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Grusswort

«Muslime fordern Achtung des Korans», so titelte neulich eine Zeitung. Nicht nur die mus-
limische Welt protestierte in den vergangenen Wochen massenhaft gegen die Entweihung des
Korans. Ausgelöst wurde diese Protestwelle durch einen Bericht im amerikanischen Nachrich-
tenmagazin «Newsweek», der umstrittene Verhörmethoden im Gefangenenlager Guantánamo
behandelte. Der Autor schrieb dann: «Die Empörung darüber ist auch in unseren Breitengraden
zu Recht gross.»
Haben Sie jedoch schon einmal einen Protest gehört oder erlebt, wenn über die Bibel, un-
sere Heilige Schrift, gelästert wird? Wo sind die Menschen, die noch für die Bibel Stellung be-
ziehen? Wie traurig klingen doch die Worte unseres Herrn: «Ich suchte unter ihnen, ob jemand
sich zur Mauer machte und wider den Riss stünde vor mir für das Land, dass ich’s nicht ver-
derbte; aber ich fand keinen» (Hes 22,30).
Anlässlich der Papstwahl wurde in Deutschland eine Umfrage über Gott und den Glauben
gemacht. 73 % der Befragten glauben an ein höheres Wesen, das alles lenkt und leitet, nicht
Inhalt aber an Gott. Der Glaube an einen lebendigen Gott gerät immer mehr ins Abseits. Das ver-
meintlich «christliche» Abendland, repräsentiert durch eine riesige Menschenmenge, versam-
melte sich in Rom zur Wahl des neuen Papstes. Alle diese Menschen huldigten einem Mann,
der jetzt seinen Vorgänger selig sprechen will. Zuerst muss aber noch ein Wunder gefunden
Biblische Botschaft werden, das sein Vorgänger vollbracht haben soll. Viele Leute glauben an den Papst, nicht aber
4 «Sehet zu, dass euch niemand verführe!» an den lebendigen Gott der Bibel.
Von Jesus heisst es, dass Er allein Macht hat, Sünden zu vergeben (Mt 9,6). Es ist in kei-
nem andern Heil (Apg 4,12)!
Im Blickfeld Eine andere Umfrage fand kürzlich in Österreich statt unter dem Titel: «Woran wir glauben.»
10 Wie ist wahrer Friede in Nahost möglich? Acht von zehn Österreichern glauben an Gott, sieben von zehn an ein Leben nach dem Tod. Was
14 Wo wahre Hilfe zu finden ist diese Befragung verschwieg: In Österreich gibt es bereits mehr Muslime als evangelische Chris-
15 Eine Wüstenpflanze als Bild für Israel ten. Auch differenzierte diese Umfrage nicht, welcher Gott gemeint war. Da war lediglich vom
Schöpfer, vom höchsten Wesen, die Rede. Und die Muslime betrachten Allah als ihren Gott.
Das Christentum ist auf dem Rückzug, gibt Territorium preis und lässt zu, dass andere da-
Biblische Vorbilder von Besitz ergreifen. Namenschristen scheinen es als ganz normal hinzunehmen, dass der Is-
17 Der Ruf zum Gebetskampf lam überhand nimmt. Die Muslime jedoch verteidigen ihren Koran. Wo sind die christlichen
Protestanten geblieben, die Stellung für die Bibel beziehen? Und wo gibt es noch Christen, die
die Verheissungen für Israel, die in der Heiligen Schrift festgehalten sind, ernst nehmen? Die
Erwählung Israels als Gottes Bundesvolk zieht sich durch die ganze Bibel. Wenn wir Position
Fragen – Antworten für die Bibel beziehen, dann kommen wir um dieses Faktum nicht herum. Und Israel braucht
20 Wiederherstellung Israels uns. Israel ist einsam. Die Welt kehrt sich immer mehr von diesem Volk und Land ab. Die For-
21 Abendmahl für alle? derungen an Israel werden immer dreister. Wenn Israel nun aus dem Gazastreifen abzieht, wer-
21 Woher kommt dieser Unterschied? den weitere Gebietsforderungen gestellt werden, und Israel kommt erneut und vermehrt unter
Druck, auch von so genannt freundlich gesinnten westlichen Staaten.
Das Internationale Rote Kreuz, das von sich behauptet, eine neutrale Position einzunehmen,
hat eindeutig Schlagseite in Richtung muslimischer Staaten. So ist zum Beispiel der Rote Halb-
3 Grusswort mond als Symbol dieser internationalen Hilfsorganisation offiziell anerkannt, der Rote Davids-
9 Streiflicht stern hingegen nicht. Eine Welt ohne Juden war das Ziel des klassischen Antisemitismus; eine
13 Aufgegriffen Welt ohne jüdischen Staat ist das Ziel des neuen Antisemitismus.
22 Dir kann nur Jesus helfen Wer Position für die Bibel bezieht, stellt sich ganz klar auf die Seite des lebendigen Gottes
– und kann Israel nicht ausschliessen. Wer Jesus liebt, liebt auch Israel. Lassen Sie uns aus
22 Impressum der Neutralität heraustreten und uns auf die Seite unseres Gottes
stellen; nur so machen wir uns zur Mauer, die der Herr meint: «Ich
suchte unter ihnen, ob jemand sich zur Mauer machte …»

In herzlicher Verbundenheit

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis


Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

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Biblische Botschaft

«Sehet zu, dass euch


niemand verführe!»

In diesem brisanten Bei-


trag geht der Autor nicht Tage ein Gestalt der
so sehr auf aktuelle Ein- Zeichen und
sprach: Dies ist das
Teufel oder Sa-
tan aufzutreten pflegt,
flüsse und Bewegungen Zeichen, von dem der Herr gere-
det hat: Siehe, der Altar wird reissen und
weil es gerade im eingangs er-
wähnten Bibeltext und der folgenden
unter den Evangelikalen die Fettasche, die darauf ist, verschüttet
werden. Und es geschah, als der König
Begebenheiten um seine teils drohen-
den Attacken und teils listigen Anläufe
ein, sondern vielmehr auf das Wort des Mannes Gottes hörte, das geht. Im Neuen Testament finden wir
er wider den Altar zu Bethel ausgerufen drei «Tarnkappen» des Teufels:
die Gefahren persönlicher hatte, da streckte Jerobeam seine Hand
aus von dem Altar herab und sprach:
Verführung. TEIL 1 Greifet ihn! Da verdorrte seine Hand, die
Wie ein brüllender Löwe
er wider ihn ausgestreckt hatte, und er Davon wird uns im ersten Petrusbrief
Wolfgang Bühne konnte sie nicht wieder an sich ziehen. berichtet: «Seid nüchtern, wachet; euer
Und der Altar riss, und die Fettasche Widersacher, der Teufel, geht umher

U
nd siehe, ein Mann Gottes wurde vom Altar verschüttet, nach dem wie ein brüllender Löwe und sucht,
kam aus Juda, durch das Zeichen, welches der Mann Gottes wen er verschlinge. Dem widerstehet
Wort des Herrn, nach Bethel, durch das Wort des Herrn gegeben hat- standhaft im Glauben, da ihr wisset,
und Jerobeam stand bei dem te. Da antwortete der König und sprach dass dieselben Leiden sich vollziehen
Altar, zu räuchern. Und er rief aus wider zu dem Manne Gottes: Flehe doch den an eurer Brüderschaft, die in der Welt
den Altar durch das Wort des Herrn und Herrn, deinen Gott, an und bete für ist» (1.Petr 5,8-9).
sprach: Altar, Altar! so spricht der Herr: mich, dass meine Hand mir wieder- Ein brüllender Löwe bettelt nicht,
Siehe, ein Sohn wird dem Hause Davids gegeben werde. Und der Mann Gottes nein, er hat nur eine Absicht: zu töten
geboren werden, Josia sein Name; und flehte den Herrn an, und die Hand des bzw. zu «verschlingen». Mit roher Ge-
er wird auf dir die Priester der Höhen Königs wurde ihm wiedergegeben und walt will er wiedergeborene Christen
schlachten, die auf dir räuchern, und war wie zuvor» (1.Kön 13,1-6). einschüchtern, bedrohen, vertreiben
man wird Menschengebeine auf dir Bevor wir an dieses Thema herange- oder töten. Er demonstriert seine Stärke
verbrennen! Und er gab an selbigem hen, möchte ich aufzeigen, in welcher und möchte uns Angst einjagen, sodass

4 MNR > August 2005


wir fliehen. Wenn Gott es ihm gestattet, Herr in Seiner Endzeitrede (Mt 24,24) Juda (wahrscheinlich war er relativ
greift Satan unseren Leib und unser Le- und von «falschen Brüdern» lesen wir jung) und ein alter Prophet, der in
ben an, heute insbesondere in kommu- in Galater 2,4. Bethel wohnte.
nistischen oder muslimischen Ländern, Durch «falsche Apostel» und «betrü- Die Bibel lehrt uns oft etwas durch
sodass Christen benachteiligt werden, gerische Arbeiter» kommt der Teufel Gegenüberstellungen. So finden wir
Schläge bekommen, in einem Mantel auch ein Kapitel vorher (1.Kön 12)
gefoltert oder gar von Geistlichkeit zwei Könige: Rehabeam, den Sohn
getötet werden. Die «Sünde Jerobeams», oder Frömmigkeit Salomos, und Jerobeam, den Sohn
Wenn der «Mör-
der von Anfang»
in heutigen Worten aus- daher. Er zitiert
aus dem Zusam-
Nebats. Als Rehabeam sich in Sichem
beim Grossteil des Volkes Gottes ver-
(Joh 8,44) nicht gedrückt, war ein dem menhang gerisse- hasst gemacht hatte (1.Kön 12,14-15),
wie ein brüllender
Löwe auftreten
Zeitgeist angepasster, ne Bibelverse (wie
bei der Versuchung
fiel es von ihm ab und machte Jerobeam
zum König (V 20). Dadurch wurde das
kann, dann setzt moderner «Gottesdienst» Jesu, Mt 4,1ff.; Lk Wort des Herrn erfüllt, das Achija dem
er sich die zweite 4,1ff.), beruft sich Jerobeam zuvor prophezeit hatte (1.Kön
«Tarnkappe» auf und agiert: auf göttliche Offenbarungen und erhebt 11,29-31).
einen Anspruch auf geistliche Autori-
Als listige Schlange tät. Er möchte uns für ausserbiblische Wie es zur Sünde Jerobeams kam
Offenbarungen öffnen und uns vom
In 2. Korinther 11,3-4 heisst es: geschriebenen Wort Gottes abziehen. Währenddem Rehabeam von Jeru-
«Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Bibelunkundige Christen versucht er, salem aus, wo der Tempel stand, nur
Schlange Eva durch ihre List verführte, durch Irrlehren und dämonische Lehren noch über zwei Stämme herrschte, war
also auch euer Sinn verderbt und ab- zu verführen. Jerobeam König über die übrigen zehn
gewandt werde von der Einfalt gegen Nicht umsonst werden wir aufgeru- Stämme geworden. Da aber alles Volk
den Christus. Denn wenn der, welcher fen: «Seid nüchtern, wachet!» (1.Petr gewohnt war, in Jerusalem anzubeten
kommt, einen anderen Jesus predigt, 5,8), «Wachet und betet!» (Mk 14,38), und Opfer zu bringen, stand Jerobeam,
den wir nicht gepredigt haben, oder ihr «Geliebte, glaubet nicht jedem Geiste, der damals in Sichem residierte (1.Kön
einen anderen Geist empfanget, den ihr sondern prüfet die Geister, ob sie aus 12,25), vor einem grossen Problem. Er
nicht empfangen habt, oder ein anderes Gott sind!» (1.Joh 4,1). dachte wohl ganz richtig, dass seine
Evangelium, das ihr nicht angenommen Untertanen in den zehn Stämmen nicht
habt, so ertrüget ihr es gut.» Das «Bilderbuch» des Neuen nur um zu opfern und anzubeten nach
Eine Schlange tritt anders auf als ein Jerusalem pilgern würden, sondern auch
brüllender Löwe: schleichend, leise,
Testaments zu den grossen Festen. Und seine Be-
unbemerkt, flüsternd und schmei- Im Alten Testament, fürchtung war gross, dass
chelnd. Satan greift uns auf diese dem «Bilderbuch des sie ihn dann töten und
Weise in unserer Gedankenwelt und Neuen Testaments», fin- sich wieder seinem Feind
Gesinnung an. Sein Ziel besteht darin, den wir etliche Geschich- Rehabeam anschliessen
unsere Gedanken zu beeinflussen und ten, die uns die Taktiken würden (V 26-27). Des-
unseren Sinn «von der Einfalt gegen den des Teufels illustrieren. wegen liess Jerobeam
Christus» abzuwenden. Durch vernünf- Im Neuen Testament zwei goldene Kälber
tig erscheinende Argumente greift der haben wir einige wenige machen und «sprach zu
Teufel uns in unserem Denken und in Lehraussagen wie: «… der dem Volke: Es ist zu viel
unserer Gesinnung an. So will er uns zu Teufel, geht umher wie ein für euch, nach Jerusalem
Hochmut, Eitelkeit, Ehrsucht, Selbstlie- brüllender Löwe …» Dem- hinaufzuziehen; siehe
be verführen. gegenüber gebraucht das Robert Schuller da, Israel, deine Götter,
Wenn das nichts bringt, versucht es Alte Testament oft ein gan- die dich aus dem Lande
Satan noch auf eine dritte Art: zes Kapitel, um eine einzige biblische Ägypten heraufgeführt haben. Und er
Wahrheit zu illustrieren, so zum Beispiel stellte das eine in Bethel auf, und das
Als Engel des Lichts in 1. Könige 13. Da tritt der Teufel mit andere tat er nach Dan. Und diese Sache
allen drei Eigenschaften – als ein brüllen- wurde zur Sünde, und das Volk ging vor
Davon lesen wir in 2. Korinther der Löwe, als listige Schlange, als Engel das eine hin bis nach Dan» (V 28-30).
11,13-15: «Denn solche sind falsche des Lichts – auf. Die Bibel nennt das die «Sünde Jerobe-
Apostel, betrügerische Arbeiter, wel- In diesem Kapitel wird uns ein Tag ams». Ein Ausleger schreibt: «Dieser
che die Gestalt von Aposteln Christi im Leben eines namenlosen Prophe- Satz («die Sünde Jerobeams») wird in
annehmen. Und kein Wunder, denn ten geschildert, den die Bibel «Mann der Bibel mit grauenhafter Monotonie
der Satan selbst nimmt die Gestalt ei- Gottes» nennt. Wir finden sonst im immer aufs Neue wiederholt.»
nes Engels des Lichts an; es ist daher Alten Testament, auch im nächsten Die «Sünde Jerobeams» war, in
nichts Grosses, wenn auch seine Diener Kapitel (1.Kön 14), längere Zeiträume heutigen Worten ausgedrückt, ein
die Gestalt als Diener der Gerechtigkeit beschrieben, manchmal bis zu mehreren dem Zeitgeist angepasster, moderner
annehmen, deren Ende nach ihren Wer- Jahrhunderten. «Gottesdienst». Diese Anpassung bzw.
ken sein wird.» In 1. Könige 13 werden zwei ver- Toleranz finden wir beispielsweise bei
Von «falschen Christussen» und schiedene Propheten einander gegen- Robert Schuller. Mit meinen eigenen
«falschen Propheten» prophezeite unser übergestellt – ein «Mann Gottes» aus Ohren hörte ich einmal, dass er vor ei-

