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Wer ist Gott?

Max Billeter

Beröa-Verlag, CH-8038 Zürich


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Wer ist Gott?
Die Bibel-Zitate sind der überarbeiteten
Elberfelder-Übersetzung entnommen
(Edition CSV Hückeswagen)

© Beröa-Verlag, Zürich 2009


Bild: fotolia.de
Druck: BasseDruck, Hagen 248
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Was können wir über Gott wissen? Diese Frage Wenn wir uns mit diesem erhabenen Thema
hat die Menschen aller Zeiten beschäftigt. Je befassen, dann geziemt uns größte Zurückhal-
größer die Vielfalt der angebotenen Theorien tung und eine tiefe Ehrfurcht.
und der damit angerichteten Verwirrung, desto
wertvoller sind die klaren Aussagen der Heiligen Machen wir es deshalb wie Mose, als er vor dem
Schrift, der Bibel. In diesem «Buch der Bücher» brennenden Dornbusch stand: «Ich will doch
hat Gott uns Menschen ein exaktes Porträt von hinzutreten und dieses große Gesicht sehen,
sich gegeben. warum der Dornbusch nicht verbrennt. Und als
der Herr sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da
Dieses Thema dürfen wir jedoch nicht nur mit rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu und
unserem Verstand angehen. Vielmehr ist unser sprach …: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen
Glaube gefragt, denn «ohne Glauben ist es aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger
unmöglich, Gott wohlzugefallen; denn wer Gott Boden» (2. Mose 3,3-5).
naht, muss glauben, dass er ist und denen, die
ihn suchen, ein Belohner ist» (Hebräer 11,6).

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Gott ist ein Gott Die drei Personen der Gottheit

«Gott ist einer» (1. Timotheus 2,5), also nicht zwei Vielleicht kann man sagen, dass
oder drei, sondern ein Gott.
–  der Vater die Pläne macht,
Dieser eine Gott hat sich aber in drei Personen –  der Sohn sie ausführt,
offenbart, nämlich als Vater, als Sohn und als –  und das in der Kraft des Heiligen Geistes.
Heiliger Geist (vgl. 2. Korinther 13,13). So findet
im Namen dieses dreieinen Gottes die christliche
Taufe statt: «Tauft sie auf den Namen des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes» (Matthäus
28,19).

Diese drei Personen der Gottheit stehen auf


gleicher Höhe, verfügen über die gleiche Macht
und besitzen die gleiche Ehre. Sie sind eins im
Denken, eins im Reden und eins im Handeln.
Man beachte zum Beispiel Johannes 10,30, wo
Jesus ausdrücklich sagte: «Ich und der Vater sind
eins.» Im Blick auf die an Ihn Glaubenden bat Er
den Vater: «… damit sie eins seien, wie wir eins
sind» (Johannes 17,22).

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Einige Bibelstellen Einige Bibelstellen
  zu ihrem Wirken in der Schöpfung   zu ihrem Wirken im Erlösungswerk

•  Vater:  «Als er die Grundfesten der Erde fest- •  Vater:  «So hat Gott die Welt geliebt, dass er
stellte: Da war ich (der Sohn) Werkmeister bei seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder,
ihm», das heißt soviel wie: «an seiner Seite» der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, son-
(Sprüche 8,29.30). dern ewiges Leben habe» (Johannes 3,16).

•  Sohn:  Gott hat in der Person seines Sohnes •  Sohn:  «Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt
geredet, «durch den er auch die Welten gesandt, damit er die Welt richte, sondern
gemacht hat» (Hebräer 1,1.2). «Durch ihn damit die Welt durch ihn errettet werde»
(den Sohn) sind alle Dinge geschaffen wor- (Johannes 3,17). Und: «Darum liebt mich der
den, die in den Himmeln und die auf der Vater, weil ich mein Leben lasse» (Johannes
Erde» (Kolosser 1,16). Das zeigt klar, dass der 10,17).
Sohn der Ausführende war.

•  Heiliger Geist:  «Der Geist Gottes schwebte •  Heiliger Geist:  Christus hat «sich selbst durch
über den Wassern» (1. Mose 1,2). «Der Geist den ewigen Geist ohne Flecken Gott geop-
Gottes hat mich gemacht» (Hiob 33,4). fert» (Hebräer 9,14).

