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Lebensfragen

Der „Weg“-Bibelkurs

3
Jesus Christus,
unser Retter
1
Gott bereitet seine Rettungsaktion vor
Gott ist unsere Not nicht gleichgültig. Er leidet darunter mehr
als wir. Er wollte ja unser Leben, unsere Freude. Trotzdem le-
ben die Menschen in Sorgen und Verzweiflung!
Jesus erzählt in einer Geschichte von einem Vater, dessen Sohn
von zu Hause weggeht (Lukas 15, 11-24). Der Sohn hatte es
gut bei seinem Vater. Aber er glaubte, ohne den Vater würde
es ihm besser gehen. So ließ er sich vorzeitig sein Erbe aus-
zahlen und zog von zu Hause weg in ein fremdes Land. Doch
dort wurde er immer ärmer, bis er schließlich Schweine hüten
musste, um zu überleben. So wie es diesen Vater schmerzt,
dass sein Sohn ihn verlassen hat und Not leidet, so schmerzt
es Gott, dass wir ihn verlassen haben und Not leiden.
Aber könnte Gott nicht einfach alle unsere Schuld über-
sehen? Dann wäre doch alles gut! Nein, Gott kann das Böse,
das wir tun, nicht einfach übersehen und so tun als wäre nichts
geschehen. Weil er gerecht ist, muss alles Böse bestraft wer-
den. Sonst gäbe es keinen Unterschied mehr zwischen Gut
und Böse.
Gott wird uns auch nicht gegen unseren Willen helfen. Wir sind
freie Menschen und können auch zu seiner Hilfe Nein sagen.
Nur wenn wir bereit sind das Böse in unserem Leben zu lassen
und zu Gott zurückzukehren, kann Gott uns helfen. Deshalb
ruft Gott jeden Menschen auf, zu ihm zurückzukehren.
Gott hat seine Rettungsaktion für uns Menschen lange vorbe-
reitet. Er hat als Erstes aus Abraham das Volk der Juden
entstehen lassen.
1
der Stammvater: Begründer einer grö-
2 Ich will dich segnen und dich zum Stammvater1 ßeren Gruppe von Menschen, die sich
eines mächtigen Volkes machen. Dein Name soll in bes. im Hinblick auf Sprache, Kultur, wirt-
aller Welt berühmt sein. An dir soll sichtbar werden, schaftliche o.ä. Gemeinsamkeiten, ge-
meinsames Siedlungsgebiet o.Ä. von
was es bedeutet, wenn ich jemand segne. anderen Gruppen unterscheidet
3 Alle, die dir und deinen Nachkommen Gutes wün- 2
der Segen: Gottes Schutz und Hilfe; die
schen, haben auch von mir Gutes zu erwarten. Aber Übertragung von lebenwirkender und
wenn jemand euch Böses wünscht, bringe ich Un- lebenerhaltender Kraft
glück über ihn. Alle Völker der Erde werden Glück
und Segen2 erlangen, wenn sie dir und deinen Nach-
kommen wohl gesonnen sind. (1.Mose 12,2-3)
✍ 3,1) Welches Versprechen gab Gott dem Abraham in
1.Mose 12,2-3, als er ihn (etwa 2000 vor Christus) zu
sich rief?
Die Juden wurden mit der Zeit ein großes Volk. Gott schloss
mit ihnen durch Mose am Sinai einen Bund. Dabei gab er ih-
nen die Zehn Gebote. Dann schenkte er ihnen ein eigenes Land,
das Land Kanaan, einen Teil des heutigen Israel.
2
Schließlich erfüllte Gott sein Versprechen an Abraham. Aus
dem jüdischen Volk kam der Retter der Welt: Jesus Chris-
3
tus3 . Durch ihn können alle Menschen zu Gott zurückkom- Das Wort Christus bedeutet „der Ge-
salbte“ und bezeichnet ursprünglich den
men. Jesus ist Gottes Sohn. durch Salbung im Auftrag Gottes einge-
setzten König Israels. Die frühe Gemein-
Da sagte Natanaël: »Rabbi (Lehrer), du bist der Sohn de hat dann den gekreuzigten und aufer-
Gottes! Du bist der König von Israel!« (Johannes 1,49) standenen Jesus als wahren Christus
bekannt. Er regiert jetzt bei seinem Vater
✍ 3,2) Wie nennt Nathanael Jesus in Johannes 1,49? und wird als Richter der Welt wiederkom-
men.
5 Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was
für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat:
6 Er war in allem Gott gleich,
und doch hielt er nicht gierig daran fest,
so wie Gott zu sein.
7 Er gab alle seine Vorrechte auf
und wurde einem Sklaven gleich.
Er wurde ein Mensch in dieser Welt
und teilte das Leben der Menschen. (Philipper 2,5-7)
✍ 3,3) Lesen Sie Philipper 2,5-7: Wo oder wie war Jesus,
bevor er ein Mensch wurde?
Als Gottes Sohn lebte Jesus schon immer bei Gott. Er
war allmächtig wie Gott der Vater. Alle Reichtümer der Welt
gehörten ihm.
Indem er Mensch wurde, verließ Jesus aus Liebe zu uns diese
Herrlichkeit. Er wollte uns Menschen in Gottes Auftrag zu Gott
zurückbringen. Er wurde als Sohn der Maria in Bethlehem
in einem Stall geboren und lag als kleines und armes Kind in
einer Futterkrippe, aus der sonst die Tiere fraßen. Mit dem
Kommen Jesu beginnen wir unsere Zeitrechnung. Sein Kom-
men hat die Welt verändert.

