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Grusswort

Kürzlich ging die Geschichte eines Bergsteigers durch die Medien, der seine eigene Hand
amputierte. Das Drama hört sich fast unglaublich an: In einer einsamen Gegend löste sich ein
Felsbrocken und klemmte den Unterarm des Kletterers derart unglücklich zwischen den Ge-
steinsmassen ein, dass dieser fortan gefangen war. Nach mehreren Tagen hoffnungslosen War-
tens beschloss er, sich dadurch zu befreien, dass er sich mit einem unscharfen Taschenmesser
seine Hand amputierte. Dadurch rettete er sein Leben.
Ein ähnliches Bild gebraucht der Herr Jesus in Matthäus 5,30: «… wenn deine rechte Hand
dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, dass eins
deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird» (Mt 5,30).
Gleicherweise spricht Er auch vom rechten Auge, dieses auszureissen, falls es einen zur Sünde
verführt (V 29). Es ist kaum vorstellbar, sich wirklich zu verstümmeln. Die Tat jenes Bergstei-
gers illustriert hingegen sehr treffend, was Jesus hier meint. Wir sollen uns von dem trennen,
Inhalt 08/2003 was uns hindert, das ewige Leben zu erlangen. Ein Verbleiben in der Sünde führt uns ins
Verderben. In den vorangehenden Versen spricht der Herr über Ehebruch: «Ich aber sage euch,
dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in
Biblische Botschaft seinem Herzen» (V 28). Jesu praktische Schlussfolgerung lautet: Tue etwas, damit du die Ehe-
4 Was Gott aus dem Sohn einer frau eines anderen nicht mehr sehen kannst, die du durch den Anblick begehrst. Entferne das,
Prostituierten machen kann
was dir Anlass zur Sünde gibt. Mit dem Hinweis, dann das Auge auszureissen, will Jesus sagen:
Was du tun musst, könnte schmerzhaft sein. Es kann einen Verlust bedeuten. Aber du musst es
Im Blickfeld so tun, dass es nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Was das im Einzelnen ist, muss
8 Die neue Weltordnung jeder persönlich für sich entscheiden. Vielleicht müssen Sie sich von gewissen Freunden tren-
10 Die Angst vor Harmagedon nen oder das Abonnement einer Illustrierten kündigen. Möglicherweise ist der Fernseher Ihr
12 Eine Technologie für den Antichristen?
Problem. Vielleicht müssen Sie einen anderen Arbeitplatz suchen?
Was gibt uns Anlass zur Sünde und verunmöglicht uns, ganz mit Jesus zu leben? Was lastet
Aus der Arbeit des wie ein schwerer Felsbrocken auf uns und blockiert uns? Jakob hatte auf dem Weg zurück ins
Mitternachtsruf Land Kanaan das Hindernis erkannt und befahl den Seinigen: «Tut von euch die fremden
13 Neuland! Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider» (1.Mo 35,2).
Es ist bezeichnend, dass Jesus von der rechten Hand und vom rechten Auge spricht, sind
Fakten über die Ökumene doch die meisten Menschen Rechtshänder. Vom Hohenpriester Josua steht geschrieben, dass
14 Die Ökumene im Licht endzeitlicher der Satan zu seiner Rechten stand (Sach 3,1). Es ist elementar zu wissen, wer zu unserer
Entwicklung Rechten steht! Wo bewegen wir uns, in wessen Gesellschaft halten wir uns auf? Ist es Gott, der
Herr, der uns zur Rechten steht, der uns mit seinem Schatten bedeckt? Oder steht uns Satan
Fragen – Antworten zur Rechten, der unsere Aktivitäten erfüllt, der von unserem Herz Besitz nehmen will? David,
20 Heiligung der durch das Ansehen einer Frau in Sünde geriet (2.Sam 11,2ff.), zeigt uns, wie wir davor
20 Gebet des Glaubens bewahrt werden können: «Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so
21 Buchstäblicher Strom oder künstlicher werde ich fest bleiben» (Ps 16,8). So dürfen wir auch Psalm 121,5 erfahren: «Der Herr behütet
Kanal? dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand …» Es kann sein, dass Sie etwas
Mutiges tun müssen, um aus den Krallen des Teufels zu entwischen. Es kann sein, dass Sie sich
3 Grusswort von etwas trennen müssen. Es kann sein, dass Sie eine «Amputation» vornehmen müssen. Tun
7 Streiflicht Sie es! Jener Bergsteiger hatte nur ein stumpfes Taschenmesser. Wir aber haben das lebendige
9 Aufgegriffen Wort Gottes, das «kräftig und schärfer (ist) als jedes zweischneidi-
22 Dir kann nur Jesus helfen ge Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist,
22 Impressum auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne
des Herzens» (Hebr 4,12).
In herzlicher Verbundenheit

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkennt-


nis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

Mitternachtsruf > August 2003 3


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Biblische Botschaft

Was Gott aus dem


Sohn einer
Prostituierten
machen kann
Im Alten und Neuen Bund hat Gott den Charakter von Im Mai stand ich während unserer 30.
Israel-Kongressreise am Ufer des Sees
Menschen zum Guten hin verändert und in Seinen Genezareth, dessen Wasser mir fast bis
zu den Füssen reichte. Wenige Monate
Dienst gerufen, wen Er wollte. «Sollte dem Herrn et- zuvor war der Wasserpegel so niedrig,
dass Experten sagten, es müsste in den
was unmöglich sein?» (1.Mo 18,14; Jer 32,27). Die nächsten drei Jahren während der Re-
genzeit sehr stark regnen, damit dieses
Antwort auf diese Frage lautet: «Bei Gott sind alle grösste Süsswasserreservoir Israels
wieder aufgefüllt würde. Aber es kam
Dinge möglich» (Mt 19,26). anders: Entgegen aller Prognosen füllte
Gott den See Genezareth in einem ein-
■ NORBERT LIETH ner Verbrechen im Gefängnis. Einem zigen Winter. Er kann auch Menschen-
von ihnen bestätigten die Psychologen, herzen mit Strömen lebendigen Wassers
o wie der Herr Jesus zu Seiner dass man ihm nicht mehr helfen könne. füllen!

S Erdenzeit gewirkt hat, so kann


Er es auch heute tun, denn Er
ist «gestern und heute und der-
selbe auch in Ewigkeit» (Hebr
13,8). Im Folgenden einige Beispiele:
Bei einem Einsatz in Italien lernte ich
einen ehemaligen Nachtklubbesitzer,
Heute gehen sie alle in eine christliche
Gemeinde. Sie haben sich über Jahre
hinweg als Christen bewährt, und sie
helfen anderen Menschen.
Ich kenne einen ehemaligen Funkti-
onär der Nationaldemokratischen Partei
Deutschlands (NPD), der das Christen-
Das tat Gott auch im Leben eines Rich-
ters in Israel, dessen Herkunft alles an-
dere als vielversprechend war: «Und
Jeftah, der Gileaditer, war ein tapferer
Held. Er war aber der Sohn einer Hure,
und Gilead hatte Jeftah gezeugt. Aber
auch Gileads Ehefrau hatte ihm Söhne
Sexartikelverkäufer und Drogenhändler tum und vor allem die Juden bis aufs Blut geboren. Als nun die Söhne der Frau
kennen. Heute reist er mit einem Bü- hasste. Heute glauben er und seine Fa- gross geworden waren, vertrieben sie
chertisch von Ort zu Ort und verbreitet milie an Jesus Christus. Er sucht nach Jeftah und sagten zu ihm: Du erbst nicht
biblisch fundierte Literatur. Wegen, um das Evangelium zu verbrei- mit dem Haus unseres Vaters, denn du
Ich sprach mit einem ehemaligen ten. bist der Sohn einer anderen Frau. So war
Moslem, der früher Juden und Christen Statistiken belegen, dass die Heilungs- Jeftah vor seinen Brüdern geflohen und
hasste und sich sehnlichst wünschte, als quote bei christlichen Drogentherapien hatte sich im Land Tob niedergelassen.
Selbstmordattentäter möglichst viele Ju- weitaus höher liegt als bei nicht christ- Und es sammelten sich bei Jeftah ehrlo-
den mit in den Tod zu reissen. Heute lich orientierten Einrichtungen. se Leute, die zogen mit ihm aus. Und es
betet er jeden Tag für Israel und verkün- Diese Beispiele haben eines gemein- geschah nach einiger Zeit, da kämpften
digt das Evangelium. Einige meiner sam: Die Erfahrung, dass Jesus lebt und die Söhne Ammon mit Israel. Und es
Freunde sassen einst wegen verschiede- Leben verändern kann. geschah, als die Söhne Ammon mit Isra-

4 Mitternachtsruf > August 2003


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el kämpften, da gingen die Ältesten von Er konnte doch nichts dafür, dass er so Jeftah besass offensichtlich Füh-
Gilead hin, um Jeftah aus dem Land Tob und nicht anders auf die Welt gekom- rungsqualitäten (V 4-6). Wir können
zu holen. Und sie sagten zu Jeftah: men war. Er hätte auch gerne richtige davon ausgehen, dass Jeftah einen gewis-
Komm und sei unser Anführer, damit wir Eltern gehabt, und schliesslich war ihr sen Bekanntheitsgrad hatte und als äus-
gegen die Söhne Ammon kämpfen kön- Vater doch auch der seinige. Aber alles serst mutig galt (V 1). Vielleicht war er
nen!» (Ri 11,1-6). nützte nichts. Er sollte verschwinden ja so etwas wie ein «Robin Hood» sei-
und sich nicht mehr blicken lassen. ner Zeit.
Jeftah musste alles verlassen und Aber es ist ebenfalls denkbar, dass die
Jeftahs Herkunft das Weite suchen (V 3). Die Angriffe Ältesten Gileads ihn auch jetzt nur für
Nach aussen hin gab es im Leben die- seiner Halbbrüder waren so unbarmher- ihre Zwecke brauchen und ausnutzen
ses Mannes nichts Rühmenswertes: zig, dass er die Flucht ergriff. In der Fa- wollten. Darum fragte Jeftah sie auch
Jeftah war der Sohn einer Prosti- milie war er nicht akzeptiert, und jetzt skeptisch: «Wenn ihr mich zurückholt
tuierten und sein Va- zum Kampf gegen die Söhne Ammon
ter ein Ehebrecher und der Herr sie vor mir dahingibt, wer-
(V 1-2). Diese Voraus- de ich dann wirklich euer Oberhaupt
setzungen waren alles sein?» (V 9). Er war misstrauisch, denn
andere als günstig. schliesslich hatte er im Laufe seines Le-
Jeftah hatte keine rosi- bens genug schlechte Erfahrungen ge-
ge, eher eine «rostige» macht.
Kindheit. Er hatte kei- Jeftah nutzte die Gunst der Stun-
ne Eltern, die einander de (V 9-10). Er war klug genug, die
und auch ihn liebten Chance seines Lebens beim Schopf zu
und sich um ihn küm- packen und diese voll und ganz zu nut-
merten. Jeftah muss Jesus Christus verändert … zen.
traumatische Erleb- Vielleicht finden manche unserer Le-
nisse gehabt haben, ser oder Leserinnen sich selbst in die-
genoss er doch … vom Nachtklubbesitzer zum Missionar sem Bild wieder.
höchstwahrscheinlich
keine gute Erziehung. Sein Vater hatte musste er gar als Ausgestossener leben.
einen schlechten Ruf. Die Frau seines «So war Jeftah vor seinen Brüdern
Das Werk Gottes in Jeftahs Leben
Vaters war nicht seine Mutter. Das war geflohen und hatte sich im Land Tob Der Name Jeftah bedeutet: «Er (Gott)
keine gute Basis für eine hoffnungsvolle niedergelassen.» Das hebräische Wort öffnet.» Ausgerechnet er wurde von
Zukunft. «Tob» heisst so viel wie «gut». Vielleicht Gott berufen und zum Richter er-
Jeftah wurde von den Söhnen sei- drückt das sein Wunschdenken aus: «Ich wählt. Gott kann verschlossene Türen
ner Mutter verachtet, erniedrigt, ver- will irgendwohin, wo es gut ist und wo auftun, einen neuen Anfang schenken
trieben und sogar enterbt (V 2). Sicher ich machen kann, was ich will.» So den- und neue Möglichkeiten geben. Jesus
hatte Jeftah schon während seiner Kind- ken heute viele junge Menschen. vermag verschlossene, in sich gekehrte
heit unter den Hänseleien seiner Halb- Im «Land Tob» ging Jeftah keiner ge- Herzen zu öffnen. Über Ihn heisst es:
brüder zu leiden. Wenn diese etwas zu- regelten Arbeit nach. Er lungerte herum «Er allein hat als Nachkomme Davids den
sammen unternahmen, schlossen sie ihn und wartete auf günstige Gelegenheiten. Schlüssel zum Heil. Wo er aufschliesst,
aus. Er war das schwarze Schaf der Fa- kann niemand mehr zu-
milie, und so fühlte er sich allein und schliessen; wo er aber zu-
nutzlos. schliesst, kann niemand
Jeftah hatte offenbar keine Ähnlich- mehr öffnen» (Offb 3,7).
keit mit der Mutter seiner Halbbrüder, Wir sehen an der Ge-
während diese etwas in ihrem Äusseren schichte Jeftahs, dass der
von ihr hatten. Und das blieb nicht un- Herr vor dem Hintergrund
bemerkt. Jeftah hörte nie, dass einmal oder der Herkunft eines
jemand gesagt hätte: «Der sieht aber sei- Menschen keinen Halt
ner Mutter sehr ähnlich.» Ob er bei den macht. Der Allmächtige
Hänseleien den Beistand seines Vaters
und seiner Stiefmutter erfuhr, ist zu be-
lässt sich nicht beeinflus-
sen von Umständen, wie
Jesus Christus verändert …
zweifeln. Schliesslich war er der Sohn sie auch sein mögen. Für
eines Ehebrechers und einer Prostituier- … vom Verbrecher im Gefängnis zum brennenden Christen Ihn gibt es keinen hoff-
ten. Eine solche Situation bleibt für ein nungslosen Fall!
Kind nicht ohne Folgen und führt häu- Andere Männer mit einem ähnlichen Lieber Leser, liebe Leserin, es ist nicht
fig zu seelischem Schmerz. Schicksal scharten sich um ihn, nach wichtig, wie Sie sich selbst sehen – als
Als endlich die schwierige Zeit der dem Sprichwort: «Gleich und gleich ge- unwürdig, als Versager, als charakter-
Kindheit und Pubertät überstanden war, sellt sich gern.» Mit ihnen unternahm schwach, als ausgestossen, misshandelt
starb offenbar Jeftahs Vater. Jetzt liessen er Streifzüge, die wahrscheinlich nicht oder abgelehnt. Vielleicht fühlen sie sich
seine Halbbrüder ihrem Hass und ihrer legal waren. Es ist anzunehmen, dass sie auch vernachlässigt, isoliert und voller
Abneigung gegen ihn freien Lauf und ihr Geld nicht redlich verdienten, son- Komplexe. Es ist auch nicht wichtig, wie
verstiessen ihn. Alle waren gegen ihn. dern durch Einbrüche und Überfälle. andere Sie sehen und beurteilen.

