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Grusswort

Rund 250 km von unserer Mitternachtsruf-Niederlassung in Rumänien entfernt, werden die


beiden Zeitschriften «Mitternachtsruf» und «Nachrichten aus Israel» in Rumänisch gedruckt.
Sie werden dann jeweils von unseren rumänischen Mitarbeitern dort abgeholt. Schlechte Stras-
sen, rücksichtslose Verkehrsteilnehmer und widrige Verhältnisse machen diese Literaturtrans-
porte jedes Mal zu einem gefahrvollen Unterfangen. Bei der letzten Rückfahrt passierte es:
Franz Rudolf geriet mit dem voll beladenen Auto in ein Schlagloch. Dabei platzte ein Reifen.
Franz wechselte daraufhin das Rad. Danach setzte er sich wieder ans Steuer und fuhr weiter.
Was er nicht bemerkt hatte: Die Radaufhängung war gebrochen, weshalb er das Fahrzeug nicht
mehr lenken konnte. Seine weitere Fahrt, so beschrieb er die Folgen, sei wie auf Glatteis gewe-
sen. Schlingernd habe sich das Auto immer mehr dem Strassenrand genähert. Franz war chan-
cenlos. Mit grosser Wucht stürzte er in den Strassengraben. Das Auto überschlug sich: Total-
schaden. Wie durch ein Wunder konnte Franz das Fahrzeug unverletzt verlassen.
Dieses Geschehen illustriert die grossen Gefahren, denen unsere Mitarbeiter auf ihren zahl-
Inhalt reichen Fahrten ausgesetzt sind. Und dies trifft durchaus nicht nur auf Rumänien zu. Anläss-
lich einer der letzten Vortragsreisen in Deutschland musste Norbert Lieth feststellen, dass die
Landstrassen wegen starker Schneefälle gefährlich schmal geworden waren. Aber ob wir nun
per Flugzeug, Schiff oder Auto unterwegs sind – überall und jederzeit sind wir Risiken ausge-
Biblische Botschaft setzt.
4 Die sechs Gewänder Jesu Eigentlich könnten wir, die wir wegen des Dienstes für unseren Herrn diese Gefahren auf uns
15 Prophezeiungen über das Leiden, Sterben nehmen, Mitleid mit uns selbst haben. Es gibt aber Reichsgottesarbeiter, Missionare, die sich
und Auferstehen des Messias noch weit mehr exponieren und viele heikle Situationen überstehen müssen. Manche verlieren
dabei sogar ihr Leben.
Solche Geschehnisse verleiten dazu, sich selbst so darzustellen, als nehme man um Christi
Willen viel Mühsal, um nicht zu sagen Leiden, auf sich. Manche Hilfswerke lenken denn auch
Im Blickfeld den Fokus auf solche Ereignisse, um Mitleid zu erwecken. Aber ist das wirklich das, was un-
7 Das Tal der Opfer ser Herr Jesus von uns erwartet? Paulus, der selbst durch viele Nöte ging, spricht hier Klar-
9 Der Unterschied text. Er gibt uns im zweiten Korintherbrief einen kleinen Einblick über seine zahlreichen, äus-
serst schmerzlichen Erlebnisse: «… dreimal habe ich Schiffbruch erlitten …» (2.Kor 11,25).
11 Die Auferstehung Bei Franz handelte es sich jetzt um einen (hoffentlich einmaligen!) «Autobruch». «… einen Tag
und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer. Ich bin oft gereist; ich bin in Gefahr gewesen …»
(V 25-26). Lesen Sie selbst weiter, was Paulus alles erlebte. Im folgenden Kapitel spricht er
Fragen – Antworten dann noch von seiner sehr ernsten Krankheit, wobei wir nicht genau wissen, woran er litt. Die
20 Warum sagte Pilatus das? Dramatik seiner Schiffbrüche ist in der Apostelgeschichte nachzulesen. Sie würden Stoff für
filmreife Szenen hergeben. Doch Paulus bewertet dies alles ganz anders. In 2. Korinther 12,10
20 Warum nicht sofort taufen? schreibt er: «Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Ver-
folgungen und Ängsten um Christi willen …» An mehreren Stellen der Bibel ist zu erkennen,
dass Paulus sich sehr wohl dessen hätte rühmen können, was er um Christi willen alles erleiden
3 Grusswort musste. Er hätte seine Person hervorheben und sagen können: «Schaut nur, was mir alles zu-
11 Aufgegriffen gestossen ist …!» Er lenkt die Augen des Lesers jedoch immer wieder von sich weg auf Jesus:
«… nicht aus den Werken, damit sich nicht jemand rühme» (Eph 2,9). «Wer sich rühmt, der
21 Streiflicht rühme sich des Herrn!» (1.Kor 1,31). Selbstmitleid in Bezug auf all das, was uns zustösst, ver-
22 Dir kann nur Jesus helfen dunkelt unser Denken, ja es führt in die Niedergeschlagenheit und Depression. Und schliess-
22 Impressum lich redet man nur noch von sich selbst und alles dreht sich um das eigene Ich. Paulus dagegen
setzte den richtigen Akzent: «Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass
er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen» (2.Kor 4,5).
Lassen Sie uns jeden Tag neu Jesus Christus ins Zentrum setzen
und Ihn verkündigen!

In herzlicher Verbundenheit

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis


Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

MNR > April 2006 3


Biblische Botschaft

Die sechs
Vor einiger Zeit besuch-
te ich die Wartburg, wo
Luther einst die Bibel
Gewänder Jesu
übersetzte. Dort gibt es
Norbert Lieth Machtbereich auch Galiläa gehörte,
– neben dem Arbeitszim- sandte er den Herrn zu ihm (Lk 23,6-
mer Luthers – auch vie-
I
m Volksmund heisst es: «Kleider 7). Dieser hätte schon lange gerne ein
machen Leute!» Tatsächlich verra- Wunderzeichen von Jesus gesehen. Da
les andere zu sehen, zum ten Kleider des Öftern etwas über
den Charakter eines Menschen,
der Herr aber weder seine Fragen beant-
wortete (V 9) noch irgendein Wunder
Beispiel ganz verschie- seine Eigenarten oder Vorlieben. Es
gibt zwar auch reiche und einflussrei-
wirkte, schlug sein vordergründiges In-
teresse an Jesus plötzlich in Spott und
dene Porträts. Dabei che Menschen, die sich ganz schlicht Hohn um: «Herodes verachtete und
kleiden, wenn auch die Stoffe, die sie verspottete ihn samt seinen Kriegsleu-
fällt auf, dass sich die tragen, sehr teuer sein können. So kann ten und schickte ihn, nachdem er ihm
beim flüchtigen Hinsehen schon mal ein ein Prachtgewand hatte anlegen las-
Frauen in den schönsten falscher Eindruck entstehen. sen, wieder zu Pilatus» (V 11). Andere
Kleidern präsentieren. Die Stars und Sternchen unseres
Zeitgeschehens scheuen meistens weder
Übersetzungen nennen diesen Umhang
«weisses Gewand», «glänzendes Ge-
Und die Männer tragen Mühe noch Kosten, sich in den besten
und auffälligsten Kleidern zu präsentie-
wand» oder «Königsmantel».
Ganz offensichtlich wollte Herodes
mit Orden reich verzierte ren, nur damit sie in bleiben und über
sie geredet wird.
damit den Königsanspruch Jesu dem
öffentlichen Spott preisgeben. Denn
Gewänder oder prächtige Wie war der Herr Jesus, der König al- kurz zuvor hatte Jesus auf die Frage des
ler Könige und Herr aller Herren, am Tag Pilatus: «Bist du der König der Juden?»,
Uniformen und Rüstun- Seines Sterbens (Kreuzigung) gekleidet? geantwortet: «Du sagst es!» (V 3). Das
Er trug sechs verschiedene Gewänder. hatte der ganze versammelte Hohe Rat
gen. Man liess sich in Meines Erachtens will Gott uns dadurch gehört, und dieselben Männer verklag-
seiner Herrschaftswürde, eine Botschaft vermitteln. Sehen wir sie
uns nun der Reihe nach an.
ten Jesus nun bei Herodes, sicher auch
wegen Seines Anspruchs, der König der
fürstlich oder königlich, Juden zu sein (vgl. Lk 23,3.10).
Durch das Prachtgewand, das Herodes
Das Prachtgewand
porträtieren. Als Pontius Pilatus inne wurde, dass
dem Herrn Jesus hatte anlegen lassen,
lieferte er Ihn dem Spott der Leute aus.
Jesus aus Galiläa war und sich Herodes So wurde Jesus für das verspottet, was
gerade in Jerusalem aufhielt, zu dessen Er wirklich war: der König der Juden;

4 MNR > April 2006


man verspottete die absolute und unter versteht, dass es zwischen ihnen immer der stellvertretend für unsere Schuld
Beweis gestellte Wahrheit Jesu. nur Streit gibt. Er erinnert uns an Über- ans Kreuz geheftet wurde, gleichsam
Etwas sehr Ähnliches geschieht heu- fälle, Gewalt, Machtausdehnung und zu «Kleidern des Heils» geworden (Jes
te: Unzählige Veröffentlichungen über Ungerechtigkeit, an Mord und Totschlag 61,10).
Jesus ziehen die Wahrheit über Seine und an den mörderischen Erfindergeist Den «purpurfarbenen Soldatenman-
Person in den Schmutz. Keine andere des Menschen. Er erinnert uns an den tel» zogen sie ihm aus und «legten ihm
Religion wird so angetastet wie das Krieg im Grossen (Völker) und an den seine Kleider an». Jesus war weder so
wahre Christentum, weil die durch sie Krieg im Kleinen (Familie, Nachbar- wie Herodes (Prachtgewand), noch so
verkündigte Botschaft des Evangeliums schaft usw.).
Jesu Christi die Wahrheit ist. Dahinter Der «purpurfarbene Soldatenmantel»
steht der Vater der Lüge, der Teufel (Joh steht für Hass und Rache, Vergeltungs-
8,44), der mit allen Mitteln gegen die drang, Streben nach Macht und das Aus-
Wahrheit ankämpft. üben von Tyrannei. Er sagt aber auch
Das Jesus umgelegte Prachtgewand aus, dass der Mensch bei Menschen
bedeutet auch, dass der Herr alle Sün- nichts zählt. Dieser «purpurfarbene
den auf sich nahm, auch das, was der Soldatenmantel» sollte uns immer vor
Mensch so gerne anzieht, ihn aber nicht Augen stehen.
glücklich macht: herrliche, prächtige Jesus wollte unsere Schuld freiwil-
Kleider und kostbarer Schmuck. Darin lig auf sich nehmen, und Er hat es
stellt sich der Mensch so gerne dar, konsequent umgesetzt. Darin bestand
verbirgt darunter aber allermeist nur Seine Mission bzw. Sein Auftrag. Alle
seinen Egoismus, Hochmut und seine Zwistigkeiten zwischenmenschlicher
grenzenlose Machtgier. Beziehungen und Kriege unter den
Das «Prachtgewand» des Menschen Völkern, allen Hass und jeden Mord hat
soll sein Elend und die sündige Natur Jesus als Schuld auf sich genommen: das
verdecken, das «weisse Gewand» die versinnbildlicht uns der «purpurfarbene Wartburg
Heuchelei verbergen, das «glänzen- Soldatenmantel», den Er sich hat um-
de Gewand» den Madengestank der hängen lassen. wie die Soldaten (roter Mantel). Er hat
menschlichen Hinfälligkeit neutrali- es getragen, und es wurde Ihm wieder
sieren und der «Königsmantel» von Jesu eigene Kleider ausgezogen. Aber Er blieb ein wahrer
Unvergänglichkeit zeugen, wobei der Mensch.
Mensch doch so vergänglich ist. «… nachdem sie ihn verspottet hat-
All das hat Jesus angezogen, auf sich ten, zogen sie ihm den Mantel aus und Das Untergewand
genommen und weggetragen. Jetzt legten ihm seine Kleider an. Und sie
macht Er jeden Menschen, der an Ihn führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen» «Als nun die Kriegsknechte Jesus
glaubt, zu einem «König und Priester» (Mt 27,31). gekreuzigt hatten, nahmen sie seine
(vgl. Offb 1,5-6). Jesu eigene Kleider waren von Men- Kleider und machten vier Teile, für
schenhand für Menschen gemacht; sie jeden Kriegsknecht einen Teil, und
Der Purpurmantel bestanden aus irdischem Material. Jesus dazu das Untergewand. Das Unter-
trug sie Zeit Seines Lebens. gewand aber war ohne Naht, von oben
Nachdem Pilatus den Herrn Jesus Dieses «Gewand» hat Er als Gott bis unten in einem Stück gewoben. Da
hatte geisseln lassen (Mt 27,26), heisst angelegt, um ganz Mensch zu werden. sprachen sie zueinander: Lasst uns das
es: «Da nahmen die Kriegsknechte des Jesus ist gleichsam «in unsere Haut ge- nicht zertrennen, sondern darum losen,
Statthalters Jesus in das Prätorium und schlüpft» und hat das ganze Menschsein wem es gehören soll! – damit die Schrift
versammelten die ganze Schar um ihn. auf sich genommen. erfüllt würde, die spricht: ‹Sie haben
Und sie zogen ihn aus und legten ihm Weil Jesus diese von Menschen ge- meine Kleider unter sich geteilt und
einen Purpurmantel um» (V 27-28). machten Kleider trug, wurden dadurch über mein Gewand das Los geworfen.›
Andere Übersetzungen sagen «schar- auch Wunder bewirkt. Eine Frau rührte Dies nun taten die Kriegsknechte» (Joh
lachroter Mantel», «purpurfarbener den Saum Seines Kleides an und wurde 19,23-24).
Soldatenmantel» oder «roter Mantel». auf der Stelle gesund (Mk 5,25ff.). Es wird ausdrücklich gesagt, dass die-
Es handelte sich dabei um einen roten Jesu eigene Kleider deuten auf Sei- ses Unterkleid aus einem Stück gewoben
Umhang, den die Soldaten trugen. Einen ne Menschwerdung hin und wollen war, ohne Naht. In dieser Art wurde
solchen legte man nun Jesus um. uns lehren, dass Er unser Menschsein auch die Hohepriesterkleidung herge-
Was die Soldaten unwissentlich aus erfüllen will. Und wenn wir Ihn ein- stellt. «… mache das Obergewand zum
Spott und Hohn taten, deutet in seinem laden, unser Menschsein zu erfüllen, Ephod ganz aus blauem Purpur. Und
tieferen Sinn auf den Zweck des Opfers lebt Christus in uns, die Hoffnung der oben in der Mitte soll eine Öffnung
Jesu hin. Denn der «rote» bzw. «pur- Herrlichkeit (vgl. Kol 1,27). für den Kopf sein, und ein Saum um
purfarbene Soldatenmantel» erinnert Seine Kleider werden zum Symbol die Öffnung her, in Weberarbeit, wie
uns an das viele Blut, das auf dieser der Erlösung, denn vier Soldaten nah- der Saum eines Panzerhemds, damit es
Erde vergossen wurde, an die unzähli- men sie und teilten sie unter sich auf nicht zerreisst» (2.Mo 28,31-32). Der
gen Kriege und die vielen unschuldigen (Joh 19,23). Die Kleider eines zum Kreu- Unterschied lag allerdings darin, dass
Opfer. Er verkündigt uns, dass sich der zestod Verurteilten galten als Beute für der Hohepriester es als Obergewand,
Mensch mit seinen Mitmenschen nicht seine Henker. So sind uns Jesu Kleider, Jesus aber als Untergewand trug. Auch

