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Mai 2007

Gott – ein Geber guter Gaben


»Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von
oben herab, von dem Vater der Lichter ...« (Jakobus 1:17)

Gott ist von Seinem Wesen her über und jenseits von uns. Er ist
der Schöpfer, wir sind die Geschaffenen. Er ist der Töpfer, wir
sind der Ton. Er ist die Quelle des Lebens, wir sind die
Empfänger des Lebens.

Unsere einzige Hoffnung, Ihn kennenzulernen, besteht darin,


dass Er Sich uns offenbart. Und zu unserem unglaublichen
Nutzen ist Gott ein Gott der Offenbarung. Er möchte, dass wir
Ihn kennen, und Er offenbart sich auf verschiedene Weise. So
offenbart Er sich beispielsweise durch Seine Schöpfung,
wodurch Er etwas von Seiner schöpferischen Kraft zeigt. Er
offenbart sich in Seiner Majestät, in Seiner Herrlichkeit mit
jedem Sonnenauf- und -untergang; mit jedem Nachthimmel, den
Er mit Sternen übersät; mit jedem Blick, den Er uns auf Berge,
Meer, Bäume, Blumen und Tiere gewährt.

Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Er offenbart uns viel


über sich durch Menschen (uns selbst und anderen), denn wir
sind in Seinem Bild und Ihm ähnlich geschaffen. Er gestattet es
uns, die wunderbaren Merkmale zu erleben, die Teil Seines
Wesens sind, wozu Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung,
Gemeinschaft, Leben und Mitgefühl gehören. Auch diese Liste
könnte fortgesetzt werden.

Er offenbart sich auch durch Sein Wort. Vom Anfang des ersten
Buches Mose bis zum Ende des Buches der Offenbarung erlaubt
Gott es uns, über Seine Person, Sein Wesen und Seine Wege zu
lernen.

Der krönende Akt Seiner Offenbarung uns gegenüber ist jedoch


Sein Sohn. So heißt es in Hebräer 1:1-3: »Nachdem Gott
vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet
hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet
im Sohn … er, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck
seines Wesens ist …« Die Lektionen, die Jesus (Gott der Sohn)
uns über Gott lehrt, sind natürlich gewaltig an Zahl und
Bedeutung. Aber die größte Lektion ist vielleicht die, welche in
Jesu Worten beschrieben wird, die in Johannes 3:16-17
aufgeschrieben wurden:

»Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen


eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht
verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen
Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern
dass die Welt durch ihn errettet werde.«

Das Wesen Gottes ist ja gerade Liebe. Der Apostel Paulus drückt
es so klar und deutlich aus, wie es deutlicher nicht gesagt
werden kann: »Gott ist Liebe« (1. Johannes 4:16).

Als Mose darum bat, Gottes Herrlichkeit zu sehen, da ließ Gott


all Seine Güte an Mose vorübergehen und Er erklärte: »Jahwe,
Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und
reich an Gnade und Treue, der Gnade bewahrt an Tausenden
von Generationen, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt,
aber keineswegs ungestraft lässt …« (vgl. 2. Mose 33:19-34:7).
Es stimmt, dass Gott ein heiliger und gerechter Gott ist, der
Sünde straft, aber Sein Herz möchte nicht verdammen, sondern
erretten. Er ist ein Gott des Erbarmens, der Gnade und Geduld,
ein Gott, der vor Liebe, Treue und Vergebung überfließt. So groß
ist Seine Liebe zu uns, und so voller Eifer ist er, uns unsere
Sünden zu vergeben, dass Er Seinen Sohn gesandt hat, um die
Strafe wegzunehmen, die wir verdient haben, und an unserer
Stelle zu sterben.

