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Inhalt Biblische Botschaft 4 Das Gesetz und die Propheten 16 Die unbesungenen Helden des Evangeliums
Inhalt Biblische Botschaft 4 Das Gesetz und die Propheten 16 Die unbesungenen Helden des Evangeliums

Inhalt

Biblische Botschaft

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Das Gesetz und die Propheten

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Die unbesungenen Helden des Evangeliums

Im Blickfeld

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Stoff oder Bibel – Show oder Wahrheit?

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Wenn man am Ende nicht fertig ist

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Die sieben «Sei» der Auslegungspredigt

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Der grösste Fehler der Juden

Mitternachtsruf

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Guatemala und die christliche Buchmesse in Miami, USA

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Bibelfreizeit im Weserbergland, 17. bis 24. Mai 2008

Fragen – Antworten

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Sind biblische Gleichnisse Mythen?

20

Kommen Selbstmörder in den Himmel?

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Kann das Ende berechnet werden?

3 Grusswort

11

Aufgegriffen

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Streiflicht

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Dir kann nur Jesus helfen

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Impressum

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

Grusswort Vor der Küste einer philippinischen Insel gerät eine Fähre mit über 800 Personen an

Grusswort

Grusswort Vor der Küste einer philippinischen Insel gerät eine Fähre mit über 800 Personen an Bord
Grusswort Vor der Küste einer philippinischen Insel gerät eine Fähre mit über 800 Personen an Bord

Vor der Küste einer philippinischen Insel gerät eine Fähre mit über 800 Personen an Bord in See- not und versinkt in den Fluten. Dieses Unglück wird in den Medien eher am Rande erwähnt. Das Aus- scheiden Italiens gegen Spanien im Viertelfinale der Euro 08 scheint da viel wichtiger zu sein und nimmt in der Berichterstattung breiten Raum ein. Erst unter «ferner liefen» vernimmt man dann, dass Hunderte von Passagieren vor den Philippinen ihr Leben verloren. Da stellt sich doch die Frage, wel- chen Stellenwert ein Menschenleben heute noch hat. Fussball – «Fun» – hat Priorität. Es ist beängsti- gend festzustellen, wie schnell heute darüber hinweggegangen wird, wenn Hunderte oder gar Tausen- de von Menschen zu Tode kommen. Oder haben wir die über 80 000 Erdbebenopfer in China bereits vergessen? Und die Opfer des Taifuns in Birma? Sie sind praktisch kein Thema mehr … Wie ganz anders wertet die Bibel das Leben eines jeden einzelnen Menschen! Eindrücklich kommt das in der Fürbitte Abrahams zum Ausdruck, als er Gott anflehte, Er möge doch von der Vernichtung Sodoms absehen, wenn dort noch fünfzig gerechte Menschen wohnen würden. Stufenweise nannte Abraham eine immer kleinere Anzahl von Gerechten, bis er schliesslich nur noch von zehn sprach. Und Gott der Herr ging auf seine Fürsprache ein! Er erklärte sich bereit, Sodom zu verschonen, wenn dort auch nur noch einige wenige gerechte Menschen wohnen würden (1.Mo 18,22ff.). Gott tat jedoch noch viel mehr! Das Leben eines jeden einzelnen Menschen war und ist Ihm der- art viel wert, dass Er Seinen einzigen Sohn als Bezahlung für unsere Sünden dahingab. Wir tun gut da- ran, uns Johannes 3,16 immer wieder neu vor Augen zu halten: «Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.» In Matthäus 10,29 zeigt Jesus auf, mit welch unendlich liebevoller Fürsorge uns Gott der Vater umgibt. Er zieht einen Vergleich zu den Vögeln und erklärt, dass sich Gott sogar um deren Ergehen kümmert: «Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt kei- ner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater» (Mt 10,29). Doch Sie und ich sind Gott sehr viel mehr wert als ein Vogel! Gott will Seine Fürsorglichkeit jedoch nicht nur auf uns beschränken. Gerade durch das Wort in Johannes 3,16 will Jesus uns auch den Blick für eine verlorene Welt öffnen. Mit «Welt» ist nicht etwas Abstraktes oder gar der entfernteste Winkel dieser Erde gemeint. Nein, dieser Ausdruck bezieht sich auf unsere Mitmenschen, unsere Nachbarn oder den Postboten; kurz, auf Menschen, mit denen wir täglich in Kontakt kommen. Jesus ist auch für diese gestorben! Sie sind Ihm genauso viel wert wie wir, die wir uns Seine Kinder nennen dürfen. Gott hat sozusagen ein Eigentumsrecht an diesen Menschen. Das darf uns nicht gleichgültig lassen, denn wir sollen Seine Handlanger, Botschafter an Christi statt, sein. Sind wir noch von Seiner Retterliebe erfüllt? Setzen wir all unsere Kräfte ein, um das Verlore- ne zu suchen? Wie sehr sich Gott freut, wenn auch nur ein einziger dieser Verlorenen zu Jesus findet, schildert Matthäus 18,11-13 in ergreifender Weise: «Denn des Menschen Sohn ist gekommen selig zu machen, das verloren ist. Was dünkt euch? Wenn irgendein Mensch hundert Schafe hätte und eines unter ihnen sich verirrte: lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte? Und so sich’s begibt, dass er’s findet, wahrlich ich sage euch: Er freut sich darüber mehr denn über die neunundneunzig, die nicht verirrt sind.» Vielleicht können Sie nicht selbst hingehen, um ein verirrtes Schaf zu retten. Aber Sie können sich sehr wohl daran beteiligen, indem Sie andere bei der Rettungsaktion unterstützen. Ein jeder diene mit der Gabe, die Er vom Herrn empfangen hat! Lassen Sie sich von Ihm gebrauchen!

In herzlicher Verbundenheit

Sie sich von Ihm gebrauchen! In herzlicher Verbundenheit Hinweis in eigener Sache: Wer als Tagesgast das
Sie sich von Ihm gebrauchen! In herzlicher Verbundenheit Hinweis in eigener Sache: Wer als Tagesgast das

Hinweis in eigener Sache: Wer als Tagesgast das Prophetie-Wochende vom 29. bis 31. August 2008 in Lüneburg besuchen möchte, ist uns herzlich will-

kommen! Die Teilnahme ist für Besucher, die weder Hotelunterkunft noch -verpflegung in Anspruch nehmen kostenlos! Für das detaillierte

Programm konsultieren Sie bitte die beigelegte Agenda.

PS:

in Anspruch nehmen kostenlos! Für das detaillierte Programm konsultieren Sie bitte die beigelegte Agenda. PS:

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Biblische Botschaft

Biblische Botschaft

Das Gesetz und die Propheten

«Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Ge- boten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heissen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird gross heissen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehr- ten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen» (Mt 5,17-20).

werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen» (Mt 5,17-20). Marcel Malgo A ls Gläubige des Neuen

Marcel Malgo

A ls Gläubige des Neuen Bundes

wissen wir, dass ein Mensch

durch das Gesetz nicht gerettet

werden kann. In Römer 3,20

steht klar geschrieben: «Darum, aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden …» Ferner wissen wir auch, dass wir als Gemein- de Jesu nicht unter dem Gesetz leben. Wir müssen das Gesetz nicht mehr so halten, wie Israel es damals tun muss- te. «… Ihr steht ja nicht (mehr) unter

dem Gesetz, sondern unter der Gnade»

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(Röm 6,14). Trotzdem sagt unser Herr Jesus unmissverständlich: «Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht verge- hen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz …» (Mt 5,18). In der Parallelstelle in Lukas 16,17 ist die Aussage des Herrn sogar schärfer:

«Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.» Welch eine gewaltige Aussage! Doch was ist ein Tüpfelchen? Ein Tüpfelchen ist ein Häkchen oder Strichlein in der hebräischen Schrift, wie es zu der Zeit Jesu geschrieben wurde. Es ist das kleinste hebräische

Schriftzeichen überhaupt. Auf dieses kleinste aller Zeichen nimmt Jesus Bezug und bezeugt damit die absolute Unvergänglichkeit des Gesetzes. Im ersten Teil von Matthäus 5,17 sagt der Herr Jesus: «Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen …» In dieser Aussage spricht unser Herr nicht nur über das Gesetz Mo- ses und die Bücher der Propheten. Der Ausdruck «das Gesetz oder die Propheten» ist ein Sammelbegriff für das ganze Alte Testament. Nicht nur das Gesetz Moses oder die Propheten, sondern das ganze Alte Testament kann nicht aufgelöst werden. Unser Herr Jesus selbst lebte in dieser Wahrheit, indem Er in Seinen Reden sehr oft aus dem Alten Testament zitierte. Dieses ist keineswegs aufgehoben, weil es ein Neues Testament gibt! Es ist nach wie vor Gottes heiliges Wort.

Das Gesetz ist erfüllt – Die Forderungen sind abgetan

Wie müssen wir nun mit dieser Aus- sage des Herrn Jesus über das «Gesetz oder die Propheten» umgehen? Einer- seits sind wir tatsächlich nicht mehr unter dem Gesetz: «… Ihr steht ja nicht (mehr) unter dem Gesetz, sondern un- ter der Gnade» (Röm 6,14). Das muss nachdrücklich gesagt werden. Aber an- dererseits erklärt unser Herr selbst das

Gesetz für unantastbar und verleiht ihm einen Wert, der seinesgleichen sucht! Er betont in starken Worten die Wichtigkeit des Gesetzes und warnt davor, es gering zu achten. Sogar «tun und lehren» müs- sen wir das Gesetz. Wie sollen wir das einordnen? Zunächst möchte ich auf eine wich- tige Wahrheit hinweisen: Es ist nicht wahr, dass im Neuen Testament mit den Geboten und Gesetzen aufgeräumt wird! Wenn dem so wäre, hätte dann der Macher und Mittler des Neuen Bundes diese Worte in Matthäus 5,17-18 aus- gesprochen? Hätte der Herr Jesus das wirklich gesagt, wenn sämtliche Gebote und Gesetze des Alten Testaments im Neuen Bund nichts mehr zu suchen hätten? Im Neuen Bund wurde tatsächlich etwas entfernt. Aber nicht das Gesetz und die Gebote als solche, sondern deren Forderungen wurden ein für alle Mal abgetan! Das müssen wir klar unterscheiden. Die Gesetze werden uns im Neuen Bund nicht mehr so aufer- legt wie im Alten Bund. Wie wurden die Forderungen des Gesetzes abgetan? Jesus sagt es uns ganz klar: «… ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen» (Mt 5,17). Indem Jesus kam und das Gesetz stellvertretend für uns erfüllte, wurden die für uns uner- füllbaren Forderungen des Gesetzes abgetan, damit wir durch den Glauben an Ihn und durch Seine Erlösungstat gerettet würden! Er allein konnte das tun. Paulus beschreibt das wunderbar in Römer 8,3-4: «Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.» Was war der Fehler der Galater? Dass sie sich mit dem Gesetz und den Geboten beschäftigten, weil es sich um Gottes Wort handelte? Nein! Ihr Fehler war, dass sie doch wieder durch das Ge- setz gerecht werden wollten, obwohl sie Christus kannten. Das war so fatal, dass Paulus den Galatern schrieb: «Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Ge- setz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen» (Gal 5,4). Lassen Sie uns klar unterscheiden: Paulus verurteilt nicht das Gesetz und die Gebote. Er ver- urteilt den falschen Umgang mit dem Gesetz! Es war nicht das Gesetz, welches

die Galater missleitete. Sondern es wa- ren die Galater selbst, die in verkehrter Weise mit dem Gesetz umgingen.

Das Gesetz, Gottes vollkommenes Geschenk

tigkeit ist› (vgl. 2.Tim 3,16).» Damit haben wir die Antwort auf die Frage, welche Bedeutung das Gesetz für uns neutestamentliche Gläubige hat. Auch in unserer heutigen Zeit können wir das «kleinste Gebot tun und lehren», um dadurch «gross geheissen zu werden im Himmel» (vgl. Mt 5,19). Wir «tun und lehren» es, indem wir uns ausgiebig mit den Werten des Gesetzes beschäf- tigen, um dadurch «belehrt, überführt, zurechtgewiesen und in Gerechtigkeit erzogen zu werden». Bei unserem grossen Gott «ist keine Veränderung». Der Gott, der damals durch Mose die Gesetze und Gebote erliess, hat Sein Denken nicht geändert! Die einzige und sehr grosse

Wer hat überhaupt die Gesetze und Gebote erlassen? Mose? Nein, Gott der Herr selbst! Wenn Gott die Gesetze und Gebote gemacht hat, dann hat Er sich

etwas dabei gedacht. Sie sind in Seinem Herzen entstanden. Jakobus sagt: «Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis» (Jak 1,17). Alles, was von Gott kommt, ist vollkom- men! Auch das Gesetz ist ein vollkommenes Geschenk, das von oben herab kam, «von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist»! Es kann uns aller- dings nicht vollkommen machen. Paulus sagt in Römer 8,3 auch warum:

«… weil es durch das Fleisch geschwächt war …» Wir sind nicht imstande, das Gesetz zu erfüllen. Aber das tut der Wahrheit keinen Abbruch, dass das Ge- setz durch einen Gott erschaffen wurde, der nur vollkommene Dinge

schafft! Daher haben das Gesetz und die Gebote

auch heute noch eine Aufgabe. Sie vermitteln uns die Gedan- ken Gottes bezüglich verschiedenster Situationen und Dinge des Lebens und werden von Jesus in Matthäus 22,36- 40 zusammengefasst, welches für uns Gläubige des Neuen Bundes die Richt- schnur ist. In einer Erklärung zur Bergpredigt Jesu heisst es in der Scofield-Studienbi- bel: «Wenn auch das Gesetz, das in der Bergpredigt ausgedrückt wird, Sünder nicht retten kann, und wenn auch die Erlösten in dem gegenwärtigen Zeitalter nicht unter dem Gesetz sind, so sind doch sowohl das mosaische Gesetz als auch die Bergpredigt ein Teil der Heiligen Schrift, welche von Gott in- spiriert ist und daher für die Erlösten aller Zeiten ‹nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung,

(und) zur Erziehung in der Gerech-

«Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buch- stabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz …»

Änderung im Hinblick auf das Gesetz geschah wegen uns. Denn wir haben uns ausserstande erwiesen, das Gesetz zu erfüllen. Deshalb sah Gott sich ge- nötigt, Seinen Sohn Jesus Christus zu senden, um für uns stellvertretend das Gesetz zu erfüllen.