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jemand wiedergeboren ist oder nicht,
Biblische Botschaft männlich oder weiblich, spielt gar keine
Rolle – das sind paulinische, frauenfeind-
liche Vorstellungen. Nein, es kommt bei
nem grossen Publikum, das meines Er- Sollen wir, wie Schuller und andere, einem geistlichen Amt lediglich auf die
achtens nur aus Evangelikalen bestand, in Zukunft nur noch einen Gott der Lie- Begabung an. Wenn eine gläubige Frau
sagte, es sei verkehrt, einen Menschen be predigen? Nun, der Gott der Bibel ist begabt ist zu lehren und zu führen, kann
einen Sünder zu nennen. Daraufhin Liebe, aber gleichzeitig auch Heiligkeit, sie natürlich sowohl predigen als auch
klatschten die meisten Beifall, denn Gerechtigkeit und Wahrheit. Und nur Älteste werden. Man sagt, durch Chris-
sie waren ganz begeistert davon, dass dieser Gott will gepredigt und Seine tus seien alle Unterschiede zwischen
endlich einmal öffentlich gesagt wurde, Botschaft auch gelebt werden! den Geschlechtern aufgehoben. – Was
es sei falsch, einen Menschen einen Sün- Zurück zu Jerobeam: Seine beiden die Erlösung anbelangt, stimmt das (Kol
der zu nennen. In einem seiner Bücher goldenen Kälber stellte er in Bethel, an 3,11), nicht aber im Blick auf Älteste
schreibt er sogar: «Wenn ein Mensch der Grenze zu Juda, und in Dan auf, das innerhalb einer christlichen Gemein-
erst einmal glaubt, er wäre ein Sünder, an der Grenze zu Syrien lag. Einerseits de (z.B. 1.Tim 3,1-5; 5,17; Tit 1,5-9;
dann kann er nicht gerettet werden.» waren Kälber oder Jungstiere wertvolle
Damit stellt er das Evangelium auf den Opfertiere und auch ein Hinweis auf
Kopf, denn die Bibel sagt ganz klar, dass die Stärke und Kraft unseres Herrn
Sündenerkenntnis die Voraussetzung Jesus Christus. Anderseits stellten sie
der Errettung ist. Schuller ist ein Predi- ein heidnisches Symbol für Fruchtbar-
ger des so genannten Positiven Denkens: keit und Erfolg, wir könnten fast sagen
Nach seiner Meinung muss man über auch für Positives Denken, dar. Gegos-
sich selbst, über Gott und den Nächsten sen waren sie aus Gold, das in seinem
nur immer positiv, nur das Gute, den- Glanz und in seiner Attraktivität die
ken. Wenn wir auf diese Weise die Bibel Sinne ansprach. Schon während der
lesen, alle negativen Aussagen ausklam- Wüstenwanderung war Israel ein von
mern (ich weiss nicht, was er zum Bei- Aaron gegossenes goldenes Kalb, wel-
spiel mit dem Judas-Brief macht), dann ches das Volk von ihm erbeten hatte und
haben wir eine Botschaft, die angenehm dem es huldigte, zur Sünde geworden
ist und auch Zulauf verheisst. (2.Mo 32,1ff.).
Als ich gebeten wurde, in «ideaSpek- Mit den zwei goldenen Jungstieren
trum» in einem Pro- und Kontra-Artikel in Bethel und Dan, denen das Volk
dazu Stellung zu beziehen, bekam ich huldigte, hatte Jerobeam nur das eine
daraufhin einige Echos. Aus einem der Ziel, dass seine Leute nicht nach Jeru-
Briefe möchte ich hier zitieren, weil er salem gingen, sagte er doch zu ihnen:
deutlich macht, wie viele Evangelikale «Es ist zu viel für euch, nach Jerusalem
heute empfinden. Ein Pastor aus Berlin hinaufzuziehen; siehe da, Israel, deine Satan tritt als brüllender Löwe – mit roher Gewalt
schrieb: «Robert Schuller hat gerade der Götter, die dich aus dem Lande Ägyp- – oder als listige Schlange – flüsternd schmei-
evangelikalen Bewegung eine Menge ten heraufgeführt haben.» In Worten der chelnd – auf
zu sagen. Als Evangelikaler, der ich von Toleranz heutiger Prediger ausgedrückt,
Herzen bin, seufze ich über die latente mag Jerobeam seinen Untergebenen in
Miesmacherei ... meiner Bewegung. etwa gesagt haben: «Hört mal. Es ist viel
Sie sollte von Robert Schullers positiver zu anstrengend für euch, nach Jerusalem
und einladender Verkündigung lernen. zu gehen. Und wir dürfen auch nicht
… Missionarische Verkündigung muss so eng sein. Wir kennen doch die neue
niederschwellig sein und am Zeitgeist Toleranz: Es gibt keine absolute Wahr-
entlang segeln, ohne diesem zu verfal- heit. Und wenn euch jemand erzählt
len. … Menschen, deren christliche hat: ‹Nur in Jerusalem dürft ihr eure
Ideologie einseitig auf die abgrundtiefe Opfer darbringen und dort anbeten›,
Verfehltheit und Sündhaftigkeit des so sind das natürlich überaus veraltete
Menschen fixiert ist, sodass dahinter Ansichten. Nein, viele Wege führen zu 1.Tim 2,12). Samuel Rindlisbacher hat
die Freundlichkeit Gottes und die Sym- Gott. In allen Religionen kann man Ihn zu diesem Punkt unter der Überschrift
pathie des Evangeliums verschwindet, suchen und finden.» «Viertes heisses Eisen: Der Dienst der
ärgern sich über Schullers Evangelium, Frau in der Gemeinde» Grundlegendes
das dem Menschen gut tut und ein Priester aus allem Volk zu Papier gebracht («Mitternachtsruf»
positives Gefühl vermittelt. Natürlich Juli 2005, S. 19-20).
geht es nicht um Gefühl, sondern Mit den zwei «Gottesbildern» in Dan
darum, dass sich Menschen für die und Bethel war es natürlich nicht getan. Das Fest und der Altar Jerobeams
Wahrheit öffnen. Eine Verkündigung, Vielmehr heisst es von Jerobeam: «Auch
die alles erst schlecht reden muss, um baute er Höhenhäuser, und machte Neben allem anderen führte Jerobeam
hinter dieser dunklen Folie das Licht des Priester aus sämtlichem Volke, die nicht ein Fest ein, ähnlich dem Laubhüttenfest
Evangeliums zum Leuchten zu bringen, von den Kindern Levi waren» (1.Kön in Juda, doch rund zwei Monate früher
ist mir unheimlich. – Nur mir?» 12,31). Im übertragenen Sinn: Ob (1.Kön 12,32).

6 MNR > August 2005


Jerobeam baute auch einen Altar, hatten: es waren alles zerlesene Bibeln. 2. Kennzeichen: Gehorsam
den er in seinem Herzen erdacht hatte. Charles Studd brauchte jedes Jahr eine
Er fertigte ihn nicht nach Gottes Plan neue Bibel, weil er so viel darin las. Der Mann Gottes, der aufgrund des
an (vgl. 2.Mo 27,1ff.), sondern nach George Whitefield kam mit rund 20 Wortes Gottes nach Bethel gehen, dort
seiner eigenen Vorstellung. Er musste Jahren, damals anglikanischer Pfarrer, weissagen und gegen den Altar pro-
attraktiv aussehen, heute würden wir zum Glauben an Jesus Christus. Danach phezeien sollte, war diesem göttlichen
sagen, dass er bedürfnisorientiert, nach fing er an, jeden Morgen auf den Knien Befehl gehorsam. Und nach dem an ihn
dem Geschmack des Volkes sein musste. seine Bibel zu lesen und zu studieren. ergangenen Wort Gottes ass und trank er
Wahrscheinlich war Er stand dafür im- am selben Ort nichts und ging von dort
der Altar in Bethel mer schon um 4 auch auf einem anderen Weg zurück in
im Vergleich zum Wer Kompromisse Uhr morgens auf. Richtung Juda.
Altar in Jerusalem
viel grösser und
macht, muss sich nicht Meines Erachtens
wurde er, nach dem
Obwohl sich alles in ihm sträubte,
weil er ahnte was kommen würde – dass
auch viel anspre- wundern, wenn er geist- Apostel Paulus, der dies ein so genanntes Himmelfahrtskom-
chender.
Nachdem wir
lich kraftlos wird grösste Evangelist.
Whitefield hatte
mando war –, nahm er im Glauben und
Vertrauen auf Gott den Weg von Juda
die beiden Könige, eine derart gewal- nach Bethel unter seine Füsse. Der Ge-
insbesondere Jerobeam, skizziert haben tige Stimme, dass man ihn etwa 1,7 km horsam gegenüber Gottes Wort ist das
(1.Kön 12), finden wir im nächsten Ka- weit hören konnte. Nicht selten sprach Kennzeichen eines Mannes oder einer
pitel: er zu einer Menschenmenge von bis Frau Gottes, auch wenn es unbequem
zu 80 000 Personen. Die Kraft seiner ist und Verstand und Gefühl dagegen
Zwei Propheten Rede lag weder in seiner Rhetorik noch protestieren.
in seiner Lautstärke, sondern darin, dass Dieser Mann Gottes, der ein Mensch
Das 13. Kapitel im ersten Buch der er ein Mann des Wortes Gottes war. war wie wir, überwand jede Menschen-
Könige beginnt mit: «Und siehe …» Im- Oder denken wir an George Müller, furcht. Er musste allein losziehen. Als er
mer dann, wenn diese beiden Worte da den Waisenvater von Bristol. An seinem endlich in Bethel ankam, war Jerobeam
stehen, weisen sie auf einen Gegensatz Lebensende konnte er sagen, dass er die
hin. Oder anders gesagt: Aufgepasst! Bibel 200 Mal gelesen habe.
Nicht einschlafen – jetzt kommt etwas Ich nenne diese Beispiele nicht des-
Wichtiges. Der Herr zeigt mit dem Fin- halb, um uns zu deprimieren, sondern
ger auf das, was kommt, in diesem Fall um uns zu ermutigen, die Bibel noch
auf den Mann Gottes aus Juda. Welch viel fleissiger zu lesen.
ein Kontrast zu Kapitel 12. Latimer, einer der Reformatoren
Obwohl dieser Prophet in Kapitel 13 Englands, pflegte morgens um 2 Uhr
nicht mit Namen erwähnt wird, finden aufzustehen, um dann Zeit und Ruhe
wir seinen Titel – «Mann Gottes» zu haben, Gottes Wort zu studieren.
– gleich 15 Mal darin. Dieses Prädikat Mir geht es nicht darum, Sie zu drän-
wurde nur ganz wenigen in der Bibel gen, jeden Morgen um halb vier Uhr Schon während der Wüstenwanderung war Israel
gegeben. Da finden wir Mose, den Mann aufzustehen, aber wenigstens eine ein von Aaron gegossenes goldenes Kalb, welches
Gottes. Auch Samuel, Elia und Elisa wur- halbe Stunde früher als üblich (wenn das Volk von ihm erbeten hatte und dem es huldig-
te, zur Sünde geworden
den so bezeichnet. David war ein «Mann Sie es nicht schon tun), um in der Stille
nach dem Herzen Gottes». Und im Neu- Gottes Wort zu lesen und zu beten. Das wahrscheinlich gerade dabei, in feierli-
en Testament wird von Timotheus als wird Ihr Leben verändern. che Gewänder eingehüllt, umrahmt von
vom «Mensch Gottes» geredet. Als Jan Huss, der Vorreformator, einer grossartigen Kulisse seiner Minis-
gefangen genommen und in ein übles ter, Priester und dem Volk, den Altar
1. Kennzeichen: Wort Gottes Kerkerloch gesteckt wurde, weil man einzuweihen. Aber urplötzlich tauchte
ihn zum Widerruf bewegen wollte, da ein Mann «mit der Bibel unter dem
Der Mann Gottes in 1. Könige 13 bekam er nichts zu lesen und nur ganz Arm» auf, und anstatt das feierliche Trei-
wird immer in Verbindung mit dem wenig zu essen und zu trinken. Dann ben Jerobeams abzusegnen, verkündigte
Wort Gottes genannt: «Und siehe, ein bat er in einem Brief, man möge ihm er eine prophetische Gerichtsbotschaft,
Mann Gottes kam aus Juda, durch das doch bitte eine Bibel bringen und etwas die durch die Zeichen, die geschahen,
Wort des Herrn, nach Bethel …» (V 1). zum Schreiben, damit er sich auf den von Gott bestätigt wurde. Dieser Mann
Männer und Frauen Gottes werden wir, Prozess vorbereiten könne. Das wurde fürchtete Gott mehr als den Grimm des
wenn unser Leben und Dienst vom Wort ihm verwehrt. Davon benachrichtigte Königs und überwand so jegliche Men-
Gottes geprägt und geleitet sind. er einen Freund und schrieb ihm: «Als schenfurcht.
Charles Studd verdiente das Prädikat ich um eine Bibel bat, hat man mir Tozer schrieb einmal: «Der schmeich-
«Mann Gottes». Sein völlig hingegebe- keine gegeben. Aber das ist gar nicht lerische, katzbuckelnde Geist ist das mo-
ner Dienst in China, Indien und Afrika so schlimm, denn mit Ausnahme des 1. derne Ordensband der Frömmigkeit.» Es
ist eine grosse Herausforderung für uns Buches Chronika (wo in den Stammbäu- ist heute leider das Kennzeichen vieler
Christen von heute. Seine kleine Hütte men unzählig viele Namen vorkommen, Evangelikaler.
in Afrika war äusserst bescheiden. In d.Red.), kenne ich die Bibel auswendig.» Wer hat Mut, so deutlich aufzutreten
einem schmalen Regal standen 20 bis Auch Jan Huss war ein «Mann Gottes», wie hier dieser Mann Gottes oder wie
30 Bücher, die alle den gleichen Inhalt der das Wort Gottes über alles liebte.