Leider gibt es Christen, die nahezu darauf erpicht zu sein


scheinen, dass Gott die Welt richten möge. Es sieht so aus, als
hätten sie die Hoffnung aufgegeben, dass Gott noch viele
Verlorene zu Buße und Errettung erwecken könne und die
Gemeinde zu Buße und einem neuen geistlichen Leben. Sie
scheinen vergessen zu haben, dass Gott sich als ein Gott der
Liebe und der Vergebung offenbart hat, als ein Gott, der »nicht
will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur
Buße kommen« (2. Petrus 3:9). Aufgrund des Wesens und der
Macht Gottes ist das, was aus menschlicher Sicht unmöglich ist,
möglich bei Gott.

Kürzlich habe ich ein unglaubliches Bild von Gottes Gnade und
Vergebung im dritten Kapitel der Apostelgeschichte entdeckt.
Der Apostel Petrus predigt zu den Menschen, die Jesus
ausgeliefert hatten, damit Er getötet werde, die Ihn abgelehnt
und darum gebeten hatten, dass ein Mörder an Seiner Stelle
freigelassen würde. Petrus sagt ganz deutlich zu ihnen: »... den
Fürsten des Lebens aber habt ihr getötet« (Apostelgeschichte
3:15). Aber: Diesen Menschen, die an einer solch schweren
Sünde beteiligt gewesen waren, wurde Vergebung angeboten:
»So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden
ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom
Angesicht des Herrn« (Apostelgeschichte 3:19). Gott ist eifrig
darauf bedacht, zu vergeben und Zeiten der Erquickung zu
schicken.

Der Apostel Paulus drückt dieselbe Wahrheit so aus: »… Wenn


Gott für uns ist, wer gegen uns? Er, der doch seinen eigenen
Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat:
wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?« (Römer
8:31-32) Die Tatsache, dass Gott Seinen eigenen Sohn gesandt
hat, damit Er für unsere Sünden sterbe, ist ein ausreichender
Beweis dafür, dass Gott uns liebt und darauf bedacht ist, uns zu
segnen. Da Er bereit war, das höchste Geschenk Seines Sohnes
zu geben, können wir auch wirklich von Ihm erwarten, dass Er
uns in Seiner Gnade alles schenkt.

Jesus vergleicht die Großzügigkeit unseres himmlischen Vaters


mit der von irdischen Vätern: »Wenn nun ihr, die ihr böse seid,
euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird
euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn
bitten!« (Matthäus 7:11)

Oder an anderer Stelle sagt Er: »… wie viel mehr wird der Vater,
der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn
bitten!« (Lukas 11:13)
Als irdischer Vater weiß ich, wie sehr mir daran liegt, meinen
Kindern gute Gaben zu geben. Wie viele Väter neige ich eher
dazu, zu großzügig zu sein als zu knauserig. Und wenn dies
schon für irdische Väter gilt, »wie viel mehr« trifft dies dann auf
unseren himmlischen Vater zu! Wir können und sollten Großes
von Ihm erwarten!

Gott ist besonders darauf bedacht, uns mit Seinem Heiligen


Geist zu füllen. Er ist darauf bedacht, dass unser Leben zum
Überfließen mit Seinem Leben, Seiner Liebe, Weisheit, Gnade
und Seinem Erbarmen erfüllt ist.

Er ist darauf bedacht, uns zu segnen, wenn wir Sein Wort und
Seine Liebe mit anderen teilen.

Er ist darauf bedacht, unsere Bedürfnisse zu stillen. Er hat auf


vielerlei Weise offenbart und offenbart noch immer, dass Er uns
liebt und dass Er möchte, dass wir Ihn kennenlernen. Und je
näher wir Ihm kommen, desto mehr werden wir entdecken, dass
Er ein gnädiger und guter Gott ist, der alle segnet, die sich Ihm
zuwenden. O mögen wir doch über jede Sünde in unserem
Leben Buße tun und eine größere Fülle des Heiligen Geistes und
der Zeiten der Erquickung, die vom Herrn kommen, empfangen.
Mit der Herrlichkeit und Macht Gottes im Sinn möchten wir Ihn
bitten, uns all das zu geben, was Er auf Seinem Herzen hat, um
es uns zu geben. Und dann lassen wir zu, dass Seine Liebe und
Sein Heiliger Geist von unserem Leben zu anderen überfließt.
Möge alle Ehre Ihm zukommen, denn Er allein ist Gott, und jede
gute und vollkommene Gabe kommt von Ihm.

