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4 2008

H 11661
Meinerzhagen
Nummer 124
Jahrgang 2008

Zeitschrift für
aktive Christen

Mit Ausharren laufen


den vor uns liegenden Wettlauf
Hebräer 12.1
NR. 124 IMPRESSUM
4. Quartal 2008

Ausrangiert!
Die Bahn rangiert das gedruckte Kursbuch aus – jenes bewährte Nachschlage-
Herausgeber werk mit endlosen Tabellen aller Zugverbindungen und Bahnhöfe. Über 150 Jahre
CLV
Christliche Literatur-
konnten Bahnreisen nur per Buch geplant werden. Ab jetzt geht das nur noch via
Verbreitung e.V. Internet oder CD. Die letzte gedruckte Ausgabe des Kursbuches erschien am 14.
Postfach 110 135 Dezember 2008. Als limitierte Luxus-Ausführung in vier Bänden mit Silberschnitt
33661 Bielefeld und hochwertigem im Schuber für 99 € plus Versandkosten. Echt ‚erste Klasse’!
Bankkonto Und warum gibt es den dicken Wälzer nun nicht mehr? Ganz einfach: Die Nach-
Postbank Hannover frage hat nachgelassen! Noch vor wenigen Jahren war das Kursbuch ja die ein-
Kt.-Nr.: 25 24 309 zige Möglichkeit, eine Bahnreise zu planen. Generationen gingen „mit dem Fin-
BLZ: 250 100 30
ger im Kursbuch“ auf Tour. „Es gehörte zur Kultur der Eisenbahn“, heißt es beim
Sonderkonto für Fahrgast-Verband Pro Bahn. „Gerade historische Kursbücher sind zum Teil richtige
Außenmission Schmuckstücke“, schwärmt dessen Vorsitzender, der selbst noch stolzer Besitzer
Für Lateinamerika, eines Exemplars von 1849 ist.
Russ­land, usw.:
CLV-Auslandshilfe
Eine ähnliche Sinnentfremdung erlebt zurzeit Gottes „Kursbuch“. Statt Leitfa-
Volksbank den für die Reise des Lebens zu sein, wird die Bibel für die Mehrheit bestenfalls zum
Meinerzhagen Kulturgut oder Sammlerstück herabgewürdigt. Wer plant seine Reise zur Ewigkeit
Kt.-Nr.: 101 216 0700 noch konkret anhand des alten Buches? Doch wir wissen: Gottes Buch wird ga-
BLZ: 45 86 16 17 rantiert nie ausrangiert! Es bleibt die verbindliche Auskunft für die Ankunft am
Bitte immer den Zielbahnhof – über die irdische „Endstation“ hinaus. Wir haben es, Gott sei Dank,
Ver­­­wendungszweck
schwarz auf weiß.
angeben und bei
Spendenbescheini- Hudson Taylor antwortete Tübinger Theologie-Studenten auf die Frage: „Wie
gungs-Wunsch auf können Sie noch an jedes Wort der Bibel glauben?“ – „Wenn ich morgen ab Frank-
eine vollständige
Absender-Anschrift
furt nach England reise, so schlage ich das Kursbuch auf und sehe nach, wann der
achten. Vielen Dank! Zug abgeht. Wenn da steht: 8.12 Uhr stelle ich keine weitere Untersuchung über
die Zuverlässigkeit des Kursbuchs an, sondern gehe gegen 8 Uhr an den Bahnsteig
Erscheint und finde dort den angegebenen Zug. Genau so habe ich es seit 50 Jahren mit der
Vierteljähr- Bibel gemacht und habe ihre Weisungen und Zusagen immer als richtig gefunden.
lich und kann
ko­sten­los bezogen
Handeln Sie ebenso und sie werden die gleiche Erfahrung machen.“
werden. Allen Lesern von „Fest & Treu“ wünschen wir, dass sie 2009 „auf Kurs“ bleiben.
„Denn ich setze meinen Fuß auf seine BAHN und halte seinen Weg und weiche
Schriftleiter und
Versandstelle nicht ab“ Hiob 23,11
Wolfgang Bühne Gottes Segen beim Lesen dieser Ausgabe!
Postfach 1126
58527 Meinerzhagen

Bestellungen,
Abbestell­­ungen sowie

INHALT
Adressänderungen bitte
umgehend an folgende
Adresse senden:
A. Fett, Schoppen 1
58540 Meinerzhagen;
e-Mail: AF@clv.de Inhalt dieser Ausgabe:
C.H. Spurgeon … Satan hat uns gehindert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
William Kaal „Heilfroh“ – Harmonie in einer Komposition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
J. Sidlow Baxter Disziplin zum Gebet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Carsten Görsch Die List der Gibeoniter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Wolfgang Bühne Kuba – nach „Gustav“ und „Ike“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Kurt Becker Bücher, durch die ich gesegnet wurde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Petra Halfmann Beispielhaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Thorsten Brenscheidt Wie sich die Zeiten ändern … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
NACHGEDACHT 3

… Satan hat
C. H. Sp urgeo n uns gehindert

Von der ersten Stunde an, wo das Gute mit dem Bösen in Streit geriet, hat
sich in der geistlichen Erfahrung der Gläubigen ununterbrochen gezeigt,
dass Satan uns hindert …
In den Stunden der Morgendämmerung, wie in der nächtlichen
Finsternis hindert uns Satan. Arbeiten wir auf dem Acker, so versucht
er uns die Pflugscharen zu zerbrechen. Bauen wir die Mauern Zions,
so wirft er hinterlistig alle Steine herab. Wollen wir unserem Gott im
Leid oder im Kampf dienen, überall hindert uns Satan.
Er versuchte uns zu hindern, als wir uns dem Herrn Jesus das
erste Mal näherten. Wir hatten schwere Kämpfe mit Satan durch-
zufechten, als wir zum Kreuz aufschauten und das neue Leben
empfingen. Jetzt, wo wir gerettet sind, versucht er das Wachstum
unseres inneren Menschen zu hindern.
Du gratulierst dir selbst und sprichst: „Ich habe bisher alles richtig
gemacht, niemand kann mir wegen meiner Frömmigkeit einen Vorwurf
machen!“ Aber hüte dich vor dem Rühmen, denn du wirst noch allerlei
Prüfungen zu bestehen haben. Der Satan richtet seine Angriffe gerade
gegen die Gnadengaben, um derentwillen du geliebt und geachtet wirst.
Hast du bis dahin im Glauben ausgeharrt, so wird recht bald dein Glaubens-
mut auf die Probe gestellt werden. Bist du demütig gewesen wie Mose, so mache
dich darauf gefasst, dass deine Zunge bald in Versuchung gerät, unbedacht heraus-
zufahren.
Die Vögel fressen von deinen reifsten Früchten und die wilde Sau durchwühlt mit
ihrem Rüssel deine köstlichen Reben. Satan versucht uns zu hindern, wenn wir im
Gebet vertieft sind. Er reizt uns zur Ungeduld und schwächt unseren Glauben, damit
wir womöglich den Segen verlieren.
Nicht weniger tätig zeigt sich Satan in der Hinderung christlicher Aktivitäten.
Nie hat jemals eine Neubelebung des christlichen Lebens stattgefunden, ohne
dass zugleich auch der Widerstand sich kräftig hervortat. Sobald Esra und Nehemia
anfingen zu bauen, wurden Sanballat und Tobia zornig und versuchten das Werk zu
hindern. Was tut das? Wir dürfen uns nicht darüber wundern, dass Satan uns zu hin-
dern versucht, denn das ist nur der Beweis, dass wir auf der Seite des Herrn stehen
und das Werk des Herrn ausführen.

Aus: C.H.Spurgeon: „Tauperlen und Goldstrahlen“


4 BIBELARBEIT

„Heilfroh“ –
Harmonie in
einer Komposition William K aal

Werke großer Komponisten faszinieren nicht Gott verherrlichten und lobten über alles, was
nur beim aufmerksamen Hören, sondern auch sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen
beim genaueren Untersuchen der Partitur. Dann gesagt worden war.“
erst werden immer wiederkehrende Harmonien Immer wieder ist dieser Dreiklang aus Freude,
deutlich, musikalische Themen entdeckt und Heil und Anbetung im Lukas-Evangelium zu fin-
versteckte Motive entschlüsselt. So ähnlich den. Wie in großen Kompositionen lässt er sich in
Musikalisch ergeht es einem auch beim Studium der literari- verschiedenen Umkehrungen oder Anordnungen
schen Werke biblischer Autoren. finden, manchmal ist er ein wenig versteckt oder
ausgedrückt
Lukas ist der Schreiber, der am meisten zum verkürzt, aber sein Klang durchzieht das ganze
erklingt bei Neuen Testament beigetragen hat, aber auch Werk wie ein musikalisches Grundmotiv.
Lukas das „F“ derjenige, der vielleicht wie kein anderer die
der Freude, künstlerische Seite des Menschen beschreibt. Die „Ouvertüre“
welches durch Sein Evangelium ist sicherlich das „mensch- Bereits im ersten Kapitel wird in einer Art
lichste“ der vier Evangelien. Er beschreibt den „Ouvertüre“ das große Thema der Freude in
das „C“ der
Herrn Jesus als den vollkommenen Menschen Miniaturform komprimiert vorgestellt. Auch hier
Errettung in und bei ihm steht der Mensch im Fokus. Oft kündigt ein Engel eine Geburt und die damit
Christus sind es Einzelpersonen, die uns Lukas vorstellt, verbundene Freude an: „Deine Frau wird dir
ergänzt und besonders solche, die am Rand der Gesellschaft einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen
durch das „A“ stehen: die Verachteten, die Armen und Kranken Johannes nennen. Und er wird dir zur Freude
– die einfachen Leute der damaligen Zeit. und zum Jubel sein, und viele werden sich über
der Anbetung
seine Geburt freuen“ (1,13-14). Und man muss
zu einem Das „Grundmotiv“ nur wenige „Takte“ abwarten, bis diese Freude in
Dreiklang ver- Ein Thema, das sich durch das ganze Lukas- Erfüllung geht, denn bereits am Ende des ersten
vollständigt wird Evangelium zieht, ist das der Freude. Am Kapitels schildert uns Lukas:
bekanntesten ist wohl seine Schilderung der „Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten,
Weihnachtsgeschichte, in der ein Engel den dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß
Hirten „große Freude“ verkündigt, die „für das gemacht habe, und sie freuten sich mit ihr“ (1,58).
ganze Volk sein wird“ (2,10). Den einfachen Zacharias freut sich natürlich auch sehr über die
Hirten wird hier eine große, sich ausbreitende Geburt seines Sohnes, nach neunmonatigem
Freude angekündigt. Und an dieser Stelle wird Stummsein löst sich seine Zunge, und er äußert
schon deutlich, dass die Freude, um die es Lukas seine Freude in einem kunstvollen Lied, in dem
geht, keine Freude im luftleeren Raum ist, son- er Gottes Heil lobt:
dern einen konkreten Grund hat: „… denn euch „Sogleich aber wurde sein Mund geöffnet
ist heute ein Erretter (Heiland) geboren, der ist und seine Zunge gelöst, und er redete und lobte
Christus, der Herr“ (2,11). Die Freude liegt in der Gott … ‚Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels,
Errettung, dem Heil begründet, oder noch kon- dass er sein Volk angesehen und ihm Erlösung
kreter, im Erretter, im Heiland, in Christus. Musi- geschaffen hat. Er hat uns ein Horn des Heils
kalisch ausgedrückt klingt bei Lukas das „F“ der aufgerichtet …‘“(1,64-68)
Freude nicht alleine, sondern wird durch das „C“ Diese konzentrierte Vorstellung des Themas
der Errettung in Christus ergänzt. Vervollständigt lässt erahnen, dass die im zweiten Kapitel ange-
wird der Dreiklang durch das „A“ der Anbetung kündigte Geburt ebenfalls, wenn auch in einem
und des Lobes: viel größerem Maß zur verheißenen Freude und
„Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge zum Lob Gottes führt. Schaut man sich den
der himmlischen Heerscharen, welche Gott lob- „Schluss-Takt“ des Buches an, sieht man tat-
ten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, sächlich die Erfüllung dieser Freude:
und Friede auf Erden.“ „Und sie warfen sich vor ihm nieder und
Und nicht nur die Engel, auch die Hirten lob- kehrten nach Jerusalem zurück mit großer
ten Gott: „Und die Hirten kehrten um, indem sie
BIBELARBEIT 5