Jesus zeigt uns,


dass Gott uns helfen will
Jesus war ein Mensch wie wir. Seine ganze himmlische Herr-
lichkeit hatte er abgelegt. Wie sein menschlicher (Pflege-)Vater
Joseph wurde er ein Zimmermann. Aber er war gleichzeitig
Gottes Sohn. Er war Mensch und Gott zugleich.
Als Jesus erwachsen war, durchwanderte er das Land, machte
Kranke gesund, trieb böse Geister aus und verkündete die froh- 4
Jesus sprach vom „Reich Gottes“, der
machende Botschaft: „Gott will euch helfen4 . Deshalb kommt Königsherrschaft Gottes in der unsicht-
zu ihm zurück!“ Darum nennen wir seine Predigt „Evangeli- baren und der sichtbaren Welt.

um“, das heißt „Gute Nachricht“.


Dort brachten sie einen Taubstummen zu ihm mit
der Bitte, ihm die Hände aufzulegen.
3
Jesus führte ihn ein Stück von der Menge fort und
legte seine Finger in die Ohren des Kranken; dann be-
rührte er dessen Zunge mit Speichel. Er blickte zum Him-
mel empor, stöhnte und sagte zu dem Mann: »Effata!«
Das heißt: »Öffne dich!«
Im selben Augenblick konnte der Mann hören; auch
seine Zunge löste sich, und er konnte richtig sprechen.
(Markus 7,32-35)
✍ 3,4) Von welcher Krankheit heilte Jesus den Menschen
in Markus 7,32-35?
Als er in ein Dorf ging, kamen ihm zehn Aussätzige5 5
der Aussätzige: jmd. der an einer
entgegen. Sie blieben in gehörigem Abstand stehen schlimmen Hautkrankheit leidet (z. B.
und riefen laut: »Jesus! Herr! Hab Erbarmen mit Lepra). Diese Menschen wurden von der
Gemeinschaft der Gesunden ausgeson-
uns!« dert und waren auf sich alleine gestellt.«
Jesus sah sie und befahl ihnen: »Geht zu den Pries-
tern und lasst euch eure Heilung bestätigen!«
Und als sie unterwegs waren, wurden sie tatsächlich
gesund. (Lukas 17,12-14)
✍ 3,5) Von welcher Krankheit hat Jesus in Lukas 17,12-14
gleich zehn auf einmal geheilt?
Jesus hat den Menschen immer wieder in den Nöten ihres All-
tags geholfen. Einmal hat er in einem Sturm auf dem See
Genezareth seine Jünger vor dem Ertrinken gerettet. Mehrere
Male hat er Tausende von hungrigen Menschen, die ihm zu-
hörten, satt gemacht.
Bald darauf ging Jesus nach Naïn. Seine Jünger, die
Männer und Frauen, und noch viele Leute folgten ihm.
Als sie in die Nähe des Stadttores kamen, wurde
gerade ein Toter zur Bestattung hinausgetragen. Es
war der Sohn einer Witwe, ihr einziger. Zahlreiche
Bewohner der Stadt begleiteten die Mutter.
Als der Herr die Witwe sah, ergriff ihn das Mitleid,
und er sagte zu ihr: »Weine nicht!«
Dann trat er näher und berührte die Bahre6 ; die Trä- 6
die Bahre: ein tragbares Gestell, auf
ger blieben stehen. Er sagte zu dem Toten: »Du jun- dem man Kranke, Verletzte oder Tote
transportiert
ger Mann, ich befehle dir: Steh auf!«
Da richtete der Tote sich auf und fing an zu reden,
und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.
(Lukas 7,11-15)
✍ 3,6) Was tat Jesus nach Lukas 7,11-15?
Jesus hat Menschen auch ihre Sünden vergeben. Sogar
Menschen wie den damaligen Zöllnern und den Prostituier-
ten, die von allen schlecht angesehen waren. Jesus sagte ih-
nen: „Auch wenn ihr noch so viel Böses getan habt, hat Gott
euch trotzdem lieb und will euch vergeben.“
4
Jesus ging nach Jericho hinein und zog durch die 7
Zolleinnehmer (Zöllner): Zolleinnehmer
Stadt. Zur Zeit des Neuen Testaments wurden
in Palästina Zölle eines Bezirks, wie
In Jericho lebte ein Mann namens Zachäus. Er war Marktzölle, Grenzzölle usw., verpachtet,
der oberste Zolleinnehmer7 in der Stadt und war sehr wahrscheinlich an den Meistbietenden.
reich. Er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus Die Pächter ihrerseits hatten wieder
