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4 2001

H 11661
Meinerzhagen
Nr. 96/Jg. 2001

Kontaktblatt
aktiver Christen

fest
und
treu
Mit Ausharren laufen
den vor uns liegenden Wettlauf
Hebräer 12.1
Impressum
fest Heft Nr. 96
und 4. Quartal
treu 2001

Herausgeber „Ein leeres Schwimmbad – im Und siehe, das alles war Nich-
CLV Herbst gefüllt mit Blättern, wel- tigkeit und ein Haschen nach
Christliche Literatur- che die umstehenden Bäume ab- Wind. Da hasste ich das Leben,
Verbreitung e.V. Ronald Reagan, ehemaliger geworfen haben. Als ‘Beschäf- denn alles ist Nichtigkeit und ein
Postfach 110 135 Hollywoodstar und von 1981 bis tigungstherapie’ harkt einer der Haschen nach Wind. Denn dem
33661 Bielefeld
1989 Präsident der Vereinigten einst Mächtigsten dieser Welt Menschen, der vor Gott wohlge-
Bankkonto Staaten, gilt als der bekannteste das Laub aus dem leeren Becken. fällig ist, gibt er Weisheit und Er-
Postbank Hannover Alzheimer-Patient unserer Tage. Immer wenn er fast fertig ist, kenntnis und Freude. Dem Sün-
Kt.-Nr.: 25 24 309 Bereits 1994 gab er öffentlich greift einer seiner Leibwächter der aber gibt er das Geschäft
BLZ: 250 100 30 seine schlimme Erkrankung be- ruhig und stumm in den Haufen einzusammeln und aufzuhäufen,
kannt – jenem allmählichen und am Rande des Pools und wirft um es dem abzugeben, der vor
Sonderkonto für schließlich völligen Vergessen, die Blätter wieder hinein. Rea- Gott wohlgefällig ist. Und ich sah
Außenmission wer man ist und wer man war ... gan nimmt nicht wahr, was hin- all das Mühen und alle Tüchtig-
Für Lateinamerika, ter seinem Rücken geschieht, keit bei der Arbeit, dass es Eifer-
Rußland, usw.: Sein weiteres Schicksal ist sehr
und beginnt noch einmal von sucht des einen gegen den ande-
CLV-Auslandshilfe
bewegend. Er selbst bezeichnete
vorn. Und wieder streut der an- ren ist. Auch das ist Nichtigkeit
Volksbank es einmal „die Reise in den Son-
dere die Blätter zurück…“ und ein Haschen nach Wind.
Meinerzhagen nenuntergang seines Lebens“.
Besser eine Hand voll Ruhe als
Kt.-Nr.: 101 210 3300 Menschen grüßten ihn freund- Je länger man über eine solche
beide Fäuste voll Mühe und Ha-
BLZ: 45 86 16 17 lich, aber er wußte nicht mehr, Szene nachdenkt, desto symbo-
schen nach Wind.“ (Der Prediger)
Bitte immer den warum. Seine Frau Nancy, die lischer erscheint sie uns für so
Verwendungszweck ihn seitdem liebevoll pflegt, vieles, was wir Menschen tun:
Wieviel von dem, was wir im
angeben und bei schützt ihn vor jeder Neugier
„Ich sah all die Taten, die unter „Vorweihnachts-Endspurt“ als
Spendenbescheini- der Presse.
gungs-Wunsch auf
der Sonne getan werden, und unerlässlich einschätzen, ist in
eine vollständige Einer der letzten Besucher, der siehe, alles ist Nichtigkeit und Wirklichkeit wie dürres Laub,
Absender-Anschrift zu Ronald Reagan in seinem ein Haschen nach Wind. Und ich das sich „alle Jahre wieder“ vor
achten. Danke sehr! kalifornischen Ruhesitz kam, wandte mich zu all meinen Wer- uns aufhäuft, um uns geschäf-
beschreibt die Begegnung fol- ken, die meine Hände gemacht, tig und umtriebig vom Wesent-
Erscheinungsweise gendermaßen: und zu der Mühe, mit der ich lichen – dem Kommen des Herrn
erscheint mich abgemüht hatte. Jesus für uns – abzuhalten?
fest
und vierteljährlich
treu und kann
kostenlos bezogen
werden.

Inhalt dieser Ausgabe:


Schriftleiter und
Versandstelle
W. Busch „Sperlingen“ statt „hamstern“ ...........................................................................3
Wolfgang Bühne
Postfach 1126 G. Alberts Familie im Wandel ..................................................................................................4
58527 Meinerzhagen W. Bühne Ein Wagnis des Glaubens .....................................................................................7
A. W. Pink Was ist rettender Glaube? ...................................................................................9
Bestellungen, M. Vedder Gibt es Heilsgewissheit?.......................................................................................10
Abbestellungen sowie
Adressänderungen bitte M. Schibli Fundamentalismus ................................................................................................12
umgehend an folgende H. Mehringer Habt keine Angst! - Fürchtet euch!...............................................................13
Adresse senden: Termine im Freizeithaus Schoppen 2002 ...................................................15
A. Fett, Schoppen 1
58540 Meinerzhagen;
M. Seelhorst ICE - unmöglich? ...................................................................................................16
e-mail: Leserbrief....................................................................................................................18
fest&treu@clv.de Aktuelle Buchbesprechungen ...........................................................................21
WILHELM BUSCH

„Sperlingen“ statt „hamstern“


Seid nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken?
Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen;
denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Mt 6,31f

„Lasst doch den himmlischen Vielleicht dürfen wir Christen Einmal erwähnt der Herr Jesus:
Vater für euch sorgen...“ auch einmal ein neues Wort
„Kauft man nicht zwei
bilden:
Man braucht diesen Satz nur Sperlinge um einen Pfennig?“
Wir sollten „sperlingen“.
auszusprechen, dann schreit
und ein anderesmal fragt er:
schon alles: Das heißt: Wir sollten unbe-
„Das ist aber bequem!“ kümmert und fröhlich unseren „Verkauft man nicht fünf
himmlischen Vater für uns sor- Sperlinge um zwei Pfennige?“
O gewiss! Aber warum tun wir
gen lassen, wie es die Sperlinge
es denn nicht? Daran wird ja Sperlinge sind also so wertlos,
auch tun.
deutlich, dass dieses Vertrauen das man einen dazubekommt,
eine Kunst ist. wenn man vier kauft. Das ist
der Hintergrund zu dem Worte
Jesu: „Seid ihr denn nicht viel
mehr denn sie?“

Der himmlische Vater sorgt


für diese unbeachteten Vögel.
Der Herr
Wieviel mehr für seine Kinder!
Jesus sagt
Wir hätten viel mehr Ursache
selbst, dass die
als die Sperlinge, so fröhlich
„Heiden“ es nicht
sorglos zu sein.
können. Und solche
Heiden sind mitten in der Wie muss das Menschenherz
Diese Sache war
Christenheit sehr zahlreich. verfinstert und mit Misstrauen
dem Herrn Jesus offenbar sehr
gegen seinen himmlischen
Die Kriegsgeneration hat das wichtig. Er hat öfter über die
Vater erfüllt sein, dass uns
Wort „hamstern“ erfunden und Sperlinge gesprochen.
diese Botschaft Jesu so un-
beschreibt damit ihren sorgen-
Der Waisenvater Georg Müller glaublich vorkommt!
erfüllten und gottvergessenen
aus Bristol hat beim Studieren
Kampf ums Überleben. Wie bemüht sich unser himm-
dieser Stellen eine köstliche
lischer Vater durch den Herrn
Entdeckung gemacht.
Jesus, unseren Glauben zu ge-
winnen. Vertrau ihm mehr! ■

Aus: Wilhelm Busch; „LASS DEIN HEIL UNS SCHAUEN“; Andachtsbuch; Schriftenmissionsverlag Gladbeck; 1951; S. 304 (vergriffen)
G E R R I T A L B E R TS

Familie im Wandel
WIE DER FAMILIE DIE ERZIEHUNG ENTZOGEN WIRD

Im zurückliegenden 20. Jahrhundert haben viele gesellschaftliche Einrichtungen starke Ver-


änderungen erlebt. Die Familie, die biblisch gesehen nicht nur eine gesellschaftliche, sondern
vor allem eine durch den Schöpfer vorgegebene Einrichtung ist, blieb davon nicht verschont.

Von der Großfamilie zur Kernfamilie Veränderungen im Rollenverständnis


Vor 100 Jahren arbeiteten noch etwa 40% der Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Verant-
Bevölkerung in der Landwirtschaft. Auf den wortung des Mannes als Vorstand der Familie
Bauernhöfen und in den Handwerksbetrieben auch juristisch noch fest verankert. Im Bürger-
waren Wohn- und Arbeitsplatz häufig in einem lichen Gesetzbuch (BGB) von 1900 wurde fest-
Haus. Mehrere Generationen einer Familie leb- gelegt:
ten unter einem Dach. Die Erziehung der Kinder,
„Dem Mann steht die Entscheidung in allen
die Pflege der Kranken und die Betreuung der
das gemeinschaftliche eheliche Leben be-
Alten wurde weitgehend im Rahmen der Familie
treffenden Angelegenheiten zu ...“ (§ 1354)
wahrgenommen. Der Trend, die familiäre Wohn-
gemeinschaft der Generationen aufzulösen, hat Bezogen auf die elterliche Gewalt heißt es in der-
vielfältige Ursachen. Eine wesentliche ist die selben Ausgabe:
Trennung von Arbeitsstätte und Wohnung.
„Der Vater hat kraft der elterlichen Gewalt
das Recht und die Pflicht, für die Person und
Die Familie Auslagerung und Auflösung das Vermögen des Kindes zu sorgen“ (§ 1627).
hat in drama- Der Übergang von der Großfamilie zur Kern- Juristisch ist die Leitungsverantwortung des
familie war jedoch nicht nur eine Veränderung
tischer Weise in der Anzahl der zusammen lebenden Genera- Mannes in der Ehe heute völlig eliminiert:

an Stabilität tionen und Familienmitglieder. Es fand auch ei- „Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung
ne Funktionsverlagerung von der Familie hin zu im gegenseitigen Einvernehmen.“ (§ 1356)
eingebüßt und professionalisierten gesellschaftlichen Einrich-
Auch in der Erziehung ist väterliche und elter-
ist dabei, ihre tungen statt: Die Erziehung wurde verstärkt von liche Gewalt deutlich reduziert: Der Begriff der
Kindergärten, Schulen, Vereinen und sonstigen
Funktion als Freizeiteinrichtungen wahrgenommen, für die „elterlichen Gewalt“ wurde 1979 durch „elter-
liche Sorge“ ersetzt. Dies kann als Versuch ge-
Leitbild des Zu- Pflege der Kranken waren vermehrt Kranken- wertet werden, „den Charakter der Eltern-Kind-
sammenlebens häuser, Kureinrichtungen usw. zuständig und
die Betreuung der Alten wurde zunehmend von
Beziehung nach dem Muster ‘zeitgemäßer’
Partnerschaftsvorstellungen umzuformen“.[1]
zu verlieren. Institutionen der ambulanten und stationären
Altenpflege ausgeübt.
Die Stellung des Kindes in der Familie ist eine
Mittlerweile hat die Familie in dramatischer andere als in früheren Zeiten. In der Heiligen
Weise an Stabilität eingebüßt und ist dabei, ihre Schrift werden Kinder als Geschenk Gottes, als
Funktion als Leitbild des Zusammenlebens in Reichtum und Ursache für gesellschaftliches An-
der Gesellschaft zu verlieren: Die Anzahl der sehen betrachtet (Ps 127,3: „ein Erbe vom HERRN
Scheidungen ist in der zweiten Hälfte des 20. – eine Belohnung“). In der heutigen Gesellschaft
Jahrhunderts sprunghaft gestiegen. Waren um gelten sie eher als Armutsquelle. Eine Familie
1900 lediglich 7,2% der Haushalte Single-Haus- mit mehreren Kindern riskiert, als asozial ange-
halte, waren es 1999 bereits 35,7%. In Groß- sehen zu werden. Wenn man an die sinkenden
städten wie München und Stuttgart wachsen Geburtenraten und hunderttausendfachen Ab-
etwa die Hälfte aller Kinder in sogenannten treibungen denkt, kann man unsere Gesellschaft
unvollständigen Familien auf. Neben der Ehe als kinderfeindlich ansehen. Auf der anderen
etablieren sich mit zunehmender staatlicher An- Seite findet allerdings auch eine „Vergötterung“
erkennung und Förderung Formen des Zusam- von Kindern statt: Das Kind nimmt häufig die
menlebens wie Ehe ohne Trauschein und ehe- zentrale Position in der Familie ein und wird mit
ähnliche homosexuelle Partnerschaften. vielen Erwartungen überfrachtet.

4
ne Eltern mittwochs zwischen Fußballtraining
Vor- und Nachteile der Entwicklung
und „Wer wird Millionär“ im RTL! Hinzu kommt
Sicherlich wäre es falsch, diese Entwicklungen der gewaltige Einfluss moderner Medien, der –
in Bausch und Bogen zu verurteilen. Die Eman- zumindest in zeitlicher Hinsicht – größer ist als
zipation der Frauen zum Beispiel hat manche der der Grundschule: Im Schnitt verbringen 8-
Barrieren beseitigt, die nicht biblisch, sondern bis 12-jährige Kinder 28 Stunden pro Woche vor
kulturell und gesellschaftlich begründet waren. dem Fernseher. Zum Vergleich: Mein jüngster
Erst im Laufe des vergangenen Jahrhunderts Sohn hat in der 4. Grundschulklasse 27 Unter-
erhielten die Frauen den freien Zugang zur richtsstunden.
höheren Bildung. Der berechtigte Grundsatz,
dass für gleiche Arbeit Männer und Frauen den
gleichen Lohn bekommen, ist heute in der Praxis
immer noch nicht ganz verwirklicht.
Diese und manche anderen positiven Aspekte
können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen,
dass sich in vielen Bereichen die Familienent-
wicklung rasch von dem biblischen Muster ent-
fernt: Die wachsende Zahl der Scheidungen, der
Abbau der von Gott gegebenen Autoritäten
innerhalb der Familie, das rapide Aufkommen
von Lebensformen, die mit der Familie konkur-
rieren, sind dafür nur einige markante Beispiele.

