Jesus Christus nach Israel wiederkommen wird. Es war uns auch eine besondere Freu- de, anlässlich dieses Kongresses Dr. Wa- ron zwei Schecks für die Arbeit im As- saf-Harofeh-Krankenhaus überreichen zu dürfen: einen über CHF 500 000.– (Schweiz und übrige Länder) und einen über Euro 250 000.– (Deutschland). Un- serem Herrn allein gebührt alle Ehre! Ein ausführlicher Bericht folgt in der Juni-Ausgabe der «Nachrichten aus Isra-

el».

■ C.M. Mitternachtsruf > Juni 2003 15 15
■ C.M.
Mitternachtsruf > Juni 2003
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WohinWohin steuertsteuert diedie Ökumene?Ökumene?

WohinWohin steuertsteuert diedie Ökumene?Ökumene?

Es ist ein hohes Ziel, dem mannigfaltigen Schrifttum über die Ökumene weite- res hinzuzufügen und dabei dem Anspruch der Aktualität sowie der um- fassenden Information gerecht zu werden.

MICHAEL URBAN

D ieser Beitrag und dessen ge-

plante Fortsetzungen können

und wollen diesem Anspruch

nicht genügen. Sie sollen

lediglich das Thema vom

Standpunkt des prophetischen Wortes aus betrachten. Dabei sehen wir das pro- phetische Wort nicht nur als die Samm- lung des in der Schrift Vorhergesagten – sowohl im Alten als auch im Neuen Tes- tament –, sondern darüber hinaus als die geistlich gegründete Einschätzung der Gegenwart, wie Paulus schreibt: «Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt

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Mitternachtsruf > Juni 2003

durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deu- ten. Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich be- urteilt wird» (1.Kor 2,13-14). Was geschieht heute, hier und jetzt, in der Welt und in der Christenheit? Was haben die aktuellen Entwicklungen für die wahren Gläubigen zu bedeuten? In- wieweit ist die ökumenische Bewegung ein Wegbereiter endzeitlicher Szenari- en? Welche Reaktion erwartet unser Herr Jesus Christus von uns? Wie weit ist die Ökumene bereits gegangen, und wie weit wird sie noch gehen? Dazu spä- ter mehr.

Worum geht es, wenn wir von Ökumene sprechen?

Im Zusammenhang der Bibel bedeu- tet Ökumene schlicht «die bewohnte Erde» oder noch einfacher «die Welt».

Dieser Begriff wird zum Beispiel in Mat- thäus 24,14 verwendet: «Und diese Frohbotschaft vom Reich wird auf der ganzen bewohnten Erde verkündet werden zum Zeugnis allen Völkern, und dann wird das Ende kommen.» Im Sin- ne der Heiligen Schrift bezeich-

net der Begriff «ökumenisch» eine Einheit der Gläubigen auf die Initiative des Heiligen Geis- tes hin.

Die heutige Ökumene erstrebt dage- gen eine Einheit, die man mit einem mathematischen Begriff als den «kleins- ten gemeinsamen Nenner» bezeichnen könnte. Deren Fürsprecher verwechseln die Einheit der wahren Gläubigen, wie sie zum Beispiel Johannes beschreibt (vgl. Joh 17,21-23), mit einer Einheit der Kirchen – das heisst der Organisationen – oder noch weiter gehend mit einer Einheit aller irgendwie an einen Gott oder eine Gottheit glaubenden Men- schen. Die Bibel jedoch unterstreicht eindeu- tig den Ausschliesslichkeitsanspruch der wahren Versammlung Gottes, der ge- gründet ist auf das göttliche Wort. Diese Grundlage finden wir vor allem in der Apostelgeschichte: «Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten» (Apg 2,42). Nie kann aus allen Organisationen und De- nominationen unter grossem politischen und organisatorischen Einsatz das ent-

Ökumene Ökumene = = den den kleinsten kleinsten ge- ge-

meinsamen meinsamen Nenner Nenner suchen suchen

KEYSTONE

stehen, was die Bibel «Versammlung der Herausgerufenen» nennt. Die Versamm- lung Gottes ist ein geistlicher Organis- mus, der durch Gott selbst mittels der erlösenden Kreuzestat Jesu Christi aus der Welt herausgebracht und abgeson- dert ist, um etwas Besonderes zum Lob- preis der Gnade Gottes zu sein: «Wenn er die eigenen Schafe alle herausge- bracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. … Ich bin der gute Hir- te; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich … Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein» (Joh

10,4.14.16).

Dabei sei vorausgesetzt, dass die Öku- mene keine isolierte, nur auf religiösem Gedankengut basierende Strömung ist; sie ist vielmehr die umfassendste welt- weite Bewegung seit Menschengeden- ken. Sie steht in Verbindung mit dem allgemeinen Wertewandel der mensch- lichen Gesellschaft und hat Berührung mit den Zauberwörtern des «Christli- chen Abendlandes»: Toleranz, Frieden, Humanität, Gerechtigkeit und Bewah- rung der Schöpfung. Sie propagiert eine neue «Spiritualität» – was auch immer das sein mag – und arbeitet vorwiegend mit religiösen Begriffen. Ebenso aber hat sie ihre Quellen in politischer, kulturel- ler und gesellschaftlicher Entwicklung hin zu einer Globalisierung grössten Ausmasses.

