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Inhaltsverzeichnis der Minikurse nach Themen

1. Glaubensgrundsätze des Islam


Anthropomorphismen – die „vermenschlichende“ Rede von Allah
Auferweckung der Toten nach dem Koran
Bibel: Der Glaube an die Bücher
Bireligiöse Ehen Mohammeds
Engel – Dschinn
Gericht Gottes: Die Vorzeichen des Endgerichts im Islam
Heiliger Geist im Islam
Koran, seine Entstehungsgeschichte und Überlieferung
Abrogation – Aufhebung mancher Koranstellen durch andere
Mohammed – ein echter Prophet?
Mohammeds Leben
Mohammed und seine Feinde
Quellen des Koran
Paradieserwartung im Islam
Prädestination und freier Wille im Islam
Propheten
Tauhid – der eine Gott
Vergibt Allah? – „Vergebung“ im Koran

2. Pflichten des Islam


Anbetung im Islam
Bekenntnis-Schahada
Fasten
Gebet im Islam
Hadsch – die muslimische Pilgerreise nach Mekka
Islamisierung
Mission: Da`wah - Der Ruf zum Islam
Zakat - Sozialabgaben

3. Geschichte des Islam


Ahmadiyya-Sekte
Aleviten
Osmanisches Reich und die moderne Türkei
Schiiten
Sunniten
Vier Rechtsschulen im Islam

4. Islam und Christentum


"Heilsgeschichte" im Islam?
Der Charakter von Jesus im Koran
Jesu Geburt nach dem Koran
Jesu Kreuzigung in islamischer Sicht
Jesu Würdenamen im Koran
Maria (Maryam), die Mutter Jesu
“Schutzbefohlene“ - Christen und Juden unter islamischer Herrschaft
Was sagt der Koran zu der Beziehung zwischen Muslimen und Christen?
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5. Islamische Gemeinschaft und Alltag


Abfall vom Islam (Irtidad)
Ängste im Volksislam
Arabisch – die Sprache des Islam
„Buße“ oder „Umkehr“ im Koran
Ehre und Schande
Ehre und Schande in Koran und Hadithen
Feiertage und Feste
Frauen im Islam – islamische Eheverträge
„Friede“ im Islam
Gastfreundschaft
Glaubens-Toleranz im Islam
„Gute Werke“ im Islam
Hadith
“Haus des Krieges“ (dar al-harb) - die nicht-islamische Welt
Kindererziehung im Islam
Mann im Islam
Märtyrer im Islam
Mensch - nach den Aussagen des Koran
Moschee
Nationalismus und Islam
Opferfest
Reinheitsauffassungen im Islam
Scharia - das islamische Recht
Sexualität im Islam
Träume im Islam
Umma - die islamische Gemeinschaft
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Alphabetisches Inhaltsverzeichnis der Minikurse:

Abfall vom Islam (Irtidad)


Abrogation – Aufhebung mancher Koranstellen durch andere
Ahmadiyya-Sekte
Aleviten
Anbetung im Islam
Ängste im Volksislam
Anthropomorphismen – die „vermenschlichende“ Rede von Allah
Arabisch – die Sprache des Islam
Auferweckung der Toten nach dem Koran
Bekenntnis-Schahada
Beziehung zwischen Muslimen und Christen – Was sagt der Koran dazu?
Bibel: Der Glaube an die Bücher
Bireligiöse Ehen Mohammeds
Der Charakter von Jesus im Koran
Ehre und Schande
Ehre und Schande in Koran und Hadithen
Engel - Dschinn
Fasten
Feiertage und Feste
Frauen im Islam – islamische Eheverträge
„Friede“ im Islam
Gastfreundschaft
Gebet im Islam
Gericht Gottes: Die Vorzeichen des Endgerichts im Islam
Glaubens-Toleranz im Islam
„Gute Werke“ – „sevap“ im Islam
Hadith
Hadsch – die muslimische Pilgerreise nach Mekka
“Haus des Krieges“ (dar al-harb) - die nicht-islamische Welt
Heiliger Geist im Islam
"Heilsgeschichte" im Islam?
Islamisierung
Jesu Geburt nach dem Koran
Jesu Kreuzigung in islamischer Sicht
Jesu Würdenamen im Koran
Kindererziehung im Islam
Koran, seine Entstehungsgeschichte und Überlieferung
Mann im Islam
Maria (Maryam), die Mutter Jesu
Märtyrer im Islam
Mensch - nach den Aussagen des Koran
Mission: Da`wah - Der Ruf zum Islam
Mohammed – ein echter Prophet?
Mohammeds Leben
Mohammed und seine Feinde
Moschee
Nationalismus und Islam
Opferfest
Osmanisches Reich und die moderne Türkei
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Paradieserwartung im Islam
Prädestination und freier Wille im Islam
Propheten
Quellen des Koran
Reinheitsauffassungen im Islam
Scharia - das islamische Recht
Schiiten
„Schutzbefohlene“ - Christen und Juden unter islamischer Herrschaft
Sexualität im Islam
Sunniten
Tauhid – der eine Gott
Träume im Islam
Vier Rechtsschulen im Islam
Umma - die islamische Gemeinschaft
Vergibt Allah? – „Vergebung“ im Koran
Zakat - Sozialabgaben
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Minikurse nach Erscheinungsdatum mit Originaltitel und Autorenkürzel:

1997-1: Hadith KM
1997-2: Opferfest whä
1997-3: Da`wah - Der Ruf zum Islam KM
1997-4: Die Propheten whä
1997-5: Ahmadiyya whä
1997-6: Würdenamen Jesu im Koran KM
1998-1: Der Glaube an die Bücher KM
1998-2: Die Vorzeichen des Endgerichts im Islam KM
1998-3: Aleviten whä
1998-4: "Schutzbefohlene" - Christen und Juden unter islamischer Herrschaft KM
1998-5: Fasten KM
1999-1: Umma - die islamische Gemeinschaft whä
1999-2: Abfall vom Islam (Irtidad) KM
1999-3/4: Die Engel KM; Die Dschinn whä
1999-5: Die Kreuzigung Jesu in islamischer Sicht CS
1999-6: Die Geburt Jesu nach dem Koran KM
2000-1: “Haus des Krieges" (dar al-harb) - die nicht-islamische Welt KM
2000-2: Die Auferweckung der Toten nach dem Koran KM
2000-3/4: Kindererziehung im Islam CS
2000-5: Die Scharia - das islamische Recht whä
2000-6: Maria (Maryam), die Mutter Jesu KM
2001-1: "Heilsgeschichte" im Islam? KM
2001-2: Die Schiiten CS
2001-3/4: Bekennen-Bekenntnis-Schahada MK
2001-5: Ängste im Volksislam KT
2001-6: Der Mensch - nach den Aussagen des Koran KM
2002-1: Paradieserwartung im Islam KT
2002-2: Die Moschee MK
2002-3: Vergibt Allah? – „Vergebung“ im Koran MK
2002-4: Gebet im Islam MK
2002-5: Mohammeds Leben MK
2003-1: Zakat – Sozialabgaben KM
2003-2: Koran, seine Entstehungsgeschichte und Überlieferung MK
2003-3: Frauen im Islam – islamische Eheverträge CS
2003-4: -
2003-5: Mohammed – ein echter Prophet? MK
2004-1: Die „guten Werke“ im Islam“ MK
2004-2: „Friede“ im Islam KM
2004-3: Hadsch – die muslimische Pilgerreise nach Mekka MK
2004-4: Märtyrer im Islam KT
2004-5: Quellen des Koran MK
2005-1: Islamisierung KM
2005-2: Osmanisches Reich und die moderne Türkei RB
2005-3: Arabisch – die Sprache des Islam KM
2005-4: Ehre und Schande CS
2005-5: Was sagt der Koran zu der Beziehung zwischen Muslimen und Christen? BD
2006-1: Mann im Islam MK
2006-2: Mohammed und seine Feinde BD
2006-3: Prädestination und freier Wille im Islam CS
2006-4: Sexualität im Islam KT
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2006-5: Anbetung im IslamMK


2007-1: Gastfreundschaft KM
2007-2: „Buße“ oder „Umkehr“ im Koran KM
2007-3: Heiliger Geist im Islam MK
2007-4: Bireligiöse Ehen Mohammeds BD
2007-5: Tauhid – der eine Gott GB
2008-1: Glaubens-Toleranz im Islam MK
2008-2: Ehre und Schande in Koran und Hadithen KT
2008-3: Feiertage und Feste ET
2008-4: Nationalismus und Islam MK
2008-5: Anthropomorphismen – die „vermenschlichende“ Rede von Allah ET
2009-1: Sunniten CS
2009-2: Der Charakter von Jesus im Koran CP
2009-3: Vier Rechtsschulen im Islam CS
2009-4: Abrogation – Aufhebung mancher Koranstellen durch andere AH
2009-5: Träume im Islam AY
2010-1: Reinheitsauffassungen im Islam CS
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Hadith die richtige Form der Unterwerfung unter den


Willen Gottes). Da der Islam nicht nur
Das arabische Wort "Hadith" (th - persönliche Gottesverehrung, sondern immer
ausgesprochen wie stimmloses englisches "th" auch Politik und verbindliches Recht ist, werden
z.B. in "thin") bedeutet allgemein: Rede, aus Koran und Hadith die Rechtsnormen des
Gespräch, Erzählung, Bericht. Im islamischen Gesetzes abgeleitet. (In der Praxis
Zusammenhang mit der islamischen Religion wird auch heute ein Hodscha, wenn er in
erhielt es die Spezialbedeutung: Überlieferung konkreten Angelegenheiten um Rat gefragt
(über Mohammed), Tradition. wird, öfter mit Hadith-Texten als mit
Koranversen antworten.)
Schon zu Lebzeiten Mohammeds wurden
Berichte über Aussagen oder Taten des Mit der Zeit versuchten unterschiedliche
"Propheten" in mündlicher Form politische und religiöse Richtungen innerhalb
weitergegeben. Nach seinem Tod wuchs das der islamischen Gemeinschaft, ihre jeweiligen
Interesse an solchen meist kurzen, Ansichten und Praktiken durch Hadithe zu
anekdotenhaften Erzählungen stark an. Die untermauern. Es kam im 7. und 8. Jahrhundert
Überlieferung der Hadithen ist zunächst eine große Zahl von gefälschten Hadithen in
sicherlich Ausdruck für die Verehrung Umlauf. Das ließ es notwendig erscheinen, die
Mohammeds - die Erinnerung an ihn sollte verschiedenen Hadithen zu sammeln und
wachgehalten werden - und Antwort auf das kritisch zu sichten.
Informationsbedürfnis von Menschen, die mehr
über den Islam und seinen Propheten wissen Die entstehende islamische Hadith-
wollten. Dabei hatten die Hadithen schon früh Wissenschaft konzentrierte sich dabei vor allem
eine starke prägende Bedeutung für das Leben auf den Überlieferungsweg: es wurde versucht
der einzelnen Muslime und die islamische zurückzuverfolgen, wer den jeweiligen Bericht
Gemeinschaft. von wem gehört hatte - bis hin zu den direkten
Augen- und Ohrenzeugen aus der Umgebung
Denn der Koran, der Muslimen als das Mohammeds. Diese Überlieferer-Kette (Isnad)
eigentliche Wort Gottes gilt, enthält für viele wurde dem eigentlichen Bericht über eine
Fragen der religiösen Praxis und des Aussage oder Handlungsweise Mohammeds
Alttagslebens keine eindeutigen und (oder z.T. auch seiner engsten Gefährten)
detaillierten Anordnungen. Für den Islam ist es vorangestellt. Die Lebensläufe der Überlieferer
aber sehr wichtig, dass Menschen, die Gott wurden aufgezeichnet und die Zuverlässigkeit
gefallen wollen, sich in allen Einzelheiten vom der jeweiligen Personen kritisch beleuchtet.
Gesetz Gottes leiten lassen. Solange Entsprechend der Vollständigkeit der
Mohammed lebte, konnten die Gläubigen sich Überlieferungs-Kette und der Zuverlässigkeit
nach seinem Vorbild richten oder ihn selber der Gewährsleute wurden die Hadithen in drei
fragen, wie sie sich in bestimmten Situationen Kategorien eingeteilt:
verhalten sollten. Nach seinem Tod wurden 1. sahih - echt, authentisch;
diejenigen befragt, die ihn persönlich gekannt 2. hasan - gut, aber nicht einwandfrei
hatten und sagen konnten, was der Prophet in zuverlässig;
konkreten Lebenssituationen getan, gesagt, 3. dhai`if - schwach, bedenklich.
verurteilt oder auch stillschweigend geduldet
hatte. Daraus konnte man ableiten, welche Die wichtigsten sunnitischen Hadith-
Entscheidungen am ehesten dem Vorbild Sammlungen werden oft zitiert mit einem
Mohammeds (und damit, nach muslimischem Kurztitel der Sammlung und einer verkürzten
Verständnis, dem Willen Gottes) entsprechen. Namensform des Sammlers (in Klammern sind
die Lebensdaten der Autoren genannt):
So wurde die aus den Hadithen ablesbare
Gewohnheit (Sunna) des Propheten neben Sahih Buchari (810-870)
dem Koran die Hauptquelle für den "Islam" (= Sahih Muslim (817/821-875)
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Sunan Abu Dawud (817-888)


Sunan Tirmidhi (815-892)

Während anfangs einige Hadith-Sammlungen


nach den Namen der ursprünglichen
Überlieferer geordnet wurden (Musnad), sind
die genannten Werke nach thematischen
Gesichtspunkten - entsprechend den
Bedürfnissen der islamischen
Rechtswissenschaft - aufgebaut (Musannaf).
Themenkreise: Glaube, Wissen und religiöse
Grundpflichten; Soziale Beziehungen,
Regieren, Sitten und Gewohnheiten; Vorzüge
bestimmter Personen, Auslegung, Einsatz für
den Islam; Tugenden, Gehörtes (nach Khoury,
S. 24f)

Die einzelnen Sammlungen umfassen


zwischen 4.000 und 12.000 Hadithen. Der
Sammler Abu Dawud soll von 500.000 ihm
bekannten Überlieferungen nur 4.800 als
zuverlässig anerkannt haben.

Aus den Hadith-Sammlungen wurden wieder


Auszüge hergestellt, z.B. die unter dem Namen
Miskhat bekannte und oft als Quelle der
Gesetzespraxis benützte Sammlung.

Die Schiiten besitzen eine eigene Hadith-


Literatur; sie erkennen nur solche Hadithen als
gültig an, die auf Ali, den Neffen und
Schwiegersohn Mohammeds, oder seine
Anhänger zurückgeführt werden können.

Eine Auswahl von Hadithen in deutscher


Sprache wurde 1988 vom Gütersloher
Verlagshaus Gerd Mohn herausgegeben:
"So sprach der Prophet / Worte aus der
islamischen Überlieferung / Ausgewählt und
übersetzt von Adel Theodor Khoury"
(365 Seiten, davon rund 30 Seiten einleitende
Informationen über den Hadith und über die
islamische Religion).

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Das Opferfest seinen Sohn Ismael (nicht Isaak! - im Koran


selbst wird allerdings gar kein Name erwähnt)
Das "Opferfest" (arab.: 'Id Al-Adha, türk.: auf Befehl Gottes zu opfern bereit gewesen
Kurban Bayram ) wird auch "das Große Fest" sein soll. Gott habe dann Ismael "mit einem
genannt, da es im Vergleich mit dem "kleinen großes Schlachtopfer" (Koran 37, 106 - hier
Fest" des Fastenbrechens als das ähnelt die koranische Darstellung dem
bedeutendere gilt. Das Fest beginnt immer am biblischen Bericht) ausgelöst. Der Engel
10. Tag des islamischen Monats Dhu l- Gabriel bringt als Ersatz für das Menschenopfer
Hidschdscha und dauert vier Tage (?). Da das einen Hammel als Opfertier.
islamische Jahr ein Mondjahr ist und nur 354
oder 355 Tage umfaßt, verschieben sich die Welche Bedeutung verbinden Muslime mit dem
Feste in bezug auf unsere Jahreseinteilung Opfer? Im Koran wird betont, dass sich
jedes Jahr um 10 oder 11 Tage nach rückwärts. Abraham und sein Sohn "ergeben gezeigt"
Das Opferfest beginnt 1997 am 19. April, 1998 hätten (37, 103). Die Opferbereitschaft
am 9. April und 1999 am 29. März. Abrahams und auch das Opfer der Muslime soll
also Ausdruck der unbedingten Hingabe, des
Die Opferung ist eines der Rituale während der bedingungslosen Gehorsams des Menschen
Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka. Im Tal von an Gott sein. Der Gläubige, der das Opfer
Mina bei Mekka werden dabei am festgesetzten vollzieht, stellt damit sein ganzes Leben Gott
Tag Hunderttausende von Tieren geschlachtet. zur Verfügung. "Wenn einer die Opfertiere Gott
Gleichzeitig wird dieses Opfer und das hochhält, ist es ein Ausdruck der Frömmigkeit
anschließende Fest auch von Muslimen in der des Herzens." (Koran 22, 32)
ganzen Welt vollzogen. Gemäß der "Sunna"
(der vorbildlichen Lebensweise des Propheten Denken Muslime bei ihrem Opfer auch daran,
Mohammed) ist das Opfer verbindlich für jeden Gott damit gnädig zu stimmen? Kann man gar
freien Muslim, der es sich leisten kann. davon sprechen, dass das Opfertier
stellvertretend für die Sünde des Menschen
Geopfert wird meist ein männliches Schaf, sterben muss? Gegen den Gedanken einer
möglich sind aber auch Ziegen, Kühe, Kamele. "Versöhnung" durch das Opfer spricht Sure
In der Regel schlachtet der Familienvater das 22,37, wo es von den Opfertieren heißt: "Weder
Tier für seine ganze Familie. Die Tiere müssen ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Gott, aber Ihn
fehlerfrei sein. Die Opferungshandlung wird erreicht eure Frömmigkeit". Im Opfer hofft der
nach einem festgesetzten Ritus vollzogen. Muslim nicht etwa auf eine Stellvertretung für
Dabei wird das Opfertier mit dem Kopf Richtung seine Sünden, sondern bringt symbolhaft Gott
Mekka gelegt. Der Vater oder derjenige, der an seine eigene Frömmigkeit dar. Der Gedanke,
seiner Stelle schlachtet, spricht verschiedene dass ein anderer stellvertretend für den
Gebetsformeln, zerschneidet dann die Menschen die Strafe übernehmen und dadurch
Halsschlagader des Tieres und lässt es Versöhnung erwirken könne, wird im Koran und
ausbluten. Ein Drittel des Fleisches verzehrt in der islamischen Überlieferung sehr hart
der Vater mit seiner Familie, zwei Drittel abgelehnt (Sure 6,164).
werden verschenkt - meist an ärmere Leute in
der Umgebung. Und doch scheint das Opfer einer jener
Bestandteile im Islam zu sein, in dem das Licht
Beim Schächten wird die Formel gesprochen: der biblischen Wahrheit nicht ganz ausgelöscht
"Im Namen Gottes. Gott ist groß. Herr Gott, in werden konnte. Sure 37, 107 spricht davon,
deinem Namen, durch dich und für dich. Nimm dass der Sohn Abrahams mit einem
es von mir an, wie du es von deinem Freund Schlachtopfer "ausgelöst" wurde. Ein Tier starb
Abraham angenommen hast." Das Opferfest ist an seiner Statt. Opfer werden von vielen
das "Fest Abrahams". Obwohl die Opfer auf Muslimen auch nicht nur anlässlich des
vorislamische Bräuche während der Pilgerfahrt Opferfestes gebracht. Im Volksislam haben
zurückgehen, verbindet die islamische Tieropfer ihren Platz auch z.B. bei Hochzeiten
Überlieferung sie mit Abraham, der im Tal Mina oder Begräbnissen, zur Besiegelung der
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Versöhnung zwischen Menschen und als


Schutz vor bösen Geistern. Vielfach spielt
dabei doch der Gedanke mit, dass Tieropfer ein
Mittel zur Reinigung von Schuld sein könnten.

So kann das Opferfest eine gute Gelegenheit


sein, Muslime auf die Bedeutung der biblischen
Opfer hinzuweisen: Die im Alten Testament von
Gott seinem Volk gebotenen Opfer sind ein
Hinweis darauf, dass zur Vergebung der Schuld
und Erlösung von Sünde stellvertretend Leben
gegeben werden muss. Ohne Blutvergießen
keine Vergebung (Hebräer 9,22). So
schwerwiegend ist unsere Verlorenheit, dass
die Darbringung unserer "eigenen Frömmigkeit"
niemals zur Sühne ausreichen kann.

Alle alttestamentlichen Opfer und unbewusst


auch die Opfer der Religionen inklusive des
Islam weisen auf das eine große Opfer hin,
durch das Gott selbst uns auslöst: das Sterben
des sündlosen Sohnes Gottes, Jesus Christus.
Er ist "Gottes Lamm, welches der Welt Sünde
trägt" (Johannes 1,29). Weil er ein für allemal
(Hebräer 9,28) das für alle ausreichende Opfer
gebracht hat, sind seitdem keine Tieropfer
mehr nötig. Wer Tieropfer bringt, weist dadurch
bewusst oder unbewusst das
Versöhnungsangebot Gottes zurück.

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Da`wah - Der Ruf zum Islam Unterschiede zwischen biblischer "Mission" und
islamischer "Da`wah"
Muslime reden in der Regel nicht gern von
islamischer "Mission", denn Gesandte (= Aus der Tatsache, dass der Islam innerweltlich
Missionare) Gottes sind eigentlich nur einige die Herrschaft Allahs aufrichten und ausweiten
der wichtigsten Propheten. Mit der Sendung will und keine strikte Trennung von Religion
Muhammads, des "Siegels der Propheten" und Staat kennt, ergeben sich grundlegende
(Sure 33,40) und der Herabsendung des Koran Unterschiede zwischen der islamischen
ist die göttliche Mission zum Abschluss "Da`wah" und dem biblischen
gekommen. Missionsverständnis:

Dennoch ist der Islam in dem Sinne eine A - Nach biblischem Verständnis kann die
"missionarische" Religion, dass er auf Gemeinde Jesu Christi nur durch "Mission"
Ausbreitung angelegt ist. Er beansprucht aufgebaut und ausgebreitet werden.
universale Gültigkeit (Sure 34,28). Sein Ziel ist
die Aufrichtung der islamischen Ordnung bzw. "Da`wah" ist eine Form der Ausbreitung des
Herrschaft über die ganze Welt und über alle Islam unter vielen anderen.
Lebensbereiche aller Menschen.
B - Das Ziel biblischer Missionstätigkeit ist,
Diesem Ziel dienen die verschiedenen Formen dass Menschen die Botschaft von der Erlösung
oder Stufen des "Dschihad", der Anstrengung durch Jesus Christus hören und zum
für die Sache Allahs. Dschihad kann passiver persönlichen Glauben an ihn kommen, um
Widerstand oder sogar nur innere, gedankliche dadurch ewiges Leben zu empfangen und in
Verurteilung einer unislamischen seine Gemeinde eingefügt zu werden.
Handlungsweise sein, aber auch verbale
Angriffe gegen andere, als verkehrt Im Islam liegt der Schwerpunkt nicht auf
angesehene Religionen bis hin zum persönlicher Gläubigkeit oder gar der festen
bewaffneten Kampf umfassen. Zusage des ewigen Heils (darüber wird ja Allah
erst am Tag des Gerichts entscheiden),
"Da`wah" ist eine Form des Dschihad. Sie kann sondern darauf, dass die islamische Ordnung
von Muslimen als "Dschihad mit Worten" das öffentliche Leben beherrscht.
bezeichnet werden (Ömer Öngüt; Islam,
Istanbul 1996, S. 334f). Deshalb ist es im Blick auf die "Schriftbesitzer"
(Christen, Juden und Zoroastrier) ausreichend,
Die Grundbedeutung des arabischen Wortes wenn sie dem Machtbereich des Islam
"da`wah" ist: Ruf. Es kann außerdem Aufruf, unterworfen sind; als Einzelne müssen sie nicht
Aufforderung, Einladung, Propaganda etc. zum Islam übertreten, sondern können - im
bedeuten. Im Kontext des islamischen Rechts Rahmen der islamischen Ordnung! - ihren
ist "Da`wah" der Ruf oder die Einladung an Glauben beibehalten. Da man ungern auf die
Einzelne oder Gruppen von Menschen, den von ihnen zu zahlende Kopfsteuer verzichten
Islam anzunehmen bzw. sich Allah zu wollte, wurden sogar zeitweilig, wie z.B. im
unterwerfen. Dabei Osmanischen Reich, Massenübertritte zum
werden sie nach islamischem Verständnis Islam gar nicht gern gesehen. (Nur die
aufgefordert, zum Islam zurückzukehren, da ja eigentlichen Polytheisten müssen bis zur
alle Menschen eigentlich als Muslime geboren Annahme des Islam bekämpft werden - was
werden. allerdings auch nicht immer und überall
geschah.)
Als koranische Grundlage für die Da`wah wird
oft Sure 16,125 zitiert: "Rufe zum Weg deines Da`wah wendet sich oft in besonderer Weise
Herrn mit Wahrheit und guter Ermahnung und an Personen in Schlüsselstellungen, um
streite mit ihnen auf die beste Art..." möglichst wirksam gesellschaftliche Strukturen
beeinflussen zu können.
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islamischen Gesetzes zu überzeugen und zur


C - Mission im biblischen Sinn geht nicht über Annahme des Islam aufzufordern.
die Verkündigung des Wortes Gottes hinaus;
alles Weitere muss sie dem Wirken des Da`wah geschieht häufig in Form von
Heiligen Geistes und der Entscheidung jedes Informationsveranstaltungen ("Islamischen
einzelnen Zuhörers überlassen. Wochen" etc.) und Debatten. Muslime in
Europa versuchen dabei, ein möglichst
Laut Koran 9,60 können Mittel aus der positives Bild vom Islam zu zeichnen, z.T.
sogenannten "Almosensteuer" (Zakat) unter indem sie Sachverhalte, die für westliche,
anderem verwandt werden für Menschen, "die humanistisch geprägte Menschen anstößig sein
(für die Sache des Islam) gewonnen werden können (z.B. die Stellung der Frau, die Strafen
sollen" (R. Paret). Das entspricht auch der für den Abfall vom Islam), umgehen oder
Praxis Mohammeds. entschärfend interpretieren. Andererseits
benutzen sie die Schriften bibelkritischer
Im Islam wird (unter Hinweis auf Sure 2,256) oft "christlicher" Theologen, um den christlichen
betont, dass auf die Schriftbesitzer kein Zwang Glauben als unvernünftig und überholt
ausgeübt werden dürfe, Muslime zu werden. darzustellen.
Dennoch kann es auch ihnen gegenüber
Gründe zur Gewaltanwendung geben: 1. um zu www.orientdienst.de
verhindern, dass Muslime in fremden Ländern
der Unterdrückung, Verfolgung oder Verführung
(evtl. durch christliche Mission) ausgesetzt
werden; 2. um die Verhinderung islamischer
Missionstätigkeit in nicht-islamischen Ländern
zu bekämpfen (Khoury, Was sagt der Koran
zum Heiligen Krieg?, S. 18).

So kommt sehr nahe hinter dem "Wort" das


"Schwert" zum Vorschein. Es gibt keine
eindeutige und vor allem keine
unüberschreitbare Grenze zwischen friedlicher
Einladung zum Islam und der Androhung und
Anwendung von Gewalt.

Das heißt nicht, dass der Islam sich in vielen


Gegenden nicht auf friedlichem Wege
ausgebreitet habe: Oft waren es muslimische
Händler und Reisende, die durch ihr Vorbild
und ihre Verkündigung Menschen in ihrer
Umgebung bewogen, den Islam anzunehmen.

D - Biblische Mission wendet sich vor allem an


Herz und Gewissen eines Menschen, um ihm
zu zeigen, dass er als Sünder Vergebung
braucht, und um ihn einzuladen, die
Versöhnung mit Gott als Geschenk Seiner
Gnade anzunehmen.

Da`wah richtet sich stärker an Verstand und


Willen eines Menschen, um ihn von der
Vernünftigkeit des reinen islamischen
Monotheismus und der heilsamen Ordnung des
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Die Propheten offenbart wurde.

Laut islamischer Lehre verpflichtete Gott Adam Botschaft


und seine Kinder, sich ihm zu unterwerfen und
ihm allein zu dienen (Sure 36,60-61). Jeder Die Botschaften der Propheten können in den
Mensch ist daher von Natur aus Muslim, der Einzelheiten voneinander abweichen - je nach
Islam die schöpfungsgemäße Religion (vgl. dem Volk, zu dem ein Prophet gesandt wurde
Sure 30,30). und je nach den Besonderheiten der kulturellen
und geschichtlichen Situation. Die
Weil die Menschen dennoch immer wieder vom Grundaussage ihrer Verkündigung ist jedoch
Weg Gottes abwichen, sandte Gott Propheten. immer die gleiche: Der Ruf zur Umkehr von den
Sie waren Künder seiner Botschaft an ein Götzen zu dem einzigen Gott angesichts des
besonderes Volk oder auch an die ganze herannahenden Gerichtes Gottes (Sure 21,25).
Menschheit. Den Propheten wiederum
vermittelte der unendlich ferne Gott seine Jeweils ist der Prophet mit seiner Botschaft auf
Botschaft durch Engel. So soll der Prophet Widerstand und Anfeindung gestoßen. Jeweils
Mohammed seine Offenbarungen jeweils durch hat Gott jedoch ihn und seine Botschaft
den Erzengel Gabriel erhalten haben. bestätigt (dazu gehört ein
Beglaubigungswunder, das Gott durch jeden
Der Glaube an alle Propheten gehört zu den Propheten wirkt) und diejenigen, die im
fundamentalen Glaubensartikeln des Islam. Unglauben verharrten, bestraft.

Propheten in großer Zahl Um die Glaubwürdigkeit seiner Propheten zu


sichern, hat Gott ihnen laut heute anerkannter
Der Islam legt sich nicht darauf fest, wie viele islamischer Theologie auch Sündlosigkeit
Propheten Gott im Laufe der geschenkt. Der Koran allerdings setzt durchaus
Menschheitsgeschichte berufen hat. Einige die Sündhaftigkeit auch der Gesandten Gottes
Koranstellen gehen davon aus, dass zu jedem voraus (z.B.: Adam - 2,35-38; Noah - 11,46-47;
Volk zu irgendeiner Zeit ein Warner gesandt Abraham - 26,82-83; Mohammed - 40,55;
wurde (Sure 13,7b; 35,24). Namentlich werden 47,19; 48,1-2).
im Koran 25 Propheten erwähnt. 19 dieser
Namen haben eine Entsprechung im Alten oder Nach dem Bilde Mohammeds
Neuen Testament: Adam, Noah, Abraham,
Ismael, Isaak, Lot, Jakob, Josef, Moses, Aaron, Das ständig wiederkehrende Schema in der
David, Salomo, Elia, Elisa, Jona, Hiob, Darstellung der Propheten vor Mohammed
Zacharias, Johannes der Täufer und Jesus. deutet auf ein wichtiges Merkmal der
islamischen Lehre von den Propheten:
Als letzter Prophet und Bote Gottes für die Mohammed benutzt die alten
ganze Welt gilt Mohammed. Er wird als das Prophetengeschichten vor allem dazu, seine
"Siegel der Propheten" bezeichnet. Damit wird eigene Sendung zu rechtfertigen und zu
behauptet, dass er alle Prophetien der untermauern (vgl. Sure 4,163-165): Seine
Vergangenheit bestätigt, vollendet und Botschaft wird von manchen Mekkanern nicht
abgeschlossen habe. geglaubt? Aber die gleiche Botschaft haben
doch schon viele Propheten vor ihm verkündet.
Das arabische Wort für "Prophet" ist "nabi", was Mohammed wird verspottet? So ging es ja auch
wörtlich "Künder" bedeutet. Einige der Boten den Boten Gottes vor ihm (Sure 43,7) - und sie
Gottes werden jedoch auch als "rasul" erlebten Gottes Strafgericht über die Spötter
(Gesandter) bezeichnet. Manche theologische (Sure 43,8).
Schulen des Islam sehen beide Titel als Hinter diesem auf Mohammed gemünzten
gleichbedeutend. Laut anderer Theologen wird Schema verblasst der besondere Charakter der
als "rasul" nur ein solcher Prophet bezeichnet, einzelnen Propheten. Das wird besonders
dem von Gott ein Buch oder ein neues Gesetz deutlich, wenn man die Aussagen von Koran
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und Bibel über von beiden genannte Personen


vergleicht. Im Gegensatz zu den sehr
unterschiedlichen Charakteren der biblischen
Propheten besitzen die koranischen Propheten
kaum eigenständige Bedeutung. Sie sind 'nach
dem Bilde Mohammeds' geschaffen.

Der Islam stellt oft seinen "Glauben an alle


Propheten" als beispielhaft tolerant dar. Bei
Licht betrachtet bleibt jedoch nur der sehr
einseitige Glaube an einen Propheten
(Mohammed) und der Glaube an seine Sicht
des Prophetentums, der alle vorherigen
Propheten einverleibt werden. Mohammed hat
sozusagen alle Propheten vor ihm ohne deren
Einverständnis zu Muslimen gemacht. Während
in der Bibel eine Vielzahl von Zeugen mit ihrer
unverwechselbaren persönlichen Färbung den
einen Gott und seinen Erlöser verkünden, tritt
uns im Koran nur ein Zeuge entgegen. Allein
durch seine Brille dürfen die Boten Gottes vor
ihm gedeutet werden.

Jesus - einer von vielen

Besonders schmerzhaft ist für uns Christen, wie


auch Jesus in dieses Schema der Bestätigung
Mohammeds eingeordnet wird. Ausdrücklich
wird betont, dass er "nichts anderes als ein
Gesandter" (Sure 5,75) wie viele vor ihm sei
und "nichts als ein Diener" (Sure 43,59). Seine
Gottessohnsschaft und Gottheit werden in aller
Schärfe abgelehnt (Sure 4,171; 5,17 + 116;
9,30-32 u.a.)

Und doch findet sich selbst im Koran eine


Ahnung davon, dass Jesus eine über alle
anderen Propheten herausgehobene Stellung
innehat. So wird er mit einigen herausragenden
Titeln bezeichnet (z.B. "Messias" - Sure 4,171
u.a.; "Wort Gottes" - 3,45; 4,171; "Geist von
Gott" - 4,171...).
Über sündiges Verhalten Jesu (im Gegensatz
zu anderen Propheten, s.o.) macht selbst der
Koran nicht die geringste Andeutung.

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Ahmadiyya ca. 200 Deutsche. Weltweit soll die Ahmadiyya


12 Millionen Mitglieder haben. Sie ist
Wer in westlichen Großstädten auf einen besonders stark in Westafrika verbreitet. In
Büchertisch mit "missionierenden" Muslimen Gambia gab es in den sechziger Jahren sogar
trifft, hat es dort sehr häufig mit "Ahmadis" zu schon einmal einen Ahmadi als
tun, den Anhängern der "Ahmadiyya Muslim Staatsoberhaupt. Führer der weltweiten
Jamaat" (Jamaat = Gemeinde). Mit Eifer, Gemeinde ist der vierte Khalif, Hazrat Khalifatul
bunten Broschüren und auf den Westen Masih IV.
zugeschnittenen Parolen versuchen Ahmadis,
die eigene Vorstellung vom Islam auch Sind Ahmadis Muslime?
christlichen Ländern zu propagieren. So rief der
3. Khalif der Bewegung bei einer Rede in Das pakistanische Parlament verabschiedete
London aus: "Kommt her und nehmt den Islam im Jahr 1974 eine Resolution, in der alle
an,..., denn darin liegt all Euer eigenes Gutes Ahmadis zu Nicht-Muslimen erklärt wurden.
und das Gute Eurer zukünftigen Dabei verstand sich Mirzat Ghulam Ahmad, der
Generationen..." Gründer der Ahmadiyya, ja als Reiniger des
Islam. Die üblichen Lehren und Pflichten des
Geschichte Islam werden bis heute von jedem Ahmadi
akzeptiert.
Der Begründer der Ahmadiyya-Gemeinde,
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad wird 1835 in Stein des Anstoßes ist für die anderen Muslime
Qadian in Nordindien geboren. Aufgrund vor allem die Lehre von den Propheten. Nach
angeblicher Offenbarungen Allahs erklärt er ihnen war Mohammed der letzte Gesandte
sich zum "Auserwählten Gottes", später zum Gottes, das "Siegel der Propheten". Zwar
Propheten. Ghulam Ahmad beansprucht, die erkennen Ahmadis Mohammed als letzten
Erfüllung von Verheißungen verschiedener gesetzgebenden Propheten an. Nach ihm habe
Religionen zu sein. In ihm ist der Messias es jedoch immer wieder sogenannte
Jesus, der verheißene Krischna und der Imam "Schattenpropheten" gegeben, zu denen auch
Mahdi, den die Schiiten erwarten, gekommen. Ghulam Ahmad gehört habe. Auch diese
Mohammed untergeordneten Männer, hören
Seine Aufgabe sieht Ghulam Ahmad darin, den Gottes Stimme und geben seinen Willen weiter.
Islam zu reinigen, wiederzubeleben und
weltweit auszubreiten. Er verheißt seinen Unterschiede zur islamischen Orthodoxie gibt
Anhängern, "innerhalb von 300 Jahren nach es auch in der Darstellung der Geschichte
ihrer Entstehung werde die Gemeinde nahezu Jesu. Die meisten islamischen Theologen
die ganze Welt umfassen, so dass die Erde in lehren, Gott habe einen anderen an Jesu Stelle
die Bruderschaft des Islams eintreten wird." kreuzigen lassen. Jesus sei leibhaftig in den
Himmel aufgenommen worden. Der Gründer
1889 gründet Ahmad die "Ahmadiyya Muslim der Ahmadiyya behauptete dagegen, Jesus sei
Jamaat" und beginnt eine rege gekreuzigt worden, aber nur scheintot
Missionstätigkeit, die nach seinem Tod im gewesen. Seine Jünger hätten ihn gepflegt, bis
Jahre 1908 von seinen Nachfolgern (Khalifen) er stark genug gewesen sei, nach Kaschmir im
weltweit fortgesetzt wird. 1913 schickt man den heutigen Indien auszuwandern. Dort habe er
ersten Missionar nach England, 1920 nach den verlorenen Stämmen Israels gepredigt und
Amerika, 1923 nach Deutschland. sei im Alter von 120 Jahren eines natürlichen
Todes gestorben. So abenteuerlich diese
Seit Beginn einer systematischen Verfolgung Geschichte auch ist - sie hat selbst in nicht-
der Ahmadiyya durch sunnitische Muslime in muslimischen Kreisen Resonanz gefunden.
Pakistan kamen viele pakistanische Ahmadis
als Asylbewerber nach Deutschland. Nach Pluspunkte können Ahmadis im Westen
Angaben der Bewegung gab es 1994 20.000 dadurch verbuchen, dass sie bei der
Anhänger in Deutschland, davon vermutlich nur Ausbreitung des Islam Gewalt ablehnen. In der
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Auseinandersetzung um den Schriftsteller


Rushdie beispielsweise hoben sie sich damit
vom fundamentalistischen Islam ab. "Dschihad"
(heiliger Krieg) ist für sie die Ausbreitung des
Islam mit friedlichen geistigen Mitteln.

Christen und Ahmadis

Eine besondere Herausforderung für Jünger


Jesu stellt die Ahmadiyya-Gemeinde insofern
dar, als sie sich in ihren Missionsbemühungen
offensiv an die christliche Welt wendet. So
wurde z.B. auf dem Frankfurter Kirchentag
1987 von Ahmadis ein "Offener Brief an die
Christenheit" verteilt. Ahmadiyya- Missionare
versuchen, mit Bibelzitaten und logischen
Schlüssen zu beweisen, dass Jesus nicht Gott
war, dass er nur scheintot war oder dass
Mohammed schon in der Bibel verheißen
wurde.

Christen werden sich im Gespräch mit Ahmadis


auf argumentativ geführte Diskussionen
einzustellen haben und dabei ihre Bibel gut
kennen müssen.

Auch wenn Ahmadis die Ausbreitung des


Glaubens mit Gewalt ablehnen und stärker als
andere Muslime geistige Werte betonen: Die
Ahmadiyya lehnt, wie der orthodoxe Islam
gerade die entscheidenden Heilstatsachen ab:
die Gottessohnschaft Jesu und seinen
stellvertretenden Tod am Kreuz. Daher stellt
auch die Ahmadiyya eine anti-christliche Lehre
dar. Ihr Gründer Mirzat Ghulam Ahmad, der
sich als wiedergekommenen Messias
bezeichnete, fällt unter das Urteil Jesu: "Es
werden falsche Christi und falsche Propheten
aufstehen." (Mt. 24,23-24a)

Weitere Informationen zur Ahmaddiya-Sekte


und ihrer Beurteilung finden Sie bei:
www.haensel-hohenhausen.de unter
"Ahmadiyya-Bewegung des Islam", ein Buch
von Hiltrud Schröter, 4.Aufl., 2005, 167 Seiten,
ISBN 3-8267-1206-4

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Würdenamen Jesu im Koran betont jedoch die Unbescholtenheit Marias


(21,89) und bestätigt die biblische Lehre der
Der Koran verleiht Jesus einige hohe Titel. In Jungfrauengeburt (3,47). Dabei wird allerdings
ihnen klingen z.T. biblische Wendungen an. Bei hervorgehoben, dass Jesus und seine Mutter
einer genaueren Untersuchung zeigt sich nichts anderes als Menschen waren: "Beide
jedoch, wie wenig wir ein gemeinsames pflegten Speise zu essen." (5,75) - Einerseits
Verständnis voraussetzen können, selbst wenn bezeugt also auch der Koran die Einzigartigkeit
Muslime Begriffe gebrauchen, die den der Geburt Jesu. Andererseits verneint er aber,
christlichen entsprechen. Vieles müssen wir dass damit ein zeichenhafter Hinweis auf einen
Muslimen von der Bibel her erklären, wenn wir besonderen Auftrag Jesu oder gar auf seine
ihnen bezeugen wollen, wer Jesus Christus Gottessohnschaft verbunden sei.
wirklich ist.
3. Gesandter Gottes (Rasul Allah) - Mit der
In Sure 4, 171+172 werden - in einer Aussage, dass Jesus "nur" der Gesandte
Auseinandersetzung Mohammeds mit den Gottes sei, bekämpft der Koran die
"Leuten des Buches" - die wichtigsten "Übertreibung" der Christen, die in ihm etwas
Würdenamen genannt, die der Koran Jesus Höheres als Mohammed sehen wollen. Der
beilegt: Islam meint, Jesus mit dem Titel "Gesandter
Gottes" oder auch "Prophet" (19,30) hoch zu
"O ihr Leute des Buches, übertreibt nicht in ehren. Ihm wird jedoch nur eine begrenzte
eurer Religion und sagt über Gott nur die Sendung (zu den 12 Stämmen Israels)
Wahrheit. Christus Jesus, der Sohn der Maria, zuerkannt. Teil seines Auftrags war es, den
ist doch nur der Gesandte Gottes und sein letzten Gesandten Mohammed anzukündigen.
Wort, das er zu Maria hinüberbrachte, und ein
Geist von Ihm. So glaubt an Gott und seine 4. Wort Gottes (Kalimat-hu) - Nach dem
Gesandten. Und sagt nicht: Drei. Hört auf, das Verständnis vieler Koranausleger bedeutet
ist besser für euch. Gott ist doch ein einziger diese Bezeichnung, dass Jesus durch das
Gott. Gepriesen sei Er und erhaben darüber, Wort bzw. den Befehl Gottes geschaffen
dass Er ein Kind habe... <172> Christus wird es worden sei; sie bezeugt also vor allem die
sicher nicht aus Widerwillen ablehnen, Diener Allmacht Gottes. Der Koran unterstreicht: "Mit
Gottes zu sein..." Jesus ist es vor Gott wie mit Adam. Er erschuf
ihn aus Erde, dann sagte Er zu ihm: Sei! und er
1. Christus (Al-Masih) - Der Koran geht an war" (3,59). Andere erklären diesen Titel damit,
keiner Stelle auf die Bedeutung des Titels Al- dass Jesus das Wort Gottes zu den Menschen
Masih (Messias) ein. Z.T. wird er wie ein gebracht habe. - Die biblische Auffassung, dass
Namensbestandteil ohne weiteren Inhalt Jesus in Person mit seinem ganzen Leben und
behandelt, manchmal einfach anstelle von seinem Tod das entscheidende Wort Gottes für
"Jesus" gebraucht (z.B. Sure 5,72). Einzelne alle Menschen sei und dass er als "Wort
Koranausleger kennen durchaus die Gottes" von Ewigkeit her bei Gott war, teilt der
Bedeutung "der Gesalbte. Sie legen diesen Koran nicht.
Begriff unterschiedlich aus: Jesus sei mit dem
Segen Gottes gesalbt; seine Salbung bedeute 5. Ein Geist von Gott (Ruhun minhu) - Diese
seine Sündlosigkeit oder seine Berufung zum Wendung besagt nach islamischem
Propheten. - Der Koran kennt Jesus aber nicht Verständnis, dass Jesus durch das Einhauchen
als den im Alten Testament verheißenen des göttlichen Geistes von Maria empfangen
"Gesalbten", der seinem Volk Heil und Erlösung wurde (21,91). An verschiedenen Stellen (2,
bringt. 87+253; 5,110) kann der Koran davon reden,
dass Allah Jesus durch den Geist der Heiligkeit
2. Sohn der Maria (Ibn Maryam) - Die Nennung gestärkt und ihn so zu Wundertaten befähigt
eines Sohnes nach der Mutter hat in der Regel habe.
einen negativen Beiklang, denn sie kommt nur
vor, wo der Vater unbekannt ist. Der Koran 6. Diener / Sklave Gottes (Abd Allah) - Mit
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dieser Bezeichnung wird Jesus im Grunde auf


die gleiche Stufe wie alle Menschen gestellt
(19,93). Der Ausdruck "Sklave Gottes" ist
allerdings nicht erniedrigend oder entwürdigend
zu verstehen; im koranischen wie im biblischen
Sinn weist er hin auf die hohe Bestimmung des
Menschen, Gott zu dienen. - Der Koran weiß
jedoch weder etwas von dem stellvertretend
leidenden Gottesknecht nach Jesaja 53 noch
von dem Sohn Gottes, der sich selbst
erniedrigte und Knechtsgestalt annahm (Phil
2,7).

Weitere Bezeichnungen für Jesus, die an


anderen Stellen im Koran vorkommen, sind:
Gerechter (6,85); Angesehener und einer von
den Nahegebrachten (3,45); ein Zeichen für die
Menschen (19,21); ein Vorbild (43,59); der
Zeuge (4,159).

Von entscheidender Bedeutung ist auch, was


der Koran nicht über Jesus sagt bzw. welche
Titel er vehement zurückweist: Sehr deutlich
wird in Sure 4,171 die Ablehnung der Trinität
und der Gottessohnschaft ausgesprochen.
Andere Texte betonen ähnliches: er ist nicht
Allah (5,17) und er ist nicht Sohn Gottes (9,30).
(Die Gottessohnschaft Jesu wird im Islam unter
anderem aufgrund des Missverständnisses
einer sexuellen Zeugung abgelehnt.)

Im Koran werden Jesus Würdenamen


verliehen, die ihn eigentlich über alle anderen
Propheten erheben. (Das bringt manche
Muslime dazu, mehr über Jesus wissen zu
wollen.) Sie werden aber jeweils so gedeutet,
dass Jesus völlig in den Rahmen des
islamischen Prophetenverständnisses
eingepasst wird. Trotz der hohen Titel weiß der
Koran nichts davon, dass in Jesus der
verheißene Christus Gottes erschienen ist, der
als Sohn und Knecht Gottes gehorsam wurde
bis zum Tod am Kreuz, der sein Leben hingab
"zu einer Erlösung für viele" und in dem sich
Gott selber offenbart.

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Der Glaube an die Bücher - Der Koran Mohammeds.

Mohammed soll einmal von dem Engel Gabriel Im Gespräch betonen Muslime gern, dass sie
gefragt worden sein, was der islamische alle Bücher anerkennen, die von Gott offenbart
Glaube beinhalte. Seine im Hadith überlieferte wurden. Sie beziehen sich dabei oft auf Sure 2,
Antwort war: 136: "Sprecht: Wir glauben an Gott und an das,
"Der Glaube ist, dass du an Allah, Seine Engel, was zu uns herabgesandt wurde, und an das,
Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten was herabgesandt wurde zu Abraham, Ismael,
Tag und die göttliche Vorsehung, das heißt, Isaak, Jakob und den Stämmen, und an das,
dass Allah Gutes und Böses zuvor festgelegt was Mose und Jesus zugekommen ist, und an
hat, glaubst." das, was den (anderen) Propheten von ihrem
Herrn zugekommen ist. Wir machen bei keinem
Für Muslime gehört es zu den sechs von ihnen einen Unterschied. Und wir sind Ihm
grundlegenden, absolut verbindlichen ergeben."
Glaubensverpflichtungen, an die Bücher zu Verfälschung der Schriften
glauben, die Allah durch Seine Propheten zu
den Menschen gesandt hat. Fragt man allerdings, ob sie also auch z.B. das
Evangelium lesen, erhält man in der Regel die
Islamische Theologen vertreten die Auffassung, Antwort: "Wir glauben an alle Bücher in ihrer
dass Gott zu verschiedenen Zeiten unverfälschten Urform. Alle Bücher außer dem
verschiedenen Völkern jeweils in ihrer Sprache Koran sind jedoch leider verfälscht worden. Im
eine heilige Schrift habe zukommen lassen. übrigen ist alles Wesentliche im Koran
Ursprünglich sei der Inhalt aller heiligen Bücher enthalten."
im wesentlichen der gleiche gewesen, und jede
spätere Schrift habe die vorherige bestätigt. Weitere Rückfragen, wer denn wann die
Zugleich habe allerdings auch die neuere anderen (biblischen!) Bücher verfälscht habe
Schrift jeweils die ältere ersetzt. - Manche und welche geschichtlichen Belege es dafür
Muslime reagieren deshalb erstaunt, wenn sie gebe, werden zumeist nur sehr vage oder mit
erfahren, dass zur Bibel der Christen außer Hinweisen auf die Forschungen neuerer
dem Evangelium auch die älteren Schriften von christlicher Theologen beantwortet (s. Artikel
Mose, David und anderen gehören. "Warum Muslime die Bibel für verfälscht
halten", S. 7-11).
Der Sinn der Bücher besteht nach islamischem
Verständnis darin, den Menschen den Weg der Von praktischer Bedeutung ist für Muslime also
Rechtleitung zu zeigen und sie vor Irrwegen zu lediglich der Koran. (Für die Christen und
warnen, damit sie im Diesseits und im Jenseits Juden selber mögen jedoch - trotz aller
Glück und Wohlergehen erlangen. angeblichen Verfälschungen - ihre jeweiligen
Schriften in gewissem Rahmen verbindlich
Welche heiligen Bücher gibt es? bleiben.)

Der Koran erwähnt "Seiten" oder "Blätter" Das entscheidende Buch: der Koran
(Suhuf) Abrahams (Sure 87,19) und anderer
Propheten, die allerdings alle nicht erhalten Nach islamischer Auffassung wurde der Koran
geblieben sind und über deren Inhalt der Koran dem Propheten Mohammed durch den Engel
auch nichts Näheres mitteilt. Gabriel überbracht. Beginnend mit der
Berufung Mohammeds zum Propheten bis kurz
Die Bücher, die im Koran genannt werden und vor seinem Tod übermittelte der Engel ihm zu
denen nach muslimischen Aussagen große den verschiedenen Offenbarungsanlässen
Bedeutung zukommt, sind: jeweils einzelne Verse oder kurze Suren
- Die Taurat (Thora) Moses, (Kapitel des Koran), die wortwörtlich mit einer
- Der Zebur (Psalter) Davids, im Himmel aufbewahrten Urschrift (Sure 43,2-4
- Das Indschil (Evangelium) Jesu und und 85,21+22) übereinstimmen. Mohammed
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ließ die jeweils offenbarten Abschnitte von


seinen Gefährten aufschreiben und auswendig
lernen. Nach seinem Tod wurde der Koran so
in Buchform gebracht, wie es Mohammed kurz
vorher angeordnet hatte. Die endgültige
Festlegung des Korantextes erfolgte durch den
3. Kalifen, Othman, im Jahre 653, 21 Jahre
nach Mohammeds Tod. (Tatsächlich scheint
die Zusammenstellung und Überlieferung des
Korantextes allerdings komplizierter gewesen
zu sein.)

Muslime sehen den Koran als Gottes


endgültige Offenbarung, die alle anderen
Bücher relativiert und korrigiert. Er ist nach ihrer
Meinung völlig unverfälscht überliefert worden -
und stellt nach Ausdrucksweise und Inhalt ein
solches Wunder dar, dass niemand auch nur
eine seiner kleinsten Suren nachahmen kann.
Nur in seiner arabischen Urform ist er wirklich
"der Koran"; Übersetzungen geben lediglich
seinen ungefähren Sinn wieder.

Eine Untersuchung und Beurteilung des Koran


mit Mitteln der Literatur- oder
Geschichtswissenschaft ist deshalb für viele
gläubige Muslime völlig undenkbar und wird
möglichst unterdrückt (vgl. die Prozesse gegen
den Literaturprofessor Nasr Hamid Abu Zaid in
Ägypten seit 1993).

Für den Islam ist der Koran vor allem die


Hauptquelle für das islamische Recht - nicht ein
"Brief" Gottes, der den Weg zur Rettung von
der Macht der Sünde und zur Gemeinschaft mit
Gott zeigt.

Den Koran auswendig zu lernen und


Korantexte zu rezitieren gilt als sehr
verdienstvoll.

Koranverse werden auch zur Herstellung von


Amuletten und wunderwirkenden "Medizinen"
benutzt.

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Die Vorzeichen des Endgerichts im Islam gleicht.


3. `Isa (islamischer Name für Jesus) - wird
Der kommende Tag des Gerichts ist für wiederkommen. Der Islam lehrt, dass Jesus
Muslime das entscheidende Ereignis, auf das nicht am Kreuz starb, sondern von Gott zu sich
die gesamte Weltgeschichte zuläuft. Der in den Himmel erhoben wurde. Nach dem
Glaube an die Auferstehung der Toten und das Koran ist Jesus "ein Erkennungszeichen des
Gericht Gottes über die Taten der Menschen Jüngsten Tages" (Sure 43,61). - Mohammed
gehört zu den grundlegenden islamischen soll gesagt haben: "`Isa, der Sohn der Maryam,
Glaubensverpflichtungen. "Wer an Allah und wird bald als gerechter Richter kommen, das
den jüngsten Tag glaubt und Gutes tut, (alle Kreuz zerbrechen, das Schwein töten, die
diese) erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie Kopfsteuer abschaffen..." Außerdem werde er
haben nichts zu befürchten, und sie werden Kirchen und Synagogen in Trümmer legen und
nicht traurig sein." (Sure 2, 62) Wer den alle Christen, die den wahren Glauben, d.h. den
"jüngsten Tag" leugnet, gehört zu den Islam, nicht annehmen wollen, niedermachen.
Ungläubigen. Andere Überlieferungen besagen, dass er auf
ein Minarett östlich von Damaskus
Besonders in der Anfangszeit seines Auftretens herabsteigen und den Dadschal töten werde. -
hat Mohammed mit aufrüttelnden Worten das Er soll durch sein Gebet auch dem folgenden
Gericht Gottes angekündigt, vor der "nahen" Vorzeichen des nahenden Gerichts ein Ende
Abrechnung (Sure 53,57) gewarnt und seinen bereiten:
Zuhörern Höllenfeuer und Paradies in 4. Gog und Magog - zwei Völker unbestimmter
leuchtenden Farben vor Augen gemalt. Herkunft werden sich über die Erde verbreiten
und eine Zeitlang in ihrer Umgebung Unheil
Allerdings finden wir im Koran zwar eine anrichten (Sure 21,96).
Beschreibung vom Tag des Gerichts und 5. Ein Tier aus der Erde - wird den Menschen
seinen Begleiterscheinungen (vgl. u.a. Sure 99 ihren Unglauben vorwerfen (Sure 27,82).
und 101), jedoch keine ausführlichen 6. Die Sonne wird im Westen aufgehen.
Prophezeiungen über den Verlauf der 7. In der Gegend des Hedschas (in Arabien)
endzeitlichen Geschichte. Weit mehr Material wird ein großes Feuer ausbrechen.
zu diesem Thema enthalten die Hadithen, 8., 9. und 10. Drei große Bodensenkungen
kurze Berichte über Aussagen und werden sich ereignen - eine im Osten, eine im
Handlungsweisen Mohammeds, die nach Westen und eine auf der arabischen Halbinsel.
seinem Tod weitererzählt und gesammelt
wurden. Da jedoch im Islam die Zuverlässigkeit Andere Überlieferungen nennen weitere
der einzelnen Hadithe umstritten ist, gibt es Personen (z.B. den Mahdi, der z.T. mit Jesus
auch kein einheitliches Bild der "Endzeit". gleichgesetzt wird) und Ereignisse, durch die
das nahe Ende der Geschichte angekündigt
Ein Schema über die Reihenfolge der wird: "Dass das Wissen verschwindet und
endzeitlichen Geschehnisse bezieht sich auf Unwissenheit herrscht, dass verschiedene
einen Hadith, der besagt: "Der jüngste Tag wird alkoholische Getränke zu sich genommen
nicht hereinbrechen, bevor ihr die zehn Zeichen werden und der Ehebruch öffentlich begangen
dafür gesehen habt." Dort werden dann die wird, sind gewiß Zeichen des jüngsten Tages."
folgenden Ereignisse genannt:
Auch folgender Ausspruch wird Mohammed
1. Duchan - ein großer Rauch wird die ganze zugeschrieben: "Zählt sechs Zeichen, die sich
Erde überziehen (Sure 44,10+11). Dieses ereignen, bevor der jüngste Tag hereinbricht:
Ereignis wird vierzig Tage lang andauern. 1. Mein Tod.
2. Dadschal - ein Betrüger wird sich zum Gott 2. Die Eroberung von Quds (Jerusalem).
erklären und fast alle Menschen verführen, 3. Verfall der Menschen durch eine Krankheit,
obwohl er an seiner Stirn die untilgbare Schrift die der Schafspest ähnelt.
"Kafir", Ungläubiger, trägt und sein rechtes 4. Überfluss an Hab und Gut. Wenn einem
Auge einer "heraushängenden Weintraube" hundert Goldstücke gegeben werden, und er
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zürnt, weil er es als gering ansieht und damit


nicht zufrieden ist.
5. Die Ausweitung eines Unfriedens, der ohne
Ausnahme in jedem arabischen Haus
herrschen wird.
6. Dass zwischen euch und der gelben Rasse
ein Friedensabkommen geschlossen wird, dass
sie diesen Frieden brechen und mit achtzig
Bannern (in jedem davon sind zwölftausend
Soldaten) zu euch kommen und euch
angreifen."

Bei unterschiedlichen Muslimen, z.B. bei


Sunniten und Schiiten, begegnen wir
unterschiedlichen Vorstellungen vom Ablauf
der Ereignisse vor dem Tag des Gerichts. Die
große, allen gemeinsame Perspektive ist die
Erwartung des jüngsten Gerichts und der
Wiederkunft Jesu als eines wichtigen
Vorzeichens.

Was in den islamischen Endzeiterwartungen


nicht vorkommt, ist die Entrückung der
Gemeinde Jesu und das Kommen Jesu als
Messias Israels. Jesus ist im Islam auch nicht
der, dem der Vater alles Gericht übergeben hat
(Joh. 5,22; Apg. 17,31). - Auch wenn der Islam
von der Wiederkunft Jesu spricht: es ist ein
anderer Christus, der erwartet wird.

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Aleviten der Türkei


Aleviten haben im osmanischen Reich eine
Während die Mehrheit der türkischen sehr wechselhafte Rolle gespielt. Oft erlebten
Bevölkerung dem sunnitisch-orthodoxen Islam sie jedoch Feindschaft und Unterdrückung
angehört, sind nach Schätzungen bis zu 30% seitens der sunnitisch-orthodoxen Muslime. So
Aleviten. Unter den Menschen türkischer ist es zu verstehen, dass Aleviten die Politik
Herkunft in Deutschland liegt dieser Anteil Atatürks begrüßten, der nach dem ersten
vermutlich sogar noch höher. Viele Kurden aus Weltkrieg die Verwestlichung der Türkei auf
der Türkei sind Aleviten. Es gibt jedoch auch Kosten des Islam einleitete. Als Reaktion auf
sunnitische Kurden und alevitische Türken. das Erstarken des Islam nach Atatürks Tod,
wandten sich viele junge Aleviten
Aleviten führen sich auf Ali, den Schwiegersohn sozialistischen Parteien zu. Erst nach dem
Mohammeds zurück. In der Verehrung Alis Zerbruch des russischen Sozialismus und dem
stimmen sie mit einer großen Hauptrichtung im Aufkommen des fundamentalistischen Islam
Islam, der Schia, überein. besinnen sich Aleviten wieder stärker auf ihre
Eine weitere Quelle des Alevismus ist der religiösen Wurzeln. Für die meisten ist jedoch
Batinismus, eine Bewegung, die schon in der Alevismus heute mehr eine Lebensphilosophie
Frühgeschichte des Islam für eine mystische als eine Religion.
und gesetzeslose Beziehung zu Allah warb.
Die schlimmen Erfahrungen mit sunnitischen
Seine besondere Prägung erhielt der Muslimen und die eigene religiöse Leere führen
alevitische Glaube allerdings erst unter den dazu, dass manche Aleviten in Deutschland
Türken in Anatolien. Einige der türkischen sich dem Christentum, besonders dem weniger
Stämme, die ab dem 11. Jahrhundert von der gesetzesbetonten Glauben der Protestanten,
mongolischen Steppe her nach Anatolien nahe fühlen. Die Betonung der Liebe, Jesu
einfielen, lernten auf ihrem Weg den Islam in Erbarmen auch gegenüber Armen und
seiner batinistisch-gesetzeslosen Form kennen. Geringen sprechen sie an. Sie werden in der
Im Laufe der Zeit wurden mit diesem Glauben Regel schnell bejahen, dass der Mensch nicht
Elemente des Schamanismus der Turkvölker durch Gesetzeserfüllung, sondern durch eine
verschmolzen. Die herausragende Figur des vertraute Beziehung Gott nahe kommt.
anotolischen Alevismus wurde Hadschi
Bektasch Veli (ca. 1248 - 1337), dem in der Auch wenn wir bei alevitischen Freunden also
Überlieferung große Gelehrsamkeit und weniger negative Vorurteile über das
Wunderkräfte zugeschrieben werden. Evangelium erwarten müssen als bei Sunniten,
Bektaschismus und Alevismus sind seitdem wäre es ein Irrtum anzunehmen, der Schritt zur
fast gleichzusetzen. Erlösung sei für sie natürlich. Dass Gott heilig
ist und ein Recht hätte, uns für unsere Sünden
Laut alevitischer Lehre ist Gott nicht fern. Er zu strafen, ist der alevitischen
lebt im sogenannten "perfekten Menschen" - Glaubensvorstellung fern. Manche Aleviten
besonders war das der Fall bei Ali, aber auch können leicht "Ja zu Jesus" sagen. Weil sie ihre
bei Jesus, Mohammed und anderen. Der Erlösungsbedürftigkeit nicht sehen, fällt es
"perfekte Mensch" wird als geradezu göttlich ihnen jedoch schwer, Jesus als den einzigen
angesehen. Weil er selbst Gut und Böse Weg zu Gott zu akzeptieren.
erkennen kann, sind äußere Gesetze oder
religiöse Bücher unbedeutend. Da Gott im So sind wir auch bei Aleviten auf ein
Menschen ist, besteht Gebet in erster Linie im tiefgehendes Wirken des Heiligen Geistes
Nachdenken über sich selbst. Statt ritueller angewiesen, der sie von ihrer Sündhaftigkeit
Gebete in der Moschee trifft man sich zu überzeugt und ihnen die Herrlichkeit Jesu zeigt.
Gemeinschaftsversammlungen (Dschem), bei
denen Tanz, Musik und religiöse Erzählungen
im Vordergrund stehen. Männer und Frauen www.orientdienst.de
nehmen gleichberechtigt daran teil.
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"Schutzbefohlene" - Christen und Juden


unter islamischer Herrschaft Weder aus dem Koran noch aus dem Beispiel
Mohammeds oder der ersten Kalifen lassen
Muslime rühmen oft die Toleranz des Islam und sich völlig einheitliche Bestimmungen für den
berufen sich dabei auf Sure 2, 256: "In der Umgang mit den "Schutzbefohlenen" ableiten.
Religion gibt es keinen Zwang." Deshalb können hier nur einige Regeln
skizziert werden, die je nach Situation und Land
In der Tat: wenn muslimische Heere Gebiete stark abgewandelt werden konnten.
eroberten, in denen Christen, Juden oder
Zarathustra-Anhänger lebten, wurden diese Der "Schutzvertrag" soll für die ganze
nicht gezwungen, den Islam anzunehmen, Lebenszeit gelten. "Schutzbefohlener"
sondern konnten auch unter islamischer (Dhimmi) kann jeder erwachsene, freie
Herrschaft ihre Religion beibehalten. Angehörige einer Buchreligion sein, der
Verstand besitzt, zum Kampf fähig ist und die
Allerdings haben diese religiösen Gruppen Kopfsteuer (Dschisya) zu zahlen vermag.
nach traditionellem islamischem Recht in einem Kinder, Frauen, arbeitsunfähige Männer und
islamischen Staat nicht die gleichen Rechte Personen, die kein Einkommen haben,
wie die Muslime. Sie gelten als brauchen keine Kopfsteuer zu bezahlen. Die
"Schutzbefohlene" oder "Schutzberechtigte" Kopfsteuer war je nach Epoche oder Gebiet
(Ahlu-dh-Dhimma), d.h. dass Muslime ihnen unterschiedlich hoch. Sie konnte allerdings zu
unter bestimmten Bedingungen Schutz für ihr manchen Zeiten als so belastend empfunden
Leben und ihren Besitz garantieren und werden, dass "Schutzbefohlene" es vorzogen,
gewisse Freiheiten gewähren dürfen. Auf den Islam anzunehmen, um von der Kopfsteuer
islamischer Seite ist nur der jeweilige Herrscher befreit zu werden.
berechtigt, den entsprechenden Schutzvertrag
abzuschließen. Die Gesetze, die den Dhimmi-Status definieren,
Der Koranvers, auf den sich diese Regelung im zielen darauf ab, es den unterworfenen
wesentlichen stützt, steht in Sure 9,29: "Kämpft Anhängern anderer Religionen unmöglich zu
gegen diejenigen, die nicht an Allah und den machen, den Aufbau der islamischen
Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gesellschaft in irgendeiner Form zu behindern
Allah und sein Gesandter verboten haben, und oder gar zu gefährden.
nicht der wahren Religion angehören - von
denen, die die Schrift erhalten haben - bis sie, Verbote und Einschränkungen
sich erniedrigend, Tribut entrichten."
So ist es nach islamischem Gesetz den
Gegen die Götzendiener (Polytheisten) sollen "Schutzbefohlenen" verboten, den Koran,
die Muslime nach Sure 9,5 allerdings so lange Mohammed oder den Islam zu kritisieren (vgl.
kämpfen, bis jene getötet werden oder sich das Blasphemiegesetz in Pakistan), einen
zum Islam bekehren. Muslim in bezug auf seine Religion zu
verwirren oder die Feinde der islamischen Welt
Erniedrigung zu unterstützen. Sie dürfen keine Positionen
einnehmen, in denen sie über Muslimen stehen
Solange die "Schutzbefohlenen" nicht bereit könnten, besonders in der Regierung, im
sind, den Islam, die beste Religion (Sure 3,19 Richteramt (für das der Islam die wichtigste
und 3,110) anzunehmen, muss ihnen ihre Voraussetzung ist), im Militär oder als
Unterlegenheit und die Minderwertigkeit ihres Polizisten. (Allerdings werden von einigen
Glaubens immer wieder vor Augen geführt Rechtsgelehrten den "Schutzbefohlene" eigene
werden. Den Nichtmuslimen soll ein Leben im Richter für die Regelung "innerer
Rahmen der islamischen Gesellschaft Angelegenheiten" zugestanden.)
ermöglicht werden, damit sie schließlich die Wenn sie auch nicht gezwungen werden, den
Vorzüge der Scharia erkennen und sich zum Islam anzunehmen, sollen sie jedoch (vor allem
Islam bekehren. in den Städten) daran gehindert werden, die
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Kennzeichen ihres Glaubens zu zeigen, weil im Staat, Licht des Lebens, Villach, Österreich,
Herrschaftsbereich des Islam keine 1992
Kennzeichen des Unglaubens geduldet werden
sollen. In manchen Gegenden war und ist es www.orientdienst.de
jedoch Christen erlaubt, ihre Kreuze zu zeigen,
Glocken zu läuten und Kirchen oder Klöster zu
bauen, in anderen war und ist es ihnen
verboten.