Die Freude im Gesetz

Wir dürfen nicht sklavisch am Buch- staben des Gesetzes festhalten. Vielmehr sollen wir den ethischen, moralischen und nicht zuletzt auch geistlichen Sinn der Gebote des Herrn erforschen und uns aneignen! Wer das erfasst, wird eine ganz grosse Freude erleben in Bezug auf das Gesetz und das ganze Alte Testament. Ja, er wird mit David jubeln: «Wie habe ich dein Gesetz so lieb!» (Ps 119,97). Lesen wir die Gebote und Gesetze mit Augen,

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Biblische Botschaft die fragen: «Vater, wie hast Du das damals gesehen? Was denkst Du über

Biblische Botschaft

die fragen: «Vater, wie hast Du das damals gesehen? Was denkst Du über diese oder jene Sache?» Das bringt eine ungeahnte Freude ins Herz!

Gottes Gedanken im Gesetz

Natürlich können wir nicht alle Ge- bote Eins zu Eins auf die heutige Zeit übertragen. Manches bezieht sich spezifisch

Wüstensonne und ohne Kühlschrank gerade Schweinefleisch wahrscheinlich nicht eine Stunde haltbar geblieben wäre? Hatte der Herr es vielleicht des- halb als unrein erklärt? Nun will ich mir nicht anmassen, dieses Wort des Herrn über Schweinefleisch allumfassend zu erklären. Aber Gott hatte damals ohne Zweifel ganz bestimmte Absichten mit diesem Gebot. Wir müssen jetzt natür- lich nicht meinen, dieses Gesetz erfüllen zu müssen, indem wir sagen: «Nie wieder Schwei- nefleisch.» Das wäre falsch. Paulus

auf die Zeit, als die Kinder Israels 40 Jahre in der Wüste wohnten. Aber es gibt Ge- bote und Gesetze, die uns sehr viel für unser praktisches Leben zu sagen haben, wenn wir sie betend und mit geöffnetem Herzen lesen. Denn alles, was wir in diesen Geboten und im Gesetz lesen, sind Gottes Gedanken. In 3. Mose 11,8 sagt Gott der Herr beispielsweise über den Genuss von Schweinefleisch: «Vom Fleisch dieser Tiere dürft ihr weder essen noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein.» Heute wissen wir, dass Schweine- fleisch nicht unbedingt gesund ist. Es ist allgemein bekannt, dass Schweinefleisch einen sehr hohen Fett- und Choleste- ringehalt hat. Ausserdem scheint es ein Eiweiss zu enthalten, das wegen seiner Struktur eine hohe Verwesungsrate hat und so schnell in Fäulnis übergeht. Nun gibt es gerade zum Thema Gesundheit natürlich immer die unterschiedlichs- ten Studien. Mal hat eine Studie dieses Resultat, mal jenes. Jede Studie ist mit Vorsicht zu geniessen. Doch denken Sie einmal an Israel in der Wüste und an Schweinefleisch! War es nicht so, dass unter der Glut der

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sagt im Neuen Testament, dass wir alles essen können, was auf dem Fleischmarkt ange- boten wird (vgl. Röm

Wir dürfen uns nicht sklavisch am Buchstaben des Gesetzes festhalten. Vielmehr sollen wir den Sinn der Gebote des Herrn erforschen und uns aneig- nen!

14,1-6; 1.Kor 8,8; Kol 2,16). Aber der Gesundheitsaspekt hinter diesem Gebot ist doch sehr interessant. In 5. Mose 22,5 sagt Gott der Herr:

«Eine Frau soll nicht Männersachen tragen und ein Mann soll nicht Frauen- kleider anziehen; denn wer das tut, der ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräu- el.» Was hat sich Gott dabei gedacht? Es liegt auf der Hand: Als Gott Adam und Eva erschuf, gestaltete Er sie «als Mann und Frau» (vgl. 1.Mo 1,27), als zwei unterschiedliche Menschen. Und wenn nun Gott durch Mose den Israeli- ten mitteilen lässt, eine Frau solle nicht Männersachen tragen und ein Mann nicht Frauenkleider, dann will Er damit doch ganz einfach sagen: «Lasst es nie soweit kommen, dass der Unterschied nicht mehr sichtbar ist!» Der Herr schuf nicht zwei Männer oder zwei Frauen, sondern Mann und Frau. Auch dieses Gebot hat für uns neutestamentliche

Gläubige nicht an Bedeutung verloren. Es uns an, entspre-

spornt

chend dem heiligen Schöpferwillen des Herrn zu leben. Das gilt nicht nur für die Kleidung, sondern für unser ganzes Betragen! Wir leben in einer Zeit, in der die Grenzen verwischt werden. Die Männer sollen das tun, was Frau- en tun, und Frauen das, was Männer tun. Aber das ist nicht Gottes Wille. Er hat zwei ganz unterschiedliche Wesen geschaffen. Ein letztes Beispiel: «Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest» (2.Mo 20,8). Wenn ich das lese, dann weiss ich, dass Gott beim Erlass dieses Gebotes an Ruhe dachte. Er dachte an einen Tag, der anders aussehen sollte als alle anderen Tage der Woche. Folgerich- tig werde ich einen solchen Tag halten wollen. Ein Tag, der dem Herrn gehört! Ich tue das nicht gezwungenermassen. Ich tue es, weil ich weiss, dass dieses Gebot ein Gedanke ist, der aus dem Her- zen Gottes kommt! Ich tue es freiwillig, weil ich den Gedanken Gottes hinter dem Gesetz oder dem Gebot erkenne (vgl. Röm 14,5-6).

Der Segen im Gesetz

Bis heute haben diese Gottesworte nichts an Bedeutung verloren. Deshalb können wir von ganzem Herzen rufen:

«Wie habe ich dein Gesetz so lieb!» (Ps 119,97). Haben wir nicht einen gewal- tigen Schatz in den Geboten und im Ge- setz des Herrn, wenn wir diese einfach als Gedanken unseres Gottes betrachten, bei «dem keine Veränderung ist»? Wir

müssen sie nicht erfüllen, aber wir dürfen sie uns aneignen. Sie werden reich gesegnet, wenn Sie das Gesetz und die Propheten so lesen.

Das Gesetz will verändern

Aber der Herr spricht auch eine Warnung aus: «Denn ich sage euch:

Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen» (Mt 5,20). Was war eine Sünde der Pharisäer und Schriftgelehrten? Ihre unglaubliche Heu- chelei! So musste der Herr über sie in Matthäus 23,27-28 sagen: «Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äusserlich zwar schön schei- nen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind! So erscheint auch ihr äusserlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.» Ja, sie waren Meisterheuchler, obwohl sie in ihrer äusserlichen Frömmigkeit fast pingelig waren! Vorher hören wir den Herrn über sie sagen: «Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet …» (Mt 23,23). Aber eine echte, von Her- zen kommende Frömmigkeit besassen sie nicht. Warum? Was war ihr Problem? Sie waren zwar in allen Geboten bis in die Details bewandert, aber sie liessen es nicht zu, dass das Gesetz Gottes auf ihre eigenen Sünden wies! Dagegen luden sie ihren Mitmenschen umso mehr Lasten auf, die mit den Geboten Gottes nichts mehr zu tun hatten! Jesus sagte: «Wehe auch euch Gesetzesgelehrten! Denn ihr ladet den Menschen unerträgliche Bür- den auf, und ihr selbst rührt die Bürden nicht mit einem Finger an» (Lk 11,46). Es ist ein überaus trauriger und er- schütternder Zustand, sich tagtäglich mit dem Wort Gottes zu beschäftigen und sich dabei dennoch nicht korrigieren zu lassen. Das war das Problem der Pharisä- er und Schriftgelehrten. Wir sollten uns ernstlich fragen, wie es diesbezüglich um uns steht! Es ist eine Tatsache, dass das Wort Gottes uns erquickt, ermutigt und erfreut. Doch wir sollten bedenken, dass Gottes Wort immer auch den Auf- trag hat, uns zu verändern! In Hebräer 4,12 steht: «Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als je- des zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter

der Gedanken und Sinne des Herzens.» Die Pharisäer und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu wehrten sich dagegen. Sie rich- teten das Schwert des Geistes gegen ihre Mitmenschen, aber nie gegen sich selbst! Nun hätte aber gerade das Leben der Pharisäer und Schriftgelehrten durch das Gesetz Gottes verändert werden müssen. Warum? Weil sie es am besten kannten. Sie waren durch und durch mit Gottes Wort vertraut! Es ist eine Tragödie, das Wort Gottes zu kennen und doch nicht verändert zu werden. Wie sieht es bei uns aus? Haben wir zwar Umgang mit dem Wort, bleiben aber doch so, wie wir sind? Sorgen wir doch dafür, dass unsere Frömmigkeit weit «besser ist als die der Pharisäer und Schriftgelehrten», indem wir dem Worte Gottes, diesem Schwert des Geistes, erlauben, sich gegen uns zu kehren!

Die Wirkung des Gesetzes

Was bewirkt das Gesetz? Paulus sagt es uns sehr deutlich: «Aber die Sünde erkannte ich nicht ausser durchs Ge- setz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: ‹Du sollst nicht begehren!›» (Röm 7,7). Das Gesetz vermag es, uns unsere Sünden vor Augen zu führen. Es ist fähig, uns auf Dinge hinzuweisen, die in unserem Leben nicht in Ordnung sind. Das ganze Wort Gottes, sowohl das Alte als auch das Neue Testament, ist in der Lage, uns auf Sünden auf- merksam zu machen (vgl. Hebr 4,12). Es kann ganz besonders heilsam sein, wenn wir die unmissverständlichen Worte des Gesetzes lesen oder durch die Strafreden der Propheten mit den Forderungen eines heiligen Gottes kon- frontiert werden! Denn beim Studium solcher Texte passiert es, dass wir von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes und von unserem eigenen, verderbten Zustand überführt werden. Wenn wir durch Gottes Wort überführt werden, sollten wir nicht versuchen, uns aus eigener Kraft zu bessern. Nein, damit würden wir nur versuchen, das Gesetz zu erfüllen. Vielmehr sollen Gottes Worte in uns bewirken, dass wir uns so sehen, wie Gott uns sieht. Und das sollte uns dazu veranlassen, unverzüglich in die ausgestreckten Arme Jesu zu eilen! Dann dürfen wir immer wieder neu erleben, was Johannes schreibt: «Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit» (1.Joh 1,9).

Studium des Gesetzes

Lesen und studieren Sie das Gesetz und die Propheten. Das kann für das geistliche Leben nur bereichernd sein. In Galater 5,13 finden wir die ernste Aussage des Paulus: «Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt …» Wie kann es geschehen, dass wir durch die geschenkte Freiheit in Christus dem Fleisch Raum geben? Indem wir unter anderem geflissentlich das Gesetz und die Propheten übersehen. Denn wenn

das Gesetz und die Propheten übersehen. Denn wenn Der Herr schuf nicht zwei Männer oder zwei

Der Herr schuf nicht zwei Männer oder zwei Frauen, sondern Mann und Frau

wir das aus unserer Bibel verbannen, ha- ben wir dem Zuchtmeister, den wir alle brauchen, die Tür gewiesen. Ich möchte Sie deshalb herzlich bitten: Verwenden Sie auch immer wieder genügend Zeit, die Gesetzesbücher und die Schriften der Propheten zu lesen! Sie bekommen eine Ahnung davon, wie der Herr bestimmte Dinge sieht. Denn es gibt kein Gebot, das Gott einfach so erlassen hätte. Und Sie werden dadurch die Sünde sehen, wie sie ist. Denn erst durch das Gebot wird «die Sünde überaus sündig». Es lohnt sich, sich in Gottes Gedanken zu

vertiefen!

wird «die Sünde überaus sündig». Es lohnt sich, sich in Gottes Gedanken zu  vertiefen! MNR

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Im Blickfeld

Im Blickfeld

Stoff oder Bibel – Show oder Wahrheit?

«Deine Propheten, sie haben dir erlogenes und fades Zeug geweissagt; sie deckten deine Schuld nicht auf, um dadurch deine Gefangenschaft abzuwenden, sondern sie weissagten dir Aussprüche voll Trug und Verführung» (Klgl 2,14).

