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Eine neue Identität durch Christus

Wie kann ein siegreiches Leben in Christus gelingen?

Wir alle machen die Erfahrung, dass wir Unrecht tun, obwohl wir
es gar nicht wollen. Jemand erzählte mir: »Was mir schadete,
wollte ich meiden. Stattdessen wurde es immer schlimmer. Mein
Leben war ein einziger Frust.« Viele, die Jesus Christus als ihren
Retter bekennen, leben noch unter der Macht und Gewalt der
Sünde.
Es sagt sich morgens so leicht: »Heute nehme ich kein
verletzendes Wort in den Mund. Ich verbiete es mir!« Doch im
nächsten Augenblick habe ich unbedacht etwas geäußert, wofür
ich mir auf die Zunge beißen könnte! Vielleicht sind Sie sehr
temperamentvoll. Sie schämen sich für jeden Wutausbruch und
sind fest entschlossen, sich in Zukunft zusammenzureißen. Sie
bekennen Ihre Schuld. Und doch stellen Sie fest, dass die alte
Sünde Sie wieder beherrscht hat.
Gehören wir zu denen, die hier nicht weiterkommen? Sehnen wir
uns danach, ein siegreiches Leben zu führen? Jesus will dazu
verhelfen. Sie können als Sieger in Christus leben. Hierbei geht
es nicht um einen »sündlosen Perfektionismus«. Jeder, der sich
für sündlos hält, hat entweder einen falschen Blick für die
Heiligkeit Gottes oder er nimmt Sünde zu leicht.
Die Bibel sagt: »So lasst nun die Sünde nicht herrschen in
eurem sterblichen Leib, und leistet seinen Begierden keinen
Gehorsam« (Römer 6:12). Wie kann das gehen? Im sechsten
Kapitel des Römerbriefes wird uns dies anhand von vier Verben
beschrieben.

1. wissen
Römer 6:3: »Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir auf
Christus Jesus getauft sind, in seinen Tod getauft sind.« In den
Versen 6 und 9 finden wir das Wort »wissen« noch einmal.
Alle, die glauben, dass Christus für sie gestorben ist, haben
nicht unbedingt realisiert, dass sie mit Ihm gestorben sind. Die
Bibel lehrt, dass nach dem Verständnis Gottes jeder Gläubige in
den Tod und in die Auferstehung Christi hinein gestorben und
auferstanden ist. Diese wichtige Wahrheit müssen wir wissen,
wenn wir das Geheimnis eines siegreichen Lebens
kennenlernen wollen.
Auf Golgatha sind wir mit dem Tod von Jesus Christus
identifiziert worden. Darum sagt Paulus in Galater 2:19: »Ich bin
mit Christus gekreuzigt.« Und in Römer 6:3-5 erklärt er, dass
unsere Taufe ein Symbol dafür ist, dass unser altes sündiges
Leben mit Jesus in den Tod gegeben ist. Wenn wir ins Wasser
steigen und das Wasser sich über unserem Kopf schließt, ist es,
als wären wir in einem Grab. Und wenn wir aus dem Wasser
steigen, ist es, als stiegen wir aus dem Grab. Darum ist unsere
Taufe ein äußeres Symbol für unseren Tod und unsere
Auferstehung mit Jesus Christus. Es mag sein, dass wir nichts
davon fühlen, dass wir mit Christus gestorben sind. Aber wir
müssen sehen, was die Bibel sagt.
Wodurch wissen wir, dass Jesus für unsere Sünden gestorben
ist? – Wir glauben es zwar. Aber wie können wir es wissen? Weil
die Bibel es sagt. Das ist der einzige Weg, der zum Wissen führt.
Nur wer glaubt, was die Bibel sagt, kann wissen, dass er mit
Christus gekreuzigt ist.
In Römer 6:6-10 erklärt Paulus, dass uns die Sünde durch
unseren Tod mit Jesus am Kreuz nicht länger beherrschen kann.
Warum sind wir mit Christus gekreuzigt? Vers 6 lautet: »Wir
wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt worden
ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir
hinfort der Sünde nicht dienen.« Das Verb, das hier mit
»vernichten« übersetzt ist, bedeutet: abgetan werden, inaktiv
werden, ungültig werden oder annullieren. Römer 6:6 bedeutet
wörtlich: »Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm
gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde annulliert werde.« Wird
ein Vertrag annulliert, verliert er seine Bedeutung. Zwar besteht
der Vertrag noch als Dokument (als ein Stück Papier), aber er ist
nicht mehr in Kraft. Genauso existiert die Sünde noch im Leben
des Gläubigen. Sie ist nicht beseitigt worden, aber ihre Macht ist
gebrochen und annulliert. Die Bibel spricht eigentlich nicht von
einer Vernichtung unserer sündigen Natur. Wir werden unsere
sündige Natur nicht los, bis wir einst von Jesus mit offenen
Armen empfangen werden. Doch obwohl die sündige Natur noch
in uns steckt, soll sie keine Macht mehr über uns haben.
Denken wir an den Trinker, der nur mühsam an der Tür seiner
Dorfkneipe vorübergehen konnte und die meiste Zeit seines
Lebens nicht in der Lage war, seinem Verlangen nach Alkohol zu
widerstehen. Er starb früh an den Folgen seiner Sucht. Stellen
wir uns vor, die Menschen denen er das tödliche Gift abgekauft
hatte, tragen bei seiner Beerdigung flaschenweise Alkohol zum
Sarg und legen die vielen Flaschen in den Sarg um den
Leichnam herum. Hat der Alkohol für den Toten noch einen
Reiz? Natürlich nicht. Auf Tote hat Alkohol keine Wirkung mehr.
Der Tod beendete die Beziehung des Trinkers zum Alkohol.
»Aber wenn ich der Sünde gegenüber tot bin«, fragen Sie,
»warum begegne ich der Sünde so häufig?« Die Antwort:
»Sünde stirbt nicht. Wir sollen wie Tote auf die Reize der Sünde
reagieren.«