Ökumene weltweit im Vormarsch

Die Ökumene ist in ihrer Entwicklung schon viel weiter fortgeschritten, als man gemeinhin annimmt. Im Grunde genom- men gibt es schon kein Zurück mehr, denn das ökumenische Denken, das bereits Einzug gehalten hat in Kirchen, Freikirchen und Einrichtungen, ist nicht mehr zu korrigieren – es sei denn, Ein- zelne haben die Kraft, sich kompromiss- los davon zu trennen. Ökumene ist nicht erst dann vollzo- gen, wenn alle Kirchen, Religionen und Gemeinschaften ein gemeinsames Glaubensbekenntnis unterzeichnet ha- ben. Dazu wird es nie kommen. Weder wird ein überzeugter Muslim mit einem überzeugten Christen das Abendmahl feiern, noch wird ein Katholik gemein- sam mit einem Buddhisten die «Jungfrau Maria» anbeten. Das Streben nach Welteinheit auf «re- ligiösem» Gebiet, gemäss dem Motto:

Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden bedeutet nicht, dass jede Religion ihr Gedankengut mitbringt und eine Exper- tenkommission daraus einen von allen akzeptierten Einheitsglauben mischt. Diese Form der Ökumene, wie sie sich viele Gläubige vorstellen, ist nicht kon- struierbar und ausserdem auch nicht wünschenswert. Es geht nicht um die Annäherung von Glaubensbekenntnis- sen, wie zum Beispiel die «Gemeinsa- me Erklärung zur Rechtfertigungslehre» zwischen der katholischen und evange- lischen Kirche. Diese ist, mit Verlaub gesagt, ein «Papiertiger». Nein – bei der Ökumene geht es um etwas viel Revolu- tionäreres.

Kein neuer Glaube – ein neuer Gott muss her!

Es muss ein neuer Gott geschaffen

werden, der den Wünschen und Voraus- setzungen al- ler Menschen auf Erden ent- spricht. Dieser menschliche Schöpfungsakt wird mit gros- ser Anstren- gung betrie- ben. Der neue Gott oder das neue Gottes- bild ist konträr zum Vater im Himmel, zum

Vater unseres

Herrn Jesus

Christus. Die- ser neue Gott hat die Akzeptanz der Menschheit nur in der Verneinung und Leugnung des wahren Schöpfers und in der Verneinung Seines Sohnes Jesus Christus als «der Weg und die Wahrheit und das Leben» (vgl. Joh 14,6). Nicht die Glaubensbekenntnisse sind es, die sich einander nähern müssen, sondern Gott selbst soll sich den Vorstel- lungen der Menschen anpassen. Und genau das wird am Ende der letzten Zeit zur Anbetung eines Menschen führen. Wir lesen das in Offenbarung 13,11-18, insbesondere in Vers 18: «Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berech- ne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666.» Walter G. Bauer schreibt:

unserer Vorstellung existiert»

Gottes! Deshalb soll dieser Name fortan nicht mehr genannt, sondern nur noch umschrieben werden! Gott braucht ei- nen neuen Namen, damit Er wieder Gott sein kann; Er wird ihn erhalten, weil Er wieder Gott sein will unter uns, auf dass

wir Ihn erkennen als einen Gott aller Menschen, der nur eine Forderung an uns stellt und nur ein Gesetz uns gibt, nämlich, dass wir alle Brüder sein sol- len, Brüder der einen Menschheitsfami- lie, die aus vielen Völkern besteht. Es wird allem Dasein auf Erden ein neues Mass gesetzt werden, es wird zur Menschwerdung des Menschen kom- men, und ‹Mensch›, das wird der neue Name Gottes sein!» 1 Fast sträubt sich einem die Feder, so etwas niederzuschreiben, aber man ist in dem Prozess, ein neues Gottesbild zu schaffen, weiter als wir denken. Das zeigt das nächste Zitat der auch von vielen Mitgliedern von Freikirchen verehrten, inzwischen verstorbenen Mut- ter Theresa:

«Wenn wir von Angesicht zu Angesicht Gott begegnen und Ihn in unser Leben aufneh- men, werden wir ein besserer Hindu, ein besserer Muslim, ein besserer Katholik, ein bes- serer – was immer wir sind – man muss Gott so annehmen, wie Er in unserer Vorstellung existiert.» 2 Ökumene ist nicht das Zu- sammentragen bestehender Lehren und Traditionen, son-

dern das Schaffen einer neuen

Weltanschauung, eines alle Re- ligionen umfassenden Gottes- bildes. Dazu ein letztes Zitat aus einer katholischen Monatszeitschrift:

«Die Einheit der Religionen, die vom Heiligen Vater, Papst Johannes Paul II., vorangetrieben und von seiner Heilig- keit, dem Dalai Lama, begrüsst wird, ist kein Ziel, das in Kürze erreicht werden wird. Aber der Tag wird kommen, da die von Buddha und Christus so wortreich verfochtene Nächstenliebe die Welt ret- ten wird, indem man gemeinsam alles daransetzen wird, die Menschheit dadurch vor sinnloser Zerstörung zu ret- ten, dass man sie zu dem Licht führt, an das wir alle glauben.» 3 Wir müssen diesen Zitaten das heili- ge und ewige Wort Gottes gegenüber- stellen. Die oben angeführte Situation ist beschrieben in Psalm 2: «Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völ- kerschaften? Es treten auf Könige der Erde, und Fürsten tun sich zusammen

treten auf Könige der Erde, und Fürsten tun sich zusammen MUTTER THERESA: «Was immer wir sind

MUTTER THERESA: «Was immer wir sind – man muss Gott so annehmen, wie Er in

«Das Christentum schlägt mit dem Namen ‹Jesus› die Menschheitszukunft tot: Das ist die Wahrheit! Das Christen- tum tötet die Gottheit mit dem Namen

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WohinWohin steuertsteuert diedie Ökumene?Ökumene?

gegen den Herrn und seinen Gesalbten (indem sie sagen; d.Verf.): ‹Lasst uns zerreissen ihre Bande und von uns wer- fen ihre Stricke!› Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie. Dann spricht er sie an in seinem Zorn, in sei- ner Zornglut schreckt er sie (indem Er sagt; d.Verf.): ‹Habe doch ich meinen König geweiht auf Zion, meinem heili- gen Berg.› Lasst mich die Anordnung des Herrn bekannt geben! Er hat zu mir ge- sprochen: ‹Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde. Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeissen.› Und nun, ihr Könige, handelt verständig; lasst euch zurecht- weisen, ihr Richter der Erde! Dienet dem Herrn mit Furcht und jauchzt mit Zit- tern! Küsst den Sohn, das er nicht zür- ne und ihr umkommt auf dem Weg; denn leicht entbrennt sein Zorn. Glücklich alle, die sich bei ihm bergen!» Die ökumenische Bewegung ist letztendlich eine antichristliche Bewe- gung, wenn auch einzelne evangelikale Kreise und Freikirchen etwas anderes behaupten. Es geht in der heutigen Öku- mene nicht mehr zuerst um die Missi- on, sondern um den Dialog, nach dem Motto: «Glaube du mir meinen Glauben, dann glaube ich dir deinen Glauben.»

Verführerische und wohlklingende Gedanken

Ein von vielen Christen gedankenlos übernommener Wahlspruch der Ökume-

von solchen wiederholt werden, die gemeinhin als treue evangelikale Chris- ten bekannt sind. Aber die drei oben ge- nannten Trendsätze widersprechen grundlegend der Lehre der Bibel!

Absonderung und Abgrenzung wie ein roter Faden durch die Heilsgeschichte. Mauern zu bauen ist eine Aufforderung Gottes, damit sich Freund und Feind voneinander unterscheiden (Jes 62,6). Mauern boten Schutz nicht nur vor Fein- den, sondern sinnbildlich auch vor den Einflüssen derer, die nicht an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubten

die nicht an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubten «Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis

«Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666»

• Lehre trennt, Gebet eint. Es ist

wahr, dass das Wort Gottes trennt, oft radikaler, als wir es uns selbst trauen würden. Aber können wir das, was Got- tes Wort trennt, im Gebet vereinen? Können wir das, was Gott verboten und geboten hat, im Gebet aufheben? Kön- nen wir die neutestamentliche Lehre über die Taufe oder über das Gedächt- nismahl des Herrn beiseite stellen, um uns im Gebet zu einigen über Dinge, die wir für wichtiger halten? Welche Ver- messenheit gegenüber dem heiligen Wort Gottes, das uns im zweiten Johan-

nesbrief sagt: «Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des

Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre

nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüsst ihn nicht! Denn wer ihn grüsst, nimmt teil an seinen bösen Werken» (2.Joh 1,9-11). Wie können wir im Gebet das vereinen, was Gott ge-

trennt hat?

