Sie sind auf Seite 1von 13

Ein Leben zu Gottes Ehre führen

»Das Wort, welches an Jeremia vonseiten des Herrn erging,


lautet also:

Mache dich auf und gehe in das Haus des Töpfers hinab,
daselbst will ich dich meine Worte hören lassen! Und ich ging in
das Haus des Töpfers hinab und siehe, da machte er gerade eine
Arbeit auf der Scheibe.« (Jeremia 18:1-3)

Das ist das Bild, das uns heute beschäftigen wird - dazu möchte
ich einige Gedanken weitergeben.

Der Kirchenvater Augustinus hat gesagt: »Du hast uns auf dich
hin geschaffen – und unser Herz ist unruhig, bis es in Dir selbst
Ruhe findet!«

Für uns ist es entscheidend, dass wir erkennen: Gott hat das
Sagen in unserem Leben. Er bestimmt und wir geben uns Ihm
hin! Er selbst ist das Ziel unseres Lebens!

Vom Tonklumpen zum Gefäß

Wie arbeitet Gott an uns, damit wir zu dem werden, wie Er sich
uns vorgestellt hat?

Er formt uns. Das heißt: Er erzieht uns. Er arbeitet an unseren


Charakterfehlern und bildet neue Stärken aus, Seine
Wesenszüge, damit wir Seinem Sohn Jesus Christus ähnlicher
werden!

Und Er brennt uns sogar. Er führt uns in schwierige Situationen,


die nur in der Abhängigkeit von Ihm bewältigt werden können,
die aber schließlich unseren Glauben stärken sollen!

In diesem Prozess gilt es für uns, dass wir unser Leben von
Fremdstoffen reinigen, also sündige Verhaltens- und
Denkweisen ablegen, und dass wir uns in die Gegenwart Gottes
begeben – in die Mitte der Töpferscheibe – damit Gott uns
formen kann und wir »gelingen«.

Es stimmt also wirklich – ich denke, ihr könnt es bestätigen –,


dass Gott mit uns noch nicht fertig ist! Wir werden erst vollendet
sein, wenn wir bei Ihm sind! Wir befinden uns in einem Prozess.

Und dennoch ist es so, dass Gott uns jetzt schon als
wunderschöne Gefäße sieht und als solche gebraucht! Einen
jeden auf ganz unterschiedliche und einzigartige Weise.

Deshalb lautet heute das Thema »Ein Gefäß zur Ehre Gottes«.

Welchen Zweck hat ein Gefäß?

Zwei ganz einfache allgemeine Gedanken zu Anfang.

Ein Gefäß wird gefüllt!

Ein Gefäß – das steckt ja im Wort drin – »fasst« etwas – es hat


ein Fassungsvermögen! Sonst wäre es kein Gefäß.

Ein Gefäß stellt seinen Inhalt

zur Verfügung!

Ein Gefäß dient! Ein Gefäß ist nicht nur dazu da, im Regal zu
stehen, sondern um seinen Inhalt zur Verfügung zu stellen!

Es mag zwar sonst ganz nett aussehen, aber wirklich brauchbar


ist es erst dann, wenn es seinen Inhalt preisgibt und damit
einem Zweck dient!

Ich will nichts gegen das chinesische Porzellan sagen, das in


vielen Haushalten als Statussymbol aufbewahrt wurde und wird,
aber wirklich »erfüllend« ist das Dasein von so einer Tasse nicht
gerade, wenn sie nur einmal in der Woche abgestaubt wird.

Was ist dein Auftrag als Gefäß Gottes?

Auch wir dürfen und sollen ein »Gefäß« sein, das gefüllt wird
und dann dient!

Wir haben eine herrliche Bestimmung – unser Leben erfüllt


einen Zweck! Alles dient einem höheren Ziel! Und das ist:

Es ist möglich, dass wir ein Leben zur Ehre Gottes führen. Ein
Leben, das ein Fingerzeig auf den allmächtigen Schöpfer ist. Ein
Leben, wofür der Vater im Himmel gepriesen wird! Du kannst ein
Leben führen, wodurch Menschen und sogar die unsichtbare
Welt ins Staunen über Gott geraten!

Und das geschieht, wenn wir uns von Gott füllen lassen mit
dem, was Er uns schenken will, und wenn wir davon
weitergeben.