D aniel Hari ist bekannt für seine vielen Seminare und Vorträge zum Thema Heilung und ist

Lehrer am Ausbildungszentrum ISTL (In- ternational Seminary and Trainingcenter of Leadership), Schweiz. Wer den letzten Rundbrief (Mai 2008) von ihm erhalten hat, stellte mit Verwunderung fest, dass ein Stück Stoff beigelegt war. Daniel Hari schreibt dazu: «In Florida hatten wir den Eindruck, im Laden Stoff kaufen zu müs- sen und ihn anschliessend am Abend segnen zu lassen. Gesagt, getan. Darum legen wir nun ein Stück Stoff bei. Es ist nichts Magisches, sondern wir folgen dem biblischen Vorbild, weil wir Dich segnen möchten. Wir sind gespannt, wie Gott gerade Dich auf diesem Weg segnen wird.» Daniel Hari befindet sich hier in «guter» Tradition. T.L. Osborn, einer

der ersten und extremsten Heilungs-

evangelisten der Nachkriegszeit, ver- schickte solche Stoffteile und auch ein Stück Holz, das von einer Planke aus einer Kanzel in Afrika stammte. Die Herrlichkeit Gottes war angeblich über dieser Kanzel und es wurde sogar ein To- ter auferweckt. Nun wollte Osborn seine Anhänger in Form dieses Stücks Holz an besagter «Herrlichkeit» teilhaben lassen. Er verschickte solche Holzteile in ganz Australien und viele andere Länder der Welt. Es muss also eine erstaunlich grosse Planke gewesen sein. Oral Roberts, der Vater der Electronic Church und König der Bettelprediger, verschickte «heiliges Wasser» und an- dere Gegenstände, um «einen Punkt der Berührung» zu ermöglichen. Es ist dies eine Technik, wie man sie bestens im Schamanismus kennt. Es erinnert auch in beklemmender Weise an das von der katholischen Kirche propagierte

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Weihwasser. Es ist tiefster – eigentlich mittelalterlicher – Aberglaube. Zwar erklärt Daniel Hari, dies habe nichts mit Magie zu tun, tatsächlich ist es aber ein magisches Denken in Reinkultur. Da wir in einem magisch- okkulten Zeitalter leben, werden solche Praktiken in letzter Zeit immer beliebter. So erklärte Peter Wenz: «Ich kenne viele Beispiele, wo wir den Kranken Tücher unter den Kopf legten und am nächs- ten Morgen waren sie gesund.» (siehe «Nicht jeder wird sofort geheilt», idea- Spektrum 46/2006). Ähnliche Segnungshandlungen prak- tiziert auch Andreas Herrmann vom CZW (Christliches Zentrum Wiesbaden). Mit Berufung auf die Schweisstücher des Paulus (Apg 19,12) wird über Tücher gebetet und werden diese in besonderer Weise «gesalbt». So heisst es in der Zeit- schrift «Charisma»: «Andreas Herrmann und die Gemeinde beten für Tücher, die an Kranke geschickt werden, die nicht zu den Gottesdiensten kommen können.» 1 Ebenso praktiziert dies Reinhard Bonnke, auch wenn er nicht immer viel Aufhebens deswegen macht. So erzählte mir Bischof Mpango von der anglikanischen Kirche in Tansania, wie Bonnke bei einem Feldzug dazu aufrief, man solle seine Taschentücher hochhalten, er bete dafür. Dann solle

man es zuhause auf die kranke Stelle legen, darüber schlafen und erwarten, dass man geheilt werde. Der Kommentar des Bischofs: «We call this witchcraft» – wir nennen so etwas Hexerei (siehe www.alexanderseibel.de, Reiseberichte, Stichwort Tansania).

Noch fragwürdiger wird diese Hand- lung, wenn man erfährt, in welchem Rahmen diese besondere «Segnungssal- bung» von Daniel Hari vorgenommen wurde. Er schildert in seinem Rundbrief das «vollmächtige» Wirken von Todd Bentley in Florida, durch dessen Dienst zahllose Wunder geschehen. Hari ist zu- tiefst beeindruckt von diesem Mann und berichtet ergriffen von einem gewaltigen Wehen des Geistes Gottes: Immer wie- der brach lauter Jubel in der Menge aus, weil schon wieder jemand erlebte, wie die Krebsgeschwüre buchstäblich aus dem Körper gebrannt wurden (siehe Rundbrief Mai 2008). Allerdings erklärt Todd Bentley ganz offen, wie diese Heilungswelle durch einen weiblichen Engel namens Emma angestossen wurde. Weibliche Engel gibt es in der Bibel jedoch nicht. Sie sind aber umso häufiger im New Age und Spiritismus anzutreffen. Wenn man sich die Videos anschaut, wo Todd Bentley seine Heilungsshow abzieht, dann sollte es eigentlich mehr als deutlich sein, welch ein Geist hier am Werk ist. Es erinnert mehr an eine Geisterparty, als an eine Manifestation des heiligen Gottes. Leute zucken, zappeln auf dem Boden, irrationales Gelächter kommt aus Bentleys Mund und mit seinem Knie versetzt er einem der Anwesenden eine besondere «Sal- bung», worauf dieser dann rücklings zu Boden stürzt, usw. Es ist das Gegenteil von dem, was Paulus in 1. Korinther 14,40 anmahnt, alles ordentlich und ehrbar zugehen zu lassen. Es ist von daher auch nicht überra- schend zu erfahren, wie Todd Bentley nach seiner angeblich dramatischen Bekehrung sich einem Exorzismus unterzogen hat. Obwohl er angeblich von neuem geboren ist, geisterfüllt, täglich Stunden im (Zungen-)Gebet verbringt, bereits Heilungen, Weissa- gungen und Dämonenaustreibungen praktiziert hat, hausten nach seinen eigenen Worten noch 25 Dämonen in ihm. Ein katholischer Charismatiker, mit der Gabe des «Sehens» (gemeint ist, zu sehen, wie viele Dämonen jeder der anwesenden Gläubigen noch mit sich herumschleppt) befreit ihn dann in

einem dramatischen Exorzismus. Ben- tley windet sich – nach seinen eigenen Worten – wie eine Schlange, schlägt um

sich, liebt angeblich Gott und verflucht gleichzeitig seine Freunde. Acht Män- ner schaffen es kaum, ihn am Boden zu halten. Bentley gibt dann offen zu, wie er in Drogen, satanische Anbetung und okkulte Praktiken verstrickt war (siehe http://endtimespropheticwords.wordpr

ess.com/2008/05/29/todd-bentley-dis-

cipled-in-prophetic-by-a-roman-catholic-

charismatic). Bei ihm ist die Gemeinschaft mit den Dämonen, über die Paulus in seinem Brief an die Korinther klagt (1.Kor 10,20), mehr als offensichtlich. Dieser Mann «beglückt» nun unsere Generation mit der angeblich grössten Erweckung in der Kirchengeschichte, begleitet von phänomenalen Zeichen und Wundern.

den letzten Tagen zeichnet; mal abgese- hen von den kräftigen Irrtümern, die von verführerischen Zeichen und Wundern begleitet sein werden (2.Thess 2,9-11). Man beachte nur, wie oft das Wort Zau- berei im Buch der Offenbarung erwähnt wird. ALEXANDER SEIBEL

Wir tun es nicht gerne, aber wir sehen aus Ehrfurcht vor Gott unsere Verantwortung darin, diese Dinge zu erwähnen. Leider gibt es viele Chris- ten, die sich allzu leicht durch solch ungeistliches Handeln blenden lassen. Wir sind deshalb dankbar, dass es noch solche gibt, die sich nicht scheuen, trotz vieler Anfeindungen, aufzudecken, was nicht geistlich ist. Wenn diese Leute wirklich durch die Macht des Herrn fähig wären, die Wun- der zu tun, die sie behaupten zu tun, warum gehen sie dann nicht hin und

die sie behaupten zu tun, warum gehen sie dann nicht hin und Es wird «heiliges Wasser»

Es wird «heiliges Wasser» verschickt. Dies erinnert in beklemmender Weise an das von der katholischen Kirche propagierte Weihwasser

Es steht uns nicht zu, über Daniel Ha- ris Motive zu richten. Man darf sagen, dass er Eifer für Gott hat (Röm 10,2) und sicherlich seinen Mitmenschen nur helfen möchte. Doch man ist anderer- seits mit der erschütternden Tatsache konfrontiert, dass wir ein immer grösser werdendes Spektrum der Christenheit sehen, das mehr an New Age und Esote- rik als an die Bibel erinnert. Und jemand, der behauptet, besonders vollmächtig zu sein und in immer mehr Seminaren und Bibelschulen Heilungsunterricht erteilt, praktiziert und empfiehlt Techniken, die man früher nur von Medizinmännern, Magiern und Zauberern kannte. Allerdings fügt sich diese Entwicklung nahtlos in das Bild, das uns die Bibel von

vermehren in Afrika das Brot für un- zählige Hungernde, so wie Jesus, einige Apostel und Propheten für jedermann sichtbare und nachvollziehbare Wunder taten? Das wäre dann ein Wunder, das man beobachten und beweisen könnte. Tatsächlich stehen sie aber nur auf der Bühne, veranstalten eine riesige «Unter- haltungsshow», geben die grössten Ver- sprechungen, prahlen mit angeblichen Heilungen, die niemand wirklich medi- zinisch bestätigen kann, und reden von Erweckungen und finanziellem Gewinn. Leider geht die wirklich evangelistische Botschaft über Schuld, Sünde und Ver- gebung durch die Erlösungstat Jesu am Kreuz oder das Wort der Heiligung bei solch einem Spektakel oft unter. Ein Bi-

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Im Blickfeld belvers würde sicher mehr Segen bringen als ein blosses Stück Stoff. Ich denke

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belvers würde sicher mehr Segen bringen als ein blosses Stück Stoff. Ich denke da- bei an Sprüche 25,14: «Wie aufziehende Wolken und Wind ohne Regen, so ist ein Mensch, der lügenhafte Versprechungen macht.» Ähnliches sagt übrigens Judas für die Endzeit voraus: «… indem sie ohne Scheu sich selbst weiden; Wolken ohne Wasser …» (Jud 12). Da die Bibel sehr eindringlich da- rauf hinweist, zu wachen, können und dürfen wir nicht schweigen. An dieser Stelle sollen einige Warnungen für sich sprechen:

«Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern als aus Lauterkeit, als aus Gott, vor Gott, in

«Um den Kampfpreis soll euch niemand bringen, der seinen eigenen Willen tut in scheinbarer Demut und An- betung der Engel, der auf das eingeht,

was er in Visionen gesehen hat, grundlos aufgeblasen von der Gesinnung seines Fleisches» (Kol 2,18). «Wenn jemand anders lehrt und sich nicht an die gesunden Worte unsres Herrn Jesus Christus hält und an die der Gottseligkeit entsprechende Lehre, so ist er aufgeblasen und versteht doch nichts, sondern krankt an Streitfragen und Wortgezänk, woraus Neid, Hader, Lästerung, böser

Argwohn entste- hen. Zänkereien von Menschen, welche verdorbe- nen Sinnes und der Wahrheit beraubt sind und die Gottseligkeit für eine Erwerbs-

quelle halten, – von solchen halte dich ferne!» (1.Tim

6,3-5).

«O Timotheus, bewahre das an- vertraute Gut, meide das unheilige Geschwätz und die Einwürfe der fälschlich sogenannten ‹Erkenntnis›, zu welcher sich etliche bekannten und darüber das Glaubensziel aus den Augen

verloren. Die Gnade sei mit dir!» (1.Tim

«Wie aufziehende Wolken und Wind ohne Regen, so ist ein Mensch, der lügenhafte Versprechun- gen macht»

6,20-21).

1 Charisma, Nr. 121, S. 2

Christus reden wir» (2.Kor 2,17). «Damit wir nicht

mehr Unmündige seien, umhergeworfen und herumgetrie- ben von jedem Wind der Lehre, durch die Spielerei der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum ver- führen» (Eph 4,14). «Das sage ich aber, damit euch nie- mand durch Überredungskünste zu Trugschlüssen verleite» (Kol 2,4). «Sehet zu, dass euch niemand be- raube durch die Philosophie und leeren Betrug, nach der Überlieferung der Men- schen, nach den Grundsätzen der Welt und nicht nach Christus» (Kol 2,8).

N.L.

der Welt und nicht nach Christus» (Kol 2,8). N.L.  Wenn man am Ende nicht fertig

Wenn man am Ende nicht fertig ist

«Wenn ich dann im Sterben liege, werde ich rufen: Stopp, ich muss noch den angefangenen Satz zu Ende schreiben!»