Unterpächter angestellt. Auch sie muss-
sei. Aber er war klein, und die Menschenmenge ver- ten einen festgelegten Betrag abliefern,
sperrte ihm die Sicht. So lief er voraus und kletterte kassierten jedoch den Zoll in die eigene
auf einen Maulbeerfeigenbaum8 , um Jesus sehen Tasche. Es gab zwar feste Tarife, doch
verleitete dieses System zum Betrug.
zu können; denn dort musste er vorbeikommen. Kein Wunder, dass die Zolleinnehmer
Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und Dieben und Räubern gleichgestellt wur-
den. Da sie überdies im Dienst der heid-
redete ihn an: »Zachäus, komm schnell herunter, ich nischen (römischen) Besatzungsmacht
muss heute dein Gast sein!« standen und durch ihren Beruf häufig mit
Nichtjuden in Berührung kamen, galten
Zachäus stieg schnell vom Baum und nahm Jesus
sie als »unrein«. Von den Frommen wur-
voller Freude bei sich auf. den sie verachtet und gehasst; der Um-
Alle sahen es und murrten; sie sagten: »Bei einem gang mit ihnen wurde gemieden.
ausgemachten Sünder ist er eingekehrt!« 8
der Maulbeerfeigenbaum: Baum, der
hauptsächlich als Bauholz verwendet
Aber Zachäus wandte sich an den Herrn und sagte wurde. Seine Früchte waren nicht sehr
zu ihm: »Herr, ich verspreche dir, ich werde die Hälf- wertvoll.
te meines Besitzes den Armen geben. Und wenn ich
jemand zuviel abgenommen habe, will ich es ihm
vierfach zurückgeben.«
Darauf sagte Jesus zu ihm: »Heute ist dir und dei-
ner ganzen Hausgemeinschaft die Rettung zuteil ge-
worden! Auch du bist ja ein Sohn Abrahams.
Der Menschensohn9 ist gekommen, um die Verlore-
nen zu suchen und zu retten.« (Lukas 19,1-10)
9
Jesus Christus bezeichnete sich oft als
✍ 3,7) Worin zeigt Jesus in Lukas 19,1-10 dem Zachäus, Menschensohn. Damit benutzt er einen
dass er ihm seine Schuld vergibt, auch wenn er das Begriff, den es schon im Alten Testament
gibt. Es bezeichnet eine übermenschlich-
nicht ausdrücklich sagt? himmlische Gestalt, die in Gottes Auftrag
Gericht halten wird und der anschließend
Jesus hat die Menschen ermutigt, zu Gott zurückzu- die Weltherrschaft übertragen wird (vgl.
kommen. Er hat ihnen gesagt: „Bekennt Gott eure Schuld. Daniel 7,13-14).
Gott will sie euch vergeben. Hört auf, Schlechtes zu tun und Zur Zeit des Lebens von Jesus erwarte-
ten fromme Juden diesen „Menschen-
eure eigenen Wege zu gehen. Fangt an, so zu leben, wie Gott sohn“, der eng mit dem Begriff „Messias“
es will.“ Jesus hat uns gezeigt, wie wir leben sollen. Besonders verbunden ist. Jesus war ja Gottes Sohn,
in der „Bergpredigt“ (Matthäus 5-7) hat er gesagt, wie Gottes auf den dieses zutraf. Gleichzeitig benutzt
der diesen Begriff aber auch um darauf
Gebote zu verstehen sind und wie anders Gottes Reich ist im hinzuweisen, dass er nicht nur Gott, son-
Vergleich mit menschlichen Reichen. dern gleichzeitig auch ganz Mensch war.
Im äußersten Kontrast zu seiner künfti-
Viele Menschen folgten Jesus nach. Von diesen Leuten hat gen Machtstellung hat Jesus als dieser
Jesus zwölf Männer zu seinen „Jüngern“ (= Schülern) ge- »Menschensohn« auf der Erde ein Leben
in Niedrigkeit und Verachtung geführt (Mt
macht (u. a. Petrus, Johannes und Andreas). Sie hat er 8,20; 11,19). Mit Gottes Vorauswissen
besonders gelehrt, und sie sind überall bei ihm gewesen. Sie und nach Gottes Willen ist es geschehen,
sollten die gute Nachricht von Jesus anderen Menschen wei- dass der »Menschensohn« zunächst
»den Menschen ausgeliefert«, dass der
tersagen, wenn er nicht mehr da war. Er gab ihnen sogar die von Gott bestellte Weltrichter vor ein
Vollmacht, böse Geister auszutreiben. Jesus setzte diese Zwölf menschliches Gericht gestellt und zum
