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Juli 2007

Gewissheit über Gott


In Carl Zuckmayers Bühnenstück »Des Teufels General« fragt
der Fliegeroffizier seinen General Harras: »Ich will Sie jetzt
fragen, Herr General – vielleicht werden Sie mich jetzt auslachen
–, glauben Sie an Gott?«

Nach langer Pause antwortet Harras: »Ich weiß es nicht. Er ist


mir nicht begegnet. Aber das lag an mir. Ich wollte ihm nicht
begegnen. Er hätte mich vor Entscheidungen gestellt, denen ich
ausweichen wollte. Ich habe an das Erdenkbare und an das
Erkennbare geglaubt, an das, was man prüfen, entdecken,
finden kann. Aber die größte Findung aller Zeiten habe ich nicht
erkannt. Sie heißt: Gott!«

Wir fordern Beweise, wenn wir etwas glauben sollen. Aber sind
wir darin konsequent? Wir bezahlen die Fahrkarte, ohne die
Tarife nachzuprüfen – kaufen den als reine Wolle deklarierten
Mantel – tanken Benzin im Vertrauen auf die richtige Oktanzahl –
nehmen Arzneien ein, ohne sie vorher auf die Richtigkeit ihrer
Substanzen zu prüfen – wir lassen uns vom Chirurgen
vertrauensvoll operieren, ohne zu wissen, wer er ist und wie es
ausgeht.

Wir verzichten auf Beweise, obwohl in der Welt vieles zweifelhaft


und Schein ist – aber in Bezug auf Gott und Christus melden wir
unsere Bedenken und unser Misstrauen an. Muss da nicht der
Verdacht aufkommen, dass das Verlangen nach Beweisen
Gottes nur Vorwand ist, weil man an Gott gar nicht glauben will?

Sören Kierkegaard sagte treffend: »Es gibt gar kein Nicht-


Glauben-Können, sondern ein Nicht-Glauben-Wollen.«

In unserem Willen steckt der Widerstand, nicht so sehr in


unserem Verstand, der vieles für richtig hält, was er gar nicht
nachprüfen kann.

Jener General Harras sagte: »Ich wollte ihm nicht begegnen – Er


hätte mich vor Entscheidungen gestellt.« –
In der Bibel steht (vgl. 1. Johannes 5:9-12):

»Wenn wir schon das Zeugnis von Menschen annehmen, so ist


doch Gottes Zeugnis größer, der Zeugnis abgelegt hat von
seinem Sohn.«

Gott beweisen zu wollen ist absurd. Wie kann ein Geschöpf


seinen Schöpfer irdisch beweisen wollen? Aber Gott selber tritt
den Wahrheitsbeweis an. Er bezeugte sich in Seinem Sohn
Jesus Christus. Die Gewissheit über Gott können wir nur über
Jesus haben, denn niemand kann über Gott Zeugnis ablegen als
nur Er:

»Niemand kennt den Sohn als nur der Vater, und niemand kennt
den Vater, als nur der Sohn, und wem es der Sohn offenbaren
will« (Matthäus 11:27).

»Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer sich
aber zum Sohn bekennt, der hat auch den Vater« (1. Johannes
2:23).

Augen- und Ohrenzeugen haben es übereinstimmend gehört


und gesehen, wie Gott Seinen Sohn bezeugte: »Dies ist mein
lieber Sohn, den sollt ihr hören« (Matthäus 17:5 und 2. Petrus
1:16).

Und die Zeugen schreiben: »Was wir gesehen, gehört und


betastet haben, das verkündigen wir euch« (vgl. 1. Johannes
1:1-3).

Menschen erwarten mit Recht, dass man ihnen glaubt, was sie
sagen – Gott erwartet das noch viel mehr: »Wer Gott nicht
glaubt, der macht ihn zum Lügner« (1. Johannes 5:10).

Woher nimmt der Mensch den Mut, dem Zeugnis des heiligen
Gottes zu widersprechen? Gottes Selbstzeugnis haben wir
wahrheitsgemäß in der Bibel aufgeschrieben. Und Gott selber
wachte über die richtige Weitergabe Seines Wortes – und Er
erwartet, dass wir Ihm glauben: »Wer an den Sohn Gottes
glaubt, der hat solches Zeugnis in sich« (1. Johannes 5:10); d.
h., dem Glaubenden schenkt Gott die Gewissheit ins Herz.