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Einige Bibelstellen Einige Bibelstellen
  zu ihrem Wirken bei der Bekehrung eines Sünders   zu ihrem Wirken im Gericht

•  Vater:  «Niemand kann zu mir kommen, wenn •  Vater:  «Gott, der Richter aller» (Hebräer
nicht der Vater … ihn zieht» (Johannes 6,44). 12,23).

•  Sohn:  «Wer zu mir kommt, den werde ich •  Sohn:  «Das ganze Gericht hat er (der Vater)
nicht hinausstoßen» (Johannes 6,37). dem Sohn gegeben» (Johannes 5,22).

•  Heiliger Geist:  «Ihr seid, nachdem ihr •  Heiliger Geist:  «Er wird die Welt vom Gericht
geglaubt habt, mit dem Heiligen Geist versie- überführen» (Johannes 16,8-11).
gelt worden» (Epheser 1,13).

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Gott, der Vater

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Der Vater liebt den Sohn Der Vater wirkt an den Herzen der Sünder
  von Ewigkeit zu Ewigkeit

«Niemand hat Gott jemals gesehen; der einge- «Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke» (Johan-
borene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der nes 5,17). Er nimmt zur Buße bereite Sünder
hat ihn kundgemacht» (Johannes 1,18). auf, Menschen also, die ihre Sünden einsehen,
bereuen und bekennen. Das kommt im Gleich-
Seit Ewigkeiten fließt aus dem Herzen des Vaters nis vom verlorenen Sohn sehr schön zum Aus-
ein Strom der Liebe zum Sohn. Deshalb konnte druck: «Als er aber noch fern war, sah ihn sein
der Sohn beten: «Du hast mich vor Grundlegung Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin
der Welt geliebt» (Johannes 1,1; 17,24). und fiel ihm um den Hals und küsste ihn sehr»
(Lukas 15,20-24).
Diese Liebe ist auch in den Bezeichnungen
«Sohn des Vaters» (2. Johannes 3) und «Sohn sei- Der Vater übergab seine Kinder – das sind alle,
ner Liebe» (Kolosser 1,13) enthalten. die ihre Sünden eingesehen, bekannt und an
Jesus Christus geglaubt haben und von Gott,
dem Vater, aufgenommen sind – der Fürsorge
des Sohnes. Das hören wir aus dem Gebet des
Sohnes zum Vater heraus: «Dein waren sie und
mir hast du sie gegeben» (Johannes 17,6).

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Gott ist ein gerechter Vater Gott ist ein suchender Vater

So wird Er vom Sohn angesprochen: «Gerechter Der Sohn offenbart das Herz des Vaters, indem
Vater! – Die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber Er uns mitteilt: «Der Vater sucht solche als seine
habe dich erkannt» (Johannes 17,25). Anbeter» (Johannes 4,23). Er führt uns an den
Platz der Anbetung: «Deshalb lasst uns zu ihm
Es ist gerecht, wenn der Vater zwischen Gläubi- (zu Jesus Christus) hinausgehen, außerhalb
gen und Ungläubigen einen Unterschied macht. des Lagers, seine Schmach tragend» (Hebräer
Er beurteilt die Menschen entsprechend ihrer 13,13).
Einstellung zu seinem geliebten Sohn: Nehmen
sie den Sohn an oder lehnen sie Ihn ab? Das ist Dort zeigt Er uns, was christliche Anbetung ist:
die entscheidende Frage. Das geht aus Johan- «Ihr werdet als lebendige Steine aufgebaut, ein
nes 3,36 klar hervor: «Wer an den Sohn glaubt, geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft,
hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott
glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der wohlangenehm durch Jesus Christus» (1. Petrus
Zorn Gottes bleibt auf ihm.» 2,5). «Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer
des Lobes darbringen, das ist die Frucht der
Lippen, die seinen Namen bekennen» (Hebräer
13,15). Wenn wir das erkannt haben, ist es uns
eine Freude, dem Vater zu sagen, wie wertvoll
uns der Sohn ist!