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Leinen war für die Priesterkleidung
Biblische Botschaft vorgeschrieben (3.Mo 6,3). Auch die
Teppiche, Decken und Vorhänge für
die Stiftshütte wurden aus Leinen an-
das hat eine tiefere Bedeutung: Jesus mit keiner anderen Religion geteilt wer- gefertigt (2. Mo 26, 1.31.36; vgl. auch
Christus ist der verborgene, wahre den. Er ist ganz allein der ewige, wahre 1. Chr 15, 27).
Hohepriester. Er kam als Sohn Gottes Hohepriester, und der alleinige Mittler Es war üblich, verstorbene Juden in
in die Welt und wies sich in Seinen zwischen Gott und den Menschen (vgl. Leinen zu beerdigen. Jesus wurde wie
Taten als Messias Israels aus. Aber es 1.Tim 2,5-6). ein echter Jude «beerdigt».
sollte offenbar werden, was Er darüber Später, als Jesus von den Toten auf-
hinaus noch ist: der ewige Hohepriester Das Lendentuch erstanden war, heisst es: «Da kommt
für Sein Volk. Am Ende Seines Lebens Simon Petrus, der ihm folgte, und
Weil man Jesus vor der Kreuzigung geht in das Grab hinein und sieht die
Seine Kleider und das Untergewand Tücher daliegen und das Schweisstuch,
ausgezogen hatte, hing Er nur noch mit das auf seinem Haupt war, nicht bei den
einem Lendentuch bekleidet am Kreuz. Tüchern liegen, sondern für sich zusam-
So war er quasi nackt. In Psalm 22,18-19 mengewickelt an einem besonderen
wird das so beschrieben: «Ich kann alle Ort» (Joh 20,6-7).
meine Gebeine zählen; sie schauen her Meines Erachtens wollen uns die
und sehen mich schadenfroh an. Sie tei- Leinen an die Gesetzeswerke erinnern,
len meine Kleider unter sich und werfen an die Priesterschaft im Alten Bund, die
das Los über mein Gewand.» Hermann Stiftshütte, die Gebote und Satzungen,
Menge übersetzt den letzten Teil von die Werke und Anstrengungen eines
Vers 18 so: «… sie aber blicken mich an gesetzestreuen Juden.
und weiden sich an dem Anblick.» Jesus ist in Leinen ins Grab gebettet
Nacktheit veranschaulicht Sünde und worden, aber bei Seiner Auferstehung
Scham. Es verkörpert die Ursünde. Wir hat Er sie abgelegt. Er hat das Gesetz in
werden seit Adam alle in Sünde geboren, vollkommener Weise erfüllt. Er ist des
darum kommen wir alle nackt zur Welt. Gesetzes Erfüllung (Mt 5,17). In Ihm
In 1. Mose 3,7 lesen wir: «Da wurden ist jeder Mensch, der Ihm angehört,
ihnen beiden die Augen geöffnet, und vollkommen gemacht.
sie erkannten, dass sie nackt waren; und
sie banden sich Feigenblätter um und Persönliche Anwendung
machten sich Schurze.» Adam sagte zu
Gott: «Ich hörte deine Stimme im Garten Jesus hat das Prachtgewand eines He-
Was der Mensch so gerne anzieht, ihn aber nicht und fürchtete mich, denn ich bin nackt; rodes getragen, den Stolz und den Hoch-
glücklich macht: herrliche, prächtige Kleider und darum habe ich mich verborgen!» (V 10). mut der Menschheit ohne Gott. Der
kostbarer Schmuck Daraufhin fragte Gott ihn: «Wer hat dir Herr hat sich das rote Soldatengewand
gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa umhängen lassen, den abgrundtiefen
stellte sich heraus, wofür Er von Anfang von dem Baum gegessen, von dem ich Hass und die Brutalität unseres Mensch-
an bestimmt war. dir geboten habe, du solltest nicht davon seins. Jesus hat Seine eigenen Kleider
Das Volk bejubelte Ihn als Sohn essen?» (V 11). getragen: Er ist ganz Mensch geworden.
Davids, sie priesen Ihn als Messias Der erste Adam griff nach der verbo- Der Herr trug ein Untergewand ohne
und grossen Propheten. Man rechnete tenen Frucht des Holzes, und er wurde Naht: Er ist der wahre Hohepriester. Am
mit dem Sieg über die Römer und der zum Sünder, dessen Sünde sich dann auf Kreuz trug Er nur noch ein Lendentuch.
Aufrichtung des messianischen Reiches. alle Menschen legte. Jesus hat nicht nur die Sünden, sondern
Doch dabei blieb ihnen verborgen, dass Der letzte Adam wurde an ein Holz auch die Ursünde getragen. Der Herr
Jesus zuerst für die Sünden der Men- gehängt und «zur Sünde gemacht» trug im Tod die leinenen Tücher, die Er
schen als Lamm Gottes sterben sollte. (2.Kor 5,21). Jesus nahm die Urschuld in Seiner Auferstehung ablegte. Jesus ist
Zu Ihm, dem für uns gekreuzigten des Sündenfalls auf sich, um die Schuld des Gesetzes Erfüllung.
und auferstandenen Herrn, können des Menschen zu beseitigen. Wer an Nun wird jeder wiedergeborene
wir mit all unserer Schuld kommen. Er Jesus glaubt, dem werden nicht nur Mensch aufgefordert, den alten Men-
betet für uns, vertritt uns als Anwalt vor die Sünden vergeben, sondern auch die schen auszuziehen und den neuen
dem himmlischen Vater: Sein Opfer hat Ursünde, in die wir alle hineingeboren Menschen in Christus anzuziehen: «Legt
Gültigkeit vor Gott. Jesus ist alles das, wurden. von euch ab den alten Menschen mit
was wir brauchen! seinem früheren Wandel, der sich durch
Das Untergewand Jesu war ohne Die leinenen Tücher trügerische Begierden zugrunde richtet.
Naht. Jesu Priestertum ist unteilbar, Erneuert euch aber in eurem Geist und
nicht an irgendeiner Naht trennbar, «Sie nahmen nun den Leib Jesu und Sinn und zieht den neuen Menschen
aus einem Stück. Sein Priestertum kann banden ihn samt den wohlriechenden an, der nach Gott geschaffen ist in
weder mit Maria, einer anderen so ge- Gewürzen in leinene Tücher, wie wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit»
nannten Mittlerin, noch mit kirchlichen die Juden zu begraben pflegen» (Joh (Eph 4,22-24). «… zieht an den Herrn
Priestern noch mit dem Papst und auch 19,40). Jesus Christus …» (Röm 13,14). 

6 MNR > April 2006


Im Blickfeld

Das Tal der Opfer


Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treibt jede vierte
schwangere Frau ihr Kind ab. Die Anzahl der Tötungen im Mutterleib ist
höher, als man sich ausgerechnet hat. Die Tendenz ist steigend und wird für
die Zukunft unserer Welt nicht ohne Folgen bleiben.

N
ach Schätzungen der WHO sind nicht mehr ‹Tophet› oder ‹Tal Ben-Hin-
weltweit etwa ein Drittel aller nom›, sondern ‹Tal der Schlachtung›
Schwangerschaften ungeplant heissen wird!» (Jer 19,5-6).
und etwa ein Viertel aller schwange- Das Tophet (= Ausspeien) war
ren Frauen entscheiden sich zu einem ein Hügel bzw. eine Feuerstätte
Abbruch. Dies sind – hochgerechnet im Tal Ben-Hinnom (= Sohn des
– jährlich etwa 46 Millionen Abtrei- Hinnom), später Ge-Hinnom
bungen weltweit. (…) Aus Indien und (= Tal des Wimmerns) genannt.
der Volksrepublik China wird von einer Es liegt südwestlich von Jerusa-
Zunahme der Zahl der Abtreibungen lem. Heute heisst dieser Ort
weiblicher Föten berichtet, die nach Wadi er-Rababi. Dort wurde
Untersuchung des Geschlechts durch der Abfall von Jerusalem
Ultraschall durchgeführt werden. Als abgeladen und ununterbro-
Abtreibungsquote wird die Anzahl chen verbrannt.
der Abtreibungen pro 1 000 Frauen in An diesem Platz opfer-
einer territorialen Einheit pro Jahr be- ten die Israeliten von der
zeichnet. In Deutschland beträgt diese Zeit des Königs Manas-
Quote 7,6, in Frankreich 16,2, und in se an ihre Kinder den
Grossbritannien 16,6. In Rumänien be- Götzen (vgl. 2.Chr
trägt sie 51,6 und in Russland 54,2. Die 33,6ff.). Das Wort
niedrigste Abtreibungsquote Europas hat «Toph», das in dem
die Schweiz mit 6,8 (2003). Entgegen Wort Tophet enthalten
den Befürchtungen der Gegnerinnen ist, bedeutet «Trommel».
und Gegner der Fristenregelung stieg Wenn die Kinder durch stattfindet.
die Abtreibungsquote in der Schweiz Verbrennen den Götzen Gott pro-
infolge der Neuregelung von 2002 im geopfert wurden, schlug phezeite durch
Vergleich zu vorher somit nicht an.»1 man die Trommeln, um seinen Propheten
Eine aktuelle Pressemeldung lautet, so das Schreien und Jeremia, dass das
dass die Zahl der Abtreibungen im Jahr Wimmern der Kinder zu «Tal Ben-Hinnom»
2004 in der Schweiz im Vergleich zum übertönen. zu einem Tal des Gerichtes, «Tal
Jahr davor um mehr als 100 % angestie- Heute, so der Schlachtung» werden, und dass
gen ist. … Allein bis zu zehn Millionen berichtet die es durch die Belagerung der Babylo-
weibliche Föten sollen in den letzten WHO, wer- nier zum Kannibalismus in Israel
zwei Jahrzehnten in Indien abgetrieben den jährlich kommen würde: «Und ich werde
worden sein.2 fast 50 Millionen Kin- ihnen das Fleisch ihrer Söhne und ih-
der abgetrieben! Aber die «Trommeln» rer Töchter zu essen geben, dass einer
Von Ben-Hinnom zur Ge-Henna dieser Welt wie Film, Fernsehen, Musik Fleisch des anderen essen soll in der
und Vergnügen sollen vom Massenmord Belagerung und Not, mit der ihre Feinde
«Sie haben auch Baalshöhen gebaut, an den Ungeborenen ablenken und die- sie bedrängen werden und die, welche
um ihre Kinder dem Baal als Brandopfer se grauenhafte Not übertönen. Etwa ihnen nach dem Leben trachten» (Jer
mit Feuer zu verbrennen, was ich nicht 50 Millionen Menschen kamen in den 19,9). Die traurige Erfüllung dieser Vor-
geboten und wovon ich nichts gesagt sechs Jahren des Zweiten Weltkriegs hersage beklagt Jeremia in den Klagelie-
und was mir nie in den Sinn gekom- ums Leben. Auf unsere Zeit übertra- dern: «Die Hände barmherziger Frauen
men ist. Darum, siehe, es werden Tage gen, bedeutet dies, dass jedes Jahr ein haben ihre eigenen Kinder gekocht; sie
kommen, spricht der Herr, da dieser Ort Weltkrieg gegen ungeborene Kinder dienten ihnen zur Nahrung beim Zusam-

MNR > April 2006 7


Im Blickfeld
menbruch der Tochter meines Volkes» und wollte schweigen; aber das göttli-
(Klgl 4,10). che Brennen in seinem Herzen liess es
Den verübten Gräueln unserer Zeit nicht zu. «Denn sooft ich rede, muss
wird ein schreckliches Gericht folgen! ich schreien, muss Gewalttat und Zerstö-
Die Bibel berichtet uns im Buch der rung ankündigen, sodass das Wort des
Offenbarung in groben Zügen über das Herrn mir Hohn und Spott einträgt die
Gericht der «Hinschlachtung» während ganze Zeit. Da sagte ich mir: ‹Ich will Ihn
der Zeit der grossen Trübsal. Es ist sehr nicht mehr erwähnen und nicht mehr in
schwer, die Wahrheit zu ertragen; sie seinem Namen reden!› Doch da brannte
tut immer weh und sie ist unbequem. es in meinem Herzen, als wäre ein Feu- Die «Trommeln» dieser Welt wie Film, Fernsehen,
Wer sie verkündet, stösst damit auf er in meinen Gebeinen eingeschlossen, Musik und Vergnügen sollen vom Massenmord an
Unverständnis und wird der Lieblosig- und ich wurde müde, es auszuhalten; ja, den Ungeborenen ablenken und diese grauenhafte
keit angeklagt. Dabei wäre es einem ich kann es nicht» (Jer 20,8-9). Not übertönen
eigentlich viel lieber, diese Dinge nicht Das hebräische Wort «Ge-Hinnom»
beim Namen nennen zu müssen und heisst auf Griechisch «Ge-Henna». So- chen inspirierte demnach jüdische wie
schweigend darüber hinwegzugehen. wohl das hebräische als auch das grie- danach auch christliche Theologen, hier
Aber wäre das Unrecht, das wir dann chische Wort wird für Hölle gebraucht. ein Bild für die ‹Hölle› zu sehen.»3 Nun
auf uns laden würden, Gott gegenüber Jesus hat im Blick auf dieses Tal öfters verstehen wir auch, weshalb Jesus im
nicht viel grösser? Jeremia hat seinerzeit von der «Hölle und ihrem unauslösch- Blick auf dieses Tal von der Hölle und
sehr darunter gelitten und beklagte sich lichen Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt dem ewigen Brennen sprach.
darüber, dass er immer nur «Gewalttat, und das Feuer nicht erlischt» (Mk 9,43- Es ist gut möglich, dass sie Jesus auch
Zerstörung, Gericht und Gefangennah- 48) gesprochen. in diesem Tal verbrennen oder beerdi-
me» verkündigen musste. Er konnte es Unter der römischen Herrschaft gen wollten, denn es heisst: «… man
nicht mehr län- galten Gekreuzigte als recht- und bestimmte sein Grab bei Gottlosen …»
ger ertragen ehrlos. Sie wurden deshalb oft im Tal (Jes 53,9). Doch der himmlische Vater
Ge-Hinnom verbrannt (kremiert). In der hielt schützend Seine bewahrende Hand
Enzyklopädie heisst es dazu: über den Leichnam Seines Sohnes, war
«Zu Zeiten Jesu wurden an diesem Er doch der Sündlose geblieben, an
Ort nach Ansicht mancher Forscher dem Gott allezeit Wohlgefallen hatte.
auch die Leichen von Gesetzes- Darum heisst es im selben Vers weiter:
übertretern nach ihrer Hinrich- «… aber bei einem Reichen war er in
tung verbrannt. Die Vorstellung seinem Tod, weil er kein Unrecht getan
von brennenden Menschenlei- hatte und kein Betrug in seinem Mund