2. damit rechnen
Römer 6:11 erklärt: »So auch ihr, haltet euch dafür, dass ihr der
Sünde gestorben seid und lebet Gott in Christus Jesus, unserem
Herrn.« Gott erklärt, dass wir mit Jesus gestorben sind, als Er
auf Golgatha starb. An diese Tatsache sollen wir uns halten.
Im Griechischen hat »halten für« die Bedeutung von
»einkalkulieren« oder »rechnen mit«. Durch den Glauben sollen
wir damit rechnen, dass es stimmt, was Gott uns bereits als
Wahrheit über uns bestätigt hat. Zunächst sind wir mit Christus
gestorben. Dann sind wir mit ihm auferstanden. Gott sagt, dass
es so ist. Und darum sage auch ich, dass es so ist! Was Gott
bereits über uns gesagt hat, sollten wir für uns in Anspruch
nehmen. »So auch ihr, rechnet fest damit, dass ihr der Sünde
gestorben seid … durch Gott in Christus Jesus.«
Wie sollen wir uns der Sünde gegenüber für tot halten? Hier die
Antwort: Rechnen Sie damit, dass Sie der Sünde gestorben sind,
und handeln Sie entsprechend. Wir müssen festhalten, dass wir
in allem, was wir tun, der Sünde gestorben sind und glauben,
dass wir mit Jesus gestorben sind, weil Gott es so sagt! Wir
dürfen nicht damit rechnen, dass die Sünde tot ist oder keine
Wurzeln mehr hat oder vernichtet ist. Die sündige Natur steckt
immer noch in uns. Aber wir sollen uns dafür halten, dass wir
der alten Bindung an die Sünde gestorben sind.
Wenn Menschen aus anderen Religionen Christen werden,
werden sie häufig von ihren Familien verstoßen. Die Verwandten
von Konvertiten veranstalten tatsächlich oftmals ein
»Begräbnis« für das Familienmitglied, das Christ geworden ist.
Nach einer solchen »Beerdigung« behandeln die Familie und
alle Verwandten diese Person genau so, als würde sie nicht
mehr existieren. Der Mensch lebt zwar noch, aber für seine
Familie ist er tot. Sie wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben,
weil er Christ geworden ist. So sollen wir uns der Sünde
gegenüber verhalten.
Vielleicht haben wir einen geliebten Menschen verloren, der uns
sehr nahe stand. Nach dem Begräbnis kommen wir in ein leeres,
dunkles Haus zurück. In den ersten Wochen und Monaten gehen
wir ins Wohnzimmer und sehen den Stuhl, auf dem der geliebte
Mensch gesessen hat. Wir haben den Eindruck, dass er eben
noch dort gesessen hat. Im Laufe der folgenden Zeit entdecken
wir hundert Kleinigkeiten, die uns an ihn erinnern, und wir haben
den Eindruck, dass der geliebte Angehörige noch lebt. Es
braucht sehr viel Zeit, bevor man endlich realisiert, dass der
Verstorbene tatsächlich nicht mehr da ist. Das ist eine bittere
Feststellung.
Ähnlich ist es, wenn wir uns der Sünde für tot halten. Das kostet
einiges. Es ist nicht einfach.
Bibellesen ist gut. Beten ist notwendig. Gottesdienstbesuche
sind wichtig. Aber nichts von alledem entbindet uns davon, dass
wir uns selbst dafür halten, mit Jesus gestorben zu sein, und
das ist der Grund, warum wir tatsächlich für die Sünde tot sind.
Das eigene Ich und die Sünde streiten dagegen.
Gott sagt, dass wir der Macht der Sünde gestorben sind (weil wir
mit Jesus gestorben sind). Das ist eine Tatsache. Und damit
rechnen wir. Das heißt, wir kalkulieren es in unsere tägliche
Lebensführung ein.
Wenn ich versucht werde, sage ich mir: »Dieser Sünde bin ich
gestorben; sie soll mich nicht länger beherrschen. Ich gehöre zu
Jesus Christus und ich werde für Ihn leben.«