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Der Herr fragte nicht nach der Her-
Biblische Botschaft kunft Jeftahs, wie er erzogen worden war
und was er geleistet hatte. Gott fragte
weder Jeftah selbst noch sonst jemanden.
Vielleicht sind Sie in ihren Augen ein hörten ein kleiner Junge wie Samuel, ein Er erwählte ihn einfach deshalb, weil es
Nichtsnutz und Herumtreiber, jemand, Angsthase wie Gideon, eine Frau na- keinen Grösseren gibt als Ihn und weil
auf dem man herumtrampeln und den mens Debora, ein kinderreicher Vater Er Liebe ist (vgl. 1.Joh 4,8.16). Er berief
man ausnutzen kann, über den man hin- mit 30 Söhnen, der Jair hiess, und viele Jeftah aufgrund Seines freien göttlichen
ter vorgehaltener Hand lacht. andere mehr. Willens, wie Er es auch bei Israel getan
Allein von Belang ist, wie Gott Sie Gott beruft uns nicht, weil Er etwas hat: «Fürchte dich nicht, denn ich habe
sieht. In Seinen Augen sind Sie unend- Gutes in uns sieht, sondern Er beruft uns dich erlöst! Ich habe dich bei deinem
lich wertvoll. Gott sieht Sie durch die nach Seiner Wahl in Jesus Christus: Namen gerufen, du bist mein» (Jes 43,1).
Augen Seines Sohnes als liebender Va- «… wie er uns in ihm auserwählt hat vor So geschah es auch beim Perserkönig
ter. Als Jesus Christus am Kreuz hing, Grundlegung der Welt, dass wir heilig Kyrus: «Ich gebe dir einen Ehrennamen,
lagen Ihre Sünden auf Seinen Schultern und tadellos vor ihm seien in Liebe, und ohne dass du mich gekannt hast» (Jes
und Er trug Sie in Seinem Herzen. Und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft 45,4).
als Er aus dem Tod auferstand, hat Er durch Jesus Christus für sich selbst nach
Ihnen die Tür geöffnet. In Titus 2,11 le- dem Wohlgefallen seines Willens» (Eph
sen wir: «… die Gnade Gottes ist er- 1,4-5).
Vom Saulus zum Paulus
schienen, heilbringend allen Menschen» Ein Mensch hat den freien Willen und Als Saulus von Tarsus (der spätere
(Tit 2,11). Ist bei «allen Menschen» je- die Möglichkeit, das Heil in Jesus Chris- Apostel Paulus) sich bekehrte, fällt uns
mand ausgeschlossen? Nein, also gehö- Folgendes auf:
ren auch Sie dazu! Die ablehnende
Gott will nicht, dass ein Mensch mit Haltung des Saulus.
unvergebenen Sünden stirbt und ewig Er wollte sich unter
verloren geht. Es ist vielmehr Sein herz- keinen Umständen
liches Verlangen, dass der Sünder zu Je- bekehren. Da war ab-
sus kommt, Vergebung erlangt und durch solut kein vorbereite-
Ihn ewig lebt. Johannes schreibt es so: tes Herz, keine Sehn-
«Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geof- sucht. Ganz im Ge-
fenbart worden, dass Gott seinen einge- genteil: Er verfolgte
borenen Sohn in die Welt gesandt hat, die Gemeinde und
damit wir durch ihn leben möchten» hasste Jesus. Er tat
(1.Joh 4,9). Der Herr Jesus kann total alles, um Menschen
verfahrene Situationen in Ordnung brin- vom Weg der Nach-
gen. Er kann Türen öffnen, Herzen mit folge Jesu abzubrin-
Seinem Geist erfüllen und nie erahnte Entgegen allen Prognosen füllte Gott den See Genezareth in einem gen. Später bekannte
Möglichkeiten schenken – auch in Ih- einzigen Winter er: «Ich habe diesen
rem Leben! Weg verfolgt bis auf
Gott ist souverän. Der Herr erwählt tus zu verwerfen und darum verloren zu den Tod» (Apg 22,4). Saulus folterte die
Menschen nicht nach ihrem Charakter, gehen. Aber er ist aus sich selbst heraus Gläubigen an Jesus, zwang sie, diesen
ihren Vorzügen und ihrer Religiosität. nicht fähig, das Heil im Sohn Gottes zu Namen zu lästern, gab seine Einwilligung
Auch schaut Er dabei nicht auf gute wählen, denn es ist der Vater im Him- zu ihrem Tod, sperrte sie ins Gefängnis
Werke, die Moral oder den guten Ruf. mel, der Menschen zu Seinem Sohn und verfolgte sie bis ins Ausland (vgl.
In der Hölle wird es viele Menschen mit zieht (Joh 6,44), und Gott will nicht den Apg 26,9-11).
«gutem Ruf» geben, und im Himmel vie- Tod des Sünders, sondern dass sich die- Die Begegnung des Saulus mit Je-
le mit «schlechtem Ruf». ser bekehrt und lebt (Hes 18,23). sus. Warum hat Gott ausgerechnet Sau-
Gott ist nicht an die Herkunft eines Gott verfolgt beharrlich Sein Ziel. lus errettet? Gab es dafür einen Grund?
Menschen gebunden. Er verwirft Prin- Der Herr hat Jeftah, den seine Halbbrü- Hatte er irgendeinen Vorzug? Die Ant-
zen und erwählt sich Söhne von Verbre- der verachtet, enterbt und verjagt hat- wort lesen wir in Apostelgeschichte
chern, Strassenkinder oder Kinder aus ten, nicht aus den Augen gelassen. Gott 22,14: «Der Gott unserer Väter hat dich
gescheiterten Ehen. Der Herr erniedrigt kann aus dem Anführer einer Bande von erwählt (a.Ü. «dazu bestimmt»), dass du
das Hohe und erhöht das Niedrige (vgl. ehrlosen Menschen einen Helden und seinen Willen erkennen sollst und den
Hes 21,31; Mt 23,12). Was nichts ist vor ein Oberhaupt Seines Volkes machen. Gerechten sehen und die Stimme aus
der Welt, das hat sich Gott erwählt (vgl. Der Herr stellt sich oft hinter diejenigen, seinem Munde hören.» Saulus war ge-
1.Kor 1,26-29). die von Menschen links liegen gelassen gen Jesus Christus und damit gegen Gott
Die Erwählung Gottes ist nicht ver- werden. – und doch von Gott erwählt. Das ist das
erbbar. So waren es in der Richterzeit Gott fragte auch nicht den Vater souveräne Handeln des Herrn!
praktisch nie die Söhne, die das Werk Jeftahs, ob er seinen Sohn berufen dür- Für die Erwählung konnte Saulus
eines von Gott erwählten Richters wei- fe. Dieser hätte ihm sicher einen ande- überhaupt nichts tun: Er konnte weder
terführten, sondern immer wieder ganz ren seiner Söhne vorgeschlagen. Er frag- Glauben noch ein vorbereitetes Herz
andere Personen, die Gott nach Seinem te natürlich auch nicht seine Halbbrü- vorweisen, auch hatte er nicht den Wil-
souveränen Willen bestimmte. Dazu ge- der, die ihn verstossen hatten. len noch die Fähigkeit, sich zu Jesus hin-

6 Mitternachtsruf > August 2003


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zuwenden. Gott erwählte ihn dennoch,
Streiflicht


und zwar um Christi willen: «Gerade ihn
habe ich als mein Werkzeug ausgesucht.


Er wird meinen Namen den nichtjüdi-
schen Völkern und ihren Herrschern be-
kanntmachen, und auch dem Volk Isra-
Der Herr sucht Frucht
el» (Apg 9,15). «Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und
Nach Seiner freien Gnadenwahl suchte Frucht darauf und fand keine» (Lk 13,6).
erwartet Gott Glaubensgehorsam. Wie herrlich, wenn jedes Jahr bis in den Spätherbst hinein geerntet werden kann. Das ist nie
Nachdem Saulus zum Paulus geworden
war, musste er sich für den Glaubensge-
selbstverständlich! Es sind die guten Gaben Gottes, die Er in Seiner Gnade versprochen hat und
horsam entscheiden. Das tat er ohne zu reifen lässt: «Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Som-
zögern: «… sogleich fiel es wie Schup- mer und Winter, Tag und Nacht» (1.Mo 8,22). Gott meint es gut mit Seinem Volk. «Ich will der
pen von seinen Augen, und er wurde se- Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht
hend und stand auf und liess sich tau- der Herr» (Jer 31,14). Gott hat Sein Wort nie gebrochen. Umso mehr sollte Dankbarkeit Ihm
fen» (Apg 9,18). gegenüber unser Herz erfüllen, wenn die Saaten auf den Feldern, die Kräuter, Sträucher und
Bäume Jahr für Jahr getreulich ihre Früchte tragen, die wir nur noch einzubringen haben. Welche
Auf der Suche nach Wahrheit Enttäuschung aber, wenn die Frucht gelegentlich einmal ausbleibt und es nichts zu ernten gibt!
Eine junge Frau aus Österreich war Unser Herr Jesus wurde zornig über den Feigenbaum, der, obwohl er auf fruchtbarem Boden
voller Ernst auf der Suche nach dem Sinn stand, keine Frucht hervorbrachte. Er verfluchte denselben und gebot, den unnützen Feigen-
des Lebens. Sie interessierte sich sehr baum umzuhauen. Wir lesen dazu in Matthäus 21,19: «Und er sah einen Feigenbaum an dem
für die Philosophie, öffnete sich dem Wege, ging hin und fand nichts daran als Blätter und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir niemals
Okkultismus, versuchte es mit Astrolo- mehr Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte sogleich.» Ein Baum, der keine Frucht trägt, ist
gie, Tischrücken und medialen Kontak-
nutzlos.
ten. Das Medium sagte ihr, dass sie vor
1 000 Jahren schon einmal gelebt, Obschon Jesus im Gleichnis primär Israel meint, redet Er für uns Christen die genau gleiche,
damals Pallas Athene geheissen habe sehr ernste Sprache. Fast 2 000 Jahre durfte die Gemeinde Jesu in Seinem Weinberg wirken.
und die Tochter des griechischen Got- Gewiss, es wurde mancherorts eifrig gearbeitet! Aber jeder einzelne Christ wird sich vor Jesu
tes Zeus gewesen sei. Richterthron verantworten müssen. Ob wir dann die Frucht vorweisen können, die Er von uns
Später hat diese Frau unter vielen erwartet? Da wird vorab die Frucht der Busse erwartet. Seine Güte und Langmut ist zwar gross:
Mühen Philosophie studiert, um endlich «Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weisst du nicht, dass dich
eine Antwort zu finden auf die Frage
nach dem Lebenssinn. Sie beschäftigte
Gottes Güte zur Busse leitet?» (Röm 2,4). Aber auch wenn Gott unsere Sünden nicht gleich
sich mit Sokrates, Aristoteles, Plato und ahndet, bedeutet dies nicht, dass Er es mit uns nicht so genau nähme – im Gegenteil!
Thomas von Aquin. Die Lebensgeschich- Jesus sagt in Matthäus 3,8: «Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Busse!», sei es Busse
te des Augustinus fand sie besonders über tote Werke, seien es Unterlassungen oder Sünden irgendwelcher Art. Wir wissen es doch:
interessant. Doch trotz allen Fleisses «Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes» (1.Petr 4,17). In der
beim Studium musste sie zugeben: «Jetzt treuen Liebe zum Herrn und im Glaubensgehorsam darf der ethische Wandel durch den Heiligen
habe ich gedacht, die Wahrheit käme
Geist als Frucht heranreifen: «Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld,
endlich ans Licht, und es ist wieder
nichts. Warum muss das Leben immer Freundlichkeit, Güte, Treue» (Gal 5,22). Das ist uns nicht in die Wiege gelegt worden, sondern
so enttäuschend sein? Warum sind die Gottes Gnadenwerk durch den Heiligen Geist.
Antworten nur so schwer zu finden?» Sodann erwartet unser Herr, dass wir die Gnadenzeit dazu gebrauchen, als treue Zeugen und
Irgendwann bekam sie eine Bibel in Diener für Ihn zu wirken. Der Glaube an den Herrn Jesus Christus soll nicht bloss der frommen
die Hand. Sie begann darin zu lesen – Erbauung dienen. Die Liebe, die wir von Ihm empfangen haben, erzeugt den Drang, sich liebend
und auf einmal klopfte ihr Herz vor Auf- für Ihn zu betätigen. Die Zeit des Wirkens ist beschränkt, sagte doch der Herr Jesus: «Wir müssen
regung: Hier waren ja die Antworten,
die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da
die sie ihr Leben lang gesucht hatte! Im
Johannesevangelium las sie von einem niemand wirken kann» (Joh 9,4). Wer aus Christi Liebe lebt, in dem wirkt der Heilige Geist Taten
Mann, der die gleichen Fragen gehabt der Liebe. Das sehen wir deutlich im Leben des Apostels Paulus, wenn er in 2. Korinther 5,14
hatte, die auch sie umtrieben. Es han- bezeugt: «Denn die Liebe Christi drängt uns …» Jakobus 2,17 mahnt uns: «So ist auch der
delte sich um Nikodemus, der die Grös- Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.»
se Jesu erkannt hatte, aber nicht von Werden wir, wer weiss wie bald, vor Jesu Preisrichterthron stehen, wird nur das Bestand
neuem geboren war (Joh 3,1ff.). Sie ging haben und belohnt werden, was wir aus Dank und Liebe für Ihn getan haben. Alles andere ist für
nach Hause, kniete nieder und betete zu
Jesus. Später bezeugte sie: «Ich wusste
Ihn wertlos und wird zur Vernichtung dem Feuer übergeben. Der Herr will ernten und einbringen,
innerhalb eines Augenblicks, dass die was wir für Ihn gewirkt haben. Wehe uns, wenn wir dereinst mit leeren Händen dastehen und Er
Wahrheit in der Bibel stand und dass keine Frucht findet! Die Konsequenzen sind furchtbar, weil das Liebeswerk Jesu an uns vergeb-
Jesus Christus die ganze Wahrheit ist; lich war. Ja, dann gibt es nur ein Wehe! Findet Er aber Frucht, und sollte sie auch unter Tränen
ich erkannte, dass ich Ihm nur glauben gewirkt worden sein, wird der Lohn königlich sein! «Darum werft euer Vertrauen nicht weg,
musste, um wirklich frei zu sein. Jetzt welches eine grosse Belohnung hat» (Hebr 10,35). ■ B.V.
bin ich so glücklich.» ■