»Schmecket und sehet, dass der HERR gütig ist!« (Psalm 34:8)

R. Carmicheal

Ich kann nicht glauben

... dass der unzählbare Sand einst aus dem NICHTS entstand,

... dass Schnee und Reif zufällig wurden,


... dass selbst ein Baum ganz von alleine treibt,

... dass jenes zarte Grün niemand erfand,

... dass einst die erste Blume von allein erblühte,

... dass jedes Wesen aus Staub und Zufall entstand.

Alles, was der Mensch baut in seinem Stolz ... zerfällt doch zu
seiner Zeit ... es sei denn, Einer erhält und pflegt es.

Aber wer erhält die Erde?

Wer ...?

... hat so große Arme, dass er die Berge umspannt?

... hat so viel Verständnis, dass er die Nahrung erfand?

... hat Phantasie, dass er die Farbe ersann?

... füllte einst Flüsse und Meere mit Wasser an?

... gab der Sonne die Kraft, ohne die alles erstirbt?

... teilte die Zeit ein in Sommer und Winter, in Tag und in Nacht?

Wer? ER!

... als mit den Rettern das Licht in die Finsternis kam

Im Oktober 2003 wurden in Russland 46 Bergleute verschüttet,


als eine Beton-Stützwand brach und ein unterirdischer See in
die tiefer liegende Schachtanlage lief. Die Kumpel konnten sich
zwar in einen höher gelegenen Stollen retten, doch das Wasser
stieg und der Sauerstoff wurde knapp da unten in 800 Meter
Tiefe.
In der absoluten Finsternis und Kälte warteten die Verschütteten
auf Rettung.

Auch die Psalmen der Bibel sprechen von dieser Verzweiflung,


und von der Hoffnung und der Gewissheit, dass uns Gott rettet
»aus der Not, dass uns die Flut nicht ersäuft und die Tiefe nicht
verschlingt« (Psalm 69:16). »Gott lässt uns erfahren viele und
große Angst und macht uns wieder lebendig und holt uns wieder
herauf aus den Tiefen der Erde« (Psalm 71:20).

Der russische Bergmann Wassili Andejew betete da unten in der


totalen Ausweglosigkeit, »wo er der Hölle ins Auge gesehen
hat«, wie er später sagte. Man gab Klopfzeichen, und
irgendwann hörte man tatsächlich Bohrgeräusche, die näher
kamen. Die Retter gruben sich zum Teil mit ihren Händen durch
Schlamm und Geröll zum Ort der Verschütteten und schafften
den Durchbruch. »Unfassbar«, sagte der Bergmann, »als mit den
Rettern das Licht in die Finsternis kam, habe ich an die
Erscheinung von Jesus Christus gedacht und ich wusste, dass
meine Gebete da oben von den Rettern als Klopfzeichen gehört
wurden.«

Unfassbar: da ist jemand, von dem ich mich in den Untiefen des
Lebens gehalten weiß. Ich darf beten, anklopfen und hoffen.
Dann wird mir aufgetan: Christ, der Retter, ist da! Gott sendet
Seinen Sohn als Licht der Welt, in mein persönliches Leben
hinein. Er kommt zu mir, räumt Schutt und Geröll beiseite. Auch
von meinem Herzen in Form von Schuld und Versagen - und ich
darf durchatmen und neu beginnen. Not lehrt beten und
glauben. Jesus befreit nicht nur aus den Nöten des Lebens,
sondern auch aus dem ewigen Tod ins Paradies der Ewigkeit.

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