Abtreibungs-Statistik von Deutschland


Nicht alle Schwangerschaftsabbrüche werden gemeldet. Die Gesamtzahl der Abtrei-
150000 bungen im Jahr 2002 wird zum Beispiel auf 300 000 geschätzt.
138890

134609

134964
131795
130899

130387
130471

128030

120000
111236

103586

97937

90000
87702

78808

74856
74571

60000

30000

0 1980 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003
Quelle: Enzyklopädie Wikipedia, Paradisi.de • Grafik: Mitternachtsruf

8 MNR > April 2006


Der Unterschied
gewesen war.» Die-
se prophetische Vo-
raussage ging etwa
700 Jahre später in
Erfüllung. Denn Islamischer Protest: Fahnen europäischer Staaten gehen in Flammen auf,
nachdem Jesus am Botschaften werden überfallen, Kirchen demoliert und Tausende von Muslims
Kreuz gestorben protestieren. Der Grund dafür sind Karikaturen in einer dänischen Zeitung,
war, heisst es über
Seine Grablegung: die Mohammed darstellen sollen.
«Als es nun Abend

N
geworden war, kam -tv-Korrespondent Ulrich Sahm arabischen Welt die Proteste gar nicht
ein reicher Mann hat dazu Folgendes geschrie- gegen die veröffentlichten Karikaturen
von Arimathia na- ben: von ‹Jyllands-Posten› gerichtet sind. …
mens Joseph, der Arabische TV-Sender wie Al-Dschasira
auch ein Jünger Jesu geworden war. «Erfundene Veröffentlichungen blenden die Karikaturen aus und selbst
Dieser ging zu Pilatus und bat um den Akhmad Akkari, Sprecher von 21 CNN verpixelt sie bis zur Unkennt-
Leib Jesu. Da befahl Pilatus, dass ihm der dänisch-muslimischen Organisationen, lichkeit. So wirkt allein eine verbale
Leib gegeben werde. Und Joseph nahm bestätigte, den ursprünglichen 12 bei Beschreibung dessen, was in dieser
den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand ‹Jyllands-Posten› abgedruckten Mo- Broschüre enthalten war. Aber das
und legte ihn in sein neues Grab, das er hammad-Cartoons noch drei hinzuge- reicht offenbar aus, um 1,3 Milliarden
im Felsen hatte aushauen lassen; und fügt zu haben, ‹um einen Einblick in die Muslims in eine Rage zu versetzen, an
er wälzte einen grossen Stein vor den hasserfüllte Stimmung gegen Muslims in der sich Tausende mit unbeschreiblicher
Eingang des Grabes und ging davon. Es Dänemark› zu verdeutlichen. Das erklär- Zerstörungswut beteiligen.»1
waren aber dort Maria Magdalena und te Akkari gegenüber ‹Brussels Journal›, «Der iranische Ajatollah Ali Chamenei
die andere Maria, die sassen dem Grab einer Vereinigung europäischer Journa- hat Israel für die Veröffentlichung der
gegenüber» (Mt 27,57-61). listen, die sich nach eigenen Angaben Mohammed-Karikaturen verantwortlich
Jesus durfte nicht im Tal Ge-Hinnom gegen die ‹Konsens-Kultur im heutigen gemacht. Als Grund für die ‹israelische
verbrannt oder beerdigt werden: Er war Europa auflehnen; Freiheit, Wissen und Verschwörung› sieht er den Ärger der
der Gerechte, bei dem kein Unrecht war. Wahrheit anstreben›. Israelis über den Wahlsieg der radikal-
Und dieses Geschehen beinhaltet eine Akkari kennt angeblich den Ursprung islamischen Hamas.»2
tiefe Liebesbotschaft Gottes an uns. der drei zusätzlichen Bilder nicht. Sie Es wird vom Kampf der Kulturen und
Denn in Jesus Christus sind alle, die
zum Glauben an Ihn gekommen sind,
vor der ewigen Verdammnis in der Würde die Menschheit den Anweisungen und Forderungen
Hölle bewahrt. Jesus überlässt keinen Mohammeds folgen, dann regierten Mord, Diktatur, Unter-
dem Tod, dem Grab und der Gehenna,
der sich in Busse zu Ihm gewandt und
drückung und Angst unsere Welt. Und würde die Menschheit
bekehrt hat. den Anweisungen und Forderungen Jesu Folge leisten, dann
Wir können Gott nicht genug dafür regierten Frieden und Liebe die Welt
danken, dass Er uns von der Hölle befreit
hat, und es sollte uns Ansporn sein, für
andere Menschen zu beten und zu fle- seien dänischen Muslims anonym von den Gegensätzen der Religionen ge-
hen und ihnen das Evangelium des Heils zugeschickt worden. Er weigert sich sprochen. Politiker melden sich zu Wort.
anzubieten; alles, was in unseren Kräf- allerdings, die Namen der Empfänger Die römisch-katholische Kirche mahnt
ten steht, sollten wir dafür einsetzen. zu nennen. Es gibt inzwischen auf dut- zur Besinnung. Die an sich harmlosen,
Zum grössten Freund der Hölle gehört zenden Internetseiten Abbildungen der freundlichen und toleranten Dänen ste-
die Unentschlossenheit und Lauheit. zwölf ursprünglich von ‹Jyllands-Posten› hen am Pranger.
Die Unentschlossenheit zur Bekehrung gedruckten Bilder. Da kann man schnell Es stimmt: Man sollte keine andere
kann ewige, nicht mehr gutzumachen- erkennen, dass die zusätzlichen beson- Religion beleidigen. Jedem Volk und
de Folgen haben. Nach dem biblischen ders beleidigenden drei Cartoons nicht seiner Kultur sollte der nötige Respekt
Namenlexikon von Abraham Meister von der dänischen Zeitung stammen. entgegengebracht werden. Aber gilt
heisst «Tophet» «Ausspeien», und wird ‹Wie können Sie nur den Propheten das nur für einige oberflächliche Jour-
so erklärt: «etwas Verächtliches, was als Schwein abbilden›, fragte ein ara- nalisten, nicht auch für diejenigen, die
man ausspeit». In diesem Licht gesehen bischer Journalist bei CNN den dazu jetzt protestieren und hinter denen die
werden die Worte Jesu an die Gemein- geschalteten Redakteur der dänischen ganze islamische Welt steht? Während
de in Laodizea verständlicher: «So aber, Zeitung. Völlig verblüfft antwortete der: man einen gnadenlosen Aufstand wegen
weil du lau bist und weder kalt noch ‹Das haben wir doch gar nicht getan!› einiger niveauloser Karikaturen macht,
heiss, werde ich dich ausspeien aus Der Araber fällt ihm ins Wort und sagt: werden in islamischen Ländern täglich
meinem Mund» (Offb 3,16). N.L.  ‹Ich habe es mit eigenen Augen gese- sowohl Juden- als auch Christentum
hen. Wie können Sie nur das Gegenteil verspottet, verfolgt und verunglimpft.
1
Enzyklopädie Wikipedia, Paradisi.de behaupten!› Und kaum jemand protestiert dagegen.
2
Factum Nr. 1/06 Diese peinliche Diskussion ist ein Während der Islam in Israel und in den
3
Wikipedia, Freie Enzyklopädie.de weiterer Beweis dafür, dass in der westlichen Ländern nicht nur toleriert,

MNR > April 2006 9


Andersgläubige eingetrichtert werden?
Im Blickfeld In Israel versteht man die Reaktion
des Westens weniger als in den ara-
bischen Ländern. Die ganze Welt regt
sondern sogar gefördert wird und alle Selbstmord in einer Hochzeitsfeier in sich mittlerweile auf und verurteilt die
Freiheiten geniesst, erscheinen in ara- Amman oder anderswo begeht?›»3 Darstellungen in der dänischen Zeitung;
bischen Medien grauenhafte Darstellun- Die zwölf Karikaturen Mohammeds selbst der deutsche Papst in Rom erhob
gen über das Judentum und den Zionis- sind nicht schön, aber Tausende diesbezüglich mahnend seine Stimme.
mus, Bibeln werden verbrannt, Christen unschuldiger Menschen durch Selbst- Doch was Muslims dem Volk Israel an-
hingerichtet und Kreuze verboten. mordattentate in den Tod zu reissen, tun, wird mit keinem Wort erwähnt; da
«Die jordanische Wochenzeitung ‹Al- ist nicht nur hässlich, sondern äusserst hält man sich bedeckt.
Shihan› druckte als erstes Publikations- verwerflich. Sind es nicht allzumal Als Jesus Christus verspottet wurde,
organ in einem muslimischen Land drei muslimische Terroristen, auf deren wehrte er sich nicht. Weder schrie Er
der Zeichnungen ab; ihr Chefredakteur Konto all die Entführungen und Morde Seine Ankläger an noch beschimpfte
Er sie noch protestierte Er gegen un-
gerechte Behandlung. Schweigend wie
ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt
wird, liess Er sich ans Kreuz führen (vgl.
Jes 53,7). Als sie Jesus gekreuzigt hatten
(Lk 23,33), betete Er für Seine Peiniger:
«Vater, vergib ihnen, denn sie wissen
nicht, was sie tun!» (V 34).
Dabei war Jesus wirklich unschuldig
und sündlos, während alle anderen Men-
schen Sünder sind. Er, der zu Seinem
Schutz Legionen von Engeln hätte her-
beirufen können (Mt 26,53), Er, dessen
Wort genügte, um Menschen zu heilen
und die Feinde in die Flucht zu schlagen
(Mt 8,3.8.13; Joh 18,6) – Er liess sich
verspotten und verhöhnen, protestierte
nicht, kannte weder Hass noch Rachege-
danken, sondern nur Liebe! Als Petrus
Jesus verteidigen wollte und einem
Kriegsknecht das Ohr abschlug, wehrte
der Herr ihm und heilte den Mann (Lk
22,50-51; Joh 18,10-11).
Im seinem zweiten Brief schrieb Pet-
rus in Bezug auf den Herrn Jesus: «Er
hat keine Sünde getan, es ist auch kein
Betrug in seinem Mund gefunden wor-
den; als er geschmäht wurde, schmäh-
te er nicht wieder, als er litt, drohte er
nicht, sondern übergab es dem, der
gerecht richtet. Er hat unsere Sünden
selbst an seinem Leib getragen auf dem
Holz, damit wir, den Sünden gestorben,
der Gerechtigkeit leben mögen; durch
seine Wunden seid ihr heil geworden.
Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre
gehen; nun aber habt ihr euch bekehrt
zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen»
(1.Petr 2,22-25). Jesus erwartet das auch
von Seinen Nachfolgern.
Besonders Dänemark hatte unter dem islamischen Fanatismus zu leiden Als zwei Seiner Jünger über Men-
schen, die Jesus kein Gastrecht gewähr-
Jihad Momeni wurde deshalb entlassen. in den letzten Jahren gehen? Und prak- ten, Feuer vom Himmel fallen lassen
Er hatte in einem Kommentar geschrie- tisch niemand protestiert! Ist es nicht wollten, verbot Er es ihnen und fragte
ben: ‹Wer beleidigt den Islam mehr? Ein ein Spott gegen die Menschlichkeit, sie, ob sie nicht wüssten, wes Geistes
Ausländer, der den Propheten darzustel- wenn unmündige Kinder in Militäran- Kinder sie seien. Der Evangelist Lukas
len sucht, wie er von seinen Anhängern züge gesteckt, mit Handgranaten- und hat es so festgehalten: «Als aber seine
in aller Welt beschrieben wird, oder ein Schnellfeuergewehr-Attrappen behängt Jünger Jakobus und Johannes das sahen,
Muslim mit einem Sprengstoffgürtel, der und ihnen hasserfüllte Parolen gegen sagten sie: Herr, willst du, dass wir spre-

10 MNR > April 2006


chen, dass Feuer vom Himmel herabfal- testieren; man hörte kein Klagen von
len und sie verzehren soll, wie es auch ihm. Wenn man einer Religion Glauben Aufgegriffen
Elia getan hat? Er aber wandte sich um schenken kann, dann einzig derjenigen,
und ermahnte sie ernstlich und sprach: die Jesus ins Leben gerufen hat. Sein
Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder Leben und das Leben Seiner wahren «Je überzeugter vom leeren Grab ge-
ihr seid? Denn der Sohn des Menschen Nachfolger bezeugen die Wahrheit des predigt wird, desto voller die Kirchen. Mit
ist nicht gekommen, um die Seelen der Evangeliums. einem toten Theologen-Jesus kann man
Menschen zu verderben, sondern zu Würde die Menschheit den Anwei- keine lebendige Gemeinde bauen» (Peter
erretten! Und sie zogen in ein anderes sungen und Forderungen Mohammeds Hahne).
Dorf» (Lk 9,54-56). folgen, dann regierten Mord, Diktatur,
Während Jahrhunderten sind Unterdrückung und Angst unsere Welt.
Kinder Gottes in aller Welt unter ver- Und würde die Menschheit den An- Der Kriminalist Bernd Rein (Kriminal-
schiedensten Religionen, Ideologien weisungen und Forderungen Jesu Folge hauptkommisar i.R., Hünstetten bei Wies-
und politischen Systemen gnadenlos leisten, dann regierten Frieden und baden) ist davon überzeugt, dass die Auf-
verfolgt worden. Doch gewehrt haben Liebe die Welt. erstehung Jesu Christi aus kriminalistischer
sie sich nicht. Im Gegenteil, sie hielten Nur der Herr Jesus kann unserer und juristischer Sicht bewiesen ist.
sich an die Worte Jesu und der Apostel: Welt den wahren Frieden bringen! Nur
«Segnet, die euch fluchen; betet für die, Sein Reich wird letztlich fortbestehen!
die euch beleidigen!» (Lk 6,28). Und: Nur Er ist die Hoffnung für die Zukunft! Der ehemalige oberste Richter Eng-
«… vergeltet nicht Böses mit Bösem Denn Gott hat nur Ihn «über alle Massen lands, Lord Darling, sagte: «Die Beweise
oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern erhöht und ihm einen Namen verliehen, der Auferstehung Jesu Christi sind so über-
im Gegenteil segnet, weil ihr dazu beru- der über allen Namen ist» (Phil 2,9). Nur wältigend, dass kein vernünftiges Schwur-
fen worden seid, dass ihr Segen erbt!» Er ist der «König aller Könige und Herr gericht der Welt einen anderen Spruch fäl-
(1.Petr 3,9). aller Herren» (Offb 19,16). Möge Er bald len kann als diesen: Die Geschichte von der
Gemäss der Überlieferung sind elf zurückkommen! N.L.  Auferstehung ist wahr.»
Apostel den Märtyrertod gestorben,
ohne sich zur Wehr zu setzen. Der 1
n-tv.de, 6.2.06
Zwölfte, Johannes, wurde auf die Insel 2
Israelnetz.de, 7.2.06
«Gott lässt noch im dritten Jahrtau-
Patmos verbannt, ohne dagegen zu pro- 3
Frankfurter Allgemeine, 4.2.06 send nach Seinem einzigen Auftritt auf
Erden kaum jemanden kalt», schreibt die
Zeitschrift «Das Magazin» (Nr. 12/05).