Mitternachtsruf > August 2003 7


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Im Blickfeld

Die neue
Weltordnung
Schon beim ersten Golfkrieg 1991 sprach der Vater des jetzigen amerikani- nicht erst aufkommen. … Deutlicher
schen Präsidenten Bush von einer neuen Weltordnung. Jetzt, nach dem Sturz könnte der Kontrast nicht sein: auf der
einen Seite Europa, das sich zwar selbst
Saddam Husseins und der Besetzung des Iraks, ist wieder vermehrt davon als Modell versteht, dem aber nach aus-
die Rede. sen die rechte Strahlkraft fehlt. Auf der
anderen Seite die Supermacht USA, die,
arkus Günther, Washington, USA diese Denkschule, die etwas ganz abermals bestätigt durch einen Sieg ih-

M schrieb in den «Stuttgarter Nach- anderes im Sinn hat als irakisches Öl und
richten»1: «James Woolsey, der amerikanische Sicherheitsinteressen.
für einen Führungsposten in der iraki- Das Ziel ist eine neue Weltordnung, in
rer Waffen, der Welt eine neue Ordnung
auferlegen will. … Die Popularität des
amerikanischen Präsidenten, der sein
schen Übergangsregierung vorgesehene der, unter amerikanischer Führung, die Prestige und seine Autorität in die Waag-
frühere CIA-Direktor, verblüffte seine arabischen Länder notfalls mit Gewalt schale geworfen hat, stieg an der Hei-
Zuhörer in Washington mit einem er- demokratisiert und gefährliche Regime matfront wieder in lichte Höhen. … Die
staunlichen Kommentar: Die rund um den Weltordnung, die Bush im Sinn hat,
REUTERS

Welt befindet sich derzeit im Globus gestürzt gründet auf der entfesselten Freiheit der
vierten Weltkrieg. Nicht nur die werden sollen. Weltmacht, die im Krieg ein gewöhnli-
Zählweise ist dabei irritierend – Der Sturz Sad- ches Mittel der Politik sieht und Allein-
Woolsey zählt den Kalten Krieg dams war da gänge allen Bindungen vorzieht. Aber
als den dritten Weltkrieg –, viel nur die Probe lässt sich so mehr Frieden schaffen? …
seltsamer mutet es an, dass er aufs Exempel.» Nicht zufällig wird Bush in diesen Ta-
diese Feststellung nicht mit Unter dem gen vorzugsweise mit einem anderen
Schrecken und Entsetzen macht, Titel «Die neue Präsidenten verglichen, der ähnlich
sondern fast mit Begeisterung: Weltordnung» schlichter Denkungsart war und deshalb
Endlich hat die freie Welt den veröffentlichte permanent unterschätzt wurde: Harry
ultimativen Kampf gegen Terro- der «Spiegel» Truman. Der schuf die Grundlage für
risten, Fundamentalisten und einen Artikel, UNO und NATO, für Aufbau und Inte-
Diktatoren rund um den Globus in dem es unter gration Japans und Deutschlands ins
aufgenommen! – Woolsey ist ei- anderem hiess: westliche Staatensystem – für die gesam-
ner der führenden Neokonserva- «Nach dem te Architektur, auf welcher der Einfluss
tiven in Washington, seine Sturz des Des- der Vereinigten Staaten in der Nach-
Freunde und Geistesverwandten James Woolsey poten Saddam kriegsära vornehmlich beruhte. … Es
sitzen in der Regierung, und sie Hussein rekla- gibt allerdings einen entscheidenden Un-
denken ganz ähnlich wie er: Der Irak- mieren die Amerikaner das Recht, die terschied zwischen Truman und Bush:
krieg war nur der Anfang. Jetzt geht es Welt nach ihren Vorstellungen neu zu Bush stellt alles in Frage, was von der
weiter – und um viel mehr. ‹Demokrati- ordnen. Diktatoren müssen künftig um damaligen Welt an Institutionen, Bünd-
scher Imperialismus› nennt man in den ihre Macht zittern, Rivalen dürfen gar nissen und Verträgen übrig geblieben ist.

8 Mitternachtsruf > August 2003


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Den Internationalismus der klassischen die menschliche Sehnsucht ausschlagge-
Aufgegriffen


US-Aussenpolitik scheint ein rabiater bend sein, sondern allein das Wort Got-
Unilateralismus (Einseitigkeit) abzulö- tes. Übergeht er Gottes Wort, dann ver-
sen.» Über Europa hiess es im selben fällt er allzu leicht der Verführung, die
Artikel: «Ökonomisch eine Weltmacht, genau an solche Menschheitssehnsüch-
Sergio Vieira de Mello, Sonderbotschaf-
politisch ein Zwerg – die künftige welt- te anknüpft. Die Bibel spricht von einem
politische Rolle Europas hängt vom Bau- zukünftigen Reich, in dem Frieden und
ter der Vereinten Nationen für den Irak, be-
tempo des gemeinsamen Hauses ab. Nur Gerechtigkeit herrschen werden und in klagte die Untätigkeit der UNO in Afrika: «Hier
mit durchgreifenden institutionellen dem keine Träne mehr geweint wird. Sie sterben die Menschen wie Fliegen … Aber
Reformen, einer gemeinsamen Aussen- spricht davon mit grossartigen und ein- wer kümmert sich darum?» Nachdem man
politik und dem Aufbau einer gemeinsa- dringlichen Worten etwa am Ende der entsetzliche Massaker in der kongolesischen
men Interventionstruppe kann sich Eu- Johannesoffenbarung. Und doch wird Ostprovinz um die Stadt Bunai entdeckte,
ropa aus der politischen Selbstblockade deutlich, dass nicht der Mensch es ist, wurde jetzt das Weltgewissen wachgerüttelt
befreien.»2 der dieses Reich herbeiführt, sondern und die UNO in Gang gesetzt. Vor allem
Alles bewegt sich auf die neue Welt- allein Gott der Herr, der spricht: ‹Siehe, Frankreichs Präsident Jacques Chirac mach-
ordnung zu. Fast scheint ein Wettlauf mit ich mache alles neu› (Offb 21,5). Vorher
te plötzlich Druck … weil hier reiche Roh-
der Zeit angebrochen zu sein. Dabei darf aber wird der Antichrist sein kurzlebi-
nicht übersehen werden, dass man in Eu- ges Scheinfriedensreich errichten, von
stoffvorkommen locken wie Öl, Gold, Diaman-
ropa in diesen Tagen an einer Verfassung dem obiger Vers spricht. Es ist ein Frie- ten und Kobalt.
bastelt und eine gemeinsame Aussenpo- de und eine Einheit auf der Grundlage
litik zu Wege bringen will. Europa will der menschlichen Sünde und des daraus Die Stadt Zürich hat ihren ersten (öffent-
bei der Entstehung einer neuen Weltord- hervorgehenden Grössenwahns, der lichen) buddhistischen Tempel: Nach 14
nung unbedingt eine Rolle spielen. Dabei scheitern muss. Monaten Bauzeit wurde Mitte Mai der Ka-
scheinen Amerika und Europa sich So wichtig und notwendig mensch- dampa-Tempel in Altstetten eröffnet. Darin
immer mehr zu Konkurrenten zu ent- lich-politische Friedensbemühungen sollen buddhistische Geistesschulung und
wickeln. Amerikanische Politiker fragen sind, so unmöglich ist es aber, dadurch Praxis gelehrt werden.
bereits offen, warum die USA in Europa umfassenden und dauerhaften Frieden
überhaupt noch ein Machtfaktor bleiben im Stil einer ‹Neuen Weltordnung› zu 87 Prozent aller 10- bis 14-jährigen Kin-
sollen, wenn die europäischen Staaten erreichen. Wer das behaupten wollte, der in Grossbritannien finden Gottesdienste
des einstigen Warschauer
«uncool und langweilig». Jede Woche treten
REUTERS

Paktes in den Genuss einer


erweiterten EU kommen.
1 000 Kinder unter 15 Jahren aus den Kir-
Der deutsche Aussenminis- chen in Grossbritannien aus. Nur 4 Prozent
ter Fischer betonte aller Kinder besuchen die kirchliche Sonn-
andererseits, dass der An- tagsschule.
lass für eine engere Zusam-
menarbeit der Europäer Ein amerikanisches Missionswerk (Fort
gegeben sei. Driften Ame- Lauderdale) in Florida will die Bibel Satz für
rika und Europa immer Satz verfilmen. Die Kosten werden auf über
weiter auseinander? Spie- 660 Millionen Euro veranschlagt, etwa 10
len vielleicht beide für sich Millionen Euro pro biblisches Buch. Das Film-
eine endzeitliche Rolle? projekt soll 2005 starten. Veranschlagt sind
Wie die politische Lage
drei Jahre für die Produktion. Damit könnte
letztlich auch aussehen Die EU: «Ökonomisch eine Weltmacht, politisch ein Zwerg»
mag, eines ist sicher: Die eine grosse Zahl junger Menschen der «Vi-
neue Weltordnung wird kommen, aber müsste die Macht der Sünde leugnen, deo-Generation» erreicht werden, so die Ar-
alles andere als Frieden bringen. welche die Herzen der Menschen erfüllt. gumentation des Missionswerkes.
In Offenbarung 17,12-13 wird pro- Selbst ein Apostel Paulus musste beken-
phezeit: «Und die zehn Hörner, die du nen: ‹Das Gute, das ich will, tue ich Mit welchen Sätzen sie ihren Pastor nicht
gesehen hast, das sind zehn Könige, die nicht, sondern das Böse, das ich nicht ermutigen sollten, war in «Idea Spektrum»
ihr Reich noch nicht empfangen haben; will, das tue ich› (Röm 7,19). … Die Ziel- zu lesen:
aber wie Könige werden sie für eine vorstellung von einer ‹Neuen Weltord- • Sie verstehen es wirklich grossartig, die
Stunde Macht empfangen zusammen mit nung› geht – so schön und faszinierend Zeit auszufüllen.
dem Tier. Diese sind eines Sinnes und sie zunächst erscheint – von einem uto- • Ich weiss nicht, was die Leute haben. Mir
geben ihre Kraft und Macht dem Tier.» pischen und unrealistischen Menschen-
gefallen Ihre Vorträge.
Dazu schreibt Dr. theol. Lothar Gassman: bild aus, welches den biblischen Aussa-
«Betrachtet man die Ziele, die mit dem gen vom sündhaften Wesen des Men-
• Wenn ich gewusst hätte, dass Sie heute
Gedanken einer ‹Neuen Weltordnung› schen widerspricht, ja im Gegenteil: sel- so gut sind, hätte ich mitgeschrieben.
verbunden sind, so erscheinen diese ber aus der Sünde entspringt! Lassen wir • Wissen Sie eigentlich, dass alle Fenster
zunächst faszinierend. Wer wünscht sich uns hier nicht blenden!» ■ N.L. dieses Saales aus 242 Einzelscheiben zu-
nicht endlich Frieden, Einheit, Gerech- sammengesetzt sind?
tigkeit und eine bewahrte Schöpfung? 1 Stuttgarter Nachrichten, 16.04.2003 • Sie sollten nicht so oft vortragen müssen.