Das ist das göttliche Konzept vom Menschen überhaupt, das wir
in der Bibel finden!

Der Mensch ist von Gott deshalb als Ebenbild geschaffen, um


Seine Herrlichkeit auf der Erde widerzuspiegeln! Adam und Eva
erfüllten das in perfekter Weise, bis sie selbst den Fokus auf
Gott verloren und ihre eigene Ehre ihnen wichtiger wurde.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, lebte dann als perfekter


Mensch, als »vollkommenes Abbild« des Himmlischen Vaters. Er
zeigte uns neu, wer Gott ist und wie Gott ist und wie man Ihm
zur Ehre leben sollte!

Er setzte nicht nur einen Maßstab, sondern Er ermöglichte es


durch Seinen Tod am Kreuz, dass wir nun auch nach diesem
Vorbild leben können! Das funktioniert, wenn man an Jesus
Christus persönlich glaubt, wenn man zum Kind Gottes wird und
in die Nachfolge Jesu eintritt!
Ab dann bist du in Gottes Augen, bildlich gesprochen, ein
»Gefäß«, ein wunderschönes Gefäß, das Gott dienen und für Ihn
nützlich sein darf!

Wir wollen jetzt ein bisschen nachdenken über drei Aufträge, die
wir als Kinder Gottes haben. Bei jedem Auftrag ist es so: Jesus
hat es perfekt vorgelebt und Er möchte uns mit allem füllen, was
wir brauchen, um den Auftrag auch auszuführen!

Gelebte Heiligkeit!

Gott hatte sich Seinem Volk Israel im Alten Testament als der
»Heilige« offenbart. So hat Er sich ihnen vorgestellt, so haben
sie Ihn kennengelernt – als den vollkommenen, makellosen und
herrlichen Gott!

Gott sagte zu ihnen: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!«

Am Volk Israel sollten die Nachbarvölker erkennen und staunen,


wie einzigartig und heilig Gott ist! Und das sollte sich auf ihren
Lebensstil auswirken! Deswegen hatten sie im Gesetz einen
hohen moralischen Standard zu erfüllen. Darin spiegelte sich
etwas von Gottes Heiligkeit und Schönheit!

Und auch für uns gilt: Lebt so, dass Menschen an euch sehen,
dass ihr einen heiligen Vater im Himmel habt! Wir haben den
gleichen Auftrag: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!« Auch
wenn sich das nicht mehr darin ausdrückt, dass wir direkt an
das Gesetz Moses gebunden sind. Aber wir haben sogar noch
einen höheren Standard – das Gesetz Christi, Seine Worte und
Sein Leben sind unser Maßstab!

Um ein Gefäß zur Ehre Gottes zu sein, ist es absolut notwendig,


dass wir uns danach richten und die Heiligkeit Gottes in
unserem Leben Raum gewinnt!

Das muss sich zeigen – an der Art, wie wir mit Problemen
umgehen, an Ehrlichkeit, an unserem Umgang mit dem
Ehepartner oder mit unseren Eltern. Das muss Konsequenzen
haben in Bezug auf unseren Stolz und unser Selbstbild!

Wenn du dich so als Gefäß füllen lässt, dann wirst du auffallen


und deine Umgebung beeinflussen!

Unterschätze nicht, wie sehr andere dich beobachten und das,


was du sagst, an deinem Verhalten messen! Und nicht nur
Menschen kriegen das mit - auch die Engel und die Dämonen
haben ein Auge auf uns – so sagt es die Bibel!

Die Engel preisen Gott den Schöpfer, wenn Seine Geschöpfe


ihre Bestimmung erfüllen.

Die Dämonen zittern und der Teufel flieht, wenn wir ihm
widerstehen und uns Gott allein unterwerfen. Solch ein Leben ist
möglich, weil es die Wahrheit ist, was in 1. Korinther 1:30 steht:

»Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott
gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur
Heiligung und zur Erlösung,«

Durch den Glauben an Jesus Christus hast du Anteil an der


Heiligkeit Gottes, du bist heilig in Gottes Augen! Jetzt lebe
danach!

Verkünden der Guten Botschaft!

Der Missionsbefehl gilt uns. Weil Menschen ohne Christus


verloren gehen, sollen Christen das Evangelium weitersagen.
Sie brauchen dringend die Gute Nachricht, dass Gott Sünder
errettet, allein durch Seine Gnade und ohne menschliches
Zutun.