Tod verurteilt wurde (Mk 8,31; 9,31; 10,33-
als seine „Apostel“ (=Gesandte, Botschafter) ein. 34). Nach Mk 10,45 ist Jesus ein Men-
5
schensohn, der sein Leben als Lösegeld
Jesus starb, damit wir leben für die Menschen hingab - der Richter gibt
sein Leben für diejenigen, die einst vor
Am meisten hat Jesus uns durch sein Sterben geholfen. Noch seinem Gericht stehen werden!
viel mehr als dadurch, dass er z. B. Kranken geholfen hat. Denn
dass wir krank sind, hungern und andere Nöte haben, ist ja
nur die Folge unserer Trennung von Gott, die durch die Sünde
kommt. Die Sünde ist unsere eigentliche schlimmste
Not. Und die hat Jesus durch sein Sterben beseitigt.
Wenn jemand eine Krebsgeschwulst hat, nützt es wenig, die
Schmerzen durch Medikamente zu beseitigen. Man muss die
Ursache der Schmerzen, die Krebsgeschwulst, entfernen. Sonst
muss der Mensch trotzdem am Krebs sterben. So nützt es letz-
ten Endes nichts, einen Menschen gesund oder satt zu ma-
chen, wenn man nicht die Ursache seiner Not beseitigt, näm- 10
Das soll nicht heißen, dass nicht alles
lich seine Trennung von Gott, die Sünde.10 getan werden muss, um den Hunger zu
beseitigen. Hungerhilfe und Hilfe zum
Wie hat Jesus unsere Sünde, unsere Trennung von Gott, ewigen Leben gehören zusammen.
weggenommen? Die Antwort gibt z. B. der Prophet Jesaja.11 11
Die Propheten waren Männer in Isra-
el, durch die Gott u. a. schon lange vor
4 In Wahrheit aber hat er die Krankheiten auf sich Jesu Geburt diesen als Retter angekün-
genommen, die für uns bestimmt waren, und die digt hat.
Schmerzen erlitten, die wir verdient hatten. Wir mein-
ten, Gott habe ihn gestraft und geschlagen;
5 doch wegen unserer Schuld wurde er gequält und
wegen unseres Ungehorsams geschlagen. Die Stra-
fe für unsere Schuld traf ihn, und wir sind gerettet.
Er wurde verwundet, und wir sind heil geworden.
(Jesaja 53,4-5)
✍ 3,8) In Jesaja 53,4-5 spricht der Prophet von Jesus. Wie
hat Jesus unsere Sünde weggenommen und damit ihre
Folgen, unsere Krankheiten und Schmerzen?
Jesus hat aus Liebe zu uns unsere Sünde und die Strafe
dafür auf sich genommen. Damit hat er unsere Sünde
beseitigt. Lieber wollte er selber sterben als uns für immer
dem Tod zu überlassen. Obgleich er nie eine Sünde getan hat- 12
Der Tod durch Kreuzigung war eine
aus Persien stammende Hinrichtungsart,
te, starb er den qualvollen Tod eines Verbrechers am Kreuz12 . die von den Römern an Sklaven, Räu-
bern und Aufrührern vollstreckt wurde.
Vor langer Zeit machte ein Forscher einmal folgende Beobach- Das griechische „stauros“ (mit „Kreuz
tung im Kaukasus: übersetzt) bezeichnet zunächst nur den
senkrecht in der Erde befestigten
Um die Einheit und den Gehorsam in seinem Stamm zu erhal- »Pfahl«. An diesem wurde zur Hinrich-
ten, hatte der Fürst Schamyl einen strengen Befehl gegeben: tung ein Querholz aufgehängt, an dem
die ausgestreckten Arme zuvor festge-
Niemand durfte sich an der Beute vergreifen, die dem Stamm bunden bzw. die Hände angenagelt wor-
als ganzem gehörte. Wer diesen Befehl übertrat, wurde mit den waren; die Füße wurden danach am
100 Stockschlägen bestraft. Pfahl angebunden oder festgenagelt (wie
im Fall von Jesus: Joh 20,25). Das Quer-
Eines Tages aber passierte es, dass der Befehl zum ersten Mal holz - und nur dies - hatte der Hinzurich-
tende selbst zum Richtplatz zu tragen (Mk
durchbrochen wurde - durch die alte Mutter des Fürsten. Was 15,21par; 8,34par). Der Tod trat bei Ge-
sollte nun geschehen? Wenn die Strafe nicht in die Tat umge- kreuzigten durch Durst, Erschöpfung und