• Brücken bauen statt Mauern. Ab-

gesehen davon, dass das Thema Brücken bauen in der Bibel nicht vorkommt, das

Thema Mauern dagegen etwa 30 Mal er- wähnt wird, zieht sich das Thema der

(vgl. Jes 26,1-2). So war es im ersten Bund. Auch im neuen Bund ist es uns geboten, eine Grenze zu ziehen zwi- schen Wiedergeborenen und Namens- christen. Paulus schreibt: «Ein natürli- cher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht er- kennen, weil es geistlich beurteilt wird» (1.Kor 2,14). Gibt es einen klareren Hin- weis auf eine notwendige Trennung zwischen Wiedergeborenen und Na- menschristen? Und sind nicht unzähli- ge Fehlentscheidungen im Raum der Kirche getroffen worden, weil in den ver- antwortlichen Gremien Ungläubige sit- zen? Wie soll unser Missionsauftrag sonst gedeutet werden, wenn in Deutschland oder der Schweiz sowieso «alle» irgend- wie an irgendeinen Gott glauben? Wen soll ich denn missionieren, wenn ich durch meine Brücke deutlich mache, dass Glaube und Unglaube gar nicht so weit voneinander entfernt sind? Die Trennung zwischen einem Wiedergebo- renen und einem Namenschristen kann niemals durch eine Brücke aufgehoben werden, wohl aber durch die Liebe Got- tes. Ein unverbrüchliches Merkmal aber der Liebe Gottes ist die Wahrheit. So lieb uns das auch wäre, es gibt keinen Un- terschied zwischen halb gerettet und ganz gerettet, sondern nur zwischen ge-

Verführung Verführung lebt lebt davon, davon, dass dass sie sie

Formulierungen Formulierungen benutzt, benutzt, die die geist- geist-

lich, lich, religiös religiös und und biblisch biblisch klingen, klingen,

es es aber aber in in ihrer ihrer Tiefe Tiefe nicht nicht sind sind

niker lautet: «Lehre trennt, Gebet eint.» Andere Anhänger der Ökumene sagen:

«Wir wollen Brücken bauen und keine Mauern.» Wieder andere verkünden: «In der Hauptsache Einheit, in Nebensachen Freiheit, über allem aber die Liebe.» Alle diese Schlagworte klingen vernünftig und werden deshalb auch unkritisch über- nommen, vor allem deshalb, weil sie auch

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Mitternachtsruf > Juni 2003

rettet und verloren. Wenn wir eine Brü- cke zu verlorenen Menschen bauen, dann nur deshalb, um sie auf die Seite der Wahrheit zu ziehen, von der Fins-

ternis ins Licht. Diese Brücke dient zur Rettung und nicht zur allgemeinen Ver- ständigung unter Namenschristen, um zu beteuern, dass wir irgendwie alle doch dasselbe glauben. Wer solche Brü- cken baut, macht sich schuldig an de- nen, die unter dem Verzicht auf die Wahrheit der Bibel zu Gläubigen erklärt werden.

• In der Hauptsache Einheit, in den

Nebensachen Freiheit, über allem aber die Liebe. Diese so logisch klin- gende Formel des Augustinus (frei for- muliert) birgt ebenfalls zwei grosse Pro- bleme in sich:

Zunächst wird damit der Eindruck erweckt, dass die biblische Botschaft – denn um die geht es ja – in Hauptsachen und in Nebensachen zerfällt, in Wichti- ges und Unwichtiges, in Grundlagen, die alle Gläubigen betreffen und in Glau- benssätze, die jeder halten kann, wie er will. Das führt dann letztendlich zu der verhängnisvollen Schlussfolgerung, die in den letzten Jahren immer häufiger gezogen wird: «Hauptsache Jesus – der Rest ist egal.» Damit trennt man die Per- son des Herrn Jesus Christus von Sei- nem Auftrag und Seiner Lehre. Das Ziel vieler «überkonfessioneller» Aktionen ist die Bekehrung und nicht die Beleh- rung. Der evangelistische Zweck heiligt sozusagen das Mittel der Beschränkung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Leider hat auch die Evangelische Allianz in Deutschland viele ihrer Grundsätze aufgegeben, um in zunehmendem Mass das ökumenische Denken rechtfertigen zu können. Es kann nicht sein, dass zum Zweck gemeinsamer Aktionen von evan- gelischer Kirche, katholischer Kirche und Freikirchen der von Jesus selbst for- mulierte und unbedingte Zusammen- hang von Missionsbefehl und Lehre auf- gehoben wird. Es kann nicht sein, Jesus die Hauptsache zu nennen und zum Bei- spiel die Abendmahls- oder die Taufleh- re der Schrift als Nebensachen zu be- zeichnen. Und schon gar nicht kann es sein, dass wir eindeutige Irrlehren wohl- wollend als Sondertradition der jeweili- gen Kirche akzeptieren. Es ist durchaus nicht nebensächlich, dass durch die Irr- lehre der Säuglingstaufe Milliarden Na- menschristen erzeugt worden sind. Und es ist auch nicht nebensächlich, dass in der katholischen Eucharistie (Abend- mahl) durch die mystische «Wandlung» Jesus immer wieder neu «geopfert» wer-

den muss zur Vergebung der Sünde – ganz abgesehen davon, dass diese Hand- lung ungültig wird, wenn der Priester auch nur einmal von der vorgeschriebe- nen Wortformel abweicht. Zum anderen stellt sich bei der For- mel des Augustinus das Problem, wer denn nun entscheidet, was die Hauptsa- che und was die Nebensachen sind. Und wie kann dann über diesem allen auch noch die Liebe Gottes schweben? Liebe Leser und Leserinnen, es ist ein

ernster Tatbestand, dass wir leichtfertig Formeln übernehmen, die durchdacht und geistlich klingen,

letztendlich aber die abso- lute Wahrheit des Evange- liums aufweichen. Genau das ist neben der Tatsache, dass der ökumenische Pro- zess schon sehr weit fort- geschritten ist, der zweite Gedanke dieses einleiten- den Beitrags.