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Gott ist ein ehrender Vater Gott ist ein liebender Vater

Der Sohn deutet auf den Vater hin mit den Wor- Der Sohn eröffnete den Jüngern: «Der Vater
ten: «Wenn mir jemand dient, so folge er mir selbst hat euch lieb», und fügte folgende
nach» und: «Wenn jemand mir dient, so wird der Begründung an: «weil ihr mich lieb gehabt und
Vater ihn ehren» (Johannes 12,26). Das Höchste, geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen
das der Vater hat, ist der Sohn seiner Liebe. bin» (Johannes 16,27). Das gibt uns Freimütig-
Mehrmals ließ Er seine Stimme vernehmen: keit beim Beten, wie der Herr Jesus uns gelehrt
«Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hört» (Lukas hat: «Um was irgend ihr den Vater bitten werdet
9,35). Wer dem Sohn nachfolgt und Ihm dient, in meinem Namen, das wird er euch geben»
wird vom Vater geehrt (vgl. Markus 10,28-31). (Johannes 16,23).

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Gott ist ein heiliger Vater

Der Sohn betete: «Heiliger Vater! Bewahre sie in


deinem Namen» (Johannes 17,11). Er bewahrt Gott, der Sohn
uns in seiner Gemeinschaft und behütet uns vor
den Einflüssen der Welt: «Ich bitte nicht, dass du
sie aus der Welt wegnehmest, sondern dass du
sie vor dem Bösen bewahrest» (Johannes 17,15).

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Er ist der ewige Sohn – aber auch als Bei der Menschwerdung Jesu
  Mensch ist Er Sohn Gottes, weil Er durch   erfüllte sich das prophetische Wort:
   den Heiligen Geist gezeugt wurde

Von Ihm – und nur von Ihm – konnte gesagt wer- «Du bist mein Sohn, heute habe ich dich
den: «Der eingeborene Sohn, der im Schoß des gezeugt» (Psalm 2,7). So konnte der Engel Gab-
Vaters ist» (Johannes 1,18). riel Maria, der Mutter Jesu, die Geburt ihres Erst-
geborenen mit den Worten ankündigen: «Der
Sohn-sein bedeutet nicht, dass der ewige Heilige Geist wird auf dich kommen, und Kraft
Sohn unter dem Vater steht. Paulus schrieb von des Höchsten wird dich überschatten; darum
Jesus Christus: «Der, da er in Gestalt Gottes war, wird auch das Heilige, das geboren werden
es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich wird, Sohn Gottes genannt werden» (Lukas 1,35).
zu sein» (Philipper 2,6), d.h. Er war bereit, als
Mensch auf diese Erde zu kommen. Als von Gott, dem Heiligen Geist, gezeugt, ist Er
der Sohn Gottes. Und als dieser ist Er auch der
Sohn-sein bedeutet, in einer Beziehung der König Israels. Nathanael hatte dies augenblick-
Gemeinschaft mit dem Vater zu stehen. So lich erkannt: «Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du
konnte der Sohn beten: «Alles, was mein ist, ist bist der König Israels» (Johannes 1,49).
dein, und was dein ist, mein» (Johannes 17,10).
Der Vater liebte diesen seinen Sohn von Ewigkeit
her: «Du hast mich vor Grundlegung der Welt
geliebt» (Johannes 17,24).

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Er ist ewiger Gott
  und wahrer Mensch zugleich

Das Johannes-Evangelium wurde geschrieben, Trotz seiner Menschwerdung blieb Er Gott, und
«damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der als solcher allmächtig, allwissend, allgegenwär-
Sohn Gottes» (Johannes 20,31). tig. Als Mensch hingegen wusste Er nicht alles
(Markus 13,32). Er musste von einem Ort zum
In Bethlehem wurde der ewige Sohn als Mensch anderen gehen (Markus 4,35). Er ist in Schwach-
geboren: «Als aber die Fülle der Zeit gekommen heit gekreuzigt worden (2. Korinther 13,4).
war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von
einer Frau» (Galater 4,4). Vom Volk Israel konnte mit Blick auf den Mes-
sias gesagt werden: «Aus denen der Christus
Der große Unterschied zwischen Ihm und jedem ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewig-
anderen Menschen bestand darin, dass Er ohne keit» (Römer 9,5). Aber Er entäußerte sich seiner
Sünde war. Johannes schrieb: «Sünde ist nicht in göttlichen Herrlichkeit, wie wir aus Philipper 2,7
ihm» (1. Johannes 3,5). Petrus bezeugte: «… der ersehen: «Der sich selbst zu nichts machte und
keine Sünde tat» (1. Petrus 2,22), und Paulus Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit
fügte diesem Zeugnis hinzu: «Den, der Sünde der Menschen geworden ist.»
nicht kannte» (2. Korinther 5,21).