«Anfangs hielten Seine Jünger Ihn le-


diglich für einen weisen Lehrer und Wun-

Die Auferstehung derheiler. Doch was sie sahen und hörten,


überzeugte sie zunehmend davon, dass Je-
sus mehr war. Er war ein Prophet, ja, der
Israelischen Wissenschaftlern ist es gelungen, eine 2 000 Jahre alte Pflanze von Gott versprochene Erlöser, der Messi-
zum Leben zu erwecken. as. Und nicht nur das, Er war der Sohn Got-
tes: Gott selbst lebte in menschlicher Ge-

A
us dem Internet haben wir folgen- thode an, um das Alter der Samen zu stalt unter ihnen» (Norman Warren).
den Aufsehen erregenden Bericht schätzen. Demnach sind sie zwischen
heruntergeladen: 1940 und 2040 Jahre alt. «Haben die jüdischen oder römischen
‹In China wurde bereits ein Lotus-
Machthaber den Leichnam (Jesu) wegge-
«Israelische Wissenschaftler er- Samen nach 1200 Jahren zum Keimen
nommen? Wenn ja, dann hätten sie Ihn
wecken 2 000 Jahre alte Pflanze gebracht, aber nie keimte etwas, was
zum Leben 2000 Jahr alt war›, erklärte Sallon. gewiss wieder herausgegeben, als die An-
Israelischen Wissenschaftlern ist es Die Palme, die aus den antiken Pflan- hänger von Jesus behaupteten, Er sei auf-
gelungen, die 2 000 Jahre alten Samen zensamen heranwuchs, ist mittlerweile erstanden und lebe» (Norman Warren).
einer Palme wiederzubeleben. Sie erhof- 30 cm hoch. Die Wissenschaftler
fen sich daraus Erkenntnisse über eine benannten den Sprössling nach der «Israel muss die beiden blauen Strei-
neue Medizin. biblischen Gestalt Methusalahs, der fen von der Nationalflagge nehmen. Diese
Die Samen stammen von einer laut Bericht in 1. Mose 5,27 969 Jahre Streifen sind ein Symbol für die Besatzung.
archäologischen Ausgrabungsstätte alt wurde.
Sie stehen für die israelischen Grenzen, die
bei Massada in der Negev-Wüste. Es Das Team entnahm einem Blatt
seien die ältesten Samen, die je wieder eine Probe und führte eine DNS-Ana-
vom Fluss Euphrat bis zum Nil reichen»,
zum Leben erweckt wurden, sagte die lyse durch. Es hofft, dass es aus der sagte der ranghöchste Hamas-Führer im
leitende Wissenschaftlerin Sarah Sallon Pflanze eine Medizin gewinnen kann. Gazastreifen, Mahmud a-Sahar.
gegenüber Associated Press. Denn eventuell sind diese heilenden
Sallon und ihr Team vom ‹Louis Eigenschaften den modernen Varianten Israels Nationalflagge besteht aus ei-
Borick› Naturmedizinischen Institut in der Palme im Laufe der Zeit abhanden nem blauen Davidstern auf weissem Grund
Jerusalem wandten die Radiokarbonme- gekommen.»1

MNR > April 2006 11


und zwei blauen Streifen, die an einen jüdi- Im Blickfeld
schen Gebetsschal erinnern sollen.

Dieses gelungene Experiment ist verglichen. In seinem ersten Brief an


Wenn Israelis auf judenfeindliche Ka- ein anschauliches Beispiel für die Auf- die Korinther schrieb Paulus in Bezug
rikaturen aus der muslimischen Welt so erstehung. Jesus hat gesagt: «Wahrlich, auf den geistlichen Leib bei der Auferste-
reagiert hätten wie Muslims auf die Mo- wahrlich, ich sage euch: Wenn das Wei- hung: «Aber jemand könnte einwenden:
hammed-feindlichen Karikaturen aus Dä- zenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, Wie sollen die Toten auferstehen? Und
nemark, hätten seit Jahren Hunderte von so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so mit was für einem Leib sollen sie kom-
Botschaften islamischer Länder in aller bringt es viel Frucht» (Joh 12,24). men? Du Gedankenloser, was du säst,
Welt lichterloh gebrannt. Denn judenfeind- wird nicht lebendig, wenn es nicht
liche Karikaturen sind in der muslimischen Jesus ist als «Weizenkorn» be- stirbt! Und was du säst, das ist ja nicht
Welt gang und gäbe. graben worden, aber nach drei Tagen der Leib, der werden soll, sondern ein
auferstanden und hat seither unendlich blosses Korn, etwa vom Weizen, oder
viel Frucht gebracht.
Der New Yorker Bürger Jose Luis Espi- Fast zweitausend Jahre
nal darf sich Jesus Christus nennen. Das nach Seiner Auferste-
entschied ein Gericht in Manhatten, das hung ist Seine Gemein-
damit dem Antrag des 42-Jährigen statt- de lebendig wie eh und
gab, seinen Namen in dieser Form zu än- je. Täglich werden Men-
schen zu ihr hinzugetan,
dern. Er habe auch andere biblische Na-
die von neuem geboren
men erwogen, erklärte Jose, etwa «Lamm
sind (Joh 3,3).
Gottes». Die Richterin Diane Lebedeff er-
klärte, es gebe keine Gesetzesvorschriften, Jesus stellt das
die gegen ihr Urteil sprächen. Ihr Spruch Wort Gottes als einen
wurde sofort rechtskräftig. Samen dar, der aufgeht
und Leben bringt (Lk
8,11ff.). Ausgrabungen auf Massada
In China ist die Selbstmordrate um die
Hälfte höher als der Durchschnitt auf der Der Same des Wortes Gottes ist un- von einer anderen Saat. Gott aber gibt
ganzen Welt. Nach Angaben staatlicher zerstörbar und dient dazu, dass ein Kind ihm einen Leib, wie er es gewollt hat,
Medien ist der Selbstmord die häufigste Gottes Sicherheit des Heils erlangt und und zwar jedem Samen seinen beson-
Todesursache unter jungen chinesischen für alle Ewigkeit gerettet ist: «Denn ihr deren Leib» (1.Kor 15,35-38).
Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren. seid wiedergeboren nicht aus vergäng-
Neben den Menschen vom Land sei die lichem, sondern aus unvergänglichem Same und Pflanze sind unver-
Selbstmordrate unter Studenten beson- Samen, nämlich aus dem lebendigen gleichlich. So wie der Same mit der
ders hoch. Während die ländliche Bevölke- Wort Gottes, das da bleibt» (1.Petr 1,23). Pflanze, die daraus entsteht, nicht zu
rung unter Mangel und Hoffnungslosigkeit Johannes schreibt: «Jeder, der aus Gott vergleichen ist, so wenig ist unser jet-
geboren ist, tut nicht Sünde; denn sein ziger Leib zu vergleichen mit dem der
leidet, leiden die Studenten besonders an
Same bleibt in ihm; und er kann nicht Auferstehung. Kann man das Samenkorn
Überlastung durch Lehrstoff. Die Forderun-
sündigen, weil er aus Gott geboren ist» einer Rose mit der Blume vergleichen,
gen an die Studenten sind immens hoch (1.Joh 3,9). die daraus hervorgeht? Kann man den
und es fehlt ihnen die Zeit für andere wich- Samen einer Palme oder einer Eiche mit
tige Dinge. Der ausgestreute Same des Wortes diesen prächtigen Bäumen vergleichen?
Gottes geht irgendwann auf. Das ist die Nicht annähernd! Im Kapitel über die
Hoffnung eines jeden, der das Evangeli- Auferstehung (1.Kor 15) werden uns
«Wer die Freiheit aufgibt, um Sicher-
um Jesu Christi Kindern, Jugendlichen sieben Auswirkungen der Auferstehung
heit zu gewinnen, wird am Ende beides ver- und Erwachsenen weitergibt. vor Augen geführt:
lieren.» Benjamin Franklin 1. Von verweslich zu unverwes-
Eines Tages wird der Herr alle, lich. «So ist es auch mit der Aufer-
Neuerdings können auch die Bewoh- die an Ihn glauben, aus den Gräbern stehung der Toten: Es wird gesät in
auferwecken, egal, wie lange ihre Lei- Verweslichkeit und wird auferweckt
ner der Salomonen-Inseln die Bibel in ih-
ber schon darin liegen; Er wird keinen in Unverweslichkeit» (1.Kor 15,42).
rer Muttersprache «Cheko Holo» lesen. In von ihnen zurücklassen! Jesus sagt: Verweslich bedeutet eigentlich: vom
26 neue Sprachen wurde das «Buch der «Verwundert euch nicht darüber! Denn ursprünglichen Zustand wegbewegen.
Bücher» im letzten Jahr übersetzt, wie es kommt die Stunde, in der alle, die in Aus der Medizin wissen wir, dass es ab
die deutsche Bibelgesellschaft mitteilte. den Gräbern sind, seine Stimme hören einem bestimmten Lebensalter körper-
In insgesamt 426 Sprachen liegt die Bi- werden» (Joh 5,28). lich «bergab» geht. Der Leib bewegt sich
bel vollständig vor, einzelne Teile gibt es in vom ursprünglichen Zustand weg. Die
2403 Sprachen. Die Auferstehung der Gläubigen Zellen verfallen. Wenn man älter wird,
wird auch mit einem Samenkorn bekommt man Falten; die Haare werden

12 MNR > April 2006


grau; man wird anfälliger für Krankhei- Temperaturen zu leben. Man könnte es offenbar werden wird, ihm gleich sein
ten, weil das Immunsystem schwächer über unsere Leiber schreiben: «Vorsicht werden, denn wir werden ihn sehen,
wird; Seh- und Hörkraft lassen nach; zerbrechlich!» wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung
das Gehen wird beschwerlicher usw. Bei der Auferstehung wird der neue auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er
Wir sind der Vergänglichkeit, dem Leib keiner Beschränkung mehr unter- rein ist.» Weil sich das buchstäblich so
Zerfall, der Zersetzung, Zerstörung und worfen sein. Vielmehr wird er ganz an- erfüllen wird, werden wir aufgefordert,
Verweslichkeit unterworfen. dere Fähigkeiten haben. Er wird weder schon jetzt nach dem Himmlischen zu
Nach der Auferstehung wird das durch Elemente, noch durch Zeit und trachten und ein Leben im Geist zu
vollkommen anders sein, denn der Raum, gebremst oder verändert werden führen (Kol 3,2-3; Gal 5,16.25).
Auferstehungsleib wird nicht mehr der können. 6. Von Menschenähnlichkeit zur
Vergänglichkeit bzw. Verweslichkeit Der alte Leib ist der Schwachheit Jesusähnlichkeit. «… wie wir das Bild
unterworfen sein. Der neue Leib wird unterworfen, der neue Leib aber wird des Irdischen getragen haben, so wer-
seinen ursprünglichen vollkommenen von Kraft gekennzeichnet sein. Ein Kind den wir auch das Bild des Himmlischen
Zustand und seine Schönheit behalten. Gottes wird dann buchstäblich laufen, tragen» (1.Kor 15,49). Solange wir auf
Keine Krankheit, kein Verfall, keine Be- ohne müde zu werden, und wandeln, dieser Erde leben, werden wir immer
schwerden (weder eine neue Hüfte noch ohne matt zu werden (vgl. Jes 40,31). das Bild des gefallenen Adams tragen.
eine Brille) und auch kein Schmerz wird Sein Leib wird von Energie geprägt und
mehr sein (Offb 21,4). Der Zustand des innewohnender Kraft gekennzeichnet
neuen Leibes wird ewig sein; er wird sein. Dieser Leib wird tatsächlich keine
nie mehr altern, müde oder schwach Schwachheit mehr kennen. Gleichsam
werden. Nein, er wird seine Frische wie der Blitz wird der neue Mensch
und Lebensqualität immer behalten. in Gottes ewigem Reich unterwegs
2. Von der Unehre zur Herrlich- sein und jede Art von Dienst ausüben
keit. «… es wird gesät in Unehre und können, denn seine Energie wird uner-
wird auferweckt in Herrlichkeit …» schöpflich sein.
(1.Kor 15,43). 4. Von natürlich zu geistlich. «Es
Unser jetziger Leib ist der Wohnraum wird gesät ein natürlicher Leib, und es
der Sünde, das heisst der Unehre. Durch wird auferweckt ein geistlicher Leib. Es
das Praktizieren der Sünde wird der Leib gibt einen natürlichen Leib, und es gibt
verunehrt, beschämt und erniedrigt. Un- einen geistlichen Leib» (1.Kor 15,44).
ser Leib ist das Mittel, durch den die Mit dem natürlichen Leib sind wir un-
Sünde wirksam wird und worin sich die serer natürlichen Umgebung angepasst.
Sünde festsetzt. Unsere fünf Sinne sind von idealer Be-
In der Auferstehung der Gläubigen schaffenheit, um in dieser Welt zu leben.
aber geschieht durch den Herrn Jesus Der natürliche Leib wird von der Seele
Christus eine wunderbare Veränderung: regiert und ist den Schwankungen der
«… der unseren Leib der Niedrigkeit Seele unterworfen.
umgestalten wird zur Gleichgestalt mit Der geistliche Leib hingegen ist dem
seinem Leib der Herrlichkeit, nach der Himmel angepasst und wird vom Geist
wirksamen Kraft, mit der er vermag, regiert (vgl. V 45-49). Mit dem geist-
auch alle Dinge sich zu unterwerfen» lichen Leib ist jedoch nicht gemeint,
(Phil 3,21). Wir werden in Seinem Glanz dass ein wiedergeborener Christ dann
erstrahlen, in Seinem Licht leuchten. nur einen vergeistlichten Körper hätte,
Wir werden von der Macht der Sünde also durchsichtig wäre. Auch der Herr
befreit sein, völlig frei sein von einem Jesus hatte nach Seiner Auferstehung
Leib böser Leidenschaften und sündiger einen wirklichen Leib. Er erschien Sei-
Wünsche, der nach böser, schändlicher nen Jüngern und ass mit ihnen, wobei Der ausgestreute Same des Wortes Gottes geht
Befriedigung schreit. Dann wird vollends Er ihnen ausdrücklich sagte, dass Er irgendwann auf. Das ist die Hoffnung eines jeden,
offenbar werden, was unseren Augen kein Geist sei (vgl. Lk 24,36-43). Als der das Evangelium Jesu Christi Kindern, Jugendli-
jetzt noch verborgen ist: «Christus in wiedergeborene Christen werden wir chen und Erwachsenen weitergibt
euch, die Hoffnung der Herrlichkeit» einen Leib erhalten, der das Geistliche
(Kol 1,27). zum Ausdruck bringt, der himmlischer Bei der Auferstehung aber werden wir in
3. Von der Schwachheit zur Natur ist. das Bild Jesu umgestaltet. Das bedeutet
Kraft. «…es wird gesät in Schwachheit 5. Von irdisch zu himmlisch. «Wie jedoch nicht, dass wir genau wie Jesus
und wird auferweckt in Kraft» (1.Kor der Irdische beschaffen ist, so sind auch sein werden. Jeder wird sich vom an-
15,43). die Irdischen; und wie der Himmlische deren unterscheiden. Aber wir werden
Jemand schrieb einmal, dass «unser beschaffen ist, so sind auch die Himm- eine Jesusähnlichkeit haben und Seine
Leib bestenfalls ein zerbrechliches lischen» (1.Kor 15,48). Es wird sich al- Herrlichkeit tragen.
Tongefäss ist, das Kleidung und Schutz les in allem erfüllen, was in 1. Johannes 7. Von Sündenbefleckung zur
braucht, um vor der Wut der Elemente 3,2-3 geschrieben steht: «Geliebte, jetzt ewigen Sündlosigkeit. «Denn dieses
bewahrt zu bleiben». Tatsächlich ver- sind wir Kinder Gottes, und es ist noch Verwesliche muss Unverweslichkeit
mögen wir mit unserem Körper nur nicht offenbar geworden, was wir sein anziehen, und dieses Sterbliche muss
unter bestimmten Umständen und werden; wir wissen aber, dass wir, wenn Unsterblichkeit anziehen. Wenn aber