Der Glaube hat also Gewissheit. Die Gewissheit ist nicht in uns,
sondern in Jesus gegründet. Gewissheit über Gott bekommt
man durch die persönliche Bindung an Jesus Christus allein.

Wie kann man zum Glauben kommen?

Im Römer-Brief 10:17, steht: »Der Glaube kommt aus dem Hören


auf Gottes Wort.«

Wer sich in die Rufnähe Gottes begibt – in Seine Gemeinde –


wer Sein Wort hört und liest, der erfährt Gottesbegegnung:

»Ich bin's, der mit dir redet« (z. B. Johannes 4:26).

Wer sich Gottes Anruf stellt, begegnet dem heiligen Gott. In


dieser Begegnung wird dem, der sich Gott naht, bewusst, dass
er von Gott getrennt ist, weil er ohne Gott lebte, weil er sein
Leben selbst bestimmt hat. Er ist ein verlorener Mensch. Er
versteht, wie groß seine Schuld sein muss und wie groß Gottes
Liebe zu ihm ist, dass Christus am Kreuz für seine Sünde starb.
Johannes Calvin stellt fest: »Es gibt keine Selbsterkenntnis
ohne Gotteserkenntnis, und es gib keine Gotteserkenntnis ohne
Selbsterkenntnis!«

Ohne Gotteserkenntnis wüsste ich nicht, wer ich bin, und ohne
das Kreuz Jesu wüsste ich nicht, wer Gott ist.

Das Kreuz ist unser Tatort: Dort werden Menschen von Gott
unter Anklage gestellt; am Kreuz kommt unser Leben ohne Gott
und gegen Gott zur Sprache; unsere Selbstverwirklichung,
unser Seinwollen wie Gott, unsere Selbstbeglückung,
Gleichgültigkeit, Gottesverachtung, unser Widerspruch und
unsere Missachtung Seiner Gebote und Seines Willens – das
alles erfordert Gottes Gericht, denn Er ist heilig und kann Böses
nicht gut heißen.

Am Kreuz wird Schuld gerichtet. Und jetzt kommt das


Überraschende, Unfassbare: Jesus stellte sich am Kreuz unter
unser Todesurteil! Er erleidet an unserer Statt das Gericht! Er
stirbt meinen Tod! Er kauft mich los aus den Händen des Todes!

»Denn Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all
unserer Schuld beladen und gerichtet, damit wir von dieser
Schuld frei sind und Menschen werden, die Gott gefallen« (2.
Korinther 5:21).

Nun gilt es, diese Erlösung dankbar anzunehmen. Wer diese


Tatsache des Kreuzes bestreitet, muss mit seiner
Lebensverantwortung gnadenlos vor Gott stehen. Wer Jesus
verfehlt, hat Gottes Begnadigung verloren.

Wenn sich zwei Menschen lieb haben, können sie nicht im


unverbindlichen Flirt leben: ihre Bindung wird erst fest, wenn
bei beiden das Wort fällt: Ich habe dich lieb!« So ist es auch mit
Gott: Christus sagt: »Ich habe dich lieb – ich bin für dich am
Kreuz gestorben – ich habe dich am Kreuz in ein neues Leben
geliebt, das vor Gott gilt – ich habe mich entschlossen, dich zu
Gottes Kind und Eigentum zu machen – willst du mir
angehören?«

Wer darauf mit Ja antwortet, gehört Gott an, und er empfängt ein
neues Leben:

»Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott
geboren – und wer Jesus hat, der hat das Leben« (1. Johannes
5:1+12).

W. Penkazki

„Haben Sie Gott schon einmal gesehen?"

Was für eine Frage. Natürlich nicht. Vielleicht sagen Sie auch:
»Ich glaube sowieso nicht an Gott – ich glaube nur, was ich
sehe. Gott habe ich noch nicht gesehen, also glaube ich auch
nicht an ihn.« Klingt logisch, ist es aber wirklich so?