Auch hinsichtlich Kleidung und Kopfbedeckung


sollten sich (z.T. bis heute) die Angehörigen
anderer Religionen von den Muslimen
unterscheiden - damit sowohl ihr Ungehorsam
gegenüber dem Islam als auch ihre
Erniedrigung offen sichtbar werden. Zeitweilig
sollten Christen und Juden sich durch die Farbe
ihres Gürtels als Nichtmuslime zu erkennen
geben.

Freiheiten

Der Genuss von Wein und Schweinefleisch soll


den "Schutzbefohlenen" (straffrei) erlaubt sein.
Allerdings wird ihnen in der Regel verboten,
Wein und Schweine in der islamischen
Öffentlichkeit sehen zu lassen. Im Übrigen
sollen sie jedoch - wie die Muslime - dem
islamischen Strafrecht unterworfen sein.

Das islamische Recht gesteht den


"Schutzbefohlenen" prinzipiell ihr eigenes
Eherecht zu. Streit gibt es über die Fragen, wie
zu verfahren sei, wenn ein Dhimmi zum Islam
übertritt, wenn Angehörige verschiedener nicht-
islamischer Religionen heiraten wollen bzw.
welcher Religion die aus einer solchen Ehe
hervorgehenden Kinder angehören sollen.
Auch im Rahmen des Erbrechts wird den
"Schutzbefohlene" eine gewisse
Eigenständigkeit gewährt.

Selbst wenn den "Schutzbefohlenen" also


innerhalb der islamischen Gesellschaft (in
einem sehr eingeschränkten Rahmen)
"Religionsfreiheit" und die interne Regelung
einiger rechtlicher Fragen zugestanden wird,
sind sie im Grunde doch "Bürger zweiter
Klasse" und mancherlei Diskriminierungen
ausgesetzt.

Literatur: Ishak Ersen, Die Rechte und Pflichten


der Juden und Christen in einem islamischen
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Fasten fitr, auch "kleines Fest" oder "Zucker-Fest" -


Türkisch: Seker Beyram). - Da die Mondmonate
Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den kürzer sind als die Monate im Sonnenjahr,
"5 Säulen" des Islam. Es ist für jeden wandert der Ramadan in 34 Jahren einmal
erwachsenen Muslim "unbedingt geboten". durch alle Jahreszeiten.
Allen, die das Fastengebot bewusst übertreten,
wird Strafe angedroht - sofern sie nicht eine der Fastenpraxis im Monat Ramadan
im Koran genannten Ausnahmeregelungen für
sich in Anspruch nehmen können. Die Grundlage für die islamische Fastenpraxis
findet sich vor allem in Sure 2,183-187. Von
Das arabische Wort "sawm" hat die Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (solange
Grundbedeutung: "sich enthalten" - z.B. vom man einen weißen von einem schwarzen
Reden, Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr. Faden unterscheiden kann - Sure 2,187)
müssen Muslime sich enthalten von Essen und
Schon vor dem Auftreten Mohammeds war auf Trinken und Geschlechtsverkehr; auch das
der arabischen Halbinsel das Fasten als Ausspülen des Mundes mit Wasser und das
religiöse Praxis bekannt. Mohammed selber hat Rauchen, nach manchen Theologen sogar das
sich bereits vor seiner Berufung zum Schlucken des Speichels sind verboten.
"Propheten" zu Fasten und Meditation in die Damit das Fasten als gültig anerkannt wird,
Wüste zurückgezogen. muss zu Beginn eine Absichtserklärung zur
Einhaltung des Fastens ausgesprochen werden
Als Pflicht für die Muslime wurde das Fasten - wobei umstritten ist ob nur am Anfang des
erst in Medina eingeführt. Dort kamen Fastenmonats oder täglich.
Mohammed und seine Anhänger in Kontakt mit
Juden; Mohammed war sehr interessiert an In der islamischen Welt hat das Fasten im
einem Bündnis mit ihnen gegen die Mekkaner. Ramadan starke Auswirkungen auf den
Um die Juden zu gewinnen, hielten er und die gesamten Tagesrhythmus. Tagsüber wird
Muslime u.a. mit ihnen das Aschura-Fasten weniger gearbeitet; die Ämter schließen früher.
(das Fasten am Versöhnungstag - vgl. 3. Mose Das Leben verlagert sich mehr in die Nächte, in
16) ein. Die Juden ließen sich jedoch nicht für denen ausgiebig gegessen und getrunken wird.
ein Bündnis gewinnen. Nach der Schlacht bei (In der Regel wird im Ramadan mehr Geld für
Badr, in der Mohammed einen entscheidenden Lebensmittel ausgegeben als in anderen
Sieg über die Mekkaner errungen hatte, Monaten).
brauchte er die Juden nicht mehr; das Fasten
wurde nun bezogen auf die Herabsendung des Ausnahmen und Ersatzleistungen
Koran (Sure 2,185).
Vom Fasten entbunden sind Kinder, Kranke,
Der Fastenmonat Ramadan Schwangere, Stillende, Greise,
Schwerstarbeiter u.a., die durch das Fasten an
In der 27. Nacht des Monats Ramadan (lailat Gesundheit und Leben Schaden nehmen
al-qadr - "Nacht der Macht"; vgl. Sure 97 und würden. Auch Reisende müssen nicht fasten.
44,3) soll Mohammed seine erste Offenbarung Den Frauen ist während ihrer Periode
(Sure 96,1-5) durch den Engel Gabriel ("Unreinheit") das Fasten verboten. -
empfangen haben. So wurde der Monat Erwachsene müssen die entsprechende Anzahl
Ramadan, der 9. Monat des muslimischen von Tagen möglichst bald nachholen. Es wird
Mondjahres, zur vorgeschriebenen Fastenzeit. allerdings auch die Möglichkeit eingeräumt, das
Fasten durch die Speisung eines Bedürftigen
Das Fasten beginnt mit dem Tag, an dem die (Sure 2, 184) u.ä. abzugelten.
Mondsichel neu am Himmel erscheint; nach
etwa 30 Tage, mit erneutem Sichtbarwerden Allah macht es niemandem zu schwer (Sure 2,
der Mondsichel, ist der Fastenmonat zu Ende. 185). Wer jedoch das Fasten absichtlich bricht,
Es folgt das Fest des Fastenbrechens (`id al- muss ein 60-tägiges Sühnefasten ableisten,
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einen Sklaven loskaufen oder große Almosen www.orientdienst.de


geben. Wer stirbt, während er noch eine
gewisse Zeit fasten müsste, für den soll ein
naher Verwandter das Fasten leisten.

Zusätzliche Fastenzeiten

Als Strafen für bestimmte Sünden können


zusätzliche Fastentage (Bußfasten) angeordnet
werden (vgl. Sure 5,98). Für Muslime, die
besonders fromm sein oder schlechte Taten
ausgleichen möchten, gibt es die Möglichkeit,
freiwillig zusätzliche Fastenzeiten auf sich zu
nehmen; dies ist "wünschenswert" und gilt als
verdienstliches Werk. Empfohlen wird ein
zusätzliches Fasten z.B. für den Aschura-Tag
oder für sechs Tage des Monats Shawwal, der
auf den Ramadan folgt. - An Feiertagen ist das
Fasten jedoch verpönt, am Fest des
Fastenbrechens und am Opferfest ist es sogar
verboten.

Erwartungen, die mit dem Fasten verbunden


sind

Ein rein äußerliches Fasten reicht nicht. "Wenn


jemand nicht unterlässt, das Falsche zu
bezeugen und es zu tun, so liegt Gott nichts
daran, dass er vom Essen und Trinken
absteht." (Hadith) - Die Fastenzeit soll der
religiösen Erneuerung dienen. Sie soll den
Muslimen helfen, sich nicht zu sehr an die
vergängliche Welt und die körperlichen
Bedürfnisse zu binden. Manche erwarten sich
vom Fasten eine Reinigung der Seele und
Kraft, die Sünde zu besiegen. Im Ramadan
werden zudem in besonderer Weise
Koranrezitationen dargeboten, und man trifft
sich zu nächtlichen Gebetszeiten (tarawih) in
den Moscheen.

Muslime hoffen, dass sie sich durch das Fasten


große Verdienste erwerben und dass es zur
Tilgung ihrer Sünden dient. - Das bleibt
allerdings eine vage Hoffnung. Denn Gott ist
völlig frei in seinem Richten oder Vergeben.

Letztlich ist das Fasten schlicht eine


Pflichterfüllung: Es wird gefastet, weil Gott es
so will!
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Umma - die islamische Gemeinschaft Wille Gottes allein durch den Propheten
Mohammed bekannt gemacht. Später galten
“Ihr seid die beste Gemeinschaft (arab. dann der Koran, die Sammlung der
“umma”), die je unter den Menschen Offenbarungen Gottes an Mohammed, und die
hervorgebracht worden ist.” (Koran, Sure 3,110 Sunna, die Lebensweise des Propheten, wie
nach Khoury) sie in zahlreichen Hadithen (Überlieferungen
Die islamische Gemeinschaft gilt laut Koran als aus dem Leben Mohammeds) aufbewahrt
Volk, das aus allen anderen Gemeinschaften wurde, als Grundlage für das Leben der
hervorragt. Sie zu bilden und zu erweitern, ist islamischen Gemeinschaft. Koran und Sunna
ein wichtiges Ziel des Islam. wurden durch islamische Rechtsgelehrte später
für viele Situationen des privaten und
Mohammed - Bauherr der Umma staatlichen Lebens ausgelegt und angewandt.
Die Gesamtheit dieser Ordnungen für das
Vor Mohammed waren die sozialen Bezüge auf Leben der Umma wird oft als “Scharia”
der arabischen Halbinsel in erster Linie durch (Gesetzt) bezeichnet.
die Zugehörigkeit zu Stamm, Sippe und Familie
geprägt. Die Sippen lagen in ständiger Fehde Der Kalif als Leiter der Umma
miteinander. Der Aufbau eines übergeordneten
schlagkräftigen Gemeinwesens war dadurch Nach dem Tod Mohammeds wurde ein “Kalif”,
unmöglich. d.h. ein Stellvertreter und Nachfolger des
“Gesandten Gottes” als Leiter der Umma
Es ist eine wirklich erstaunliche Leistung eingesetzt. Über der Frage, wer zum Kalif
Mohammeds, diese Gegensätze durch die ernannt werden solle, kam es schon bald zu
Einführung des Islam als den neuen der bis heute fortdauernden Spaltung der
gemeinsamen Bezugspunkt überwunden zu islamischen Gemeinschaft in “Sunniten” und
haben. Nachdem der Bußprophet im Jahre 622 “Schiiten”. Trotz vieler Kalifen und Gegenkalifen
n. Chr. mit seinen Anhängern seine sowie oftmaliger machtpolitischer
Heimatstadt Mekka verlassen musste Bedeutungslosigkeit dieses Amtes, gab es das
(“Hidschra”), begann er in Medina, wo er Kalifat bis zum Jahr 1924, als Atatürk, der
freundlich aufgenommen wurde, mit dem Gründer der modernen Türkei, den
Aufbau eines religiös-politischen osmanischen Kalifen in Istanbul für abgesetzt
Gemeinwesens. Diese islamische erklärte.
Gemeinschaft in Medina gilt Muslimen bis
heute als Ur- und Idealbild der Umma. Schon Die Idee des Kalifats und die Hoffnung auf
zu Lebzeiten des Propheten wurden durch seine Erneuerung schwingt aber auch heute in
Überzeugung oder Zwang zahlreiche arabische vielen Ideologien islamischer Bewegungen mit.
Stämme geeint und in eine geordnete Das hängt vor allem damit zusammen, dass
Gemeinschaft unter Führung Mohammeds das Kalifat ein Symbol der weltweiten
eingefügt. islamischen Einheit ist.

Die Umma als Theokratie Die Einheit der Umma

Nach islamischer Idealvorstellung gilt in der Die starke Betonung der Einheit Gottes im
Gemeinschaft der Muslime unumschränkt der Islam hat auch Auswirkungen auf sein Konzept
Wille Gottes. Religion, Staat, ja die ganze von der Einheit der Umma. Mohammed hat sich
Lebenswirklichkeit wird von Gottes vermutlich anfangs nur als Prophet der Araber
Verordnungen bestimmt. Demokratie in dem verstanden. Später beanspruchte er jedoch für
Sinne, dass die Mehrheit eines Volkes jeweils seine Botschaft universale Gültigkeit. Muslime
neu über die staatlichen Ordnungen sind heute stolz darauf, dass der islamische
entscheidet, passt nicht in diese Vorstellung. Glaube die Grenzen von Nationen, Rassen und
gesellschaftlichen Klassen überwinde. Im Islam
In der medinensischen Ur-Umma wurde der stehe jeder Mensch in der gleichen Stellung vor
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Gott. Oft wird der Islam in diesem islamische Umma ist dazu aufgerufen, den
Zusammenhang auch als die Alternative über Herrschaftsbereich Gottes auszudehnen.
den Gegensätzen von Kommunismus und
Kapitalismus dargestellt. Hervorgehoben wird Eintritt und Austritt
auch, dass es im Islam keinen Klerus gebe,
eine “geistliche Klasse”, die in einer Mitglied der Umma werden Kinder von
besonderen Mittlerstellung zwischen Gott und Muslimen mit der Geburt. Durch Unterweisung
Menschen steht. Der Vorbeter einer Moschee werden sie in die Ordnungen der Gemeinschaft
erfüllt zwar eine leitende Funktion, erhält aber eingeführt. Nichtmuslime treten der Umma bei,
nicht eine Weihe, die ihn über die Mitmuslime indem sie vor zwei muslimischen Zeugen das
herausheben würde. Glaubensbekenntnis auf Arabisch aufsagen.

Die weltweite Einheit aller Muslime kommt Der Austritt aus der islamischen
besonders in den geforderten religiösen Glaubensgemeinschaft ist nicht vorgesehen.
Handlungen (“5 Säulen”) zum Ausdruck. Das Da die Umma auch eine politische
für alle gleichlautende Bekenntnis, einheitlicher Gemeinschaft ist, gilt Abfall vom Islam als
Gebetsritus oder die gleichen Pilgergewänder Hochverrat, der nach der Lehrmeinung der
und die gleichen Zeremonien für jeden wichtigen islamischen Rechtsschulen mit dem
Mekkapilger fördern das Bewusstsein einer Tode zu bestrafen ist.
muslimischen Zusammengehörigkeit. Auch der
verbindliche Gebrauch der arabischen Sprache www.orientdienst.de
bei allen religiösen Handlungen hat zur Einheit
von Muslimen, ja zu einer gewissen
“Vereinheitlichung” von Kulturen geführt. Ein
überzeugter Muslim wird der islamischen
Umma gegenüber eine höhere Loyalität
verspüren als dem eigenen Staat gegenüber.

Die Idealvorstellung von der Einheit der


Muslime als Abbild der Einheit Gottes wurde
und wird von der Wirklichkeit stark in Frage
gestellt. Es gibt heute zahlreiche Schulen,
Gruppen und Sekten im Raum des Islam, die in
Leben und Lehre zum Teil stark voneinander
abweichen. Erst recht ist die politische Einheit
des Islam weit von ihrer Verwirklichung
entfernt. Islamisch geprägte Nachbarstaaten
(vgl. Iran/Irak, Türkei/Syrien) können die
erbittertsten Feinde sein.

Die Ausbreitung der Umma

Trotzdem wirkt die Vorstellung von der Einheit


der islamischen Gemeinschaft als Idealbild und
Motivation fort. Damit hängt auch der Gedanke
zusammen, dass der Muslim zur Ausbreitung
dieser Gemeinschaft verpflichtet sei. Die
Gebiete dieser Erde, wo die islamische
Ordnung herrscht, werden oft als “Haus des
Islam” bezeichnet. Länder, in denen die
göttlichen Gesetze nicht anerkannt werden,
gehören zum “Haus des Krieges”. Die
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Abfall vom Islam (Irtidad) Auslegung wurde das islamische Recht


entwickelt. Die vier sunnitischen Rechtsschulen
In modernen islamischen und das schiitische Recht sind sich im
"Menschenrechtserklärungen" ist unter wesentlichen darin einig, dass ein Muslim, der
anderem von Religionsfreiheit die Rede. vom Islam abfällt, getötet werden müsse. - Als
Bedeutet das aber, dass einem Muslim das Abfall vom Islam wird gewöhnlich angesehen,
Recht eingeräumt wird, sich vom Islam wenn ein Muslim das islamische
abzuwenden, um religionslos zu leben oder Glaubensbekenntnis leugnet oder auch, wenn
eine andere Religion anzunehmen? - Im er grundlegende islamische Verpflichtungen
traditionellen Islam wird einem Muslim dieses oder Verbote ablehnt bzw. den Koran schändet.
Recht bestritten.
Die Ehe eines Abgefallenen wird als aufgelöst
Im Koran erklärt und sein Besitz enteignet. -
Unterschiedliche Auffassungen bestehen
Verschiedene Koranstellen beziehen sich auf hinsichtlich der Fragen, ob weibliche
den Abfall vom Islam, z.B. Sure 88, 23+24: Abgefallene ebenfalls Getötet oder
"Wer sich aber abkehrt und ungläubig bleibt, lebenslänglich gefangengehalten (und evtl.
den peinigt Gott mit der größten Pein." (vgl. häufig gezüchtigt) werden sollten und ob der
außerdem S 16,106-109; 3,86-91; 4,137; Hinrichtung eines Abgefallenen eine Frist (in
2,217) Hier wird Menschen, die Muslime waren der Regel von drei Tagen) vorausgehen müsse,
und sich dann wieder vom Islam abgewandt in der ihm die Möglichkeit eingeräumt wird, zum
haben, das Strafgericht Gottes angekündigt. Islam zurückzukehren. - Geisteskranke gelten
Darüber, wie die muslimische Gemeinschaft mit als nicht verantwortlich für ihre Tat.
einem Abgefallenen verfahren solle, wird nichts Rechtfertigung der Tötung
gesagt. Viele Korankommentatoren haben
allerdings aus diesen Versen herausgelesen, Bis in die heutige Zeit rechtfertigen muslimische
dass jemand, der vom Islam abfällt, getötet Gelehrte die Auffassung, dass Abgefallene vom
werden solle. (Sure 4,88+89 spricht davon, Islam getötet werden müssten. In der Regel
dass "Heuchler" bekämpft und getötet werden begründen sie dies mit dem Hinweis, dass in
sollen, die allerdings wohl für die Muslime in allen ("gesunden") Staaten Hochverrat und
Medina eine politische Gefahr darstellten.) Rebellion mit dem Tod bestraft würden. Der
Islam ist nicht lediglich eine persönliche
Im Hadith religiöse Auffassung, sondern ein
Im Hadith finden sich Berichte, dass politischrechtliches System, das alle
Mohammed die Hinrichtung von Personen, die Lebensbereiche umfasst. Deshalb sei Abfall
sich vom Islam abgewandt hatten, befohlen vom Islam nicht nur ein rein privater
habe und dass er gesagt habe: "Das Blut eines Religionswechsel, sondern Auflehnung gegen
Muslims darf nur in drei Fällen legitimer weise die islamische Ordnung - und damit zugleich
vergossen werden: wenn es um einen älteren Rebellion gegen die Verwirklichung der
Ehebrecher geht, als Strafe für einen Mord und Herrschaft Gottes auf der Erde. Auf solchen
bei demjenigen, der von seiner Religion abfällt Verrat könne die islamische Gemeinschaft nur
und seine Gemeinschaft verlässt." (Buchari und mit härtesten Strafen antworten.
Muslim - nach Adel Theodor Khoury, Der
Koran, S. 549) - Zur Frage, ob einem Die gegenwärtige Praxis
Abgefallenen noch eine Frist eingeräumt
werden müsse, den Islam wieder anzunehmen, In islamischen Staaten werden gegenwärtig nur
gibt es unterschiedliche Aussagen in den selten Menschen offiziell wegen "Abfall vom
Hadithen. Islam" zum Tode verurteilt. Manche werden
wegen anderer Vergehen angeklagt und
In den islamischen Rechtsschulen hingerichtet, z.B. Bahai-Anhänger im Iran
wegen "Verrat" oder "Spionage für Israel".
Ausgehend von Koran und Hadith und ihrer Einzelne Konvertiten (wie Mehdi Dibaj im Iran)
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wurden jahrelang inhaftiert, dann freigelassen -


und einige Zeit später ermordet aufgefunden.

Auch in islamischen Ländern, deren Gesetze


keine Strafen für den Abfall vom Islam
vorsehen, geschieht es hier und da, dass
Muslime, die einen anderen Glauben
annehmen, von ihren Angehörigen oder
anderen Mitgliedern der Gemeinschaft getötet
werden. Es gibt allerdings auch Länder, in
denen Muslime ohne staatliche Bedrohung und
gesellschaftlichen Druck sich vom Islam
abwenden können - und Familien, die ihren
Angehörigen einen gewissen Schutz gewähren.
Von "Sicherheit" für Abgefallene kann jedoch
fast nirgends die Rede sein. In muslimischer
Umgebung leben sie in einem Status von
Rechtsunsicherheit oder Rechtlosigkeit.

Neues Nachdenken?

In der islamischen Welt gibt es vereinzelte


Stimmen, die sich dafür aussprechen, über die
Frage des Abfalls vom Islam noch einmal neu
nachzudenken. Sie weisen darauf hin, dass es
einen Unterschied gebe zwischen einem
Religionswechsel aus persönlicher
Überzeugung und einem Abfall vom Islam, der
mit politischen Angriffen auf die islamische
Gemeinschaft verknüpft werde. - Es wäre sehr
zu wünschen, dass diese Unterscheidung in
das islamische Recht eingeführt würde - auch
um all derer willen, die wegen ihres Glaubens
an Jesus Christus den Islam verlassen haben,
ohne deshalb Feinde ihrer muslimischen
Mitbürger zu werden oder ihrem Staat die
Loyalität aufzukündigen.

Solange das islamische Recht jeden Muslim,


der aus Gründen persönlicher Überzeugung
sich vom Islam abwendet, mit dem Tod
bedroht, wird jedenfalls der Islam nicht zu
Recht den Anspruch erheben können, eine
tolerante Religion zu sein.

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Die Engel
Bekannt sind vor allem die vier höchsten und
Arabisch: Mala'ika (pl.), Malak (sg.) mächtigsten Engel, die allen anderen die
Befehle Gottes weitergeben. - Von ihnen
Der Glaube an die Engel gehört zu den werden allerdings nur Dschibril und Mikail im
grundlegenden Verpflichtungen der Muslime: Koran namentlich erwähnt (S 2,97+98):
"Wer an Gott, seine Engel, seine Schriften,
seine Gesandten und den jüngsten Tag nicht Dschibril (Gabriel), der oberste Engel,
glaubt, ist (damit vom rechten Weg) weit überbringt den Propheten die göttlichen
abgeirrt." (Sure 4,136; eine ähnliche Offenbarungen. Er wurde auch zu Mohammed
Aufzählung: Sure 2,285) gesandt, um ihm den Koran zu offenbaren. -
Wenn im Koran der "Geist Gottes" (z.B. Sure
Den Engeln kommt im Islam eine große 19,17) erwähnt wird, beziehen viele Ausleger
Bedeutung zu, weil nur durch sie die göttlichen diese Aussagen auf den Engel Gabriel.
Offenbarungen den Propheten übermittelt
wurden. Ihre Existenz zu leugnen, wäre Mikail (Michael) ist verantwortlich für die
zugleich die Ablehnung der Propheten, der Vorgänge in der Natur (Regen, Wind etc.) und
ihnen überbrachten Bücher und damit auch der die Versorgung der Menschen mit ihrem
von ihnen verkündeten Religion. Lebensunterhalt.
Israfil eröffnet den Tag des Gerichts, indem er
Die Engel wurden vor den Menschen in die Posaune stößt; mit dem zweiten
erschaffen (Sure 38,71-73) - nach dem Hadith Posaunenstoß bewirkt er die allgemeine
aus göttlichem Licht (Nur). In dieser Gestalt Auferstehung.
können nur die Propheten sie sehen. Sie
können aber nach Gottes Befehl auch Azrail ruft im Auftrag Gottes die Seelen der
Menschengestalt und andere Formen Menschen ab, wenn ihre Todesstunde da ist.
annehmen. Besonders in Menschengestalt sind
sie verschiedenen Menschen erschienen, z.B. Außerdem kommt folgenden Engeln eine
Abraham, Lot, Zacharias und Maria. wichtige Bedeutung zu:
Es gibt unzählig viele Engel. Sie essen, trinken
und schlafen nicht und sind weder männlich Die Thronengel tragen den Thron Gottes; am
noch weiblich. Am Tag des Gerichts werden die Tag des Gerichts werden es acht sein (S
meisten von ihnen wie die Menschen sterben, 69,17).
nach dem zweiten Posaunenton aber wieder
auferweckt, um ihren Auftrag zu erfüllen. Die "ehrenhaften Schreiber" (Kiraman Katibin -
S 82,11+12 ): Jeder Mensch wird von zwei
Sie sind sündlos und ohne Neigung zum Engeln begleitet: Der an seiner rechten Seite
Bösen. Sie fürchten ihren Schöpfer (S 16,50), schreibt alle seine guten Worte und Taten auf,
preisen ihn unablässig bei Tag und Nacht (S der an seiner linken alles Schlechte (S 50,17-
21,20) und vollbringen alles, was ihnen 12). Diese Verzeichnisse der guten und bösen
befohlen wird (S 66,6). Sie bezeugen wie Gott Taten werden den Menschen am Tag des
selber, dass es keinen Gott gibt außer ihm Gerichts vorgelegt, und die Abrechnung erfolgt
(3,18). - Als nach der Erschaffung des nach diesen Büchern.
Menschen Gott zu den Engeln sagte: "Werft
euch vor Adam nieder!", warfen sie sich alle Die Grabengel Munkar und Nakir befragen
nieder, außer Iblis (dem Satan). Der weigerte jeden Verstorbenen im Grab nach seinem
sich und war hochmütig. Er gehörte nämlich zu Herrn (Gott), seinem Propheten und seiner
den Ungläubigen. (S 2,34; 38,74) - Hier klingt Religion und peinigen diejenigen, die nicht die
es so, als ob der "Satan" ursprünglich einer der richtigen Antworten wissen, d.h. sich nicht zum
Engel gewesen sei; es gibt aber Muslime, die Islam bekennen. Oft flüstern daher Angehörige
bestreiten, dass es im Islam "gefallene Engel” den Sterbenden das Glaubensbekenntnis
gebe. sowie die Antworten auf diese Fragen ins Ohr.
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ob der Teufel (“Iblis”) den Engeln oder den


Die Paradies- und Höllenengel sind Wächter Dschinn zuzuordnen sei, wird im Koran nicht
des Paradieses und der Hölle. Die eindeutig beantwortet. In Sure 18,50 wird von
Paradiesengel dienen den Gläubigen und ihm behauptet: “Er gehörte zu den Dschinn”. An
schließen mit ihnen Freundschaft. Die Engel, anderen Stellen (2,34; 7,11ff; 15,28-33 u.a.)
die als Wächter über das Höllenfeuer wird er offensichtlich unter die Engel eingereiht.
eingesetzt sind (S 74,31), fügen den
Höllenbewohnern Qualen zu (vgl. Sure 43,74- Die Dschinn wurden wie die Menschen
77). geschaffen, Gott zu dienen (51,56). Deshalb
sendet Gott auch zu ihnen Gesandte “aus ihrer
Helfende Engel unterstützen die Gläubigen am Mitte”, um sie vor dem Gericht zu warnen
Tag der Not. In der Schlacht von Badr verhalfen (6,130). Ausführlich wird in Sure 72 (der Titel
sie den Muslimen zum Sieg Gegen die dieser Sure ist “Die Dschinn”) geschildert, wie
zahlenmäßig weit überlegenen Mekkaner (S auch eine Schar Dschinn der Verkündigung
8,9 + 12). Auch Schutzengel erwähnt der Koran Mohammeds zuhört und einige von ihnen zu
(S 6,61; 13,11; 82,10). Muslimen werden (vgl. auch 46,29-31).

In Sure 2,102 werden Harut und Marut als Laut Koran gibt es also gute und böse, gottlose
"Engel" erwähnt; manche Koranausleger und fromme Dschinn. Die bösen Dschinn
verstehen das Wort hier aber in übertragenem können dem Menschen schaden (114,6). Ein
Sinn und sehen in ihnen eher zwei Menschen anderer Dschinn hingegen bietet dem König
mit guten Eigenschaften, Wissen und Macht. Salomo seine magischen Kräfte zur Hilfe an
(27,39; in 27,17 werden die Dschinn zu den
Gläubige Muslime rechnen damit, “Truppen Salomos” gezählt).
ununterbrochen von den Engeln Gottes
umgeben zu sein - zur Hilfe, zum Schutz, aber Dschinn in der islamischen Theologie
auch zur Kontrolle. Zugleich sind sie überzeugt Die maßgeblichen islamischen Theologen
von der Gegenwart anderer Geister, der gehen bis heute selbstverständlich von der
Dschinn. (s. Minikurs "Die Dschinn" in diesem Existenz der Dschinn aus. Die
Heft) Rechtswissenschaft diskutierte mit großer
Ernsthaftigkeit die möglichen Beziehungen
Die Dschinn zwischen Menschen und Dschinn bis hin zu der
Frage, wie Kinder aus sexuellem Verkehr
Nach islamischer Auffassung sind Dschinn zwischen Mensch und Dschinn rechtlich
(Pluralwort) intelligente Geisteswesen, die gestellt seien.
weder den Menschen noch den Engeln
zuzuordnen sind. Es gibt nur einzelne Stimmen, die die offizielle
Vorislamischer Glaube Lehre von den Dschinn bezweifeln. Während
In der Vorstellungswelt der Araber vor der mittelalterliche Philosoph Ibn Sina ihre
Mohammed waren Dschinn Wüstengeister Existenz schlichtweg bestritt, versuchen
(Nymphen, Satyrn). Aus einigen Koranstellen heutige modernistische Koranausleger die
(37,158; 6,128; 72,6) lässt sich rückschließen, Aussagen des Koran als frühen Hinweis auf
dass die Mekkaner die Dschinn als Verwandte Mikroben und Bazillen zu deuten. Andere
Gottes sahen, ihnen opferten und von ihnen sehen in den Dschinn “verborgene Qualitäten
Hilfe erwarteten. oder Fähigkeiten von Menschen”. Solche
Gedanken haben aber weder im Volk noch in
Koranische Aussagen der Theologie weite Verbreitung gefunden.
Laut Koran wurden die Dschinn von Gott aus
Feuer geschaffen (55,15). Sie werden damit Dschinn im Volksislam
von den aus Ton geschaffenen Menschen und Als der Islam sich schnell über Länder und
den aus Licht geschaffenen Engeln und Kontinente auszubreiten begann, erleichterte
Satanen (Dämonen) unterschieden. Die Frage es die Aufnahme der Dschinn in den Koran,
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dass die verschiedensten vorislamischen Dschinn beeinflusst werden oder versuchen,


Götzen, Geister und Vorstellungen in den diese Geister für die eigenen Zwecke zu
neuen Glauben mithineingenommen werden gebrauchen, gibt es nur ein biblisches
konnten. Unter dem Begriff Dschinn wurden so Deutungsmuster: Hier geraten Menschen in
in den verschiedensten Formen je nach Region den Einflussbereich und unter die Macht von
die alten heidnischen und animistischen Dämonen und brauchen die Befreiung durch
Bräuche weitergepflegt. Jesus Christus.

Die Dschinn gelten als unsichtbare Geistwesen, www.orientdienst.de


die aber dem Menschen in unterschiedlicher
Gestalt (schwarze Katze, Ziege, riesenhafter
Mensch...) erscheinen können. Es gibt
verschiedenste Verhaltensmaßregeln dafür, wie
man es vermeiden kann, die Dschinn zu stören
oder zu verärgern und damit gegen sich
aufzubringen (meiden bestimmter Orte wie
Toiletten oder Müllplätze oder Tageszeiten, wie
der Nacht; nicht direkt über die Dämonen
sprechen...). Zu den Vorsichtsmaßnahmen
kann auch der Ausspruch “bismillah” (“im
Namen Allahs”) vor jeder Aktivität gehören.
Unglück und Probleme werden leicht als Folge
feindlicher Aktivitäten von Dschinn gedeutet.
Eheschwierigkeiten können damit erklärt
werden, dass einer der Partner einen Dschinn
verärgert hat oder aber dadurch, dass ein
Dschinn etwa auf die Frau ein Auge geworfen
hat.

Andererseits versucht man mit Hilfe magischer


Praktiken, die guten Dschinn für die eigenen
Zwecke einzuspannen. Meist geschieht das
über Personen, die sich besonders darauf
verstehen. Über diese Dienste der “guten
Geister” gibt es zahlreiche Berichte. Über die
Märchen aus “1001 Nacht” (Aladins
Wunderlampe u.a.) sind die nützlichen Dschinn
auch tief in das westliche Bewußtsein
vorgedrungen und spiegeln sich etwa in
Flaschengeistern in Fernsehserien
(“Bezaubernde Jeanny”) wieder.

Sicht der Bibel


Die Bibel weiß von unsichtbaren Geisteswesen.
Sie lehrt jedoch nichts über Geister, die
jederzeit zwischen gut und böse schwanken
können. Während die Engel ausdrücklich im
Dienst Gottes stehen, sind die bösen Geister
oder Dämonen im Dienst des Teufels an der
Verführung und Zerstörung des Menschen
interessiert. Abgesehen von eingebildeten und
übertriebenen Geschichten - wo Menschen von
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Die Kreuzigung Jesu in islamischer Sicht und von Gott rechtzeitig in den Himmel erhoben
wurde.
Bei der Beurteilung der Kreuzigung Jesu
ergeben sich zwischen Islam und christlichem 2. Jesus wurde zwar gekreuzigt, aber auf
Glauben besonders große Differenzen. Gottes Ratschluss hin, nicht aufgrund der Pläne
Während die Bibel Kreuzigung und der Juden: Man könnte vom Wortlaut auch
Auferstehung, also das Erlösungs- und annehmen, dass Jesus zwar gekreuzigt wurde,
Versöhnungswerk Jesu, als Zentrum des aber nicht, weil die Juden dies beabsichtigten,
christlichen Glaubens auffasst (s. etwa 1. Kor sondern letzten Endes, weil Gott es so
15,12ff.), spielt das Ereignis im Koran nur eine beschlossen hatte. Die Betonung wäre dann:
sehr untergeordnete Rolle. Der Koran enthält "Sie haben ihn nicht getötet" (sondern Gott war
nur einen einzigen Vers zur Kreuzigung, der der Verursacher seines Todes). Allerdings ist
zudem sehr schwer zu deuten ist und daher diese Meinung in der muslimischen Theologie
von muslimischen Theologen unterschiedlich heute eine Außenseiterposition.
ausgelegt wurde. Bei allen Differenzen ist sich
die muslimische Theologie jedoch darin einig, 3. Ein anderer wurde an Jesu Stelle gekreuzigt:
dass die Kreuzigung Jesu, so wie die Dann würde man auslegen: "Er, Jesus,
Evangelien sie berichten, keinesfalls erschien ihnen so, als ob er gekreuzigt wurde,"
stattgefunden haben kann. was bedeutete, dass Jesus selbst nicht
gekreuzigt wurde, sondern ein anderer
Der Koran über die Kreuzigung entweder unabsichtlich mit Jesus verwechselt
wurde (so etwa Muhammad Taufîq Sidqî oder
Sure 4, 157+158 sagt über die Juden (Die der schiitische Theologe Muhammad Husain
Texte in Klammern sind Hinzufügungen des Tabâtabâ'î) oder dass Gott einen anderen
Übersetzers ): "... und (weil sie) sagten: 'Wir Menschen in Jesus verwandelte, der dann an
haben Christus Jesus, den Sohn der Maria und seiner Stelle Gekreuzigt wurde.
Gesandten Gottes, getötet.'- Aber sie haben ihn Diese Deutung wird heute in der islamischen
(in Wirklichkeit) nicht getötet und (auch) nicht Welt wohl am häufigsten vertreten. Wer an
Gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen (ein Jesu Stelle gekreuzigt wurde, darüber gibt es
anderer) ähnlich (so dass sie ihn mit Jesus wiederum zahlreiche Ansichten; meist wird
verwechselten und töteten) ... Und sie haben jedoch Judas als der genannt, der die Strafe
ihn nicht mit Gewissheit getötet (d. h. sie der Kreuzigung für seinen Verrat verdient hatte.
können nicht mit Gewissheit sagen, dass sie Das ist auch die Auffassung des sogenannten
ihn getötet haben). Nein, Gott hat ihn zu sich (in "Barnabasevangeliums", einer europäischen
den Himmel) erhoben” (Paret-Übersetzung). Evangelienfälschung aus der Zeit des 14.-16.
Interessanterweise geht der Koran auf die Jahrhunderts, das den Anspruch erhebt, das
Bedeutung der Kreuzigung als Erlösungstat einzige wahre Evangelium von Jesus Christus
überhaupt nicht ein. zu sein, aber pointiert biblische Lehren
Der Vers in Sure 4,157-158 ist nun im bekämpft und viele muslimische Auffassungen
Arabischen so vieldeutig, dass muslimische vertritt. Darüber hinaus haben muslimische
Theologen - vor allem ab dem 19. Jahrhundert - Theologen auch viele andere Theorien über
mehrere Auslegungen erwogen haben: das 'Kreuzigungsopfer' vertreten, so z. B., dass
sich Petrus, freiwillig als 'Ersatz' gemeldet
1. Niemand wurde gekreuzigt: Dann würde der habe, als Jesus ihm dafür das Paradies
Vers bedeuten, dass die Juden zwar planten, versprochen habe. Ebenso werden Simon von
Jesus zu kreuzigen, aber "es erschien ihnen Kyrene, der das Kreuz trug, erwogen, sowie ein
nur so, als ob" eine Kreuzigung Jesu Wächter Jesu oder ein Mensch, den Gott in
stattgefunden hätte. Manche muslimischen diesem Moment erschuf, der Satan, Jesus
Ausleger haben mit Rückgriff auf die historisch- Barabbas, ein jüdischer Rabbi oder ein
kritische Bibelauslegung vertreten, dass Jesus römischer Soldat.
aufgrund der in der Bibel berichteten Finsternis In der Neuzeit überwiegt in der muslimischen
und des Erdbebens der Hinrichtung entging Koranauslegung auf jeden Fall die
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'Substitutionstheorie', also die Auffassung vonmuslimische Apologeten wie der Kairiner


einem 'Ersatz', der an Jesu Stelle gekreuzigt, Religionswissenschaftler und Jurist Muhammad
aber aufgrund der von Gott bewirkten Ab Zahra (1898-1974) oder der in Cambridge
'Ähnlichkeit' für Jesus gehalten wurde, so dasspromovierte Historiker und ägyptische
die Umstehenden der Meinung waren, sie Religionswissenschaftler Ahmad Shalabî haben
hätten Jesus selbst Gekreuzigt. Dann sei Jesus argumentiert, dass Lehren wie die Dreieinigkeit,
mit dem Geist oder mit Körper und Geist Gottessohnschaft und Erlösung keine
lebendig in den Himmel aufgenommen worden. ursprünglichen Lehren des Christentums seien,
sondern erst von Paulus, dem 'Verderber des
Christentums', nach Jesu Tod aus dem
Muslimische Argumente gegen die Kreuzigung römisch-heidnischen Umfeld und aus den
Religionen Tibets, Nepals oder Indiens ins
Obwohl die genaue Bedeutung des Christentum übernommen wurden.
koranischen Kreuzigungsverses letztlich dunkel www.orientdienst.de
bleiben muss, haben die meisten islamischen
Theologen den Vers als klare Negation der
Kreuzigung Jesu verstanden. Denn gegen die
Kreuzigung sprächen auch folgende
Argumente:

1. Kreuzigung bedeute Niederlage: Damit wäre


das Scheitern der Mission Jesu erwiesen: Von
den Jüngern verlassen, von Judas verraten,
von Petrus verleugnet, stirbt Jesus ohne
sichtbaren Erfolg vieler Bekehrungen oder der
Errichtung eines Weltreiches.

2. Kreuzigung bedeute Schmach: Die


Hinrichtung Jesu am Kreuz käme einem so
geachteten Propheten nicht zu, sondern nur
einem Frevler oder Verbrecher.

3. Auch die Bibel stütze die Kreuzigung nicht:


Muslimische Theologen haben vor allem ab
dem 19. Jahrhundert europäische Vertreter der
historischkritischen Bibelauslegung als
'Beweislieferanten' für ihre Auffassung von der
Unglaubwürdigkeit der Kreuzigung
herangezogen.

4. Die Kreuzigung und stellvertretende


Erlösung seien intellektueller Unsinn:Der
Gedanke, dass der Tod eines Menschen (und
so beschreibt der Koran Jesus) für einen
anderen Menschen irgendetwas bewirken
könnte, ist mit dem menschlichen Verstand
nicht zu vereinbaren. Dass Jesus als
Unschuldiger litt, macht die Sache noch
'unglaubwürdiger'.

5. Die Vorstellung der Kreuzigung stamme aus


den heidnischen Religionen: Bedeutende
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Die Geburt Jesu nach dem Koran ewige Wort Gottes "Fleisch" wird (Joh 1,14);
dass der Sohn Gottes, der von Ewigkeit her in
"Jesus Christus ... geboren von der Jungfrau göttlicher Gestalt war, menschliche Gestalt
Maria" - diese Worte des Apostolischen annimmt (Phil 2,6+7).
Glaubensbekenntnisses unterstreicht der Koran
in seinen Aussagen über die Geburt Jesu ganz "An einem fernen Ort"
deutlich.
Vor der Geburt zieht Maria sich "an einen
In Sure 3,45-49 sowie in Sure 19, 16-21 lesen fernen Ort" (S 19,16) zurück. Näheres wird
wir, wie der Koran die Ankündigung der Geburt nicht darüber gesagt, wo Jesus zur Welt kam.
Jesu darstellt; was er über die Geburt selber zu Für den Koran spielt Bethlehem als "Stadt
sagen weiß, finden wir in Sure 19, 22-35. - In Davids" (Lk 2,11) und als Ort der göttlichen
unserer Darstellung folgen wir Sure 19,16-35. Verheißung (Mt 2,5f / Micha 5,1) keine Rolle.

Sohn der Jungfrau Maria Hilfe für Maria


Als Maria Jesus zur Welt bringt, ist sie mit ihren
Maria hat sich von ihrer Familie Geburtsschmerzen und ihrer Verzweiflung
zurückgezogen; da sendet Gott einen Engel allein (19,23). Doch eine Stimme ruft ihr zu,
(wörtlich: "unseren Geist"; in Sure 3,45 sind es dass ihr Herr ein Rinnsal mit Wasser für sie
mehrere Engel) zu ihr in Gestalt eines Mannes, vorbereitet habe und dass sie sich mit frischem
der sich ihr als Gesandter Gottes vorstellt und reifen Datteln der Palme stärken solle, unter die
ihr die Geburt eines "lauteren Jungen" sie sich geflüchtet hatte.
ankündigt. Ähnlich wie im Neuen Testament
fragt Maria: "Wie sollte ich einen Jungen Joseph, der Verlobte Marias, wird im Koran
bekommen, wo mich kein Mann berührt hat?" überhaupt nicht erwähnt. Er ist nicht bei ihr zur
Sie erhält die Antwort: "Dein Herr sagt: Es fällt Zeit der Geburt. Er wird auch nicht durch einen
mir leicht" - Wenn Gott etwas beschlossen hat, Engel über das Geheimnis der Geburt Jesu
kann er es auch ausführen. unterrichtet und kann daher Maria auch nicht in
Schutz nehmen kann vor der Verdächtigung
Jesus wird im Koran als "Sohn der Maria" ihrer Umgebung.
bezeichnet, um zu betonen, dass er keinen
menschlichen Vater hat, sondern einem Nach dem Koran muss Maria sich allein dem
Wunder Gottes sein Leben verdankt. Verdacht seitens ihrer Verwandtschaft
aussetzen, sie sei durch Hurerei schwanger
Geschöpf Gottes geworden. Als sie mit dem Säugling auf dem
Arm zu ihrer Familie kommt, wird sie entsetzt
In Sure 3,47 wird das noch deutlicher angesprochen und beschuldigt (19,27+28):
ausgedrückt: "Das ist Gottes Art. Er schafft, was "Maria! Da hast du etwas Unerhörtes
er will. Wenn er eine Sache beschlossen hat, begangen. Schwester Aarons! Dein Vater war
sagt er zu ihr nur: sei!, dann ist sie." - Durch doch kein schlechter Kerl (w. Mann) und deine
das Wort des allmächtigen Schöpfers wird in Mutter keine Hure." - Auch in dieser
Maria ein menschliches Wesen geschaffen. Schwierigkeit erfährt sie göttliche Hilfe:
Sure 3,59 betont, dass es sich mit Jesus
ähnlich verhält wie mit Adam; auch zu diesem Der sprechende Säugling
sagte Gott nur: "Sei!" und da war er.
Maria weist hin auf das Kind, und Jesus beginnt
Die Jungfrauengeburt ist nach dem Koran (wie in Sure 3,46 angekündigt) zu ihnen zu
lediglich eine Demonstration der Macht Gottes. reden. - Durch dieses Wunder wird die Reinheit
Sie ist nicht ein zeichenhafter Hinweis auf einen Marias bestätigt, ihre Ehre verteidigt und das
besonderen, für menschliche Sinne nicht Wunder der Jungfrauen-Geburt allen offenbar
wahrnehmbaren Vorgang von gemacht.
heilsgeschichtlicher Bedeutung: dass das
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Was der neugeborene Jesusknabe sagt, liegt


ganz auf der Linie dessen, was der Koran
insgesamt über Jesus lehrt:
a) er ist Knecht Gottes, nicht etwa Sohn Gottes;
b) er hat von Gott ein Buch, eine
Offenbarungsschrift empfangen, ist also einer
von den bedeutenden Propheten;
c) er hat rituelle Gebote (Ritualgebet und
Almosensteuer) einzuhalten und zu verkünden.

Abwehr der Gottessohnschaft

Der Gedanke der Gottessohnschaft Jesu wird


in diesem Zusammenhang (19,35) noch einmal
ganz deutlich zurückgewiesen: "Es steht Gott
nicht an, sich irgendein Kind zuzulegen."
Unausgesprochen steht hinter dieser
Formulierung das Missverständnis, wer von
Gottes Vaterschaft rede, meine eine
geschlechtliche Zeugung.

Der "größere" Jesus?


Im Vergleich mit der koranischen Darstellung
fällt auf, wie wenig Spektakuläres im Neuen
Testament über den eigentlichen Vorgang der
Geburt Jesu berichtet wird (Lk 2,6f / Mt 1,25).
Andererseits erfahren Außenstehende (in Lk 2,
8-20 die Hirten, in Mt 2,1-12 die Sterndeuter
aus dem Osten) etwas über die Bedeutung
dieses Kindes und kommen, um es anzusehen
(Lk 2,15) und ihm zu huldigen (Mt 2,2+11).

Während der Koran vom wunderbaren Reden


Jesu in der Wiege erzählt, ist das Kind Jesus
nach dem Zeugnis des Neuen Testaments
äußerlich durch nichts von anderen Kindern zu
unterscheiden. Was das Neue Testament
allerdings über die Herkunft und Bedeutung
Jesu sagt, davon weiß der Koran nichts oder er
bestreitet es: Trotz aller Wunder im
Zusammenhang mit seiner Geburt ist Jesus im
Koran weder "das Ebenbild des unsichtbaren
Gottes" (Kol 1,15) noch der "Retter" (Lk 2,11)
für Sünder.

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"Haus des Krieges" (dar al-harb) - die nicht- Eingliederung in die umma." (a.a.O., S. 276)
islamische Welt
Geschichtliche Entwicklungen
Nach islamischer Auffassung hat Gott als
Schöpfer und Herr der Welt den Islam, wie Im Verlauf der Geschichte wurde eine Reihe
Mohammed ihn gelehrt und praktiziert hat, als von Verträgen zwischen der islamischen
die eine, wahre und unverfälschte Religion Gemeinschaft als ganzer oder einzelnen
anerkannt (Sure 3,19; 5, 3). Der Islam ist die Teilgebieten mit nicht-islamischen Staaten
ursprüngliche, schöpfungsgemäße Religion der geschlossen, die nicht nur als zeitlich befristete
ganzen Menschheit (Sure 30,30). Folglich soll Waffenstillstandsregelungen zu verstehen sind.
der Islam über den Bereich der ganzen Welt Andererseits gab es schon lange vor der
ausgebreitet werden. Abschaffung des osmanischen Kalifats durch
Atatürk im Jahre 1924 kein einheitliches "dar al-
Das Grundmodell islam" mehr.

Die traditionelle islamische Lehre teilt daher die Lebendigkeit der traditionellen Vorstellungen
Bevölkerung der Erde in zwei große Blöcke auf:
einerseits das "Haus des Islam" (dar al-islam), Der alte Gedanke, dass die Völkerwelt in “dar
in dem die koranische Offenbarung anerkannt al-islam” und “dar al-harb” zerspalten sei, ist
und das islamische Recht praktiziert wird, und jedoch bei vielen Muslimen weiterhin
andererseits das "Haus des Krieges" (dar al- erstaunlich lebendig. Der Konflikt zwischen
harb), in dem die islamische Ordnung erst Serben und Albanern im Kosovo z.B. wurde
aufgerichtet werden muss. Dies soll geschehen von vielen nicht als ethnischer Konflikt sondern
- und geschah auch in der Anfangszeit der als “christlicher” Angriff gegen “den Islam”
islamischen Ausbreitung - durch "Dschihad", angesehen. Die Politik nicht-islamischer
Anstrengung auf dem Weg Allahs, in der Regel Staaten wird schnell verdächtigt, in ihrer
gleichbedeutend mit militärischer Eroberung Zielsetzung islam-feindlich zu sein und den
(vgl. dazu Sure 9, 29). Das bedeutet nicht, dass Muslimen Schaden zufügen zu wollen.
alle Bewohner der eroberten Gebiete
gezwungen wurden, Muslime zu werden. Juden Besonders im Islamismus sind solche
und Christen konnten ihre Religion beibehalten Vorstellungen und der Gedanke der
und sie im Rahmen der islamischen Ordnung Ausbreitung des Islam mit militärischen Mittel
auch in einem gewissen Maß praktizieren. weiterhin vorhanden. Das Konzept des
“Dschihad” als bewaffnetem Kampf für die
Außerdem gab es auch noch das “Haus des Verteidigung oder Ausbreitung des Islam ist
Vertrages” oder “Haus des Bundes” (dar al- immer wieder "abrufbar" und emotional stark
`ahd), Gebiete, mit denen die islamische Umma motivierend. Der “Dschihad”islamistischer
zeitlich befristete Verträge abgeschlossen Gruppierungen richtet sich allerdings auch -
hatte. Das änderte aber nichts an der Tatsache, und oft sogar vorrangig - gegen die
dass nach der Sicht des traditionellen Regierungen islamischer Staaten, deren Politik
islamischen Rechts das "Haus des Islam" und in den Augen der Islamisten “unislamisch” ist
die übrige Welt einander grundsätzlich feindlich und bekämpft werden muss.
gegenüberstanden und die Scharia eigentlich
nur ein "einseitiges Kriegsvölkerrecht (mit Humanistische Interpretationen
Regeln für die »Kampfpausen«)” kannte (Erwin
Gräf und Hilmar Krüger, Artikel "Völkerrecht" in: Andererseits finden wir bei modernen Muslimen
Lexikon der islamischen Welt, Stuttgart Berlin eine humanistischer geprägte Interpretation
Köln 1992, S. 276f). "Im klassischen Islam gibt und Einstellung gegenüber dem "dar al-harb":
es also nur islamische Normen für das Die Ausbreitung des Islam soll gewaltfrei
Verhältnis des islamischen Staates zu geschehen durch Information über den Islam,
nichtislamischen Individuen und Staaten mit die Darstellung seiner Einfachheit und
dem Ziel ihrer Unterwerfung und ihrer An- bzw. Überlegenheit und durch das vorbildliche
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Leben von Muslimen; Krieg ist (entsprechend


solcher humanistischer Auffassung) nach dem
Koran nur gerechtfertigt als Verteidigungskrieg,
um das Leben der Muslime aber auch die Ehre
des Islam zu schützen; der Normalzustand im
Zusammenleben der islamischen Welt mit
nichtislamischen Staaten ist der Friede, nicht
nur ein Waffenstillstand und schon gar nicht der
Krieg.

Sicherlich meine viele Muslime - gerade auch


solche, die in Europa aufgewachsen und stark
von humanistischem Gedankengut beeinflusst
worden sind - das auch so. Einige sehen
jedoch solch eine “friedfertige” Interpretation
möglicherweise nur für eine Übergangszeit als
gültig an, bis etwa die islamische Welt wieder
zu ihrer Einheit zurückgefunden hat oder der
Islam in einzelnen Gegenden so erstarkt ist,
dass er es sich leisten kann, Gewalt und Druck
anzuwenden.

Lebensmöglichkeiten für Muslime im “dar al-


harb”

Muslime können grundsätzlich in einem Land


leben, das zum "dar al-harb" gehört, solange
ihnen die freie Ausübung ihrer Religion
ermöglicht wird, d.h. sie zu nichts gezwungen
werden, was ihnen verboten ist, und sie das tun
können, zu was sie verpflichtet sind. Viele sind
sich bewusst, dass sie dort in besonderer
Weise in Gefahr stehen, ihren Glauben zu
verlieren oder den Islam nur relativ
oberflächlich zu praktizieren. (Vielleicht sind
auch aus diesem Grund viele Muslime in der
Diaspora in stärkerem Maß vorsichtig oder
ablehnend gegenüber missionarischen
Bemühungen als in islamischen Ländern).
Wenn ein Leben nach den Regeln des Islam in
einem Land nicht möglich ist, sollte ein Muslim -
nach dem Vorbild Mohammeds - in ein Land
auswandern, in dem er den Islam frei und
ungehindert praktizieren kann.

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Die Auferweckung der Toten nach dem Seele und Leib


Koran
Wenn ein Mensch stirbt, wird seine Seele von
Ein Schwerpunkt der Botschaft des Koran ist seinem Leib getrennt und existiert bis zum
die Ankündigung des Gerichtes Gottes über Jüngsten Tag in einem Zwischenzustand.
alle Menschen aller Zeiten - und das heißt: Durch die Auferweckung wird ihr wieder ein
auch über die Menschen, die bereits gestorben Körper verliehen, der oft als eine neue
sind. Als Mohammed anfing, in Mekka über Schöpfung vorgestellt wird: “Die Menschen
diese Thematik zu predigen, reagierten viele werden an jenem Tag barfuss, vollkommen
seiner Mitbürger mit Unverständnis und Spott. nackt und unbeschnitten auferweckt.” (Ömer
Ihre Fragen werden im Koran an verschiedenen Öngüt, Islam, Die Bestimmungen Allahs des
Stellen erwähnt: “Und sie sagen: ‘Sollen wir, Allmächtigen, S. 162)
wenn wir (bereits) Knochen geworden und
auseinandergefallen sind, wirklich wieder als In dieser neuen Leiblichkeit werden sie vor
neue Schöpfung erweckt werden?’” (Sure 17, ihrem Schöpfer und Richter zum Gericht
49; vgl. auch 50, 3; 79, 10-12; ähnlich 19, 66; erscheinen - in diesem Leib erleben sie auch
75, 3) die Freuden des Paradieses oder die Qualen
des Höllenfeuers.
Mohammed war jedoch im Unterschied zu
seiner heidnischen Umgebung fest davon Die Notwendigkeit der Auferweckung
überzeugt, dass Gott die Toten wieder aus
ihren Gräbern herausholen werde. Der “Tag der Die Auferweckung der Toten ist eine logische
Auferstehung” (yaum al-qiy ma) wird im Koran Notwendigkeit: Die Menschen sind Gott, ihrem
etwa 70 Mal erwähnt. Dementsprechend ist Schöpfer, für ihr Tun und Lassen
der Glaube an die Auferweckung der Toten ein verantwortlich. Da vielen nicht im Diesseits
Grunddogma des Islam. Wer "die Rückkehr zu vergolten wird, was sie verdient haben, muss
Gott" leugnet, kann kein wahrer Muslim sein es einen zukünftigen Tag der Abrechnung
(vgl. etwa Sure 23, 15; 30, 16). jenseits der Todesgrenze geben. Viele, die
jetzt, während ihres irdischen Lebens, nicht
Die Auferweckung zum Gericht glauben und die Verkündigung der Propheten
ablehnen, werden am Tag der Auferstehung
Eine andere Bezeichnung für den "Tag der erkennen müssen, dass sie im Irrtum waren
Auferstehung" ist: "Tag des Gerichts" (yaum ad- (Sure 16, 39).
d n - Sure 1, 4). Die Auferweckung der Toten
hat im Wesentlichen den Sinn, alle Menschen Die Auferweckung und Gottes Allmacht
vor dem Thron Gottes zu versammeln, um mit
ihnen abzurechnen über ihr Glauben und Im Koran wird immer wieder betont, dass der
Handeln während ihrer Lebenszeit. Glaube an die Auferweckung der Toten
Den Vorgang der Auferweckung stellen vernünftig und einleuchtend ist. Es werden
Muslime sich gewöhnlich folgendermaßen vor: verschiedene Argumente angeführt, die den
Gott befiehlt dem Engel Israfil, zum ersten Mal Gegnern Mohammeds zeigen sollen, dass ihre
in die Posaune zu stoßen. Daraufhin werden Zweifel und ihr Spott unbegründet sind. Der
alle Menschen, ja, alle Lebewesen überhaupt, Gott, der den Menschen erschaffen hat aus
sterben. Sure 29, 57: “Jeder wird den Tod dem Nichts, kann ihn auch wieder
erleiden. Und dann werdet ihr zu Uns auferwecken: “Bedenkt der Mensch denn nicht,
zurückgebracht.” Die Posaune wird ein zweites dass Wir ihn zuvor erschaffen haben, da er
Mal ertönen, und alle Verstorbenen werden in nichts war?” (Sure 19, 67) - Auch in den
einem Augenblick wieder zu neuem Leben Naturereignissen finden sich Hinweise auf die
erweckt und vor ihren Schöpfer und Richter Auferweckung: “Und Gott ist es, der die Winde
gestellt. schickt, und sie wühlen die Wolken auf. Dann
treiben Wir sie zu einem abgestorbenen Land
Auferweckung als Wiedervereinigung von und beleben danach die Erde nach ihrem
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Absterben wieder. So ist es auch mit der des Menschen.


Auferstehung.” (Sure 35, 9)
Die Botschaft der Auferweckung als Warnung
Der wichtigste logische Grund für die
Möglichkeit der Auferweckung ist Gottes Wenn im Koran von der Auferweckung der
Allmacht. “Sie schwören bei Gott ihren Toten die Rede ist, fehlt der Klang der Freude
eifrigsten Eid, Gott werde die nicht und des Triumphes. Eher schwingt ein
auferwecken, die sterben... Unsere Rede zu warnender, drohender Unterton mit (Sure 50,
einer Sache, wenn Wir sie wollen, ist, zu ihr zu 20: "Das ist der angedrohte Tag").
sprechen: Sei!, und sie ist.” (Sure 16, 38+40; "Auferstehung" bedeutet: Der Mensch ist und
ähnlich Sure 36, 82) bleibt mit dem allmächtigen,
undurchschaubaren Gott konfrontiert; nicht
Die Auferweckung - außerhalb der Geschichte einmal durch den Tod kann er der
Verantwortung vor seinem Richter entrinnen,
Nach dem Koran ist die Auferweckung kein und im Blick auf das bevorstehende Gericht mit
zentrales Ereignis innerhalb der seinem ungewissen Ausgang lebt er in einer
Weltgeschichte, sondern steht an ihrem Mischung von Hoffnung und Furcht.
äußersten Rand. Nachdem die Geschichte der
jetzigen Schöpfung zum Abschluss gebracht www.orientdienst.de
worden ist, bevor das ewige Leben in Paradies
oder Hölle beginnt, wird Gott die Toten
auferwecken.

Es werden zwar einzelne


Totenauferweckungen erwähnt, die sich im
Verlauf der Geschichte ereignet haben. Vor
allem hat Jesus ("mit Erlaubnis Gottes", wie
ganz deutlich betont wird) Tote "lebendig
gemacht" (Sure 3, 49) bzw. "herausgebracht"
(Sure 5, 113). Beide Ausdrücke werden auch
für das auferweckende Handeln Gottes
gebraucht: "Er macht die Toten lebendig" (Sure
22, 6); "du bringst die Lebenden heraus aus
den Toten... " (Sure 3, 27). Diese
Totenauferweckungen sollen jedoch nur
Zeichen sein, die bestätigen, dass Jesus
tatsächlich ein Gesandter Gottes ist.

Nach islamischem Verständnis weisen sie nicht


darauf hin, dass Jesus Christus gekommen ist,
um in diese Welt der Sünde und des Todes
Versöhnung und ewiges Leben
hineinzubringen. Weil der Koran den
Kreuzestod Jesu bestreitet, bleibt auch kein
Raum für die Auferstehung Jesu Christi von
den Toten. Und damit gibt es auch keine
Auswirkungen einer in der Geschichte
geschehenen Auferstehung im diesseitigen
Leben von Menschen. - Der Glaube an die
Auferweckung der Toten steht weder für das
irdische Leben noch für das Jenseits in
Verbindung mit einer geistlichen Erneuerung
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Kindererziehung im Islam absolut verpflichtend. Das Gebet absichtlich zu


versäumen, ist im Islam eine der schwersten
Normalerweise wünscht sich jedes muslimische Sünden. Und so verlangen muslimische
Ehepaar Kinder. Sie gelten als Zeichen einer Theologen, Kinder zur Not mit Schlägen zur
guten Ehe. Wird ein Kind in einer muslimischen Einhaltung der Gebetspflicht zu zwingen.
Familie geboren, herrscht große Freude, die
noch größer ist, wenn das Neugeborene ein Auch in das 30tägige Fasten im Monat
Junge ist. Dem Kind wird schon bald nach der Ramadan wird das Kind Schritt für Schritt
Geburt das islamische Glaubensbekenntnis ins eingeführt. Beim ersten Mal fastet es vielleicht
rechte Ohr gesprochen: “Es gibt keinen Gott nur zwei bis drei Tage, beim nächsten Mal eine
außer Allah, und Muhammad ist sein Prophet.” Woche. Ungefähr mit der Pubertät sollte es die
ganze Fastenzeit einhalten.
Religiöse Erziehung
Wer in eine muslimische Familie hineingeboren Besucht das Kind (frühestens ab etwa vier
wurde, gilt als Muslim. Dazu ist keine spätere Jahren) die Koranschule, wird es dort vor allen
“Bekehrung”, kein Bekenntnis oder eine Dingen den Koran auf Arabisch auswendig
ausdrückliche Erklärung des Kindes nötig. Es lernen. Es kommt vor, dass Kinder schon mit
gibt auch keinen formellen Beitrittsakt zur etwa 10-12 Jahren den gesamten Koran
islamischen Gemeinschaft, der etwa mit der auswendig können, womit sie meist für ein
christlichen Taufe vergleichbar wäre. theologisches Studium als prädestiniert gelten.