Wenn du ein Kind Gottes bist, dann hast du deine ewige Heimat
bei Gott. Das ist die Heimat, nach der jeder Mensch sich sehnt!
Deshalb haben wir den großen Auftrag, ihnen zu zeigen, wie sie
dort hingelangen können. Ja, es ist eigentlich sogar ein Privileg,
das Gott uns daran beteiligen möchte.

Das kann ganz schlicht beginnen, indem du in einem Gespräch


mit deinem nichtchristlichen Freund ganz natürlich erzählst,
dass du an Gott glaubst. Vielleicht fragt er dich, warum du das
tust und wie es dazu gekommen ist. Dann kannst du auch das
erzählen. Das ist gar nicht so schlimm, wie man oft denkt. Und
wenn du den ersten Punkt mit der »gelebten Heiligkeit«
beherzigst, dann haben deine Worte eine Wirkung!

Praktizieren der Liebe Jesu!

Man kann die Menschen nur schwer oder vielleicht gar nicht mit
Worten erreichen, wenn man ihnen nicht gleichzeitig mit der
Liebe Jesu begegnet.

Deshalb sollten wir die Gelegenheiten wahrnehmen, Gutes zu


tun!

Jesus hat in Matthäus 5:16 gesagt: So soll euer Licht leuchten


vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren
Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.

Vielleicht findet jemand es sehr seltsam, wenn wir von unserem


Glauben an Gott erzählen. Vielleicht findet er es sogar
lächerlich, dass wir Dinge tun und lassen, worüber er sich keine
Gedanken macht! Aber wenn wir anderen Menschen Gutes tun,
ohne eine Gegenleistung zu erwarten, dann wird er das
anerkennen müssen!

Woher kommt diese Liebe?

Aus uns? Nein!

In Römer 5:5 heißt es: »... die Liebe Gottes ist ausgegossen in
unsere Herzen.«
Jesus hat uns gezeigt, was Liebe heißt. Durch den Heiligen Geist
wohnt diese Liebe in uns und wartet darauf, in die Tat umgesetzt
zu werden! Was ist unser Auftrag als »christliche Gefäße« in der
Welt?

Lasst uns unserer heiligen Stellung in Christus gerecht werden,


indem wir in der Heiligung leben!

Lasst uns die Gute Botschaft verkünden, dass Gott Sünder


aufgrund des Opfertodes Seines Sohnes begnadigen möchte.

Lasst uns gegenüber unseren Mitmenschen die Liebe


praktizieren, die Jesus in Person verkörperte und vorlebte.

Deswegen ermutige ich dich:

Lass dich von Gott gebrauchen!

Achte darauf, womit du dich füllst!

Du bleibst als Gefäß niemals leer, niemals neutral! Man hat


immer etwas in sich!

Womit kannst du dich füllen lassen?

Ohne eigenes Zutun wirst du schnell mit falschen Dingen


angefüllt sein! (Sucht nach Anerkennung, Selbstzweifel,
Eigenliebe ...)

Du kannst dich aber auch füllen lassen mit dem Geist Gottes,
mit Seiner Liebe und Seiner Gnade!

Du hast zwar den Heiligen Geist erhalten, aber es liegt an dir,


wie sehr du für Sein Wirken offen bist und Ihn in dir zur
Entfaltung kommen lassen willst!

Deshalb lasst uns Gott bitten, dass Er uns mit dem Heiligen
Geist, mit der Liebe Jesu füllt.

Der zweite Gedanke ist eine unmittelbare - fast logische Folge -


des ersten:

Fließe über auf andere!

Es wäre echt schade, wenn wir als chinesische Teetasse einfach


nur im Regal unserer Gemeinde stehen würden.

Du hast von Gott wertvollen Inhalt bekommen – und den kannst


du weitergeben. Deswegen stelle Gott das, was Er dir geschenkt
hat, auch wieder zur Verfügung – indem du es an andere
weitergibst!

Eine Sache ist mir sehr wichtig, und deshalb möchte ich sie
abschließend betonen:

Wir sind als Gefäße außerordentlich schwach und zerbrechlich!


Wenn es auf unser Vermögen ankäme, würde sich im Reich
Gottes nichts bewegen.