Freude; und sie waren allezeit im Tempel, Gott die Erlösung Jerusalems. Woher hatten sie diese
lobend und preisend.“ (1,52-53) Erwartungen? Mit Sicherheit aus den Schriften
Aber zurück zum Anfang der Komposition. In des Propheten Jesaja, der angekündigt hatte:
„Staccato“-Abfolge berichtet Lukas von Men- „Brechet in Jubel aus, jubelt allesamt, ihr
schen, die sich über das kommende Heil freuen Trümmer Jerusalems! Denn der Herr hat sein
und dafür Gott anbeten: Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst. Der Herr
Da ist Maria, die sich über die Botschaft des hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen
Engels freut und ihrer Freude in einem ergrei- aller Nationen, und alle Enden der Erde sehen die
fenden Loblied Ausdruck verleiht, in dessen Rettung unseres Gottes.“ (Jes 52,9-10)
Auftakt schon der Dreiklang aus Lob, Freude und Gott entblößte seinen heiligen Arm, als er
Heil unüberhörbar ist. Jesus Christus auf die Welt kommen ließ. Das ist
„Meine Seele erhebt den Herrn, und mein der Trost für sein Volk, die Erlösung Jerusalems,
Geist hat frohlockt in Gott, meinem Heilande …“ auf die Simeon und Hanna gewartet haben.
(1,46-47) Jesaja macht deutlich, dass das ein Grund zur Immer wieder
Dann ist von einer ganz interessanten Bege- Freude und zum Jubel sein wird, und vervoll-
ist dieser
benheit die Rede: Johannes der Täufer freut sich ständigt damit den „Akkord“ um den fehlen-
als ungeborenes Kind im Bauch seiner Mutter den Grundton. Und wie Jesaja verheißen hatte, Dreiklang aus
über die angekündigte Geburt: ist das der Anfang einer Rettung, die bis an die Freude, Heil
„Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in Enden der Erde sichtbar werden soll. Die Aus- und Anbetung
meine Ohren drang, hüpfte das Kind vor Freude breitung dieser Freude ist für Lukas durchgängi- zu finden.
in meinem Leib.“ (1,44) ges Leitmotiv.
Manchmal ist
Als wollte Lukas das ganze Spektrum
menschlichen Daseins abdecken, schwenkt er Die „Durchführung“ er ein wenig
von der „pränatalen“ Freude des Johannes zu Nach der grandiosen Einführung in das Thema in versteckt oder
zwei Personen im hohen Alter, die sich ebenfalls den beiden ersten Kapiteln, in denen Lukas von verkürzt, aber
über die Geburt des Retters freuen – Simeon sieben Personen oder Personengruppen berich- sein Klang
und Hanna: tet, die sich freuen und Gott loben, führt er das
durchzieht das
„Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch, Thema der Freude im Verlauf seines Evangeli-
mit Namen Simeon; und dieser Mensch war ums weiter aus. Im 10. Kapitel schildert er, wie ganze Werk
gerecht und gottesfürchtig und wartete auf Jesus seinen Jüngern den wichtigsten Grund
den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihrer Freude in Erinnerung ruft: „Doch darüber
ihm. Und es war ihm von dem Heiligen Geist freut euch nicht, dass euch die Geister untertan
eine göttliche Zusage zuteil geworden, dass sind; freut euch aber, dass eure Namen in den
er den Tod nicht sehen solle, ehe er den Chris- Himmeln angeschrieben sind“ (10,20). Sie sollten
tus des Herrn gesehen habe. Und er kam durch sich über ihre Errettung, ihr Heil freuen. Das war,
den Geist in den Tempel. Und als die Eltern das so zeigt uns Lukas danach, für den Herrn Jesus
Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm nach der selbst Grund zur Freude – und zum Lob Gottes:
Gewohnheit des Gesetzes zu tun, da nahm auch „In dieser Stunde jubelte Jesus im Geist und
er es in seine Arme und lobte Gott und sprach: sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels
„Nun, Herr, entlässt du deinen Knecht, nach dei- und der Erde, dass du dies vor Weisen und Ver-
nem Wort, in Frieden; denn meine Augen haben ständigen verborgen hast, und hast es Unmün-
dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Ange- digen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es
sicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung für wohlgefällig vor dir.“ (10,21)
die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Jesus freut sich darüber, dass Gott in seiner
Israel.“ (2,25-31) Souveränität gerade die einfachen Menschen
Der greise Simeon lobt Gott, als er den Hei- errettet, die in dieser Welt nicht als Weise und
land der Welt in seine Arme nimmt. Ganz ähnlich Verständige gelten, und dafür lobt er ihn. Lukas
verhält sich die 84-jährige Hanna: ist der einzige Evangelist, der ausdrücklich sagt,
„Hanna … war eine Witwe von vierundachtzig dass Jesus sich gefreut hat, und interessanter-
Jahren, die wich nicht vom Tempel und diente weise klingen auch in dieser Szene Lob Gottes
Gott Nacht und Tag mit Fasten und Flehen. Und und Errettung mit an.
sie trat zur selben Stunde herzu, lobte Gott und In Kapitel 15 greift Jesus das Thema der
redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Freude selbst auf. In den drei bekannten Verlo-
Jerusalems warteten.“ (2,37) ren-Gefunden-Gleichnissen macht er deutlich,
Zwar steht bei beiden nicht direkt, dass sie dass Freude im Himmel ist, wenn Menschen
sich gefreut haben, aber es ist so offensichtlich, gerettet werden, aber auch, dass Menschen
dass Lukas es nicht erwähnen braucht, zumal es sich darüber freuen sollen, wenn andere zu Gott
im Alten Testament prophezeit ist: Simeon war- kommen, anstatt wie die Pharisäer darüber mür-
tete auf den Trost Israels, und Hanna wartete auf risch zu sein.
6 BIBELARBEIT

Lukas 10 zeigt also, dass wir allen Grund „Opus II“


haben, uns über unser Heil zu freuen, und Diese und etliche weitere „Takte“ zeigen, dass
Lukas 15 vervollständigt, dass wir auch über das Lukas‘ Komposition von dem Motiv der Freude
Heil anderer jubeln sollen. des Heils und dem Lob Gottes durchzogen ist.
In seinem Fortsetzungswerk, der Apostelge-
Ein „Potpourri“ schichte, greift er dieses Motiv wieder auf: Zu
Um diese Freude greifbar und dem Leser ver- Beginn gibt er uns eine Situationsbeschreibung
ständlich zu machen, stellt Lukas in seinem der jungen Gemeinde in Jerusalem und lässt
Evangelium ein Potpourri aus vielen kurzen dabei wieder den bekannten „Dreiklang“ ertö-
Begebenheiten zusammen, die durch das nen: „Täglich verharrten sie einmütig im Tempel
gemeinsame Thema der Freude am Heil und und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise
dem Lob Gottes verbunden sind. So berichtet er mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten
Dass die von Zachhäus, der den Herrn „mit Freuden“ auf- Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der
Apostel- nahm, und die Worte hörte: „Heute ist diesem Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden
geschichte Haus Heil wiederfahren.“ (19,1-10) sollten.“ (2,46-47)
nicht mit einem Der Arzt Lukas verwendet zur Veranschau- Immer wieder kommt Lukas zu dem eingän-
fulminanten lichung oft Sequenzen, in denen Menschen gigen „Akkord“ zurück. Der Lahme an der schö-
geheilt werden, also körperliches Heil erfahren, nen Pforte beispielsweise wird im Namen Jesu
Schluss-Akkord und es ist auffällig, dass er (meistens im Gegen- Christi geheilt, und sofort springt er vor Freude
aus Freude, Heil satz zu den anderen Evangelisten) ergänzt, dass im Tempel umher und lobt Gott.
und Lob endet, die Menschen anschließend Gott gelobt haben. In der Apostelgeschichte beschreibt Lukas
soll uns viel- Es scheint, als sei für ihn als Arzt der Heilungs- auch die angekündigte Ausbreitung der Freude
leicht zeigen, prozess erst dann vollständig abgeschlossen, bis an die Enden der Erde: Der Äthiopier zieht
wenn der Mensch wieder ein intaktes Verhältnis seinen Weg nach Afrika „mit Freuden“, und der
dass sie eine zu seinem Schöpfer hat, das sich im Lob äußert: Gefängniswärter „jubelt, an Gott gläubig gewor-
„Unvollendete“ Da ist der dankbare Aussätzige, einer der 10 den“ im europäischen Philippi.
bleibt, um uns Geheilten, der – als er sieht, dass er geheilt ist – Tatsächlich beginnt in der Apostelgeschichte
zu einem Fort- Gott mit lauter Stimme lobt; da ist die verkrüp- das Heil bis an die Enden der Erde vorzudringen,
klang dieses pelte Frau, die ebenfalls nach ihrer Heilung Gott in Antiochia erklärt Paulus: „Denn so hat uns der
verherrlicht; der Gelähmte, der von seinen vier Herr geboten: ‚Ich habe dich zum Licht der Nati-
„Akkordes“ zu Freunden zu Jesus gebracht wird, anschließend onen gesetzt, dass du zum Heil seiest bis an das
motivieren gehen kann und Gott lobt oder der blinde Bar- Ende der Erde‘. Als aber die aus den Nationen es
timäus, der nach seiner Heilung Jesus nachfolgt hörten, freuten sie sich und verherrlichten das
und Gott verherrlicht und sogar das ganze Volk Wort des Herrn; und es glaubten, so viele zum
zum Lob Gottes anregt. ewigen Leben verordnet waren.“ (13,47-48)
Faszinierend ist auch, dass bei Jesu Einzug
in Jerusalem, den alle Evangelisten beschrei- Der „Schluss-Akkord“
ben, Lukas der einzige ist, der erwähnt, dass die Dass die Apostelgeschichte nicht mit einem
Volksmengen dabei Gott freudig lobten (19,37). fulminanten Schluss-Akkord aus Freude, Heil
Auch hier zeigt er wieder die Erfüllung einer und Lob endet, soll uns vielleicht zeigen, dass
alttestamentlichen Verheißung, in der Freude sie eine „Unvollendete“ bleibt, um uns zu einem
angekündigt war: Fortklang dieses „Akkordes“ zu motivieren.
„Juble laut, Tochter Zion; jauchze, Toch- Tatsächlich haben durch die letzten 2000 Jahre
ter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir: hindurch unzählige Menschen diesen „Drei-
gerecht und ein Retter ist er, demütig und auf klang“ erlebt und oft eindrücklich in Gedichten
einem Esel reitend.“ (Sach 9,9) und Liedern zum Ausdruck gebracht. Aber auch
David, der große Lyriker des Alten Testamentes,
hat dieses Thema verarbeitet. Und er gibt sogar
praktische Tipps, wie die Freude des Heils wie-
derkehren kann, wenn sie durch eigenes Versa-
gen verschüttet worden ist, damit sie sich dann
wieder im Lob Gottes ausdrückt:
„Lass mir wiederkehren die Freude deines
Heils, und mit einem willigen Geiste stütze mich!
Lehren will ich die Übertreter deine Wege, und
die Sünder werden zu dir umkehren. Errette mich
von Blutschuld, Gott, du Gott meiner Rettung, so
wird meine Zunge jubelnd preisen deine Gerech-
tigkeit. Herr, tue meine Lippen auf, und mein
Mund wird dein Lob verkünden.“ (Ps 51,14-17)
GEBET 7

J . Si dl o w B a x t er Disziplin zum Gebet

Dr. J. Sidlow Baxter zeigte einmal einer Gruppe von christlichen Leitern, die Fragen bezüglich des Gebets
stellten, eine Seite aus seinem eigenen „Dienst“-Tagebuch. Er begann ihnen zu erzählen, wie er 1928 seinen
Dienst mit dem Vorsatz begonnen hatte, der „methodistisch-baptistischste“ Pastor aller Zeiten zu werden
– ein wirklicher Mann des Gebets. Kurz nachdem seine Verantwortung im Dienst anfing und die adminis-
trativen Verpflichtungen zunahmen, begannen die vielen kleinen Ausflüchte im Leben eines Pastors das
Gebetsleben zu verdrängen. Das ging so weit, dass er sich allmählich an diesen Zustand gewöhnte und
ausreichend Gründe fand, sich zu entschuldigen. Doch eines Morgens, als er vor seinem mit Arbeit belade-
nen Schreibtisch stand und auf seine Uhr sah, kam schließlich die Wende. Die Stimme des Heiligen Geistes
rief ihn zum Gebet. Zugleich aber machte sich eine andere Stimme schmeichelnd und sanft bemerkbar und
drängte ihn, doch vernünftig zu sein und besser die Briefe zu beantworten. Er sollte sich endlich eingeste-
hen, dass er eben keiner von der „geistlichen Sorte“ sei – nur einige wenige waren dazu berufen. „Dieser
letzte Gedanke“, sagt Baxter, „saß wie ein Dolchhieb. Ich konnte die Vorstellung nicht ertragen, dass das
wahr sein sollte.“ Er war entsetzt darüber, dass er fähig dazu war, die Grundlage der Vitalität und Kraft sei-
nes Dienstes durch rationale Argumente zunichte zu machen. An diesem Morgen blickte Sidlow Baxter tief
in sein Herz hinein und bemerkte, dass sich in ihm ein Teil befand, der beten wollte – ein anderer hingegen
nicht. Der unwillige Teil waren seine Gefühle, der willige sein Verstand und Wille. Diese Erkenntnis ebnete
den Weg zum Sieg. Dr. Baxter beschreibt dies auf seine eigene, unnachahmliche Weise:

Die Gefühle und das Gebet Aber es kam noch schlimmer, denn der Kampf
„Wie nie zuvor standen mein Wille und ich mit den Gefühlen tobte noch zwei oder drei wei-
selbst einander gegenüber, Auge in Auge. Ohne tere Wochen. Hätte man mich nach dieser Phase
Umschweife stellte ich meinem Willen die Frage: gefragt: ‚Hattest du eine ›gute Zeit‹ in deinen
‚Wille, bist du bereit zu einer Stunde Gebet?‘ Wille täglichen Gebeten?‘, so hätte ich bekennen müs-
antwortete: ‚Hier bin ich, und ich bin durchaus sen: ‚Nein, manchmal war der Himmel wie Erz,
Wille und ich
bereit, wenn du es bist.‘ Wille und ich reichten uns Gott wirkte zu weit entfernt, um mich zu hören, reichten uns
die Hände und drehten uns um, um eine Zeit des der Herr Jesus schien auf seltsame Weise unnah- die Hände und
Gebets zu halten. bar und meine Gebete bewirkten anscheinend drehten uns
Mit einem Mal begannen alle meine Gefühle in die nichts.‘ um, um eine
andere Richtung zu ziehen und protestierten: ‚Wir Und dennoch war etwas geschehen. Einerseits
kommen nicht mit!‘ Ich sah Wille ein wenig zögern, konnten Wille und ich den Gefühlen beweisen,
Zeit des
so fragte ich: ‚Wille, schaffst du es trotzdem?‘, wie völlig unabhängig wir von ihnen waren. Und Gebets zu
und Wille erwiderte: ‚Ja, wenn du es schaffst.‘ So eines Morgens, etwa zwei Wochen nachdem der halten. Mit
wandte sich Wille von neuem zum Gebet, wobei Wettstreit begonnen hatte – Wille und ich hatten einem Mal
wir die sich windenden und aufsässigen Gefühle uns gerade wieder zum Gebet vereinbart, bekam begannen alle
in uns mitzogen. Von Anfang bis Ende war es ein ich zufällig mit, wie eines meiner Gefühle den
Kampf. anderen zuflüsterte: ‚Kommt schon, Leute, es hat
meine Gefühle
Einmal, als Wille und ich uns inmitten einer ernst- keinen Sinn, weiteren Widerstand zu leisten; sie in die andere
haften Fürbitte befanden, entdeckte ich plötz- gehen ja trotzdem.‘ An diesem Morgen waren die Richtung zu
lich, dass eines dieser treulosen Gefühle meine Gefühle zwar weiterhin völlig unkooperativ, aber ziehen
Phantasie mit sich genommen und zum Golfplatz sie verhielten sich zum ersten Mal ruhig, weshalb
entführt hatte – nur mit Mühe konnte ich den Wille und ich ohne Ablenkung beten konnten.
ungehorsamen Bösewicht wieder einfangen. Und was glaubst du, geschah einige Wochen
Wenig später stahl sich ein anderes Gefühl mit später? Während einer unserer Gebetszeiten,
einigen unbewachten Gedanken auf die Kanzel, als Wille und ich ungefähr so intensiv an meine
zwei Tage vor der Zeit, um eine Predigt zu halten, Gefühle dachten wie an den Mann im Mond,
deren Vorbereitung ich noch nicht abgeschlossen sprang einer der feurigsten Burschen unerwartet
hatte! Hätte mich jemand am Ende dieser Stunde auf und rief: ‚Halleluja!‘, worauf alle anderen ein-
gefragt: ‚Hattest du eine ›gute Zeit‹?‘, so hätte ich stimmten: ‚Amen!‘ Und zum ersten Mal war mein
antworten müssen: ‚Nein, es war vom ersten bis ganzes Wesen – Verstand, Wille und Gefühle –
zum letzten Augenblick ein ermüdender Kampf vereint zu wohlkoordinierter Gebetsarbeit.“
mit widerstrebenden Gefühlen und einer umher- Aus dem vergriffenen Buch von R. Kent Hughes: „Mann mit
schweifenden Phantasie.‘ Profil“, mit freundlicher Genehmigung des CV-Dillenburg
8 BIBELARBEIT

Die List
der Gibeoniter Car sten Gör sc h

Das Problem mit der Barmherzigkeit mehr Gewicht als Weisheit und Ehre.“ (Pred 10,1).
Wir unterschätzen „die kleinen Sünden“ des
Die Eroberungsfeldzüge des Volkes Israel im Rauchens, des Trinkens, der Bequemlichkeit,
Buch Josua sollen zu einem nützlichen Hand- der Unbeherrschtheit, der Lüge, usw. in ihren
buch für den Glaubenskampf werden, der uns Auswirkungen auf unsere Brauchbarkeit für den
verordnet ist. Vor allem in den ersten zwölf HERRN. Bedenken wir aber, dass es ein Kopf-
Kapiteln stellt Gott uns die häufigsten Fehler stoß des großen Fußballers Zidane war, der sei-
und die gängigsten Fallen im Glaubensleben vor ner glorreichen Karriere ein schmähliches Ende
Augen. Die Schilderungen dieser Kapitel sind bereitete und der französischen Nationalmann-
lebende Lektionen aus längst vergangenen Zei- schaft bei der WM 2006 wahrscheinlich den Titel
ten. Damals abgefasst im Kampf gegen Fleisch kostete. „Ai“ redet heute noch …
und Blut auf historischen Kriegsschauplätzen,
sind sie uns heute auf den geistlichen Schlacht- Gibeon – mein Problem lös ich allein!
Die großen feldern unserer Herzen hilfreich, wo die Mächte Nicht die schwerste, aber wahrscheinlich die
Sünden der Finsternis jede List anwenden, um uns von nachhaltigste Niederlage kassierte Israel bei
einem siegreichen Glaubensleben abzuhalten. seiner Auseinandersetzung mit den Gibeonitern.
fallen zuerst, Diese handelten mit List gegen die Auserwählten
danach folgt Jericho, ein Problem – zu groß für Gottes (Jos 9,4). Kein Bogenschuss, kein Klin-
der ‚Feinschliff‘ mich! genschlag, noch nicht mal ein Handgemenge,
auf dem Uneinnehmbar lag die bis zum Himmel befes- nur eine List – und Israel büßte für immer heilige
Gebiet der tigte Kanaaniterstadt vor dem Volk der Hirten Vorrechte ein. Denn die Gegner bekamen durch
und Schafzüchter, die kaum über militärische einen voreiligen Schwur der Führer des Volkes
Charaktersün- Erfahrung verfügten. Ein scheinbar unlösbares Gottes ein dauerndes Bleiberecht in Israel. Wir
den. Oftmals Problem, dass der Herr der Heerscharen seinen werden diese List genauer studieren, um uns
dauert er lange Erlösten zumutete. Tatsächlich aber wollte er warnen zu lassen. Vorab aber sei der Klarheit hal-
und ist unan- ihnen seine Macht zeigen, als er sie der Über- ber gesagt, dass es der Selbstsicherheit der Füh-
genehm wie der macht der Kanaaniter gegenüberstellte. So auch rer Israels zuzuschreiben war, dass diese Kata-
heute: die großen Sünden fallen zuerst, wenn strophe passieren konnte, denn den Mund des
Bohrer des sich ein Mensch bekehrt, danach folgt der ‚Fein-
Zahnarztes schliff‘ auf dem Gebiet der Charaktersünden.
Oftmals dauert er lange und ist unangenehm
wie der Bohrer des Zahnarztes. Jericho lehrt uns,
dass Gottes Macht und Weisheit ausreicht für
jedes Problem unseres Lebens – egal wie groß
es auch sei.

Ai, ein Problem – zu klein für mich!


Der Eroberung Jerichos folgt der Feldzug gegen
Ai. Einem glorreichen Sieg folgt eine schmähli-
che Niederlage. Israel unterschätzt diese „Klei-
nigkeit.“ Zeitgleich begeht Achan den Unge-
horsam gegen Gott, indem er vom Beutegut
Jerichos heimlich für sich nimmt. Er bezahlt dies
mit dem Tod durch Steinigung. Ungehorsam
gegen das Wort Gottes und die Unterschätzung
vermeintlicher Kleinigkeiten sind die gängigsten
Muster, nach denen die Kinder Gottes fallen. Bis
heute sind es „die kleinen Füchse, welche die
Weinberge verderben“ (Hoh 2,15) und die „Toten
Fliegen, die das Öl des Salbenmischers stinkend
und gärend machen: „Ein wenig Torheit hat
Ein „gibeonitischer Arbeitsplatz“ …
BIBELARBEIT 9

Herrn befragten diese nicht, als sie eine wichtige Wir sind keiner Not verpflichtet!
Sache zu beurteilen hatten. (Jos 9,15). Die List der Wir Menschen sind leicht zu erweichen, wenn wir
Gibeoniter warnt uns vor einer falsch verstan- Elend sehen. Gott sei es gedankt. Aber auch das
denen Autonomie, die Gott nicht braucht, um Erbarmen gehört unter die Zucht des Heiligen
Dinge unseres Lebens zu entscheiden. Sie warnt Geistes. Wir sind keiner Not verpflichtet, son-
uns davor, lediglich auf unsere Erfahrung, unsere dern nur unserem Herrn! Wir müssen nicht alle
Menschenkenntnis und andere vermeintliche Probleme der Welt beheben, genauso wenig wie Wir sind keiner
Stärken zu vertrauen, ohne aber Gott in unsere unser Herr nicht alle Kranken und Schwachen Not verpflich-
Probleme mit einzubeziehen. seiner Zeit heilte. Wir müssen nicht spenden, tet, sondern
nur weil das Anliegen der Missionsgesellschaft nur unserem
Verfolgung und Verführung herzerweichend vorgebracht wurde. Wir müssen Herrn!
Der List der Gibeoniter geht die Allianz der niemand in unsere Gemeinde aufnehmen, nur
Kanaaniter voraus. (Jos 9,1) Diese rotteten sich weil er angibt, in einer anderen schlecht behan-
zusammen, als sie von der Unbezwingbarkeit delt worden zu sein. Wir müssen die Charakter-
des Gottesvolkes hörten. Die Gibeoniter jedoch schwächen unserer Tochter oder unseres Sohnes
waren ihren Landsleuten einen Schritt voraus: nicht als eine Schutzbehauptung akzeptieren,
sie begriffen, dass gegen die Macht Gottes kein wenn sie benutzt werden, um sündiges Verhal-
„militärisches Kraut“ gewachsen war. Deshalb ten zu entschuldigen. Wir müssen nicht zum
griffen sie zur List. Allianz-Gebetsabend gehen, nur weil es um die
Bis heute spielt der Feind das gleiche Spiel: er Einheit unter den Christen so schlecht bestellt
verfolgt oder verführt. Wobei die Verfolgung ist. Wir müssen gar nichts – außer sterben.
der Gemeinde Gottes ihr erfahrungsgemäß Ansonsten sind wir freie Christenmenschen, die
besser bekommt als die Verführung. Es tut uns tun und lassen können, was Gott will.
gut, wenn der Druck auf uns wächst, wenn wir
unseren Glauben behaupten, erklären und ver- Der Geist der Zeit ist unglaublich
teidigen müssen. Es tut uns nicht gut, wenn wir „barmherzig“!
uns vor Langeweile „umhauen“ und durch die Der Geist der Zeit ist sehr „barmherzig“. Er hat
subtile Aufweichung von gesunden Denkweisen Mitleid mit dem armen alten Menschen, der im
kampfunfähig gemacht werden. Altenheim vor sich hin leidet. Deshalb darf man Wir verbünden
Mit Besorgnis beobachten wir, dass mitteleu- seit einigen Jahren in Holland ganz legal Men- und verbrü-
ropäische Christen so ziemlich in jedem Bereich schen töten. In den meisten Apotheken erhält dern uns mit
des Lebens wehrlos dastehen: ihre Kinder tan- man das „Kit für den süßen Tod“, dass es einem
zen ihnen auf der Nase herum, beim Bekenntnis Arzt erlaubt, mit einigen Narkotika einen Men-
Menschen,
kommen sie ins Stottern und bei Problemen schen von seinem Leid zu befreien aus lauter deren geist-
erwarten sie eher Hilfe von Menschen als von „Barmherzigkeit“. Eben dieselbe lässt der Gynä- licher Stand
Gott. kologe walten, wenn er das mehr oder weniger fragwürdig
stark behinderte Kind per Ausschabung aus dem ist. Oft ist uns
Auf die Tränendrüse drücken! Mutterleib in die Nierenschale befördert. Es wäre
Die Gibeoniter jedenfalls drückten auf die Trä- ja so oder so kein lebenswertes Leben gewesen,
quantitatives
nendrüse – und das mit Erfolg. Es sah schon weder für die Mutter noch für das Kind. Die glei- Wachstum
ziemlich erbärmlich aus, was sie da schauspieler- che „Barmherzigkeit“ ist es, die viele empfinden, der Gemeinde
ten: „Sie nahmen abgenutzte Säcke für ihre Esel, wenn eine Frau vergewaltigt oder ein Kind miss- wichtiger als
und abgenutzte und geborstene und zusam- braucht wird – nicht so sehr für die Opfer, son- qualitatives
mengebundene Weinschläuche, und abge- dern scheinbar oft für den Täter. Denn der hatte
nutzte und geflickte Schuhe an ihre Füße, und eine so schwere Kindheit. Der Geist der Zeit ist
abgenutzte Kleider auf sich; und alles Brot ihrer „barmherzig“ …
Zehrung war vertrocknet und war schimmlig.“
(Jos 9,4-5). Sie logen vor, von weither zu kom- Und die Gemeinde?
men, obwohl sie gleich von nebenan waren. Bekanntlich macht dieser Geist auch nicht vor
Sie heuchelten Unterwürfigkeit, nur um nicht den Pforten der Gemeinde Gottes halt. Manche
sterben zu müssen. Vor allem aber heuchelten abgedroschene Phrase kann man kaum noch
sie Glauben, wo doch keiner war: „Aus sehr fer- ertragen: „Wir dürfen nicht richten!“ „Das steht
nem Lande sind deine Knechte gekommen, um uns nicht zu!“ „Das muss man verstehen!“ „Er ist
des Namens Jehovas, deines Gottes, willen …“ nun mal so!“ „Sie kann nun mal nicht anders!“
(Jos 9,9) Dies alles beeindruckte Israels Leiter „Wir müssen auch für Neues offen sein!“, etc.
doch sehr. Sie waren bewegt. Sie schauten sich Sicherlich haben alle diese Aussagen ihren
alles genau an, ja sie nahmen sogar von dem Platz und ihren Sinn. Jedoch verwundert mich
Brot der scheinheiligen Feinde des Gottesvolkes. die Häufigkeit und die Einseitigkeit, mit der sie
Aber den Mund des Herrn befragten sie nicht! gebraucht werden. Vergessen scheinen die ein-
10 BIBELARBEIT

deutigen Aufforderungen der Apostel, Sünde Notfall-Plan: Beten!


