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Ein christliches Heim

wird ohne Christus

nicht auskommen

Ein anspruchsvoller Titel? In einer Zeit, in der die Ratschläge,


Lehren und Theorien für die Nöte und Sorgen in der Familie wie
kaum zuvor zugenommen haben und praktisch für jedermann
zugänglich sind, ist auf der anderen Seite die Auflösung der
Familie, der Ehebruch, die Zerrüttung der Lebensgemeinschaft
unter Kindern und Erwachsenen so groß wie niemals zuvor.

Die »Experten« bemühen sich mit großem Aufwand um Abhilfe.


Wer aber weiß wohl am besten Bescheid? Die Geschichte mit
der Familie begann mit Gott, dem Schöpfer. Was läge näher, als
Ihn zu fragen, der doch Ehe und Familie gewollt hat. Sollte Er
dann nicht auch der wahre »Experte« sein? Und sollte Er nicht
gleichfalls der beste Eheberater und Kinderpsychologe sein?

Darum die Überschrift. Gott selbst will uns anleiten. »Wo der
Herr nicht das Haus baut, arbeiten umsonst, die daran bauen«
(Psalm 127:1). Wir müssen also unsern Schöpfer und Erlöser
bauen lassen. Das bedeutet nichts anderes, als sich Ihm
anzuvertrauen, Ihn das erste und das letzte Wort haben zu
lassen.

Die bleibende Gegenwart Jesu Christi wird unsere Ehen und


Familien heiligen und reinigen, dem Zusammenleben Harmonie
schenken, Glück und Freude bescheren. Er sorgt dafür, dass
Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern lieben, wenn Sein Wort
einen festen Platz im Familienalltag erhält. In unserem Volk gibt
es nach den statistischen Angaben einen größeren Prozentsatz,
der einer Kirche angehört. Diese Zugehörigkeit garantiert freilich
keine christliche Lebenseinstellung.

Nach biblischem Verständnis kann es keine Trennung zwischen


der Glaubensüberzeugung und dem persönlichen Leben geben.
Es ist selbstverständlich, dass ein bestimmter Baum auch
entsprechende Früchte bringt. Dies bedeutet, dass das gelebte
Leben den zugrunde liegenden Glauben erkennen lässt.

Namentliche Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche ersetzt


keine Lebensgemeinschaft mit Christus, die Voraussetzung für
ein christliches Handeln ist.

Jesus ist Person, die nicht mit religiösen Ideen und Gefühlen,
mit Überlieferungen oder mit Dogmen verwechselt werden darf.
»Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an«, wie es der Seher
Johannes erfährt (Offenbarung 3:20). Wir sollen der gute Baum
werden, der die Früchte eines christlichen Lebens hervorbringt.
Paulus spricht: »Christus lebt in mir« (Galater 2:20); Christus
sagt: »Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun« (Johannes 15:5). Ein
christliches Heim wird ohne Christus nicht auskommen. Auf
manche Dinge können und sollen wir verzichten, müssen es
auch, wenn wir unseren Glauben an Jesus wirklich ernst
nehmen. Darum sind Entscheidungen vor der letzten Instanz,
vor Gott und unserer Verantwortung Ihm gegenüber, zu fällen.
Wie »modern« kann dann unser Leben in Familie und Ehe noch
sein?

Manche sagen: »Ich will meine Kinder nicht beeinflussen. Sie


sollen ihr Leben selbst gestalten und sich einmal entscheiden,
ob und zu welcher Kirche sie sich halten wollen.« Andere: »Die
Bibel ist als altmodisches Buch zu betrachten und ihr Inhalt als
überholt anzusehen.« Zum »modernen« Menschen passe es
einfach nicht, ihn als Sünder und von Gott abhängig zu sehen.
Tischgebet und das Reden über Jesus, die Familienandacht und
das Bibellesen werden weithin ausgeklammert.

In der Bibel begegnet uns dieser von Gott entfremdete Mensch


bereits im ersten Mosebuch, zerstörte Familien – Zustände, die
heute ebenso herrschen wie einst.