Muslime gehen davon aus, dass der Islam die “Säkulare” Schulbildung
“natürlich Religion” eines jeden Menschen sei. In der Koranschule, aber auch in der säkularen
In der muslimischen Familie geht es also “nur” Schule lernen Kinder in weiten Teilen der
darum, den als Muslim Geborenen nun auch islamischen Welt vor allem durch
als Muslim aufwachsen zu lassen. Dazu gehört Auswendiglernen und Wiederholen. Eigene
die - für traditionell geprägte Muslime Gedanken, Diskutieren, Hinterfragen oder
selbstverständliche - religiöse Unterweisung sogar das Ablehnen des Lernstoffs sind in aller
des Kindes in der Familie und manchmal auch Regel nicht gefragt.
in der Koranschule.
Diese Lernmethode hat m. E. ihre letzte
Religiöse Erziehung geschieht indirekt dadurch, Ursache im Gottes- und Menschenbild des
dass das Kind mit islamischen Festen und Islam: Gott muss nach islamischer Auffassung
Feiertagen, aber auch mit Speise- und nicht verstanden, sondern vor allem angebetet
Reinigungsvorschriften, mit der Trennung der werden. Es geht nicht darum, seinen Willen,
Geschlechter und den vom Islam sein Handeln zu hinterfragen oder zu
vorgegebenen Moralauffassungen aufwächst. diskutieren, sondern sich ihm und seinem
Der Sohn wird vom Vater, die Tochter von der Willen zu unterwerfen, die von Gott geforderten
Mutter religiös unterwiesen, indem das Kind Pflichten einzuhalten und ihm Dank zu sagen
allmählich in die Glaubenspflichten des Islam für seine Wohltaten. Dem Menschen kommt es
(“Die fünf Säulen”) eingeführt wird. nicht zu, Gott und sein Wort, den Koran, in
Frage zu stellen, kritische Gedanken dazu zu
Dazu gehört vor allem das fünfmal täglich äußern oder zu überlegen, welche
gesprochene rituelle Gebet. Man geht davon Anweisungen des Korans für heute in welcher
aus, dass ein Kind etwa mit 7 Jahren beginnen Form gültig sein könnten. Darin liegt wohl auch
sollte, das Gebet zu verrichten. Mit 10 Jahren ein Grund dafür, warum arabische
sollte es das Gebet beherrschen und auch Korankommentare in aller Regel sehr vorsichtig
vollziehen - natürlich in Abhängigkeit davon, darin sind, eigenständige Beurteilungen von
wie streng die Familie selbst der Gebetspflicht Koranversen vorzunehmen. Insbesondere in
nachkommt. Die Befolgung der fünf Säulen des den klassischen Kommentaren werden einige
Islam und insbesondere die Einhaltung der altbekannte Meinungen nebeneinander gestellt,
Gebete gilt für Männer und für Frauen als die den Text vorsichtig zu deuten versuchen.
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Aber es wird nur selten ein eigenständiges


Urteil gefällt oder abschließend eine der
Auslegungsmöglichkeiten klar favorisiert.

Vorbereitung auf das Leben als Mann und Frau


Mädchen werden in der islamischen Welt früh
auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter
hin erzogen, Jungen auf eine Identifizierung mit
der Welt des Vaters in der Moschee, der
Öffentlichkeit und seinem Beruf. Auch diese
Vorbereitung auf das Leben als Mann oder
Frau gehört eigentlich zur religiösen Erziehung
im Islam, denn die Aufgabenteilung und
Geschlechtertrennung ist in der Religion
verankert. Angemessenes, respektvolles
Verhalten gegenüber Eltern, Älteren im
allgemeinen, von Frauen gegenüber Männern,
Zurückhaltung im Umgang mit dem anderen
Geschlecht und die Wahrung eines untadeligen
Rufes für Mädchen und Frauen gehören zu den
grundlegenden Erziehungsidealen im Islam.

Sterben die muslimischen Eltern eines Kindes


und ist z. B. der nächste Verwandte der Eltern
Christ geworden, so wird die Verwandtschaft
darauf bestehen, dass das Kind bei einem
entfernteren Verwandten, aber auf jeden Fall in
einer muslimischen Familie aufwächst.

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Die Scharia - das islamische Recht Zeitrechnung schufen dann auf Grundlage von
Koran und Hadith islamische Rechtsgelehrte
“Scharia” ist heute eines der meistgebrauchten (die “Fuqaha´”) das, was weithin unter “Scharia”
Schlagwörter, wenn über den Islam diskutiert verstanden wird: eine islamische
wird. Islamisten fordern in ihren jeweiligen Rechtssammlung. Da Koran und Hadith schon
Heimatländern, die Scharia zur Grundlage der für die Fragen der damaligen Zeit nicht immer
staatlichen Gesetzgebung zu machen. Kritiker konkrete Antworten bereithielten, traten für die
des Islam warnen vor der Grausamkeit der frühen Rechtsgelehrten zwei weitere Quellen
Scharia, wie sie sich einigen Strafen äußere der islamischen Rechtswissenschaft hinzu:
(Handabhacken bei Dieben, Steinigung von “Idschma´”, der Konsens der islamischen
Ehebrecherinnen). Rechtsgelehrten über ein Thema, sowie
Gleichzeitig ist jedoch “Scharia” einer der am “qiyas”, der Analogieschluss. Dabei wurden
wenigsten klar definierten Begriffe innerhalb neu auftretende Fälle in Anlehnung an
des Islam. Auch wenn der Begriff schon für bekannte Fälle entschieden.
Gesetzessammlungen islamischer Staaten
angewandt wurde, ist die Scharia eigentlich Innerhalb des sunnitischen Islams setzten sich
mehr: Sie ist kein real vorliegenden im Laufe der Zeit vier Rechtsschulen durch:
Gesetzbuch, das man ohne weiteres und Schafiiten, Malikiten, Hanbaliten und Hanafiten.
plötzlich zum Gesetz eines Staates machen Diese Schulen sind jeweils nach ihrem
könnte. Vielmehr ist “Scharia” eine Begründer benannt und sind in verschiedenen
Idealvorstellung vom göttlichen Gesetz, das alle Regionen der islamischen Welt vorherrschend.
Lebensbereiche des Muslim regeln soll. Sie weichen in vielen Einzelfragen des
islamischen Rechts voneinander ab - in diesem
Quellen der Scharia Sinne gibt es also eine regional
Ursprünglich meint der arabische Begriff unterschiedliche “Scharia”. In den Grundfragen
“Scharia” den Pfad in der Wüste, der zur sind sich diese Schulen jedoch einige. Man
Wasserquelle führt. Die Scharia ist der erkennt auch die jeweils anderen Schulen als
Wegweiser, der den Menschen zu Gott, seiner rechtgläubig an.
Quelle führen soll. Im Koran selbst kommt der
Begriff nur einmal vor (Sure 45,18) und heißtFünf Kategorien für Verhalten
dort so viel wie “Ritus”. Gemäß dem islamischen Verständnis von
Hingabe (“Islam”) an Allah umfasst die Scharia
Unbestritten gilt dem sunnitischen Islam der Regelungen nicht nur für Familienrecht,
Koran als die Quelle der Scharia. Der Koran Strafrecht, Erbrecht etc. sondern auch genaue
enthält jedoch nur einzelne Anweisungen, die Anweisungen für religiöse Rituale und
direkt zur Grundlage einer Gesetzgebung zu Pflichten. Die Rechtswissenschaft hat dabei
machen sind. Schon früh in der islamischen jede Handlung in ein System von fünf
Geschichte trat daher neben den Koran als Kategorien eingeordnet:
Quelle des Rechtes die “Sunna”, das 1. “Fard” - eine Handlung ist Pflicht für jeden
vorbildliche Handeln und Reden des Propheten Gläubigen (z.B. das rituelle Gebet)
Mohammed. Die Berichte über Verhalten und 2. “Haram” - Verbotene Handlungen (z.B.
Worte Mohammeds wurden in den Alkoholgenuss)
sogenannten “Hadithen” gesammelt. Später 3. “Mandub” - Empfehlenswert. Eine Handlung
filterten islamische Theologen aus der ist erwünscht (z.B. zusätzliche Gebete), das
unüberschaubaren Fülle dieser Hadithen nach Nichtbefolgen wird jedoch nicht bestraft
bestimmten Regeln die als echt 4. “Makruh” - Verwerflich oder nicht
anzuerkennenden Überlieferungen heraus. Es empfehlenswert.
entstanden die weitgehend noch heute 5. “Mubah” - Erlaubt, Handlungen, für die es
anerkannten Hadith-Sammlungen. keine religiöse Beurteilung gibt (z.B. eine
Flugzeugreise).
Entstehung des islamischen Rechts Scharia in islamisch geprägten Staaten
In den ersten Jahrhunderten islamischer Es gibt heute in Staaten mit islamischer
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Bevölkerungsmehrheit sehr verschiedene einem Staat unter der Scharia nicht gibt. Daher
Modelle im Blick auf die Bedeutung der gibt es Vorschläge, die Scharia mehr als
Scharia. Während etwa die Türkei laut Lebensweise zu verstehen, die dem Moslem in
Verfassung ein säkularer Staat ist, dessen einem säkularen Staat die Richtschnur für sein
Verfassung keinen Bezug auf das islamische (freiwilliges) persönliches Leben mit Allah gibt.
Recht nimmt, haben andere Staaten (etwa Der Staat ermöglicht demnach, dass Muslime
Pakistan oder Sudan) beschlossen, die Scharia gemäß der Scharia leben können, macht sie
zur Grundlage der Rechtsprechung zu machen. aber nicht zur Pflicht für alle Staatsbürger.
Das kann in der Praxis heißen, dass neue
Gesetze von islamischen Juristen auf ihre Die innerislamische Diskussion über die
Vereinbarkeit mit dem überlieferten islamischen Scharia ist im Fluss. Das Ergebnis ist noch
Recht überprüft werden. nicht abzusehen.

Dazwischen stehen Staaten wie Malaysia, die www.orientdienst.de


sich zwar als islamischen Staat bezeichnen,
deren Gesetzgebungsverfahren aber säkular,
also rein aufgrund Mehrheitsentscheidung des
Parlamentes erfolgt. Saudi-Arabien hat den
Koran zur Verfassung seiner Monarchie erklärt,
hat in der Praxis natürlich trotzdem andere
Rechtsquellen heranzuziehen.

Heutige Diskussion um die Scharia


Für moderne Islamisten, die im eigenen Land
Opposition sind, ist der Begriff “Scharia” der
Ausdruck für die Sehnsucht nach der goldenen
frühen Zeit des Islam im Gegensatz zu den
heutigen, oft uneffektiven und korrupten
Regimen. Solche Islamisten erwarten von der
Einführung der Scharia als Grundlage der
Rechtsprechung die Lösung für alle religiösen,
wirtschaftlichen und sozialen Probleme der
Gegenwart.

Es gibt jedoch auch (bereits seit dem 19.


Jahrhundert) islamische Denker, die für eine
Neudefinition des Verhältnisses von Scharia
und staatlicher Gesetzgebung eintreten.
Manche weisen wie der ägyptische Theologe
des 19. Jahrhundert, Muhammad Abduh,
darauf hin, dass es in der gesamten
islamischen Geschichte niemals gelungen sei,
ein wirklich “der Scharia entsprechendes”
Staatsgesetz zu formulieren, geschweige denn,
es dann auch wirklich durchzuführen. Oft habe
der jeweilige Herrscher des Landes Gesetze
geschaffen, wie sie ihm selbst passten.

Problematisiert wird auch unter modernen


islamischen Denkern die Tatsache, dass es ein
wirklich gleichberechtigtes Zusammenleben
von Menschen verschiedener Religionen in
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Maria (Maryam), die Mutter Jesu


Die Tatsache, dass Maria im Koran als
Maria, die Mutter Jesu, spielt im Islam eine "Schwester Aarons" (Sure 19,28+29) und
besondere Rolle. In der arabischen Form Tochter Imrans (66,12) bezeichnet wird, legt die
"Maryam" ist ihr Name der einzige Vermutung nahe, dass Mohammed die
Frauenname, der im Koran vorkommt. (Sonst neutestamentliche Maria mit der
werden Frauen immer nur erwähnt als “die Frau alttestamentlichen Mirjam (2. Mose 15,20)
des ...”) - Ihr Name wird 34 mal genannt (Jesus verwechselt haben könnte. (Maria ist ja die
nur 25 mal). Eine ganze Sure (Nr. 19) trägt griechische Form des hebräischen Namens
ihren Namen. Mirjam.)

Auch auf andere Weise wird sie Muslime erklären diesen Tatbestand
hervorgehoben. In einem Hadith nach Buchari gewöhnlich so: Maria stammte wie auch ihre
heißt es: "Der Satan berührt jeden Kusine Elisabeth aus einer priesterlichen
Nachkommen Adams an dem Tag, an dem er Familie; deshalb waren sie in übertragenem
zur Welt kommt. Nur bei Maryam und ihrem Sinne Schwestern Aarons. (Man sollte dann
Sohn Isa war es nicht so; der Satan berührte jedoch eher die Formulierung "Tochter Aarons"
sie nicht." erwarten, da Aaron als der erste in der Reihe
der levitischen Priester sozusagen der “Vater”
Grundlage für das islamische Bild von Maria des priesterlichen Geschlechtes war.)
sind die z.T. recht knappen Erzählungen und
Andeutungen im Koran (z.B. Sure 3,35-37.42- Maria im Tempel
47; 4,156; 19,16-34; 21,91; 66,12; ), die ergänzt Später wurde Maria zum Tempel gebracht, um
werden durch neutestamentliche Aussagen und dort Gott zu dienen. Verschiedene Priester
außerbiblische frühchristliche (z.B. koptische) wollten sie gern unter ihre Obhut nehmen und
Geschichten, wie sie von Korankommentatoren losten mit Pfeilen (oder Röhrchen); auf diese
aufgenommen wurden. (Hinweise auf solche Weise wurde Zakaria, der mit einer Schwester
Quellen sowie einzelne Zitate daraus finden der Mutter Marias verheiratet war, bestimmt,
sich in dem Buch "The Sources of Islam" von ihre Pflege zu übernehmen (Sure 3,44+37).
Rev. W. St Clair-Tisdall.) - So wird im Islam z.T.
mehr (und anderes) über Maria ausgesagt, als Zakaria ließ ihr im Tempelbereich ein Zimmer
wir aufgrund des Neuen Testaments erfahren. erbauen, in dem sie neben ihrem Dienst im
Tempel Tag und Nacht betete. Wenn Zakaria
Die Geburt der Maria zu ihr kam, fand er, dass Gott sie auf
wunderbare Weise mit Nahrung versorgt hatte
Der Vater Marias trägt nach dem Koran den (3,37).
Namen Imran (der dem Namen Amram in 2.
Mose 6,20 entspricht). Die Frau Imrans - Dort sollen auch die Engel ihr gesagt haben,
manche islamische Lehrer geben ihren Namen welch hohe Stellung ihr von Gott zugedacht
aufgrund altkirchlicher Traditionen als Hanna wurde: “O Maria, Gott hat dich auserwählt und
(Anna) an - war kinderlos und schon alt, als sie rein gemacht, und Er hat dich vor den Frauen
beobachtete, wie ein Vogel sein Junges der Weltenbewohner auserwählt. O Maria, sei
fütterte. In ihr erwachte ein sehnlicher Wunsch deinem Herrn demütig ergeben, wirf dich nieder
nach einem Kind, und sie bat Gott, ihr einen und verneige dich mit denen, die sich
Knaben zu schenken; dabei versprach sie, verneigen.” (3,42+43)
dieses Kind dem Dienst Gottes zu weihen. Als
sie im Gegensatz zu ihrer Erwartung eine Die Jungfrauengeburt
Tochter zur Welt brachte, gab sie ihr den
Namen Maria und vertraute sie dem Schutz Auch für den Islam ist das Wichtigste im Leben
Gottes an (Sure 3,35+36). Marias, dass sie durch ein göttliches Wunder
schwanger wurde und Jesus Christus zur Welt
"Schwester Aarons"? brachte. Die Ankündigung der Geburt Jesu und
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die Geburt selber werden geschildert in Sure “Preis sei dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu
3,45-49 19,16-35 und 66,12. Während Sure sagen, wozu ich kein Recht habe... Ich habe
3,47 mehr das Allmachtswort Gottes betont ihnen nichts anderes gesagt als das, was Du
(“Wenn Er eine Sache beschlossen hat, sagt Er mir befohlen hast, nämlich: Dienet Gott,
zu ihr nur: Sei!, und sie ist.”), erzählt Sure 66,12 meinem Herrn und eurem Herrn!” (Sure
davon, dass Gott von seinem Geist in Maria 5,116+117)
hineinblies. - Weitere Einzelheiten der
Ankündigung und der Geburt Jesu sind Ähnlich heißt es in Sure 5,73+75: Ungläubig
dargestellt im Minikurs Islam “Die Geburt Jesu sind diejenigen, die sagen: “Gott ist der Dritte
nach dem Koran” in ORIENTIERUNG 6/99. von dreien”... Christus, der Sohn Marias, ist
nichts anderes als ein Gesandter; vor ihm sind
Es fällt auf, dass Koranausleger in diesem etliche Gesandte dahingegangen. Seine Mutter
Zusammenhang immer wieder sehr deutlich ist eine Wahrhaftige. Beide pflegten, Speise zu
betonen, die Tatsache der Jungfrauengeburt essen... - Allerdings entspricht die Vorstellung
bedeute weder, dass Maria etwas anderes sei von Maria als dritter Person der Trinität auch
als eine menschliche Person noch dass ihr nicht dem biblischen Zeugnis.
Sohn Gott selber als Vater habe. Dass Maria
ohne Zutun eines Mannes, nur aufgrund Der Koran weiß viel Außergewöhnliches über
göttlichen Handelns, ein Kind empfing, ist ein Maria zu sagen. Alles wird jedoch in den
Zeichen der Allmacht Gottes. üblichen islamischen Rahmen eingeordnet:
Gott hat zu den Menschen geredet durch
"Hier zeigt sich nochmals ... die Schwierigkeit Propheten. Selbst die Jungfrauengeburt wird
der Auseinandersetzung mit dem Islam. Beide, nicht als ein Zeichen dafür angesehen, dass
NT und Koran lehren die Jungfrauengeburt. Der Gott mehr getan hat: dass Er Seinen Sohn
Inhalt der Erzählung im Koran stimmt in großen gesandt hat als Erlöser.
Zügen mit dem des NT überein. Und doch
verbirgt sich hinter dieser Gemeinsamkeit ein www.orientdienst.de
Unterschied, der einen tiefen Riss zwischen der
Verkündigung beider Heiliger Schriften sichtbar
macht... Die Jungfrauengeburt ist im Koran
nicht Hinweis auf die Inkarnation als
Offenbarung der rettenden Liebe Gottes in
Christus (Joh 3,16)." (Johan Bouman, Christen
und Moslems, S. 76)

Maria als eine Person der Trinität?

Möglicherweise hatte Mohammed gehört, dass


Maria von Christen in seiner Umgebung als
“Mutter Gottes” bezeichnet wurde, und diese
Aussage mit dem christlichen Reden von der
Dreieinheit Gottes (Trinität) in Verbindung
gebracht, so dass er meinte, Christen glaubten
an eine Art göttliche Familie aus Gott Vater,
Gottesmutter Maria und Jesus als Sohn Gottes.

Diese Vorstellung wird im Koran an


verschiedenen Stellen mehr oder weniger
deutlich abgewehrt: Und als Gott sprach: “O
Jesus, Sohn Marias, warst du es, der zu den
Menschen sagte: »Nehmt euch neben Gott
mich und meine Mutter zu Göttern?«” Er sagte:
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“Heilsgeschichte” im Islam? Sinn: Es wird nirgends davon geredet, dass


durch die Sünde die Beziehung des Menschen
Der große Rahmen der Weltgeschichte scheint zu Gott so grundlegend gestört ist, dass
in Koran und Bibel gleich zu sein: Gott steht als Versöhnung nötig ist. Der Islam will auch nichts
der Schöpfer am Anfang der Geschichte und Er davon wissen, dass Adam selber und alle seine
wird als der Richter auch an ihrem Ende (an Nachkommen unter die Macht der Sünde
der Schwelle zur jenseitigen Ewigkeit) stehen. geraten sind. (Im Islam gibt es keine Erbsünde.)
Ebenso lehren Christentum und Islam Jeder Mensch ist mit seinen Stärken und
gemeinsam, dass Gott immer wieder in die Schwächen das Werk Allahs; er hat sich immer
Geschichte eingreift und durch Propheten zu wieder zwischen dem Willen Allahs und den
den Menschen geredet hat. - Reichen diese Einflüsterungen Satans zu entscheiden. Er ist
Übereinstimmungen aus, um den Schluss zu nicht "unter die Sünde verkauft" (Röm. 7,14)
ziehen, dass Islam und Christentum das und auf Gottes erlösendes Eingreifen
gleiche Geschichtsbild haben? angewiesen.

Das Zentrum der Geschichte So fehlt im Islam nicht nur die Mitte der
Im Mittelpunkt des biblischen Geschichtsbildes biblischen Heilsgeschichte. Es fehlt ebenfalls
steht Gottes Heilstat: Er hat Jesus Christus das Wissen um die Erlösungsbedürftigkeit des
gesandt, damit dieser durch sein Menschen, und folglich wird auch gar keine
stellvertretendes Leiden und Sterben am Kreuz Notwendigkeit einer "Heilsgeschichte", eines
die Schuld aller Menschen wegtragen und sie rettenden Eingreifens Gottes, gesehen.
von der Macht der Sünde befreien sollte. Nach
dem Zeugnis des Neuen Testaments ist also "Prophetengeschichte"
das Gericht über die Sünde schon vollzogen.
Auf dieser Grundlage bietet Gott allen Während nach der biblischen Darstellung
Menschen Vergebung, Versöhnung und verschiedene heilsgeschichtliche Epochen
Gotteskindschaft an durch den Glauben an aufeinander folgen, ist eine solche Vorstellung
Jesus Christus. - Geschichte in biblischem Sinn dem Islam im Grunde fremd. Innerhalb der Zeit
ist "Heilsgeschichte". zwischen der Erschaffung der Welt und dem
Tag des Gerichts bleibt eigentlich alles gleich.
Im Koran findet sich kein vergleichbares Jeder einzelne Mensch und jede Zeit stehen in
zentrales Heilsereignis. Kreuz und einem statischen Gegenüber zu dem
Auferstehung Jesu Christi als Zentrum der allmächtigen Gott. Der Islam kennt nicht "eine
biblischen Heilsgeschichte werden geleugnet. Geschichte ..., die sich entfaltet und entwickelt,
Im Grunde kennt der Islam also keine sondern die sich einfach wiederholt." (CIBEDO-
"Heilsgeschichte". Texte Nr. 5, S. 2.)

Der Anfang der Menschheitsgeschichte Am ehesten könnten wir im Islam von einer
“Prophetengeschichte” reden: Weil die
Dem entspricht auch, was der Koran über die Menschen immer wieder von der
Anfänge der Geschichte zu sagen weiß: Von ursprünglichen Offenbarung abgewichen sind,
der Erschaffung des Menschen ist oft die Rede; hat Gott in Seiner Gnade ihnen von Zeit zu Zeit
von einer Bestimmung des Menschen zum "Bild Propheten gesandt. (vgl. Mini-Kurs "Die
Gottes" (1. Mose 1, 26+27) und zu einer Propheten" in ORIENTIERUNG 4/97, S. 7f.)
persönlichen Beziehung zu Gott sagt der Koran Der Auftrag dieser Propheten ist allerdings
jedoch nichts. - Die Geschichte vom Sündenfall jeweils derselbe: die Menschen zum Ursprung
kommt in verschiedenen Varianten vor. Aber zurück zu rufen, zum Glauben an den einen
Adams Sünde war, wie alle Sünden, eine Gott, und ihnen das eine göttliche Gesetz zu
Einzeltat (vgl. Johan Bouman, Christentum und verkündigen. "Bei jeder prophetischen
Islam im Vergleich, Das Leben gestalten - den Verkündigung beginnt die Geschichte der
Tod überwinden, Brunnen Verlag, Gießen Menschheit sozusagen von neuem ..."
1982, S. 45f), kein Sündenfall im biblischen (Bouman, Christentum und Islam im Vergleich,
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S. 47.) Seinen Sohn für sie gesandt wie auch für uns
"als wir noch Feinde waren" (Röm 5,10).
Nach islamischem Denken gibt es jedoch einen
Höhepunkt in dieser Prophetengeschichte: Die biblische Heilsgeschichte muss uns dazu
Mohammed als "Siegel der Propheten" hat mit treiben, auch Muslimen die Heilsbotschaft zu
dem Koran Gottes vollkommene und verkündigen. Denn in Gottes Augen sind sie -
abschließende Offenbarung erhalten. Alle bei aller Religiosität - sündige und verlorene
vorherigen (z.B. auch Altes und Neues Menschen, die Er durch Jesus Christus retten
Testament) werden damit abgetan. - Darum will. Als Botschafter an Christi Statt sollen wir
gehören der islamischen Gemeinschaft nun sie bitten: "Lasst euch versöhnen mit Gott!" (2.
Gegenwart und Zukunft: "Ihr seid die beste Kor. 5,20) - Und den Gott, der der Herr der
Gemeinschaft, die unter Menschen entstanden Heilsgeschichte ist, dürfen wir bitten, dass Er
ist. Ihr gebietet, was recht ist, verbietet, was auch Muslimen die Herzen und das
verwerflich ist, und glaubt an Gott. Wenn die Verständnis öffnet für die frohe Botschaft von
Leute der Schrift ebenfalls glauben würden, der Erlösung durch Jesus Christus.
wäre es besser für sie. Es gibt Gläubige unter
ihnen, aber die meisten sind Frevler." (Sure www.orientdienst.de
3,110)

Aufgrund dieses Geschichtsverständnisses


beansprucht die islamische Gemeinschaft
zumindest teilweise die heilsgeschichtliche
Rolle, die nach der Bibel dem Volk Israel und
der Gemeinde Jesu zukommt. Von dorther
erklären sich auch zum Teil die Gegnerschaft
und der Herrschaftsanspruch der islamischen
Umma gegenüber Juden und Christen (vgl.
Minikurs “Schutzbefohlene” in ORIENTIERUNG
4/98, S. 9f).

Das Ende der Geschichte

In allen islamischen Zukunftsvorstellungen


finden sich als wesentliche Elemente die
Erwartung des jüngsten Gerichts und der
Wiederkunft Jesu als eines wichtigen
Vorzeichens. - Was in diesen
Endzeiterwartungen nicht vorkommt, ist die
Entrückung der Gemeinde Jesu und das
Kommen Jesu als Messias Israels. Der
wiederkommende Jesus ist im Islam nicht der,
dem der Vater alles Gericht übergeben hat
(Joh. 5,22; Apg. 17,31). - So unterscheidet sich
auch im Blick auf die Zukunft das islamische
Geschichtsbild ganz wesentlich vom biblischen.

Biblische Heilsgeschichte und Mission

Auch wenn der Islam der biblischen


Geschichtsdarstellung teilweise direkt
widerspricht, schließt dennoch die biblische
Heilsgeschichte die Muslime mit ein: Gott hat
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Die Schiiten
Geschichte des Leidens
Ausgangssituation Nachdem Ali 661 ermordet worden war,
Nachdem Mohammed unerwartet rasch am 8.6. versuchten die Schiiten erneut, die Macht an
632 gestorben war, ohne eine sich zu reißen. Der Prophetenenkel al-Hasan
Nachfolgeregelung getroffen zu haben, bildeten erklärte jedoch seinen Verzicht auf das Kalifat,
sich in der jungen muslimischen Gemeinde und al-Husain fiel im Jahr 680 in der berühmten
hierzu unterschiedliche Positionen heraus. Schlacht von Kerbela im heutigen Irak, womit
Daraus folgte die geschichtlich und theologisch alle direkten männlichen Nachfahren
folgenschwerste Spaltung des Islams: Mohammeds ausgelöscht waren. Al-Husain
"Sunniten" und "Schiiten. Mit "Schiiten" sind die wurde zum Prototyp des schiitischen Märtyrers.
Anhänger Alis (shi'at Ali = "Partei" des Ali), des Im Gedenken an Kerbela begehen die Schiiten
Cousins und Schwiegersohns Mohammeds am 10. Tag des Monats Muharram, dem Ash
gemeint, die als Nachfolger Mohammeds einen ra-Tag, umfangreiche Trauerfeierlichkeiten mit
direkten Abkömmling des Propheten forderten, Prozessionen und Geißlergruppen. Wer bei den
während die sunnitische Mehrheit zwar auch Passionsspielen und Umzügen Tränen für al-
einen Nachfolger aus Mohammeds Stamm, den Husain vergießt, erhält Teil an seiner Erlösung,
Quraysh verlangte, aber gleichzeitig dessen die er durch sein Leiden und seine Fürbitte für
Wahl durch einen Rat (arab. sh ra) und seine die Gläubigen im Gericht erwirkt.
öffentliche Huldigung (arab. bay'a) forderte.
Leiden wird in der Geschichte der Schia zum
Ringen um die Macht Leitmotiv, das nach Alis und al-Husains Tod im
Nach Meinung der Schiiten konnte nur auf - wie Schiiten meinen - Märtyrertod aller
einem Verwandten Mohammeds die schiitischen Imame (Leiter der islamischen
Segenskraft des Propheten liegen. Außerdem, Gemeinschaft) in der Geschichte seine
so argumentierten die Schiiten, habe Gott Fortsetzung findet. Die Gräber von Ali, al-
selbst Ali zum Nachfolger auserwählt und dies Hasan und al-Husain sind im schiitischen
Mohammed vor seinem Tod mitgeteilt, eine Volksislam für viele bedeutendere
Ansicht, die Sunniten nicht teilten. Da alle Wallfahrtsorte geworden als Mekka.
leiblichen Söhne Mohammeds bereits vor ihm
verstorben waren, wären die nächsten Endzeithoffnung
leiblichen Verwandten Mohammeds seine Nachdem die beiden Prophetenenkel al-Hasan
Enkel al-Hasan und al-Husain gewesen, die und al-Husain im Kampf um das Kalifat
allerdings beim Tod Mohammeds noch Kinder gescheitert waren, verlagerten die Schiiten ihre
im Alter von etwa 6 und 8 Jahren waren. Daher Hoffnung auf Herrschaft auf die Endzeit, in der
bestimmten die Schiiten Mohammeds Mahdi (der "Rechtgeleitete") als Erlöser
Schwiegersohn Ali zum Anwärter auf das sichtbar aus der Verborgenheit wiederkommen
Kalifat. und ein Friedensreich aufrichten werde.
Ali konnte sich jedoch nicht durchsetzen. In Seinem Auftreten werden Sonnen- und
seiner Abwesenheit wurde noch 632 Abu Bakr Mondfinsternisse, Erdbeben,
zum ersten Kalifen (regierte 632-634 n. Chr.) Heuschreckenplagen und Wasserfluten
gewählt, danach folgten Umar (634-644) und vorausgehen. Dann werden sich falsche
Uthman (644-656). Erst im Jahr 656 kam Ali Mahdis erheben und Kriege gegeneinander
(656-661) an die Macht. Nach schiitischer führen. Am Ende sollen Stürme die Erde
Auffassung waren die drei ersten Kalifen reinigen und alle Krankheiten von den wahren
"unrechtmäßige" Kalifen und ihre Wahl eine Gläubigen nehmen. Danach soll der wahre
schwere Sünde. Daher nahm die Schia von Mahdi in Mekka in der Ka'ba erscheinen und
Anfang an eine ablehnende Haltung gegenüber alle sich ihm widersetzenden Ungläubigen
den sunnitischen Kalifen-Dynastien der erschlagen. Unter seiner Herrschaft wird das
Umayyaden und Abbasiden ein. Die ersten drei Paradies auf Erden aufgerichtet werden.
Kalifen werden bei schiitischen Feierlichkeiten
verflucht. Lehre
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Das herausragende Kennzeichen schiitischer


Lehre ist der Glaube an den Imam. Er ist der
oberste Führer der Gemeinde, ein von Gott
auserwählter Leiter, eine Art Vertreter des
Propheten, von dem er blutsmäßig abstammen
muss. Er interpretiert die Offenbarung des
Korans, vor allen Dingen dessen verborgenen
Sinn, den die Gläubigen selbst nicht verstehen
können. Er ist eine Art Mittler zwischen Gott
und der Gemeinde, in seinen
Lehrentscheidungen unfehlbar und sündlos
(arab. ma's m) und hat übernatürliches Wissen.
Die Aussprüche der Imame besitzen für
Schiiten dieselbe Lehrautorität wie der Koran. -
Die Sunniten besitzen eine solche unfehlbare
Lehrinstitution nicht.
In Rechtsfragen sind die Unterschiede
zwischen Sunniten und Schiiten erstaunlich
gering. Im Wortlaut des Gebetsrufs weichen sie
von den Sunniten geringfügig ab.
Erwähnenswert ist die Institution der Zeitehe
auf schiitischer Seite (eine vereinfachte Form
der Eheschließung von begrenzter Dauer mit
Entlohnung der Ehefrau), sowie die Tatsache,
dass nach schiitischem Recht Männer und
Frauen zu gleichen Teilen erben.
Die Schiiten sind aufgespalten in mehrere
Splittergruppen, von denen die Zwölferschiiten
die bedeutendste Gruppierung ist. Darüber
hinaus existierten die Viererschiiten, die
Zayditen, die Siebener- und Fünferschiiten.

Weltweite Verteilung
Die Sunniten stellen heute mit rund 90%
weltweit die Mehrheit der Muslime dar, die
Schiiten eine Minderheit von 8-9%. Der Iran ist
das einzige islamische Land, in dem die
zwölferschiitische Lehre Staatsreligion ist.
Heute leben Schiiten außer im Iran (91%) in
Syrien, dem Irak (55%), dem Libanon (35-
40%), der Türkei, Afghanistan (15-20%), Saudi-
Arabien (5%), den Golfländern, Indien und
Pakistan (10-15%).

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Bekennen-Bekenntnis-Schahada etwas abgeschwächt klingt: „Der Herr des


Ostens und des Westens! Es gibt keinen Gott
Vorkommen und Gebrauch außer ihm...“ Sure 73,9 entwickelt sich noch zu
1. Als erste der fünf Säulen des Islams finden Mohammeds Zeit zu der klassischen Formel,
wir das muslimische Glaubensbekenntnis die anlässlich des Ritualgebets (Salat) heute
(arab. schahada), das aus zwei Teilen besteht: noch gültig ist und gesprochen wird:
„Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott
gibt, und bezeuge dass Mohammed der Inhalt
Gesandte Gottes ist“ (arab.: „aschhadu an la „Ich bekenne, dass es keinen Gott gibt außer
ilaha illa llah, aschhadu anna Muhammadan Allah“ ist der erste Hauptsatz des Islams. Die
rasulu llah“). Übereinstimmung mit der jüdischen und
Mit diesem Bekenntnis in Gegenwart von zwei christlichen Vorgeschichte in Inhalt und Form
Zeugen wird ein Nichtmuslim in die islamische ist auffällig. Auch Juden und Christen glauben
Gemeinschaft aufgenommen. Es folgt noch die nicht an Götter, sondern an einen einzigen
Beschneidung des männlichen Konvertiten. Gott, der alles geschaffen hat. Mohammed hat
Diesen Schritt kann man nicht mehr rückgängig diese Erkenntnis für sich übernommen und zu
machen, ohne Kopf und Kragen zu riskieren: einer Zentralaussage seines Glaubens im
„Wer seinen Glauben ändert, den sollt ihr Umfeld massiven Götzendienstes gemacht. Der
töten.“ (Hadith: Buhari Nr. 2794). islamische Monotheismus war ursprünglich
Gott wird nach islamischer Auffassung alle eine Kampfansage gegen alle falschen Götter
Sünden vergeben bis auf die Sünde der und Göttervorstellungen auf der arabischen
Beigesellung (Shirk), dem Götzendienst, der Halbinsel. Doch dabei blieb es nicht. Die
neben Gott noch andere Götter anbetet. Schahada wurde zur Basis des islamischen
Glaubens (nur diesen einen Gott gibt es, und
2. Im weiteren Sinne ist die Schahada das wer bei anderen Göttern sucht, wird verdammt).
Zeugnis, das man dadurch ablegt, dass man für
den Islam mit den Waffen kämpft, und vor allem
dadurch, dass man für ihn im „Heiligen Krieg“ Doch auch als Stützpunkt für Angriffe gegen
stirbt. Den Muslim, der in der Schlacht fällt, den christlichen Glauben dient die Schahada.
nennt man Schahid, d.h. Zeuge, Märtyrer. In Jesus Christus werden im Koran folgende
der Türkei werden die für das Vaterland Worte in den Mund gelegt: „Und es sprach
gefallenen Soldaten Schehit (Sehit) genannt. doch der Messias: ‚O ihr Kinder Israel, dienet
Allah, meinem Herrn und eurem Herrn.‘ Siehe
3. Im bürgerlichen und gesetzlichen Sinne kann wer Allah Götter an die Seite stellt, dem hat
man als Zeuge aussagen, z.B. als Trauzeuge Allah das Paradies verwehrt, und seine
oder im Falle eines Ehebruchs. Behausung ist das Feuer.. Wahrlich, ungläubig
sind, die da sprechen: ‚Siehe, Allah ist ein
Entwicklung der Schahada dritter von drei.‘ Aber es gibt keinen Gott denn
In der Frühzeit des Islams predigte Mohammed einen einigen Gott.“ Sure 5,72f
noch keinen exklusiven Monotheismus und Nach dem Koran soll Jesus die gleiche
damit auch noch keine klare Schahada (Johan Schahada bezeugt haben wie Mohammed:
Bouman: Das Wort vom Kreuz und das Sure 5,72; 3,51; 19,36 und 43,64: „Allah ist
Bekenntnis zu Allah, s.S. 15). Später erst mein Herr und euer Herr“
predigte er konsequent den kompromisslosen
Ein-Gott-Glauben: „Siehe, ich bin Allah. Es gibt Der zweite Hauptsatz ist: „Mohammed ist der
keinen Gott außer Mir...“ Sure 20,14. Später Botschafter Allahs“
wurde folgende Formel zum liturgischen Der erste Hauptsatz sagt, wer Gott ist: nämlich
Höhepunkt im Freitagsgebet: „Sprich: Er ist der ein einziger Gott, keine Götzen, auch keine drei
eine Gott, der ewige Gott; er zeugt nicht und Götter. Der zweite Hauptsatz sagt, wer diese
wird nicht gezeugt, und keiner ist ihm gleich.“ Information im Auftrag Allahs als sein
Sure 112. Botschafter (rasul) verkündigt hat. Die Quelle
Die Aussage in frühen Koranversen, die noch dieser Offenbarung soll Gott selbst sein, und
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Mohammed soll diese Information lupenrein lebendigen Beziehung zu einem lebendigen


weitergegeben haben. Die absolute Loyalität Gott. Unseren muslimischen Freunden fällt es
Mohammed gegenüber ist also im Islam schwer, das christliche Bekenntnis zu
untrennbar verknüpft mit dem Bekenntnis, dass akzeptieren und es ist doch ihre einzige
es nur einen Gott gibt. Im Gebetsruf (ezan) sind Rettung: „Wenn du mit deinem Mund bekennst:
beide Hauptsätze der Schahada zentrale ‚Jesus Christus ist der Herr!‘ und wenn du von
Bestandteile. Mohammed steht mit seiner ganzem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den
Lehre und Leben dem von Christus in vielen Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet
entscheidenden Punkten entgegen. Somit werden.“ Röm 10,9
können Christen diesen Mohammed leider
nicht annehmen.

Praxis www.orientdienst.de
Die Schahada ist ein Wort für alle Fälle: wenn
die Geduld zu Ende geht, beim Aufstehen und
Schlafengehen, sie wird bei jedem Gebetsruf
benützt: 15 mal am Tag, in den täglichen
rituellen Gebeten. Laut Hadith (Buhari Nr.
3050): Wer sie 100 mal am Tag aufsagt,
bekommt 100 böse Taten vergeben bzw. 100
Werke gutgeschrieben. Deshalb besteht ein
magisches Verständnis dieser Schahada-
Formel. Nichtmuslime werden ermutigt, die
Schahada auszusprechen, damit sie so
Muslime werden (der Autor kann das von der
Türkei berichten, wo versucht wurde, seinen 5-
jährigen Sohn zum Muslim zu machen). Die
Schahada sollte beim Sterben zu den letzten
Worten eines Muslim gehören.

Bewertung der Schahada aus biblischer Sicht


Das Zeugnis des Christen beruht auf der
Heilstatsache durch Christus, während die
Schahada auf dem Bekenntnis zum Tauhied
(Einssein Gottes) und zur Prophetenschaft
Mohammeds beruht: „er ist EINER und tut
seinen Willen durch Mohammed kund.“
Zeugen von Christus sind wir nicht mit
gewandten, vorformulierten Worten. Die Kraft
zum Zeugnis kommt durch den Heiligen Geist
selbst. Im Gegensatz zum Islam wissen
Christen von dem Schöpfergott, der durch sein
Wort und den Geist diese Welt geschaffen hat.
Er hat von Anfang an im Plural von sich
gesprochen und ist doch der einzige wahre
Gott. Er lässt sich in seinem Sohn Jesus
Christus zu dieser Welt herab, um sie zu retten
und die Sünden der Menschen vergeben zu
können. Damit kommen sie durch den Heiligen
Geist zur Gemeinschaft mit Ihm.

Dazu sollen wir Muslime einladen: zu einer


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Ängste im Volksislam bösen Blick wird das „Nasar Bondschuu“


eingesetzt, eine blaue Glaskugel am Auto, in
Der offizielle Glaube der Muslime ist der Auslage im Geschäft oder an der Kleidung
weitgehend bekannt. Es gibt dazu eines Kleinkinds. Wenn es zerbricht, soll es
verschiedenste Veröffentlichungen, selbst in einen bösen Blick auf sich gelenkt haben. Die
deutschen Schulen befassen sich Schüler mit Schönheit von Kleinkindern sollte nicht gelobt
der Religion Islam. Auf den inoffiziellen werden, weil dadurch wiederum die bösen
Glauben, den Volksislam und reale Ängste der Geister aufmerksam werden und ihm schaden
Muslime stößt man im Alltag. Die Eigenarten würden. An Stelle dessen wird gerne das Wort
und Ausdrucksformen des Volksislams sind „Maschallah“ ausgerufen, das den Namen
sehr unterschiedlich. Orte von toten Heiligen Gottes enthält. Aus Angst vor Schaden werden
genießen besonderen Zulauf. Bei Erfolg wird Amulette oder Glücksbringer getragen, die
ein Tieropfer gebracht oder sonst ein gutes Schutz gewähren sollen. Vor den Dschinn
Werk im Namen des „Heiligen“. (Geistern) herrscht Angst, sie können in der
Gestalt von Tieren, Menschen oder Steinen
Vielfältige Angstauslöser auftreten. Ihr Ziel ist es, auf die Welt der
Wenn größere Probleme des alltäglichen Menschen und Kreaturen überzugreifen und sie
Lebens auftauchen, wie Krankheit, in ihre eigenen Launen und Wünsche zu
Hochwasser, Dürre, Missernte, Unfall und Krieg verwickeln.
wird Hilfe an Orten oder bei Personen
besonderer Kraft gesucht. Das Leben bringt Talismane sollen auch offensichtliche Magie
natürlich noch eine Reihe kleinerer Probleme unwirksam machen und Krankheiten vertreiben.
mit sich, die Ängste auslösen können, wie z.B. Einzelne Koranverse werden in kleinen
die Angst vor bösen Geistern. Ledertäschchen um den Hals oder in die
Kleidung eingenäht getragen. Werden Flüche
Hilfe im Animismus? ausgesprochen, sind Dschinn oder tote Heilige
Sehr entscheidend ist nun die Frage, wo der durch die Flüche zu einer Mitarbeit gezwungen,
Betroffene Hilfe sucht und welche Antworten er sonst kommen die Folgen des Fluches über die
auf seine Angst findet. Vielfach ist festzustellen, Dschinn selbst. Magie und Zauberei sind in der
dass gerade hier das animistische und nicht islamischen Welt machtvolle Kräfte. Magie
orthodox muslimische Denken zum Vorschein kann sowohl zum Heilen als auch als Auslöser
kommt. Denn Gott ist ja weit entfernt und Hilfe oder Zerstörer der Liebe verwendet werden.
nur bei jemand zu finden, der selber Mensch ist Streitenden kann sie übernatürliche Kräfte
oder war. Das ist dann oft nicht ein Theologe geben.
oder Gebildeter, sondern ein Mensch, der
durch übernatürliche Machterweise Autorität
genießt. Wie stark das animistische Denken im 'Geistliche' im Volksislam
Alltag verankert ist, zeigt sich daran, welche Eine große Zahl inoffizieller Geistlicher
Mittel zur Angstbewältigung eingesetzt werden: (männliche und weibliche Nicht-Theologen)
Reicht das Eingreifen eines Heiligen, das überwacht in Krisenzeiten die Einhaltung
Aussprechen bestimmter Schwüre oder ist der bestimmter Riten. Für jede Art von Angst und
Einsatz von Magie nötig? Sorge haben sie eine Lösung. Vielfältig sind
ihre Funktionen, da sie von der jeweiligen
Übliche Ängste und 'Hilfsmittel' Fähigkeit abhängen:
Der böse Blick wird als Ursache für Krankheit
gesehen. Wobei es verboten ist, jemand direkt Gebetsschreiber: Sie verarbeiten bestimmte
des bösen Blicks zu beschuldigen. Eine Koranverse zu Glücksbringern und Talismanen.
Person, die z.B. blaue Augen und langes Medizinmänner: Viele Jahre sorgten sie in
blondes Haar hat, kann die Ursache für ein Westafrika für die Ausbreitung des Islam, weil
Unglück sein, weil durch sie böse Geister auf sie durch Kräutermedizin, Glücksbringer,
etwas Wertvolles aufmerksam werden, was die Amulette und durch Exorzismus 'halfen' und für
Geister dann zerstören wollen. Gegen diesen den Islam warben. Wahrsager: Sie 'finden'
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Ursachen für Krankheiten und behandeln sie Zeitschriften? Oder gibt es hier etwa auch viele
entsprechend. Sie sagen zukünftige Ereignisse Gottlose, die nur dem Namen nach Christen
voraus und geben damit Anweisung zum sind? Auch wenn sie unter uns leben,
Handeln. Exorzisten: Sie spielen eine große vermeiden manche Muslime sehr konsequent
Rolle bei einer Gesellschaft, die menschliche freundschaftliche Kontakte mit Nichtmuslimen.
Schwierigkeiten als Ergebnis göttlichen Man kann beinahe sagen: je kürzer die eigene
Eingreifens sieht. Hoca: Der türkische Schulbildung, desto größer ist oft auch die
geistliche Führer eines Dorfes kann gleichzeitig Angst. Manche Mullahs fordern sie zu solcher
der Dorfzauberer sein. Mullah: an ihn wenden Distanz und Scheu geradezu auf. Sie erlauben
sich Kurden bei Krankheiten, Exorzismus und nicht, dass ihre Gläubigen mit Nichtmuslimen
wegen Glücksbringern. Zauberer: Sie irgendwelche Feste feiern. Manche Muslime
spezialisieren sich z.B. auf die Magie in Sachen können nach ihrer Auffassung in Westeuropa
Liebe. Sie können sexuelles Verlangen nur überleben, wenn sie mit vielen anderen
verstärken oder dämpfen oder sie bemühen Muslimen 'Inseln religiöser Kultur in einem
sich, ein mögliches Paar zusammenzubringen. Meer dekadenter westlicher Zivilisation' bilden.
Sie helfen auch, einen unliebsamen Ehemann Diese Einigelung und Abschottung erschwert
auszuspannen zu Gunsten eines anderen. den alltäglichen Umgang mit ihnen und
Hebamme: Im Volksglauben ist sie wie eine verursacht für sie selbst eine Reihe von
Geistliche. Ihre Hilfe ist gefragt bei zu viel oder Schwierigkeiten.
zu wenig Fruchtbarkeit. Teilweise wird sie auch
als Heilerin für gewöhnliche Krankheiten Christen begegnen Ängsten von Muslimen
befragt. Muslime haben Angst, den von Gott gesandten
Retter Jesus Christus im Gebet anzusprechen.
Ängste bei Konfliktbewältigung Die starke Verunsicherung, sich nicht an Allah
Der muslimische Mann gilt als Verteidiger des zu wenden und dem Verbrechen des Abfalls
Familienrufs. Wird ein Familienmitglied durch vom Islam Vorschub zu leisten, hält viele davon
einen Außenstehenden beleidigt oder verletzt, ab. Doch in Krisenzeiten sind Muslime offen für
ist er als Haushaltsvorstand verpflichtet, zu ein Fürbittegebet im Namen von Jesus. Viele
reagieren. Reagiert er nicht, d.h. er hält die können bezeugen und spüren, dass Jesus
Ehre der Familie nicht aufrecht, kommt er leicht eingreift. Das stärkt ihr Vertrauen und lässt sie
in den Ruf eines Feiglings. Ein Konflikt tendiert später auch im Namen Jesu beten. Für
dazu, sich aufzuheizen, weil er von keinem Beziehungen ist wichtig, sich mit der weniger
mehr ohne Gesichtsverlust abgebrochen bekannten Welt des Volksislam zu
werden kann. Am Ende steht manchmal die beschäftigen, um überhaupt wirkliche Angst
von allen gefürchtete Blutrache. Nur durch das verstehen zu können. Angst vor unserer
Vermitteln Dritter kann die Auseinandersetzung westlichen Lebensweise kann vor allem durch
beendet werden, ohne dass eine der beiden persönliche Kontakte abgebaut werden, in
Seiten einen Statusverlust erleidet. denen der gelebte Glaube für sie fassbar und
ein Stück sichtbar wird.
Angst vor westlicher Dekadenz
Manche Muslime in der westlichen Welt Für uns Christen muss der Dreiklang unseres
fürchten sich auch vor uns und unserer Auftrags neu erfasst werden: Predigt, macht
westlichen Zivilisation. Sex im Fernsehen, Kranke gesund, treibt böse Geister aus! (Mt
Enttabuisierung aller Moralvorstellungen – das 10,8)
passt nicht zu einer Schamkultur, wo ähnliches
heimlich und versteckt läuft. Frauen wollen und www.orientdienst.de
sollen sexuell rein in die Ehe gehen. Ihre
Keuschheit ist der Kern ihrer Ehre – das
unterscheidet sie von ehrlosen Frauen.
Muslime stellen sich folgende Fragen selten:
Stehen in der westlichen Welt Christen hinter
den freizügigen Fernsehprogrammen oder
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Der Mensch - nach den Aussagen des Koran Schöpfung an Stelle des Herrschers, Gott
selber (2,30). Die Engel sagen allerdings im
Der Koran - wie auch die Bibel - spricht vom Blick auf den Menschen zu Gott (2, 30): "Willst
Menschen immer in seiner Beziehung zu Gott. Du auf ihr (der Erde) einen einsetzen, der auf
Der Mensch ist nicht ein Produkt des Zufalls, ihr Unheil stiftet und Blut vergießt..?" - Es
sondern Geschöpf des Allmächtigen, dem er erstaunt, dass sie von vornherein dem
auch verantwortlich ist. Alle Menschen Menschen nichts Besseres zutrauen. Gott
stammen von einem gemeinsamen Elternpaar korrigiert ihre Aussage nicht, erklärt aber auch
ab (Sure 49,13; 4,1) und sind deshalb vor Gott nicht, warum er dennoch dem Menschen die
gleich. Herrschaft über die Erde anvertraut. Gott
befiehlt dann sogar den Engeln, sich vor Adam
Die Erschaffung des Menschen (anbetend!) niederzuwerfen (2,34; 15,29) -
während im Islam sonst ausschließlich Gott
Gott formte den Menschen aus Ton (15,26) und angebetet werden darf.
hauchte dann von Seinem Geist in ihn hinein
(15,29). Im Koran finden wir aber nirgends eine Adams Sündenfall
Aussage, dass der Schöpfer durch dieses
Anhauchen mit Seinem Geist dem Menschen Auch der Koran kennt die Geschichte vom
eine besondere Nähe zu Ihm selber verliehen Sündenfall. Hier spielt Iblis, der Satan, eine
oder eine persönliche Beziehung zwischen Gott wichtige Rolle. Aus Überheblichkeit widersetzt
und Mensch hergestellt hat; dass der Mensch er sich als einziger dem Befehl Gottes, sich vor
"nach dem Bild Gottes" geschaffen worden sei, Adam niederzuwerfen. Daraufhin wird er von
kommt im Koran nicht vor. Gott aus dem Paradies verwiesen, erbittet sich
aber Aufschub bis zum Tag des jüngsten
Das Urteil über den von Gott erschaffenen Gerichts, um nun zu versuchen, die Menschen
Menschen kann recht unterschiedlich lauten. ebenfalls abirren zu lassen - was ihm auch
Einmal sagt Gott (95, 4): "Wir haben den gelingen soll, außer bei Gottes auserwählten
Menschen in bester Form erschaffen." Dann Dienern (S 15, 34-40). Gott warnt die
heißt es aber auch (4, 28): "Der Mensch wurde Menschen vor diesem Versucher, sie lassen
schwach erschaffen" und (70, 19): "Der Mensch sich
wurde ungeduldig (oder: kleinmütig) aber betören und verführen (7, 22).
erschaffen". In der Koran-Übersetzung von A.
Yusuf Ali wird dazu erklärend angemerkt Nach dem Koran ist Adams Sünde ein Fehltritt
(übersetzt aus dem Englischen): "Nach Gottes (2, 36), nicht Abfall von Gott und Zerstörung der
Plan sollte der Mensch in der besten Beziehung zu Ihm. Deshalb ist die Folge auch
Verfassung sein. Damit er seine hohe nicht so schwerwiegend wie im biblischen
Bestimmung erfüllen könne, wurde ihm jedoch Bericht: Statt der Ankündigung: "... sonst werdet
in einem eingeschränkten Maß freier Wille ihr sterben" (1. Mose 2,17) warnt Gott den
gegeben. Der falsche Gebrauch dieses freien Menschen vor Satan: "Dass er euch nur nicht
Willens macht seine Natur schwach, voreilig aus dem Paradies vertreibt und dich
oder ... ungeduldig. Das geschieht durch die unglücklich macht!" (20, 117) Durch die Sünde
eigene Handlungsweise des Menschen; es wird schadet der Mensch nur sich selber: "Unser
aber von ihm gesagt, er sei so erschaffen Herr, wir haben uns selbst Unrecht getan." (7,
worden, weil ihm diese Möglichkeiten bei seiner 23)
Erschaffung gegeben worden waren." - Es
bleibt unklar, ob der Mensch wirklich "gut" Adam wird allerdings von Gott irgendwie wieder
geschaffen worden ist. zurechtgebracht. "Hierauf erwählte ihn sein
Herr und er wandte sich ihm wieder zu und
Die hohe Stellung des Menschen leitete ihn recht" (20, 122) - ohne dass erwähnt
wird, ob und in welcher Weise Gott sich mit
Der Mensch wird von Gott eingesetzt als dem Problem der Sünde befasst. Weder
Stellvertreter (Khalifa) - als Herrscher über die scheint der Mensch ein Knecht der Sünde
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geworden zu sein, so dass er Erlösung die Gesandten die Rechtleitung zukommen


brauchte, noch erscheint die Beziehung zu Gott ließ, ergibt sich aus der Stellung zu ihnen das
als so gestört, dass Versöhnung nötig wäre. Schicksal bei der letzten Abrechnung (7, 35-
Adam und Eva 37). Wer Muslim ist, kann hoffen, ins Paradies
werden zwar aus dem Paradies vertrieben, eingelassen zu werden, vielleicht auch noch
aber ihnen wird gesagt: "Wenn dann von mir einige von den "Leuten des Buches", auf
eine Rechtleitung zu euch kommt, dann haben keinen Fall aber die Götzendiener, die Allah
diejenigen, die meiner Rechtleitung folgen, andere Götter zur Seite stellen. - Alle, die sich
nichts zu befürchten und sie werden nicht von Satan haben irreführen lassen, werden am
traurig sein." (2, 38f) - Angesichts der Tatsache, Tag des Gerichts gefragt werden: "Habt ihr
dass der Islam den Gedanken der "Erbsünde" denn keinen Verstand gehabt?" (36, 62)
vehement ablehnt, erstaunt es, wie
pessimistisch der Koran an vielen Stellen über Andererseits klingen manche Koranverse aber
den Menschen redet: Der Mensch ist ungerecht so, als ob Gott gar nicht alle Menschen auf den
und undankbar (14,34 u.ö.), voreilig (17,11), rechten Weg leiten wolle: "Und wenn dein Herr
geizig (17,100), ungehorsam (80,23), frevelhaft gewollt hätte, hätte er die Menschen zu einer
(96,6) und stürzt sich selbst ins Verderben einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber sie sind
(103,2). immer noch uneins, ausgenommen diejenigen,
derer dein Herr sich erbarmt hat. Dazu (d. h.
Die Bestimmung des Menschen damit sie uneins seien und von der Wahrheit
abirren) hat er sie (d. h. die Menschen)
Alle Menschen befinden sich in derselben geschaffen. Und das Wort deines Herrn ist in
Stellung vor Gott wie die Stammeltern bei ihrer Erfüllung gegangen (das besagt): ,Ich werde
Erschaffung; trotz ihrer Schwäche haben sie wahrlich die Hölle mit lauter Dschinn und
die Fähigkeit, ihre von Gott gewollte Menschen anfüllen.'" (11,118+119 nach Paret;
Bestimmung zu erfüllen: "Und ich habe die vgl. auch 32,12+14 und 7,179)
Dschinn und Menschen nur dazu geschaffen,
dass sie mir dienen." (51,56) Der wahre www.orientdienst.de
Gottesdienst besteht im Befolgen der richtigen
Religion (30, 30): "Richte nun dein Antlitz auf
die Religion als Anhänger des reinen
Glaubens! Das ist die natürliche Art, in der Gott
die Menschen erschaffen hat. Die Art und
Weise, in der Gott (die Menschen) geschaffen
hat, kann nicht abgeändert werden. Das ist die
richtige Religion." Diese Urreligion (42,13) ist
der Islam. Der Mensch ist also als Muslim
erschaffen worden; auch jedes Kind wird
eigentlich als Muslim geboren und erst durch
seine Umgebung zu einem Anhänger einer der
verfälschten Religionsformen gemacht. Der
Mensch steht immer zwischen der Gefährdung
durch die Versuchung Satans einerseits und
dem gnädigen Angebot der göttlichen Leitung
andererseits (vgl. Bouman, Gott und Mensch im
Koran, S. 16).

Die Verantwortlichkeit des Menschen

An vielen Stellen betont der Koran, dass der


Mensch für sein ewiges Geschick selber
verantwortlich ist. Da Gott den Menschen durch
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Paradieserwartung im Islam (ständig) fließende Quelle gibt, und dick


gepolsterte (w. erhöhte) Ruhebetten,
Mohammed hat sich zu seinen Lebzeiten bereitgestellte Humpen, Kissen eines neben
immer wieder mit Paradies und Hölle dem andern, und Teppiche, die da und dort (auf
beschäftigt. In vielen Koran-Suren werden dem Boden) ausgelegt sind" (88,8-16).
Gesinnungsgenossen mit der Aussicht auf die "Auf golddurchwirkten Ruhebetten liegen sie
Freuden im Paradies angespornt. Gegner, (die, die Gott nahe stehen) einander
Scheinheilige oder Halbherzige werden mit den gegenüber, während ewig junge Knaben unter
furchtbaren Qualen der Hölle gewarnt. Bis ihnen die Runde machen mit Humpen und
heute lassen sich junge Selbstmord-Attentäter Kannen (voll Wein?) und einem Becher (voll)
und gewaltbereite Kämpfer mit bestimmten von Quellwasser (zum Beimischen?), von dem
Paradieserwartungen locken, ihr Leben aufs sie weder Kopfweh bekommen noch betrunken
Spiel zu setzen. Werden sich ihre Hoffnungen werden und (mit allerlei) Früchten, was (immer)
erfüllen? sie wünschen, und Fleisch von Geflügel,
wonach sie Lust haben. Und großäugige Huris
Der Paradies-Garten und wer hineindarf (haben sie zu ihrer Verfügung), (in ihrer
Der arabische Begriff für Paradies im Koran, Schönheit) wohlverwahrten Perlen zu
'janna', bedeutet "Garten". Das verwandte vergleichen" (56,15-23). "Wir geben ihnen
türkische Wort 'cennet' steht auch für Paradies, großäugige Huris als Gattinnen" (52,20).
veraltet für Garten. Das Paradies besteht aus
mehreren Gärten (55,46ff.) und wird von In diesen Zitaten wird deutlich, dass Allah eine
Wärtern bewacht (39,73). Schon vor dem Fülle an bestem Essen und Trinken für seine
Eintritt ins Paradies werden den Gläubigen Gläubigen verspricht. Die Qualität der Schalen
Häuser oder Gemächer versprochen (39,20; und Becher spielt dabei auch eine Rolle: Silber
29,58). Sie werden dort ewig leben und somit (76,15-16) bzw. Gold (43,71). Darüber hinaus
ewig vor dem Höllenfeuer verschont (44,56). In stellt er ihnen großäugige Huris als Gattinnen
den Traditionsschriften wird die unvorstellbare zur Verfügung. 'Huri' ist von dem arabischen
Größe des Paradieses bildhaft beschrieben: Begriff 'hûr' abgeleitet und bedeutet:
"Es gibt einen Baum, in dessen Schatten ein "diejenigen, in deren Augen das Weiße und das
Reiter hundert Jahre lang dahinreiten kann, Schwarze stark hervortreten" (Vermutung von
ohne je den äußeren Rand des Schattens zu Horovitz). Mit diesem Ausdruck wird auf die
erreichen" (al-Buchârî). Alle diejenigen werden besondere Schönheit dieser Frauen
belohnt, die "glauben und tun, was recht ist" hingewiesen. (In Europa wurde bei 'huri' häufig
(2,25), die "Gottesfürchtigen" (52,17). Das Bild an 'Hure' gedacht, ohne die eigentliche
von der Waage spielt für die Beurteilung eine Wortbedeutung zu kennen.) Die Frage dabei
wichtige Rolle. "Wer (aufgrund seiner guten ist, ob an die Ehefrauen der Gläubigen
Werke) schwere Waagschalen hat" (101,6ff.), (gereinigte Gattinnen, 2,25; 3,15; 4,57) zu
dem wird in Aussicht gestellt, dem lodernden denken ist, die mit ins Paradies eingegangen
Feuer zu entgehen. Obwohl die guten Werke sind oder an nicht-irdische Wesen, die Gott als
wichtig sind, ist der richtige Glaube das Jungfrauen extra geschaffen hat. Dass es sich
Hauptkriterium für Akzeptanz bei Gott. Die nicht um die Ehefrauen handelt, deuten
wahren Gläubigen dürfen für ewig in das verschiedene Aspekte an: "Jungfrauen...heiß
Paradies, in die "Gärten der Wonne" (56,26) liebend und gleichaltrig" (56,36-37), "mit
oder in die "Gärten von Eden" (19,61) schwellenden Brüsten" (78,33), "Hyazinthen
eingehen. und Korallen vergleichbar" (55,58), "die vor
ihnen weder Mensch noch Dschinn (Geister)
Wie sieht es dort aus? entjungfert haben" (55,56).
"Es wird lebensfrohe Gesichter geben, die mit
dem Eifer, den sie bei ihren (guten) Werken Ein ausgesprochenes 'Männerparadies'?
gezeigt haben, zufrieden sind und sich in einem "Allah lässt keinen ins Paradies eingehen, ohne
hochgelegenen Garten befinden, in dem sie ihn mit 72 Partnerinnen zu verheiraten"
kein (leeres) Gerede hören, und in dem es eine (Hadith). Aufgrund dieser und ähnlicher
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Paradies-Zitate bekommt der Leser den wird sich Allah auch im Jenseits willkürlich
Eindruck, dass alle menschlichen Wünsche der verhalten und selbst bestimmen, wem er sich
Männer in Erfüllung gehen werden. In wenigen zeigen wird und für wie viele Augenblicke.
Suren, wie in 33,35, wird auch von
muslimischen Frauen gesprochen. Die, die ihre Koran-Zitate nach Rudi Paret.
Pflichten tun: "für sie hat Gott Vergebung und
gewaltigen Lohn bereit". Auch ihre frommen www.orientdienst.de
Nachkommen (Kinder) werden mit dem
Paradies belohnt werden (13,23; 40,8). In Sure
43,70 werden Männer geradezu aufgefordert,
"geht mit euren Gattinnen ins Paradies ein und
ergötzt euch". Josef Horovitz sieht eine
geschichtliche Entwicklung: In der Frühzeit des
Islam betonte Mohammed stärker die
materiellen Genüsse des Paradieses –
vielleicht in Anlehnung an die Schilderungen
arabischer Dichter. Zu dieser Zeit machte er
über den Verbleib der gläubigen Frauen noch
keine Angaben. In späteren
Paradiesschilderungen sprach er von Frauen
und Kindern im Paradies und ließ die rein
materiellen Genüsse etwas in den Hintergrund
treten.

Welche Rolle spielt Allah im Paradies?