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setzt würde, war die Gerechtigkeit des Fürsten in Frage gestellt Kreislaufkollaps ein, oft erst nach Tagen
(vgl. Mk 15,44-45). Um ihn schneller her-
und der Ernst seiner Befehle für alle Zukunft untergraben. Es beizuführen, konnten die Unterschenkel
wird berichtet, dass der Fürst sich einen Tag lang in seinem zertrümmert werden (Joh 19,31-32).
Zelt verborgen hielt. Dann trat er heraus und sagte, dass die Wenn die Fußstützung wegfiel und das
ganze Gewicht des Körpers an den Ar-
Strafe vollstreckt werden müsse. men hing, trat sehr bald der Erstickungs-
tod ein.
Als aber der erste Schlag auf den Rücken der Mutter herab-
gesaust war, riss er sich den Mantel herunter, warf sich vor
seine Mutter und rief den Soldaten zu: „Schlagt weiter und
keinen Schlag zu wenig!“ So hatte er die Lösung gefunden!
Die Mutter war gerettet; zugleich zeigte der zerrissene und
blutende Rücken des Fürsten, wie ernst seine Befehle zu
nehmen waren, um Recht und Gerechtigkeit im Stamm auf-
rechtzuerhalten.
So ähnlich wie in der Geschichte ist es auch mit unserer Sün-
de. Die Folge der Sünde ist der Tod: Der Tod trifft uns alle.
Wenn Gott nun einfach sagen würde: „Es ist nicht so schlimm
mit der Sünde“, dann würde er sich damit unglaubwürdig
machen. Denn Gott steht zu seinen Prinzipien13 , er nimmt die 13
das Prinzip: eine Regel o.Ä., nach der
Sünde ernst! jemand, eine Gruppe o.Ä. lebt Grund-
satz
Gott suchte deshalb einen Weg, wie er die Sünde bestrafen
könnte, ohne den Menschen zu zerstören. Doch an wem sollte
die Strafe vollzogen weiden? Nur Gott selbst war in der Lage,
das Problem zu lösen. Die Strafe für unsere Sünden vollstreck-
te er an seinem eigenen Sohn Jesus Christus.
„Gott hat Christus, der ohne Sünde war, an unserer
Stelle als Sünder verurteilt, damit wir um Christi willen
freigesprochen werden.“
(2. Korinther 5,21; vgl. auch Römer 5.18-21)
✍ 3.9) Wie also kann Gott den schuldigen Menschen allein
freisprechen?
Jesus hatte niemals eine Sünde getan. Er hatte immer in Ge-
meinschaft mit Gott gelebt. Aber er musste für unsere Sünde
sterben. Er nahm stellvertretend unsere Sünde und die Strafe
dafür auf sich. So groß ist seine Liebe zu uns!
Aber sein Erlösungswerk bleibt für jeden völlig bedeutungslos,
der es nicht im Glauben annimmt. Bestehen wir darauf, unse-
re Sünde selbst zu verantworten, werden wir unweigerlich den
ewigen Tod erleiden müssen; denn „der Lohn der Sünde ist
der Tod“ (Römer 6, 23a).
Nur wer zulässt, dass ein anderer für ihn stirbt, muss nicht selbst
sterben. Jesus Christus sagt: „Wer mein Wort hört und glaubt
dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht
ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben durchge-
drungen“ (Johannes 5,24). Und: „Ich bin die Auferstehung und
7
das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er ge-
storben ist.“ (Johannes 11, 25).
Seit Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, kann die
Sünde uns nicht mehr beherrschen, wenn wir an Jesus glau-
ben. Wir sind dann für die Sünde tot; d. h., die Sünde kann
eine Verbindung zu uns nicht mehr herstellen. Aber das Umge-
kehrte ist nach wie vor möglich, dass nämlich wir Verbindung