che der Heiligen Jungfrau an.» 4 Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) schrieb darüber:

«Es ist Sach- und Wortverdrehung, wenn das angeblich bahnbrechende Dokument eine grundsätzliche Ände- rung des allseits bekannten römischen Totalanspruches enthielte. Nach wie vor bleibt die Rechtfertigungslehre nur ein unverzichtbares Kriterium, nicht das unverzichtbare Kriterium.» 5 Selbst dieser Kommentar der FAZ ist problematisch. Vereinfacht ausgedrückt sagt er Folgendes aus: Die Unterschrift

Wenn Wenn wir wir eine eine Brücke Brücke zu zu verlore- verlore-

nen nen Menschen Menschen bauen, bauen, dann dann nur nur

deshalb, deshalb, um um sie sie auf auf die die Seite Seite der der

Wahrheit Wahrheit zu zu ziehen, ziehen, von von der der Fins- Fins-

ternis ternis ins ins Licht Licht

Die ökumenische Bewegung arbeitet mit den Mitteln der Verführung

Das Wesen der Verführung ist ja ge- rade, dass sie nicht so offensichtlich ist und nicht sofort enttarnt werden kann. Verführung lebt davon, dass sie Formu- lierungen benutzt, die geistlich, religi- ös und biblisch klingen, es aber in ih- rer Tiefe nicht sind. Verführung lebt davon, dass sie Sachverhalte geschickt verschleiert und nur studierte Germa- nisten entdecken können, welch brisan- ter Inhalt sich hinter positiv dargestell- ten Fakten versteckt. Ich möchte hier ein Beispiel aus der jüngeren Vergan- genheit anführen. Ein weiterer Meilen- stein auf dem Weg zur ‹Einheit der Kir- chen› ist die Unterzeichnung der ‹Ge- meinsamen Erklärung zur Rechtferti- gungslehre›, die vom Vatikan wie folgt kommentiert wurde:

«In Augsburg findet heute und eben zu dieser Stunde ein Ereignis von gros- ser Bedeutung statt. Die Vertreter der katholischen Kirche und des Lutheri- schen Weltbundes unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung über eines der Hauptargumente, die Katholiken und Lutheraner in Gegensatz zueinander gebracht haben: Die Lehre über die

Rechtfertigung durch den

handelt sich um einen Meilenstein auf dem nicht leichten Weg zur Wiederher- stellung der vollen Einheit zwischen den Christen. … Vertrauen wir den ökume- nischen Weg der mütterlichen Fürspra-

Es

der Kirchen unter die gemeinsame Er- klärung hat am Tatbestand, dass die ka- tholische Kirche weiterhin auf ihren Anspruch, die allein selig machende Kir- che zu sein, besteht, nichts geändert! Die Entwicklung der Ökumene läuft über die Schiene der Verführung, denn

das Ziel Satans ist die Verwirrung möglichst vieler Gläubiger. Er weiss, was auch die Kirchengeschichte beweist:

Verführung ist ein besseres Mittel zur Aufweichung des Glaubens als Verfol- gung, oder anders ausgedrückt: Man muss das Christentum weder auflösen noch eliminieren. Es genügt, wenn man es neutralisiert. Im neuen, globalen Gottesbild wird das Christentum nicht verschwinden, sondern trotz grosser Parolen sinnent- leert sein – ohne Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben. Der An- spruch Jesu Christi, der Erlöser aller Menschen zu sein, ist die Grundlage des Evangeliums und gleichzeitig das gröss- te Ärgernis für die ökumenische Bewe-

gung.

In der nächsten Ausgabe lesen Sie ei- nen Beitrag über die «Phasen der öku- menischen Entwicklung».

1 Walter G. Bauer, Ende oder Wende des Christen- tums, S. 223ff.

2 D. Doig, Mutter Theresa, S. 156

3 Zeitschrift Katholische Welt, Juni 1989, S. 140

4 Johannes Paul II. am 31.10.99 in Rom. Quelle:

Osservatore Romano, 5.11.99

5 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.5.99, S. 6

Mitternachtsruf > Juni 2003

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FragenFragen AntwortenAntworten

Bete ich richtig?