Doch Gott hat beschlossen, dass Er Seine Macht durch unsere


Schwachheit offenbaren will!

Einer der bekanntesten Theologen und Prediger des 20.


Jahrhunderts ist John Stott. Ich habe vor kurzem eine Predigt
von ihm gehört.

Er berichtete in dieser Predigt von einem Erlebnis aus dem


Jahre 1958. Er war damals in Sydney, Australien, und leitete
einen 8-tägigen Missionseinsatz an der Universität. Am letzten
Abend sollte er im beeindruckenden Auditorium der Universität,
ca. 1000 Studenten waren anwesend, die Ansprache halten. Das
Problem war nur: Er hatte sich kurz zuvor eine Krankheit
eingefangen, die ihn seiner Stimme beraubt hatte.

Was nun? Wie sollte er in dieser Verfassung das gewaltige


Evangelium vom großen Gott verkünden, ohne dass die
Studenten sich einen Spaß aus ihm machen würden?
Kurz vor dem Beginn der Veranstaltung versammelten sich
einige der Studenten um ihn, um für ihn zu beten, und er bat sie,
dass sie aus 2. Korinther 12 lesen sollten:

»Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten
rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir
wohne … denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.« Die
Studenten gruppierten sich um den Prediger und beteten, dass
dieser Text sich an diesem Abend an ihm erfüllen würde.

Die Spannung wuchs in der Halle, als John Stott seine


Rednerposition einnahm. Doch er hatte seine Stimme verloren.
Er konnte nur noch krächzen.

Es gelang ihm nicht, seine Stimme anzupassen, und es war ihm


völlig unmöglich, einen kraftvollen Eindruck zu hinterlassen. Es
war äußerst unangenehm, und er bot ein erbärmliches
Schauspiel für menschliche Schwachheit.

Seit 1958 kam er noch zehn weitere Male nach Sydney. Und bei
jedem einzelnen Besuch kam irgendwann, irgendwo,
irgendjemand auf ihn zu und fragte ihn, ob er sich noch an den
Abend im Jahre 1958 erinnern könne, an dem er seine Stimme
verloren habe. Natürlich konnte er sich erinnern – an peinliche
Erlebnisse erinnert man sich sein Leben lang. Und dann hörte er
von diesen Personen: »An jenem Abend habe ich mich bekehrt –
ich durfte zu Christus kommen!«

John Stott sagt, dass dies für ihn zu einem herrlichen Beispiel
wurde – und zwar für die Wahrheit, dass Gottes Kraft in
menschlicher Schwachheit zum Ausdruck kommt!

Paulus sagt es in 2 Korinther 4:7:

»Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die


überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.«

Wir sind irdene Gefäße, Gefäße aus Ton, vielleicht ganz


ansehnlich, aber letztlich äußerst schwach und zerbrechlich!
Fühlst du deine eigene Schwachheit?

Vielleicht ist es Krankheit, körperliche Schwäche, die dir zu


schaffen macht? Oder Mutlosigkeit, die dich blitzartig überfallen
und dir die Freude am Leben nehmen kann? Oder erscheint dir
die Macht einer Versuchung zu groß und du fühlst dich hilflos
ausgeliefert?

Es gibt eine gute Nachricht für dich: Gott ist mit Seinem Wirken
nicht gebunden an deine Kraft!

Im Gegenteil – Oswald Chambers hat einmal gesagt: »Gott


erreicht seine Ziele entweder durch das Nichtvorhandensein von
menschlicher Kraft und Ressourcen, oder dadurch, dass jemand
völlig auf ihren Gebrauch verzichtet. Durch die ganze
Geschichte hindurch erwählte und gebrauchte Gott ,Nobodys‘ –
denn ihre außergewöhnliche Abhängigkeit von Ihm machte es
möglich, dass Seine Macht und Gnade auf einzigartige Weise
sichtbar wurden. Er erwählte und gebrauchte nur dann
,Somebodys‘, wenn sie auf ihre natürlichen Fähigkeiten und
Mittel verzichteten.«

Gott möchte es genau so.

Sein Sohn Jesus Christus machte es in vollendeter Weise vor,


indem er als hilfloses Baby auf die Welt kam, sich der Willkür
der Menschen ausliefern ließ und in Schwachheit und
Einsamkeit am Kreuz starb!! Doch auf diese Weise offenbarte
Gott seine unendliche Macht und triumphierte über alle bösen
Mächte!