zur Sünde aufnehme. Das wird erst dann anders sein, wenn
auch unser sterblicher Körper erlöst sein wird, nach der Aufer-
stehung zum ewigen Leben (vgl. hierzu Römer 6,2+11; 8,23).
Unsere Sünden hat er ans Kreuz hinaufgetragen,
mit seinem eigenen Leib.
Damit sind wir für die Sünden tot
und können nun für das Gute leben.
Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden!
(1.Petrus 2,24)
✍ 3,10) Wie wird in 1.Petrus 2,24 ausgedrückt, dass Jesus
uns durch seinen Kreuzestod den Gehorsam gegen Gott
neu ermöglicht hat?
Vielleicht fragen wir jetzt: Aber ist nicht jeder selbst für seine
Taten verantwortlich? Muss nicht jeder selbst dafür büßen? Das
folgende Beispiel zeigt, dass sich ein Mensch durchaus stellver-
tretend für einen anderen bestrafen lassen kann.
Für einen anderen sterben
Als die Deutschen im 2. Weltkrieg Polen besetzt hatten, war
Pater Maximilian Kolbe ins Konzentrationslager Auschwitz ge-
bracht worden. Er hatte verfolgten Juden geholfen. 1941 war
ein Gefangener aus dem Lager geflohen. Zur Strafe dafür
mussten zehn andere Gefangene den Hungertod sterben. Ei-
ner dieser Zehn hatte Familie und Kinder. Da bat Maximilian
Kolbe, anstelle dieses Gefangenen sterben zu dürfen. Es wur-
de ihm erlaubt. So ging er für diesen Mann in den Tod und
rettete ihm das Leben.
So wie Maximilian Kolbe stellvertretend für diesen Mann starb,
starb Jesus Christus stellvertretend für alle Menschen.
Weil Jesus aber als Mensch und Gottessohn ohne jede Sünde
war, hatte sein Leben einen unendlichen Wert. Deshalb konn-
te er mit seinem Leben die Schuld aller Menschen bezahlen.
Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er sei-
nen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich
auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde ge-
hen, sondern ewig leben. (Johannes 3,16)
✍ 3,11) Worin zeigt Gott nach Johannes 3,16 seine Liebe
zu uns Menschen?
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Leben wir aber im Licht, so wie Gott im Licht ist,
dann haben wir Gemeinschaft miteinander, und
das Blut, das sein Sohn Jesus für uns vergossen
hat, reinigt uns von jeder Schuld. (1. Johannes 1,7)
✍ 3,12) Wodurch werden wir nach 1. Johannes 1,7 von
jeder Schuld gereinigt?
Wohl niemals würde ein menschlicher Vater seinen Sohn für
einen anderen Menschen sterben lassen. Gott aber hat das
getan, und zwar für solche Menschen, die sich von ihm ab-
gewandt hatten und ihn verachteten. Niemals können wir die
Liebe wirklich verstehen, die uns Gott der Vater durch
Jesus gezeigt hat. Sie ist so unermesslich groß!.
Gegen drei Uhr schrie Jesus: »Eli, eli, lema
sabachtani?« - das heißt: »Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?« (Matthäus 27,46)
✍ 3,13) Lesen Sie Matthäus 27,46. Hätte Gott sich nicht
von Jesus am Kreuz abgewendet, von wem hätte er sich
dann abgewendet?
Dass Jesus von seinem Vater am Kreuz verlassen wurde, war
für ihn das schlimmste Leiden. Trotzdem starb er als Sieger.
Jesus nahm von dem Essigwasser und sagte:
»Jetzt ist alles vollendet.« Dann ließ er den Kopf
sinken und gab sein Leben in die Hände des Va-
ters zurück. (Johannes 19,30)
✍ 3,14) Lesen Sie Johannes 19,30: Was hatte Jesus im
Augenblick seines Todes vollendet?