MNR > August 2005 7


Der König hörte mit hochrotem Kopf
Biblische Botschaft und weit geöffneten Augen zu. Nach
der Predigt zitierte er Latimer zu sich
und sagte ihm: «Was fällt dir ein, diese
Pastor Remmers in Ostfriesland? Als sassen wie immer der König selbst, sein Unverschämtheit, mich hier nun schon
ein bekannter Mann starb und beerdigt ganzer Stab und viele Adelige. Alle wa- das zweite Mal dermassen fertig zu ma-
wurde, war die halbe Stadt an dessen ren gespannt, wie der König reagieren chen?» Latimer sank zu seinen Füssen
Grab versammelt. Es wurden salbungs- würde. Es war totenstill in der Kirche. und sagte nur schlicht: «Das bin ich Gott
volle Grabreden gehalten, die frommen Nach der Predigt rief der König den und meinem König schuldig.» Daraufhin
Taten des Verstorbenen wurden hoch Prediger zu sich und tadelte ihn: «Was zog ihn Heinrich VIII. hoch, nahm ihn in
gerühmt. Aber Pastor Remmers klopfte fällt dir ein, mich vor der ganzen Ge- den Arm, und sagte: «Wie gut, dass ich
in seiner herben Art auf den Sargdeckel sellschaft dermassen zu blamieren. Ich noch einen treuen Untertanen habe!»
und sagte: «Er brennt schon!» Das brach- sage dir eins, Latimer: Wenn dir dein Dieser König war ein Erzsünder, aber
te ihm zwar eine Anklage beim Kirchen- Kopf etwas wert ist, dann wirst du dich ehrlich genug, um zu erkennen, dass
amt ein, denn das war keine passende am nächsten Sonntag in aller Form vor dieser Mann die Wahrheit sagte. Die
Beerdigungsansprache oder Einleitung dem gleichen Publikum entschuldigen Wahrheit macht immer Eindruck!
dazu. Aber Pastor Remmers wusste, und jedes Wort zurücknehmen. Ver-
dass dieser Mann nicht wiedergeboren standen?!» «Jawohl, Majestät!» – Am Welch ein Vertrauen in das Wort
war. Und weil er kein Kind Gottes war, nächsten Sonntag sass der König in
befand er sich bereits im Hades, am «Ort der gefüllten Kirche wie immer in der
Gottes!
der Qualen» (Lk 16,23). Ein Mann oder ersten Reihe, umgeben von seinem Der Mann Gottes aus Juda predigte
eine Frau Gottes kennt keine Furcht vor unerschrocken das Gericht Gottes, das
Menschen! über den Altar und den Götzendienst
Es ist sehr beschämend, aber auch kommen sollte (1.Kön 13,2). Und rund
bezeichnend für viele Evangelikale von 300 Jahre später erfüllte sich diese
heute: Die meisten von uns lieben mehr Gerichtsandrohung durch König Josia
die Ehre von Menschen als von Gott. (2.Kön 23,15-16). Als Zeichen dafür,
Was da nicht alles von den Kanzeln ge- dass es sich gewiss erfüllen würde, soll-
predigt wird; Hauptsache, die Menschen te der Altar reissen und die Fettasche
hören es gern; was Gott dazu sagt, ist darauf verschüttet werden (1.Kön 13,3),
zweitrangig. Ein treuer Diener Gottes was dann kurz darauf geschah (V 5).
sagte: «Früher wurde gepredigt: ‹Ihr König Jerobeam, der eben auf dem
seid verloren!›, heute wird gepredigt: Altar räuchern wollte (V 1), hörte die
‹Ihr seid geliebt!›» Das ist typisch für Gerichtsandrohung aus dem Mund des
unsere angepasste evangelikale Szene. Mannes Gottes, zeigte mit seiner Hand
Wer Kompromisse macht, muss sich wutentbrannt auf den Propheten und
nicht wundern, wenn er geistlich kraft- befahl: «Greifet ihn!» (V 4). Hier sehen
los wird. wir Satan in der Gestalt eines brüllen-
den Löwen, der einschüchtern und
Einer gegen alle Wo muslimische oder andere Regimes das Sagen verschlingen möchte. Das war und ist
haben tritt der Teufel wie ein brüllender Löwe gegen seine Taktik gegenüber Christen überall
Dieser Mann Gottes aus Juda stand die Christen auf dort, wo muslimische, kommunistische
dort vor Jerobeam wie ein Fels in der und andere Regimes das Sagen hatten
Brandung. Er hatte keine Bodyguards, ganzen Stab. Alle waren aufs Äusserste oder haben. Warum wurde der Befehl
wie beispielsweise Reinhard Bonnke gespannt, was Latimer sagen würde. Jerobeams nicht ausgeführt? Weil seine
oder Benny Hinn, die wie Politiker von Er begann mit einem lauten Selbstge- Hand auf einmal erstarrte und er sie
Sicherheitsleuten umgeben in Arenen spräch: «Latimer, beachte, vor wem du nicht mehr an sich ziehen konnte. Gott
und Stadien geführt werden. heute hier predigst: vor Heinrich VIII., bekannte sich zu Seinem Propheten,
Auch Reformator Latimer war ein dem mächtigen König von England, der und der selbstherrliche König lernte
mutiger Mann Gottes. Er diente als in der Lage ist, dich einen Kopf kürzer eine höhere Macht kennen. Er merkte,
Hofprediger bei Heinrich VIII. von zu machen, wenn du nur etwas sagst, dass er nicht Herr der Lage war, genauso
England. Dieser hatte viele Frauen. was seiner Majestät missfällt. Deswe- wenig wie Satan machen kann, was er
Wenn er einer von ihnen überdrüssig gen: Hüte deine Zunge!» Totenstille will. Wie Charles H. Spurgeon zu Recht
war, liess er sie köpfen oder sonstwie im Raum. Was sollte das nur werden? sagte, ist Satan der grosse «Kettenhund
umbringen, um die nächste zu heiraten. Dann fuhr er fort: «Latimer, beachte, vor Gottes». Er kann wütend bellen, aber
Er war ein furchtbarer Tyrann. Aber er wem du heute predigst: Vor Gott, dem er ist an der Kette. Er darf nur so weit
liebte ausgerechnet diesen Latimer, der König der Könige, der in der Lage ist, gehen, wie Gott ihn gewähren lässt.
ihm offen und ehrlich die Meinung sag- deine Seele in der Hölle zu verderben. Jerobeam gab mit der ausgestreckten
te. An einem Sonntag, so wird erzählt, Deswegen hüte dich, ein Wort gegen die Hand, die er nicht mehr zurückziehen
soll Latimer einmal mehr kein Blatt vor oberste Hoheit zu predigen. Hüte deine konnte, eine lächerliche Figur ab. Doch
den Mund genommen und zudem alle Zunge!» Anschliessend wiederholte La- das war noch nicht alles, denn wie vom
Sünden von Heinrich VIII. beim Namen timer seine Predigt vom vergangenen Mann Gottes angekündigt, riss urplötz-
genannt haben. Unter seinen Zuhörern Sonntag, nur noch ein wenig schärfer. lich der Altar und die Fettasche vom

8 MNR > August 2005


Altar wurde verschüttet (V 5).
Streiflicht
«Liebet eure Feinde!»
Was der Herr Jesus später Seinen
Jüngern vorlebte und predigte, sehen
Auf die Nase gefallen – und doch weich gelandet!
wir hier durch den Mann Gottes aus Kinder fallen oft auf die Nase. Doch der Schmerz ist relativ schnell wieder vergessen.
Juda bereits vorgeschattet. Denn als Insbesondere dann, wenn die Kinder von ihren Eltern in herzlicher Anteilnahme in die
Jerobeam, der den unbequemen Pro-
pheten aus dem Weg räumen wollte, die Arme genommen und getröstet werden.
Macht Gottes am eigenen Leib erfahren Wenn Sie ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben und Er in ihrem Herzen wohnt,
musste, bat er um Gnade (ähnlich wie sind auch Sie Sein Kind (Röm 8,16-17). Als solches dürfen Sie immer wieder Gottes
der Pharao in Ägypten, vgl. 2.Mo 8,24; Trost erfahren. Wie oft fallen auch Gotteskinder, doch Jesus möchte uns immer wieder
9,28; 10,17): «Flehe doch den Herrn,
deinen Gott, an und bete für mich, dass auf die Beine helfen, uns die Schuld vergeben (1.Joh 1,9) und uns wie eine Mutter trös-
meine Hand mir wiedergegeben werde» ten (Jes 66,13).
(1.Kön 13,6). Jerobeam konnte nicht von Dem Apostel Petrus erging es genau so. Er war in tiefe Sünde gefallen, hatte Jesus
«seinem» Gott reden, sondern musste dreimal verleugnet, ja Ihn sogar öffentlich verflucht. Doch als der Herr ihn anblickte,
«dein Gott» sagen.
Der Prophet aus Juda verkündigte wurde er zutiefst in seinem Herzen getroffen. Er brach vor Jesus zusammen, tat Busse
nicht nur Gottes Heiligkeit, Gerechtig- (Lk 22,61-62) und wurde ein vollmächtiger Jünger Seines Herrn, der selbst im Angesicht
keit und Gericht, sondern er gab auch des Todes standhaft bleiben konnte (die Kirchengeschichte überliefert uns, dass Petrus
ein Beispiel Seiner Gnade. Ohne zu die Kreuzigung seiner Frau mit ansehen musste und sie dabei ermutigte, an den Herrn
zögern ging er auf die Bitte des Königs
ein: «… der Mann Gottes flehte den Jesus zu denken. Als die Reihe dann an ihn selbst kam, wurde er mit dem Kopf nach
Herrn an, und die Hand des Königs unten gekreuzigt; er betrachtete sich nicht als würdig, so zu sterben wie sein Meister).
wurde ihm wiedergegeben und war So war aus dem Fischer Petrus ein vom Herrn Jesus Ergriffener geworden. Über seinem
wie zuvor» (V 7). War das nicht gross- Leben stand die herrliche Zusage Jesu: «Ich aber habe für dich gebetet, auf dass dein
artig?! Hier leuchten schon im Alten
Testament die Worte Jesu auf: «Liebet Glaube nicht aufhöre» (Lk 22,32). Sind auch Sie ein Kind Gottes? Dann dürfen Sie die-
eure Feinde, segnet, die euch fluchen, sen Bibelvers für sich ganz persönlich beanspruchen, sagt doch die Bibel: «Meine Kin-
tut wohl denen, die euch hassen, und der, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben
betet für die, die euch beleidigen und wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist» (1.Joh 2,1).
verfolgen» (Mt 5,44). Das beste Mittel,
um sich vor Bitterkeit, Neid, Hass und Wissen Sie sich, wie damals Petrus, in Seine Nachfolge gerufen? Dann lassen Sie
Hochmut zu bewahren, liegt darin, für sich ermutigen, es dem Petrus gleichzutun. War Petrus als junger Mann ein Heisssporn,
solche zu beten, die uns das Leben sodass der Herr Jesus ihm sagen musste: «Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst
schwer machen. und gingst, wo du hin wolltest» (Joh 21,18), so wurde aus dem «alten» Petrus ein Mann
Wie hätte ich wohl in dieser Situ-
ation reagiert? Wahrscheinlich hätte mit göttlichen Eigenschaften. Er wurde zu einem Mann der Bibel, der sich mit dem Wort
meine Antwort auf seine Bitte so ge- Gottes wehrte, es verteidigte und ihm sein Leben unterordnete, indem er diesem ge-
lautet: «Komm in vier Wochen wieder mäss lebte. Aus dem ichbezogenen, vorlauten, impulsiven Jünger wurde ein Mann der
zu mir. Dann bin ich bereit, für dich ganzen Hingabe, der voller Eifer für Gottes Sache und die Anliegen Seiner Gemeinde
zu beten. Vorher musst du noch eine
Lektion daraus lernen. Und bitte, war. Es ging ihm nicht mehr um seine eigene Sache, sodass ihn selbst eine öffentliche
vergiss nicht, wie du mit einem Mann Korrektur (Gal 2,11) nicht mehr aus der Bahn werfen konnte. Es ging ihm allein um die
Gottes umgesprungen bist. Deine aus- Sache Gottes, und so konnten selbst Gefangenschaft und Martyrium ihn nicht mehr von
gestreckte Hand werde ich so schnell seiner ganzen Hingabe an Jesus abbringen. Dazu wurde aus Petrus auch ein Mann des
nicht vergessen.»
Aber der Mann Gottes aus Juda tat Gebets. War er im Garten Gethsemane noch eingeschlafen, betete er später oft und dies
nichts dergleichen, sondern betete fle- selbst zur Mittagszeit (Apg 10,9-10).
hentlich für seinen Feind zu Gott, der Wie oft sind Sie in letzter Zeit auf die Nase gefallen? Ich rufe Ihnen zu: Lassen Sie
ihn wiederherstellte. Dadurch bekamen sich nicht entmutigen! Denn obwohl Sie ein Kind Gottes sind, kann es leider zu einem
der König und sein Volk einerseits einen
Eindruck von Gottes Heiligkeit und Ge- solchen «Betriebsunfall» kommen. Dann machen Sie es bitte wie Petrus: Lassen Sie sich
richt, andererseits waren sie Zeugen von von den Niederlagen nicht entmutigen! Werden Sie eine Person der ganzen Hingabe an
Gottes Gnade und Barmherzigkeit, die Jesus, die sich dem Wort Gottes unterordnet, und nicht zuletzt auch eine Person des
durch diesen Mann Gottes ausgedrückt Gebets! Dazu sind Sie berufen, das ist die Bestimmung ihres Christseins. Deshalb ruft
wurde.
Schenke es der Herr, dass in und uns Petrus in seinem zweiten Brief zu: «Darum … befleissigt euch umso mehr, eure Be-
durch unser Leben sichtbar wird, dass rufung und Erwählung festzumachen! Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr niemals strau-
wir Männer und Frauen Gottes sind, die cheln» (2.Petr 1,10).  S.R.
sowohl Seine heilige Gerechtigkeit als

MNR > August 2005 9


Im Blickfeld

Ísrael-Solidaritätstag in Basel, 19. Juni 2005

Wie ist wahrer Friede in gekannt? Und wenn ja, in welchem


Verhältnis standen Sie zu ihm?
Als ich der Fatah-Bewegung beitrat,

Nahost möglich? die Jassir Arafat gegründet hat, lernte


ich ihn kennen. Er besuchte alle Ope-
rationsbasen und verbrachte relativ viel
Zeit mit uns.
Anlässlich unseres Israel-Solidaritätstages in Basel am 19. Juni (s. Juli-
Ausgabe der «Nachrichten aus Israel», S. 22) interviewten wir die beiden Was hatten Sie für ein Bild vom
Hauptredner. Taysir Abu Saada war vor seiner Bekehrung zu Jesus Christus Judentum bzw. von den Zionisten?
T.A.: Nicht nur als Muslim, sondern
Scharfschütze der PLO. Heute ist er bekennender Christ und ein Freund auch als Flüchtling, als Palästinenser, sah
Israels. Der Israeli Moran Rosenblit war früher seine araberfeindlichen ich die Juden als diejenigen an, die uns un-
Äusserungen für bekannt. Er ist heute ebenfalls ein wiedergeborener Christ ser Land gestohlen haben. Und wer in der
arabischen Welt aufwächst, wird schon
und damit auch ein Freund der Palästinenser und Araber. von Kindesbeinen an dazu gebracht, die
Juden zu hassen. Das ist für uns das Na-

