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Vorwort

Der Verfasser, der mir ein lieber Bruder im Herrn ist, kommt mit dieser Veröffen
tlichung einem besonderen Wunsch von mir nach. In jungen Jahren war ich selbst u
nwissentlich mit spiritistischen Kreisen in Berührung gekommen und konnte tiefe
Einblicke in das Reich der Finsternis tun. Dort lernte ich gleichzeitig die Homö
opathie kennen und praktizierte diese teilweise selbst lange Zeit. Ich war damal
s mit einem der berühmtesten und bekanntesten Berliner Heilpraktiker befreundet,
der zu dem spiritistischen Zirkel gehörte und in seiner gut-gehenden überlaufen
en Praxis die Homöopathie bei seinen Patienten anwendete.
Während ich durch die Gnade und Barmherzigkeit unseres Herrn aus der spiritistis
chen Bindung völlig herausgeführt und innerlich gelöst worden bin und nun schon
seit Jahrzehnten in Seinem Dienst stehe, Sein Wort und die Kraft des Namens Jesu
s und Seines Blutes verkündigen darf, war mir der okkulte, spiritistische Hinter
grund der Homöopathie und der aus ihr herkommenden Biochemie jahrzehntelang nich
t bewußt. Heute danke ich meinem Herrn auch für die Erkenntnis und die Befreiung
von dieser okkulten Heilweise und möchte alle Geschwister und Leser aus meiner
eigenen Erfahrung heraus warnen und herzlich bitten, alle homöopathischen und bi
ochemischen Mittel nicht zu nehmen.
Nachdem mir das Wesen der Homöopathie bewußt geworden war, habe ich alle homöopa
thischen bzw. biochemischen Arzneimittel verbrannt und mich im Herzen vor Gott v
on diesen Bindungen losgesagt. Wir haben es hier mit einer okkulten Heilweise zu
tun, von der Christen sich fernhalten müssen, weil sie sonst in Verbindung mit
der Finsterniswelt Satans kommen.
Möge unser treuer Herr dieser kleinen Warnschrift weite Verbreitung und Beachtun
g schenken und den Leser segnen.
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." (Hebr.13, 8)
"Welche auf Ihn schauen, die werden erquickt und ihr Angesicht wird nicht zu Sch
anden." (Ps. 34, 6)
Im November 1978
Adolf Neumann
Vorwort zur 2. Auflage
Die zweite Auflage berücksichtigt weiteres Belegmaterial über die okkulte Heilwe
ise der Homöopathie und nimmt zu Einwendungen und Zuschriften Stellung.
Der treue Herr schenke dieser Warnschrift weiterhin Verbreitung und Beachtung un
d segne den Leser.
Im Mai 1980 Lorenz
Keip Verlag
Gliederung
* Die Gefahr einer dämonischen Bindung
* Zum Begriff der Homöopathie
* Die okkulte Grundlage der Homöopathie
* Die geheime Arzneikraft
* Zur Verdünnung
* Die besondere Kraft der Verdünnung
* Zum Übergang der Kraft in die Arznei
* Die spiritualistischen Auffassungen
* Die Verbindung zum Heilmagnetismus (Mesmerismus)
* Der Mesmerismus
* Die Verbindung zur Homöopathie
* Der Mesmerismus als Quelle des modernen Spiritismus
* Der Zusammenhang mit der Lehre des Paracelsus
* Zur Person Samuel Hahnemanns
* Zur Anerkennung der Homöopathie im Okkultismus
* Über Äther- und Astralkörper
* Die geistige Heilweise der Homöopathie
* Die Homöopathie in hermetischer Betrachtung
* Die Homöopathie und Anthroposophie