Jesus lebt und baut seine Gemeinde


Jesus ist nicht im Tod geblieben. Gott hat ihn zu Ostern, drei
Tage nach seinem Tod, zu ewigem Leben auferweckt. Gott
hat damit gezeigt, dass Jesus uns am Kreuz wirklich von unse-
rer Sünde befreit und das Leben geschenkt hat.
Während die beiden noch erzählten, stand plötz-
lich der Herr selbst mitten unter ihnen. Er grüßte
sie: »Frieden sei mit euch!«
Sie erschraken und fürchteten sich; denn sie mein-
ten, einen Geist zu sehen.
Aber er sagte: »Warum seid ihr so erschrocken?
Warum kommen euch solche Gedanken? Schaut
mich doch an, meine Hände, meine Füße, dann
erkennt ihr, dass ich es wirklich bin! Fasst mich an
und überzeugt euch; ein Geist hat doch nicht
Fleisch und Knochen wie ich!«
9
Während er das sagte, zeigte er ihnen seine Hän-
de und seine Füße.
Als sie es in ihrer Freude und Verwunderung noch
immer nicht fassen konnten, fragte er: »Habt ihr
etwas zu essen hier?«
Da gaben sie ihm ein Stück gebratenen Fisch, und
er nahm es und aß es vor ihren Augen.
(Lukas 24,36-43)
Als Jesus kam, war Thomas, genannt der Zwilling,
einer aus dem Kreis der Zwölf, nicht dabei gewesen.
Die anderen Jünger erzählten ihm: »Wir haben den
Herrn gesehen!«
Thomas sagte zu ihnen: »Niemals werde ich das
glauben! Da müsste ich erst die Spuren von den
Nägeln an seinen Händen sehen und sie mit mei-
nem Finger fühlen und meine Hand in seine
Seitenwunde legen - sonst nicht!«
Eine Woche später waren die Jünger wieder im
Haus versammelt, und Thomas war bei ihnen. Die
Türen waren abgeschlossen. Jesus kam, trat in
14 14
Frieden ist hier nicht einfach die Ab-
ihre Mitte und sagte: »Frieden sei mit euch!« wesenheit von Krieg, sondern ein viel
Dann wandte er sich an Thomas und sagte: »Leg weiterer und vornehmlich positiv gefüll-
deinen Finger hierher und sieh dir meine Hände ter Begriff. »Frieden« (hebräisch
schalom) meint: umfassendes Glück,
an! Streck deine Hand aus und lege sie in meine Wohlergehen des einzelnen und der Ge-
15
Seitenwunde! Hör auf zu zweifeln und glaube !« meinschaft, gelungenes Leben in gelun-
genen Beziehungen - zueinander, zu sich
Da antwortete Thomas: »Mein Herr und mein selbst, zur Umwelt, zu Gott.
Gott!« 15
„Glauben“ bezeichnet in der Bibel nicht
Jesus sagte zu ihm: »Du glaubst, weil du mich ein Wissen mit geringerem Sicherheits-
gesehen hast. Freuen dürfen sich alle, die mich grad, sondern das unerschütterliche Ver-
trauen auf Gott und seine Heilszusagen.
nicht sehen und trotzdem glauben!« Hier geht es um das tiefe Vertrauen, dass
(Johannes 20,24-29) Jesus Christus wirklich auferstanden ist
und der persönliche Retter (Erlöser) von
✍ 3,15) Woran sehen wir in Lukas 24,36-43 und Thomas sein möchte.
Johannes 20,24-29, dass die Jünger sich nicht ge-
täuscht hatten, als sie meinten, Jesus nach seinem
Tod wieder zu sehen?
3 Ich habe an euch weitergegeben, was ich selbst
als Überlieferung empfangen habe, nämlich als
erstes und Grundlegendes:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in 16
Die Bücher, die heute in unserem Al-
16
den Heiligen Schriften vorausgesagt war, ten Testament zusammengefasst sind,
4 und wurde begraben. waren für das Judentum zur Zeit von
Jesus und ebenso für die frühe Christen-