D iese Aussage stammt von der bekannten schweizerischen Jugendbuchautorin Federica de

Cesco (70). Inzwischen hat sie über 80 Bücher veröffentlicht. Sie gehört zu den beliebtesten Jugendbuchautoren des deutschen Sprachraums. 1994 schrieb sie ihren ersten Erwachsenenroman «Silber- muschel». Die in Italien geborene Schrift- stellerin lebte in sechs Ländern und liess sich 1962 in der Schweiz nieder. 1 Diesem Ausspruch der Autorin kön- nen wir den Satz mancher Verkündiger

biblischer Botschaften entgegensetzen,

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die zu sagen pflegen: «Nach dem Tod gibt es keinen Punkt, sondern einen Doppelpunkt.» Mit dem Tod ist es nicht aus, sondern es geht danach weiter, ganz im Sinne von Hebräer 9,27-28: «Wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.» Nach dem Sterben kommt das endgül- tige Gericht Gottes auf jeden Menschen

auf ihn warten, zum Heil.» Nach dem Sterben kommt das endgül- tige Gericht Gottes auf jeden

Federica de Cesco

Nach dem Sterben kommt das endgültige Gericht Gottes auf jeden Menschen zu. Es ist schlimm,

Nach dem Sterben kommt das endgültige Gericht Gottes auf jeden Menschen zu. Es ist schlimm, wenn ein Leben dann nicht das Ziel erreicht hat

zu. Es ist schlimm, wenn ein Leben dann nicht das Ziel erreicht hat, das ihm von Gott gesetzt ist, wenn es geistlich nicht vollendet, «der angefangene Satz noch nicht zu Ende geschrieben» ist. Der Ausspruch von Frau de Cesco erinnert uns daran, dass man immer zu früh stirbt, dass das Leben irgendwie noch nicht zu Ende gelebt ist und dass ein gewisser, aber wesentlicher Punkt zu fehlen scheint. Der älteste Mann, der je gelebt hat, war Methusalah: «Die ganze Lebens- zeit Methusalahs betrug 969 Jahre, und er starb» (1.Mo 5,27). Hätten wir ihn damals mit 969 Jahren bei bester Gesundheit fragen können, ob er noch länger leben möchte, hätte er bestimmt gesagt: «Selbstverständlich, es gibt noch so vieles zu tun und zu lernen und ich bin noch längst nicht vollkommen, ich würde gerne noch mal so alt werden.» Das Leben ist nicht zu Ende geschrie- ben, solange der wichtigste Satz fehlt. Diesen Satz hat uns Jesus Christus ge- bracht. Als Er am Kreuz von Golgatha für uns starb, sprach Er den berühm- testen aller Sätze: «Es ist vollbracht!» (Joh 19,30). Dieser Ausspruch ist auch der wir- kungsvollste aller Sätze. Er ist die Vollen- dung und der Schlusspunkt zur Hoffnung der Erlösung unserer Seele. Mit Jesus und dem, was Er für uns vollbrachte, erreichen wir das glückliche Endziel

unseres Lebens auf der Suche nach der Seligkeit. Da bleibt keine Frage mehr offen, da gibt es keine Ungewissheit, da ist nichts unvollendet. «Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rech- ten des Thrones Gottes gesetzt hat» (Hebr 12,2). Kurz vor seinem Tod sagte der bekannte Apostel Paulus: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Ge- rechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerken- nen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben» (2.Tim 4,7-8). Paulus musste nicht befürchten, et- was verpasst zu haben oder einen «ange- fangenen Satz nicht zu Ende geschrieben zu haben». Er hatte sich zum Herrn Jesus bekehrt und war seitdem nicht mehr von Ihm gewichen. Er hat den Glauben an Jesus bewahrt und dementsprechend gelebt. Jesus ist der Schlusspunkt auf der Suche nach Gott. Wer sich zu Ihm wendet, dessen ewiges Heil und Erlö- sung ist zu Ende geschrieben. N.L.

1 Migros-Magazin 18, 28. Apr. 08, S. 23

N.L.  1 Migros-Magazin 18, 28. Apr. 08, S. 23 Aufgegriffen «Die grüne Bewegung ist ein
Aufgegriffen «Die grüne Bewegung ist ein humanisti- scher Versuch zur Wiederherstellung des verlorenen Paradieses von

Aufgegriffen

«Die grüne Bewegung ist ein humanisti- scher Versuch zur Wiederherstellung des verlorenen Paradieses von Eden, ohne anzuerkennen, dass das Problem in der Rebellion des Menschen gegen seinen Schöpfer besteht. Die Christenheit hat sich einer grünen Bewegung angeschlossen und christliche Führungspersonen plappern de- ren Philosophie nach.» Dave Hunt in Zeit- journal 1/2008, 33. Jahrgang, S. 8.

Pflanzen haben laut Biozentristen einen Eigenwert, der sie um ihrer selbst willen schützenswert macht. … Jeder Akt will- kürlicher Schädigung oder Zerstörung von Pflanzen, wie zum Beispiel das Köpfen von Blumen am Wegrand ohne jeden vernünfti- gen Grund, ist moralisch unzulässig … Nie- mand sollte nach völlig freiem Belieben mit Pflanzen umgehen dürfen. NZZ, 15.04.08.

Wegen der zunehmenden Luftverschmut- zung drohen die Bienen zu verhungern. Die Schadstoffe in der Luft dämpfen den Duft der Blumen – und die Bienen haben immer mehr Mühe, ihren lebenswichtigen Nektar zu finden, wie Forscher der Universität Vir- ginia herausgefunden haben. Früher habe der Blütenduft die Insekten über eine Dis- tanz von bis zu 1 200 Metern angelockt. Heute seien es noch 300 Meter. Grund ist laut den Wissenschaftlern, dass sich die Geruchsstoffe schnell mit Schadstoffen wie Ozon, Hydroxol und Nitratradikalen ver- binden und dadurch der Duft verschwindet. Tages-Anzeiger Nr. 72, 15.04.08.

Gemeinsam mit der Universität Leipzig arbeiten Microsoft und Xplain an der Digi- talisierung der ältesten Bibel der Welt. Die in alle Welt verstreuten Einzelteile sollen mit diesem Projekt erstmals vereint wer- den. PC-Welt, 12.05.08.

Die britische Regierung hat Leitlinien für Lehrer erlassen, in denen bestimmte Begrif- fe unter die «bad words» (schlechte Wörter) fallen, darunter auch «Mum and Dad» (Ma- ma und Papa). Stattdessen sollte der Be-

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griff «parents» (Eltern) verwendet werden. Die Regierung hatte diese Leitlinien von der Homosexuellen-Lobbygruppe «Stonewall» erarbeiten lassen. Die Bestimmungen sol- len homofeindliches Mobbing an Schulen bekämpfen. TOPIC April 2008, S. 8.

Die Europäische Union und Israel wollen ihre Beziehungen weiter ausbauen. Das wurde auf einem Treffen der EU-Aussenmi- nister am 16. Juni (2008) in Luxemburg be- kannt gegeben. Im Vorfeld hatten Ägypten

und die Palästinensische Autonomiebehör- de (PA) an die EU appelliert, sich nicht wei- ter an Israel anzunähern. Israelnetz.com,

17.06.08.

Eine aktuelle Umfrage unter israelischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jah- ren ergab, dass eine breite (…) Mehrheit Israel einer Vernichtungsbedrohung aus- gesetzt sieht. Diese könne vom Iran oder von einer alliierten arabischen Front ausge- hen. 40 Prozent der Jugend glaubt sogar an die Wiederholbarkeit des Holocaust. israel heute Juni 2008, S. 8.

Die chinesischen Behörden in der Erdbe- benprovinz Sichuan haben die Restriktio- nen der Ein-Kind-Politik gelockert. Eltern, die ihr einziges Kind durch das verheeren- de Erdbeben verloren haben, dürfen ein weiteres bekommen, ohne eine Geldstra- fe zahlen zu müssen oder von staatlichen Leistungen wie kostenlosem Schulbesuch ausgeschlossen zu werden. Ausserdem könnten «illegale» Kinder – also zweite Kin- der – für legal erklärt werden. Durch das Beben vom 12. Mai waren in Sichuan rund 6 900 Schulgebäude eingestürzt … schät- zungsweise 10 000 Schüler kamen ums Le- ben. P.-D. Nr.23, 4.06.08.

Erstmals in der fast 30-jährigen demo-

kratischen Geschichte Spaniens hat kein Minister seinen Amtseid auf die Bibel ge- leistet. König Juan Carlos hatte am 14. April die Minderheitsregierung des sozialis- tischen Ministerpräsidenten José Luis Rod- riguez Zapatero vereidigt, der neun Frauen und acht Männer angehören. P.-D. Nr. 17,

23.04.08.

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P.-D. Nr. 17, 23.04.08. 12 MNR > August 2008 Im Blickfeld Die sieben «Sei» der Auslegungspredigt

Im Blickfeld

Die sieben «Sei» der Auslegungspredigt

Wer eine Auslegungspredigt hält, möchte der Gemeinde einen Abschnitt aus Gottes Wort nahe bringen und möglichst genau dessen Bedeutung erklären. Der amerikanische Pastor John MacArthur führt sieben Punkte auf, die für eine solche Predigt wichtig sind.

1. Sei vorbereitet: Ich kann dies nicht genug betonen. Das Wort des lebendigen Gottes ist die

Quelle unserer Botschaft und seine Wahrheit ist unerschöpflich. Es gibt einfach keine Entschuldigung dafür, wenn man mit leeren Händen auf die Kanzel tritt, ohne etwas Tiefgehendes, etwas Gehaltvolles oder einen tieferen Einblick zu haben – etwas, das man mit den Zuhörern teilen kann. Mein Vater ist ein Ausleger und er hat eine Sache in meinen Schädel gehäm- mert: Es ist wichtig, sich vorzubereiten. Immer und immer wieder hat er mir gesagt: «Geh nie unvorbereitet auf die Kanzel. Und wenn du behauptest ‹die Bibel sagt …›, dann versichere dich so gut wie du nur kannst, dass sie es auch wirklich sagt.» Eine mangelhafte Vorbe- reitung führt zu erbärmlichen Predigten, ist ein Angriff auf Gott und bringt schwa- che Gläubige hervor – keine starken. Oft fragen mich Leute, ob ich vor meiner Predigt nervös werde. Das passiert mir nur, wenn ich mir nicht sicher bin, was ich sagen soll. Wenn ich jedoch weiss, was ich sagen werde, dann

werde ich nicht nervös – ganz egal, um welches Thema es sich handelt. Innere Ruhe und Gelassenheit stehen stets in einem direkten Zusammenhang mit der Vorbereitung. Es betreten einfach zu viele Männer die Kanzel, ohne die Ergebnisse ihrer Studien und Exegese in eine Auslegungs- predigt auszuarbeiten. Eine der Folgen ist, dass sie sich nicht sicher sind, wohin sich die Predigt entwickelt – sie hat ein- fach keinen Fokus. Und andere scheitern schon daran, dass sie nicht genügend Zeit in das Studium des Textes und die Vorbereitung der Botschaft gesteckt haben. Sei dir sicher, dass du dich ge- wissenhaft vorbereitet hast, bevor du die Kanzel betrittst, um Gottes heiliges Wort auszulegen. Es ist sehr leicht, schwer verständlich zu reden. Rede einfach über ein Thema, mit dem du dich nicht auskennst, und schon verstehen deine Zuhörer genau- so wenig wie du selbst. Sie mögen viel- leicht denken, dass deine Gedanken zu hoch für sie sind, aber das ist nicht wahr. Du hast dann schlicht und einfach dein Thema nicht richtig erfasst – ansonsten

Eine mangelhafte Vorbereitung führt zu erbärm- lichen Predigten, ist ein Angriff auf Gott und bringt schwache Gläubige hervor

hätten es deine Zuhörer verstanden. Es ist sehr schwierig, sich klar auszudrü- cken – du musst dein Thema wirklich gut beherrschen.

2. Sei interessant: Hüte dich davor,

Menschen mit der Bibel zu langweilen. Deine Predigt muss mehr enthalten als die offensichtlichen Dinge eines Abschnitts – die können die Leute auch ohne dich erkennen. Es gibt einen Weg, wie du es vermeiden kannst, nur das für jeden Offensichtliche zu predigen: Du musst harte Arbeit in deine Vorberei- tung stecken. Vergewissere dich, dass dein Brunnen um einiges tiefer ist als die Eimer deiner Zuhörer. Mache deine Predigten zu einem Abenteuer voller Entdeckungen für deine Zuhörer.

3. Sei biblisch: Das Wort ist «leben-

dig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens» (Hebr 4,12). Geschichten, Anekdoten, Paral- lelen oder Diskussionen zu aktuellen Ereignissen haben nicht die Kraft oder Autorität des Wortes Gottes. Die Kraft der Auslegungspredigt kommt aus dem Wort – und nicht daher, dass man das Wort zugunsten anderer Themen ver- nachlässigt.

4. Sei betend: Man kann alles ge-

sagt und getan haben, man kann fleissig studiert und sich sorgfältig vorbereitet haben. Doch wenn wir nicht durch den Heiligen Geist bevollmächtigt sind, wird unser Predigen sinnlos sein. Ich habe einmal von einem gottesfürchtigen Pastor gelesen, der von dem Zeitpunkt an, als er sein Büro verliess, bis zu dem Moment, als er die Kanzel betrat, Fol- gendes für sich wiederholte: «Ich glaube an den Heiligen Geist, ich glaube an den Heiligen Geist.» Er gestand sich ein, dass er absolut abhängig von der Kraft des Heiligen Geistes war. Wir müssen unsere Predigten mit Gebet durchtränken. Ganz allgemein gesprochen ist Gebet ein Lebensstil. Konkret bedeutet das für mich: Ich fan- ge an, für die Predigt zu beten, sobald ich mit der Ausarbeitung der Predigt beginne. Und dann bete ich noch mal ganz speziell am Samstagabend für die morgige Botschaft – oft, bis ich im Gebet einschlafe. Ich bete am Sonntagmorgen – zuerst in meiner eigenen Stillen Zeit,

dann mit einigen der Ältesten –, um

eigenen Stillen Zeit, dann mit einigen der Ältesten –, um Hüte dich davor, Menschen mit der

Hüte dich davor, Menschen mit der Bibel zu langweilen. Deine Predigt muss mehr enthalten als die offen- sichtlichen Dinge eines Abschnitts

so die Botschaft in Gebet einzuhüllen. Dann bete ich am Nachmittag direkt für die Botschaft am Abend. Danach habe ich eine Gebetszeit mit anderen Pasto- ren, bevor ich predige.