Zum Paradies gehören auch die Nähe und "das
Wohlgefallen Gottes", was der Koran selbst als
höher bewertet als alle materiellen Genüsse
(3,15; 9,72). Doch solche Zitate muss man
neben allen anderen Aussagen fast mit der
Lupe suchen. Dass die Gläubigen Gott sehen
werden, könnte in Sure 75,22-23 vermutet
werden: "es wird strahlende Gesichter geben,
die auf ihren Herrn schauen". Die Theologen
sind unterschiedlicher Ansicht, ob damit
tatsächlich das Anschauen Gottes gemeint ist
oder nur bildlich das Erkennen Gottes. Ein
Hadith (Buhari und Muslim) besagt: "Der
Prophet sagte: 'Ihr werdet euren Herrn genauso
sehen' (wie ihr den Vollmond sehen könnt)".
Unumstritten ist, dass sich Gott auf irgendeine
Weise den Gläubigen zu erkennen geben wird.
In Traditionsschriften wird deutlicher davon
gesprochen: "Wünscht ihr euch, dass ich euch
noch mehr gebe? Da zieht er den Vorhang
weg. Siehe, ihnen ist nichts geschenkt worden,
was ihnen lieber wäre als das Hinschauen zu
ihrem Herrn" (Muslim). Oder: "Der Herr
erscheint über ihnen von oben. Er sagt: 'Friede
sei über euch, ihr Leute des Paradieses!' Er
schaut zu ihnen, und sie schauen zu ihm...bis
er ihnen verhüllt wird" (Ibn Madja). Offenbar
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Die Moschee schließlich in Jerusalem die: „Al-Masdschid al-


Herkunft der Moschee aksa“ (691 n. Chr.; Sure 17,1).
Das arabische Wort für Moschee „masdschid“
bedeutet „Ort, wo man sich niederwirft“. Die Verwendung einer Moschee
Haupt-Moschee blieb für Mohammed immer Viele Hadith-Traditionen bezeugen, dass es in
das Heiligtum in Mekka (Sure 2,144). Gegner Moscheen nicht gerade „heilig“ zuging. Heute
der islamischen Religion wurden vom Besuch gelten allgemein einige Anstandsregeln. Dazu
der Haupt-Moschee ausgeschlossen (9,17.18; gehört, nicht laut zu rufen und sich zum
9. Jahr nach der Hidschra). Freitagsgottesdienst (Pflicht für männliche
Die „Salat“-Gebete, die für Muslime fünfmal Muslime) zu parfümieren. Weiter müssen
täglich vorgeschrieben sind, wurden anfangs in Frauen ein Kopftuch tragen und außerhalb der
Privathäusern bzw. im Freien verrichtet, bis Blickweite der Männer beten. Außerdem
Mohammed in Medina an die Macht kam. Hier werden Tote nicht in der Moschee, sondern vor
kam es zur Gründung der ersten Moschee. der Freitagsmoschee aufgebahrt. Da sich im
Nach der Tradition soll Mohammed auf einem Islam Religion und Politik nicht trennen lassen,
Kamel reitend nach Medina gekommen sein; wurde die Moschee auch immer als soziales
das Kamel habe nach eigener Lust und Laune und politisches Zentrum verwendet, in dem
auf einem Grundstück angehalten. Mohammed man Geschäfte abwickelte und sich zum
habe daraufhin das Grundstück gekauft und Gericht und zu Verhandlungen traf.
sein Haus darauf errichtet, das auch eine Theologisch wurde sie als Platz für
Gebetsstätte enthielt, die erste Moschee. Koranrezitationen, als Lehrstelle,
wissenschaftliche Institution und Bibliothek
Die arabische Kultur kannte keine gebraucht. Sie wurde aber auch als Hospital
herausragende Architektur. Selbst das verwendet, als Wohnung für durchreisende und
Götzenheiligtum in Mekka war im 7. Jhd. nur obdachlose Muslime, als Ort des Ausruhens
aus Holz und Stein recht unansehnlich gebaut. und des Gesprächs. Städtische Händler und
Der Islam übernahm von den unterworfenen Handwerker sitzen in den Läden des Basars im
Völkern Elemente ihrer Kunst für den Zentrum einer Stadt, die meist an die Große
Moscheebau. Aber der einfache Grundriss mit Moschee angelagert sind.
dem offenen Hof und den überdachten
Gebetshallen, die auf das Haus Mohammeds in Teile einer Moschee
Medina zurückgehen, änderte sich im Laufe der Das arabische Wort „manara“stehtfür „Minarett“
Geschichte nie. Deshalb finden wir auch keine und meint ursprünglich den Wachturm an der
Einrichtungsgegenstände, außer einem Küste, mit dem per Lichtsignal Meldungen
Schränkchen für den Koran und andere weitergegeben wurden.
Bücher. Details und Verzierungen wurden im „Mihrab“ (oder „Kibla“) ist die Gebetsnische in
Laufe der Jahre hinzugefügt, besonders aber einer Wand Richtung Mekka. Diese Wand ist
eine Neuerung, das Minarett, das ursprünglich das wichtigste der Moschee und immer
nicht vorhanden war. Mohammed ließ noch von reichlich verziert. Seit 709 n. Chr. ist sie durch
einem höheren Dach eines Hauses den eine Gebetsnische betont. Sie wird nicht als
Gebetsruf ertönen. Viele Kirchen, Synagogen heilig betrachtet.
und Tempel unterworfener Gebiete wurden zu „Minbar“ ist die Predigtkanzel für die
Moscheen umfunktioniert, d. h. die Bilder Freitagspredigt („Khutba“) zur Rechten der
überstrichen und eine Wand in Richtung Mekka Gebetsnische. Die Predigt (ca. 5-10 Min.) wird
als Gebetsrichtung benutzt. Es gibt stehend, wie Mohammed es tat, auf einer der
verschiedene Arten von Moscheen, darunter untersten Stufen der Treppe gehalten. Nur der
offene Moscheen, Kuppelmoscheen, Prophet predigte von der höchsten Stufe.
Grabmoscheen (im Hadith umstritten) mit Ursprünglich hatte sie nur 3 Stufen. Die
Reliquienkult, persische Moschee-Medressen. Zuhörer sitzen auf dem Boden. Meineide auf
Die berühmtesten Moscheen neben dem oder neben dem „Minbar“ geschworen, haben
Heiligtum in Mekka sind die Moschee in unbedingt die Hölle zur Folge.
Medina, die Große Moschee in Damaskus, und „Kursi“ ist ein Pult für den Koranrezitierer
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(„Kari“). Es wird von hier auch unter der Woche


oder an Feiertagen eine Ansprache gehalten
(bis zu 30 Min.), wenn am Freitag, dann vor
dem eigentlichen Freitagsgebet. Das Pult
befindet sich neben der „Dakka“, wenn diese
vorhanden ist.
„Dakka“, ein Holz- oder Steinpodium, steht in
einer Richtung mit der Gebetsnische. Von dem
Podium aus werden die Gebetsbewegungen
synchronisiert und für die Beter wiederholt, die
weiter hinten im Hof beten. Große Moscheen
haben meist neben der „Dakka“ auch einen
eigenen Frauenteil. Allgemein werden Frauen
aber nicht ermutigt, in die Moschee zu gehen.
Lampen und Leuchter sind wichtige
Bestandteile der Moschee. Besonders im
Ramadan wird die Moschee auch äußerlich
festlich beleuchtet. Vor Betreten der Moschee
werden die Schuhe im Regal abgestellt. Damit
soll die Moschee vor Unreinheit bewahrt
werden. Matten oder Teppiche mit kleinen
Einheiten zeigen an, wo ein Beter zu stehen
hat, denn sie haben sich in geraden Reihen,
geradezu militärisch zum Freitagsgebet zu
formieren. Lieder zum Lob Gottes im
Moscheegottesdienst werden nicht gesungen.
Ein Gebet in der Moschee soll 20-25 mal so viel
wert sein wie eine Gebetszeit zu Hause.
Für Herrscher wurde zuweilen bei der
Gebetsnische eine „maqsura“, eine Fläche
durch Gitter vom gemeinen Volk abgetrennt.
„Midaa“, die Waschanlagen sind nötig, weil das
Gebet rituelle Reinheit voraussetzt, um vor Gott
gültig zu sein.
Inschriften in arabischer Kalligraphie mit
Koransuren, den Namen der vier
rechtgeleiteten Kalifen und Mohammeds
werden an dem Gewölbe oder der Wand
angebracht. Figürliche Darstellungen sind den
Muslimen verboten.
Am Freitag wird zum frühen Nachmittag eine
Predigt, die sogenannte „Khutba“, vom
„Hodscha“ auf der „minbar“ vorgetragen, eine
Lobrede auf Allah und Mohammed. Ein
Vorbeter, der Leiter des „Salat“, der bezahlte
„Imam“ steht während des Gebetes vor der
Gebetsnische. Eine Moschee mit regelmäßiger
Freitagspredigt nennt man „Dschami“.

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Vergibt Allah? - “Vergebung” im Koran erduldet hat (Jes 53,5; 1.Kor 15,3) - und dass
Gott “treu und gerecht” ist, wenn Er auf dieser
Zu den “99 schönsten Namen Allahs” gehören Grundlage demjenigen vergibt, der seine
auch: Al-Ghaffar (der viel Vergebende - 93mal Schuld bekennt (1.Joh 1,9).
im Koran) und Al-Ghafur (der Vergebende -
91mal im Koran). “Vergebung” ist ein wichtiges Gewissheit der Vergebung?
Thema im Koran. Dabei werden die gleichen
Begriffe benutzt wie in der arabischen Bibel.Vergebung ist im Islam zum einen abhängig ist
Wenn man allerdings den Zusammenhang vom menschlichen Verhalten, durch das
beachtet, in dem sie jeweils stehen, treten jemand sich der Vergebung würdig oder
deutliche Unterschiede im Verständnis von unwürdig erweist, letztlich aber vom
Vergebung zutage. unvorhersehbaren Willen Gottes; deshalb kann
kein Mensch zu Lebzeiten wissen, ob er am
Vergebung für die Gläubigen Tag des Gerichts Vergebung erhalten und in
die Paradiesesgärten eingelassen, oder ob er
Zunächst scheint nach dem Koran das ins Höllenfeuer geworfen werden wird. -
Verhalten des Menschen entscheidend zu sein: Gewissheit der Vergebung und des Eingangs
Denn auf Allahs Vergebung hoffen können die ins Paradies wird nur denjenigen zugesagt, die
Gläubigen (Sure 57,28), die Frommen, als Muslime im Kampf “auf dem Weg Gottes"
Wahrhaftigen, Geduldigen und Demütigen getötet werden (47,4-6; 3,157.169-171).
(33,35). Wer glaubt und das Gute tut, erhält
Vergebung (29,7). Den Ungläubigen vergibt Nach dem biblischen Zeugnis können
Allah nicht (47,34; 9,80; 4,168f). Vergebung Menschen wissen, dass ihre Sünden vergeben
oder die Verweigerung von Vergebung sind. Denn die Schuld ist “rechtmäßig” bezahlt,
erscheint demnach als ein Aspekt des und Gott selber bietet allen, die an Jesus
vergeltenden, d.h. belohnenden oder Christus glauben, Vergebung und ewiges
bestrafenden Handelns Gottes. Leben an.

Dass Gott die Sünder liebt und von Seiner Vergebung und Versöhnung
Seite aus eine “Vorleistung” erbringt, um sie
von ihrer Schuld zu befreien, wie das die Bibel Nach islamischer Auffassung schadet durch die
(z.B. in Röm 5,8) bezeugt, ist im Islam Sünde der Mensch sich selber. So sagte Adam
undenkbar. Denn: “Gott liebt die Ungläubigen nach dem Sündenfall: "Unser Herr, wir haben
nicht” (Sure 3,32). uns selbst Unrecht getan. Und wenn Du uns
nicht vergibst und dich unser erbarmst, werden
Vergebung - “wenn Gott will” wir bestimmt zu den Verlierern gehören." (7,23)
Das gilt generell im Koran: "Wer eine Sünde
So sehr im Islam Gottes vergeltendes Handeln erwirbt, erwirbt sie zu seinem eigenen
betont wird: im Zusammenhang von Schuld und Schaden." (4,111) Umgekehrt kann es heißen:
Vergebung wird jedoch letztlich nicht nach "Wer sich einsetzt, setzt sich zum eigenen
Gottes Gerechtigkeit gefragt: ob es etwa mit Vorteil ein. Gott ist ja auf die Weltenbewohner
Seiner Gerechtigkeit vereinbar sei, wenn Er nicht angewiesen." (29,6)
Schuld ungestraft lässt. Er kann vergeben,
wenn Er will. So kann es im Koran heißen: Die menschliche Sünde betrifft Gott eigentlich
"Allah vergibt, wem er will" - ohne alle nicht. Die Menschen sind Seine Diener, die Ihm
Vorbedingungen (48,14; 2,284; 5,18). Die Gehorsam schuldig sind; ihre Taten wird Er
Vergebung steht letztlich unter Gottes Allmacht. belohnen oder bestrafen - oder vergeben. Die
grundsätzliche Beziehung zwischen Gott und
Dem gegenüber betont die Bibel, dass die Mensch wird durch das menschliche Tun nicht
Schuld wirklich beseitigt wurde (1. Petr 2,24), berührt - außer durch die Sünde des “Schirk”:
indem Jesus Christus stellvertretend für alle dem einen und einzigen Gott andere (selbst
Menschen die Strafe für die Sünde, den Tod, gemachte) Götter zur Seite zu stellen. Diese
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Sünde ist Rebellion, dem Hochverrat im


politischen Bereich vergleichbar, und für sie
gibt es keine Vergebung (4,48). Solche
Götzendiener haben in dieser Welt schon und
erst recht im Jenseits eigentlich keine
Lebensberechtigung (13,33f; 9,17 + 113;
17,39). Alle anderen Sünden kann Allah den
Gläubigen vergeben. Mehr als Vergebung ist
nicht nötig.

Der biblische Gedanke, dass durch die Sünde


die Beziehung des Menschen zu Gott zerstört
worden ist und nur durch Versöhnung wieder
hergestellt werden kann, findet sich im Koran
nirgends. Ebenso fehlt das Wissen, dass der
Mensch durch das Tun von Sünde unter die
Herrschaft der Sünde geraten ist und Befreiung
(“Erlösung”) braucht (Joh 8,34-36).
Weiterführende Literatur: Johan Bouman,
Christen und Muslime, Was sie verbindet und
was sie trennt, Brunnen Verlag Gießen, 3.
Auflage 2001

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Gebet im Islam besonderem Eifer. Man findet sie in ihren


Im Islam gibt es verschiedene Arten von Gebetsbüchern. Die „hizb“-Gebete nehmen
Gebeten. sich Gebete von islamischen Führern zum
Vorbild und beinhalten Koranstellen. Lob- und
Das Pflichtgebet Bittgebete und mitunter auch
Das rituelle Gebet (salat) wird fünfmal täglich Sündenbekenntnisse.
verrichtet. Im Koran sind nur drei Gebetszeiten
aufgeführt und der Ablauf der Gebete wird nicht 3. Kurze Ausrufe oder Sätze auf Arabisch,
beschrieben. Erst in der „hadith“ (Reden und die man auswendig lernt und rezitiert nennt
Leben Mohammeds) finden wir genauere man „dhikr“: z.B. „Im Namen Gottes, des
Ausführungen. Gnädigen und Barmherzigen“ oder „O Gott,
Voraussetzung für das „salat“ ist die rituelle sende deinen Segen auf Mohammed und seine
Reinigung, eine geeignete Kleidung (umstritten Familie herab“. Oft wird vorgeschrieben, wie
ist, wie viel bedeckt sein soll), ein Ort, der für häufig man sie wiederholen muss (3, 5, 7, 100
das Gebet bestimmt wird (“sutra“), die oder häufiger), damit sie zum „sicheren Erfolg“
Gebetsrichtung Mekka und die führen. Sie werden gesprochen z.B. gegen
„Absichtserklärung“ der betenden Person, jetzt Sorgen und Stress, gegen Unheil in der Nacht,
beten zu wollen. Das „salat“ wird ausschließlich zur Vergebung von Sünden, für den Eingang
in Arabisch gesprochen und mit bis ins Detail zum Himmel und als gutes Werke fürs
vorgeschriebenen Bewegungen ausgeführt, „himmlische Konto“. Das erinnert uns in
wobei sich die Abläufe und Gebetsrezitationen manchem an den Gebrauch des Rosenkranzes
mehrfach wiederholen. und der lateinischen Liturgie in der katholischen
Gebetspraxis. Islamische Gebete wurden in der
Das „salat“ ist ein Pflichtgebet, das Gott den Geschichte bis heute von manchen Muslimen
Menschen auferlegt haben soll. Mohammed als eine Art „Zauberformel“ verwendet.
konnte dieses Pflichtgebet bei Gott von 50
täglichen Gebeten auf fünf herunterhandeln 4. Das freie bzw. gebundene Gebet in der
(Hadith Buhari 5,227). jeweiligen Muttersprache: „dua“.
Diese Gebete können z.B. nach dem
Dieses Gebet hat eine stark ordnende und vorgeschriebenen „salat“-Gebet am Freitag in
einende Wirkung im Islam, damals wie heute. stehender Haltung erfolgen. Andere
Überall auf der ganzen Welt wird ein und Gelegenheiten sind Feiertage, Wallfahrt,
dasselbe „salat“ auf Arabisch gesprochen. Begräbnisse, Gebet um Regen, Bitte um
Dieses Pflichtgebet ist so wichtig, dass es bei Vergebung, Notlagen u.s.w. Eine spezielle
Versäumen nachgeholt werden muss. rituelle Reinigung ist nicht vorgeschrieben. Es
Grundsätzlich ist jeder für sein „salat“ selbst kann mit besserer Konzentration in der Nacht
verantwortlich und erhält bei Unterlassung und beim Morgengebet geschehen (Sure
einen mehr oder weniger großen Schuldeintrag 20,130). Muslime sollen mit Furcht, als Knechte
im „himmlischen Konto“. Doch bei und mit Erwartung Gott anrufen (Sure 7,56).
absichtlichem Unterlassen des „salat“ wird man Alles kann vor Gott gebracht werden. Das
auch mit Strafe durch andere Muslime bedroht, Gebet soll beständig und immer wieder im
im Extremfall bis zum Tod. Verborgenen geschehen (Sure 7,205; 19,3).
Trotz des muttersprachlichen Gebetes können
Freiwillige Gebete Texte in Arabisch eingestreut werden.
1. Es gibt drei weitere freiwillige Gebete Besonders die erste Sure im Koran (auch
zusätzlich zu den fünf täglichen Pflichtgebeten. „Surat al-Du`a“ genannt), die auch bei allen
Sie werden zwischen die Pflichtgebete anderen Gebetsarten rezitiert wird, dient als
eingeschoben und laufen gleich ab. Gebet. Andere beliebte Koranverse für das
Gebet in Arabisch finden wir z.B. in der Sure
2. Lange vorformulierte Gebete, die „hizb“ 3,8f.26f.191-194.
bzw. „wird“ genannt werden. Angehörige Im Volksislam finden wir die Bitte an
religiöser Bruderschaften rezitieren sie mit verstorbene muslimische Heilige, dass sie bei
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Gott für den Bittsteller etwas erreichen sollen. Weiterführende Literatur:


Das steht im Widerspruch zum Koran, nach „Enzyklopaedie des Islam“, Otto Harrassoweitz,
dem allein Gott angerufen werden darf. Leipzig, 1913
Der Koran enthält Gebete von bekannten „The Encyclopaedia of Islam New Edition“,
Personen: z.B. Noah (71,26-28), Abraham B.Lewis; Ch.Pellat; J.Schacht, Leiden, E.J.Brill,
(2,128f), Josef (12,33), Mose (7,151), Salomo 1991
(38,35), Hiob (21,83), Jona (21,87), Jesus Im Internet unter:
(5,114.116-118) und natürlich Mohammed www.ead.de/publikationen/lausanne.htm
(23,97f.118).

Zusammenfassung www.orientdienst.de
Muslime beten, weil es ihre Pflicht ist. Da sie
Jesus Christus nicht als Mittler erkennen, der
zugesagt hat, dass Menschen in seinem
Namen beten können und Gott deshalb hören
wird, fehlt Muslimen der entscheidende Zugang
zu Gott (Joh 14,13.14; 16,23.26). Es kommt
durchaus vor, dass Muslime Christen bitten, für
jemand zu beten, dass er geheilt wird. Diese
Gelegenheit sollten wir wahrnehmen.
Muslimen geht es in nicht erster Linie darum,
Gott zu erkennen. Sie können mit Gott nicht als
Vater sprechen oder gar mit ihm ein
Zwiegespräch führen. Das wäre für sie eine
Anmaßung. Ihre eigentliche Antriebsfeder ist
es, „Gottes Willen“ und sein Gebot, das
fünfmalige tägliche Gebet, zu erfüllen. Das wird
oft zur Last und unerträglichen Bürde. Die
wenigsten Muslime erfüllen das Pflichtgebet
regelmäßig. Daneben sind die anderen
Gebetsformen sowieso noch viel seltener
anzutreffen. Da Gott, der Allmächtige, für
Muslime alles schon vorherbestimmt hat, ist
das „dua“-Bittgebet immer auch eine unsichere
Angelegenheit. Viele Beteuerungen und das
ständig sich wiederholende Gebet sollen
darüber hinweghelfen.

Auch Christen sollen viel beten und nicht


nachlassen im Gebet, bis sie eine Antwort von
Gott erhalten. Doch andererseits warnt Jesus
vor „Gebetsmühlen“: „Leiere deine Gebete
nicht herunter wie Leute, die Gott nicht kennen.
Sie meinen, Gott würde schon antworten, wenn
sie nur viele Worte machen.“ Mt 6,8.
In der Bibel finden wir viele Gebetsvorbilder
(z.B. die Psalmen, Gebete von Daniel, Jesus,
Paulus), aber keine Gebetsformulierung als
Vorschrift. Das zeigt die Freiheit der Kinder
Gottes und ihre lebendige Beziehung zu Gott,
ihrem Vater.
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Mohammeds Leben Er heiratet bald eine Anhängerin und die 7-


jährige Tochter seines Freundes Abu Bakr,
570 n.Chr. Geburt von Mohammed in Mekka Aischa.
(arab. Halbinsel) im Stamm der Quarys. Sein 620-622 Vorbereitung der Trennung und
Vater stirbt vor seiner Geburt. Er wächst auf in Abwanderung der Anhänger Mohammeds zur
einem polytheistischen (Vielgötterglaube) 400 km nördlich gelegenen Stadt Jahtrib
Umfeld und nimmt am Kult teil (Wallfahrten ...). (später wurde sie Medina genannt: „Stadt des
576 Mohammed wird mit 6 Jahren Vollwaise Propheten“). Erste „Bekehrungen“ in Medina.
und von seinem Großvater, später von seinem 622 noch in Mekka: nach 13 Jahren Misserfolg
Onkel Abu Talib aufgezogen. Er wird Hirte, darf die Vision seiner Himmelfahrt von Jerusalem
aber eine Handelsreise mitmachen. Vereinzelt aus, die ihn tröstet.
nur gibt es Christen, vor allem als Mönche, 622 Mohammeds Auswanderung (arab. hijra)
einige jüdische Stämme und Gottessucher im Stil einer Flucht nach Medina mit seinen
(Hanifen), die sich weder dem Christentum Anhängern. Die Hälfte der Stadt besteht aus
noch dem Judentum anschließen. Vermutlich drei jüdischen Stämmen. Deshalb gibt es eine
existieren keine arabischen Bibelteile. große Offenheit gegenüber dem
595 Mohammed heiratet mit 25 Jahren die 15 Eingottglauben. Dort gründet er das erste
Jahre ältere, einflussreiche Kaufmannswitwe muslimische Gemeinwesen. Beginn der
Hadija in Mekka, nachdem er vorher erfolgreich islamischen Zeitrechnung.
für sie gearbeitet hatte. Mohammed lebt in der 623 Aufbau einer islamischen und politischen
Einehe mit ihr, bis sie nach 25 Jahren Ehe im Gemeinschaft in Medina, erfolgreicher
Jahr 619 stirbt. Mohammed zeugte mit ihr 2 Bündnisvertrag in Medina mit einigen
Söhne (die im Kindesalter starben) und 4 zerstrittenen Parteien. Zunehmende Ablehnung
Töchter. Eine Tochter, Fatima, wird Frau des Mohammeds durch die jüdischen Stämme in
späteren 4. Kalifen Ali. Medina. Tolerante Koranverse gegen Juden
610 Mit 40 Jahren hat Mohammed seine erste und Christen werden zunehmend durch bittere
Offenbarung (Sure 96,1-5) in der Hava-Höhle Verurteilungen ersetzt. Mohammed ändert die
bei Mekka. Ein Engel befiehlt ihm zu Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka.
wiederholen, was er vorsagt. Angst und 624 Die Schlacht von Badr; Sieg der Muslime
Unsicherheit, ob das nicht dämonischen über die Mekkaner. Beuteaufteilung. Spottverse
Ursprungs ist, werden von Hadija zerstreut. auf Mohammed durch Juden. Ermordung
Trotzdem folgt über 4 Monate ein einzelner Juden. Vertreibung des jüdischen
entmutigendes Ausbleiben weiterer Stammes der Banu Qaynuqa aus Medina.
Offenbarungen, in denen er sogar an Regelmäßige Überfälle auf Karawanen (vor
Selbstmord denkt. allem die der Mekkaner), um seine wachsende
613 Beginn der ersten öffentlichen Predigten Anhängerschaft zu versorgen.
Mohammeds und damit Ablehnung durch die Gewaltanwendung wird mit Koranversen
Mekkaner, die durch seinen neuen legitimiert.
Eingottglauben um ihren lukrativen 625 Niederlage von Uhud für die Muslime;
Wallfahrtshandel fürchteten. Erfolg: ca. 80 Vertreibung des jüdischen Stammes der Banu
Anhänger, darunter seine Frau Hadija, sein Nadir. Beuteaufteilung.
junger Cousin Ali, sein Adoptivsohn Zaid, sein 627 Der „Grabenkrieg“: Vergebliche
Schwiegervater Abu Bakr (später 1. Kalif). Belagerung der Muslime durch die Mekkaner in
615 Flucht einer ersten Gruppe von Anhängern Medina; Ausrottung des jüdischen Stammes
Mohammeds ins christliche Abessinien der Banu Qurayza. 800 Männer werden
(Äthiopien). hingerichtet, ihre Frauen und Kinder versklavt.
616-619 Boykott der Mekkaner gegen die Banu Keine Juden verbleiben somit in Medina.
Hasim, den Klan Mohammeds, wegen seiner 628 Abkommen von Hudaybiya, ein 10-Jahres-
Botschaft. Friedensvertrag mit den Mekkanern (den er
619/620 10 Jahre nach der ersten Offenbarung nach 2 Jahren bricht): die Muslime dürfen
stirbt sein Onkel und Verteidiger Abu Talib, der demnach erstmals unangetastet zur Pilgerfahrt
nie Moslem wurde und seine erste Frau Hadija. (629) nach Mekka.
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629 Niederlage gegen eine christlich


byzantinische Übermacht bei Mu´ta (damaliges
Syrien in der Nähe des Toten Meeres).
630 Mohammed kann mit seinen Anhängern in
Mekka einziehen. Weitgehend gewaltlose
Eroberung Mekkas (Spottliederdichter auf
Mohammed werden aber hingerichtet). Es folgt
eine Offenbarung, Gewalt für eine Bekehrung
einsetzen zu dürfen: Sure 9,5 (ersetzt 2,257).
Kriegszüge und Belagerung der Stadt Ta´if
(polytheistische Widerständler) und Tabuk.
„Jahr der Abordnungen“ (April 630 - April 631),
in dem Mohammed alle ihm bekannten Völker
per Brief aufruft, den Islam anzunehmen.
630-632 Schlachten in Dawmat al Jandal und
Hunayn. Unterwerfung fast aller Stämme
(darunter Beduinen) auf der arabischen
Halbinsel. 23 Jahre empfängt Mohammed
seine Offenbarungen. Mohammed hat 13
Frauen offiziell geheiratet, wobei er zu einer
Zeit 9 gleichzeitig hatte. Daneben standen
Mohammed Sklavinnen und andere Frauen zur
Verfügung, deren Männer in der Schlacht
gegen ihn ums Leben kamen.
632 Mohammeds letzte Wallfahrt nach Mekka
und sein Tod am 8. Juni. Seine Nachfolge ist
ungeklärt, was zur Spaltung Schiiten-Sunniten
führt. Erst der 4. Kalif der Sunniten (nach Abu
Bakr, Omar und Uthman), Mohammeds
Schwiegersohn Ali wird von den Schiiten als
erster rechtmäßiger Nachfolger anerkannt.
Omar, Uthman und Ali wurden ermordet.

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Sozialabgabe - Zakat „Pflichtabgabe“. - Zakāt wird auch in


Deutschland von Muslimen entrichtet, die
Schlägt man das Wort „Zakāt“ in einem Kontakt zur Moschee haben.
arabischen Wörterbuch nach, findet man neben
„Almosen“ und „Armensteuer" auch „Reinheit“ Neben der absolut gebotenen Zakāt gibt es
und „Gerechtigkeit“ als mögliche Bedeutungen auch noch das "Almosen des Fastenbrechens",
angegeben. (Das „Z“ von Zakāt wird wie ein das zum Fest am Ende des Ramadan
stimmhaftes „S“ ausgesprochen.) Zakāt ist weitergegeben werden soll; dieses wird als
abgeleitet von einem Verb, das sowohl "Pflicht" bezeichnet, aber nicht als "unbedingt
„gedeihen, wachsen“ als auch „rein, gerecht, geboten". – Als verdienstvoll gelten außerdem
gut sein“ bedeuten kann. So wird dem Geben freiwillige "Almosen" (sadaka); ein solches
von Zakāt die Wirkung zugeschrieben, das Almosen kann auch der Erlass von Schulden
Vermögen zu reinigen und segensreich zu sein (2,280). Die freiwilligen Spenden sind an
vermehren – wie in einem Brunnen reines keine Zeit gebunden.
Wasser nachfließt, nachdem Wasser
heraufgezogen wurde, und wie die Reben, die Dass für alle Muslime Zakāt eine unbedingte
beschnitten werden, mehr Trauben Pflicht ist, bedeutet allerdings nicht, dass alle
hervorbringen. Muslime auch tatsächlich Zakāt entrichten
müssen. Voraussetzung dafür ist, dass jemand
Zakāt wird im Koran an verschiedenen Stellen Vermögen hat, das nach Abzug von Schulden
als eine der grundlegenden religiösen Pflichten und sogenannten „Grundbedürfnissen“ ein
erwähnt – oft in Verbindung mit dem Gebet bestimmtes Mindestmaß (Nisab) übersteigt,
(Sure 2,110). – Nach Sure 2,177 besteht wahre und dass dieses seit einem vollen Jahr in
Frömmigkeit darin, Verwandten, Waisen, seinem Besitz ist. Für einzelne
Bedürftigen, Reisenden und Bettlern Geld Vermögenskategorien (Vieh, Edelmetalle etc.)
zukommen zu lassen und es für den Loskauf wurden von den Rechtsgelehrten
von Sklaven und Gefangenen auszugeben. In Mindestbeträge festgelegt, von denen ab (im
Sure 2,277 wird denen, die Zakāt entrichten, Rahmen einer islamisch organisierten
Gottes Lohn versprochen. - Auch Jesus waren Gemeinschaft) Zakāt zu entrichten sei. Zakāt ist
laut Koran (Sure 19,31) Gebet und Almosen zu entrichten für Gold, Silber, Bargeld,
(Zakāt) von Gott anbefohlen worden. Handelswaren, Haustiere, Getreide und
Früchte.
Schon zu Lebzeiten Mohammeds wurde Zakāt
in der islamischen Gemeinschaft eine förmliche Beträge
Steuer. Grundprinzipien ihrer Verwendung Für Gold, Silber, Bargeld und Handelswaren
werden in Sure 9,58-60 genannt. Die sind unter genau festgelegten Bedingungen 2,5
islamischen Rechtsgelehrten fixierten später % des Besitzes als Zakāt abzugeben, von Feld-
genau, unter welchen Voraussetzungen Zakāt früchten und Obst 10%, wenn der Boden durch
zu geben war, und legten die Beträge, die zu Regen- oder Flusswasser bewässert wird, bei
entrichten waren, im einzelnen fest. künstlicher Bewässerung 5%. Auch für die
Zakāt der Haustiere gibt es besondere
Zakāt ist eine der „fünf Säulen“ des Islam und Regelungen. – Die Entrichtung der Zakāt bleibt
deshalb für Muslime – wie zum Teil der Ehrlichkeit der Besitzer
Glaubensbekenntnis, rituelles Gebet, Fasten überlassen; allerdings werden dem, der die
und Pilgerfahrt - unbedingt geboten. Zahlung der Zakāt vernachlässigt, drastische
Regelmäßig einmal pro Jahr ist diese Abgabe Strafen am Tag des Gerichts angedroht.
zu entrichten. – Im Zusammenhang mit Zakāt
ist es angemessener, nicht von „Almosen“ zu Verwendung
sprechen, sondern wegen ihres offiziellen und Nach Sure 9,60 ist die Zakāt bestimmt für:
verpflichtenden Charakters eher von die Armen (allerdings nicht für Arme innerhalb
„Armensteuer“ (obwohl nicht nur Arme davon der eigenen engeren Verwandtschaft und auch
profitieren können), bzw. von „Sozial-“ oder nicht für nichtmuslimische Arme),
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die Bettler,
die Einsammler und Verwalter der Zakāt,
„die, deren Herzen zum Islam gewonnen
werden sollen“ - wörtlich: „diejenigen, deren
Herz vertraut gemacht wird“ (auf diese Weise
kann Werbung für den Islam betrieben werden
oder können Konvertiten zum Islam auf ihrem
neuen Weg unterstützt werden),
den Loskauf von Sklaven und
von Verschuldeten, die nicht imstande sind,
ihre Schulden selber zu bezahlen,
für Teilnehmer am „Heiligen Krieg“ und
für fremde Reisende, die unterwegs ihr ganzes
Geld aufgebraucht haben und keine Mittel mehr
haben für ihre Heimreise.

Zakāt ist damit traditionell ein wichtiges


Instrument zum Zusammenhalt der islamischen
Gemeinde1 und bietet islamischen Staaten "die
Möglichkeit, den Islam zu festigen und
auszubreiten."

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1
Bouman, Johan, Christentum und Islam im Vergleich,
Gießen / Basel, 1982, S. 21.
71
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Koran, seine Entstehungsgeschichte und wichtige Koran-Lehrer, die große Teile des
Überlieferung Korans auswendig zitiert hatten.

Ist der Koran seit Mohammed völlig Der erste Nachfolger Mohammeds, Kalif Abu
unverändert und vertrauenswürdig Bakr, war der alte Schwiegervater
überliefert worden, wie Muslime heute so Mohammeds. Er sammelte in seinen beiden
fest behaupten? Was sagen islamische Regierungsjahren nach einigem Zögern bis zu
Quellen dazu? seinem Tod Koranteile. Er ergänzte sie mit der
noch vorhandenen mündlichen Überlieferung.
Der Koran zur Zeit Mohammeds (610-632 Zaid ibn Thabith wurde beauftragt, den Koran
n.Chr.) zu sammeln und aufzuschreiben. Er ließ
mindestens drei Offenbarungen aus. Eine
Der Koran wurde in arabischer Sprache durch davon wurde nach der Aussage von
Mohammed innerhalb von 23 Jahren in vielen Mohammeds Frau, Aysha, die ihn auf dem
kurzen Abschnitten offenbart. Nach islamischer Sterbebett begleitete, unter seinem Bett
Ansicht hatte Mohammed 610 n.Chr. im Alter aufbewahrt. Diese einmaligen Texte wurden
von 40 Jahren die erste göttliche Mitteilung durch ein Haustier aufgefressen. Trotzdem
bekommen. Diese Offenbarungen wurden von hatte Abu Bakr damit die später favorisierte
verschiedenen Anhängern auswendig gelernt Kopiensammlung. Drei andere Sammlungen
und in unterschiedlichen Dialekten rezitiert. konkurrierten mit dieser.
Besonders in der medinischen Periode notierte Hafsa, die Tochter des zweiten Kalifen Umar
man Texte auf Schreibmaterial. Darunter waren und eine Frau Mohammeds, bewahrte die
kleine Steine, Leder, Knochen und Baumrinde. Sammlung Abu Bakrs auf.

Seine ersten Offenbarungen waren Der Koran zur Zeit des dritten Kalifen
einprägsame Reime. Offenbarungsverse, die er Uthman (644-656 n.Chr.)
später weitergab, waren dagegen in Prosa
abgefasst. Die Reihe der Offenbarungen ist Während der Zeit des dritten Kalifen Uthman
nicht chronologisch im Koran angeordnet, weil gab es verschiedene niedergeschriebene
es sich um eine lose Sammlung handelte. Die Versionen des Koran und Koranteile. Darüber
Verse wurden zur Zeit Mohammeds nicht brachen Zwistigkeiten aus. Sogar Morde
chronologisiert und nicht gesammelt. wurden deshalb begangen. Um die Situation zu
Mohammed selbst vergaß sogar Koranverse. retten, erbat sich Uthman von Hafsa das von
Abu Bakr gesammelte Koranwerk. Er ließ nach
Wie im Hebräischen hatten die altarabischen seinen eigenen Überlegungen und denen von
Schriften keine Vokale (z.B. das Kufische). vier Mitarbeitern (besonders Zaid ibn Thabit)
Daraus ergeben sich verschiedene eine Standartversion anfertigen. Sie wurde
Möglichkeiten, sie mit Vokalen zu lesen und nach dem Dialekt der „Quraish“ geschrieben
dadurch Bedeutungsverschiebungen. Deshalb und ist bis heute gültig.
gibt es laut Mohammed sieben Lesarten des
Korans mit verschiedenen Worten und Jede vorhandene Originalschrift ließ Uthman
Bedeutungen. Heute ist davon aber nur noch 651 n.Chr. verbrennen (Sahih al-Bukhari, Band
eine gängig. 6, Seite 479, Hadith 410; Buch 61). Das
Verbrennen der abweichenden Koranversionen
Der Koran zur Zeit des ersten Kalifen Abu begründete er damit, dass später niemand
Bakr (632-634 n.Chr.) Zweifel an der Wahrheit des Korans haben
sollte.
Als Mohammed 632 n.Chr. nach kurzer
Krankheit plötzlich verstarb, fielen manche Die Leute von Kufa im Irak lehnten es ab, ihre
Stämme vom islamischen Glauben ab. In den Kopie zu vernichten. Sie hatten ein bis zwei
Restaurationskriegen, besonders in der Suren mehr als die Version von Abu Bakr. Sie
Schlacht von Yamama (633 n.Chr.), starben sagten, dass die Kopie von Uthman nicht
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vollständig sei. Bis 1000 n.Chr. gebrauchten sie mit Vokalzeichen versehen. Nur dadurch lässt
ihre eigene Kopie in Kufa. Dann ging sie sich z.B. ein Aktiv und Passiv von Worten
verloren. unterscheiden. Das war bereits eine
Veränderung.
Nach einer Aussage von Ibn Umar, einem Warum sind laut Hadith Verse verloren
Zeitgenossen des Kalifen Uthman, sollte keiner gegangen?
behaupten, er hätte den ganzen Koran. Der Wenn der Koran bei Mohammeds Tod
größte Teil des Korans sei verloren gegangen. vorhanden gewesen war, warum musste dann
Jemand könne höchstens behaupten, dass er Jahre danach der Koran erst zusammengestellt
einen Teil des ursprünglichen Korans in seinen werden?
Händen halte. Nach dem Tod von Uthman Christen hatten es nie für nötig gefunden,
nahm al-Hajjaj, der Regent von Kufa, noch unterschiedliche Lesarten der Bibel zu
weitere elf kleine Veränderungen am Korantext vernichten. Nur ihre Feinde vernichteten
vor. Bibelrollen.

Koranfunde heute www.orientdienst.de

Von den Originalen der unter Uthman


angefertigten Koranschriften ist heute keine Weiterführende Information zu diesem Thema
Spur mehr zu finden. Die ältesten Koranfunde finden Sie im Buch von Gerhard Nehls in
liegen heute in Taschkent und im Topkapi Deutsch „Christen fragen Moslems“. In
Museum in Istanbul. Aber selbst sie stammen englischer Sprache sehr tiefgehend:
aus dem 9.Jhd. n.Chr. und sind somit 150 bis www.answering-
200 Jahre nach ihrem Original in kufischer islam.de/Main/Quran/index.html
Schrift auf Pergament aufgeschrieben worden. www.orientdienst.de

Der Koran unserer Tage

Die meisten der feststellbaren Textänderungen


mögen nur für Wissenschaftler interessant sein.
Der Koran, wie wir ihn heute haben, dürfte zum
großen Teil dem Text entsprechen, den
Mohammed ursprünglich aussprach. Die
These, der Koran sei nicht im geringsten
verändert worden, sondern entspreche zu
100% dem, was durch Mohammed
weitergegeben wurde, lässt sich jedoch nicht
aufrecht erhalten. Vielmehr kann man
nachweisen, dass der Koran bei seiner
Sammlung und Zusammenstellung verändert
wurde, und dass ein kleiner Teil sogar wegfiel.

Folgende Fragen werfen sich auf:


Warum mussten Korankopien mehrfach
vernichtet werden? Der Koran ist doch ein
heiliges Buch für Muslime.
Warum gab es verschiedene Textvarianten,
wenn doch der Koran direkt durch den Engel
Gabriel diktiert wurde und nie geändert werden
kann, weil er ewig sein soll?
Der Koran war ursprünglich ohne Vokale
geschrieben. Er wurde später durch jemanden
73
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Frauen im Islam Zeugenrecht, weil das Zeugnis einer Frau stets


nur die Hälfte des Zeugnisses eines Mannes
Muslimische Apologeten (Verteidiger ihres gilt und im Eherecht, weil der Koran Männern
Glaubens) betonen, dass Mann und Frau vor die Mehrehe erlaubt, die Scheidung traditionell
Gott gleich seien, denn er habe sie "aus einer für ihn viel einfacher ist und im Falle der
einzigen Seele" (Sure 4,1) erschaffen, als Scheidung immer dem Mann die Kinder
"Freunde" oder "Beschützer" (9,72). Gott hat gehören.
zwischen ihnen "Zuneigung und
Barmherzigkeit" (30,21) gesetzt. Dennoch, so Fazit
führen muslimische Theologen aus, habe Gott Zwar empfiehlt die islamische Tradition
der Frau andere Aufgaben gegeben als dem Ehemännern, ihre Frauen gut zu behandeln.
Mann (vgl. 4,34). Während die Frau für Haus Die Überlieferung "Das Paradies liegt zu Füßen
und Familie zuständig sei, sei der Mann zum der Mütter" wird häufig zitiert. Die Gestaltung
Gelderwerb verpflichtet und ihm sei der der Lebensumstände einer Frau liegt jedoch
öffentliche Bereich außerhalb des Hauses nur begrenzt in ihren eigenen Händen, sondern
zugewiesen. Es sei daher trotz der vor allem in den Händen ihres Vaters, ihres
ebenbürtigen Erschaffung von Mann und Frau Ehemanns und der Gesellschaft, in der sie lebt:
legitim, "Ungleiches ungleich" zu behandeln In den Händen des Vaters, weil er wesentlich
und zwischen Frauen und Männern im über Schulausbildung, Bewegungsfreiheit und
gesellschaftlichen wie rechtlichen Bereich Heirat entscheidet, in den Händen des
Unterschiede zu machen. Ehemanns, weil er ihr gebieten oder sie sogar
strafen kann, wenn er befürchtet, sie könne die
Der religiöse Bereich Familienehre gefährden, und in den Händen
Der Islam stellt Mann und Frau das Paradies in der Gesellschaft, weil sie das Verhalten der
Aussicht und fordert von beiden gleichermaßen Frau ständig kontrolliert. Gerade für
die Einhaltung der Fünf Säulen (Bekenntnis, muslimische Frauen ist die Botschaft von der
Gebet, Almosen, Fasten, Wallfahrt), von der die Liebe Gottes besonders kostbar.
Frau nur zur Zeit ihrer Unreinheit (Menstruation, Christine Schirrmacher
Wochenbett) ausgeschlossen ist. Nur der Mann
ist jedoch zur Teilnahme am Freitagsgebet
verpflichtet. Frauen beten in der Moschee Islamische Eheverträge
abgesondert im Ober- oder Kellergeschoss.
Islamische Ehen werden auch heute noch
Der familiär-gesellschaftliche Bereich überwiegend von den Eltern arrangiert. Nur in
Im Islam wird sehr geschlechtsspezifisch den großen Städten suchen sich junge Leute
erzogen. Besonders Söhne entwickeln eine heute ihren Ehepartner selbst aus. Traditionell
enge emotionale Beziehung zur Mutter, wird eine arrangierte Ehe mit "Anstand" und
während der Vater zuallererst Respektsperson "Ehrbarkeit" assoziiert, eine "Liebesheirat" nicht
ist. Während ein Sohn nach seiner selten mit "Unmoral" und "westlicher
Beschneidung (mit etwa vier bis neun Jahren) Lebensart". Eine Ehe innerhalb der erweiterten
vom Vater mehr und mehr in die Welt der Familie wird als vorteilhaft betrachtet, da man
Männer hineingenommen wird, wird die Tochter den Cousin und seine Eltern kennt und das
traditionell von der Mutter in alle Risiko für ein Scheitern der Ehe leichter
Haushaltspflichten eingewiesen. Die islamische abschätzen kann als bei einem "Fremden".
Gesellschaft ist stark von der Außerdem ist die im Islam geforderte
Geschlechtertrennung geprägt. "Gleichwertigkeit" der Ehepartner hinsichtlich
ihrer sozialen Herkunft, Bildung, Religion und
Der rechtliche Bereich Charakter so eher gewährleistet. Auch in einem
Das islamische Ehe- und Familienrecht späteren Konfliktfall zwischen den Eheleuten
benachteiligt die Frau im Erb-, Zeugen- und wird die Familie der Braut eher auf einen
Eherecht: Im Erbrecht, weil Frauen stets die Verwandten einwirken können als auf einen
Hälfte von dem Erbteil eines Mannes erben, im Außenstehenden, um die Ehe zu retten.
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drei Monate unterhaltspflichtig ist bzw. solange,


Eine islamische Eheschließung unterscheidet bis ein ungeborenes Kind zur Welt gekommen
sich stark von einer christlichen. Zu einer ist.
islamischen Eheschließung gehört immer ein
Ehevertrag, der von seinem Charakter her ein Bei einer islamischen Eheschließung wird nicht
zivilrechtlicher Vertrag ist, d. h., er regelt die um den Segen Gottes gebetet. Sie ist keine
gegenseitigen Rechte und Pflichten der geistliche Handlung, sondern ein
Ehepartner. Im Hintergrund des Ehevertrags Vertragsabschluss, der mit der Regelung der
steht die Auffassung von der traditionellen Abendgabe schon ganz konkret die Möglichkeit
Aufgabenverteilung: Der Mann ist für den der Scheidung einrechnet. Bei der
Lebensunterhalt zuständig, die Ehefrau für Eheschließung wird kein Treueversprechen der
Haus und Familie. Davon abweichende Ehepartner formuliert und auch keine
Regelungen müssen im Ehevertrag Zusicherung, gerade auch in „bösen Tagen" für
ausdrücklich genannt werden. Es ist für die den Ehepartner dazusein. Im Gegenteil, dem
Frau kaum möglich, später Rechte Ehemann ist - mit Ausnahme der Türkei und
einzufordern, die das islamische Eherecht für Tunesien - prinzipiell immer erlaubt, eine
sie nicht vorsieht und die sie nicht ausdrücklich zweite, dritte oder sogar vierte Frau
in den Ehevertrag aufgenommen hat. hinzuzuheiraten. Der Ehevertrag enthält also
So lassen z. B. moderne Frauen mit guter keine Zusicherung der lebenslangen,
Schulbildung in ihren Ehevertrag aufnehmen, ausschließlichen Festlegung auf einen
dass ihr Ehemann ihr nach der Heirat erlauben Menschen wie das christliche Eheversprechen.
wird, ihre Ausbildung oder ihr Studium zu Kommen wirklich "böse Tage" (unheilbare
beenden oder berufstätig zu sein. Eine solche Krankheiten, Gefängnisstrafe, Impotenz,
Zusatzklausel wird nur verständlich vor dem Kinderlosigkeit usw.) sind dies im Islam
Hintergrund des zweiten Grundpfeilers der allgemein anerkannte Scheidungsgründe für
islamischen Ehe - neben der Verpflichtung zum Mann und Frau. Nicht der Gedanke der
Gelderwerb für den Mann - nämlich die lebenslangen geistlichen Gemeinschaft vor
Gehorsamspflicht der Ehefrau. Verbietet ihr Gott - Ehe als Dienstgemeinschaft - ist der Kern
Mann ihr andernfalls nach der Hochzeit der Ehe, sondern mehr die Frage, wer welche
plötzlich den Universitätsbesuch, weil er eine Rechte und Pflichten hat.
solche außerhäusliche Tätigkeit für seine Frau Und schließlich enthält der islamische
nicht schicklich findet, ist sie ihm zum Ehevertrag kein Versprechen (bzw. eine
Gehorsam verpflichtet und kann sich dagegen Eidesformel), den Partner zu "lieben und zu
praktisch nicht durchsetzen. ehren", denn eine Verpflichtung zur Liebe - wie
Die religiös-traditionelle Eheschließung findet die Bibel - formuliert der Islam weder für den
vor einem Imam (Vorbeter einer Moschee bzw. Mann noch für die Frau.
religiöse Persönlichkeit) statt, in der Stadt
werden Eheschließungen auch staatlich www.orientdienst.de
registriert. Der Bräutigam und die zwei
erforderlichen Zeugen unterzeichnen den
Ehevertrag. Die Braut muss nicht anwesend
sein, sie kann den Vertrag auch von ihrem
Vormund (arab. wali) unterzeichnen lassen. Der
Ehevertrag regelt als wichtigste Klausel die
Höhe der Morgen- bzw. Abendgabe. Die
Morgengabe ist der erste Teil der Brautgabe
(Kleidung, Möbel, Schmuck, Geld), die die Frau
mit der Hochzeit von der Familie des Mannes
erhält. Die Abendgabe ist der zweite Teil der
Brautgabe, der der Frau für den Fall der
Scheidung für ihre Absicherung zusteht, da der
Mann nach einer Scheidung für seine Frau nur
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Mohammed – ein echter Prophet? HERR geredet hat. In Vermessenheit hat der
Prophet es geredet; du brauchst dich nicht vor
Im Koran wird der Anspruch erhoben: ihm zu fürchten.“ (5.Mo 18,21-22).
“Mohammed ist ... der Gesandte Gottes und Doch selbst wenn die Prophetie eintraf,
das Siegel der Propheten.“ S. 33,40 mussten die Propheten und ihre Lehren mit der
Muslime fragen uns oft im Gespräch: „Wir bereits bestehenden Offenbarung
Muslime erkennen Jesus Christus als Prophet übereinstimmen und an dem wahren Gott
an. Warum erkennt ihr nicht auch Mohammed festhalten. „Wenn in deiner Mitte ein Prophet
an?“ Auf diese Frage wollen wir für uns selber aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt
eine Antwort suchen, ohne die Absicht die dir ein Zeichen oder ein Wunder und das
Gefühle der Muslime zu verletzen. Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er
zu dir geredet hat, indem er sagte: "Lass uns
Sollen wir Mohammed als Prophet anderen Göttern - die du nicht gekannt hast -
anerkennen? nachlaufen und ihnen dienen!", dann sollst du
Muslime lesen im Koran von Jesus: „Jesus, ... nicht auf die Worte dieses Propheten hören...“
sagte: O ihr Kinder Israel, wahrlich, ich bin (5.Mo 13,1-4).
euch ein Gesandter Gottes, bestätigend die
Thora, ... und frohe Botschaft bringend von Inwieweit stimmt Mohammeds Anspruch,
einem Gesandten, der nach mir kommen und Prophet zu sein, mit den biblischen
dessen Name Ahmed (d.h. Mohammed) sein Bedingungen für echte Propheten überein?
wird.“ (Sure 61,6). a) Kontinuität der Botschaft: Die Aussagen
Es ist nicht grundsätzlich abzulehnen, wenn des Propheten im Namen Gottes müssen mit
Muslime an Christen den Anspruch der bereits vorliegenden Offenbarung Gottes
herantragen, dass ihr Prophet ein echter übereinstimmen, denn Gottes Wort kann sich
Prophet ist. Denn das Neue Testament zeigt nicht ändern (5.Mo 4,1-2; Jes 8,20; Mt 24,35)
viele Propheten auf, die nach Jesus kommen und sich selbst nicht widersprechen (Ps 89,35;
werden (Mt 23,34; Eph 4,11; Apg 15,32; Offb Sure 50,28-29).
11,1-12). Doch wir werden aufgefordert, sie zu Der Koran stimmt in vielen Aussagen mit der
prüfen, weil es echte und viele falsche Bibel überein, z.B. dass es einen einzigen Gott
Propheten gibt (1.Joh 4,1). gibt, dass er alles geschaffen hat und am Ende
alle Menschen richten wird.
Was sind nun die Kriterien für echte Tatsache ist andererseits, dass viele Lehren im
Propheten? Es braucht immer mindestens ein Koran der Bibel widersprechen und sie nicht
zweites Zeugnis (Joh 8,17), das die Aussagen bestätigen. Hier einige Beispiele:
des Propheten bestätigt. Von Jesus wissen wir, * Abrahams Vater hat in Sure 6,74 einen
dass Gott ganz offen vor den Ohren anderer anderen Namen als in 1.Mo 11,26.
dieses zweite Zeugnis für seinen Sohn vom * Maria, die Mutter von Jesus, soll nach Sure
Himmel aus abgab (Lk 3,21-22; Mk 9,7-8; Joh 19,28 Aarons Schwester gewesen sein, doch
12,28-30). Außerdem bestätigte Johannes der es liegen zwischen den Lebenszeiten von
Täufer Jesus (Joh 1,29; 5,32-35). Und letztlich beiden 1.570 Jahre.
waren da die Wunder, die Jesus tat (Joh 5,36; * Der Kampf für Gottes Sache ist im Koran auch
10,25; 14,11). der Kampf mit physischer Gewalt (Sure 9,111),
Nicht alle Propheten erhielten vom Himmel her während es sich im Neuen Testament statt
eine Stimme, aber Gott bestätigte sie durch eines Kampfes mit Menschen um einen Kampf
Wunder und indem er Vorhersagen voriger gegen geistliche Mächte handelt (Mt 5,39.44;
Propheten an ihnen erfüllen ließ oder indem Eph 6,12).
sich die Vorhersagen des Propheten erlebbar * Für Diebstahl hat die Bibel ein Strafmaß, das
vor den Augen der Zuhörer erfüllten. etwas höher liegt als das gestohlene Gut (3.Mo
6,2-5; 2.Mo 22,1-4; 5.Mo 15,12-14), während im
„Wenn der Prophet im Namen des HERRN Koran dem Dieb die Hand abgehackt werden
redet, und das Wort geschieht nicht und trifft soll (Sure 5,38).
nicht ein, so ist das das Wort, das nicht der * Scheidung: Ein Mann darf seine geschiedene,
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jetzt mit einem anderem Mann verheiratete eingeführt wurden, könnte der ursprüngliche
Frau nicht wieder heiraten (5.Mo 24,1-4). Doch Text aber auch genau das Gegenteil heißen,
der Koran sagt, dass ein Mann, der sich von dass die Byzantiner verlieren würden
seiner Frau geschieden hat, sie erst wieder (Sayaghlibuna, "sie werden siegen," wird durch
heiraten darf, wenn sie vorher mit einem die Änderung zweier Vokale, Sayughlabuna,
anderen verheiratet war (Sure 2,230). "sie (die Römer) werden besiegt."). Ein
* Im Koran wird die Vergebung der Sünden Problem besteht auch in der Aussage: „in
nicht durch Opfer und Opferblut ermöglicht, wenigen Jahren“ würde der Sieg kommen. „in
sondern durch gute Werke (Sure 25,70; 22,37 wenigen Jahren“ beschreibt einen Zeitraum von
vgl. 3.Mo 17,11; Hebr 9,22; Röm 3,24-25). 3-9 Jahren, laut Mohammeds eigener Aussage
* Die Kreuzigung von Jesus (Mt 16,21; Lk Abu Bakr gegenüber. Doch der Endsieg fand,
24,45-47; Mt 20,26-28) leugnet der Koran (Sure wie oben beschrieben, erst 12 Jahre später
4,156-157). statt. (Weitere Vorhersagen finden Sie in Sure
* Der Sohn Gottes (2.Sam 7,11-14; Lk 1,32; Mt 8,43; 48,27.)
16,13-16; Mt 26,62-64) wird im Koran ganz klar Welche Prophezeiung Mohammeds hat sich
abgelehnt (Sure 4,171; 9,30; 10,68). nicht erfüllt?
* Mohammed behauptet in einer Hadith, dass
b) Eintreffen einer Vorhersage: Damit der Antichrist (dadschal) 7 Monate nach der
Zeitgenossen eines Propheten erkennen Eroberung Konstantinopels auftreten würde
konnten, ob er ein echter Prophet war, musste (Abu Davud Buch 37, Nr. 4281 - 4283). Nach
ein Teil der Vorhersage unmittelbar erlebbar dieser Vorhersage hätte der Antichrist im
eintreffen, um den Propheten und seine November 1453 auftauchen müssen. (Eine
Prophetien zu bestätigen, die weiter in der weitere nicht erfüllte Vorhersage finden Sie in
Zukunft liegen (5.Mo 18,21-22; Jes 43,9; Joh Sure 4,159.)
13,18-21).
Mose sagte die unmittelbar Niederlage der c) Mohammed – biblisch prophezeit? Nach
ägyptischen Armee vorher (2.Mo 14,13-14.27- 5.Mose 18,18 soll Mohammed der Prophet
28); er gab aber auch Prophetien, die sich erst sein, der Mose ähnelt. Aber Mohammed gehört
Jahrhunderte später erfüllten (5.Mo 28,1.15.64- nicht zu den Brüdern Moses, er kommt auch
66; 30,1.4-5). nicht aus dem Stamm Israels. Diese Stelle trifft
Jesajas Prophetie erfüllte sich noch am nicht auf Mohammed, sondern auf Jesus zu
gleichen Tag (Jes 38,5-8), einen Tag später (Joh 5,46; Apg 3,13-23).
(Jes 37,21-38), eine andere 150 Jahre später Der Beistand und Tröster wird von Muslimen
im Jahr 606 v.Chr. (Jes 39,6-7), eine andere auf Mohammed bezogen, was aber unmöglich
200 Jahre später (Jes 13,1.19-22) und eine ist, da Mohammed nicht in Menschen wohnen
weitere Vorhersage über die kann (Joh 14,16; 14,25-26; Apg 2,4).
Wiederzusammenführung Israels wurde um
750 v.Chr. vorhergesagt, erfüllte sich ein erstes Schlussfolgerung: Wir sehen, dass
Mal bei der ersten Rückführung aus dem Exil Mohammeds Prophetien nicht als erfüllt gelten
um 536 v.Chr. und ein zweites Mal in unserer können. Er wurde nicht in der Bibel als Prophet
Zeit seit 1900 n.Chr. (Jes 11,11-12). Gottes angekündigt und seine Lehren
widersprechen ganz fundamentalen christlichen
Welche herausstechende Vorhersage hat Glaubenswahrheiten. Letzteres ist
Mohammed gemacht? entscheidend. Ihn als Propheten anzuerkennen
* Sure 30,1-4: Erfüllte Prophetie bezüglich der würde bedeuten, die Offenbarung Gottes in
byzantinischen Armee, die nach einer Jesus Christus und das Erlösungswerk
Niederlage bald siegen würde. Die Perser abzulehnen. Wir können Mohammed nicht
drohten um 616 n.Chr. Konstantinopel anerkennen, ohne das Zentrum unseres
einzunehmen. 622 n.Chr. begannen die Glaubens zu verlieren!
Byzantiner mit dem Gegenzug und siegten
endgültig erst 628 n.Chr., also 12 Jahre später.
Da die Vokalzeichen im Arabischen erst später
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Die „guten Werke“ im Islam beurteilt. Wer nun ausgewandert ist in der
Suche nach Gott und seinem Gesandten,
Immer wieder einmal kann man die Aussage dessen Auswanderung gilt als zu Gott und
hören, der Islam sei eine Religion der seinem Gesandten. Wer aber in der Suche
Werkgerechtigkeit, und ein Muslim müsse sich nach irdischen Interessen oder wegen einer
durch gute Taten den Himmel verdienen. Frau, die er heiraten möchte, ausgewandert ist,
dessen Auswanderung gilt als eben zu dem, zu
Eine oberflächliche Betrachtung scheint dem er ausgewandert ist. (Khoury, Der Koran,
zunächst diese Beurteilung zu bestätigen. Im S. 507f: „auswandern“ bezieht sich auf die
Blick auf das endgültige Gericht Gottes über die Auswanderung Mohammeds mit seinen
Menschen wird im Koran wiederholt das Bild Anhängern von Mekka nach Medina) – Das
der Waage gebraucht: Und Wir stellen die kann sogar einen Märtyrer betreffen, dem
gerechten Waagen für den Tag der eigentlich der Zugang ins Paradies zugesichert
Auferstehung auf. So wird keiner Seele in wird: Der erste unter den Menschen, über den
irgend etwas Unrecht getan. Und wäre es auch das Urteil am Tag der Auferstehung gefällt wird,
das Gewicht eines Senfkornes, Wir bringen es ist ein Mann, der als Märtyrer gestorben ist. Er
bei. Und Wir genügen für die Abrechnung. wird gebracht. Er (Gott) lässt ihn seine Gnaden
(Sure 21,47; vgl. auch Sure 13,102+103) erkennen, und er erkennt sie. Er sagt: Was hast
Solche Verse vermitteln den Eindruck: am Tag du dafür getan? Er sagt: Ich habe um
des Gerichts wird Gott die Menschen ohne deinetwillen gekämpft, bis ich als Märtyrer
Ansehen der Person entsprechend ihrer Taten starb. Er sagt: Du lügst. Du hast vielmehr
gerecht belohnen oder bestrafen. gekämpft, damit man sagt: Siehe, ein Mutiger!
Und man hat es auch gesagt. Dann ergeht ein
Was sind „gute Werke“ im Islam? Befehl über ihn, und er wird auf seinem Gesicht
geschleppt und ins Höllenfeuer geworfen.
In islamischen Lehrbüchern werden die Taten (Khoury, Der Koran, S. 554)
oft nach dem Gesichtspunkt klassifiziert, ob sie
Strafe oder Lohn nach sich ziehen, ob sie Die Bewertung der guten Werke im Islam
eigentlich verdienstvolle Taten wieder zunichte
machen bzw. neutral sind und weder Strafe Des weiteren fällt auf, dass gute und böse
noch Lohn bewirken. Die wichtigsten Werke Taten nicht gleich schwer gewichtet werden.
sind die „unbedingt gebotenen“, die am Sehr deutlich wird das in einem Hadith
höchsten positiv angerechnet werden und zusammengefasst: Gott hat bestimmt, was gut
deren Unterlassung die Höllenstrafe nach sich und was böse ist. Wer nun sich vornimmt, eine
zieht. Es fällt auf, dass es sich dabei im gute Tat zu vollbringen, aber sie doch nicht
wesentlichen um rituelle, auf Gott ausgerichtete vollbringt, dem schreibt sie Gott als eine volle
Handlungen (Gebet, Wallfahrt, Fasten etc.) gute Tat an. Wenn er sie beabsichtigt und auch
handelt, die allerdings zum Teil auch eine vollbringt, dann schreibt Gott sie ihm als zehn
soziale, mitmenschliche Dimension haben gute Taten oder siebenhundert oder viel mehr
(Armensteuer). Zu den „unbedingt verbotenen“ an. Und wenn er sich vornimmt, eine schlechte
Taten gehören: Wein zu trinken, dem Vater und Tat zu vollbringen, sie aber nicht vollbringt,
der Mutter ungehorsam zu sein, einen dann schreibt Gott sie ihm als eine volle gute
Menschen zu töten. Wer so etwas tut und nicht Tat an. Wenn er sie beabsichtigt und sie auch
bereut, wird dafür in der Hölle bestraft. vollbringt, dann schreibt sie ihm Gott als eine
(einzige) schlechte Tat an. (Khoury, Der Koran,
Die Bedeutung der Absicht S. 507) Auch im Koran (z.B. Sure 4, 40 und
6,160) finden sich ähnlich Aussagen.
Bei weiterem Nachforschen stößt man schnell
auf die Tatsache, dass es nicht nur auf die Glaube und gute Werke
Taten ankommt, sondern auch auf die
dahinterstehende Motivation. In einem Hadith Mehr als 60mal kehrt im Koran die Formel
heißt es: Die Taten werden nach den Absichten wieder: "Wer glaubt und das Gute tut ..." - dem
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wird Gottes Lohn und der Eingang ins Paradies


versprochen: Diejenigen, die etwas von den Ein wesentlicher Grund für diese Ungewissheit
guten Werken tun, ob Mann oder Weib, und ist die Tatsache, dass neben dem einen Gott in
dabei gläubig sind, werden ins Paradies seiner allumfassenden Absolutheit der Mensch
eingehen, und ihnen wird nicht ein - und käme er mit einer Fülle von guten Werken
Dattelgrübchen Unrecht getan. (Sure 4,124; - nicht bestehen kann. Vor Gottes Gericht wäre
ähnlich 40,58) alle auf menschliches Tun sich gründende
Gewissheit bloße Anmaßung (auch nach
Der Glaube, das heißt zum Teil das biblischem Denken!). Es kann aber im Islam
Aussprechen des islamischen vor allem deshalb keine Gewissheit geben, weil
Glaubensbekenntnisses, kann dabei sogar Gott sich hinsichtlich seiner "Gnade", von der
schwerer wiegen als alle übrigen Taten eines im Islam letztlich doch alles abhängt, nicht
Menschen, so dass jemand trotz all seiner festgelegt hat.
schlechten Taten Einlass ins Paradies erhält –
allein auf Grund der Tatsache, dass er das www.orientdienst.de
islamische Glaubensbekenntnis
ausgesprochen hat (vgl. dazu den in Khoury,
Der Koran, S. 552 zitierten Hadith).

„Glaube“ ist hier jedoch nicht in biblischem Sinn


zu verstehen als das dankbare Annehmen der
Rettungstat Gottes in Jesus Christus und das
Vertrauen auf eine klare Zusage in Gottes Wort
(z.B. 1. Joh. 1,9), sondern als Rechnen mit der
Existenz Gottes und als Hoffen auf Seine
Barmherzigkeit.

Ungewissheit

Trotz aller Mühe, die ein Muslim sich geben


mag, und trotz der Zusagen, dass Gott ihm
seine guten Werke vielfach anrechnen werde,
bleibt letztlich doch die Ungewissheit bestehen,
ob er mit dem Feuer bestraft oder mit dem
Paradies belohnt werden wird.