Er ist am dritten Tag vom Tod auferweckt worden, heit „Heilige Schrift“. Für heutige Chris-
wie es in den Heiligen Schriften vorausgesagt war, ten sind das Alte und das Neue Testa-
ment „Heilige Schrift(en)“.
5 und hat sich Petrus gezeigt, danach dem ganzen
Kreis der Zwölf.
10
6 Später sahen ihn über fünfhundert Brüder auf
einmal; einige sind inzwischen gestorben, aber die
meisten leben noch.
7 Dann erschien er Jakobus und schließlich allen
Aposteln.
8 Ganz zuletzt ist er auch mir erschienen, der
17 17
»Fehlgeburt «. die Fehlgeburt: ein Embryo, der noch
nicht fähig ist, außerhalb des Bauchs der
(1. Korinther 15,3-8) Mutter zu leben. Paulus bezeichnet sich
hier als „Fehlgeburt“, weil er am Anfang
✍ 3,16) Wie vielen einzelnen Personen oder Gruppen ist die Gemeinde der Christen verfolgt hat
Jesus als Auferstandener nach 1.Korinther 15,3-8 er- und so seine Bestimmung verfehlt hat
(vgl. Gal 1,15). Allein durch Gottes Gna-
schienen?
de ist er zum Apostel geworden.
Vierzig Tage nach seiner Auferstehung kehrte Jesus in sei-
ner Himmelfahrt zu Gott zurück.
8 Aber ihr werdet mit dem Heiligen Geist erfüllt
werden, und dieser Geist wird euch die Kraft ge-
ben, überall als meine Zeugen aufzutreten: in
18 19
Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und
bis ans äußerste Ende der Erde.«
9 Während er das sagte, wurde er vor ihren Augen
emporgehoben. Eine Wolke nahm ihn auf, so dass
sie ihn nicht mehr sehen konnten.
(Apostelgeschichte 1,8-9)
✍ 3,17) Lesen Sie Apostelgeschichte 1,8-9: 18
Bezeichnung für den südlichen Teil des
a) Was versprach Jesus seinen Jüngern bei seiner damaligen Palästina, in dem hauptsäch-
lich Juden wohnten.
Himmelfahrt? 19
Gebiet nördlich von Judäa, in dem ein
b) Wann hat er dieses Versprechen erfüllt? Mischvolk aus Juden und anderen Völ-
kern wohnte. Die Samariter wurden von
Jesus ist nun bei seinem Vater im Himmel. Gott hat ihm alle den frommen Juden nicht als Juden an-
Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Deswegen nen- erkannt, und ihr Land wurde von ihnen
verachtet und gemieden.
nen wir ihn auch Jesus, den Herrn. Auf dieser Erde baut er
seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Christen. Pfingsten
schickte er den Jüngern seinen Heiligen Geist. Durch ihn
werden die Nachfolger Jesu mit Kraft und Vollmacht ausge-
rüstet, zu anderen Menschen und Völkern zu gehen und ihnen
die Gute Nachricht zu bringen. Aus den wenigen Jüngern bei
Jesu Himmelfahrt sind bis heute viele Millionen Christen ge-
worden.
Mohammed ist tot, Buddha ist tot, alle anderen Religionsstif-
ter sind in ihren Gräbern wieder zu Erde geworden. Doch Jesus
Christus lebt. Nur Jesus ist vom Tod auferstanden und lebt
heute und in alle Ewigkeit. Der Gott der Christen ist ein leben-
der Gott!

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Dieser Kurs besteht aus sechs Lektionen:

1. Gibt es Gott?

2. Warum ist so viel Not und Leid in der Welt?

3. Jesus Christus, unser Retter

4. Mein Leben wird heil und neu

5. Im Alltag als Christ leben

6. Die Zukunft unserer Welt

Der Bibelkurs wird herausgegeben von:


„Der Weg“, Andoverstraße 77,
47574 Goch, Deutschland
weg@derweg.org
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