5. Sei begeistert: Wenn du dich sel- ber nicht für das begeistern kannst, was du sagen möchtest, kannst du auch nicht erwarten, dass deine Zuhörer begeistert sein werden. Die Botschaft, die Gott uns gibt, sollte uns unter den Nägeln bren- nen – sodass wir predigen müssen, weil wir sie nicht für uns behalten können (vgl. Jer 20,9). Wenn ich am Sonntag nach einer Woche voll von Studium und Vorbe- reitung die Kanzel betrete, dann bin ich begeistert über das, was ich sagen werde. Manchmal fragen mich Leute, wann ich anfange, meine Predigten vor- zubereiten. Ich bereite mich jede Woche für den Sonntag vor. Daher stammt die Intensität meiner Predigten. Ich bin ge- packt von den neuen Entdeckungen, die ich gemacht habe – dies ist der Grund für meine Begeisterung. Vor einigen Jahren hatten wir eine besondere Weihnachtsveranstaltung in unserer Gemeinde. Ich fragte einen der Männer an meinem Tisch, wie lange er schon zur Gemeinde komme. «Ein Jahr lang», antwortete er mir. «Und wie lange bist du schon Christ?», fragte ich nach. Er antwortete mir, dass er kein Christ sei. «Warum kommst du dann?», fragte ich. «Ich arbeite im Verkauf und du wirkst so begeisternd, dass du mich für meine ganze Woche mit Kraft für meine Verkäufe aufpumpst.» Ich erklärte ihm höflich, dass es in meinen Botschaften mehr gebe als nur Begeisterung. Trotz- dem war es angenehm, zu merken, dass

ich nicht langweilig war. Es muss Begeis- terung, Enthusiasmus und Intensität in unseren Predigten geben.

6. Sei autoritativ: Predige mit Über- zeugung. Die Bibel ist Gottes autoritati- ves Wort an den Menschen. Es hat ein- mal jemand Folgendes angemerkt: «Gott gab nicht die zehn Vorschläge; er gab die Zehn Gebote.» Man könnte Autorität als «sanfte Zuversicht» definieren. Wenn wir überzeugt sind, dass unsere Worte wahr sind, dann sollten wir sie auch mit Zuversicht und Autorität aussprechen. Wir sprechen von sanfter Zuversicht, weil wir nicht einem geistlichen Kom- mandeur gleichen dürfen, der seinen Zuhörern Befehle zubrüllt. Predige in der zweiten Person. Sag «du», und nicht «wir» oder «jene». Du bist Gottes Sprachrohr, also musst du auch direkt in deiner Wortwahl sein und «du» gebrauchen. Ich kann mich daran erinnern, dass das Los Angeles Police Department vor einigen Jahren einen Mann aus der Aka- demie entlassen musste, weil er eine zu schwache und hohe Stimme hatte. Sie hielten es nicht für angemessen, dass er anderen Menschen sagen sollte: «Sie sind verhaftet!», da seine Stimme sich überhaupt nicht autoritativ anhörte. Wir müssen mit Überzeugung predigen und die Menschen müssen es fühlen. So wie Paulus an Timotheus schrieb:

«Verkündige das Wort … überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung!» (2.Tim 4,2).

7. Sei praktisch: Vermeide es, indirekt, unklar oder kleinlich zu sein und benutze auch keine veralteten Il- lustrationen, mit denen die Leute nichts

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Im Blickfeld anfangen können. Zeige ihnen, wie die zeitlose Wahrheit des Wortes Gottes ihr alltägliches

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anfangen können. Zeige ihnen, wie die zeitlose Wahrheit des Wortes Gottes ihr alltägliches Leben berührt. Echte Ausle- gungspredigt ist tatsächlich die effektivste Art, anwendungsbetont zu predigen. Wenn die Schrift richtig ausgelegt und vollmächtig gepredigt wird, nimmt der Geist die Botschaft und wendet sie auf die besonderen Bedürfnisse eines jeden Zuhörers an. Ein Prediger sollte schon die gene- rellen Prinzipien, die zur Anwendung führen, in seiner Auslegung aufzeigen. Aber er muss nicht zwingend eine Liste von konkreten Anwendungen anbieten, damit die Predigt eine lebensverändern- de Auswirkung hat. Damit ist nicht ge- sagt, dass er nicht einige Anwendungen formulieren sollte. Aber wenn er dem Bibeltext vollen Raum gibt, werden weit mehr Anwendungen zustande kommen, als der Prediger es vorher erahnen kann, weil der Heilige Geist das Wort nimmt und es auf jeden der Hörer anwendet. Wenn Hunderte oder sogar Tausende anwesend sind, könnte es sein, dass der Ausleger mit seinen eigenen konkreten Vorschlägen die Bandbreite der mögli- chen Anwendungen für das Leben seiner Hörer einschränkt – ja, er riskiert sogar, dass einige Anwendungen komplett aus- geschlossen werden. Lieber sollte er sich darauf konzentrieren, seinen Hörern die richtige Bedeutung des Textes zu vermitteln und sich damit begnügen, generelle Prinzipien weiterzugeben. Dies stellt sicher, dass der Heilige Geist – der am allerfähigsten ist, das Wort auf jedes Herz anzuwenden – seinen ange- messenen Wirkungsraum bekommt, um in das Leben jedes Einzelnen zu reden. Gottes grossartiger und feierlicher Auf- ruf, Sein Wort zu predigen, verlangt unser bestes Studium und unsere sorgfältigste Auslegung. Die «geistliche Nahrung» aus Gottes Wort lässt unser Herz in der Gnade wachsen, daher müssen wir sicher sein, dass sie gut «zubereitet» ist, bevor wir es einer Versammlung «servieren». Und wir müssen das Wort in einer Art und Weise «servieren», die seiner ein- zigartigen Autorität angemessen ist.

Auszug aus Rediscovering expository preaching (S. 297-301), Dallas: Word Pub., von John MacArthur. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von EBTC Europäisches Bibel Trainings-Centrum e.V., Berlin.

von EBTC Europäisches Bibel Trainings-Centrum e.V., Berlin. 14 MNR > August 2008 Der grösste «Fehler» der
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Der grösste «Fehler» der Juden

Was ist der grösste «Fehler» der Juden? Ist es ihre intelligente Art Geschäfte zu machen? Ihre Hartnäckigkeit bei Verhandlungen? Ihre ultraorthodoxe auf der einen oder die atheistische Art ihrer Lebensführung auf der anderen Seite? Ist es ihr hartes Auftreten gegenüber Terroristen? Ist es der Sperrzaun? Oder sind es die besetzten Gebiete? – Nein, der grösste «Fehler» der Juden ist es, Jude zu sein.

A ntisemitismus ist ein unbegründ-

barer Hass gegen die jüdische

Rasse als solche, nicht gegenüber

ihrer Handlungs- oder Denkweise. Der Jude wird gehasst, weil er Jude ist und sein «Verbrechen» ist es, Jude zu sein – und das schon lange vor der Zeit als Is- rael seinen Staat wieder zurückbekam. Vor einigen Jahren kursierte ein Witz, der den Ernst dieser Tatsache sarkastisch auf den Punkt bringt: Bin Laden kommt zu Arafat und sagt: «Lieber Jassir, du bist Terrorist und ich bin Terrorist, du bist ein Massenmörder und ich auch, du bist der Anführer einer Terrorgruppe und ich ebenfalls. Aber sag mir mal, warum ich von der ganzen Welt gesucht, einstimmig verurteilt und gejagt werde, während man dir den Friedens-Nobel- preis aushändigt?» «Ja», sagt Arafat, «du machst etwas Wesentliches falsch. Ich bringe nur Juden um, du aber auch Menschen aus anderen Nationen, das ist der Unterschied.»

Antisemitismus als pauschale Ablehnung. Im islamischen Weltbild beispielsweise hat ein Staat Israel keinen Platz – tatsächlich aber hat er nirgend- wo anders einen Platz. Was jedoch den Islam angeht, wird der jüdische Staat sogar als Gotteslästerung aufgefasst. Da- her sind die Palästinenser letzten Endes nicht bereit, sich mit dem Volk Israel das Land zu teilen. Die moslemischen

Feinde werden nicht eher Ruhe geben, bis alle Juden verschwunden, ins Meer getrieben und vernichtet sind. Nur so ist die Aussage der Nr. 2 des internatio- nalen Terrornetzwerks Al-Qaida zu ver- stehen. Ayman al-Zawahri verkündigte bereits im April, dass seine Organisation Juden in Israel und auf der ganzen Welt angreifen wolle (siehe Israel Heute bzw. Israel aktuell, Nr. 45, S. 7). Nur so kann man auch die Aussage eines führenden Hisbollah-Mitglieds einordnen: «Wir werden in naher Zukunft erleben, wie die mächtigen und effektiven Hisbollah- Kämpfer die krebsartige Existenz Israels zerstören.» 1 Der Antisemitismus ist ein Vorurteil gegen die Juden, der von einer einfachen Abneigung bis zu ungezügeltem Hass alle Formen annehmen kann. Antisemi- tismus ist eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums. So war der Judenfeind Haman, der im biblischen Buch Esther vorkommt, ein Antisemit. Er war von einem unbändigen und unbegründbaren Rassenhass gegen die Juden erfüllt: «Doch es war ihm zu we- nig, an Mordechai allein Hand zu legen; sondern weil man ihm das Volk Morde- chais genannt hatte, trachtete Haman danach, alle Juden im ganzen Königreich des Ahasveros, das Volk Mordechais, zu vertilgen» (Est 3,6). Auch Hitler war wie Haman von ei- nem tiefen Vorurteil gegen die jüdische

Rasse besessen. Obwohl die Führung des sogenannten Dritten Reiches in fälsch- licher Weise Begründungen der

Rasse besessen. Obwohl die Führung des sogenannten Dritten Reiches in fälsch- licher Weise Begründungen der Juden- feindschaft vorschob (wie auch Haman), so war doch ihr Handeln schlicht und ergreifend Antisemitismus pur. Derzeit ist es der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad, der ohne effektive Be- gründung die Rasse der Juden um ihrer selbst willen hasst und vernichtet sehen möchte. Gemäss seinen Aussagen steht die gesamte Existenz des zionistischen Gebildes in Frage und sieht seiner Zer- störung entgegen.

Gott ist nicht antisemitisch. Dass Gott nicht antisemitisch ist, macht unter anderem auch das letzte Buch der Bibel deutlich: «Ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die tru- gen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben» (Offb 14,1). Der Herr Jesus wird als der jüdische Messias auf den Berg Zion in Jerusalem zurück- kehren und den Überrest der Juden er- retten. Die 144 000 aus den 12 Stämmen Israels (Offb 7) werden in Offenbarung 14,4 als die «Erstlinge» beschrieben. Das bedeutet, dass sie nach der Entrückung der Gemeinde die erste Gruppe jüdischer Erlösten sind, denen noch wesentlich mehr folgen werden. Wir werden nicht müde, immer wie- der auf Römer 11 hinzuweisen: «Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie ge- schrieben steht: Aus Zion wird der Erlö- ser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden» (Röm 11,26). Wenn Gott nicht antisemitisch ist, wird damit klar, dass alle antisemitischen Bewegungen antigöttlich sind, weil sie niemals von Gott kommen können. Alle Judenfeindschaft ist zwangsläufig Got- tesfeindschaft und alle antisemitischen

Äusserungen sind Feindschaft gegen das Wort Gottes. Wer sagt oder meint, dass die Juden vertrieben oder gar vernichtet werden sollten, richtet sich in seinem blinden Hass gegen Den, der zu Israel sagt: «Du sollst leben!» (Hes 16,6). Ge- rade deshalb, weil Gott nicht antisemi- tisch ist, ist die Judenfeindlichkeit zum Scheitern verurteilt. Die Ehefrau Hamans scheint eine kluge Frau gewesen zu sein, die richtig reagierte. Denn als Haman vor dem Juden Mordokai gedemütigt wurde und darüber bekümmert war, sagten seine Frau Seresch und seine Weisen zu ihm:

«Wenn Mordokai, vor dem du zu fallen angefangen hast, vom Geschlecht der Juden ist, so wirst du nichts gegen ihn vermögen, sondern du wirst ganz und gar vor ihm fallen» (Est 6,13). Auch diese Wahrheit mag durch ein Beispiel erläutert werden. Bei ei- nem Aufenthalt in Turin beeindruckte mich das höchste aus Stein gemauerte Gebäude Europas, das «Mole Antonel- liana». Aber die Geschichte zu diesem Bauwerk beeindruckte mich noch mehr. Mein italienischer Begleiter (ein Turiner) erzählte mir, dass dieses Haus ursprünglich eine Synagoge werden soll- te. Ein Davidstern sollte dessen Spitze zieren. Doch aus finanziellen Gründen konnte es nicht weitergebaut werden. Eine andere Gesellschaft übernahm den Bau und setzte einen schwarzen Engel auf den First. Doch es dauerte nicht lange, da kam ein Sturm und riss den schwarzen Engel herunter. Eines Tages wird ein letzter gött- licher «Sturm» den Antisemitismus wegreissen: «Ich will dich nicht mehr die Schmähung der Nationen hören las- sen, und das Höhnen der Völker sollst du nicht mehr ertragen müssen; und du sollst deine Nation nicht mehr kinderlos machen, spricht der Herr, HERR» (Hes

36,15).