Deswegen müssen wir voreinander unsere Schwachheiten nicht


vertuschen, sondern dürfen uns ihrer sogar rühmen, weil wir
wissen: Wir haben – wenn auch in einem zerbrechlichen Gefäß –
einen ungeheuren Schatz!

Wir müssen niemandem etwas beweisen, keine eigene Stärke


demonstrieren, denn wir wissen: Die überschwängliche Kraft
kommt von Gott und nicht von uns – und sie ist in unserer
Schwachheit erst so richtig mächtig!
Lass dich gebrauchen. Lebe als Gefäß zur Ehre Gottes in aller
Schwachheit, doch erfüllt von der Kraft Gottes! AMEN.

N. Fastenrath

aus einer Predigt.

Der freie Redestil wurde weitgehend beibehalten.

Kurzbotschaften

Ein Besuch am Kreuz

Jesus aber sprach: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht,
was sie tun!«

Der Herr Jesus ist uns in der Vergebung das größte Vorbild. Als
Er in den größten Schmerzen am Kreuz hing, bat Er den Vater
um Vergebung für die, die für Seine Kreuzigung verantwortlich
waren.

Als Christen sollten wir bereit sein, dem Beispiel des Herrn
Jesus zu folgen. Lehnen wir es ab, auch so zu handeln, wie
Jesus es tat, dann werden wir selbst einen unglücklichen
Zustand über uns bringen.

R. Campbell erzählte in seinem Buch »Du kannst gewinnen« von


einer Frau, die von ihrer Kirche falsch behandelt wurde und bei
ihm Hilfe suchte. Er hatte Verständnis für ihren Zustand, aber er
erkannte auch, dass sie von ihrer inneren Verwundung nicht
eher geheilt wird, wenn sie nicht bewusst auf die Leiden Christi
blickt.

»Hat jemand auf dich gespuckt?«, fragte Campbell die Frau.


»Nein«, antwortete sie, von der Frage überrascht. »Sie taten es
bei Jesus«, sagte Campbell. Weiter sagte er: »Plötzlich sah sie
meinen Punkt.« Während sie natürlich verkehrt von Menschen
behandelt wurde, die es hätten besser wissen sollen, hat sie die
Leiden und den Tod Jesu Christi für ihre Sünden nicht vor
Augen gehabt. Meine einfache Frage änderte ihre Einstellung im
Blick auf ihre Anklage, und sie war bereit und imstande,
denjenigen zu vergeben, die sie beschimpft und gemieden
haben.

Wurdest du jemals ungerecht behandelt? Wurdest du von einem


Freund oder von deinen Angehörigen jemals tief verwundet?
Wenn du meinst, dass es recht schwer ist, dann ist es Zeit, dass
du einen Besuch am Kreuz Jesu machst.

D. Enger

Lass den Lobpreis Gottes nicht nur ein zufall oder eine
Nebensache sein, sondern eine Geisteshaltung deines Lebens.

Die Richtung, die wir einschlagen

Paulus sagt: »Ich strecke mich aus nach dem, was vorne ist«, d.
h., nach seiner Vision, seinem Ideal. Das Entscheidende im
gesamten sittlichen Leben ist seine Tendenz, seine Richtung.
Die Frage ist nicht, welchen Punkt wir erreicht haben, sondern
welche Richtung wir einschlagen. Wir wachsen immer in der
Richtung unserer alltäglichen Lebensweise. Die Kräfte, die wir
gebrauchen, entwickeln sich immer mehr; die Tugenden, die wir
praktizieren, treten immer klarer in unserem Charakter hervor.
»Ein Vogel, der seine Flügel nicht benutzt, würde bald keine
Flügel zum Benutzen mehr haben.« Und wenn, geistlich
gesprochen, unsere Seele keine Flügel hat, bis Gott sie uns gibt,
müssen sie dennoch geübt werden, um kräftig zu werden. Sogar
Paulus, ein Mann Gottes von großer geistlicher Reife, sagt, dass
er sich mit ganzer Kraft und höchster Anstrengung nach dem
hohen Ziel, das ihn herausfordert, ausstreckt.

P. Billheimer