Und doch kann für einen Christen nicht 2 Der Spiegel, Nr.17/2003

Mitternachtsruf > August 2003 9


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Der jüdische Publizist Henryk M. Bro- Im Blickfeld
der (Berlin) hat dem evangelischen Fernseh-
pfarrer Jörg Zink Antisemitismus vorgewor-
fen. In einer «Fliege»-Talkshow zu Beginn des
Irak-Krieges habe Zink auf die Frage, ob man
den irakischen Diktator Saddam Hussein
Die Angst vor Harmagedon
nicht mit einem Attentat umbringen solle, ge- Unter dem Deckmantel des Friedens nimmt die Aufrüstung immer bedrohli-
antwortet, dass dazu den Amerikanern der
Mut palästinesischer Selbstmordattentäter
chere Formen an. Die Angst geht um, und der Name Harmagedon wird immer
fehle. Diese seien «mutige junge Leute, die aktueller.
sich voll hingeben für die Sache». Man dürfe n der Fernsehsendung «Monitor»1 ist voll Fluchens und Bitterkeit, ihre Füs-
sie nicht abschätzig als «Selbstmordatten-
täter» bezeichnen. I war Folgendes zu vernehmen: «Die
US-Regierung entdeckt eine alte Ant-
wort auf vermeintliche Schurkenstaaten
se sind eilig, um Blut zu vergiessen; Ver-
wüstung und Jammer bezeichnen ihre
Bahn, und den Weg des Friedens ken-
Wie die Zeitschrift «Der Spiegel» be- und Terroristen neu: Atomwaffen. Eine nen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht
richtet, hat Russland bereits Saudi-Arabien neue Nuklearstrategie soll den Einsatz vor ihren Augen» (Röm 3,11-18).
als Ölexportland Nr. 1 überholt. Im ersten atomarer Waffen auch gegen Gegner er- Dem Menschen ist nicht zu trauen.
Quartal 2003 lag das Wirtschaftswachstum lauben, die biologische oder chemische Lüge und Hinterlist begegnen uns im
Waffen besitzen oder beschaffen. Neu alltäglichen Leben, in der Nachbarschaft
bei plus 6,4 Prozent.
entwickelte Atomwaffen würden danach und am Arbeitsplatz, im Kleinen wie im
tief unter der Erde verbunkerte Ziele Grossen, zwischen Ländern, Nationen
Belgische Zeitungen haben in den ver- sowie Bio- und Chemiewaffenbestände und Kontinenten. Schon kurz nach dem
gangenen Tagen einen antiisraelischen Boy- zerstören. Die ersten ‹Mini-Nukes› kön- Sündenfall fand der erste Mord statt, und
kottaufruf veröffentlicht. Darin werden die nen noch in diesem Jahr freigegeben wenig später rühmte sich ein Mann na-
Leser aufgefordert, keine Früchte aus Israel werden. Obwohl keineswegs sicher ist, mens Lamech, dass er einen Mann für
zu kaufen. dass die neuen Atomwaffen auch tech- seine Wunde und einen Knaben für sei-
Unter der Abbildung einer bluttriefenden nisch funktionieren, fordern sie doch ne Striemen erschlug (vgl. 1.Mo 4,23).
Orange steht in französischer Sprache: «Die schon heute erste Opfer: Das nukleare Seitdem scheint der Frieden ein Traum
israelischen Früchte haben einen bitteren Nichtverbreitungsabkommen steht damit zu sein, der sich in der Realität immer
auf dem Spiel und die Wahrscheinlich- und immer wieder zum Albtraum feind-
Geschmack.» Weiter heisst es: «Lehnt die
keit steigt, dass Atomwaffen erstmals seit licher Auseinandersetzungen entwickelt
Besatzung Palästinas ab. Kauft kein israeli-
dem Zweiten Weltkrieg wieder eingesetzt hat. Er wird ein Traum bleiben, bis Je-
sches Obst und Gemüse.» Verantwortlich werden. Ein Wettrüsten der neuen Atom- sus wiederkommt!
dafür zeichnet die «Belgisch-palästinensi- Staaten ist dann vorprogammiert. Der Die Bibel sagt klar und deutlich, dass
sche Vereinigung». stellvertretende UNO-Generalsekretär Ja- es in der Endzeit nicht nur zu weltwei-
nawantha Dhanapala warnt, dieser Stra- ten, zunehmenden Bedrohungen durch
Nach Angaben des amerikanischen Sta- tegiewechsel könnte zu ‹einem Abglei- Kriege kommt, sondern dass sie auch
tistikamtes übersteigt in diesem Jahr die ten nach Harmagedon› führen.» geführt werden, weil der Mensch unver-
Anzahl der Juden in Israel die Zahl der jüdi- Alles ruft nach Frieden und Sicher- besserlich böse ist. Unsere Welt wird
schen Einwohner der Vereinigten Staaten von heit, und dennoch bewaffnen sich die beherrscht von der Macht der Finster-
Amerika. Somit leben zum ersten Mal seit Nationen bis an die Zähne. Um Krieg zu nis (vgl. 2.Kor 4,4), und besonders Re-
knapp 2 000 Jahren, seit der Zerstörung des verhindern, muss man Waffen produzie- gierungen stehen unter deren Einfluss
ren, und um Frieden zu sichern, militä- (vgl. Dan 10,13.20-21).
zweiten jüdischen Tempels, in Israel wieder
rische Stärke zeigen. Verkehrte Welt! Die Angst vor Harmagedon ist berech-
mehr Juden als in jedem anderen Land der Krieg ist leider manchmal notwendig, tigt, denn heute werden die Waffen pro-
Welt. Berichten des Nachrichtensenders CBS um sich zu schützen, andere zu befrei- duziert, die dort zum Einsatz kommen
zufolge lag im Monat Mai die Zahl der jüdi- en oder Diktatoren zu stürzen. Allerdings sollen. Doch wer treibt die Völker
schen Staatsbürger Israels bei 5,4 Millionen, decken Kriege das eigentliche Übel der dorthin? Satan und seine Dämonen. Sie
während in den USA 5,2 Millionen Juden le- Menschheit auf. «Der Mensch ist böse werden Zeichen und Wunder vollbrin-
ben. von Jugend auf», heisst es in der Bibel. gen, um die Regierenden der Erde in den
Er ist verdorben und mit Sünde ver- letzten grossen Krieg zu treiben. Sicher
Eine junge, jüdische Frau, die durch ein seucht; das so genannte Gute im Men- geschieht diese Verführung nicht mit
Selbstmordattentat auf einen Bus schwer schen gibt es nicht. Jesus sagte: «Nie- Pferdefuss und Mistgabel, sondern mit
verletzt wurde, sagte: «Ich hasse die Araber mand ist gut, ausser Gott.» Und im Rö- «vernünftigen» Argumenten über die
merbrief lesen wir: «… es ist keiner ver- «Sicherung des Friedens». Das wird je-
nicht, aber bitte sagt ihnen, dass sie aufhö-
ständig, keiner fragt nach Gott; alle sind dem einleuchten (vgl. Offb 16,13-16),
ren sollen, uns zu töten.»
abgewichen, sie taugen alle zusammen aber letztlich handelt es sich um einen
nichts; es ist keiner, der Gutes tut, auch Krieg gegen Gott und Sein Volk (vgl. Ps 2
In Afrika sterben täglich 6 000 Menschen nicht einer! Ihre Kehle ist ein offenes und Ps 83).
an der Immunschwächekrankheit AIDS. Grab, mit ihren Zungen trügen sie; Ot- Wir sollten täglich darum beten, dass
terngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund Jesus bald wiederkommt, denn dann

10 Mitternachtsruf > August 2003


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werden unsere Träume vom Frieden erwähnen bei denen, die mich kennen; ren mich zu dir gesandt hat» (Sach 2,15).
wahr. Er wird Gericht, aber auch Gerech- siehe, Philistäa und Tyrus samt Kusch. «Und Ferne werden kommen und am
tigkeit und Frieden bringen, und alle Dieser ist dort geboren. Von Zion aber Tempel des Herrn bauen. Und ihr wer-
Völker sollen unter Seiner Herrschaft in wird gesagt werden: Mann für Mann ist det erkennen, dass der Herr der Heer-
nie gekannter Harmonie leben. darin geboren. Und der Höchste, er wird scharen mich zu euch gesandt hat. Und
Es folgt ein Überblick über das, was es befestigen» (Ps 87,4-5). das wird geschehen, wenn ihr aufmerk-
Gott unserer Welt für die Regierungszeit «Und es soll geschehen: Ihr sollt es sam auf die Stimme des Herrn, eures
Jesu auf Erden verheisst: als Erbteil verlosen unter euch und den Gottes, hören werdet» (Sach 6,15).
Moab (Jordanien): «Aber ich werde Fremden, die sich in eurer Mitte aufhal- «So spricht der Herr der Heerscharen:
die Gefangenschaft Moabs wenden am ten, die in eurer Mitte Söhne gezeugt Noch werden Völker und Bewohner vie-
Ende der Tage, spricht der Herr» (Jer haben. Und sie sollen euch gelten wie ler Städte kommen; und die Bewohner
48,47). Einheimische unter den Söhnen Israel. der einen werden zur anderen gehen
Ägypten: «An jenem Tag werden fünf Mit euch sollen sie es als Erbteil durch und sagen: Lasst uns doch hingehen,
Städte im Land Ägypten sein, die die das Los erhalten mitten unter den Stäm- den Herrn um Gnade anzuflehen und
Sprache Kanaans reden und dem Herrn men Israels. Und es soll geschehen, in den Herrn der Heerscharen zu suchen!
der Heerscharen schwören werden. Eine dem Stamm, bei dem der Fremde sich Auch ich will gehen! Und viele Völker
wird Ir-Heres heissen. An jenem Tag wird aufhält, dort sollt ihr ihm sein Erbteil und mächtige Nationen werden kom-
mitten im Land Ägypten dem Herrn ein geben, spricht der Herr, Herr» (Hes men, um den Herrn der Heerscharen in
Altar geweiht sein und ein Gedenkstein 47,22-23). Jerusalem zu suchen und den Herrn an-
für den Herrn nahe an seiner Grenze. zuflehen. So
Und er wird zu einem Zeichen und zu spricht der Herr
einem Zeugnis für den Herrn der Heer- der Heerscharen:
scharen im Land Ägypten werden: Wenn In jenen Tagen, da
sie zum Herrn schreien werden wegen werden zehn Män-
der Unterdrücker, dann wird er ihnen ner aus Nationen
einen Retter senden; der wird den Streit mit ganz verschie-
führen und sie erretten. Und der Herr denen Sprachen
wird sich den Ägyptern zu erkennen zugreifen, ja, sie
geben, und die Ägypter werden an je- werden den Rock-
nem Tag den Herrn erkennen. Dann wer- zipfel eines jüdi-
den sie dienen mit Schlachtopfern und schen Mannes er-
Speisopfern und werden dem Herrn greifen und sagen:
Gelübde tun und sie erfüllen. Und der Wir wollen mit
Herr wird die Ägypter schlagen, schla- euch gehen, denn
gen und heilen. Und sie werden sich wir haben gehört,
zum Herrn wenden, und er wird sich von dass Gott mit euch
ihnen erbitten lassen und sie heilen» (Jes ist» (Sach 8,20-
19,18-22). Wohnblock mit Friedensfahnen. Frieden wird ein Traum bleiben, bis Jesus 23).
Assur (Syrien): «An jenem Tag wird wiederkommt! «Denn vom Auf-
es eine Strasse von Ägypten nach Assur gang der Sonne bis
geben. Assur wird nach Ägypten und die Alle Völker: «Dann aber werde ich zu ihrem Untergang ist mein Name gross
Ägypter nach Assur kommen, und die den Völkern andere, reine Lippen geben, unter den Nationen. Und an allerlei Or-
Ägypter werden mit Assur dem Herrn damit sie alle den Namen des Herrn an- ten lässt man Opferrauch aufsteigen und
dienen. An jenem Tag wird Israel der rufen und ihm einmütig dienen» (Zef bringt meinem Namen Gaben dar, und
Dritte sein mit Ägypten und mit Assur, 3,9). zwar reine Opfergaben. Denn mein
ein Segen inmitten der Erde. Denn der «Die Nationen werden den Namen Name ist gross unter den Nationen,
Herr der Heerscharen segnet es und des Herrn fürchten, alle Könige der Erde spricht der Herr der Heerscharen» (Mal
spricht: Gesegnet sei Ägypten, mein deine Herrlichkeit. Denn der Herr wird 1,11).
Volk, und Assur, meiner Hände Werk, Zion aufbauen, er wird erscheinen in «Und alle Nationen werden euch
und Israel, mein Erbteil!» (Jes 19,23-25). seiner Herrlichkeit. Er wird sich wen- glücklich preisen, denn ihr, ihr werdet
Die Philister (Palästinenser): «Und den zum Gebet der Verlassenen, ihr ein Land des Wohlgefallens sein, spricht
ich werde seine blutigen Fleischbrocken Gebet wird er nicht verachten. Dies sei der Herr der Heerscharen» (Mal 3,12).
aus seinem Mund wegreissen und sei- aufgeschrieben für das künftige Ge- «Und ich will dich nicht mehr die
ne abscheulichen Stücke zwischen sei- schlecht, und ein neu geschaffenes Volk Schmähung der Nationen hören lassen,
nen Zähnen hinweg. So wird auch er als soll Jah loben. … wenn die Völker sich und das Höhnen der Völker sollst du
ein Rest übrig bleiben für unseren Gott alle versammeln und die Königreiche, nicht mehr ertragen müssen; und du
und wird sein wie ein Stammverwand- um dem Herrn zu dienen» (Ps 102,16- sollst deine Nation nicht mehr kinder-
ter in Juda und Ekron wie ein Jebusiter» 19.23). los machen, spricht der Herr, Herr» (Hes
(Sach 9,7). «… an jenem Tag werden viele Natio- 36,15).
«Moab ist mein Waschbecken, auf nen sich dem Herrn anschliessen. So Maranatha – Herr Jesus, komme bald!
Edom will ich meine Sandale werfen; werden sie mein Volk sein. Und ich wer- ■ N.L.
Philistäa, jauchze mir zu!» (Ps 60,10). de in deiner Mitte wohnen, und du wirst
«Ich will Rahab (Ägypten) und Babel erkennen, dass der Herr der Heerscha- 1 ARD-Magazin Monitor, 25.04.2003

Mitternachtsruf > August 2003 11


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ten. Dies geht aus Offenbarung 13 deut-
Im Blickfeld lich hervor.
Doch auch die antichristliche Zukunft
muss vorbereitet werden. Nie war un-

Eine Technologie für den sere Welt weiter in der technischen Ent-
wicklung als heute, und nie zuvor ist
unser Planet so klein geworden wie im

Antichristen? 21. Jahrhundert. Was undenkbar er-


schien, als die Offenbarung niederge-
schrieben wurde, was über Jahrhunder-
Es ist machbar, es spart Geld und Aufwand, es «dient ja nur dem Schutz» und te niemand für möglich hielt, was noch
vor wenigen Jahrzehnten kaum jemand
ist gut für alle – und dann …? glaubte, ist heute Wirklichkeit. Immer
schneller, immer effektiver und vor al-
n einem Artikel des Wochenmagazins dung: Visa, Mastercard und American lem immer konkreter wird eine Tech-

I «Focus»1 war zu lesen: «Lauschan- Express arbeiten daran.


griff aufs Müsli. ‹Ein Internet der Bil-
nologie erschaffen, die dem Antichris-
Datenschützer beobachten die Chip- ten nützlich sein wird. Alles wird
lionen Dinge wird bald entstehen›, ver- Offensive mit Skepsis. ‹Was passiert mit miteinander vernetzt, vom Reiskorn bis
sichert Kevin Ashton, Direktor des Auto- all den Informationen, wenn wir den zum Lkw, und das über den ganzen Glo-
ID Center am Massachusetts Institute of Laden verlassen haben?›, argwöhnt Ka- bus. Nichts bleibt dann mehr unent-
Technology (MIT). Zu den 90 Sponso- therine Albrecht, Harvard-Doktorandin deckt; alles ist erkennbar und kontrol-
ren seiner Denkfabrik gehören Kellog’s und Gründerin der US-Konsumenten- lierbar. Die Zeit, in der die Menschen
und Kodak, Metro und Wal-Mart, Coca- initiative Caspian. ‹Stellen Sie sich vor, sich das Malzeichen an Hand oder Stirn
Cola und Pepsi, Gillette und Nestlé, In- ich betrete ein Geschäft mit Lesestatio- anbringen lassen, ist nur noch der folge-
tel, SAP und IBM. Die illustre Runde hat nen, das meine Hose und damit mich richtige Höhepunkt einer langen Ent-
ihm den Auftrag erteilt, mit Hilfe der vom letzten Einkauf her kennt. Das ist wicklung.
Funk-Chips ‹an der Vernetzung von ein- dann wie im Kinofilm ,Minority Report’ Weil die Offenbarung des Johannes
fach allem› zu arbeiten. Seine Mitarbei- – jedes Display erkennt mich …» von Gott gegeben ist (vgl. Offb 1,1), ist
ter nehmen das wörtlich: ‹Mit 54 Bit Die Angst vor dem Internet, vor Kre- sie absolut wahr. Darum wird alles so
können Sie jedes Reiskorn durchnum- ditkarten, Datenerfassungssystemen kommen, wie es in ihr beschrieben ist.
merieren, das auf der Welt produziert oder der Zahl 666 an einem Autoschild Unsere Blicke aber richten sich nach
wird›, rechnet einer vor, ‹mit 138 Bit oder einer Hauswand ist unberechtigt. oben, denn auch am rasanten techni-
jedes Molekül auf der Oberfläche des Als Christen sollten wir vielmehr die schen Fortschritt erkennen wir, dass die
Planeten.› Gunst der Stunde nutzen und die mo- Erfüllung letzter Dinge näher rückt und
(…) Spezielle Funkregale, derzeit derne Technik einsetzen, um möglichst das Kommen Jesu für Seine Gemeinde
etwa in einem Supermarkt im britischen jederzeit stattfin-
Cambridge im Einsatz, erkennen, wel- den kann. In Of-
che Packungen ein Kunde herausnimmt. fenbarung
‹Sind es mehr als drei, schiesst eine 13,16-18 lesen
Überwachungskamera automatisch ein wir: «Und es
Bild, und das Personal wird informiert›, macht, dass sie
erklärt Gillette-Sprecher Paul Fox. In allesamt, die
einem Zukunftsladen in Rheinberg – ei- Kleinen und
nem Gemeinschaftsprojekt von Metro, Grossen, die Rei-
SAP und Intel, das Ende April gestartet chen und Ar-
wurde – kommen die smarten Regale men, die Freien
erstmals auch in Deutschland zum Ein- und Sklaven,
satz und kommunizieren dort mit Rasier- sich ein Zeichen
klingen, Shampoo und Frischkäse. machen an ihre
70 Milliarden Dollar im Jahr könnte rechte Hand
allein die US-Warenindustrie mit der so Produkte im Einkaufswagen automatisch erfassen und von der Kreditkarte oder an ihre
genannten Radio Frequency Identifica- abbuchen Stirn, und dass
tion (Funkidentifikation, kurz RFID) ein- niemand kaufen
sparen, glaubt Paul Fox. ‹Die verlieren viele Menschen mit dem Evangelium zu oder verkaufen kann, wenn er nicht das
wir heute, weil wir bestohlen werden, erreichen. Wir müssen nicht nur deshalb Zeichen hat, nämlich den Namen des
weil die Kunden vor einem nicht recht- keine Angst haben, weil die Gemeinde Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier
zeitig nachgefüllten Regal stehen oder vor dem eigentlichen Auftreten des An- ist Weisheit! Wer Verstand hat, der über-
durch falsche Lieferungen.› tichristen entrückt wird, und zwar lege die Zahl des Tieres; denn es ist die
(…) Wie IBM auf der Computermes- «… vor der Stunde der Versuchung die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist
se CeBIT demonstrierte, kann ein Funk- über den ganzen Erdkreis kommen wird» sechshundertundsechsundsechzig.»
tor die Produkte im Einkaufswagen au- (Offb 3,10), sondern auch darum, weil ■ N.L.
tomatisch erfassen und von der Kredit- die moderne Technik erst antichristlich
karte abbuchen. Auch die geht auf Sen- wird mit dem Auftreten des Antichris- 1 Focus, Nr. 17/2003