3. sich hingeben
In Römer 6:13 heißt es: »Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde
hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst
Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten,
und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit!« Wir sollen
uns also nicht nur der Sünde für tot halten und Sünde meiden,
sondern Vers 13 betont, dass wir uns selbst Gott hingeben und
unsere Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit zur Verfügung
stellen sollen. Sich hingeben bedeutet »sich ausliefern« oder
»sich einem anderen zur Verfügung stellen«. Wenn zwei
Menschen miteinander kämpfen, kann es unentschieden enden.
Doch in dem Moment, wo der eine sich dem anderen überlässt,
ist der Kampf vorbei. Hingabe bedeutet, sich Gott zu überlassen
und sich Ihm ganz zur Verfügung zu stellen. Es ist die absolute
Unterordnung des Ichs und der eigensüchtigen Pläne. Dabei
stellen wir unsere Zeit, unsere Fähigkeiten und Begabungen
Gott zur Verfügung.
Wie Vers 13 sagt, hatten wir die Glieder unseres Leibes (unsere
Hände, die Augen, Ohren, den Verstand und unsere
Herzenseinstellung) der Sünde als Waffen der Ungerechtigkeit
zur Verfügung gestellt. Jetzt sollen dieselben Glieder unseres
Körpers Gott dienen.
Unsere Gedanken, die wir denken, sollen Seine Gedanken sein.
Unsere Herzen, mit denen wir lieben, sollen mit Seiner Liebe
erfüllt sein.
Unsere Füße sollen dahin gehen, wo Er uns haben will.
Unsere Hände sollen das tun, was Er durch uns tun will.
Unsere Augen, Ohren, Hände und unser Mund sollen dem Herrn
Jesus gehören.