Brauchtum oder Christentum?


Für Christen stellt sich in dieser Zeit des raschen
Wandels die große Herausforderung: In welchen
Bereichen ist ein Festhalten an Althergebrach-
tem lediglich eine kulturkonservative Haltung
und nichts Christenspezifisches? In welchen Be-
reichen müssen wir gegen den Strom des Zeit-
Ein Prozess, der die Verlagerung der Erziehung Nach einer
aus der Familie heraus beschleunigt, ist die Be-
geistes schwimmen, um dem von Gott gegebe-
rufstätigkeit der Frauen. Auch in dieser Hinsicht Untersuchung
nen Muster der Familie treu zu bleiben? Bezo-
gen auf einen Aspekt des Familienlebens möch-
hat sich unsere Gesellschaft in den letzten 50 von 1973 be-
Jahren stark verändert.
te ich über diese Fragen nachdenken, nämlich schäftigen sich
im Hinblick auf die Tatsache, dass der Familie in
der modernen Gesellschaft die Erziehung der
Drei verschiedene Modelle Mütter 92 mal
Kinder mehr und mehr entzogen wird. Die kürzlich verstorbene Hannelore Kohl heira- häufiger mit
tete 1960. Sie komme aus einer Generation, „in ihren Kindern
Outsourcing von Erziehung der sich die Frage einer Berufstätigkeit für eine
verheiratete Frau einfach nicht so stellte“, sagte (einschließlich
Ein Bekannter erzählte mir, er habe seinen
die gelernte Diplom-Dolmetscherin einmal. Säuglingsalter)
Arbeitsplatz als Hausmeister einer Firma verlo-
ren. Seine Aufgaben werden an Fremdfirmen, Bis Ende der 60er Jahre herrschte bei verheira- als die Väter!
die auf genau diese Tätigkeiten spezialisiert teten Frauen ein Zwei-Phasen-Modell vor (Er-
sind, vergeben. „So etwas nennt man Out- werbstätigkeit bis zur Geburt des ersten Kindes,
sourcing“, meinte er resigniert. (Outsourcing, dann Aufgabe der Berufstätigkeit).
von engl. ‘source’ = Quelle, Leistungen werden Etwa ab den 70er Jahren ging man auf das
aus firmenfremden Quellen bezogen.) Drei-Phasen-Modell über (Erwerbstätigkeit,
längere Kinderphase, Wiedereinstieg in das Er-
Ein ähnlicher Prozess findet auch in der famili-
werbsleben).
ären Erziehung statt: Im Vorschulalter ist es nor-
Seit den 80er Jahren hat sich das Sequenz-
mal, dass das Kind den Kindergarten besucht.
modell herausgebildet (Erwerbsarbeit, Mutter-
Unter Umständen rasen die Eltern mit dem Klei-
schutz bei vollem Lohnausgleich, Elternurlaub,
nen noch zur Ergotherapie, zur logopädischen
Erwerbstätigkeit, eventuell zweiter Mutter-
Behandlung, zur musikalischen Früherziehung ...
schutz usw.).[2]
Auch neben dem Schulbesuch haben viele Kin-
der eine Fülle von Terminen, so dass ich mich Die zunehmende Berufstätigkeit der Frau be-
manchmal wundere, dass die Kids noch keine schleunigt die Entstehung und den Ausbau
Sprechstunden vergeben: Sprechstunde für mei- außerfamiliärer Erziehungseinrichtungen.

5
Ein biblisches Beispiel Schlussfolgerungen
Als Mose ein Säugling war, wussten seine Eltern Als christliche Eltern müssen wir uns darüber im
ganz genau, dass sie nur eine begrenzte, knapp Klaren sein, dass die Zeit, in der wir unsere
bemessene Zeit zur Verfügung hatten, ihren Sohn Kinder prägen und erziehen können, sehr knapp
zu prägen und zu erziehen. Als er entwöhnt war, bemessen ist. Der gesellschaftliche Trend geht
wahrscheinlich etwa in dem Alter, in dem unse- dahin, uns diese Zeit immer mehr aus der Hand
re Kinder schulpflichtig werden, wurde er in den zu winden. Ein vorrangiges Erziehungsziel sollte
Palast der Tochter des Pharao geholt, um „in aller es sein, in dieser kurzen Zeit unsere Kinder durch
Weisheit der Ägypter unterwiesen zu werden“ [3]. unser Vorbild und unseren Umgang mit ihnen zu
Erzwungener Maßen wurde zu diesem Zeitpunkt prägen und sie mit der Heiligen Schrift vertraut
der Familie die Erziehung vollständig entzogen. zu machen.
Vor diesem Hintergrund müssen wir uns auch
fragen: Ist ein Kindergarten in jedem Fall das
Richtige für unsere Kinder? Ich bestreite nicht,
dass diese Einrichtung manchmal nützlich sein
kann für die Entwicklung eines Kindes. Aber wir
sollten nicht leichtfertig die Erziehung unserer
Kinder an Menschen delegieren, die Gott nicht
kennen.
Wir müssen uns fragen: Sind die Medienkon-
sum-Gewohnheiten in unserer Familie diesem
Ziel dienlich? Ich betrachte die Entwicklung in
meiner eigenen und in manchen anderen Fami-
lien in dieser Hinsicht mit Sorge.
Ich wundere mich auch darüber, mit welcher
Selbstverständlichkeit viele christliche Mütter
einer Berufstätigkeit nachgehen. Von der Heili-
gen Schrift her ist es nicht grundsätzlich falsch,
wenn Ehefrauen und Mütter einer beruflichen
Tätigkeit nachgehen. Auch die tugendhafte Frau
Auch heute gibt Moses Eltern müssen diese kurze Zeit gut ge- in Sprüche 31 war erwerbstätig (s. V. 24). Aber
nutzt haben, so gut, dass er als Erwachsener sich die biblische Prioritätensetzung ist eindeutig:
es eine „Arche“
Eine gottesfürchtige Frau wird nach ihrer Be-
aus Papier, die „weigerte, ein Sohn der Tochter des Pharao
ziehung zum Herrn Jesus der Familie einen
zu heißen und wählte lieber, mit dem Volke
uns retten kann Gottes Ungemach zu leiden...“ Hebr 11,14
deutlichen Vorrang vor dem Beruf geben und
alles daran setzen, ihr Heim zu einem echten
in den Gefahren Sie mussten ihr kleines Kind letztlich den Fluten Zuhause für ihre Familie zu machen.[5]
und Strömungen des Nils aussetzen, so wie wir unsere Kinder
Allerdings ist es zu billig, die Erziehungsmisere in
auch nicht vor den Strömungen dieser Zeit ab-
unserer Zeit. schirmen können. Aber Amram und Jochebed,
vielen christlichen Familien allein auf die Mütter
zu schieben. Nach einer Untersuchung von 1973
die Eltern von Mose, wussten ein Rettungs-
beschäftigen sich Mütter 92 mal häufiger mit
mittel: Sie bauten einen Kasten aus Papyrus.[4]
ihren Kindern (einschl. Säuglingsalter) als die Vä-
Das hebräische Wort für „Kasten“ ist an dieser
ter.[6] Wenn diese Zahl annähernd auf die christ-
Stelle dasselbe wie „Arche“ in 1 Mose 6.
lichen Väter zutrifft, brauchen wir uns über die
Auch heute gibt es eine Arche aus Papier(us), die Auslagerung der Erziehung nicht zu wundern.
uns retten kann in den Gefahren unserer Zeit:
Wie sagte Luther? „Was Vater und Mutter nicht
„... du kennst von Kind auf die Heiligen erziehen können, das erzieht der Teufel.“ und
Schriften, die in der Lage sind, dich weise „Das größte Werk, das du tun kannst,
zu machen zur Errettung durch den Glau- ist, dass du dein Kind
ben, der in Christus Jesus ist.“ (2Tim 2,15) recht erziehst!“ [7] ■

[1] W. Siebel: Herrschaft und Liebe – Zur Soziologie der Familie, Berlin , 1984, S. 77
[2] W. Faix: Fam. im Wandel. In: H. Klement (Hrsg.): Theol. Wahrheit u. Postmod. Wuppertal 2000, S. 379
[3] Apostelgeschichte 7,22 [4] 2. Mose, 2, 3 [5] Siehe Tit. 2,5; 1. Tim. 5. 10
[6] Gaspari, Chr.: Eins plus eins ist eins – Leitbilder f. Mann u. Frau, Wien, München, 1985, S. 221
[7] Brüllmann (Hrsg.): Luther-Zitate. Moers 1989, S. 52 f.

6
WOLFGANG BÜHNE

Ein Wagnis des Glaubens –


KINDERERZIEHUNG IN SCHWERER ZEIT

Illustriert von Amram und Jochebed

Eine feindliche Welt Zwischen zwei Welten


Ein grausamer Despot herrschte in Ägypten, als Genau diese Gespaltenheit können wir heute
Mose geboren wurde. Pharao sorgte eifrig und vielerorts in den Gemeinden erkennen. Obwohl
mit allen Mitteln dafür, das ihm die Israeliten als von der Welt und der Sünde betrogen und aus-
Sklaven erhalten blieben um mit ihrer kosten- genutzt, ist weitgehend nicht Gottesfurcht und
losen Arbeitskraft seine gottlosen Ziele zu ver- Hingabe zum Herrn das Markenzeichen „bibel-
wirklichen. Damit sie sich nicht zu sehr vermehr- treuer“ Christen, sondern halbherzige Lauheit,
ten und dadurch zu einer Bedrohung seiner Weltförmigkeit, Weltliebe und Resignation. We-
Sicherheit wurden, befahl er, alle männlichen nig Vorbilder, müde und schläfrige Gemeinden
Nachkommen bei der Geburt zu töten bzw. und weit und breit wenig Interesse, den guten
dem Nil-Gott zu opfern. Kampf des Glaubens zu kämpfen.
Auch wir leben heute als Christen in einer Welt,
Vorbildliche Eltern
deren Herrscher Satan, der Widersacher Gottes
ist, dem die Dezimierung des Volkes Gottes und Die Eltern des Mose hätten also in Bezug auf die Können wir es
die Versklavung unter seine Herrschaft wichtig- feindliche Welt und im Blick auf den jämmer-
ste Ziele sind. lichen Zustand des Volkes Gottes jede Menge
in heutiger Zeit
Gründe gehabt, keine Kinder in eine solch ge- verantworten,
„Euer Widersacher, der Teufel, geht um-
fahrvolle Welt zu setzen. Aber sie sahen und Kinder in diese
her wie ein brüllender Löwe und sucht,
beurteilten die Umstände nicht mit der Brille
wen er verschlinge.“ (1. Petrus 5,8) gottlose Welt
des Kleinglaubens sondern machten ihrem per-
Ich erinnere mich noch gut an die Begebenheit, sönlichen Namen Ehre. zu setzen?
als bei uns die Geburt des fünften oder sechsten
Kindes bevorstand und ein mir befreundeter Augen der Liebe
Evangelist kopfschüttelnd sagte: „Wie könnt ihr
Der Name des Vaters Amram bedeutet: „Das
es verantworten, Kinder in diese gottlose Welt
Volk ist erhaben“ und der Name der Mutter Jo-
zu setzen!“
chebed (2Mo 6,20) lautet: „Gott ist Herrlichkeit“!
Auch zur Zeit Mose gab es – wie heute – viele
Erstaunliche Namen in einer solchen Zeit! Von
vernünftige Gründe, eine Empfängnis zu ver-
der Herrlichkeit Gottes war damals herzlich
hüten. Die Überlebenschancen eines Sohnes
wenig zu sehen und von der Erhabenheit des
standen damals ziemlich schlecht.
Volkes Gottes schon gar nicht. Trotzdem trugen
die Eheleute diese Namen und es scheint auch,
Ein versklavtes Volk Gottes dass sie nicht nur selbst den Wert des Volkes
Aber nicht nur die feindliche Umwelt machte Gottes schätzten und einen tiefen Eindruck von
die Erziehung eines Kindes sehr schwer. Auch im der Herrlichkeit Gottes hatten, sondern diesen
Volk Gottes sah es traurig aus. Sie waren nicht Eindruck in der Erziehung auch ihren Kindern
nur elende Sklaven der Ägypter, sondern schie- vermitteln konnten.
nen sich auch im Laufe der Jahre tatsächlich mit
Mit welchen Augen sehen wir heute das Volk
der Sklaverei abgefunden zu haben. Einerseits
Gottes? Schätzen und lieben wir unsere Mitge-
lastete der harte Dienst schwer auf ihnen, so
schwister, auch wenn wir nicht blind sind für
dass sie in ihrer Not zu Gott schrieen, aber an-
unsere und ihre Fehler und Mängel?
dererseits schmeckte ihnen die Kost Ägyptens –
Knoblauch, Zwiebeln Melonen usw. so vor- Können unsere Kinder an unseren Worten, un-
züglich, dass sie sich später in der Wüste oft serer Haltung und unseren Handlungen Liebe zu
sehnsuchtsvoll an die „guten, alten Zeiten“ in unserem Herrn und Achtung und Fürsorge unse-
Ägypten erinnerten. ren Mitgeschwistern gegenüber erkennen?