M
itternachtsruf*: Bitte sagen Moran Rosenblit: Ich habe meine türlichste auf der Welt. Wir glauben eben,
Sie uns etwas über Ihren Frau Melissa mitgebracht. Unser erstes dass wir Flüchtlinge sind, weil uns immer
familiären und religiösen Kind kommt bald auf die Welt. wieder gesagt wird, die Juden hätten uns
Hintergrund. das Land weggenommen.
Taysir Abu Saada: Meine Frau Ka- Bevor Sie Christen wurden: Kön-
ren begleitet mich heute. Wir haben nen Sie uns etwas über Ihr familiäres Sie sagten, Herr Abu Saada, Sie
zwei Kinder, einen Sohn und eine Umfeld sagen? hätten in der Fatah gedient. Was hat
Tochter. Meine ganze Familie dient T.A.: Ich bin als Muslim aufgewach- Sie dazu veranlasst? Spielte der Ko-
dem Herrn. sen. So ging ich mehrere Male nach ran dabei eine grosse Rolle?
Mekka. Meine Eltern und Verwandten
sind heute noch Muslims und benötigen
unsere intensive Fürbitte. Ich bin dem
Herrn so dankbar, dass Er mein Leben
verändert hat.
M.R.: Ich bin in Israel zur Welt ge-
kommen, als Jude. Meine Familie ist
jüdisch. Da meine Eltern säkulare Juden
sind, bin ich nicht im Glauben erzogen
worden. Heute sehe ich mich selber als
ein jüdischer Jünger Jesu und weniger
als ein so genannter Christ.

Herr Abu Saada, haben Sie den da-


Taysir Abu Saada maligen PLO-Führer Arafat persönlich Moran Rosenblit

10 MNR > August 2005


Auf meine persönlichen Entscheidun- rer Hass gegen diesen Mann war wie se vor Gott. Heute ist jeder Mensch für
gen hatte der Koran keinen Einfluss. Ich weggeblasen. Mein Verstand sprach zu mich unendlich wertvoll, ohne dass ich
trat der Fatah mehr aus dem Wunsch meinem Herzen: «Herz, wach auf! Wo mich an Nebensächlichkeiten aufhalte.
heraus bei, das uns von den Juden ge- ist jetzt dieser Hass, den du immer ge-
stohlene Land zurückzuerobern. Unter gen jüdische Menschen hattest?» Mein Sie haben heute beide eine Last
den Palästinensern gibt es ein Sprich- Herz gab zur Antwort: «Ich bin gereinigt dafür, ihr jeweiliges Volk mit dem
wort, das so lautet: «Ein Mann ohne durch den Juden, den ich jetzt anbete:
Land ist ein Mann ohne Ehre. Und für Jesus Christus.»
einen Mann ohne Ehre ist es besser, M.R.: Für mich hat diese Veränderung
wenn er tot ist.» konkret angefangen, als ich Taysir traf.
Es war das erste Mal in meinem Leben
Herr Rosenblit, sie kämpften in als Gläubiger, dass jemand von der ara-
der israelischen Armee gegen das bischen Seite auf
palästinensische Volk oder gegen mich zugekommen
Terroristen. Welches Bild hatten Sie ist und mich wegen Abu Saada: «Ich bin als
von den Arabern?
Wegen des Verlustes von Freunden
meiner getöteten
Freunde um Ver-
Muslim aufgewachsen. Evangelium Jesu
und unserem Kampf gegen Steine gebung gebeten So ging ich mehrere Christi zu errei-
werfende Palästinenser und mordende
Terroristen habe ich die Araber nie
hat. Und es war
für mich ebenfalls
Male nach Mekka» chen, sowohl
die arabischen
gemocht, vielmehr wollte ich sie alle das erste Mal, dass als auch die jü-
töten. ich mich für meine eigene hasserfüllte dischen Menschen. Wie wollen Sie
Haltung entschuldigte. Von da an hat das umsetzen?
Sie hatten ja beide das Motto, Jesus mich Schritt für Schritt verändert. M.R.: Indem wir Israelis und Palästi-
nur ein toter Israeli ist ein guter Einige Jahre später besuchte ich mit nenser mit dem Evangelium erreichen,
Israeli, und nur ein toter Araber ist Taysir in den USA ein Restaurant, das bringen wir ihnen die Botschaft der
ein guter Araber. Was ist heute Ihr einem Palästinenser gehörte. Im Innern Versöhnung.
Leitspruch? fiel mir eine palästinensische Fahne auf.
T.A.: Jesus ist die Antwort für die Welt Das Lächeln auf meinem Angesicht er- Haben Sie konkrete Ziele?
von heute. starrte, und ich wurde auf einmal still und T.A.: Ja, persönlich möchte ich mit
M.R.: Dem kann ich nur zustim- ernst. Als wir das Restaurant verliessen, meiner Familie wieder im Gazastreifen
men. fragte mich Taysir, weshalb ich plötzlich leben. Und das soll – so Gott will – Ende
so ernst geworden war. «Ja», antwortete nächsten Jahres geschehen. Ich möchte
Wir haben in Ihren Vorträgen ich ihm, «hast du die Fahne nicht gese- dort wohnen, um die Botschaft der Liebe
gemerkt, dass Sie heute echte Liebe hen?» Er ging zurück ins Restaurant, warf Gottes unter die Leute zu bringen. In
füreinander empfinden. Wie kam einen Blick auf die Fahne und lachte. In der Zwischenzeit versuche ich, Ara-
es zu dieser grundlegenden Verän- derselben Nacht suchten wir das Restau- bern Liebe zu erweisen und ihnen von
derung in Ihrem Verhalten, sodass rant erneut auf. Der Wirt setzte sich an meiner persönlichen Errettung Zeugnis
Feinde zu Freunden wurden? unseren Tisch. Taysir sprach ihn auf Ara- zu geben. Um Muslims oder auch
T.A.: Für mich persönlich war es bisch an. Ich verstand kein Wort, wohl jüdische Menschen mit der froh- und
ein Werk der Offenbarung Gottes. Als aber die Sprache Gottes. In mir wurde freimachenden Botschaft zu erreichen,
ich Jesus Christus die bohrende Frage ist es wichtig, persönliche Beziehungen
in mein Herz auf- des Heiligen Geis- aufzubauen.
nahm, wurde ich Abu Saada: «Wer in der tes laut: «Was ist M.R.: Meine Frau und ich werden
von allem Bösen
gereinigt, auch von
arabischen Welt auf- wichtiger für dich:
die Fahne oder der
nach Israel zurückkehren. Wir wollen
dabei so vorgehen, wie ich es von einem
meinem Hass auf wächst, wird schon von Mensch, der neben nun an Jesus Christus gläubigen Mann
die Juden. Wenn
ich mich gut er-
Kindesbeinen an dazu dir sitzt?» In diesem
Moment tat ich Bus-
hörte. Er sagte, die beste Auslegung der
Bibel sei seine Mutter gewesen. Dies da-
innere, hatte ich gebracht, die Juden zu rum, weil sie das Wort
dann noch in der
gleichen Woche
hassen» Gottes ausgelebt habe.
Und genau das wollen
eine Begegnung mit auch wir tun: die Bot-
einem jüdischen Vermieter. Wenn ich schaft der Bibel anderen
vor meiner Bekehrung mit Juden über Menschen vorleben, das
Geschäfte sprach, versuchte ich, sie «vor Licht Gottes ausstrah-
dem Mittagessen zu verspeisen», bevor len. Wir glauben und
sie mich «beim Abendessen hätten auf- vertrauen darauf, dass
fressen können». Aber bei dem Gespräch Gott dadurch neue
mit diesem jüdischen Vermieter war es Menschen schaffen
ganz friedlich in mir. Zudem sicherte er wird, die Ihm vertrauen
mir alles zu, was ich von ihm verlangte. wollen. Unsere Aufgabe
Es war irgendwie komisch: Mein frühe- wird es sein, sie durch

MNR > August 2005 11


Im Blickfeld
einen Jüngerschaftsprozess zu begleiten Meine Antwort darauf
und sie zu lehren, wie sie als Gläubige finden Sie in Markus
leben und wiederum andere Menschen 1,15: «Die Zeit ist erfüllt,
für Jesus gewinnen können. und das Reich Gottes ist
nahe. Tut Busse und glaubt an
Sie reisen heute zu zweit durch das Evangelium!» Ich glaube weder an
Europa, um unzählige Vorträge zu Politik noch an Politiker. Nein, die Men- Abu Saada: «Europa
halten. Worin besteht die Last ihrer
Botschaft für die Völker, zum Beispiel
schen – auch Palästinenser und Israelis
– brauchen Jesus: das ist die alleinige
lag immer im Focus der
für die westlichen Völker? Erlösung und Rettung für sie. ganzen Welt und war
T.A.: Europa lag immer im Focus
der ganzen Welt und war quasi das Herr Abu Saada, trifft es zu, dass
quasi das Weltzentrum»
Weltzentrum. Die Botschaft, die ich Sie Arafat noch kurz vor seinem Tod
den Europäern bringen möchte und besucht haben? Wort Gottes sagte. Gott hat den Weg
insbesondere der Gemeinde und den Ja, das ist so. dafür geebnet. Denn ich sollte eigent-
Kirchen in Europa, lautet: «Wacht auf lich in Arafats Gegenwart nur maximal
und steht auf!» Das unrühmlichste Konnten Sie Arafat etwas über das zehn bis fünfzehn Minuten verbringen,
Beispiel dafür, was passiert, wenn wir Evangelium sagen? War er überrascht aber daraus wurden über zwei Stunden!
als Christen schlafen und nicht wachen wegen ihrer Wandlung? Hat er sie Alle Ehre gebührt dem Herrn!
und beten, ist London. Der Islam hat überhaupt noch gekannt?
von London Besitz ergriffen. Vor nicht Von der Art und Weise, wie er sich Glauben Sie, dass sich biblische
allzu langer Zeit waren wir dort. Und mir gegenüber äusserte, könnte ich Prophetie heute erfüllt, dass man
ich war erstaunt, wie sehr sich der Islam nicht sagen, dass er über meine Wand- das speziell im Nahen Osten beo-
dort ausbreitet. lung erstaunt gewesen wäre; er muss im bachten kann, und dass Jesus bald
Der Herr hat es so geführt, dass vie- Voraus darüber informiert worden sein. wiederkommt?
le Muslims nach Europa kommen. Die Als ich sein Zimmer betrat, grüsste er M.R.: Jeder Tag bringt uns der Wie-
wahren Christen in Europa sollten das mich. Natürlich hat er sich an mich erin- derkunft Jesu näher. Und ich bin über-
aber nicht als Fluch, sondern als Segen nert, war ich doch einer von denen, die zeugt davon, dass sich biblische Prophe-
sehen. Denn wenn sie durch ihr Gott ihm viel Kopfzerbrechen bereiteten. tie je länger desto mehr erfüllt. Und das
verbundenes Leben und durch die Ver- Als wir miteinander redeten, beteu- weist uns darauf hin, dass der Herr bald
kündigung des Evangeliums mithelfen, erte er, dass auch er der Kirche bzw. Ge- zurückkommt. Wir müssen als Gläubige
dass sich Muslims bekehren, dann ist das meinde helfen und ihr Schutz anbieten aufwachen, denn die Zeit kommt immer
Anlass zu sehr viel Hoffnung für Europa, möchte. Das ebnete den Weg, Ihm von näher, wo es dafür zu spät sein wird!
den Nahen Osten wie auch für die ganze der Grösse Gottes zu erzählen und wie T.A.: Aus meiner eigenen Anschau-
übrige Welt. es dazu kam, dass ich die Israelis nicht ung stimme ich meinem Glaubensbru-
Eines möchte ich dabei nicht uner- mehr als Feinde betrachten musste, weil der Moran hundertprozentig zu. Ein
wähnt lassen: Wer unter den Christen in meinem Herzen eine entscheidende Beispiel: Als ich im Mai vergangenen
Israel offenkundig Wandlung gesche- Jahres, damals bereits gläubig, in ei-
liebt, sollte nicht hen war. Er hörte nem Zimmer in Kairo die Nachrichten
im Gegenzug die Pa- Rosenblit: «Indem wir mir auch zu, als ich im Fernsehen schaute und sah, was in
lästinenser hassen.
Und wer die Araber
Israelis und Palästinen- ihm – vom ersten
Buch Mose an bis
Rafiach passierte, schrie ich erzürnt zu
Gott: «Herr, warum lässt Du das zu?» Da
liebt, soll keines- ser mit dem Evangelium zur Offenbarung führte Er mich zu Seinem Wort in Jesaja
wegs die Israelis
hassen. Denn wer
erreichen, bringen wir Jesu Christi – das 19,18-25. Als ich das gelesen hatte, wur-
de mir klar, was Gott
in Jesus Christus ihnen die Botschaft der tat. Insbesondere fiel
selber Vergebung
seiner Sünden
Versöhnung» mir Jesaja 19,23 ins
Auge: «An jenem Tag
erfahren hat, dem wird von Ägypten
muss es ein dringendes Anliegen sein, eine gebahnte Stras-
sowohl Israelis als auch Palästinenser se nach Assyrien ge-
und Araber zu lieben. hen …» Da musste
ich unwillkürlich an
Herr Rosenblit, wie ist Frieden die Friedensverträge
zwischen Palästinensern und Israe- zwischen Israel und
lis möglich? Die Politiker haben ja Ägypten denken. In
diesbezüglich viele Versuche unter- Ägypten wurde be-
nommen und es hat bis heute nichts reits mit dem Bau der
gebracht. «gebahnten Strasse»