Frage: Seit einiger Zeit bete ich täglich das nachfolgende Gebet, weil ich glaube, dass alle Gebete, die den Wohlstand in die Mitte stellen, ein kräftiger Irrtum sind, da Jesus Christus und unsere Heiligung im Mittelpunkt der Bibel stehen. Ich schreibe das Gebet hier auf, damit Sie prüfen können, ob es biblisch ist:

Herr, schenke mir täglich neu die Heilsgewissheit. Herr, schenke mir, dass ich stets Busse tue über all mein Versagen. Herr, schenke mir, dass ich Deinen heiligen Willen immer besser erkenne und immer exakter erfülle. Herr, schenke mir, dass ich noch mehr Freude bekomme an Deinem Wort. Herr, schenke mir, dass ich Dir noch besser danken kann. Herr, schenke mir, dass ich all Deinen Verheissungen noch völliger vertrauen kann. Herr, schenke mir, dass ich all Deine Liebe noch besser erwidern kann, schenke mir eine noch innigere Liebe zu Dir!

«Gott «Gott ist’s ist’s aber, aber,

der der uns uns fest fest

macht macht samt samt

euch euch in in Christus Christus

und und uns uns gesalbt gesalbt

und und versiegelt versiegelt

und und in in unsre unsre

Herzen Herzen als als Un- Un-

terpfand terpfand den den

Geist Geist gegeben gegeben

hat» hat»

2020 2020
2020
2020

Mitternachtsruf > Juni 2003

Mitternachtsruf > Juni 2003

W unschgemäss haben wir uns Ihr

Gebet etwas näher angeschaut

und müssen Ihnen gestehen, dass

wir mit den ersten beiden Punkten et- was Mühe haben. Wir sagen Ihnen gerne, warum Sie mit diesen beiden Bit- ten nach unserer Erkenntnis der Schrift am Ziel vorbeischiessen. 1. Heilsgewissheit. Diese ist nicht eine Sache des Gefühls und auch nicht etwas, was wir uns täglich schenken las- sen müssen, steht doch geschrieben:

«Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt ei- nen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind» (Röm 8,15- 16). Oder denken Sie an die Zusage des Herrn in 2. Korinther 1,21-22: «Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.» Oder Epheser 1,13:

«In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, ver- siegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheissen ist.» Und in 1. Johannes 5,13 steht geschrieben: «Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf dass ihr wisset, dass ihr das ewige Leben habt, und dass ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes.» Sie sehen also: Sie beten um etwas, was Ihnen

der Herr bei Ihrer Wiedergeburt bereits geschenkt hat! Die Frage ist daher: Glau- ben Sie das? Wenn ja, dann danken Sie Ihm täglich dafür, dass Sie durch das teu- re Blut Christi erkauft und erlöst sind! Dadurch ehren Sie den Herrn, denn Sie bringen damit zum Ausdruck: «Auch wenn ich im Moment nichts fühle, so glaube ich doch Deinem Wort!» 2. Busse. Es ist nicht ungefährlich, zu beten «Herr, schenke mir, dass ich stets Busse tue über all mein Versagen», denn allzu leicht kann sich da das fromme Ich verstecken. Wenn Sie Offenbarung 2 und 3 aufmerksam lesen, dann werden Sie feststellen, dass es immer wieder heisst: «So tue Busse.» Etwas salopp könnten wir sagen: «Rede bzw. bete nicht darum herum, sondern bekenne das, was du als Sünde erkannt hast dem Herrn und bitte Ihn demütig um Verge- bung!» Wer so betet, der erlangt Verge- bung (1.Joh 1,9)! David ging sogar noch einen Schritt weiter und bezog auch die ihm nicht bewussten Sünden mit ein:

«Wer kann merken, wie oft er fehlet? Ver- zeihe mir die verborgenen Sünden!» (Ps

19,13).

Es würde uns freuen, wenn diese Hin- weise Sie dazu anregen würden, in der Schrift zu forschen, «ob sich’s also ver- hielte» (Apg 17,11). E.V.

Müssen wir den Zehnten geben?

Frage: In unserer Gemeinde wird grosses Gewicht auf das Geben des Zehnten gelegt. Ja, man sagt sogar, es ziehe Gericht nach sich, wenn man den Zehnten nicht gebe. Entspricht dies wirklich der biblischen Lehre?

D as Alte Testament, das Gesetz, sagt:

«Du musst dies und jenes tun,

wenn du Gott gefallen willst …»,

das Neue Testament aber lehrt, dass Je- sus Christus gekommen ist, um das Ge- setz zu erfüllen. Er hat uns mit Seinem teuren Blut erkauft und mit Gott ver- söhnt. Darum sucht Er bei uns nicht etwa

Es ist nicht korrekt, wenn behauptet wird, Kinder Gottes müssten den Zehnten geben alttestamentliche Gesetzestreue,