zu richten, heilig zu sein, sich abzusondern vom Wachsamkeit ist von Nöten. Nicht nur nach bes-
Bösen, den Kampf gegen Sünde und Fleisch tem Wissen und Gewissen zu prüfen, sondern
aufzunehmen, offenbares Unrecht zu brand- Licht und Weisung vom Herrn zu erflehen. „Ver-
marken, zu prüfen, was wirklich wahr ist. Unsere traue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen,
Gemeinden stehen in Gefahr, nur noch soziales und stütze dich nicht auf deinen Verstand!“,
Auffanglager für die Gestrandeten der Gesell- ermahnt uns Salomo in Sprüche 3,5. Der Feind
Wachsamkeit schaft zu werden. versucht es auf jede erdenkliche Weise. Deshalb
ist von Nöten … sollten wir auch besonders im Gebet an unsere
Wir sollten uns Wir verlieren Segen! Gemeinde-Leiter denken, welche über die
niemals dazu Das alles hat Auswirkungen auf unsere geistliche Aufnahme von Geschwistern in die Gemeinde
Kampfkraft. Wir verbünden und verbrüdern uns wachen. Sie sind es, die der Gemeinde diesbe-
hinreißen las- mit Menschen, deren geistlicher Stand fragwür- züglich Empfehlungen aussprechen. Wir sollten
sen, ein Urteil dig ist. Oft ist uns quantitatives Wachstum der anhaltend und ernstlich für diese Brüder beten:
nur nach au- Gemeinde wichtiger als qualitatives. Aber Men- Dass Gott sie bewahrt vor einem autonomen
genscheinlicher schen fordern Kraft und fordern Zeit. Und solche, Urteil, welches nicht nach seinem Willen fragt.
Menschlichkeit die gar nicht bereit sind, Hilfe anzunehmen und Auch für sie gilt: „… ohne mich könnt ihr nichts
biblische Lösungsvorschläge zu akzeptieren, tun.“ (Joh 15,5).
zu fällen lassen oft keine Zeit und Kraft für andere. Jede
Stunde, die Du mit einem Menschen verbringst, Wovor wir uns also hüten sollten …
der sich nicht helfen lassen will, ist eine Stunde, Die List der Gibeoniter ist eine Warnung an die
die einem Menschen, der wirkliche Hilfe von Dir Gemeinde Gottes. Wir können daraus lernen,
braucht, verloren geht. So einfach ist das! Und dass manchmal Verführung gefährlicher ist als
doch tun wir uns schwer, „nein“ zu sagen, abzu- Verfolgung. Auf jeden Fall sollten wir mehr auf
lehnen und „unbarmherzig“ zu reagieren. Qualität als auf Quantität in den Gemeinden
setzen. Wir sollten uns niemals dazu hinreißen
Von Wasserschöpfern und Holzfällern lassen, ein Urteil nur nach augenscheinlicher
In christlichen Gemeinden gibt es „Wasserschöp- Menschlichkeit zu fällen. Rührselige Geschich-
fer“ und „Holzfäller“, die irgendwann einmal zum ten und eine „fromme“ Sprache sollten uns die
Volk Gottes gestoßen sind – aus welchem Grund Sinne nicht vernebeln.
auch immer. Sie haben nie eine echte Bekehrung Wir brauchen göttliche Weisheit, um Wahr-
erlebt. Genauso wenig, wie die Gibeoniter je heit und Täuschung unterscheiden zu können.
ein auserwähltes Volk waren. Aber weil sie um Manchmal ist „ein gebrochenes Versprechen
Aufnahme baten, eine rührselige Geschichte zu ein gesprochenes Verbrechen“ (Erich Fried).
erzählen hatten und vielleicht zudem auch noch Wir sollten uns hüten, vorschnelle Versprechen
ein frommes Vokabular benutzten, haben wir abzugeben, die wir hinterher zu halten gezwun-
uns breitschlagen lassen. Wir nennen sie „Brü- gen sein könnten. Vor allem aber lehrt uns die
der“ oder „Schwestern“ obwohl wir so unsere List der Gibeoniter, niemals ein Urteil zu fällen,
Zweifel haben. Wir geben ihnen irgendwelche dass nicht im Licht Gottes gesucht und bestätigt
kleineren Aufgaben oder Posten und machen sie worden ist.
uns nützlich. Aber Zweifel bleiben.

igen Besta nd haben


Wer te, die ew si tz , welche erschü
ttert werden
lei D inge im Be ennoch haben
is ch en Leben mancher sl ös ch lic h eingeprägt. D
„Wir haben im ird gen un au egliche“.
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können. Die Ve rä nd 7: „A uf da ichen Trost
ew eg lich“ ist (Hebr 12,2 en w ir einen unverwelkl
wir etwas, was
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t ih r eu ch doch über eu rd ie nst des Blutes Jesu uss …
habt, … so fr eu
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r W er te de n geringsten Einfl
raut ga llen de g ist
Kreuz und vert ihm ha t ke in Steigen und Fa di es raub en … Unsere Hoffnun
Schatz der Erlö
sung in ände kann dir en. Wir freuen
Va te r. Ke in W echsel der Umst au f di e Tr üm mer alles Irdisch
Gott ist dein uen wir ruhig
n W olke n, und darum scha
über de eils …“
leze it in de m Gott unseres H
uns al
C.H.Spurgeon
MISSIONSBERICHT 11

Kuba – nach
Wo l f ga n g B ühne „Gustav“ und „Ike“

„Sozialistische Ideale“
Nach wie vor gibt es einige wenige
Produkte auf Bezugsschein. Pro Per-
son und Monat: 2,5 kg Reis, 1 Stück Etwa 450.000
Seife, 1 kg Zucker, 1 kg Bohnen, 1 kg
zerstörte
Nudeln, ¼ Liter Öl, ¼ Liter Milch pro
Tag – aber nur für Kinder unter Häuser, da-
„Möglichst in den nächsten sieben Jahren. Es gibt keine Butter runter 5.000
Wochen und Monaten keine und keine Margarine. Schulen, waren
Ausländer einladen und vor Für jede Person gibt es pro Tag ein die traurige
allem keine Reisen in den Osten Milchbrötchen für zwei Cent, wobei
Bilanz der
des Landes planen!“ – diese Emp- man sich rechtzeitig vor dem betref-
fehlung wurde von den staatlichen fenden „Laden“ einfinden muss Wirbelstürme
Behörden an die Gemeinden in Kuba und sich folgendes Ritual „Gustav“
gerichtet, nachdem die Wirbelstürme „Gustav“ abspielt: und „Ike“
und „Ike“ im August und September über das „Bitte alle in einer Reihe
Land gefegt waren und es ruiniert hatten. Zwei aufstellen und das Heft mit
Drittel der Bananen- und Yucapflanzen, wie den Bezugsscheinen auf
auch die Zuckerrohr- und Tabak-Plantagen und Seite 16 aufschlagen!“ Danach
etwa ein Drittel der restlichen Ernte an Gemüse tritt jeder gehorsam vor, um die
und Obst wurden vernichtet. zugestandene Anzahl Brötchen für
Etwa 450.000 zerstörte Häuser, darunter die Familie in Empfang zu nehmen,
5.000 Schulen, waren die traurige Bilanz. „Eine die vorher auf dem Bezugsschein abge-
solche Katastrophe hat es in der Geschichte hakt wurde.
Kubas noch nie gegeben“, sagte der Präsident Wer privat etwas kaufen oder ver-
Raúl Castro. kaufen möchte, setzt sich großer Gefahr
Doch die Kubaner sind ein stolzes Volk aus. In einem Hauskreis erfuhren wir von einer
und besonders der politischen Führung fällt Schwester, dass ihr Bruder verhaftet wurde, weil
es schwer, ihre Hilflosigkeit angesichts dieser er einige Kilo Rindfleisch „verschoben“ hatte
Katastrophe zuzugeben und den Westen um und nun mit einer Strafe von 6 Jahren Gefängnis
Hilfe zu bitten. rechnen muss.
Während die Hauptstadt Havanna wie durch „Es lebe die Revolution! Es lebe Fidel“
ein Wunder weitgehend verschont wurde,
herrscht besonders im Osten und Westen des
Landes der Notstand. Die Transportkosten sind
explodiert, Benzin kostet inzwischen fünfmal so
viel wie Diesel, die Läden sind leer und der bisher
blühende Schwarzmarkt wird von der Regierung
brutal unterdrückt, sodass niemand mehr wagt,
die verbliebenen Produkte an den Straßen anzu-
bieten.
Als wir in der letzten Novemberwoche dieses
Jahres Kuba besuchten, gab es weder Obst noch
Gemüse zu kaufen. Um Brot zu besorgen musste
sich unser Gastgeber auf die Suche begeben, um
in einer 5km entfernten Stadt einige Stangen zu
erwerben.
12 MISSIONSBERICHT

„Das Schwerste für uns Christen in Kuba ist, ehr-


lich zu sein!“ – klagte ein Bruder, der „vollzeitig“
dem Herrn dient. Inzwischen stellt die Regierung
Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung, aber es
fehlt das Geld, um Saat und Dünger zu kaufen.
So waren wir ziemlich betroffen, als ein Farmer
und Familienvater aus dem besonders armen
und bergigen Osten berichtete, dass nach den
Wirbelstürmen im Sommer seine gesamte Ernte
vernichtet war und er nur noch ca. 20 kg Bohnen
als Nahrungsmittel besaß. Er stand nun vor der
schweren Entscheidung, diese Bohnen entwe-
der seiner Familie als notwendige Nahrung zu
geben, oder sie als Saatgut für eine zukünftige
Ernte einzusetzen. Bei dieser Entscheidung wäre
ihm der Vers aus Ps 126 „Die mit Tränen säen …“
ganz neu und schmerzlich deutlich geworden.
Dieser hingegebene Bruder fährt oft Sonn-
tags mit dem Fahrrad 100 km, um eine Nachbar-
Konferenz in El Gabriel gemeinde zu besuchen, dort das Wort Gottes zu
Auch wenn Raúl Castro der neue Staatschef verkündigen und die Geschwister zu ermutigen.
ist, so scheint sein zurückgetretener Bruder Fidel Die praktischen Erfahrungen mit dem Herrn im
als „erster Generalsekretär der Kommunistischen schweren Lebensalltag geben seinem Zeugnis
Partei“ nach wie vor die Politik zu beeinflussen geistliche Tiefe und Glaubwürdigkeit.
und verkündet vom Krankenbett aus, dass jede
Abweichung vom sozialistischen Ideal „auf reife Apfeltee und Evangelium
und effiziente Weise“ betraft werde. Auch wenn man in Kuba noch nicht von einer
„Das Schwerste So wurde z.B. ein uns gut bekannter Bruder geistlichen Erweckung reden kann, so entsteht
für uns Christen von einem argwöhnischen Nachbarn angezeigt, doch durch die materielle Notsituation ein
weil er wegen seiner Geschäftstüchtigkeit „über Suchen und Fragen nach geistlichen und ewigen
in Kuba ist,
dem Durchschnitt lebte“ und mehrere Computer Dingen.
ehrlich zu sein!“ und andere technische Geräte besaß. Die Folge Es ist nicht so schwer, Nachbarn oder
war, dass seine Wohnung von der Polizei durch- Bekannte zu evangelistischen Hauskreisen ein-
sucht und der Besitz des Bruders anschließend zuladen. Wenn es dort dann noch etwas zu Essen
auf ein „normales“ Maß minimiert wurde. gibt oder als besondere Attraktion Apfeltee
aus Deutschland angeboten wird, dann hat ein
„… die mit Tränen säen …“ solcher Hauskreis eine zusätzliche Anziehungs-
Wenn man sich vorstellt, dass ein normaler kraft, durch die in den vergangenen Monaten
Arbeiter etwa 50 Cent pro Tag verdient und zahlreiche Menschen zum Glauben gekommen
auch ein Rechtsanwalt oder Professor an der und auch neue Gemeinden entstanden sind.
Universität nicht mehr als ca. 20 Euro im Monat So fährt z.B. unser Freund Horche jede
erhält, versteht man, dass ein Überleben in Woche mit seinem Motorrad der sowjetischen
Kuba ohne Korruption oder illegale Nebenarbeit Marke „MZ“ in eine ca. 70 km entfernte Stadt,
kaum möglich ist. Daher wechseln viele Lehrer um dort einen Hauskreis zu betreuen. Für diese
und andere Akademiker ihren Beruf, um sich als Entfernung braucht er etwa 2 Stunden, weil die
Schweine-Züchter oder Handwerker über Was- Straßen entsprechend schlecht sind und er seine
ser zu halten. Frau und Tochter auf dem Motorrad mitnimmt.
MISSIONSBERICHT 13