12 MNR > August 2005


begonnen, aber durch das Geschehen zu Ägypten und Assyrien gesellen und
im Gazastreifen wird der ganze Weiter- inmitten der Erde ein Segen sein» (Jes Aufgegriffen
bau noch aufgehalten. Auf der Ostseite: 19,23-24). Warum das? Weil Gott es will
Jordanien und Israel haben Friedens- und auch durchführen wird: «Denn der
verträge. Darum wird die Autobahn auf Herr der Heerscharen segnet es, indem Russlands Christen und Menschen-
jener Seite weiter gebaut. Wir wissen, er sagen wird: Gesegnet bist du, Ägyp- rechtler protestieren derzeit gegen eine
dass Assyrien der heutige Irak ist. Und ten, mein Volk, und du, Assyrien, das Idee der russischen Regierung, jeden Bür-
die Alliierten haben das irakische Volk Werk meiner Hände, und du, Israel, ger mit einem persönlichen Code zu verse-
vom blutrünstigen Diktator Saddam Hus- mein Erbteil!» (V 25). Der Bau dieser
hen. Protestbriefe von orthodoxen Chris-
«gebahnten Strasse» geschieht heute
vor unseren Augen!
ten gingen an den russischen Präsidenten
Wladimir Putin, die russische Regierung
Haben Sie noch ein Schlusswort und Patriarch Alexis II. Darin heisst es un-
für unsere Leser? ter anderem: «Wir wollen nicht zu Bioro-
T.A.: Ich möchte insbesondere die botern werden, die ununterbrochen von
gläubigen Leser und Leserinnen ermu- unbekannten Personen mit Hilfe von Com-
tigen, das Wort Gottes ganz ernst zu putern beobachtet werden.»
nehmen und es für sich persönlich zu
lesen. Verlassen Sie sich nicht auf die
An Deutschlands Schulen wurde in
Worte anderer Leute, sondern halten Sie
sich vielmehr an das, was uns in Sprü- letzter Zeit häufig Kritik geübt und sicher
che 3,5-6 gesagt ist: «Vertraue auf den grösstenteils zu Recht. Es gibt aber auch
Herrn von ganzem Herzen und verlass das andere: An 800 Schulen treffen sich
dich nicht auf deinen Verstand; erkenne Schüler in der Pause, um zu beten und in
ihn auf allen deinen Wegen, so wird er der Bibel zu lesen. Und diese Schülerbi-
deine Pfade ebnen.» belkreisbewegung nimmt zu.
M.R.: Mein Schlusswort, das ich Ih-
nen zurufe, steht in Römer 14,12: «So
In jeder Schweizer Schulklasse sitzt
wird also jeder von uns für sich selbst
Der Islam hat von London Besitz ergriffen. Dies ist Gott Rechenschaft geben.» Wir werden
ein Kind, das den falschen Mann für sei-
ein unrühmliches Beispiel dafür, wenn wir als Chris- als Gläubige, ein jeder für sich selbst, nen leiblichen Papi hält.
ten schlafen und nicht wachen und beten vor Gott für all unser Tun und Nichttun
Rechenschaft ablegen müssen. Es ist Das grösste hinduistische Tempel-
sein befreit. Meines Erachtens wird es Zeit für uns, Busse zu tun, uns Gott fest Europas fand im westfälischen Hamm
nicht mehr allzu lange dauern, bis Israel ganz hinzugeben und das Evangelium (Deutschland) statt. 20 000 Besucher
auch mit dem Irak einen Friedensvertrag vorzuleben, damit die Welt uns wegen kamen aus Deutschland und den Nach-
schliessen wird. Was geschrieben steht, unserer Liebe erkennt und auch an das barländern zu einer mehrstündigen Pro-
wird sich erfüllen: «An jenem Tag wird Evangelium glaubt.
zession nach Uentrop. Dabei wurde eine
von Ägypten eine gebahnte Strasse nach
Assyrien gehen; der Assyrer wird nach Herr Abu Saada, Herr Rosenblit, Statue, die die «Göttin mit den Augen der
Ägypten und der Ägypter nach Assyrien wir danken Ihnen sehr für das Inter- Liebe» darstellt, durch die Strassen gefah-
kommen, und die Ägypter werden mit view.  ren. Von ihr sollen positive Kräfte ausge-
den Assyrern dem Herrn dienen. An hen, die Menschen glücklicher machen.
jenem Tag wird sich Israel als drittes * Das Interview führte Norbert Lieth
In Saudi-Arabien werden seit Jah-
ren weithin unbemerkt Bibeln vernichtet.
Wer mit mehreren Exemplaren erwischt
«Wir predigen Christus …» wird, muss mit 70 Peitschenhieben oder
In einem kleinen englischen Dorf stand eine kleine Kapelle, deren Steinwände von Efeu im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe
bedeckt waren. Über einem Torbogen konnte man einst in grossen Buchstaben lesen: «Wir rechnen.
predigen Christus als den Gekreuzigten!» (1.Kor 1,23). Damals gab es eine Generation von
treuen Christen, die exakt dies getan hat: Sie verkündigte den stellvertretenden Tod Christi Das letzte handschriftliche Original
in Raum und Zeit. Aber die Zeiten änderten sich. Der Efeu wuchs und deckte die letzten drei der Balfour-Erklärung ist am 17. Juni d.J.
Wörter zu. Die Inschrift lautete nun: «Wir predigen Christus …» Es kam eine andere Genera- im New Yorker Auktionshaus Sotheby’s
tion und predigte Christus: Christus, das Vorbild – Christus, der gute Mensch – Christus, der versteigert worden – ein ungenannter
ideale Lehrer – Christus, der Revolutionär. … Mit den Jahren wuchs der Efeu weiter, bis die Sammler war bereit, 884 000 Dollar für
Inschrift nur noch lautete: «Wir predigen …» Das tat dann auch die dritte Generation. Sie das Dokument zu zahlen. In dieser Urkun-
predigte Umweltschutz, Politik, Kultur und Philosophie; ja, sie verkündigte eigentlich alles, de heisst es: «Die Regierung Ihrer Majes-
nur nicht Jesus Christus, der an einem römischen Kreuz Sein Leben für diese verlorene Welt tät akzeptiert grundsätzlich, dass Palästi-
aushauchte.1 FELIX AESCHLIMANN, EDU-STANDPUNKT  na als nationale Heimstätte des jüdischen

MNR > August 2005 13


Volkes neu geordnet werden sollte. Die
Im Blickfeld
Regierung Ihrer Majestät setzt alles ihr
Mögliche daran, um dieses Ziel zu errei-
chen und wird die notwendigen Schritte
mit der Zionistischen Organisation ab-
Wo wahre Hilfe zu
sprechen.»

Die Vorwürfe gegen israelisches Wach-


finden ist
personal, sie hätten den Koran geschän- Aberglaube ist in Deutschland einer Meinungsumfrage zufolge stärker
det, erwiesen sich inzwischen als falsch. verbreitet als noch in den 1970er Jahren. 42 Prozent der Bundesbürger
Vor etlichen Wochen hatten palästinensi- halten beispielsweise das vierblättrige Kleeblatt für ein Glückssymbol.
sche Gefangene des «Megiddo»-Gefäng-

1
nisses behauptet, die Aufseher hätten 973 glaubten dies in Westdeutsch- an zu lachen. «Aber dein Hund kann ja
den Koran bei einer Routine-Durchsu- land nur 26 Prozent. Diese Ergeb- nicht sehen, er kann nicht hören, nicht
chung geschändet. Der Vorfall, der als nisse sind Teil einer Langzeitstudie bellen und nicht beissen. Wie kann der
«Guantánamo 2» bekannt wurde, erin- des Instituts für Demoskopie in Allens- dich denn beschützen?»
bach am Bodensee, die kürzlich veröf- «Ha», sagte der Missionar, «und
nerte an die Vorfälle im amerikanischen
fentlicht wurden. Dabei unterscheiden woraus sind eure Götter gemacht? Aus
Gefängnis an der Guantánamo-Küste auf sich die aktuellen Umfragewerte bei den Holz, Stein und Metall! Sie sehen und
der Insel Kuba. Eine Untersuchung zeigte Ostdeutschen in Bezug auf Aberglau- hören nicht mehr als mein Hund. Und
jedoch, dass nicht Gefängniswärter den be nur geringfügig von denen der ihr beugt euch vor ihnen nieder, betet
Koran geschändet hatten, sondern die Westdeutschen. zu ihnen und sagt, dass sie
Insassen selbst. Gefangene hatten eini- Wie aus der Studie fer- euch beschützen. Wie
ge Seiten herausgeschnitten und sie für ner hervorgeht, halten 40 oft habe ich euch schon
ein Modell des Felsendomes benutzt, an Prozent aller Deutschen gesagt, dass Gott im Him-
dem sie bauten. Wie die Gefängnisleitung Sternschnuppen für be- mel allein der wahre
mitteilte, haben sich Vertreter der Gefan- deutsam. 1973 meinten Gott ist und dass Er
dies nur 22 Prozent der Seinen Sohn gegeben
genen inzwischen für den Vorfall entschul-
Westdeutschen. 36 Prozent hat, damit jeder, der
digt. Die Idee stammte von Hamas-Mit- glauben, dass die Begegnung an Ihn glaubt, ewiges Leben
gliedern, die für Aufsehen sorgen wollten. mit einem Schornsteinfeger hat. Warum gebt ihr diese
Glück bringt (1973 in wertlosen Götter nicht auf und
Jeder dritte Europäer ist heute psy- Westdeutschland: 23 Pro- wendet euch zu dem wahren Gott?»
chisch krank. Rund ein Drittel der EU-Bür- zent). Die Zahl 13 fürchten 28 Die Menge zerstreute sich lautlos.
ger leidet permanent an Angstzuständen, Prozent (1973: 17 Prozent). Jedes Mal, wenn ein Anbeter dieser fal-
Unter den guten und bösen Sig- schen Götter an dem Haus vorbeiging,
Migräne, Depressionen und den Folgen
nalen aus der Welt des Aberglaubens schien der bronzene Hund ihm zu sagen:
von Hirnschlägen. 27 Prozent der Gesamt- steht ausserdem die schwarze Katze «Eure Götter sind genauso wie ich.»
bevölkerung, das sind 127 Millionen Ein- ganz oben, die einem von links über Vielleicht denken viele, dass uns das
wohner, weisen ernsthafte psychische und den Weg läuft. Häufig genannt werden nichts zu sagen habe. Wir seien ja kei-
psychosomatische Erkrankungen auf. Das auch ein gefundenes Hufeisen, der Ruf ne Götzendiener. – Wirklich nicht? Sind
besagt eine Studie des «European Brain des Kuckucks, die Spinne am Morgen Geld, Erfolg, Ehrgeiz und Macht wirklich
Council» (EBC). sowie Schwalbennester am Haus. Für keine Götzen, die uns gefangen nehmen
die aktuelle Studie befragte Allensbach und uns hindern, dem lebendigen Gott
1 027 Bundesbürger ab 16 Jahren in der zu dienen? Paulus stellte den Thessalo-
Einer von drei Todesfällen in Südafri- Zeit vom 25. Februar bis zum 5. März nichern das Zeugnis aus: «Ihr habt euch
ka ist mittlerweile auf die Immunschwä- 2005.1 von den Götzenbildern zu Gott bekehrt,
chekrankheit Aids zurückzuführen. Das Wo allein wahre, ewige Hilfe zu finden um dem lebendigen und wahren Gott zu
geht aus dem jüngsten Bericht des süd- ist, geht ganz klar aus der folgenden Be- dienen und seinen Sohn aus den Him-
afrikanischen «Medical Research Coun- gebenheit und dem dazugehörigen Kom- mel zu erwarten» (1.Thess 1,9-10). Die
cil» hervor. mentar hervor: Ein Missionar kaufte sich Thessalonicher hatten die Wende vollzo-
einen kleinen bronzenen Hund, den er gen, weil sie den wahren Gott erkannt
auf sein Arbeitsfeld in Birma (Myanmar) hatten. Er hat sich erkennbar gemacht
«Ich glaube an Gottes Wort und bin mitnahm. Er stellte die kleine Figur an durch Seinen Sohn Jesus Christus, der
überzeugt, dass die Bibel uns viele Wer- einer auffallenden Stelle vor seinem die Glaubenden von ihren Sünden be-
te vermittelt, die im Alltag weiter helfen», Haus auf. Neugierig fragen die Leute ihn: freit hat und bald wiederkommen wird,
sagte Prof. Dr. Jürgen Bier (61), Direktor «Warum hast du diesen Hund vor deiner um sie zu sich zu entrücken.2 
der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plasti- Tür aufgestellt?» – «Weil ich oft allein
sche Chirurgie an der Charité. zu Hause bin und einen Hund brauche, 1
www.gmx.net/de/themen
der mich beschützt.» – Die Leute fingen 2
Die gute Saat

14 MNR > August 2005


Eine Wüstenpflanze
als Bild für Israel
«Zionistische Wüstenpflanze entdeckt». Unter
diesem Titel stellen Forscher eine unverwüstliche
Butterblume vor, mit einer Zellstruktur, die dem
Davidsstern gleicht. Ihr lateinischer Name lautet
«Ranunculus asiaticus».