7
Augen des Glaubens Wie oft habe ich mich an diese Sätze erinnern
müssen, die Elisabeth Elliot ihrem Neffen
An drei Stellen in der Bibel wird uns der Glau- schrieb.
bensblick der Eltern Moses bezeugt: In 2. Mose
2,2, Hebräer 11,23 und Apostelgeschichte 7,20. Das Vermächtnis
Sie sahen, dass ihr Sohn „schön“ und „schön für Sein weiteres Verhalten und seine späteren Ent-
Gott“ war. Und in dieser Haltung der Wert- scheidungen zeigen die gesegneten Ergebnisse
schätzung einer Gabe Gottes verbargen sie ihren dessen, was Mose in seinem Elternhaus gelernt
Sohn zunächst drei Monate. Als sie ihn nicht und gesehen hat:
länger verstecken konnten, bauten sie eine
kleine Arche für ihn, um ihn dann dem Strom Amram und Jokebed „fürchteten das Gebot des
Deinen Ägyptens auszusetzen. Königs nicht“ (Hebr. 11,23). Von ihrem Sohn
Beruf kannst Als ihnen durch Gottes wunderbare Führung der Mose lesen wir, dass er vierzig Jahre später „die
Wut des Pharao“ nicht fürchtete (Hebr. 11,27).
Du vielleicht kleine Mose zur Ernährung und Erziehung zu- Im Elternhaus hatte er wertvolle moralische und
spielend ausüben. rückgegeben wurde, war Amram und Jokebed geistliche Maßstäbe für spätere Entscheidungen
sehr bewußt, dass ihnen nur eine kurze Zeit- bekommen:
Den Beruf des spanne für die Erziehung ihres Sohnes blieb,
Ehemannes denn bald sollte er einer noch gefährlicheren ● Die Angebote und Karrierechancen am Hof
des Pharao beurteilte er als „zeitliche Ergöt-
glaubst Du viel- Umgebung ausgesetzt werden: dem Hof des Pha- zung der Sünde“ (Hebr. 11,25).
rao mit allen Versuchungen und Verlockungen,
leicht ziemlich Karriere in dieser Welt zu machen und die eige- ● Die „Schmach des Christus“ wertete er als
bewunderungs- ne, unrühmliche Herkunft zu verleugnen. „größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens“
(Hebr. 11,26).
würdig auszu- ● Mit dem verachteten Volk Gottes „Unge-
Kinder – Geschenke auf Zeit
üben. Aber ein mach zu leiden“ schien ihm attraktiver, als
Vater zu sein, Ich habe oft versucht mir vorzustellen, mit Anwärter auf den mächtigen Thron Ägyp-
welch einem Ernst und Verantwortungsbe- tens zu sein (Hebr. 11,25).
wird Dich wusstsein dieses Elternpaar ihren Sohn erzogen
auf Deine Knie hat. Ihnen war klar: In wenigen Jahren müssen Welche unauslöschlichen Eindrücke muss das
Vorbild der Eltern auf den Charakter ihres
zwingen, wenn wir ihn endgültig abgeben und in dieser kurz Sohnes hinterlassen haben.
befristeten Zeit muss er entscheidende Dinge
nichts anderes für das weitere Leben gelernt haben, um nicht Die Tochter von William und Catherine Booth –
es vermochte! in Ägypten unterzugehen. den Gründern der Heilsarmee – Evangeline Booth,
Wie kurz und wie prägend ist die Zeit der Er- äußerte sich einmal über den Einfluss ihrer Gott
ziehung unserer Kinder und wie weitreichend hingegebenen Eltern auf ihr eigenes Leben:
sind die Auswirkungen für das weitere Leben. „Meine Eltern brauchten mir nichts über das
Und wenn dann Abschied genommen werden Christentum zu erzählen. Ich sah, wie es sich
muss und ein Kind nach dem anderen das El- lebendig auswirkte.“ (2)
ternhaus verlässt, wird einem jedesmal schmerz-
lich bewusst: Wie sind die Jahre vorbeigeflogen Kann eine Tochter ihren Eltern ein schöneres
und wieviel hat man in der Erziehung versäumt, Zeugnis ausstellen?
was man nie mehr nachholen kann. Haben wir Wie oft lesen wir in den Büchern der Könige und
ihnen mit Gottes Hilfe etwas vorleben und mit- Chronika von jungen Königen, die „in den Wegen
geben können, was es ihnen leicht macht, auf ihrer Väter“ oder „in den Sünden ihrer Väter wan-
Gott zu vertrauen und zu seiner Ehre zu leben? delten“. In einigen Fällen wird auch der Name
Nichts ist so demütigend, wie der Blick auf die der Mutter betont, womit wahrscheinlich ange-
eigene Kindererziehung. deutet wird, dass die Mutter einen entscheiden-
„Wenn Du Deine Vaterrolle ernst nimmst, wirst den Einfluss auf das Leben und Handeln ihres
Du an jedem Tag wissen, dass Du dieser Auf- Sohnes hatte.
gabe nicht gewachsen bist, nicht Du allein. Und Gott schenke, dass diese Beispiele uns den Wert
das ist demütigend. Deinen Beruf kannst Du und die Wichtigkeit guter Vorbilder und die
vielleicht spielend ausüben. Den Beruf des Ehe- weitreichenden Konsequenzen einer biblischen
mannes glaubst Du vielleicht ziemlich bewun- Kindererziehung neu bewusst machen. ■
derungswürdig auszuüben... Aber ein Vater zu
sein, wird Dich auf Deine Knie zwingen, wenn (1) Elisabeth Elliot: Mann sein – Frau sein, Hänssler, S. 147
nichts anderes es vermochte...“ (1) (2) Richard Collier: Der General Gottes – William Booth, SJD, S. 48

8
A R T H U R W. P I N K

Was ist rettender Glaube?


Rettender Glaube ist ein echtes Rettender Glaube besteht in der Glaube eine völlige Unter-
„zu Christus kommen“ (siehe der völligen Auslieferung mei- werfung unter Gott: Daher
Mt 11,28; Joh 6,37 etc.). Aber nes ganzes Seins und Lebens lesen wir von „Glaubensge-
wir müssen beachten, welche an die Ansprüche Gottes, die horsam“ (Röm 16,26).
Bedingung „zu Christus kom- er an mich hat:
men“ eindeutig und unaus- „... sie gaben sich selbst zu- Rettender Glaube ist für die
weichlich mit sich bringt. erst dem Herrn“ (2Kor 8,5). Seele das, was Gesundheit für
den Körper ist: Vollmächtig
Wenn ich sage: „Ich kam in die Rettender Glaube ist das vor-
und wirksam, voller Leben,
USA“, dann erkläre ich damit behaltlose Annehmen Christi
immer in Aktion und bringt
notwendigerweise, dass ich ein als meinen absoluten Herrn.
Frucht nach
anderes Land verlassen habe, Dabei beugt man sich seinem
seiner Art.
um hierher zu kommen. So ist Willen und nimmt bereitwillig
es auch mit dem „zu Christus sein Joch auf sich.
Kommen“: Es gibt etwas, das
Vielleicht wendet jemand ein:
man verlassen muss.
Warum werden Christen dann
Zu Christus zu kommen bedeu- noch zur Hingabe ermahnt,
tet nicht nur, sich von jeder wie z.B. in Römer 12,1? Darauf
falschen Zuversicht zu trennen, antworten wir: Alle solche Er-
sondern beinhaltet und um- mahnungen sind einfach ein
fasst auch die Trennung von Aufruf an den Gläubigen, so
allen anderen Konkurrenten fortzufahren, wie er begonnen
Christi, die um mein Herz wett- hat: „Wie ihr nun den Christus
eifern. „Denn ihr gingt in die Jesus, den Herrn, empfangen
Irre wie Schafe, aber jetzt seit (angenommen) habt, so wan-
ihr zurückgekehrt zum Hirten delt in ihm“ (Kol 2,6).
und Aufseher eurer Seelen“
Rettender Glaube ist ein Glau-
(1Petr 2,25).
be an Christus mit dem Herzen:
Und was ist gemeint mit: „Ihr „Wenn du mit deinem Mund
gingt in die Irre wie Schafe?“ Jesus als Herrn bekennen und
in deinem Herzen glauben
Zunächst spricht das von der
wirst, dass Gott ihn aus den
Vergangenheit, denn auf die
Toten auferweckt hat, wirst du
Gläubigen trifft das jetzt nicht
errettet werden. Denn mit dem
mehr zu. Jesaja 53,6 sagt uns
Herzen wird geglaubt zur Ge-
deutlicher: „Wir alle irrten
rechtigkeit“ (Röm 10,9-10).
umher wie Schafe, wir wand-
ten uns jeder auf seinen eige- So etwas wie einen rettenden
nen Weg.“ Glauben an Christus ohne ech-
te Liebe zu ihm gibt es nicht,
Das also ist es, wovon wir
und mit „echter Liebe“ meinen
uns trennen müssen, bevor
wir eine Liebe, die an Gehor-
wir wahrhaft „zu Christus
sam zu erkennen ist. Christus
kommen“ können: Der Weg
erkennt nur solche als seine
des Eigenwillens muss ver-
Freunde an, die alles tun, was
lassen werden. Der verlorene
er gebietet (Joh 15,17).
Sohn konnte nicht zum Vater
kommen, solange er in jenem So wie Unglaube vom Wesen Bild:
Reint de Jonge,
fernen Lande blieb. her Rebellion ist, so ist retten- Stephanus Edition, Uhldingen

Auszug aus dem gleichnamigen Buch. Es erscheint im Januar beim Betanien-Verlag

9
MARTIN VEDDER

Gibt es Heilsgewissheit?
EINBILDUNG ODER WIRKLICHKEIT?

Gibt es überhaupt Heilsgewißheit, und wenn ja: woran erkenne ich, dass ich gerettet bin?

Ja, es gibt Heilsgewißheit und klare Erkennungszeichen, die uns zeigen, dass wir gerettet sind, denn:
• Gott will nicht, dass sich seine Kinder ständig sorgen und grämen, sondern sich von Herzen an sei-
ner Liebe freuen können (1. Johannes 1,4) Alle weiteren Stellenangaben sind aus dem gleichen Brief!

Gott will nicht, • Gott will uns deutlich machen, dass seine Geschenke von Dauer sind: „Sein Same bleibt in ihm“ (3,9)

dass sich seine • Gott selber gibt uns in seinem Wort fünf deutliche Erkennungszeichen für die Echtheit einer
Wiedergeburt. Weil IHM dies so überaus wichtig ist, hat ER den Apostel Johannes beauftragt,
Kinder ständig speziell zu diesem Thema einen ganzen Brief zu schreiben: den ersten Brief des Johannes, denn:
sorgen, sondern
„Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wißt, dass ihr ewiges
sich von Herzen Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt. (5,13)
an seiner Liebe Und was ist nun der Inhalt seiner Botschaft? Dass jeder, der folgende fünf Erkennungszeichen in
freuen können! seinem Leben feststellt, sich von Herzen freuen (1,4) und seines Heils völlig gewiss sein darf (5,13).

1. ERKENNUNGSZEICHEN 2. ERKENNUNGSZEICHEN
VERTRAUEN SELBSTERKENNTNIS
IN DIE HEILIGE SCHRIFT U N D T Ä G L I C H E S S E L B S TG E R I C H T
„Was von Anfang an war, was wir ge- „Wenn wir sagen (behaupten), dass wir
hört, was wir mit unseren Augen gese- • Gemeinschaft mit ihm haben, (1,6)
hen, was wir angeschaut und unsere und wandeln in der Finsternis, lügen wir
Hände betastet haben vom Wort des
Lebens... was wir gesehen und gehört • keine Sünde haben,
haben, verkündigen wir auch euch, da- betrügen wir uns selbst (1,8)
mit auch ihr mit uns Gemeinschaft • nicht gesündigt haben,
habt.“ (Kap. 1,1-3) machen wir ihn zum Lügner ...“ (1,10)
Die Bibel ist kein Märchenbuch voller Legenden Die Wiedergeburt führt zur rechten Selbster-
und Fabeln, wie die moderne Theologie das oft kenntnis. Gott hat uns zwar eine neue Natur
behauptet, sondern ein Tatsachenbuch: absolut geschenkt, aber die alte, sündige Natur wohnt
zuverlässig und irrtumslos in allen ihren Aus- noch in uns und verleitet uns immer wieder zum
sagen. Die ganze Bibel ist Gottes Wort, und da- Sündigen. Der Wandel im Licht (Kap.1,7) besteht
her verdient sie unser Vertrauen. Nur derjenige nun nicht darin, dass wir unsere Sünde leugnen,
kann sich von Herzen über seine Errettung freu- sondern dass wir sie erkemen und dann auch
en, der sich auf die entsprechenden Aussagen bekennen und im Glauben die Vergebung und
der Bibel stützt und nicht auf sein Gefühl. Reinigung in Anspruch nehmen, denn:
„Ich habe euch, Jünglinge, geschrieben, „Wenn wir unsere Sünden bekennen,
weil ihr stark seid und das Wort Got- ist ER treu und gerecht, dass ER unsere
tes in euch bleibt und ihr den Bösen Sünden vergibt und uns reinigt von je-
überwunden habt.“ (2,14) der Ungerechtigkeit“ (1,9)

10
3. ERKENNUNGSZEICHEN 5. ERKENNUNGSZEICHEN
GEHORSAM D I E W E LT
G E G E N Ü B E R G OT T E S G E B OT E N UND IHRE LUST ÜBERWINDEN
„Hieran erkennen wir, dass wir Ihn er- „Alles, was aus Gott geboren ist, über-
kannt haben: wenn wir seine Gebote windet die Welt; und dies ist der Sieg,
halten. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt der die Welt überwunden hat: unser
und hält seine Gebote nicht, ist ein Glaube. Wer ist es, der die Welt über-
Lügner, und in dem ist die Wahrheit windet, wenn nicht der, welcher glaubt,
nicht.“ (2,3-4) dass Jesus der Sohn Gottes ist?“ (5,4-5)
Als wiedergeborener Christ habe ich den großen Als Kind Gottes kann ich auf die Verlockungen
Wunsch in meinem Leben meinem Vater im und Vergnügungen dieser Welt verzichten, weil
Himmel zu gefallen, der aus Liebe zu mir seinen ich eine bessere und größere Freude habe und
eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit ich einen Schatz im Herzen, dem nichts in dieser
durch ihn ewiges Leben habe. Und die wahre Welt vergleichbar wäre. Ja, es stimmt, was je-
Liebe zeigt sich im Halten Seiner Gebote. mand einmal folgendermaßen formulierte:
„Wer meine Gebote hat und sie hält, „Wenn du Jesus hast, hast du alles, auch
der ist es, der mich liebt“ (Joh 14,21) wenn du nichts besäßest. Aber wenn du
Jesus nicht hast, fehlt dir alles, auch wenn
hatte schon unser HERR seinen Jüngern zuge-
die ganze Welt dir gehörte.“
rufen. In der Liebe zum Worte Gottes und im
Gehorsam Seinen Geboten gegenüber zeigt sich, Als wiedergeborener Christ muss ich dann auch Die Echtheit
ob ich wirklich neues Leben bekommen habe nicht mehr unbedingt denselben Lebensstan-
und Grund habe, mich meines Heils zu erfreuen. dard haben wie meine Umgebung, sondern kann einer Wieder-
um Christi willen auf vieles verzichten und ei- geburt wird
nen bescheidenen Lebensstil entwickeln, um die sich nach dem
4. ERKENNUNGSZEICHEN dadurch freiwerdenden finanziellen Mitteln dem
Bau Seines Reiches zur Verfügung zu stellen. Ersten Johannes-
DIE LIEBE
Z U A L L E N K I N D E R N G OT T E S Nicht die Welt, sondern Christus selber ist mein brief in 5-facher
Maßstab, und meine ständige Frage darf nun so Richtung zeigen:
„Wir wissen, dass wir aus dem Tod in lauten: „Was würde Jesus dazu sagen?“ oder:
das Leben hinübergegangen sind, weil „Wie würde ER an meiner Stelle jetzt handeln?“
wir die Brüder lieben; wer nicht liebt,
bleibt im Tod“ (3,14) Zusammenfassend können wir also feststellen:

Dieses besondere Merkmal wird häufig im Jo- Die Echtheit der Wiedergeburt zeigt sich in
hannesbrief erwähnt und an konkreten Beispie- völlig neuem Verhalten in 5-facher Richtung:
len deutlich gemacht. So weist er darauf hin, dass
echte Bruderliebe nicht untätig bleibt, wenn der 1 . I M H I N B L I C K A U F G OT T E S W O R T
Bruder Mangel leidet (3,17), ja dass sie sogar so Die Bibel ist Gottes heiliges Wort, absolut
weit geht, für den Bruder zu sterben (3,16) so zuverlässig, ohne Irrtum oder Widerspruch
wie Christus auch für uns sein Leben geopfert hat. 2. IM HINBLICK AUF MICH SELBST
Doch sehr klar wird auch, dass wahre Bruderlie- Das Erkennen und Bekennen meiner Sünde,
be niemals im Gegensatz steht zur Gottesliebe ein tägliches Selbstgericht!
und zum Gehorsam den göttlichen Geboten ge- 3 . I M H I N B L I C K A U F G OT T E S G E B OT E
genüber (5,2). Der Zusammenhang macht auch Der feste Wille, Gott in allem zu gehorchen!
deutlich, dass Bruderliebe sich nicht nur auf die 4 . I M H I N B L I C K A U F M I TG E S C H W I S T E R
Mitglieder einer bestimmten Gemeinderichtung, Die Liebe zu allen Gottes Kindern, nicht nur
einer Konfession beschränkt, sondern alle Kin- zur eigenen ‘Konfession’
der Gottes einschließt. Wer Gott liebt, liebt auch 5 . I M H I N B L I C K A U F D I E W E LT
seinen Bruder bzw. Schwester und tut ihnen Das Überwinden der Welt
Gutes, sofern er Gelegenheit dazu findet. und ihrer Lust ■

11
MARK SCHIBLI

Fundamentalismus
CHRISTLICHER UND MOSLEMISCHER FUNDAMENTALISMUS – EINE GEGENÜBERSTELLUNG

Ein Fundamentalist ist einer, der So wie die Apostel dem Vorbild Wenn sogenannte Christen im
sich auf das Fundament, den An- des Herrn Jesus folgten und das Namen Jesu zum Schwert grif-
fang, die Grundlage einer Sache Evangelium ohne ein Schwert fen (Kreuzzüge, Inquisition,
besinnt und dahin zurückkehrt. verbreiteten, so taten es die Dreißigjähriger Krieg), dann
Kalifen ihrem Vorbild geschah dies im Widerspruch
Für den Christen heißt das:
Mohammed gleich und erober- zur Lehre und Praxis von Jesus
Zurück zu Jesus Christus, seiner
ten durch blutige Feldzüge und seinen Aposteln.
Lehre, zurück zu den Aposteln,
große Gebiete für den Islam.
die mit Christus gelebt, sein Wenn hingegen Moslems be-
Wort verkündigt und im Neuen teuern, dass der Islam eine
Dass die späteren Bekenner auf
Testament aufgeschrieben haben. friedliche Religion sei, dann
beiden Seiten sehr oft den ur-
steht dies in krassem Wider-
Alle Koranverse sind aus der Für den Moslem desgleichen: sprünglichen Weg verließen,
Übersetzung von Max Henning spruch zur Lehre und Praxis
(Reclamverlag, 1979), zitiert. Zurück zu Mohammed, seinem gehört zwar zur Religionsge-
Mohammeds und seiner Nach-
Bei anderen Koranausgaben kann Vorbild und seiner Lehre. Zurück schichte, hat aber mit dem
die Verszählungen variieren. folger.
zum Koran. Zurück zu den Ka- Fundament, dem Inhalt und
Alle Bibelverse sind aus der lifen, die das Werk Mohammeds Wesen der beiden Glaubens- In der folgenden Gegenüber-
Elberfelder-Übersetzung zitiert. fortgesetzt haben. richtungen nichts gemein. stellung dazu einige Beispiele:

MOHAMMED UND DER KORAN JESUS CHRISTUS UND DAS NEUE TESTAMENT

Mohammed war ein Eroberer, der Krieg führte. Jesus Christus hat niemals zum Schwert gegriffen
Er unterwies seine Anhänger, zur Verbreitung Er hat seinen Anhängern nachdrücklich verboten,
des rechten Glaubens Gewalt anzuwenden. im Namen des Evangeliums Gewalt anzuwenden.
Ihr sollt mit ihnen kämpfen, oder sie sollen Muslime Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; betet für die, welche euch beleidigen (…)
werden! ............................................................ (Sure 48,16) und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die (…) Bösen. .. (Lk 6,27.28.35)
Und erschlagt sie [die Juden und Christen], wo Da spricht Jesus zu ihm (Petrus): Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort; denn alle, die das
immer ihr auf sie stoßt! ............................ (Sure 2,187) Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen. ........................................................ (Mt 26,52)
Und bekämpft sie, bis die Verführung aufgehört hat Und als sie an den Ort kamen (…) kreuzigten sie daselbst ihn (Jesus) und die Übeltäter, (…)
und der Glaube an Allah da ist! .............. (Sure 2,189) Jesus aber sprach: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ ........ (Lk 23,33-34)
Und so sie den Rücken kehren, ergreift sie und schlagt Erinnere sie, Obrigkeiten untertan zu sein, (…) zu jedem guten Werke bereit zu sein, (…) nicht
sie tot, wo immer ihr sie findet!“ .............. (Sure 4,91) streitsüchtig zu sein, milde, alle Sanftmut erweisend gegen alle Menschen. .................. (Ti 3,1-2)
So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Und vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil
Finger ab! ............................................................(Sure 8,12) segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen ererbt. .................................... (1Petr 3,9)
...und kämpft gegen sie, Jesus antwortete: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre,
bis kein Bürgerkrieg mehr hätten meine Diener gekämpft (…).“ Da sprach Pilatus zu ihm: „Also du bist ein König?“ Jesus
ist, und bis alles an Allah antwortete: „Du sagst es (…). Ich bin dazu in die Welt gekommen, auf dass ich der Wahrheit
glaubt! .............. (Sure 8,40) Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ ........................ (Joh 18,36-37)
Bekämpft sie, Allah wird sie strafen durch eure Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert
Hände. ..................................................................(Sure 9,14) über die Hoffnung, die in euch ist, aber mit Sanftmut und Ehrerbietung.“.................. (1Petr 3,15)
Die auf dem Wege Allahs streiten, die töten und ge- Und sie steinigten Stephanus, welcher betete und sprach: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“
tötet werden, ihnen gehört die wahre Verheißung. Und niederkniend rief er mit lauter Stimme: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“
............................................................................ (Sure 9,112) ............................................................................................................................................................ (Apg 7,59-60)
O ihr, die ihr glaubt, kämpft wider die Ungläubigen Laßt alle Menschen eure Sanftmut erfahren! Der Herr ist nahe! (…) in allem lasset eure Anliegen
an euren Grenzen, und wahrlich, laßt sie die Härte vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen
in euch verspüren. ...................................... (Sure 9,124) und euren Sinn bewahren in Christus Jesus............................................................................... (Phil 4,5.7)
Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter Rächt nicht euch selbst, Geliebte,...Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn
mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen dürstet, so tränke ihn (...) Laß dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das
angerichtet habt. ............................................ (Sure 47,4) Böse mit dem Guten. ................................................................................................................ (Röm 12,19-21)

12
HELMUT MEHRINGER

Habt keine Angst! - Fürchtet euch!


WIR FÜRCHTEN OFT, WAS WIR NICHT FÜRCHTEN SOLLTEN
U N D F Ü RC H T E N N I C H T, WA S W I R F Ü RC H T E N S O L LT E N

Seit 2001 leben wir in Indonesien, einwohner- Alle(!) Dinge sollen uns Erretteten zum Guten
mäßig das größte moslemische Land der Erde. mitwirken – somit gibt es offensichtlich nichts,
Aufgrund der aktuellen Ereignisse sind alle Aus- was wirklich zu unserem Schaden sein könnte.
länder mit weißer Hautfarbe hier ganz beson- Eine Verheißung, die wir oft anderen leichtfer-
ders gefährdet. Eine Evakuierung in Kürze ist tig zitieren, aber in erster Linie für uns selbst
nicht auszuschließen. (Anm. d. Red.: Mittlerweile geschehen!) gedacht ist. Vertraue ich den Verheißungen un-
Die unterschiedlichen Reaktionen darauf – ge- seres Gottes wirklich? Auch dann, wenn ich
rade auch seitens anderer Missionare hier – hat nicht verstehe, wie eine bestimmte Situation
mich veranlasst, etwas „praxisbezogener“ über zum Guten dienen sollte?
das Thema „Furcht“ nachzudenken:
Josef konnte bestimmt nicht verstehen, warum
Auch wenn ich wanderte im Tale des Todes- er von seinen Brüdern als Sklave verkauft wurde.
schattens, fürchte ich nichts Übles, denn du Aber dies war genau die Art und Weise, wie Gott
bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie – auf menschlich unverständliche Art – seinen
trösten mich. Ps 23,4 wunderbaren Plan zur Rettung seines Volkes aus-
geführt hat. Im Nachhinein ist es ganz klar und
Psalm 23 ist einer der bekanntesten Psalmen.
gereicht Ihm zur Ehre, aber der, der in einer
Aber wie ernst wird er in der Praxis genommen?
hoffnungslosen oder unverständlichen Situation
Selbst im „Tal des Todesschattens“ brauchen wir
steckt, kann oft nur darauf vertrauen, dass Gott
„nichts“ fürchten – also, wann überhaupt sollen
tatsächlich „alles“ zum Guten mitwirken lässt.
wir Grund haben, uns zu fürchten?
Seine Zusagen sind immer absolut wahr – auch
Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht- wenn unser Verstand dagegen protestieren mag.
samkeit gegeben, sondern der Kraft und der
Aber warum zeigt der Herr mir nicht immer
Liebe und der Besonnenheit. 2Tim 1,7
gleich das „Weshalb“ einer Situation? Das hat
Wir haben allen Grund, voller Zuversicht unse- natürlich unterschiedliche Gründe. Es soll aber
ren Weg zu gehen. Hier wird ein von Gott gege- bestimmt immer bewirken, dass unser bedin-
benes Merkmal der Gläubigen genannt: unser gungsloses Vertrauen in Seine Allgenügsamkeit
Leben ist nicht mehr von Furcht, sondern von und Treue, in seine Person und sein Wort ge-
Kraft, Liebe und Besonnenheit gekennzeichnet. stärkt wird. Und manchmal mag es auch noch
Können andere an uns erkennen, dass wir eine einen anderen Grund haben, der ebenso zu un-
ganz andere Hoffnung haben, als die Welt sie zu serem Besten dienen soll:
bieten hat?
Wen der Herr liebt, den züchtigt er ... Alle
Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Züchtigung aber scheint für die Gegenwart
Dinge zum Guten mitwirken... nicht ein Gegenstand der Freude, sondern
Röm 8,28 der Traurigkeit zu sein; danach aber gibt sie
die friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen,
die durch sie geübt sind. Hebr 12,6.11

Unangenehme Situationen sollten immer auch


zur Selbstprüfung führen: Ist in meinem Leben
Sünde, die ich ablegen soll, um ein brauchbare-
res Gefäß für Ihn zu sein? Sünde muss nicht der
Grund für eine unangenehme Situation sein und
ist es oft auch nicht, aber es kann der Fall sein.
Nur vom Standpunkt der Ewigkeit her könnten
wir sehen, wie wunderbar unser Herr tatsächlich
alles zum Guten geschehen lässt! Deshalb die
Angelika und Helmut
Aufforderung:

13
Lasst uns, ... mit Ausharren laufen den Sei es, dass wir leben, wir leben dem
vor uns liegenden Wettlauf, hinschau- Herrn; sei es, dass wir sterben, wir ster-
end auf Jesus, den Anfänger und Voll- ben dem Herrn. Sei es nun, dass wir
ender des Glaubens. Hebr 12:1-2 leben, sei es, dass wir sterben, wir sind
des Herrn. Röm 14,8
Wie oft beurteilen wir Situationen nur mit un-
serem begrenzten Verstand, nur aufgrund der Paulus ist ein Vorbild für uns, dem wir nachei-
Umstände – anstatt allein auf unseren Herrn fern sollen! Und wenn wir uns diese Zusagen
und Seine Ziele zu schauen. In Ihm ist volle Ge- und Aufforderungen des Wortes Gottes zu eigen
nüge, in Ihm hat alle Angst ein Ende, Er ist unser machen, dann verstehen wir die Zusammenfas-
Leben und unsere Zukunft, Er ist unser alles! sung des Paulus: Wir sind des Herrn Jesus, Sein
Eigentum, Seine Erkauften. Solange wir leben,
Freuet euch allezeit; betet unablässig;
will Er uns zu Seiner Ehre verwenden. Und wenn
danksaget in allem, denn dieses ist der
wir sterben, ist es weit besser für uns! Also – was
Wille Gottes … für euch. 1Thes 5,16-18
sollen wir Angst haben und uns fürchten vor
Auch wenn Weil alles in unserem Leben als Gläubige zum dem, was die Welt uns antun könnte? Die Welt
es menschlich Guten mitwirkt und weil wir keinen Anlass zur hat auch unseren Herrn Jesus umgebracht – und
Furcht haben, sollen wir uns „allezeit“ freuen – das diente uns zum Heil!
„verrückt“ er- d.h. immer, ohne Ausnahme, egal, was ge-
scheint: ist un- Der China-Missionar Hudson Taylor hat diese
schieht, auch wenn es menschlich unmöglich
Verse einmal etwas prägnanter ausgedrückt:
ser Blick auf oder „verrückt“ erscheinen mag. Ist unser Blick
auf den Herrn Jesus gerichtet, gibt es wirklich „Der Christ ist solange unsterblich,
den Herrn Jesus nur Grund zur Freude! Irdische Leiden erschei-
gerichtet, haben nen dann so klein. bis sein Werk vollendet ist.“
wir nur Grund Seid um nichts besorgt, sondern in Also – wovor sollen wir uns dann noch fürchten?
zur Freude! allem lasset durch Gebet und Flehen
Irdische Leiden mit Danksagung eure Anliegen vor Gott
kundwerden. Und der Friede Gottes, Aber wir sollen fürchten –
erscheinen der allen Verstand übersteigt, wird eure nur jemanden ganz anderen:
dann so klein. Herzen und euren Sinn bewahren in
Deshalb, da wir ein unerschütterliches
Christo Jesu... Phil 4,5-7
Reich empfangen, lasst uns Gnade ha-
Nochmals dieselbe Aufforderung an uns! „Alle- ben, durch welche wir Gott wohlgefäl-
zeit“ auch hier, und sogar noch betont, indem lig dienen mögen mit Frömmigkeit und
dieses Gebot wiederholt wird. „In allem“ sollen FURCHT. „Denn auch unser Gott ist
wir im Gebet vor den Thron unseres Gottes kom- ein verzehrendes Feuer.“ Hebr 12,28-29
men und Ihm unsere Anliegen übergeben – aber
Ja, das vergessen wir oft, dass wir einen heiligen
mit Danksagung! Das heißt, gleichzeitig mit
Gott als Vater haben, der nichts mit Sünde ge-
dem Gebet danke ich meinem Gott dafür, wann
mein hat und der uns aus lauter Gnade vor dem
und wie Er mein Gebet erhört – ganz im Be-
wohlverdienten Gericht gerettet hat. Denken
wusstsein, dass Er mein Gebet erhören wird oder
wir öfters über Ihn und Sein Wesen nach und
nicht, je nachdem, was wirklich das Beste ist!
studieren Sein Wort diesbezüglich! Das hilft uns
Preis sei Ihm!
bestimmt, Ihn noch größer, wunderbarer, liebe-
Wenn ich in dieser Haltung des Gebetes und Fle- voller und ehrfurchteinflößender zu sehen. Und
hens mit gleichzeitiger Danksagung die Situa- es hilft, die täglichen Situationen in den richti-
tionen vor Gott bringe, dann wird uns wirklich gen Proportionen zu sehen!
Sein Friede erfüllen und in Besonnenheit be-
Dienet dem HERRN mit Furcht, und
wahren. Ein solcher „Friede im Herzen“ ist dann
freuet euch mit Zittern! Ps 2,11
nicht mehr mit menschlichem Verstand zu be-
greifen und manche um uns her schütteln be- Soweit einige Gedanken, die nur zum weiteren
stimmt den Kopf darüber. Aber der von Gott ge- Bibelstudium und zur Selbstprüfung anregen
gebene Friede ist immer auch ein deutliches sollen. Ich denke jedenfalls derzeit jeden Tag da-
Zeugnis dafür, dass wir eine Hoffnung und einen rüber nach, weiß ich doch nicht, ob nicht viel-
Frieden haben, den die Welt nicht hat und nie- leicht der morgige Tag schon diese Abhandlung
mals geben kann! Können andere diese überna- auf die Probe stellen wird.
türliche Hoffnung und Ruhe in mir sehen?
Lasst uns nicht mehr das fürchten, was wir nicht
Denn das Leben ist für mich Christus, zu fürchten brauchen – sondern vielmehr den,
und das Sterben Gewinn. Phil 1,21 den wir mit Freude fürchten sollen! ■

14
Freizeithaus
Schoppen Termine
2002
K O M M - U N D - S I E H -W O C H E N E N D E N K I N D E R-F R E I Z E I T E N ● Wir suchen
Evangelistische Angebote für Interessierte Für Jungen und Mädchen von 7 bis 10 Jahren einen günstigen
KUS 1 26. – 28. April KI 1 28. Juli - 3. August Kleinbus für die
Unendliche Geschichten von Harry Potter Dschungel-Lager Andreas Fett Gefährdetenhilfe
und dem Herrn der Ringe in Hardenberg!
Liegt der „Stein der Weisen“ im Fantasy-Land? KI 2 4. - 10. August
Dschungel-Lager Ralf Stücher Wer von einem guten
KUS 2 13. – 15. September Fahrzeug weiß, kann sich
Die explosivsten Quadratmeter der Welt unter der 02358-272940
Der Jerusalemer Tempelberg bei Familie Timo Fischer
als Zündschnur eines weltweiten Konfliktes?
M Ä D C H E N -F R E I Z E I T E N melden. Vielen Dank!
KUS 3 15. – 17. November
Kein Anschluss unter dieser Nummer MÄ 1 24. – 30. März (14-19 J.)
Einsamkeit als Grundproblem des 21. Jhdts. Girls-Camp I Debora Bühne
MÄ 2 11. – 17. August (10-13 J.)
Girls-Camp II – ???? –

F O LG E - M I R- N AC H -W O C H E N E N D E N
Außerdem haben wir
Weiterführendes Angebot für junge Christen noch eine Zivildienst-
FMN 1 15. – 17. März
J U N G E N -F R E I Z E I T E N Stelle ab Juni 2002
In der Welt – und oft wie die Welt? zu vergeben!
Sind wir von Nichtchristen zu unterscheiden?
JU 1 31. März - 6. April (10-12 J.)
Wikinger-Lager Andreas Fett

FMN 2 22. – 24. November JU 2 18. – 24. August (10-12 J.)


Symbole neutestamentlicher Gemeinde Ägypter-Lager Andreas Fett
Taufe, Abendmahl... – nur Äußerlichkeiten?! JU 3 25. – 31. August (13-19 J.)
Looser-Lager Daniel Bühne
JU 4 13. – 19. Oktober (13-19 J.)
B I B E L-S T U D I E R-F R E I Z E I T E N Herbst-Camp Søren Walla

Intensive Bibelstudienwochen für Erwachsene


STU 1 9. – 15. Juni
Mit Benedikt Peters und Walter Adank S C H O P P E N T RO P H Y 2002:
STU 2 22. – 28. September Arbeitsfreizeit: „Entdecke Deinen Mann...!“
Mit Albert Kröll und Kurt Becker ABF 23.-25. Mai
Für umfangreichere Renovierungen rund ums
Freizeitheim suchen wir handwerklich begabte
Freiwillige, die gerne ihre Kraft und Kenntnis zur
M I S S I O N S -F R E I Z E I T Verfügung stellen wollen. Ganz besonders wür-
Für Missionsinteressierte und Gemeindeälteste den wir uns über erfahrene RENTNER freuen!
Der Einsatz wird von Ärzten und Apothekern für
MIS 1 27. Okt. – 2. Nov. Body-Builder, Fitness-Freaks, Wellness-Fanatiker
Mit Herbert Martin und Mark Schibli (Z.A.M.) und Gesundheits-Apostel wärmstens empfohlen!
Bibelarbeits- und Seminarthemen:
● Mission zur Zeit der Apostelgeschichte
Wir schicken gerne nähere Informationen zu:
● Was ist zur Missions-Vorbereitung nötig?
● Interessantes zur Völkerkunde Freizeithaus Schoppen • 58540 Meinerzhagen
● Wie werden unerreichte Völker erreicht? AFE TT@T-O NLI NE .D E

15
M A R T I N S E E L H O R ST

I C E unmöglich?
ST HRISTUS
ST HRISTUS TWAS
TWAS

DER BERICHT EINES TADSCHIKISTAN-BESUCHS

„Und, wo wollen Sie hin?“, fragten wir den Journalisten auf dem Flug nach Dushanbe, der
Hauptstadt Tadschikistans. „Na ja, nach Afghanistan“ sagte er mit einem traurigen Gesicht.
Er war uns schon am Flughafen aufgefallen, als er sichtlich nervös sein Satellitentelefon und
seine Kamera zum Sicherheitscheck brachte. „Und haben Sie keine Angst“, fragten wir ihn?
„Natürlich habe ich Angst, aber ich muss. Mein Chef hat mich geschickt!“
Ja, uns hatte auch unser ‘Chef’ geschickt. Aber er hat es so gemacht, dass wir keinerlei Angst
hatten, in einer TU154 über das Schwarze Meer zu fliegen – wenige Tage bevor dort ein Flug-
zeug gleichen Typs abgeschossen wurde und kurz bevor die Bomben auf Afghanistan fielen.

Wir hatten Viele hatten uns massiv abgeraten. Andere hät- Die Vorgeschichte
ten Verständnis gezeigt, wenn wir „bei dieser
keinerlei Angst weltpolitischen Lage“ unseren Besuch in Tad- Ich bin im Iran aufgewachsen und habe dort
Persisch gelernt. Mit 15 Jahren habe ich mein
in einer TU- schikistan verschöben. Unsere Eltern hatten wir Leben dem Herrn Jesus übergeben. Mit 20 habe
154 über das aus Rücksichtnahme erst gar nicht informiert,
um ihnen den Stress zu sparen.
ich ihm gesagt, er könne mich hinschicken wo er
Schwarze Meer wolle, ich würde gehen. Er wollte mich in Offen-
Das war am Freitag Nachmittag bach, einer hessischen Industriestadt. 22 Jahre
zu fliegen – später besuchte dann dieser Missionar aus Tad-
Zuletzt hatte ich dann doch aufgegeben! Angst
wenige Tage vor einer derartigen Reise hatte ich zwar nicht, schikistan eine der schönsten Gemeinden, die
ich kenne, die Offenbacher! (www.christen.de)
bevor dort ein aber meine Frau äußerte sie offen. Und dafür
hatte ich schon Verständnis. Denn ich kannte
Flugzeug glei- diese Gegend der Welt bereits, sie aber war noch Ich war leider nicht dabei! Wegen einer Herz-OP
chen Typs abge- nie in diese Regionen vorgestoßen und musste lag ich im Krankenhaus. Aber einer der Ältesten
unserer Gemeinde meinte, wir sollten uns diese
schossen wurde außerdem unsere vier Kinder zurücklassen, die Arbeit doch mal näher ansehen. Nachdem Steffi
Kinder, die sie geboren hatte. Außerdem war das
und kurz bevor eigentliche Ziel unserer Reise – einen Eindruck (meine Frau) und ich die Missionarsfamilie dann
im Frühjahr während eines Heimataufenthaltes
die Bomben auf vom „normalen Leben“ in diesem Land mit der kennenlernen konnten, beschlossen wir, sie nach
zu 95 % muslimischen Bevölkerung zu bekom-
Afghanistan men – wegen der Kriegsvorbereitungen um Af- ihrer Rückkehr in Tadschikistan zu besuchen.
fielen. ghanistan tatsächlich in Frage gestellt. Im August erhielten wir ein formales Einladungs-
Zu aller Ungewissheit kam noch der Anruf un- schreiben. Das schickten wir mit unseren Pässen
seres Reisebüros. Man teilte uns mit, dass unsere zum Reisebüro und buchten die Flüge für Ende
Visa noch nicht da seien, da ihnen das richtige September. Aber das Formular stellte sich als
Einladungsdokument noch fehle – und das vier falsch heraus. Bis das Richtige kam, war es Mitte
Tage vor dem Abflug! Da bat ich dann doch, die September und ich ließ es direkt zur Botschaft
zwei Monate zuvor georderten Flüge zu stornie- faxen. Das Reisebüro bat ich, die Pässe dorthin
ren und unsere Pässe per Express an uns zurück zu schicken. Das geschah aber nicht. Ich erfuhr
zu senden. Das war am Freitag Nachmittag, kurz es wie bereits beschrieben.
vor dem Teeniekreis, in den ich dann erst mal in
Am Abend nach der Teenie-Stunde bekam ich
aller Ruhe ging...
noch einen Anruf von einem Bruder, der die Si-
Und nun sitzen wir (ich kann es noch kaum fas- tuation des Missionars gut kennt. Er hatte Ver-
sen) doch am Dienstag danach beide im Flug- ständnis für unsere Entscheidung, erwähnte aber,
zeug nach Dushanbe. Wir freuen uns auf eine dass es sein könnte, dass die Missionarsfamilie
Woche ‘Urlaub’, um eine Missionarsfamilie zu kein Geld mehr habe. Aus früheren Gesprächen
besuchen, und das während der Schulzeit als wusste ich, dass der Missionar typischerweise
Eltern von vier Schulkindern. Und auch meine kein Wort über seine finanzielle Situation äu-
Frau hat plötzlich gar keine Angst mehr, denn ßerte. „Gott braucht Leute“, sagte er, „das Geld
„bei Gott sind alle Dinge möglich!“ (Mt 19,26). ist für Ihn kein Problem.“

16
Nach kurzer Rücksprache mit Steffi war sie ein-
verstanden, dass ich allein als Geldkurier zu ihm
reisen könnte, wenn vor Ort wirklich Geldman-
gel bestünde. (In Tadschikistan besteht noch kein funk-
tionierendes Bankwesen mit Überweisungsmöglichkeit!)

„Wir haben jetzt Null“!!!