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Er offenbarte den unsichtbaren Gott
  und das Wesen des Vaters

Der Sohn ist «das Bild des unsichtbaren Gottes» Er kannte Ihn wie kein anderer, denn Er war von
(Kolosser 1,15), und zwar eines Gottes, «der Ewigkeit her im «Schoß des Vaters». Das ist der
ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner Inbegriff innigster Vertrautheit: «Niemand hat
der Menschen gesehen hat noch sehen kann» Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn,
(1. Timotheus 6,16). Aber im Menschen Jesus der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kund-
Christus ist Gott vollkommen sichtbar gewor- gemacht» (Johannes 1,18). Zu dieser verbalen
den: «Denn der Gott, der sprach: Aus Finster- Kundmachung gehört das innerste Geheimnis
nis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen der Gottheit, nämlich ewige Liebe: «Der Vater
geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis liebt den Sohn» (Johannes 3,35).
der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi»
(2. Korinther 4,6).

So konnte Jesus seinem Jünger Philippus sagen:


«Wer mich gesehen hat, hat den Vater gese-
hen» (Johannes 14,9).

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Jesus Christus ist der wahre Israelit
  und «das Modell» jedes Christen

Das ist wichtig für das Volk Israel, denn aus die- Es ist aber auch wichtig für jeden Christen, denn
sem Volk ist Er entsprossen: «Er ist wie ein Reis vor Er ist für uns «das Modell», das vollkommene
Gott aufgeschossen und wie ein Wurzelspross Beispiel, der verbindliche Maßstab. Das ist aus
aus dürrem Erdreich» (Jesaja 53,2). «Das Heil ist folgender Aussage von Paulus ersichtlich: «Wie
aus den Juden» (Johannes 4,22). Aber dieses die Wahrheit in dem Jesus ist» (Epheser 4,21).
Heil ist nicht nur für die Juden, sondern für alle So wie Er dachte, wie Er redete und wie Er han-
Menschen! Gott sei Lob und Dank! delte, entsprach Er voll und ganz den Vorstellun-
gen Gottes. So stellte sich Gott das Leben eines
Israel hat als das irdische Volk Gottes versagt. Menschen vor. Das Leben Jesu und sein Dienst
Es entpuppte sich als «dürres Erdreich». Obwohl sind uns deshalb Vorbild und Beispiel: «Christus
Gott sich dieses Volk als «Weinstock aus Ägyp- hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlas-
ten» gezogen hatte, brachte es keine Frucht send» (1. Petrus 2,21).
für Ihn hervor. Deshalb ist Jesus Christus als «der
wahre Weinstock» an die Stelle Israels getreten.
Und Er hat Frucht getragen: «Ich bin der wahre
Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner»
(Johannes 15,1).

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Er ist die Lösung für das Problem «Sünde»

Durch den Sündenfall von Adam ist das böse Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlo-
Prinzip «Sünde» in die Welt gekommen und hat sigkeit» (1. Johannes 3,4).
sich von ihm auf alle Nachkommen vererbt:
«Durch einen Menschen (Adam) ist die Sünde Die «Ernte» unserer Sünden ist die ewige Gott-
in die Welt gekommen und durch die Sünde ferne, der Feuersee, denn «wenn jemand nicht
der Tod, und so ist der Tod zu allen Menschen im Buch des Lebens geschrieben gefunden
durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben» wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen»
(Römer 5,12). (Offenbarung 20,15).