12 Mitternachtsruf > August 2003


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Aus der Arbeit des Mitternachtsruf
ten die Versammlung stören. Unverrich-
Uelzen teter Dinge verliessen sie den Saal, und
auch dieser Abend war gesegnet. In die-
ser Situation zeigte sich erneut und in
aller Klarheit, dass sich die Frage bezüg-
lich der Juden und des jüdischen Staates
Osnabrück Braunschweig nicht rational beantworten lässt. Es han-
delt sich hier, und das wurde durch das
Thema auch immer wieder deutlich auf-
gezeigt, um ein geistliches Problem.
Paderborn Aber am Ende behält Jesus den Sieg, und
Er kommt mit seinem Volk Israel zum
Ziel.
Viele neue Leser konnten während der
Tournee hinzugewonnen werden. Das hat
Solingen uns sehr ermutigt. Auch die Abnahme am
Büchertisch war sehr gut. Viele Bücher,
Kassetten und Gratisliteratur konnten
Werdau verbreitet werden. Eine besondere Erqui-
Giessen ckung für die Besucher waren auch die
Lieder, die von Govert Roos gesungen
wurden. An dieser Stelle möchten wir uns
bei allen Freunden bedanken, die mitge-
holfen haben, diese Tournee vorzuberei-
ten. Dies natürlich durch Ihre Gebetsun-
terstützung, aber auch, indem Sie für die
einzelnen Orte Einladungszettel bestellt
Nürnberg und verteilt haben. Diese Unterstützung
war eine Stärkung für uns und trug ge-
wiss dazu bei, dass so viele Besucher ge-
kommen sind.
m Anschluss an die Tagung in Nürn- le Besucher wohl kommen würden und Für das kommende Jahr planen wir

I berg (29. Juni 2003) starteten Govert


Roos, Norbert Lieth und ich zu unse-
rer diesjährigen Deutschlandtournee.
wie die Versammlung ablaufen werde,
besonders bei dem brisanten Vortrag, den
Norbert Lieth unter dem Thema «Anfang
erneut so eine Tournee, und wenn Sie,
lieber Leser, liebe Leserin, uns einladen
möchten, um einen aktuellen Vortrag im
Diesmal wollten wir als Missionswerk und Ende des Israelkonflikts» weitergab. Licht der biblischen Prophetie zu hören
Mitternachtsruf die Versammlungen an Der Herr ist treu! Der Besuch war über oder wenn Sie in Ihrem Ort so eine Ver-
Orten durchführen, wo wir selten oder die Massen gesegnet, praktisch überall sammlung organisieren möchten, dann
noch nie gewesen waren, also sozusagen waren die Säle voll. In Paderborn, wo schreiben Sie uns möglichst bald. Die
Neuland einnehmen. Die Tour begann gegen 400 Personen gekommen waren, Adresse lautet: Missionswerk Mitter-
in Werdau und führte uns weiter über mussten die Leute teilweise stehen. nachtsruf, z.H.v. Jonathan Malgo, Eich-
Braunschweig, Uelzen, Osnabrück, Pa- Und es war auch in Paderborn, wo holzstrasse 38, 8330 Pfäffikon ZH,
derborn und Solingen bis nach Giessen. wir sehr deutlich den Schutz des Herrn Schweiz. ■ J.M.
Immer wieder war an den einzelnen erfahren durften, denn
Orten eine gewisse Spannung da, wie vie- zwei Antisemiten woll- Die Versammlung in Solingen

Jonathan Malgo Govert Roos Norbert Lieth

Mitternachtsruf > August 2003 13


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Fakten über die Ökumene

Die Ökumene D
■ MICHAEL URBAN
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as Eine-Welt-Denken nötigt
den Erdenbürgern ein völliges
Umdenken in politischen,

im Licht
wirtschaftlichen, gesellschaft-
lichen und den christlichen
Glauben betreffenden Fragen ab, schafft
aber letztlich die Bedingungen, die für
die weltweite Herrschaft des antichrist-
lichen Reiches nötig sind. Schon aus die-

endzeitlicher sem Grund können wiedergeborene Got-


teskinder nicht am ökumenischen Pro-
zess teilhaben – oder wollen wir mitbe-
teiligt sein an der Vorbereitung für die
Bühne des Antichristen? Hier nur vier

Entwicklung Punkte, die die Vorbereitung skizzieren:


• Politisch weitgehende Entscheidungen
dürfen nicht mehr nur national, sondern
müssen international akzeptiert sein.
• Die Wirtschaft orientiert sich immer
weniger an den Prinzipien der freien
Die heutige Ökumene ist ein weltumfassender, im Marktwirtschaft (Angebot und Nachfra-
ge), sondern ist mehr und mehr politisch
Rahmen allgemeiner Globalisierungspläne eingebun- reglementiert.
• Die Gesellschaft ist fasziniert vom To-
dener Prozess, der die Grundbedingungen für die end- leranzdenken nach dem Motto: Es gibt
keine absolute Wahrheit, ein Fünkchen
zeitlichen Szenarien der Bibel schafft, die im 18. oder Wahrheit ist überall.
19. Jahrhundert so nicht gegeben waren. • In Glaubensfragen wird der bibeltreue
Mensch immer öfter mit dem Begriff

14 Mitternachtsruf > August 2003


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«Fundamentalist» gekennzeichnet, was 1. Verführung. Wenn der Herr Jesus Joch mit Ungläubigen! Denn welche Ver-
ihn häufig mit aggressiven und militan- in Seiner Endzeitrede auch nahe (Tem- bindung haben Gerechtigkeit und Ge-
ten Gruppierungen auf eine Stufe stellt. pelzerstörung 70 n.Chr.) und fern liegen- setzlosigkeit? Oder welche Gemein-
So beklagt sich E. Geldbach, ein gern de Prophetie über das Ende ausspricht, schaft Licht mit Finsternis?» (2.Kor 6,14)
gehörter Redner auf Gemeindetagungen, so geht Er doch vornehmlich auf die Fra- – muss ich dann nicht zuerst feststellen,
darüber, «wie viele Christen sich für bi- ge der Jünger ein: «Sage uns, wann wird wer gläubig und wer ungläubig ist? Muss
beltreue Auslegung anfällig zeigen». Sein das sein, und was ist das Zeichen, wann ich nicht beurteilen, wo Gerechtigkeit
Buch über den protestantischen Funda- dies alles vollendet werden soll?» (Mk und wo Ungerechtigkeit ist? Muss ich
mentalismus in den USA und Deutsch- 13,4), indem Er antwortet: «Seht zu, nicht eine Trennlinie ziehen zwischen
land ist laut einem Editorial der Schrift dass euch niemand verführe!» (V 5). Er Licht und Finsternis?
«Bibel und Gemeinde» eine regelrechte bezieht sich damit nicht nur auf die Tat- Dass wir nicht richten sollen, bezieht
Abrechnung mit allen Bibeltreuen. sache, dass in der letzten Zeit Verfüh- sich meines Erachtens auf unser Urteil
Aber wieso hört die viel zitierte Tole- rungen sein werden, sondern dass eine über die Stellung eines Menschen vor
ranz in Kirchen und Gemeinden genau dieser Verführungen in falscher Endzeit- Gott. Über diese Beziehung und vor al-
dort auf, wo es um bibelgläubige Men- berechnung besteht: «Von jenem Tag lem ihre Folgen und ihren Ausgang kann
schen geht? Warum werden bibeltreue aber oder der Stunde weiss niemand, nur unser Vater im Himmel etwas aus-
Geschwister als «ewig Gestrige» be- auch nicht die Engel im Himmel, auch sagen. Solches Richten steht uns nicht
zeichnet? Weshalb können freikirchliche nicht der Sohn, sondern nur der Vater. zu. Worüber wir aber richten und urtei-
Pastoren katholische Priester als Amts- Seht zu, wacht! Denn ihr wisst nicht, len und was wir unterscheiden müssen,
brüder bezeichnen, während sie verdien- wann die Zeit ist.» Auch Paulus beschäf- sind Werke, Wege, Haltungen und Ein-
ten Verkündigern das Recht absprechen, tigte sich mit diesem Thema im zweiten stellungen. Wenn wir im Folgenden den
den Titel Pastor zu tragen, nur weil sie Brief an die Thessalonicher (Kap 2,3). ökumenischen Prozess auf dem Hinter-
auf einer «nicht anerkannten Bibelschu- Falsche Berechnungen und Spekula- grund endzeitlicher Prophetie beleuch-
le» ihre Ausbildung gemacht haben? Und tionen sind eindeutig unter das Konto ten, geht es in erster Linie um die Beur-
welche Anerkennung braucht eine Aus- «Verführung» zu rechnen. Aber genauso teilung eines falschen Weges und nicht
bildungsstätte? Die der Menschen oder handelt es sich um Verführung, wenn um die Verurteilung fehlgeleiteter Men-
die Anerkennung Gottes? der Eindruck er-
weckt wird, dass
der Herr noch
Ökumene und Bibel lange nicht
Wenn wir uns dem Prozess kommt. Und ge-
der Ökumene in der Welt der nau das ge-
Christenheit – und hier vor al- schieht in zuneh-
lem in der evangelikalen Chris- mendem Mass in
tenheit – zuwenden, muss leider der Welt der
gesagt werden, dass der Geist Ökumene. Bis hi-
der Ökumene in vielen Punkten nein in die Frei-
der Bibel widerspricht, kirchen erntet
besonders aber in einem: man Unverständ-
Der Geist der Ökumene lehnt nis und Anfein-
es ab, zu scheiden und zu unter- dung, wenn man
scheiden, zu richten und zu be- es wagt, die kata-
urteilen. Dieser Ungeist lässt uns strophalen Ereig-
im Glauben, wir hätten das Lie- Politisch weitgehende Entscheidungen dürfen nicht mehr nur national, sondern müssen nisse der letzten
besgebot Jesu dann erfüllt, wenn international akzeptiert sein 20 Jahre mit End-
wir jeder auch noch so unbibli- zeitprophetie in
schen Meinung mit einer gewissen Ach- schen, die dazu vieles im ökumenischen Verbindung zu bringen. Ja, nicht einmal
tung und Anerkennung begegnen. Meist Bereich mit völlig ehrlichen Absichten nach dem 11. September 2001 waren
wird dabei noch das Wort aus Matthäus tun. Geistliche bereit, hier ein deutliches Zei-
7,1 zitiert: «Richtet nicht, damit ihr nicht chen zu sehen, etwa dass die Endzeit in
gerichtet werdet!» Interessanterweise
aber steht in Vers 6: «Gebt nicht das
Ökumene als endzeitliches Zeichen ein neues Stadium getreten ist. Ist nicht
seither weltweit die Anstrengung kirch-
Heilige den Hunden; werft auch nicht Anhand zahlreicher Bibeltexte kön- licher und politischer Kreise auffällig,
eure Perlen vor die Schweine, damit sie nen wir sehr leicht erkennen, dass die den Islam als eine friedliche Religion
diese nicht etwa mit ihren Füssen zer- Zeit vor dem Kommen Jesu für Seine darzustellen? Hat nicht der ökumenische
treten und sich umwenden und euch Gemeinde und danach in Macht und Gottesdienst zu Ehren der vielen Opfer
zerreissen!» Um zwischen dem «Heili- Herrlichkeit für Sein Volk Israel durch des Terroranschlags in New York klar
gen» und den «Hunden» zu unterschei- mehrere Phänomene gekennzeichnet gezeigt, dass es der Welt schon heute
den, muss ich ein Urteil sprechen: Ich ist, die die Menschheit in ihren Bann möglich ist, einen Gottesdienst unter
muss nämlich beurteilen, was zu «Hei- ziehen werden. Auch die ökumenische Mitwirkung und Gebet von Moslems,
ligen» und was zu den «Hunden» gehört. Bewegung steht auf diesem Boden. Zwei Christen, Juden, Buddhisten und andern
Wenn der Apostel Paulus warnend dieser Phänomene seien hier herausge- zu feiern und dabei immer wieder zu
schreibt: «Geht nicht unter fremdartigem griffen: beteuern, dass wir alle an einen Gott

