Sie sind auf Seite 1von 24

2 2001

K 11661
Meinerzhagen
Nr. 94/Jg. 2001

Kontaktblatt
aktiver Christen

fest
und
treu
Mit Ausharren laufen
den vor uns liegenden Wettlauf
Hebräer 12.1
Impressum
fest Heft Nr. 94
und 2. Quartal
treu 2001

Herausgeber Die Artikelauswahl, Zusammenstellung und Satzarbeiten von „fest und treu“ geschehen sehr
CLV holprig und hindernisreich. Eigentlich gibt es keine Nummer, die „wie am Schnürchen läuft“.
Christliche Literatur- So war es auch bei dieser Ausgabe.
Verbreitung e.V.
Postfach 110 135 Während des Druck-Layouts gab es üble Computerprobleme zu bewältigen und auch die
33661 Bielefeld Adresspflege der Empfänger ist noch nicht perfektioniert (siehe dazu auch S. 9: „Wenn der
Drucker muckt“). Eigenartigerweise war es diesmal besonders die Seite „Totentanz & Go-
Bankkonto tic-Grusel“ (siehe S. 16), die mehrere Abstürze und nächtliche Überstunden verursachte.
Postbank Hannover Gibt es da Zusammenhänge?
Kt.-Nr.: 25 24 309
BLZ: 250 100 30 Während ich dieses Editorial verfasse, liegen die folgenden 24 Seiten noch geöffnet und
ungesichert auf dem Bildschirm, weil das Dokument irgendwie nicht abzuspeichern ist.
Sonderkonto für
Außenmission Wer kennt sie nicht, die Tücken der Technik, die uns die Haare raufen lassen und Hitze-
Für Lateinamerika, wallungen und Magengeschwüre verursachen (O weh! Gerade jetzt meldet der Com-
Rußland, usw.: puter: „unerwartetes Dateiende…“)!!!
CLV-Auslandshilfe
Gestern Abend hatten wir Besuch von einem Ehepaar. Ein Ältester unserer Versammlung
Volksbank
Meinerzhagen
mit seiner Frau war eingeladen. Beim Austausch klagte ich zurückhaltend mein Leid.
Kt.-Nr.: 101 210 3300 Da erhielt ich die verblüffende Antwort:
BLZ: 45 86 16 17 „Andreas, das muß so sein, sonst würden wir doch Gott gar nicht suchen. Das alles treibt
Bitte immer den uns doch nur zum Herrn Jesus…“. Ja, das tut es.
Verwendungszweck
angeben und bei Erst muss die Nacht ganz dunkel sein, bis wir nach Deiner Hilfe schrein.
Spendenbescheini- Dann fühlen wir die eigne Schuld; dann beten wir: „Hab noch Geduld!“
gungs-Wunsch auf Dann suchen wir die Hand die schlägt, weil sie allein uns hält und trägt.
eine vollständige
Absender-Anschrift Wir beten, dass alle Empfänger beim Lesen dieser Ausgabe auch hingetrieben werden
achten. Danke sehr! zu dem Herrn Jesus und „fest und treu“ nicht lediglich christliche Zeitungsständer füllt.
Reichen Segen allen, die mit uns den gleich kostbaren Glauben
Erscheinungsweise
erscheint empfangen haben (2Petr 1,1).
fest
und vierteljährlich
treu und kann
kostenlos bezogen
werden.

Inhalt dieser Ausgabe:


Schriftleiter und
Versandstelle
Wolfgang Bühne Anleitung, wie die Heilige Schrift zu lesen sei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Postfach 1126 Vom Segen guter Traditionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
58527 Meinerzhagen
Bill Bright und die „kommende Erweckung“... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Bestellungen, Wenn der Drucker muckt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Abbestellungen sowie Der Alpha-Kurs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Adressänderungen bitte
umgehend an folgende Aufgelesen / Die drei „Feiglinge“ (Gedicht) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Adresse senden: Totentanz & Gotic-Grusel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
A. Fett, Schoppen 1 Rucksack-Mission . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
58540 Meinerzhagen;
e-mail: Eine Predigt wie ein Peitschenhieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
fest&treu@clv.de Aktuelle Buchbesprechungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Anleitung ,
wie die P A U L G E YS E R

Heilige
Schrift zu lesen sei ...
Wenn du die Heilige Schrift lesen willst, so hüte dich zum ersten vor jeder Brille.
Gebrauche die Augen, die du im Kopfe hast, gerade so, wie sie sind. Sodann hüte dich
auch vor allen Wachslichtern, Öllampen und jeglichem Licht, das Menschen erfunden
haben, um den hellen Gottestag zu verspotten. Sei zufrieden mit der Sonne, die am
Himmel steht, und vor deren Helligkeit nichts verborgen bleibt.

Also, wenn du die Heilige Schrift lesen willst, so merke erstlich,


was du vor dir hast: nicht ein Buch von diesem Mann oder je-
nem Mann, bei welchem die Hexenmeister und Vogelbeschauer
Babylons und die Kalbspriester Jerobeams dich erst introduzie-
ren müssen, sondern Gottes Offenbarung, Gottes heiliges, ewi-
ges Wort. Das halte dir beständig vor, dann tust du erst die Au-
gen recht auf und siehst die Worte mit dem rechten Ernste an.

Das Zweite, was ich dir rate, ist: dass du nicht bald hier bald da
dir ein Kapitelchen auswählst, um dich einen Augenblick zu
sonnen und zu wärmen (Joh 5, 35), sondern fange da an, wo
Gott angefangen hat, und lies die Schrift im Zusammenhang.

Warum? Weil jedes Buch nur durch das, was vorher steht, erklärt werden kann.
Niemand kann das zweite Buch Moses verstehen, als wer das erste verstanden hat.
Niemand das dritte, als wer das zweite sorgfältig gelesen hat. Niemand dringt in die
Bücher Samuelis und der Könige ein, als wer weiß, was Mose zuvor bezeugt hat,
gleichwie auch niemand ohne diese die eigentlichen Propheten zu verstehen vermag.
Wenn Amos sagt, er habe in den Tagen Usias und Jerobeams, des Sohns Joas, geweis-
sagt, zwei Jahre vor dem Erdbeben – dann musst du wissen, was von dieser Könige
Regierung in der Schrift gesagt ist, oder seine Predigt fliegt dir über den Kopf weg.
Warum ist die Offenbarung des Johannes, die Gott seinen Knechten gegeben hat,
damit sie sie lesen und verstehen, ein verschlossen Buch? Darum, weil die Leute das
nicht beachtet haben, was vorher steht. Von allen Büchern der Schrift ist gerade die
Offenbarung das verständlichste und trostreichste dem, der bei den Propheten Israels
in die Schule gegangen ist.

Wenn du beim Lesen im Zusammenhang an manches Kapitel kommst, in dem du gar


nichts findest, so halte das auch für einen Gewinn; denn es ist etwas Großes, wenn
wir unsre Dummheit und geistliche Blindheit erkennen.
Also – werde nicht müde – was heute nicht klar wird, das kann morgen wie eine Sonne
aufgehen. Es gibt einen Geist der Wahrheit, der nach und nach in alle Wahrheit leitet.

Erschienen in: Paul Geysers Schriften, gesammelt und herausgegeben von einem Kreis seiner Freunde. Verlag
der Buchhandlung des Erziehungsvereins Neukirchen, aus dem „Reformierten Wochenblatt“ von 1871 (S. 35).