Seit dem Sündenfall liegt auch auf der ganzen Der einzige Ausweg für uns, um nicht dorthin
Schöpfung ein Fluch: «Wir wissen, dass die ganze zu kommen, besteht in einem stellvertretenden
Schöpfung mitseufzt und mit in Geburtswehen Opfer. Gott selbst hat dieses Opfer gestellt und
liegt bis jetzt» (Römer 8,22). uns gegeben: «Siehe, das Lamm Gottes, das die
Sünde der Welt wegnimmt!» (Johannes 1,29).
Das Problem «Sünde» löst keiner von uns Men-
schen, weil wir dazu völlig unfähig sind, «denn Gott hat als Richter die Sünde an diesem Opfer-
alle haben gesündigt und erreichen nicht die lamm verurteilt: «Den, der Sünde nicht kannte
Herrlichkeit Gottes» (Römer 3,23). Und aus der (Jesus), hat er (Gott) für uns zur Sünde gemacht,
«Sünde» entstehen Sünden – das sind unsere damit wir in ihm Gottes Gerechtigkeit würden»
bösen Gedanken, unsere schlimmen Worte, (2. Korinther 5,21).
unsere schlechten Taten, unsere verkehrten
Wege: «Jeder, der die Sünde tut, tut auch die

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Er ist sowohl die Grundlage
  als auch das Haupt
   des himmlischen Volkes Gottes

Kein Mensch kann mit dem Problem «Sünde» Das himmlische Volk Gottes besteht aus allen
selbst fertig werden – und würde er noch so Glaubenden der Gnadenzeit, das heißt von
viele gute Werke tun. Gott allein hat das Pro- Pfingsten an bis zur Entrückung der Gläubigen.
blem «Sünde» abschließend gelöst: «Das dem Sie bilden «die Versammlung des lebendigen
Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch Gottes», wovon Christus die Grundlage ist, sagte
kraftlos war, tat Gott, indem er – seinen eigenen Er doch: «Auf diesen Felsen werde ich meine
Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde Versammlung bauen» (Matthäus 16,18).
und für die Sünde sendend – die Sünde im
Fleisch verurteilte» (Römer 8,3). Jesus wurde der «Die Versammlung des lebendigen Gottes» ist
stellvertretende Sündenträger: «Der selbst unsere zugleich «der Leib des Christus» und Christus ist
Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen «das Haupt dieses Leibes» – eine untrennbare
hat» (1. Petrus 2,24). Einheit von unschätzbarem Wert (Kolosser 1,18).

Die Ergebnisse dieses Erlösungswerks gelten allen


Menschen, die sie für sich persönlich in Anspruch
nehmen. Sie «werden durch seine Gnade,
umsonst gerechtfertigt durch die Erlö­sung, die in
Christus Jesus ist … durch den Glau­ben an sein
Blut» (Römer 3,24.25). Gott hat das Opfer seines
Sohnes angenommen, und Er nimmt jeden an,
der sich im Glauben auf dieses Opfer stützt.

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Er ist der König Israels

Nathanael erkannte voll Freude: «Du bist der Er ist aber «durch die Herrlichkeit des Vaters
Sohn Gottes, du bist der König Israels» (Johannes auferweckt worden» (Römer 6,4) und bei seiner
1,49). Als solcher wurde Er im Alten Testament Himmelfahrt «in Herrlichkeit aufgenommen wor-
angekündigt: «Habe ich doch», sagt Gott «mei- den» (1. Timotheus 3,16).
nen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen
Berg» (Psalm 2,6). Er wird wiederkommen, und zwar «in Macht und
großer Herrlichkeit» (Lukas 21,17) um sein König-
Er ist – wie vorausgesagt – aus dem Stamm Juda reich aufzurichten: «Von jetzt an werdet ihr den
und aus der Nachkommenschaft von David: «Es Sohn des Menschen zur Rechten der Macht sit-
ist offenbar, dass unser Herr aus Juda entspros- zen und auf den Wolken des Himmels kommen
sen ist» (Hebräer 7,14); «Erbarme dich unser, Herr, sehen» (Matthäus 26,64).
Sohn Davids!» (Matthäus 20,31).

Er wurde tragischerweise von den Führern des


Volkes abgelehnt, verworfen und gekreuzigt:
«Ihr habt den Heiligen und Gerechten verleug-
net; … den Urheber des Lebens habt ihr getö-
tet» (Apostelgeschichte 3,14.15).