Auch ich habe Gott noch nicht gesehen, bin aber sicher, dass es
Ihn gibt. Das will ich auch gerne erklären:

Gott zeigt sich, offenbart sich, wenn wir Ihn auch nicht sehen.
Gehen wir einmal in unseren Gedanken durch unser
Wohnzimmer: Sie sehen das Sofa, den Tisch, den Fernseher,
den Schrank, den Teppich. Sie kämen sicherlich nicht auf die
Idee, zu behaupten, diese Dinge seien einfach mal durch Zufall
entstanden und auf ihre Stelle gesetzt. Für jedes einzelne Teil
gibt es eine Fülle von Menschen, die darüber nachgedacht, sie
entworfen und daran gearbeitet haben. Sie selbst haben die
Dinge gekauft, das Zimmer geplant, und jedes Stück hat seinen
Platz erhalten.

Schauen wir in die Natur, welch eine Vielfalt an Tieren, Pflanzen,


Steinen ..., oder bei gutem Sternenhimmel ans Firmament. Welch
ein faszinierender Anblick, welch eine Vielfalt. Welch ein
Kosmos, sei es der Mikro- oder der Makrokosmos. Kann es
einfach nur so zufällig ohne Plan und Denken in dieser Fülle und
Komplexität entstanden sein? Dafür bräuchte es wahrlich einen
großen Glauben. Gott offenbart sich selbst in Seiner Schöpfung.
Daran kann kein Mensch vorbei. Römer 1:20+21: »Denn Gottes
unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird
ersehen seit der Schöpfung der Welt und wahrgenommen an
seinen Werken, sodass sie keine Entschuldigung haben. Sie
wussten, dass ein Gott ist …«

Aber nicht nur das. Gott hat sich in der Geschichte der
Menschheit offenbart. Durch Sein mächtiges Wort: Denken wir
etwa an die Zehn Gebote des Alten Testamentes, die die
Grundlage für das Zusammenleben von Menschen darstellen. Er
hat sich in der Geschichte Israels offenbart, und nicht zuletzt in
der Sendung Seines Sohnes Jesus Christus:

»Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den


Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage
zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt
hat, durch den er auch die Welten gemacht hat; er, der
Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist
und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich zur
Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt, nachdem er die
Reinigung von den Sünden bewirkt hat« (Hebräer 1:1-3).

Gott hat sich in Jesus Christus offenbart, Christus hat für uns
die Erlösung bewirkt und lebt in Ewigkeit. Er ist der offenbarte
Herr. Er sagt: »Wer mich sieht, sieht den Vater.«

Gott für dein Morgen vertrauen

Wenn jemand unter uns ein Wort der Hoffnung oder eine
Botschaft des Trostes kennt, dann sollte er dies mit anderen
teilen. Wir sind es uns untereinander schuldig, jedes mutige und
hilfreiche Wort oder Gedanken, die uns begegnen, als wertvoll
zu schätzen und an andere weiterzugeben.

Die Segensverheißung an Asser »… wie deine Tage so deine


Kraft« ist solch ein Wort für uns alle, besonders für diejenigen
unter uns, die sorgenvoll nach vorne schauen und Angst davor
haben, was die Wochen ihnen bringen werden. Und einige
wenige Verse später wird zu Jeschuruns gesagt: »Eine Zuflucht
ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme.«

Jesus Christus hat nicht nur die göttliche Autorität des Alten
Testaments bezeugt, Er hat das Alte Testament auch als Gottes
Wort für Sein persönliches Leben benutzt. Auch wir dürfen es
für uns in Anspruch nehmen.

Beachten wir jedoch, wie die Verheißung lautet. Nicht, wie dein
Leben ist; nicht, wie deine Jahre sind; auch nicht, wie deine
Wochen sind; sondern, wie deine Tage sind, so wird deine Kraft
sein.

Gottes Verheißung lautet, dass wir Kraft bekommen werden. In


allen Umständen, und besonders in unserer Zeit, gilt, dass wir
einen Tag nach dem anderen leben sollen. Überlassen wir das
Morgen Gott, bis es kommt. Leben wir am heutigen Tag mit
bestem und mutigsten Vermögen, in dem Vertrauen, dass Gottes
Hilfe uns nicht verlassen wird. Und was die Aufgaben und
Prüfungen von morgen angeht, wie schwer sie auch sein mögen,
vertrauen wir, dass uns auch für den morgigen Tag Kraft
gegeben wird, wenn er da ist.