3
WO L F G A N G B Ü H N E

Vom Segen guter Traditionen


ODER: W A R U M G E WO H N H E I T E N N I C H T M E H R G E WÖ H N L I C H S I N D

Bei dem Begriff „Tradition“ denkt man sehr von seinen Gefühlen, seinen Tränen und seiner
schnell an sich alljährlich wiederholende Er- Freude berichtet.
eignisse oder Feierlichkeiten wie Schützenfest,
Man hat beim Lesen dieses herrlichen Evan-
Neujahrslauf, Vatertag usw. Vielleicht erinnert
geliums fast den Eindruck, als wollte Gott uns
man sich auch an irgendwelche Trachtenver-
zurufen: „Seht euch diesen Menschen an!
eine, hat Lederhosen vor Augen, Reifröcke und
Prägt euch sein Vorbild ein, studiert sein Leben
Alphörner.
in allen Einzelheiten und ahmt ihn nach, denn
Mehr sportlich Interessierte denken an „Tra- das ist der Mensch nach meinem Wohlgefallen,
ditionsvereine“ der Bundesliga, politisch Orien- so wie ich mir den Menschen vorgestellt und
tierte an das traditionelle „Dreikönigstreffen“ gewünscht habe!“
der Parteien, Musikbegeisterte an die Salz-
Zunächst einmal fällt in Lk 2,27+42 auf, dass
burger Festspiele und religiöse Leute an die
die Eltern Jesu alttestamentliche Gewohn-
Passionsspiele in Oberammergau.
heiten kannten und praktizierten. So war es für
sie u.a. eine Gewohnheit, jährlich zum Passah-
Tradition hat ... nichts weiter als Nostalgie, Brauch-
fest nach Jerusalem zu pilgern und der zwölf-
einen muffigen tum und vergangene Geschichte?
jährige Jesus wurde in diese Gewohnheit mit
Beigeschmack Besonders für jüngere Menschen und auch für einbezogen.
viele jüngere Christen hat das Wort „Tradition“
Sicher dürfen wir für uns daraus lernen, dass
einen muffigen Beigeschmack, weil man sich
Eltern, die gute Gewohnheiten praktizieren,
nicht so gerne nach hinten, sondern eher nach
beste Voraussetzungen haben, ihre Kinder an
vorne orientiert und für alles Neue und Mo-
gute Gewohnheiten zu gewöhnen. Ich kann als
derne offen ist.
Vater von meinen Kindern nicht etwas erwar-
Nun gibt es ja tatsächlich unter uns Christen ten, was ich ihnen nicht vorlebe.
eine Menge Traditionen oder Gewohnheiten,
die man besser heute als morgen abschaffen „Und er ging nach seiner Gewohnheit
sollte, weil sie weder etwas mit der Bibel, noch am Sabbat in die Synagoge...“ (Lk 4,16)
mit guten Sitten, noch mit gesundem Men-
Hier stellen wir zum ersten Mal fest, dass der
schenverstand zu tun haben.
Herr Jesus eine feste Gewohnheit hatte. An
Aber das soll nicht unser Thema sein. Ich möch- jedem Sabbat ging er in die Synagoge, um dort
te auf einige Gewohnheiten im Leben unseres das Wort Gottes zu hören.
Herrn hinweisen, die mir für unsere Zeit und
Hatte er das nötig? Er trug doch das Wort
die Situation unter den Christen sehr wichtig
Gottes in seinem Herzen und verkörperte es.
scheinen.
Konnte er in der Synagoge noch etwas lernen?
War die Zeit nicht zu schade für einen damals
„Gewohnheiten“ im Lukasevangelium doch recht eintönigen und wenig attraktiven
Bibelstundenbesuch?
Kein Evange- Es ist sicher nicht unbedeutend, dass ausge- Mußte ihn die Gleichgültigkeit der Synagogen-
rechnet Lukas an verschiedenen Stellen aus- besucher, die möglicherweise nur ihre Frömm-
lium nennt uns drücklich von Gewohnheiten im Leben des igkeit oder ihre neuen Gewänder zur Schau
so viele Alltags- Herrn Jesus berichtet, während die anderen stellen wollten, nicht abstoßen?
begebenheiten Evangelisten darüber schweigen.
Nein, unser Herr war es von Jugend an ge-
wie Lukas Bibelleser wissen, dass Lukas die Aufgabe hatte, wohnt, dort zu sein, wo sich das Volk Gottes
den Herrn Jesus als den vollkommenen Men- unter dem Wort Gottes versammelte. Er mach-
schen zu porträtieren. In keinem anderen Evan- te den Besuch der Synagoge nicht von bekann-
gelium werden uns so viele Einzelheiten sei- ten und begabten Rabbis abhängig, auch nicht
ner Kindheit, seines Alltagslebens, seiner Be- von nebensächlichen Äußerlichkeiten, von
ziehung zu seinen Eltern und Geschwistern und denen heute so viel die Rede ist.
4
Wenn wir uns Jünger Jesu nennen, dann soll- Patricia St.John schreibt in ihrer wertvollen
ten wir uns auch diese Gewohnheit Jesu zu Biografie „Harald St.John – Reisender in
einer eisernen Lebensregel machen. Sachen Gottes“ über ihren Vater:
In früheren Jahrzehnten war bei bibeltreuen „Vierzig Jahre lang versäumte er kaum das
Christen der regelmäßige Gottesdienstbesuch Brotbrechen am Sonntagmorgen, und als er
eine Selbstverständlichkeit. Und wer nur spo- bettlägerig wurde, wurden ihm Brot und
radisch zur wöchentlichen Gebets- und Bibel- Wein ans Bett gebracht... Diese heilige
stunde erschien, mit dem stimmte etwas nicht Handlung bereicherte Woche für Woche
und der mußte mit „Brüderbesuch“ rechnen, sein Leben. Es war für ihn eine Auffor-
bei dem ihm auf den Zahn gefühlt wurde. derung zur Treue und zum Dienst, eine
wöchentliche Erneuerung seines Bundes
„Null Bock“? mit Gott. ‘Ich liebe ihn’; sagte er einmal, als
er die Bedeutung des Abendmahles zusam-
Heute beobachtet man immer mehr, dass viele
menfasste, ‘und deshalb tue ich, was er mir
Christen ihren Gemeindebesuch von Umstän-
aufgetragen hat.’“ (1)
den und oft von Lust und Laune abhängig
machen. Die konstante Gewohnheit, um jeden Solche aus Liebe und Hingabe motivierte Ge-
Preis beim Zusammenkommen der Gemeinde wohnheit sollte auch unser Leben in Bezug auf
dabei zu sein, ist selten geworden. Müdigkeit, Verbindlichkeit Gott und der Gemeinde gegen-
Unwohlsein, der Geburtstag von Tante Frieda, über kennzeichnen.
viel Arbeit im Garten und nicht selten ein
interessanter Film im Fernsehen sind für viele „Er ging hinaus und begab sich der Ge-
Christen Grund genug, da nicht zu erscheinen, wohnheit nach an den Ölberg.“ (Lk 22,39)
wo Gott seine Gemeinde zum Lob und zur
Anbetung, zum Hören auf das Wort Gottes und Der Zusammenhang macht deutlich, dass der Laßt uns
zum gemeinsamen Gebet versammelt. Herr Jesus – wenn er in Jerusalem war - den
Ölberg regelmäßig aufsuchte, um dort in der aufeinander
Es gibt Gemeinden, die sich „bibeltreu“ nennen,
in deren Gebetsstunden aber nicht einmal 20%
Einsamkeit und Stille zu beten. Tagsüber lehrte achthaben zur
er im Tempel und nachts ging er zum Ölberg, Anreizung zur
der Gemeindeglieder erscheinen. Alle Aktivitä-
um dort zu übernachten (Luk 21,37; Joh 7,53).
ten einer solchen Gemeinde auf anderen Ge- Liebe und zu
bieten können nicht darüber hinwegtäuschen, Diese Mitteilung macht deutlich, dass der Herr
dass hier „der Tod im Topf“ ist. neben der Gewohnheit, regelmäßig die Syna-
guten Werken,
goge zu besuchen, eine weitere Gewohnheit indem wir un-
„Mir bringt die Bibelstunde nichts!“
hatte, die seinen persönlichen Umgang mit ser Zusammen-
„Ich habe mehr davon, wenn ich für mich Gott betraf. Die erste Gewohnheit drückt seine
zu Hause die Bibel studiere!“ Verbundenheit mit dem Volk Gottes aus, die
kommen nicht
zweite seine Beziehung zum Vater. versäumen, wie
„Im Hauskreis macht Beten mehr Spaß!“
Markus berichtet, dass der Herr Jesus bereits es bei etlichen
„Ich gehe lieber in den Garten, bevor ich
vor Müdigkeit in der Gebetsstunde ein-
vor Sonnenaufgang einen öden Ort aufsuchte, Sitte ist, son-
um dort zu beten (Mk 1, 35), während Lukas dern einander
schlafe!“
andeutet, dass der Herr wohl auch die Abend-
Diese und Hundert andere Ausreden sind fa- und Nachtstunden zum Gebet nutzte und vor ermuntern,
denscheinig und offenbaren meist eine Gering- wichtigen Entscheidungen sogar des Nachts im und das um so
schätzung Gottes, des Wortes Gottes und des Gebet zu Gott verharrte (Lk 6,12). mehr, je mehr
Volkes Gottes zugunsten einer egoistischen und
individualistischen Lebenshaltung.
Wenn nun der Sohn Gottes ein diszipliniertes ihr den Tag her-
Gebetsleben pflegte, können wir es uns dann
Für jeden aufrichtigen Jünger Jesu sollte es als schwache, von Sünde, Welt und Satan an-
annahen sehet.
eine konstante Gewohnheit sein, keine Ge- gefochtene Nachfolger Jesu erlauben, unsere
meindeversammlung zu versäumen, es sei „Stille Zeit“ zu vernachlässigen oder dem Zufall Hebr 10,24-25
denn, dass „ein Esel in den Brunnen gefallen oder irgendwelchen Impulsen zu überlassen?
ist“ (Lk 14,5), eine Krankheit ihn ans Bett fes-
In unserem Alltagsleben haben wir den Wert
selt oder höhere Pflichten Gott und Nächsten
von bestimmten guten Gewohnheiten erkannt
gegenüber ihn in Ausnahmefällen davon ab-
und so lange eingeübt, bis sie zu einer Lebens-
halten.
regel geworden sind. Kaum einer von uns wird
Aber niemals darf es dahin kommen, das wir morgens ungekämmt, ungewaschen und ohne
die Zusammenkünfte aus nichtigen Gründen gefrühstückt zu haben an seinem Arbeitsplatz
versäumen, „wie es bei einigen Sitte ist“ (Hebr erscheinen. Aber was das geistliche Leben
10,25). betrifft, glauben wir oft ohne Reinigung und
5
Nahrung in den Tag gehen zu können, ohne Vorbilder aus der „Wolke von Zeugen“
Schaden zu leiden.
Die große Erweckung in England und Amerika
Die Erfahrung zeigt, dass fast alle geistlichen im 18. Jahrhundert ist mit Männern wie George
Probleme und Fehlentwicklungen eines Chri- Whitefield und John Wesley untrennbar ver-
sten auf einen Mangel an „Stiller Zeit“ vor dem bunden. Gott hat sich diese Werkzeuge ausge-
Herrn zurückzuführen sind. Daher ist es sucht und zubereitet, um Tausende von Men-
äußerst wichtig, dass ein junger Christ es sich schen zu retten. Beide waren äußerst diszipli-
zur Gewohnheit macht, den Tag mit Bibellesen nierte Bibelleser und Beter und ihre festen Ge-
und Gebet zu beginnen, damit diese Gewohn- wohnheiten führten dazu, dass sie spöttisch als
heit zu einer Lebensregel wird. „Methodisten“ bezeichnet wurden.
Georg Whitefield stand nach seiner Bekehrung
An Ausreden fehlt es nie bis an sein Lebensende jeden Morgen um 4 Uhr
auf, um die Bibel auf den Knien zu lesen.
Auch hier kommen die üblichen Einwände:
John Wesley, der ein hohes Alter erreichte,
„Ich lese die Bibel und bete, wenn ich dazu
schrieb – wie er es gewohnt war - an dem Tag,
aufgelegt bin und nicht wenn der Wecker
als er 85 Jahre alt wurde, einige interessante
mahnt.“
Überlegungen in sein Tagebuch:
Das Hintreten „Stille Zeit am Morgen bringt mir nichts,
Zunächst dankt er Gott für alle geistlichen und
weil ich dann zu müde und zu unkonzen-
vor den Herrn triert bin.“
körperlichen Segnungen in den vergangenen
Jahren. Dann zeigt er auf, in welchen Bereichen
darf man nicht „Wenn ich die Bibel nur aus Pflichtgefühl er spürt, dass er älter und schwächer wird, um
davon abhängig lese, dann habe ich nichts davon.“ dann aufzuzählen, welche Fähigkeiten Gott ihm
erhalten hat, so daß er auch jetzt noch keiner-
machen, dass Jim Elliot, der 1956 als 29jähriger Missionar
lei Erschöpfung bei seinen vielen Reisen und
von den Auca-Indianern ermordert wurde,
ein freundlicher Predigten verspürt.
schrieb als junger Christ einige Sätze in sein
Impuls kommt. Tagebuch, die ich in diesem Zusammenhang Am Schluß stellt er die Frage, welcher Ursache
für sehr bedenkenswert halte: er es zuschreiben kann „dass ich bin, wie ich
Es ist besser, bin.“ Zuerst schreibt er seine Frische der Gnade
„Wenn ich überhaupt etwas aus
festen Prin- und Kraft Gottes zu, die ihn ausgerüstet und
der Schrift gewinnen will, muß
erhalten hat. Dann nennt er die Gebete der
ich mich zum Bibelstudium
zipien zu mehr zwingen; die Lust fehlt
Gläubigen und am Schluß stellt er die Frage, ob
nicht auch „zweitrangige Mittel“ dazu beige-
folgen, manchmal völlig, um so mehr
tragen haben wie zum Beispiel „...dass ich seit
muß ich der inneren Stimme des
solchen, Gewissens folgen, wenn sie sagt
sechzig Jahren immer um vier Uhr morgens
aufstehe.“ (3)
von denen ‘du sollst’. Es ist wichtig, dass ich
diese Stimme achten und ihr ge- Dieser gesegnete Mann hatte also im Alter von
man weiß, horchen lerne, sonst wird die Gott- 15 Jahren damit angefangen, täglich um 4 Uhr
dass sie rich- verbundenheit bei mir nicht zu ei- aufzustehen und diese Gewohnheit hat er bis
nem Seelenzustand werden, sondern an sein Lebensende beibehalten.
tig sind, etwas Momentanes bleiben.
Es geht hier nicht darum, mit diesen Beispielen
ob man sie Das Hintreten vor den Herrn darf ich nicht
zu unnüchternen Vorsätzen und Kraftakten zu
davon abhängig machen, dass ein freund-
erfreulich animieren. Aber ich bin fest davon überzeugt:
licher Impuls kommt und mich hinführt. Es
Wenn es sich jeder bibeltreu nennende Christ
findet oder ist besser, dass ich festen Prinzipien folge,
zur eisernen Gewohnheit machen würde, jeden
solchen, von denen ich weiß, dass sie richtig
nicht. Morgen – und wenn es nur eine halbe Stunde
sind, ob ich sie erfreulich finde oder nicht.“ (2)
wäre - treu seine Bibel zu lesen und zu beten,
In der Bibel wie in der Kirchengeschichte wer- dann gäbe es halb so viele persönliche Pro-
den wir immer wieder feststellen, dass Männer bleme und eine wichtige Voraussetzung für
und Frauen, deren Leben Segensspuren für die eine geistliche Erweckung in unseren Gemein-
folgenden Generationen hinterlassen haben, den wäre geschaffen. ■
disziplinierte Beter und Bibelleser waren, die
„infolge der Gewohnheit geübte Sinne“ (Hebr (1) St.John: Harald St.John – Reisender in Sachen Gottes, CLV, S. 143
(2) E. Elliot: Im Schatten des Allmächtigen – Das Tagebuch Jim Elliots,
5,14) und damit Unterscheidungsvermögen CLV, S. 130
besaßen. (3) Das Tagebuch John Wesleys, Hänssler, S. 427

6
MARK SCHIBLI

BillBright
und „die kommende Erweckung“
EIN OFFENER BRIEF AN CAMPUS FÜR C H R I ST U S E .V.