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Er ist der Sohn des Menschen

Was meint die Bibel mit diesem Titel? Er wurde


vom Heiligen Geist, nicht von einem Mann Gott, der Heilige Geist
gezeugt: «Die Geburt Jesu Christi aber war so:
Als Maria, seine Mutter, mit Joseph verlobt war,
fand es sich, ehe sie zusammengekommen
waren, dass sie vom Heiligen Geist schwanger
war» (Matthäus 1,18). Daher «Sohn des Men-
schen» nicht Sohn der Menschen.

Den Titel «Sohn des Menschen» findet man


bereits im Alten Testament (Psalm 8,5; 80,18). Er
deutet sowohl auf die Erniedrigung als auch auf
die Erhöhung von Jesus Christus hin (Matthäus
8,20; 26,63.64).

In dieser Eigenschaft als Sohn des Menschen


wird Er einmal über das ganze Universum
herrschen: «Du», sagt David zu Gott, «hast ihn
zum Herrscher über die Werke deiner Hände
gemacht; alles hast du unter seine Füße gestellt»
(Psalm 8,7).

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Er ist eine göttliche Person
  wie der Vater und der Sohn

Das geht klar aus den Worten von Petrus an •  Er ist nach der Himmelfahrt von Jesus Christus
Ananias hervor: «Warum hat der Satan dein Herz herabgekommen (Johannes 16,8.13; Apostel-
erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen … geschichte 1,4.5; 2,1-4).
hast? Nicht Menschen hast du belogen, son-
dern Gott» (Apostelgeschichte 5,3.4). •  Er verherrlicht Jesus Christus: «Er wird mich
verherrlichen, denn von dem Meinen wird er
Er ist nicht bloß ein Einfluss oder eine Kraft, son- empfangen und euch verkündigen» (Johan-
dern Er ist eine göttliche Person und trägt einen nes 16,14). Er stellt nicht sich in den Vorder-
Namen. Das erfahren wir aus dem Taufauftrag grund, sondern weist auf Jesus, den verherr-
des Herrn Jesus: «Geht hin und macht alle Nati- lichten Herrn auf dem Ehrenplatz zur Rechten
onen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters, hin.
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes» (Matthäus 28,19). •  Er liebt auch, wie Paulus schreibt: «Ich bitte
euch aber, Brüder, … durch die Liebe des
Geistes» (Römer 15,30).

•  Er tröstet uns: «Ich werde den Vater bitten,


und er wird euch einen anderen Sachwalter
(= Tröster) senden» (Johannes 14,16).

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Er wurde für die Zeit der Gnade Er verherrlicht Christus
  auf die Erde gesandt

Der Vater und der Sohn sandten den Heiligen «Er wird mich verherrlichen, denn von dem Mei-
Geist auf diese Erde: «Der Sachwalter aber, der nen wird er empfangen und euch verkündigen»
Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen (Johannes 16,14). Dies ist seine eigentliche und
senden wird» (Johannes 14,26) und: «Wenn aber vornehmste Aufgabe: «Er wird von mir zeugen»
der Sachwalter gekommen ist, den ich euch (Johannes 15,26). Er tut das durch das geschrie-
von dem Vater senden werde, der Geist der bene Wort Gottes, die Bibel. Durch dieses Wort
Wahrheit …» (Johannes 15,26). stellt Er in unseren Herzen den Herrn Jesus Chris-
tus lebendig dar, damit «der Christus durch den
Glauben in unseren Herzen wohne» (Epheser
3,16.17).

So wird uns Christus, den wir noch nie gesehen


haben, lebendige Realität. Das meint Petrus,
wenn er schreibt: «Den ihr, obgleich ihr ihn nicht
gesehen habt, liebt; an welchen glaubend,
obgleich ihr ihn nicht seht, ihr mit unaussprechli-
cher und verherrlichter Freude frohlockt» (1. Pet-
rus 1,8).