Gottes „fahrplanmäßige“ Abfahrt
1559 Uhr: Küsse dauern manchmal etwas länger
– und es ist ‘rush-hour’ im Rhein-Main-Gebiet.
16 Uhr: ich bin an der Ortseinfahrt. Wie kom-
20

me ich nun an dem Auto vor mir vorbei, welches


û
unverschämter Weise eiserne 50 km/h fährt? Ich
Am Samstag Morgen stand ich früh auf und
überlege gerade ein waghalsiges Überholma-
hatte eine ausgedehnte Zeit mit dem Herrn in
növer über den durchgezogenen Strich, als mein
meinem fortlaufenden Bibeltext. Da las ich von
langmütiger Herr mir durch den Sinn fährt: „Ich
Paulus, der den Thessalonichern sagte: „Unser
lenke deine Wege!“ „Natürlich! Wenn ich diesen
Gott und Vater selbst aber und unser Herr Jesus
Zug kriegen soll, dann kann Gott ihn, auch wenn Unser Gott
richte unseren Weg zu euch“. (1Thes 3,11)
er erst in Frankfurt eingesetzt wurde (Fahrzeit nach und Vater
„Ja!“, dachte ich, kniete nieder und sagte dem Hanau: 15 min.) mit Verspätung ankommen lassen.“
Herrn: „Wenn Du willst, dann richte meinen Weg selbst aber
Ich hatte plötzlich wieder Ruhe und zuckelte hin-
jetzt nach Tadschikistan!“ Dann tat ich, was ich und unser
ter dem ... braven Menschen her. Ich löste einen
in meinem Leben bisher erst einmal getan hatte: Herr Jesus
Parkschein und lief zum Bahnsteig. Die große
Ich „legte ein Vlies aus“ (Ri 6,37). „Herr“, sagte
ich, „wenn ich jetzt dort anrufe und den Missi-
Uhr zeigte 1629! Zu spät!! „Herr, da ham´ wir den richte un-
Salat!“ Ich sah zum Gleis – da fuhr gerade ein Zug
onar sofort nach der Begrüßung frage, ob er noch seren Weg
ein – meiner! Mir schauderte wieder. Nur ich
Geld habe, und er mir dann ganz gegen seine Ge- zu euch!
wusste, wieso der ICE heute bereits nach den er-
wohnheit sofort antwortet, dass er keines mehr
sten 20 km schon 5 Minuten Verspätung hatte. 1Thes 3,11
habe, würde ich wissen, dass ich hinfahren soll.“
Fünf Minuten später rief ich an. „Habt ihr noch Diplomaten-Dinner for one!
Geld?“ Die Antwort hätte kürzer nicht kommen Bis lange nach Mitternacht saß ich mit dem
können: „Wir haben jetzt Null.“!!! Konsul in einem Berliner Restaurant und lernte
vieles über Tadschikistan, das kleine Land am
Eine extrem steile „Pass-Vorlage“ Pamir-Gebirge, dem „Dach der Welt“.
Mir lief ein Schauer über den Rücken. „Soll ich
Natürlich war es zu spät, um wie verabredet bei
für dich auch ein Visum beantragen?“, frage ich
Freunden im Süden Berlins zu übernachten. Die
Steffi. Sie stimmte zu. Ich sandte die Pässe zur
Busfahrt hätte bis 200 Uhr gedauert. Ich ver-
Berliner Botschaft und wartete gespannt auf den
brachte die Nacht im McDonald´s bei Kakao und
Montag, an dem ich noch voll arbeiten musste.
anderen Gestrandeten der Nacht. Tadschikistan
Montag Vormittag rief ich in Berlin an. „Keine
Um 5 Uhr saß ich im Zug zurück nach Offen-
15
Pässe!?“ Ich bat meine Frau telefonisch beim
bach. Um 1100 Uhr zusammen mit meiner völlig Afghanistan
Kurierdienst nachzufragen: „Doch – die Pässe sei-
ausgeglichenen und fröhlichen Frau im Auto
en um 700 Uhr im Briefkasten der Botschaft ein-
nach München. Wie verabredet, überließen wir
geworfen worden.“ Ich bat den Konsul, im Brief-
einer uns nicht bekannten Münchener Glaubens-
kasten nachzusehen. „Ach ja, in den Briefkasten
schwester unser Auto für die Zeit der Reise.
schauen wir immer erst abends, wenn er voll ist!“
und „... er würde mal eine Ausnahme machen“, Um 1500 Uhr bekamen wir tatsächlich zwei Ti-
und „Ja, die Pässe seien da und ich könne mein ckets nach Dushanbe. Mein Schlüsselanhänger- NACHTRAG
Visum heute Nachmittag bekommen.“ Etwas klein- Taschenmesserchen wurde vom Sicherheitsbe- Ob wir in Zukunft nach
laut gebe ich bekannt, dass ich frühestens um amten eingezogen. (Daran, dass die Welt seit Tadschikistan umziehen?
2100 Uhr in Berlin sein könne um die Pässe ent- dem 11. September anders ist, hatte ich nicht Wir wissen es noch nicht!
gegen zu nehmen (Bürozeit der Botschaft: 9 -17 Uhr).
00 00
mehr gedacht, denn mein Gott ist ja der Gleiche Möge der Herr weiterhin
geblieben). Und dann saßen wir mit einer wilden unsere Wege lenken, wenn
„Kein Problem“, sagte er, es lägen so viele Visum- er uns in diesem Land ge-
Horde internationaler Journalisten im Flugzeug
anträge vor, da müsse er Überstunden machen. brauchen kann und dort
– d.h. ich lag und schlief!
Ich fasste wieder Mut und fragte ihn kühn, ob er haben will.
vielleicht mit mir Essen gehen wolle. Ich hätte Es folgte eine für uns beide sonnige, friedliche, Bitte betet für uns, damit
noch viele Fragen über sein Land… „Mal sehen“, schöne, interessante Woche mit einer bewun- wir eine klare Erkenntnis
ich solle erst mal kommen. Das war um 1400 Uhr. dernswerten Missionarsfamilie. Ich habe durch des Willens Gottes haben!
Laut ICE Fahrplan musste ich um 1625 Uhr ab- meine Kindheit in Persien das Vorrecht, Tadschi- Jedenfalls werden wir die
fahren um gegen 2035 Uhr in Berlin zu sein. Um kistans Sprache zu verstehen und irgendwie mit Arbeit dort nach Kräften
1500 Uhr verließ ich das Büro, fuhr mit meinem der Landeskultur vertraut zu sein. Der Gemein- unterstützen – hier oder
lahmen Diesel nach Hause um meine Kinder zu dealltag in Tadschikistan ist fast wie in Offen- dort! M. + S. Seelhorst
küssen, weil ich sie sonst vor dem Flug ins bach. Na ja, – nicht ganz, man sitzt dort auf
Ungewisse nicht mehr sehen würde. dem Fußboden! ■

17
Im vergangenen Quartal erreichte uns ein ausführlicher Leserbrief aus den USA,
den wir mit der Bereitschaft zur Korrektur hier leicht gekürzt wiedergeben.

– selbst ich hatte das Glück, Ein kleiner Einschub:


Jahre her sein, seit ich meinen einmal in einer Siegermann-
Ich glaube, meine erste Begeg-
letzten und einzigen Leserbrief schaft zu sein – und unsere
nung mit f+t hatte ich auf ei-
geschrieben habe – und der Postille aus Schoppen hatten
ner Arbeiterfreizeit (Freizeiten
ging an „fest und treu“. dasselbe Design.
die zur Renovierung des Frei-
Ich kann mich nicht mehr an Zu jener Zeit hieß f+t auch zeitheims abgehalten wurden).
den exakten Inhalt erinnern; noch KONTAKTBLATT JUNGER CHRIS- Ich hatte festgestellt, dass die
es hatte mich damals wohl TEN, womit auch Lesergruppe Arbeit draußen mir nicht so
gestört, dass ein Autor in f+t und Botschaft definiert waren: recht behagte. Ich meldete
behauptete, die „gute Tat“ Eine Zeitschrift für Freizeitteil- mich also für den Innendienst
dürfe nur als Hilfsmittel für nehmer. und bereinigte die Adressdatei.
die Evangeliumsverkündigung
Gewöhnlich gingen wir hoch- Dabei handelte es sich um Me-
eingesetzt werden, da sie an-
motiviert aus der Freizeit nach tallplatten, in welche die Adres-
sonsten in Gottes Augen völlig
Gewöhnlich wertlos sei.
Hause, um den Kampf mit der se des jeweiligen Abonnenten
Welt wieder neu aufzunehmen. eingraviert war. Diese wurden
gingen wir
Dies geißelte ich nicht nur als f+t sollte uns aufmuntern, uns zum Druck der Adressaufkleber
hochmotiviert unbiblisch, sondern angesichts zwischen den Freizeiten an un- benutzt. Damals habe ich Schop-
aus Schoppen hungernder Äthiopier sogar als sere Versprechen erinnern. Sie pen viel Geld eingespart, indem
nach Hause, um zynisch. Sollte der arme Äthio-
pier nur Hoffnung auf eine
waren da, Wolfgang und die
anderen Mitarbeiter, in f+t, um
ich die Adressplatten von Vik-
tor Penner, Waldemar Penner,
den Kampf mit Handvoll Reis haben, wenn uns Mut zu machen... David Penner, Lena Penner…
der Welt wieder man sie in ein gutes Werner- Inzwischen gibt es in Schop-
um es kurz zu machen, Familie
neu aufzuneh- Heukelbach-Traktat einwickeln
kann? Zu diesem Thema habe
pen sogar Freizeiten für Mäd-
Penner bekam anstelle von 10
Exemplaren nur noch eins.
men. f+t sollte ich meine Meinung nicht ver- chen und gemischte(!) Studier-
freizeiten, zudem sind nach Auch in anderen russlanddeut-
uns aufmuntern, ändert. Obwohl ich hoffe, dass über 30 Jahren Freizeitarbeit schen Großfamilien reduzierte
ich mich – dass Ihr Euch in
uns zwischen den letzten 20 Jahren weiter- die ersten Abonnenten ein ich das Altpapieraufkommen.
wenig gealtert und damit ist
den Freizeiten entwickelt habt. Zudem entfernte ich unseren
die Leserschaft der f+t nicht
an unsere Was hat sich verändert? damaligen Bundeskanzler
mehr so klar definiert.
Helmut Schmidt aus der Datei,
Versprechen Ich habe darüber nachgedacht, da ich glaubte, er passe nicht
Annoncen keine Chancen
erinnern. ob sich auch f+t verändert hat, Man hat wohl versucht, dem in das Leserprofil.
oder ob es nur aufgrund mei-
Rechnung zu tragen (insbeson- Die Zielgruppe:
ner eigenen Veränderung so
dere dem Altern der Leser-
scheint. Ich hatte schon festgestellt,
schaft) und f+t KONTAKTBLATT
dass die Leserschaft von f+t
Da sind natürlich einige offen- AKTIVER CHRISTEN genannt.
sehr gemischt ist. Sicher wird
sichtliche Veränderungen: So
Vielleicht hättet Ihr Euch in es schwer sein, alle gleich an-
ist der puristische Pappeinband
diesem Zuge auch von dem zusprechen. Aber wenn es zwei
verschwunden, das Layout
KONTAKTBLATT trennen können. Fragen in diesem Brief gibt, die
wurde ein wenig aufgefrischt.
Assoziiert man das doch allzu- ich gerne beantwortet hätte,
Der Bibelspruch ist derselbe, leicht mit Kontaktanzeigen; wären es wohl diese:
aber der Läufer hat sich verän- und das weiß der aufmerksame
dert. Schade eigentlich. Bevor f+t-Leser: W.B. hält nichts von Wen und was wollt Ihr
man in der Industrie über Kontaktanzeigen. (Keine Sorge, genau erreichen?
”Corporate Identity“ sprach – ich plädiere nicht dafür, Kon- Leser, die Euch nicht persönlich
Schoppen hatte sie schon. Die taktanzeigen in f+t zu veröf- kennen, haben oft den Eindruck,
Urkunden in Fußball, Volleyball fentlichen, obwohl es natürlich dass Ihr eifersüchtig auf den
etc., welche wir von den Frei- den Unterhaltungswert des Erfolg anderer seid und des-
zeiten stolz nach Hause trugen Blattes erhöhen würde.) halb Willow Creek, Pro Christ,