Liebe Mitarbeiter von Campus für Christus! 1. März 2001


Gegen Ende des Jahres 1997 erhielt ich von Glauben Sie bitte nicht, dass ich etwas gegen Die Frist, wel-
Ihnen das Buch mit dem Titel „Die kommende Erweckung habe. Den Wunsch danach teile ich
Erweckung“, geschrieben von Bill Bright, dem mit Bill Bright und mit jedem aufrichtigen
che Bill Bright
Gründer und Präsidenten von Campus für Chri- Christen von ganzem Herzen. Als ich die oben für seine
stus International (CfC). erwähnten Zitate las, konnte ich nur mit dem Erweckung ge-
Propheten Jeremia ausrufen: „Amen! Der HERR
Ich interessierte mich damals für dieses Buch
tue also! Der HERR bestätige deine Worte, die nannt hat ist
wegen der im Titel enthaltenen prophetischen
Aussage. Obwohl mich diese eher misstrauisch
du geweissagt hast!“ (Jer 28,6) „vor Ende des
stimmte, wollte ich mir kein Urteil erlauben, Doch genau so wie damals ein falscher Prophet Jahres 2000“
ohne das Buch aufmerksam gelesen zu haben, namens Hananja Befreiung und Rückkehr aus abgelaufen.
denn ich schätzte Campus für Christus als nüch- der babylonischen Gefangenschaft verkündigt
ternes und biblisch fundiertes Missionswerk ein. hatte, so kam es mir auch in diesem Fall vor.
Aber von der
Hananja hatte gesagt: „So spricht der HERR der „größten geist-
Nachdem ich das besagte Buch gelesen und
seinen Inhalt mit dem Wort Gottes verglichen
Heerscharen, der Gott Israels: Ich zerbreche das lichen Erneue-
Joch des Königs von Babel. Nach zwei Jahren
hatte, war ich leider doch ziemlich erschüttert.
bringe ich alle Geräte des Hauses des HERRN an
rung in der Kir-
Schreibt Bill Bright doch tatsächlich auf S. 18: chengeschichte“
diesen Ort zurück, die Nebukadnezar, der König
Seine (Gottes) Botschaft an mich an diesem von Babel, von diesem Ort weggenommen und kann nun wirk-
Morgen war unmißverständlich und klar. ... nach Babel gebracht hat.“ (Jer 28,2-3)
der Heilige Geist hatte mir gesagt: „Amerika lich nicht die
Weil sich zur Zeit Hananjas und Jeremias na-
und weite Teile der Welt werden vor Ende
türlich jedermann in Israel nach einer schnellen
Rede sein.
des Jahres 2000 eine große geistliche Er-
Beendigung des göttlichen Gerichtes und nach
neuerung erleben! Und diese Erneuerung
der Rückkehr der verschleppten Juden sehnte,
wird die größte geistliche Ernte in der Kir-
hörte man viel lieber auf Hananja. Doch Gott
chengeschichte hervorrufen.“
hatte durch Jeremia bereits eine 70-jährige Ge-
Und einige Zeilen weiter auf Seite 19: fangenschaft und – was noch schlimmer war –
eine Zerstörung Jerusalems und des Tempels vor-
Ich habe über 50 Jahre damit zugebracht,
ausgesagt (Jer 19,1-15; 25,8-11; 27,19-22), was
das Wort Gottes zu studieren und auf Got-
sich dann ja auch alles wortwörtlich erfüllt hat.
tes Stimme zu hören. Seine Botschaft an
jenem Tag hätte nicht klarer sein können. Nun ist die Frist, welche Bill Bright für seine
Erweckung genannt hat („vor Ende des Jahres
Seite 80 und 81:
2000“) schon seit zwei* Monaten abgelaufen.
Nur wenige scheinen fassen zu können, wie Natürlich läuft das Wort Gottes und das Evan-
leicht Gottes Feuer der Erweckung sich auf gelium wie eh und je und wir preisen den
der ganzen Welt ausbreiten wird, aber ver- HERRN für jede gerettete Seele. Aber von der
gangene Erweckungen haben gezeigt, wie „größten geistlichen Erneuerung in der Kir-
mächtig Gott wirklich ist. chengeschichte“ kann nun wirklich nicht die
Die Erweckung wird bei Gottes Volk begin- Rede sein. Das muß doch jeder halbwegs nüch-
nen, aber dann werden sich wie nie zuvor terne Beobachter, wenn auch mit traurigem
überall Scharen von Nichtchristen Christus Herzen, zugeben. Die Tage der Apostel, die Zeit
zuwenden – in der Regierung, im Bildungs- der Reformation, das 18. Jahrhundert mit den
wesen, in den Medien, in Hollywood. Erweckungen in England und Amerika, sowie
7
das 19. Jahrhundert, welches zu recht als das biblischen Prophetie und ihrer unbestechlichen
goldene Zeitalter der Weltmission bezeichnet Genauigkeit Vertrauen zum Wort Gottes finden
wird – wo finden wir heute „in Amerika und könnten, verunsichert. Das Kind (die biblische
weiten Teilen der Welt“ Größeres, als in jenen von Gott eingegebene Prophetie) wird mit dem
gesegneten Zeiten? Bad (den falschen Prophezeiungen der Schwarm-
geister) ausgeschüttet und das Resultat ist, dass
Anstelle von „ … Scharen von Nichtchristen –
ernsthaft suchende Menschen gar nichts mehr
in der Regierung, im Bildungswesen, in den Me-
von Prophetie wissen wollen.
dien, in Hollywood – die sich Christus zuwen-
den“ erleben wir in Europa und Amerika doch Die Bibel gibt uns einen eindeutigen Test, wenn
genau das Gegenteil. Antichristliche Toleranz- wir uns fragen, was wir von einem selbst er-
gesetze greifen die christlichen Glaubensgrund- nannten Propheten halten sollen:
lagen an. Der Okkultismus macht riesige Fort- „Wenn der Prophet im Namen des HERRN
schritte und unterwandert die ganze westliche redet, und es wird nichts daraus und trifft
Gesellschaft (Harry Potter, Halloween, Pokemon, nicht ein, so ist es ein Wort, das der HERR
etc.), homosexuelle Partnerschaften werden ge- nicht geredet hat; der Prophet hat aus Ver-
setzlich der Ehe gleichgestellt, mit menschlichem messenheit geredet, darum erschrick nicht
Leben wird verächtlich umgegangen (Klon-Ge- vor ihm!“ (5Mo 18,22)
setze) und weltweit expandiert der Islam min-
Ich erinnere noch einmal an Bill Brights, schon
destens so stark wie das Christentum. Die west-
zitierte Behauptung: „Ich habe über 50 Jahre
liche Christenheit selbst ist oberflächlich, wun-
damit zugebracht, das Wort Gottes zu studie-
dersüchtig, selbstverliebt, spassorientiert und
ren und auf Gottes Stimme zu hören. Seine
lau wie noch nie. Sie geht erschreckende Kom-
Botschaft an jenem Tag hätte nicht klarer sein
promisse mit der römisch-katholischen Kirche
können.“
ein (Ökumene, gem. Rechtfertigungslehre, etc.)
und gleicht so mehr Babylon, der großen Hure Für den nüchternen, wahrheitsliebenden Chri-
(Offb 17), als der Braut Christi, die sich für sten aber könnte nichts klarer sein, als die Tat-
ihren Bräutigam rein erhält und auf ihn wartet. sache, dass Bill Bright nach 5Mo 18,22 aus Ver-
messenheit und nicht durch den Geist Gottes
So sehr wir uns wünschen, dass Bill Brights Vi-
Hat Bill geredet hat.
sion in Erfüllung gehen möge, so sehr müssen
Bright zu wir uns zugleich unter die anders lautenden Nun komme ich zum eigentlichen Grund mei-
Aussagen des Wortes Gottes beugen, die zum nes Briefes und einer Anfrage an Sie. Da ich
seiner Pro- Ende der Gemeindezeit nicht von weltweiter selber für ein Missionswerk arbeite, das in Afri-
phezeiung Erweckung sondern von einer weltweiten Ver- ka tätig ist, und wir auf den dortigen Arbeits-
irgendwie führung der Christenheit und dem Kommen feldern oft mit Campus für Christus in Kontakt
des Antichristen reden: stehen, wüsste ich gerne, ob Bill Bright zu sei-
Stellung „Laßt euch von niemandem verführen, in ner Prophezeiung nach Ablauf der von ihm ge-
bezogen? keinerlei Weise; denn zuvor muß der Abfall nannten Frist irgendwie Stellung bezogen hat.
Hat er über kommen und der Mensch der Bosheit offen- Hat er über seine falschen Aussagen Buße ge-
bart werden, der Sohn des Verderbens.“ tan und bekannt, dass er einem Irrgeist zum
seine falschen (vgl. auch: Mt 24,3-5; 2Thess 2,1-12; Jud 1,3-19; 1Jo 2,18-19; Opfer gefallen ist? Ein solches Bekenntnis wür-
Aussagen 2Petr 2,1-22; 1Tim 4,1-3; 2Tim 3,1-9; 4,3-4; Offb 3,16-17) de von wahrer Größe und echter Demut zeu-
Buße getan? gen. Gibt es darüber ggf. irgendwelche schrift-
Wenn namhafte Führer evangelikaler Werke
lichen Unterlagen? Ich würde mich sehr darü-
Ein solches wie Bill Bright (er rühmt sich auf S. 26 immer-
ber freuen und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie
hin, ein Werk gegründet zu haben, durch das
Bekenntnis „mindestens 1,5 Milliarden Menschen das
mir diese zusenden könnten. Sofern sich Bill
würde von Bright zu alledem nicht geäussert haben sollte,
Evangelium mitgeteilt und … mehrere zehn
bitte ich Sie um eine Stellungnahme ihrerseits,
wahrer Größe Millionen zu einer Entscheidung für Christus
damit ich weiss, wie Campus für Christus
geführt wurden“) solche falschen Prophezeiun-
und echter De- gen machen und diese dann noch mit einem so
Deutschland über diese peinliche Angelegen-
heit denkt.
mut zeugen. großen Aufwand veröffentlichen, wie es durch
das in mehrere Sprachen übersetzte Buch „Die Ich grüße Sie herzlich mit den besten Segens-
kommende Erweckung“ geschehen ist, dann wünschen für Ihren Dienst. Möge unser Herr
entsteht dadurch ein unermesslicher Schaden. Jesus Christus, dem wir dienen, uns alle stärken
Erstens verlieren der „Prophet“ und das von in der Liebe zur Wahrheit (2Thess 2,10) und im
ihm gegründete Werk an Vertrauenswürdigkeit Kampf für den einmal überlieferten Glauben
und zweitens werden die Menschen, die in der (Jud 3). Mark Schibli * siehe Datum des Briefes

Anm. d. Red.: Auf erneute Anfrage am 10. Juni wurde Mark Schibli telefonisch von CfC mitgeteilt, dass Bill Bright sich
8 nicht zu dem Vorwurf geäußert habe. Auch CfC Deutschland hat bislang keine schriftliche Stellungnahme abgegeben.
Seite 1 von 11 # system-error • data overflow #

C H R I STO P H R E N S C H L E R

Wenn der Drucker muckt... E I N E A L LT A G S -A L L E G O R I E

Mein Computerdrucker ist für mich ein


unweigerlich nach außen
unverzichtbares Hilfsmittel. Manchmal dringt. Die Bibel in ihrem
jedoch bringt er mich ziemlich auf die unübertroffenen Realis-
Palme. Ich lege ein Blatt ein, schalte ihn mus macht uns deshalb
deutlich, dass nicht
auf Bereitschaft, und plötzlich rattert er Erziehung oder
los, ohne dass ich ihm den Befehl zum Bildung, Psycho-
Ausdrucken gegeben habe. Das Resultat technik oder Kondi-
tionierung uns dauerhaft
ist dann ein verdorbenes Blatt Papier. verändern können, sondern dass uns
Was ist geschehen? Aus irgend einem Grund einzig und allein dadurch wirklich geholfen
hat der Drucker von einem früheren Ausdruck ist, dass Gott uns unsere Schuld vergibt und uns
in seinem Speicher noch etwas Text übrig. Und ein neues Herz schenkt (Jer 31,31-34).
den will er nun unbedingt loswerden, bevor er
irgend etwas Neues ausdruckt. Jetzt hilft nur
Darüber hinaus ist es aber für jeden Christen Es ist nicht
wichtig, kontinuierlich den Sinn erneuert zu
noch abwarten, bis sich der ganze Speicherin-
bekommen und dadurch verändert zu werden
ratsam, alles,
halt zu Papier gebracht hat. Oder man schaltet was in uns
(Rö 12,2).
den Drucker aus, damit der Speicher gelöscht

3.
wird. Um den Drucker von seinem falschen steckt, zu
Diese mißliebige Eigenschaft eines Computer-
Speicherinhalt zu befreien, kann man jeder Zeit
ihm erlauben, diesen auf ein Blatt auszu- und in jedes
druckers ist mir zu einem Gleichnis für wichti-
drucken, oder aber den Speicherinhalt ohne
ge geistliche Wahrheiten geworden:
Ausdruck zu löschen. Im zweiten Fall hat Ohr hinaus-
1. Die Ursache für den Fehldruck (und die
Papierverschwendung) liegt darin, dass
der Druckerspeicher mit falschen Dingen
man aber nicht nur ein Blatt Papier, sondern
in der Regel auch Zeit gespart.
zuposaunen.

Auch in christlichen Kreisen bekommt man


belegt ist.
manchmal den offensichtlich auf die säkulare
Genauso ist die Ursache für unser falsches Ver- Psychologie zurückgehenden Ratschlag, alle
halten nicht in der Umwelt oder bei anderen negativen Gedanken, Gefühle usw. auszuspre-
Menschen zu suchen, sondern in unserem „in- chen oder sonst irgendwie auszudrücken.
ternen Speicher“ – dem Herzen (vgl. Mt 15,19). Durch dieses „Herauslassen“ dessen, was in uns

2.
steckt, sei dann schon der erste Schritt zur
Solange der Drucker nicht auf Bereit-
Veränderung getan.
schaft geschaltet wird, fällt die fal-
sche Speicherbelegung nicht auf, und es Die Bibel hingegen gibt uns den entgegenge-
scheint alles in bester Ordnung zu sein. setzten Ratschlag, nämlich (vor dem Herrn)
stille zu sein (vgl. z. B. Neh 8,11; Ps 37,7; Ps
Das kann tagelang gut gehen. Sobald aber der
46,11; Ps 62,6; Spr 11,12; Jes 7,4; Jes 30,15).
Drucker mit falsch belegtem Speicher auf Be-
reitschaft geschaltet wird, speit er seinen an- Damit soll natürlich nichts gegen Gebet oder
gestauten Datenmüll aus. Seelsorge gesagt sein. Es ist jedoch nicht rat-
sam, alles, was in uns steckt, zu jeder Zeit und
Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, be-
in jedes Ohr hinauszuposaunen. Die Folgen von
steht darin, den Speicher seines falschen In-
solch unüberlegtem Verhalten könnten um ei-
haltes rechtzeitig zu entledigen (in der Regel
niges schlimmer sein als der Verlust eines Pa-
durch völliges Ausschalten und anschließendes
pierbogens. Vielmehr kommt es darauf an, dass
Wiedereinschalten).
wir von falschen Einstellungen und Prägungen
So ist es auch mit uns Menschen. Alles scheint erlöst und befreit werden, und dass der Geist
in bester Ordnung zu sein, bis sich eine Situ- Gottes in Verbindung mit dem Wort Gottes uns
ation ergibt, bei der das, was in uns steckt, von innen her erneuert und umgestaltet. ■ 9
ANDREAS KRÄUTER