In den Hadithen finden sich widersprüchliche


Aussagen zu diesem Thema: Ein Mann fragte
den Gesandten Gottes: Was meinst du, wenn
ich die vorgeschriebenen Gebete verrichte, den
Ramadan faste, das Erlaubte tue und das
Verbotene meide, aber nichts zusätzlich tue,
gehe ich dann ins Paradies ein? Er sagte: Ja.
(Khoury, Der Koran, S. 511) – In einem
anderen Hadith heißt es allerdings: Der Prophet
sagte: Sucht die goldene Mitte und das Rechte,
und wisst, dass keiner von euch aufgrund
seiner Taten gerettet wird. Sie sagten: Nicht
einmal du, o Gesandter Gottes? Er sagte: Nicht
einmal ich, es sei denn, Gott umhüllt mich mit
Barmherzigkeit und Huld von ihm. (Khoury, Der
Koran, S. 509f)
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„Friede“ im Islam den Gegensatz dazu, Kampf und Krieg, sind


Offenbarungen, die Mohammed in konkreten
In der "Islamischen Charta", die der "Zentralrat Situationen empfangen haben soll.
der Muslime in Deutschland" 2002 veröffentlicht
hat, heißt es: "Der Islam ist die Religion des Nach seiner Berufung begann Mohammed,
Friedens". Moderne, westlich geprägte seine Mitbürger in Mekka aufzurufen, den
Muslime betonen gern: "Islam" bedeutet Glauben an eine Vielzahl von Göttern
Friede. - Im Blick auf das arabische Wort aufzugeben und sich dem einen wahren Gott,
"Islam" ist diese Aussage jedoch nicht korrekt; Allah, zuzuwenden. Er stieß aber bei der
zwar sind "Salam" (Friede) und "Islam" von der Mehrheit auf Ablehnung und immer stärker
gleichen Wortwurzel abgeleitet; "Islam" werdende Anfeindungen. Zunächst erhielt er
bedeutet aber nicht "Friede", sondern "Hingabe, den Rat, die Angelegenheit Gott zu überlassen
Unterwerfung". - Was sagt der Koran zum (43,89): Sei nun nachsichtig gegen sie und
Thema Frieden? sag: ,Heil!' (oder: Friede!). - Was er äußern
sollte, klingt recht tolerant (109,1): Sag: Ihr
1. Die Hoffnung auf ewigen Frieden Ungläubigen! 2 Ich verehre nicht, was ihr
Sure 19,61: (Sie werden in) die Gärten von verehrt, 3 und ihr verehrt nicht, was ich
Eden (eingehen), die der Barmherzige seinen verehre... 6 Ihr habt eure Religion, und ich
Dienern ... versprochen hat... 62 Sie hören die meine. - Einige Muslime berufen sich im
darin kein (leeres) Gerede, sondern nur (das Gespräch mit Christen auf solche und ähnliche
Grußwort) ,Heil!' = Friede (salam) - Im Koran Verse; vor allem zitieren sie oft Sure 2,256: In
findet sich eine ganze Reihe ähnlicher Stellen der Religion gibt es keinen Zwang.
(7,46 / 10,10 / 14,23 / 35,58). - Der
Herausgeber einer erläuterten Als die Situation für Mohammed in Mekka
Koranübersetzung, Yusuf Ali, erklärt zu den unerträglich wurde, wanderte er mit seinen
zitierten Versen, das Wort "Salam" habe eine Anhängern im Jahr 622 nach Medina aus. Von
sehr weite Bedeutung: außer dem Aspekt der dort aus griffen die Muslime Karawanen ihrer
Sicherheit umfasse es auch Gesundheit, mekkanischen Widersacher an - einmal sogar
Befreiung, Harmonie mit unserer Umgebung in einem der "heiligen Monate", in denen
und Zufriedenheit. "All diese Kampfhandlungen verboten waren. Mohammed
Bedeutungsnuancen sind in dem Wort 'Islam' begründete dieses Verhalten mit folgender
enthalten. Der Himmel ist deshalb die Offenbarung (2,217): Man fragt dich nach dem
Vervollkommnung des Islam." - In diesem Sinn heiligen Monat, (nämlich) danach, (ob es
können wir sicherlich sagen, dass auch der erlaubt ist) in ihm zu kämpfen. Sag: In ihm ist
Islam auf Frieden hofft und letztlich Frieden will. Kämpfen ist ein schweres Vergehen (w. wiegt
schwer). Aber (seine Mitmenschen) vom Weg
Friede wird demjenigen zugesagt, der der Gottes Abhalten - und nicht an ihn Glauben -
Leitung Gottes folgt (20,47). "Friede" sprechen und (Gläubige) von der heiligen Kultstätte
die Engel den Sterbenden zu, wenn sie Gott (Abhalten), und deren Anwohner daraus
fürchten und sich in ihrem Erdenleben gut Vertreiben, (all das) wiegt bei Gott schwerer.
verhalten haben (16,32). D.h. Frieden findet der Und der Versuch, (Gläubige zum Abfall vom
Mensch für sich persönlich durch den Islam, Islam) zu verführen, wiegt schwerer als Töten.
wenn ihm als Muslim am Tag des Gerichts der Und sie (d.h. die Ungläubigen) werden nicht
Zugang ins Paradies eröffnet wird. Ob er dieses aufhören, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch
Ziel tatsächlich erreicht, kann er allerdings von eurer Religion abbringen - wenn sie (es)
während seines Erdenlebens nicht wissen. können...

2. Friede und Krieg im Koran und im Leben Wenn Muslime angegriffen werden, ja, schon
Mohammeds wenn sie gehindert werden, den Islam zu
Was sagt der Islam nun zum Frieden auf Erden, praktizieren, oder wenn jemand versucht, sie
und wie soll dieser Friede zustande kommen? - von ihrer Religion abzubringen, ist Gegenwehr
Viele Aussagen des Koran über Frieden und für sie gerechtfertigt. Der Kampf darf jedoch
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nicht auf unrechtmäßige Weise geführt werden


und muss abgebrochen werden, wenn die Im Koran finden sich also neben Worten der
Gottlosen sich bekehren (2,190): Und kämpft Toleranz für die Anhänger anderer Religionen
um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen auch aggressive Aufrufe zum Kampf - vor allem
euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung in späteren Offenbarungen, die nach der
(indem ihr den Kampf auf unrechtmäßige traditionellen Auffassung die wichtigeren sind
Weise führt)! Gott liebt die nicht, die für das Verhalten der Muslime. Dabei wird aber
Übertretungen begehen. 191 Und tötet sie (d. versucht, einer willkürlichen und maßlosen
h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie Gewaltanwendung Grenzen zu setzten.
zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo Allerdings erscheint mir fraglich, ob der Koran
sie euch vertrieben haben! ... 192 Wenn sie in ausreichender Weise deutlich macht, wie
jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören gefährlich (aus biblischer Sicht unmöglich) es
(und sich bekehren), so ist Gott barmherzig und ist, die Herrschaft Gottes durch Anwendung von
bereit zu vergeben. 193 Und kämpft gegen sie, Gewalt aufbauen oder auch nur fördern oder
bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum schützen zu wollen.
Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur
noch Gott verehrt wird!... - Wenn die 3. Gegenwärtige Tendenzen
Götzendiener bereit waren Frieden zu Im Islam gibt es gegenwärtig - grob gesagt -
schließen, sollte Mohammed sich ebenfalls hauptsächlich folgende zwei Auffassungen:
dem Frieden zuneigen (8,60+61). Friede 1) die anti-islamischen Kräfte sind noch längst
erscheint hier als Ende der Auflehnung und des nicht überwunden; auch wenn nicht ein
Kampfes gegen den Islam (ähnlich Sure 4,90). unmittelbarer militärischer Angriff von ihnen
ausgeht, bekämpfen sie doch die islamische
Der Kampf kann sich nach der späten Sure 9 Welt durch wirtschaftlichen Druck und negative
auch gegen die Buchbesitzer (Christen und kulturelle Beeinflussung; deshalb ist es
Juden) wenden (9,29): Kämpft gegen gerechtfertigt oder sogar geboten, gegen sie
diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Krieg zu führen.
Tag glauben und nicht verbieten (oder: für
verboten erklären), was Gott und sein 2) der Islam steht nicht mehr vor der Bedrohung
Gesandter verboten haben, und nicht der seiner Existenz und muss nicht mehr um sein
wahren Religion angehören - von denen, die Überleben kämpfen; deshalb ist ein Kampf
die Schrift erhalten haben - (kämpft gegen sie), gegen die Ungläubigen nicht mehr in der Weise
bis sie kleinlaut aus der Hand (?) Tribut nötig wie zur Zeit Mohammeds; allerdings
entrichten! - Auch hier kommt der Kampf zu besteht das Recht, sich gegen Angriffe zu
einem Ende, wenn sie keine Bedrohung für die verteidigen; aber Friede ist in jedem Fall dem
islamische Ordnung mehr darstellen, sondern Krieg vorzuziehen.
sich ihr unterwerfen und Tribut bezahlen.
Adel Theodor Khoury schreibt dazu: "Zwar sind
Grundloses und wahlloses Töten ist im Islam die Verfechter einer Theorie des Friedens in
ein schweres Verbrechen (5,32): Aus diesem der islamischen Welt heute hoffnungslos in der
Grund (d.h. aufgrund des Brudermords von Minderheit. Aber sie finden in den Kreisen der
Kain) haben wir den Kindern Israels weltoffenen Menschen und der Intellektuellen
vorgeschrieben, dass, wenn einer jemanden eine immer breitere Zustimmung." (Was sagt
tötet, (und zwar) nicht (etwa zur Rache) für der Koran zum Heiligen Krieg?, S. 89).
jemand (anderes, der von diesem getötet
worden ist) oder (zur Strafe für) Unheil (das er) 4. Die Ursache für den Unfrieden und die
auf der Erde (angerichtet hat), es so sein soll, Grundlage des Friedens
als ob er die Menschen alle getötet hätte. Die Ursache für den Unfrieden liegt nach
Und wenn einer jemanden (w. ihn) am Leben islamischem Verständnis darin, dass Menschen
erhält (w. lebendig macht), soll es so sein, als den Islam, d.h. den Glauben an Gott und das
ob er die Menschen alle am Leben erhalten Leben nach Seinen Ordnungen, ablehnen. Das
(w. lebendig gemacht) hätte... sind Leute, die (5,33) ... gegen Gott und
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seinen Gesandten Krieg führen und (überall)


im Land eifrig auf Unheil bedacht sind...

Dass wir aber seit Adams Entscheidung,


unabhängig von Gott zu leben, eigentlich als
ganze Menschheit zu Feinden Gottes
geworden sind (Röm 5,10), wird im Islam weder
gesehen noch anerkannt. So fehlt auch die
Einsicht, dass in diesem Zustand der
Feindschaft mit Gott der Mensch von sich aus
gar nicht friedensfähig ist und dass - bei allem
guten Wollen - Friede nicht möglich ist, ohne
Versöhnung mit Gott und ohne Erlösung von
der Macht der Sünde. Weil das nicht erkannt
wird, huldigen viele - allerdings längst nicht nur
im Islam – der Illusion, durch den Kampf gegen
das Böse und die Bösen, notfalls auch mit
Gewalt, den Frieden herstellen zu können.

Dem gegenüber bezeugt das Neue Testament,


dass Jesus Christus Frieden gemacht hat an
seinem Kreuz. Hier ist der Friede von Gott her
in die Welt hineingekommen. Das Kreuz des
Sohnes Gottes, an dem Gott die Sünde der
Menschheit verurteilt und gerichtet hat, ist der
Ort, an dem Er uns allen Seinen neuen
Friedensbund anbietet.

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Hadsch – die muslimische Pilgerreise nach Andenken an Abraham, der seinen Sohn
Mekka verschonte (Sure 37,107). Mohammed soll die
Hadsch nach erneutem Missbrauch wieder
Die Hadsch, auch Hadj oder Hajj, ist die richtig eingesetzt haben.
fünftägige islamische Pilgerfahrt nach Mekka in
Saudi-Arabien. Sie ist die fünfte Säule des Ab 400 n.Chr. lässt sich der Kaaba-Bau
Islam und findet durch den Mondkalender historisch belegen. Die Kaaba wurde mehrfach
verschoben jährlich zu einer anderen Zeit statt. in der Geschichte durch Fluten und Angriffe
Jeder freie volljährige Muslim (Frauen nur in beschädigt. Die ismaelitische Sekte der
Begleitung), der es sich leisten kann, ist Qaramitah (Karmaten) raubte 930 n.Chr. sogar
verpflichtet, mindestens einmal im Leben nach den schwarzen Stein aus Mekka, spaltete ihn in
Mekka zu pilgern (Sure 3,97). Eine solche mehrere Teile und verübte unter den Pilgern
Person erhält den Ehrentitel „Hadschi“. Die ein Massaker.
kleine Wallfahrt, die „Umra“, die zu jeder
Jahreszeit möglich ist, stellt eine verkürzte
Version der Hadsch dar, kann sie aber nicht Ablauf der Hadsch
ersetzen. Oft wird die Umra mit der Hadsch
kombiniert. Von Saudi-Arabien werden für Bei dem sehr komplizierten Ritual kann in der
jedes Land Pilgerkontingente zugeordnet, Praxis viel falsch gemacht werden und damit ist
damit die Teilnehmer (ca. zwei Millionen) zu die Hadsch ungültig und muss wiederholt
bewältigen sind. Muslime erleben auf der werden. So müssen bestimmte arabische
Hadsch ein starkes Gemeinschaftsgefühl mit Gebete und Lobpreis an bestimmten Stellen
Muslimen aus allen Völkern und Rassen. dargebracht und die Geschwindigkeit des
Gehens richtig angepasst werden.
Geschichte und religiöser Hintergrund der
Hadsch Durch seine Absichtserklärung, eine
Ganzkörperwäsche, spezielle Kleidung und
Bereits vor der islamischen Zeit war die Hadsch Haarschnitt tritt der Pilger an einem der
ein heidnischer Brauch, bei dem eine große vorherbestimmten Orte (Miqat) in Mekka in den
Anzahl von Göttern, besonders der Gestirne Weihezustand (Ihram). Danach darf er z.B.
verehrt wurden, unter anderem der Mondgott nicht mehr streiten oder sexuellen Verkehr
Hubal mit dem schwarzen Stein. Dieser Stein haben (Sure 2,197).
ist heute weltweit die Gebetsorientierung für
alle Muslime. Ihn zu küssen war für bedeutende Es folgt beginnend am schwarzen Stein die
Mitkämpfer Mohammeds, z.B. Omar, ein siebenmalige Umrundung (Tawaf) der Kaaba
großes Problem. Sie ließen sich nur durch eine gegen den Uhrzeigersinn. Die ersten drei
Offenbarung Mohammeds überzeugen (s.u.). Umrundungen sollen im Laufschritt, die letzten
Er befindet sich im südlichen Teil der sonst vier gehend zurückgelegt werden. Während
leeren „Kaaba“ (arab. für „Würfel“), welche jeder Runde soll der schwarze Stein (Hajr-el-
eine Seitenlänge von ca. 15 Metern aufweist Aswad) geküsst, berührt oder auf ihn gezeigt
und mit einem goldbestickten schwarzen Tuch werden. Danach beten die Pilger an der Stelle
jährlich neu eingehüllt wird. Nach islamischer Abrahams (Maqam Ibrahim), die sich neben
Auffassung soll bereits Adam die Kaaba gebaut dem Kaaba-Würfel befindet.
haben. Während Noahs Flut soll sie zerstört
worden sein. Anschließend habe Abraham mit Am gleichen Tag schließt sich ein
seinem Sohn Ismael sie nach göttlicher siebenmaliger Lauf (Say) zwischen den Hügeln
Offenbarung wieder aufgebaut („Als Abraham Safa und Marwa an, nur einige hundert Meter
und Ismael den Grund zu diesem Hause entfernt. Der Lauf bezieht sich nach
legten, da flehten sie: O Herr, nimm es gnädig Mohammeds Umdeutung auf Hagar und Ismael
von uns an. Zeige uns unsere heiligen (Sure 2, 158), die auf ihrer verzweifelten Suche
Gebräuche“, Sure 2,127-128). Auch das Opfern nach Wasser siebenmal an dieser Stelle hin
eines Tieres während der Hadsch geschieht in und her geirrt sein sollen. Daraufhin fanden sie
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durch den Engel das Wasser einige Hundert Tieropfer dargebracht (Sure 2,196) und diese
Meter entfernt in der Quelle Zamzam (biblische im darauf folgenden Jahr wiederholt werden.
Parallele 1.Mo 21,17-19), die ein besonderes Für Kranke und Verstorbene können andere
Segenswasser hervorbringen soll. Mit dem Lauf Personen die Hadsch vornehmen.
endet die kleine Wallfahrt, die Umra. Es folgt
die Eröffnungspredigt für die eigentliche Beurteilung aus christlicher Sicht
Hadsch. Noch am gleichen Tag ziehen die
Pilger zum Ort „Mina“ und übernachten dort. Die Rituale der Hadsch sind zum Großteil
Am nächsten, dem 8. Tag des Monats (d.M.) identisch mit dem Götzendienst der
„Dhu al-hijja“ beginnt die eigentliche Hadsch. vorislamischen Zeit. Deshalb erwecken sie im
Pilger Aberglauben, wie vielfach zu beobachten
Am 9. Tag d. M. wandern die Pilger in Gruppen ist. Bereits die verschiedenen Stämme der
von Mina zum Berg „Arafat“, dem wichtigsten heidnischen Araber vor Mohammed umkreisten
Teil der Pilgerfahrt. Hier, in der Ebene vor dem die Kaaba mit dem schwarzen Stein siebenmal
Berg, hören die Pilger eine zweiteilige Predigt, und küssten ihn. Sie rannten zwischen den
die an die Abschiedspredigt Mohammeds kurz zwei Götzen Isaf und Naila auf den Hügeln
vor seinem Tod erinnern soll. Am Abend geht Safa und Marwa hin und her. Deshalb hatten
es zurück, Richtung Mekka. Im Ort „Muzdalifa“ sich die ersten Nachfolger Mohammeds
wird übernachtet. anfänglich auch geweigert, weiterhin zwischen
den Hügeln hin und her zu rennen. Klärend
Am 10. Tag d. M. soll der Pilger sobald wie sagt Gottes Wort dazu: „Das alles hat zwar
möglich nach Mina kommen. Auf diesem Weg einen Anschein von Weisheit, in eigenwilligem
soll er 49 bzw. 70 Kieselsteine aufnehmen. Gottesdienst und in Demut und im
Sobald er in Mina ankommt, wirft er sieben Nichtverschonen des Leibes – nicht in einer
Steine auf eine bestimmte der drei verschieden gewissen Wertschätzung – dient aber zur
großen Steinsäulen. Das „Steinewerfen“ Befriedigung des Fleisches“ (Kol 2,22-23).
repräsentiert die Handlung Abrahams, der mit
Steinwürfen den Teufel in die Flucht trieb, als er Muslime sind oft deshalb so begierig darauf, die
ihn versuchte, seinen Sohn Ismael nicht zu Hadsch zu machen, weil sie Sündenvergebung
opfern (biblisch Isaak). Anschließend sollen die verspricht. Laut Hadith soll ein Pilger in Bezug
Opfertiere in Mina geschlachtet werden. Dies auf die Sünde nach der Hadsch so rein sein wie
ist das höchste Fest im Islam und wird in der ein „neugeborenes Kind“ (Sahih Bukhari
ganzen Welt begangen. Es folgt die Rückkehr 2.596). Ihm wird das Paradies versprochen.
nach Mekka, um weitere sieben Runden um die Doch was passiert nach der Hadsch, wenn er
Kaaba und den Lauf zwischen Safa und Marwa wieder sündigt? Es handelt sich um eine sehr
zu vollziehen. Noch am 10. d. M. kehren die zweifelhafte Sicherheit, die auf menschlichen
Pilger nach Mina zurück, wo sie zwei oder drei Werken beruht.
Tage verbringen und täglich jeweils sieben
Kieselsteine auf jede der drei Steinsäulen Muslime opfern viel für die Hadsch. Die Bibel
werfen. sagt uns dazu: „Und wenn ich alle meine Habe
den Armen gäbe und ließe meinen Leib
Am 12. oder 13. Tag d. M. kehren die Pilger brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir
noch ein letztes Mal nach Mekka zurück und ´s nichts nütze“ (1.Kor 13,3). Wie aber sollen
machen eine einzige Pflicht-Runde um die sie lieben, wenn sie den nicht kennen, der
Kaaba. Jetzt sollte der Muslim Wasser vom seine Liebe durch Jesus Christus und dessen
Brunnen Zamzam trinken, der sich direkt neben Kreuzestod zur sicheren Vergebung unserer
der Kaaba befindet, und um Vergebung bitten. Sünden unter Beweis gestellt hat?
Zum Ende der Hadsch wird der Besuch von
Mohammeds Grab in Medina (330 km entfernt) www.orientdienst.de
empfohlen.

Falls die Hadsch abgebrochen wird, muss ein


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Märtyrer im Islam einem Totengebet beerdigt. Ihre blutige


Kleidung behalten sie am Körper, die
Wer die Medienberichte verfolgt, hat sie vor Totenwaschung wird bei ihnen nicht
Augen: Selbstmordattentäter, die ihr Leben für durchgeführt. 3. Märtyrer, die am Krieg
ein vermeintlich höheres Ziel opfern und teilgenommen oder gegen Terroristen gekämpft
andere Menschen mit in den Tod reißen. Wie haben, aber erst später, nicht an den
schade, dass sie ihre besten Jahre und ihre unmittelbaren Folgen dieser Kämpfe, sterben.
ganze Lebenszeit nicht dafür einsetzen, was Auch Muslime, die durch Ertrinken, Verbrennen
wirklich zum Frieden führt! Was geht in oder Gebären zu Tode kommen und in der
Menschen vor, die ihrem meist noch jungem Fremde oder beim Erlernen einer Wissenschaft
Leben auf solch mörderische Weise ein Ende gestorbene Muslime werden dieser Kategorie
setzen? Sind es die Paradiesversprechen, die zugerechnet; sogar Händler, die aufrichtig
besonders bei jungen Männern die sinnliche Handel treiben und Menschen, die ihre
Phantasie anregen? Tragen nicht ihre Führer, Familien versorgen und dabei umkommen.
teilweise ihre eigenen Angehörigen und nicht
zuletzt menschenverachtende Medien eine Nicht zu Märtyrern zu zählen sind laut einer
erhebliche Mitverantwortung für dieses Hadith folgende Menschen: Allahs Gesandter
Unrecht? (Mohammed) sagte: Das Blut eines Muslim (zu
vergießen) ist nicht erlaubt, außer in einem
Die Wortbedeutung dieser drei (Fälle): der verheiratete Ehebrecher,
Leben um Leben (Blutrache), und der seinen
Wie das arabische Wort schahid bedeutet auch Glauben Verlassende, von seiner
das entsprechende griechische Wort martys Gemeinschaft Getrennte. Dies berichten Buhari
Zeuge, martyrein Zeugnis ablegen, bezeugen. und Muslim.
Mit Märtyrer werden heute Christen wie
Andersgläubige bezeichnet, die bereit sind, für Und die Selbstmordattentate?
ihre Glaubensüberzeugung Verfolgung, Leiden
und sogar den Tod auf sich zu nehmen. Der Das Institut „Palestinian Media Watch“, das
Christ als Märtyrer lässt sich Leid zufügen ohne palästinensische Printmedien, Sendungen im
selbst andern Leid zuzufügen. Als Märtyrer im Fernsehen und Radio sammelt und analysiert,
Islam gilt dagegen, wer im Kampf gegen die dokumentiert seit Oktober 2000 eine
Ungläubigen oder das Böse den Tod findet, Verherrlichung des Todes in den öffentlichen
dazu zählen für Islamisten auch Medien – nicht etwa von Seiten radikal-
Selbstmordattentäter. islamischer Bewegungen – sondern auf
Initiative der Palästinensischen
Drei Gruppen von Märtyrern Autonomiebehörde unter Leitung von Yasser
Arafat. Darin wird Kindern suggeriert, dass es
Das Märtyrertum besitzt nach Die Fontäne gut sei, den Tod im Kampf gegen den
online im Islam einen hohen Stellenwert. Als „rassistischen Judenstaat“ zu suchen. Meldung
Märtyrer gelten alle diejenigen, die auf dem am 21.8.2002: Arafat fordert kleine Kinder auf,
Wege Gottes ihr Leben lassen. Den Büchern „Märtyrer“ zu werden.
des Fiqh (der islamischen Rechtswissenschaft)
zufolge gibt es drei Gruppen von Märtyrern: 1. Der Selbstmord wird im Islam verurteilt: Und
Muslime, die bei einem Krieg oder bei einem begeht nicht Selbstmord! (4:29) In einer
Überfall von Wegelagerern zu Tode kommen. anderen Sure heißt es: Und wer einen
2. Muslime, die beim Schutz ihres Eigentums, Gläubigen vorsätzlich tötet, dessen Lohn ist
ihres Lebens, ihres Gewissens oder ihrer Ehre Gahannam (die Hölle), worin er ewig bleibt.
ums Leben kommen oder bei dem Versuch Allah wird ihm zürnen und ihn von Sich weisen
sterben, andere Muslime oder unter dem und ihm eine schwere Strafe bereiten (4:93).
Schutz von Muslimen stehende Nichtmuslime
zu verteidigen. Märtyrer, die diesen beiden Der Anschlag auf das World-Trade-Center traf
Kategorien zuzuordnen sind, werden nur mit auch Muslime, die dort arbeiteten oder sich aus
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geschäftlichen Gründen aufhielten. Menschen nicht zu fürchten, weil sie zwar den
Unschuldige Opfer waren überhaupt nicht Leib, nicht aber die Seele töten können (Mt
auszuschließen. Auch in den in die Luft 10,28). Allein zu fürchten ist Gott, der Leib und
gesprengten Bussen oder Restaurants in Israel Seele ins ewige Verderben schicken kann.
gehören in der Regel unschuldige Zivilisten und Nach Offb 20,4 werden christliche Märtyrer
auch Muslime zu den Todesopfern. Bomben wieder lebendig und herrschen mit Christus
können nicht zwischen Gut und Böse, zusammen tausend Jahre lang. KT
Unschuldig und Schuldig unterscheiden. Wie Übrigens befasst sich die Zeitschrift des
also können solche Angriffe nach islamischem Instituts für Islamfragen (IFI) in Nr. 1/2004
Rechtsverständnis akzeptiert werden? wissenschaftlich mit obiger Thematik.

Wie sollen wir solche Täter beurteilen? Was www.orientdienst.de


war ihre persönliche Motivation und ihre
Absicht? Und wenn sie sterben, sind sie dann
auch Märtyrer? Ja und nein ist die wohl
treffende Antwort, wenn man islamische
Theologen befragt. (s. die Fatwas /
Rechtsgutachten unter www.islaminstitut.de).

Märtyrer bei den Schiiten

Die Geschichte der Schiiten weist mehrere


Märtyrer auf. Es sind Ali und nach ihm noch
zehn Männer, die in direkter Linie vom
Propheten Mohammed abstammen, die
ermordet wurden. Im schiitischen Volksglauben
spielt der Märtyrertod al-Husains (Sohn des
vierten Kalifen Alis) eine wichtige Rolle.

Christliche Beurteilung

Als Christen unterscheiden wir zwischen


Gesellschaft und Kirche, für Muslime gehören
beide eng zusammen. Wir leben mit einer
freiheitlich-demokratischen Verfassung,
genießen Religions- und Gewissensfreiheit.
Muslime werden als Muslime geboren und
sollen nach eigener Auffassung auch Muslime
bleiben, denn auf Abfall steht eigentlich die
Todesstrafe. Insofern ist der Einzelne in seiner
Gewissensfreiheit durch das islamische System
eingegrenzt.

Wir sollen als Christen nicht das Leiden und


Martyrium suchen. Jesus weist seine Jünger
an, von einer Stadt in die nächste zu fliehen,
wenn sie verfolgt werden. Weil Christen aus
dieser Welt Herausgerufene sind und als
solche leben, können sie grundlos beschimpft,
gehasst und verfolgt werden. Jesus sah dies
voraus und lehrte seine Jünger, sich klug, doch
ohne Hinterlist zu verhalten und sich vor
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Die Quellen des Koran 2. Quelle des Jüdischen Talmud


a) Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre
Die Frage, aus welchen Quellen der Koran 70 n.Chr. flohen einige jüdische Stämme auf
entspringt, stellt sich den Muslimen nicht. Sie die arabische Halbinsel und überlebten. Viele
gehen davon aus, dass die „Mutter des von ihnen hörten mehr auf Legenden (z.B.
Buches“, der ewige Koran, im Monat Ramadan Hagadda) und den Talmud als auf das Alte
auf die unterste Stufe des Himmels herab Testament. Diese Juden damals und manche
gesandt wurde. Durch Vermittlung des Engels Juden heute glauben, dass Gott den Talmud
Gabriel soll er von dort Wort für Wort an den Zehn Geboten beigefügt habe und dass
Mohammed weitergegeben worden sein. Auch beide Duplikate der originalen himmlischen
für ein Gespräch mit Muslimen werden die im Bücher seien. Mohammed konnte diesem
Folgenden aufgeführten Fakten wohl kaum Denken gemäß den Koran hinzufügen.
dienlich sein. Für uns als Christen können sie Verschiedene jüdische Traditionen und
allerdings hilfreich aufzeigen, woher Gedankengut wurden in den Koran hinein
Mohammed vermutlich sein Wissen hatte. Viele gewoben.
Lehren und Erkenntnisse Mohammeds finden b) Satans Ablehnung, Adam anzubeten: Sure
sich in nachfolgenden sechs Quellen wieder. 2,34; 7,11-18 kann man im alttestamentlichen
Das legt nahe, dass Mohammed auf diese Pseudepigraphen aus dem 1. Jh. n.Chr. finden:
Quellen zurückgriff. Hier werden aus „Das Leben Adams und Evas“.
Platzgründen nur einige wenige Beispiele c) Kain und Abel: Zur Sure 5,30-35 findet sich
angeführt. ein paralleler Text im Targum des Jonathan-
ben-Uzziah, Targum von Jerusalem und Pirke
1. Quelle der heidnisch-arabischen Rabbi Eleazar, das wörtlich übernommen sein
Vergangenheit könnte.
a) Allah: Der Gottesname „Allah“ war schon vor d) Abraham: Die Kenntnisse Mohammeds
Mohammed bekannt, und war keine über Abraham stammten aus jüdischen
Neuschöpfung. Mohammeds Vater hieß z.B. Legenden im Midrash Rabbah (Sure 2,260;
Abd-ullah (Sklave Allahs). 6,74-84; 19,42-50; 21,52-72; 26,70-82; 29,16-
b) Ka´ba: Die Ka´ba wurde 60 v.Chr. von 17; 37,83-89; 43,26-30; 60,4). Die Bibeltexte
Deodorus Sicolus als Ort der Anbetung über Abraham hat Mohammed offenbar nicht
beschrieben. Bereits vor Mohammed war die gekannt.
Ka´ba als Tempel für viele Gottheiten benutzt e) Der Besuch der Königin von Saba Sure
worden. 27,17ff: Als Quelle liegt das II.Targum des
c) Hajj: Die durch und durch heidnischen Buches Ester (außerbiblisch) nahe.
Wallfahrtspraktiken der Pilgerreise wurden von f) Harut und Marut: Sure 2,102 berichtet von
Mohammed eins zu eins übernommen, zwei Engeln. Die Namen der Engel finden sich
einschließlich dem Küssen des schwarzen als Götzennamen, die im vorchristlichen
Steins, dem Besuch von Safa und Marwa und Armenien angebetet wurden. Die Armenier
dem Rennen zwischen den zwei Hügeln, wiederum hatten die Idee vom Hindu-Gott des
ebenso das Steinewerfen gegen Steinsäulen, Windes. Als Quelle liegt auch der Talmud nahe
die den Teufel symbolisieren im Wadi Mina und (Midrash Yalzut, Kap. 44).
das Schächten von Tieropfern in Mina. g) Sieben Himmel und Höllen: Sure 15,44;
d) Namaz-Gebet: Das ausgestorbene Volk der 17,44 finden wir auch in der jüdischen
Sabäer, das vorher auf der arabischen Tradition, die sie Hagigah und Zuhal nennt.
Halbinsel lebte, hatte täglich sieben feste
Gebetszeiten. Mohammed übernahm fünf 3. Quelle der Neutestamentlichen
davon einschließlich deren Namen. Die Sabäer Apokryphen
beteten für die Toten, Muslime heute ebenso. a) Die Apokryphen sind eine
e) Ramadan: Die Sabäer fasteten jährlich 30 Legendensammlung über Jesus, die von den
Tage und feierten ein Fastenbrechen am Ende ersten Gemeinden und Kirchenvätern
dieser Tage, genau wie die Muslime heute. abgelehnt wurde, weil sie nicht von den
Aposteln stammte. In manchen christlichen
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Sekten wurden sie wie das Neue Testament a) Tisch vom Himmel gesandt: Sure 5,112-
wertgeschätzt. Ihre Mitglieder flohen vor der 115 nimmt vermutlich völlig verzerrt Bezug auf
Verfolgung der römischen Kirche auf die das Abendmahl der Christen (Mt 26,20-29;
arabische Halbinsel. Auf diese Weise erfuhr 1.Kor 11,27-29) und die damit verbundene
Mohammed vermutlich von einer entstellten Warnung.
christlichen Lehre. Die Koptin Maria, die eine b) Kamel durchs Nadelöhr: in Sure 7,40
von Mohammeds Frauen war, kann ihm von finden wir wörtlich ein Zitat aus dem ca. 600
diesen Dingen erzählt haben oder der Christ Jahre älteren Neuen Testament (Lk 18,25).
Waraqqa ibn Naufal, der Cousin seiner ersten
Frau Chadidscha. 5. Quelle der östlichen Religionen
b) Jesus: Sein Name im arabischen Koran a) Paradies: Sure 55,56 und 56,35-36
lautet seltsamer Weise „Isa“. Sure 19,16-31 sprechen von weiblichen Wesen namens
berichtet, dass er unter einem Palmbaum „Huris“, die große perlenförmige Augen haben.
geboren wurde. Nachzulesen ist das gleichfalls Dazu finden wir eine Parallele in der
in der „Geschichte der Geburt“. Als Maria von Zoroastrischen Religion von Persien. Dort
ihrer eigenen Familie beschuldigt wird, heißen die Jungfrauen nicht Huris, sondern
unverheiratet ein Baby bekommen zu haben, Paaris. Die gleiche Quelle gilt für die bösen
verteidigt sie ihr neugeborener Säugling Jesus. Geister (die Dschinn) und Mohammeds
Dies finden wir in dem „Evangelium der „Himmelfahrt“.
Kindheit“ - beides Apokryphen. b) Miraj: Die Miraj ist der Bericht der
Sure 3,49 und 5,113 erzählen davon, wie Jesus Himmelfahrt Mohammeds auf einem
Lehmtauben machte und ihnen Leben pferdeähnlichen Geschöpf, das Buraq heißt. Er
einhauchte, so dass sie davonfliegen konnten. soll in den siebten Himmel aufgefahren sein. In
Genau das finden wir aber im apokryphen Sure 17 finden wir dazu Texte, aber detaillierter
Thomas-Evangelium. in der Mishkat (die vertrauenswürdigsten
In Sure 4,156 steht die Aussage, Jesus sei Hadithensammlung: „Mishkatu`l Masabi“). Wir
weder gekreuzigt noch getötet worden. Die könnten diese Geschichte auf ein spekulatives
Quelle dafür kann eine gnostische Irrlehre sein, Buch namens „Testament Abrahams“
die von den Basiliden seit dem zweiten zurückführen, das aus Ägypten stammt (200
Jahrhundert verbreitet wurde. v.Chr.) und ins Griechische und Arabische
c) Dreieinigkeit: Christen sind erstaunt, in Sure übersetzt wurde.
5,75,76,116 zu lesen, die Dreieinigkeit bestehe c) Waage: Der Gedanke, dass Gott die
aus Gott, Maria und Jesus. Die Quelle dazu ist Menschen beim Gericht mit einer riesigen
sicherlich die Irrlehre von der Vergöttlichung Waage richten wird, auf der gute und böse
der Maria als „Mutter Gottes“. Werke gegeneinander aufgewogen werden, ist
d) Jungfrau Maria: Das apokryphe Jakobus- weit verbreitet. Eine Quelle für diese Lehre
Evangelium liegt als Quelle des Berichts nahe, dafür kann wieder das „Testament Abrahams“
in dem Maria im Tempel gelebt haben soll. Sie sein oder das „Buch der Toten“, ebenso aus
sei von Engeln mit Nahrung versorgt worden Ägypten, das sich auf das Gericht von Osiris
und Joseph wäre durch wundersame Losstäbe bezieht, einer ägyptischen Gottheit, die
zu ihrem Mann ausersehen worden: Sure 3,35- dasselbe Waagenkonzept beinhaltet.
36.42-47 d) Sirat: Die Brücke, die über den tiefen
e) Grab der Siebenschläfer: Sure 18,9-26 Abgrund der Hölle ins Paradies führt, war in
findet seine Parallele im Buch „Geschichten der Persien gut bekannt und wurde dort Chinavad
Märtyrer“ von Gregory von Tours. Eine (die Verbindung) genannt, nachzulesen im
legendäre Geschichte von Christen, die in einer Buch „Dinkart“ der Zoroastrier.
Verfolgungszeit für 200 Jahre einschliefen. 309
Jahre vor Mohammed fanden diese Legenden 6. Quelle der Hanifen
bereits Verbreitung. a) Manche Gottessucher lehnten den
Götzendienst in Mekka bereits ab, bevor und
4. Quelle der Bibel während Mohammed erstarkte. Sie hießen
Hanifen und glaubten an den „Gott Abrahams“,
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schlossen sich aber weder den Juden noch den


Christen an. Vier werden namentlich genannt.
Man vermutet, dass sie aus dem Kontakt mit
den Juden zu dieser Überzeugung kamen.
Hanifische Glaubensaussagen sind mit denen
von Koran und Hadith ähnlich: Einzigheit
Gottes, Paradies, Hölle und der Ausruf: „Allah
ist barmherzig und gnädig“.

Zusammenfassend müssen wir feststellen,


dass Mohammeds Wissen von der Bibel sehr
schwach und oberflächlich war.

(Quelle: LCA, Islam, as it sees itself, as others


see it, as it is; S. 73ff)
Weiterführende Informationen auf Englisch:
http://www.answering-
islam.de/Main/Quran/Sources/index.html

www.orientdienst.de
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Islamisierung Moscheebauten von der Anwesenheit


des Islam und sind Orte, wo interessierte
Immer wieder einmal protestieren Muslime Nichtmuslime über den Islam informiert
gegen christliche „Missionierung“ – und weisen werden können. (Welche Bedeutung
in diesem Zusammenhang oft darauf hin, der dem von muslimischer Seite
Islam sei tolerant gegenüber anderen zugemessen wird, ist m. E. ablesbar an
Religionen und „missioniere“ nicht. Im Minikurs der Tatsache, dass christlichen
„Da’wah – der Ruf zum Islam“ und in anderen Gemeinden in vielen islamischen
Artikeln unseres Heftes Nr. 3 / 97 haben wir Ländern große Schwierigkeiten gemacht
schon einiges zu diesem Thema geschrieben. werden, in ähnlicher Weise Kirchen zu
Dort haben wir bereits erwähnt, dass in der Art bauen.)
der Ausbreitung zwischen Islam und
christlichem Glauben tatsächlich große 2) Zunehmend werden Gerichtsprozesse
Unterschiede bestehen. (Natürlich gibt es auch geführt, in denen die Rechte von
Ähnlichkeiten: beide verbreiten ihre Schriften, Muslimen zum ungehinderten
laden zu Informationsveranstaltungen ein, Praktizieren ihres Glaubens eingefordert
führen Gespräche mit Interessierten…) werden: z. B. Erlaubnis der islamischen
Form des Schächten, des lautsprecher-
Sicherlich längst nicht alle Muslime, aber doch verstärkten Gebetsrufs, auch im Dienst
einige führende Personen und islamische als staatliche Beamtin das Kopftuch
Organisationen arbeiten intensiv daran, den tragen zu dürfen … - Damit werden vor
Einfluss des Islam zu intensivieren – auch in allem Juristen und Politiker, aber auch
Gebieten, die nicht traditionell islamisch sind. weitere Kreise der Gesellschaft
Dazu wird, je nach Situation, eine ganze herausgefordert, sich mit dem Islam und
Palette von Mitteln angewandt. Vieles davon seinen Vorschriften zu befassen. Würde
dient zunächst einmal hauptsächlich dazu, dass jeweils zugunsten der Muslime
Muslime entsprechend den Vorschriften ihrer entschieden, würde damit Schritt für
Religion leben können; es hat aber zugleich Schritt den Muslimen als einer
Auswirkungen auf die übrige Gesellschaft. Sondergruppe innerhalb der
Gesellschaft eine Reihe von
Wenn hier einige Methoden skizziert werden, Sonderrechten eingeräumt. Nach der
die Muslime einsetzen, um den Islam zum Vorstellung einiger Muslime sollte das
Thema zu machen und eine Gesellschaft letztlich dazu führen, dass der
islamisch zu beeinflussen, behaupten wir damit muslimischen Bevölkerung auch in
nicht, dass Christen sich nicht ähnlich verhalten Europa das Recht zugestanden würde,
(können). Wir wollen auch nicht Muslimen das ihre Angelegenheiten (incl. Ehe-,
Recht absprechen, ihre Religion auszubreiten, Familien– und Erbrecht) nach der
oder alle angewandten Methoden von „Scharia“ zu regeln.
vornherein als unlauter verdächtigen.
Menschen in Europa sollten einfach informiert 3) Kritik am Islam, auch wenn sie sachlich
sein, dass sehr wohl an der Ausbreitung des vorgetragen wird, wird meiner
Islam gearbeitet wird und wie das geschieht. Beobachtung nach zunehmend als
Neben den unterschiedlichen „intolerant“ oder als „religiöse
Informationsveranstaltungen, wozu auch der Diskriminierung“ abgewehrt. Statt
‚Tag der offenen Moschee’ zu rechnen ist, inhaltlicher Auseinadersetzung wird
werden folgende Mittel eingesetzt: Kritikern gegenüber oft nur der Vorwurf
erhoben, sie würden „den Islam nicht
1) Der Bau von Moscheen dient natürlich richtig verstehen“. Bewusst oder
dem Gebet und der Unterweisung im unbewusst wird auf diese Weise eine
Islam durch Freitagspredigt und Atmosphäre erzeugt, die eine offene
Koranunterricht. Zugleich „sprechen“ vor Auseinandersetzung mit dem Islam
allem die repräsentativen erschwert – und damit auch das
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Zurückweisen des islamischen b) Der Islam – oder andere religiöse und


Wahrheits- und Herrschaftsanspruchs. ideologische Kräfte – werden umso
mehr Raum gewinnen, je größer das
4) Dass Muslime sich bemühen, geistliche Vakuum in unserer
einflussreiche Positionen in Wirtschaft, Gesellschaft wird. Eine erneute
Politik, Kultur etc. zu erreichen, ist ihnen Hinwendung zu Jesus Christus und zu
weder zu verwehren noch als verdächtig Gottes Wort in den Kirchen und
anzusehen. Tatsache ist allerdings: Gemeinden ist nötig, damit wir
auch auf diesem Weg gewinnt der Islam entsprechend unserem Glauben leben
an Einfluss und Macht. und mit neuer Freude und Vollmacht das
Evangelium bezeugen können.
5) Das Internet und Chatforen werden
genutzt, um über den Islam zu Politiker und Juristen benötigen viel Weisheit,
informieren und vor allem junge um unterscheiden zu können, welche Rechte
Menschen von seiner Wahrheit zu Muslimen wie allen anderen Staatsbürgern
überzeugen und für diese Religion zu zukommen, und wo die Gefahr besteht, dass
gewinnen. eine Parallelgesellschaft aufgebaut wird oder
Muslime in dominierender Weise Einfluss
6) Weitere Mittel zur Ausweitung des ausüben. Dazu ist es nötig, Gottes
islamischen Einflusses sind die Aufforderung zum Gebet für Regierende viel
Verbreitung des Koran, der Bau von treuer zu befolgen und uns selbst für ein gutes
Schulen und die Vergabe von mitmenschliches Zusammenleben einzusetzen.
Stipendien. Vor allem in Afrika wird auch
islamische Entwicklungshilfe geleistet, www.orientdienst.de
die oft bewusst darauf zielt, die
islamischen Volksgruppen zu stärken
und Nichtmuslime für den Islam zu
gewinnen.

Viele Muslime setzen sich mit starker


Überzeugung und großem Eifer für ihre
Religion ein. Manche bringen dabei ihre
Erwartung, Europa in nächster Zeit für den
Islam gewinnen zu können, mit starken Worten
zum Ausdruck. Das löst einige Ängste aus,
erscheint mir aber kaum realistisch. Dass
allerdings längerfristig auch in Europa der
Einfluss des Islam zunehmen wird, ist zu
erwarten.

Für Christen erscheinen mir folgende


Gesichtspunkte von grundlegender Bedeutung:

a) Den wachsenden Einfluss des Islam mit


„fleischlichen“ Mitteln wie Diffamierung,
Ungerechtigkeit oder gar Gewalt
eindämmen zu wollen, ist keine Lösung.
Solche Verhaltensweisen stehen nicht
unter Gottes Segen und zerstören das
menschliche Zusammenleben in unserer
Gesellschaft.
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Abriss der Geschichte des Osmanischen Eroberer) die Einnahme Konstantinopels vor.
Reiches und der modernen Türkei Die Stadt fiel am 29. Mai 1453 nach 54-tägiger
Belagerung. Die Kirche ‚Zur Heiligen Weisheit’
Die Einwanderung der Türken aus (Hagia Sophia) wurde in eine Moschee
Zentralasien nach Anatolien umgewandelt. Die alte Bevölkerung aus
Die ursprüngliche Heimat der Turkvölker liegt in Griechen, Armeniern und Juden wurde zum
Zentralasien im Gebiet des Altai Gebirges. Bleiben aufgerufen. Als letzter Rest des
Bedingt durch das Vordringen der Mongolen byzantinischen Staates wurde 1460 das
wanderten Nomadenstämme aus Zentralasien Kaiserreich Trapezunt (Trapzon) am
nach Westen ab. So kam es Mitte des 11. Schwarzen Meer unterworfen.
Jahrhunderts zur Einwanderung der
muslimischen Seldschuken nach Anatolien. Selim gelang 1514 ein Sieg gegen die
Dort trafen sie auf das Oströmische Reich Safawiden in Persien. Schließlich wurde
Byzanz. 1516/1517 das Mamelukkenreich in Ägypten
Alp-Arslan brachte in der Schlacht von besiegt. Damit wurde das Osmanische Reich
Mantzikert (1071) dem Byzantinischen Reich auch der Hüter der Heiligen Stätten des Islam.
eine verheerende Niederlage bei. In der Folge Seit 1517 führten die osmanischen Sultane den
kam es im 12. Jahrhundert zur ungehinderten Titel des Kalifen. Die Ära von Süleyman I.
Landnahme weiterer Nomadenstämme in (1520-1566) bildete den Höhepunkt der Macht
Kleinasien. Konya (Ikonium) wurde zur des Osmanischen Reiches. Die Osmanen
Hauptstadt des Reiches. Nach dem Sieg der verdankten ihren Erfolg vor allem ihrer Armee
Mongolen 1243 über die Seldschuken zerfiel (stehendes Heer) und ihrer gut strukturierten
das Reich in einzelne Fürstentümer. Verwaltung. Bauern, Händler und Handwerker
hatten eine vergleichsweise geringe Steuerlast
Das Osmanische Reich (1299-1923) zu tragen.
Um 1299 gründete ein türkischer Stamm unter
seinem Anführer Osman ein kleines Fürstentum Die zweite erfolglose Belagerung Wiens 1683
und machte 1326 Bursa (Brussa) zur wurde zum Wendepunkt der Ausbreitung des
Hauptstadt. Nach und nach dehnten er seinen Osmanischen Reiches in Europa. Das
Einfluss und seine Macht aus. Die zweitgrößte polnische Heer unter Jan Sobieski besiegte am
Stadt des Byzantinischen Reiches, Edirne 12. September 1683 das Osmanische Heer und
(Adrianopel), fiel 1362 an die Osmanen. zwang so die Türken zum Rückzug. Im Inneren
Mazedonien wurde 1371 erobert. traten Zeichen des Verfalls zu Tage.
Die Elitetruppe der Janitscharen wurde 1330 Verschwendung und Bestechung
gegründet. Ab 1438 wurde sie systematisch kennzeichneten das Leben am Hofe. Durch die
durch die so genannte Knabenlese auf dem Entdeckung des Seeweges nach Indien verlor
Balkan rekrutiert. Je nach Bedarf wurden von auch der Handel an Bedeutung. Im russischen
den christlichen Völkern bis zu jedem 5. Jungen Krieg 1768-1774 wird die osmanische Flotte
im Alter von 7 – 14 Jahren ausgewählt. Diese durch Russland vernichtet. Die Krim wird
Jungen waren dem Zölibat unterworfen, dem unabhängig und später von Russland
Sultan zu absolutem Gehorsam verpflichtet und annektiert. Russischen Schiffen wird die freie
wurden unter strenger Disziplin zu Durchfahrt vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer
muslimischen Soldaten ausgebildet. garantiert. Durch weitere Kriege versuchte das
Osmanische Reich, Aufstände auf dem Balkan
In der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo) zu unterdrücken und seine Gebiete zu wahren,
1389 besiegte Murad I. die verbündeten was jedoch immer weniger gelang. Nach dem
christlichen Fürsten aus Serbien, Bosnien, Frieden von San Stefano vom 3. März 1878
Bulgarien und Albanien. Damit fand das verlor das Osmanische Reich alle Gebiete auf
Großserbische Reich sein Ende und große dem Balkan. Auf dem Berliner Kongress wurde
Teile des Balkans blieben 500 Jahre unter der Balkan neu aufgeteilt. Wieder forderte
osmanischer Herrschaft. Nach dem Sieg über Russland das Protektorat über alle Orthodoxen
die Ungarn 1448 bereitete Mehmed II. (der Christen im Osmanischen Reich, was jedoch
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abgelehnt wurde. Russland sah sich als der einschließlich Bursa besetzt. Ziel war es, die
Schutzpatron aller orthodoxen Völker. Teile der Idee eines Großgriechenlands zu verwirklichen.
armenischen Bevölkerung des Osmanischen Im Laufe des Jahres 1922 gelang es den
Reiches setzten ihre Hoffnung auf Russland bei türkischen Truppen, die griechische Armee in
der Gründung eines armenischen Staates. mehreren Schlachten zu besiegen und Izmir
zurückzuerobern. 213.000 Griechen flohen aus
Während des 1. Weltkrieges kam es zu einer der Stadt, die in Flammen aufging.
engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland
und dem Osmanischen Reich. Nach dem Mustafa Kemal erklärte am 1. November 1922
Scheitern der türkischen Offensive gegen den Sultan Mehmet VI. für abgesetzt und rief
Russland gab man den Armeniern die Schuld, die Republik aus. Am 24. Juli 1923 wurde der
die das christliche Russland unterstützt hätten. Friedensvertrag von Lausanne unterzeichnet
So kam es zu einem Genozid, in dessen und die heutigen Grenzen der Türkei
Verlauf zwischen 600.000 und 1,5 Million völkerrechtlich anerkannt. Ausnahmen bildeten
Armenier und andere christliche Minderheiten das Sandjak Mosul und Antakya, die später
den Tod fanden. Der Großwesir Damad Ferid geregelt werden sollten. Die Alliierten
Pascha gestand am 11. Juni 1919 die beendeten am 2. Oktober 1923 die Besetzung
Verbrechen öffentlich ein. Spätere türkische Istanbuls. Man siedelte die griechische
Regierungen betrieben dagegen eine Bevölkerung der Westtürkei nach Griechenland
Leugnung des Völkermordes und stellten ihn um. Millionen Türken vom Balkan wurden im
als Folge von Kriegshandlungen dar. Nach dem Gegenzug in die Türkei umgesiedelt. Ankara
1. Weltkrieg sahen die Siegermächte im erklärte man zur neuen Hauptstadt der Türkei.
Vertrag von Sèvres eine Aufteilung des Am 29. Oktober wurde Mustafa Kemal zum
Osmanischen Reiches und die Gründung eines ersten Präsidenten der Türkei gewählt. Er
armenischen und eines kurdischen Staates vor. setzte in einem rasanten Tempo Reformen
durch, die aus der islamisch geprägten Türkei
Die Türkische Republik einen modernen Staat westlicher Prägung
Nach der Niederlage des Osmanischen machen sollten. Ein wesentliches Prinzip
Reiches und der Aufteilung durch die bildete dabei der Laizismus, die Trennung von
Siegermächte im Vertrag von Sèvres nahmen Politik und Religion. Diese Politik des
unter der Führung von England die „Kemalismus“ wurde zur tragenden
Siegermächte massiven Einfluss auf die Staatsideologie. 1934 wurde Mustafa Kemal
politische und wirtschaftliche Lage der Türkei. auf Parlamentsbeschluss hin der Beinamen
Gegen diese Entwicklung formierte sich „Atatürk“, Vater der Türken, verliehen.
politischer und militärischer Widerstand, an
dessen Spitze sich der General Mustafa Kemal Die Türkei auf dem Weg nach Europa
(1881-1938) setzte. Er organisierte den Seit ihrer Gründung sucht die Türkei zielstrebig
Befreiungskampf von der Zentraltürkei aus und die Anbindung an Europa. Bereits 1949 wurde
wandelte ihn in einen Unabhängigkeitskrieg sie Mitglied des Europarates und 1952
um. Lokale Mullahs riefen zum Dschihad gegen Vollmitglied in der NATO. Ein
die Besatzer auf. Mustafa Kemal rief in Ankara Assoziierungsabkommen der EWG mit der
am 23. April 1920 eine Nationalversammlung Türkei wurde 1963 geschlossen. Ein
zusammen und bildete eine Nationalregierung. Zusatzprotokoll sah eine spätere
Die russischen Truppen wurden besiegt und Vollmitgliedschaft in der EG vor. Am 1.1.1996
zurückgedrängt. Am 3. Dezember 1920 schloss wurde die Zollunion mit der EU verwirklicht.
Mustafa Kemal einen Vertrag mit der Nach langen Verhandlungen wurde der Türkei
Sowjetregierung über die Festlegung der 1999 der Kandidatenstatus für die Aufnahme in
Grenze in Ostanatolien. Im selben Jahr wurden die EU zugestanden. Der Beschluss zur
die französischen und italienischen Truppen Aufnahme von Beitrittsverhandlungen wurde
aus der Südtürkei vertrieben. Die griechischen 2004 gefasst.
Invasionstruppen hatten 1919 von Izmir
ausgehend weite Teile der Westtürkei
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Arabisch – die Sprache des Islam der Regel mit großer Faszination von der
Schönheit dieser Sprache und besonders von
Nach islamischem Verständnis hat der eine der unnachahmlichen Erhabenheit des Korans.
wahre Gott, Allah, sein Wort dem Propheten
Mohammed in arabischer Sprache offenbart. Wer sich intensiver mit dem Islam befassen will
Möglicherweise war Mohammed zunächst der (ob als Muslim oder Religionswissenschaftler),
Meinung, er habe lediglich seinen Landsleuten muss Arabisch lernen. Die wichtigsten
ein heiliges Buch in klarer arabischer Sprache Quellentexte, Koran und Hadithen, sind in
zu bringen (vgl. dazu Sure 42,7) – so wie Juden Arabisch geschrieben. Die meisten
und Christen schon heilige Bücher in ihren Korankommentare wurden in Arabisch verfasst.
Sprachen besaßen (vgl. Sure 46,12). Später Arabisch ist auch die Sprache des islamischen
äußerte er aber die Überzeugung, ein Rechts.
Gesandter für die gesamte Menschheit zu sein
(Sure 34,28). Nach muslimischer Vorstellung ist Arabisch = islamisch?
der Koran die wörtliche Wiedergabe einer im
Himmel aufbewahrten Urschrift (Umm al-Kitab: Die Tatsache, dass die arabische Sprache und
„Mutter des Buches“). Schon diese Urschrift ist der Islam eng miteinander verbunden sind,
in arabische Sprache verfasst und mit führt oft zu einer verzerrten Wahrnehmung: Die
arabischen Buchstaben geschrieben. Begriffe „Araber“ und „Muslime“ werden
gelegentlich so gebraucht, als ob sie
Arabisch – die Sprache Gottes austauschbar seien. Es ist aber wichtig,
festzuhalten, a) längst nicht alle Araber sind
Angesichts der zentralen Bedeutung des Muslime, sondern in den arabischen Staaten
Korans für die Muslime wird verständlich, dass auch viele Christen leben – und b) der größte
auch der arabischen Sprache im Islam eine Teil der Muslime sind nicht Araber.
große Bedeutung zukommt. Arabisch kann als
die Sprache Gottes bezeichnet werden. Das In diesem Zusammenhang sei noch einmal
rituelle Gebet ist in Arabisch zu sprechen. daran erinnert, die arabische Bezeichnung für
(Persönliche Bittgebete können aber auch in „Gott“, Allah, wird auch in der arabischen
der Muttersprache an Gott gerichtet werden.) Bibelübersetzung gebraucht und somit
Koranrezitationen werden in Arabisch keineswegs eindeutig festgelegt ist als der
vorgetragen. Auch das persönliche Lesen von islamische Gottesname. Arabische Christen
Korantexten geschieht in Arabisch. sprechen den Vater unseres Herrn Jesus
Übersetzungen gelten nicht als der Koran, Christus ebenfalls mit „Allah“ an.
sondern geben nur seine ungefähre Bedeutung
wieder. Deshalb lernen Kinder in der Arabisch und die islamische Gemeinschaft
Koranschule, den Koran in Arabisch zu lesen
(evtl. mit Hilfe einer Umschrift als Notlösung)Der Gebrauch der arabischen Sprache beim
und auswendig aufzusagen. Vollzug der religiösen Riten (Bekenntnis,
Gebet, Pilgerfahrt) ist eines der Mittel, die
Muslime, die nicht Arabisch als Muttersprache Einheit der islamischen Gemeinschaft (Umma)
haben, verstehen oft nicht viel von dem, was zu dokumentieren. Grundsätzlich könnte z.B.
sie lesen, und wissen nur ungefähr, was sie jeder Muslim an jedem Ort, so weit er auch von
beten. Diese Tatsachen können bewirken, dass seiner Heimat entfernt sei, ohne
die rituelle Glaubenspraxis als sehr stark vom Schwierigkeiten am Gebet in der Moschee
Alltag abgehoben empfunden wird, je nach teilnehmen.
persönlicher Prägung teils als besonders
„feierlich“, teils als leer und ohne innere Auf der religiösen Ebene (sehr deutlich auch
Beteiligung. bei der Pilgerfahrt) wird – unter anderem durch
das Mittel der Sprache – etwas sichtbar vom
Muslime, deren Muttersprache Arabisch ist Anspruch der islamischen Gemeinschaft, keine
oder die Arabisch gelernt haben, sprechen in Unterschiede nach Rasse oder Nationalität zu
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kennen. Dies wird jedoch dadurch erreicht, Apostel in ihren Sprachen von den großen
dass eine Sprache für alle verbindlich zur Taten Gottes redeten (Apg 2,11). Gott will
heiligen Sprache erklärt wird. (In anderen offensichtlich nicht nur in einer Sprache zu den
Bereichen gibt es allerdings sehr wohl Menschen reden, sondern sich ihnen in ihrer
nationale Vorurteile.) Sprache, Kultur und Zeit zuwenden. (Deshalb
hat sich auch Paulus bemüht, allen alles zu
Die arabische Sprache hat die Kultur der werden. – 1. Kor 9,19-22)
verschiedenen islamischen
Bevölkerungsgruppen sehr stark beeinflusst: Es ist ein Weg, Einheit herzustellen durch
Viele arabische Worte, vor allem religiöse einheitliche Sprache, einheitliche Riten und ein
Begriffe und Formeln haben in die jeweiligen einheitliches Gesetz. Auch in der
Sprachen Eingang gefunden. Einige islamische Kirchengeschichte fehlt es nicht an solchen
Völker haben sogar die arabische Schrift Versuchen. Das Neue Testament spricht
übernommen, um ihre Sprache aufzuzeichnen demgegenüber von einer „Einheit des Geistes“
(z. B. Persisch, Urdu und bis 1923 Osmanisch- (Eph 4,3), die in Gott selber und in Seiner
Türkisch). – Die Reinigung der türkischen Erlösungstat ihre Grundlage hat und in die
Sprache von arabischen Lehnworten und die Menschen mit hinein genommen werden durch
Übernahme der lateinischen Schrift unter den Glauben an Jesus Christus. Durch die
Atatürk stellen auch einen Versuch dar, sich Wiedergeburt werden Menschen mit dem
von der kulturellen Vorherrschaft des Heiligen Geist beschenkt und eingefügt in den
Arabischen zu lösen (s.S. 16). „Leib Christi“. So sind sie trotz aller
Unterschiede in Herkunft, Sprache und
Über die Sprache und die Verkündigung des kultureller Prägung lebendige Zellen eines
Islam sind auch verschiedene andere Elemente einheitlichen geistlichen Organismus.
der arabischen Kultur, wie sie zu Mohammeds www.orientdienst.de
Zeit auf der arabischen Halbinsel bestand, in
andere Völker eingedrungen.

Einheit

Im Islam wird der eine Gott bezeugt, der in dem


einen, unübersetzbaren Buch, das nur in der
einen Sprache weitergegeben werden darf,
sein Wort offenbart hat. Der Schwerpunkt in
dieser Offenbarung liegt mehr auf der
unverfälschten Bewahrung und Weitergabe des
göttlichen Textes als auf seiner
Verständlichkeit. Auch wenn viele Muslime,
sogar Arabisch sprechende, große
Schwierigkeiten haben, den Koran zu
verstehen, gelten Übersetzungen, die ihn
verständlich machen könnten, als relativ
wertlos. In Gesprächen rückten einige Muslime
die Tatsache, dass es viele verschiedene
Bibelübersetzungen gibt, schon in die Nähe der
Bibel-Verfälschung.

Dem gegenüber ist es höchst interessant


festzustellen, eine der ersten Auswirkungen
des an Pfingsten ausgegossenen Heiligen
Geistes bestand darin, Menschen aus
unterschiedlichen Gegenden hörten, wie die
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Ehre und Schande Die „andere“ Ehre (arab. „’ird“) betrifft das
Das Konzept von „Ehre“ und „Schande“ ist im Verhältnis der Geschlechter zueinander und
Bereich der nahöstlichen Tradition und des kann sich im Leben des einzelnen – vor allem
Volksislam anzusiedeln und weniger mit dem einer Frau – viel dramatischer auswirken. Die
Koran zu begründen. Der Koran nennt zwar Bedeutung dieser Art von Ehre kann kaum
den Begriff der „Ehre“ an einigen wenigen überschätzt werden. Ehre zu besitzen, ist für
Stellen (3,26-27; 49,13; 70,23-35), aber es geht jede Frau und jede Familie lebensnotwendig, ja
in diesem Zusammenhang um die Ehre, die im Konfliktfall steht ihr Wert höher als das
Allah dem rechten Gläubigen gibt, vor allem Leben eines Menschen. Ein Mädchen kann nur
dadurch, dass er ihm nach seinem Tod Zugang verheiratet werden, wenn es seinen guten Ruf
zum Paradies gewährt. Weder der Koran noch (seine Ehre) bewahrt hat; wird es als ehrlos
die islamische Überlieferung sprechen in dem betrachtet, wird es keine Ehe schließen
Sinn von Ehre, wie er vor allem im ländlichen können.
Bereich, dem von Stammesdenken und Auch ein Vater, der seine Tochter sehr liebt,
Stammesstrukturen geprägten islamischen wird sich unter gewissen Umständen dazu
Umfeld gelebt wird. entschließen, ihr Leben zu opfern, um die
Die Auffassung davon, was „Ehre“ (im Familienehre wiederherzustellen, da er ohne
Türkischen oft „namus“ oder „onur“) und was Ehre - und so wird er andernfalls in den Augen
„Schande“ ist, wird also vor allem durch die seiner Umwelt betrachtet werden – nicht leben
Tradition bestimmt, sowie durch die Werte, die kann. Ist die Ehre der Familie gefährdet oder
innerhalb der Stämme und Familienclans verloren, scheint es für die Familie unmöglich
gelebt werden. Seit seiner Entstehungszeit ist zu sein, einen Ausweg zu finden, also die Ehre
der Islam mit Stammesstrukturen verbunden, zurückzuerhalten und gleichzeitig das Leben
denn die Arabische Halbinsel war zu Lebzeiten der betroffenen Frau zu erhalten. Sie könnte
Muhammads von arabischen Stämmen sich ihrem sicheren Tod allenfalls durch Flucht
besiedelt. Besonders im ländlichen Bereich, wo entziehen, denn die Ehre muss unter allen
die Familienbande durch Heiraten und Umständen wiederhergestellt werden.
gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten
stark und die Großfamilien vielfach intakt Die Frau als Trägerin der Ehre
bleiben, sind die Auffassungen von Ehre und Die Frauen der Familie gelten als Trägerinnen
Schande noch heute sehr lebendig. In der Stadt der Ehre. Sie können die Ehre der Familie nur
lösen sich diese Strukturen stärker auf, Frauen bewahren oder verlieren, aber sie können sie
gehen zur Arbeit, anstatt wie im traditionellen selbst nicht wiedergewinnen. Bleiben sie mit
Bereich zu Hause zu bleiben, und die ihrem – von der Familie und Gesellschaft sehr
gegenseitige Kontrolle und die Verteidigung der klar definierten und kontrollierten – Verhalten
Ehre verliert an Bedeutung. innerhalb der vorgeschriebenen Bahnen, indem
sie jeden Blick- und Sprechkontakt zu Männern
Zwei Ehrauffassungen und ihre Bedeutung außerhalb der Familie vermeiden, machen sie
Eigentlich gibt es zwei Auffassungen von Ehre. der Familie Ehre. Überschreiten sie diese
Die Ehre, die ein Mann besitzt, der gastfrei, Grenze und werden dabei beobachtet –
höflich und respektvoll gegen jedermann ist, öffentlich gewordenes Verhalten ist die
den Armen hilft und sein Wort hält (arab. Voraussetzung für Ehrverlust – haben sie die
„sharaf“, türk. „sheref“). Ein jähzorniges, der Ehre der ganzen Familie gefährdet oder
Gemeinschaft gegenüber verschlossenes beschmutzt und Schande auf die ganze Familie
Familienoberhaupt wird dagegen nicht mit Ehre geladen. Hier spielt das Stammesdenken eine
in Verbindung gebracht werden. Er hat u. U. in große Rolle, das die Frau als eine Art „Besitz“
seinem Umfeld mancherlei Nachteile in Kauf zu betrachtet, über den ihr Herr Verfügungs- und
nehmen und kann seinerseits an die Befehlsgewalt besitzt. Überschreitet die Frau
Gemeinschaft kaum Forderungen stellen oder also ihre Grenzen und bringt Schande über die
Hilfeleistungen erwarten. Familie, heißt das umgekehrt, dass die Männer
der Familie nicht genug Stärke besaßen, diese
Frau zu kontrollieren. Die Ehrverletzung
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bedeutet also auch Auflehnung gegen die oder sogar schwanger ist – scheint
Gehorsamshierarchie zwischen Mann und Blutvergießen der einzige Ausweg. Meist wird
Frau, gegen die nach den Stammesgesetzen für die Tat der jüngste Sohn der Familie
unbedingt wirksam vorgegangen werden muss. bestimmt, weil im Fall einer polizeilichen
Die Männer müssen jetzt aktiv werden, wollen Untersuchung ein Minderjähriger die geringste
sie sich nicht der Verachtung und dem Gespött Strafe zu erwarten hat.
der Gemeinschaft aussetzen. In der Türkei sind Ehrenmorde im ländlichen
Die Männer können die Ehre der Familie durch Bereich wohl in der Vergangenheit kaum je
ihr Verhalten nicht verlieren, sie können Ehre strafrechtlich verfolgt worden; im städtischen
nur wiedergewinnen. Sie werden in ihrem Bereich liegen die Dinge teilweise anders. Auch
Bewegungsspielraum daher weitaus weniger in Deutschland kommt es unter türkischen
kontrolliert, und nur wenn sie für die Migranten zu Ehrenmorden. Rund 40 Fälle sind
Gemeinschaft sichtbar „über die Stränge in den letzten Jahren bekannt geworden, es
schlagen“, wird ihr Verhalten missbilligt werden. mag aber auch noch eine Dunkelziffer geben,
Begehen sie einen Fehltritt, hofft man, sie z. B. wenn Mädchen in die Türkei gebracht wurden.
durch eine Eheschließung in gute Bahnen
lenken zu können. Eine Bestrafung werden sie Fazit
aber nicht erhalten, da sie die Ehre der Familie In diesem unbarmherzigen Konzept von Ehre
nicht beschädigt und ihr keinen Schaden und Schande, aus dem es für den einzelnen
zugefügt haben. Dadurch entsteht der fast unmöglich ist auszubrechen, sind Männer
Eindruck, Männer und Frauen unterlägen in und Frauen gleichermaßen Gefangene.
moralischer Hinsicht verschiedenen www.orientdienst.de
Maßstäben, was hinsichtlich der koranischen
Beurteilung von Ehebruch und Unzucht
allerdings nicht der Fall ist.