Gott ist Semit. Es ist nicht bloss so, dass Gott nicht antisemitisch ist, vielmehr ist Er ein Semit, denn Jesus Christus ist der menschgewordene Sohn Gottes: «Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines ent- standen, was entstanden ist. … Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit» (Joh 1,1-3.14).

Sem war einer der drei Söhne Noahs. Und Gott erklärte sich ausdrücklich als der Gott Sems: «Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems …» (1.Mo 9,26). Aus dieser Geschlechterlinie Sems kamen Abraham, Isaak und Jakob und letztlich das Volk Israel (1.Mo 11,10-26). Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Allmächtige sich später auch der Gott Israels nennt (vgl. 2.Mo 3,6.18; 5,1). Der menschgewordene Gott, Jesus Christus, stammte aus der Geschlech- terfolge Sems (Lk 3,23-36). So verstehen wir, dass Gott sagt: «Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems», denn Gott wollte sich über Sem der Welt offenbaren und ihr Erlöser werden. Sem bedeutet ganz einfach nur «Name». Doch gerade diese Namens- deutung beinhaltet eine tiefer liegende Aussage. Jesu Name ist der Name über alle Namen, Er ist Der, über den Petrus sagt: «Es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!» (Apg 4,12). Gott ist in dem Messias Israels Semit geworden, daher kommen wir zur Schlussfolgerung: Wer antisemitisch ist, ist im Grunde auch antichristlich.

Judenfeindschaft oder Israelkri- tik? Judenfeindschaft (Antisemitismus) ist nicht mit nüchterner Israelkritik zu vergleichen. Letztere ist sicherlich not- wendig. Die Bibel selbst kritisiert das jüdische Volk, Jesus hat es getan und auch die Apostel taten es. Der Staat Israel macht Fehler, die Ablehnung der Juden gegenüber dem Evangelium kann nicht gutgeheissen werden. Der Terror orthodoxer Juden gegen die an den Messias Gläubigen ist Feindschaft gegen Gott. Die Sünden Israels sind genauso Sünden, wie sie in einem anderen Land und Volk Sünden sind. Dennoch sollten wir als Christen zu Israel stehen, denn wenn Gott Seinen Bund mit den Vätern aufrechterhält, wer sind wir, dass wir meinen, ihn verwerfen zu können? Um des grössten jüdischen Semiten willen – Jesus Christus – stellen wir uns auf die Seite Israels. «Um des Hauses des HERRN, unsres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen!» (Ps 122,9). Carsten Peter Thiede sagte: «Jesus und die Ursprünge des Christentums sind jüdisch – wollen wir diese historische Tatsache wirklich leugnen?» 2 N.L.

1 Reuters.com, 18. Febr. 2008, 13:35 Uhr

2 Der unbequeme Messias, S. 107

2 N.L.  1 Reuters.com, 18. Febr. 2008, 13:35 Uhr 2 Der unbequeme Messias , S.

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Biblische Botschaft

Biblische Botschaft

Die unbesungenen Helden des Evangeliums

«Wer sich für wichtiger hält als die anderen, betrügt sich selbst. Jeder achte genau auf sein eigenes Leben und Han- deln, ohne sich mit anderen zu vergleichen» (Gal 6,3-4, «Neu- es-Leben-Übersetzung»).

vergleichen» (Gal 6,3-4, «Neu- es-Leben-Übersetzung»). Norbert Lieth D ie Gemeinde wird als Leib Christi

Norbert Lieth

D ie Gemeinde wird als Leib

Christi bezeichnet. Dieser

Leib besteht aus vielen Glie-

dern. Jedes Glied hat seine

Funktion. Darum ist auch jedes Glied wichtig. Nur im Miteinander sind wir funktionstüchtig. Fällt ein Glied aus, so ist der ganze Leib behindert. Der Leib Christi funktioniert nur dann optimal, wenn alle Glieder zusammenarbeiten. Die Apostelgeschichte ist die Ge- schichte der grossen Taten der Apostel. Doch neben ihnen gab es auch noch andere «unbesungene Helden». Män- ner und Frauen, die hinter den Kulis- sen arbeiteten und kaum in Erscheinung traten.

Die fünf unbekannten Diakone:

Arbeit im Hintergrund

«Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind; die wollen wir für diesen Dienst einsetzen, wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben! Und das Wort gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll

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Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Niko- laus, einen Proselyten aus Antiochia» (Apg 6,3-5). Wir alle kennen Stephanus und Phi- lippus. Aber es gab noch fünf andere, die einen ebenso wichtigen Dienst für die frühe Gemeinde taten. Ihre hingegebene, praktische und diakoni- sche Arbeit verschaffte den Aposteln den nötigen Freiraum, ihre Aufgabe zu erfüllen. Die Arbeit dieser Männer wurde kaum wahrgenommen, aber sie war zur Funktion des Leibes Christi sehr wichtig. Ebenso verhält es sich mit den Aposteln, die im späteren Verlauf der Evangeliumsverbreitung nicht mehr er- wähnt werden (z.B. Thomas, Andreas, Philippus, Simon der Zelot, Judas der Sohn des Jakobus, Bartholomäus, Jako- bus der Sohn des Alphäus usw.). Denn über alle Seine Jünger sagte unser Herr Jesus: «Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. Und ich bin nicht

mehr in der Welt; diese aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir!» (Joh 17,9-11). Liebe Leserin, lieber Leser, Ihre Hintergrundarbeit ist wichtig, wenn sie dazu beiträgt, das Evangelium zu fördern, das andere verkündigen!

Ananias: Gehorsam im Kleinen

«Es war aber in Damaskus ein Jünger namens Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Gasse, die man ‹die Gerade› nennt, und frage im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet; und er hat in einem Gesicht einen Mann namens Ananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hand auflegte, damit er wieder sehend werde» (Apg 9,10-12). Ananias selbst wurde keine berühmte Persönlichkeit wie Paulus, Petrus oder Jakobus. Doch er war durch seinen Gehorsam der Schlüssel, den der Herr gebrauchte, um Saulus (Paulus) in das Werk des Herrn einzuführen. Gerade der Gehorsam im Kleinen kann dazu führen, dass das Werk des Herrn umso grösser wird.

Lydia: Wert der Gastfreiheit

«Als sie aber getauft worden war und auch ihr Haus, bat sie und sprach:

Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommt in mein Haus und bleibt dort! Und sie nö- tigte uns. … Da verliessen sie das Ge- fängnis und begaben sich zu Lydia; und als sie die Brüder sahen, trösteten sie sie und zogen fort» (Apg 16,15.40).

Lydia bekehrte sich und öffnete fort- an Paulus und seinen Mitarbeitern ihr Haus. Hier kamen sie zur Ruhe und fan- den Erholung. Von dort aus wurden viele Menschen gläubig und in Philippi wurde eine Gemeinde gegründet. Gastfreiheit ist von unschätzbarem Wert, ebenso wie die Ermutigung. Dadurch wird anderen Erleichterung verschafft.

Jason: selbstloser Einsatz

«Aber die Juden, die sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Strassenpöbel, erregten einen Auflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen. Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrien: Diese Leute, die die ganze Welt in Aufruhr versetzen, sind jetzt auch hier; Jason hat sie aufgenom- men! Und doch handeln sie alle gegen die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus! Sie brachten aber die Menge und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung, sodass sie Jason und die Übrigen nur gegen Bürgschaft freilies- sen» (Apg 17,5-9). «Jason hat sie aufgenommen» ist eine gute Anschuldigung. Er setzte sein Leben für das Evangelium aufs Spiel, nicht in- dem er grosse Reden schwang, sondern einfach, weil er sein Haus den gläubig gewordenen Juden zur Verfügung stellte. Was setzen wir für Jesus ein?

Paulus’ Neffe: beispielhafter Mut

«Aber in der folgenden Nacht trat der Herr zu ihm und sprach: Sei getrost, Pau- lus! Denn wie du in Jerusalem von mir Zeugnis abgelegt hast, so sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen. Als es aber Tag geworden war, rotteten sich etliche Juden zusammen und verschworen sich, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus umgebracht hätten. … Als aber der Sohn der Schwester des Paulus von

diesem Anschlag hörte, kam er, ging in die Kaserne hinein und berichtete es dem Paulus» (Apg 23,11-12.16). Der Name dieses Neffen ist uns nicht bekannt. Man nimmt an, dass Paulus nach seiner Bekehrung von seiner Fa- milie ausgestossen wurde (vgl. Phil 3,8). Doch dieser Neffe war auf irgend eine Weise dem Paulus zugetan. Verwandte durften ihre Familienmitglieder, die rö- mische Staatsbürger waren, im Gefäng- nis besuchen (Apg 24,23). Gott hätte Paulus einfach entrücken können, wie einst Philippus (Apg 8,39). Aber Er tat es nicht, um uns zu zeigen, wie wichtig unser Dienst ist. Gott hätte einen Engel schicken können. Aber Er brauchte Pau- lus’ Neffen, um dem Apostel das Leben zu retten. Dieser junge Mann hatte den Mut, einen Mordplan aufzudecken. Der Herr kann jeden Menschen, unabhängig vom Alter, gebrauchen; Gläubige – ob jung oder alt –, die Ihm gehorsam und in gewisser Weise mutig sind. Mutig war in diesem Fall der Junge, weil er nicht mit der Masse lief und sich nicht der Meinung anderer anpasste.

Julius: beherzter Einsatz

«Als es aber beschlossen worden war, dass wir nach Italien abfahren sollten, übergaben sie Paulus und einige andere Gefangene einem Hauptmann namens Julius von der Kaiserlichen Schar. … Die Soldaten aber fassten den Plan, man solle die Gefangenen töten, damit keiner schwimmend entfliehe. Doch der Hauptmann, der den Paulus retten wollte, verhinderte ihr Vorhaben und be- fahl, wer schwimmen könne, solle sich zuerst ins Meer werfen, um ans Land zu kommen» (Apg 27,1.42-43). Hauptmann Julius rettete Paulus das Leben, als andere Soldaten ihn töten wollten. Dadurch gelangte das Evange- lium zu seinem Bestimmungsort, nach Rom. Auch durch Ihren beherzten Ein- satz wird das Evangelium weitergetra- gen, ob dieser Einsatz nun im Grossen und Sichtbaren geschieht oder eher im Unsichtbaren. Seien Sie ein Mensch, der nicht allem zustimmt,

was Ihnen die Umgebung einflüstert, sondern tun Sie, was der Heilige Geist Ihnen sagt!

Sie sind wichtig!

«Gott konnte einen Verfolger wie Paulus gebrauchen, einen Playboy wie Augustinus, einen Spieler wie Dosto- jewskij. Er gebrauchte einen Hitzkopf wie Martin Luther und einen Trauerkloss wie John Wesley; einen stummen Ochsen wie Thomas von Aquin und eine querschnitts- gelähmte Joni Eareckson Tada.» 1 In den Anmerkungen der «Neues- Leben-Übersetzung» heisst es: «Der menschliche Körper hat viele Organe, doch nur gemeinsam machen die vie- len Teile den einen Körper aus. So ist es auch mit dem Leib Christi. Christen müssen zwei verbreitete Fehler vermei- den: 1) stolz auf ihre Fähigkeiten zu sein oder 2) zu meinen, sie hätten der Gemeinschaft der Christen nichts zu geben. Statt uns miteinander zu verglei- chen, sollten wir unsere verschiedenen Gaben gemeinsam nutzen, um die gute Botschaft der Erlösung zu verbreiten. … Indem Paulus den Körper als Analogie benutzt, benutzt er die Wichtigkeit jedes einzelnen Gemeindemitglieds. Wenn ein scheinbar unbedeutender Teil ausfällt, wird der ganze Leib weniger effektiv. Die eigene Gabe für wichtiger zu halten als die Gabe eines anderen, ist ein Zeichen von geistlichem Stolz. Wir dürfen nicht auf diejenigen herabsehen, die unwichtig zu sein scheinen, und wir sollen nicht neidisch auf andere sein, die mehr sichtbare Gaben haben. Stattdes- sen sollten wir die Gaben gebrauchen, die uns geschenkt wurden, und andere Christen ermutigen, ihre Gaben einzu- setzen. Wenn wir das nicht tun, ist die Gemeinschaft der Gläubigen weniger effektiv.» Egal ob jung oder alt, sehr oder we- niger begabt, öffentlich oder im Hinter- grund: Sie sind wichtig!

1 Aus «50 Bibelworte die die Welt veränderten», Brockhaus, S. 156

Sie sind wichtig!  1 Aus «50 Bibelworte die die Welt veränderten», Brockhaus, S. 156 MNR

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Mitternachtsruf

Mitternachtsruf

Guatemala und die christliche Buchmesse in Miami, USA

André Beitze, Guatemala-City

Buchmesse in Miami, USA André Beitze, Guatemala-City André Beitze (r.) an der Buchmesse D ie allgemeine

André Beitze (r.) an der Buchmesse

D ie allgemeine Rezession macht sich überall breit. Das verspürten wir bei der diesjährigen christli-

chen Buchmesse im Mai, die «Expolit» in Miami, USA. Aber nicht nur das, vie- len fehlt auch der Hunger nach Gottes Wort. Parallel zur Buchmesse lief im angrenzenden Raum eine Show, wo die «christlichen Musiker» ihre neu- esten Stücke an den Mann brachten. Wir beobachteten einen regen Zulauf. Und wenn dann ein Konzert zu Ende war, kamen viele zur Messe, um sich im obenliegenden Raum eine CD ihres Lieblingssängers zu kaufen. Wieder an- dere hatten mehr Interesse an Souvenirs und anderen Artikeln. Verhältnismässig wenige kamen, um sich die Bücher an- zusehen. Aber trotz dieser negativen Vor- zeichen durften wir doch manche ermutigende Erfahrung machen. Unter anderem traf ich einen jungen Brasili- aner, der bei einem anderen brasilia- nischen Buchverlag (Patmos) arbeitet. Wir kamen ins Gespräch. Er zeigte mir einige der ausgestellten Bücher von Wim Malgo, die er in seiner Jugend gelesen hatte. Als Jugendlicher hatte er einen grossen Hunger nach Gottes Wort. So ging er oft in die christliche Bücherei, um sich nach Literatur umzuschauen. Was ihn damals sehr interessierte, war das Buch der Offenbarung. Er fand die Bücher, die Wim Malgo darüber ge- schrieben hatte, und wollte sie kaufen.