Der Alpha-Kurs
EINE KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG

In einer Zeit, in der es scheinbar zunehmend Der „Alpha-Kurs“ und seine Begleitschriften
schwieriger wird, das Evangelium zu verkündi- wurden inzwischen in mindestens 27 andere
gen, gewinnt eine neue evangelistische Metho- Sprachen übersetzt. In deutscher Sprache wer-
de mit dem Namen Alpha-Kurs immer mehr den sie vom Verlag „Projektion J“ herausgege-
Anhänger. Gemäß den offiziellen Angaben ben. Am bekanntesten dürfte das „Textbuch“
wurden alleine 1999 weltweit über 14.000 zum Alpha-Kurs mit dem Titel „Fragen an das
Kurse mit über 570.000 Teilnehmern durchge- Leben“ von Nicky Gumbel sein. Vom gleichen
führt(1). Angeblich kamen bis zu 80% der Kurs- Autor stammt der „Alpha-Leitfaden“ (Abk.:
teilnehmer zum persönlichen Glauben(2). Darf L.F.) als Starthilfe für Alpha-Kurse, mit Erfah-
man sich angesichts solcher Erfolgszahlen rungsberichten und Tipps. Für Jugendliche
überhaupt kritisch mit diesem Kurs auseinan- existiert ein eigener „Alpha-Kurs Jugend“. In
dersetzen? Sind die Zahlen nicht Beweis genug, Englisch gibt es sogar ein „Alpha-Kurs Koch-
„Alpha“ trägt dass hier Gott am Wirken ist? buch“ sowie Poster, Aufkleber und T-Shirts.
Den Gemeinden, die einen Alpha-Kurs durch-
in seiner uni- Gerade weil so viele Menschen durch diesen
führen wollen, steht also ein durchgeplantes
Kurs beeinflusst werden, ist es wichtig, dessen
versalen Weite Inhalt einer kritischen Prüfung zu unterziehen.
Konzept mit allem notwendigen Material zur
dazu bei, Verfügung. Beratung und Schulung bieten die
Dabei kann allein das Wort Gottes, die Bibel,
nationalen Alpha-Büros sowie für bestimmte
Konfessions- der Maßstab für solch eine Prüfung sein.
Kirchen oder Regionen zuständige Alpha-Be-
barrieren rater.
abzubauen. 1. Was ist der Alpha-Kurs? Inhaltlich beschränkt sich der „Alpha-Kurs“ ge-
Alpha bleibt In den letzten Jahren ist der Alpha-Kurs als mäß Gumbel auf das, „worin alle größeren De-
erfolgreiche Evangelisationsmethode bekannt nominationen und Traditionen übereinstimmen“
Alpha, ob es geworden. Er wird bereits in über 100 Ländern (L.F., S. 219).
von Katho- in den verschiedensten Gemeinden und Kir-
„Zusätzlich trägt Alpha in seiner universa-
liken, Baptis- chen, aber auch in Gefängnissen und an Uni-
len Weite noch dazu bei, die Barrieren zwi-
versitäten durchgeführt.
ten oder dem schen Gemeinden und Konfessionen abzu-
Entstanden ist der Alpha-Kurs vor etwa 20 Jah- bauen. Plötzlich ziehen Christen verschiede-
CVJM angebo- ren in der anglikanischen Londoner Holy Trinity ner Bekenntnisse an einem Strang. Alpha
ten wird. Brompton Church. Nicky Gumbel, heute Pastor bleibt Alpha, ob es nun von Katholiken, Bap-
an jener Kirche, entwickelte die ursprünglichen tisten oder dem CVJM angeboten wird. Da-
Unterlagen der Einführungkurse in den christ- mit entsteht eine missionarische Koalition“ (4).
lichen Glauben weiter bis zur heutigen Form.
Den Kurs-Organisatoren wird zwar eine gewis-
Der „Alpha-Kurs“ besteht aus 15 Lektionen, die se Flexibilität zugestanden, um Anpassungen
in einem Zeitraum von etwa 10 Wochen be- vorzunehmen, dies „jedoch nur unter der Vor-
handelt werden. Ein Kursabend beginnt nor- aussetzung, dass die wesentlichen Elemente,
malerweise mit einem gemeinsamen Abend- das Wesen und die Identität des Kurses er-
essen. Darauf folgt ein Vortrag, der ins Thema halten bleiben“ (L.F., S. 221). Dabei wird klar
einführt. Danach tauscht man sich in Klein- betont, dass die Lehrinhalte auf dem ganzen
gruppen über das Gehörte aus. Material des Buches „Fragen an das Leben“
basieren sollen(5).
Ein wichtiger Bestandteil des Kurses ist ein
Wochenende zum Thema „Der Heilige Geist“.
2. Was macht den Alpha-Kurs
Manchmal wird zudem ein Heilungs- bzw. Seg-
so attraktiv?
nungsabend durchgeführt (3). Den Abschluss des
Kurses bildet ein Fest mit Freunden der Teil- Wieso wird dieser Kurs in immer mehr Ge-
nehmer, an welchem diese für den nächsten meinden durchgeführt? Es dürfte vor allem
10 Alpha-Kurs eingeladen werden sollen. folgende Gründe haben:
a) Er funktioniert und ist zeitgemäß zu einem neuen Leben, nur zu einem christ-
lichen Lebensstil hingeführt?
Dies scheint das Hauptargument derer zu sein,
die ihn benützen: Dieselbe Gefahr besteht auch bei den Helfern
der Kleingruppen, die laut Gumbel nicht unbe-
„Als ich zum erstenmal an einer Alpha- dingt schon Christen sein müssen, sowie dort,
Konferenz war, dachte ich: Entweder bindet wo Ungläubige durch das Nachsprechen von
Nicky Gumbel uns allen einen Bären auf, Modellgebeten zu einem christlichen Verhalten
oder es ist wirklich so, dass sich Menschen angeleitet werden (L.F.,, S. 67+113). Ein „christ-
auf wunderbare Weise verändern. Nach dem liches Leben“ und Glaube an Christus sind aber
achten Kurs kann ich sagen: Es funktioniert zwei grundlegend verschiedene Dinge.
wirklich.“(6)
Gumbel scheint davon auszugehen, dass grund-
Dies ist das Denken unserer Zeit. Was Erfolg sätzlich alle Menschen in den Kirchen (inkl. der
bringt, muss gut sein. Wenn jemand zur Ge- röm.-kath.) gläubig sind, denn er schreibt in
meinde findet, muss doch Gott dahinter ste- seinem Buch Fragen an das Leben unter dem
hen. Wer fragt noch, was das Wort Gottes dazu Übertitel Das Volk Gottes: „Die universale Kir-
sagt. „lm Alpha-Kurs sind für mich in einer ge- che ist riesig. Laut ‘Encyclopaedia Britannica’
radezu idealen Weise die wichtigsten Prinzipien umfasst sie heute 1,7 Milliarden Menschen“
der postmodernen Evangelisation vereint.“ (7) (S. 227; vgl. „Alpha-Kurs“, S. 68). Es fehlt der
Hinweis, dass die meisten Kirchenmitglieder
b) Der Alpha-Kurs ist nicht-konfrontativ nicht aus Gott geboren sind und darum nicht
„Durch das einfache, unverkrampfte Aus- zum „Volk Gottes'' gehören.
leben des Glaubens, wie es Jesus tat, ent-
stehen natürliche, unkomplizierte Beziehun- 4. Beziehung zur römisch-
gen zu Freunden und Nachbarn. In einer katholischen Kirche
solchen Atmosphäre ist es leicht, eine Be- Der Alpha-Kurs wird auch innerhalb der röm.-
ziehung zu Gott zu suchen. Alpha scheint kath. Kirche gefördert. Speziell für Priester und „Der Kurs
mir die Idealhilfe dazu zu sein.“(8) kirchliche Mitarbeiter, die unsicher sind, ob der macht Spass
Es wird hervorgehoben, dass Menschen das Alpha-Kurs für ihre Kirche geeignet sei, hat das und bedroht
Evangelium auf eine ansprechende, nicht- katholische Alpha-Büro eine spezielle Broschü-
re erarbeitet: „Alpha für Katholiken, Fragen und niemanden
konfrontative Art und Weise kennenlernen
können. Durch das gemeinsame Abendessen, Antworten“ (dt. Ausgabe 2000 bei Projektion J). – genau
Offenheit für Fragen und eingebaute Anekdo- Aus dieser Schrift folgen nun einige Zitate: wie unser
ten wird eine entspannte Atmosphäre geför- „Obwohl es ein Kurs mit anglikanischem
Hintergrund ist, zeigt das Alpha-Material Herr selber!“
dert (entsprechende „Alpha-Witze“ stehen den
Kursleitern zur Verfügung). Die Teilnehmer sol- eine Katholiken gegenüber sehr offene
len sich wohlfühlen. Einstellung. Die Lehren von „Alpha“ weisen
eher den Weg für eine Kooperation zwi-
Im Buch „Leitfaden“ (L.F., S. 189+194) wird schen den Kirchen, als dass sie Rivalität
sogar empfohlen, die Bibeln etwas versteckt hervorrufen“ (S. 18).
parat zu legen, damit die Gäste nicht abge-
schreckt werden! Beim Abschlussfest wird „Haben sich Menschen erst einmal zu
empfohlen, auf das Tischgebet zu verzichten, Christus bekehrt, entsteht der Wunsch nach
„um die Gäste nicht in Verlegenheit zu brin- mehr – die Fülle der göttlichen Offen-
gen“ (S. 70). Gerald Coates sagt sogar: „Der barung (wie sie z.B. im Katechismus ausge-
Kurs macht Spass und bedroht niemanden – drückt ist) gelehrt zu bekommen und in das
genau wie unser Herr selber!“(9) . volle sakramentale Leben der Kirche ein-
bezogen zu werden“ (S. 19/20).
3. An wen richtet sich der „Wir hoffen, dass dieser Kurs Menschen, die
Alpha-Kurs? neu zum Glauben gefunden haben, hilft, zu
lebendigen Katholiken zu werden, die selbst-
Der Alpha-Kurs will dem Evangelium Fern- bewusst ihre Gaben und ihre Talente einset-
stehende erreichen. Eigenartigerweise richten zen, um durch die Kirche am Reich Gottes zu
sich aber nur gerade 3 von 15 Lektionen an bauen“ (S. 24).
diese Zielgruppe. Die Themen der restlichen 12
Lektionen betreffen dagegen hauptsächlich Der Alpha-Kurs wird auch von röm.-kath. Kar-
bereits Gläubige. Wie sollen aber diejenigen, dinälen und (Erz-)Bischöfen empfohlen. In der
die nach den drei ersten Lektionen noch nicht Zeitschrift „Alpha-News International“ (Nr. 1,
von neuem geboren worden sind, diese Themen ’99, S. 6f) lobte Kardinal Keeler (USA) den posi-
verstehen (1Kor 2,14)? Werden sie nicht, statt tiven Einfluss des Alpha-Kurses auf die röm- 11
kath. Pfarreien. Menschen, die dort einen Al- „Taufe mit dem Heiligen Geist“ und der „Er-
pha-Kurs besuchten, seien anschließend „bereit füllung mit dem Heiligen Geist“. Wahre Gläu-
und begierig, mehr über unsere Kirche und ihre bige haben die „Taufe in Heiligem Geist“ (Mt
Sakramente zu lernen“. Der röm.-kath Bischof 3,11) schon bei der Wiedergeburt empfangen
Ambrose Griffiths bekennt: (1Kor 12,13). Sie müssen den Heiligen Geist
nicht bitten zu kommen, da er ja schon in ihnen
„Der Alpha-Kurs beinhaltet nichts, was den
wohnt (Röm 8,9; Eph 1,13). Eine andere Sache
grundlegenden katholischen Glaubens-
ist die „Fülle des Heiligen Geistes“ (Apg 7,55;
überzeugungen widerspricht“ („Alpha für
11,24), welche abhängig ist von unserem Ge-
Katholiken“, S. 35).
horsam und unserer Hingabe. Sie ist kein ein für
Wie ist dies möglich? Doch nur dadurch, dass allemal erreichter Zustand (vgl. L.F., S. 42), wie
wichtige Teile der biblischen Botschaft abge- uns die Aufforderung in Eph 5,18 zeigt. Das
schwächt oder weggelassen werden. Dafür ent- Neue Testament fordert uns nirgends auf, Gott
deckt man an verschiedenen Stellen Ausdrücke zu bitten, uns mit dem Heiligen Geist zu füllen.
aus dem kath. Kontext. Das Wort „Gottes-
Wie in der charismatischen Bewegung üblich,
dienst“ wird mit „Messe“ in einem Atemzug
wird die Gabe des Zungenredens stark über-
genannt („Alpha-Kurs“, S. 68). In der ersten
betont („Alpha-Kurs“, S.48+49). Zwar sei sie
deutschen Auflage des „Alpha-Kurses“ (1996,
„nicht notwendigerweise ein Zeichen dafür,
S. 64) wurde ein vorgeschlagenes „Übergabe-
dass jemand mit dem Heiligen Geist erfüllt ist“
„Der Alpha- gebet“ mit „Tauferneuerung“ gleichgesetzt.
(„Alpha-Kurs“, S. 48; „Fragen“, S. 162+167), aber:
Kurs beinhal- In den Schriften von Nicky Gumbel werden „Es gibt keinen Grund, warum jemand, der diese
tet nichts, was viele bekannte Katholiken positiv erwähnt, z.B. Gabe haben will, sie nicht bekommen sollte“
der Papst, sein Hofprediger Raniero Cantala- („Fragen“, S. 167; L.F., S. 151).
grundlegenden messa oder Mutter Teresa.
Beim Gebet um das Kommen des Heiligen Geis-
katholischen Gemäss Nicky Gumbel seien die Unterschiede tes sollen die Leiter die Teilnehmer dazu ermuti-
Glaubens- zwischen Protestanten und Katholiken „total gen, „in einer anderen Sprache zu reden“ („Trai-
überzeugungen unwesentlich verglichen mit den Dingen, die uns ningsheft“, S. 24). Im Teilnehmerheft steht, man
verbinden“; „wir müssen den Leuten die Frei- müsse „mit dem Heiligen Geist zusammenarbei-
widerspricht“ heit lassen, über zweitrangige Dinge unter- ten“, um diese Gabe zu empfangen („Alpha-Kurs“,
schiedlicher Meinung zu sein.“ (10) S. 49), gemäss „Fragen“ brauche es Zeit, um die-
Wie ist das se Gabe zu entwickeln, wie man Zeit brauche,
Die röm.-kath. Kirche lehrt aber nicht nur in
um eine Sprache zu lernen („Fragen“, S. 171). Zu
möglich? Nur „zweitrangigen Dingen“ etwas anderes, son-
Beginn könne man einfach das Sprachengebet
dern auch und gerade in den fundamentalen
dadurch, dass Wahrheiten der Schrift: der Person des Herrn
eines anderen nachsprechen (L.F., S. 151).
wichtige Teile Jesus Christus, seinem Opfer, dem Evangelium Zungenrede „tritt häufig als Begleiterscheinung
biblischer Bot- und dem Weg der Errettung. Somit ist der auf, wenn Menschen mit dem Heiligen Geist
Alpha-Kurs nichts anderes als ein weiterer erfüllt werden“, lehrt der Alpha-Kurs („Fragen“,
schaft wegge- Schritt auf dem Weg der Konfessionen zuein- S. 162f). Sie scheint ein direkterer (also besse-
lassen werden. ander (Ökumene). rer?) Weg zu Gott zu sein, denn „sie versetzt
uns in die Lage, Gott das auszudrücken, was
5. Der Alpha-Kurs ist charismatisch wir empfinden, ohne den Umweg(!) über un-
sere Muttersprache nehmen zu müssen“. Das
Im Alpha-Kurs werden ausführlich die bekann-
Sprachengebet sei hilfreich in Lobpreis und An-
ten (und z.T. falschen) charismatischen Lehren
betung, wenn wir unter Druck stehen (als „Er-
behandelt: die Taufe mit dem Heiligen Geist,
leichterung!“) und in der Fürbitte. Und es gibt
die er mit der „Erfüllung des Heiligen Geistes“
eine praktische Sieben-Punkte-Anweisung, wie
gleichsetzt (11), die Gabe des Zungenredens, die
man alleine für die Erfüllung beten kann. Darin
häufig der „Geistestaufe“ folge („Fragen“, S. 162)
lesen wir unter anderem:
und den charismatischen „Gebetsdienst“(12). Ein
Ziel des Alpha-Kurses ist, dass Menschen „mit „Wenn Sie die Gabe des Sprachengebets
dem Heiligen Geist erfüllt werden“ (L.F., S. 25). empfangen möchten, dann bitten Sie darum.
Öffnen Sie dann Ihren Mund und loben Sie
Die 10. Lektion (meist findet sie am gemeinsa-
Gott in irgendeiner Sprache außer Ihrer Mut-
men Wochenende statt) ist ganz diesem Thema
tersprache oder einer anderen Sprache, die
gewidmet. Der Heilige Geist wird zu diesem
Sie kennen. Lassen Sie sich von niemandem
Zeitpunkt ausdrücklich gebeten, zu kommen
einreden, Sie hätten das selbst produziert.
und die Teilnehmer zu erfüllen (13).
Geben Sie nicht auf. Es braucht Zeit, diese
Warum ist dies falsch? Im Gegensatz zu Gabe zu entwickeln. Nur Mut!“ („Fragen“, S.
12 Gumbel unterscheidet die Bibel zwischen der 170f)
Unter dem Titel „Wie führt uns Gott?“ wird Das Wesen Gottes und unseres
zwar zuerst der „Gehorsam gegenüber dem Herrn Jesus Christus
geschriebenen Wort“ angesprochen, dann aber
folgen der „gute Gedanken, starke Eindrücke, Der Alpha-Kurs geht ausführlich darauf ein,
Gefühle, sowie Prophetie, Träume, Visionen, dass Jesus Christus Gott und Mensch war
Bilder, Engel und hörbare Stimmen als Wege, (selbstverständlich ist er es immer noch!). Diese
wie Gott uns heute führe („Alpha-Kurs“, S. Erkenntnis ist zum Heil unbedingt notwendig
34). „Manche bezeichnen dies [das Reden (vgl. Joh 8,24: „lch bin“ mit 2Mo 3,14: „Ich bin,
Gottes] als „Eindruck“ oder als etwas, das sie der ich bin“; 1Jo 4,2+3).
‘in den Knochen spüren’“ („Fragen“, S. 114). Im übrigen enthält der Alpha-Kurs jedoch re-
Gemäß Lektion 13 („Heilt Gott auch heute lativ wenig Belehrung über das Wesen Jesu
noch?“) sollen „prophetische Worte“ (oder Christi, geschweige denn des Vaters. Kaum
„Worte der Erkenntnis“) dazu ermutigen, Hei- etwas davon, dass er der Schöpfer und Erhalter
lung von Gott zu erwarten. Diese bestehen z.B. des Menschen ist, von seiner Allmacht, seiner
aus Bildern (man sieht den Körperteil, den Gott Herrlichkeit. Sein Wesen wird einseitig als Liebe
bei jemand anderem heilen will), parallel emp- dargestellt. Ja, Gott ist Liebe. Er ist aber auch
fundenen Schmerzen („Symphatie-Schmerz: heilig und gerecht. Im Kurs wird betont, dass
man spürt dort Schmerzen, wo Gott die andere Jesus ein Mensch war wie wir, nicht aber, dass
Person heilen möchte; „Alpha-Kurs Jugend“, S. Er im Gegensatz zu uns völlig sündlos war.
63), Hören oder Sehen von Wörtern oder dem (Diese Tatsache findet man nur beiläufig im
„Eindruck, bestimmte Wörter sagen zu müssen, Buch „Fragen“, S. 37+67).
die für den Betenden vielleicht gar keinen Sinn Heute wird
ergeben“ („Alpha-Kurs“, S. 65, vgl. L.F., S. 159). Vollständige Verdorbenheit
des Menschen oft gefragt,
Während zu Beginn des Kurses Jesus Christus mit welchen
im Mittelpunkt steht, nimmt im Laufe der Der Alpha-Kurs zeigt zwar die Sünden des
Lektionen immer mehr der Heilige Geist diesen Menschen ansatzweise auf, sagt aber nichts Methoden
Platz ein. Nicht mehr der Herr Jesus Christus über die Sündhaftigkeit der menschlichen Na- wir das
steht im Zentrum, sondern die Wirkungen des tur. Der Mensch sündigt aber nicht nur, son- Evangelium
„Heiligen Geistes“. So wird beispielsweise das dern ist ganz und gar von der Sünde durch-
gemeinsame Wochenende dazu benützt, die drungen. Als Ungläubiger steht er unter dem weitergeben
Teilnehmer in Erfahrungen mit dem „Heiligen Zorn Gottes (Joh 3,36; Röm 1,24-28: „dahinge- sollen. Aber
Geist“ einzuführen, statt ihnen das Evangelium geben“; Röm 2,5.6). Der gänzlich verlorene Zu- wissen wir
ausführlicher darzulegen. Der Aufruf, die „Tau- stand des Menschen wird nicht in der Ernst-
fe mit dem Heiligen Geist“ zu empfangen, ver- haftigkeit verkündet, wie die Bibel es tut. Die überhaupt
drängt den biblischen Befehl, Buße zu tun und Apostel konfrontierten die Menschen direkt noch was
zur Vergebung der Sünden an den Herrn Jesus mit ihren Sünden (Apg 2,23.36; 3,14-15; 7,52- das wahre
Christus zu glauben. 53; 14,15). Jesus Christus ist „nicht gekommen,
Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße“ Evangelium
6. Das Evangelium Gottes oder (Lk 5,31-32; vgl. Mt 18,1 1). Wo geschieht dies beinhaltet?
das „Evangelium nach Alpha“? im Alpha-Kurs?
Wie steht es um das „Evangelium“, das in den
Das Werk auf Golgatha
ersten drei Lektionen des Alpha-Kurses verkün-
digt wird? Ist es identisch mit dem Evangelium, Angehörige der röm.-kath. Kirche werden ge-
wie wir es in der Bibel finden? Diese Frage ist lehrt, dass Jesus Christus in jeder Messe erneut
wichtig, denn der Apostel Paulus schreibt, dass zur Vergebung der Sünden geopfert werden
verflucht sei, wer ein „anderes Evangelium“ muss. Gerade ihnen sollte man in aller Deut-
verkündige (Gal 1,6-9). lichkeit verkünden, dass das Opfer auf Golga-
tha „ein für allemal“ geschehen ist (Heb 9,28;
Heute wird oft gefragt, mit welchen Metho-
10,10. 14). Die Erlösung am Kreuz ist vollendet
den wir das Evangelium weitergeben sollen.
(Joh 19,30).
Aber wissen überhaupt noch alle Gläubigen, was
das wahre Evangelium beinhaltet? In der Apos- Gumbel erwähnt diese Tatsache zwar im Zu-
telgeschichte (z.B. Apg 17: Paulus in Athen) sammenhang mit den alttestamentlichen Op-
finden wir, was die ersten Christen und die fern („Fragen“, S. 236f). Indem er aber im glei-
Apostel nach der Auferstehung Jesu verkündig- chen Abschnitt das „Heilige Abendmahl“, wel-
ten oder mit heutigen Worten: wie sie „evan- ches an das einmalige Opfer Jesu erinnere, mit
gelisierten“. Im Römerbrief finden wir dann ei- „Eucharistie“ gleichsetzt, erweckt er bei Katho-
ne ausführliche lehrmässige Abhandlung des liken den Eindruck, ihre Messe sei etwas Bib-
Evangeliums. lisches. Damit die biblische Botschaft klar und 13
unmissverständlich ausgerichtet werden kann, über den „Heiligen Geist“ verändert habe. Also
muss man sie von den falschen Lehren abgren- nicht nach den Lektionen 2 und 3 über Jesus
zen. Wo dies, wie im Alpha-Kurs, nicht ge- Christus und sein Werk am Kreuz. Nicht die
schieht, wird die Botschaft verwässert. Person des Herrn Jesus Christus, nicht sein Er-
lösungswerk war ihnen groß geworden. Dies
Das Wirken des Heiligen Geistes sollte uns aufhorchen lassen.
und des Wortes Gottes
7. Nachwort
In unserer Zeit betonen wir allzusehr unsere
Möglichkeiten und Methoden, und vergessen Viele Christen meinen, immer auf die neuesten
dabei, dass es unser Herr ist, der „wirkt sowohl Methoden angewiesen zu sein, die den Ge-
das Wollen als auch das Wirken, nach seinem meinden Erfolg und Wachstum versprechen.
Wohlgefallen“ (Phil 2,13; vgl. Heb 12,2). Nach Bill Hybels und seinem Konzept wird be-
Der Glaube ist „ein Überführtsein von Dingen, reits ein nächstes angepriesen. Dabei muss man
die man nicht sieht“ (Hebr 11,1). Der souverä- anerkennen, dass sowohl das Modell „Willow-
ne Gott, in der Person des Heiligen Geistes, Creek“ wie auch der „Alpha Kurs“ aus dem gro-
überführt von Sünde (Sündenerkenntnis!), Ge- ßen Wunsch entstanden sind, Menschen für
rechtigkeit und Gericht (Joh 3,8; 16,8) und be- Jesus zu gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen,
wirkt durch Sein Wort die Wiedergeburt (Röm sollten wir uns aber nicht den Menschen und
10,17; 1Petr 1,23-25). Denn nicht unser Reden, ihren Wünschen anpassen, sondern zur kom-
Der „Alpha sondern Sein Wort ist „lebendig und wirksam promisslosen Verkündigung zurückkehren, wie
und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ sie von den ersten Christen und den großen
Kurs“ ist aus Erweckungspredigern angewandt wurde. Ihre
(Heb 4,12). Es ist auch der „gute Same“ (Lk 8,11;
dem Wunsch 1Petr 1,23) und „wie ein Hammer, der Felsen Methode war biblisch fundiert und hat sich
entstanden, zerschmettert“ (Jer 23,29). jahrhundertelang bewährt.
Menschen für Das Wort Gottes soll nicht die Gefühle, sondern Sind wir davon überzeugt, dass man Gott
Jesus zu gewin- das Gewissen des Sünders treffen (Apg 2,37), fürchten muss? Oder fürchten wir uns vor Men-
damit er dem Evangelium gehorcht (Röm 10,16; schen? Haben wir die Bereitschaft, in dieser
nen. Um dieses Welt verachtet zu werden, verloren, und su-
2Thess 1,8).
Ziel erreichen, chen stattdessen die Anerkennung der Welt?
sollten wir uns Ewige Verdammnis – Hölle Würden wir den Spott der Menschen ertragen,
wenn wir sie auf den Straßen und in unseren
aber nicht den Mit Ausnahme des Hinweises, dass der Un- Gesprächen zur Umkehr aufriefen (Gal 1,10; Lk
Menschen und gläubige wegen seiner Sünde von Gott ge- 6,26)? Die Heilige Schrift fordert uns auf, zu
trennt ist (S. 17) sagt der „Alpha-Kurs“ nichts
ihren Wünschen über deren ewige Folgen. Im Büchlein „Jesus?!“
prüfen (Apg 17,11; Röm 12,2; l.Thess 5,21), für
die Wahrheit zu kämpfen (Jud 3b), uns von
anpassen, son- kommentiert Gumbel Röm 6,23: „Gemeint ist falschen Lehren und Lehrern abzuwenden
dern zur kom-pro- der geistliche Tod – für immer und ewig von (Röm 16,17; 2Kor 6,14-18) und öffentlich vor
misslosen Gott abgeschnitten zu sein“ (S. 17). Dies ist solchen zu warnen (Eph 5,11). Zur biblischen
richtig. Aber die Konsequenzen sind noch viel Verkündigung gehört auch, das Richtige vom
Verkündigung schlimmer. Die Bibel redet von ewiger Qual, von Falschen abzugrenzen. Wie kann man die
zurückkehren! Feuer, das nicht erlischt (Mt 13,42; Offb 21,8). Wahrheit – und damit den Herrn Jesus Chris-
Welches sind nun die Konsequenzen der ober- tus – lieben, ohne sich von allem abzuwenden,
flächlichen Evangeliumsverkündigung durch was IHM nicht gefällt (Ps 97,10; 2Tim 2,19)? ■
den „Alpha-Kurs“. Es ist zu befürchten, dass die (Dieser Artikel stützt sich zum Großteil auf die Broschüre „Alpha-
meisten Menschen, die in diesem Buch aus ih- Kurs: ein neuer Weg zum Menschen von heute?“ von Patrick Tschui,
rem Leben erzählen, eine spezielle Erfahrung Heuweidlistr. 12, CH-8340 Hinwil; ptschui@bluewin.ch; 4. Aufl., Nov.
2000. Bei ihm können neben der vollständigen Broschüre auch an-
oder angebliche „Gaben des Heiligen Geistes“ dere wertvolle Schriften zu verschiedenen Themen bezogen werden.
mit der Bekehrung verwechseln und deshalb
1 „AlphaNews International“, Nr. 22, Aug-Nov 2000, S. 1
noch genauso verloren sind wie vorher. Kaum 2 Zeitschrift „Report“, Ausgabe 4/96, S. 14
jemand erzählt, wie er seinen sündigen und 3 „Trainingsheit für Leiter und Helfer“, S. 25
4 Peter Aschoff, Vorwort zum L.F., S. 11
verlorenen Zustand vor dem heiligen Gott er- 5 „Alpha Copyright Statement“ vom 28.6.1999; vgl. auch L.F., S. 223
kannte und in Jesus Christus seinen Herrn und 6 Dominik Reifler, Pfarrer Winterthur-Seen im Einladungsprospekt
Erlöser fand. für die Schweizer Alpha-Konferenz 1999
7 Florian Bärtsch, Kingdom Ministries, Einladungsprospekt, s.o
Ein in manchen Bereichen verändertes Leben 8 Heinz Strupler, Leiter IGW, Prospekt, s.o.
9 „Alpha-News“, Febr. 1997, S. 29; zitiert in „Falling short? The
ist nicht unbedingt die Folge der Wiedergeburt. Alpha Course examined“, Chris Hand, S. 13
Es ist bemerkenswert und typisch, dass die 10 Video III, Talk 8; zitiert in „Alpha: New Life…?“, E. McDonald
11 „Fragen“, S.155, Anm. 45; S.167f; „Leitfaden,“ S. 144-145
meisten Menschen in ihren Zeugnissen erwäh- 12 „Trainingsheft“, Kapitel 3; „Leitfaden“, Kapitel 11
14 nen, dass sich ihr Leben seit dem Wochenende 13 „Trainingsheft“, S. 24+25, „Leitfaden“, S. 134f+153
D AV E H U N T