Mitternachtsruf > August 2003 15


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sätzen offen und unverhohlen über ih-
Fakten über die Ökumene ren ökumenischen Auftrag Auskunft gibt
und auch unter der Adresse «Ökumeni-
sche Zentrale Frankfurt» firmiert ist,
glauben? Was wäre wohl passiert, wenn er auch in der Kirchengeschichte von Au- wird weiterhin behauptet: «Wer Mitglied
in diesem Gottesdienst einer gewagt gustinus schon recht früh geprägt wur- in der ACK ist, hat mit Ökumene nichts
hätte zu beten: «Komm bald, Herr Je- de. Dass wir selbst in unseren eigenen zu tun.» Die ACK selbst sieht das völlig
sus!»? Gemeinden Spott ernten, wenn wir über anders.
Unter dem Titel «Multireligiöse Re- die womöglich baldige Entrückung der Die ökumenischen Beziehungen der
geln» erschien in der Presse folgende wiedergeborenen Gotteskinder spre- Kirchen und folglich auch der ACK in
Verlautbarung: chen, zeigt die prophetische Qualität des Deutschland sind in die weltweite öku-
«Katholiken können mit Juden und Wortes in 2. Petrus 3,3-4: «… und zuerst menische Bewegung eingebettet. Des-
Muslimen religiöse Feiern abhalten und dies wisst, dass in den letzten Tagen halb bestehen Kontakte und Beziehun-
beten. Sie verzichten dabei auf gemein- Spötter mit Spötterei kommen werden, gen zur multilateralen Ökumene auf
same Gebetstexte und auf gemeinsam die nach ihren eigenen Begierden wan- Weltebene, zum Ökumenischen Rat der
gesprochene Gebete. Das ist die Regel, deln und sagen: Wo ist die Verheissung Kirchen (ÖRK), mit dem sie im Status
die die deutsche Bischofskonferenz als seiner Ankunft? Denn seitdem die Vä- eines «Associated Council» und über ihn
Leitlinien für multireligiöse Feiern von ter entschlafen sind, bleibt alles so von mit den weltweiten Nationalen Kirchen-
Christen, Juden und Moslems aufstellt. Anfang der Schöpfung an.» Dass wir in räten (NCCs) zusammenarbeitet. Auf
Sie sollen bald veröffentlicht werden.»1 den letzten Tagen leben, beweist sich europäischer Ebene kooperiert sie eng
Kann die allgemeine Christenheit sich dadurch, dass die Vereinigungsbewegung mit der Konferenz Europäischer Kirchen
dieser Entwicklung überhaupt entzie- aller Kirchen für die seligste Hoffnung, (KEK) und über sie mit den Europäischen
hen, wenn immer häufiger Toten- und die Gotteskinder haben, keinen Platz Nationalen Kirchenräten, sowie mit dem
Gedenkfeiern nach internationalen Ka- hat. Dies kann als ein Ergebnis des öku- Rat der Europäischen Katholischen Bi-
tastrophen förmlich zu gemeinsamem menischen Prozesses gesehen werden: schofskonferenzen (CCEE). Die Behaup-
Endzeitfragen tung, die ACK hätte mit der Ökumene
sind, wenn sie nichts zu tun, ist Verführung, wie sie in
Die Wirtschaft orientiert überhaupt vor- der Endzeit als «Geist der Lüge» auftre-
kommen, Ne- ten wird.
sich immer weniger an den bensachen. Paulus schreibt in seinem zweiten
Prinzipien der freien Verführung Brief an die Thessalonicher: «… deshalb
in den letzten sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft
Marktwirtschaft (Angebot Tagen kommt des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben,
und Nachfrage), sondern aber auch in damit alle gerichtet werden, die der
anderen Bibel- Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohl-
ist mehr und mehr poli- texten vor, gefallen gefunden haben an der Unge-
tisch reglementiert zum Beispiel in rechtigkeit» (2.Thess 2,11-12). Der Irr-
der Apostelge- wahn hat schon kräftig um sich gegrif-
schiche: Als fen. Wie können wir ihm entgehen?
Paulus von den Hierzu Gedanken von Rainer Wagner:
Handeln zwingen? Wir wissen gar nicht, Ältesten in Ephesus in bewegender Wei- «Da geistliche Verwirrung die gröss-
wie weit die Verführung auf diesem Ge- se Abschied nimmt, weist er darauf hin, te Gefahr für die endzeitliche Gemein-
biet durch die Bemühungen der ökume- dass die Herde bewahrt werden muss vor de ist, müssen wir alle führenden Per-
nischen Bewegung schon gediehen ist. solchen, die falsche Dinge reden und die sönlichkeiten der Christenheit, alle Ent-
Ein weiterer Punkt der Verführung: Herde nicht verschonen werden (Apg wicklungen, Bewegungen und Lehren
In kaum einem der Texte der ACK (Ar- 20,29-30). Im ersten und zweiten Timo- im Licht des von Gottes Geist inspirier-
beitsgemeinschaft der Christlichen Kir- theusbrief erwähnt Paulus Irrlehrer, die ten Wortes prüfen. Personen und Bewe-
chen) oder des Weltkirchenrates ist in von bösen Geistern inspiriert sind (1.Tim gungen, die diese Prüfung als Beleidi-
den ehrwürdigen Präambeln der gemein- 4,1-4), und solche, die das verkündigen, gung abtun, beweisen damit, dass sie
samen Erklärungen von der Wiederkunft was die Menschen gerne hören möch- nicht geistlichen Ursprungs sind. Denn
Jesu Christi die Rede. Und den Begriff ten (2.Tim 4,3-4). Die so genannten Gottes Geist fordert zum Prüfen auf. Der
«Entrückung der Gemeinde Jesu» wer- «Gottesdienste für Kirchenferne» spre- Geist Gottes freut sich, wenn Christen
den wir in ökumenischem Schriftgut chen hier eine deutliche Sprache. tun, was Er in Seinem Wort verlangt:
vergeblich suchen. Diese Vorstellung Was die ökumenische Entwicklung Prüfen. Nur Menschliches und Teufli-
passt nicht zum Gesamtkonzept, denn angeht, kommt eine Verschleierungstak- sches, das sich hinter einer geistlichen
sie ist weder in der protestantischen tik hinzu. Vor allem in Freikirchen wur- Maske versteckt, ist über Prüfung em-
noch in der römisch-katholischen Kirche de der ökumenische Weg jahrelang in pört, denn es fürchtet Aufdeckung.»2
ein Thema. Wie heisst es doch so schön versteckter Weise vorangetrieben, und
und doch so falsch: «In den Hauptsachen den Mitgliedern wurde immer wieder 2. Friedenssehnsucht. Wahren Frie-
Einheit, in den Nebensachen Freiheit, gesagt: «Unser Gemeindebund hat mit den kann uns nur Gott selbst geben: «Er
über allem aber die Liebe.» Dieser Leit- Ökumene nichts zu tun.» Obwohl die selbst aber, der Herr des Friedens, gebe
satz vieler «überkonfessioneller» Werke ACK, die Arbeitsgemeinschaft Christli- euch den Frieden allezeit auf alle Wei-
ist in sich endzeitliche Verführung, wenn cher Kirchen, in ihren eigenen Schrift- se!» (2.Thess 3,16).

16 Mitternachtsruf > August 2003


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Seit den Anfängen der Menschheit hat und die Menschen es eine so einheitli-
die Friedenssehnsucht einen festen Platz nicht in Jesus Chris- Nicht einmal nach che weltweite Front
im Leben der Menschen. Frieden und tus befriedet sind. Ist gegen Amerika und
Harmonie sind ein menschliches Grund- Frieden möglich? Ja!
dem 11. September England wie anläss-
bedürfnis. Frieden ist das Endziel Got- Aber nicht unter den 2001 waren Geistli- lich des Irakprob-
tes mit dem Menschen. Frieden ist ein derzeitigen Mensch- lems. Mehr und
Merkmal des Wirkens des Geistes Got- heitsbedingungen.
che bereit, hier ein mehr wurde dieser
tes. Frieden wird sowohl im Alten Tes- Wenn der Mensch deutliches Zeichen zu Krieg als ein Religi-
tament als auch im Neuen Testament als von Frieden spricht, onskrieg definiert,
ein Zustand beschrieben, der sehr erstre- dann meint er die
sehen, etwa dass die wobei selbst in frei-
benswert ist. So lesen wir zum Beispiel Abwesenheit von Endzeit in ein neues kirchlichen Kreisen
in Jesaja 52,7: «Wie lieblich sind auf den Krieg. Durch eine die Bereitschaft
Bergen die Füsse dessen, der frohe Bot- gewaltige Kraftan-
Stadium getreten ist wuchs, den demo-
schaft bringt, der Frieden verkündet, der strengung mag es kratischen Präsiden-
gute Botschaft bringt, der Heil verkün- dem Menschen ten George W. Bush
det, der zu Zion spricht: Dein Gott vielleicht gelingen, mehr zu verteufeln
herrscht als König!» Im Neuen Testament die Kriegsherde auf und in die Ecke fun-
finden wir den eindrücklichen Vers: «Jagt der Erde möglichst damentalistischer
dem Frieden mit allen nach und der klein zu halten. Aber Aggressivität zu stel-
Heiligung, ohne die niemand den Herrn ist wirklich Frieden len als den Diktator
schauen wird» (Hebr 12,14). Der Friede auf Erden, wenn und Menschenver-
wird auch als ein Teil der Frucht des kein Krieg ist? Was ächter Saddam Hus-
Heiligen Geistes erwähnt (Gal 5,22). ist mit den Millionen sein. Diese Entwick-
Prophetisch wird der kommende Mes- von Kleinkriegen lung ist höchst alar-
sias in Jesaja 9,5 so betitelt: «… man zwischen Mann und mierend! Selbstre-
REUTERS

nennt seinen Namen: … Fürst des Frie- Frau, Eltern und Kin- dend war der Krieg
dens.» dern, Alten und Jun- gegen den Irak kei-
Sowohl im Alten als auch im Neuen gen, was mit dem geistlichen Krieg zwi- ne unproblematische Sache. Aber die
Testament sind die Bedingungen für ein schen den Mächten der Finsternis und Tendenz, islamische Länder als friedlie-
Leben in wahrem Frieden aber festge- den Mächten des Lichtes? bend hinzustellen und im Gegenzug Na-
legt: «Kein Friede den Gottlosen, spricht Warum will man uns immer wieder tionen mit eindeutig christlicher Prägung
der Herr» (Jes 48,22). Oder: «Dies habe einreden, es wäre Frieden auf Erden, als Kriegstreiber mit «missionarisch-fun-
ich zu euch geredet, damit ihr in mir wenn die Menschen nur zusammenhal- damentalistischem» Auftrag zu brand-
Frieden habt» (Joh 16,33). ten, aufeinander zugehen und mit einem marken, zeigt, dass der «Frieden um je-
Es gibt für den Menschen keinen tie- ungeheuren Energieaufwand sich über den Preis», dem einmal auch Israel zum
fen, beständigen Frieden ohne die Bin- alle Grenzen hinwegsetzend Einigkeit Opfer fallen wird, beängstigend nahe ist.
dung an Gott den Vater und unseren demonstrieren würden? Solange sich die Letztlich ist die ökumenische Bewe-
Herrn Jesus Christus. Besonders deutlich Menschheit im Kriegszustand mit Gott gung eine Friedensbewegung. Der katho-
wird das bei der Geburt Jesu: «Ehre sei befindet, kann sie keinen Frieden schaf- lische Theologe Prof. Dr. Hans Küng, der
Gott in der Höhe und Friede auf Er- fen! Vielmehr erfüllt sich, was die Bibel der Stiftung Weltethos vorsteht, hat es
den …» (Lk 2,14). Hier wird der wün- für die Endzeit voraussagt und was der auf den Punkt gebracht: «Es gibt keinen
schenswerte Frieden auf Erden daran Prophet Jeremia als Gegenwartsanalyse Weltfrieden ohne Religionsfrieden.» Im
gekoppelt, dass Gott im Himmel Ehre für das Volk Israel vor der babylonischen Jahr 2002 wurde der «Göttinger Frie-
erwiesen wird. Genauso war es bei Sei- Gefangenschaft, aber auch als Zukunfts- denspreis» eben diesem Herrn Küng
nem Volk Israel: «Wenn ihr in meinen vision für die Endzeit, proklamiert: verliehen. Dieser seit 1998 zum fünften
Ordnungen lebt und meine Gebote hal- «… sie heilen den Bruch der Tochter Mal vergebene Preis der Stiftung Dr.
tet und sie tut, dann werde ich euch die meines Volkes oberflächlich und sagen: Roland Röhl würdigte das Projekt Welt-
Regengüsse geben zu ihrer Zeit, und das Friede, Friede! – und da ist doch kein ethos als «friedensstiftend, religionsüber-
Land wird seinen Ertrag geben und die Friede» (Jer 6,14). Wir leben in einer greifend und kulturverbindend». Es sei
Bäume des Feldes werden ihre Frucht Zeit, die Paulus ganz treffend so be- zu einem friedensethischen Gravitations-
geben. Und die Dreschzeit wird bei euch schreibt: «Wenn sie sagen: Friede und zentrum geworden und es sei ihm eine
bis zur Weinlese reichen, und die Wein- Sicherheit! dann kommt ein plötzliches sinnstiftende Rolle für die Gestaltung des
lese wird bis zur Saatzeit reichen. Und Verderben über sie …» (1.Thess 5,3). globalen Friedens im 21. Jahrhundert zu
ihr werdet euer Brot essen bis zur Sätti- Die Endzeit wird gekennzeichnet sein wünschen.
gung und werdet sicher in eurem Land durch eine riesige Friedensbewegung, Prof. Dr. Hans Küng hat seine Vision
wohnen. Und ich werde Frieden im Land die letztendlich zur Vereinigung aller in vier Sätzen zusammengefasst:
geben, dass ihr euch niederlegt und es Menschen zu einer Menschheitsfamilie • Kein Frieden unter den Nationen
niemand gibt, der euch aufschreckt. Und führen soll. Noch nie haben weltweit so ohne Frieden unter den Religionen.
ich werde die bösen Tiere aus dem Land viele Menschen gegen einen Krieg pro- • Kein Frieden unter den Religionen
austilgen, und das Schwert wird nicht testiert wie während der Irakkrise. Noch ohne Dialog zwischen den Religionen.
durch euer Land gehen» (3.Mo 26,3-6). nie haben vor allem kirchliche Würden- • Kein Dialog zwischen den Religionen
Es gibt keinen Frieden auf Erden, so- träger sich so vehement gegen einen ohne globale ethische Massstäbe.
lange dem Gott im Himmel getrotzt wird Krieg ausgesprochen, und noch nie gab • Kein Überleben unseres Globus ohne