Da er aber als 13–14-Jähriger nicht so

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viel Taschengeld bekam, sparte er sich das Geld von der Busfahrt zur Schule, indem er jeden Tag 40 Minuten zur Schule hin und 40 Minuten zurück lief. Dies tat er über einen halben Monat. Er hatte sich diese Bücher etwas kosten lassen. Er bat den Herrn um eine Arbeit und der Herr erhörte ihn. Er begann, im christlichen Verlag CPAD zu arbeiten. Zuerst in Recife, danach in einem neu- en Bücherladen in Manaus. Inzwischen arbeitet er schon seit über 7 Jahren in den USA. In grösseren Städten, wo es grössere brasilianische Gemeinschaften gibt, besucht er die verschiedenen Bü- chereien, um das Material seines Verlags anzubieten. Auch trafen wir einen peruanischen Pastor, der in Boston arbeitet. Als er sich bekehrte und sein Glaubensleben begann, halfen ihm die Zeitschriften Mitternachtsruf und Nachrichten aus Israel, die Schrift besser zu verstehen, wie er erzählte. Diese gaben ihm das Fundament. So war er sehr erfreut, uns auf der Messe anzutreffen. Er machte gerne Gebrauch von unserem Angebot. Wir dürfen doch sehen, dass es auch heute treue Arbeiter gibt, die der Herr gebrauchen kann und für andere zum

Segen setzt, und dass Gottes Wort nicht leer zurückkommt. In Guatemala setzte die Regenzeit mit aller Kraft ein. Wir hatten zwei Stürme gleichzeitig, einen auf dem Pazifik und einen auf dem Atlantik. Vielerorts stie- gen die Flüsse an. Teilweise gab es schon Erdrutsche. Unser Anliegen ist es, dass der Herr diesem Land doch gnädig ist und nicht noch mehr Schaden entsteht. Guatemala leidet schon sehr unter den hohen Lebenskosten. Die Kriminalität ist nicht zu kontrollieren. Auch da brau- chen wir immer wieder die Bewahrung unseres Herrn. In Seiner Hand liegt es auch, dass in den umliegenden Ländern wieder mehr Literatur verbreitet werden kann. Wir sind aber dankbar, dass wir trotz der wirtschaftlichen Krise überhaupt noch Literatur aussäen dürfen. Ende Juli, An- fang August dieses Jahres nahmen wir an einer weltlichen Buchausstellung teil. Unser Ziel war es, Gottes Wort gerade unter ungläubigen Menschen aussäen zu können. Wir sind dankbar für Gebet, beson- ders auch für meine Eltern Werner und Ursula Beitze, die gesundheitlich immer wieder angeschlagen sind.

Beitze, die gesundheitlich immer wieder angeschlagen sind.  Bibelfreizeit im Weserbergland, 17. bis 24. Mai 2008

Bibelfreizeit im Weserbergland, 17. bis 24. Mai 2008

Beitze, die gesundheitlich immer wieder angeschlagen sind.  Bibelfreizeit im Weserbergland, 17. bis 24. Mai 2008

I m späten Frühling dieses Jahres

machten sich 55 Personen auf ins

schöne Weserbergland (Deutsch-

land). Ihr Ziel: Sich eine Woche unter Gottes Wort zu versammeln. Den Kern dieser Freizeit bildeten die täglichen Bi- belarbeiten unter der Leitung von Erich Schäfer (Missionar in Argentinien). Es blieb jedoch genügend Zeit für tiefsinni- ge oder auch entspannende Gespräche sowie ausgedehnte Spaziergänge in Wald und Flur. Wir besuchten die nahegelege- ne Rattenfängerstadt Hameln und auch das schöne Steinhuder Meer. Aber bei al- len architektonischen, landschaftlichen und kulinarischen Genüssen stand in dieser Woche doch das Wort Gottes im Mittelpunkt. Das Thema für diese Freizeit lautete:

«Verändert in Sein Bild.» Und so war es in der Tat das Ziel, dass alle Teilneh- mer etwas Bleibendes mit nach Hause nehmen konnten. Nicht nur bleibende Erinnerungen und die Seife aus dem

«Eine gelungene, schöne und segensreiche Freizeit»

Hotel, nein, sondern etwas viel Wichti- geres, nämlich den geistlichen Gewinn aus Gottes Wort. Der einhellige Tenor

der Freizeitteilnehmer lautete jedenfalls:

«Eine durchweg gelungene, schöne und segensreiche Freizeit.» Es ist erstaun- lich und ein besonderes Vorrecht, dass Kinder Gottes mit total verschiedenen Charakteren, unterschiedlichen Alters und Geschlechts, aus allen möglichen Ländern und Konfessionen einträchtig in Gebet, Gesang und Bibelarbeit als Glie- der am Leibe Jesu Christi Gemeinschaft miteinander haben. Dem Herrn sei Dank

dafür!

T.L.

miteinander haben. Dem Herrn sei Dank dafür! T.L.  Korrigenda Im Beitrag «Pessimismus oder Realismus»

Korrigenda

Im Beitrag «Pessimismus oder Realismus» (Mitter- nachtsruf, Juli 2008, Seite 13) ist uns ein Fehler unterlaufen: Die Aussage, dass sich die Zahl der Hungernden in nur einem halben Jahr von 110 Millionen Menschen auf fast eine Milliarde erhöht habe, ist falsch. Richtig ist tatsächlich, dass sich die Zahl der Hungernden in nur einem halben Jahr um 110 Millionen Menschen auf fast eine Milliarde erhöht hat. Wir entschuldigen uns für das Versehen. Ihr Mitternachtsruf

Streiflicht Gehorsam Das Wort Gehorsam beinhaltet auch das Wort hören, Gehör. Wer also gehorsam sein

Streiflicht

Gehorsam

Das Wort Gehorsam beinhaltet auch das Wort hören, Gehör. Wer also gehorsam sein will, muss zuerst einmal hören. Darum sagt die Bibel: «Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören …» (Lk 11,28). Doch Hören allein ist noch kein Gehorsam. Da muss noch einiges dazukommen. Deswegen geht die Bibel einen Schritt weiter und zeigt auf, dass das Tun zum Hören dazukom- men muss. Als Jesus einmal definierte, wer Seine eigentlichen Verwandten sind, sagte Er: «Mei- ne Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun» (Lk 8,21). Mit dieser Aussage bestätigte Jesus, dass Hören und Tun für den Herrn unauflöslich zusammengehören und so den Begriff Gehorsam bilden. Dabei definiert die Bibel auch, worauf gehört werden soll und was in die Tat umgesetzt werden muss. So erklärte Jesus: «Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater ge- liebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren» (Joh 14,21). Damit wird klar gesagt, was biblischer Gehorsam meint: Höre das Wort Gottes. Halte es fest. Denke darüber nach und setze es im Leben in die Tat um. Damit wird auch ausgeschlossen, was biblischer Ge- horsam eben nicht ist! Biblischer Gehorsam hat nichts mit dem eigenen Befinden zu tun oder mit dem, was ich selbst für richtig halte. Es hat auch nichts mit der Meinung der Masse zu tun oder dem gerade vorherrschenden allgemeinen Trend. Vielmehr wird biblischer Gehorsam von Gottes Wort bestimmt. Das ist der Massstab, der das Denken, Leben und Handeln bestimmt. Diesem soll ich mich ganz unterordnen und gehorchen. Leider ist das auch bei Christen nicht automatisch der Fall. Paulus sagte, dass insbesondere die letzte Zeit von Menschen geprägt sein wird, die vorgeben Christen zu sein – sich jedoch nicht im Gehorsam dem Wort Gottes un- terstellen. «Sie halten wohl noch fest an den äusseren Bräuchen der Frömmigkeit, aber sie ge- ben ihr keinen Einfluss auf ihr Leben» (2.Tim 3,5). Ein Weiteres betont die Bibel: Gehorsam gegenüber Gottes Wort ist Ausdruck der Liebe zu Gott selbst. Nun mag jemand seine brennende Liebe zu Gott ins Feld führen und dazu seine Hingabe oder seinen grossen Einsatz und Eifer für die Mission betonen. Doch wenn das nicht mit einer tiefen Ehrfurcht und persönlichen Unterordnung unter Gottes Wort verbunden ist, dann ist alles nur ein Strohfeuer, ein Lippenbekenntnis ohne Inhalt! Die Bibel sagt diesbezüg- lich: «Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer …» (1.Sam 15,22). Selbst Jesus musste Seinen Gehorsam unter Beweis stellen: «Er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt» (Hebr 5,7-8). Diese Aussage will uns Folgendes sagen:

Jesus musste, obwohl Er nie ungehorsam war und nie rebellierte, doch Gehorsam lernen. Ge- horsam zu lernen, bedeutet dabei nicht, keine Fragen zu haben, sondern trotz Fragen Gott ge- horsam zu sein. So war Jesus dem Vater gegenüber gehorsam. Er tat genau das, was Seinem Auftrag und Seiner Sendung entsprach und ging gehorsam den Weg, der für Ihn bestimmt war. Selbst wenn dies Leiden, dunkelste Nacht und schlimmste Gottverlassenheit bedeutete, so- dass Er schrie: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» (Mt 27,46). In Seinem Gehorsam bewies Er auch, dass es sich lohnt, auf die Zusagen des Vaters zu vertrauen; inmit- ten der Widersprüche, der nagenden Fragen und der notvollen Lebensumstände. Jesus war und blieb gehorsam und hat damit Seinen Gehorsam bewiesen, bestätigt und untermauert! Auch wir werden aufgefordert, Gott gehorsam zu sein, Ihm zu vertrauen, alles auf die Karte des Ewigen zu setzen, damit auch über unserem Leben das Zeugnis der Gläubigen in Rom ste- hen kann: «Denn euer Gehorsam ist überall bekannt geworden. Darum freue ich mich euretwe- gen, möchte aber, dass ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen» (Röm 16,19). Möge der Herr Ihnen dazu täglich Gnade geben. S.R.

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Fragen – Antworten I n den Gleichnissen haben wir passende Illustrationen moralischer oder geistlicher Wahrheiten

Fragen – Antworten

Fragen – Antworten I n den Gleichnissen haben wir passende Illustrationen moralischer oder geistlicher Wahrheiten vor

In den Gleichnissen haben wir passende Illustrationen moralischer oder geistlicher Wahrheiten vor uns

Sind biblische Gleichnisse Mythen?

Ich bin eine Leserin des Mitternachtsruf und habe eine brennende Frage. Sind die Gleichnisse in der Bibel «Mythen»? Die ganze Bibel ist doch von Gott inspiriert. Ganz vielen Dank für Ihre Hilfe.

E in Mythos (griechisch: «Wort», «Rede», «Erzählung») ist eine erzählerische

Verknüpfung von «sogenannten Er- eignissen aus der vorgeschichtlichen Zeit», zumeist über Götter oder Heroen. Bei den

Gleichnissen der Bibel haben wir es nicht mit Mythen zu tun. Die Gleichnisse sind wie jeder andere Teil der Bibel vom Heiligen Geist inspiriert (vgl. 2.Tim 3,16). Es sind von Jesus Christus anschaulich dargestellte Wahrheiten. Bernard Ramms Erklärun- gen in seinem Buch «Biblische Herme- neutik» machen dies auch deutlich:

«In den Gleichnissen haben wir mehr als passende Illustrationen moralischer oder geistlicher Wahrheiten vor uns. In

den Evangelien ist es Jesus Christus,

der über Sein Reich lehrt und in einem gewissen Ausmass in reflektierender Weise Wahrheit über sich selbst lehrt. In einigen Gleichnissen ist Christus die zentrale Figur oder das Gleichnis hat nur Bedeutung, wenn man es direkt auf Christus oder Sein Wort bezieht …

Viele Gleichnisse sagen direkt, dass sie vom Reich han-

deln, oder andere, in denen es nicht ausdrücklich gesagt wird, können nicht vom Reich abge- sondert betrachtet werden … Im All-

gemeinen sind die Gleichnisse auf Material aufgebaut, das den armen Bauern vertraut war. Die Ge- wohnheiten, Bräuche und die materielle Kultur, die in den Gleichnissen deutlich werden, belegen dies mannigfaltig.» 1 F.P.