Aufgelesen
NUR EIN T R A U M S C H LO S S IN W O L K E N K U C K U C KS H E I M ?

William Law hatte eine seltene Gabe, die Wahl Doch in Wirklichkeit, so Law,
zwischen dem Himmel und der Welt auf eine sind beide Männer Narren. Der
klare, prägnante Art auszudrücken. erste ist von einer Welt besessen,
in der er nicht leben kann,
Er sagte einmal, daß jemand, der sein Leben
der zweite hängt sich an
damit verbringt, eine bombastische Villa auf
eine Welt, in der er nicht
dem Mars zu planen (einschließlich betreutes
bleiben kann.
Wohnen im Alter), in unserer Gesellschaft als
verrückt gilt, wogegen jemand, der in dieser Der erste ist nur um ein paar
Welt seine Traumvilla plant und baut und ge- kurze Jahre verrückter als der zweite.
nießt, als klug und erfolgreich gilt. aus: D. Hunt, Rückkehr zur bibl. Wahrheit; S. 149 (Fliß)

ANDREAS FETT

Die drei „Feiglinge“


VO N DREI F E I G E N B A U M -V E R ST E C K E N U N D D E R S U C H E G OT T E S
NUR E I N T R A U M S C H LO S S I N W O L K E N K U C K U C KS H E I M ?

Kaum wird er versucht, „Du hast falsch gesucht – Er ist gut betucht;
schon muß ADAM übertreten. Nazareth – ein schlechtes Omen. ZACHÄUS, reich von Zollgeschäften,
Nimmt die böse Frucht – Er hat’s untersucht. in der Sammelsucht,
Elend überschattet Eden. Was soll Gutes von dort kommen?“ scheffelt er aus Leibeskräften.

Er ergreift die Flucht. Er hat sich in Zucht. Und so mancher flucht:


„Wo bist Du?“ hört er betreten. Ihm, NATHANAEL, dem Frommen, „Diesen Zwerg, den Zöllnerchef, den
Kann er so noch vor GOTT treten? kann man auf die Tour nicht kommen. Meistgehassten, weh’, ich treff’ den!“
Er bleibt auf der Flucht. Für das alte Buch Sein Job ist verrucht.
Nein, er will nicht mit GOTT reden. hat er sich viel Zeit genommen. Macht mit Römern noch Geschäfte!