Es ist nicht korrekt, wenn behauptet wird, Kinder Gottes müssten den Zehnten geben

alttestamentliche Gesetzestreue, son- dern vielmehr Gegenliebe und Hingabe an Ihn! Für Kinder Gottes ist es daher auch ganz natürlich, dass sie aus Liebe und Dankbarkeit die Reichsgottesarbeit materiell unterstützen. Denn Gotteskin- der wollen ja dazu beitragen, dass auch andere Menschen das Evangelium von Jesus Christus hören und auf allerlei Art und Weise ermutigt werden, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen und gemeinsam mit ihnen auf Sein Kommen zu warten. Wie viel man gibt, ist jedem freigestellt. Das Neue Testament lehrt also nirgends, dass wir den Zehnten ge- ben müssten. In Hebräer 13,16 steht lediglich: «Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.» Und Paulus schreibt an die Korinther: «An jedem ersten Wochentag lege ein jeder unter euch etwas beiseite und sammle, je nach- dem es ihm wohl geht (and. Übers.: so viel ihm möglich ist); damit nicht erst dann, wenn ich komme, die Sammlun- gen gemacht werden müssen» (1.Kor

16,2).

Zusammenfassend: Es ist nicht korrekt, wenn behauptet wird, Kinder Gottes müssten den Zehnten geben. Und es ist eine Irrlehre, wenn direkt oder indirekt gesagt wird, wer den Zehnten nicht gebe, der stehe nicht mehr unter dem Schutz des Herrn, sondern eher unter Seinem Fluch! Wahr ist hingegen, dass alles, was wir im Glauben und aus Liebe zu unse- rem Herrn und Heiland tun, Seinen Lohn haben wird (Hebr 6,10)! E.V.

StreiflichtStreiflicht

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Liegt Segen auf meiner Arbeit?

Es ist wichtig, sich diese Frage zu stellen: Nimmt Gott meinen Dienst an, oder dresche ich leeres Stroh? Prüfen wir uns anhand von Kolosser 3,17, ob wir unserer Christenpflicht nachkom- men: «Alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!» Da stellt sich die Frage: Ist mein Leben ein Gottesdienst, oder verwirkliche ich meine eigenen Pläne und fröne meinem Hobby? Viele schaffen und werken eifrig, manchmal fast bis zum Umfallen. Aber tun wir dabei das Gott Wohlgefällige? Die Worte Jesu in Matthäus 7,22-23 müssen uns zu denken geben: «Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweis- sagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunder- werke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt.Weicht von mir, ihr Übeltäter!» Wie erschreckend wird es sein, vom höchsten Richterstuhl ein so entwerten- des Urteil über geleistete Arbeit entgegennehmen zu müssen! Aber der unbestechliche Richter ist gerecht und urteilt ohne Ansehen der Person. Gott hat uns in Seinem Wort einen Bauplan (Heilsplan) mit Anweisungen zum Bau Seines Reiches gegeben. Der Grundstein ist unser Herr Jesus Christus. Die Apostel begannen auf diesem Grund die Gemeinde Jesu zu bauen, nach dem Auftrag, den Er ihnen vor Seiner Himmelfahrt gegeben hatte. Alle Völker sollen das Evangelium hören und das Heil in Christus annehmen. Jeder Arbeiter, der sich am Bau der Gemeinde Jesu beteiligt, wird am Ende seiner Tage getestet, ob er nach göttlicher Anweisung mitgebaut, oder ob er eigenwillig Menschliches eingebaut oder gar mit falschem Material (falscher Lehre) gebaut hat. Mag sein «Bau» noch so imposant ausse- hen, er wird nach 1. Korinther 3,12-15 im göttlichen Feuer getestet: «Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird eines jeden Werk offenbar werden; der Tag wird es klar machen, weil es durchs Feuer offenbar wird. Und welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erproben. Wird jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleiben, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so, wie durchs Feuer hindurch.» Es wäre furchtbar tragisch mit ansehen zu müssen, wie unser Lebenswerk im Gerichtsfeuer verbrennt. Oder glänzt vielleicht aus der Asche doch noch etwas wie Gold oder Rubin? Wichtig ist nicht etwa nur die Menge unserer Arbeit, sondern deren Qualität nach den von Gott vorgegebe- nen Normen und Richtlinien. Die Anweisung gibt immer der Heilige Geist. Entsteht Edelstein, dann ist es nicht unser Verdienst, sondern ist durch Gottes Gnade oft in der Tiefe der Leiden gewirkt. Hier bekommt das Wort aus Kolosser 3,17 eine grosse Bedeutung: «Alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!» Obwohl Gott uns Entscheidungsfreiheit gab, erwartet Er, dass wir nach der Art des Meisters wirken, sagt Er doch: «Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen» (Eph 2,10). Wir sind zur Arbeit gerufen und haben auf dem «Bauplatz» zu erscheinen.Aber nur wer im Namen des Herrn Jesus sein Werk beginnt und durchführt, wird auch befähigt, es so zu tun, wie Er es für uns individuell vorher bereitet hat. Entspricht unser Wirken Seinem Plan? Alles eigene Meinen und Wollen muss unter die Leitung des Geistes gestellt werden. Nur auf der Grundlage des Glaubens und der Erlösung können gute Werke und Frucht entstehen, mag es dabei manchmal auch hart und heiss werden. Jesaja 40,29 verheisst: «Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke.» In eigener Kraft schaffen wir es nicht.Auch der Apostel Paulus musste bezeugen: «… wo- rum ich mich auch bemühe und kämpfend ringe gemäss seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft» (Kol 1,29). Jeremia 48,10 mahnt: «Verflucht sei, wer das Werk des Herrn lässig treibt!» Aber auch das andere ist wahr: Der Lohn für treue Knechte und Mägde, die das Werk des Herrn betend «in Seinem Namen» verrichten, liegt bereit (1.Kor 3,14). Über die Frucht, die aus solch hingegebenem Dienst erwächst, gibt es zu Gottes Ehre nur Lob und Preis und Dank! B.V.