Die Wiederherstellung der Ehre


Ist bekannt geworden, dass eine Frau die Ehre
der Familie verletzt hat, sind die Männer dieser
Familie dazu aufgerufen, diese zu verteidigen
oder wiederherzustellen. Ging es um ein eher
geringes Vergehen – z. B. ein Gespräch eines
Schulmädchens mit einem Jungen im
öffentlichen Raum – wird die Tochter vielleicht
eingesperrt oder geschlagen oder von der
Schule genommen, um der Umwelt zu
demonstrieren, dass Vater und Brüder die
nötige Stärke besitzen, das Mädchen unter
Kontrolle zu bringen. Die Frauen müssen der
Gesellschaft gegenüber ihre Ehre beweisen,
die Männer Stärke und
Durchsetzungsvermögen.

Im schlimmeren Fall wird das Mädchen


vielleicht zu Verwandten fortgeschickt oder
über Nacht verheiratet, um das Gerede zur
Ruhe zu bringen. Im schlimmsten Fall wird der
Familienrat beschließen, das Mädchen zu
töten, also einen Mord aus „Gründen der Ehre“
zu begehen. Wurde die Ehre der Familie
nämlich gänzlich zerstört – indem sich die
Tochter z. B. mit ihrem Freund getroffen hat
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Was sagt der Koran zu der Beziehung ihren Glauben und ihre Taten ihren Lohn
zwischen Muslimen und Christen? bei Gott.
• Sure 2, 109: Menschen vom „Volk der
Bei einem kritischen Lesen des Korans wird Schrift" werden versuchen, Muslime vom
man feststellen, dass dieser stellenweise rechten Glauben abzubringen. Darum
widersprüchlich ist. Ein Beispiel sind die sollen Muslime sie zwar meiden, ihnen
Aussagen über die Christen. Einerseits gibt es aber trotzdem vergeben.
Koranverse, die sich positiv und lobend über • Sure 2,256: Es gibt keinen Zwang in der
Christen äußern. Muslime respektieren Religion.
Christen wegen ihrer Gottesfurcht. Andererseits • Sure 5, 82 (Der Tisch, Medina): Muslime
gibt es aber auch solche Textstellen, die sich sollen Christen wegen ihres Glaubens
negativ über Christen oder Menschen anderer und ihrer Demut schätzen.
Glaubensüberzeugung äußern. Allgemein kann • Sure 5, 105: Muslime sollen sich um
gesagt werden, dass Muslime Christen eher ak- Andersgläubige nicht kümmern.
zeptieren und tolerieren als Polytheisten. Denn
sowohl Christen als auch Juden werden Raum zu einer eher aggressiven Auslegung
aufgrund „ihrer heiligen Bücher" als „Völker des geben folgende Koranverse:
Buches" bezeichnet. • Sure 4,47 (Die Weiber, Medina): Zwang
und Gewaltausübung in der Religion
Warum aber gibt es Widersprüche im Koran sind eindeutig erlaubt. Es wird sogar
und wie lassen sich diese erklären? Sicherlich dazu aufgerufen.
gibt es dafür verschiedene Erklärungen. Ich • Sure 4,89 Muslime sollen soziale
möchte mich auf zwei, meiner Meinung nach Interaktionen mit Ungläubigen
wesentliche beschränken: 1) Muslime glauben, vermeiden und keine Freundschaft mit
dass es sich bei den 114 Koransuren um die ihnen pflegen.
Wiedergabe von Offenbarungen handelt, die • Sure 8, 39 (Die Beute, Medina): Kampf
Muhammad im Laufe von 21 Jahren entweder gegen all jene, die den Islam ablehnen,
in Mekka oder Medina erhielt. Während der bis sie bereit sind, Allah anzubeten.
mekkanischen Periode lud Muhammad die • Sure 8,55-60: Ungläubige sind keine
Menschen durch Predigten zum Islam ein. In menschlichen Wesen. Gewalt ihnen
der medinensischen Periode scheute er auch gegenüber ist ein legitimes Mittel.
nicht davor zurück, seine Überzeugungen mit • Sure 9,5 (Die Reue, Medina): Der sog.
dem Schwert zu verbreiten. 2) Zum anderen „Schwertvers", der sich wohl in erster
gibt es bei der Interpretation des Koran das Linie gegen Polytheisten richtete. Er
Prinzip des Naskh bzw. Mansukh spricht ganz klar davon, dass ihnen
(Wortbedeutung „aufhebend“). Dieses Prinzip gegenüber Gewalt ausgeübt werden
kommt dann zur Anwendung, wenn es bei darf.
einem Sachverhalt zwei Koranverse mit • Sure 9,123: Aufruf zum Kampf gegen die
unterschiedlichen Aussagen gibt. Die Aufgabe Ungläubigen.
von islamischen Gelehrten ist es, zu
entscheiden, welcher Vers nasikh (nicht mehr Diese kurze Darstellung der Verse lässt den
für heute relevant) ist. In der Regel lösen die Schluss zu, dass die Beziehung der Muslime zu
neuen Offenbarungen die älteren ab. Nicht-Muslimen einen gewissen
Überlegenheitsanspruch in sich birgt. Historisch
Im Folgenden werden einige Koranaussagen, betrachtet ist es die Beziehung von Eroberern
die sich mit der Beziehung der Muslime zu zu Eroberten. Diese Aussage lässt sich am
Christen beschäftigen, kurz genannt und besten durch Sure 9,29 belegen: „Kämpfet
untersucht. Zunächst eine Auswahl an Versen, wider jene von denen, welchen die Schrift
die sich eher positiv oder liberal äußern: gegeben ward, die nicht glauben an Allah und
• Sure 2, 62 (Die Kuh, geoffenbart zu an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was
Medina): Christen und Juden haben für Allah und Sein Gesandter verwehrt haben, und
nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit,
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bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt Staaten. Besonders schwierig ist die Lage von
entrichten." Konvertiten aus einem islamischen
Die in diesem Vers erwähnten Tributzahlungen Hintergrund. Es ist aber auch wichtig darauf
sind die Folge der Eroberungen bereits hinzuweisen, dass es viele Beispiele für ein
christlicher Gebiete im Laufe der islamischen friedliches und harmonisches Zusammenleben
Invasion des 7. und 8. Jh. von Muslimen und Christen gibt, und es gilt, auf
beiden Seiten Vorurteile und Misstrauen
Im 7. und 8. Jh. wurden bereits christianisierte abzubauen.
orientalische Provinzen von islamischen www.orientdienst.de
Heeren überrollt. Die christliche Bevölkerung
geriet unter islamische Fremdherrschaft. In
deren Folge kam es zu Übertritten zum Islam
oder zu einer indirekten „Zwangsislamisierung“,
da die Menschen dem wachsenden
gesellschaftlichen Druck nicht mehr standhalten
konnten. Es kam zu freiwilligen oder zu
erzwungenen Auswanderungen. In Folge
dessen wurde die christliche Bevölkerung stark
dezimiert und zu einer religiös-kulturellen
Minderheit.

Christen sowie Anhänger anderer Religionen


(Juden, Zoroastrier u.a.) wurden gezwungen,
sog. „Kapitulationsverträge" zu unterzeichnen.
Die daraus resultierenden „Schutzverträge"
hießen „dhimma". Die Unterzeichner wurden zu
„al dhimmi" d.h. zu „Schutzbefohlenen". Dieser
sogenannte Schutz musste durch die in Sure
9,29 erwähnten Tributzahlungen (djizya) erkauft
werden. Die „Schutzbefohlenen" waren alle
Nichtmuslime, die einer islamischen Herrschaft
und den Inhalten der Schutzverträge
zustimmten. Das jeweilige Ausmaß ihrer
Freiheit bestimmte ihre Akzeptanz und
Kooperation mit der islamischen Vorherrschaft.
Dies bedeutet im praktischen Lebensvollzug,
dass sie im Wesentlichen als tolerierte
Minderheit leben, ohne das Recht zu haben,
den eigenen Glauben zu verkünden oder zu
missionieren. Oftmals lebten Christen als
Minderheit am Rande der Gesellschaft. Sie
waren gezwungen, sich einer zeitweise
lächerlichen Kleiderordnung zu unterwerfen. Es
gab keine Religions-, Meinungs- oder
Gewissensfreiheit.

Bis in die heutige Zeit beeinflussen solche und


andere Relikte aus der Vergangenheit das
Zusammenleben von Muslimen und Christen in
islamischen Staaten. Leider kommt es nach wie
vor zu mehr oder weniger starken
Diskriminierungen von Christen in islamischen
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Mann im Islam Kind, ist in der Familie festgeschrieben. Er


Nach dem Koran hat Gott Mann und Frau übernimmt die Leitung der Familie in
„gleichwertig“ geschaffen (Sure 53,45; 4,1). Abwesenheit des Vaters. Männer dürfen sich
Beide sind, obwohl von Natur aus schwach, nicht wie Frauen kleiden, z.B. kein Gold oder
ungeduldig und unbeständig (Sure 4,28; 30,36; Seide tragen. Alkohol ist ihnen verboten (Sure
21,37; 16,4; 12,53), aufgerufen Gutes zu tun 5,90-91).
und erhalten dafür eine Belohnung hier und im Männlichkeit und Stärke sind von großer
zukünftigen Leben unabhängig von ihrem Bedeutung und werden im Ernstfall auch unter
Geschlecht (Sure 16,97; 40,40). Im Paradies Zuhilfenahme von Machtmitteln unter Beweis
werden gläubigen männlichen Muslimen im gestellt. Es herrscht ein gewisser Zwang, diese
Gegensatz zu muslimischen Frauen weltliche Stärke zu demonstrieren und bei
Freuden wie die Erfüllung sexueller Begierden Normüberschreitungen, Druck oder sogar
verheißen (Sure 78,33; 55,56 im Gegensatz zu Gewalt anzuwenden. Die Familienehre kann
Mt 22,30). Laut Hadith hängt es von der z.B. wieder herstellt werden, indem das
Einwilligung der Ehemänner ab, ob ihre verdächtigte Mädchen oder die Frau
Ehefrauen ins Paradies eingehen dürfen. eingesperrt, geschlagen oder sogar getötet
wird. Wer als Mann diese drastischen
Jungen wie Mädchen werden nach islamischer Handlungen verweigert, verliert sein Gesicht, er
Auffassung bereits als Muslime geboren gilt als schwach und wird verachtet.
(Hadith: Sahih Bukhari, Band 2, Buch 23, Muslimische Männer, die durch finanziellen
Nummer 441). Jungen sind als Träger des oder persönlichen Einsatz um Gottes Willen
Familiennamens erwünschter als Mädchen und Krieg führen, sind Muslimen überlegen, die das
werten den Stand ihrer Mutter auf. Die nicht tun. Erstere werden mit einem gewaltigen
Beschneidung wird meist im Alter zwischen 7 Lohn ausgezeichnet (Sure 4,95).
und 10 Jahren durchgeführt und ist für Männer
Pflicht. Sie bestimmt in vielen Ländern den Religiöse Pflichten kann der Mann im
Eintritt ins Mannesalter (z.B. Hadith Sahih Al- Gegensatz zur Frau ohne Einschränkungen
Bukhari, Nr. 7.777). Mohammed soll bereits als erfüllen. Frauen sind während ihrer
Neugeborener beschnitten zur Welt gekommen „Menstruations-Unreinheit“ vom rituellen Gebet,
sein. Nur Männer waren nach dem islamischen Koranlesen, der Pilgerfahrt und dem Fasten
Verständnis Propheten (im Gegensatz zu ausgeschlossen (Parallele: 3.Mose 12,2-5;
2.Mose 15,20; Ri 4,4; 2.Kö 22,14; Neh 6,14; 15,19-20; doch Lk 18,1). Um ausgefallene
Jes 8,3; Lk 2,36; Apg 21,9). Als Kind wird der Gebetszeiten oder Fasten nachzuholen,
Sohn in aller Regel verwöhnt. Er muss nur können Männer ihren Frauen Erlaubnis erteilen
wenige Einschränkungen hinnehmen und wird oder diese verweigern, da der Mann in Bezug
als derjenige erzogen, der später Anweisungen auf Essenszeiten und Beischlaf davon betroffen
erteilt. Jungen – später Männer – respektieren ist. Der muslimische Ehemann oder männliche
zwar die Frauen ihrer Familie und verteidigen Vormund bei Alleinstehenden bestimmt, ob
ihre Ehre und ihren Ruf, kontrollieren aber auch seine Frau(en) freitags in die Moschee gehen,
deren Bewegungsspielraum und Verhalten in das Haus verlassen, eine Besuchsreise oder
Übereinstimmung mit den gesellschaftlichen die Pilgerreise machen dürfen. Obwohl der
Anstandsregeln. Auf der moralischen Ebene Koran für Unzucht bei unverheirateten Männern
sind sie mitverantwortlich für die Bewahrung und Frauen gleichermaßen ohne Ausnahme
der Keuschheit der Schwestern, denn auf den 100 Peitschenhiebe verlangt (Sure 24,2), wird
Frauen der Familie ruht die Familienehre, die in der Praxis die größere Schuld der Frau
die männlichen Mitglieder wahren und zugeschrieben. Der Mann ist nach islamischem
verteidigen müssen (was allerdings nicht Verständnis immer das Opfer von
koranisch, sondern kulturell bedingt ist). Von verführerischen Frauen (im Gegensatz dazu
den Söhnen wird spätestens mit dem Ende der liegt in der Bibel die Betonung der
Schul- oder Studienzeit ein Beitrag zum Verantwortung bei den Männern selbst, was für
Lebensunterhalt der Familie erwartet. Die Frauen eine größere Freiheit ohne
Autorität des ältesten Sohnes, obwohl noch ein
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Verschleierungspflicht zur Folge hat: Hiob 31,1; gutgeheißen und steht im Gegensatz zum
Mt 5,27-30). biblischen Schöpfungsbericht: 1.Mose 5,1-2:
ein Mann/eine Frau und Eph 5,31; 1.Tim 3,2).
Ehe- und Familienrecht Ein Muslim muss seine Frauen gut versorgen.
Heiraten gehört zum islamischen Glauben Er darf (im Gegensatz zu den muslimischen
(Sure 24,32-33); Ehelosigkeit ist allein schon Frauen) Nichtmuslime also Christinnen und
wegen dem Vorbild der verheirateten Jüdinnen heiraten (Sure 5,5; keine Heidinnen:
Propheten unerwünscht (Sure 13,38; 57,27; im 2,221; nach der Bibel soll in keinem Fall ein/e
Gegensatz zu Mt 19,11-12: Ledigsein als Nichtchrist/in geheiratet werden: 1.Kor 7,39;
Gabe). In der muslimisch geführten Ehe sollen 2.Kor 6,14). Ein Muslim kann sich von seiner
sich Mann und Frau in Liebe und Erbarmen Frau wesentlich leichter scheiden lassen (ohne
gegenseitig begegnen. (Sure 30,21; in der Gründe), als seine Frau sich von ihm (bei
Bibel geht die Liebe bis zur Selbstaufopferung: Christen ist Scheidung nur bei Ehebruch
Eph 5,25) möglich: Mt 5,32). Doch darf er sie erst wieder
heiraten, nachdem sie vorher einen anderen
Eine muslimische Ehe endet automatisch mit geheiratet hat und sich wieder von diesem
dem Abfall des Mannes vom Islam (im scheiden ließ (Sure 2,230 steht im Widerspruch
Gegensatz dazu 1.Kor 7,12-14). Bleibt seine zu Jeremia 3,1 und 5.Mose 24,1-4) Er kann
Frau dennoch bei ihm, kann sie wegen jederzeit (außer während der Menstruation:
Ehebruch verklagt werden. Die Übertretung von Sure 2,222) sexuellen Verkehr mit seiner Frau
islamischen Verboten wird beim Mann verlangen und diese muss ihn gewähren (Sure
schwerer bewertet als bei Frauen, da dem 2,224). Laut Hadith hat aber auch seine Frau
Mann ein größeres Gewicht in der Gesellschaft Anrecht auf sexuellen Verkehr.
und damit eine größere Gefährdung
zugeschrieben wird. Fällt eine muslimische Der Koran räumt dem Mann nach Sure 4,34
Frau vom Islam ab, soll sie nach drei ausdrücklich für bestimmte Situationen das
islamischen Rechtsschulen hingerichtet werden Züchtigungsrecht mit körperlichen Strafen über
oder nach einer anderen mit einem seine Frau(en) ein (im Gegensatz zu Eph 5,22-
lebenslangem Hausarrest bestraft werden, 33; 1.Kor 13,4-7). Kein Mann kann seine
während ein abgefallener Muslim laut allen vier Ehefrauen gleich stark lieben; Abneigung
islamischen Rechtsschulen hingerichtet werden gegenüber einer seiner Frauen soll er
muss (Sure 2,217; 9,5; 4,137; im Gegensatz verheimlichen (Sure 4,129). Söhne erben
dazu hat Abfall vom christlichen Glauben zwar doppelt soviel wie Töchter (Sure 4,11), da sie
Ausschluss aus der Gemeinde zur Folge, aber für die Versorgung der Familien zuständig sind.
der Betreffende kann trotzdem Liebe und Das Blutgeld für einen ermordeten Muslim ist
Barmherzigkeit erwarten: Lk 15,11-24; Mt 5,44- höher als für eine ermordete Muslima. Das
45). Zeugnis eines Mannes vor Gericht wiegt
doppelt soviel wie das einer Frau (Sure 2,282).
Im Ehe- und Familienrecht sieht der Islam die Bei einer Scheidung stehen dem Vater alle
Vorrangstellung des Mannes vor. Der Mann als Kinder zu, die Jungen ab dem 7. Lebensjahr,
Familienoberhaupt hat die die Mädchen mit dem 10. bzw. 12. Lebensjahr.
Entscheidungsgewalt über den Wohnort der Die Mutter hat danach keinerlei Rechte mehr
Familie, die Partner- und Berufswahl, den über ihre Kinder. Die Männer stehen eine Stufe
Handlungsspielraum der Frauen und Kinder über den Frauen (Sure 4,34; 2,228) mit der
und deren Ausbildung. Vermehrte Rechte kann Begründung, dass Gott das so eingerichtet hat
der Mann vor allem im Erb-, Zeugen-, Ehe-, und Männer die Pflicht haben, für den
Scheidungs- und Kindschaftssorgerecht Familienunterhalt aufzukommen (vgl.
beanspruchen. So ist die Polygamie nur für den Verordnung in 1.Kor 11,3; Eph 5,23; doch
Mann erlaubt (Sure 4,3.129: max. vier Gleichberechtigung 1.Kor 12,13; Gal 3,28).
Ehefrauen und beliebig viele Sklavinnen; im Diese männliche Pflicht der Versorgung kann
Alten Testament wurde die Vielehe zwar von der Frau gerichtlich eingeklagt werden, wie
geduldet, s.a. 5.Mo 17,17, aber nicht umgekehrt ihre sexuelle Verfügbarkeit. Männer
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sollen ihre Eltern ehrfurchtsvoll behandeln und


im Alter versorgen (Sure 17,23-27).

Da Frauen um der Familienehre willen


traditionell eher zu Hause bleiben, wird das
öffentliche Leben hauptsächlich von den
Männern geprägt. Muslimische Männer
befriedigen ihre emotionalen Bedürfnisse viel
stärker bei Männern, als das in der westlichen
Welt der Fall ist. Homosexuelle
Männerbeziehungen sind unter Muslimen nicht
unbekannt aber verboten (Sure 4,16; 7,81;
26,165f; 27,54f) und führen zur Auspeitschung
bei Ledigen und zur Hinrichtung bei
Verheirateten (gleiche Behandlung wie bei
heterosexuellem Ehebruch).
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Mohammed und seine Feinde Chr. von Mohammed aus Medina vertrieben. In
Mohammed trat in seiner Heimatstadt Mekka der Schlacht bei dem Berg Uhud 625 n. Chr.
als Prophet und Verkündiger des Glaubens an gelang den Mekkanern der Sieg. Mohammed
den einen wahren Gott auf (610 - 622 n. Chr.). wurde verwundet. Im Jahr 627 n. Chr. standen
Dadurch wuchs seine Gegnerschaft beständig. die Mekkaner (10.000) vor den Toren Medinas.
Unter anderem fürchteten die Händler, die gut Es kam zum so genannten Grabenkrieg, in
von den Wallfahrten und der Vielgötterei lebten, dem das muslimische Heer (3.000) durch
um ihr Geschäft. Mohammed und seine Kriegstaktik und List den Sieg davontrug. Im
Anhänger wurden gedemütigt, ihre Geschäfte Jahr 628 n. Chr. brach Mohammed mit seinen
wurden boykottiert und es kam zu Mord und Anhängern zu einer Pilgerfahrt nach Mekkas
gewalttätigen Übergriffen. Die Zustände in auf. Die noch polytheistischen Mekkaner
Mekka wurden für Mohammed und seine junge fürchteten das muslimische Pilger-Heer (1.000).
Gemeinde unerträglich, so dass es im Jahr 622 Es kam zu Verhandlungen, und im Vertrag von
n. Chr. zur Übersiedlung (Hidschra) nach Hudaibiya wurde ein Frieden für zehn Jahre
Yathrib (später Medina) kam. Es soll zuvor vereinbart. Doch bereits zwei Jahre später
Begegnungen Mohammeds mit Männern aus stand Mohammed (angeblich nach einem
Yathrib gegeben haben, die von seiner Lehre Vertragsbruch der Mekkaner) mit einem Heer
fasziniert waren. Zudem soll die Familie seiner von 10.000 Mann vor den Toren Mekkas.
Mutter aus Yathrib stammen. In Yathrib gelang Siegreich und ohne Widerstand zog er in
es Mohammed, als Vermittler bei Streitigkeiten Mekka ein. Dort erwies er sich denen
verschiedener Clans aufzutreten und so seine gegenüber gnädig, die den Islam „freiwillig“
politischen und religiösen Ziele miteinander zu annahmen. An einigen mekkanischen Spöttern
vereinen. Trotz einer wachsenden soll er Rache genommen haben. Für Juden und
Anhängerschaft hatte er jedoch auch in Medina Christen bedeutete sein Sieg, dass sie in
eine Reihe Gegner, und selbst unter den Zukunft die Kopfsteuer zahlen mussten, bzw.
Konvertiten zum Islam gab es Heuchler (Sure später von der arabischen Halbinsel vertrieben
2,8-24). wurden.

Umgang mit den Mekkanern Umgang mit den Juden


Nach seiner Auswanderung nach Medina In Medina begegnete Mohammed den dort
versuchte Mohammed, den Widerstand der ansässigen Juden. Diese hatten sich nach den
Mekkaner durch Gewalt zu brechen (Sure 8,38- Aufständen von Bar Kochba (132-135 n.Chr.) in
40). In der Folgezeit kam es zu mehreren einigen Oasenstädten Arabiens
kleineren und größeren Beutezügen und niedergelassen. Zunächst suchte Mohammed
Kriegen. Von wesentlicher Bedeutung für dem die Verständigung und die Begegnung mit den
Islam und Mohammed waren die folgenden drei Juden. So beteten beispielsweise die Muslime
Schlachten: 624 n. Chr. Schlacht von Badr. gemeinsam mit den Juden in Richtung
Ein dem mekkanischen Heer an Erfahrung und Jerusalem oder fasteten wie sie am Jom Kippur
Zahl (1.000) weit unterlegenes muslimisches (dem jüdischen Versöhnungstag). In den
Heer (300) trug den Sieg davon. Der Gedanke, religiösen Diskussionen aber unterlag
dass Allah auf der Seite der Standhaften kämpft Mohammed den jüdischen Schriftgelehrten. Die
(Sure 8,65.66), und die Verheißung, der Juden spotteten über Mohammed und seine
Märtyrertod werde mit dem Paradies belohnt, Lehren. Vor allem konnten sie Mohammed
ließen das Unmögliche wahr werden. Der nicht als einen verheißenen Propheten
islamischen Überlieferung zu Folge soll anerkennen. So ist es auch nicht
Mohammed die gefangenen Mekkaner nicht verwunderlich, dass sich die Juden bei den
versklavt sondern dazu verpflichtet haben, zehn Kriegen Mohammeds mit dessen Gegnern
Muslimen das Lesen und Schreiben zu lehren. verbündeten und ihn bekämpften. Die Rache
In dieser Schlacht soll der jüdische Stamm Mohammeds bekamen nicht nur die jüdischen
Banu Qaynuqa die Mekkaner unterstützt Stämme Banu Qaynuqa und Banu Nadir,
haben. Als Strafe wurde er im August 625 n. sondern auch die Banu Qurayza im Jahr 627 n.
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Chr. zu spüren. Diese hatten im Grabenkrieg angesehen (Sure 4,101). Verfolgt man die
die Mekkaner unterstützt. Zur Strafe belagerte Biographie Mohammeds, fällt auf, dass seine
Mohammed ihre festungsähnlichen Häuser. Gegner zugleich als Feinde der Muslime und
Anschließend wurden ca. 600 jüdische Männer Allahs gelten (Sure 8,60 und Sure 60,1). Der
getötet. Die Frauen und Kinder verkaufte er als Umgang mit dem Gegner ist stark durch Gewalt
Sklaven. Damit war das Ende der Juden in gekennzeichnet (Sure 9,74 u.111; Sure 66,9
Medina besiegelt (Sure 33,26.27). Vermutlich und Sure 5,33.34).
hegte Mohammed gegen die Juden einen
besonderen Groll, da diese ihn als von Gott Wie anders ging Jesus mit seinen Mitmenschen
gesandten Mahner ablehnten. So soll nach den und sogar mit seinen Feinden um! Seine
Aussagen Mohammeds ein Stamm der Mission war, die Menschen zu retten (Joh 3,16)
Israeliten entweder zu Ratten oder Eidechsen und ihnen den Frieden zu bringen (Joh 14,16).
verwandelt worden sein (Müslim, es Sahih, Er predigte nicht nur die Feindesliebe (Mt 5,44)
Kitabuz-Zühd 61.62/ Hadith No: 2997 bzw. Ebu sondern praktizierte diese auch (Lk 23,34).
Davud, Sünen Kitabu el Etima/28 Hadith No: Jesus antwortete nicht mit Gewalt, sondern mit
3795). Fürbitte für seine Peiniger. Schließlich gab er
gar sein Leben für seine Feinde (Römer 5,10).
Umgang mit den Christen
Auch in der Begegnung mit den Christen hoffte Weiterführende Informationen zu
Mohammed zunächst auf Verständigung und Kriegshandlungen und Morden Mohammeds
Dialog. So erkannte er z. B. die Jungfräulichkeit an seinen Feinden und Spöttern finden Sie in
Marias an (Sure 19,18-21), allerdings nicht die Englisch z.B. unter: http://www.answering-
Gottessohnschaft Jesu. Schon bald stand islam.de/Main/Authors/Arlandson/dead_poets.h
Mohammed auch mit den Christen in tm
kriegerischer Auseinandersetzung. Im Jahr 628 http://answering-
n. Chr. in der Schlacht von Bostra beim Dorf islam.org.uk/BehindVeil/btv2.html
Mu’ta schlugen oströmische Heere (Kaiser www.orientdienst.de
Heraklius-Vasallen) die ihn herausfordernden
Truppen Mohammeds (3.000). Mohammed soll
einigen Christen in der Moschee zu Mekka
begegnet sein und ihnen im Laufe dieser
Begegnung zugestanden haben, innerhalb der
Moschee ihre Gebete zu verrichten. Doch in
der Schlacht von Nadschdar im Jahr 631 n.
Chr. gelang es den Muslimen, diese Christen
militärisch zu besiegen. Noch im selben Jahr
mussten sie sich den Muslimen unterwerfen.

Schlussfolgerung
Mohammed war laut islamischer Quellen (Ibn
Hischam) innerhalb von zehn Jahren in 89
kriegerische Handlungen verwickelt. An 27
davon nahm er selber teil; in 62 Fällen
beauftragte er andere mit der Führung. Sie
reichten von kleinen Mordkommandos,
Raubüberfällen über Verteidigungskriege bis
hin zu Expansionsfeldzügen. Von den 15
größten Kriegen richteten sich drei gegen
Juden, vier gegen Christen und acht gegen
Götzendiener. Zu seinen Hauptfeinden zählten
die Juden und die Heiden (Sure 5,82). Dabei
werden Ungläubige als Feinde des Islam
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Prädestination und freier Wille im Islam einem Buch wäre, noch ehe wir es erschaffen“
(57,22).
Ist im Islam alles vorherbestimmt? Sind manche
Menschen zum Heil (im Islam) und andere zum Allah führt die Menschen und bestimmt ihren
Unheil vorherbestimmt – und wenn ja, warum Weg. Er lenkt den Willen der Menschen (76,30)
besteht dann im Islam die Pflicht zur „Da’wa“, und er bringt in ihrem Herzen Glauben oder
zur Einladung zum Islam? Oder hat der Mensch Unglauben hervor (6,125). Er leitet sie recht
einen freien Willen, mit dem er sich für oder (auf den Weg des Islam) oder aber in die Irre
gegen den Glauben an Allah entscheiden (so dass sie als Ungläubige am Ende der Tage
kann? Diese Fragen sind unter muslimischen in die Hölle geworfen werden) (2,26). Allah
Theologen schon sehr früh und sehr intensiv selbst hat ihnen dieses Los vorherbestimmt so
diskutiert worden. Grundlage der Diskussion wie der Frau des Lot: „Wir bestimmten, dass sie
waren einerseits Koranverse zur Allmacht zu denen gehören würde, die zurückblieben“
Allahs, denen jedoch andere (27,57).
gegenüberstanden, welche die Menschen zum Ja, wenn Allah gewollt hätte, wären alle
Erkennen des Schöpfers in der Natur und zur Menschen Muslime geworden, aber dieser
Umkehr mahnen. Glaube ist nicht allen Menschen bestimmt
(10,99-100). Weil es sein Wunsch und Plan
Lange neigte die Meinung der islamischen war, entstanden außer dem Islam verschiedene
Theologie stärker der Auffassung zu, dass alles andere Religionsgemeinschaften (5,48). Den
von Allah vorherbestimmt sei. Aber es hat auch Ungläubigen legt Allah daher eine „Hülle“ über
Verfechter der Willensfreiheit gegeben, die sich ihr Herz und in ihre Ohren „Schwerhörigkeit“, so
stärker auf die Koranverse beriefen, die die dass sie den Koran nicht verstehen können
Verantwortung des Menschen für sein Tun und (17,46). Als Fazit formuliert er: „So führt Gott in
seinen Glauben in den Vordergrund stellen. die Irre, wen er will und leitet recht, wen er will“
Der Koran (74,31).
Dass Allah allmächtig ist, der Herr über Tag
und Nacht (73,20), der Schöpfer jedes ... andererseits
Menschen und der ganzen Erde und alles Auf der anderen Seite betont der Koran die
durch ihn geschieht, gehört zu den frühesten Verantwortung jedes Menschen. Jeder Mensch
und grundlegendsten Aussagen des Korans. wird sich im Jüngsten Gericht vor Allah
Allah ruft jeden Menschen ins Leben und verantworten müssen, wenn er nicht auf die
bestimmt den Zeitpunkt seines Todes, wenn Mahnungen der Propheten gehört hat. Der
sein „Termin“ gekommen ist (63,11). Er lenkt Koran benennt als Gründe für die Abwendung
das Weltgeschehen und er zieht jeden mancher Menschen vom Islam deren
Menschen im Jüngsten Gericht für sein Tun zur „Widerspenstigkeit“ (Sure 4,13-14). Alles, was
Verantwortung. Mohammed wendet sich damit ein Mensch während seines Lebens getan hat,
im Koran gegen den Schicksalsglauben der wird in einem Buch niedergeschrieben, um
vorislamischen arabischen Stämme, die an die dann hervorgeholt zu werden (17,4). „Allah
Unabänderlichkeit eines festgelegten verlangt von niemand mehr, als er vermag.
Schicksals für den Menschen glaubten. Jedem kommt zugute, was er verdient, und
über ihn bricht herein, worin er gesündigt hat.“
... einerseits (2,286).
In Bezug auf die Frage der Willensfreiheit
sprechen einerseits zahlreiche Koranverse sehr Der Koran löst diese offensichtliche Spannung
dezidiert davon, dass Allah selbst der zwischen der Verantwortung des Menschen
Verursacher aller Dinge ist. Er erweist dem und der Allmacht Allahs nicht auf, sondern lässt
Menschen Gutes, aber er bestimmt auch das beides nebeneinander stehen. Einige
Unheil. Alles ist bereits in einem Buch Koranverse verbinden sogar beide Seiten
niedergeschrieben: „Kein Unheil geschieht, miteinander: Weil manche Menschen gesündigt
weder auf der Erde noch bei euch, das nicht in haben, indem sie ihre eigenen Vorstellungen zu
ihrem Gott erklärten, hat „Allah sie mit Bedacht
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irregeführt“ (45,23). Ähnlich benennt Sure Fazit


18,57 beide Seiten als Verantwortliche: der Die unterschiedlichen Koranverse zur
Mensch entscheidet sich für das Böse und Vorherbestimmung und Willensfreiheit spiegeln
wendet sich von der Botschaft des Islam ab. Mohammeds eigene Situation wider. Er wendet
Zugleich sich mit seiner Botschaft des Islam gegen den
macht Allah ihn unfähig, das Richtige zu hören, Schicksalsglauben seiner Landsleute, muss
selbst wenn ihm weiter der Islam verkündigt sich aber auch die anhaltende Verstocktheit vor
wird (vgl. auch 42,13). – Wenn in der Bibel in allem der Mekkaner gegenüber seinen
ähnlicher Weise davon die Rede ist, dass Gott Verkündigungen erklären. So bezieht er nach
„kräftige Irrtümer“ sendet (2. Thess 2,11f), ist mehreren Jahren der wenig erfolgreichen
das in der Regel deutlich dargestellt als Gericht Predigt in seiner Heimatstadt Mekka die
dafür, dass Menschen „der Wahrheit nicht Vorherbestimmung aller Dinge als Begründung
geglaubt haben, sondern Lust hatten an der mit ein.
Ungerechtigkeit“ (2. Thess 2,12).
Die Überlieferung Während schon das Alte Testament vielfach
Auch die Überlieferung hadith behandelt das berichtet, dass Gott dem Menschen die Freiheit
Thema der Vorherbestimmung. Sie spricht zugesteht, sich mit seinen Zweifeln, Fragen, ja
eindeutiger von der schicksalhaften sogar mit seinen Anklagen an ihn zu wenden
Vorherbestimmung aller Dinge als der Koran, (vgl. die Klagepsalmen oder das Buch Hiob),
der stärker auf Allah als den Verursacher all verlangt der Islam vor allem die Unterwerfung
dessen, was geschieht, hinweist. Nicht ein des Menschen unter den Allmächtigen und
einziger hadith bejaht die Willensfreiheit des Unerforschlichen, die die Gesellschaft in vielen
Menschen. Bereichen tief prägt. Ergebung ohne die
Möglichkeit, Zweifel und Fragen zu äußern,
Der hadith berichtet, dass alles Geschehen in kann sehr leicht in passiven Fatalismus
der Welt von Allah schon in der Vergangenheit umschlagen.
niedergeschrieben wurde. Andere Traditionen www.orientdienst.de
sprechen davon, dass die Engel schon vor der
Geburt eines Menschen alles für ihn festlegen,
seine Geburt, seinen Tod und die Frage seines
Glaubens. Es ist gerade dieser Gedanke, dass
alles schon vor Beginn des menschlichen
Lebens „niedergeschrieben“ wurde (arab.
maktub, türk. mektub), der in besonderer Weise
Eingang in den Volksislam gefunden hat.
Der Volksislam
Im Volksislam scheint der Fatalismus zu
dominieren. Stellt sich eine Schwierigkeit ein
oder müssten gesonderte Anstrengungen
unternommen werden, um eine Situation zum
Guten zu wenden, wird manchmal wenig getan.
„maktub“ (oder: „mektub“) heißt es dann und
soll andeuten, dass alles im Leben vorher
festgelegt wurde und dass es sich nicht lohnt,
sich gegen dieses oder jenes aufzulehnen oder
es abzuwenden. Die im Koran wieder und
wieder geforderte Unterwerfung des Menschen
unter den Willen Allahs, der den Menschen in
ihrem Leben Prüfungen auferlegt, geht
manchmal nahtlos in eine
Schicksalsergebenheit über, die auch zu
Passivität und Gleichgültigkeit führen kann.
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Sexualität im Islam und während der zentralen Riten der


So wenig Sexualität im Christentum auf zwei Pilgerfahrt. - In der Bibel steht die Aufgabe im
Seiten umfassend beschrieben werden kann, Vordergrund, den Ehepartner zu lieben und zu
ist es bei diesem Thema auch im Blick auf den ehren - auch in der Sexualität. Der Mann hat
Islam der Fall. Neben der nah-östlichen Kultur nicht Gehorsam einzufordern, sondern seiner
und dem Verständnis von Ehre und Schande ist Frau die „schuldige Pflicht“ (1.Kor 7,2-4) zu
Sexualität im Islam stark vom Vorbild leisten. Die Bibel wendet sich gegen
Mohammeds und seiner Frauen geprägt. Aus Eigenmächtigkeit und einseitige Verfügung
der Fülle der Facetten des Themas können hier eines Partners über den andern.
nur einige wenige angesprochen werden.
Zugegeben, es ist ein sehr sensibler Bereich Zu zweit allein
unseres Menschseins. Sexualität ist so selbstverständlich, dass
Männer unter sich bzw. Frauen unter sich über
Saatfeld dieses Thema meist sehr offen und häufig
Sexualität, wenn sie innerhalb ihres legalen reden. Selbstverständlich aber auch in dem
Rahmens praktiziert wird, sieht man im Islam Sinn, dass sie dort praktiziert wird, wo die
positiv. „Gleichzeitig wird der Geschlechtsakt Gelegenheit dazu besteht. D.h. dort, wo ein
unter frommen Muslimen und in der Mann und eine Frau sich alleine aufhalten, wird
islamischen Lehre als unrein angesehen; der davon ausgegangen, dass dies mit dem Ziel
Gläubige soll deshalb während des Koitus ein eines sexuellen Kontaktes geplant war. Eine
Gebet sprechen und sich danach einer gemeinsame Arbeit oder ein
Waschung unterziehen“, berichtet Necla Kelek kameradschaftlicher Kontakt wird
in ihrem Buch „Verlorene Söhne“. Neben ausgeschlossen. Eine Überlieferung formuliert:
sexueller Zuwendung spielt im Islam die „Ein Mann befindet sich nie allein mit einer
emotionale Zuwendung zwischen den Frau, ohne dass nicht der Teufel sich als Dritter
Geschlechtern kaum eine Rolle. Sie wird als zu ihnen gesellt“. Man geht also davon aus,
Schwäche definiert, die die Autorität und dass es innerhalb weniger Minuten zu
Herrschaft des Mannes über die Frau sexuellen Handlungen auch von miteinander
untergraben könnte. Sexualität wird als völlig unbekannten Personen kommen kann
natürliches Bedürfnis des Menschen bejaht. Ein oder wird, sobald es die äußeren Umstände
Recht auf Erfüllung ihrer sexuellen Bedürfnisse erlauben. Die Initiative, so glaubt man, geht
haben der Mann wie die Frau. Die Frau kann dabei von der Frau aus, denn – wie manche
eine länger währende sexuelle Theologen formulieren – sie gilt als Verführerin
Vernachlässigung anmahnen. Sie ist da, um des Mannes, der er in gewissem Maß hilflos
ihren Mann sexuell zu befriedigen (Sure 7,189) ausgeliefert ist. Wie muss es Muslimen gehen,
und viele (männliche) Nachkommen (16,72) die Männer und Frauen in westlichen
hervorzubringen. Der Mann hat die Gesellschaften (z. B. auch als Touristen in
Versorgungspflicht und kann von der Frau dafür islamischen Ländern) sehen oder erleben, die
Gehorsam auch auf sexuellem Gebiet z.T. stolz auf ihre Freizügigkeit sind? Viele
verlangen. Bei Auflehnung darf er sie züchtigen bewerten diese unsere Kultur als repräsentativ
und mit dem Entzug des ehelichen Verkehrs für das Christentum. - Als Jesus außerhalb des
bestrafen (4,34). Das Züchtigungsrecht ist in Ortes mit der Frau aus Samarien allein am
einigen islamischen Ländern gesetzlich Brunnen war (Joh 4,1-42), hatte er ihre Rettung
verankert. Der Mann hat das Recht, an jedem im Sinn.
beliebigen Ort und zu jeder Zeit (außer in
Zeiten ihrer Unreinheit) mit seiner Frau Geschlechtertrennung
geschlechtlich zu verkehren, ohne sie um ihre Die Geschlechtertrennung wird im öffentlichen
Einwilligung fragen zu müssen: „Eure Frauen und religiösen Bereich vollzogen, im privaten
sind euch ein Saatfeld. Geht zu eurem Bereich teilweise durch Aufgabenverteilung und
Saatfeld, wo immer ihr wollt“ (2,223). Sexuellen Wohnraumaufteilung. Weil der Mann für seine
Verzicht zu üben hat der Mann zu Zeiten der Frau eine Morgengabe entrichtet und weil „Gott
Unreinheit der Ehefrau, tagsüber im Ramadan sie (die Männer) ausgezeichnet hat“ (4,34),
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stehen sie über den Frauen. Daraus haben aus wirtschaftlichen Gründen wenige von der
islamische Theologen den Schluss gezogen, polygamen Ehe Gebrauch. Sie ist häufiger in
dass der Mann in der Regel allein für den der Oberschicht der Golfstaaten anzutreffen. -
Unterhalt seiner Frau und Familie Die biblischen Voraussetzungen für einen
aufzukommen hat, ihm aber auch die oberste Gemeindeleiter („er darf nur mit einer Frau
Entscheidungsgewalt zusteht. verheiratet sein“ - 1.Tim 3,2) gelten auch sonst
Muslime leiten von Sure 33,32-33.53 ab, dass als Vorbild für Christen.
es für eine Frau unmoralisch sei, mit Männern,
die nicht wenigstens eng verwandt sind, zu Ehebruch
sprechen oder sie direkt anzuschauen, sich Nach Sure 24,2 stehen auf Ehebruch harte
außer Haus zu schmücken oder sich für Gänge Strafen für Mann und Frau. Allerdings sind zur
in die Stadt zu parfümieren und das Haus zu Feststellung des Ehebruchs vier Zeugen oder
verlassen, wenn es zu vermeiden ist. Der Mann ein Geständnis nötig. Fälle von Ehebruch
dagegen hält sich vom Frauenbereich, von werden meist innerfamiliär geahndet. Bricht der
Frauenarbeiten fern. Die eingeschränkte Mann die Ehe, ist dies kein Scheidungsgrund,
Bewegungsfreiheit der Frau hat ihre Wurzel den die Frau vor Gericht anbringen könnte. Der
außer im Koran auch in der islamischen Ehevertrag enthält ja keinerlei
Denkvoraussetzung, dass die Frau die Treueversprechen. Bricht sie die Ehe oder
Verführerin des Mannes ist, die das größere, gerät sie nur in den Verdacht, hat sie mit harten
schwerer zu zügelnde sexuelle Verlangen hat. Strafen zu rechnen. Sie hat die Ehre der
Ihr Ehemann und die Gesellschaft müssen ganzen Familie in Verruf gebracht – eine
daher das Verhalten der Frau beständig Schande, die nur schwer wieder abzuwaschen
kontrollieren. Es ist die Aufgabe der Frau, ist. - Die biblischen Maßstäbe bezüglich der
keinerlei Anlass zu Unmoral oder auch nur zum Enthaltsamkeit vor der Ehe und der Treue in
Verdacht der Unmoral zu geben, was durch das der Ehe gelten gleichermaßen für Mann und
unvermeidliche Zusammentreffen mit dem Frau. Wie Jesus gerade mit einer beim
andern Geschlecht außerhalb des Hauses sehr Ehebruch ertappten Frau umgeht, zeigt seine
leicht gegeben sein kann. Begründet durch Göttlichkeit, die die Umkehr der Sünder sucht
solche Moralauffassungen sind Männer und (Joh 8,3-11).
Frauen auch in der Moschee voneinander
getrennt. - Die Bibel erwähnt sowohl für den Zeitehe
Gottesdienst (1.Kor 11,3ff) als auch für die Ehe Die Prostitution wird im Islam verurteilt (24,33),
(Eph 5,22f) eine gewisse Unterordnung der ebenso wird Homosexualität (4,16; 7,80-81)
Frau. Aus dem Alten wie dem Neuen abgelehnt. Sunniten haben die Zeitehe im 11.
Testament ist abzuleiten, dass sich Männer und Jahrhundert n.Chr. als eine Art legalisierte
Frauen in der Öffentlichkeit begegnen, Prostitution verurteilt. Schiiten jedoch halten an
miteinander arbeiten und Gottesdienste feiern. der Zeitehe (mut’a-Ehe, w. „Genuss“-Ehe) bis
heute als rechtmäßige, islamische Eheform
Polygamie fest. Sure 4,24 deutet diese Eheform an. Die
Im Prinzip erlaubt der Koran dem Mann bis zu Zeitehe beruht auf einer Vereinbarung
vier Frauen. Mohammed hat damit eine zwischen Mann und Frau. Weder Verwandte,
vorislamische Polygamie (Vielweiberei) in Sure der Richter (Qadi) noch die üblichen zwei
4,3 eingeschränkt. Weitere Nebenfrauen, die Zeugen sind dazu nötig. Die Frau erhält für die
mit dem Mann nicht in rechtlicher Ehe leben, Dauer der Ehe (wenige Stunden bis 99 Jahre)
können dazukommen. Der Ehemann muss eine Entlohnung – meist zur Sicherung ihres
darauf achten, dass alle Frauen gleichmäßig Lebensunterhalts. Die Frau hat außer der
und gerecht mit Nahrung, Kleidung, Wohnung Entlohnung keinerlei weiteren Anspruch
und sexueller Zuwendung versorgt werden. (Nahrung, Kleidung, ein Zuhause,
Gesetzlich verbot bereits 1926 die Türkei und Unterhaltszahlungen – falls ein Kind gezeugt
1956 Tunesien die Vielehe, was nicht heißt, wird). - Die biblische Ehe beinhaltet Liebe,
dass es sie nicht gibt. Trotz der Möglichkeit in sowie die geistige und geistliche Gemeinschaft,
den meisten anderen Ländern, machen meist
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lebenslange Fürsorge, Verantwortung und


Treue, ein Füreinanderleben (Eph 5,25-31).

Quellen: Der sexte Sinn, hrsg. Hans-Joachim


Heil, Gerhard Naujokat
Kl. Lexikon zur islamischen Familie, Christine
Schirrmacher
www.orientdienst.de
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Anbetung im Islam Anbetung Gottes zu binden. Nur die Hadithen


Wortbedeutung (Sammlungen der Worte und des Verhaltens
Das arabische „As-Sadschda “ (türk. „secde“) Mohammeds) geben Muslimen detailliert
heißt wörtlich Niederwerfung, Anbetung. Ein Aufschluss, wie sie anbeten sollen. - Vielen
weiteres Wort „Ibaadah“ stammt vom Muslimen ist heute die Wiederholung derselben
Arabischen „abd“, was „Sklave“ oder „Diener“ Worte und Bewegungen eine nichtssagende
bedeutet. Ibaadah (türk. ibadet) ist demnach Routine und müßige Pflicht. Es ist eine
Dienst oder Knechtschaft. Es geht darum, sich Anbetung, die nach Auffassung mancher
Allah zu unterwerfen und ihm allein zu dienen: Muslime notfalls auch mit Gewalt eingefordert
Gottesdienst. „Dir dienen wir, und dich bitten werden kann, so z.B. mit Stockhieben auf die
wir um Hilfe“ (Sure 1,5) wird auch mit „Dich Fußsohle und Gefängnisstrafe (Hanefiten) oder
beten wir an“ übersetzt. Der andere Aspekt ist, deren Unterlassung laut einiger Lehrschulen
sich Hilfe zu erbitten. Man erwartet alle Hilfe sogar zum Todesurteil führt (nach wiederholter
von dem, den man anruft, Gott allein (S 6,162- Aufforderung zum Gebet und Unterlassung bei
163). Das rituelle Gebet (arab. Salaah, türk. den Malekiten, Schafiten und Hanbaliten).
salat) ist die höchste Form der islamischen Obwohl Mohammed sich und seinen
Anbetung. Anhängern große Leidensbereitschaft und
Toleranz Andersgläubigen gegenüber
Was umfasst Anbetung im Islam? abverlangte, zwang er später unter
Anbetung bedeutet nicht nur rituell zu beten, Gewaltandrohung Vertreter der Vielgötterei zu
sondern meint auch totalen Gehorsam, seiner Art der Eingottanbetung (S 9,5 =
Knechtschaft, Unterwerfung unter Allah. Ihn zweitletzte offenbarte Sure). Polytheisten wurde
anzubeten heißt seinen Befehlen im Koran und Anbetung und selbst das Betreten der Kaaba
dem Propheten Mohammed zu gehorchen. verboten (S 9,28).
Darin ist sowohl der Glaube an die islamischen
Glaubensartikel enthalten (an Allah, die Bücher, Voraussetzungen für Anbetung
die Propheten, die letzten Tage, die Engel) als Das rituelle Gebet als Zentrum der Anbetung
auch die Umsetzung der Pflichten (Pflichtgebet, Allahs ist nur „gültig“, wenn vorausgehend die
Fasten, Almosen, gute Werke… S 2,177). rituelle Reinigung stattfindet, die
Islamische Anbetung oder Gottesdienst Gebetsrichtung nach Mekka stimmt, die Absicht
beinhaltet, alles zu tun und zu sagen, was Allah zum Gebet ausgesprochen wird und die
liebt, und alles zu lassen, was er nicht will. Alle richtigen Bewegungen simultan zur arabischen
Aspekte und Aktivitäten des Lebens sind davon Rezitation stattfinden. Wenn aber ein Esel, ein
betroffen und sollen eine Anbetung Allahs sein, Hund oder eine Frau vor dem Beter vorbeigeht,
also auch nichtrituelle Bereiche wie z.B. die ist das Gebet „ungültig“. - Es wird also auf das
normale Arbeit (so auf einer islamischen Äußere bei Anbetung sehr geachtet – mehr als
Homepage – vgl..auch Röm 12,1). auf das Innere?.

Zur Geschichte der Anbetung im Islam Anbetung Allahs allein


In der vorislamischen Zeit beteten Araber ihre Nur Allah allein darf angebetet werden und
verschiedenen Gottheiten in Mekka an. Sie keine anderen Götter neben ihm (S 12,106; vgl.
vollzogen eine Wallfahrt mit Opferriten und auch 2.Mose 20,3). Das Tawheed (Tauhid) ist
vorformulierten Gebeten zu verschiedenen das Konzept des einzigen Gottes, der das
Göttern. - Das Freitagsgebet wurde von Zentrum der richtigen Gottesverehrung
Mohammed als Zentrum der Anbetung ausmacht: „Diese eure Religion ist die einzig
gesehen, doch er erlebte, wie ihn seine wahrhaftige, und ich bin euer Herr; darum
Anhänger aus geschäftlichen Gründen freitags verehrt nur mich“ (S 21,92). Demnach soll
alleine ließen und nicht zum Freitagsgebet niemand angerufen, zu niemand gebetet, für
erschienen (S 62,9-11). Unzählige Male weist niemand gefastet, für niemand auf die Wallfahrt
Mohammed auf dieses Zentrum der gegangen werden als nur für Allah. Selbst
islamischen Praxis hin, das rituelle Gebet, um Vermittler und Helfershelfer, die dazu beitragen
seine Nachfolger an sein Verständnis der
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sollen, zu Gott zu kommen, sind laut Koran (arabisch „Gedenken“; auch Dhikrullah,
verboten (S 39,3). „Gedenken an Allah“) versteht man im Islam die
Die Kaaba gilt als zentraler Ort der Anbetung, intensive laute oder leise Anbetung Allahs in
auf den sich alles ausrichtet. Sie ist der Ort, an der Regel als Zeremonie der Sufi-Orden.
dem Muslime aus allen Völkern in der gleichen Gegenstand dieser Anbetung und Anrufung
Kleidung mit einer Stimme in einer Sprache Gottes sind meist die 99 schönsten Namen
(Arabisch) Allah anbeten wollen. Interessant ist, bzw. Attribute Allahs. Die am meisten
dass der Koran die Anbetung von Steinen bzw. verwendeten sind Ya Allah („Oh Allah“), Ya Hu
das Opfern für Steine verbietet (S 5,90). Doch (etwa: „Oh Er“) und Ya Hayy („Oh
Mohammed selbst küsste und berührte den Lebendigkeit“). Darüber hinaus wird sehr oft
schwarzen Stein an der Ecke der Kaaba gemeinschaftlich die Schahada (das islamische
während seiner Wallfahrt (Hadith: Al-Buhari, Glaubensbekenntnis) gesprochen: La ilaha illa
Band 2, Buch 26, Nr. 673 + 680). Einer der Allah („Es gibt keinen Gott außer Allah“). Aus
Nachfolger Mohammeds war über diesen Akt solchen Praktiken entstehen tranceartige
des Götzendienstes schockiert (Hadith: Al- Zustände, die sich ähnlich auch bei schiitischen
Buhari, Band 2, Buch 26, Nr.667 + 675 + 679). Glaubensrichtungen finden.

Anbetung von Adam Mohammeds Problem mit der Anbetung


Obwohl nur Allah angebetet werden darf, Jesu
befiehlt Allah den Engeln, sich vor Adam Der Koran betont wiederholt, Allah habe keinen
niederzuwerfen und ihn damit anzubeten. Alle Sohn (S 9,30f ;18,4; 23,91). Allah scheint
Engel warfen sich vor Adam nieder außer Mohammed die Worte förmlich in den Mund
Satan, was dessen eigentliche Sünde gelegt zu haben „Sprich: So der Allbarmherzige
ausmachte, so der Koran (S 2,34; 7,11-13; einen Sohn hätte, so wäre ich der Erste, der ihn
15,28-33; 17,61; 20,116). Doch nicht nur vor verehrte“ (S 43,81). Da niemand außer Gott
Adam fallen Geschöpfe nieder, sondern auch angebetet werden darf, argumentiert
die Eltern vor Joseph in Ägypten (S 12,99-100). Mohammed gegenüber Christen, dass ein
Eine Geste, die ausschließlich Gott vorbehalten Prophet niemals sagen würde: „Betet mich an
ist. – Die Anbetung Adams stellt ein offenes der Stelle Gottes an“(S 3,79). Diese Aussage
Problem dar – und einen Ansatz für ein wäre durchaus richtig, wenn Christus zu einem
evangelistisches Gespräch über den zweiten zweiten Gott neben Gott erklärt würde (die
Adam, vor dem sich alle Welt beugen wird schlimmste mögliche Sünde für Muslime, der
(Röm 5,18; 1.Kor 15,45; Phil 2,10). „schirk“). Denn keine Partner an Gottes Seite
sind erlaubt (S 3,64) auch nicht Jesus Christus,
Sufis und Anbetung der nach islamischer Lehre nur ein Mensch,
Muslime beten nicht im christlichen Sinne Allah wenn auch Prophet war (S 3,79-80). Christen
aus Dankbarkeit an und weil sie Gewissheit für werden gerügt, weil sie Christus als den Sohn
die ewige Erlösung fanden, sondern aus Gottes und Mensch gewordenen lebendigen
Pflichtgefühl in einer mehr oder weniger Gott anbeten (S 9,30-31). Der Koran lässt
äußeren Form. Sufis, also muslimische Jesus sogar sagen, dass er niemals befahl, ihn
Mystiker, die viele christliche und hinduistische selbst und seine Mutter Maria anzubeten (S
Elemente aufgenommen haben, versuchen 5,116-118). In der sechstletzten offenbarten
teilweise, Gott um seiner selbst willen Sure 109,1-6 distanziert sich Mohammed
anzubeten. Mit Musikinstrumenten meditieren endgültig von Nichtmuslimen in der Anbetung
sie über einer Art Mantra, das sie unzählige Gottes: „Ich werde auch nie verehren das, was
Male vor sich hersagen, um sich mit Gott zu ihr verehrt, und ihr werdet nie verehren das,
vereinen. Dschalaluddin Rumi (1207-1273) ist was ich verehre. Ihr habt eure Religion, und ich
bekannt für seine Poesie mit dem Ziel der habe die meinige.“ Das widerspricht anderen
Anbetung Allahs und einer Art Stufenislam, den Suren die besagen, dass Christen, Juden und
er einführte, der immer näher zu Gott führen Polytheisten denselben Gott wie Mohammed
soll. Bekannt sind die sich im Tanz drehenden anbeten (S 2,62.139; S 10,104; 40,66:
Derwische (Mevlana) Rumis. Unter Dhikr
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Polytheisten, die außer den anderen Göttern


auch Allah dienten).

Bewertung aus christlicher Sicht


Über äußere Gebetsformen gibt die Bibel keine
Anweisungen. Es wurde stehend, sitzend und
kniend gebetet. Es wurden beim Beten wohl die
Hände empor gestreckt oder auch nicht. In
2.Mose 3,12.18 sehen wir angekündigt, wie das
Volk Israel auf dem Berg Sinai den lebendigen
Gott in Wahrheit anbeten wird, nachdem er sie
aus Ägypten auf herrliche Weise gerettet haben
wird. Nach erlebter Erlösung aus der
Knechtschaft folgt ganz natürlich Dank und
wahre Anbetung Gottes, der in seinem Wesen
treu und zuverlässig ist. Wenn aber keine
Gewissheit auf Erlösung vorhanden ist (im
Islam nur eine vage Hoffnung, S 28,67), kann
Gott auch nicht auf diese Weise angebetet
werden. Außerdem sehen wir in 2.Mose 3,18,
dass Anbetung mit Opfer zu tun hat (s.a. erste
Erwähnung von „anbeten“ in der Bibel in
1.Mose 22,5: Isaaks Opferung durch Abraham),
letztendlich mit dem ultimativen Opfer Jesu,
dem Vergießen des Blutes Gottes (Apg 20,28),
was im Islam abgelehnt wird. Das ist ein
weiterer Hinweis auf die fehlende „wahre
Anbetung“ in Wahrheit und im Geist im Islam.
Christus sagt klar: „… (dass) alle den Sohn
ebenso ehren wie den Vater. Doch wer den
Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der
ihn gesandt hat“ (Joh 5,23). Wer dem Sohn die
Ehre verwehrt, verweigert sie auch Gott, dem
Vater. Unsere Anbetung und Ehre gehört dem
Vater und dem Sohn (Joh 8,49; 15,23; Phil
2,10f; Hebr 1,6; 1.Joh 2,23). Weil Jesus der
Weg und die Wahrheit und das Leben ist, es
keinen anderen Weg der Rettung aus Sünde
und ewigem Tod gibt, deshalb wird ein Mensch,
der diesen Christus nicht anbetet, das
himmlische Ziel nicht erreichen. Am Ende der
Zeit wird Christus von einer unzählbaren Zahl
von Engeln als das Lamm angebetet und alle
Geschöpfe beten den, der auf dem Thron sitzt
und das Lamm an. (Offb 5,12-14). Gott erwartet
unsere Anbetung, aber er erzwingt sie nicht.
Bei Gott kommt falsche Anbetung nicht an.
Echte Anbetung kommt aus unserem Inneren
aufgrund von Dankbarkeit und Erkenntnis
Gottes.
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Gastfreundschaft sogar Befürchtungen, dass er mit bösen


In welcher Weise Freunde und / oder Fremde Absichten gekommen sein könnte. – Da
als Gäste aufgenommen werden, ist ein Abrahams Gäste Engel waren, konnten sie
wichtiges Thema in vielen Kulturen. Im Orient nach islamischer Auffassung nicht bei ihm
hat Gastfreundschaft eine lange Tradition, wie essen, doch sie beruhigten ihn: „Fürchte dich
wir es z.B. aus biblischen Berichten des Alten nicht“ und kündigten ihm die Geburt eines
Testaments wissen. Sohnes an.

Gastfreundschaft der Beduinen Hier wird deutlich, dass Gastfreundschaft,


Auch auf der Arabischen Halbinsel spielte besonders Bewirtung oder gemeinsames
Gastfreundschaft zur Zeit Mohammeds eine Essen, nicht nur ein Versorgen mit Nahrung
wichtige Rolle. Besonders unter den Beduinen bedeutet, sondern eine wechselseitige
in den Wüstenregionen galt es als eine „heilige Beziehung begründet. Angebotenes Essen
Pflicht“, Gastfreundschaft zu gewähren. Als oder Trinken völlig abzulehnen – weil man
Gast aufgenommen, beherbergt, mit Nahrung gerade weder Hunger noch Durst hat, das
und vor allem mit Wasser versorgt und evtl. Angebotene nicht mag … - bewirkt beim
auch vor Feinden geschützt zu werden, konnte Gastgeber in der Regel ein ungutes Gefühl.
überlebens-notwendig sein. - Aus diesem Denn er empfindet, dass dadurch auch die
Lebenskontext stammt wohl ein arabisches menschliche Gemeinschaft und das Eingehen
Sprichwort, das wir vor einigen Jahren von einer Beziehung verweigert werden.
einem Tunesier hörten und das etwa Folgendes Empfangene (und angenommene)
bedeutet: “Du kannst (zur Not) im Blick auf Gastfreundschaft kann auch eine gewisse
alles (worum du gebeten wirst) ‚Nein’ sagen, Verpflichtung einschließen, sich entsprechend
nur nicht im Blick auf Wasser.“ „erkenntlich zu zeigen“. Ein älterer
marokkanischer Mann bewirtete mich freundlich
Abrahams Gastfreundschaft mit Essen, bevor er mich bat, einige Papiere für
Diese Wertschätzung der Gastfreundschaft als ihn auszufüllen. – Nach traditionellem
Verpflichtung, aber ebenso als Recht, spiegelt orientalischem (nicht nur islamischem)
sich auch in Koran und Hadithen (Berichten Verständnis verpflichten sich Gast und
über Aussagen und Verhalten Mohammeds). Gastgeber auch über die Zeit des Besuchs
Zum Teil wird dabei Bezug genommen auf hinaus, einander beizustehen und einander zu
biblische Berichte. In einem Hadith von Al- schützen, jedenfalls einander keinen Schaden
Muwatta (Hadith Nummer 49.4) wird Abraham zuzufügen.
bezeichnet als „der Erste, der dem Gast
Gastfreundschaft gewährte“. – Sure 51,24-30 Gastfreundschaft als Pflicht
(ähnlich Sure 11,69-73 und 15,51-56) meint In Sure 2,177 und 4,36 werden Muslime
wohl das gleiche Ereignis, das in 1. Mose 18,1- ermahnt, unter anderem zu den Reisenden gut
15 geschildert wird: Drei Gäste kommen zu zu sein und sie zu unterstützen. In einem
Abraham; er beeilt sich, ein gemästetes Kalb Hadith (Abu Dawud, Hadith Nummer 3741)
für sie zubereiten zu lassen – doch (anders als heißt es: „Der Prophet (Friede sei auf ihm!)
in der Bibel – V. 8) die Gäste greifen nicht zu. In sagte: Es ist eine Pflicht für jeden Muslim,
einer Anmerkung zu dieser Stelle (Sure 51,26f) einem Gast für eine Nacht Gastfreundschaft zu
erläutert A. Yusuf Ali in seiner Koranausgabe: gewähren. Wenn jemand am Morgen in sein
„Entsprechend den Gesetzen der (d.h. des muslimischen Gastgebers) Haus
Gastfreundschaft steht ein Fremder unter kommt, ist das ein Recht, das ihm zusteht.
deinem Dach unter deinem Schutz, aber wenn Wenn er will, mag er es nutzen, und wenn er
er es ablehnt zu essen, lehnt er deine will, mag er darauf verzichten.“
Gastfreundschaft ab und hält sich selber frei
von allen Bindungen zwischen Gast und In einem anderen Hadith (Al-Muwatta, 49.22)
Gastgeber.“ Angebotenes Essen nicht wird weiter ausgeführt: „Wer an Allah und an
anzurühren, löst zumindest Fragen aus, warum den Jüngsten Tag glaubt, soll großzügig zu
wohl ein Gast sich so ablehnend verhält, evtl. seinem Gast sein. Er heißt ihn für einen Tag
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und eine Nacht willkommen und seine zu mir – soll ich ihn bewirten, oder soll ich ihn
Gastfreundschaft gilt für drei Tage. Was behandeln, wie er mich behandelt hat?“ Er
darüber hinausgeht, ist ein (freiwilliges) antwortete: „Nein, sondern bewirte ihn!“ (Al-
Almosen <sadaqah>. Es ist einem Gast nicht Tirmidhi, 4248)
erlaubt <halal>, so lange zu bleiben, bis er zu
einer Last wird.“ (Ähnlich bei Abu Dawud, 3740) In den Hadithen zeigen sich gewisse
Tendenzen, Gastfreundschaft als Pflicht und
Gastfreundlich zu sein, ist für gläubige Muslime Recht fast „juristisch“ zu regeln. Einige Muslime
auch deshalb eine Pflicht, weil ihr Prophet scheinen ihre Gastfreundschaft auch
Mohammed (als ihr Vorbild) selber sehr gastfrei entsprechend zu verstehen (wenn sie auf
war. Worte des Dankes antworten, das sei ja nur
ihre „Pflicht“ gewesen, mag das allerdings auch
Nach der Rechtssammlung Fiqh-us-Sunna eine Geste der Bescheidenheit sein) oder sie
kann jedoch die verpflichtende Armensteuer mit religiösen Verdienstgedanken zu verbinden.
<zakat> nicht eingesetzt werden, um Bei vielen erfahren wir jedoch Gastfreundschaft
Aufwendungen im Zusammenhang mit gepaart mit echter Herzlichkeit und wohltuender
Gastfreundschaft zu bestreiten (Fiqh 3.75b). Großzügigkeit. Es würde uns als
abendländischen Christen sicherlich nichts
Gastfreundschaft als Rechtsanspruch schaden, wenn wir bei ihnen „studieren“, wie
Einzelne Hadithe erwecken den Eindruck, dass das biblische Gebot der Gastfreundschaft
es unter Umständen auch einen einforderbaren verwirklicht werden kann.
Rechtsanspruch auf Gastfreundschaft gebe. www.orientdienst.de
Uqbah bin Amir soll zu Mohammed gesagt
haben: „Gesandter Allahs (Friede sei auf ihm!),
wir kommen zu Leuten, die uns keine
Gastfreundschaft gewähren, uns auch nicht
bezahlen, was uns von ihnen zusteht, und wir
nehmen nichts von ihnen.“ Mohammeds
Antwort: „Wenn sie es für euch notwendig
machen, es mit Gewalt zu nehmen, dann tut
das!“ (Al-Tirmidhi, 4040 – ähnlich Al-Buchari,
3.641) Hier könnte es sich konkret um Leute
gehandelt haben, die als Abgesandte
Mohammeds unterwegs waren. In einem
anderen Hadith (Abu Dawud, 3795) heißt es
allgemein: „Wenn jemand als Gast bei Leuten
ist, die ihm keine Gastfreundschaft bereiten, ist
er berechtigt, von ihnen den Gegenwert der
Gastfreundschaft zu nehmen, der ihm zusteht.“
Wie immer hier das Wort „nehmen“ zu
verstehen ist („wegnehmen“ oder „ersatzweise
in Empfang nehmen“): anscheinend gibt es ein
gewisses Maß an Versorgung, das einem Gast
in jedem Fall zusteht.