Es ist wie verflucht: „Ich hab’ dich geseh’n, Doch Zachäus sucht:
Statt die ganze Schuld zu zeigen, ehe du zu mir gekommen. Wird ER hier vielleicht vorbei gehn?
hüllt er sich in Laub und Schweigen. Sei trotz Zweifel mir willkommen Sieht mich keiner in den Zweigen?
Hat es selbst versucht, Ich kann dich versteh’n, So hat er’s versucht.
mit dem Blätter-Schurz von Feigen. strenger Jude, fast vollkommen.“ Späht vom Baum der Maulbeerfeigen.

„Ich bin nicht dran schuld...“ „Woher kennst Du mich?“ Und auch JESUS sucht:
Hört man außerdem ihn reden. fragt Nathanael benommen „Du musst rasch heruntersteigen.
Doch GOTT hat Geduld, „Und das wundert dich? Wirst von mir besucht.
trotz heftiger Widerreden. Du wirst bald dahinterkommen! Willst Du mir dein Leben zeigen?“

Es ist GOTT, der sucht. Willst du mit mir geh’n, Was wird jetzt gescheh’n?
Will dir Seinen Ausweg zeigen. werd ich Größeres dir zeigen. Bald wird er sich selbst anzeigen
Bleib nicht auf der Flucht Du wirst selber seh’n, – welch ein Phänomen –
Sieh’ doch Gott sich zu dir neigen. Engel auf- und niedersteigen.“ nichts mehr für sich selbst abzweigen.

Es ist GOTT, der sucht, ruft dich aus dem Schutz der Feigen,
um dir Liebe zu erzeigen. GOTT hat uns gesucht.
15
MARKUS FINKE

Totentanz
& Gotik-Grusel
E IN AKTUELLER BERICHT VON V ERTEILEINSÄTZEN

Ein verregneter Samstagmorgen. Das Telefon Der Techno-Totentanz


klingelt. „Wir brauchen jeden, der Flyer vertei-
len kann. Wir treffen uns um 13.00 Uhr.“ Die Polizei hält uns wegen unserer Transpa-
Etem und Velimir haben Transparente angefer- rente auf. Aber die Beamten sind wohlgeson-
tigt. „OHNE GOTT IST ES EIN TOTENTANZ“ und nen als sie erkennen, dass es um keine unange-
„OHNE GOTT BIST DU EINE ZAPPELMASCHINE“. meldete Polit-Demo geht. Die Tänzer kommen.
Eine Besucherin aus Japan Einweg-Sonderanfertigung für den Münchner Wir stehen in entgegengesetzter Richtung. Je-
Union Move (der „kleine Bruder“ der Berliner der muß die Transparente lesen und viele be-
Loveparade). Es ist Pfingsten. Einige sind be- kommen einen Flyer. Gespräche sind aufgrund
reits mit Alois Böck in Nürnberg beim Pfingst- des Lautstärkepegels selten möglich. Trotzdem
Mega-Event „Rock im Park“. Dort feiern 70.000 kommen einige zustande. Die Reaktionen sind
junge Leute ihre Sinnlosigkeit... unterschiedlich: Viele belächeln uns, einigen ist
es unangenehm, manche werden aggressiv.
„JESUS LIEBT DICH“, ein weiteres Transparent –
● das ist unsere Botschaft für den Transvesti-
ten, der im schrillsten Outfit vorübertänzelt
● für gepiercte, anzüglich gekleidete Schwule
● für die angetrunkenen, aufreizenden Girls
● für tätowierte, bunthaarige Techno-Freaks,
die zu Monsterbeats ihre Körper verrenken.
Einem jungen Mann kostete dieser Spaß das
Leben. Im Streit erlitt er Schnittwunden an der
Halsschlagader und verblutete. Es war sein
Totentanz! Ebenso für einen Metzgerlehrling:
Er stürzte von einem LKW und verletzte sich
dabei lebensgefährlich.

Nur jeder Zehnte wird erreicht

13.00 Uhr. München, Lands- Szenenwechsel. Pfingstsonntag. Wir sind unter-


berger Straße. Zu zwölft geht es wegs von München nach Nürnberg, um Alois
noch vor dem Union Move samt und die anderen zu unterstützen. Jeder wird
Transparenten in die Fußgänger- gebraucht. Bei so Vielen erreichen wir höch-
zone. Wie jeden Samstag ist Bü- stens 10%. Hier treffen wir auf die „normale“
Die handgemalten chertisch. Predigen, Verteilen, Gespräche, Ein- deutsche Durchschnittsjugend. Der Alkohol
Einweg-Transparente ladungen. Wir fühlen den Menschen auf den fließt in Strömen. Auffällig viele junge Frauen
faulen Zahn des Zeitgeistes. Bisher ist es ein betrinken sich. Das Zeppelinfeld mit seinen
ganz normaler Samstag. monumentalen Faschistenbauten passt zu dem
„gleichschaltenden“ Geist, der hier herrscht.
Trotz des schlechten Wetters tanzen ca. 10.000 Viele kennen unsere Traktate bereits und ver-
ausgeflippte Raver den soundträchtigen LKWs spotten uns. Doch uns genügt es, wenn wir
wie dem Rattenfänger von Hameln hinterher. merken, dass die meisten auf den ersten Blick
Aber das Heftige steht uns noch bevor. erkennen, dass es um Jesus Christus geht. Das

16
vergessen die Menschen nicht. Bei Vielen hat dorthin. 10.000 Grufties
es schon etwas ausgelöst, was später zur Be- sind in der Stadt. Viele
kehrung führte. geben sich werktags
Auch in Nürnberg gab es einen tragischen ganz normal, doch der
Zwischenfall: Ein junger Mann sprang voll- Großteil dieser Leute
trunken ins 40 cm „tiefe“ Wasser eines nahe- lebt ständig in dieser
gelegenen Sees: Querschnittsgelähmt. düsteren Halbwelt, sie
haben eine neue Identi-
Nürnberg adé – Leipzig, wir kommen tät angenomen und be-
zeichnen die Menschen
Wir wollen weiter nach Leipzig zum Wave- außerhalb ihrer Szene „Der Ausdruck ihres Ange-
Gotik-Treffen, unserem „Pfingst-Highlight“. als „Heiden“, bzw. „weltlich“. Die Musik, die sie sichts zeugt gegen sie …“
Die Grufties und Satanisten zelebrieren ihr dü- hören, gibt eindeutig dem Bösen die Ehre.
steres Schattendasein. Und wir wollen mit 22
Kartons „Dead or Alive-Büchern“ dabei sein. Wir können sehr viel verteilen und führen gute
Wir kommen erst Samstagabend an. Unterwegs Gespräche. Einige haben
erfragen wir telefonisch eine Unterkunft für uns ihre E-Mail Adresse
neun Leute. Wir dürfen spontan in den Räum- gegeben und wir wer-
lichkeiten einer Gemeinde nächtigen. Der Herr den mit der Gewißheit
sorgt für uns und bestätigt unser Vorhaben. nach München zurück-
fahren, dass jeder zweite
Sie überleben ihr Leben nicht... ein Büchlein bekommen
hat. Eine solche Gruf-
Doch der Samstag ist noch nicht vorbei. Die tie-Konzentration findet
ersten Kartons unserer Bücher verteilen wir an man sonst nirgendwo,
skurrile Schwarzgekleidete. Ihr Outfit über- nicht mal in Transsyl-
trifft das der Raver und der jungen Menschen vanien. Aber wer macht
in Nürnberg bei weitem. In Scharen strömen diese Menschen auf die „Sie bereiten sich selbst
sie aus der Straßenbahn. Groteske Gestalten Liebe und Gnade unseres Herrn aufmerksam, Böses.“ Aus Jesaja 3,9
bevölkern die City. Wir wollen Licht in diese wenn nicht wir? Können und dürfen wir cool
Fantasy-Finsternis bringen. Erstaunlicherweise zusehen, wie diese Leute verloren gehen?
reagieren diese Menschen freundlich und sehr
friedlich. Sie freuen sich über die Büchlein und Und was ist mit dir?
lesen sie oft sofort. Manche grunzen, fluchen
und stöhnen beim Erfassen des Inhalts. Gegen Montagabend, 23.50 Uhr.
Mitternacht freuen wir uns auf unseren Schlaf- Wir sind wohlbehalten
sack (Schlafsarg – hätte ich fast geschrieben). in München angekom-
men. Pfingsten ist gleich
Montagmorgen. Ein Super-Frühstück für Kör- vorbei, aber noch ist der
per und Geist stärkt uns für den bevorstehen- Geist Gottes auf Erden.
den Einsatz. Wir bekommen noch Verstärkung Noch gibt unser lang-
von vier Brüdern aus Nürnberg und verteilen mütiger Gott dem abge-
uns auf die verschiedenen Veranstaltungsorte fahrensten Gruftie eine Chance zur Um- GRUFTIES SIND SUCHENDE
in der Stadt. Die Zombies zieht es magnetisch kehr. Ende der 70er Jahre des 20. Jhdts.
bildet sich die Subkultur der „NEW
Wir hatten eine wunderbare Gemein- ROMANTIC“ als Mixtur aus Mystik
und Musik. Der PUNK (engl.: Müll)
schaft, die uns nur enger verbindet. Es war als Ausdruck eines resignierten Le-
sehr schön, anstrengend, schockierend und bensgefühls entsteht. Als Rebellen
traurig zugleich. Wir wollen beten für alle, provozieren sie, indem sie das Übel
die wir erreicht haben, dass sie aufwachen des Konsums nach außen kehren.
Als radikale Aussteiger feiern sie den
und Gott finden. UNTERGANG DER ZIVILISATION.
Die depressive Unfarbe schwarz ist
Wie wirst du dein nächstes Pfingsten ver- ihre Uniform. Sie bezeichnen sich
selbst als ENDZEIT-ROMANTIKER.
bringen? Ist dir bewußt, dass wir Christen
Ständig wechselnden Stil-Spiel-
Verantwortung für unsere Generation tra- arten wie Gotik Wave, Industrial,
Fotos: Thorben Otten

gen? Der Herr möge uns allen eine Last für Dark Rock, Apocalyptic Folk, sind
die Verlorenen auferlegen. ■ das Lebendigste an ihrer Subkultur.

17
û Rucksack-Mission
EINE TO U R I ST I S C H E
E VA N. G E L I U M *

E VA N G E L I S AT I O N S R E I S E IN DEN JEMEN

Erschöpft und schweißgebadet setzen wir uns


Erste Europäer im Jemen-Bergdorf
in den Schatten eines großen Baumes. Schon Ein paar Männer begleiten uns in das einige
seit Mittag sind wir zu Fuß in dieser einsamen, Kilometer weiter gelegene Marktdorf. Wir sei-
wüstenartigen Gebirgsgegend unterwegs. Nur en die ersten Europäer hier, sagen sie uns. Die
eine kurze Strecke nahm uns ein Toyota-Ge- Stimmung in diesem abgelegenen Talkessel ist
ländewagen mit – das einzige Auto, was uns in einzigartig. Man fühlt sich um Jahrhunderte
dieser abgelegenen Region begegnete. zurückversetzt.
Im Jemen (lt. WHO Man zeigt uns das Schulzimmer in dem wir
eines der ärmsten
Länder der Welt) leben
schlafen können und ein Mann verspricht uns
16 Mio. Menschen. ein Abendessen zu bringen. Auf den Matrazen
Etwa 80% davon zu schlafen, darauf verzichten wir lieber, we-
wohnen in Dörfern,
meist unter einfach- gen der Menge von Flöhen, die darin hausen.
sten Verhältnissen in Also breiten wir unsere Isomatten auf dem Bo-
den Bergen, weil das
Klima in den höher-
den aus und richten unser Nachtlager her.
gelegenen Regionen
recht angenehm ist. Draußen haben sich inzwischen einige Männer
um eine Kerosin-Lampe versammelt und wir
setzen uns zu ihnen. Jemand bringt uns ein
einfaches Abendessen: Fladenbrot und eine
scharfe rote Soße.

