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Wer ist Gott?

Unter »Gott« versteht man allgemein ein undefinierbares


»höheres Wesen«, eine fiktive (erdichtete) Vorstellung, eine
numinöse (gestaltlose, göttliche) Macht. Man meint, Gott sei der
Urgrund des Seins, die Ursache der Natur. Im Polytheismus
(Vielgötterei) spricht man von einer mütterlichen Erdgöttin, von
Kriegsgöttern, von Liebes- und Rachegöttern. Das alles sind
erdachte, erwünschte oder gefürchtete menschliche Götter.
Diese Vorstellungen von Gott haben mit dem Gott der Bibel
nichts zu tun. Im zweiten biblischen Gebot heißt es:
»Du sollst dir von Gott kein Bild machen, das dem Menschen
oder menschlichen Vorstellungen entspricht« (2. Mose 20:3).
Zu den Vorstellungen gehört auch die Ansicht, Gott sei die
höchste Intelligenz. Intelligenz bedeutet: zwischen den Zeilen
lesen zu können, Durchblick zu haben, die Zusammenhänge
einer Sache zu erfassen – das alles kann ein intelligenter
Mensch. Gott aber muss nicht etwas Vorfindliches
entschlüsseln, denn er hat das Vorfindliche geschaffen.
Wer ist Gott?
Kein Mensch kann sich den wahren Gott ausdenken oder
vorstellen; er ist auch nicht mit unserem Verstand zu ergründen.
Gott ist nicht vom Erfassungsvermögen unserer Sinne und
Intelligenz abhängig. Ein Gott, dessen Sein oder Nichtsein vom
Menschen und dessen Anerkenntnis abhinge, wäre nicht Gott,
sondern Mensch.
Alle unsere Wissenschaft ist der Zeitlichkeit und irdischen
Räumlichkeit verhaftet. Gott aber steht über Raum und Zeit.
Paulus, der Apostel Jesu schrieb (1. Timotheus 6:16): »Gott
wohnt in einem unzugänglichen Licht.«

1 Gott offenbarte sich in seiner Schöpfung: Hier sind seine


Werke ablesbar. In der Schöpfung zeigt Gott seine Größe. Im
Makro- und Mikrokosmos, von dem Sonnensystem bis zu den
Atomen können wir Gottes Größe und eine erstaunliche
Ordnung feststellen; keiner kann hier vom Zufall oder einer
anonymen Natur sprechen.
Ein Beispiel aus dem Makrokosmos:
Es gibt ca. 10 Milliarden Milchstraßen oder Galaxien. Unsere
Milchstraße hat einen Durchmesser von ca. 110 000 Lichtjahren
und besteht aus ca. 200 Milliarden Sternen. 30 000 Lichtjahre
vom Zentrum der Milchstraße entfernt, befindet sich ein kleiner
Stern: unsere Sonne. Auf sie entfallen 99,9% der Masse unseres
Sonnensystems. Auf die 9 Planeten mit ihren Monden entfallen
also nur 0,1%! Und unter diesen 9 Planeten befindet sich unsere
Erde. Das Licht der Sonne ist zu uns 8 Minuten unterwegs. Die
nächste Sonne, Alpha Centauri, zieht ihre Bahn 4 Lichtjahre von
uns entfernt. Eine Apollo-Rakete würde 1.220.000 Jahre
brauchen, um sie zu erreichen. Wenn Gott irgendwelche Sterne
wegnähme, wir würden es kaum merken, da ihr Licht noch
Jahrmillionen unterwegs wäre.
Unser Sonnensystem dreht sich um die Mittelachse der
Milchstraße in einer Geschwindigkeit von 260 km in der Sekunde
… Mitten in dieser rasenden Geschwindigkeit: der winzige
Mensch, von dem es in Psalm 8:4 heißt:
»Wenn ich die Himmel sehe – deiner Finger Werk – was ist der
Mensch, dass du, Gott, seiner gedenkst und dich seiner
annimmst?«
In einem Kinderlied steht: »Weißt du wie viel Sternlein stehen an
dem blauen Himmelszelt? Gott, der Herr, hat sie gezählet, dass
ihm auch nicht eines fehlet. Kennt auch dich und hat dich lieb!«
Wilhelm Hey schrieb dieses Lied 1837 aufgrund von Jesaja
40:26: »Mit wem wollt ihr mich, Gott, vergleichen? Hebt eure
Augen in die Höhe und seht: Wer hat dies geschaffen? Er ruft
sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß,
dass nicht eins von ihnen fehlet!«
Die Größe der Schöpfung Gottes ist unauslotbar – und dennoch
hat der winzige Mensch in den Gedanken Gottes, in seinem
Herzen einen Platz!
Ein Beispiel aus der Mikrowelt:
Das derzeitige, in den Bibliotheken der Welt in Büchern
gesammelte Wissen kann man in Chips speichern; das ergäbe
1018 Bit. Könnte man diese Menge in DNS-Moleküle speichern,
so genügte dazu ein Hundertstel des Volumens eines
Stecknadelkopfes. Wollten wir die Informationen eines DNS-
Moleküls in Bit-Chips ausführen, so benötigten wir einen Stapel
von der Erde bis zum Mond. Welche Informationen stecken in
einer einzigen DNS-Zelle, die so groß ist wie eine
Stecknadelspitze! Und wir kennen nur einen Bruchteil der
Informationen.
Wie töricht ist es zu behaupten, die Schöpfung stünde unter
dem Vorzeichen des Zufalls oder Selbstentwicklung.