18
Billy Graham und die charis- Hier mein wohlmeinender Rat: Ihr unsere Leserherzen nicht.
matische Bewegung mit ihren Auch wenn ich als Leser nicht Vielmehr werdet Ihr Extremis-
Repräsentanten mit Schmutz mit allen Artikeln inhaltlich ten anfeuern, die sich in ihrem
bewerft. übereinstimme, bin ich gerne separatistischen Weg bestätigt
bereit, mich mit den Inhalten fühlen und noch extremer wer-
Vor so gemeinen Anschuldi-
auseinanderzusetzen, falls die den, so extrem, dass sie mit
gungen nehmen wir Euch na-
Konzentration solcher Artikel solchen Warmduschern – wie
türlich in Schutz und beschrei-
nicht zu hoch ist. Euch in Schoppen – bald nichts
ben Euch als sehr sympathi-
mehr zu tun haben wollen.
sche Jogginghosenträger mit Ich habe die Sorge, dass viele
ganz lauteren Absichten. Leser die Zeitschrift mit dem Konkrete Kritikpunkte:
Kommentar beiseite legen:
f+t als ein Gegengewicht? „Ach, mal wieder die übliche
Um nicht so allgemein zu blei-
ben, dachte ich, es wäre viel-
Ich habe allerdings das Gefühl, Hatz.“
leicht gut, wenn ich einfach
dass Ihr Euch mehr als Gegen-
gewicht zu den vielen Warm- Verstanden werden einmal durch das vorletzte f+t
gehe, um aufzuzeigen, wo ich
duscherzeitschriften (family, Ich persönlich habe f+t oft
konkret meine Kritik ansetzen
Aufatmen…) positionieren mehr als Unterhaltung ge-
würde. Also seid nicht zu ge-
wollt (Der Begriff „Warmdu- lesen, weil man die Autoren
schockt, ich werde speziell die Ich vermute,
scher“ wurde vor zwei Ausga- kannte und man solche Dinge
schlechten Dinge herauspicken.
ben für solche Christen einge- sonst eben nicht zu lesen be- Euer Ziel ist es,
führt, die nicht genug Hingabe kommt. Viele meiner Freunde „Das Editorial“ Warmduscher
zeigen.). lesen f+t nur noch aus Neu- Sehr illustrativ und locker ge-
gier, um sich später über schrieben, aber der Inhalt...
wie mich, die
In der Tradition des alttesta-
mentliche Propheten im Ka-
das Gelesene zum Spaß noch „Dann suchen wir die Hand, eigentlich gerne
einmal richtig aufzuregen. die schlägt, weil sie allein uns
melhaargewand (ganz ohne etwas für Jesus
schöne Hochglanzfotos, Ehe- „Ja, ja“, mögt Ihr jetzt viel- hält und trägt“
tun möchten,
und Familienthemen, Reklame leicht denken, „dass ist einem Ja, da ist er, der Anti-Wohlfühl-
für Korsikaurlaube, Bibelschu- Noah, einem Jesaja, einem aber manchmal
Gott, der uns am liebsten Wege
len und Kontaktanzeigen…) Jeremia auch passiert.“ führt, die wir nicht gehen wol- im Alltagssumpf
scheint Ihr Euch eher als ein- len und Dinge tun lässt, die wir stecken bleiben,
Allerdings wäre das ein wenig
samer Rufer in der christlichen nicht können oder mögen und
vermessen, denn hat nicht aufzurütteln
Medienwüste zu sehen: uns so lange züchtigt, bis wir
Paulus alle Briefe sehr genau
ergebene Kinder werden. und Mut zu
Egal, ob uns jemand liest, auf seine Leserschaft abge-
stimmt? Natürlich kommt das Gottes- machen, mehr
ob wir unsere Leser verärgern, bild des erziehenden Vaters in
provozieren oder verletzen, wir Hat er nicht danach gefragt, der Bibel vor; manchmal habe
in Hingabe zu
schreiben die Wahrheit, die sich wie er seine Botschaft bringen ich jedoch das Gefühl, dass es leben.
sonst keiner mehr zu schreiben muss, damit sie verstanden in f+t überrepräsentiert ist.
traut, da die Christenheit ja nur und umgesetzt werden kann?
noch aus harmoniesüchtigen „Anleitung wie die Heilige
Warmduschern besteht, die be- Ent- oder Ermutigendes Schrift zu lesen ist.“
reit sind, für weniger als ein Ich vermute, Euer Ziel ist es, Nun, natürlich ist gegen diesen
Linsengericht ihre auf Erkennt- Warmduscher wie mich, die Artikel inhaltlich nichts zu
nis der Wahrheit gegründeten eigentlich gerne etwas für sagen. Es stellt sich allerdings
Standpunkte an Charismatiker Jesus tun möchten, aber die Frage, warum in f+t fast
und Katholiken zu verkaufen. manchmal im Alltagssumpf ausschließlich nur Glaubens-
stecken bleiben, aufzurütteln männer gut wegkommen, die
Allzuviel ist ungesund und Mut zu machen, mehr in schon längst beim Herrn sind,
Es sind nicht so sehr die einzel- Hingabe zu leben. von denen im jüngsten Fall ein
nen Artikel an sich, vielmehr Schwarzweissfoto existiert.
Vielleicht ist es auch wirklich
die Anhäufung von Artikeln
so, dass wir angesichts der Sicher ist es gut, von Zeit zu
einer bestimmten Sorte.
kleinlichen Streitereien und Zeit hervorzuholen, was Christ-
Irgendwann schaltet man ab Engherzigkeit, die wir in der en vor langer Zeit gedacht ha-
und fragt sich, ob die in Schop- Brüderbewegung erfahren ha- ben. Tut man es allerdings zu
pen denn nichts Besseres zu ben, aus Harmoniesucht dazu häufig, läuft man Gefahr, ein
tun haben, als über andere neigen, zu viele Kompromisse rückwärts gerichtetes und ver-
Christen zu stänkern. einzugehen. Aber so erreicht staubtes Image zu bekommen.

19
„Vom Segen guter Traditionen“ Briefe führt uns weiter den Modernismus, Gottes Problem
Ein guter bedenkenswerter Ar- Weg, den wir schon viel zu ist – toter Fundamentalismus.“
tikel, insbesondere in unserer weit gegangen sind, uns
Dieses Zitat auf der letzten
Zeit. In einer anderen Zeit- wegen Kleinigkeiten zu strei-
Seite unterstütze ich voll.
schrift abgedruckt würde er ten und zu spalten.
sicher seine Wirkung haben, „Wenn der Drucker muckt“ Zum guten Schluß...
jedoch im Kontext der anderen Guter Artikel, mehr davon. Ich weiß nicht, ob es mir ge-
Artikel von f+t verliert er seine lungen ist aufzuzeigen, dass es
Wirkung. „Der Alpha-Kurs“
nicht so sehr der Inhalt, son-
Hier wieder ein Kracher. Solche
Vielleicht eine Anmerkung: dern die Auswahl der Artikel
Artikel sind schwer verdaulich.
ist, die f+t das Image gibt,
Man möchte auch hier fragen, Gibt es da noch etwas Erfolg-
rückwärtsgerichtet und de-
warum müssen die Beispiele reiches in der evangelikalen
struktiv kritisch zu sein.
wieder aus der Schublade der Welt, dass wir noch nicht mit
schwarzweiß eingebundenen Dreck beworfen haben? Genau, Ich habe mir die Mühe ge-
Ich habe mir CLV-Biographien stammen? der Alpha Kurs. Dieser böse macht, diesen langen Brief zu
die Mühe ge- Insbesondere Jim Elliot ist Kurs verbindet auch wirklich schreiben, weil er meiner An-
eindeutig überrepräsentiert alles, was f+t verabscheut. sicht nach für f+t sehr förder-
macht, diesen lich sein könnte.
(Es würde mich manchmal rei- Ich zumindest bin froh, dass es
langen Brief zen, mich mit der einen oder den Alpha-Kurs gibt. Ich kenne An manchen Stellen habe ich
zu schreiben, andere „f+t-Ikone“ kritisch Menschen, die durch den Kurs mich des Stilmittels der Pole-
weil er meiner auseinanderzusetzen, genau zum Herrn gefunden haben mik bedient, um die Lektüre
wie Ihr es mit Billy Graham (z.B. eine Nachbarin von uns). interessanter zu machen. Ich
Ansicht nach und Bill Hybles getan habt, Solche Artikel sind schwer ver- wollte wirklich NIEMANDEN
für f+t sehr nur, um ein ausgewogeneres daulich. Wenn überhaupt, dann verletzen.
förderlich sein Bild zu präsentieren. Ich bin alle sechs Ausgaben nur einer!
mir allerdings nicht ganz Ich habe Euch diesen Brief
könnte. sicher, wie geistlich solche „Aufgelesen“ und „Die drei geschrieben, weil ihr mir sehr
Beweggründe wären.). Feiglinge“ – OK. viel bedeutet.

„Bill Bright und die „Totentanz & Gothic Grusel“ Wolfgang hat mich geistlich
‘kommende Erweckung’“ und „Rucksack-Mission“ geprägt wie nicht viele andere.
Dies ist ein Artikel, den Ihr mit Die Missionsartikel sind in der Das Vertrauen, was er mir stets
Gewinn aus der letzten Aus- Regel Lichtblicke. Hier wird entgegengebracht hat trotz
gabe hättet streichen können. von Leuten berichtet, die was meines Nicht-Konform-Seins,
Was verspricht sich Mark für den Herrn machen und hat mich geistlich gestärkt
Schibli von einem solchen nicht bekrittelt, was andere (nicht zuletzt die Tatsache,
Brief, welches geistliche Ziel falsch machen. Interessant, da dass er den Brief eines 14-jäh-
verfolgt er und verfolgt Ihr, reist jemand in das ferne Je- rigen vor 20 Jahren abge-
wenn Ihr so etwas abdruckt? men, und die Charismatiker druckt hat).
sind schon da.
Verbreitet Bill Bright eine Irr- Vielleicht dusche ich nicht so
lehre, die öffentlich gegeißelt „Eine Predigt wie ein
kalt, wie er sich das immer von
werden muss? Wollt ihr gar an Peitschenhieb“
mir gewünscht hat, aber sicher
diesem Fakt festmachen, ob Auch hier schreibt ein Held,
kälter, als ich es ohne ihn tun
man mit Mitarbeitern von der schon seit geraumer Zeit
würde.
„Campus für Christus“ zu- beim Herrn ist…
sammenarbeiten kann? Dass
Denkspruch der Rückseite In alter Verbundenheit Euer
wäre nun wirklich übertrieben.
„Gottes Problem heute ist nicht
Ich denke, der Abdruck solcher … der Liberalismus, nicht der Daniel Bien

Anmerkung der Redaktion: Wir möchten bei all der berechtigten Kritik darauf achten, dass „fest
und treu“ nicht allmählich in „weich und wendig“ oder „fesch und neu“ umbenannt werden muss.

20
Aktuelle Buchbesprechungen
Olive Fleming Liefeld Wertvoll an diesem Buch ist u.a., dass der Autor heutige und
Ein Leben für die Aucas – frühere Gottesvorstellungen durch viele Zitate und Beispiele
Die Geschichte unserer Liebe deutlich macht, zum Nachdenken anregt und keine billigen
Antworten gibt. So kommt er besonders bei den Fragen in
Hänssler, gb., 296 S., DM 29,95 Bezug auf Katastrophen und Leid in Verbindung mit der
Etwa 30 Jahre nach dem Tod ihres Mannes Pete Fleming be- Souveränität und Allmacht Gottes zu der demütigen Einsicht,
sucht Olive den Ort, an dem er mit vier weiteren Missionaren dass wir Gottes Handeln oft nicht zu verstehen und erklären
von den Auca-Indianern ermordet wurde. vermögen, ihm aber trotzdem vertrauen können.