Gleichnisse sind von Jesus Christus an- schaulich dargestellte Wahrheiten

1 Einige Gleichnisse haben auch einen prophetischen Charakter. Über solche ist in unserem Verlag das Buch «Prophetische Gleichnisse» von Norbert Lieth erschienen, Bestell-Nr. 18728.

von Norbert Lieth erschienen, Bestell-Nr. 18728. Gemeinde und Verbote … In unserer Gemeinde wird sowohl

Gemeinde und Verbote …

In unserer Gemeinde wird sowohl das In- ternet als auch das Fernsehen verboten. Was meinen Sie dazu? Kann ich den Fernseher einfach entfernen, obwohl meine Frau noch nicht gläubig ist? Wenn ich es nicht tue, darf ich dann noch zum Abendmahl gehen?

D anke für Ihre Offenheit und Ehrlich- keit. Mit dem Fernseher ist es das

Gleiche wie mit dem Internet. Es gilt die Frage: Womit füttere ich mich? Wenn ich Müll in mich hineinschiebe, dann kommt nur Müll raus. Doch längst nicht alles, was aus dem Fernseher kommt, ist Müll. Es gibt auch viele gute und schöne Sendungen. Hier ist unsere Eigenverant- wortung vor Gott gefragt.

Perfektion werden wir erst im Himmel erlangen

Sie schreiben, dass Ihre Frau noch nicht gläubig ist. Lassen Sie mich Ihnen einen Rat geben: Haben Sie Ihre Frau einfach ganz fest lieb. Zeigen Sie es ihr durch Ihre Worte und durch Ihre Taten. Zeigen Sie Ihrer Frau Verständnis und Ihre Hilfsbereitschaft und versuchen Sie nicht, sie zwanghaft zu bekehren. Das wird der Herr Jesus schon tun, wenn Ihre Frau an Ihnen sieht, was ein echter Christ ist. Bezüglich des Abendmahls. Sie fra- gen, ob Sie an den Tisch des Herrn gehen dürfen. Da möchte ich eine Gegenfrage stellen: Müssen wir perfekt sein, um am Mahl des Herrn teilzunehmen? Nein. Wir sollten jede bewusste Sünde meiden, aber wir müssen nicht perfekt sein. Perfektion werden wir erst im Himmel erlangen. Natürlich können wir nicht bewusst und willent- lich in Sünde leben und dabei so tun, als sei alles in bester Ordnung. Wenn wir in Sünde gefallen sind – und das passiert leider immer wieder einmal –, stehen wir wieder auf, gehen zum Herrn Jesus, bitten Ihn um Vergebung und dürfen erfahren, wie es Johannes

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schreibt: «Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit» (Joh 1,9). In diesem Zustand und mit dieser Einstellung dürfen wir jederzeit an den Tisch des Herrn treten. Wenn nun die Gemeinde das Internet als Sünde bezeichnet, dann geht sie über das Wort Gottes hinaus. Sie macht es leider ähnlich wie die Pharisäer und lädt den Menschen unnötige Lasten auf (die Gemeindeleitung kann durchaus vor den Gefahren des Internets warnen, doch auch hier gilt wieder: Der Ton macht

Internets warnen, doch auch hier gilt wieder: Der Ton macht Wenn die Gemeinde das Internet als

Wenn die Gemeinde das Internet als Sünde be- zeichnet, geht sie über das Wort Gottes hinaus

die Musik). Das Neue Testament gibt uns folgendes Gebot: «Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt» (Joh 13,34). Wenn wir diese Liebe als Massstab nehmen, dann sind eigentlich alle an- deren Fragen geklärt. Denn wenn ich meine Frau liebe, kann ich nicht fremd- gehen. Wenn ich meinen Bruder liebe, kann ich ihn weder verleumden noch schlagen oder ihm wehtun usw. Wenn ich meinen Nachbarn liebe, stehle ich ihm weder die Blumen aus seinem Gar- ten noch zerkratze ich sein Auto. Wenn ich liebe, dann setze ich den Massstab Jesu aus 1. Korinther 13 in meinem Le- ben um. Und damit erfüllt sich auch das Wort aus Galater 5,14: «Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: ‹Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst›.» Wie oft legen wir doch den Menschen Lasten auf, welche die Bibel gar nicht kennt. Gott will nicht Regeln, Er will eine persönliche Beziehung. So sagte auch der Psalmist: «Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht» (Ps 16,8). Haben wir Jesus wirklich so vor Augen? Wenn dem so ist, wird vieles ganz ein- fach, manches geklärt und wir haben den richtigen Blickwinkel. S.R.

geklärt und wir haben den richtigen Blickwinkel. S.R.  Kann das Ende berechnet werden? Es gibt

Kann das Ende berechnet werden?

Es gibt viele Zeichen. Wir sprechen da- von, dass wir in der Endzeit leben. Ist das wahr? Oder steht sie uns noch bevor? Gibt es irgendeinen Code, mit dem wir die Endzeit und das Ende berechnen können? Ist das möglich?

W ir leben noch nicht in der Zeit der Ereignisse, die in der Bibel

als «Tag des Herrn» bzw. grosse Trübsal beschrieben werden. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir die direkten Vor- zeichen dieser Zeit erleben, die auch als Endzeit bezeichnet wird. Darum gilt es zu beherzigen: «… das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr beur- teilen; wie kommt es aber, dass ihr diese Zeit nicht beurteilt?» (Lk 12,56). Meines Erachtens kann man die End- zeit in drei Perioden einteilen:

Die allgemeine Endzeit: In dieser befinden wir uns bereits seit dem Beste- hen der Gemeinde, denn es heisst: «Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur War- nung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist» (1.Kor 10,11; vgl. 1.Kor 7,29; Hebr 1,1-2; 10,25; 1.Petr 4,7). Die Endzeit im engeren Sinn: In diese «engere Endzeit», die auch «Ende der Tage» genannt wird, fällt die Rück- führung der Juden in ihr Land und die Staatsgründung Israels, was ein unmit- telbares Zeichen für das «Ende der End- zeit» ist. «Die Zornglut des HERRN wird nicht nachlassen, bis er die Gedanken seines Herzens ausgeführt und zustande gebracht hat; am Ende der Tage werdet ihr es verstehen. Zu jener Zeit, spricht der HERR, werde ich der Gott aller Ge- schlechter Israels sein, und sie werden mein Volk sein. So spricht der HERR: Ein Volk, das dem Schwert entflohen ist, hat Gnade gefunden in der Wüste. Ich will gehen, um Israel zur Ruhe zu bringen!» (Jer 30,24-31,2). Das Ende der Tage wird demnach durch die Rückführung der Juden in ihre Hei- mat und die Wiederbewirtschaftung eines zuvor verwüsteten Landes einge- leitet (vgl. Hes 36,33-34). Aufgrund von Römer 11,25-29 wissen wir, dass die Sünden Israels vergeben werden, wenn der Herr nach Zion zurückkommt. Un- mittelbar vor Seiner Rückkehr findet in diesem Sinne laut Hesekiel die physische Wiederherstellung Israels in der Heimat statt, welche wir heute vor Augen haben

(vgl. Hos 3,4-5).

Auch die Apostel sprechen in ihren Briefen über das «Ende der Tage», wenn sie beispielsweise schreiben: «Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten wer- den» (2.Tim 3,1). «… dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren eigenen Lüsten der Gottlosigkeit wandeln» (Jud 18). Die absolute Endzeit: Die Endzeit im absoluten Sinn ist der «Tag des Herrn», die auch die Trübsalzeit genannt wird. Der grösste Teil der Offenbarung (Apokalypse) berichtet über diese Zeit, über welche es einleitend heisst: «Of- fenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll; und er hat sie bekannt gemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt» (Offb 1,1). Das Wort «rasch» bedeutet auch «ohne Verzug», «plötz- lich», «in Kürze», also in schneller Aufeinanderfolge.

lich», «in Kürze», also in schneller Aufeinanderfolge. Die Bibel lehrt an verschiedenen Stellen, dass nie- mand

Die Bibel lehrt an verschiedenen Stellen, dass nie- mand Zeit und Stunde der Wiederkunft Jesu kennt

Ich möchte jedoch betonen, dass es keinen Code gibt, womit man die End- zeit berechnen könnte! Die Bibel lehrt an verschiedenen Stellen, dass niemand Zeit und Stunde der Wiederkunft Jesu

kennt. Sie lehrt auch, dass diese absolute Endzeit die Welt überfallen wird wie ein Dieb in der Nacht (Mt 24,36; Apg 1,7; 2.Petr 3,10). Von daher ist es müssig, die Zeit berechnen zu wollen. Die Zeichen der Zeit aber, die uns ankündigen, dass die absolute Endzeit und die Wieder- kunft Jesu vor der Tür stehen, sind uns tatsächlich gegeben, und auf diese sol- len wir achten (Mt 16,3; 24,3ff.; 2.Petr

N.L.

1,19).

gegeben, und auf diese sol- len wir achten (Mt 16,3; 24,3ff.; 2.Petr N.L.  1,19). MNR

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Vorschau

Die nächste Ausgabe erscheint am 26.08.2008, mit u.a. diesem Thema*:

«Die Gottheit des Messias»

*Änderungen vorbehalten

«Die Gottheit des Messias» *Änderungen vorbehalten Impressum Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf

Impressum

Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf

www.mitternachtsruf.ch

GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992)

VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, Jonathan Malgo

SCHWEIZ Missionswerk Mitternachtsruf, Ringwiesenstrasse 12a, 8600 Dübendorf, Tel.: (0041) 044 952 14 14

DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V., Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001

ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist ausserdem in englischer, französischer, holländischer, italienischer, portugie- sischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und ungarischer Sprache erhältlich.

REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16, Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch, Mitarbeiter: Brigitte Hahn, Elke Lieth, Norbert Lieth, Conno Malgo (Ltg.), René Malgo

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INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE N.L. = Norbert Lieth; T.L. = Thomas Lieth; F.P. = Fredy Peter; S.R. = Samuel Rindlisbacher

MNR > August 2008 August 2008

Dir kann nur Jesus helfen Kopfweh Wie gerne geniesst man das Leben in vollen Zügen.

Dir kann nur Jesus helfen

Kopfweh

Wie gerne geniesst man das Leben in vollen Zügen. «Lasst uns lustig und fröhlich sein, schliesslich ist der Alltag trist genug.» Am Abend in die Kneipe, am Freitag in die Disco, am Samstag ins Stadion, am Sonntag feiern bis zum Abwinken und am Montag mit Kopfschmerzen im Bett. Aber was, wenn die vergnüglichen Tage vorüber sind und man wieder mitten im Alltag steckt, mit all seinen Problemen, Mühen und Sorgen? Die ganze Sinnlosigkeit steht einem wieder vor Augen; sie wurde lediglich für ein paar Tage übertüncht. Das ist ungefähr so, als wenn ich unter Migräne leide und dann eine schmerz- stillende Tablette nehme. Bin ich deswegen von meiner Migräne geheilt? Keineswegs, diese wird früh- er oder später mit all ihren Symptomen wiederkehren. Die Migräne wurde lediglich für einen Moment ruhiggestellt, die Schmerzen wurden unterdrückt, aber geheilt bin ich nicht. Der Tag der nächsten Migräneattacke steht bereits bevor. Und so verhält es sich auch mit den Menschen, die meinen, mit einem vergnüglichen Lebensstil – wie immer dieser auch aussehen mag – ihre Unruhe, geistige Lee- re und eigene Unzufriedenheit überspielen zu können. Aber weder Alkohol noch Drogen, weder Feten noch Musik bis das Trommelfell platzt, können Abhilfe schaffen. Die geistige Migräne ist nach wie vor vorhanden. Aber gibt es denn keinen Ausweg aus diesem Dilemma? Keine wirkliche Hilfe? «Jesus antwortete und sprach zu ihr (der Samariterin): Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten (das ist das Wasser, das die Welt zu bieten hat) . Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben wer- de, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt» (Joh 4,13-14). Es gibt einen Ausweg: Jesus Christus, der lebendige Sohn Gottes! Er verleiht unserem Leben Sinn und Fülle. Ohne Jesus führt das ganze Leben ins Chaos. Jesus allein führt uns aus der Sinnlosigkeit des Lebens heraus und ist die Antwort auf unsere Fragen. Jede Religion, alle Selbsterlösungsversuche und schlichtweg jedes Menschenwerk ist nichts weiter als eine «Migränetablette». Heilung finden wir nur in Jesus. Wie dumm ist doch der kranke (sündige) Mensch, der sich mit Schmerztabletten zufrie- dengibt, wo ihm doch die Heilung am Kreuz von Golgatha angeboten wird. «So wird Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten Mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, son- dern zum Heil» (Hebr 9,28). Oftmals hört man Menschen sagen: «Ich will etwas vom Leben haben.» Aber warum denn nur so bescheiden? Bietet uns doch Gott, in und durch Seinen Sohn Jesus Christus, das ganze Leben an. Al- so, ich will nicht nur etwas vom Leben haben, sondern alles! «Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn

glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat» (Joh 3,16). «Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:

Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen» (Joh 5,24). So rufe ich es auch Ihnen zu: Nicht so bescheiden! Sagen Sie Ja zum Angebot Gottes und Sie wer- den befreit und ewiges (alles) Leben haben. Selbst wenn Sie einst sterben und Ihr Leib zerfällt, wer- den Sie dennoch leben und den Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen dürfen. Sagen Sie aber Nein und versuchen weiter aus eigener Kraft Ihr Leben zu «geniessen», so werden Sie auch die Konsequenz zu tragen haben, die lautet: Sie erlangen niemals wirkliche Heilung. Ja, dann wird Ihr ganzes Leben null und nichtig sein. «Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben … Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts»

(Joh 5,26.28-29).

T.L.