2 Gott offenbart sich in seinem Wort: In der Bibel gibt er uns


seinen Willen bekannt und seine Geschichte mit der Menschheit.
Auch dieses göttliche Wort wagt der Mensch infrage zu stellen.
Man setzt die Bibel nicht-christlichen Texten und Märchen
gleich.

3 Gott offenbarte sich in Christus: In Jesus zeigte er uns sein


Wesen und seine Liebe zu uns. Jesus ist die unüberbietbare,
einzigartige Selbsterschließung Gottes. Jesus ist die dem
Menschen zugekehrte Seite Gottes.
Ein Jünger Jesu bezeugte (Johannes 1:1 und 14 u. 18):
»Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott. Und das
Wort nahm Menschengestalt an und wohnte unter uns, und wir
sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit des einzigartigen
Sohnes vom Vater. Niemand hat Gott je gesehen – der
Einzigartig-Geborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist –
der hat ihn uns verkündigt.«

4 Gott offenbarte sich im Heiligen Geist: In seinem Heiligen


Geist schenkt uns Gott seine Nähe. Der Heilige Geist ist die
unsichtbare Gegenwart Gottes und eine Leben weckende und
Leben verändernde Kraft.

Wer ist Gott?


In der Bibel sagt er uns Gültiges und Verlässliches über sich.
Zum Wesen der Offenbarung gehört Gottes Selbstmitteilung:
–Gott ist ewig; d.h. er ist ohne Anfang und Ende, weder Raum
noch Zeit unterworfen. »Ehe denn die Erde wurde und das
Weltall ,kreiste‘ (so wörtlich), bist du, Gott, von Ewigkeit zu
Ewigkeit« (Psalm 90:2).
–Gott ist Geist; d.h. er gehört nicht unserer Materie an.
–Gott offenbarte seinen Namen: »Jahwe«; d.h. »Ich bin da!« –
»Ich bin dir nah, näher als Not und Tod.«
–Gott ist heilig; vor ihm hat nichts Unreines und keine Finsternis
Raum.
–»Ich bin der Herr, dein Gott!« So stellte sich Gott im ersten
Gebot vor: Das ist ein göttliches Postulat; darüber gibt es keine
Diskussion.
–Aus höchstem Mund erfahren wir, wer Gott ist: »Ich bin, ehe
denn ein Tag war« (Jesaja 43:13).
–»Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein
Gott« (Jesaja 44:6).
Kein Begriff fasst das Wesen Gottes in seiner Fülle – er ist
unendlich mehr! Gott ist größer als seine Äußerungen dem
Menschen gegenüber. Wer Gott letztlich ist, das bleibt noch ein
Geheimnis; das ist uns verborgen. Wir können noch nicht
einmal eine Zeit ohne Anfang und Ende denken!
Gott schuf auch alles aus dem Nichts (Hebräer 11:3); er
gebrauchte dazu noch nicht einmal Materie. – Christen werden
staunen, wenn sie in der Ewigkeit Gott sehen werden, wie er ist.
(1. Johannes 3:2)
Und von Christus wissen wir, was er über sich sagte:
»Ich und der Vater sind eins. Ich bin das A und das O, spricht
Gott, der Herr, der da war, der da ist und der da kommt: der
Allmächtige.« (Johannes 10:30; Offenbarung 1:8)
»Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand
kommt zum Vater, außer durch mich« (Johannes 14:6).
»Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt,
der wird leben, auch wenn er stirbt« (Johannes 11:25).
Von höchster Instanz, von Gott selber, erfahren wir auch, wer
Gott uns gegenüber sein will:
»Und so spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Du bist in
meinen Augen so wert geachtet – und ich habe dich lieb«
(Jesaja 43:1,4).
Wer diese Aussagen Gottes verneint, muss sich Ersatzbilder
schaffen: z.B. das Bild vom »lieben Gott«, einem Wunschbild,
das im Härtetest des Lebens enttäuscht – oder das Bild vom
drohenden Gott, einem Bild, das die Angst noch erhöht – oder
das Bild eines Menschen, das den Menschen zu einem Gott
erhebt. Im Mittelalter gab es die »Gott-Such-Bewegung«: man
suchte einen gnädigen Gott – zur Zeit der Aufklärung gab es die
»Gott-los-Bewegung«: man proklamierte den autonomen
Menschen – heute befinden wir uns in der »Gott-Ersatz-
Bewegung«: man macht sich einen Gott, wie er zu einem passt!
Der christliche Glaube lebt nicht von Gottesbildern, nicht von
religiösen Vorstellungen, sondern vom Hören auf Gottes ewiges
Wort.
Werner Penkazki

Sehend, und doch blind!

Kennen Sie einen Menschen, der von Geburt an blind ist?