4. gehorchen
»Wem ihr euch als Sklave hingebt, um ihm zu gehorchen,
dessen Sklave seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der
Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit.«
(Römer 6:16) Gehorchen bedeutet, dass wir ganz genau auf
Gottes Wort hören und uns nach seinen Anweisungen richten.
Nur durch den Gehorsam bleiben wir auf Gottes Lebensweg.
Wissen, mit etwas rechnen und hingeben ist immer eine
momentane Sache. Allein durch Beständigkeit und Gehorsam
können sich Segnungen durch unser ganzes Leben ziehen. Es
ist ein Lebensprogramm, wenn man sich der Sünde für tot
halten will, denn wir sind ständig den subtilen Angriffen des
Teufels ausgesetzt. Er kann uns natürlich eine Zeit lang in Ruhe
lassen. Aber wir können uns darauf verlassen, dass er uns
wieder angreifen wird! Siehe Lukas 4:13 (die
Versuchungsgeschichte Jesu). Es gibt viele Gelegenheiten, wo
die Sünde uns versucht. Darum müssen wir uns ständig der
Sünde für tot halten. Es ist unsere Verantwortung, dass wir nicht
sündigen wollen.
Das Kind Gottes, das um seine Identifikation mit Jesus (im Tod)
weiß und damit rechnet, ist in der Lage, den Sieg zu erfahren,
den Jesus so gern in seinem Leben verwirklichen möchte. Es
kann wie Paulus sagen: »Gott aber sei Dank, der uns den Sieg
gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!« (1. Korinther 15:57).
H. S. Martin

Kleine Weisheiten
»Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen
mehr Leben.«
---
»Ein Werkzeug erfüllt seinen Zweck erst in der Hand seines
Meisters.«
---
»Der Teufel ist ein vielversprechender Arbeitgeber, aber ein
grausamer Zahlmeister.«
---
»Gottesfurcht ist das einzige Mittel, uns von jeder anderen
Furcht zu befreien.«

Fasten
Das Wort Gottes lehrt und empfiehlt uns zu fasten. »An jenem
Tage werden sie fasten«, sagte Jesus (Markus 2:20). Diese
Antwort gab Er den Leuten, die fragten, warum seine Jünger
nicht fasten wie die Jünger des Johannes. »Wenn der Bräutigam
von ihnen genommen wird, dann werden sie fasten«, antwortete
Jesus.
Es ist Gottes Wille, dass Christen fasten. In der frühen Kirche
taten sie es auch. Die Gemeinde in Antiochia fastete und betete
für die Missionsarbeit: »Als sie aber dem Herrn dienten und
fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas
und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da
fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen
sie ziehen« (Apostelgeschichte 13:2-3).
Sie fasteten für die verfolgten Christen und die Ordination von
Gemeindeleitern. Paulus und Barnabas besuchten die
Gemeinden, wo sie bereits schon einmal gewesen waren. Sie
ermahnten die Geschwister und machten ihnen Mut. »Und sie
setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und
befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren«
(Apostelgeschichte 14:23). Paulus erwähnt, dass er in seinem
Dienst »viel gefastet« hat (2. Korinther 11:27).

Fasten gilt auch heute


Wir leben noch »in jenen Tagen«, von denen Jesus gesprochen
hat, als er sagte, seine Jünger würden »an jenem Tage« fasten.
Solange es Gemeinden gibt, werden wir »in jenen Tagen« leben.
Alles, was Jesus seine Jünger lehrte und empfahl, während er
hier auf Erden war, gilt uns heute.

Gründe zum Fasten


Das Fasten hilft uns, unsere verhärteten Herzen weich zu
machen. Es hilft uns, konzentrierter und von ganzem Herzen zu
beten. Durchs Fasten können wir mit Gott besser ins Gespräch
kommen. »Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, bekehret euch
zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!«
(Joel 2:12).
»Ich tat mir weh mit Fasten« (Psalm 35:13). David betete und
fastete sogar für seine Widersacher. Das Fasten hilft uns,
demütig zu werden und Reue zu zeigen. »Und ich kehrte mich zu
Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in
Sack und Asche. Ich betete aber zu dem Herrn, meinem Gott,
und bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und heiliger
Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben
und deine Gebote halten! Wir haben gesündigt, Unrecht getan,
sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von
deinen Geboten und Rechten abgewichen« (Daniel 9:3-5).
Das Fasten bringt uns in Einklang mit Gott. Der Glaube wird
stärker. Die Jünger konnten den Dämon nicht aus dem Jungen
austreiben, der zu ihnen gebracht worden war. Jesus trat hinzu.
Er sprach das Wort, das den Jungen befreite. Die Jünger
fragten: »Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er aber
sprach zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens … Diese Art lässt
sich nur durch Beten und Fasten vertreiben« (vgl. Matthäus
17:19-21).