Wenn jemandem die Gastfreundschaft


verweigert wurde, soll er darauf aber nicht in
gleicher Weise reagieren. Jemand fragte
Mohammed: „Gesandter Allahs (Friede sei auf
ihm!), sage mir: wenn ich zu einem Mann
komme, der mir keine Bewirtung oder
Gastfreundschaft gewährt, und später kommt er
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„Buße“ oder „Umkehr“ im Koran wissen (dass es Sünde ist), deren Lohn besteht
Ähnlich wie im Alten und Neuen Testament in Vergebung von ihrem Herrn und in Gärten, in
spielt im Koran der Gedanke der „Umkehr“ eine deren Niederungen … Bäche fließen …“
wichtige Rolle. Menschen schlagen verkehrte (Hervorhebungen: KM)
Wege ein und werden aufgefordert, ihre
Richtung zu ändern. Generell wird dabei im Der Appell zur Umkehr richtet sich im Koran an
Koran die Freiheit und Fähigkeit des Menschen unterschiedliche Gruppen von Menschen. Hier
umzukehren vorausgesetzt. seien nur einige Beispiele genannt:

Im Arabischen wird für diese Thematik vor An Gottlose und Übeltäter


allem eine Wortgruppe verwendet, die aus Umkehr ist natürlich nötig bei menschlichem
einer Wurzel mit den drei Konsonanten t-w-b Fehlverhalten. Wer Böses tut, z.B. neben Gott
abgeleitet wird. Das Substantiv, „tauba“ andere Götter anbetet und Unzucht begeht,
(manchmal auch tawbah“ geschrieben), dem wird schlimme Strafe angedroht –
bedeutet: Buße, Umkehr, Reue. Die Bedeutung „ausgenommen diejenigen, die umkehren und
des Verbs wird angegeben mit: “bereuen, Reue rechtschaffen handeln. Denen wird Gott (bei
empfinden; Buße tun; sich von etwas der Abrechnung) ihre schlechten Taten gegen
abwenden; sich bekehren“; die gute eintauschen. Er ist barmherzig und bereit
Grundbedeutung ist wohl: „umkehren“. Dieses zu vergeben. Wenn einer umkehrt und
Verb kann auch Gott als Subjekt haben und rechtschaffen handelt, wendet er sich bußfertig
bedeutet dann: „wieder seine Gnade Gott wieder zu.“ (Sure 25, 70f) - In Sure 5,38-40
zuwenden, verzeihen“. wird konkret beschrieben, wie Mohammed und
in seiner Nachfolge die islamische
In Sure 4,16-18 kommt diese Wortwurzel in Gemeinschaft mit einem Dieb verfahren soll:
verschiedenen Abwandlungen vor: „Und wenn „Wenn ein Mann oder eine Frau einen
zwei von euch (Männern) es <d.h. etwas Diebstahl begangen hat, dann haut ihnen die
Abscheuliches – s. V. 15> begehen, dann Hand ab! … Wenn aber einer, nachdem er
züchtigt sie …! Wenn sie (daraufhin) umkehren gefrevelt hat, umkehrt und sich bessert, wendet
und sich bessern, dann wendet euch von ihnen Gott sich ihm (gnädig) wieder zu. Gott ist
ab (und setzt ihnen nicht weiter zu)! Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben. Weißt du
gnädig <wörtlich: oft umkehrend> und denn nicht, dass Gott die Herrschaft über
barmherzig. Nur diejenigen haben bei Gott Himmel und Erde hat, und dass er bestraft, wen
Vergebung <w.: Umkehr> zu erwarten, die in er will, und vergibt, wem er will?“
Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten
umkehren. Diesen wendet sich Gott (gnädig) An die Söhne Israels
wieder zu. … Diejenigen aber haben keine In Sure 20,81 wird erzählt, wie Gott die Söhne
Vergebung <w.: Umkehr> zu erwarten, die Israel vor Seinem Zorn warnte. Darauf folgt
schlechte Taten begehen (und darin verharren), jedoch die Zusage: „Aber dem, der
so dass einer erst, wenn er zum Sterben (nachträglich) umkehrt und glaubt und tut was
kommt, sagt: ‚Jetzt kehre ich um’.“ (Koranzitate recht ist, und sich hierauf rechtleiten lässt, bin
hier und im Folgenden nach der Übersetzung ich (immer) bereit zu vergeben.“ (20,82) -
von Rudi Paret; Hervorhebungen: KM) „Umkehr“ bedeutet hier letztlich die Zuwendung
zum Islam (Annahme der Rechtleitung durch
Um was es bei der Buße geht, wird den Koran).
beschrieben in Sure 3,135f: „Diejenigen, die,
wenn sie etwas Abscheuliches getan oder An Christen
(durch sündigen Lebenswandel) gegen sich Auch Christen werden z. B. wegen ihres
selber gefrevelt haben, Gottes gedenken und „Irrglaubens“ zur Umkehr aufgefordert (Sure
(ihn) um Vergebung für ihre Schuld bitten – 5,72-74): „Ungläubig sind diejenigen, die
und wer könnte … Schuld vergeben, außer sagen: ,Gott ist Christus, der Sohn der Maria.'
Gott? – und (die) in dem, was sie (an Sünde) … Ungläubig sind diejenigen, die sagen: ,Gott
getan haben, nicht beharren, wo sie doch ist einer von dreien.' ... Wollen sie sich denn
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nicht (reumütig) Gott wieder zuwenden und ihn wird im Koran wenig gesagt. Die Buße soll
um Vergebung bitten? Gott ist (ja) barmherzig aufrichtig sein (66,8). – In Sure 9, 118 wird von
und bereit zu vergeben.“ drei Männern erzählt, die ein nicht genauer
beschriebenes Verhalten nachträglich
An Gegner des Islam bereuten, „bis ihnen angst und bange wurde
Sogar für Leute, die den Islam aktiv bekämpfen, und es ihnen das Herz zuschnürte … und sie
soll es noch ein Chance zu (rechtzeitiger) meinten, dass es vor Gott keine Zuflucht gebe,
Umkehr geben (Sure 5,33+34): „Der Lohn außer (eben) zu ihm. Hierauf wandte er sich
derer, die gegen Gott und seinen Gesandten ihnen (gnädig) wieder zu, damit sie (auch
Krieg führen und (überall) im Land eifrig auf ihrerseits) umkehren (und Buße tun) würden.
Unheil bedacht sind (?), soll darin bestehen, Gott ist der Gnädige und Barmherzige.“ - Es ist
dass sie umgebracht oder gekreuzigt werden, auch wenig gesagt über das Bekennen der
oder dass ihnen wechselweise (rechts und Schuld („Beichte“) vor einem anderen
links) Hand und Fuß abgehauen wird oder dass Menschen (vgl. Jak. 5,16). Umkehr erscheint im
sie des Landes verwiesen werden. ... - Wesentlichen als Angelegenheit des Einzelnen
Ausgenommen diejenigen, die umkehren, vor Gott.
(noch) bevor ihr Gewalt über sie habt. Ihr müsst
wissen, dass Gott barmherzig ist und bereit zu Gottes Antworten auf Umkehr
vergeben.“ Gott ist bereit zu vergeben (dazu s. o. Sure 25,
70f). Gott führt die Bußfertigen auf den richtigen
An Apostaten (vom Islam Abgefallene) Weg (42, 13): „Gott … führt dazu (auf den
Eine männliche Person, die Muslim war und rechten Weg), wer sich (ihm bußfertig)
vom Islam abfällt, muss nach dem Urteil der zuwendet.“ Er nimmt die Buße seiner Diener
traditionellen islamischen Rechtsschulen mit an, erhört sie und beschenkt sie mit seiner Huld
dem Tod bestraft werden. In der Regel soll so (42,25f). Die Frage, wie es mit Gottes
jemandem eine Frist von drei Tagen Gerechtigkeit vereinbar sei, die Umkehr eines
eingeräumt werden, um zum Islam Menschen anzunehmen, ohne eine
zurückzukehren. Im Übrigen heißt es (3, 90): Wiedergutmachung für die Schuld zu fordern,
„Diejenigen (aber), die ungläubig geworden taucht meiner Beobachtung nach nicht auf. Es
sind, nachdem sie gläubig waren, und hierauf wird nur betont, „dass Gott die Herrschaft über
dem Unglauben immer mehr verfallen, deren Himmel und Erde hat, und dass er bestraft, wen
(verspätete) Buße wird nicht angenommen er will, und vergibt, wem er will“ (s. o. 5,40).
werden. Das sind die, die (endgültig)
irregehen.“ 49, 11: „… Diejenigen, die nicht umkehren (und
Buße tun), sind die (wahren) Frevler.“
An Gläubige www.orientdienst.de
Aber auch von den Gläubigen wird Umkehr und
Bußfertigkeit erwartet. Ein Abschnitt über
Bekleidungsvorschriften endet in Sure 24,31
mit der allgemeinen Ermahnung: „Und wendet
euch allesamt (reumütig) wieder Gott zu, ihr
Gläubigen! Vielleicht wird es euch (dann) wohl
ergehen.“ Denn: „nur wer bußfertig ist, lässt
sich mahnen.“ (40, 13) Denjenigen, die
umgekehrt sind, wird geraten (11, 112): „Halte
nun geraden Kurs, wie dir befohlen worden ist,
(du) und diejenigen, die mit dir umgekehrt sind
(und Buße getan haben)! Und seid nicht
aufsässig! Er durchschaut wohl, was ihr tut.“

Über die inneren Vorgänge, die Tiefe der Reue


und Zerknirschung oder das befreite Gewissen,
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Heiliger Geist im Islam Die Engel und der Geist werden sich in Reihen
geordnet aufstellen (78,38; wie heute es
Wer ist der „Heilige Geist“ im Koran? Muslime in einem Moment bei ihrem rituellen
Der Koran lehnt die Dreieinigkeit Gottes von Gebet in der Moschee tun). Die Engel und der
Vater, Sohn und Heiligem Geist ab (Sure 5,73) Geist stiegen in der Nacht „Al' Kadar“ (Nacht
und spricht von der Einheit Gottes (112,1-4). der Macht) im Fastenmonat Ramadan herab
Die Bibel spricht auch von der Einheit Gottes und Gabriel offenbarte Mohammed die erste
(Mk 12,29), aber Gott offenbart sich und sein Koransure (97,4).
Wesen in drei Personen und gleichzeitig als ein
einziger Gott (vgl. Mt 28,19; Joh 14,26). Aufgaben des Engels Gabriel
Im Koran kommt der Heilige Geist nur an sehr Mohammed sah den Engel Gabriel bei seiner
wenigen Stellen vor. Im Folgenden sind alle ersten Offenbarung an einem hellen Horizont
Stellen aufgelistet: (81,23) und versucht, mit diesem Vers den
1. "Ruuh-ul-Qudus", d.h. Heiliger Geist, z.B. in Vorwurf der Besessenheit abzuwehren: Es war
Sure 16,102: „Sprich: So hat ihn [den Koran] der Engel Gabriel, der die Offenbarungsverse
der heilige Geist von deinem Herrn in Wahrheit vom Himmel herab brachte. - In den Hadith-
herab gebracht, die Gläubigen zu stärken, und Sammlungen kommt der Heilige Geist fast nicht
als eine Leitung und frohe Botschaft für die vor. Dagegen gibt es eine größere Zahl von
Moslems“. Hadithen, die den Engel Gabriel erwähnen, der
2. "Ruuhanaa", d.h. unser Geist; z.B. 21,91 Mohammed auf der Himmelfahrt begleitet
3. "Ruuhul-'Amiin" d.h. der aufrichtige/treue haben soll, während er sieben Himmel
Geist; z.B. in Sure 26,193: „und der getreue durchschritten und die Zahl der Pflichtgebete
Geist hat ihn [den Koran] in dein Herz gelegt, von 50 auf 5 heruntergehandelt haben soll (Al-
damit du predigst in der deutlichen arabischen Bukhari 5.227). Gabriel half Mohammed den
Sprache“. Koran zu rezitieren (z.B. Al-Bukhari 3.126) und
4. "Al-Ruh'" d.h. der Geist; z.B. 42,52 erscheint nicht, wenn Hundebilder im Raum
Muslime identifizieren diesen Geist als Engel sind (Al-Bukhari 7.843).
Gabriel: „Sage ihnen: Wehe dem, der da ist ein
Feind Gabriels, der dir, mit dem Willen Gottes, Die häufige Verbindung von Jesus und dem
die Offenbarung eingegeben…“ (2,97), also mit Heiligen Geist im Koran
einem Engel Gottes, der geschaffen wurde Interessant ist, dass der Heilige Geist vor allem
(17,85). Denn vorher hieß es ja in Sure 16,102; dann erwähnt wird, wenn es um Jesus geht,
26,193 (s.o.), dass derjenige, der die z.B. um die Ankündigung eines Sohnes für
Offenbarung brachte, der Heilige Geist war. Maria. Hier erscheint der Geist eindeutig in der
D.h. beim Heiligen Geist muss es sich um den Gestalt eines schön gebildeten Mannes (Engel
Engel Gabriel handeln, der Mohammed Stück Gabriel;19,17). Andererseits wird der Vorgang
für Stück den Koran offenbarte, so die der Empfängnis mit einem Anwehen durch
muslimische Schlussfolgerung. Ausdrücklich „unseren Geist“ beschrieben (21,91). Es fällt
steht das aber nirgendwo im Koran und auch weiter auf, dass der Heilige Geist besonders
nicht in den Hadithen. Das Gegenteil ist der Erwähnung findet, wenn es um die
Fall. Die Engel und der Geist werden getrennt Wundertaten und Überzeugungskraft geht, die
erwähnt in ein und demselben Koranvers (16,2; von Jesus ausgingen. Gott rüstete Jesus
70,4; 78,38; 97,4) und auch in den Hadithen. speziell mit dem Heiligen Geist und
Doch das scheint für muslimische Theologen Überzeugungskraft aus (2,87). Gott gab Jesus
kaum ein Problem darzustellen, da sie das als Wunderkraft und rüstete ihn mit dem Heiligen
eine Art Parallelismus verstehen, was von Geist aus (2,253). Gott gab Jesus den Heiligen
christlichen Apologeten aber so nicht akzeptiert Geist, damit er schon als Säugling den
wird. Nach dem Koran steigen die Engel und Menschen predigen konnte (5,110).
der Geist (Gabriel) gemeinsam zu Gott hinauf Ja, der Koran geht sogar soweit, Jesus selbst
auf einer Art Leiter, wenn er eines Tages die als Geist (Gottes) zu bezeichnen: „Wahrlich,
Menschen strafen wird (70,4; vermutlich der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der
Anlehnung an die Jakobsleiter vgl. 1.Mo 28,12). Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er Maria
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entboten hat, und von Seinem Geist“ (4,171;


Koranübertragung von M. A. Rassoul). Beurteilung
Wie in der Bibel bei der Ankündigung und
Der Geist Gottes bei der Schöpfung des Empfängnis Marias vom Engel Gabriel und
Menschen dem Geist Gottes die Rede ist, werden sie auch
Der Geist Gottes findet eine weitere Erwähnung im Koran erwähnt, doch dort nicht klar
im Koran, wenn es um die Erschaffung Adams unterschieden. Der biblische Bericht verbindet -
geht (32,9). Gott haucht Adam mit seinem Geist und unterscheidet! - Engel, Geist und Sohn
an, weshalb alle Engel vor Adam anbetend Gottes in einem Satz: „Der Engel (d.h. Gabriel;
niederfallen sollen (15,29; 38,72). Andererseits s. Lk 1,26 ) antwortete und sprach zu ihr
wurden nicht nur Jesus und Mohammed mit (Maria): Der heilige Geist wird über dich
dem Geist ausgerüstet (mit Gabriels Hilfe kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich
ausgestattet?), sondern auch andere, wie es überschatten; darum wird auch das Heilige,
Gott gefällt, damit sie den Islam predigen: „Auf das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt
seinen Befehl steigen die Engel mit dem Geist werden“ (Lk 1,35 ). Hier wird in einem Satz
nieder zu denen von seinen Dienern, die ihm einigen grundlegenden koranischen Aussagen
gefallen, damit diese predigen: Dass es außer widersprochen. Der Engel Gabriel ist nicht der
mir keinen Gott mehr gebe; darum fürchtet nur Heilige Geist, und bei Jesus handelt es sich um
mich“ (16,2; 40,15; 42,52). Der Heilige Geist den Sohn Gottes. Und zwar sagt das
(Gabriel?) soll somit auch die Gläubigen leiten pikanterweise der Engel Gabriel, der den Koran
und zum Predigen des Islams ausrüsten. - offenbart haben soll, der darin die
Islamische Theologen sind der Ansicht, dass in Gottessohnschaft Jesus' massiv bestreitet.
allen Menschen noch im Embryoalter durch den Nach biblischem Zeugnis ist der Heilige Geist
Heiligen Geist der menschliche Geist Gott selbst (2.Kor 3,17-18). Der biblische
geschaffen wird (Sahih Muslim 33.6893). Heilige Geist überführt von Sünde und lehrt
z.B., dass Jesus Christus für unsere Sünden
Interessante Fragen am Kreuz sterben musste (1.Kor 2,2.3.13.14).
Mohammed war sich bewusst, dass er nicht viel All das lehnt der Koran ab, und deshalb ist
über den Heiligen Geist wusste. So lesen wir im er nach biblischem Verständnis nicht von
Koran: „Sie werden dich auch über den Geist Gottes Geist inspiriert, sondern von einem
befragen; antworte: Der Geist ist geschaffen widergöttlichen Geist. Muslime haben nicht den
auf den Befehl meines Herrn, und ihr versteht Heiligen Geist. Deshalb können Muslime ohne
nur sehr wenig davon“ (17,85). Islamische den Heiligen Geist auch nicht verstehen, was
Ausleger dieses Verses sprechen vom die Bibel lehrt. Der Heilige Geist ist im
Geheimnis Gottes, das nicht gelüftet wurde. Gegensatz zu einem Engel überall gleichzeitig;
Diesem Unwissen hätte Mohammed als er wohnt in den Gläubigen und stärkt sie,
Prophet ja Abhilfe schaffen können, wenn er mutige Zeugen für den Sohn Gottes zu sein
selber das Wissen gehabt hätte. (Apg 1,8; 2,17). Der Geist Gottes macht uns zu
Bevor der Geist (Engel Gabriel) zu Kindern Gottes, was im Islam abgelehnt wird
Mohammed gesandt wurde, hatte dieser keine (5,18). Deshalb können Muslime auch nicht zu
Ahnung von den Schriften und vom Islam, was Gott rufen: „Abba, lieber Vater.“ (Röm 8,15; Gal
nahe legt, dass er selbst ein Anhänger des 4,6; 1.Joh 3,1-2). Sie haben deshalb auch
Mekkanischen Götzendienstes war und keine bereinigte und versöhnte Beziehung zum
keineswegs schon immer den „richtigen“ lebendigen Gott (Joh 3,18). Weil Muslime den
Glauben hatte, wie etwa viele Muslime Heiligen Geist nicht in ihrem Leben haben, fehlt
behaupten: „So schickten wir auch dir einen ihnen sowohl die Erlösung als auch die
Geist mit einer Offenbarung, nach unserem Gewissheit der Erlösung (Röm 8,16-17; Joh
Befehl. Vorher wusstest du nichts von der 3,5-6) - und deshalb sind Christen ihnen die
Schrift und vom Glauben, welche wir als ein Botschaft des Evangeliums schuldig.
Licht eingesetzt, wodurch wir diejenigen www.orientdienst.de
unserer Diener, die uns gefallen, leiten wollen“
(42,52).
120
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Die BIRELIGIÖSEN Ehen Mohammeds Die Christin “Mariya al Qibitiyya” (Maria die
Koptin):
Übersicht über Mohammeds Ehen Laut der islamischen Tradition soll Muqauqis,
Während Muslime maximal mit vier Frauen der byzantinische Statthalter von Ägypten,
gleichzeitig verheiratet sein dürfen (Sure 4,3), Maria sowie vier weitere Sklavinnen
war es Mohammed erlaubt, beliebig viele Mohammed zum Geschenk gemacht haben.
Frauen zu heiraten (Sure 33,50). Zu einem Maria kam im Jahr sieben (nach der Hidschra)
anderen Zeitpunkt wurde dieses Zugeständnis nach Medina und wurde eine Konkubine
jedoch offenbar zurückgenommen und ihm Mohammeds. Gemäß den Berichten der
dann doch verboten, weitere Frauen zu Tradition soll sie, außer Mohammeds erster
heiraten (Sure 33,52). Frau Khadischah, die einzige seiner Frauen
Islamische Quellen geben die Zahl der gewesen sein, die ihm einen Sohn gebar. Der
Ehefrauen Mohammeds unterschiedlich an. Im Junge soll aber bereits im Kindesalter
Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass es verstorben sein. Es ist trotzdem vorstellbar,
zusammen dreizehn Frauen waren. Zwei von dass Maria durch die Geburt eines Jungen und
diesen starben vor seinem Tod, und zwei den damit verbundenen Titel der kunyah
weitere heiratete er zwar, vollzog aber mit (Ehrentitel in der islamischen Welt für eine
ihnen nicht die Ehe. Zudem hatte Mohammed Frau, die Mutter eines Sohnes ist. Anstelle
zwei Sklavinnen, mit denen er ehelichen ihres Rufnamens wird die Frau mit dem Namen
Verkehr pflegte, die aber als Konkubinen nicht ihres Sohnes, als „Mutter des...“ angesprochen)
die gleichen Rechte genossen wie seine den Neid und die Eifersucht des gesamten
Ehefrauen. Diese beiden Sklaven-Ehen waren Harems auf sich gezogen hat. (Tabaqat,
bi-religiöse Ehen, die unten ausführlicher 8/212ff; Tabari 2/645)
dargestellt werden.
Die Jüdin „Raihana bint Zaid“:
Bireligiöse Ehen Mohammeds Sie soll die Ehefrau eines Mannes namens
Mohammeds erste Frau Khadischah war in Hakim oder Hakam gewesen sein. Sie war Teil
jeder Hinsicht eine Ausnahme. Sie heiratete der Kriegsbeute in der Schlacht 625 n.Chr.
Mohammed und nicht Mohammed sie. Die gegen die Banu Quraiza. In dieser Schlacht
Aktivität ging von ihr aus. Sie war 15 Jahre älter belagerten muslimische Heere den jüdischen
als Mohammed. Mit ihr lebte er bis zu ihrem Stamm der Banu Quraiza in seinen
Tod monogam. Alle Frauen Mohammeds festungsähnlichen Häusern in einem Stadtteil
überlebten Mohammed außer Khadischah und Medinas und zwangen ihn, sich zu ergeben.
„Zainab bint Khuzaimah“. - Waraqqa ibn Naufal, Diese Schlacht war ein Rachefeldzug.
ein älterer gebildeter Mann und Cousin von Mohammed warf den Juden vor, sich in dem so
Khadischah, war Christ geworden und hatte genannten Grabenkrieg mit den Mekkanern
Khadischah stark christlich beeinflusst gegen ihn verbündet zu haben. Muslimische
(allerdings nicht unbedingt im Sinne eines Quellen berichten, dass nachdem sich die
biblischen Christentums). Deshalb war die erste Mitglieder des Stammes der Banu Quraiza
Frau Mohammeds vermutlich keine Anbeterin ergeben hatten, die 600 Männer des Stammes
der mekkanischen Götter. Wäre sie es getötet wurden. Die Kinder und Frauen wurden
gewesen, hätte Mohammed eine zur Kriegsbeute. Mohammed wählte Raihana
Götzendienerin geheiratet. War sie Christin, als Konkubine für sich aus (einige Muslime
wäre seine erste Ehe der Prototyp für die sagen, dass sie seine Ehefrau wurde).
islamische bireligiöse Ehe. Sicher ist jedenfalls, (Tabaqat 8/129; Ansab 1/453; Usdul-ghaba
dass sie zu den ersten Anhängern 5/460) Es gibt unterschiedliche Berichte,
Mohammeds gehörte, also Muslima wurde. wonach Raihana sofort zum Islam konvertiert
Die islamischen Quellen berichten ganz offen sei, als Mohammed sie fragte: „Wenn du Allah
von zwei Frauen, die nicht dem muslimischen und seinen Gesandten wählst, so wählt dich
Glauben anhingen und zu den Ehefrauen der Gesandte Allahs für sich.“ Sie antwortete:
Mohammeds zählten. „Ich wähle Allah und seinen Gesandten.“
(Tabaqat,8/129 ff). Ausgehend von einem
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anderen Bericht lehnte sie es zunächst ab, Mohammeds Vorbild für viele Muslime sind,
Muslima zu werden und wollte Jüdin bleiben. stellt sich die Frage, wie in diesem Licht heute
Diese Entscheidung soll sie aber geändert bireligiöse Ehen mit Muslimen überhaupt
haben, als Mohammed sie vor die Wahl stellte geführt werden können. Da beide Frauen,
zwischen ihrer Religion (Judentum) oder einer Maria, die Christin und Raihana, die Jüdin,
Ehe mit ihm (Tabaqat, 8/13). Sklavinnen waren, standen sie noch einmal
eine Stufe unter den Frauen Mohammeds. Sie
Fazit: hatten anfangs zwar einen anderen Glauben
Zur Zeit Mohammeds war sowohl die als den Islam, konnten diesen aber in
Polygamie als auch das Konkubinat Teil des Mohammeds Gegenwart vermutlich nicht
gesellschaftlichen Lebens auf der arabischen ausleben oder gar missionarisch von ihm
Halbinsel. Trotz einiger Versuche und Erfolge weitersagen. Im Letzten erwarten Muslime,
Mohammeds, Missstände durch neue Gebote dass geehelichte Jüdinnen und Christinnen
und Verbote zu beseitigen, schaffte er früher oder später den Islam annehmen.
Polygamie und Konkubinat nicht ab, sondern Deshalb ist eine Heirat mit einem Muslim für
gab weiterhin die Erlaubnis zur Polygamie eine gläubige Christin abzulehnen. Wenn
(4,3). Mohammed gab Muslimen die Erlaubnis, Muslime und ihre Familien ihren Islam nicht gut
jüdische und christliche Frauen zur Ehefrau zu kennen oder ernst nehmen, mag solch eine
nehmen (5,5), aber keine Frauen, die andere Ehe eine zeitlang „funktionieren“, bis dann wie
Götter verehrten (2,221). aus dem Nichts riesige Probleme für die Nicht-
Umgekehrt ist es im Islam nicht akzeptiert, dass Muslima entstehen können.
eine Muslima einen christlichen oder jüdischen www.orientdienst.de
Mann oder einen Mann aus einer anderen
Religion heiratet. Das heißt, die Regelung ist
einseitig, weil man davon ausgeht, dass der
Mann der Stärkere in der Ehe ist und die Frau
sich ihm fügen muss.
Die Bibel dagegen sieht sehr wohl gerade in
den andersgläubigen Frauen eine Gefahr. Gott
warnte z.B. das Volk Israel davor, Frauen aus
Kanaan zu heiraten, die Götzendienerinnen
waren (5.Mose 7,3-4). Auch das Neue
Testament setzt voraus, dass Christen und
Christinnen sich nicht mit Nichtchristen
verheiraten (1.Kor 7,39; 2.Kor 6,14). In der
Bibel wird damit die Gefahr des Abfalls vom
Glauben durch den weiblichen Ehepartner
realistischer eingeschätzt als im Koran. Doch
vor allem wird dem Glauben eine zentrale Rolle
für das menschliche Leben zugeschrieben:
eine so enge Beziehung wie die Ehe kann nur
wirklich „gelingen“, wenn beide Partner nicht
auf unterschiedliche Glaubens-Fundamente
aufbauen.
Es ist kaum anzunehmen, dass es in den
bireligiösen Ehen Mohammeds zu einem
gleichberechtigten religiösen Austausch
zwischen Christentum und Islam kam. Vielmehr
wird berichtet, dass Raihana und vorher
Khadischah sich mehr oder weniger freiwillig
für den Islam entschieden. Besonders unter
dem Aspekt, dass bis heute die Ehen
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Tauhid – der eine Gott


Am einfachsten lässt sich die Lehre des Tauhid
Fragt man einen Muslim nach dem Kern des an den 5 Säulen des Islam illustrieren:
Islam, wird er in der Regel mit der 112. Sure
(Die Aufrichtigkeit, “al-ichlas”) antworten: Das Bekenntnis (Schahada):
“Sprich: 'Er ist Gott, ein Einziger, Gott, der “Ich bezeuge, es ist kein Gott außer Gott und
Absolute, Er zeugte nicht und wurde nicht Mohammed ist der Prophet Gottes” wiederholt
gezeugt, und keiner ist ihm ebenbürtig.' ” nicht nur im Wortlaut den monotheistischen
Gedanken und den der Einzigartigkeit
Diese Einzigkeit Gottes ist zunächst gegen die Mohammeds (der Prophet, nicht “ein Prophet”),
Vielgötterei, dann aber auch gegen den sondern durch die Praxis der Schahada
dreieinigen Gott der Christen gerichtet (Sure identifiziert sich die Umma, das Volk des Islam.
4,171; 5,76; 5,119). Jeder, der an diese Einheit Wer sie spricht, gehört dazu, wer nicht, eben
Gottes nicht glaubt, begeht Schirk, die größte nicht. Alle Muslime sprechen sie in ein und
Sünde im Islam. „Wer Gott ein anderes Wesen denselben Worten, in derselben Sprache, und
zur Seite setzt, dem verzeiht er nicht“ (4,116). selbst wer nicht mehr sprechen kann, erhebt
Die Einzigkeit Gottes hat außerdem den rechten Zeigefinger (der auf Arabisch
weitreichende Auswirkungen auf jeden Bereich “Zeuge” heißt).
islamischen Glaubens und Lebens. Die Lehre
des “Tauhid” (Einheit oder Einzigkeit) wird als Das Gebet (Salah):
das Proprium des Islam angesehen. Gott habe Das Gebet zu den festgesetzten Tageszeiten
allen Propheten eine besondere Botschaft beginnt immer mit dem Bekenntnis zu dem
gegeben: Abraham die Botschaft, dass es nur einen Gott und drückt in seinem Vollzug die
einen Gott gibt, Mose die Botschaft des Lebens Einheit der Umma im Gottesdienst aus. Man
auf dem geraden Weg in den Geboten, Jesus betet eben nicht irgendwie, irgendwo und
die Botschaft der Liebe, und dem “Siegel der irgendwas, sondern auf der ganzen Welt,
Propheten” eben die Botschaft des Tauhid. unabhängig von der Landessprache betet man
Diese Botschaft der Einheit ist es, die alle mit den exakt gleichen Worten, den exakt
vorhergehenden Offenbarungen abschließt und gleichen Bewegungen, den Verneigungen in
zusammenfassend vereint. Wenn Jesus sagte: eine Richtung (der Ka'aba) zur (abhängig vom
“Mein Reich ist nicht von dieser Welt”, zeigt das Sonnenstand) exakt gleichen Zeit, nachdem
nach islamischem Verständnis, dass seine man die gleichen Waschungen durchgeführt
Botschaft nicht vollständig war. Das Reich des hat. Auch der Umstand, dass der Imam
Islam ist diese Welt UND die jenseitige, die (Vorbeter) nicht über den Gläubigen steht,
sichtbare und unsichtbare Welt in sondern sich gleichzeitig mit den Gläubigen vor
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, also dem einen Gott neigt, drückt den Tauhid in der
ganzheitlich. Der Slogan der sogenannten Anbetung aus, und erfüllt Muslime mit Stolz
Islamisten “Der Islam ist die Lösung” findet bei darüber, dass ihr System dem christlichen mit
den meisten Muslimen Resonanz, ist er doch seiner Hierarchie der Geistlichen überlegen ist.
Ausdruck des Tauhid: Nicht viele Lösungen für Oft hörte ich auch den Vorwurf, dass Christen
viele Probleme, sondern eine Lösung für alles! das Gebet “vergeistlichen”, während das
Außerdem sei ein Gott logischer als drei in islamische Gebet gleichzeitig geistlich und
einem. So beschreibt Yusuf Ali in einer physisch sei, Anbetung des Geistes mit
Koranausgabe mit englischer Übersetzung und Gymnastik des Leibes verbunden, weil eben
Erklärungen, herausgegeben vom Islamic Tauhid eine Trennung von Geistlichem und
Center in Washington, dass das Problem der Leiblichem nicht zulässt. Tauhid sieht Gott als
Menschheit darin liege, dass sie von der Einheit Einheit, die Umma als Einheit, und den
Gottes gefallen sei, was Disharmonie, viele Menschen als Einheit!
Nationen, Sprachen und Gebräuche zur Folge
hatte. Doch der Islam habe der Menschheit die Das Fasten (Saum):
Einheit und Harmonie wiedergebracht durch die Das Fasten im Monat Ramadan drückt nicht nur
Botschaft von dem einen Gott. von der Theorie her die Einheit der Umma aus,
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die Solidarität der Reichen mit den Armen, fraglich, ob ein moderner Staat mit nur einer,
sondern auch in der Praxis hat es eine noch dazu moderaten Kapitalsteuer
ungeheuere einigende Kraft. In vielen Ländern auskommen kann. Schon zu Mohammeds Zeit
wird im Ramadan der normale Gruß (Friede auf hat sie ja nicht gereicht und die „Dschizia“
euch – Und auf euch Friede) durch eine (Kopfsteuer) für Nichtmuslime wurde
Fastenformel ersetzt, wie etwa “Möge dein eingeführt.
Fasten angenommen sein“ – „Und dein Fasten Philosophisch: Eine monolithisch gedachte
auch!” Dadurch wird man viele Male am Tag Einheit Gottes ist philosophisch zu einfach, um
daran erinnert, dass man dazugehört zur die Welt zu erklären. Insbesondere auf die
Gemeinschaft der Fastenden, oder eben nicht. Frage der Herkunft des Bösen kann der Islam
Das Fasten als Übung des Leibes drückt auch keine andere Antwort geben, als dass es auch
wieder die Einheit von Leib und Geist in der ein Ausfluss des einen Gottes und in Gott
Anbetung aus. Das gleichzeitige Brechen des enthalten sein muss.
Fastens, wenn alle zur gleichen Sekunde mit Christlich: Aus biblischer Sicht ist Mohammeds
den gleichen Worten ihren Löffel in die Suppe anfängliches Anliegen durchaus richtig
tauchen, und das gemeinsame Feiern in der gewesen, gegen den Götzendienst seiner Zeit
Nacht, dass man es wieder einen Tag lang zu predigen (Jes 45,21-24). Doch er ging zu
geschafft hat, drückt diese Einheit aus. weit und über die Wahrheit, Gottes wirkliches
Wesen, hinaus und verleugnet damit Gott,
Das Almosengeben (Zakah): entehrt ihn und wird antichristlich. Damit geht
Die einzige Steuer, die Muslimen auferlegt auch das verloren, was der Mensch zu seiner
werden darf, deutet wieder auf die Einheit der Rettung braucht: Liebe Gottes (Joh 3,16f),
Umma, in ihrer Fürsorge für die Armen hin, wird Vergebung durch den Sohn Gottes (1.Joh 4,9),
aber auch gesehen als ein alternatives Erleuchtung durch den Heiligen Geist (2.Kor
Wirtschaftssystem, das sowohl Kapitalismus als 4,6). Wie es im Nicäischen
auch Kommunismus überlegen sei. Tauhid ist Glaubensbekenntnis heißt, ist der Sohn:
eben die Grundlage dafür, dass der Islam die „wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht
eine Ordnung ist, die den Menschen in allen geschaffen, eines Wesens mit dem Vater … der
seinen Belangen betrifft: geistlich, leiblich, für uns Menschen und wegen unseres Heils
wirtschaftlich, politisch, sozial. Der Islam ist das herabgestiegen (ist)“.
eine System, das den Menschen in allen seinen www.orientdienst.de
Belangen betrifft und leitet.

Die Pilgerfahrt (Hadsch):


Auch Muslime, die es mit der Praxis des Islam
nicht sehr ernst nehmen, werden mit
Begeisterung von der großen Einheit der
Gläubigen bei der Pilgerfahrt berichten. Ob arm
oder reich, alle tragen das eine, gleiche und
schlichte Gewand, alle, egal woher sie
kommen, beten in der einen gleichen Sprache,
vollziehen die gleichen Riten. Die Unterschiede
in Hautfarbe, Herkunft, sozialem Stand usw.
gehen unter in dem Meer weißer Umhänge, die
um die eine Ka'aba kreisen.

Kritik
Praktisch: In der Praxis ist die Einheit der
Umma nicht zu erkennen, Muslime wissen das,
geben natürlich den “Umständen”,
insbesondere nichtmuslimischen politischen
Mächten die Schuld dafür, aber es ist doch
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Glaubens-Toleranz im Islam zu erwarten. Sie konnten zahlenmäßig stark


wachsen. Trotzdem finden wir in Sure 2 bereits
Einen anderen Glauben zu tolerieren heißt die Erlaubnis und Aufforderung zur
nicht, diesen als wahr zu akzeptieren, wohl Gewaltanwendung: „Tötet für den Weg Gottes
aber, dass man Andersgläubige respektiert und die, so euch töten wollen, jedoch beginnt nicht
ihnen die Freiheit gibt zu glauben, was ihrer ihr die Feindseligkeit …Tötet sie, wo ihr sie
Überzeugung entspricht. Wenn wir verstehen auch trefft, vertreibt sie, von wo sie euch
wollen, was Muslime meinen, wenn sie den vertrieben … Wenn sie sich aber bessern, dann
Islam als "tolerant" bezeichnen, müssen wir das ist Gott versöhnend …Bekämpft sie, bis die
Leben ihres Propheten Mohammed betrachten. Versuchung aufgehört und die Gottesreligion
Denn Muslime sollen sich in jedem Detail an gesiegt hat…“ (Ausschnitte aus 2,190-194; s.a.
seinem Vorbild ausrichten (Sure 33,21.36). 22,39-41; 4,91). Mohammed hatte
mekkanische Karawanen überfallen und fand
1. Glaubens-Toleranz im Leben Mohammeds sich dem militärischen Widerstand der noch
animistischen Mekkaner gegenüber. Ebenso
In der ersten Zeit Mohammeds in der Stadt spürte Mohammed den Spott dreier jüdischer
Mekka finden wir in Sure 43,88-89 den an ihn Stämme in Medina, die in ihm einen falschen
gerichteten Befehl, Nichtmuslime nicht zu Propheten sahen.
behelligen: „Er (Mohammed) spricht: O mein
Herr, es sind ungläubige Menschen. Gott aber 3. Offensive Kriegsführung um des
antwortet: Trenne dich von ihnen, und sprich: islamischen Glaubens willen
Friede…“ Als Mohammed als Warner auftrat
und mit seiner kleinen Gruppe von Nachfolgern Nachdem sich Mohammeds politische und
viel Spott und Leid ertragen musste, finden wir militärische Übermacht gefestigt hatte, finden
im Koran die tolerante Aussage an die Adresse sich deutliche Anweisungen zur Ausbreitung
seiner Gegner: „Ihr habt eure Religion, und ich des Glaubens durch Gewalt und
habe die meinige“ (109,6). Die Mekkaner sahen Benachteiligung Andersgläubiger in den letzten
durch die Predigt Mohammeds von dem einen ihm offenbarten Suren: „… tötet die
Gott ihre wirtschaftliche Existenz als Götzendiener, wo ihr sie auch finden mögt;
Wallfahrtsort mit der Verehrung vieler Götter in oder nehmt sie gefangen, oder belagert sie,
Gefahr (9,28). Einige der ersten Muslime waren und lauert ihnen auf allen Wegen auf. Bereuen
Sklaven und wurden von ihren Herren wegen sie dann, und verrichten sie das (islamische)
ihres neuen islamischen Glaubens misshandelt Gebet zur bestimmten Zeit und geben
oder sogar getötet. Daraufhin flüchteten einige (islamische) Almosen, dann lasst sie frei
von Mohammeds Anhängern auf das Gebiet ausgehen; denn Gott ist verzeihend …“ (9,5;
des heutigen Äthiopiens, wo sie bei orthodoxen s.a. 9,36+41; 8,39+60; 4,89). Mohammed
Christen Zuflucht fanden. - Auch noch in der selbst leitete eine ganze Anzahl von Kriegs-
ersten Zeit in Medina, als Mohammed sich als und Eroberungszügen und befahl eine noch
Politiker und später als Feldherr betätigte, größere Zahl. So finden sich z. B. in den
finden wir die Aussage: „Es gibt keinen Zwang Hadithsammlungen Bukharis und Muslims
in der Religion“ (2,256). Er hoffte noch, die ganze Abschnitte zu Kriegshandlungen.
Juden der Stadt durch Argumente für den Islam Animisten wird verboten, zum mekkanischen
gewinnen zu können. Ähnliche Aussagen Tempel (Kaaba) zu pilgern: „O ihr Gläubigen,
Mohammeds gibt es in den Hadith- wahrlich die Götzendiener sind als unrein zu
Sammlungen. betrachten und sie dürfen daher, wenn dieses
Jahr vorüber ist, sich dem heiligen Tempel nicht
2. Aufforderung zur Gewaltanwendung als mehr nähern…“, und Muslime werden
Verteidigung und zur Ausbreitung des Islam aufgefordert, gegen die Buchbesitzer, also
Juden und Christen, zu kämpfen und sie
Nach der Auswanderung in die Stadt Medina wirtschaftlich und sozial zu demütigen, damit
hatten die Nachfolger Mohammeds dort keine auch sie den Islam annehmen: „…Bekämpft
direkte physische Gewalt durch Nichtmuslime diejenigen der Schriftbesitzer, welche nicht
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glauben an Gott und den Jüngsten Tag, und die religiöses (theokratisches) System, welches
das nicht verbieten, was Gott und sein das Gesetz Gottes, die Scharia, für alle
Gesandter verboten, und sich nicht zur wahren Menschen durchsetzen will, das nicht zur
Religion (Islam) bekennen, solange, bis sie Toleranz neigt. Wenn sich in Zukunft in Europa
ihren Tribut entrichten und gänzlich unterworfen eine starke islamische Minderheit oder sogar
sind … die Christen sagen: Christus ist der Mehrheit bildet, ist zu erwarten, das (wie heute
Sohn Gottes. Sie sprechen das nur mit dem in islamischen Ländern sichtbar)
Munde, und wiederholen so, was die Andersgläubige und vom Glauben Abgefallene
Ungläubigen, welche vor ihnen lebten, bereits unterdrückt und verfolgt werden.
gesagt haben. Gott wird sie schon strafen ihrer Eine vergleichbare Theokratie gab es nur im
Lügen wegen“ (9,28-31). Alten Testament im jüdischen Volk, das in
Der Koran befiehlt auch solchen Muslimen den einem örtlich und zeitlich sehr begrenzten
Krieg, die mit Gewalttat nichts zu tun haben Rahmen das Gericht Gottes ausüben sollte -
wollen: „Der Krieg ist euch vorgeschrieben, und und das später selber unter Gottes Gericht
er ist euch verhasst? Aber vielleicht, dass ihr furchtbar zu leiden hatte, wie im Alten
etwas hasst, was gerade gut, und vielleicht, Testament zu lesen ist. Dabei wurde aber nie
dass ihr etwas liebt, was euch gerade schädlich zur Gewaltanwendung für die Ausbreitung des
ist. Gott weiß das, ihr aber nicht“ (2,216). jüdischen Glaubens aufgefordert oder diese
In den Hadithen finden wir diese Aussagen gutgeheißen. - Christen können als Nachfolger
bestätigt, nach denen Mohammed Menschen des Christus weder Gewalt zur Bestrafung
bedrohte, bis sie den Islam annahmen: „Allahs Abgefallener noch kriegerische Handlungen zur
Apostel sagte: Mir wurde befohlen die Ausbreitung ihres Glaubens durch ihre
Menschen zu bekämpfen, bis sie sagen: Offenbarungsschrift rechtfertigen. Jesus
„Niemand außer Allah darf angebetet werden.“ Christus litt und starb unter seinen
Und wenn sie das sagen und unser Gebet Widersachern, ohne sie mit Gewalt zu
beten (arabisches Salat) und die gleiche bedrohen (Mt 26,53). Er tat das aus freier
Gebetsrichtung haben und schlachten, wie wir Entscheidung (Joh 10,18), zur Vergebung der
schlachten, dann ist ihr Blut und Besitz heilig Sünden und hat damit die Herzen vieler
(d.h. dann werden sie verschont)“ (Bukhari, Menschen erobert (Joh 12,32). Wahrheit
Band 1, Buch 8 Nr. 387). braucht Toleranz nicht zu fürchten.
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Fazit

Im Koran stehen sowohl Verse, die zur


Toleranz aufrufen, als auch Verse, die den
Kampf gegen Nichtmuslime, besonders vom
Islam Abgefallene, anordnen. Das gibt
Muslimen die Möglichkeit, aus den vielfältigen
Aussagen des Korans die Verse auszuwählen,
die ihnen am meisten zusagen, und sich je
nach Situation an den einander
widersprechenden Verhaltensweisen
Mohammeds zu orientieren. Damit bleiben die
islamischen Aussagen zur Toleranz letztlich
unverbindlich. So können tolerant denkende
Muslime im Koran durchaus Zitate finden, die
ihre Meinung bestätigen. Die islamische
Theorie der Aufhebung früherer Koranverse
durch spätere verleiht allerdings den von
Intoleranz geprägten Aussagen ein stärkeres
Gewicht. So erscheint der Islam als ein
politisches, kulturelles, wirtschaftliches und
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Ehre und Schande in Koran und Hadithen


Gott ehrt die, die mit eigenem Vermögen und
Koran persönlichem Einsatz Krieg führen: Gott
zeichnet die mit gewaltigem Lohn aus, die „mit
Im Koran tauchen die Begriffe Ehre und ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person
Schande nur vereinzelt auf. Gott selber wird als Krieg führen, gegenüber denjenigen, die
der Ehrwürdige bezeichnet (Sure 55,78). Ganz daheim bleiben“ 4,95) und zeichnet sie mit
allgemein kann gesagt werden, dass Gott die besonderen Rangstufen aus (4,96; ähnlich
Söhne Adams geehrt hat – indem er sie zum 9,20).
Beispiel vor vielen anderen Geschöpfen
sichtlich ausgezeichnet hat (17,70-71). Gott und Menschen ehren durch maßvolle
Außerdem geht es vor allem um die Ehre, die Freigebigkeit gegenüber Gläubigen:
Allah den rechten Gläubigen dadurch erweist, Freigebigkeit wird als Ehrerweis gesehen. Es
dass er sie nach dem Tod ins Paradies einlässt kann eine Prüfung Gottes sein, wenn er einem
(70,35). Sie „werden ehrenvoll aufgenommen in Menschen Ehre und Wohltaten erweist – oder
den Gärten der Wonne“ (37,42-43). Ein äußerer sie ihm wieder entzieht. Die Menschen müssen
Ausdruck für die Ehre, die ihnen zuteil wird, sich aber vorwerfen lassen, dass sie die
sind unter anderem die kostbaren Gewänder, Waisen nicht ehren und nicht für die Armen
die sie tragen (76,21). - Was im Alltag im sorgen (89,15-20). „Ehren“ erscheint hier auch
zwischenmenschlichen Bereich unter Ehre und als materielle Fürsorge. Der Gläubige soll mit
Schande verstanden wird, ist im Vorderen Gaben (an Verwandte, Arme, Reisende, an in
Orient viel mehr durch Traditionen bestimmt, Not geratene Gläubige) nicht knausern, als
die innerhalb der Familien gelebt werden. wäre „seine Hand an den Hals gebunden“, er
Darüber ist bereits ein Minikurs vorhanden (vgl. soll aber auch nicht hemmungslos Geschenke
Orientierung 4/2005, S. 13: Ehre und Schande). austeilen – „damit du (schließlich) nicht getadelt
und (aller Mittel) entblößt dasitzt!" (17,29) Wer
Gott ehrt den, der richtig glaubt, Pflichten maßlos bzw. knauserig ist, wer unberechtigt
einhält und den nötigen Eifer hat: Das Jenseits, tötet, wer Unzucht begeht: „Ihm wird die Strafe
die paradiesischen Gärten, zu erreichen, ist an verdoppelt werden und erniedrigt (verachtet)
Bedingungen gebunden: Gebet, Almosen, wird er der Strafe ausgesetzt bleiben“ (25,68-
Glauben, keinen außerehelichen Sexualverkehr 69).
... (70,22-35). Zum richtigen Glauben gehört
auch der nötige Eifer. Bereits im diesseitigen
Leben werden Gläubige dafür reichlich bedacht Hadithen
und erhalten im jenseitigen Leben noch höhere
Ehre. Wer nicht auf den von Mohammed Aus der Fülle von Hadithen einige Zitate: Laut
verkündigten einen Gott vertraut, hat mit Tadel Bukhari, Muslim und Nasa'i sollen die eigenen
und Ausgrenzung zu rechnen (17,19-22). Eltern geehrt werden; selbst die Teilnahme am
Heiligen Krieg ist demgegenüber
zurückzustellen. Mangelnde Ehrerbietung
Gott ehren heißt: auf Mohammed hören und gegenüber den Eltern zählt zu den großen
ihm kompromisslos dienen: Wohlergehen wird Sünden. Bei den Eltern spielt die Ehre der
denen versprochen, die an Mohammed Mutter eine Sonderrolle: die Gemeinschaft mit
glauben, ihn ehren und unterstützen „und dem ihr wird der mit dem Vater vorgezogen. Von der
Licht folgen, das mit ihm herab gesandt worden Mutter wird gesagt: „Das Paradies liegt zu ihren
ist“ (7,157). Willkürlich kann Gott über Macht Füßen“.
und Ehre verfügen: er verleiht Ehre und „Beneidet einander nicht. Überbietet euch nicht
erniedrigt, wie es ihm beliebt (3,26). Wer nur an gegenseitig im Handel. Hasst nicht einander.
einen Teil der Schrift glaubt, verdient „Schande Kehrt nicht einander den Rücken… Der Muslim
im diesseitigen Leben. Am Tag der ist der Bruder des Muslims… er ist für einen
Auferstehung werden sie der schwersten Strafe anderen Muslim unantastbar: sein Blut, sein
zugewiesen werden“ (2,85). Eigentum und seine Ehre“ (Muslim). Der
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Muslim, der „an Allah und den Jüngsten Tag Verachtung, körperliche Misshandlung oder ein
glaubt, der soll seinen Nachbarn ehren“, er „soll verunehrendes Leiden gehören, das nach dem
seinen Gast ehren“ (Bukhari und Muslim). Vorbild von Christus um der Liebe willen
getragen werden muss (Jes 53,1ff; 1.Petr 2,23f;
„Das Gebet des Mannes mit der Gemeinschaft Hebr 12,2). Diese Unehre kann aus der Kraft
(anderer Muslime) ist 25 mal besser als sein Gottes bewältigt werden (2.Kor 6,8ff). Die
Gebet in seinem Haus oder in seinem Schande (Röm 1,24.26) liegt vor allem darin,
Geschäft“. Sind die Motive rein und ist die dass der Mensch aus der gottgegebenen Ehre
Waschung vollzogen, „so (gereicht) dient ihm herausfällt und seinen Leib missbraucht. Nicht
jeder Schritt zum Gebet zur Erhöhung seiner nur durch Perversion, sondern auch durch
Rangstellung um eine Stufe und zur Vergebung falsche Askese (Kol 2,23) wird die Ehre verletzt,
einer Sünde“ (Bukhari). Wer dagegen „dem die wir vor Gott haben sollten. Anders als im
Freitagsgebet dreimal aus Nachlässigkeit Alten Testament hat im Neuen Testament der
fernbleibt, dem versiegelt Gott sein Herz“ (Abu Segen durch äußere Güter seine Rolle als
Dawud). Basis für die Ehre weithin eingebüßt.
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„Zu dem, was die Menschen von den Worten
des früheren Prophetentums erhalten haben
(gehört): Wenn du dich nicht schämst, so tu,
was du willst“ (Bukhari). Dieser Hadith hat zwei
anerkannte mögliche Auslegungen: 1) dass
man seinem eigenen Gewissen folgen kann, so
lange man sich nicht schämt, oder 2) dass es
für jemanden, der keinerlei Schamgefühl hat,
nichts gibt, das ihn hindern könnte, so zu
handeln, wie er will, also auch schlecht.

Biblische Gegenüberstellung

Gott hat uns Menschen von Anfang an Ehre


gegeben und uns über seine Schöpfung
gesetzt. Er hat sie unserer Fürsorge anvertraut.
Gott ehrt uns durch die Gottesebenbildlichkeit,
die das Wesen des Menschen bestimmen soll
(Ps 8,5ff). Gott wirft seinem Volk Israel vor,
dass es nicht versteht, worin seine tiefste
Schande liegt: in der Untreue gegen Gott (Jer
6,15). Diese Schande gilt es zu erkennen (Hes
16,63). Untreue hatte Schmach und Schande
vonseiten der Feinde Israels zur Folge (Jes
61,7), was vor allem Ausbeutung und ständige
Angst bedeutet.

Christen sollen alle Menschen, auch den


Kaiser, ehren (1.Petr 2,17). Durch den Heiligen
Geist gehören auch Sklaven und Nicht-
Israeliten zur Gemeinde (1.Kor 12,13).
Während der Christ nach dem Neuen
Testament keinen Menschen in Unehren halten
darf, muss er dagegen die eigene Verunehrung
um Jesus willen ertragen. Dazu kann
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Islamische Feiertage und Feste Verheißung und des Glaubens“. Es spielt im


Islam keine Rolle, dass Ismael von Abraham
Im islamischen Festkalender sind sowohl eigenmächtig gezeugt wurde. – Es ist nicht
Spuren der jüdisch-christlichen als auch der zufällig, dass das wichtigste islamische Fest an
arabisch-heidnischen Tradition erkennbar. Die Abraham erinnert. Da er vor Mose und vor
meisten Feste und Gedenktage aber haben Jesus lebte und trotzdem ein frommer Verehrer
rein islamischen Charakter. Sie werden auf des einen Gottes war, gilt er als Beweis dafür,
Muhammad zurückgeführt, sind allerdings erst dann man nicht Jude oder Christ werden
im Laufe der Zeit nach ihm ausgeformt worden. müsse, um Allah in rechter Weise zu verehren
Das Festjahr richtet sich nach dem und zu dienen. Insofern ist das Opferfest auch
Mondkalender. Deshalb verschieben sich die eine bewusste Abgrenzung gegenüber
Feste jeweils um 10 bis 11 Tage gegenüber Judentum und Christentum.
dem Sonnenjahr.
Das Fest des Fastenbrechens
Das Opferfest Als das „kleine Fest“ gilt das Fest zur
Als das „große Fest“ gilt das „Opferfest“ Beendigung des Fastenmonats Ramadan
(türkisch: Kurban Bayramı), das zur Erinnerung (türkisch: Şeker Bayramı, d.h. „Zuckerfest“). Es
an Abrahams Bereitschaft gefeiert wird, seinen wird ebenso ausgiebig wie das Opferfest
Sohn zu opfern. Da der Sohn durch einen gefeiert, da es im Bewusstsein der Menschen
Widder ausgelöst wurde, werden in der ganzen nach den Entbehrungen des Fastens fast noch
islamischen Welt Schafe oder andere Tiere wichtiger ist als das Opferfest. Es beginnt
geschlachtet und gemeinsam verzehrt. Es gilt ebenfalls am frühen Morgen mit einem
als verdienstlich, vom Fleisch armen Menschen besonderen Festgebet, an dem in erster Linie
abzugeben oder sie zum Essen einzuladen. Männer und einige ältere Frauen teilnehmen.
Gefeiert wird dann in ähnlicher Weise wie beim
Das Opferfest wird am 10. Tag des Opferfest.
Wallfahrtsmonats und an den folgenden Tagen
gefeiert, also zugleich mit den Pilgern, die an Das Fest des Fastenbrechens wird am 1. Tag
diesem Tag in Mina bei Mekka Tiere schlachten des Monats Schawwâl gefeiert, der auf den
und verzehren. Die Muslime weltweit nehmen Ramadan folgt. Traditionell muss der Neumond
gewissermaßen symbolisch an der Pilgerfahrt mit bloßem Auge gesehen werden können. Das
teil. Das Fest beginnt mit einem besonderen kann dazu führen, dass das Fest in einzelnen
Festgebet, das in der Morgenfrühe in den Ländern um einen Tag zeitversetzt gefeiert
Moscheen oder auf besonderen Gebetsplätzen wird. – Bereits in den voran gehenden
im Freien gehalten wird. Ramadan-Nächten herrscht in islamischen
Ländern eine feierliche Stimmung. Das Ende
An den Festtagen besuchen sich Familien und des Fastens wir mancherorts durch
Bekannte gegenseitig. Besondere Festspeisen Kanonenschüsse angezeigt. Die Gebetsrufer
werden angeboten. Kinder bekommen neue laden zum Sonnenuntergangsgebet ein. Es
Kleider, und die Erwachsenen ziehen sich folgt ein üppiges Essen in der
festlich an. Man trifft sich in Parks, in denen Familiengemeinschaft, oft auch mit den
besondere Vergnügungen angeboten werden. Nachbarn. Man besucht sich gegenseitig und
Viele Menschen suchen aber auch die bleibt bis weit nach Mitternacht auf. In den
Friedhöfe auf und erwarten davon besonderen Moscheen finden Koranrezitationen, erbauliche
Segen. In Europa nehmen sich viele Muslime Ansprachen und besondere religiöse Übungen
Urlaubstage, um das Fest feiern zu können. statt. Ein religiöser Höhepunkt ist die 27.
Ramadan-Nacht, in der nach der Überlieferung
Abweichend vom biblischen Bericht hat sich im Muhammad die erste Offenbarung erhalten
Islam die Meinung durchgesetzt, dass Ismael haben soll.
und nicht Isaak hätte geopfert werden sollen,
da für den Islam der ältere Sohn Ismael Die Muhammad-Feste
wichtiger ist als Isaak, der „Sohn der
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Die weiteren Feste sind Tage, an denen in Sie schaffen unter den gemeinschaftlich
besonderer Weise an Muhammad gedacht Feiernden eine große Solidarität. Dies spüren
wird. Die Ausgestaltung erfolgte vermutlich in besonders Christen, die als kleine Minderheiten
bewusster Abgrenzung zu den Christus-Festen in islamischen Ländern leben. In Europa
Weihnachten, Ostern und Himmelfahrt Jesu. schweißen die Festtage die muslimischen
Außer dem Empfang der ersten Offenbarung Gläubigen zusammen. Man ist sich bewusst, zu
durch Muhammad am 27. Ramadan wird einer weltweiten Gemeinschaft zu gehören.
dessen Geburtstag (am 12. des Monats Rabî’ Deshalb fördern die Feste die Separation von
II) und seine angebliche „Himmelsreise“ der Mehrheitsgesellschaft. Für Christen sind die
(Mi’radsch, am 27. Radschab) gefeiert. Die muslimischen Feste aber eine gute Möglichkeit,
Muhammad-Feste spielen im Sufismus , dem muslimische Nachbarn und Bekannte zu
mystischen Islam, und im sogen. Volksislam besuchen, zum Fest zu gratulieren und damit
eine große Rolle. Die religiösen Bruderschaften Brücken zu schlagen.
veranstalten besondere Umzüge, religiöse
Übungen und Feierlichkeiten, an denen viele Für Christen liegt es nahe, beim Opferfest zu
Muslime teilnehmen und von denen ein bezeugen, dass Jesus Christus für die Sünden
besonderer Segen erwartet wird. der Menschheit geopfert wurde. Für Muslime ist
es kaum zu begreifen, dass einsündloser
Regionale und örtliche Feste „Gesandter Allahs“ an der Stelle sündiger
Im schiitischen Islam gedenkt man am 10. Menschen geopfert worden sein soll, während
Muharram an ein für die Schiiten tragisches bei der „Opferung des Sohnes Abrahams “ der
Ereignis, die Tötung des Muhammad-Enkels wertvolle Sohn des Glaubensvaters durch ein
Hussein durch die Krieger des omaijjadischen minderwertiges Tier ausgelöst wurde. Gerade
Kalifen Yazid I im Jahr 680 n. Chr. in Kerbela. in diesem „Skandal“ liegt jedoch die ganze
Hussein gilt als Märtyrer, und sein Tod wird christliche Botschaft!
durch „Passionsspiele“ und durch blutige
Selbstgeißelungen vergegenwärtigt. Außer Es ist auch nicht einfach, mit Muslimen über
Kerbela ist Nadschaf (beide Orte liegen im Irak) den Sinn bzw. Unsinn des Fastens – der
für die Schiiten ein wichtiger Wallfahrtsort, da Nahrungsverbrauch steigt im Fastenmonat
hier Ali, der Schwiegersohn Muhammads, erheblich an! – zu sprechen. Christen können
ermordet wurde. Um die Schreine dieser aber bezeugen, dass ihr ganzes Leben Gott
schiitischen Märtyrer sind prächtige Moscheen geheiligt ist und sie deshalb nicht bestimmte
gebaut worden, zu denen alljährlich große Fastentage einhalten müssen, sondern täglich
Menschenmassen pilgern. zu vielen Dingen Nein sagen, die nicht
gottgewollt sind.
Außer den großen schiitischen Schreinen und
den mit ihnen verbundenen Wallfahrten gibt es www.orientdienst.de
in der gesamten islamischen Welt regional und
örtlich mehr oder weniger bedeutende
Schreine, an denen jährliche Wallfahrtsfeste
(Sing. Mûlid) gefeiert werden. Die Erwartung
von Segen durch Berührung der Grabbauten,
der Schreine und Reliquien der jeweiligen
„Heiligen“ spielt dabei eine große Rolle. Vor
allem für Frauen sind diese Wallfahrten eine
begehrte Möglichkeit, Segen zu erlangen.