Bibelseminar in Pinar del Rio Roberto und Maria

Aber der Einsatz lohnt sich, weil durch diese jah- Frau mitgegeben, die sie vor Jahren einmal in
relange Arbeit inzwischen eine kleine Gemeinde Havanna kennen gelernt hatte.
entstanden ist und wir am letzten Sonntag Ziemlich zentral gelegen fanden wir ein
im November miterleben durften, wie einige großes, altes Schulgebäude, dass zu einer Bap- Die Freude
Frauen, die durch diesen Hauskreis zum Glauben tistenkapelle umgebaut wurde. Dort trafen wir dieser Geschwi-
kamen, sich taufen ließen. den gesuchten Roberto und seine Frau Maria, ster … möchte
Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist die Frei- die schon über 40 Jahre ihren Dienst in die-
man gerne nach
heit für die Christen in Kuba größer geworden. ser Gemeinde tun, zu der über 800 Mitglieder
Die Verhältnisse dort sind vergleichbar mit den gehören. Deutschland
Zeiten der ehemaligen DDR. Die Christen wer- Auf meine Frage, zu welcher „Sorte“ Baptis- exportieren,
den geduldet und nicht bedrängt, so lange sie ten sie gehören, äußerte Roberto mit Nachruck: wo wir alle
sich nicht politisch verdächtig benehmen oder „Zu den Konservativen!“ „Dann haben wir in mehr oder
äußern. Freiversammlungen sind nur mit Geneh- C.H. Spurgeon einen gemeinsamen Freund, der
weniger
migung erlaubt, es gibt eine strenge Zensur für im nächsten Jahr ‚175 Jahre alt‘ wird“, war meine
religiöse Literatur, aber privat oder als Gemeinde Antwort, die ihn offensichtlich erfreute. materiell
wird man nicht daran gehindert, seinen Glauben Schließlich meinte er, er besäße ein wunder- übersättigt
auszuleben. Am letzten Sonntag unseres Besu- bares Buch: „Jesús nuestro destino“, von einem und geistlich
ches konnten wir daher auch auf einer Konfe- Deutschen, einem gewissen Busch, Wilhelm. Ob „unterernährt“
renz das Wort Gottes verkündigen, zu der etwa wir den kennen würden und ob er noch lebte?
sind
280 Geschwister aus nah und fern auf teilweise Als ich ihm darauf mitteilte, dass ich 1966 auf
abenteuerlichen Fahrzeugen angereist kamen. seiner Beerdigung war und ich diesem Mann
Die Freude dieser Geschwister, einander zu geistlich viel verdanke, gab es keine Barrieren
sehen, sich auszutauschen, miteinander auf mehr zwischen uns.
Gottes Wort zu hören und Gott durch frohen Mit bewegter Stimme erzählten sie uns, wie
und lauten Gesang zu loben, möchte man gerne schwer das Leben in Kuba ist, wie sie zur Zeit
nach Deutschland exportieren, wo wir alle mehr kein Geld mehr für die nötigen Medikamente
oder weniger materiell übersättigt und geistlich hatten und das Gott ihnen nun genau zu diesem
„unterernährt“ sind. Zeitpunkt die finanzielle Gabe der Schwester aus
Deutschland zukommen ließ.
„Kennt Ihr einen Wilhelm Busch?“ Nach einem herzlichen gemeinsamen Gebet
Kurz vor unserem Abflug hatten wir in Havanna verabschiedeten wir uns, um wenige Stunden
noch eine nette und ermutigende Begegnung. später in das Flugzeug zu steigen, das uns aus
Eine Schwester aus Deutschland hatte uns dem armen, aber warmen Kuba, in das reiche,
eine Gabe für einen Baptistenpastor und seine aber kalte Deutschland brachte.
14 BÜCHER

Bücher, durch die


ich gesegnet wurde K ur t Bec ker

Wenn Kaffee-Lieferanten Zeitungs- erinnerte mich natürlich an meine erst kurz


artikel veröffentlichen, in denen zurückliegende Umkehr, weil ich mich ja min-
zu lesen ist welch eine anregende destens ebenso weit von Gott entfernt sah wie
Wirkung Kaffee hat, wie wertvoll der ein Knastbruder von einer Kanzel. Der zweite
darin enthaltene Niacin-Gehalt ist, Gedanke war sofort: Das Evangelium richtet sich
und wie Kaffee die Konzentrations- nicht an die Engel im Himmel sondern an die
fähigkeit steigert, dann ist schnell Gauner auf Erden. Auch oder gerade an solche,
klar: Es geht um eine indirekte Wer- die ganz am Ende der Erde wohnen. Also warum
bekampagne. nicht jetzt schon, und warum nicht von dem
Wenn fest & treu eine Themen- Ende der Erde, wo ich damals mit 800 Legionä-
reihe „Bücher, durch die ich geseg- ren wohnte.
net wurde“ publiziert, dann kann es Weil die einen gut dastehen möchten und
sein, dass einige Leser denken, diese die anderen nicht gut dastehen möchten,
Beiträge seien dazu gedacht, den schreibt kein Christ gerne über sich selbst. So ist
Umsatz eines Buchhandels oder Ver- es immer hilfreich auch das zu lesen, was andere
lages zu fördern. Nun, ich weiß, dass über einen schreiben. Für mich war der Eifer
dem nicht so ist, obwohl ich auch des Autors, gepaart mit der Ehrlichkeit, äußerst
dafür gerne einen Artikel schreiben motivierend, meinen Mund aufzutun bevor ich
würde, denn der Großteil meiner einen „Heiligenschein“ erhalte. (Und das war
Bibliothek sowie der Bücher, die ich gut, sonst würde ich heute noch schweigen!)
in meinem Leben weitergegeben habe, stammt Im Anhang dieses Buches ist zu lesen, dass
daher. Ich bin in all den Jahren immer wieder Hunderte stehen blieben, wenn Wolfgang Dyck
dankbar gewesen für das kritische, nützliche auf der Straße gepredigt hat, aber kein einzi-
und wertvolle Sortiment, das hier ausgegraben, ger Fernstehender folgte der Einladung einer
gefördert oder selbst aufgelegt wurde. An dieser Wuppertaler Gemeinde, die Wolfgang Dyck als
Stelle möchte ich mich – und ich glaube auch Redner für eine Evangelisation einlud. Als er
im Namen viele Leser – bei Euch allen einmal das mitbekam, adressierte er kurzerhand das
herzlich dafür bedanken! Wort an die versammelten Gläubigen dieser
Doch geht es in dieser Themenreihe ja um Gemeinde und sprach über die Reformation His-
die Bücher selbst. Es geht darum, wie das Lesen kias. Jedoch nicht lange, denn was er sagte war
Es geht darum, der Schrift und das Leben mit dem Herrn mit- den Herrschaften wohl doch zu arg, sodass der
wie das Lesen tels wertvoller Bücher gefördert werden kann. Pfarrer dieser Gemeinde ihm Redeverbot erteilte.
Bücher durch die ich gesegnet wurde, das sind Wolfgang Dyck packte dann kurzerhand seine
der Schrift und
Bücher, die mich näher zum Herrn gebracht und Sachen zusammen und ging mit seinen Beglei-
das Leben mit mir die Schrift wertvoller gemacht haben! tern in eines der berüchtigtsten Nachtlokale
dem Herrn Wuppertals, wo sie bis nach Mitternacht unter
mittels wert- „Vom Knast zur Kanzel“ Verbrechern, Homosexuellen, Prostituierten und
voller Bücher Kurz nach meiner Bekehrung (ich hatte mich Zuhältern missionierten.
zwei Jahre vorher für fünf Jahre als Söldner in Ich bin dankbar für dieses Buch und die Moti-
gefördert
der französischen Fremdenlegion verpflichtet) vation, die es mir vermittelte. Als ich die Legion
werden kann erhielt ich ein Buch, das mir entsprechende verließ, konnte ich mich freuen, dass der Herr mir
Impulse gab, meine restliche Zeit dort sinnvoll zu während dieser Zeit ein halbes Dutzend Legio-
nutzen, wo ich mich gerade befand. Als Soldat näre zur Seite gestellt hatte, die Jesus Christus
konnte ich damals nicht aussteigen, als Christ ebenfalls ihr Leben anvertrauten. Und bis heute
kam eine Fahnenflucht nicht in Frage (Ps 15,4), hat er nicht aufgehört, weitere aus diesem Hau-
und meine veränderte Denk- und Lebensweise fen zu erretten.
als Christ sollte nicht von meinem Umfeld oder Als ich vor zwei Jahren in der Kaserne auf
meinen Umständen abhängig sein. Bei dem Besuch war, lernte ich einen der heute fünf
Buch handelte es sich um den Lebensbericht ranghöchsten Offiziere als Bruder kennen. Er hat
von Wolfgang Dyck, mit dem Titel: „Vom Knast sich 2005 bekehrt und wurde in der Meeresbucht
zur Kanzel“. Das scheinbare Paradox des Titels von Calvi getauft.
BÜCHER 15

Gerne würde ich noch auf viele andere Bücher Bibelstellen wie z.B. 1Joh 2,20.27: „Ihr habt die
hinweisen, durch die ich gesegnet wurde. Doch Salbung von dem Heiligen und wisset alles …
anstatt einzelne Bücher anzuführen, möchte ihr bedürfet nicht, dass euch jemand belehre …“
ich ein ganz bestimmte Kategorie auswählen, Diese Bibelstelle nimmt aber Bezug auf die
zusammenfassen und Mut machen danach zu Lehre, nicht auf die Lehrer. Die Aussage ist hier:
greifen und sie zu lesen. Es handelt sich dabei Wir benötigen kein zusätzliches Wissen zu dem
um die Art von Büchern, die immer seltener in was uns Gott in seinem Wort geschenkt hat.
den Bibliotheken der Christen stehen, obwohl Wohl aber bedürfen wir Lehrer, denn der Herr Anstatt uns
sie unglaubliche Schätze zum Verständnis der hat solche der Gemeinde gegeben. „Und so hat über die zu
Schrift enthalten und das Lesen mit einem über- Gott etliche in der Gemeinde gesetzt … als Leh- freuen, die der
aus großen Segen verbunden ist. Ich möchte sie rer“ (1Kor 12,28; Eph 4,11). Herr begabt
die „Philippus“-Edition nennen. Ein weiteres Argument, das vor allem gläu-
bige Lesemuffel gerne verwenden, lautet: „Und
und zu allen
Die „Philippus“-Edition außerdem lass dich warnen, mein Sohn! Des Zeiten immer
Die Bücher, durch die ich gesegnet wurde, vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel wieder ge-
könnte man zusammenfassend als „Philippus“- studieren ermüdet den Leib“ (Pred 12,12) Oder: schenkt hat,
Edition bezeichnen, denn Philippus war der „Erkenntnis bläht auf“ (1Kor 8,1). Das letzte Zitat um uns auf die
Mann im Neuen Testament, der sich nicht nur ist aber unvollständig, denn es heißt weiter
darüber gefreut hat, dass jemand in den Heili- „aber die Liebe erbaut“. Was also gesagt wird ist,
Zusammen-
gen Schriften las, sondern ihm ging es vor allem dass Wissen alleine keinen Wert hat, wenn keine hänge und Be-
darum, dass der Lesende das Gelesene auch ver- Anwendung stattfindet, und zwar in Liebe und deutungen der
stand. Er war es, der den Mann aus der Fremde, Achtung. Schrift hinzu-
dem die Zeilen des Propheten Jesajas nicht nur Und was das Zitat aus Prediger 12 betrifft, weisen, runzeln
wegen der schlecht gefederten Achsen seines so sind damit die unzähligen, angeblich weise
Pferdewagens vor den Augen auf- und abspran- machenden Bücher dieser Welt gemeint, die
wir die Stirn
gen, schließlich die erlösende Frage stellte: Salomo erst verschlungen, dann aber verworfen und legen die
„Verstehst du auch was du liest?“ (Apg 8,30) Die hat, weil sie ihm bei den existenziellen Fragen Schrift beiseite
Antwort war kurz und ehrlich: „Wie denn, wenn des Lebens nicht weiterhalfen („ich richtete
mich niemand anleitet!“ mein Herz darauf, die Weisheit zu befragen und
Geht es uns nicht oft ähnlich, wenn wir mich bei ihr zu erkundigen über alles, was unter
beginnen in der Bibel zu lesen? Doch anstatt uns dem Himmel getan wird. Das ist eine leidige
über die zu freuen, die der Herr begabt und sei- Mühe … alles eitel und ein Haschen nach Wind“
ner weltweiten Gemeinde zu allen Zeiten immer Pred 1,13.14). In der Tat, es ist wirklich ermüdend
wieder geschenkt hat, um uns (auch mittels
Bücher) auf die Zusammenhänge und Bedeu-
tungen der Schrift hinzuweisen, runzeln wir die
Stirn und legen die Schrift beiseite.
Wir reisen heute mehr als damals und um ein
Vielfaches bequemer und entspannter als der
Kämmerer. Wir haben digitalisierte Bibeln und
elektronische Geräte mit Hintergrundbeleuch-
tung zum Lesen derselben. Dank modernster
Technik und immer kleiner werdender Speicher-
und Wiedergabegeräte können wir alle Bücher
der Bibel samt Erklärung überall wo wir gerade
sind abrufen oder abspielen, aber wir nutzen
diese Möglichkeit kaum.
Ich habe noch nie jemanden in kilometer-
langen Staus stehen sehen, der die Bibel mit
verdutztem Gesicht las, und dessen Augen dabei
verzweifelt nach einer Erklärung suchten. Dabei
wäre es wesentlich effektiver, im Stau „verstan-
den“ als nur gestanden zu haben! Wer aber das
Gelesene nicht versteht, hört bald auf zu lesen.