MNR > April 2006 13


Im Blickfeld Mission ist Dank
dieses Verwesliche Unverweslichkeit und Macht Gottes, der alles vermag, und
für Golgatha
anziehen und dieses Sterbliche Un- sie veranschaulichen uns in wunderbarer
sterblichkeit anziehen wird, dann wird Weise die Auferstehung. Nicht umsonst Du hast uns, Herr, das Heil erworben,
das Wort erfüllt werden, das geschrieben benutzt die Bibel dafür das Bild eines Sa-
steht: ‹Der Tod ist verschlungen in Sieg! menkorns. Doch im umgekehrten Sinn nun sind wir Gottes Herzen nah,
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo darf uns dieser Same auch ermahnen. da Du am Kreuz für uns gestorben.
ist dein Sieg?› Der Stachel des Todes aber In Prediger 6,6 heisst es: «… wenn er
ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber auch zweitausend Jahre lebte und dabei Wir künden laut, was einst geschah!
ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der nichts Gutes sähe – geht denn nicht alles Mission ist Dank für Golgatha!
uns den Sieg gibt durch unseren Herrn dahin an denselben Ort?» Was würde
Jesus Christus!» (1.Kor 15,53-57). es einem Menschen nützen, wenn er
Die Sünde brachte uns den Tod. Jesus 2 000 Jahre leben würde, um dann doch Ach, unser Dank ist viel zu wenig.
hat den Tod überwunden und damit auch für ewig verloren zu gehen?
den, welcher des Todes Gewalt hatte, den Nicht nur die an Jesus gläubigen Men- Dafür, was dort für uns geschah,
Teufel (Hebr 2,14). Ein Christ ist bereits schen werden auferweckt werden, um nimm unser Leben, Himmelskönig,
seit seiner Bekehrung zu Jesus und der in das himmlische Vaterhaus geführt zu
geistlichen Neugeburt von der Knecht- werden. Nein, am Jüngsten Tag werden Du bist mit Deinem Geist uns nah.
schaft der Sünde befreit. Solange er in auch all die Menschen auferstehen, die Mission ist Dank für Golgatha!
seinem irdischen Leib lebt, hat er aber sich nicht für den Glauben an Jesus
noch einen ständigen Kampf gegen die Christus entschieden haben, die irgend-
Sünde. Er muss lernen zu überwinden wie darauf hofften, dass ihre bösen Wer- Füll unser Herz mit Licht und Leben,
(vgl. z.B. Röm 12,21), den Sieg Jesu ke durch ihre guten Werke aufgewogen
täglich in Anspruch zu nehmen (1.Kor würden. Diesbezüglich redet die Bibel
damit den Menschen fern und nah
15,57) und sich im Glauben für gestor- eine sehr ernste Sprache: wir können davon weitergeben,
ben zu halten (Röm 6,11). Es muss ihm «Und das Meer gab die Toten heraus,
zur Gewohnheit werden, der Sünde zu die in ihm waren, und der Tod und das
und jeder Mund singt Gloria!
fliehen (vgl. 1.Kor 6,18; 2.Tim 2,22) und Totenreich gaben die Toten heraus, die Mission ist Dank für Golgatha!
beständig mit Jesus zu gehen. Nach der in ihnen waren; und sie wurden gerich-
Auferstehung wird das sündige Fleisch tet, ein jeder nach seinen Werken. Und UNBEKANNTER DICHTER
abgelegt sein und ein neuer, ewiger der Tod und das Totenreich wurden in
Herrlichkeitsleib wird das Kind Gottes den Feuersee geworfen. Das ist der
bekleiden. Dieser neue Leib kann nie zweite Tod. Und wenn jemand nicht
Wir danken allen Missionsfreunden
mehr sündigen. Der Stachel der Sünde, im Buch des Lebens eingeschrieben für ihr Mittragen und wünschen Ih-
der heute noch in unserem Fleisch steckt, gefunden wurde, so wurde er in den
ist dann ein für allemal entfernt. Feuersee geworfen» (Offb 20,13-15).
nen ein gesegnetes Osterfest in der
Die Wiederbelebung der 2 000 Jahre N.L.  Erinnerung an das, was Jesus für uns
alten Samen, von der wir einleitend be-
richten, zeigen uns etwas von der Kraft 1
Israelnetz.de, 13.6.05
vollbracht hat! N.L.

«Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein;
wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht»

Korrigenda
In unserer Februar-Ausgabe des «Mit-
ternachtsruf» ist uns im Blickfeldbeitrag
«Eine neue Bibel als Gradmesser unserer
Zeit» auf Seite 13 ein Fehler unterlaufen.
Die Stiftung Christlicher Medien (SCM/
Witten) bestand als Zusammenschluss
namhafter Verlage schon, bevor diese
leider die Herausgabe der Volx«bibel»
voll unterstützte.
Wir bitten Sie, dieses Versehen zu
entschuldigen.
Ihr Mitternachtsruf

14 MNR > April 2006


Biblische Botschaft

Das Neue Testament macht die end-


gültige Erhabenheit Christi nach Seinen
Leiden und Seinem Tod sehr deutlich:
«Er ist der Abglanz seiner (Gottes)
Herrlichkeit und das Ebenbild seines
Wesens und trägt alle Dinge mit sei-
nem kräftigen Wort und hat vollbracht

Prophezeiungen die Reinigung von den Sünden» – durch


Seinen versöhnenden Tod am Kreuz –
«und (Er) hat sich gesetzt zur Rechten

über das Leiden, Sterben


der Majestät in der Höhe» (Hebr 1,3).
«Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie
es Jesus Christus auch war, der, als er

und Auferstehen des


in der Gestalt Gottes war, es nicht wie
einen Raub festhielt, Gott gleich zu

Messias
sein; sondern er entäusserte sich selbst,
nahm die Gestalt eines Knechtes an und
wurde wie die Menschen; und in seiner
äusseren Erscheinung als ein Mensch
erfunden, erniedrigte er sich selbst und
wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis
zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott
auch über alle Massen erhöht und ihm
einen Namen verliehen, der über allen
Namen ist» (Phil 2,5-9, s.a. Mt 28,5-6;
Die beachtenswerten Prophezeiungen über das Leiden, Apg 1,3.9; Eph 1,20-23).
Sterben und die Erhöhung des Messias in Jesaja 52 und
Die grausame Misshandlung des
53 wurden rund 700 Jahre vor der Zeit Christi geschrieben. Messias. «Gleichwie sich viele über dich
Das war nur möglich durch Gott den Heiligen Geist, von entsetzten – so sehr war sein Angesicht
entstellt, nicht mehr wie das eines Men-
dem auch der Prophet Jesaja inspiriert war (vgl. 2.Petr 1,21; schen, und seine Gestalt, nicht mehr wie
2.Tim 3,16). die der Menschenkinder» (Jes 52,14).
Wenn die Erhöhung des Messias
(V 13) schon erstaunlich ist, so sind
Fred J. Meldau dastehen» (Jes 52,13). Ehe in diesem seine Leiden umso erstaunlicher. Das
Schriftteil die Tiefen der Erniedrigung Wort «shamem», in den meisten Über-

G
ehen wir nun der Reihe des Messias dargestellt werden (Jes setzungen mit «entsetzt» wiedergege-
nach den einzelnen alttes- 52,13 bis 53,12), wird uns ganz zu ben, bedeutet soviel wie «erschreckt,
tamentlichen Weissagungen Anfang Sein endgültiger Sieg und Seine verwirrt, wie versteinert durch läh-
in Jesaja 53 nach. Als Jesus Herrlichkeit versichert. mendes Entsetzen».
kam und am Kreuz starb, wurden diese Hier werden wir also sogleich mit In den schrecklichen Stunden vor
Voraussagen mit überraschender Buch- dem endgültigen Finale des Messias Seiner Kreuzigung wurde der Herr
stäblichkeit erfüllt und mit einer Genau- vertraut gemacht – um uns gewisser- Jesus brutal und grob behandelt, he-
igkeit, die mathematischer Sicherheit in massen auf den Schock seiner zeitwei- rumgestossen, gegeisselt und auf an-
nichts nachsteht. ligen Erniedrigung vorzubereiten: den dere Weise misshandelt. Und am Kreuz
«Knecht des Herrn» sieht man hier vermehrten die Dornenkrone, die Nägel,
Des Messias erstaunliche Erhö- (nach seinen Leiden) von Stufe zu Stufe die man durch Sein erzitterndes Fleisch
hung. «Wisset wohl: mein Knecht wird emporsteigen; und zum Schluss erreicht schlug, und die darauf folgende Marter
Erfolg haben: er wird emporsteigen er eine unermessliche Höhe, die alles der Kreuzigung, wobei jeder Nerv und
und erhöht werden und hocherhaben andere überragt. jeder Muskel zu einer Feuerflamme der

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Im Neuen Testament lesen wir von
Biblische Botschaft der Erfüllung dieser Prophezeiung: «Ob-
wohl er (Jesus) aber so viele Zeichen vor
ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an
Qual wurde, die unerträgliche geistliche war doch der Preis, den Er für unsere ihn, damit das Wort des Propheten Jesaja
Pein und das seelische Leiden dermas- Erlösung zahlte! erfüllt würde, das er sprach: ‹Herr, wer
sen, dass Sein Angesicht so entstellt und Möge unser Herz sich beugen in hat unserer Verkündigung geglaubt, und
verzerrt war, dass er nicht mehr wie Scham und Gram wegen unserer Sün- wem ist der Arm des Herrn offenbart
ein Mensch aussah. Diese entsetzliche de und unseren Sünden, die all dies worden?›» (Joh 12,37-38).
Tatsache ist beinahe unglaublich, doch verursacht haben, und mögen wir Ihm
wird sie so im Alten Testament über den eine grössere Liebe und unvergängliche Die übernatürliche Geburt und das
Messias klar offenbart und genauso klar Dankbarkeit darbringen, der dies alles geistliche Wachstum des Messias. «Er
im Neuen Testament in den Berichten für uns ertragen hat! wuchs auf vor ihm wie ein Schössling,
der Leiden und des Sterbens Jesu Christi wie ein Wurzelspross aus dürrem Erd-
wiedergegeben. Eine Botschaft, die viele Völker in reich» (Jes 53,2).
«Da nahm Pilatus Jesus und liess Erstaunen versetzen wird. «Genauso Die übernatürliche Geburt des
ihn geisseln1. Und die Kriegsknechte wird er viele Heidenvölker in Erstaunen Messias wird durch die Worte «wie ein
flochten eine Krone von Dornen2 und setzen, und Könige werden vor ihm den Wurzelspross aus dürrem Erdreich» an-
setzten sie ihm Mund schliessen. gedeutet. Eine Wurzel, die aus dürrem
auf das Haupt» Denn was ihnen Erdreich aufwächst, ist ein Wunder, weil
(Joh 19,1-2). Golgatha versetzt die nie erzählt wor- ein wesentliches Element – die Feuch-
«Da spien sie
ihm ins Angesicht
Schläfrigsten in Erstau- den war, das wer-
den sie sehen, und
tigkeit – fehlt. Die Geburt des Messias
sollte ein Wunder sein – das Wunder der
und schlugen ihn nen, stachelt die Gleich- was sie nie gehört Jungfrauengeburt.
mit Fäusten. Einige
aber schlugen ihn
gültigsten an und rüttelt hatten, werden sie
wahrnehmen» (Jes
Beachten Sie auch dieses Paradox:
Sein übernatürliches und doch natür-
ins Angesicht … die Teilnahmslosesten 52,15). liches Wachstum: «Er wuchs auf …»
und zogen ihn aus
und legten ihm
auf Gott hat einen
einzigartigen Weg
(normal wie andere Kinder auch), und
doch sollte es «vor ihm» sein, das heisst
einen Purpurman- erdacht, um die der Messias wuchs auf in der Gegenwart
tel an und flochten eine Dornenkrone Aufmerksamkeit, die Seelen und die Jahwes und unter Seiner aufmerksamen
und setzten sie ihm aufs Haupt … und Hingabe der Menschen zu gewinnen. Sorgfalt. Auch hierbei sollte Er Seiner
spien ihn an und nahmen das Rohr und Er selber, in der Person Seines Sohnes, natürlichen Umgebung nichts zu verdan-
schlugen damit sein Haupt» (Mt 26,67; litt so gewaltsam und schuf eine solch ken haben; denn der Messias sollte wie
27,28-30). grauenvolle Szene, dass davon alle Zeit- «ein Schössling, wie ein Wurzelspross
Gott liess dieses schreckliche Leiden alter beeindruckt wurden. Golgatha aus dürrem Erdreich» sein. Das heisst,
zu, und Jesus erduldete es, nicht nur, um versetzt die Schläfrigsten in Erstaunen, der Messias wird in Seiner Jugend einer
das prophetische Bild zu vervollständi- stachelt die Gleichgültigsten an und kostbaren, gesunden Pflanze gleichen,
gen, sondern um an unserer Stelle zu rüttelt die Teilnahmslosesten auf. Die indem Er unter der sorgfältigen Obhut
leiden. Wir fragen: Wer sonst, als allein Menschen verstehen nun beides, die des himmlischen Vaters aufwächst.
der wahre Messias, würde solch ein Liebe Gottes und die Weisheit Gottes: Doch wird Er inmitten einer weltweiten
Messias sein wollen? Golgatha offenbart sie. Die Menschen geistlichen Dürre des Volkes, in einer
Vor dem Kreuzigen, aber dahin füh- sehen nun gleichzeitig die Gnade Got- Wüste von Härte, Sünde und Unglauben
rend, wurde Sein Gesicht entstellt. Am tes und wie Gott gerechtermassen den aufwachsen. Aber es wird ein normaler
Kreuz wurde Seine Gestalt entstellt. Und gläubigen Sündern Gerechtigkeit zu ge- Vorgang sein. Er wird «aufwachsen».
so war die Erfüllung der Weissagung ben vermag: «Denn er hat den, der von Er wird also nicht unversehens auf die
vollständig. Der blutige Schweiss, die keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde Welt einstürmen in plötzlichem Glanz
Spuren der Dornenkrone, der Speichel gemacht, damit wir in ihm die Gerech- von Wagnissen und Erfolgen. Er wird
auf Seinem Antlitz und das Ergebnis da- tigkeit würden, die vor Gott gilt» (2. Kor. sich vielmehr an Gottes langsames und
von, dass man Ihn ins Gesicht schlug, 5, 21). Das Evangelium wird viele durch stilles Wachstumsgesetz halten.
dies alles verzerrte Sein Angesicht; Erstaunen zum Glauben bringen. Ist es nicht erstaunlich, dass Gott die
während das Geisseln, das Misshan- Weise Seines Kommens zur Erde und
deln mit Fäusten, die Nägel, die man Eine Botschaft, die in Israel auf das «Wachstum» in Seiner Kindheit wie
durch Seine Hände und Füsse bohrte, Unglauben trifft. «Wer hat unserer auch den geistlichen Charakter Seiner
das Gewicht Seines Körpers, wodurch Verkündigung geglaubt? An wem ist Kindheit voraussagte? Und siehe da, als
die Glieder ausgerenkt wurden, und der Arm des Herrn offenbar geworden?» der Messias kam, wurde alles genau der
schliesslich der Speerstich in Seine (Jes 53,1). Prophezeiung gemäss erfüllt. Der Mes-
Seite Seinen Leib entstellten. Fügt man So seltsam es auch anmutet: Obschon sias kam nicht als ein ausgewachsener
dem noch die geistliche Pein und die die aufrüttelnde Botschaft eines leiden- König in seiner Macht mit Prunk und
Seelenqual hinzu, so ergibt sich eine den Messias viele Nationen in Erstaunen Aufsehen; das ist Seinem zweiten Ad-
derart verunstaltete Gestalt, dass Er versetzen wird, wird sie dennoch nur vent vorbehalten. Im Neuen Testament
einem Menschen nicht mehr ähnlich wenige Gläubige unter dem eigenen lesen wir von dem Jesuskind: «Das Kind
sah. Wie sehr hat Er geliebt! Wie hoch Volk des Messias finden – den Juden. aber wuchs und wurde stark im Geist,