Mitternachtsruf > August 2003 17


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Irrtümer der ökumenischen
Fakten über die Ökumene Bewegung und ihre Beurteilung
durch das Wort Gottes
ein globales Ethos, ein Weltethos. weltweiten Friedens, und daran sind die Im Laufe der Jahrzehnte haben sich
Die neue Weltordnung braucht zwei Führer der grossen Weltreligionen in die Ökumene, die zu Beginn eine
wesentliche Eckpfeiler: Religiöse Einheit massgeblich beteiligt. Es gibt keinen Bewegung war, die die Weltmission vor-
und Weltfrieden. Dabei wird der ersehn- Zweifel: Die Mächtigen der Erde sind anbringen wollte, Irrtümer eingeschli-
te Weltfrieden zum Zugpferd der Einheit. bereit, die Menschen zu einer grossen chen, die letztlich eine rasante und fal-
Der Papst hat dazu erklärt, Weltfrieden Menschheitsfamilie zusammenzubin- sche Entwicklung erst möglich machten.
sei nur zu erreichen, wenn Christen mit den, indem «Frieden auf Erden» wird. Wir wollen zum Schluss einige dieser
allen anderen Religionen zusammenar- Dieser «Frieden» ist jedoch zum Schei- populären Meinungen beleuchten.
beiteten. tern verurteilt.
Da es hierbei um ein politisch-religi- Nur wer Jesus Christus uneinge- 1. Das Gespaltensein der Kirche
öses Ziel geht, müssen sich die Führer schränkt als den Weg, die Wahrheit und ist Sünde. Man hört in vielen Verlaut-
aus Politik und Religion zusammentun. das Leben ergreift, wird etwas Substan- barungen, die die Ökumene verteidigen,
Das aber bedeutet, dass es zu einer Ver- tielles zum Frieden beitragen können, zum Beispiel in der Charta oecumenica,
mischung der Religionen mit humanis- denn «er ist unser Friede» (Eph 2,14). den Leitlinien der KEK (Konferenz Eu-
tischen und atheistischen Kräften kom- Der «Frieden» des ökumenischen ropäischer Kirchen), den Leitsatz: «Im
men muss. Geistes wird unter bedeutsamen Abstri- Bewusstsein unserer Schuld und zur
Zu dieser politisch-religiösen Friedens- chen vom Wort Gottes konstruiert und Umkehr bereit, müssen wir uns bemü-
initiative gehörte auch der politische Weg mündet in die Friedensbemühungen hen, die unter uns noch bestehenden
des Michael Gorbatschow, der durch die des Antichristen ein. Darüber müssen Spaltungen zu überwinden, damit wir
Öffnung des Ostens gegenüber dem Wes- wir uns im Klaren sein: Nur der wird gemeinsam die Botschaft des Evangeli-
ten die Beendigung des Kalten Krieges be- als Weltherrscher anerkannt werden, ums unter den Völkern glaubwürdig ver-
der Völker, Kulturen und kündigen.»
Religionen zum «Frieden» Dieser irrigen Meinung stellen wir
führt. Allerdings werden pa- folgende Stellen der Heiligen Schrift ge-
rallel dazu die bibeltreuen genüber:
Christen mehr und mehr • «Da aber etliche sich verstockten und
zum Störfaktor des Friedens sich nicht überzeugen liessen, sondern
erklärt und in einem Atem- den Weg (des Evangeliums) vor der Men-
zug mit militanten Gruppie- ge verleumdeten, trennte er sich von
rungen genannt. Wer nicht ihnen und sonderte die Jünger ab und
in der Ökumene mitmacht, hielt täglich Lehrgespräche in der Schu-
hat schon heute etliche Ein- le eines gewissen Tyrannus» (Apg 19,9).
bussen seiner persönlichen • «Aber selbst wenn wir oder ein Engel
Lebensentwicklung zu ver- vom Himmel euch etwas anderes als
zeichnen. Und wer war- Evangelium verkündigen würden als das,
nend auf den römisch-katho- was wir euch verkündigt haben, der sei
«…und das Land wird seinen Ertrag geben und die Bäume lischen Einfluss bei Pro verflucht!» (Gal 1,8).
des Feldes werden ihre Frucht geben»
Christ 2003 hingewiesen • «Darum geht hinaus von ihnen und
schleunigt hat. Nicht nur politischer Frie- hat, wurde mit scharfen Worten in die sondert euch ab, spricht der Herr, und
den zwischen Ost und West war plötz- Schranken gewiesen. In der weltlichen rührt nichts Unreines an! Und ich will
lich möglich, sondern Gorbatschow traf Presse wurde Pro Christ aber unter an- euch aufnehmen …» (2.Kor 6,17; vgl.
sich sogleich mit Papst Johannes Paul II. derem als «kleiner ökumenischer Kir- auch V 14-16.18).
und demonstrierte so den Willen, Frie- chentag» bezeichnet. Der erste offizi- • «… ich hörte eine andere Stimme aus
den auch zwischen Atheismus und Ka- elle ökumenische Kirchentag vom 28. dem Himmel, die sprach: Geht hinaus
tholizismus herzustellen. Die Mauer in Mai bis 1. Juni 2003 dagegen zeigte in aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer
Deutschland fiel, und zwischen den seiner Vielfalt bereits, wie weit der Pro- Sünden teilhaftig werdet und damit ihr
Staatsmännern des Westens und des Os- zess schon fortgeschritten ist und wie nicht von ihren Plagen empfangt» (Offb
tens herrschte plötzlich nicht nur Diplo- selbstverständlich die Freikirchen inte- 18,4).
matie, sondern sogar Freundschaft. Ein griert sind. So sollten von 3 000 Veran- • «Denn erstens höre ich, dass Spaltun-
Staatsmann nach dem anderen erschien staltungen nicht einmal 10 vom Titel gen unter euch sind, wenn ihr in der
plötzlich beim Papst und machte dem Va- her signalisieren, dass sie sich mit Je- Gemeinde zusammenkommt, und zum
tikan seine höfliche Aufwartung. sus befassen wollen.3 Teil glaube ich es; denn es müssen ja
Auch in den arabischen Ländern for- Liebe Leserinnen und Leser, Verfüh- auch Parteiungen unter euch sein, da-
miert sich in der Bevölkerung vermehrt rung und falsch verstandene Friedens- mit die Bewährten offenbar werden un-
Friedenswille und Aufbegehren gegen sehnsucht sind der Nährboden für das ter euch!» (1.Kor 11,18-19).
die Despoten. antichristliche Reich (Offb 13,11-14). Dass Spaltungen und Trennungen
Wenn auch immer wieder kleine Die ökumenische Bewegung dient die- nicht ohne Sünde abgehen, ist unbestrit-
Kriegsherde aufflackern, die Gesamtsi- sem Nährboden, vielleicht ohne es zu ten. Wenn aber die Loslösung von bibli-
tuation auf der Erde strebt in Richtung wissen. schen Heilswahrheiten und das Aufge-

18 Mitternachtsruf > August 2003


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ben biblischer Normen sowie die Ver- ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an gerichtete Kirchen und Gemeinden zu
mischung des Gottesdienstes mit weltli- Misshandlungen, an Nöten, an Verfol- solchen Weltgemeinschaftsprogrammen
chen Methoden in Kirchen und Freikir- gungen, an Ängsten um des Christus wil- bekennen, dann können diese kirchli-
chen unwidersprochen len; denn wenn ich chen Körperschaften den Anspruch,
hingenommen werden, schwach bin, dann bin «Leib Jesu» zu sein, nicht erfüllen.
wenn man sich sogar
gegen die Lehr- und Ge-
Nur wer Jesus ich stark» (2.Kor 12,9-
10). Liebe Leserin, lieber Leser, wir be-
meindedisziplin Christus unein- Es steht der Gemein- schliessen diese Reihe mit einem Zitat
sträubt, ist Absonde-
rung vom Wort Gottes
geschränkt als de Jesu nicht zu, eine
sichtbare, imposant or-
von Theophil Rehse, einem Kenner der
ökumenischen Bewegung: «Sich der
gefordert. Dabei ist es den Weg, die ganisierte und aktionsfä- ökumenischen Bewegung auszuliefern,
das Wort Gottes selbst,
das trennt (vgl. Hebr
Wahrheit und hige Grösse in der Welt
darzustellen. Sie bleibt
ihren Programmen und ihrem ‹geheim-
nisvollen Ziel› wird keinem möglich
4,12) und oft das Wort das Leben er- in Unterwerfung unter sein, der ‹Ohren hat zu hören, was der
der Menschen, das
spaltet. Die ökumeni-
greift, wird et- dem Kreuz, dem Zei-
chen des Ärgernisses.
Geist den Gemeinden sagt› (Offb 2,29).
Die Gemeinde Jesu wird es schwerlich
sche Bewegung sollte was Substantiel- Der Einfluss des «Leibes fertig bringen wollen, eine sichtbare,
bedenken, dass durch
ihr Handeln ja ebenfalls
les zum Frieden Jesu» (vgl. Eph 1,22-23;
Kol 1,18) auf die Ge-
imposant organisierte und irdisch akti-
onsfähige Grösse in dieser Welt darzu-
nicht wenige Spaltun- beitragen kön- schäfte und politische stellen. Sie bleibt in Knechtsgestalt, un-
gen in Kirchen und Ge-
meinden hervorgerufen
nen, denn «er ist Entwicklung dieser Welt
muss ein geringer blei-
ter dem Kreuz, dem ärgerlichen Zei-
chen.»4 ■
wurden. unser Friede» ben. Ihre Kraft ist nicht
politische Macht, son- 1
Tageszeitung Zollernalbkurier, 1.3.2003
2. Die Kirche muss dern geistliche Voll- 2
Rainer Wagner, Alle in einem Boot, CLV-Verlag, S. 9
3
sich den neuen gesellschaftlichen macht in aller Stille und Bescheidenheit. Topic, Nr. 5/2003
4
Gegebenheiten anpassen. Dieser Vor allem ihre Anpassung an die demo- Theophil Rehse, Ökumene auf dem Weg zur
zweiten irrigen Meinung stellen wir kratischen Mittel der Meinungsbildung Weltkirche?, S. 143
wiederum eine Bibelstelle gegenüber, in Form demokratischer Entscheidungen
und zwar Jakobus 4,4: «… wisst ihr geistlicher Fragen hat in der Vergangen-
nicht, dass die Freundschaft mit der Welt heit verhängnisvolle Fehlentscheidun-
Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein gen und Fehlentwicklungen hervorge-
LITERATUREMPFEHLUNG

Freund der Welt sein will, der macht sich bracht.


zum Feind Gottes!» Die Einheit aller wiedergeborenen
Die weltweite Gemeinde Jesu ist Got- Gläubigen kann nie etwas wie Macht Dave Hunt, Globaler Friede und Aufstieg des
tes heiliges Volk des Neuen Bundes. und Ansehen hervorbringen. Im Gegen- Antichristen
Heilig bedeutet auch heute noch: Vom teil, sie ist vor allem in der letzten Pha- Allan Morrison, Ökumene – Das Trojanische
Wesen und Geist der Welt abgesondert se der Endzeit zum Leiden berufen, ge- Pferd in der Gemeinde
und Gott geweiht zu sein. Wir können rade weil sie sich nicht Bewegungen und Lothar Gassmann, Zukunft – Zeit – Zeichen
das Evangelium nicht vorantreiben, Programmen ausliefert, die sich dem Norbert Lieth, Zukunftsaussichten –
wenn wir es gleichzeitig dem Zeitgeist vom Geist Gottes inspirierten Wort wi- Perspektiven aus dem Daniel-Buch (bei uns
anpassen. Volle Kirchen bei Gottesdiens- dersetzen. erhältlich!)
ten für Kirchenferne sind noch keine ■ Band 1: Gebunden, 192 Seiten,
Gewähr dafür, dass hier Gemeinde im 4. Die Einheit aller Religionen Bestell-Nr. 18733, CHF 10.50, EUR 7.–
Sinne des Neuen Testaments gebaut bringt den Weltfrieden. Wie falsch ■ Band 2: Gebunden, 192 Seiten,
wird. Ganz abgesehen davon, dass selbst auch diese vierte Meinung ist, ersehen Bestell-Nr. 18734, CHF 10.50, EUR 7.–
bibeltreue Verkündigung noch nicht be- wir aus 1. Thessalonicher 5,3:
weist, dass in den Versammlungen auch «Wenn sie sagen: Friede und Si-
bibeltreue Hörer sitzen. Gottes Geist cherheit! dann kommt ein plötzli-
lässt sich nicht durch Anleihen beim ches Verderben über sie …»
Zeitgeist aktivieren. Gottes Geist und der Der letzte Frieden auf Erden,
Geist dieser Welt sind unvereinbar. den Menschen hervorbringen wer-
den, wird ein falscher und darum
3. Die Einheit der Kirche verleiht verhängnisvoller Frieden sein (Dan
politischen Einfluss. Dieser dritten ir- 9,27). Das ständige Reden von der
rigen Meinung stellen wir einmal mehr Erneuerung bestehender Gesell-
ein Bibelwort entgegen: «… er hat zu mir schaftsstrukturen unter Preisgabe
gesagt: Lass dir an meiner Gnade genü- der biblischen Botschaft von der Er-
gen, denn meine Kraft wird in der neuerung des Menschen, ist das Zei-
Schwachheit vollkommen! Darum will chen eines katastrophalen Abfalls
ich mich am liebsten vielmehr meiner von der Bibel. Wenn der Mensch zur
Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Hoffnung für den Menschen gemacht
des Christus bei mir wohne. Darum habe wird und wenn sich ökumenisch aus-

Mitternachtsruf > August 2003 19


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Fragen – Antworten
Heiligung gierden der Jugend! Jage aber nach der
LITERATUREMPFEHLUNG


Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe,
dem Frieden mit allen, die den Herrn
Frage: Der Begriff «Heiligung» ist mir anrufen aus reinem Herzen» (2.Tim Wim Malgo
nicht klar. Ist es ein Vorwärtsgehen im 2,22). Das gilt für alle, die Jesus ähnlich Du sollst ein Beter sein
neuen Leben? Oder bedeutet es, sündlos werden wollen! Jesus ähnlich sein, das
Finden Sie gemeinsam mit dem Autor den
zu sein? ist das Hochziel Gottes für die Seinen!
Johannes schreibt: «Meine Lieben, wir Schlüssel zu den Schatzkammern Gottes!
er das Opfer Jesu Christi persön- sind schon Gottes Kinder; es ist aber Dieser Schlüssel ist das Gebet.