* Zur homöopathischen Beeinflussung des Charakters
* Die Biochemie des Dr. Schüssler
* Stellungnahme zu einigen Einwendungen mit Aussagen über:
--> Zur Erkenntnis der Physik
--> Zum Übergang der Kraft in die homöopathische Arznei
--> Zum Vergleich mit anderen unerklärlichen Kräften
--> Zu biblischen Warnungen
--> Zur Gefahr bei okkulten Gegenständen
--> Zum Heilungserfolg als Beurteilungsmaßstab
--> Zur Suggestionswirkung
--> Zur Gefahr des Heilmagnetismus
* Schlußwort
* Anmerkungen
Die Gefahr einer dämonischen Bindung
Wir leben in einer Welt, die in der "Hand des Argen" liegt. Am Ende der Tage wir
d der "Fürst dieser Welt" dem Antichrist Macht geben können zu einer beispiellos
en Verführung der Menschen durch Zeichen und Wunder. "Groß Macht und viel List s
ein grausam Rüstung ist." Der Feind Gottes versucht bis zum Ende mit allen Mitte
ln, den Menschen in seiner Umklammerung zu halten und ihm den Weg zum Heil, der
allein in Jesus Christus unserem Herrn liegt, zu versperren. Es gelingt ihm durc
h immer festere Bindung des Menschen an die Welt, die Sünde, die Lust und Begier
de des Fleisches und durch Bindung an Sekten und Irrlehren, indem er richtige He
ilswege vortäuscht. In besonderer Weise versperrt er den Heilsweg, indem er Mens
chen unmittelbar durch Spiritismus, Okkultismus, Magie, Horoskopie, Wahrsagerei,
Zauberei usw. in Verbindung mit Dämonen bringt. Wer sich nämlich dem okkulten R
eich der Finsternis zuwendet, der mißachtet Gottes ausdrückliche Gebote und ist
dem Herrn ein Greuel, denn ein solcher Mensch gibt nicht Gott, sondern dem Teufe
l die Ehre und betet diesen an. Gottes Wort warnt uns ausdrücklich vor einer sol
chen Verunreinigung der Seele und Anbetung Satans. Christen wissen um die Gefähr
lichkeit solcher okkulten Bindungen und wollen mit ihnen nicht in Berührung komm
en. Es gibt aber Bereiche, in denen die spiritistischen, okkulten Grundlagen nic
ht ohne weiteres erkennbar sind, so daß auch für Christen die Gefahr besteht, mi
t finsteren Dingen in Berührung zu kommen. Weite Bereiche der Kunst und Wissensc
haft werden zunehmend von dämonischen Einflüssen durchdrungen und tragen widergö
ttlichen Charakter. In Teilbereichen der Heilkunst und Medizin lassen sich okkul
te Grundlagen nachweisen. Man denke etwa an die Augendiagnose, auf welche viele
gutgläubig vertrauen, oder an Heilbehandlungen durch "Besprechen", durch Akupunk
tur, ferner durch Suggestion, Hypnose und dergleichen, die im Bereich der Psycho
analyse angewendet werden. Hier stehen Menschen einer verborgenen, geheimen Kraf
t gegenüber und kommen häufig in unmittelbare Berührung mit den Mächten der Fins
ternis. Auch Teile der Naturheilkunde haben eine okkulte Grundlage. Das ist der
Fall bei der Homöopathie.
Zum Begriff der Homöopathie
Die Homöopathie wird als Teil der Naturheilkunde bezeichnet. Die Begriffe Naturh
eilkunde und Homöopathie sind nicht identisch, der Begriff Naturheilkunde ist um
fassender. Teilweise wird die Homöopathie und die ihr verwandte Biochemie zu den
Außenseiterverfahren der Naturheilkunde gerechnet.