Christen und die muslimischen Feste


Die Feste haben für die islamischen
Gesellschaften einen sehr hohen Stellenwert.
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Nationalismus und Islam hervorgingen, führte das zu einer Vorherrschaft


des Arabertums innerhalb des Islam.
Islam und Nationalismus treten in Geschichte
und Gegenwart häufig gemeinsam auf. Worte Großislamische Folgereiche herrschten dann
wie islamistischer Nationalismus und als islamische Dynastien über das Erbe des
Panturkismus oder Panarabismus gemischt mit Islam: die Umayyaden Kalifen (661-750); die
Panislamismus versuchen diese Verbindung zu Abbasiden Kalifen (750-1258), die Fatimiden
beschreiben. Es ist uns unmöglich in Kürze in Sultane und Kalifen in Nordafrika (930-1171),
jedem einzelnen Land die Entwicklungen bis die Seldschuken Sultane in Bagdad und Konya
heute darzustellen. Deshalb begrenzen wir uns (1055-1307) und schließlich die Dynastie der
hier auf einige Grundlinien und Ausschnitte. türkischen Osmanen (1288-1922). Diese
vereinten einmal mehr, einmal weniger
Ursprünge religiöse und weltliche Macht in einem Amt,
Beim Betrachten der Entstehung des bestanden zeitweilig nebeneinander und
islamischen Staates fällt auf, dass Mohammed umfassten unterschiedlich große Bereiche der
als Gründer der islamischen Gemeinschaft gesamten islamischen Umma. 1924 wurde der
sowohl religiöses als auch staatliches letzte islamische Kalif durch Atatürk abgesetzt
Oberhaupt war. Mohammed baute an einem und das Kalifat abgeschafft.
einzigen islamisch-arabischen Staatswesen auf
der arabischen Halbinsel und kämpfte darum, Obwohl Nationalismus von einzelnen
die rivalisierenden Nomadenstämme und muslimischen Staaten mit dem Islam nicht
zersplitterten Völker der arabischen Halbinsel vereinbar scheint, gab es geschichtlich häufig
zu einer Einheit unter dem Banner des Islams einen nationalistischen, manchmal sogar einen
zu verbinden. Nach seinem Vorbild strebten rassistischen Islam. So kommt es, dass es
viele spätere islamische Ideologen als Ideal innerhalb der arabischen Völker starke
einen einzigen weltumspannenden islamischen Abneigungen untereinander gibt, ebenso
Staat an. zwischen Arabern und Iranern und zwischen
Im Koran wird andererseits anerkannt, dass Türken und Arabern. Letzteres lässt sich auf die
Allah viele Nationen mit ihren Eigenheiten Ausbeutung der Araber durch die osmanischen
geschaffen hat (Sure 49,13), er jedem Volk Türken zurückführen. Dazu kommt die
einen Botschafter sandte (10,47; 4,64; 43,6) Überzeugung der Araber, ein Kalif solle aus
und sich jedes Volk vor ihm verantworten muss ihrem Volk kommen, insbesondere dem Stamm
(45,28; 18,47). Doch mit der Aussage, das Mohammeds, den Quraisch.
Beste aller Völker sei das islamische Volk Mit der Ausbreitung des Islam bis nach China,
(3,110), wird ein panislamisches Volk Indonesien und andere weit entfernte Länder
eingeführt, dessen islamische Religion über war es damals nicht mehr möglich, ein
alle anderen Religionen siegen muss (9,33; großislamisches Reich aufrechtzuerhalten. Im
61,9). Zuge des Kolonialismus wurden durch
In den Hadithen (Aussprüche und westliche Kolonialmächte unter anderem auch
Lebensvorbild Mohammeds) gibt es Hinweise, in islamischen Gebieten Kolonien gegründet
dass Mohammed das Stammesdenken und und Landeinteilungen vorgenommen, die auch
den Nationalismus bekämpfte, da sie ihm für nach Ende der Abhängigkeiten
die Ausbreitung des Islams hinderlich schienen. weiterbestanden und von den Muslimen der
jeweiligen Länder bis auf einige Ausnahmen
akzeptiert wurden.
Großislamische Reiche und ihre
Zerschlagung Panislamistischer Nationalismus
Da Mohammed selbst Araber war und auch Anhänger der „Salafiyya“, die zu den
seine ersten vier Nachfolger („die Ursprüngen der islamischen Religion
rechtgeleiteten Kalifen“ 632-661 n. Chr.) aus zurückkehren wollen, streben teilweise wieder
dem mekkanischen Araberstamm der Quraisch das Ziel eines panislamischen Einheitsreiches
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an. Dazu gehören die Muslimbrüder, die sich wirtschaftliche Interessen etc. spielen, müsste
ganz bewusst gegen einen arabischen im Einzelnen analysiert werden und scheint oft
Nationalismus wenden. Andere Islamische kaum zu entwirren.
Nationalisten wie Raschīd Ridā (1865-1935)
waren auch Vertreter des Panislamismus. Sie Nationalität in christlicher Perspektive
suchen die Vereinigung aller islamischen
Völker. Es gibt viele Schattierungen dieser Nach der Bibel hat zwar Gott durch Abraham
Rückbesinnung. So befürwortete Ridā den das israelische Volk auserwählt, doch mit dem
Panarabismus. Er war gegen den Ziel, durch dieses Volk alle Völker der Welt zu
einzelstaatlichen arabischen Nationalismus und segnen. Denn das Heil kommt von den Juden
propagierte die Gründung eines unabhängigen (Joh 4,23). Trotzdem sollte Israel keinen
arabischen Großstaates, was ein Traum blieb. überzogenen Stolz entwickeln, denn in der
Sein Gegenstück im türkischen Bereich, Ziya Bibel werden seine vielen Sünden unverhüllt
Gökalp (1876-1924), verlieh seinem dargestellt. Auch das neutestamentliche Volk
Nationalismus einen pantürkischen Anstrich. Gottes wird stark in die Selbstkritik geführt.
Der Islam sollte dabei die integrierende Kraft Jesus war zeit seines Lebens mit wenigen
bleiben. Der charismatische türkische Denker, Ausnahmen nur zu den Juden gesandt, aber
Fetullah Gülen, verbreitet heute weltweit die nach seiner Auferstehung ertönte der Befehl
Synthese eines nationalistisch-türkischen Islam zur Weltmission (Mt 28,18-20). Jesus sagte
mit seinem Bildungsnetzwerk erfolgreich. vorher, es werde sich Nation gegen Nation
erheben und es werde schreckliche Kriege
Nationalistische Konflikte unter den Völkern geben (Mt 24,6-7). Der
Nationalismus wird als Krankheit der Völker um
Die strenge Verbindung von Staat und Religion sich greifen. Andererseits werden jetzt
im Islam erklärt teilweise die Unterdrückung verfeindete Völker, wie der Irak, Israel und
und Benachteiligung nichtislamischer Ägypten - vermutlich im angekündigten
Volksgruppen in islamischen Ländern. Dort wo Millennium - ein Brudervolk werden (Jes 19,24-
der Islam sich mit Rechtsextremismus, 25).
Rassismus und Faschismus verbindet, kann es
zu furchtbaren Völkermorden kommen. Als Christen nehmen die Zugehörigkeit zu ihrer
Beispiel sei hier nur der Sudan angeführt, der Nation – wie die zu ihrer Familie - als Geschenk
von Saudi Arabien unterstützt gegen die und Auftrag Gottes an und danken ihrem Herrn
Bevölkerung in Dafur seit 2003 massiv vorgeht. für alle Errungenschaften ihres Volkes, die ja
auch ihnen zugute kommen. Zugleich wissen
sie sich mit Christen anderer Nationen geistlich
Aber auch zwischen islamischen Volksgruppen verbunden. Christlicher Nationalismus dagegen
kann es lang andauernde bewaffnete Konflikte findet in der Bibel kein Fundament. Wo dieser
geben. Das belegen die Kämpfe zwischen (leider in einer Fülle von traurigen Beispielen)
(muslimischen) Kurden und Türken bzw. in der Geschichte auftrat, handelt es sich
Arabern (im Irak) sowie zwischen Iran und eindeutig um Verirrungen, über die Christen
verschiedenen arabischen Staaten in den Buße tun sollten. Die Nationalität sollte bei
Golfkriegen. Christen im Konfliktfall mit ihrem Glauben
immer eine untergeordnete Rolle spielen. Der
Krawalle in Paris (2005) unter muslimischen Aufbau eines christlichen Reiches oder gar
Nordafrikanern und Morde in London (2008) Weltstaates ist für Christen unmöglich, da sich
unter Jugendlichen des subindischen das Reich des Christus in den Herzen der
Kontinents zeigen die Gefahr eines mit sozialen Menschen ausbreitet (Lk 17,21) und bis zur
Problemen gekoppelten patriotischen Islam in Wiederkunft von Jesus nicht von dieser Welt ist
Europa. (Joh 18,36). Doch selbst dann behalten die
Völker ihre Freiheit (Sach 14,17), bis ein neuer
Welche Rolle dabei jeweils Nationalismus, Himmel und eine neue Erde mit neuen
Islam, die Machtansprüche einzelner Herrscher Gesetzmäßigkeiten von Gott erschaffen werden
oder Gruppierungen, soziale Fragen,
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(Offb 21,1). Die Bibel bejaht die Völker,


Nationen, Sprachen und Unterschiedlichkeiten
- obwohl zumindest die verschiedenen
Sprachen aus einer gottesfeindlichen
Selbstüberhöhung des Menschen beim
Turmbau zu Babel entstanden (1.Mose 11,4-6).
Doch auch die Aufteilung der Menschheit in
viele Nationen findet durch die Versöhnung mit
Gott durch Jesus Christus die Anerkennung
Gottes (Offb 5,9).
Der Prophet Daniel kündigte an, dass zur Zeit
des Römerreiches Gott selbst beginnen werde,
sein Reich aufzurichten, was in Jesus Christus
geschah: „Aber in den Tagen jener Könige wird
der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das
ewiglich nie untergehen wird; und sein Reich
wird auf kein anderes Volk übergehen; es wird
alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein
Ende machen; es selbst aber wird ewiglich
bestehen.“ (Dan 2,44)

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Die „vermenschlichende“ Rede den Himmeln und was auf der Erde ist… Sein
von Allah – „Anthropomorphismen“ Thron umfasst die Himmel und die Erde, und es
fällt ihm nicht schwer, sie zu bewahren.“
Der Koran gebraucht für die Umschreibung der (Khoury, ähnlich Paret). „Thron“ ist also
Eigenschaften Allahs Vergleiche mit Ausdruck von Allahs Weltherrschaft. Er ist der
menschlichen Merkmalen. Das war und ist für „Herr des ehrwürdigen Thrones“ (23,116 nach
die muslimischen Theologen ein erhebliches Khoury, vgl. auch 20,5 und 25,59). Er ist der
Problem. Wie kann man so „menschlich“ von „wahre König“ (20,114; 23,116) – einer der
Allah reden, wo Allah doch von allem „schönen Namen“ Allahs (vgl. 7,180; 20,8). –
Menschlichen geschieden ist? Müssen diese Zu diesen Namen Allahs gehört „der Sichtbare“
Ausdrücke, die Allah dem Menschen (Sure 57,3 nach Khoury, Paret übersetzt
„verähnlichen“, „wörtlich“ oder „übertragen“ „erkennbar“). Das ist merkwürdig angesichts
(metaphorisch, allegorisch) verstanden der Verborgenheit Allahs, die ebenfalls in Sure
werden? 57,3 ausgesprochen wird: „Er ist der Sichtbare
und der Verborgene.“ (Khoury).
Beispiele aus dem Koran
Nach dem Koran hat Allah ein „Antlitz“. So heißt Auf jeden Fall legen diese Ausdrücke die
es in Sure 55,26f. (Zitate nach A. Th. Khoury, Vermutung nahe, dass Muhammad Allah
Der Koran Arabisch-Deutsch, Gütersloh 2004): personal verstand. Wahrscheinlich war er dabei
„Alle, die auf ihr [der Erde] sind, werden von seinen jüdischen Gewährsleuten
vergehen; bleiben wird nur das Antlitz deines beeinflusst worden. Das Alte Testament kann
Herrn.“ Die Übersetzung von R. Paret (8.Aufl. ähnlich „vermenschlichend“ von Gott reden.
2001) beseitigt den Anstoß durch folgende „Des HERRN Thron ist im Himmel. Seine
Wiedergabe: „Dein Herr, der Erhabene und Augen sehen herab, seine Blicke prüfen die
Ehrwürdige, bleibt bestehen.“ – Öfter (2,272; Menschenkinder. (Ps 11,4) „Die Himmel
6,52; 13,22; 18,28; 30,38f; 92,20) heißt es im erzählen die Ehre Gottes und die Feste
Koran, dass der Mensch „nach dem Antlitz verkündigt seiner Hände Werk.“ (Ps 19,2)
Gottes suchen“ (Khoury) soll, indem er betet „HERR, lass leuchten über uns das Licht
und von seinem Besitz abgibt. – Berühmt ist deines Antlitzes!“ (Ps 4,7)
Sure 2,115: „Gottes ist der Osten und der
Westen. Wohin ihr euch auch wenden möget, Unterschiedliche Deutungen in der
dort ist das Antlitz Gottes.“ (Khoury). muslimischen Theologiegeschichte
Die muslimischen Theologen fanden
Ähnlich ist die Rede von Allahs „Augen“. Nach unterschiedliche Antworten auf das Problem.
Sure 52,48 tröstet Allah Muhammad mit den Es hat immer eine theologische Richtung
Worten: „Sei geduldig, bis dein Herr sein Urteil gegeben, die den Koran als vernünftig
fällt. Du stehst vor unseren Augen.“ (Khoury). – erweisen wollte. Sie vergeistigte die
In Sure 54,14 sagt Allah, dass die Arche Noahs Anthropomorphismen. Unter dem „Thron
„vor unseren Augen dahinfuhr“ (Khoury). Paret Allahs“ verstand sie sein Weltregiment, unter
interpretiert jeweils durch die Übersetzung: seinen „Händen“ seine schöpferische und
„unter unserer Obhut“. beschützende Macht, unter seinen „Augen“
seine Allgegenwart und unter seinem „Antlitz“
Allah hat „Hände“. Nach Sure 5,64 sagt Allah selbst als im Gebet zu suchenden.
Muhammad von Allah: „Seine Hände sind
ausgebreitet, und Er spendet, wie Er will.“ Bekannt wurde die frühe theologische Schule
(Khoury, ähnlich Paret). Es geht hier um das der Mu'taziliten (8./9. Jahrhundert n. Chr.),
reichliche Schenken Allahs, u.a. in der welche die Logik des Aristoteles heranzog, um
„Herabsendung“ des Korans. den Koran systematisch zu durchdenken und
gegenüber seinen Kritikern als logisch zu
Allah „sitzt auf einem Thron“. Berühmt ist der erweisen. Um an einem rein geistigen
„Thronvers“ (2,255): „Nicht überkommt Ihn Gottesbegriff festzuhalten, deuteten sie die
Schlummer und nicht Schlaf. Ihm gehört, was in
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anthropomorphen Aussagen des Koran Idee“ oder der „erste Beweger“ innerhalb des
„übertragen“. einen Seins.

Dagegen wehrten sich die konservativen Eine Beurteilung aus christlicher Sicht
Theologen. Ihr erster großer Vertreter, Ibn Der Umgang mit den Anthropomorphismen
Hanbal (780-855 n. Chr.), forderte, alle macht einen wesentlichen Unterschied
Anthropomorphismen des Koran stehen zu zwischen biblischem Glauben und Islam
lassen und nicht zu interpretieren. Der Thron deutlich. Die Bibel bezeugt, dass Gott mit uns
Allahs und sein Thronsessel seien von Allah Menschen in Reden und Handeln
erschaffen und könnten deshalb nicht „Gemeinschaft“ haben möchte und sich uns
vergeistigt werden. Menschen auf verschiedene Weise „zuwendet“.
Alle vermenschlichenden Ausdrücke seien Um sich uns Menschen verständlich zu
wörtlich für wahr zu halten, allerdings „ohne machen, redet und handelt Gott sehr
Wie“ („amodal“). Der Thron Allahs sei nicht mit „menschlich“. Seine Tiefe hat diese Zuwendung
einem menschlichen Thron zu vergleichen, Gottes zu uns in der Menschwerdung
aber auch nicht erklärbar. Deshalb lehnte Ibn (Inkarnation) seines Wortes in Jesus Christus
Hanbal es ab, aus dem Handeln und den erreicht. Um Jesu willen können wir Christen
Eigenschaften des Menschen Schlüsse auf das menschlich von Gott reden und zugleich
Handeln Allahs zu ziehen. Solche Schlüsse festhalten, dass Gott der unverfügbare Gott
waren für ihn abzulehnende bleibt.
Anthropomorphismen, da durch sie Allah und
Mensch in eine Beziehung zueinander gebracht Das Bemühen der muslimischen Denker ist
würden. Um eine „Vermenschlichung“ Allahs zu dagegen darauf gerichtet, Allah von allem
vermeiden, lehnte Ibn Hanbal jede Diskussion Menschlichen fernzuhalten. Die muslimische
über die Eigenschaften Allahs ab. Theologie lehnt die Menschwerdung des
rettenden Wortes Gottes in Jesus Christus ab.
Die konservative Theologie folgte Ibn Hanbal Daran wird deutlich, dass sie die Erlösung des
weitgehend, obwohl es immer auch Menschen nicht für nötig hält. Insofern berührt
Kompromisse mit der rationalistischen Richtung die Frage nach der „Vermenschlichung“ Gottes
gab. Der große Gewährsmann des das Zentrum des biblischen Glaubens.
Hauptstroms der konservativen Theologie war
Al-Ash'ari (873-935 n.Chr.). Für ihn war der
Text des Koran ewig und nicht erschaffen. Die www.orientdienst.de
allegorische Auslegung der Rationalisten lehnte
er ab und lehrte ein wörtliches Verständnis des
Koran mit der Begründung, dass Allah den
Koran „in klarer arabischer Sprache“ (vgl. Sure
16,103) offenbart habe. Im Blick auf die
anthropomorphen Ausdrücke lehrte er wie Ibn
Hanbal, dass sie wörtlich, aber ohne konkrete
Vorstellung zu verstehen seien.

Ganz anders dachten die großen muslimischen


Philosophen. Sie gingen in der Vergeistigung
der Koranausdrücke noch weiter als die
rationalistisch denkenden Theologen. Sie
waren der Philosophie des Aristoteles und des
Neuplatonismus verhaftet. Während für die
rationalistischen Theologen Allah eine reale
Größe außerhalb des geschaffenen Seins
blieb, war er für die Philosophen die „höchste
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Sunniten Die Schiiten wurden politisch und religiös in


eine Minderheitenposition abgedrängt und von
Entstehung der sunnitischen Mehrheit als „Abtrünnige“
Nach Muhammads unerwartetem Tod am 8. häufig diskriminiert oder sogar hart verfolgt,
Juni 632 in Medina stand die islamische weshalb sie die Lehre von der „taqiya“
Gemeinschaft unvermittelt vor der Frage, wer (Vorsicht, Geheimhaltung) entwickelten.
religiöser wie politischer Führer der „umma“,
der muslimischen Gemeinde, werden sollte. Theologie und Herrschaft
Diese Frage führte unter den Anhängern Die sunnitische Theologie hält am
Muhammads zu einem tiefgreifenden Konflikt nichthinterfragbaren Vorbild Muhammads und
und schließlich zu einer Spaltung in mehrere der vier rechtgeleiteten Kalifen fest, deren
Gruppierungen. Aussprüche und Taten in der Überlieferung
(arab. hadith) niedergelegt sind. Die fünf
Eine kleinere Gruppierung, die später als Säulen des Islam – Bekenntnis, Gebet, Fasten,
„Schiiten“ (Schia = Partei) bezeichnet wurde, Almosen, Wallfahrt – gelten Sunniten als
forderte einen direkten Verwandten oder verbindlich, der Koran als unfehlbares
Nachfahren Muhammads, da nur auf ihm die Gotteswort, die Scharia als ewiges
Segenskraft des Propheten ruhe. Allerdings Gottesgesetz – auch wenn man sich selbst
war am Todestag Muhammads keiner seiner vielleicht nicht immer an die Vorschriften hält.
Söhne mehr am Leben und seine beiden
männlichen Enkel al-Hasan und al-Husain Im sunnitischen Islam gilt nur der Koran als
waren noch Kinder. unfehlbar, nicht aber der Kalif. Er ist nur der
Eine zweite Gruppe bildeten die Chari-dschiten Erfüller des Willens Gottes auf Erden. (Schiiten
(„die Ausziehenden“). Sie vertraten die betrachten den obersten Leiter der schiitischen
gegenteilige Auffassung, nämlich, dass der Gemeinschaft, den Imam, dagegen als
Nachfolger Muhammads nurmehr der fähigste unfehlbar.) Der sunnitische Herrscher erlässt
Mann der Gemeinschaft sein sollte, ganz theoretisch keine Gesetze, sondern bringt
unabhängig von seiner Herkunft und lediglich das Gesetz Gottes zur Anwendung
Abstammung. Die dritte und weitaus stärkste und ermöglicht seinen Untertanen so, nach der
Gruppierung, die der Sunniten („die Leute der Scharia ein gottgefälliges Leben zu führen.
Tradition“), verfocht, dass ein Mitglied des Dafür gebühren ihm Gehorsam und Loyalität.
Stammes Muhammads Kalif („Nachfolger“) Keine Einigkeit besteht unter muslimischen
werden sollte – also ein Quraysh – der aber Theologen in der Frage, was zu tun sei, wenn
zugleich durch einen Rat gewählt und durch der Herrscher diese Rolle nicht mehr erfüllt –
einen Treueeid bestätigt werden sollte, also darf er dann gewaltsam gestürzt werden? Der
Führungsstärke und Abstammung miteinander radikal-politische Islam vertritt heute, dass dann
verband. zum Wohle der islamischen Gemeinschaft
sogar die Pflicht besteht, einen „gottlosen“
Die Sunniten konnten sich im Kampf um die Herrscher zu beseitigen.
Nachfolge Muhammads durchsetzen und
stellten die ersten drei Kalifen, die weltliche und Einfluss
geistliche Herrscher zugleich waren: Abu Bakr Der sunnitische Islam breitete sich nach
(regierte 632-634), 'Umar (634-644) und Muhammads Tod rasch bis nach Spanien und
'Uthman (644-656). Erst danach konnten die Zentralasien aus. Auch theologisch behielten
Schiiten kurzzeitig einen ihrer Leute, 'Ali ibn Abi die Sunniten die Oberhand. Sie wurden als
Talib (656-661), den Neffen und Gründer der vier bedeutendsten Rechtsschulen
Schwiegersohn Muhammads, als vierten des Islam tonangebend in der Ausformulierung
Kalifen in Position bringen. Nach seiner des islamischen Gesetzes, der Scharia. Zwar
Ermordung jedoch sicherten sich die Sunniten wurde die berühmte, rund 1.000 Jahre alte al-
das Kalifat dauerhaft und machten es für die Azhar-Universität in Kairo ursprünglich von
Dynastien der Umayyaden (661-749) und der Schiiten gegründet, heute ist sie jedoch eine
Abbasiden (750-1258) für Jahrhunderte erblich. Hochburg sunnitisch-konservativer Lehre und
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entsendet jährlich Tausende Absolventen in Theologen kommen aus dem Sunnismus. Nicht
jeden Winkel der Erde. Auch die der sunnitische Islam an sich ist extremistisch,
einflussreichen Lehr- und „Missions“institute sondern die jeweilige selektiv-politische
Saudi-Arabiens zur Verbreitung des Islam sind Interpretation seiner Quellen.
rein sunnitisch geprägt. Staatsreligion ist der
Schiismus heute nur im Iran. Vorherrschend ist Fazit
der Schiismus heute nur im Iran und Irak, in Schiiten und Sunniten sprechen sich bis heute
Oman und Bahrain, im Libanon und in nicht selten gegenseitig den richtigen Glauben
Aserbaidschan. ab; Schiiten haben die sunnitischen Kalifen
häufig an hohen Festtagen verflucht. Die
Der Anteil der Sunniten macht gegenwärtig ca. tiefgreifende Spaltung zwischen Sunniten und
85-88% aller Muslime aus. Sunniten – Schiiten, die zu Spannungen, Hass, Gewalt und
allerdings nicht nur sie! – sehen sich häufig als Unterdrückung führte, hat bisher keine
die wahren Erben der Tradition Muhammads. grundlegende theologische oder menschliche
Gegenüber anderen Muslimen haben sie sich Versöhnung gefunden. Die islamische
oft unduldsam gezeigt. Aus der gegebenen Theologie kennt wohl den Aufruf zur Solidarität
politisch-religiösen Machtfülle heraus konnte z. unter Muslimen, aber nicht zur brüderlichen
B. das sunnitsch-wahhabitische Saudi-Arabien Liebe oder Versöhnung durch Verzicht auf
1974 erwirken, dass die um 1900 in Indien eigenes Recht.
entstandene Ahmadiyya-Bewegung, die sich
selbst als islamisch versteht, aus der Der sunnitische Islam ist ein festgefügtes
Gemeinschaft der Muslime ausgeschlossen Lehrgebäude mit sehr vielen Einzelvorschriften,
und zur Ketzerbewegung erklärt wurde. Aus die wenig Raum lassen für ein individuelles
derselben Haltung heraus vereinnahmt der Islamverständnis, insbesondere für den, der die
sunnitische Mehrheitsislam der Türkei seine zahlreichen Anweisungen aus den
bedeutende alevitische Minderheit als Überlieferungssammlungen ernst nimmt.
„sunnitisch“. Dass sich alle Aleviten nicht als Dennoch befolgt nur ein Teil der sunnitischen
Sunniten und ein gewisser Teil sogar gar nicht Muslime alle diese Vorschriften zu Gebet und
als Muslime verstehen, sondern als eigene Fasten, zu Speisen und Kleidung, zu Almosen,
Religionsgemeinschaft, wird ausgeblendet. Alkoholverbot und der generellen Nachahmung
Muhammads. Wird Gott mir Sünder gnädig
Die Bandbreite des sunnitischen Islam sein? Darauf gibt auch der sunnitische Islam
Innerhalb des sunnitischen Islam ist das nur die Antwort „insch'allah“ – wenn Gott es
theologische Spektrum groß. Vertreter des will. Das macht auch viele Sunniten suchend
sunnitischen Islam können gleichzeitig und fragend.
Mitglieder eines Mystikerordens sein, in dem
sie durch Schweigen, Gebete, Musik, Gesang
oder Tanz Gottes gedenken und sich in ihn www.orientdienst.de
versenken. Sunnitische Muslime können liberal,
modernistisch oder konservativ denken, einen
mit volkstümlich-magischen Elementen
durchsetzten Islam praktizieren, eine moderat-
ethische oder politische Interpretation des Islam
vertreten oder – sofern sie sich auf
Muhammads Vorbild berufen und zum Kampf
gegen die Ungläubigen aufrufen – sogar
extremistisch ausgerichtet sein. Die weltweit
mitgliederstärksten extremistischen
Organisationen wie z. B. die
Muslimbruderschaft sind dem sunnitischen
Islam zuzurechnen; aber auch die neuen
Reformansätze einiger heutiger türkischer
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Der Charakter von Jesus im Koran seiner Wunderzeichen das bestätigen, was
schon aus der Thora bekannt ist und einen Teil
Während Jesus im Koran zwar als großer von dem erlauben, was zuvor verboten war.
Prophet beschrieben wird, verurteilt der Koran In Sure 3,46 beschreibt Jesus die Botschaft
den christlichen Glauben an seine hinter den Wunderzeichen: „Ich komme zu
Gottessohnschaft und seinen stellvertretenden euch mit einem Zeichen von eurem Herrn;
Tod am Kreuz scharf. Obwohl Jesus in Sure fürchtet Gott und horchet auf mich. Wahrlich,
3,45 als Messias bezeichnet wird, bleibt dieser Gott ist mein Herr und euer Herr, so verehret
Titel ohne jede Einordnung in die ihn. Dies ist der rechte Weg.“ Als Mohammed
alttestamentliche Erwartung eines gesalbten jedoch behauptete, dieselbe Botschaft wie
Retters. In derselben Stelle wird Jesus als ein Jesus und die anderen Propheten vor ihm zu
„Wort von Gott“ beschrieben, ohne dass damit bringen, verlangten sowohl die heidnischen
das ewige Fleisch gewordene Wort Gottes aus Araber als auch die Juden und Christen im
dem Prolog des Johannes-Evangeliums Umfeld Mohammeds die entsprechende
gemeint ist. Wenn es im Koran heißt, dass Bestätigung seiner Sendung durch Zeichen und
Jesus „ein Geist von Gott“ ist, wird damit nicht Wunder. Mohammed wies diese Forderungen
seine göttliche Identität bestätigt, sondern als Unglauben ab und verwies, wie die
lediglich seine übernatürliche Zeugung islamische Theologie nach ihm, auf die
beschrieben. Aber dennoch enthalten die Einzigartigkeit des Korans als größtes Wunder.
koranischen Beschreibungen des Lebens und Der Koran berichtet von keinerlei Wundern,
Wirkens Jesu zahlreiche Besonderheiten, die Heilungen oder Dämonenaustreibungen
Jesus unter allen anderen Propheten Mohammeds, während sich in den islamischen
herausragen lassen und nicht wenige Muslime Überlieferungen einige Wunderberichte finden,
zum weiteren Nachdenken über ihn anregen. deren Glaubwürdigkeit selbst unter Muslimen
umstritten ist.

Ein Gesandter der Zeichen und Wunder


Ein Mann der Güte und Barmherzigkeit
In Sure 3,45-49 verkündigen Engel der
Jungfrau Maria, dass Gott Jesus die Schrift, die Muslimische Gelehrte haben immer wieder mit
Weisheit, die Thora und das Evangelium lehren Verweis auf Sure 61,6 versucht darzulegen,
wird und ihn als Gesandten zu den Kindern dass Jesus in Johannes 14 nicht den Heiligen
Israels schicken wird. Jesus wird durch ein Geist, sondern das Kommen Mohammeds
Wort Gottes gezeugt. Die übernatürliche Geburt angekündigt habe. Neben den exegetischen
von Jesus soll nach Aussage der Engel ein Schwierigkeiten bei einer solchen Auslegung
Wunderzeichen und eine Barmherzigkeit für die spricht gerade die völlig unterschiedliche
Menschen sein. Muslime staunen zudem Vorstellung von der Durchsetzung der
darüber, wie Jesus selbst bereits als Säugling Herrschaft Gottes gegen eine Kontinuität
in der Wiege seine Mutter gegen die zwischen Jesus und Mohammed. Ausführlich
aufkommenden Vorwürfe der Unzucht verteidigt beschreiben Koran und Überlieferung die
(siehe Sure 19,24ff.). Weiter bezeugt der Kriege Mohammeds zur Durchsetzung des
Koran, dass Jesus auch später gestärkt vom islamischen Machtanspruchs und sein
Heiligen Geist viele Wunder getan hat. Der gewalttätiges Vorgehen gegen seine
Koran berichtet in offensichtlicher Anknüpfung persönlichen Feinde und Widersacher. Auch
an apokryphische Schriften, wie Jesus einen wenn der Koran Jesu Gebot der Feindesliebe
Vogel aus Ton formt und zum Fliegen bringt nicht überliefert, findet sich hier kein einziges
(Sure 3,49). Außerdem heilt er Blinde und Wort zu einer Ausübung oder Androhung von
Aussätzige (Sure 3,49), versorgt seine Zeichen Zwang gegenüber seinen Nachfolgern oder
fordernden Jünger auf wunderbare Weise mit einer gewalttätigen Einstellung gegenüber
Essen aus dem Himmel (Sure 5,112-115) und seinen Widersachern. Nach Sure 5,46 war in
erweckt Tote zu neuem Leben (Sure 3,49). seiner Botschaft vielmehr Führung und Licht
Jesus soll nach koranischem Zeugnis mithilfe und eine Ermahnung für die Gottesfürchtigen.
138
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Nach Sure 19,34 ist er das „Wort der Wahrheit“. ebenfalls deutlich von Mohammed
In Sure 57,27 heißt es, dass Güte bzw. Mitleid unterscheidet, der einen natürlichen Tod stirbt.
und Barmherzigkeit in die Herzen derer gelegt Mohammed selbst soll eine tiefe Abneigung
wurden, die Jesus folgten. gegen das christliche Symbol des Kreuzes
gehegt haben. Die Kreuzigung erscheint
Ein sündloser und gewaltloser Prophet muslimischen Augen als eine eindeutige
Schmach und eine undenkbare Niederlage für
Während Mohammed als Gesandter Allahs einen Gesandten Gottes. Der Gedanke, dass
nicht nur bei der Zahl seiner Ehefrauen ein Unschuldiger für die Sünde eines anderen
Sonderrechte für sich in Anspruch nahm, wird stirbt, ist dem Koran ebenso fremd wie das
dies von Jesus nicht berichtet. oben beschriebene Gebot der Feindesliebe.
Erstaunlicherweise beschreibt der Koran Die Botschaft vom Kreuz widerspricht dem
zudem anders als die islamische Theologie zentralen Inhalt des Koran, dass der Mensch
später, dass Mohammed um Vergebung seiner von Natur aus zum Guten fähig ist und die
Sünden beten musste (siehe Sure 40,55; Gnade Gottes lediglich in der koranischen
47,19; 48,2), während Jesus weder im Koran Rechtleitung darüber besteht, was ihm erlaubt
noch in der islamischen Überlieferung einer und verboten ist. Die geschenkte Vergebung
einzigen Sünde bezichtigt wird und nach Sure steht im Widerspruch zur islamischen
3,45 im Diesseits und im Jenseits angesehen Werkgerechtigkeit, das Symbol der Waage für
ist. In der islamischen Mystik erscheint er als die Abrechnung guter und schlechter Taten im
großer Weisheitslehrer und Vorbild für Armut Kontrast zum Kreuz, an dem nach biblischer
und Askese. Vor allem der bereits im Koran Offenbarung der heilige und gerechte Gott
durchschimmernde Kontrast zwischen selbst den teuersten Preis für seine Retterliebe
Mohammed und Jesus in ihrer Einstellung zu zu dem verlorenen Sünder bezahlt hat.
den Feinden stimmt viele Muslime
nachdenklich und weckt nicht selten das
Interesse für die Evangelienberichte. Biblische www.orientdienst.de
Berichte wie die Begebenheit, als Jesus bei
seiner Gefangennahme das Ohr eines
Knechtes des Hohenpriesters heilte und Petrus
für den Einsatz von Gewalt gegen seine
Widersacher tadelte, haben schon viele
Muslime wie den ägyptischen Konvertiten und
ehemaligen al-Azhar-Gelehrten Mark Gabriel
von der Einzigartigkeit von Jesus, seiner
Botschaft und der Art (ihrer) seiner
Verkündigung überzeugt.

Das Wort vom Kreuz

Diese stellenweise im Koran nahegelegte


Einzigartigkeit Jesu steht jedoch der
wiederholten Klarstellung gegenüber, dass
Jesus nicht der Sohn Gottes, sondern ein
gewöhnlicher Mensch wie alle anderen
Propheten gewesen und auch nicht am Kreuz
stellvertretend für die Sünde der Menschen
gestorben sei. Sure 4,157-159 legt die Mehrheit
der muslimischen Theologen so aus, dass
Judas, der Verräter, oder ein anderer an der
Stelle Jesu gekreuzigt wurde. Gott hat Jesus
direkt zu sich in den Himmel erhoben, was ihn
139
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Die vier Rechtsschulen im Islam anerkannt werden sollten. Aus diesen


Gelehrtenzirkeln der ersten Jahrzehnte
Entwicklung des islamischen Rechts entwickelten sich die Rechtsschulen.

Muhammad war im Jahr 622 n. Chr. wegen des Die sunnitischen Rechtsschulen
zunehmenden Widerstands der Araber gegen
die Botschaft des Islam von Mekka nach Der sunnitische Islam anerkennt heute vier
Medina emigriert. Dort konnte er sich zunächst Rechtsschulen (arab. madhahib, Pl. von
als Schiedsrichter verfeindeter Gruppierungen, madhab = Weg, Lehre, Schule), die im 8.
dann auch als Heerführer gegen Araber und Jahrhundert n. Chr. in den Zentren der
Juden und schließlich als Gesetzgeber seiner islamischen Gelehrsamkeit entstanden. Die
muslimischen Gemeinde (arab. umma) Rechtsschulen erkennen sich gegenseitig an,
etablieren. Besonders aus der medinischen Zeit unterscheiden sich aber in einigen Lehrfragen,
sind daher im Koran die rechtlichen der Auslegung von Rechtsbestimmungen wie
Regelungen einiger praktischer Alltagsfragen auch in Teilbereichen der religiösen
überliefert, deren Schwerpunkt auf dem Ehe- Pflichtenlehre. Insgesamt sind die
und Familienrecht sowie auf dem Strafrecht theologischen Differenzen aber nicht sehr groß.
liegt. Alle Muslime gehören einer der Schulen an und
Der Koran enthält an keiner Stelle eine befolgen die religiösen Vorschriften nach deren
systematische Behandlung juristischer Tradition.
Belange, ja, nur rund 10% des Korantextes
thematisieren überhaupt Rechtsfragen. Es geht Die schafiitische Schule
in den rechtsrelevanten Texten vor allem um
Betrug beim Handel, Vertragsbruch, Sie wurde vom „Vater der Rechtswissenschaft“,
Veruntreuung, Diebstahl, Mord und Totschlag, dem vielleicht berühmtesten muslimischen
sowie im Eherecht um Ehebruch, Juristen überhaupt, Muhammad Ibn Idris asch-
Kindschaftssorge und am Rand um das Schafii (ca. 768-820) gegründet. Er setzte
Zeugen- und Erbrecht. Außerhalb des Korans durch, dass nun auch die „sunna“, die
finden sich weitere rechtliche Regelungen in Entscheidungen Muhammads, in allen
der Überlieferung (arab. hadith), der Sammlung rechtlichen Fragen als göttlich inspiriert galt.
der Taten und Aussprüche Muhammads, die Wo sich Koran und Überlieferung in
allerdings kaum vor dem 10. Jahrhundert Rechtsfragen widersprechen, ist – so asch-
schriftlich festgehalten wurden. Schafii – der Überlieferung vor dem Koran
Vorrang einzuräumen! Wenn also der Koran die
Als Muhammad 632 n. Chr. starb, existierte Auspeitschung von Ehebrechern befiehlt, die
also noch kein schriftlich niedergelegtes Überlieferung aber die Steinigung, so gilt heute
islamisches Gesetz. Der Koran war wie die Schariagelehrten das Gebot der Steinigung
Überlieferung schriftlich höchstens teilweise allgemein als verbindlich.
fixiert. Aber schon in den ersten Jahrzehnten asch-Schafii definierte als maßgebliche
nach Muhammads Tod schritt die islamische Rechtsquellen den Koran, die sunna
Expansion rasch fort, und in diesen (Gewohnheit Muhammads), den
neueroberten Gebieten musste eine islamische Analogieschluss und den Konsens unter
Verwaltung und auch ein Rechtssystem Rechtsgelehrten. Die schafiitische
etabliert werden. Rechtsschule findet sich heute vor allem in
Indonesien, in Ostafrika, Südarabien und
Die Prophetengefährten, Gelehrte und Juristen Südostasien.
begannen nun zu erörtern, wie die überlieferten
Entscheidungen Muhammads und die Die hanafitische Schule
rechtlichen Regelungen des Koran auf die Zeit
nach Muhammad anzuwenden wären und Die liberalste aller Rechtsschulen ist nach dem
welche Quellen zur Rechtsfindung – zur Juristen Abu Hanifa (699-767) benannt, wurde
Beurteilung neu entstehender Fragen also – aber von dessen Schülern Abu Yusuf (731- ca.
140
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795) und Muhammad al-Hasan ash-Shaybani Bewegung“ ins Leben rief. Er verhalf dadurch
(749- ca. 805) als Rechtsschule der Abbasiden dieser Rechtsschule in Afrika, Ägypten und
begründet. Abu Hanifa war wiederum Schüler Indien, vor allem jedoch auf der Arabischen
des damals wohl bedeutendsten Juristen von Halbinsel zu großem Einfluss. Heute ist die
Kufa, Hammad Abi-Sulayman (gest. 737). Die hanbalitische Rechtsschule vor allem in Saudi-
hanafitische Schule ist heute vor allem auf dem Arabien, Qatar und den VAE verbreitet.
Balkan, dem Kaukasus, Afghanistan, Pakistan,
Turkestan, Zentralasien, Indien, China, Die schiitische Rechtsschule
Bangladesch und in der Türkei vertreten. In
Österreich ist die hanafitische Schule als Die wichtigste schiitische Rechtsschule ist die
Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt. der Ja'fariten oder Imamiten, der
Sie erkennt die vier von asch-Schafii definierten Zwölferschiiten. Sie soll auf den 6. Leiter der
Rechtsquellen (Koran, Überlieferung, Konsens, schiitischen Gemeinde, auf Imam Ja'far as-
Analogieschluss) an, darüber hinaus aber auch Sadiq (gest. 765) zurückgehen. Diese
persönliche Rechtsfindung der Juristen und die Rechtsschule ist im Iran, Pakistan, Indien, Irak,
Suche nach einer angemessenen Lösung zum Libanon, Bahrain und Aserbaidschan verbreitet.
Besten der islamischen Gemeinschaft.
Entwicklung zur Moderne?
Die malikitische Schule
Erstaunlicherweise ist nach Beginn des 10.
Sie wurde von Ibn al-Qasim al-'Utaqi (gest. Jahrhunderts keine neue Rechtsschule
806) und Sahnun (gest. 854) begründet, aber gegründet worden, was später mit dem
nach deren Lehrer Malik Ibn Anas (ca. 713- ca. Terminus der „Schließung des Tores des
795) benannt. Malik Ibn-Anas soll auf die ijtihad“ (der selbständigen Rechtsfindung)
Rechtsfindung der Rechtsschule von Medina bezeichnet wurde. Nachdem die selbstständige
als Stadt des Propheten besonderes Gewicht Rechtsfindung nicht mehr möglich war, blieb
gelegt haben. Die malikitische Rechtsschule, den Rechtsgelehrten nur noch die
die in Medina als Gegenbewegung zum Wirken „Nachahmung“ (arab. taqlid), was eine gewisse
des Abu Hanifa entstand, fasste besonders in Erstarrung der islamischen Rechtswissenschaft
Nordafrika, in Spanien, Westafrika und zur Folge hatte. Daher gilt der orthodoxen
Zentralafrika Fuß. Heute findet man die Theologie die Findung neuer Wege zur
malikitische Rechtsschule außerdem in Kuwait rechtlichen Beurteilung moderner Fragen in der
und Bahrain. Regel als „Neuerung“ oder „Ketzerei“ (arab.
Außer den vier von asch-Schafii definierten bid'a). Eine Fortentwicklung des klassischen
Rechtsquellen erkennen die Malikiten den islamischen Rechts in Richtung einer
Rechtsentscheid im Dienste der Wahrung des Aufklärung und Liberalisierung zur Aussöhnung
öffentlichen Interesses an. mit der Moderne – z. B. in Bezug auf die
drastischen Körperstrafen – ist daher bisher
Die hanbalitische Schule leider nicht in Sicht.

Sie wurde von Ahmad Hanbal (780-855), dem


Autor einer umfangreichen www.orientdienst.de
Überlieferungssammlung (Musnad) gegründet.
Die hanbalitische Rechtsschule trat prinzipiell
für die alleinige Anerkennung von Koran und
Überlieferung als Rechtsquellen ein und lehnte
jede Form menschlicher Rechtsfindung ab.
Der Einfluss der hanbalitischen Rechtsschule
scheint bis ins 18. Jahrhundert nicht groß
gewesen zu sein, bis der Hanbalit Muhammad
Ibn-'Abd al-Wahhab (gest. 1792) mit der
hanbalitischen Theologie die „wahhabitische
141
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Abrogation – Aufhebung Auslegungsfragen und die Abrogation


Abrogation – Aufhebung mancher Die Anordnung der Suren ist im Koran nicht in
Koranstellen durch andere chronologischer Reihenfolge gegeben. In der
Koranauslegung spielen jedoch die „Gründe
Der Koran als Uroffenbarung Gottes der Offenbarung“ (asab al nuzul) eine wichtige
Für die Muslime ist der Koran ein göttliches Rolle, d. h. auch die Frage, ob es sich um eine
Buch, in dem kein Irrtum zu finden sei. Nach frühe Sure aus der Zeit in Mekka oder um eine
islamischer Auffassung soll der Koran im Laufe Sure nach der Hidschra (622), also aus der Zeit
von 23 Jahren verbal inspiriert an Mohammed in Medina handelt. Auch wenn Mohammed nur
durch den Erzengel Gabriel übermittelt worden als Übermittler einer göttlich ewigen Botschaft
sein. Der Koran wird sozusagen als verstanden wird und daher in den Aussagen
Uroffenbarung Gottes angesehen, der alle des Koran eigentlich keine Widersprüche zu
vorherigen heiligen Bücher beurteilt, relativiert finden sein sollten, hat die muslimische
und sogar in ihrer Gültigkeit aufhebt. Doch der Theologie nie bestritten, dass einzelne Verse
Koran stellt andererseits fest, dass Allahs Wort des Koran scheinbar gegensätzliche Aussagen
unwandelbar sei und nicht verändert werden machen. Um diesem Problem zu begegnen, hat
könne (Sure 6,34; Sure 10,64). der Islam das so genannte Prinzip der
Abrogation (nasikh wa mansukh) entwickelt. Es
Unveränderlich – Widersprüchlich wird dabei nach der Regel verfahren: wenn
Trotzdem wurden bereits zur Zeit Mohammeds, eine Koranaussage im Widerspruch mit einer
als der Text des Korans noch nicht einheitlich anderen steht, wird der früher offenbarte Text
und schriftlich fixiert war, manche Texte und aufgehoben (mansukh) durch eine neue,
Suren unterschiedlich rezitiert oder gar aufhebende (nasikh) Textaussage. Auch wenn
vergessen. Der Koran selbst macht auf dieses im Laufe der Geschichte immer wieder
„Problem“ aufmerksam: „Wenn wir einen Vers Diskussionen aufgeflammt sind, welche und
auch austilgen oder in Vergessenheit geraten wie viele Verse durch die Aufhebung betroffen
lassen, bringen wir einen besseren dafür bei sind und hier keine letztgültige Klärung besteht,
oder einen, der ihm gleichwertig ist. Weißt du gibt es unter den klassischen und auch
denn nicht, dass Allah zu allem die Macht hat?“ namhaften Koraninterpreten keinen Zweifel,
(Sure 2,106) In Sure 22, 52 ist sogar zu lesen, dass dieses Prinzip selbst im Koran und der
dass es Satan gelungen sei, Mohammed einige „Tradition des Propheten“ verankert ist. Es wird
Verse einzuflüstern, Gott aber selbst die falsche allgemein anerkannt, dass für eine
Botschaft ausgelöscht und dann die richtige verantwortliche Koranauslegung, wie auch für
Offenbarung gegeben habe. Mohammed die Auslegung, was nach islamischem Recht
vertraute darauf, dass Allah ihn recht leitet: „Wir erlaubt oder verboten ist, eine Kenntnis der
werden dich vortragen lassen, und du wirst Abrogationslehre und deren Prinzipien nötig ist.
nicht vergessen, außer dem was Gott will! Gleichzeitig besteht unter den islamischen
Wahrlich er weiß, was offen und was verborgen Exegeten keine einheitliche Auffassung
ist.“ (Sure 87,6-7) Offensichtlich muss es unter darüber, welche Verse der Abrogation unter-
den Zeitgenossen Mohammeds Diskussionen liegen. Manche Kommentatoren gehen davon
über das Rezitieren verschiedener Texte aus, dass es gesichert mehr als 260 Verse
gegeben haben (Sure 10,15). Auch nach dem sind, andere sprechen nur noch von 5 Versen.
Tode Mohammeds sind diese Aus- In der Fachliteratur gibt es ausführliche Listen,
einandersetzungen um den gültigen und welche Verse durch welche aufgehoben und
richtigen Text nicht verstummt. Der dritte Kalif, abrogiert wurden.
Uthman ibn Affan, veranlasste etwa 16 Jahre
nach dem Tode Mohammeds, einen Beispiele und offene Fragen zur Abrogation
einheitlichen Text des Koran herzustellen, mit Anfänglich war es den Muslimen zur Zeit
der Anordnung, die inzwischen weit verbrei- Mohammeds scheinbar noch erlaubt, Wein und
teten Textvariationen zu verbrennen (Hadith alkoholische Getränke zu sich zu nehmen
Bukhari Band 6, Nr. 510, S. 479). (Sure 2,219). Da wohl einige der gläubigen
Männer betrunken und benebelt zum Gebet in
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die Moschee kamen, wurde ihnen befohlen, keine wirkliche Glaubens- und Religionsfreiheit
nüchtern und gewaschen zur Moschee zu gibt. Aus dem Textzusammenhang wird für
kommen, auch wenn Allah ein vergebender Muslime ohnehin deutlich, dass zwar niemand
und nachsichtiger Gott ist (Sure 4,43). Als aber zum rechten Glauben (des Islams) gezwungen
dann im Jahre 625 beim Kampf am Berg Uhud werden könne, der rechte Weg aber nur im
einige Krieger schon morgens Alkohol tranken Islam zu finden sei. Wer diese Einladung zum
und im Kampfe fielen, wurde Alkoholkonsum Islam nicht annehme oder gar diesem Glauben
ganz verboten (Sure 5,90 Paret). Somit ist Sure den Rücken kehre, für den seien die Grenzen
5,90 der abrogierende Vers, der Sure 2,219 der Toleranz überschritten.
und Sure 4,43 aufhebt.
Die Lehre der Abrogation stärkt daher nicht nur
Ursprünglich beteten die Muslime, wie die in der Vergangenheit, sondern auch in der
Juden, in Richtung Jerusalem. Doch nach den Gegenwart, den orthodoxen Islam und trägt
Konflikten mit den jüdischen Stämmen in wohl wesentlich mit dazu bei, sich nicht für
Medina erhält Mohammed die Anweisung, ab einen kritischen Umgang mit der eigenen,
sofort in Richtung Mekka zu beten. In Sure zeitbedingten Geschichte zu öffnen.
2,120–152 wird begründet, warum die Muslime
jetzt in Richtung Mekka zu beten haben.
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Auch im Erbrecht gab es eine Veränderung.
Während in Sure 2,180 ermahnt wurde, wenn
es aufs Sterben zugeht, eine rechtliche
Verfügung zugunsten der Eltern und der
nächsten Verwandten zu veranlassen, wurde in
Sure 4,11ff das Ganze präzisiert und das Erbe
der weiblichen Angehörigen gegenüber den
männlichen Erben halbiert.

Auch wenn unter den Interpreten keine


Einigkeit besteht, wie viele Verse des Korans
tatsächlich abrogiert sind, bleibt die allgemeine
Regel bestehen, dass bei einem Widerspruch
im Koran die später offenbarten Suren und
Verse mehr Gewicht und Sagen haben als die
frühen mekkanischen Suren des Korans, in
denen noch von einem friedlichen Umgang mit
Juden und Christen die Rede war. Allgemein
anerkannt ist, dass Sure 5 die letzte und Sure 9
die zweitletzte Sure in der geschichtlichen
Reihenfolge der Koranoffenbarung sind.
Namhafte Koraninterpreten betonen daher,
dass allein durch den so genannten
Schwertvers in Sure 9,5, in dem die Gläubigen
zum Kampf gegen die Ungläubigen
aufgefordert werden, bis zu 124 Koranverse
aus früher offenbarten Suren abrogiert worden
seien. Muslime betonen wohl, dass der viel
zitierte „Toleranzvers“: „In der Religion gibt es
keinen Zwang...“ (Sure 2,256) nicht abrogiert
worden sei, auch wenn dies nicht einheitlich so
gesehen wird. Denn, ob abrogiert oder nicht, ist
dies nur die „halbe Wahrheit“, da es im Islam
143
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Träume im Islam Mohammed im Traum bringt Heilsgewissheit?

Muslime, insbesondere Muslimas möchten Viele Hadithen schreiben Mohammed folgende


gerne einen Propheten im Traum sehen. Denn Aussage zu: „Wer mich im Traum sieht, wird
das gibt ihnen die Hoffnung, dass ihre guten mich auch wach sehen. Satan kann sich nicht
Werke angenommen werden und sie auf dem für mich ausgeben“ (z. B. Sahih Bukhari, Band
Weg zum Paradies sind. Im Islam sind Träume 9, Buch 87, Nr. 122 ff). Ausleger sagten dazu,
ein Weg der Offenbarung Gottes. Nach den Allah habe dem Teufel verboten, sich als
Hadithen von Bukhari, die die Aussprüche und Mohammed zu verstellen: Damit kann jeder
das Verhalten Mohammeds beschreiben, soll wissen, der von Mohammed träumt, dass es
Mohammed gesagt haben: „Der gute Traum sich wirklich um Mohammed handelt und er
einer guten Person ist ein Teil der 46 kann sicher sein, ihn im Paradies
Prophetien“ (Sahih Bukhari, Band 9, Buch 87, wiederzusehen. Bestimmte
Nr. 112). Erklärt wird dieses Zitat Beschwörungsgebete werden vor dem
folgendermaßen: Mohammed soll in den ersten Einschlafen für die empfohlen, die Mohammed
6 Monaten der Koranoffenbarung ständig gerne im Traum sehen möchten. Ein Gebet soll
Träume gehabt haben und den Rest der 23 71 mal wiederholt werden, um das Ziel zu
Jahre Offenbarungen, während er wach war. 23 erreichen. Wer aber fälschlicherweise
Jahre machen 46 Halbjahre aus, und die ersten behauptet, er habe Mohammed gesehen, erhält
6 Monate sind ein Teil dieser 46 Halbjahre. im Jenseits eine große Strafe (Sahih Bukhari,
Demnach wird der Traum auf die Stufe der Band 9, Buch 87, Nr. 165).
Offenbarung Gottes gestellt. Meistens sollen
nur gute Muslime gute Träume haben. Träume Mohammeds

Gute Träume, böse Träume Mohammed soll durch Träume


Entscheidungshilfe gesucht haben. In solchen
Insbesondere sind die Träume von Propheten Fällen reinigte er sich rituell vor dem
eine Offenbarung Gottes und brauchen nicht Schlafengehen. Er betete zwei rituelle
ausgelegt zu werden, denn sie sollen sich Einheiten (rekat), rief Gott um Wegweisung an,
erfüllen, entsprechend dem, was in ihnen danach legte er sich auf die rechte Seite und
vorhergesagt wurde. Ein Hadith weist die schlief ein. Nur unter diesen Bedingungen
Muslime an: „Wer von euch einen schönen könne man auch heute Gottes Weisung im
Traum hatte, soll wissen, er ist von Allah. Er soll Traum erfahren. Mohammed soll so z. B. den
dafür danken und ihn sofort anderen Ausgang einer Schlacht mit vielen gefallenen
weitererzählen. Wenn ihr einen bösen Traum Muslimen vorher gewusst haben (Sahih
habt, ist er vom Teufel und man muss vor ihm Bukhari, Band 9, Buch 87, Nr. 164). Er soll
fliehen und bei Gott Zuflucht suchen. Man soll auch Jesus und den Antichristen im Traum
ihn auch nicht weitererzählen, dann wird der gesehen haben (Sahih Bukhari, Band 9, Buch
Traum keinen Schaden zufügen können“ 87, Nr. 128), was aber keine weiteren Folgen
(Sahih Bukhari, Band 9, Buch 87, Nr. 114). für ihn hatte. Mohammed träumte zweimal von
Gegen Albträume verschreibt Mohammed in einer jungen Frau, wie er sie aufdeckte. Er
den Hadithen Schutzgebete und befiehlt, fasste das als eine Prophetie auf und heiratete
dreimal über die linke Schulter zu spucken die über 40 Jahre jüngere Frau Aisha, die
(Sahih Bukhari, Band 9, Buch 87, Nr. 124). Der damals 9 Jahre alt war (Sahih Bukhari, Band 9,
islamische Hadithexperte, Imam Ahmed bin Buch 87, Nr. 140). Auch seine Nachfolger will
Hanbel, soll gesagt haben, der Traum eines Mohammed im Traum gesehen haben, wie sie
Muslim, der von der sichtbaren Welt handelt, aus einer Quelle Wasser schöpften: der spätere
sei eine gute Nachricht für den Träumer und die erste Kalif Abu Bakr soll nur kärglich Wasser
Menschen in seiner Umgebung. Der Traum, der geschöpft haben, der spätere zweite Kalif Umar
von der unsichtbaren Welt handelt, sei nur für dagegen mit großer Kraft große Mengen (Sahih
den Träumer eine gute Nachricht. Bukhari, Band 9, Buch 87, Nr. 146 ff); nach
einem anderen Hadith sollen gar alle vier
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„rechtgeleiteten“ Kalifen erschienen sein (Sahih Die Hadithen sprechen von drei möglichen
Bukhari, Band 9, Buch 87, Nr. 170). Ursachen für Träume: die Reflektionen von
Gedanken und Erfahrungen, durch Satan
Träume von Nachfolgern Mohammeds verursachte Albträume und Träume, die von
Gott stammen (Sahih Bukhari, Band 9, Buch
Die zeitgenössischen Nachfolger Mohammeds 87, Nr. 144). Die islamische Traum-auslegung
erzählten ihm immer von ihren Träumen, ist eine Kunst, die durch eine regelrechte
woraufhin er sie ihnen auslegte (Sahih Bukhari, Bücherflut vermittelt wird. Nach muslimischer
Band 9, Buch 87, Nr. 155). Muslime wussten Auffassung enthalten Träume immer eine
anfangs nicht, wie sie die Gläubigen zum Botschaft. Bei Problemen könne man sich
rituellen Gebet zusammenbringen konnten. Ein diese vor dem Einschlafen bewusst machen,
Widderhorn wie die Juden oder eine und ein Traum werde daraufhin die Lösung
Kirchenglocke wie die Christen wollten sie nicht anbieten. Auch ob ein Vorhaben gelingen oder
benutzen. Im Traum wurde einem Anhänger misslingen wird, sollen Träume vorhersagen.
Mohammeds dann der Gebetsruf durch einen Traumauslegung ist im Islam meiner Ansicht
Gebetsrufer gezeigt, was von Mohammed nach eine Reaktion auf die Ferne Allahs, die
aufgegriffen wurde (Abu Davud, Buch 2, Nr. Muslime erleben, und ein Ausdruck ihrer
498). In einem anderen Fall wurde auf diese Sehnsucht nach der Nähe Gottes und nach
Weise die „Nacht der Macht“, die Nacht der Entscheidungshilfe im Alltag.
Vergebung aller Sünden ermittelt. Man erhalte
Vergebung aller Sünden, wenn man diese www.orientdienst.de
unbekannte Nacht islamisch „durchbetet“. Sie
soll in den letzten 7 bzw. 10 Nächten des
Fastenmonats liegen (Sahih Bukhari, Band 3,
Buch 32, Nr. 232 bzw. Band 2, Buch 21, Nr.
255). Doch viele Hadithe sind auch unter
Muslimen umstritten.

Träume im Koran

Von Träumen ist auch im Koran die Rede.


Josefs Träume werden in Sure 12 erwähnt. Ein
Traum Mohammeds soll den Menschen Angst
vor der Hölle machen (Sure 17,60). Im Traum
erfährt Abraham, dass er seinen Sohn
schlachten soll (Sure 37,102). Allah lässt
Mohammed das Heer der Widersacher im
Traum nur klein erscheinen, obwohl es in
Wirklichkeit überwältigend groß war, damit
seine Anhänger den Mut nicht verlieren sollen
(Sure 8,43). Ein Traum will vorhersagen, dass
die Muslime, die damals nur in Medina lebten,
einmal nach Mekka zurückkehren und dort die
Wallfahrt vollführen dürfen (Sure 48,27). Im
Traum nimmt Gott die Seelen der Menschen zu
sich und sendet sie beim Aufwachen wieder auf
die Erde (Sure 39,42). Damit erschöpft sich das
Thema im Koran.

Ursachen für die Betonung von Träumen im


Islam
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Reinheitsauffassungen im Islam bzw. mit der großen rituellen Waschung (arab.


ghusl) mit Wasser (zur Not mit Sand) beseitigt
Das Thema der rituellen Reinheit hat große werden muss.
Bedeutung im Islam, denn im Zustand der
Unreinheit kann der Einzelne seinen Glauben Die „kleine“ Unreinheit wird durch die
nicht praktizieren. Besonders verurteilt der Berührung des Unreinen hervorgerufen, also
Koran diejenigen, die sich für rein halten, aber durch alle Körperflüssigkeiten, durch Schlaf und
doch unrein sind (4,49). Und auch die Ohnmacht, Berühren des Intimbereichs, Winde,
Ungläubigen, die am Tag des Gerichts die Benutzen der Toilette, Berühren eines
Höllenstrafe zu erwarten haben, werden als Leichnams oder einer Person des anderen
„Unreine“ bezeichnet (2,174). Geschlechts und den Kontakt mit den im Islam
verbotenen Substanzen (Alkohol, Blut, Aas,
Der Unreine kann weder vorschriftsmäßig Schweinefleisch) und allen daraus
beten (Sure 4,43) noch fasten, keinen Koran hergestellten Produkten (2,173). Umstritten ist,
berühren, keine Moschee betreten und auch ob Medikamente eingenommen werden dürfen,
nicht die Pilgerfahrt nach Mekka vollziehen, die Spuren von Alkohol enthalten, was die
denn der Gottesdienst des Unreinen wird bei Mehrheit der Theologen bei Unumgänglichkeit
Allah nicht angenommen. Seine erlaubt. Auch nicht geschächtetes Fleisch fällt
Glaubenspflicht gilt als nicht erfüllt. Das gilt unter die verbotenen Substanzen (16,115),
auch dann, wenn sich der Gläubige gar nicht wobei etliche Theologen der Meinung sind,
darüber bewusst ist, dass er sich im Zustand dass das von „Schriftbesitzern“ (Juden und
der Unreinheit befindet und dennoch betet. Christen) geschlachtete Tier Muslimen
Daher ist eine sorgsame Reinigung etwa vor ebenfalls zum Verzehr erlaubt sei. Die
dem Gebet sehr wichtig. Entscheidend für die Überlieferung untersagt zudem das Fleisch des
Frage, ob der Gläubige zum Gebet oder Fasten Hausesels, der Raubtiere mit Fangzähnen und
berechtigt ist, ist also zunächst nicht die innere Raubvögel. All dies gilt als „haram“ (strikt
Einstellung des Gläubigen, sein verboten). Ausnahmen sind bei einem
Sündenbewusstsein oder Reuebekenntnis, drohenden Hungertod möglich (5,4).
sondern die Frage nach der Korrektheit der Die kleine Unreinheit erfordert eine kleine
letzten Reinigung. Wird sie vorschriftsmäßig Waschung von Gesicht und Händen bis zu den
vollzogen, erfährt der Gläubige das Ellbogen, Überstreichen des Kopfes und
Wohlgefallen Allahs, denn „Gott liebt die, die Reinigung der Füße bis zu den Knöcheln (5,6).
sich reinigen“ (2,222). Unreinheit trennt also Die „große“ rituelle Verunreinigung tritt vor
von Allah, ‚kleinere' Sünden nicht. Daher sind allem durch Geschlechtsverkehr, Geburt oder
viele Muslime – insbesondere Schiiten – im Menstruation ein und erfordert ein völliges
täglichen Leben mehr darüber besorgt, ob sie Eintauchen in Wasser oder zumindest eine
sich im Zustand der Unreinheit befinden als ob Berührung aller Körperteile mit Wasser.
möglicherweise eine Sünde begangen wurde.
Die Überlieferung
Befindet sich der Gläubige im Zustand der
Unreinheit, muss er später die versäumten In der Überlieferung nimmt das Thema großen
Gebete nachholen. Wenn er das 30-tägige Raum ein. Viele einzelne Regelungen
Fasten im Monat Ramadan wegen Unreinheit ergänzen hier die spärlichen koranischen
unterbricht, muss er die restlichen Fastentage Angaben. Es geht um den genauen Ablauf der
nachholen, nachdem der Zustand der Reinheit Waschungen, die Haltung der Hände, die
wieder erreicht wurde. vorgeschriebenen Worte bei jeder einzelnen
Geste, Einzelregelungen zur Benutzung der
Unreinheit und Reinigung Toilette und der Körperreinigung mit Wasser
sowie der dafür vorgeschriebenen linken Hand,
Grundsätzlich wird zwischen der kleinen und die allein das Unreine berühren darf. Nach der
der großen Unreinheit unterschieden, die mit Überlieferung machen die Waschungen nicht
der kleinen rituellen Waschung (arab. wudu') nur von äußerlichem Schmutz rein, sondern
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führen auch zur Reue und machen rein von eigentlich von dem Verb für „rein sein“
Sünde. abgeleitet wird, dann bedeutet das, dass die
Gabe von Almosen vor Allah auch rein macht
Um Unreinheit durch Berührung mit Unreinem (58,12).
geht es beim Kontakt mit Hunden, die in der
Überlieferung als unrein bezeichnet werden. Aus biblischer Sicht
Ebenso, wenn Muslime vermeiden, mit den
Schuhen eine Moschee zu betreten, damit der Die Reinheits- und Speisebestimmungen des
Straßenstaub nicht auf die Gebetsteppiche Islam erinnern stark an die jüdischen
getragen wird. Wer keinen Gebetsteppich hat Ritualvorschriften. Mohammed lehnte sich in
und nicht in einer Moschee oder zu Hause den frühen Verkündigungen teilweise an die
beten kann, kann prinzipiell überall niederknien jüdische Glaubenspraxis an, wenn er z. B.
und dabei auch auf einem Stück Pappe oder anfangs die Gebetsrichtung auf Jerusalem
einer Zeitung beten, die ihn von dem Schmutz festlegte oder das Fasten jüdischen Vorbildern
des Untergrundes trennt. Manche Muslime anglich. Später wurden diese Vorschriften
tragen Hosen, die kaum bis zum Knöchel modifiziert.
reichen, um nicht etwa mit dem bis zum Boden
reichenden Stoff die Unreinheit der Straße in Den alttestamentlichen Reinheitsvorschriften,
die Moschee zu tragen. die die Pharisäer zum Maßstab der
Gottesverehrung gemacht hatten (Markus 7),
Aufgrund dieser in der Überlieferung sehr stellt Jesus im NT konträr die Auffassung
detailliert erläuterten Reinheitsvorschriften ist gegenüber, dass nicht das Äußere den
es nicht verwunderlich, dass das Thema in der Menschen verunreinigt (Mk 7,15), sondern das,
muslimischen Religionsausübung großen was der Mensch durch die Übertretung der
Raum einnimmt und bei manchen Sorge Gebote Gottes in Wort und Tat zum Ausdruck
besteht, ob alle Vorschriften erfüllt wurden. bringt: die Folgen seiner Sünde (Mk 7,22).
Kein Wunder ist es vor diesem Hintergrund Reinheit entsteht dementsprechend durch
auch, dass Nichtmuslime, die sich an diese einen Sinneswandel und die innere und dann
Vorschriften nicht halten, manchmal von auch äußere Ausrichtung auf Gott und sein
Muslimen als unrein und ihre Religion als Wort. Entscheidend aber ist die Einstellung des
minderwertiger als der Islam betrachtet werden, Menschen.
wenn z. B. im Christentum weder
Schweinefleisch noch Alkohol völlig verboten Einige Hadith-Texte als Beispiele:
sind oder Christen ihre Heilige Schrift nicht „Wenn der muslimische Diener (Gottes) sich
nach den im Islam üblichen bei den Waschungen das Gesicht wäscht,
Reinheitsvorschriften behandeln (z. B. mit entfernt sich von seinem Gesicht mit dem
schmutzigen Händen anfassen oder auf den Wasser bzw. mit dem letzten Wassertropfen
Boden legen). jede Sünde, die er mit den Augen begangen
Die Reinheit der Gläubigen hat. Und wenn er seine Hände wäscht, entfernt
sich von seinen Händen mit dem Wasser bzw.
Auch abgesehen von dem Thema der mit dem letzten Wassertropfen jede Sünde, die
Waschungen behandelt der Koran das Thema er mit den Händen gewalttätig verübt hat. Und
der Reinheit in weiteren Zusammenhängen, die wenn er sich die Füße wäscht, so entfernt sich
die Bedeutung der Thematik zeigen. So werden mit dem Wasser bzw. mit dem letzten
die Bewohner des Paradieses nur „reines Wassertropfen jede Sünde, zu der er mit seinen
Getränk“ (76,21) zu sich nehmen und dort Füßen gelaufen ist. So kommt er (aus der
„gereinigte Gattinnen“ (2,225) haben. Der Waschung) rein von der Schuld heraus.“
Koran ist eine „reine“ Schrift (80,14) und darf Der Koran, Übersetzt von Adel Theodor
nur von den „Gereinigten“ berührt werden Khoury, Gütersloh 1987, (ANHANG, Texte aus
(56,79). Der Gläubige soll sich auch in der Tradition), S. 519.
moralischer Hinsicht reinigen (74,1-5), und
wenn der Begriff für „Almosen“ (arab. zakat)
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Mohammed sagte: Immer wenn ein Mann mit


einer Frau Geschlechtsverkehr hatte wird das
Bad verpflichtend.
Bukhari Band 1, Buch 5, Hadith Nr. 290

Mohammed sagte zu seiner Frau Aischa: Höre


mit dem rituellen Gebet auf, wenn Du Deine
Menstruation bekommst und wenn Du nach
deren Ende das Blut abgewaschen hast,
beginne wieder damit.
Bukhari Band 1, Buch 6, Hadith Nr. 327

Das rituelle islamische Gebet einer Person wird


von Gott nicht akzeptiert, wenn sie auf der
Toilette war und Stuhlgang hatte oder Wasser
ließ oder auch nur Wind abließ, bis sie erneut
eine rituelle Reinigung vorgenommen hat.
Bukhari Band 1, Buch 4, Hadith Nr. 137

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