Als wir uns ge- Die Neugier wird stärker als Scheu Jesus kennen sie nur aus dem Koran
rade ausstrecken Nun warten wir unter dem Baum in der Als mein Freund ihnen erklärt, dass wir „Na-
wollen, klopft es Hoffnung, dass uns jemand in sein Haus ein- srani“ (d.h. Christen) sind und vor dem Essen
lädt, wenigstens zum Tee, wenn schon nicht immer beten wird es plötzlich ruhig. Am Boden
an die Tür. Mit zum Essen oder Übernachten. Denn wenn man sitzend genießen wir das Essen unter den auf-
mulmigen Gefühl erst in den Häusern der Menschen beim Essen merksam auf uns gerichteten Blicken der
öffnen wir die Tür. sitzt, hat man auch die Möglichkeit, über den Männer die dann auch gleich die ersten Fragen
Glauben zu reden. Bisher hatten wir nur Ta- über den „rechten Glauben“ an uns richten:
Ein Mann kommt gestouren in die Bergdörfer unternommen und Wieviele Frauen wir denn haben dürfen, das
herein und bringt immer herzliche Gastfreundschaft erlebt. Jesus nicht der Sohn Gottes sei, usw.
uns einen Krug Doch in dieser spärlich besiedelten Gegend Leider reichen unsere Arabischkenntnisse nicht
Wasser. Dann, begegnen uns die Leute sehr scheu. Enttäuscht aus, um das Evangelium ausführlich zu er-
brechen wir wieder auf. Nach weiteren zwei klären. Also ziehen wir ein durch den Zoll ge-
fragt er uns vor- Stunden Fußmarsch kommen wir zu einer klei- schmuggeltes Lukasevangelium aus der Ta-
sichtig flüsternd, nen Ansiedlung, trinken eine kalte Cola und sche und reichen es einem der Männer. Sofort
ob wir auch für essen ein paar Kekse dazu, so ziemlich das ein- macht es die Runde und einer liest laut bis zum
zige was man in diesem „Laden“ bekommt. Es zweiten Kapitel vor. Die anderen hören auf-
ihn ein solches ist bereits später Nachmittag und wir machen merksam zu und manchmal deuten sie mit
„Papier“ hätten. uns schon langsam Gedanken um einen Schlaf- zustimmendem Kopfnicken an, dass es mit dem
platz. Im Freien zu übernachten wäre riskant, übereinstimmt, was sie über Jesus aus dem
wegen der Rudel wilder Hunde, der Hyänen und Koran wissen. Wenn wir jetzt gut Arabisch
der Schlangen. Ein Zelt hatten wir bewußt nicht könnten, wäre es wohl möglich, bis in die Nacht
mitgenommen. Wir wollten darauf vertrauen, hinein Zeugnis zu geben. So aber gerät das
dass wir in den Häusern der Menschen über- Gespräch ins Stocken und wir verabschieden
nachten könnten um mit ihnen ins Gespräch uns, um uns zur Ruhe zu begeben.
zu kommen über „Jesus, den Sohn Marias“.
Als wir uns gerade ausstrecken wollen, klopft
Schließlich lädt uns ein junger Mann ein, in der es an die Tür. Mit mulmigen Gefühl öffnet
Schule zu übernachten. mein Freund die Tür. Ein Mann kommt herein
18
und bringt uns einen Krug Wasser zum Wa-
schen. Dann, zuerst vorsichtig nach links und
rechts schauend, fragt er im Flüsterton ob wir
auch noch für ihn ein solches „Papier“ hätten.
Mit freudigem Herzen geben wir ihm eines.
Dann legen wir im Gebet die Menschen dieses
Dorfes vor Gott und versuchen einzuschlafen.
Als Touristen dagegen konnten wir uns frei im
ganzen Land bewegen, wurden oft in die Häu-
ser eingeladen, konnten offen über den Glau-
ben reden, (ein Gesprächsthema das, anders als
bei uns, sehr gern gewählt wird) und hatten
Möglichkeiten, christliche Literatur weiterzu-
geben. Falls man „auffliegt“, hätte man von
û
Doch die Gedanken über das Erlebte, die drü- staatlicher Seite wohl nur die Ausweisung zu
ckende Hitze und das Geheule der wilden Hun- erwarten. Wir erkennen in Evangelisations-
de rauben uns den Schlaf. reisen auch ein durchaus biblisches Prinzip. Zu
einem späteren Zeitpunkt mag es nötig sein,
Kundschafter der „frohen Kunde“ dass sich Gläubige dort fest niederlassen und
Bekehrte im Glauben festigen.
Gegen vier Uhr in der Früh werden wir durch
den Gebetsruf des Muezzins jäh aus dem Schlaf
Wer wird ein „Bergsteiger Gottes“?
gerissen. „Allahu akbar ...“. „Gott ist groß, steht
auf zum Gebet, beten ist besser als schlafen“. Vorerst muß allerdings gesät werden und dazu
Wir sind nicht so ganz davon überzeugt und ist es nach unserer Meinung nicht notwendig,
schlafen lieber noch ein wenig weiter. Als dann wenn nicht sogar hinderlich, im Land zu leben.
die Sonne aufgeht wachen wir auf und spüren, Die große Hürde, die es zu bewältigen gilt, ist
dass die Flöhe uns doch entdeckt haben. Das jedoch die arabische Sprache. Ohne sie geht
ganze Dorf schläft noch und wir setzen uns überhaupt nichts. Aber mit Gottes Hilfe und
unter einen Akazienbaum, lesen in der Bibel viel Fleiß ist auch das möglich. Wie oft waren
und beten gemeinsam. Dann brechen wir auf wir traurig darüber, dass unser Arabisch nicht
um weiter zu ziehen. Plötzlich ruft uns ein ausreichte, um das Evangelium zu erklären und
Mann vom Flachdach aus zu und lädt uns zum um den Menschen Geschichten von Jesus zu
Frühstück ein. Geräucherter Fisch, Fladenbrot erzählen. Wie groß wären die Möglichkeiten,
und Tee warten auf uns. Danach machen wir nicht nur in diesem Land, wenn man die arabi-
uns auf um einen weiteren interessanten Tag in sche Sprache beherrschte. So ist der nächste
diesem aufregenden Land zu erleben. Schritt in dieser Richtung klar und deutlich vor
uns: Arabisch lernen.
Das Ziel unserer Reise war die Auskund-
schaftung dieses Landes bezüglich der Mög- Allen Interessierten möchten wir noch ein
lichkeiten, diese Menschen mit dem Evangeli- Buch empfehlen, nämlich die Biografie von
um zu erreichen. Wir bekamen auch einen James Fraser: „Der Bergsteiger Gottes“. Wir
guten Einblick in das Leben der Missionare. Es denken, dass die Situation, wie er sie vorfand,
gibt einige, die in den größeren Städten wir- sich sehr gut mit der des Bergjemen verglei-
ken. Sie kommen zumeist aus charismatischem chen läßt. Die geistlichen Wahrheiten in die-
Hintergrund und arbeiten als sog. Zeltmacher, sem Buch, besonders in Bezug auf das Gebet
vor allem im Gesundheitswesen aber auch als der sog. Missionsfreunde, gelten auch für den
Lehrkräfte. Wir sahen, wie vorsichtig sie agie- Jemen. ■
ren mußten, wie sehr sie kontrolliert wurden
und wieviel Zeit und Kraft nur allein das Leben Eure
in einem solchen Land auffrißt. Mitkämpfer im Evangelium * Name d. Red. bekannt

Mit jungen
Muslimen im
Jemen bei
einem gast-
freundlichen
Abend-Imbiß

19
V O R- A N Z E I G E : Die Gemeinde Jesu gang Nestvogel und Wolfgang Bühne mit
in der Endzeit weiteren Vorträgen über aktuelle Trends
19. KfG-Herbst-Tagung – ihr Auftrag sowohl in der Gesellschaft, als auch in der
– ihre Gefährdung christlichen Landschaft dienen.
in Rehe/Westerwald – ihre Zukunft Weitere Informationen unter:
14.-17. Oktober 2001 Dave Hunt, der Gründer und Leiter des www.kfg.christen.org
mit Dave Hunt, USA „Berean Call“, der schon seit 60 Jahren oder direkt bei der KfG-Geschäftsstelle:
die Bibel studiert, wird die Hauptreferate Am Wasser 8 • D-36169 Rasdorf
Die „Konferenz für Gemeindegründung“ halten. Tel: 06651-671 • Fax: 06651- 672
steht in diesem Jahr unter dem Thema: Daneben werden Ulrich Skambraks, Wolf- E-Mail: Geschaeftsstelle@KfG.org

C. H. S P U RG E O N

EinePredigt wie einPeitschenhieb


EIN KU TS C H E R E R Z Ä H LT S E I N E BEKEHRUNGSGESCHICHTE

Ich arbeitete als Fuhrmann und war Er machte es kurz, aber sehr klar und Einige Wochen begegneten wir uns
noch nie auf die Idee gekommen, zur direkt. Er sagte mir, was aus meiner nicht. Aber als ich eines Tages die Black-
Kirche zu gehen. Ich glaube nicht, dass Seele werden würde, wenn ich so mit friars Road hinunterging, sah ich ihn
mir jemand je etwas über Gott oder meinen Sünden sterben sollte. Dann entgegenkommen. Ich verschwand um
Christus gesagt hatte, bis ich eines Ta- sprach er über die zukünftige Welt. Er die nächste Ecke, aber kurz darauf hör-
ges über die London Bridge fuhr und sagte mir, dass es einen Erlöser für die te ich jemand hinter mir herrennen. Er
plötzlich jemand hinten auf mein Fuhr- Sünder gäbe, und wenn ich ihm ver- holte mich ein und sagte:
werk sprang. Ich packte meine Peitsche, traute, könnte ich gerettet werden. „Hallo, Kollege, wie geht es dir?“
um ihn wegzujagen, aber er sagte: Bevor er mich verließ, nahm er mir das „Ganz gut.“
Versprechen ab, Spurgeon predigen zu „So? Geht es dir denn jetzt besser?“
„Lass das sein, Kollege, ich habe
hören. Das habe ich versprochen, und fragte er. Da ich nicht antwortete, sag-
eine Botschaft für dich.“
weil ich mich immer so gerühmt hatte, te er, er sei fest überzeugt, dass ich ei-
Das klang mir seltsam, und ich fragte:
mein Wort zu halten, kam ich in seine nes Tages Christ würde und dass er
„Was denn für eine?“
Predigt, obwohl es mir herzlich leid tat, mich nicht eher in Ruhe lassen werde,
„Ich will sie dir schon sagen, aber
dass ich das Versprechen gegeben hatte. bis das geschehen sei.
das geht besser, wenn ich vorn sitze.“
Er setzte sich neben mich. Ich fragte ihn: Noch nie war ich am Sonntag so früh Ich fürchtete, er würde mit mir in mein
„Was ist deine Botschaft?“ aufgestanden. Als der Mann mich an Haus gehen wollen. Aber meine Frau
„Es ist eine Botschaft Gottes für der Tür sah, nahm er mich mit, bot mir und ich waren Trinker, wir hatten
deine Seele.“ seinen Platz an und stand während des kaum Möbel im Haus, und ich wollte
Ich schimpfte und fluchte fürchter- ganzen Gottesdienstes, was ich als sehr nicht, dass er das sähe. Um ihn loszu-
lich, aber das machte ihm offensicht- freundlich von ihm empfand. Nach der werden, versprach ich ihm, am näch-
lich nichts. Er sagte: Predigt fragte er mich: sten Sonntag wieder Spurgeon predi-
„Du bist genau der Mann, den ich „Hat es dir gefallen?“ gen zu hören. Ich hielt mein Verspre-
suchte. Ich wußte, dass du schwörst Ich antwortete: chen. Und jetzt bin ich froh, dass mich
und fluchst, denn dadurch hast du „Nein, das sind Sachen, die mir niemand mehr dazu bringen muß, in
mich zuerst auf dich aufmerksam ge- nichts bedeuten. Ich glaube nicht an das „Tabernakel“ (Spurgeons Versamm-
macht. Ich bin sicher, die Botschaft ist die Religion.“ lungssaal in London) zu gehen. Ich
für dich.“ „Gut. Aber du wirst glauben“, komme seit sechs Monaten regelmäßig,
Da sagte ich zu ihm: sagte der Mann. Draußen verabschie- ich habe den Heiland gefunden, und
„Sag, was du zu sagen hast, aber deten wir uns, und ich hoffte, ihn nie vier von meinen Kollegen bringe ich
mach's kurz.“ wieder zu sehen. mit, dass sie das Evangelium hören. ■

aus: C.H. Spurgeon: Alles zur Ehre Gottes, S. 278f; CLV


20
Aktuelle Buchbesprechungen
Alexander Strauch
Die Revolution der Geschlechter Das reiche Quellenmaterial zum Leben Paul Schneiders, zur
Gottes Plan für Mann und Frau deutschen Geschichte und zum Kirchenkampf machen die-
CLV, Pb., 160 S., DM 14,80 ses erschütternde und beschämende Buch zu einer wert-
vollen Dokumentation, die besonders auch von jüngeren
Unter den bibelgläubigen Christen findet zur Zeit eine an- Christen gelesen werden sollte.
gespannte und emotionsbeladene Debatte über die bibli- Wolfgang Bühne
schen Aussagen bezüglich der Rolle von Mann und Frau
statt. Die Vertreter der evangelikal-feministischen Sicht- John MacArthur
weise fordern eine völlige Gleichstellung der Schwestern bis Sorgen und Angst besiegen
in alle Bereiche der Führung der Gemeinde, Vertreter der Eine biblische Therapie
konservativen, „komplementären“ Haltung bestehen auf der Fliß, Pb., 204 S., DM 26,80
Einhaltung der biblischen Aufgabenverteilung.
Übersichtlich gegliedert bietet dieses Buch eine notwendi- Unzufriedenheit, Sorgen und Ängste sind vor allem Pro-
ge Einführung in die Schlüsselbegriffe, Sichtweisen und dukte der Wohlstandsgesellschaft und es gibt zu denken,
Bibelstellen zur Frage der Gleichberechtigung. dass auch Christen, die eigentlich die zufriedensten Men-
Alexander Strauch erbringt die biblische Beweisführung, schen auf Erden sein sollten, von diesen unguten Eigen-
dass sowohl die Schöpfungsordnung als auch Jesus Christus schaften gekennzeichnet sind.
diese Frage klar beantworten. Mann und Frau wurden gleich- In diesem Buch, das man auch „Rezepte gegen das Sorgen“
wertig geschaffen, sollen aber in Familie und Gemeinde nennen könnte, zeigt der Autor, wie wir als Christen ein
verschiedene geschlechtspezifische Rollen ausfüllen und sich sorgenfreies und freudevolles Leben führen können.
somit gegenseitig ergänzen. John MacArthur richtet in dem sehr praktisch geschriebe-
Die Zielgruppe dieses Buches sind Menschen, die sich mit nen Buch den Blick des Lesers von den irdischen Lebens-
den biblischen Aussagen über diese Problematik tiefgehen- umständen auf Gott, auf seine Fürsorge, seine Verheißun-
der befassen möchten aber kein langes Buch zu diesem The- gen und seine Allgenugsamkeit und hilft, in allen Umstän-
ma lesen wollen. Da jedes Kapitel noch einmal mit Fragen den im Frieden Gottes zu ruhen und nicht in materiellen
aufgearbeitet werden kann, bietet es sich auch zum ge- Dingen, sondern in Gott Sicherheit und Genüge zu finden.
meinsamen Studium an. Es ist zudem ein gutes Nachschla- Trotz des recht hohen Preises sehr empfehlenswert für
gewerk für jeden, der sich einen schnellen Überblick über Christen, die von Lebens- und Zukunftssorgen angefochten
die Schlüsselstellen zu diesem Thema verschaffen möchte. werden. Wolfgang Bühne
Swenja Tröps

Claude R. Foster C.H. Spurgeon


Der Prediger von Buchenwald Es ist vollbracht
Paul Schneider – Seine Lebensgeschichte Christi Worte am Kreuz
Hänssler, gb., 738 S., DM 39,95 CLV, gb., 128 S., DM 12,80