Mitternachtsruf > Juni 2003

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Die nächste Ausgabe erscheint am 25.06.2003, mit u.a. diesem Thema*:

«Der verbrannte Weinstock, der nicht untergeht»

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Mitternachtsruf > Juni 2003

DirDir kannkann nurnur JesusJesus helfenhelfen

Dir Dir kann kann nur nur Jesus Jesus helfen helfen Das kleine Steinchen im Schuh Wenn

Das kleine Steinchen im Schuh

Wenn wir Leute auf der Strasse beobachten, dann stellen wir fest, dass viele mit traurigen und bedrückten Gesichtern umhergehen. Man sieht es ihnen an, dass sie viele und schwere Lasten mit

sich herumschleppen. Geht es Ihnen auch so? Die Probleme nehmen überhand, die Nerven sind am Zerreissen, die Angst und die Unsicherheit nehmen zu. Sogar die Nacht wird zu einer Hölle, denn der Schlaf will nicht kommen. So kann es nicht weitergehen. Wir haben eine gute Botschaft für Sie in Ihrer Not. Es ist nicht nötig, dass Sie weiter unter den Lasten seufzen, die auf Ihnen liegen. Sie brauchen nicht freud- und friedlos weiterzugehen, denn es gibt einen, der Ihre Lasten abnehmen kann, damit Sie froh und frei Ihren Weg gehen können. Nehmen wir an, ein Sportler hätte über eine lange Zeit trainiert und hätte den festen Willen zu gewinnen. Nach dem Start merkt er, dass er ein kleines Steinchen in seinen Laufschuhen hat; das ist genug, dass er – trotz aller Willenskraft – erst mit den mittleren oder sogar letzten Läufern am Ziel ankommen wird. Wissen Sie, dass das «kleine Steinchen» auch bei Ihnen ein Problem ist? Es hat einen Namen und heisst «Sünde». Und sie ist es, die Sie so kaputt macht. Die Bibel sagt in Sprüche 14,34:

«Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.» Sie tragen so schwer an Ihren Lasten, dass Sie fast nicht mehr weitergehen können. Gibt es da eine Lösung für dieses Problem? Ja, die gibt es. Es ist nicht nötig, dass Sie sich so weiterschleppen ohne Freude und Frieden in Ihrem Herzen.Wenn Sie ihre Sünden Jesus Christus bekennen und Ihre Lasten Ihm über- geben, dann dürfen Sie erleben, was schon Tausende und aber Tausende erlebt haben – sie wurden befreit und froh. Die Bibel berichtet von einem Menschen, der sein Glück in der weiten Welt suchte, aber immer belasteter wurde.Als er nicht mehr konnte und sich bei den Schweinen aufhielt, um noch etwas zu essen zu bekommen, war seine Last so gross, dass er nicht mehr weiter wusste. Da bekannte er seine Sünden, und wir lesen, dass er nach diesem Schritt über seine Vorstellungen hinaus be- schenkt und fröhlich wurde. Die Last der Sünde, die auf seinem Leben lag, wurde von ihm genom- men, und er wurde ein neuer Mensch (Lk 15,11ff.). Auch für Sie ist dieses unverdiente Geschenk bereit, heisst es doch in 1. Johannes 1,9: «So wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.» Wenn Sie jedoch ohne Jesus weiter in Ihren Sünden leben, wird es immer schlimmer. Die unver- gebene Schuld liegt wie eine schwere Last auf Ihnen; sie wird von Tag zu Tag schwerer und wird Sie letztlich ins Verderben bringen. Jesus Christus will Ihnen jetzt diese Last abnehmen, und Er ruft Ihnen zu: «Kommt her zu mir, alle (auch Sie!), die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken» (Mt 11,28). Jesus will es jetzt tun – wollen Sie es auch? Kommen Sie jetzt zu Ihm, bereuen Sie und sagen Sie Ihm alle Ihre Sünden: Dann werden Sie von einem belasteten, traurigen und hoffnungslosen Menschen zu einem befreiten, frohen und glücklichen Menschen werden.Wenn

Sie das jetzt tun, kann alles anders werden!

E.K.