Bücher zum Abwinken


Nun treffe ich immer öfter gläubige Christen die Kurt Becker –
als Fremdenlegionär 1977
behaupten, sie hätten es nicht nötig Bücher von
Menschen zu lesen. Sie beziehen sich dabei auf
16 BÜCHER

all die zahlreichen Bücher zu lesen, die Gott aus- – entnehmen können, wird uns immer unver-
grenzen und uns zu unserem Glück ohne Gott gleichbar mehr bleibenden Nutzen bringen,
verhelfen wollen. als die unzähligen pseudowissenschaftlichen
Schade ist auch, dass viele meinen, Bücher, Weisungen des Prof. Dr. Dr. Plasma-Bildschirm,
Man neigt die zum besseren Verständnis der Schrift bei- und die zahlreichen selbstgestrickten Erfah-
selbst unter tragen möchten, seien naturgemäß auch schwer rungen und Antworten der psychologisierten
Christen heute verständlich geschrieben. Als ob alles was mit Coachs und Mentoren, die kreuz und quer durch
mehr dazu, den der Lehre der Bibel zusammenhängt kompliziert, den Äther funken. Ganz zu schweigen von dem
fragwürdig, und nicht mit letzter Gewissheit zu milliardenschweren Müll der Esoterik, Engels-
Kaffeesatz zu behaupten sei. Doch wer die Bibel beim Wort bücher, Sterbeerlebnisse usw. Man neigt selbst
lesen als ein nimmt, der hat eigentlich mit den vielen Pas- unter Christen heute mehr dazu, den Kaffeesatz
gutes Buch sagen, die er versteht, mehr Mühe, als mit den zu lesen als ein gutes Buch. Der Schaden, der
wenigen, die er noch nicht versteht. dadurch im persönlichen Leben entsteht, wird
Diese sollten jedenfalls niemals dazu führen, meistens erst dann wahrgenommen, wenn es
dass wir aufhören die Bibel zu lesen, oder anfan- leider schon sehr spät ist. Jemand hat einmal
gen, über ganze Kapitel und Bücher hinweg zu treffend gesagt: Die Menschen glauben alles. Es
lesen. darf nur nicht in der Bibel stehen!
Doch Bibellesen ist unersetzlich – es macht
Die häufigste Frage des Herrn: „Habt aber erst dann Sinn, wenn man versteht was man
ihr nicht gelesen?“ liest und im Leben umsetzt was man verstanden
Wer die Evangelien aufmerksam liest und einmal hat. Damit wir besser verstehen und zügiger
darauf achtet, welche Frage der Herr den Men- vorankommen, hat der Herr u.a. Lehrer befähigt,
schen seiner Zeit am häufigsten gestellt hat, die ihre Gabe einsetzen und der Gemeinde Got-
Wer die Bibel wird feststellen, dass es die vorwurfsvolle Frage: tes damit dienen sollen. Ihre Schriftkenntnisse,
beim Wort „Habt ihr nicht gelesen?“ war (z.B. Mt 12,3; 12,5; sowie ihre Hinweise und Erklärungen beschrän-
nimmt, der 19,4; 21,16; 21,42; 22,31). ken sich nicht auf Vorträge, sondern wurden und
hat eigentlich Ein Software-Hersteller wirbt mit dem Slo- werden auch immer wieder schriftlich festgehal-
gan: ‚Lesen ist Out – Telefonieren ist In‘. Allein in ten und als Bücher herausgegeben, um sie mög-
mit den vielen
der BRD wurden in den letzten drei Jahren mehr lichst vielen Gläubigen zugänglich zu machen.
Passagen, die als 100 Millionen Handys verkauft, mit denen Wer das Lesen solcher Bücher unterlässt, achtet
er versteht, im Jahr für rund 4 Milliarden € telefoniert wird. damit nicht wirklich, was der Herr uns in seiner
mehr Mühe, als Überall auf der Straße, in öffentlichen Verkehrs- Gnade und Vorsorge gegeben hat (1Thess 5,20).
mit den weni- mitteln, bei persönlichen Besuchen oder Einkäu- Zum Abschluss möchte ich eine kleine Aus-
fen in Geschäften wird man – ohne es zu wollen wahl solcher Bücher bzw. Buchreihen nennen,
gen, die er noch
– Zeuge von Unterhaltungen, die immer wieder die zu meiner eigenen „Philippus“-Sammlung
nicht versteht eins bestätigen: Wir leben im Zeitalter der Kom- gehören:
munikation, aber wir haben nicht wirklich etwas • Die fünf Bücher Mose (C.H. Mackintosh)
zu sagen. • Studien des AT (Warren W. Wiersbe)
Telefonieren mag wohl „In“ sein, aber das, • Kommentar zum NT (William McDonald)
was wir der Schrift – auch mit Hilfe von biblisch • Was die Bibel lehrt (Kommentarreihe ver-
fundierten, helfenden und erklärenden Büchern schiedener Autoren zu allen Büchern des NT)

© Photocase | Gerti G.
NACHFOLGE 17

Pet ra Ha l f m a n n Beispielhaft

Sie dienten Gott mit Leidenschaft


setzten sich ein mit aller Kraft
lebten beispielhaft …

Sie haben vieles investiert Sie ließen von sich selber los
ihr eig’nes Leben nicht geschont sie haben selbst nicht viel begehrt
ganz mutig sind sie losmarschiert kein Opfer war für sie zu groß
ihr Einsatz hat sich sehr gelohnt. die Sache Jesu war es wert.

Sie ließen alles hinter sich: Es gibt von ihnen manches Buch
vertraute Menschen, Hab und Gut das vielen Lesern imponiert
lebten für andre vorbildlich für andre bleibt’s ein rotes Tuch
haben dabei kaum ausgeruht. weil so ein Leben provoziert.

Sie hielten selber nichts für sich Schlägt mein Herz ernsthaft ganz für Gott?
und überlebten irgendwie Was ist mir wirklich lieb und wert?
doch niemals ließ Gott sie im Stich Ich leb’ in meinem Alltagstrott
und was Gott gab, das teilten sie. leb ich nicht oftmals ganz verkehrt?

Sie wurden oftmals kritisiert: Was hindert mich daran, zu gehn?


Macht so ein Leben wirklich Sinn? Ist es meine Bequemlichkeit?
Doch wer sein Leben selbst verliert, Kann ich die Not denn übersehn?
der bringt am Ende viel Gewinn. Warum bin ich nicht auch bereit?

Sie dienten Gott mit Leidenschaft


setzten sich ein mit aller Kraft
lebten beispielhaft …

»Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns
jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst
uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir
hinschauen auf Jesus, den Anfänger und
Vollender des Glaubens«
Hebr 12,1.2
18 AKTUELLE STRÖMUNGEN

Wie sich die


Zeiten ändern … Thor sten Brensc heidt

Einer landeskirchlichen Gemeinschaft verdanke ich Kerzen und Dämmerlicht


es, dass ich im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal Anhand der sonntäglichen Gottesdienste sollte
entschiedene Christen kennen lernen durfte. Mit deutlich werden, ob diese Feier nur ein Ausrut-
bis zu 40 Jugendlichen trafen wir uns jede Woche scher war. Die bisherigen Gemeinschaftsstunden
zu einem Bibelkreis. Es wurden aussagekräftige am Sonntagnachmittag waren einigen Jüngeren
Jugendlieder gesungen, in Kleingruppen gebetet zu langweilig. Man fing an, sich parallel auch am
und anspruchsvolle Bibelarbeiten gehalten. Wir Sonntagmorgen zu treffen, womit kurze Zeit spä-
forschten intensiv im Wort Gottes und meinten es ter der Sonntagnachmittag wegfiel.
ernst mit der Nachfolge. Rein äußerlich war schnell festzustellen, dass
Bei den Silvesterfeiern war das geistliche Pro- sich vieles verändert hatte. Der Gottesdienstraum
gramm der Höhepunkt des Abends. Diese Andach- war abgedunkelt, Kerzen und Dämmerlicht sollten
ten gaben eine klare Ausrichtung für das neue eine spirituelle Atmosphäre erzeugen. Schlagzeug
Jahr. Über den Jahreswechsel gab es eine Gebets- und Hardrock-Gitarre sorgten für „fetzigen“ Lob-
gemeinschaft, denn es war uns wichtig, das neue preis. Die Kanzel musste einem Stehtisch weichen,
Jahr mit Gott zu beginnen. Das war eine herausfor- an dem sich der Prediger lässig anlehnen konnte.
dernde Zeit – damals in den 80er Jahren. Wie von charismatischen Lobpreiszeiten
bekannt, versuchte auch hier die Frau des Pre-
Zwanzig Jahre später digers die Besucher zu stimulieren: „Und jetzt
Zwanzig Jahre später erlebten wir wieder eine Sil- wollen wir wirklich in die Anbetung gehen!“ Der
vesterfeier – am selben Ort, im selben Raum und Schalter wurde sozusagen umgelegt, indem sanf-
teilweise sogar mit den gleichen Leuten. Vor dem ter, melodischer Sound vom Synthesizer erklang.
Abendessen sprach jemand ein kurzes Dankgebet. Bildmeditationen per Beamer vermittelten, dass
Nach einer ausgiebigen Essenszeit gab es Spiele an Gott ausschließlich Liebe ist. Die Predigten selbst
Der Gottes- den Tischen und in großer Runde. Kurz vor Mitter- enthielten durchaus biblische Wahrheiten, aber
dienstraum war nacht bekam jeder ein Glas Sekt oder Saft und ging etwas fehlte doch irgendwie. Begriffe und Themen
abgedunkelt, nach draußen auf die Straße. Dort zündeten einige wie „Sünde“, „Buße“, „Hölle“ und „Gericht“ wurden
Kerzen und Väter mit ihren Kindern Feuerwerkskörper an. Das vermieden, von „Heiligung“ und „Absonderung“
ging über eineinviertel Stunden lang. Die beiden ganz zu schweigen. Vor der Predigt wurde jeweils
Dämmerlicht
vollzeitlichen Prediger gingen zwischendurch ins ein Theater-Anspiel, Sketch oder eine Pantomime
sollten eine Gemeinschaftshaus zurück, um auszuspannen. aufgeführt.
spirituelle Meine Frau und ich traten gegen 1.30 Uhr den Zwar war ich für meine konservative Haltung
Atmosphäre Heimweg an. Zu Hause angekommen waren wir bekannt, wurde aber per E-Mail dennoch um mein
erzeugen. Die völlig verwirrt. Unser erstes Bedürfnis war, zusam- Mitwirken bei einem Theateranspiel gebeten. Ich
men zu beten und so – wie wir es bisher gewohnt erklärte höflich, dass ich kein Freund davon sei und
Kanzel musste
waren – mit unserem Herrn in das neue Jahr zu im Gottesdienst lieber Verkündiger statt Schau-
einem Steh- gehen. Über den Silvesterabend waren wir richtig spieler wäre. Ich wollte dann noch mal kurz per-
tisch weichen, erschrocken. Bis auf das kurze Tischgebet waren sönlich mit der anfragenden Person darüber spre-
an dem sich geistliche Programmpunkte Fehlanzeige. Es gab chen. Da sie mir künftig aus dem Weg ging, kam
der Prediger keine Andacht oder sonstigen geistlichen Input es jedoch nicht dazu. Auf Predigtdienste wurde ich
und auch keine Gebetsgemeinschaft – es wurde dann schließlich auch nicht mehr angesprochen.
lässig anlehnen
noch nicht einmal die Möglichkeit, zusammen
konnte beten zu können, eingeräumt oder angeboten. „Mini-Erlebtgottesdienst“?
Eine Woche später hatte ich einen der Prediger Die sonntäglichen Zusammenkünfte nannten sich
am Telefon. Ich schilderte ihm meinen Eindruck, nun „ERlebt-Gottesdienst“. Die Werbung dazu
doch er entgegnete mir: „Ist es denn weniger betonte nicht das Wort, sondern allgemeine Worte:
geistlich, wenn wir einfach nur zusammen sind?“ „Erlebt – Musik, Worte, Theater, Gespräche, Snacks
Andere meinten, dass sie die Lockerheit und Frei- und mehr. Erlebt – laut, leise, lustig, nachdenklich,
heit gegenüber früheren Jahren als Fortschritt spannend, wertvoll. Erlebt – einfach ein Erlebnis.“
sehen. Für mich schien es eine Gleichgültigkeit Für den monatlichen Jugendgottesdienst wurde
geistlichen Inhalten gegenüber und eher ein Zei- folgendermaßen geworben: „Ein Ort mit cooler
chen der Verflachung zu sein.
AKTUELLE STRÖMUNGEN 19

Atmosphäre“, „gute Musik“, „knackige Message“ schaft, sondern vor allem durch die bibeltreue Ver-
und „hinterher noch Snacks und jede Menge Fun“. kündigung echte Glaubensstärkung, Ermutigung
Eines Sonntags wurde dann ein besonderer und Korrektur bekommen.
„ERlebt-Brunch-Gottesdienst“ angekündigt. Es
gäbe zwar auch eine Predigt (Unmutsäußerungen Spiel, Spaß und Spannung
bei einigen Gottesdienstbesuchern), diese sei aber Doch wie ging es in der landeskirchlichen Gemein-
nur ganz kurz (Erleichterung bei selbigen). Im Pro- schaft weiter? Niemand erkundigte sich bei uns
gramm hieß es: „Sonntagmorgen einmal anders: nach dem Grund unseres plötzlichen Fernbleibens. Das Festhalten
Wir erleben einen köstlichen Brunch und einen Freundliche E-Mails von mir an zwei mitarbeitende
an den Vorga-
‚Mini-ERlebtgottesdienst’! Wir beginnen mit einem Ehepaare blieben unbeantwortet. Von einem dieser
ausgiebigen Frühstücksbrunch, süß und deftig. Paare übernahm eine Frau die hauptamtliche Lei- ben des Wortes
Unser anschließender Minigottesdienst besteht tung der Kinder- und Jugendarbeit. Im vierseitigen Gottes wich
aus Liedern, Gebeten und einer Minipredigt. Zum Rundbrief musste ich erneut feststellen, wie sehr einem Prag-
Abschluss stehen warme Speisen am Buffet.“ Spä- sich doch die Zeiten geändert hatten. Man liest matismus, dem
testens jetzt wurde mir klar, dass ich hier am fal- viel über Aktionen mit „Spiel, Spaß und Spannung“,
nahezu jedes
schen Platz war. Frustriert und enttäuscht fuhr ich einem „stylischen Gottesdienstraum, die Band
nach Hause. Dort angekommen entlud sich meine rockt ab“. Dann kommt es zu einem Einschnitt im besucher-
Traurigkeit in Tränen. Ich war völlig verzweifelt – Rundbrief: „Natürlich besteht meine Arbeit hier freundliche
zum einen, weil das geistliche Niveau immer mehr nicht nur aus irgendwelchen Events und Aktionen.“ Mittel recht
abzurutschen drohte und die Einzelnen mitzog und In der Erwartung auf einen geistlichen Aspekt lese war, um bloß
zum anderen, weil die Mitarbeiter nicht gesprächs- ich weiter: „Gerade persönliche Beziehungen zu
das Haus voll
bereit waren. den Teens aufzubauen ist mir sehr wichtig.“ Kon-
Sie haben sich eindeutig und unbelehrbar kret wird das durch „verrückte Sachen machen, wie zu kriegen
entschieden, mit Marketingmethoden à la Wil- Krawatten nähen, mit unserem GPS-Gerät Schätze
low-Creek die Gemeinde vor dem Aussterben zu suchen, gemeinsam Kochen, Klettern gehen und
bewahren und durch die oben erwähnten Stilmittel und und.“ Mit dem geistlichen Aspekt habe ich
Fremde anzulocken und die Jüngeren bei Laune zu also wieder einmal daneben gelegen. Auffallend ist
halten. Gehaltvolle Predigten waren einem „Evan- zudem, dass der Name Jesus auf vier DIN A 4-Sei-
gelium light“ gewichen, „deftige“ geistliche Kost ten nur ein einziges Mal vorkommt.
im wahrsten Sinne des Wortes einer 5-Minuten-
Terrine. Das Wort-Christentum musste einem EC – oder Emerging Church?
sinnlichen Christentum Platz machen und nach Wohin führt die Umformung dieser landeskirchli-
jahrzehntelanger pietistischer Ausrichtung wurde chen Gemeinschaft? Die Zugehörigkeit zum pie-
der schwärmerisch-charismatische Weg einge- tistischen EC (Entschiedenes Christentum) ist Ver-
schlagen. Das Festhalten an den Vorgaben des gangenheit, heute zählt das Vorbild eines anderen
Wortes Gottes wich einem Pragmatismus, dem „EC“, der Emerging Church. Äußeres Wachstum um
nahezu jedes besucherfreundliche Mittel recht war, jeden Preis hat im Inneren seinen Preis – den geist-
um bloß das Haus voll zu kriegen. lichen Niedergang! Ein „Evangelium light“ erzeugt
Dank der gnädigen Führung Gottes konnten wir oft Scheinbekehrte, die kaum etwas von Buße,
uns einer Brüdergemeinde anschließen, dort unsere Zerbruch und Heiligung gehört haben. Außerdem
Gaben einsetzen und nicht nur durch die Gemein- geschieht Absonderung nicht von der Welt, son-
dern von den bibeltreuen Gläubigen. Diese werden Gehaltvolle
als konservative, ewig gestrige Fundamentalisten
gebrandmarkt, die als angeblich Gesetzliche und Predigten
Pharisäer ihren Kritikgeist pflegen. waren einem
Unbiblische, weltförmige Zielvorgaben haben „Evangelium
aber keine Verheißung, zumindest keine positive, light“ gewi-
denn: „Wer die Welt in die Gemeinde holt, macht chen, „deftige“
die Gemeinde zur Welt!“
Dennoch baut unser Herr seine Gemeinde – geistliche Kost
auch heute! Diese hat nach wie vor die Verheißung im wahrsten
seiner Treue und seiner Gegenwart. Jeder Gläubige Sinne des
trägt aber mit Verantwortung, wie an Gottes Bau Wortes einer
gearbeitet wird: „Denn wir sind Gottes Mitarbei- 5-Minuten-
ter; ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.
Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe Terrine
ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein
anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe Acht,
wie er darauf aufbaut.“ (1Kor 3, 9-10)
Clown statt Predigt, oder Predigt mit Clown …?
Termine 2009
im Freizeithaus Schoppen