Es ist der Anspruch des »zeitgemäßen« Menschen: Ich mache


es ohne Gott.
Es ist die Sünde – die Trennung des Menschen von seinem
Schöpfer –, die herrschen will.

Wenn es nun eine sogenannte moderne Welt altmodisch nennt,


mit Gott zu leben und Ihn als Herrn in Haus und Familie
anzuerkennen, dann sollten wir getrost altmodisch sein!

Es mag jemand einwenden, dass die Bibel wohl ein ehrwürdiges


Buch ist, für den persönlichen Glauben wichtig, aber nicht für
die Lösung grundlegender Probleme. Man könne sie anerkennen
als Trostbuch für Notzeiten, vielleicht auch als Vertröstung auf
ein »Jenseits«, aber im Alltag lasse sie sich nicht anwenden. Da
gelten andere Gesetze, da gilt rücksichtsloser Existenzkampf,
Durchhaltevermögen; da gilt »das Recht des Stärkeren«;
schließlich »will die Welt betrogen sein«.

Merkwürdig ist es schon, dass die weitverbreitete Bibel die


Schäden unseres menschlichen Zusammenlebens nicht mindert.
Es stimmt der Hinweis, dass der Alltag der meisten Menschen
kaum von biblischen Prinzipien bestimmt wird. Und es stimmt,
dass die Bibel trotz Riesenauflage Schäden des Lebens in der
Gesellschaft kaum heilt, sondern die Menschen sich mit ihren
eigenen Psychologien und Philosophien anstrengen, einander
das Zusammenleben erträglicher zu machen.

Warum ist das so? Ich glaube, die Bibel ist Gottes Botschaft.
Ihre bloße Gegenwart auf dem Bücherbrett kann niemanden
gesunden lassen, vielmehr muss sie aufgeschlagen und gelesen
werden. Sie muss ins Leben übersetzt werden, um helfen zu
können.

Jesus erwähnt einmal einen Mann, der ein Haus baut. Wohl
nahm er sich Zeit, das Wort Gottes zu hören; aber er tat nicht
danach. Das Haus fiel ein, als die Stürme der Anfechtung kamen,
weil es auf Sand gebaut war. Ein anderer Mann glaubte Gott, er
baute ein Haus und begann, Gottes Wort in sein Herz
aufzunehmen. Auch seine Familie baute er darauf auf. Als die
Stürme des Lebens kamen, stand sein Haus fest. War er ein
besserer Baumeister? Nein, sondern er hatte einen besseren
Grund; sein Haus stand auf göttlichem Felsen.
Der christliche Einfluss soll zu spüren sein. Lesen wir, was Gott
uns sagt, damit wir den Problemen unserer Tage begegnen
können? Was sagt Gott uns über unsere Finanzen, über unser
Temperament, zu Ehestreitigkeiten?

Jeder Christ ist gerufen, seinem Herrn zu dienen. Das Neue


Testament redet vom Dienst als Nachfolge. Die allgemeinen
Weisungen für eine christliche Lebensführung umfassen das
gesamte Leben des Christen und verstehen es als Dienst für den
Herrn. Konkret fassen die Haustafeln diese Weisungen für die
einzelnen Glieder zusammen (Kolosser 3:18 ff.; Epheser 5:22 ff.;
1. Petrus 2:13 ff.). Der Bereich des Glaubens verlagert sich nicht
in eine fromme Innerlichkeit und kann nicht von dem übrigen
Leben getrennt werden. Alle Arbeit wird so zum Gottesdienst.
Das gesamte Leben, das private und öffentliche, ist auf Christus
bezogen. So stimmt der Satz, dass Bekehrung gleichbedeutend
ist mit dem Eintritt in den Dienst Christi.