Können wir, die Sehenden, auch nur annähernd begreifen, wie er
sich die Welt vorstellt?
Wie ist es, wenn man noch nie einen Baum gesehen hat, nie
einen Vogel fliegen sah? Wer kann einem Blindgeborenen
schildern, wie ein Bergmassiv aussieht? Wie wollen wir ihm die
Sonne beschreiben, die Wolken, die Sterne oder die Weite des
Horizonts? Für den Blinden bleibt eine ganze Welt in Finsternis
gehüllt. Und warum? Weil ihm ein wichtiger Sinn fehlt, der unser
Leben kostbar und überaus lebenswert macht – das
Sehvermögen.
Im neunten Kapitel des Johannesevangeliums wird uns
berichtet, wie Jesus einem Blindgeborenen das Augenlicht
schenkte. Bemerkenswert war, dass nicht der Blinde zu Jesus
kam und ihn um Heilung bat, sondern wir lesen: »Und Jesus
ging vorüber und sah einen, der blind geboren war.«
Warum ist diese Begebenheit auch für uns von Bedeutung? Weil
sie unsere eigene Geschichte beschreibt! Denn obwohl wir über
ein normales Sehvermögen verfügen und klar erkennen können,
was um uns herum geschieht, so sind wir dennoch blind –
Blindgeborene.
Eines Tages war ein sehr angesehener Mann zu Jesus
gekommen, um ihm einige Fragen zu stellen: »Meister, wir
wissen, dass du von Gott gekommen bist, denn niemand kann
die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.« Die
Antwort, die ihm Jesus gab, war klar und unmissverständlich. Er
sagte: »Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so
kann er das Reich Gottes nicht sehen« (Johannes 3:3).
Um in Gottes Reich leben und seine Herrlichkeit erkennen zu
können, bedarf es einer neuen Geburt, eines neuen Lebens –
des Lebens, das uns nur Gott schenken kann. Ohne dieses
Leben sind wir für alles, was mit Gottes Reich zu tun hat, blind –
wir können es nicht erkennen. Uns fehlt der Sinn dafür. Doch
gerade deshalb kam Jesus auf diese Erde, um uns die Augen für
die Wirklichkeit des Reiches Gottes zu öffnen. Darum sagte er,
als er seinen Dienst begann: »Der Geist des Herrn ist auf mir,
weil er mich gesalbt hat … er hat mich gesandt zu predigen …
den Blinden, dass sie sehen sollen …« (Lukas 4:18).
Ein Mensch, der nicht weiß, woher er kommt, warum er da ist
und wohin er geht, ist blind. Blind ist auch derjenige, der nicht
erkennt, dass ihn seine Verfehlungen von Gott trennen. Doch
Jesus kam, um unsere Schuld wegzunehmen. Er litt um unserer
Sünde willen und nahm am Kreuz von Golgatha unsere Strafe