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erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ten:«Nie hat ein Mensch so geredet wie nichts geachtet», wie Luther übersetz-
war auf ihm» (Lk 2,40). dieser Mensch!» (Joh 7,46), da erwider- te. Johannes schreibt: «Er kam in sein
ten die Pharisäer erbost: «Seid auch ihr Eigentum; und die Seinen nahmen ihn
Die Generation des Messias wür- verführt worden? Glaubt auch einer von nicht auf» (Joh 1,11).
de Seine Grösse nicht erkennen und den Obersten oder von den Pharisäern Das Schlimmste war, dass die Men-
schätzen. «Er hatte keine Gestalt und an ihn?» (V 47-48). schen Ihn für «von Gott geschlagen»
keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Wer sonst, als der unendlich grosse hielten und nicht erkannten, dass Er
Anblick gefiel uns nicht» (Jes 53,2). Gott, der das Ende von Anfang an kennt, litt, um sie zu erlösen, ja dass Er selber
Als der Messias kam, waren die könnte es wagen, eine solche Prophezei- zu einem «Fluch» wurde, um die zu er-
Leute, die einen mächtigen König und ung aufzustellen, in welcher der Messias retten, für die Er gelitten hatte. Galater
einen politischen Reformator erwarteten, ohne Unterstützung seitens der Obers- 3,13 sagt es so: «Christus aber hat uns
enttäuscht von Ihm. Die Menschen sahen ten des Volkes dargestellt wird? Die erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er
Seine Schönheit nicht – die Schönheit der Geschichte jedoch bestätigte vollends zum Fluch wurde für uns, denn es steht
Heiligkeit –, auch verstanden sie Seine die Wahrheit der Weissagung. geschrieben: ‹Verflucht ist jeder, der am
Sendung nicht. Er entsprach nicht dem Holz hängt.›»
weltlichen Ideal; da sie die Prophetien Der Messias sollte als ein «Mann
missverstanden hatten, fanden sie nichts der Schmerzen», «von Gott geschla- Das stellvertretende Leiden des
an dem «Knecht Jahwes», als Er kam, was gen und geplagt», erkannt werden. Messias. «Fürwahr, er trug unsre Krank-
sie reizen oder zu Ihm hinziehen konnte. «… ein Mann der Schmerzen und mit heit und lud auf sich unsre Schmer-
Das Werk des Messias bei Seinem ersten Leiden vertraut; wie einer, vor dem man zen. … er ist um unsrer Missetat willen
Kommen, und zwar Seine Seele als ein das Angesicht verbirgt … wir aber hiel- verwundet und um unsrer Sünde willen
«Opfer für die Sünde» dahinzugeben, war ten ihn für bestraft, von Gott geschlagen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm,
ihren Vorstellungen von dem, was der und niedergebeugt» (Jes 53,3-4). auf dass wir Frieden hätten, und durch
Messias sein sollte, fremd. Die in ihrer Erfüllung als wahr er- seine Wunden sind wir geheilt. … der
fundene Betonung liegt hier darin, dass Herr warf unser aller Sünde auf ihn»
Er war verachtet und verlassen der Messias ein «Mann der Schmerzen» (Jes 53,4-6). «… da er für die Missetat
von den Menschen. In Jesaja 53,3 – des Herzeleides in jeder Hinsicht meines Volkes geplagt war» (V 8). «Wenn
steht: «Verachtet war er und verlassen – sein würde. er sein Leben zum Schuldopfer gegeben
von den Menschen, ein Mann der Die Schmerzen Jesu kamen nicht hat …» (V 10). «… er trägt ihre Sünden»
Schmerzen und mit Leiden vertraut; nur dadurch, dass Er mit unter allen (V 11). «… er (hat) die Sünde der Vielen
wie einer, vor dem man das Angesicht Krankheiten der Menschheit litt, ein getragen …» (V 12).
verbirgt.» Und im folgenden Vers heisst mitfühlendes Leiden, sondern auch Das hervorstechende Merkmal dieses
es unter anderem: «Wir aber hielten ihn dadurch, dass Er in Seinen Segenstaten Kapitels ist das stellvertretende Leiden
für den, der geplagt und von Gott ge- abgewiesen wurde. Sein Schmerz war des Messias. Dieses Geheimnis wurde
schlagen und gemartert wäre» (V 4). übergross, wenn das Volk Ihn ablehnte nie gelöst, bis der Herr Jesus «für uns
Ein Kenner der alten Sprachen sagt, und weiterhin in Verlorenheit beharrte. zur Sünde gemacht» wurde (2.Kor 5,21)
dass dieses «… verlassen von den Men- Und es vergrösserte Seinen Schmerz, und «gestorben ist für unsre Sünden»
schen …» eigentlich «verlassen von wenn Männer von Rang und Ansehen (l.Kor 15,3). Jemand hat es einmal so
hoch gestellten Männern» bedeutet. sich von Ihm abwandten bzw. «ihr An- ausgedrückt: Der Messias war der göttli-
Der Messias würde also keine bzw. nur gesicht vor Ihm verbargen». Anstatt Ihn che Erlöser, auf den gefallen waren «alle
wenige Männer von Rang und Ansehen als kostbar zu schätzen, wurde Er «für feurigen Blitze des Gerichtes, die sonst
haben, die Ihn und Sein Programm mit die Menschheit getroffen hätten». Wie
ihrer Autorität und ihrem Einfluss un- wundervoll ist doch Gottes Gnade durch
terstützten. Und so bewies es sich auch das stellvertretende Sühnopfer Christi!
im Leben Jesu Christi. Der folgende So wurde das Kreuz zugleich Christi
Bericht aus dem Neuen Testament tiefste Erniedrigung und doch Seine
offenbart diese Tatsache. Denn als die höchste Verherrlichung – und das von
Pharisäer ihre Diener aussandten, um Gott bestimmte Mittel der Erlösung für
Jesus gefangen zu nehmen und diese die Menschen.
ohne Ihn zurückkamen und ihnen sag-

«Er wuchs auf vor ihm


wie ein Schössling, wie
ein Wurzelspross aus
dürrem Erdreich»
JESAJA 53,2

MNR > April 2006 17


Nachdem der Messias Seine See-
Biblische Botschaft le und Seinen Leib als Opfer für die
Sünde dahingab, würde Gott ihn
«in die Länge leben» lassen durch
Als der Herr Jesus kam, erfüllte hatten, liess Gottes Vorsehung Ihn die Auferstehung; und Er würde
er diese messianischen Vorhersagen doch «bei einem Reichen» begraben die Frucht Seiner Mühsal sehen.
durch Seinen sühnenden Tod am Kreuz: werden. «… man gab ihm bei Gottlosen «Wenn er sein Leben als Schuldopfer
«… der unsere Sünden an seinem Leib sein Grab, aber bei einem Reichen ist (für die Sünde) eingesetzt hat, wird er
selbst an das Holz hinaufgetragen hat» er gewesen in seinem Tod, weil er kein Nachkommen sehen, er wird seine Tage
(1.Petr 2,24). Unrecht begangen hat und kein Trug in verlängern. Und was dem Herrn gefällt,
seinem Mund gewesen ist» (Jes 53,9). wird durch seine Hand gelingen» (Jes
Der Messias würde bereitwillig Da Jesus wie ein Verbrecher gekreu- 53,10).
und ohne zu klagen leiden. «Als er ge- zigt wurde, hätte man Seinen toten Nachdem der Messias sich selbst als
martert ward, litt er doch willig und tat Leib wie gewöhnlich über die Mauer ein Schuldopfer hingegeben hat, wird
seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, geworfen, um ihn wie den Müll in den Gott in der Auferstehung «seine Tage
das zur Schlachtbank geführt wird; und Feuern des Tophet (südwestlich von Je- verlängern», und Er soll «Nachkommen
wie ein Schaf, das verstummt vor seinem rusalem) zu verbrennen. Aber als Seine sehen» – errettete Seelen – als Ergebnis
Scherer, tat er seinen Mund nicht auf» stellvertretenden Leiden beendet waren, Seiner Aufopferung.
(Jes 53,7). wurden weitere Die Erfüllung dieses vermeintlichen
Andere Leiden- Schändlichkeiten Paradoxes liegt im Sterben und Aufer-
de lassen gewöhn- Einzelheiten in der Pro- an seinem Leib stehen Jesu Christi, der «gestorben ist
lich Murren oder
Klagen hören,
phetie sind die Merkma- nicht mehr zuge-
lassen. Jemand
für unsre Sünden nach der Schrift …
und … auferstanden ist am dritten Tage
besonders wenn le, die sie sogleich als schrieb: «Dieses nach der Schrift» (1.Kor 15,3-4).
sie ungerecht
behandelt werden
göttlichen Ursprungs bemerkenswerte
Zusammentreffen
Diese Tatsache der Auferstehung
des Messias ist harmonisch mit ande-
– aber nicht der ausweisen – das heisst, ist wahrhaft wun- ren alttestamentlichen Schriftstellen
Messias. Er gab
sich bereitwillig
wenn die Erfüllung mit derbar, wenn wir
daran denken,
abgestimmt, wie zum Beispiel Psalm
16,10: «… du wirst meine Seele nicht
seiner Ihm aufge- der Prophezeiung über- dass die jüdischen dem Totenreich preisgeben und wirst
tragenen Aufgabe
hin, nämlich «un-
einstimmt Obersten Jesus
dieselbe schänd-
nicht zulassen, dass dein Getreuer die
Verwesung sieht.»
sere Sünden zu liche Beerdigung Des Weiteren sollte der Wille Gottes
tragen», und ging wie ein Lamm zur hätten zuteil werden lassen wie den in der Hand des Messias «gelingen»:
Schlachtbank. beiden Räubern. Die römischen Behör- Der Messias wird den Willen Gottes
Im Neuen Testament, als Jesus, der den aber händigten seinen Leib an Josef mit Eifer vollbringen, und Er wird in
Christus, geschlagen, fälschlich ange- von Arimathäa aus, einen reichen Mann, der Tat Errettung und Gerechtigkeit
klagt, misshandelt, verspottet, bespien, der ihn in seine neue Gruft in seinem Israel und auch den Nationen bringen
verfolgt, mit Fäusten traktiert, gegeis- eigenen Garten legte: «Als es aber Abend (vgl. Jes 42,4).
selt und gekreuzigt wurde, gab es kein geworden war, kam ein reicher Mann Das Neue Testament sagt uns nicht
aufflammendes Sinnen auf Rache, kein von Arimathäa, mit Namen Josef, der nur von der herrlichen Auferstehung
Beschuldigen seiner Peiniger, kein lau- selbst auch ein Jünger Jesu war. Dieser Christi, sondern auch von dem Anfang
tes Klagen, sondern er betete für seine ging hin zu Pilatus und bat um den Leib Seines Dienstes nach Seiner Auferste-
Verfolger. Nachdem viele falsche Zeugen Jesu. Da befahl Pilatus, den Leib zu über- hung – durch Seine Jünger wirkend
gegen ihn aufgetreten waren, heisst es: geben. Und Josef nahm den Leib und – wodurch eine Vielzahl von Menschen
«Aber Jesus schwieg still» (Mt 26,63; vgl. wickelte ihn in ein reines Leinentuch errettet wurden:
Mk 14,61). Und während Er die Qualen und legte ihn in seine neue Gruft, die «… etwa dreitausend Seelen …»
der Kreuzigung erlitt, entrang sich Sei- er in den Felsen ausgehauen hatte …» wurden errettet und der Gemeinde
nem liebenden Herzen die Bitte: «Vater, (Mt 27,57-60). Da sehen wir die wun- hinzugefügt (Apg 2,41). «Viele aber von
vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was derbare Übereinstimmung zwischen den denen, die das Wort gehört hatten, wur-
sie tun!» (Lk 23,34). Evangeliumsberichten und den prophe- den gläubig: und die Zahl (der Männer)
Dieser ganze Vorgang ist so un- tischen Worten, die allein das Werk kam auf etwa fünftausend» (Apg 4,4).
gewöhnlich, so gegen die Natur und Gottes von beidem, der Prophetie und Die vergangenen bald zwanzig Jahr-
gegen menschliche Erfahrung. Man ihrer Erfüllung, sein konnte. hunderte der Geschichte der Gemein-
ist unwillkürlich betroffen, erstaunt, Der Grund für die ehrenhafte Bestat- de hindurch haben viele Millionen an
zugleich von der seltsamen Prophetie tung des Herrn Jesus, die so anders war, Christus geglaubt und sind errettet
und von der noch seltsameren Erfüllung als Seine Feinde es für Ihn geplant oder worden. Christus hat in der Tat «Sa-
derselben. «bestimmt» hatten, liegt darin, dass Er men» bzw. «Nachkommen» gesehen,
«kein Unrecht begangen hat und kein und der Wille Gottes gelingt in Seiner
Mit dem Eintritt des Todes war die Trug in seinem Mund gewesen ist». Hand. Das Evangelium Christi wird der-
Erniedrigung des Messias zu Ende; Das ist eine weitere wiederholte Be- einst, nach Seinem zweiten Kommen, zu
und obgleich die Menschen sein kräftigung der Unschuld des göttlichen endgültigem und vollständigem Triumph
Grab «bei Gesetzlosen» bestimmt Leidenden. gelangen. Dann wird die Erde «voll Er-