I
n einem Bericht darüber heisst es: ihrer Rückkehr
«Sie ist bekannt als Überlebenskünst- ins eigene Land,
lerin und wächst wild in Israel, in umgeben von
einem harschen Klima, das viele andere ständiger Feind-
Pflanzen eingehen lassen würde – die schaft, Hass und
persische Butterblume. Bei der Unter- Krieg. Die jüdischen
suchung der so genannten Ranunculus Menschen entpuppten
asiaticus unter dem Mikroskop erwarte- sich als «Überlebens-
te die Forscher des israelischen Volcani künstler». Man entzog ih-
Instituts eine Überraschung: die Zell- nen das Wasser des Lebens,
struktur gleicht einem Davidsstern. man stiess sie aus den Zünften,
‹Es ist wirklich symbolisch›, erklärte Vereinen und Gemeinschaften, aus
Dr. Rina Kamenetsky, die bei der Suche Städten und Staaten, man nahm ihnen
nach den Überlebensmechanismen Hab und Gut, aber sie überlebten und
dieser besonderen Butterblume auf die blühten teils sogar auf.
ungewöhnliche Zellformation stiess. Das
Gewächs aus dem Heiligen Land sei in Die Unverwüstlichkeit Israels.
botanischen Kreisen auch als eine Art Da wo jede andere Pflanze eingehen
‹Auferstehungspflanze› bekannt, die würde, lebt die Butterblume mit dem
ohne Wasser auskommen könne und Davidsstern weiter und überlebt andere
‹auferweckt› werde, wenn Wasser ver- Pflanzen. Jede andere Nation, die fast
fügbar sei, so Kamenetsky. 2 000 Jahre zerstreut auf allen Kontinen-
Die Wände der Speicherzellen der ten lebt und zudem einem feindlichen
Pflanze dienen als Schutzschild. Beim Klima ausgeliefert ist, würde nicht über-
Eintreten der ersten Regenfälle im leben, weder in Sprache, Kultur oder
Winter blockieren die Zellwände den als Volksgemeinschaft. Doch
plötzlich auftretenden Wasserschwall, mit dem jüdischen Volk ist
der die Zellen zum Bersten bringen das anders – es lebt, überlebt
kann. Gleichzeitig absorbieren sie und lebt weiter, ein Wunder! Na-
Wasser und schützen die Zellen so vor tionen kamen und gingen, hatten
dem Austrocknen. Dieser ‹Schutzschild› einen grossen Namen und verschwan-
gleicht einem Davidsstern, der im Heb- den, manchmal nach wenigen Jahr-
räischen ‹Davids Schild› (Magen David) hunderten. Das jüdische Volk hat sie
heisst. alle überlebt. In 5. Mose 14,2 steht:
‹Wir haben bisher noch nie eine «Denn ein heiliges Volk bist du dem
solche Struktur in den Zellwänden Herrn, deinem Gott. Und dich hat
einer Pflanze gesehen›, kommentiert der Herr erwählt, ihm ein Eigen-
Kamenetsky. ‹Dies ist eine sehr seltene tumsvolk zu sein aus allen Völkern,
Struktur – vielleicht sogar eine einzig- die auf dem Erdboden sind.»
artige.›»
Das Gedeihen des jüdischen Vol-
Israel mitten im rauen Klima. Ist kes. So wie dieses Gewächs in Fachkrei-
dies nicht ein wunderschönes und zu- sen als eine Art «Auferstehungspflanze»
treffendes Bild für die Unverwüstlichkeit bekannt ist, so ist auch Israel als Auf-
Israels? Auch die jüdischen Menschen erstehungsvolk unter den Nationen
lebten und leben inmitten eines rauen bekannt geworden. Jahrhundertelang
und harschen Klimas. Ob das während befanden sie sich in den «Gräbern» der
der Diaspora unter Verfolgung, Miss- Nationen (Hes 37). Die Juden waren Ranunculus
achtung und Ablehnung war oder nach zu einem ausgedörrten Volk geworden, asiaticus

MNR > August 2005 15


Der Davidsstern hat keinen
Im Blickfeld okkulten Hintergrund. Er
kommt bereits in der Schöp-
fung vor
gleich verdorrten Gebeinen (Hes 37,1- und gebar auch schon seine
4). Doch als sie in ihre Heimat zurück- Söhne.»
kehrten, in die Gegend um den Jordan
und des Sees Genezareth, da blühte das Israel unter dem Mikroskop. So Jesus Christus, über den der
Volk wieder auf; es wurde mit Leben wie die Wissenschaftler die Über- Psalmist schreibt: «Er ist
durchströmt, überwand alle Feindschaft raschung erst unter dem Mikroskop unsre Hilfe und unser
und brachte auch das Land wieder zum entdeckten, müssen auch wir durch Schild» (Ps 33, 20). Um
Blühen. Israel war «auferweckt wor- das Mikroskop biblischer Prophetie Seinetwillen wird Israel
den», zwar noch nicht geistlich, aber sehen, sonst bleibt uns das Über- nicht untergehen. Es
bereits physisch. Es hat sich erfüllt, lebenswunder Israels verborgen. Nur könnte nicht schöner gesagt
was in Amos 9,14-15 geschrieben durch das Wort Gottes wird uns das werden als es in Hosea 14,6-9
steht: «Ich will das Gefängnis meines Wunder Israels vor Augen geführt, so- geschrieben steht: «Ich werde für Israel
Volkes Israel wenden, und sie werden dass wir es verstehen können. Hierin sein wie der Tau. Blühen soll es wie die
die verwüsteten Städte wieder aufbauen liegt die grosse Überraschung für die Lilie, und seine Wurzeln schlagen wie
und darin wohnen, Weinberge pflanzen Welt. Gott reisst das, was Er einmal der Libanon. Seine Triebe sollen sich
und deren Wein trinken, Gärten anlegen gepflanzt hat, nicht wieder aus, Er lässt ausbreiten, und seine Pracht soll sein
und deren Früchte geniessen. Und ich den Samen Israels nicht untergehen. «So wie der Ölbaum und sein Geruch wie
will sie einpflanzen in ihr Land, dass sie spricht nun der Herr also: So gewiss ich der des Libanon. Es kehren zurück,
aus ihrem Lande, das ich ihnen gegeben meinen Bund mit Tag und Nacht, die die in seinem Schatten wohnen, sie
habe, nicht mehr herausgerissen werden Ordnungen des Himmels und der Erde werden wieder Getreide anbauen und
sollen, spricht der Herr, dein Gott!» festgesetzt habe, so wenig werde ich den blühen wie ein Weinstock, dessen Ruf
Samen Jakobs und meines Knechtes Da- wie der Wein vom Libanon ist. Ephraim
Israels Einzigartigkeit. Die Forscher vid verwerfen, dass ich aus seinen Nach- wird sagen: Was soll ich noch mit den
bekunden bezüglich der «Auferstehungs- kommen keinen Herrscher mehr nähme, Götzen? – Ich, ich habe ihn erhört und
pflanze»: «Wir haben bisher noch nie der über den Samen Abrahams, Isaaks auf ihn geblickt. – Ich bin wie ein grüner
eine solche Struktur in den Zellwänden und Jakobs herrschen soll; denn ich will Wacholder, nur an mir wird Frucht für
einer Pflanze gesehen. … Dies ist eine ihre Gefangenschaft wenden und mich dich gefunden.»
sehr seltene Struktur – vielleicht sogar ihrer erbarmen!» (Jer 33,25-26).
eine einzigartige.» Der Davidsstern. Dass der Schutz-
Israels Gott. Israel ist in schild einem Davidsstern gleicht, darf
allem ungewöhnlich und ein- für alle ein Trost sein, die wegen ihrer
zigartig, weil ein ungewöhn- Solidarität zu Israel und dem Messias
licher, aussergewöhnlicher einen Davidsstern tragen oder als Sym-
und einzigartiger Gott treu bol stehen haben. Der Davidsstern hat
zu Seinen Zusagen steht. keinen okkulten Hintergrund. Er kommt
Ungewöhnlich ist es für den bereits in der Schöpfung vor und kein
Menschen deshalb, weil er geringerer als Gott selbst hat ihn ge-
seine Zusagen schon längst schaffen, unter anderem in eine Blume
gebrochen hätte. Einerseits gesetzt und den Kern jeder Schneeflocke
sagt die Bibel: «… denn wo damit geziert. Mögen andere ihn okkult
ist ein Gott im Himmel und benutzen oder verdrehen, so braucht
auf Erden, der es deinen uns das nicht zu stören; für uns ist er
Werken und deiner Macht ein Hinweis auf die unzerbrechliche
gleichtun könnte?» (5.Mo Liebe Gottes zu Seinem Volk. Als Bi-
3,24). Und andererseits leam das Volk Israel verfluchen sollte,
heisst es: «Denn wo ist ein es aber nach dem Willen des Ewigen
so grosses Volk, zu dem segnen musste, sprach er prophetisch:
sich die Götter also nahen, «Ich sehe ihn, aber jetzt noch nicht; ich
Der Kern jeder Schneeflocke wird mit einem Davidsstern geziert wie der Herr, unser Gott, es schaue ihn, aber noch nicht in der Nähe.
tut, so oft wir ihn anrufen?» Ein Stern tritt aus Jakob hervor, und ein
Auch diese Aussage könnte nicht bes- (5.Mo 4,7). Zepter kommt aus Israel. Er schlägt
ser auf das jüdische Volk zutreffen, es ist Moab auf beide Seiten und alle Kinder
wahrlich einzigartig. Das Wort aus Jesaja Israels Schutzschild. Das Geheim- Set aufs Haupt» (4.Mo 24,17).
66,8 bekundet diese Einzigartigkeit Is- nis des Überlebens der «Ranunculus Auch wir wollen den Zusagen Gottes
raels: «Wer hat so etwas je gehört, wer asiaticus» ist der «Davidsschild», der völlig vertrauen, denn im Blick auf sie
hat dergleichen je gesehen? Wird ein wie ein Schutzschild die Zellen der heisst es: «Lasset uns festhalten am Be-
Land an einem einzigen Tag zur Welt Pflanze umgibt und sie erhält. Das Ge- kenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken
gebracht oder eine Nation mit einem heimnis des Überlebens Israels ist der – denn er ist treu, der die Verheissung
Mal geboren? Denn Zion bekam Wehen himmlische David, der Messias Israels, gegeben hat» (Hebr 10,23).  N.L.

16 MNR > August 2005


Biblische Vorbilder

Der Ruf zum Gebetskampf


Viele an Jesus Christus Gläubige lesen mehr oder weniger treu in ihrer Bibel und
beten. Auch während des Tages stehen sie in der Fürbitte für dieses oder jenes
Anliegen ein. Das ist köstlich, denn Gott erhört Gebet! Viel weniger wird dagegen
der Gebetskampf praktiziert, der Wunderbares zu bewirken vermag.

Alle wirklich gesegneten Gemeinde-Aktivitäten entspringen letztlich der Quelle des Gebets

Norbert Lieth hingeben, die Ihn lieben und bereit sind, • «Es grüsst dich Epaphras, mein
sich verändern zu lassen. Wir sehen aber Mitgefangener in Christus Jesus …»

E
in prominenter Mann aus dem auch, welchen Einfluss Menschen auf (Phlm 23).
evangelikalen Lager sagte: «Die andere haben können, wenn sie vom Man nimmt an, dass Epaphras die
evangelische Christenheit «Siegel» des Heiligen Geistes geprägt Gemeinde in Kolossä gegründet hat, da
kennt keine Heiligen, die sie sind. Paulus selbst wahrscheinlich nie dort ge-
anruft oder zu denen sie betet. Wohl wesen ist (Kol 2,1). Aber sie scheint eine
aber kennt sie Heilige, die Vorbilder im Epaphras – der Gebetskämpfer Frucht seiner Arbeit in Ephesus gewesen
Glauben und im Leben sein können.» Bi- zu sein, wo er drei Jahre gewirkt hatte
ografien bzw. Zeugnisse von Menschen Eine biblische Kurzbiografie finden (Apg 19,1ff.). Epaphras ist ein heidnischer
über Menschen, zum Beispiel über Kir- wir zum Beispiel von Epaphras. Dieser Name (vom griech. Wort «Aphrodite» =
chenväter und Missionare, die treu in Mann wird an drei Stellen des Neuen Göttin abgeleitet), der «voll Liebreiz» be-
der Nachfolge des Herrn standen und Testaments erwähnt: deutet. Durch eine Aussage, die über ihn
gesegnete Spuren hinterliessen, können • «… wie ihr es ja gelernt habt von gemacht wird, sticht Epaphras besonders
ermutigend und anspornend sein. Mei- Epaphras, unsrem geliebten Mitknecht, heraus: «… der allezeit in den Gebeten
nes Erachtens aber sind die biblischen welcher ein treuer Diener Christi für für euch kämpft …» Er scheint nicht
Biografien die besten, weil das Zeugnis euch ist …» (Kol 1,7). nur ein Beter gewesen zu sein, sondern
des Heiligen Geistes über die darin be- • «Es grüsst euch Epaphras, der ei- jemand, der im Gebetskampf stand und
schriebenen Menschen absolut korrekt, ner der euren ist, ein Knecht Christi, rang. Und das tat er nicht nur ab und zu,
echt und vertrauenswürdig ist. der allezeit in den Gebeten für euch einmal mehr und einmal weniger, einmal
Im Zeugnis der Bibel über Menschen kämpft, damit ihr vollkommen und intensiver und einmal weniger intensiv,
der Bibel sehen wir, was Gott durch völlig gewiss bestehen möget in allem, denn es heisst: «… der allezeit in den
Menschen zu tun vermag, die sich Ihm was der Wille Gottes ist» (Kol 4,12). Gebeten für euch kämpft …»