Im Blick auf die Familie gilt ebenso wie im Blick auf die
christliche Gemeinde: »Wo zwei oder drei versammelt sind in
meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen« (Matthäus 18:20).
So darf das Zuhause der Ort werden, wo Eltern und Kinder Gott
begegnen. Haben wir dafür Zeit? Ist unser Haus ein solcher –
heiliger – Ort, an dem Gott geehrt wird, nicht nur geduldet,
sondern geliebt? Jesus Christus will unter uns wohnen, sieben
Tage in der Woche.

Dies bedeutet, dass jedes Familienmitglied seine Erfahrung mit


Christus machen kann und vor dem Herrn lebt. Nicht
Religionszugehörigkeit oder der bloße
Kindergottesdienstbesuch sind Ausdruck der Gegenwart Jesu
Christi in der Familie. Gottes Wille ist es, dass unser Heim eine
Stätte ist, wo Sein Sohn geehrt, Sein Wort gelesen wird und man
sich des Segens Gottes erfreut.

Jesus kümmert sich nicht nur um Kranke, Schwache, Alte. Er


hatte ein Herz für die Kinder. Der edle Wunsch der Eltern allein
macht bei einem Kind noch keinen guten, lauteren Charakter.
Wie der Ton auf der Töpferscheibe geformt wird, so wird auch
das Kind in einer Familie durch die verschiedensten Umstände
mit geformt. Vater und Mutter sind die ersten Lehrer. Lehren Sie
Ihre Kinder, Gott kennenzulernen? Eltern sind Lehrer in einem
vierundzwanzigstündigen Dienst, und unsere Schule ist die
Familie. In ihr wird nicht nach einem Programm und Lehrsatz
gelehrt, sondern in ihr ist uns eine Aufgabe gestellt. Der Montag
darf dem Sonntag nicht widersprechen, sondern das Wort
Gottes »wohne reichlich« (Kolosser 3:16) in den Häusern. So
werden die Eltern zu einer lebendigen Lektion für die Kinder.

Das hat praktische Konsequenzen, vor allem auch im Blick auf


das, was Kinder zu Hause hören, sehen und lesen. Sie nehmen
nicht nur Gemütsbewegungen der Eltern wahr. Sie hören das
Böse, das wir sprechen; sie erfahren, wie wir miteinander und
untereinander umgehen. Sie sind scharfe Beobachter und
wissen, sich darauf einzustellen. Auch das Kind wird morgen ein
Mann sein oder eine Frau. Welche Gewohnheiten werden sie von
den Eltern übernommen haben? Werden sie wissen, dass das
Leben für Gott bestimmt ist, weil wir ihnen darin Vorbild waren?

Doch wer Jesus selbst nicht kennt: Wie soll der jemanden zu
ihm führen? Was Eltern nicht gelernt haben, können sie auch
ihren Kindern nicht weitergeben. Darum sind sowohl Eltern als
auch Kinder immer wieder auf die vergebende und
zurechtweisende Gnade Gottes angewiesen. »Ich und mein Haus
wollen dem Herrn dienen« (Josua 24:15). Darum müssen auch
Eltern vom Herrn Jesus lernen, um die Lektionen des Lebens
weitergeben zu können.

Zum Schluss der Hinweis:

Familie ist nicht eine Gruppe einzelner Menschen, sie ist eine
Lebensgemeinschaft. Deshalb sollten wir gemeinsam tun, was
irgend möglich ist. In heutiger Zeit treffen sich die Glieder einer
Familie viel seltener zu gemeinsamem Tun, als es früher der Fall
gewesen ist. Eine »Schlafstättengemeinschaft« ersetzt keine
Familiengemeinschaft. Alle Anzeichen der Zerspaltung sind
nicht leicht zu nehmen. Sie sind wie Risse im Mauerwerk.

Widmet euch den Kindern, ihren Freuden und ihren Sorgen,


ihren positiven und ihren negativen Erlebnissen. Geduld ist
Kennzeichen der Hoffnung und des Vertrauens. Wie der große
Arzt Jesus mit uns Geduld hat, lasst uns miteinander Geduld
haben.