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Er wohnt jetzt in der Versammlung
  des lebendigen Gottes als Gesamtheit

Der Heilige Geist fügt alle Glaubenden der Gna- •  Anderseits spricht die Bibel von der Versamm-
denzeit zu dieser Versammlung zusammen: «… in lung als von einem Haus, in dem Gott wohnt
welchem (Christus) der ganze Bau, wohl zusam- als «einer Behausung Gottes im Geist» (Ephe-
mengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel ser 2,22). Wohlverstanden: Es ist ein geistliches
im Herrn» (Epheser 2,21). Unter diesem Blickwin- Haus!
kel ist die Versammlung ein im Bau befindlicher
Tempel, der mit dem Abschluss der Gnadenzeit •  Er fügt die Erlösten der Gnadenzeit zu einem
vollendet wird. Leib, dem Leib des Christus, zusammen: «In
einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft
worden» (1. Korinther 12,13).

•  Er leitet die Braut Christi zum himmlischen Ziel


und ruft mit ihr: «Komm, Herr Jesus!» (Offenba-
rung 22,17.20).

Er bildet diese praktische Einheit der Erlösten, die


Paulus die Einheit des Geistes nennt: «… euch
befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewah-
ren» (Epheser 4,3).

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Er wohnt in jedem einzelnen Er leitet die Kinder Gottes
  Glaubenden der Gnadenzeit   auf ihrem Glaubensweg

«Wisst ihr nicht», fragt Paulus die Korinther, «dass «So viele durch den Geist Gottes geleitet wer-
euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der den, diese sind Söhne Gottes» (Römer 8,14).
in euch wohnt?» (1. Korinther 6,19). Es ist bezeichnend für «Söhne Gottes», dass sie
Schritt für Schritt durch den Heiligen Geist gelei-
•  Er ist das Siegel auf das Werk Gottes in den tet werden. Er leitet die Glaubenden im Leben
Gläubigen: «… in dem (Christus) ihr auch, mit dem Herrn, das zugleich ein Dienst für den
nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt wor- Herrn ist: «Während sie aber dem Herrn dienten
den seid mit dem Heiligen Geist» (Epheser und fasteten, sprach der Heilige Geist: Son-
1,13). dert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werk
aus, zu dem ich sie berufen habe» (Apostelge-
•  Durch die Salbung mit Heiligem Geist kann schichte 13,2; Römer 12,1).
der Gläubige das Wort Gottes von falschen
Lehren unterscheiden: «Ihr habt die Salbung
von dem Heiligen und wisst alles» (1. Johannes
2,20).

•  Als Unterpfand ist Er die Garantie für das,


was Gott dem Glaubenden für die Zukunft
versprochen hat: einen umgestalteten Kör-
per und ein Erbe mit Christus (2. Korinther 5,5;
Epheser 1,14).

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Er wirkt gegen
  die in uns wohnende Sünde,
   gegen das Fleisch

Den Kampf gegen das Fleisch nimmt Er selbst Der Geist stellt sich gegen «das Fleisch», um ein
auf. Diese Aufgabe überlässt Er nicht uns. «Das Sündigen von uns Gläubigen zu verhindern.
Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist aber Deshalb ruft Er uns zu: «Wandelt im Geist, und
gegen das Fleisch» (Galater 5,17). ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbrin-
gen» (Galater 5,16) und: «Haltet dafür, dass ihr
Diesen Kampf muss Er deshalb führen, weil die der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus
Sünde noch im Erlösten ist und während seines Jesus» (Römer 6,11).
ganzen Lebens auf dieser Erde in ihm bleibt:
«Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe,
so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in
mir wohnende Sünde» (Römer 7,20).

Dieses böse Prinzip «Sünde» in uns will unseren


Körper als Werkzeug missbrauchen. Deshalb
fordert Paulus die Gläubigen auf: «Also herrsche
nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, um
seinen Begierden zu gehorchen; stellt auch
nicht eure Glieder der Sünde zu Werkzeugen
dar …, denn die Sünde wird nicht über euch
herrschen» (Römer 6,12-14).

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Schlusswort

Die Frage nach Gott, hat


die Menschen aller Zeiten
Paulus fügte seinem zweiten Brief an die gläu- beschäftigt. In der Bibel, dem
bigen Korinther folgenden Segensgruß an: «Die «Buch der Bücher», hat Gott
Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe
Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geis- uns Menschen ein exaktes
tes sei mit euch allen!» (2. Korinther 13,13). Porträt von sich gegeben.

Gott ist Licht und Gott ist


Liebe. Das erfüllt uns mit
grosser Ehrfurcht und tiefer
Dankbarkeit.

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