Alle, die sich für den Kampf der „Bekennenden Kirche“ im Wer in seinem Glaubensleben müde geworden ist, oder wer
„Dritten Reich“ interessieren, werden mit großer Bewegung die „erste Liebe“ zu seinem Herrn verloren hat, der sollte
diese bisher ausführlichste Biografie des Pfarrers Paul diese außerordentlich wertvollen, Herz und Gewissen be-
Schneider lesen, der schon früh den antichristlichen Geist rührenden Predigten Spurgeons über die sieben Worte
der Nazis erkannte und mit provozierenden Predigten und unseres Herrn am Kreuz lesen.
Stellungnahmen gegen alle Versuche, das Evangelium zu In diesen Predigten des bekannten Erweckungspredigers
verfälschen, kämpfte. wird die tiefe Liebe, Ehrfurcht und Hingabe für seinen Herrn
Seine konsequente Unbeugsamkeit führte ihn schließlich in deutlich und auch ein brennendes Herz, mit dem er Christi
das KZ Buchenwald. Dort rief er seinen Leidensgenossen mit Leiden am Kreuz und seine Retterliebe in den furchtbaren
durchdringender Stimme durch die Gitterstäbe seines Fens- Stunden auf Golgatha dem Leser vor Augen malt.
ters Bibelverse zu und als zwei Mitgefangene öffentlich Mit aller Macht seiner Redegabe versucht er die Herrlichkeit
gehängt wurden, scheute er sich nicht, laut zu rufen: „Im des Herrn in seinen Leiden aufleuchten zu lassen und wirbt
Namen Jesu Christi bezeuge ich den Mord an den Häft- im Namen des Erlösers mit glühenden Worten um die Her-
lingen. Ihre Mörder werden eines Tages vor dem Richter- zen seiner Zuhörer.
stuhl Gottes stehen!“ Nachdem dieses wertvolle Buch lange vergriffen war, ist es
1939 wurde er selbst nach langer Leidenszeit durch eine nun in der CLV- Classic Reihe als Geschenkausgabe neu auf-
Giftspritze ermordet. gelegt worden. Wolfgang Bühne
Tom Bisset Dave Hunt
Als er noch fern war... Rückkehr zur biblischen Wahrheit
Wenn Gläubige den Weg verlassen... Fliß, Pb., 272 S., DM 26,80
CVD, Pb., 190 S., DM 19,80
In diesem Buch lernt der Leser einen ganz anderen Dave
Für dieses Buch werden viele gläubige Eltern dankbar sein, Hunt kennen. Er deckt hier nicht wie ein Detektiv in erster
deren Kinder gegen das Christentum rebellieren, oder die Linie Fehlentwicklungen in der Christenheit auf, sondern
sogar dem Glauben ihrer Eltern den Rücken kehren. wendet sich vor allem seelsorgerlich an seine Leser, um ihr
Der Titel des Buches könnte missverständlich sein. Es geht Herz und ihren Verstand auf ein gottwohlgefälliges Leben
in diesem Buch nicht um diejenigen, die den Weg verlassen, zu richten und zur ungeteilten Hingabe an Christus zu er-
sondern um die Eltern, die erleben, dass ihre Kinder, für die mutigen.
sie gebetet und gesorgt haben, ausbrechen und ihre Er- Dieses Buch ist also sehr verschieden von seinem ähnli-
füllung und Freude dort suchen, wo sie von der Sünde und chen Titel „Rückkehr zum biblischen Christentum“, das Dave
der Welt betrogen werden. Hunt vor über 10 Jahren geschrieben hat.
Wie sollen sich Eltern in solch einer Situation verhalten? Hier werden vor allem die grundlegenden positiven Wahr-
Welche Fehler können sie vermeiden, um ihren Kindern den heiten der Bibel aufgezeigt und nicht so sehr die Ver-
Weg zurück zu erleichtern? Wie verhält man sich, wenn drehungen der Wahrheit beleuchtet - mit Ausnahme des
man als Vater in der Gemeinde Verantwortung trägt und Themas „Selbstliebe“, dem Dave Hunt ein ausgezeichnetes
Vorbildfunktion hat? Kapitel widmet.
Der auf diesem Gebiet sehr erfahrene Autor zeigt in einer Es geht in diesem Buch vor allem um vier große Themen:
feinen, einfühlsamen und seelsorgerlichen Weise, was die - Was ist das Evangelium?
Bibel dazu sagt, wie Gott mit seinen abgeirrten Kindern - Das Evangelium leben – Gott lieben
umgegangen ist und macht durch viele Fallbeispiele deut- - Den Glauben vertiefen
lich, dass die weitaus meisten Abgeirrten - der Autor - Die Hoffnung des Himmels
schreibt auf Grund seiner Beobachtungen von 85% - über Die ersten Kapitel, in denen es um Zeit und Ewigkeit geht,
kurz oder lang den Weg zurück finden. sind so gut und überzeugend geschrieben, dass man dieses
Ein sehr aktuelles, hilfreiches Buch, das eine echte Lücke Buch sogar auch interessierten und suchenden Nicht-
füllt. Wolfgang Bühne christen empfehlen kann.
Ein nicht gerade billiges aber doch sehr wertvolles Buch.
Wolfgang Bühne
Matthias Kremer
Der Weg zur Sonne
Was die Sonne über den Schöpfer zeigt Wolfgang Bühne (Hrsg.)
Betanien, Taschenbuch, 160 S., DM 4,90 Tanz am Abgrund
CLV, Taschenbuch, 128 S., DM 3,80
Es ist ein höchst biblisches Prinzip, zur Evangelisation auf
die Schöpfung zu verweisen und sie als Fingerzeig auf den Packende Lebensberichte von fünf „Tänzern am Abgrund“:
Schöpfer zu benutzen (Röm 1,20; Apg 14,15; 17,24). Der SEK-Polizist Peter, der durch einen Dienstunfall in den
In der Schöpfung verdeutlicht insbesondere die Sonne die Abgrund der Verzweiflung stürzt. Sein Zeugnis greift die
Macht, Herrlichkeit und viele andere Eigenschaften des schwindelerregende Frage nach dem Sinn einer Quer-
Schöpfers. Dieses evangelistische Buch beschreibt zahlrei- schnittslähmung sehr ehrlich und unpathetisch auf.
che interessante Parallelen zwischen der Sonne und Jesus Der fromm erzogene Michael will dem Alltag davontanzen.
Christus. Der Sonne verdanken wir nicht nur Lebensqualität, Fasziniert vom Bösen steuert er Vollgas auf’s Verderben zu,
sondern unser ganzes biologisches Leben, denn ohne Sonne bis Gott die Not-Bremse zieht.
wäre kein Leben möglich. Die attraktive Eva, die ihr Leben „zum Kotzen“ findet, weil
Geistlicherweise ist es genauso mit dem Herrn Jesus, dem neben der Schickeria-Tanzfläche und dem Model-Laufsteg
wahren „Licht der Welt“. Doch damit sind die Parallelen der Abgrund der Bulimie lauert.
noch längst nicht ausgeschöpft. Schritt für Schritt lernt der Der Honduraner Walter, der einer Gemeinde Christsein vor-
nicht wiedergeborene Leser anhand der Sonne und der gaukelt, bis sein frommes Kartenhaus einstürzt und Gott
Bibel Gott kennen. Er erfährt, was an dem Tag geschah, als ihn aus dem Abgrund von Betrug und Schuld herauszieht.
sich die Sonne für drei Stunden verfinsterte und dass dieses Dann das abgründige Zerstörungswerk des Ex-Hooligans
Geschehen auf Golgatha ihm den Weg zum wahren Lebens- Michael, der durch einen Nachbarn den Herrn Jesus findet.
spender eröffnet hat. Das Buch schließt mit dem provokant-evangelistischen
Auch den gläubigen Leser versetzt dieses Buch in Staunen Kapitel: Wie dumm muß man sein, um glauben zu können?
darüber, in welch wunderbarer Weisheit Gott mit der Sonne Vier Geschichten die Psalm 40 gut illustrieren: Gott neigt
ein Zeichen für sich selbst an den Himmel gesetzt hat. In sich in die Abgründe des Einzelnen. Er kann aus jedem Ver-
der bevorstehenden Ferienzeit eignet es sich natürlich be- derben und Schlamm herausziehen.
sonders gut zur Weitergabe an Urlauber (die sich am Strand Ein gutes Buch für Suchende! Mögen „viele es sehen (und
über Lektüre freuen!) und andere „Sonnenanbeter“. lesen) und Gott vertrauen.“ (Ps 40,3)
Werner Deppe Andreas Fett
Dead or alive Ein weiterer Anhang beschreibt die Wirkung Groves auf sei-
Sie überlebten ihr Leben nicht ne Zeitgenossen.
CLV, Mini-Tb., 64 S., DM 1,- Die deutsche Ausgabe wurde durch zahlreiche Fußnoten
und Zwischenüberschriften ergänzt, die der Übersichtlich-
Dieses kleine evangelistische Taschenbuch ist zugeschnitten keit und Nachvollziehbarkeit dienen.
für jüngere Leser und solche, die so schnell kein frommes Die Hauptlektion, die wir dem Leben von Groves entnehmen
Buch in die Hand nehmen würden. können, hat der bekannte Missionsschulgründer Alexander
Es enthält die erschütternde „Maier-Story“ – die Bekeh- Duff treffend so formuliert:
rungsgeschichte eines hoffnungslosen Drogensüchtigen „Groves ... war so einzigartig brennend im Geist, dass es
und Kriminellen, der nach jahrelangen Haftstrafen, zahlrei- ansteckend war. Er verbreitete überall um sich her den
chen Klinikaufenthalten, nach psychiatrischer Behandlung Geruch einer nicht irdischen Heiligkeit und einer selbst-
und verschiedenen Selbstmordversuchen mit Christen in Be- verzehrenden Hingabe ... Der Herr gebe, dass solche, die
rührung kommt, die ihren Glauben überzeugend leben. dem Namen nach Jünger sind, in diesem Zeitalter des
Im Alter von 41 Jahren kommt Bernd Maier zum Glauben Luxus, der Selbstgefälligkeit und der Maßlosigkeit von
an den Herrn Jesus und wird frei von der Drogensucht mit diesem Vorbild zumindest die Lektion lernen, die sie am
allen Folgen. Seit etwa 10 Jahren versucht er Menschen mit nötigsten haben und die Groves am vorrangigsten ver-
einer ähnlichen Vergangenheit mit dem Evangelium zu er- mittelte: Die Lektion schriftgemäßer Selbstverleugnung,
reichen. die göttliche Unterweisung, das Kreuz auf sich zu nehmen,
In dieses Zeugnis sind einige Kurzberichte von Rock-Stars allem zu entsagen und um der Sache Christi willen es
eingeflochten, die „ihr Leben nicht überlebt haben“: Janis dieser ungewöhnlichen Hingabe gleichzutun.“
Joplin, Kurt Cobain, John Lennon, Jim Morrison usw. Werner Deppe
Wolfgang Bühne

Harriet Groves Daniel Taylor


Anthony Norris Groves Papa, was denkst du?
Von einem, Briefe an meine Kinder
der zuerst nach dem Reich Gottes trachtete CVD, Pb., 192 S., DM 19,80
Betanien, Taschenbuch, 160 S., DM 9,80
Aus der Sorge heraus vielleicht zu sterben, bevor seine
Anthony Norris Groves (1795-1853) war einer der ersten Kinder erwachsen sind, schreibt Daniel Taylor Briefe, in wel-
Männer und Impulsgeber der Brüderbewegung und u.a. chen er versucht, auf wichtige Lebensfragen Antwort zu
Vorbild (und Schwager) von Georg Müller. geben.
Der Herr Jesus sagte, dass es für Reiche äußerst schwierig Mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen wagt er sich auch
ist, ins Reich Gottes zu kommen. Durch den reichen Zahn- an heikle Themen wie z.B. Freundschaft, Sexualität und
arzt Groves zeigte Gott, dass es aber nicht unmöglich ist. voreheliche Beziehungen. Auch das Mogeln in der Schule,
Groves und seiner Frau wurde klar, dass sie keine Schätze Beziehung zum Geld, Krankheit und Tod, Partner- und
auf Erden sammeln, sondern auf den Herrn vertrauen und Berufswahl sind Problembereiche, die offen angesprochen
einen Teil ihrer Habe den Armen geben sollten. Zuerst ga- werden.
ben sie ein Zehntel, dann ein Viertel und schließlich alles für Er versucht, biblisch fundiert und ehrlich die fiktiven Fragen
den Herrn weg. seiner Kinder zu beantworten.
Bereits zu Beginn der Brüderbewegung (1829) reisten sie Ein hilfreiches Buch für Teenie-Eltern, das man aber auch
über St. Petersburg und Moskau nach Bagdad, um dort als den heranwachsenden Jugendlichen selbst in die Hand ge-
Missionare zu leben. Bei einer schlimmen Pest, die dort ben kann. Marianne Kleine
grassierte und die noch durch eine Überschwemmung und
einen Bürgerkrieg verschlimmert wurde, führte Gott ihn in
die Tiefen seiner Schule und nahm seine geliebte Frau zu
sich in die Ewigkeit. Später baute Groves in Indien eine
Missionsarbeit nach strikt biblischen Prinzipien auf.
Dieses Lebensbild ist eine Kurzfassung des 650 Seiten um-
Zu guter Letzt
LESERBRIEF
fassenden englischen Originals, das seine zweite Frau und
Witwe Harriet aus seinen Memoiren, Tagebüchern und Brie-
Heute morgen saß ich wartend auf dem Amt in Oranien-
fen zusammengestellt hat.
burg um einen Heizkostenzuschuss-Antrag zu stellen.
Der Schwerpunkt dieser deutschen Ausgabe liegt auf der
Mein Sitznachbar äusserte sich über Ausländer:
Zeit der geistlichen Zurüstung von Groves bis zum Tief- „Du sollst den Fremdling in deinem Land nicht bedrücken"
punkt in Bagdad und umfasst folgende Teile: Diese Bemerkung sollte der Anfang einer frohen Botschaft
Seine Lebensgeschichte von seiner Bekehrung bis zur Aus- an mich werden. Über die Bibel könne ich ihn alles fragen,
reise als Missionar (von Groves autobiografisch dargestellt); fügte er hinzu und zog „fest und treu“ aus seiner Tasche.
die Zeit von der Abreise bis zum Tiefpunkt in Bagdad (durch Und nun bitte ich um Zusendung dieser Zeitschrift...
Tagebücher dokumentiert) und der Rest seines Lebens in F. H. aus Schwante
einem Anhang zusammengefasst.
Wolfgang Bühne • Postfach 11 26 • D-58540 Meinerzhagen
PVSt., Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt. VKZ K 11661

E
M HEUT
S P ROBLE
G OT T E NI SMUS
DER KOMMU
CHT
I ST N I UM,
DA S PA P S T T
NICHT SMUS
,
LI
DER LIBERA
NICHT MUS.
NIS
M ODER
DER
NICHT
I ST –
M
S PROBLE
G OT T E US!
ISM
D A M E N TA L
FU N
TOT E R
L
NHIL
RD R AV E
L EONA

Das könnte Ihnen auch gefallen