MNR > August 2005 17


• Auch Daniel war ein Gebetskämpfer.
Biblische Vorbilder Als junger Mann wurden er und seine
Freunde von den Truppen Nebukadne-
zars hart bedrängt, der in grosser Wut
Auswirkungen des kämpferischen Jemand, der es wissen musste, hat alle Weisen in Babel umbringen lassen
einmal gesagt: «Der Teufel lacht über wollte. Was tat Daniel in dieser Situati-
Gebets unser Wissen, er spottet über unsere on? Er betete: «Darauf zog sich Daniel
Epaphras, dieser vormals heidnische Anstrengungen, aber er zittert, wenn in sein Haus zurück und teilte seinen
Mann, dessen Name von einer griechi- wir ein inniges Gebetsleben führen.» Mitverbundenen Hananja, Misael und
schen Göttin abgeleitet ist, entwickelte Asarja die Sache mit; damit sie von dem
sich zu einem Beter ersten Ranges. Weil Weitere Gebetskämpfer der Bibel Gott des Himmels Erbarmen erflehen
Epaphras ein kämpfender Beter war, möchten wegen dieses Geheimnisses,
wurde offenbar eine Gemeinde gegrün- • Wenn wir das Leben Davids in der damit nicht Daniel und seine Mitver-
det, auf alle Fälle aber wurden Gläubige Bibel betrachten, merken wir schnell, bundenen samt den übrigen Weisen von
weitergeführt und erbaut. Über weitere dass er nicht nur ab und zu betete. Babel umkämen» (Dan 2,17-18).
Auswirkungen seines Gebetes schreibt Nein, auch er entwickelte sich zu Dieser Gebetseifer war Daniel so
Paulus: «… der allezeit in den Gebeten einem Gebetskämpfer. Er geriet oft zur zweiten Natur geworden, dass er
für euch kämpft, damit ihr vollkommen in Situationen, die zum Verzweifeln auch später, als er alt geworden war
und völlig gewiss be- waren und in denen er nahe daran war und unter persischer Herrschaft stand,
zu resignieren. Einer solchen Notlage mit aller Kraft den Gebetskampf führte:
begegnen wir in Psalm 55. Die äussere «Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt
und innere Bedrängnis brachten unterschrieben sei, ging er hinauf in
David so weit, dass er am sein Haus – er hatte aber in seinem
Rande einer Depres- Obergemach offene Fenster gen Jerusa-
sion stand, lem –; und er fiel des Tages dreimal auf
resignieren die Knie nieder, betete und dankte vor
und nur seinem Gott, ganz wie er vordem zu tun
noch wegei- pflegte» (Dan 6,11). Diesem Daniel wur-
len wollte: de wenig später durch König Darius das
Zeugnis ausgestellt: «Dein Gott, dem du
ohne Unterlass dienst, der rette dich!»
«O hätte ich doch (Dan 6,17).
Taubenflügel, dass ich Ein geflügeltes Wort lautet: «Wer
vor Gott kniet, kann vor Menschen
davonfliegen und irgend- stehen.»
stehen möget in allem, was der Wille
Gottes ist.» Eine andere Übersetzung
wo bleiben könnte!» Waren wir in unseren jungen Glau-
bensjahren, als uns noch die erste Liebe
sagt: «… damit ihr fest steht, vollkom- zu Jesus beherrschte, vielleicht einmal
men und zur Fülle gebracht in allem, «… ich sprach: O hätte ich doch intensivere Beter als heute? Ist dieses
was der Wille Gottes ist.» Taubenflügel, dass ich davonfliegen erste Feuer dann aber im Laufe der Jahre
Ein intensives Gebetsleben trägt und irgendwo bleiben könnte! Siehe, zu einem glimmenden Docht geworden
also dazu bei, dass Menschen, die ei- ich wollte weit weg fliehen, in der und unser Gebetsleben gleichsam nur
nem anvertraut sind (in der Gemeinde, Wüste Aufenthalt nehmen; ich wollte noch auf Sparflamme? Oder sind wir
Jugendgruppe oder Familie) fest werden, zu meinem Zufluchtsort eilen vor dem nach wie vor Beter, die im Gebet zu
zur Vollkommenheit heranwachsen, zur sausenden Wind und Sturm» (V 7-9). Gott die grösste Kraft entdeckt haben?
Fülle gebracht werden und den Willen Dann aber besann er sich eines Bes- Sind wir Gläubige, die im Glauben an
Gottes besser erkennen und ausleben seren: «Ich aber rufe zu Gott, und der den lebendigen Gott und im Vertrauen
können. Wir sehen hier einmal mehr, Herr wird mir helfen; abends, morgens zu Ihm nicht nachgelassen haben, son-
wie wichtig ein intensives Gebetsleben und mittags will ich beten und ringen, dern darin gewachsen sind?
ist, weil es zu mehr dient, als alle ande- so wird er meine Stimme hören» (V 17- • Samuel erwies sich von seiner
ren Aktivitäten innerhalb der Gemeinde. 18). Jugend an bis in sein hohes Alter als
Ja, alle wirklich gesegneten Gemeinde- David stieg in einen Gebetskampf ein kämpfender Beter. Am Ende sei-
Aktivitäten entspringen letztlich der ein, indem er «abends, morgens und nes Dienstes bezeugte er, dass er im
Quelle des Gebets. mittags» betete und im Gebet vor Gott Gebetskampf bleiben werde: «Es sei
Wagen wir es, uns neben solche Per- rang. Diese Erfahrung gab ihm wieder aber auch ferne von mir, mich an dem
sönlichkeiten zu stellen und das Zeugnis neuen Mut, und er empfahl es deshalb Herrn dadurch zu versündigen, dass
des Heiligen Geistes über sie auch auf auch anderen: «Wirf dein Anliegen auf ich davon abliesse, für euch zu beten
uns anzuwenden? Sind wir noch Beter, den Herrn, der wird dich versorgen und und euch zu lehren den guten und
ja Gebetskämpfer? Gibt es in unseren wird den Gerechten nicht ewiglich in richtigen Weg!» (1.Sam 12.23). Wie
lokalen Gemeinden Gebetszellen, die Unruhe lassen!» (V 23). Anders ausge- wertvoll können doch alt gewordene
tragen und weiterführen? Oder müssen drückt: Resigniere nicht, sondern wirf Glaubensgeschwister für die Gemeinde
wir diesbezüglich beschämt zurücktre- dein Anliegen bewusst auf den Herrn, sein, wenn sie ihre Zeit mit Gebets-
ten und Busse tun? der dich nicht in Unruhe lassen wird. kampf ausfüllen!

18 MNR > August 2005


• Auch Paulus war ein Gebetskämp- und andere. Sie bestachen auch nicht inbrünstigem und anhaltendem Gebet
fer. Aus der Bibel wissen wir, dass der die Wächter, sondern beteten zu einem geprägt. So lesen wir zum Beispiel von
Apostel der Heiden viel gebetet und Herrn, der alles vermag. Das Resultat Ihm: «Er aber hielt sich zurückgezogen
gerungen hat. In seinen Briefen kommt war regelrecht verblüffend, denn es an einsamen Orten und betete. Und
zum Ausdruck, dass er allezeit in sei- heisst: «… siehe, ein Engel des Herrn es begab sich an einem Tage, dass er
nen Gebeten für trat hinzu, und ein lehrte; und es sassen Pharisäer da und
einzelne Christen Licht erglänzte in Gesetzeslehrer, die aus allen Flecken
und für ganze Ge- dem Gemach. Er von Galiläa und Judäa und von Jeru-
meinden rang (Kol weckte aber Pe- salem gekommen waren; und die Kraft
1,29; vgl. auch Eph trus durch einen des Herrn war bereit, sie zu heilen. Und
1,16; 1.Thess 1,2; Schlag an die Seite siehe, Männer trugen auf einem Bett ei-
2.Tim 1,3; Phlm 4). und sprach: Steh nen Menschen, der gelähmt war; und
Dies erwartete eilends auf! Und sie suchten ihn hineinzubringen und
Paulus aber auch die Ketten fielen vor ihn zu legen. Und da sie wegen der
von seinen Glau- ihm von den Hän- Volksmenge keine Möglichkeit fanden,
bensgeschwistern. den. … Als sie aber ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das
Einmal schrieb er durch die erste und Dach und liessen ihn mit dem Bett durch
an die Römer: «Ich die zweite Wache die Ziegel hinunter in die Mitte vor Jesus.
ermahne euch aber, hindurchgegangen Und als er ihren Glauben sah, sprach
ihr Brüder, durch waren, kamen sie er zu ihm: Mensch, deine Sünden sind
unsern Herrn Je- zu dem eisernen dir vergeben! Und die Schriftgelehrten
sus Christus und Tor, welches nach und Pharisäer fingen an, sich darüber
durch die Liebe des der Stadt führt, Gedanken zu machen, und sprachen:
Geistes, dass ihr und dieses tat sich Wer ist dieser, der solche Lästerungen
mit mir kämpfet ihnen von selbst ausspricht? Wer kann Sünden vergeben,
in den Gebeten auf. Und sie traten als nur Gott allein? Da aber Jesus ihre
für mich zu Gott» hinaus …» (Apg Gedanken merkte, antwortete er und
(Röm 15,30). Wird unser Gebetsleben nur noch auf Sparflamme 12,7.10). sprach zu ihnen: Was denkt ihr in eu-
Jemand sagte gehalten? Kennen wir ren Herzen? Was ist leichter, zu sagen:
einmal sinngemäss: – geistlich gese- Deine Sünden sind dir vergeben, oder
«Wie viele Besucher zur Bibelstunde hen – nicht auch solche Situationen? zu sagen: Steh auf und wandle? Damit
kommen, zeigt an, wie populär die Vielleicht werden Sie gerade von den ihr aber wisset, dass des Menschen Sohn
Gemeinde ist. Wie viele Besucher zum Behörden bedrängt oder befinden sich Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu ver-
Gottesdienst kommen, zeigt an, wie sonst in einer ausweglosen Notsituation. geben – sprach er zu dem Gelähmten –:
geschätzt der Pastor ist. Und wie viele Sie fühlen sich wie angekettet und einge- Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett
Besucher in die Gebetsstunde kommen, schlossen, kein Licht scheint da zu sein, und gehe heim! Und alsbald stand er auf
zeigt an, wie beliebt Jesus ist.» Und und überall, wo Sie hinschauen, ist es, vor ihren Augen, nahm das Bett, darauf
jemand anders bezeichnete die Gebets- als ob Sie gegen kahle Mauerwände und er gelegen hatte, ging heim und pries
intensität einer Gemeinschaft als ein in versteinerte Gesichter von Feinden Gott. Da gerieten alle ausser sich vor
«Gnaden-o-meter», an dem man ablesen sähen. Es scheint sich überhaupt gar Staunen, und sie priesen Gott und wur-
kann, wo eine Gemeinde steht. nichts zu Ihren Gunsten zu bewegen. den voll Furcht und sprachen: Wir haben
•Die erste Gemeinde in Jerusalem Aber lassen Sie heute Unglaubliches
war eine kämpferische Gebetsgemeinde. es sich doch ganz gesehen!» (Lk 5,16-
Woran sehen wir das? Herodes hatte den neu sagen: Gebet Wer vor Gott kniet, kann 26).
Apostel Jakobus hinrichten lassen (Apg bewegt mehr, als
12,2). Und als er sah, dass das den Juden wir meinen oder
vor Menschen stehen Welch gewaltige
Auswirkungen hat-
gefiel, liess er auch Petrus festnehmen zu glauben wagen. te doch Sein Gebet:
(V 3), um ihn nach dem Passahfest eben- Gebetsgemeinschaften sind hilfreich, • Gottes Kraft offenbarte sich (V 17).
falls hinrichten zu lassen. Petrus wurde durch regelmässiges und treues Beten • Die Menschen begannen Jesus zu
ins Gefängnis geworfen, wo er von vier in Gebetszellen werden Wunder be- suchen (V 18).
Abteilungen von je vier Kriegsknechten wirkt. Allerdings nicht durch das Gebet • Jesus wurde das Zentrum (V 19).
bewacht wurde. An zwei Soldaten wur- an und für sich, sondern Gott tut diese • Glauben wurde geweckt und sicht-
de er angekettet und zwei bewachten Wunder, den wir im Namen Jesu Christi bar; Vergebung drang durch (V 20).
die Tür, damit jeder Fluchtversuch zum anrufen. • Die Grösse Jesu wurde erkennbar
Scheitern verurteilt war. Doch in dieser (V 21).
scheinbar aussichtslosen Situation führte Jesus – das grosse Vorbild • Das Verborgene der Herzen wurde
die Gemeinde einen Gebetskampf: «So Männer wie Paulus und Epaphras sa- offenbar (V 22).
wurde nun Petrus im Gefängnis festge- hen im Sohn Gottes, Jesus Christus, stets • Gott wurde gelobt und verherrlicht
halten; aber die Gemeinde betete ohne ihr grosses Vorbild. Nicht nur in Seinem (V 25-26).
Aufhören für ihn zu Gott» (V 5). Diese Gebetskampf in Gethsemane, wo Er mit Möchten wir uns doch durch das Vor-
Gläubigen versuchten nicht, Petrus dem Tode rang und heftiger betete (Lk bild Jesu und der Heiligen der Bibel zu
mit Gewalt zu befreien, und schrieben 22,44), sondern auch während Seiner mehr Gebet anspornen und mit in den
auch keine Bittgesuche an Herodes ganzen Erdenzeit war Sein Leben von Gebetskampf hineinnehmen lassen! 

MNR > August 2005 19


Fragen – Antworten
Wiederherstellung Israels Tatsächlich ist es so, dass die Rück-
kehr der Juden während der Zeit des
Zionismus ab 1870 bis heute
«Rückkehr Israels in sein Land als säkula- eine Rückführung ohne Wie-
re (= weltliche) oder zum Herrn bekehrte dergeburt gewesen ist. Denn
Volksgemeinschaft?», das ist eine Frage, die Theodor Herzl und die ande-
immer wieder aufgeworfen wird. Und ich frage ren Grössen des jüdischen Vol-
mich, ob ein Widerspruch besteht zwischen kes waren mehrheitlich nicht
der Prophetie Moses (5.Mo 30,1-20) und den im biblischen Sinn gläubig.
Aussagen der Propheten Hesekiel (Kap 36,24- • Die zweite Stelle, die be-
28 und Kap 37) und Sacharja (Kap 12,9ff.). sagt, dass Israel zunächst
Die Wiederherstellung Israels als Staat und im Unglauben zurückkehrt,
als Volk im Land der biblischen Väter ist für ist Hosea 3,4-5: «Denn die
mich ein Wunder Gottes. Israel kehrt zu weiten Söhne Israel bleiben viele
Teilen aber als säkulares Volk zurück, das sich Tage ohne König und ohne
nur wenig von den übrigen Nationen unter- Oberste, ohne Schlachtopfer
scheidet. Und das hat sich seit der Staatsgrün- und ohne Gedenkstein und
dung 1948 noch nicht wesentlich geändert. ohne Efod und Teraphim.
Und doch hat Gott durch Mose nach Seiner Danach werden die Söhne
Gerichtsankündigung in 5. Mose 28 Seine Israel umkehren und den
Barmherzigkeit angekündigt und in Kapitel 30 Herrn, ihren Gott, aufsuchen
dem nun bussfertig gewordenen Volk die und David, ihren König. Und
Rückkehr aus dem Exil aus allen Landen und sie werden sich bebend zum
allen Völkern einen neuen Bund verheissen. Herrn wenden und zu seiner
Daraus könnte geschlossen werden, dass Güte am Ende der Tage.»
diese Bussfertigkeit die Voraussetzung Gottes Hier finden wir ebenfalls eine
für die Wiederherstellung Israels und die Dreiteilung:
Rückkehr des Volkes sei. 1. Dass die Kinder Israel
Theodor Herzl und die anderen Grössen des jüdischen Volkes viele Tage ohne König und

D ie Bibel bezeugt sehr deutlich waren mehrheitlich nicht im biblischen Sinn gläubig ohne Fürsten (= ohne Regie-
die Rückführung Israels in seine rung) und ohne Opfer (= ohne
Heimat und seine Hinwendung zum 2. Die zusammengerückten Knochen Priesterschaft) sein werden, hat sich ab
Messias am Ende der Tage. Ebenso bekommen Sehnen, Fleisch und Haut. dem Jahre 70 n.Chr. bis in die Tage ihrer
deutlich bezeugt die Bibel mindestens Das symbolisiert die Staatsgründung Rückführung um 1948 erfüllt.
eine 2-Phasen-Rückkehr des jüdischen des jüdischen Volkes 1948. Israel wur- 2. Dann heisst es weiter: «Danach
Volkes in seine Heimat: Die erste erfolgt de eine eigene Körperschaft unter den werden die Kinder (and. Übers.: Söh-
noch im Unglauben. Die zweite wird in Nationen. Aber in Vers 8 am Schluss ne) Israel umkehren.» Das ist die rein
der Herzensstellung des Glaubens an wird deutlich gesagt, dass noch «kein physische Umkehr; das jüdische Volk
den Messias Jesus Christus erfolgen. Odem» in ihnen war. Das bedeutet: kein kehrt aus der Zerstreuung ins Heimat-
Ich möchte diesbezüglich drei Stellen geistliches Leben aus Gott. Wenn wir land zurück.
anführen. im Hesekielbuch weiterlesen, stellen 3. «… umkehren … den Herrn, ih-
• Die wohl deutlichste Stelle finden wir fest, dass Israel diesen Odem be- ren Gott, aufsuchen und David, ihren
wir in Hesekiel 37. Dort sieht Hesekiel kommt, wenn der Messias zurückkehrt; König.» Das geschieht, wenn der Herr
das grosse Feld mit den Totengebeinen. das heisst in dem Moment, wo Israel Jesus Christus wiederkommt, besser ge-
Die Rückführung der Juden in ihre erkennt, dass der Herr sein Gott ist. In sagt: Kurz bevor Er wiederkommt. Nach
Heimat wird hier in drei Phasen sym- Kapitel 39,29 heisst es: «Ich werde mein meiner Erkenntnis ist das während der
bolisiert: Angesicht nicht mehr vor ihnen verber- grossen Trübsalzeit, am Ende der Tage.
1. Es entsteht ein grosses Geräusch, gen, wenn ich meinen Geist über das Dies wiederum stimmt überein mit Sa-
eine Erschütterung, wodurch die Ge- Haus Israel ausgegossen habe, spricht charja 12,10-14. An jenem Tag werden
beine zusammenrücken, Knochen an der Herr, Herr.» Der Herr wird in dem sie sehen, in welchen sie gestochen ha-
Knochen (V 7). Das versinnbildlicht Moment Sein Angesicht nicht mehr vor ben, und Stamm für Stamm und Familie
den Zionismus ab ca. 1870. Als Folge Israel verbergen, wenn Er in Herrlich- für Familie wird in Israel Busse tun.
des Ersten Weltkriegs und der Dreyfus- keit wiederkommt. Das wird gleichsam • Die dritte Stelle, die ich zu diesem
Affäre zum Beispiel kehrten viele Juden die Stunde der geistlichen Wiedergeburt Thema anführen möchte, finden wir in
in ihre Heimat zurück. Israels sein. Jeremia 33,7-8.