Die Homöopathie wurde von dem deutschen Arzt Dr. Samuel Ha h n e m a n n (1755-1
843) entwickelt. Es handelt sich um ein Heilverfahren, das mit Medikamenten arbe
itet. Die homöopathischen Heilmittel werden dem Mineralreich, dem Pflanzenreich
und dem Tierreich entnommen; die Homöopathie ist also eine arzneiliche Heilmetho
de im Gegensatz zur reinen Naturheilkunde z. B., die sich des Wassers, der Luft,
der Massage usw. bedient. Als Arzneimittel verwendet die Homöopathie fast alle
Stoffe, die überhaupt bekannt sind, allerdings in winzigen Dosen (Gaben). Die Ho
möopathie unterscheidet hauptsächlich folgende Arzneiformen: Flüssigkeiten = Dil
utionen (dil.), Verreibungen = Triturationen (trit.), Tabletten = Tabulettae (tb
l.) und Streukügelchen = Globuli (glob.). Die Behandlungsmethode beruht auf dem
Prinzip, Krankheiten durch kleine Mengen jener Stoffe zu heilen, die in größeren
Mengen eben diese Krankheiten (oder ihr ähnliche Symptome) bewirken. Der Begrün
der hatte durch alte Schriften, Beobachtungen und besondere Experimente die Über
zeugung gewonnen, daß kleine und große Gaben derselben Substanz entgegengesetzte
Wirkungen haben können. Ein Mittel, das, in größeren Mengen genommen, beim Gesu
nden Krankheitserscheinungen erzeugt, kann - so meinte er - in kleinen Mengen ge
geben, eine Krankheit, die in ähnlichen Erscheinungen verläuft, heilen. Nach die
ser Ähnlichkeitsregel behandelte Samuel Hahnemann seine Patienten. Er war der Au
ffassung, daß schädliche Einwirkungen im Tiefsten auf etwas Unsichtbares, die Le
benskraft, das Lebensprinzip treffen, und diese Lebenskraft " wird dann verstimm
t, verändert das Befinden und bringt Leiden und Krankheitssymptome hervor; die h
omöopathische Medizin könne nun auf diese unsichtbare Lebenskraft einwirken. Die
Homöopathie will also in erster Linie nicht durch äußere Anwendung von Salben u
nd Einträufelungen heilen, sondern durch Beseitigung von Grundstörungen.
Das Wort Homöopathie kommt aus dem Griechischen (homoios = ähnlich, pathos = Lei
den). Der Grundsatz der Homöopathie lautet lateinisch: "Similia similibus curant
ur" - auf deutsch: "Ähnliches mit Ähnlichem heilen".
Im Gegensatz dazu steht der bekannte Ausdruck "Allopathie", was soviel bedeutet
wie "anders" oder "gegen die Krankheit" gerichtet, also "Gegenmittel-Heillehre"
(griech. allos = anders).
Die Allopathie ist die heute überwiegend angewandte Heilmethode; sie ist Teil de
r wissenschaftlich exakten, auf der strengen naturwissenschaftlichen Lehre aufba
uenden
(Hoch-)Schulmedizin. Die Behandlung erfolgt durch Gegenmittel, durch Zuführen vo
n Stoffen, welche zwar dem Körper an sich fremd, oft auch in der Natur gar nicht
- oder nicht in der verwendeten Form - vorhanden sind, dem Gesamtorganismus abe
r nicht oder nicht wesentlich schaden. Die Stoffe greifen wirksam in das krankha
fte Geschehen ein, sei es durch Schädigung von Bakterien, durch Veränderung des
chemischen Milieus oder durch Beeinflussung einzelner Organe. Soweit die kurze G
egenüberstellung der Heilweisen.
Die okkulte Grundlage der Homöopathie
Bei den nachfolgenden Ausführungen geht es uns nicht um eine wissenschaftlich be
gründete Ablehnung der homöopathischen Heilweise - das wäre Aufgabe der Wissensc
haftler und Mediziner -, wir möchten nur der Gemeinde Jesu einen Dienst tun und
aus unserer biblisch begründeten Sicht unsere interessierten Brüder und Schweste
rn im Herrn, die uns um Aufklärung gebeten haben, warnen. Deshalb beschränken wi
r uns auch nur auf einen wesentlichen Teilbereich der Homöopathie.