Sie haben bestimmt festgestellt, welchen wichtigen Platz diese


Art des Lebensstils in der Lehre Jesu Christi einnimmt. Er
versuchte immer, Menschen dazu zu bewegen, die zukünftigen
Tage Gott anzuvertrauen und heute so zu leben, wie Er es sagt.
Wenn wir heute in gottgewollter Weise leben, können wir auch
für das Morgen vorbereitet sein.

Es liegt an Seiner Liebe zu uns, an Seinem Wunsch, uns


unnötigen Schmerz zu ersparen, dass Er uns auffordert, nicht zu
vergessen, dass »jeder Tag seine eigene Plage habe«.

Gott verbirgt unser Morgen

Wenn Gott, unser Vater, wollte, dass wir die Ängste und Sorgen
der kommenden Tage auf unserem Rücken tragen, hätte Er uns
doch gewiss mehr über sie gesagt. Gott gibt uns das Jetzt, das
Morgen dagegen behält Er sich vor. Können wir etwas Weiseres
oder Besseres mit unserer Zukunft tun als sie einfach ruhig und
vertrauensvoll Ihm zu überlassen?

Unsere Vorväter auf der Kanzel erinnerten ihre Zuhörer immer


gerne daran, jeden Tag so zu leben, als wäre es ihr letzter. Und
ganz ernsthaft, ohne im Geringsten alles schwarz zu sehen, ist
dies auch die Art, wie wir leben sollten. Wenn jemand wüsste,
dass er gerade zum letzten Mal die See riechen würde, wie
würde er dann jetzt in vollen Zügen und dankbar seine Lungen
mit diesem Duft füllen. Wenn er wüsste, dass er Gottes Haus nie
mehr betreten würde, wie ernst, aufrichtig und ehrfürchtig würde
er heute zum Gottesdienst gehen. Ja, aber der Punkt ist doch:
Weshalb sollte seine Hoffnung, dass noch weitere Tage für ihn
kommen, ihn davon abhalten, aus diesem Tag alles
herauszuholen, was er nur kann? Weshalb sollte dieser Tag
weniger wertvoll sein, weil ihm wahrscheinlich noch weitere
folgen werden?

Jeder Tag hat genug

Der große Wert dieses Bibelwortes »wie deine Tage, so deine


Kraft« liegt vor allem in dem Trost, den es denjenigen spendet,
die besorgt sind und sich vor den kommenden Tagen fürchten.
Und wer unter uns gehörte nicht dazu? Ich denke nicht, dass es
unter meinen Lesern jemanden gibt, von dem das Leben nicht
auf die eine oder andere Art etwas abgefordert hat. Nahezu jeder
hat jemanden, der zu ihm oder ihr gehört, der in diesem Kampf
steht und um dessen Wohlergehen er oder sie sich wirklich
Sorgen macht. Und allein Gott weiß, wie ungeduldig und besorgt
sie nach vorne blicken, um zu versuchen zu sehen, was die
Zukunft bringen mag.

Und da Er dies weiß, schickt Er Seinen Trost zu Ihnen: »… und


wie deine Tage so deine Kraft!« Einen Tag nach dem anderen,
mein Freund. Nehmen Sie nicht heute Ängste um den nächsten
Monat auf Ihre Schultern. Sie werden gewiss und sicher heute
die Kraft bekommen, die Sie brauchen, und wenn der nächste
Monat kommt, werden Sie die Kraft und den Trost für diesen Tag
bekommen, ganz gewiss und sicher.

Legen Sie Ihr Morgen und den Ihrer Lieben in Gottes Hände. Sie
könnten nichts Besseres tun. Aber es ist ein schwerer Fehler,
weniger zu tun. Überlassen Sie all Ihre zukünftigen Morgen Gott
– dies wünscht ER sich von Ihnen – und nehmen Sie demütig
und dankbar Sein Geschenk für heute, und die Kraft, die Er auch
schenkt, aus Seiner Hand. Sollte dies nicht genug sein, dann
werden Sie einen Moment in Ihrem Herzen still und hören Sie!
Und dann werden Sie unter jener Verheißung für heute gleich
den tiefen Tönen einer Orgel die wunderbare Symphonie der
ständigen Liebe und Aufmerksamkeit des Vaters hören: »Eine
Zuflucht ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme.«

Welch eine Verheißung!

A. Alexander