auf sich. Er wurde um unsertwillen gerichtet und ging für uns in
den Tod, damit Gott, der Vater, uns vergeben und neues Leben
schenken kann – ewiges Leben (Johannes 3:16). Wer das nicht
erkennt, ist blind.
»Und Jesus ging vorüber und sah einen, der blind geboren war.«
Wir hatten keine Augen für IHN. Doch er sah uns, die
Blindgeborenen. Und er kam zu uns, um uns die Augen zu
öffnen, damit wir ihn, den Wunderbaren, erkennen können.
Deshalb sagte er: »Ihr sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr
sollt auch leben« (Johannes 14:19).
Wie werden wir sehend?
Wir werden sehend, indem wir Jesus bitten, unsere Augen zu
öffnen. So war es auch bei dem blinden Bettler Bartimäus, der in
Jericho am Wegesrand saß und hörte, dass Jesus vorüberging.
Er fing an zu schreien und rief: »Jesus, du Sohn Davids,
erbarme dich meiner!« (Markus 10:47). Viele bedrohten den
Bettler, still zu sein. Sie fühlten sich durch sein Geschrei
unangenehm berührt. Es war ihnen peinlich.
Vielleicht sind auch wir der Meinung, dass Glaubensfragen nicht
ins Licht der Öffentlichkeit gehören, sondern Privatsache eines
Einzelnen sind. Doch wie kann ein Blinder schweigen, wenn er
plötzlich die Chance erkennt, sehend zu werden?
»Jesus, erbarme dich meiner!«
So werden wir sehend! Indem wir den Worten Jesu Glauben
schenken und seinen Namen anrufen. Er hat verheißen: »Ich bin
das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in
der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben«
(Johannes 8:12).
Den blinden Bettler Bartimäus fragte Jesus: »Was willst du, dass
ich für dich tun soll?« Ohne zu zögern antwortete der: »Rabbuni
(mein Herr, mein Meister, mein Lehrer), dass ich sehend werde!«
Herr Jesus, ich will sehend werden! Öffne die inneren Augen
meines Herzens, damit ich erkennen kann, wer du bist und was
du für mich getan hast. Ich will Deine Herrlichkeit sehen. Vergib
mir alle meine Verfehlungen. Danke, dass du für mich gestorben
bist. Danke, dass du mich schon gesehen hast, als ich noch
keine Augen für dich hatte. Danke für Deine große Liebe, mit der
du mich liebst. Ich öffne dir mein Herz und bitte dich, darin zu
wohnen. Ich glaube, dass du der Retter der Welt bist – mein
Erlöser, mein Herr und mein Gott. Du bist das Licht des Lebens.
Du bist gekommen, um meine Blindheit wegzunehmen.
Durch dieses Bekenntnis wird ein Mensch sehend.
Jürgen Gewehr