18 MNR > April 2006


kenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Prophetie aufzeigt, wodurch ihre Echt- «Nun aber, am Ende der Zeiten, ist er
Meer bedeckt» (Jes 11,9). heit bewiesen ist. Denn Einzelheiten in (Christus) einmal erschienen, durch sein
der Prophetie sind die Merkmale, die eigen Opfer die Sünde aufzuheben … so
Durch das Opfer des Messias sie sogleich als göttlichen Ursprungs aus- ist Christus einmal geopfert, wegzuneh-
wird Gott nicht nur «die Fülle ha- weisen – das heisst, wenn die Erfüllung men vieler Sünden …» (Hebr 9,26.28).
ben» (oder: zufriedengestellt sein), mit der Prophezeiung übereinstimmt. Im ersten Petrusbrief lesen wir: «Denn
sondern durch die Erkenntnis des In der von Gott durch Jesaja gegebe- auch Christus ist einmal um der Sünden
Messias werden viele Gerechtigkeit nen Prophezeiung (Jes 53,12) handelt es willen für uns gestorben, der Gerechte
erlangen. «Von der Mühsal seiner Seele sich um das Wort «Übeltäter», das sich für die Ungerechten, damit er uns zu
wird er Frucht sehen und sich sättigen. nicht auf gewöhnliche Sünder bezieht, Gott führe» (1.Petr 3,18).
Durch seine Erkenntnis wird mein ge- sondern auf «Verbrecher» (hebr.: pos- Dies zeigt deutlich, dass die Schrift
rechter Knecht die Vielen zur Gerechtig- him = Verbrecher, öffentliche Übertreter den Stempel ihres göttlichen Verfassers
keit weisen, und ihre Missetaten wird
er auf sich laden» (Jes 53,11).
Hier wird uns ein Vorausblick auf die
gewaltige Wahrheit gewährt, die Paulus
so vollständig im Neuen Testament
kundtat, und zwar über «Gerechtigkeit
durch Glauben», Errettung durch Gnade
– weil Christus für unsere Sünden starb
und für alle volle Erlösung erwarb. Diese
Wahrheit der Gerechtigkeit durch Glau-
ben ist die grosse, zentrale Wahrheit des
Neuen Testaments.
«Ich rede aber von der Gerechtigkeit
vor Gott, die da kommt durch den Glau-
ben an Jesus Christus zu allen, die da
glauben … und werden ohne Verdienst Das Evangelium Christi wird dereinst, nach Seinem zweiten Kommen, zu endgültigem und vollständigem Triumph
gerecht aus seiner Gnade durch die gelangen. Dann wird die Erde «voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt» (Jes 11,9)
Erlösung, die durch Christus Jesus ge-
schehen ist» (Röm. 3, 22.24). «Denn aus des Gesetzes Gottes und der Menschen). – das Merkmal des Himmels – die Prä-
Gnade seid ihr errettet worden durch Dass Jesus den Übeltätern «gleich ge- gung der Ewigkeit in sich trägt. Deshalb
Glauben … nicht aus Werken, damit nie- rechnet ist», wird von anderen mit dem übersteigt es sogar die wildeste Leicht-
mand sich rühme» (Eph 2,8- 9, vgl. a. hier benutzten Reflexivverb übersetzt: gläubigkeit, wenn man glaubt, dass die
Römer 4,5-6; 5,15-19; Tit. 3,5 usw.). «… er liess sich, freiwillig, den Verbre- Übereinstimmung aller Wesenszüge
Damit wir nicht vergessen, dass alle chern beizählen oder ‹gleich rechnen›», und kleinster Details zwischen dem
Gnade, deren der Gläubige teilhaftig was wiederum die Bereitwilligkeit des prophetischen Bildnis in Jesaja 53, das
wird, auf dem Opfer des Messias beruht, Messias zeigt, alles zu erleiden, was der Jahrhunderte vor dem Erscheinen des
wird uns noch einmal in Erinnerung ge- Vater für Ihn geplant hatte. Messias gezeichnet worden war, und
rufen: «… denn er trägt ihre Sünden» Es ist mehr als von nur flüchtigem dem Bericht Seines Lebens, Sterbens
(Jes 53,11). Interesse, dass Christus selber diesen und herrlichen Auferstehens, wie er
Dies steht selbstverständlich im Schriftteil zitierte, und zwar kurz vor in den Evangelien wiedergegeben wird
Einklang mit der Lehre des Neuen Tes- Seiner Kreuzigung: «Es muss das an – dass dies kein Zufall oder ein glückli-
taments: «Denn er (Gott) hat den, der mir vollendet werden, was geschrieben ches Zusammentreffen von Begebenheit
von keiner Sünde wusste (Christus), für steht: ‹Er ist unter die Übeltäter gerech- ist, sondern Erfüllung der biblischen
uns zur Sünde gemacht, auf dass wir net›» (Lk 22, 37). Prophetie. 
(Sünder) würden in ihm die Gerech- Somit wird diese Voraussage und
tigkeit, die vor Gott gilt» (2.Kor. 5,21). ihre Erfüllung zu einem jener bemer- 1
Die Geisselung war brutal und unmenschlich.
Und: «Er hat unsere Sünden selbst an kenswerten Begleitumstände, die von Oftmals war eine Geissel aus Lederriemen gefertigt,
seinem Leib getragen auf dem Holz …» der Vorsehung Gottes zwischen den die an einem Griff befestigt wurden. Am Ende der
(1.Petr 2,24). Prophezeiungen und der Passion un- Riemen befanden sich manchmal Stücke scharfen
seres Heilands veranlasst wurden, dass Metalls oder Gesteins, die in das Fleisch des Opfers
Ein seltsamer Umstand beim Christus zwischen zwei Übeltätern schnitten und es zerstückelten und den Rücken in
Tod des Messias wird angekündigt. – Verbrechern – gekreuzigt wurde (vgl. eine blutige Masse verwandelten.
«… dafür dass er sein Leben in den Tod Joh 19,18; Lk 23,39-43). 2
In Bibelländern gibt es Dornen mit 5 bis 8 cm
gegeben hat und den Übeltätern gleich Der stellvertretende Charakter der langen Stacheln. Wenn diese trocken sind, so
gerechnet ist und er die Sünde der Vie- Leiden des Messias, wie in Jesaja 53 dar- sind sie hart und spitz – und nadelscharf. Eine
len getragen hat und für die Übeltäter gelegt, wird im abschliessenden Vers 12 solche «Krone» auf das Haupt gedrückt, würde an
gebeten» (Jes 53,12). noch einmal hervorgehoben: «… er aber unzähligen Stellen die Haut durchstechen, grosse
Ähnlich der Angabe über den Verbleib hat die Sünde vieler getragen …» Auch Schmerzen und schmierige Blutrinnsale verursachen,
der Kleider des Messias (vgl. Ps 22,19), in den Lehrbriefen des Neuen Testa- die das Haar verfilzen und wirr herabhängen lassen,
wird uns hier ein Begleitumstand ge- ments wird viel auf diese Tatsache hin- um so eine Schrecken einflössende Erscheinung
nannt, der wahre Einzelheiten in der gewiesen, zum Beispiel im Hebräerbrief: darzubieten.

MNR > April 2006 19


Fragen – Antworten
Warum sagte
Pilatus das?
Ich stolpere immer wieder über Markus 15,9-
10. Einerseits wird doch klar gesagt, dass
Pilatus Jesus loslassen wollte (Lk 23,20).
Wenn seine Motive aufrichtig waren, wie
konnte er dann als kluger Regent erwarten,
mit Bezeichnungen wie: «… dass ich euch
den König der Juden losgebe» oder «von
dem gesagt wird, er sei Christus» Erfolg zu
haben? Es war doch offensichtlich, dass er
damit den Hass (od. Neid) der Anhänger nur
noch mehr anstacheln würde. Weiter: Wie ist
die Erklärung «denn er wusste wohl, dass
sie ihn aus Neid überantwortet hatten» (Mt Ist unser Herz ganz auf Jesus ausgerichtet, oder sind Freunde, Geschäft, Prestige wichtiger?
27,18) überhaupt zu verstehen?
hinweisen, Pilatus habe versucht, Jesus Gottes zu «outen», das heisst, für Jesus

P ilatus war ein äusserst zwiespältiger,


innerlich total zerrissener Mensch.
Matthäus 27 macht deutlich, dass er den
freizulassen, ohne dabei aber seine eige-
ne Stellung zu gefährden, indem er von
Herodes Antipas ein aussergerichtliches
Stellung zu beziehen, nimmt früher oder
später Schaden! E.V 

Herrn Jesus am liebsten losgelassen hät- Zeugnis für die Unschuld Jesu habe er-
te, denn er muss tief in seinem Herzen halten wollen. Denn es war bekannt,
gespürt und gewusst haben, dass Er dass Herodes über hervorragend gute
unschuldig war. Das bezeugt er ja auch: Beziehungen zum Kaiserhaus verfüg- Warum nicht
«Pilatus sprach zu den Hohenpriestern te, was ihn, so hoffte Pilatus offenbar,
und zum Volk: Ich finde keine Schuld vor kaiserlichem Zorn hätte bewahren sofort taufen?
an diesem Menschen» (Lk 23,4). Zudem können.
hatte ihn seine Frau noch eindringlich Die zweite Möglichkeit wäre die, Ich bin Christ und bin beim Bibellesen da-
gewarnt: «Habe du nichts zu schaffen dass Pilatus von Gottes wegen – also rauf gestossen, dass die Apostel die frisch
mit diesem Gerechten; denn ich habe ungeachtet seiner persönlichen Haltung Bekehrten immer sofort getauft haben, so
heute viel erlitten im Traum um seinet- – als Zeugnis für die ganze damalige und zum Beispiel den Hofbeamten aus Äthiopi-
willen» (Mt 27,19). Aber Pilatus wagte spätere Welt «Jesus von Nazareth, der en (Apg 8) und den Hauptmann Kornelius
es nicht, Ihn loszulassen; seine Karrie- König der Juden» (Joh 19,19) schreiben (Apg 10). Wieso wird in unseren Gemeinden
re war ihm wichtiger. So steht denn in musste. erst eine Art Probezeit auferlegt, selbst wenn
Matthäus 27,24: «Als aber Pilatus sah, Und eine dritte Erklärungsmöglich- der Betroffene bereit ist, diesen Schritt zu
dass er nichts ausrichtete, sondern das keit wäre, dass er damit zusätzlichen tun und sich taufen zu lassen?
Getümmel immer grösser wurde, nahm Hohn und Spott über Jesus ausschütten
er Wasser und wusch sich die Hände vor
dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig
an seinem Blut; seht ihr zu!» Dass Pilatus
wollte, weil er – wie die Ankläger Jesu
– auf die Gefolgschaft und Vollmacht
Jesu neidisch war.
S ie haben Recht: Die Taufpraxis zur
Zeit der Apostel war eindeutig und
klar: Wenn sich jemand bekehrte,
dann sogar «Jesus, der Juden König» auf Welche Deutung zutrifft, werden wir wurde er sofort getauft. Heute ist man
das Kreuz schreiben liess, kann meines in der Ewigkeit erfahren. Viel wichtiger diesbezüglich in vielen Gemeinden zu-
Erachtens verschiedenes bedeuten: ist aber etwas ganz anderes, nämlich die rückhaltender. Dies nicht ohne Grund.
Er war tatsächlich zur festen Überzeu- erschütternd ernste Frage, wie es um Wenn sich zur Zeit der ersten Gemeinde
gung gelangt, Jesus sei unschuldig und unser eigenes Herz bestellt ist. Ist es jemand bekehrte, dann wusste er sehr
der König der Juden (vgl. Lk 23,15; Joh ganz auf Jesus ausgerichtet, oder sind genau, dass das nicht nur gesellschaftli-
18,38-39; 19,4.6). Aber der Preis war Freunde, Geschäft, Prestige wichtiger? che Ausgrenzung, sondern Verfolgung, ja
ihm zu hoch, denn er hätte seinen Ent- Pilatus konnte die Entscheidung eine sogar den Tod nach sich ziehen konnte.
scheid nicht mehr rückgängig machen Zeitlang mit Hinhalten und Taktieren Die Entscheidung, sich taufen zu las-
können, ohne das Gesicht und damit umgehen, aber es kam der Moment, sen, konnte also – wie das heute noch
seine Macht zu verlieren (Joh 19,12- wo er das nicht mehr vermochte. Wir in gewissen Ländern der Fall ist – sehr
13). Es gibt übrigens Ausleger, die darauf lernen daraus: Wer zögert, sich als Kind weitreichende, ja existenzielle Konse-