20 MNR > August 2005


1. In Vers 7 heisst es im Blick auf
die Rückführung Israels im Unglauben: Abendmahl für Seinem Licht meine Verbindung zu Ihm,
und dann werden allfällige Unstimmig-
«Ich werde das Geschick Judas und das
Geschick Israels wenden und werde sie alle? keiten sofort klar. Und wenn ich dann
feststelle, dass ich gar nicht würdig bin,
bauen wie im Anfang.» Auch hier haben am Abendmahl teilzunehmen, dann darf
wir wieder dasselbe: Dies geschah seit Unsere Landessynode hat beschlossen, dass ich den Herrn ganz kindlich bitten, mich
den Tagen des Zionismus bis in unsere man auch den Kindern das Abendmahl geben durch Sein vergossenes Blut wieder neu
Tage. kann. Und einige von den Räten machten zu reinigen und würdig zu machen, und
2. In Vers 8 steht: «Ich werde sie rei- sogar die Aussage, dass sie sich vorstellen so darf ich dann von dem Brot essen und
nigen von all ihrer Schuld, mit der sie könnten, auch Muslime dazu einzuladen. aus dem Kelch trinken.  M.M.
gegen mich gesündigt haben …» Auch Kann man das Heilige Abendmahl so herab-
da: Zuerst kommt die Rückführung ins würdigen?
Land im Unglauben und danach findet
die geistliche Reinigung statt, nämlich
die Wiedergeburt und die Vergebung der
Sünden nach Römer 11, indem der Herr
G rundsätzlich darf jeder am Abend-
mahl teilnehmen, der 1. Korinther
11,26 von ganzem Herzen bejahen kann:
Woher
nach Zion zurückkehrt und das gottlose «Denn sooft ihr von diesem Brot esst kommt dieser
Wesen vom Volk abwendet. In der Rück- und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr
kehr der Juden in ihre Heimat, wie wir den Tod des Herrn, bis er kommt» (1.Kor Unterschied?
sie heute vor Augen haben, sehen wir 11,26). Wer ist es aber, der den Tod des
keinen Widerspruch zu den Aussagen Herrn verkündigt – oder verkündigen Könnten Sie mir bitte erklären, warum bei
der Bibel, sondern im Gegenteil eine kann? Nur derjenige, für den der Tod des der Kreuzigung von Jesus in Matthäus und
erstaunliche Erfüllung und Präzision. Herrn das Leben wurde! Jeder andere ist Markus geschrieben wird: «Auch die mit ihm
Mit Sehnsucht warten wir darauf, völlig unfähig, über den Tod des Herrn gekreuzigt waren, schmähten ihn», während
dass der Herr Jesus Christus bald zurück- zu reden oder ihn gar zu verkündigen. in Lukas 23 steht, dass der eine Schächer
kommt und diese biblischen Wahrheiten Derjenige also, der sich bekehrt hat, den Herrn Jesus lästerte, während der andere
Geschichte werden.  N.L. der wiedergeboren ist, der weiss, dass ihn zurechtwies und den Herrn bat: «Jesus,
das Blut Jesu Christi gedenke an mich, wenn du in dein Reich
ihn von allen Sünden kommst!» (V 42). Jesus antwortete ihm:
gereinigt hat, der darf «Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit
am Abendmahlstisch mir im Paradies sein» (V 43). Wieso ist dieser
Platz nehmen. Deshalb Unterschied in den Evangelien?
ist es absolut unzulässig,
dass man Muslimen
das Abendmahl gibt.
Auch jüngeren Kinder
W ir glauben, dass sich der Unter-
schied zwischen dem Matthäus-
und Markus-Evangelium einerseits und
sollten man deshalb dem Lukasevangelium andererseits sehr
das Abendmahl nicht einfach erklären lässt. Während die bei-
einfach so geben. den Verbrecher am Kreuz hingen und
Aber es gilt noch die Stunden dahinschlichen, blieb der
etwas anderes zu be- eine Schächer verstockt, während der
achten: Auch jedes Geist Gottes am Herzen des anderen
Kind Gottes, das am wirken konnte, sodass er zur Erkennt-
Abendmahl teilneh- nis der Wahrheit kam und noch gerettet
men möchte, muss wurde. Nicht jeder Verfasser beschrieb
sich zuvor prüfen: «Wer jedes Detail, weil auch nicht jeder den-
nun unwürdig von dem selben Auftrag hatte. Aber Lukas bezeugt
Brot isst oder aus dem von sich selbst: «So habe auch ich’s für
Kelch des Herrn trinkt, gut gehalten, nachdem ich alles von An-
der wird schuldig sein fang an sorgfältig erkundet habe, es für
am Leib und Blut des dich, hochgeehrter Theophilus, in guter
Herrn. Der Mensch Ordnung aufzuschreiben» (Lk 1,3).
prüfe aber sich selbst, Johannes beschliesst sein Evangelium
und so esse er von die- mit den Worten: «Es sind noch viele an-
sem Brot und trinke aus dere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn
diesem Kelch» (1.Kor aber eins nach dem andern aufgeschrie-
11,27-28). Was heisst ben werden sollte, so würde, meine ich,
das aber, sich selbst die Welt die Bücher nicht fassen, die
prüfen? Selbstprüfung zu schreiben wären» (Joh 21,25). Das
ist nichts anderes, dürfte auch mit ein Grund gewesen sein,
als dass ich versuche, weshalb Matthäus und Markus nichts
Die Rückkehr der Juden aus aller Welt in ihre Heimat, ist eine erstaunli- innerlich den Herrn davon schreiben, dass der eine Schächer
che Erfüllung und Präzision des prophetischen Wort Gottes zu sehen. Ich prüfe in Busse tat und gerettet wurde.  E.V.

MNR > August 2005 21


Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am
30.08.2005, mit u.a. diesem Thema*:
«Sehet zu, dass euch niemand Schlau muss man sein
verführe!» (Teil 2) Schwindel und Betrug scheinen heutzutage zu grassieren. Es gibt skrupellose Leute,
*Änderungen vorbehalten die gezielt darauf ausgehen, andere übers Ohr zu hauen. Da heisst es, auf der Hut zu
sein, dass man nicht hintergangen wird. Schlimm, wenn man ausgerechnet Sie betro-
gen hätte! Das täte mir leid für Sie! Noch schlimmer aber wäre, wenn es in Ihrem Leben
Impressum dunkle Stellen gäbe, wo Sie selbst andere nicht fair behandelt oder gar betrogen hätten
und sich dabei vielleicht noch als besonders clever vorgekommen wären …
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf Gott hat den Menschen mit Intelligenz und Gewissen ausgestattet. Mit beidem sind
www.mitternachtsruf.ch wir in unserer Lebensführung vor Ihm verantwortlich und werden einmal zur Rechen-
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992)
schaft gezogen. «Ehrlich währt am längsten», ist zwar nur ein Sprichwort. Dahinter steht
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo,
Jonathan Malgo aber eine biblische Wahrheit, und die lautet: «Gott lässt es den Aufrichtigen gelingen
SCHWEIZ Missionswerk Mitternachtsruf, Ringwiesenstrasse 12a, und beschirmt die Frommen» (Spr 2,7), und Philipper 2,5: «Seid so unter euch gesinnt,
8600 Dübendorf, Tel.: (0041) 044 952 14 14 wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.» – «Ja, wer das bloss könn-
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001
te», werden Sie vielleicht seufzen. Dennoch sind wir dazu aufgefordert, ehrlich vor Gott
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist
und unseren Mitmenschen zu leben.
ausserdem in englischer, französischer, holländischer, italienischer, Gott gebot Seinem Bundesvolk, Vorbild für die es umgebenden Nationen zu sein,
portugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und
ungarischer Sprache erhältlich. indem Er Israel die Zehn Gebote als Wegweisung für ihr Leben gab: «Du sollst nicht lü-
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16, gen – du sollst nicht stehlen – du sollst des Nächsten Gut nicht begehren» usw. Und
Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch, das gebot Er zum Wohl aller Menschen. Damit wir es zustande bringen können, gab Er
Mitarbeiter: Brigitte Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke
Lieth, Norbert Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Fredy Peter, Elsbeth Vetsch uns Seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus, der die Wahrheit in Person ist. Jesus sag-
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter: te in Matthäus 10,16: «Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!»,
Walter Dürr, Daniel Malgo, Gabriel Malgo, Jonathan Malgo
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044
und meinte damit, dass wir unsere Intelligenz zum Guten einsetzen sollen, nämlich so,
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber, wie es der Apostel Paulus in Römer 16,19 schreibt: «… dass ihr weise wäret zum Gu-
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch,
ten und unvermischt bliebet mit dem Bösen.» Sowohl Jesus als auch Paulus sprachen
ADMINISTRATION, VERLAG UND ABONNEMENTE (Adressen
Schweiz und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 044 952 14 nicht nur die Intelligenz, sondern auch das Gewissen an. Darum der wichtige Nachsatz
15, Fax Schweiz: 044 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001,
Fax Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 44
bei Jesus: «… ohne Falsch wie die Tauben!», und bei Paulus: «… und unvermischt mit
952 14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 44 952 14 11, E-Mail: dem Bösen.» – Wie wunderbar liesse es sich auf dieser Welt leben, wenn das Böse eli-
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Martina
Lang, Thomas Lieth, Elishevah Malgo, Marianne Malgo, Peter miniert wäre! Paradiesisch könnte es sein! Und so wird es dereinst sein, wenn unser
Malgo, Wanda Malgo, Stephan Nabulon, Susanne Peter, Beatrice
Rindlisbacher, Esther Roos, Rebeca Winkler
Herr Jesus die Herrschaft auf unserem Globus antritt. Utopie? Nein, diese Verheissung
TECHNISCHER DIENST Nathanael Winkler
wird sich erfüllen.
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 044 952 14 18,
Doch einstweilen leben wir noch in einer betrügerischen Welt. Darin sollen wir Vorbil-
Fax: (0041) 044 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch, der zum Guten sein, was uns aus uns selbst nicht gelingt. Aber Jesus kann und will uns
Mitarbeiter: Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel)
dazu befähigen, wenn wir Ihm die Führung unseres Lebens überlassen. Er will uns mit
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch,
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon «göttlicher Kraft und Weisheit» ausrüsten. So sagt es Paulus in 1. Korinther 1,24 und
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter: in 3,19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott.» Deshalb muss in unserem
Govert Roos, Stephan Rindlisbacher
Leben ein totaler Machtwechsel stattfinden, indem wir Jesus das Kommando überge-
SENIORENZENTRUM ZION Ringwiesenstr. 14, 8600 Dübendorf,
Tel: (0041) 044 802 18 18, Fax: (0041) 044 802 18 19, E-Mail: ben. Nur so kann Sein Geist und Seine Gesinnung in uns wirken. Römer 12,2 ermahnt
post@seniorenzentrum-zion.ch, Heimleitung: Walid und Astrid El
Khouri, Heimleitung Stv.: Walter und Ursula Dürr
uns eindringlich: «Passet euch nicht diesem Weltlauf an, sondern verändert euer Wesen
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Israel,
durch die Erneuerung eures Sinnes, um prüfen zu können, was der Wille Gottes sei, der
Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E-Mail: gute und wohlgefällige und vollkommene.» Denn jede Sünde, die nicht durch Jesu Blut
beth-shalom-israel@mnr.ch, Leitung: Fredi und Beate Winkler
ausgetilgt wird, trennt uns für ewig von Gott (Röm 6,23).
EINZAHLUNGEN Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich,
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152- Haben Sie die absolute Notwendigkeit erkannt, Ihr Leben ganz dem Willen Gottes zu
0472.519, BC-Nr. 752.
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90,
unterstellen? Gestehen Sie sich doch ein, dass Sie ohne Jesus das himmlische Ziel nie
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart, erreichen werden, sondern dem Betrüger Satan ausgeliefert sind! Jesus liebt und sucht
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig
Deutschland e.V., Geschäftsstelle D-79807 Lottstetten Sie, denn «er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse Linz,
«Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf»
kommen». So steht es in 1. Timotheus 2,4. Richten Sie ein aufrichtiges Gebet an Jesus,
DRUCK EKM-Nyomda, Palóc utca 2, H-1135 Budapest
indem Sie sinngemäss Folgendes sagen:
ABONNEMENTSPREIS JÄHRLICH Schweiz CHF 18.–, Deutschland
«Herr Jesus Christus, ich bekenne mich schuldig vor Dir, weil ich nicht aufrichtig ge-
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR lebt habe. Bitte, vergib mir alles Zwielichtige und Betrügerische in meinem Leben. Ich
24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar)
und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie glaube, dass Du mir vergeben und mich retten willst. Ich will fortan mein Leben unter
nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden. Deine Herrschaft stellen und mich von nun an von Dir und Deinem Wort leiten lassen.
ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit Dein Heiliger Geist führe mich auf den guten Weg der Wahrheit. Das ist mein Wille.
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE
M.M. > Marcel Malgo, N.L. > Norbert Lieth, S.R. > Samuel
Amen!»  B.V.
Rindlisbacher, B.V. > Burkhard Vetsch, E.V. Elsbeth Vetsch

22 MNR > August 2005