„Komm-und-sieh“ – Wochen- STU 2: 06. – 12.09. Anmeldungen ausschließlich an:


enden (mit C. Görsch und A. Wagner) Volker Klaas • Im Brannten 10
„Komm-und-Sieh“-Wochenenden Die Kosten betragen 100 Euro (für 58540 Meinerzhagen
sind Angebote für Nichtchristen Nicht-Verdiener 75 Euro). fam.klaas@oneasy.de
folgender Zielgruppen: Beginn der Freizeit So. 18 Uhr JU 2: 05. – 11.07 (10-12 J.)
• KUS 1 für Teenager/Ju­gend­liche auf Ende der Freizeit Sa. 14 Uhr Piraten-Lager mit A. Fett
der Suche nach Gott Anmeldungen ausschließlich an:
• KUS 2 für Familien und Allein­ Mitarbeiter-Treffen Volker Klaas • Im Brannten 10
erziehende (für mitgebrachte Kinder MAT: Sa, 05.09. 58540 Meinerzhagen
gibt es eine Betreuung) Mitarbeiter-Gebetstag für unsere E-Mail: fam.klaas@oneasy.de
• KUS 3 für jeden In­te­ressierten Freizeiten/Terminplanung 2010 JU 3: 12. – 18.07. (13-19 J.)
Die KUS Wochenenden sind für unsere Sommerfreizeit
Gäste kostenlos. Die Kosten für die folgenden Freizeit- Anmeldungen ausschließlich an:
Christen können an diesen WE nur Angebote betragen 75 Euro: Daniel Bühne • Fasanenweg 47
dann teilnehmen, wenn sie Außen- 59846 Sundern
stehende mitbringen!! danielbuehne@online.de
Kinder-Freizeiten
KUS 1: 24. – 26.04 YOUNG JU 4: 11. – 17.10. (13-19 J.)
KI 1: 26.07 – 01.08. (7-10 J.)
Die Bibel – echt unglaublich? oder Herbstfreizeit
Piraten-Lager mit Miriam und Thomas
unglaublich echt? Anmeldungen ausschließlich an:
Kleine
KUS 2: 28. – 30.08. FAMILY Volker Klaas • Im Brannten 10
KI 2: 02. – 08.08 (7-10 J.)
Thema: siehe Homepage 58540 Meinerzhagen
Piraten-Lager mit Gabriele und
KUS 3: 25. – 27.09 YOUNG fam.klaas@oneasy.de
Andreas Fett
The Show must go on – Spaß bis zum Anmeldungen ausschließlich an:
Abwinken? Kreativ-Wochenende
Volker Klaas • Im Brannten 10
KUS 4: 13. – 15.11. CLASSIC Talentschuppen für Sänger, Musiker
58540 Meinerzhagen
Thema: siehe Homepage und Poeten
fam.klaas@oneasy.de
Beginn der Freizeit: Fr. 19 Uhr KWE 20. -22.11. mit Dietrich Georg
Ende der Freizeit: So. 14 Uhr Mädchen-Freizeiten
Weitere Angebote
MÄ 1: 19. – 25.07. (14-18 J.) Ostfriesen: 25.06. – 03.07
„Folge-mir-nach“-Wochenenden Sommerfreizeit mit Debora Bühne
Diese Seminare richten sich an (Niedersachsen-Ferien)
Anmeldungen ausschließlich an: mit Ingeborg + Frank Kalms
Christen, die zum Glau­bens­ge­horsam Debora Bühne • Stöckener Weg 5
bereit sind (Rö 16,26). Infos + Anmeldungen nur bei:
51709 Marienheide Frank Kalms • Marschweg 1
FMN 1: 13. – 15. 03 Bobab@gmx.de 26736 Loquard-Krummhörn
Thema: siehe Homepage MÄ 2: 09. – 15.08. (10-13 J.) Frank@Kalms-Familie.de
mit P. Lüling + A. Fett „Piratenlager“ mit Kristin Kabod und
FMN 2: 30.10. – 01.11 Annika Katzmarzik RHEIN-MAIN-FREIZEITEN
Thema: siehe Homepage Anmeldungen ausschließlich an: 26.07 – 01.08. (9-13 J.)
mit W. Bühne + A. Fett Melanie Ripp • Odenwaldstr. 25 64572 02.08. – 08.08. (9-13 J.)
Die Kosten betragen 35 Euro (für Büttelborn Bahnlager – Mit Volldampf voraus
Nichtverdiener 30 Euro). melanieripp@web.de für Jungs in Taunusstein/Wiesbaden.
Infos + Anmeldungen nur bei:
Bibelstudier-Freizeiten Jungen-Freizeiten www.christliche-sommerfreizeiten.de
STU 1: 14. – 20.06. JU 1: 12. – 18.04 (10-12 J.) Stefan Ulbrich • Paul-Klee-Str. 6
(mit B. Peters und W. Adank) Griechen-Lager mit A. Fett 64546 Mörfelden

Bitte die vollständige Anschrift, Tel-Nr, Hinw.w.w.eis:


Anmeldungen zu den E-Mail, (bei Kindern auch das die Homepage von Schoppen findet
Freizeiten werden nur Geb.Datum) mitteilen. man unter:
Wir senden umgehend eine Absage,
schriftlich an den ange- wenn die Freizeit schon belegt ist.
www.schoppen.org
Über diese Adresse ist eine einfache
gebenen Anmeldestellen Eine Anmeldebestäti­gung und nähere und schnelle Online-Anmeldung
entgegengenommen! Unter­lagen verschicken wir erst kurz möglich.
vor der Freizeit.
BUCHBESPRECHUNGEN 21

Eckart zur Nieden Michael Kotsch


Tasso – Krieger, Händler, Die Charismatische
Bärentöter Bewegung (Teil 1)
Ein Roman aus der Germanen- Geschichte – Personen –
zeit Organisationen
CLV, Pb., 432 S., € 9,90 Lichtzeichen, geh., 140 S., € 4,50

Tasso ist noch ein Junge, als die drei Diese Neuerscheinung ist eine wichtige
römischen Legionen des Varus von Hilfe, um eine Übersicht und Beurtei-
den germanischen Stämmen vernich- lung der zahlreichen charismatischen
tend geschlagen werden. Der schwer Gruppen, Organisationen und einflussreichen Persönlichkeiten
verletzte römische Legionär, dem er unter einigem Einsatz das zu bekommen.
Leben rettet, begleitet ihn auf dem Weg des Erwachsenwer- In einer kurzen Einführung werden die biblischen Gnaden-
dens. Dabei ist und bleibt Tassos Leben ein ständiger Kampf: gaben kurz erklärt (hier bleiben allerdings einige Fragen offen,
Nach schweren Konflikten zerreißt seine Familie, er muss sich weil der Autor die Auffassung vertritt, dass auch heute noch alle
auf abenteuerlichen Fahrten bewähren, um das Leben des Mäd- Gnadengaben vorhanden sind!), dann wird kurz die Geschich-
chens kämpfen, das er liebt und Streitigkeiten innerhalb seines te der Pfingst- und Charismatischen Bewegung geschildert.
Stammes durchstehen. Schließlich wird er zum Krieger in den Im Hauptteil werden jeweils kurz, aber informativ die vielen
Schlachten gegen die Römer, die er nur knapp überlebt. Aber Verbände, Verlage und Ausbildungsstätten und schließlich von
dann flammen alte Stammes-Fehden wieder auf – und die Ge- A-W alle wichtigen Persönlichkeiten der charismatischen Be-
fahr für ihn, seine Familie und seine Freunde spitzt sich zu. In wegungen vorgestellt mit ihren Sonder- und Irrlehren. Hier
dieser brenzligen Situation taucht der römische Legionär wieder kann man sich auch über Personen informieren, die zur Zeit in
auf – mit einer erstaunlichen Botschaft und Antworten auf Fra- Deutschland für viel Verwirrung sorgen wie z.B. Helmut Bauer,
gen, die Tasso schon lange bewegt und gequält haben … Reinhard Bonnke, Benny Hinn, Wolfhard Margies, Joyce Meyer,
Ein spannender, gehaltvoller historischer Roman für Jugend- Derek Prince, Peter Wenz usw. Wolfgang Bühne
liche, Erwachsene und Außenstehende. Ulla Bühne
Michael Kotsch
Lawrence Elliott Die Charismatische Bewegung (Teil 2)
Der Mann, der überlebte Praxis – Theologie – Geistesgaben
George W. Carver Lichtzeichen, geh., 182 S., € 4,90
Aussaat, Pb., 222 S., € 12,95
In dieser sachlichen, fairen, sehr gut dokumentierten Arbeit
Die tief beeindruckende Biographie eines stellt der Autor den Frömmigkeitsstil sowie die in dieser Bewe-
Mannes, dessen Geburtsdatum nicht be- gung besonders betonten Geistesgaben, Sonderlehren und Irr-
kannt ist, der als Waisenkind aufwuchs, lehren vor.
seine Eltern nicht kannte und als „Nig- Der Autor zitiert viele Beispiele aus der Vergangenheit und
ger“ in seiner Kindheit und Jugend nur Gegenwart und beurteilt jeweils die Praktiken und Lehren an-
Verachtung, Demütigung und Hass erlebte. Diese Lebensge- hand der Bibel und macht deutlich, wo in der Charismatischen
schichte füllt eine Lücke in der Reihe derer, die jeder gelesen Bewegung die Bibel falsch verstanden, verdreht oder sogar
haben sollte. missachtet wird. Falsche, nicht eingetroffene Prophezeiungen
Hier wird das Leben eines Mannes geschildert, der nicht als von bekannten Charismatikern wie Oral Roberts, Benny Hinn,
begabter Evangelist oder Missionar auf Gott hingewiesen hat, Pat Robertson, Walter Heidenreich, Reinhard Bonnke usw. wer-
sondern der seine Gaben als Forscher, Erfinder, Wissenschaftler den aufgelistet und beurteilt, wobei der Autor sich nicht scheut,
und Künstler selbstlos und zum Wohl seiner Mitmenschen ein- gewisse „Propheten“ als Betrüger und Lügner zu beurteilen.
setzte und dadurch Gott ehrte. Hilfreich ist auch die Charakterisierung der charismatischen
Ein Mann, dem Ehre und Ruhm nichts bedeuteten und auf Frömmigkeit, die oft aus Defiziten „nichtcharismatischer“
dessen Grabinschrift zu lesen war: „Zum Ruhm hätte er den Christen oder Gemeinden entsteht. Sie präsentiert sich aber
Reichtum zufügen können. Da er beides nicht achtete, fand er oft peinlich niveaulos und verstandesfeindlich, weil nicht mehr
Glück und Ehre darin, ein Helfer der Menschheit zu sein.“ Gottes Wort und Gottesfurcht, sondern eine Erlebnisfrömmig-
In seinem späteren Leben wurde er ein Freund Henry Ford’s, keit gesucht wird, die mit einem vom Wort Gottes geprägten
ein Vertrauter des Präsidenten Roosevelt und stand mit Män- Glaubensleben wenig oder nichts zu tun hat.
nern wie Ghandi im Briefwechsel – lebte aber so bescheiden, Obwohl Michael Kotsch die Gefahren, Abirrungen und Ver-
dass man ihn oft für einen Wanderarbeiter oder Bettler hielt. Er irrungen messerscharf erkennt und benennt und auch vor dem
schlug jeden Gewinn aufgrund seiner Entdeckungen aus, weil Besuch charismatischer Veranstaltungen deutlich warnt und
er keine Belohnung für die Gabe annehmen wollte, die Gott ihm das Spaltungspotential dieser Bewegung darstellt, hält er er-
verliehen hatte. staunlicher Weise in einzelnen Fällen „eine begrenzte, projekt-
Eine Biographie, die beschämt, in Frage stellt und ein Heil- bezogene Arbeit“ als für „durchaus sinnvoll“ (S. 176). Auch die
mittel gegen Resignation und jedes Selbstmitleid ist. Bemerkung: „Der Idealfall wäre eine bereichernde Zusammenar-
Wolfgang Bühne beit charismatisch orientierter und anderer Christen in der Ge-
22 BUCHBESPRECHUNGEN