W lich in Anspruch genommen und


Ihn als Heiland und Erlöser an-
genommen hat, ist ein für allemal gehei-
noch nicht offenbar geworden, was wir
sein werden. Wir wissen aber: wenn es
offenbar wird, werden wir ihm gleich
■ Taschenbuch, 112 Seiten,
Bestell-Nr. 17009, CHF 7.50, EUR 5.–

ligt: «Nach diesem Willen sind wir ge- sein; denn wir werden ihn sehen, wie
heiligt ein für allemal durch das Opfer er ist» (1. Joh 3,2). Darum sollten wir mit
des Leibes Jesu Christi» (Hebr 10,10). Philipper 3,12 sprechen: «Nicht, dass
Das ist die Stellung des Wiedergebore- ich’s schon ergriffen habe oder schon
nen vor Gott. So lesen wir es auch im vollkommen sei; ich jage ihm aber nach,
1. Brief des Apostels Paulus an die Ko- ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich
rinther. Nachdem er zuerst deren Situa- von Christus Jesus ergriffen bin.»
tion vor der Bekehrung schildert, Die von Gott in uns gelegte Heiligung
schreibt er dann in Kapitel 6,11: «Aber muss im Glauben zur Entfaltung kom-
ihr seid reingewaschen, ihr seid gehei- men. Das ist der erklärte Wille Gottes
ligt, ihr seid gerecht geworden durch den für unser Leben (1.Thess 4,3).
Namen des Herrn Jesus Christus und Wunderbarerweise sind wir dabei nicht
durch den Geist unseres Gottes.» auf uns selbst gestellt: «Denn es ist er-
schienen die heilsame
Gnade Gottes allen Men-
«Aber ihr seid reingewaschen, ihr schen und nimmt uns in
Zucht, dass wir absagen
seid geheiligt, ihr seid gerecht
geworden durch den Namen des
dem ungöttlichen Wesen
und den weltlichen Be- Gebet des Glaubens
gierden und besonnen,
Herrn Jesus Christus und durch den gerecht und fromm in
Frage: Darf ich Sie fragen, welches das
Geist unseres Gottes» dieser Welt leben und
warten auf die selige «Gebet des Glaubens» ist? Ist es etwas
Hoffnung und Erschei- Unerlaubtes? Wenn nicht: Darf dieses
nung der Herrlichkeit Gebet nur von Auserwählten gesprochen
Dass ein Wiedergeborener der Stel- des grossen Gottes und unseres Heilands werden?
lung nach geheiligt ist, bedeutet nicht, Jesus Christus» (Tit 2,11-13). Man be-
dass er in seinem Zustand nicht doch achte: Die Gnade Gottes nimmt uns in om «Gebet des Glaubens» lesen wir
noch sündigen könnte – was jedes Got-
teskind aus trauriger Erfahrung selbst
weiss. Darum schreibt Johannes ja auch
Zucht!
Wer den Willen Gottes ablehnt und
sich nicht heiligen lässt, der betrügt sich
V in Jakobus 5,14-16: «Ist jemand
unter euch krank, der rufe zu sich
die Ältesten der Gemeinde, dass sie über
an seine geistlichen Kinder: «… dies selbst, wenn er meint, ein Kind Gottes ihm beten und ihn salben mit Öl in dem
schreibe ich euch, damit ihr nicht sün- zu sein. Denn seine innere Haltung of- Namen des Herrn. Und das Gebet des
digt. Und wenn jemand sündigt, so ha- fenbart, dass er sich nicht wahrhaftig von Glaubens wird dem Kranken helfen, und
ben wir einen Fürsprecher bei dem Va- den Abgöttern (wie immer diese auch der Herr wird ihn aufrichten; und wenn
ter, Jesus Christus, der gerecht ist» (1.Joh heissen mögen!) zu dem lebendigen Gott er Sünden getan hat, wird ihm vergeben
2,1). Aber das Neue Testament lehrt, bekehrt hat. Er mag dann zwar einen werden. Bekennt also einander eure
dass Stellung und Zustand des Gläubi- frommen Anstrich haben, aber er wur- Sünden und betet füreinander, dass ihr
gen immer mehr in Einklang kommen de nicht wiedergeboren und somit auch gesund werdet. Des Gerechten Gebet
müssen. Denn Kinder Gottes sind dazu nicht ein für allemal geheiligt. Die tragi- vermag viel, wenn es ernstlich ist.» Die
bestimmt, «dass sie gleich sein sollten sche Folge wird sein, dass er den Herrn Antwort auf Ihre Fragen lautet also:
dem Bild seines Sohnes» (Röm 8,29). nicht sehen wird, wenn er nicht aus sei- a) Es ist nichts Unerlaubtes!
Darum schreibt Paulus zum Beispiel an nem Selbstbetrug aufwacht und ernstlich b) Dieses Wort spricht nicht von «aus-
den jungen Timotheus: «Fliehe die Be- Busse tut! ■ E.V. erwählten» Heilungspredigern, wohl

20 Mitternachtsruf > August 2003


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aber von «Ältesten der Gemeinde», die ch persönlich gehe davon aus, dass
gerufen werden sollen.
Sodann darf nicht übersehen werden,
dass ein Gotteskind, das um das Gebet
I es sich hier buchstäblich um einen
Strom handelt und nicht etwa um ei-
nen künstlichen Fluss (Suezkanal). Dies
Ein Wort von
Deinen Lippen
des Glaubens bittet, sein eigenes Leben zum einen deshalb, weil Hesekiel 29
überprüfen und sich vor dem Herrn (je eine Weissagung über Ägypten bzw.
nach dem auch vor den Ältesten) unter über den Pharao Ägyptens ist. Und zum Ein Wort von Deinen Lippen,
seine Sünden beugen und Ihn um Ver- anderen, weil hier konkret der Hoch- von Dir, o Herr, ein Wort,
gebung bitten soll, sofern das noch nicht mut des ägyptischen Pharao angespro- nimmt die geheimsten Schmerzen,
geschehen ist. Weil uns oft gar nicht al- chen wird. Der prächtige Nil war welt- nimmt Bann und Bürde fort.
les bewusst ist, womit wir gegen den bekannt und berühmt, weil Ägypten
Herrn gesündigt oder Ihn betrübt haben, seinetwegen ein fruchtbares Land war, Ein Wort von Deinen Lippen –
ist es ganz sicher nicht verkehrt wie wo man selbst dann noch ernten konn- und Well’ und Sturm sind still;
David zu beten: «Verzeihe mir die ver- te, wenn die Bewohner anderer Länder zerbrochen liegt am Boden
borgenen Sünden!» (Ps 19,13). ■ E.V. Hunger litten. So konnte Ägypten auf- das trotzige «Ich will».
grund des Nils viel Getreide usw. ex-
portieren und war von daher sehr ge- Ein Wort von Deinen Lippen
segnet. Der Hochmut des Pharao be- hat wundersame Macht,
stand gerade darin, dass er nicht Gott
Buchstäblicher die Ehre gab, sondern dass er im Blick
baut überm Abgrund Brücken,
durchleuchtet finstre Nacht.
auf den Nil sagte: «Mein Strom gehört
Strom oder mir, und ich selbst habe ihn mir ge- Ein Wort von Deinen Lippen
macht.» Das bedeutet nicht, dass er den
künstlicher Kanal? Nil selbst gemacht hat, wohl aber alles
macht, was da krank, gesund;
ein Wort von Deinen Lippen
das, was mit dem Strom zusammen- heilt, was zum Tode wund.
hängt: Aussaat und Ernte und vieles an-
Frage: Ich habe eine Auslegungsfrage. dere mehr. Der Pharao identifizierte
Das Ende des dritten Verses von Hese- Wer solch ein Wort vernommen,
sich mit diesem Strom. Im Übrigen ist o Herr, aus Deinem Mund,
kiel 29 wird normalerweise so übersetzt: es auch sehr interessant, dass die El- der folgt Dir nach mit Freuden
«Der Strom ist mein, und ich habe ihn mir berfelder Studienbibel hierzu die An- und trauet Dir zur Stund!
gemacht.» Das ergibt meines Erachtens merkung macht: «Das hebr. Wort be-
keinen Sinn. Nun las ich in einem Buch, zeichnet stets die Arme und Kanäle des So lass mich stets begierig
dass es sich hierbei um einen künstlichen Nil.» Diese Aussage unterstreicht mei- nach Deinem Worte sein;
Fluss handle. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn ne Gedanken. ■ N.L. gib täglich neu mir Speise,
Sie sich dazu äussern würden. Es wäre ja sieh, Herr, ich warte Dein!
immerhin möglich, dass in diesem Vers der Der prächtige Nil war weltbekannt und berühmt, Verfasser unbekannt
Suezkanal prophezeit ist, oder nicht? weil Ägypten seinetwegen ein fruchtbares Land war

In eigener
Sache
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Korrigenda – MNR 07-


2003, Seite 13, «Radio
Mitternachtsruf». Im zwei-
ten Abschnitt, dritter Satz,
hätte es heissen sollen:
«Deshalb verstärkten Jan
und Isabelle Eisses
(nicht: Ramseyer) einige
Zeit später unser kleines
Team.» Wir bitten Sie, die-
ses Versehen zu entschul-
digen.
DIE REDAKTION

Mitternachtsruf > August 2003 21


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Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am
25.08.2003, mit u.a. diesem Thema*:
«Der Mensch ohne hochzeitliches Eine Rechnung, die nicht aufgeht!
Gewand» Ein Atheist forderte einen an Jesus Christus Gläubigen heraus, mit ihm in einer öffentli-
*Änderung vorbehalten
chen Versammlung darüber zu disputieren, ob es einen Gott gebe oder nicht. Der Gläubige
antwortete ihm in einem Brief: «Wozu sollen wir lange disputieren? Bringen Sie mir 12 Leute,
Impressum die durch Ihren Unglauben von ihren sündigen Gewohnheiten befreit und bessere Menschen
geworden sind. Ich werde meinerseits mit Freuden 12 Leute bringen, die durch ihren Glauben
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf an den lebendigen Gott von ihren Gebundenheiten freigekommen und andere Menschen
www.mitternachtsruf.ch geworden sind.»
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992) Als der Atheist diese Antwort las, hat er nichts mehr von sich hören lassen, denn er wusste,
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, Jonathan
Malgo dass er lange suchen müsste, bis er zwölf – ja, bis er auch nur einen Einzigen finden würde –, bei
SCHWEIZ Mitternachtsruf, Eichholzstr. 38, 8330 Pfäffikon ZH, dem der Unglaube diese Wirkung hervorgebracht hätte.
Tel.: (0041) 01 952 14 14
Der Glaube an Jesus Christus ist das einzige Mittel, Menschen von ihren Gebundenheiten
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001 freizumachen.
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist ausser-
dem in englischer, französischer, holländischer, italienischer, por-
tugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und ungari- Ohne Glauben
scher Sprache erhältlich.
Wenn Sie nicht an Gott und nicht an Seinen Sohn Jesus Christus glauben, werden Sie in
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 01 952 14 16,
Fax: (0041) 1 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch, Mitarbeiter: Ihrem Leben eine falsche Rechnung machen. Die Bibel sagt in Psalm 14,1: «Die Toren spre-
Brigitte Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke Lieth, Norbert
Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Elsbeth Vetsch chen in ihrem Herzen: ‹Es ist kein Gott.›»
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter: Ein Mensch, der auf der Strasse Apfelsinen verkaufte, sah eine fröhliche Schar von Teena-
Walter Dürr, Daniel Malgo, Jonathan Malgo, Stephan Nabulon,
Fredy Peter gern an seinem Stand vorbeigehen und fragte einen Jungen: «Wo kommt ihr denn her?» «Von
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 01 einem Gottesdienst», antwortete der Junge. «So, so!», sagte der Mann, «da will ich doch
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber,
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch, gleich mal etwas fragen.» Damit griff er in seine Rocktasche, holte eine Apfelsine heraus und
VERLAG, ABONNEMENTE UND ADMINISTRATION (Adressen
Schweiz und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 01 952 14
fuhr fort: «Diese Apfelsine sollst du haben, wenn du mir sagst, wo Gott ist.»
15, Fax Schweiz: 01 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001, Der Junge, nicht verlegen, sah den Fragenden vergnügt an und sagte im Vollgefühl seines
Fax Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 1
952 14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 1 952 14 11, E-Mail: eben gelernten Wissens von Gott: «Und ich gebe Ihnen zwei Apfelsinen, wenn Sie mir sagen,
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker,
Martina Lang, Thomas Lieth, Annie Malgo, Elishevah Malgo, wo Gott nicht ist.» Betroffen liess der Mann die Hand mit der Apfelsine sinken. «Wo Gott nicht
Marianne Malgo, Peter Malgo, Wanda Malgo, Susanne Peter,
Beatrice Rindlisbacher, Stephan Rindlisbacher, Esther Roos ist?», wiederholte er, den Jungen gross anblickend. Dieser, tief Atem holend, gab die Antwort,
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 01 952 14 18, die er vorhin im Gottesdienst gehört hatte: «Gott ist nicht in den Herzen der Ungläubigen.»
Fax: (0041) 01 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch, Mit-
arbeiter: Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel) Der Mann holte eine zweite Apfelsine aus der Tasche und gab beide dem Jungen.
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch,
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon
Ein schmutziges Herz
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter:
Govert Roos, Nathanael Winkler Mit einem Fernrohr betrachtete ein Schiffskapitän den ganzen Himmel und murmelte vor
ALTERS- UND PFLEGEHEIM ZION Ringwiesenstr. 14, 8600 sich hin: «Ich sehe ihn nicht, ich sehe ihn nicht!» «Sie sehen Ihn nicht?», fragte ein Mann, der
Dübendorf, Tel: (0041) 01 821 32 00, Fax: (0041) 01 821 59
61, E-Mail: post@altersheim-zion.ch, Heimleitung: Walid und auch auf dem Schiff war. «Nun, das kann auch nicht anders sein, denn in meiner Bibel steht:
Astrid El Khouri, Mitarbeiter: Ursula Dürr, Walter Dürr
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Isra-
‹Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.›» Nun wissen Sie, Herr
el, Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E- Kapitän, warum sie Gott nicht sehen können. Solange unreine Dinge und unsaubere Gedan-
Mail: mail@beth-shalom.co.il, Leitung: Fredi und Beate Winkler
EINZAHLUNGEN Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich,
ken Ihr Herz belasten, bleibt Gott Ihnen unter allen Umständen verborgen.»
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152- Sie begehen den grössten Fehler Ihres Lebens, wenn Sie nicht an Jesus Christus glauben,
0472.519, BC-Nr. 752.
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90, denn die Bibel sagt in Johannes 3,18: «Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart,
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig Deutsch- nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen
land e.V., Geschäftsstelle D-79807 Lottstetten
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse Sohnes Gottes.» Der grösste Rechenfehler ist der, dass Sie leben und arbeiten, aber Jesus
Linz, «Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf»
nicht haben, denn wiederum steht geschrieben: «Wie wollen wir entrinnen, wenn wir ein so
DRUCK GU-Print AG, In der Luberzen 25, 8902 Urdorf, Schweiz
ABONNEMENTSPREIS JÄHRLICH Schweiz CHF 18.–, Deutschland
grosses Heil nicht achten …?» (Hebr 2,3).
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR Erkennen Sie diesen fatalen Fehler, weswegen Ihre Rechnung nicht aufgeht. Solange Sie
24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar)
und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie Jesus nicht in Ihr Leben aufnehmen und an Ihn glauben, geht die Rechnung nicht auf. Des-
nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden.
halb bitte ich Sie, Jesus Christus in Ihre Rechnung einzubeziehen, das heisst, mit Ihm zu leben.
ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE
Der Beginn dieses neuen Lebens fängt da an, wo Sie Ihre Sünden Jesus bekennen und Ihn in Ihr
B.V. > Burkhard Vetsch; E.K. > Ernst Kraft; E.V. > Elsbeth Vetsch; Leben einlassen. Machen Sie nicht weiter den Fehler, ohne Ihn zu leben! ■ E.K.
J.M. > Jonathan Malgo; N.L. > Norbert Lieth

22 Mitternachtsruf > August 2003