»Und wisset, dass euer Glaube, wenn er rechtschaffen ist,


Geduld wirkt. Die Geduld aber soll festbleiben bis ans Ende, auf
dass ihr seid vollkommen und ganz und keinen Mangel habt«
(Jakobus 1:3,4).

Hans Lindemann

Was das Gebet betrifft ...

... ist es besser, ein Herz ohne viele Worte zu haben, statt viele
Worte ohne Herz.

(John Bunyan)

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Wir kommen Gott nicht in einer Weise nahe, dass wir Ihn greifen
können, dass wir Ihn fassen können, weder mit unseren Händen
noch wirklich mit unseren Gedanken.

Er ist ein immer freier Gott,


unfassbar, unbegreifbar, oft genug

unverständlich und weit entfernt,

und doch gleichzeitig so nahe,

im Vertrauen, im Glauben

so bergend, so schützend und unser Leben tragend, dass der


Himmel so nahe ist.

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Es ist nicht nötig, dass du im Gebet die ganze Zeit auf den Knien
liegst, aber dein Herz sollte stets gebeugt vor Gott sein.

Ehescheidung?

»Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht
scheiden«

(Matthäus 19,6).

Eine der großen Tragödien unserer Tage ist die erschreckende


Zunahme der zerbrochenen Familien. Darunter leiden die
unschuldigen wie auch die schuldigen Beteiligten. Allein von
praktischen Erwägungen gesehen, sollten darum Ehemänner
und Ehefrauen alles Mögliche tun, um den Bestand ihrer Ehe zu
sichern.

Der Inhalt eines Briefes, der keine Unterschrift trug und vor
Jahren in einer Tageszeitung veröffentlicht wurde, bringt zum
Ausdruck, wie viel Schmerzen und Kummer verursacht werden,
wenn eine Ehe zerbrochen wird: »Ich gehe durch eine
Ehescheidung, und das ist kein Vergnügen. Ich habe zwei
Kinder, die ich nur selten sehe. Die meiste Zeit bin ich allein.

Wenn du verheiratet bist, lebe danach, aber lebe mit deiner Frau
und nicht mit irgend jemand. Beim Verlust deiner Frau und
deiner Kinder wirst du Herzeleid erleben ...« Dieser Mann
schließt mit folgenden Worten: »Ich hoffe, dass du niemals
solche Schmerzen tragen musst, wie ich sie erlebt habe.«

Die Stimme der Erfahrung sollte alle Eheleute, Männer und


Frauen, ermuntern, die große Bedeutung ihrer Ehe zu erkennen.
Das sollte eine Hilfe sein, alle Verletzungen und Schäden zu
vermeiden, die immer folgen werden, wenn Menschen das
zerstören, was Gott zusammengefügt hat. Denke daran: die
Auflösung einer Ehe ist der Bruch einer einmaligen
Verbundenheit, die von Gott bei der Morgenröte der Menschheit
gestiftet wurde.

Die Sorge mit vielen Paaren ist, dass sie für bessere und
schlechtere Tage heiraten, aber nicht für immer.

R. DeHaan
Veränderungen bewirken

Vor Jahren entschied sich ein junges Paar, Gott als Missionare
dienen zu wollen, um in dieser Welt eine Veränderung mit Seiner
Hilfe zu bewirken. Sie wurden Missionskandidaten für Afrika. In
der Vorbereitung für ihren Dienst stellte man fest, dass die
Ehefrau den auf sie wartenden Härten nicht gewachsen sei.

Traurig fuhr das junge Paar nach Hause. Ihr Traum schien
zerstört zu sein. Wenn sie schon nicht selbst gehen konnten, so
wollten sie doch Geld verdienen, um so viel wie möglich geben
zu können, damit andere für sie nach Afrika ausgesandt werden
könnten.

Der junge Mann half fleißig in der Firma seines Vaters. Bis zum
heutigen Tag ist »Welchs Grapefruit« in seinem Heimatland ein
Begriff. Auf diese Weise haben sie viel Geld für die Aussendung
von Missionaren zur Verfügung gestellt. Das junge Paar hat
seinen Traum vielfach verwirklichen können.