Nach unzähligen Stunden persönlicher Gespräche mit kri-


meinde. In der Realität ist das leider jedoch nur selten möglich“ tischen Studenten, dem Besuch Hunderter von Universitäten
(S. 176), steht im Widerspruch zu seinen sonstigen nüchternen auf allen Kontinenten und der Auseinandersetzung mit vielen
Beobachtungen und Analysen. provozierenden und herausfordernden Fragen entstand dieses
Hoffentlich werden diese etwas blauäugigen und realitäts- wertvolle Buch. Der Anhang enthält einen anregenden Studien-
fremden Empfehlungen nicht dazu führen, dass die ernsten teil mit heraufordernden Fragen für die persönliche Stille Zeit,
Warnungen dieser wertvollen und aufklärenden Arbeit relativiert Gesprächsgruppen, Hauskreise usw. Sowohl für Christen wie
werden und ihre Ziele verfehlen. Trotz dieser Einschränkungen auch für Außenstehende hervorragend geeignet. Ulla Bühne
kann man nur hoffen, dass diese ansonsten sehr preisgünstige
und hilfreiche Arbeit eine weite Verbreitung findet und vor allem Sylvia Plock
von jungen Christen aufmerksam gelesen und mit der Bibel ver- Dunkle Stunden in der
glichen wird. Wolfgang Bühne Nachfolge
Hilfe in Krisenzeiten – Ein Arbeits-
Neuerscheinung buch für Frauen
Andachtsbuch CMD, Pb, 330 Seiten, € 12,50
Die englischen Puritaner
365 Tage lebendiges Wasser In diesem Buch geht es vor allem um
3L, gb., 410 S., € 12,20 Depressionen im Leben von Gläubigen,
was der Titel des Buches vielleicht nicht
Die englischen Puritaner des 16. und auf den ersten Blick deutlich macht.
17. Jahrhunderts sind allgemein nur Die Autorin zeigt im ersten Teil anhand verschiedener biblischer
für ihren strengen Lebensstil bekannt. Lebensbilder (Mose, Hiob, Jeremia, Elia, Jona usw.), dass Men-
Tatsächlich verachteten sie weltliches schen manchmal durch „dunkle Stunden“ gehen, was sie aus der
Denken und Leben, weil sie sich als Krise führte und wie Gottes Seelsorge aussieht.
„Pilger zur ewigen Heimat“ verstanden. Andererseits verban- Im zweiten Teil gibt die Autorin Einblicke in die Entstehung
den sie ihre Jenseits-Hoffnung mit Nützlichkeit in dieser Welt. psychischer Krisen, die manchmal eine Depression auslösen
Jeder von ihnen strebte danach, der beste Ehemann, die beste können und zeigt, welche praktischen und geistlichen Hilfen
Ehefrau, das beste Kind oder der beste Arbeiter – also der beste Erleichterung und Heilung schenken können. Dabei helfen zahl-
Bürger beider „Welten“ zu sein. reiche Beispiele aus der Kirchengeschichte wie auch aus der Ge-
Da leider bisher – mit Ausnahme von John Bunyan – kaum genwart. Der letzte Teil enthält ausgefüllte Fragebögen, in de-
Literatur der Puritaner in deutscher Sprache bekannt ist, be- nen 15 Christen, die an Depressionen leiden oder gelitten haben,
kommt man durch diese Veröffentlichung einen Eindruck von sehr offen über ihre Erfahrungen berichten. Schließlich gewährt
dem geistlichen Tiefgang, der soliden Bibelkenntnis, der ernst- die Autorin persönlich Einblick in ihre eigene Lebenskrise, wobei
haften Gottesfurcht und der praktischen Frömmigkeit der da- der Leser deutlich erkennt, dass alle in diesem Buch geäußerten
maligen Puritaner. Man lernt dabei Männer kennen wie z.B. Sa- Ratschläge nicht vom „grünen Tisch“, sondern aus eigenem Er-
muel Annesley, den Vater von Susanna Wesley, den gelehrten leben gegeben wurden und daher für Betroffene und ihre Ange-
und hingegebenen John Owen, den originellen John Rogers und hörigen sehr hilfreich sind.
den produktiven Jeremiah Burroghs und viele andere mehr. Im Das Buch ist als „Arbeitsbuch für Frauen“ gestaltet – wobei
Anhang des Buches befinden sich biographische Skizzen zu je- es auch Männern durchaus nicht schadet, dieses Buch zu lesen!
dem der 74 Puritaner, die in diesen täglichen und erbaulichen Es kann sowohl zum Selbststudium als auch in Gruppen einge-
Andachten zu Wort kommen. Wolfgang Bühne setzt werden. Wolfgang Bühne

Paul E. Little John MacArthur


Ich weiß, warum ich glaube Biblisch predigen
Gute Argumente für Christen Eine praktische Anleitung zur
und Zweifler Auslegungspredigt
Hänssler, Pb., 226 S., Sonderpreis EBTC/Betanien, gb.,
€ 4,90 494 S., € 24,90

Kann nach zweitausend Jahren noch Auch wenn dieses Standardwerk sich
irgend eine Frage das Christentum er- in erster Linie an „berufsmäßige“
schüttern? Stehen Wissenschaft und Prediger richtet – was nicht unbe-
Glaube miteinander in Konflikt? Sind dingt dem neutestamentlichen Ideal
Wunder möglich? Warum lässt Gott das Böse und Leid zu? Ist entspricht – so bietet es doch wert-
die Bibel glaubwürdig? Sind Christen unrealistische Träumer? volle Hilfen und Anregungen für jeden, den Gott beauftragt und
Was ist mit den Ergebnissen der Archäologie? begabt hat, Gottes Wort zu verkündigen. Die Autoren – acht
Auf solche und weitere Fragen gibt der erfahrene Autor und Dozenten vom „Master’s Seminary“, Kalifornien, unter der Fe-
Evangelist fundierte und hilfreiche Antworten. Er möchte solche derführung von John MacArthur – machen im ersten Teil des
begleiten, die sich aufmachen, um die Wahrheit zu suchen. Buches die Notwendigkeit des textauslegenden Predigens deut-
BUCHBESPRECHUNGEN 23

lich. Im zweiten Teil beschreiben sie sehr praktisch und seelsor- eigene Wertschätzung und Würdigung dieses be-
gerlich, wie das geistliche Leben des Predigers aussehen sollte gnadeten Dieners Christi durchgehend deutlich werden zu
und bieten dann im dritten Teil Hilfen und Anregungen für die lassen und die Balance zu halten zwischen Respektierung und
Exegese, grammatische Studien, Bibelstudierhilfen und -me- Würdigung Darbys einerseits und behutsam kritischer Hinter-
thoden usw. In den beiden letzten Teilen geht es um die Ausar- fragung andererseits. Letztere ist zweifellos notwendig, wenn
beitung der Predigt und deren Präsentation. es um die negative Seite der Brüderbewegung mit ihren vielen
Manche Empfehlungen beziehen sich auf amerikanische Spaltungen und Trennungen geht, die ihre Grundlage eben auch
Verhältnisse, regen aber auf jeden Fall zum Nachdenken und in Darbys Gedanken, nämlich seinem Konzept der „Einheit in
Überdenken eigener Erfahrungen an. Reinheit“ durch „Trennung vom Bösen“ haben.
Viele ausgezeichnete Zitate und Beispiele bekannter Ver- Doch der Schwerpunkt der Untersuchung von Berthold
kündiger aus der Kirchengeschichte würzen die Ausführungen Schwarz liegt natürlich bei dem für Darbys Denken bestim-
und machen die große Verantwortung jeden Verkündigers sowie menden Gegensatz von „Gesetz und Gnade“, auf den der Unter-
die Chancen und Schwierigkeiten der Aufgabe deutlich. titel hinweist, und da wird man über weite Strecken des Buches
Wolfgang Bühne mit dem reichen Schatz und Erbe konfrontiert, das Gläubigen
verschiedener Denominationen weltweit so viel gegeben hat
Berthold Schwarz und bis heute zu geben vermag und das auch das eigentliche
Leben im Sieg Christi Kernstück des Brüdertums bleibt.
Die Bedeutung von Gesetz Unbezweifelt bleibt daher auch die Tatsache, dass der Ge-
und Gnade für das Leben des meinde Jesu durch die „Brüder“ unendlich viel Segen in der Er-
Christen bei John bei Nelson kenntnis des Heils und der Gedanken Gottes mit seiner Gemein-
Darby de gegeben worden ist. Leider, und das gesteht auch der Autor
Brunnen, Pb., 652 S., € 39,95 klar ein, hat die „Kehrseite der Medaille“, die so unglücklich und
leidvoll praktizierte „Trennung vom Bösen“, dem Ansehen des
Es musste ja einmal so kommen, dass Brüdertums auch sehr geschadet und dieses deshalb eher an
sich ein deutscher Theologe der wohl den Rand der Peripherie im Spektrum gemeindlich-kirchlicher
herausragendsten Persönlichkeit der Existenz gedrängt.
Brüderbewegung annimmt, um deren Theologie und Einfluss auf Man darf nicht irritiert sein, wenn der Autor im Zusammen-
die evangelische/evangelikale Welt bis heute gründlich zu un- hang mit seiner Untersuchung das Anliegen deklariert, die Dar-
tersuchen. Das ist gut, denn eine solche Arbeit lag bisher (abge- legung der Theologie der Brüderbewegung (auf der Grundlage
sehen von einem ersten Ansatz durch Erich Geldbach) von einem der Gedanken Darbys) als Beitrag zum interkonfessionellen bzw.
deutschen Autor noch nicht vor und war deswegen längst über- ökumenischen Dialog zu verstehen. Die Vorlage als Doktorarbeit
fällig. Berthold Schwarz, Dozent für systematische Theologie an der evangelischen Theologie verlangt solchen gesamttheolo-
der FTA Gießen, erweist sich jedenfalls als befähigt dazu. Eine gischen Bezug und solche Standortbestimmung. Allerdings darf
so tiefgehende Analyse der Gedanken Darbys und seiner Lehren die zum Schluss geäußerte Hoffnung, dass die Brüder bis in ihre
stand bisher dem deutschen Leser noch nicht zur Verfügung. exklusiven Kreise hinein an einem solchen Dialog teilnehmen
Was darf man von diesem 650 Seiten starken Werk erwarten? sollten, um ihrer Erkenntnis (wieder) eine größere Resonanz im
Man wird nicht enttäuscht, wenn man hofft, bis ins Detail Gesamtspektrum kirchlicher Theologie zu verschaffen, mit ei-
über das Denken Darbys und die Zusammenhänge und Fein- niger Skepsis betrachtet werden.
heiten seiner Hermeneutik, Soteriologie, Ekklesiologie und Dieses umfangreiche Werk zu studieren ist zweifellos eine
Eschatologie informiert zu werden. Akribisch wurden dazu seine große Herausforderung, zumal aus zahlreichen englischen Quel-
Originalschriften untersucht, und nicht nur das, auch fast sämt- len leider nur in der Originalsprache zitiert wird und die entspre-
liche bis dato erschienenen zahlreichen Untersuchungen über chenden Passagen nicht übersetzt werden. Das schmälert für
Darbys Theologie und Leben im englischen Sprachraum werden den sprachunkundigen Leser den Gewinn, weil sich u.U. wich-
in ihren grundlegenden Zügen und Absichten vorgestellt und tige Belege nicht so ohne weiteres in die Rezeption der Ausfüh-
ausgewertet. Der riesige Fußnotenapparat mit Quellennach- rungen aufnehmen lassen.
weisen und weiteren teils umfangreichen Erläuterungen macht Es bleibt zu wünschen, dass sich trotzdem viele die Mühe
deutlich, wie tiefgehend sich der Autor mit unzähligen Fragen machen, dieses hervorragende Werk zu studieren. Nicht um
und Details beschäftigt und wie viele Quellen er ausgewertet einem begnadeten Diener Gottes, der Darby zweifellos gewesen
hat. Gründlicher kann man es kaum machen. ist, die Ehre zu erweisen, sondern um mittels seiner Erkennt-
Wie schätzt der Autor nun die Bedeutung Darbys ein? Er nisse vermehrt die Tiefe der Heilsgedanken Gottes zu erfassen
folgt der schon von E. Geldbach vertretenen Einschätzung, und zu lernen, den treffend gewählten Titel des Werkes, nämlich
dass man die außerordentliche Bedeutung Darbys und seinen das „Leben im Sieg Christi“, für sich persönlich wieder neu – als
Einfluss auf evangelisches/evangelikales Denken kaum hoch Herausforderung und Geschenk zugleich – zu begreifen.
genug einstufen kann. Berthold Schwarz gelingt es dabei, die Joachim Pletsch

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„Gott gibt seinen Geist weder denen,


die sich danach sehnen,
noch denen, die darum beten.
Er gibt seinen Geist denen,
die ihm gehorchen“ (vgl Apg 5,32)

(Hudson Taylor)

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