20 MNR > April 2006


quenzen haben. Entschloss sich jemand
zur Taufe, dann bezeugte er damit, dass Streiflicht
er tatsächlich gewillt war, um Jesu willen
ausgestossen zu werden.
Heute wird vielfach ein verkürztes Beim Grab des Herrn
Evangelium verkündigt, das in etwa so
Nachdem am Ostermorgen ein Engel des Herrn vom Himmel herabgekommen war, um den
lautet: «Komm zu Jesus und du wirst für
ewig gerettet.» So wahr und so herrlich
Stein vom Grabe wegzuwälzen, heisst es von den Wachen – oder wie die alte Lutherbibel es sagt:
die Botschaft auch ist, dass Jesus Christus «Hüter» – in Matthäus 28,4: «Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als
für unsere Sünden gestorben ist (Röm wären sie tot.» Diese Wachen oder Hüter waren Menschen, die sich zwar beim Grab des Herrn
5,6), so wahr und ernst ist es auch, dass aufhielten, aber keinerlei Beziehung zum Auferstandenen hatten. Sie befanden sich in krassem
unser Herr eine ganze Hingabe unserer- Gegensatz zu den zwei anderen Menschen, die sich damals zum Grab Jesus begeben hatten: Ma-
seits erwartet. Das besagt ja gerade die ria von Magdala und die andere Maria. Ihr Besuch beim Grab wird so beschrieben: «Als aber der
Lehre über die Taufe in Römer 6, wo es Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die
unter anderem heisst: «Denn wenn wir
andere Maria, um nach dem Grab zu sehen» (Mt 28,1).
mit ihm verbunden und ihm gleich ge-
worden sind in seinem Tod, so werden Diese zwei Frauen suchten damals das Grab ihres Herrn freiwillig und mit brennendem Herzen
wir ihm auch in der Auferstehung gleich auf, die Wächter jedoch nur gezwungenermassen, ohne jegliche Zuneigung.
sein» (Röm 6,5). «Verbunden in Seinem Wenn diese zwei Frauen das Grab mit Augen voller Sehnsucht und Trauer ansahen, dann taten
Tod» bedeutet: «Ich lebe, doch nun nicht die Wächter es lediglich mit Augen grösster Ablehnung und Gleichgültigkeit.
ich, sondern Christus lebt in mir» (Gal Wenn diese zwei Frauen beim Grab ihres Herrn vielleicht herzzerreissend weinten, dann hat-
2,20). Oder um es mit dem persönlichen ten die Wächter wahrscheinlich nur ein mitleidiges, ja vielleicht sogar hämisches Lächeln dafür
Zeugnis des Paulus noch etwas konkre-
übrig.
ter zu sagen: «Es sei aber fern von mir,
mich zu rühmen als allein des Kreuzes Wenn diese zwei Frauen den Namen ihres Meisters möglicherweise ganz leise und voller Ehr-
unseres Herrn Jesus Christus, durch den furcht aussprachen, konnten die Hüter darüber vielleicht nur lästern.
mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Wenn diese zwei Frauen ein Herz voller Liebe und Zuneigung für Jesus hatten, dann war das
Welt» (Gal 6,14). Herz der Wächter im Gegensatz dazu voller Hass und Verachtung.
Darum tun Älteste einer Gemeinde Und doch befanden sich alle vier (wenn wir davon ausgehen, dass es zwei Wächter waren)
gut daran, die Taufanwärter hinsicht- beim Grab des Herrn. Welch ein erschreckendes Bild! Es weist auf die himmelschreienden, er-
schütternden Zustände in den christlichen Ländern dieser Welt hin. Denn wahrhaftig: In diesem
Die Taufe ist nicht heils- Monat feiern Millionen von Menschen Ostern; viele Menschen stehen im Geiste vor dem Grab Je-
notwendig, wohl aber ist su. Aber wie viele sind es, die das im Geiste dieser zwei Frauen tun, und wie viele sind es, die Os-
tern in der Gesinnung der Wächter begehen?
sie ein Gehorsamsakt Ich möchte deshalb mit grossem Ernst die ganz persönliche Frage an jeden einzelnen Leser
– und auf jedem Gehor- stellen: Wie feiern Sie Ostern: im Geiste dieser zwei Frauen oder im Sinne der Wächter? Haben
samsakt liegt ein beson- Sie eine persönliche Beziehung zum Auferstandenen, oder feiern Sie nur deshalb Ostern, weil man
das nun eben so macht? Wenn Sie keine lebendige Beziehung zu Jesus Christus haben, weshalb
derer Segen Gottes! feiern Sie dann das Osterfest?
Ich frage Sie: Möchten Sie nicht dieses Jahr – vielleicht zum ersten Mal – in richtiger Weise
lich ihrer geistlichen Reife zu prüfen das Fest des Auferstandenen feiern? Glauben Sie mir: Jesus Christus wurde damals auch für Sie
und zum Beispiel auch ein Mindestalter in jenes kalte Felsengrab gelegt und ist am dritten Tag daraus auferstanden. Wie schön wäre es
festzulegen. Das kann zwar unter Um- doch, wenn Sie heute beginnen würden, diese Wahrheit von ganzem Herzen zu glauben! Dann
ständen bedeuten, dass ein 15-Jähriger würde aus einem Menschen, der nur wie ein Hüter das Grab des Herrn bewacht, ein Mensch, der
noch nicht zur Taufe zugelassen wird,
im Geiste einer Maria Magdalena und der anderen Maria dort steht. Diese zwei Frauen glaubten
obwohl er geistlich vielleicht reifer ist als
ein 17-Jähriger. Respektiert der oder die an den Heiland, der dort begraben worden war, der aber auch aus dem Grabe auferstand, wie es
Jüngere die Anordnungen der Ältesten, der Engel bekundete: «Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat» (Mt 28,6).
wird er/sie sich gedulden, bis das von O wenn Sie doch heute zu Jesus kommen würden, dann wäre Freude im Himmel, wie es der
den Verantwortlichen seiner Gemeinde Herr gesagt hat: «So wird … Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Busse tut, mehr als
festgelegte Alter erreicht ist. Lehnt er/sie über neunundneunzig Gerechte, die der Busse nicht bedürfen» (Lk 15,7).
sich gegen diese Vorgabe auf, beweist Wenn Sie den Herrn Jesus jetzt in Ihr Herz aufnehmen möchten, dann sprechen Sie folgendes
er/sie gerade damit, dass die nötige Reife
Gebet: «Herr Jesus, ich bin ein Sünder und gehe ohne Dich für ewig verloren. Ich nehme jetzt Dein
noch fehlt …
Die Taufe ist nicht heilsnotwendig, Sühneblut in Anspruch, und bitte Dich um Vergebung aller meiner Sünden. Herr, nimm Du mich für
wohl aber ist sie ein Gehorsamsakt – und immer und ewig zu Deinem Eigentum.» Wenn Sie diese Worte aufrichtig sprechen, dann wird der
auf jedem Gehorsamsakt liegt ein beson- Herr selbst alles Weitere tun, denn so steht es geschrieben: «Wie viele ihn aber aufnahmen, de-
derer Segen Gottes! Mehr zu diesem The- nen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben» (Joh 1,12).
ma finden Sie in der kleinen Schrift «Die Kommen Sie noch heute zu dem Herrn Jesus! Werden Sie von einem gleichgültigen Grabes-
biblische Taufe» von Wim Malgo, die in wächter zu einem brennenden, hingegebenen Christen! M.M.
unserem Verlag erhältlich ist. E.V. 

MNR > April 2006 21


Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am 03.05.2006,
mit u.a. diesem Thema*:
«Die Zukunft Babylons» Die allergrösste Liebe
«Und er (Jesus) ging hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit an den Ölberg. … Und
*Änderungen vorbehalten
er riss sich von ihnen los … kniete nieder, betete und sprach: Vater, wenn du diesen Kelch von
mir nehmen willst – doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! … Und er war in ringendem
Kampf und betete inbrünstiger; sein Schweiss wurde aber wie Blutstropfen, die auf die Erde fie-
Impressum len» (Lk 22,39-44).
Jesus war ganz Gott und doch zugleich auch ganz Mensch. Diese Tatsache wird uns im Garten
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf Gethsemane, am Ölberg, ganz eindrücklich vor Augen geführt. Als Gott in und durch Seinen Sohn
www.mitternachtsruf.ch Mensch wurde, war es nur natürlich, dass Jesus, eben als Mensch, diesen Kampf zu kämpfen
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992) hatte. Beeindruckend ist dabei, dass Jesus diesen Weg des Kampfes und der Schmerzen freiwil-
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, lig ging und das Kreuz von Golgatha bereits vor Augen hatte. Ja, Jesus hat «sich selbst für unsere
Jonathan Malgo
Sünden gegeben» (Gal 1,4).
SCHWEIZ Missionswerk Mitternachtsruf, Ringwiesenstrasse 12a,
8600 Dübendorf, Tel.: (0041) 044 952 14 14 Über Seinen absoluten Gehorsam heisst es: «… er … wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V., zum Tod am Kreuz» (Phil 2,8). Sein Gebet im Garten Gethsemane beweist diesen bedingungs-
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001 losen Gehorsam und die kompromisslose Bereitwilligkeit, den schweren Weg zur Vergebung un-
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist serer Sünden zu gehen. Jesus hat sich ganz und gar dem Willen Seines Vaters unterworfen, in-
ausserdem in englischer, französischer, holländischer, italienischer,
portugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und dem Er dort in Gethsemane ringend betete: «… nicht mein, sondern dein Wille geschehe!» Gab
ungarischer Sprache erhältlich. es vielleicht doch noch eine andere Möglichkeit zur Erlösung, einen bequemeren Weg als den
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16, ans Kreuz, doch so etwas wie eine «billige Gnade»?
Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch,
Mitarbeiter: Brigitte Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke Nein, «ohne Blutvergiessen geschieht keine Vergebung», so sagt es uns der Hebräerbrief.
Lieth, Norbert Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Fredy Peter, Elsbeth Vetsch
Deshalb gab es keine andere Möglichkeit, keinen anderen Weg für Jesus, als den über das
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter: Kreuz von Golgatha. Keine billige Gnade, sondern vollumfängliche Erlösung durch das kostbare
Walter Dürr, Daniel Malgo, Gabriel Malgo, Jonathan Malgo
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044
Blut Christi. Jesus war bereit, nach diesen Seinen schweren Kämpfen im Garten Gethsemane
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber, und der Gewissheit, dass sündige Menschen nur auf diese Weise vor ihrem sicheren Verder-
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch,
ben gerettet werden können, diesen schmachvollen und von Leid geplagten Weg ans Kreuz zu
ADMINISTRATION, VERLAG UND ABONNEMENTE (Adressen Schweiz
und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 044 952 14 15, gehen. Unter Einbeziehung aller Konsequenzen wie Spott und Hohn, Folter und Erniedrigung,
Fax Schweiz: 044 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001, Fax Schmerz und Tod, ging Jesus diesen Weg für Sie und für mich – und das freiwillig. Er hätte ja
Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 44 952
14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 44 952 14 11, E-Mail: auch in Gethsemane sagen können: «Nein, Schluss jetzt! Bis hierhin und keinen Schritt wei-
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Martina
Lang, Thomas Lieth, Elishevah Malgo, Marianne Malgo, Peter
ter! Soll doch die ganze Menschheit in ihren unvergebenen Sünden sterben – was geht es Mich
Malgo, Wanda Malgo, Stephan Nabulon, Susanne Peter, Beatrice an?» Aber die Liebe Gottes und Seines Sohnes zu den in Sünde ewig verlorenen Menschen war
Rindlisbacher, Esther Roos, Rebeca Winkler so gross, dass Er diesen schwersten aller Wege bis zum bitteren Ende durchlitt. Ja gerade da-
TECHNISCHER DIENST Nathanael Winkler durch beweist Gott Seine Liebe zu uns, «dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sün-
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 044 952 14 18, der waren» (Röm 5,8).
Fax: (0041) 044 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch,
Mitarbeiter: Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel) Bedarf es noch eines weiteren Beweises der Liebe Gottes zu Ihnen? Gibt es noch eine weite-
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch, re Steigerung von lieb als lieber und am liebsten? Ja, die gibt es tatsächlich, und zwar am Kreuz
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon
auf Golgatha! Wie schrecklich war es doch schon, was der Sohn Gottes im Garten Gethsemane
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter:
Govert Roos, Stephan Rindlisbacher durchzustehen hatte, wie heuchlerisch der Verrat durch einen Seiner Jünger, wie peinlich seine
SENIORENZENTRUM ZION Ringwiesenstr. 14, 8600 Dübendorf, Gefangennahme, wie enttäuschend die Verleugnung durch Petrus, wie schmachvoll die Behand-
Tel: (0041) 044 802 18 18, Fax: (0041) 044 802 18 19, E-Mail: lung vor dem Hohen Rat, vor Pilatus und Herodes. Wie furchtbar schmerzend die Geisselung.
post@seniorenzentrum-zion.ch, Heimleitung: Walid und Astrid El
Khouri, Heimleitung Stv.: Walter und Ursula Dürr Und wie niederschmetternd muss dann auch das Geschrei des Volkes an Seine geschundenen
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Israel, Ohren geklungen sein: «Kreuzigt ihn!» Wie erniedrigend war auch der Weg zum Kreuz und wie
Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E-Mail: erschaudernd die Pein der Kreuzigung!
beth-shalom-israel@mnr.ch, Leitung: Fredi und Beate Winkler
Lieber Leser, vergessen Sie das Gerede vom lieben, kleinen, süssen Jesulein! Vergessen
EINZAHLUNGEN Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich,
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152- Sie die vergoldeten und herausgeputzten Kreuze, und vergessen Sie das ungeheuerliche Ge-
0472.519, BC-Nr. 752. schwätz von denen, die sagen: «Für mich musste Jesus nicht ans Kreuz!» Es stimmt zwar, dass
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90,
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart, Jesus nicht ans Kreuz musste, Er ging freiwillig. Aber Sie und ich, wir müssen zu diesem blut-
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig
Deutschland e.V., Geschäftsstelle DE 79807 Lottstetten verschmierten Kreuz gehen. An diesem Kreuz vorbei gibt es keine Gnade, keine Barmherzig-
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse Linz, keit, keine Rettung, keine Erlösung und keine Vergebung. Am Kreuz vorbei gibt es keinen Weg
«Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf»
zum Heil!
DRUCK EKM-Nyomda, Palóc utca 2, HU 1135 Budapest
Jesus hat für Sie und mich den Tod besiegt! Er hat Ihre Schuld gesühnt!
ABONNEMENTSPREIS JÄHRLICH Schweiz CHF 18.–, Deutschland
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR Und um die Erlösung komplett und vollständig zu machen: Das Grab, in dem Er gelegen hat-
24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) te, ist leer! Ja, der Herr ist wahrhaftig auferstanden! Von Gottes Seite ist alles zu Ihrer Erlösung
und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie
nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden. vollbracht – dem Heilsweg ist nichts mehr hinzuzufügen.
ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit Jetzt sind Sie am Zug! Wenn Sie mit Ihrem Mund Jesus als den Herrn bekennen und in Ih-
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE
rem Herzen glauben, dass Gott Ihn aus den Toten auferweckt hat, so werden Sie gerettet (Röm
M.M. > Marcel Malgo, N.L. > Norbert Lieth, T.L. > Thomas Lieth, E.V. 10,9)! T.L. 
> Elsbeth Vetsch

22 MNR > April 2006