Die Geschichte ihrer Liebe, Verlobung und der kurzen Ehe wird Lutzer versteht es, auch schwierige Fragen aktuell und interes-
noch einmal lebendig und sie trifft dort alte Bekannte wieder sant darzustellen. Ein wertvolles Buch für Leser, die bereit sind
und auch einige der Mörder ihres Mannes, die aber inzwischen mitzudenken und nachzudenken, um Skeptikern, Agnostikern,
zum Glauben gekommen sind. Esoterikern und Enttäuschten biblische Antworten und Hilfen
geben zu können. Wolfgang Bühne
Diese aufwühlenden Begegnungen veranlassen sie, noch ein-
mal die Briefe und Tagebücher ihres Mannes durchzuarbeiten
und die Geschichte ihrer Liebe und Berufung niederzuschrei- Benedikt Peters
ben. Und so wird dieses berühmte und tragische Kapitel der
Missionsgeschichte noch einmal aufgerollt und reflektiert.
Der 11. September,
der Islam und das Christentum
Dabei lernt man nicht nur Pete und Olive Feming näher ken-
nen, sondern auch Jim Elliot, der ein enger Freund Petes war, CLV, Tb., 80 S., DM 3,80
und dessen spätere Frau Elisabeth.
Während Politiker in aller Welt beteuern, dass der Islam im
Alle, die sich für Außenmission interessieren oder sich auf Grunde eine friedliebende, tolerante Religion sei und der Ter-
Mission vorbereiten, werden aus diesem Buch eine Menge ler- roranschlag vom 11. September eigentlich keinen religiösen
nen können. Sie bekommen eine realistische Sicht von den Hintergrund habe, sieht der real existierende Islam ganz
Anfechtungen und Kämpfen, die mit der Vorbereitung auf die anders aus.
Mission und dem Warten auf Gottes Führung verbunden sind.
Benedikt Peters, der seit 30 Jahren immer wieder islamische
Man lernt den oft entmutigenden Missionsalltag kennen, der
Länder besucht, kennt das wahre Gesicht des Islam aus eigener
manchmal mehr mit Lebenssorgen und Alltagskram ausgefüllt
Erfahrung und aus vielen Begegnungen mit Christen und
ist als mit dem Gewinnen von Seelen. Aber vor allem lernt man
Nichtchristen aus Pakistan und anderen islamisch regierten
in diesem Buch junge Männer und Frauen kennen, die bei allen
Ländern.
menschlichen Mängeln und Eigenheiten Gott um jeden Preis
gehorsam sein wollen und ihm in Hingabe dienen möchten. In diesem Buch geht es aber zunächst nicht um persönliche
Erfahrungen, sondern um das Selbstverständnis des Islam, der
Für Leser, die aus den sog. „Brüderversammlungen“ kommen,
sich selbst im Koran und anderen heiligen Schriften der Mos-
wird dieses Buch besonders interessant sein, weil Pete und
lems weder als friedliebend noch als tolerant vorstellt, sondern
Olive Fleming wie auch Jim Elliot und Ed McCully aus diesen
die notfalls gewaltsame Unterwerfung aller Menschen unter
Versammlungen kommen, davon geprägt sind und deren
Allah zum Ziel hat.
damalige Prinzipien im Blick auf Mission und das Vertrauen
auf Gottes Führung und Versorgung teilten. Der Autor zeigt, was der Koran über die Bibel und über Jesus
Christus aussagt, welche Aussagen der Bibel entnommen sind,
Vor allem jungen Christen sollte man diesen sehr interessanten
welche Begebenheiten völlig verdreht dargestellt werden und
und ungeschminkt ehrlichen Missionsbericht empfehlen, denn
wie sich der Allah des Koran grundsätzlich von dem Gott der
man kann eine Menge über Gottes oft rätselhafte Führungen
Bibel unterscheidet. Besonders aufschlussreich und wichtig für
lernen, die man manchmal nur in der Rückschau nach vielen
das Verständnis der gegenwärtigen Ereignisse scheint mir das
Jahren zu verstehen lernt. Wolfgang Bühne
Kapitel, in dem die Ethik des Koran der Ethik des Neuen Tes-
tamentes gegenübergestellt wird.
Erwin Lutzer Zahlreiche Zitate von Islam-Kennern und von bekennenden
10 Lügen über Gott Muslimen bestätigen, dass B. Peters in diesem Buch eine realis-
CLV, Pb., 224 S., DM 12,80 tische Sicht des Islam zeigt, den wir als Christen richtig ein-
schätzen müssen, um Muslimen in der rechten Haltung das
In diesem Buch werden zehn gängige, aber falsche Gottes- befreiende Evangelium verkündigen zu können.
vorstellungen aufgezeigt, untersucht und biblisch beurteilt.
Das Buch schließt mit einem deutlichen Appell an den Leser,
Dabei geht es auch um Themen und Auffassungen, über die
Frieden und Sicherheit allein bei dem kommenden Friedefürs-
Theologen und Philosophen schon seit Jahrhunderten nachge-
ten Jesus Christus zu suchen, der vor 2000 Jahren am Kreuz für
dacht haben: „Hat der Sündenfall Gottes Plan vereitelt?“ –
seine Feinde gestorben ist.
„Kennt Gott unsere Entscheidungen erst, nachdem wir sie tref-
fen?“ – „Führen viele Wege zu Gott?“ – „Ist Gott verpflichtet, Ein aktuelles, sehr informatives Buch mit einer deutlichen
auch Menschen anderer Religionen zu retten?“ usw. evangelistischen Aussage. Wolfgang Bühne
J.B. Klautke/ B. Kaiser/ W. Nestvogel R. Kent Hughes
Dynamisch evangelisieren Mann mit Profil
Beiträge zu einer aktuellen Diskussion Das biblische Bild des Mannes
Verlag für Ref. Erneuerung, Tb., 168 S., DM 9,80 CVD, Pb., 240 S., DM 24,80
Dieses aktuelle Buch ist die überarbeitete Niederschrift der Vor- Da es in deutscher Sprache kaum Bücher gibt, die das biblische
träge, welche die Autoren auf einem Kongress des Bibelbundes Bild des Mannes zum Thema haben, ist man gespannt, welches
gehalten haben. In allen Beiträgen geht es um die Frage, ob Bild in diesem Buch entwickelt wird.
unsere heutige Evangelisationspraxis inhaltlich und in der Form
Man wird nicht enttäuscht: In vier großen Teilen (Beziehungen
biblischen Kriterien standhält.
– Wesen – Charakter – Dienen) zeigt Hughes, was Gott von
Die Autoren packen heiße Eisen an und zeigen, wie Musik, einem Mann erwartet, der Gott gefallen und seinem Nächsten
Psychologie, Theater, Kunst usw. in der Evangelisation immer zum Segen sein möchte. Mit vielen Beispielen aus der Bibel, der
mehr das verkündigte Wort Gottes verdrängen und ein adap- Kirchengeschichte und der Weltgeschichte illustriert Hughes
tiertes „Evangelium“ angeboten wird, das dem Geschmack des seine Anliegen und stellt auch eine Menge Statistiken über
modernen Menschen entspricht, aber das Ärgernis des Kreuzes Gewohnheiten von Männern vor, die zwar aus den USA stam-
weithin ausblendet. men, aber weitgehend unsere Situation widerspiegeln.
Die Argumente der Autoren sind begründet und durchdacht Der Autor wird an einigen Stellen sehr deutlich, wenn er wunde
und fordern zum Nachdenken und zum Überprüfen der eige- Punkte im Leben von Männern anspricht und gibt Ratschläge
nen Standpunkte und Praktiken auf. zur Verhaltensänderung, die nicht bequem aber sehr wichtig,
praktisch und nötig sind.
So ist es z.B. unbedingt wichtig, dass auch einmal kritisch über
christliche Filme und über die Inhalte von Lebenszeugnissen Enttäuschend und daneben finde ich die Ausführungen über
nachgedacht wird. Die Autoren bleiben aber nicht bei der Kritik die „von Gott angeordnete Selbstliebe“ (S. 38), die auch nicht
stehen sondern machen Mut, ein biblisches Evangelium zu pre- zu dem Charakter des Buches passen. Auch einige konkrete Tips
digen, das Gott groß und den Menschen klein macht. und Anregungen wird man nicht so ohne weiteres unbedenk-
lich übernehmen können. So wäre ich z.B. nicht so blauäugig,
Auch wenn man sich wünscht, das einige Themen etwas aus-
jedem Mann zu empfehlen, einem „Kleingärtnerverein, Sport-
führlicher behandelt würden (z.B. „christliche Popmusik“, „Tanz“,
club, Kochkurs, Bastelkurs“ beizutreten, oder „ehrenamtlich ei-
„Kunst“ usw.), so werden doch eine Menge interessanter Infor-
ne Jungen-oder Mädchen-Sportgruppe“ zu trainieren (S. 204),
mationen und Gedankenanstöße gegeben, die hoffentlich von
um Beziehungen knüpfen zu können.
vielen, denen der Missionsauftrag wichtig ist, ernst genommen
werden. Wolfgang Bühne Daher sollte man dieses sehr interessante Buch aufmerksam
lesen, die wenige Spreu vom Weizen trennen und ansonsten
allen Männern dringend als Lektüre empfehlen.
Alicia Stricker Wolfgang Bühne
Alicia – Aids und ein Leben wie im Traum
Arend Remmers
CLV, Tb., 128 S., DM 3,80
Biblische Bilder und Symbole
Sie kommt aus den Slums von Madrid, erlebt eine Kindheit Kleines Lexikon der biblischen Bildersprache
ohne Liebe und landet auf der Suche nach Geborgenheit in CSV, gb., 260 S., DM 19,80
unglücklichen Beziehungen und wird Aids infiziert. Doch auf
erstaunlichen „Umwegen“ kommt sie in die Schweiz und dort In diesem sehr preisgünstigen Nachschlagewerk werden etwa
wird ihr Leben mit allen Süchten, Gewohnheiten und Lebens- 250 biblische Bilder und Symbole in alphabetischer Reihen-
einstellungen umgekrempelt – denn sie begegnet Gott! folge anhand von über 2.000 Bibelstellen erklärt (also von
Aaron, Aaas usw. bis Zunge, zwei, zwölf). Es geht also um
Offen beschreibt Alicia in ihrer Lebensgeschichte, wie Gott an
Personen, Gegenstände, Farben, Zahlen, Pflanzen, Orte, Ereig-
ihr arbeitet, ihr immer wieder Dinge klarmacht und dabei auf
nisse oder Handlungen, die eine symbolische oder typologische
eine Menge Vorbehalte und Widerstände bei ihr stößt.
Bedeutung haben.
Aber Gottes Macht ist stärker und er macht aus dem Alptraum
Verschiedene Illustrationen, viele Querverweise und ein Bibel-
ihres früheren Lebens ein Leben wie im Traum – sie erfährt
stellen-Verzeichnis am Schluss bieten eine zusätzliche Hilfe.
Liebe, Geborgenheit und Frieden.
Die Erklärungen sind gut nachvollziehbar - der Autor verzich-
Gott führt sie und ihren Mann Michael sogar nach Sarajevo in
tet auf Spekulationen und versucht vor allem, die Bibel selbst
die Missionsarbeit, wo sie bis jetzt arbeiten – und wo es immer
reden und erklären zu lassen.
noch neue Lektionen zu lernen gibt.
Das Buch schließt eine Lücke, bietet wertvolle Hilfen beim Bi-
In einem Anhang wird AIDS und die möglichen Behandlungs-
belstudium und regt dazu an, die Schönheit und den Reichtum
methoden beschrieben.
des Wortes Gottes besser kennen zu lernen.
Ein ehrliches, mutmachendes Buch, erfrischend und originell Wolfgang Bühne
geschrieben, das ohne Beschönigungen Fehler und Schwächen
nennt und zeigt, wie Gott an einem Menschen arbeitet und ihn
neu macht.
Sehr gut geeignet zum Weitergeben an Außenstehende und
Christen. Michael Bühne Aktuelle Buch
K. Bruner/J. Ware Richard Abanes
Der Ring und sein Geheimnis Harry Potter – Fantasy oder Magie
CLV, Tb., 128 S., DM 4,80 CVW, Pb., 288 S., DM 16,80
Bekanntlich gehört das Buch „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Nachdem in den letzten Monaten einige Bücher in evangelika-
Tolkien zu den Büchern, die weltweit die meisten Leser gefun- len Verlagen erschienen sind die sich kritisch mit Harry Potter
den haben. Zur Zeit wird dieses Buch wieder neu in den Blick- bzw. der Autorin J. K. Rowling auseinandergesetzt haben, ist
punkt gestellt, weil es den Stoff für den angeblich aufwändig- nun ein weiteres Buch zu dem Thema übersetzt worden. Der
sten und teuersten Film aller Zeiten bietet. Amerikaner R. Abanes hat die bisher erschienenen Harry
Potter-Bände sehr aufmerksam und gründlich untersucht.
Nur wenige Leser dieses Buches wissen allerdings, das Tolkien
überzeugter Christ war, der u.a. auch seinem bekannten Im ersten Teil des Buches wird in vier Kapiteln der Inhalt der
Freund, dem Schriftsteller C. S. Lewis, entscheidende Anstöße vier Harry Potter-Bücher kurz zusammengefasst und jeweils in
gegeben hat, zum Glauben an Jesus Christus zu kommen, oder einem weiteren Kapitel einer genaueren Betrachtung unterzogen.
– wie C. S. Lewis es selbst umschreibt – der ihm geholfen hat Der Autor zeigt darin deutlich, dass die moralisch verwirrenden
„über den letzten Zaun zu steigen“ und die „letzten Vorurteile Botschaften der Potter-Bücher die Ethik der Leser negativ be-
gegen das Christentum über Bord zu werfen“. einflussen und mit christlichen Werten unvereinbar sind. Vor
allem aber wird deutlich, dass diese Bücher nicht nur okkulte
Nun hat sich Tolkien – ähnlich wie Lewis mit den „Geschichten
Elemente beinhalten, sondern eine praktische Anleitung in den
von Narnia“ – einer literarischen Form bedient, die unter
Okkultismus oder in die Magie bieten.
Christen sehr umstritten ist: In seinem Werk spielen mythische
Figuren, magische Ringe und übernatürliche Dinge eine Der zweite Teil des Buches setzt sich grundsätzlich mit dem
wesentliche Rolle. Okkultismus auseinander, wie er heute die Gesellschaft durch-
dringt und warum die Bibel so eindeutig davor warnt.
In diesem Buch „Der Ring und sein Geheimnis“ geht es aber
nicht darum, Leser für Tolkiens Werke zu begeistern, sondern Ein sehr interessantes Kapitel befasst sich mit der Frage, ob die
die Autoren möchten mit diesem Buch Tolkien-Fans auf den Rowling Bücher mit den Werken von J. R. R. Tolkien und C. S.
einzigen Heiland und Retter Jesus Christus hinweisen. Lewis gleichzusetzen sind. Die verschiedenen Standpunkte der
Evangelikalen in dieser Frage werden zunächst dargestellt und
Sie greifen aus Tolkiens „Herr der Ringe“ etwa 20 Szenen her-
dann zeigt der Autor die grundlegenden Unterschiede auf, die
aus, um damit biblische Wahrheiten zu illustrieren und das
sich aus den verschiedenen geistlichen Perspektiven ergeben,
Evangelium deutlich zu machen.
die den jeweiligen Werken zugrunde liegen und aus der unter-
Es ist ein Versuch, auf eine – wie ich meine – intelligente und schiedlichen Zielsetzung der Autoren. Besonders dieses Kapitel
feine Weise Tolkien-Leser und zukünftige Film-Besucher mit macht deutlich, dass man hier nicht vorschnell und pauschal
der Bibel, dem Buch der Bücher, und der Person unseres Herrn über Tolkiens und Lewis´ Werke urteilen sollte und man zumin-
Jesus Christus, vertraut zu machen. dest den meilenweiten literarischen, ethischen und geistlichen
Unterschied zu Rowling anerkennen muss.
Also – eine gute Möglichkeit, in den kommenden Monaten
Tausenden von Tolkien-Fans ein evangelistisches Buch in die Dieses Buch bietet nicht nur eine gründliche Information und
Hand zu geben und Anknüpfungspunkte für Gespräche über Beurteilung der Potter-Bücher, sondern zeigt auch die verhee-
den Glauben zu nutzen. Wolfgang Bühne renden Auswirkungen und die Verbreitung des Okkultismus in
unserer heutigen Gesellschaft. Außerdem gibt der Autor am
Schluss des Buches gute Anregungen, wie man Harry Potter-
Francine Rivers Fans begegnen sollte und welche Möglichkeiten sich bieten, in
Tamar – Eine Frau der Hoffnung solchen Gesprächen die Notwendigkeit der Erlösung durch
Johannis, gb., 176 S., DM 23,30 unseren Herrn Jesus Christus vorzustellen.
Wolfgang Bühne
Biblische Geschichte und menschliche Fantasie – das ist nor-
malerweise eine riskante und ungute Mischung. Doch in die-
sem Fall scheint es der bekannten Schriftstellerin auf diese
Weise gelungen zu sein, eine etwas schwierig einzuordnende
Zeitspanne aus dem Leben eines der Söhne Jakobs in ihrer tie-
fen, erschütternden und doch glaubensstärkenden Bedeutung
auch für heutige Leser lebendig und nutzbar werden zu lassen.
Zu guter Letzt
EINE LESERZUSCHRIFT
Das ungewöhnliche Leben der Tamar wird – auch vom ge-
schichtlichen und kulturellen Hintergrund her – beleuchtet zu f+t 2/2001 „Vom Segen guter Traditionen“
und die beeindruckende Gnade Gottes aufgezeigt, durch wel- Tradition ist ein guter Bestandteil der Gemeinden, wenn sie
che sie schließlich einen Platz im Geschlechtsregister des Herrn über Jahre gewachsen und mit Leben gefüllt ist. Doch leider
Jesus Christus fand. Ulla Bühne wurden Traditionen zu leeren Hüllen, die oft nicht in den zeitge-
mäßen Rahmen passen. Gerade die Bibelstunden wirken muffig,
schlecht ausgearbeitet und wenig praktisch. Der Konflikt zwi-

besprechungen schen den Generationen ist dann vorprogrammiert. Die ange-


führte Stelle (Lk 4,16) bezieht sich auf den Synagogenbesuch
am Sabbat – m.E. wäre dann der Sonntag und nicht der von
Ihnen genannte Bibelstundenbesuch die Übertragung. M. Graf
Wolfgang Bühne • Postfach 11 26 • D-58540 Meinerzhagen
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wenn
wenn ich irgend etwas, das mir bestimmt ist,
hochspiele, es im Stillen oder unterschwellig
anderen gegenüber noch größer mache…
wenn ich sie denken lasse, dass es „hart“ ist…
wenn ich sehnsüchtig zurückschaue auf das,
was früher war und mich auf den Seiten-
wegen der Erinnerung herumtreibe, so dass
meine Kraft zum Helfen geschwächt wird,

dann
dann kenne ich die Liebe von Golgatha noch nicht!

Amy Carmichael