Die geheime Arzneikraft
Bekanntlich werden die homöopathischen Arzneien in einer stark verdünnten Weise
verabreicht. Ein "D" und eine Zahl vor oder bei dem Arzneimittelnamen kennzeichn
en den Grad der Verdünnung. Diese Verdünnungen sind derart ungeheuerlich groß, d
aß der zugrundeliegende Arzneistoff in diesen Verdünnungen überhaupt nicht mehr
vorhanden ist, auf jeden Fall aber keine Heilkraft mehr haben kann. Samuel Hahne
mann, der Begründer der Homöopathie, hat daher auch von seinen Mitteln gesagt, s
ie wirken nicht "chemisch", sondern "dynamisch". Er meint also - wie sich aus de
m Begriff "dynamisch" bereits ergibt -, daß besondere Kräfte auf die Arzneimitte
l einwirken. Die nähere Begründung dieser Theorie und die weiteren Zusammenhänge
zeigen, daß die Homöopathie tief in Magie und Okkultismus verwurzelt ist. Diese
Kräfte gehören nämlich in den Bereich des Okkultismus und sind auch wissenschaf
tlich nicht nachweisbar. Hahnemann hat diese Kraft mit verschiedenen anderen Krä
ften verglichen. "Dynamisch" nannte Hahnemann z. B. auch die Schwerkraft, die An
ziehung des Eisens durch den Magneten, die Bewegung des Armes bei einem Willensa
ntrieb usw. Von besonderer Bedeutung ist, daß er in der "Heilkunde der Erfahrung
" die "dynamischen" Arzneimittel zusammen mit dem Mesmerismus erwähnt 1), denn b
ei diesem Mesmerismus (dem Heilmagnetismus seines Zeitgenossen Mesmer) handelt e
s sich um satanische Kräfte. Auf den Mesmerismus, der eine Quelle der Homöopathi
e ist, gehen wir an anderer Stelle näher ein.
Nach Hahnemann soll jedenfalls auch eine verborgene Kraft den Heilerfolg bewirke
n. Deshalb waren für Hahnemann die "Verdünnungen" keine eigentlichen Verdünnunge
n, sondern ein Weg, eine besondere Art und Weise, um die Arznei mit einer bestim
mten Kraft zu versehen, damit ein Heilerfolg eintreten könne. Und deshalb hat Ha
hnemann schließlich auch gar nicht von einer Verdünnung gesprochen, sondern von
einer "Dynamisation", von einer Krafterhö-hung (Potenzierung).
Rudolf Tischner, der das "Werden der Homöopathie" wissenschaftlich dargelegt hat
, schreibt:
"Was das besagen will, lernt man am besten aus dem Aufsatz (von Hahnemann) ,Wie
können kleine Gaben. ..noch große Kraft haben?' R. A. Bd. 6). Wenn man in einen
großen See einen Tropfen Arznei fallen lasse, könne man nicht durch intensive Mi
schung eine Arznei daraus machen, die Arzneikraft gehe darin bald zugrunde. Erst
das starke Schütteln der Flüssigkeit und Reiben der Pulver in kleinen Mengen en
twickle die Arzneikräfte."2)
Es sind mithin besondere Einwirkungen bei der Herstellung der homöopathischen Mi
ttel erforderlich (Schütteln, Reiben), wodurch diese Mittel mit geheimen Kräften
versehen werden.
Zusammengefaßt läßt sich also folgendes feststellen: Samuel Hahnemann hat nicht
nur eine ungeheuer starke Verdünnung vorgeschrieben, mit der an sich ohnehin ein
Heilerfolg nicht mehr erzielt werden kann, sondern er hat darüber hinaus der Ve
rdünnung eine besondere Kraft beigemessen, die diesen Heilerfolg bewirken soll,
und er hat erklärt, daß eine Kraft in die Arznei übergeht. In diesem Zusammenhan
g hat Hahnemann spiritualistische Auffassungen über das geistartige Wesen der Ar
znei und der Krankheit vertreten. Hierzu im folgenden einige weitere Ausführunge
n.
Zur Verdünnung
Hahnemann hat Anweisungen für einen Verdünnungsmaßstab gegeben, der sich in Zahl
en kaum ausdrücken läßt. Er stellte seine "Arzneien" aus Säften von Pflanzen her
, die er mit Weingeist versetzte. Von diesen Urtinkturen versetzte er einen Teil
mit 9 oder 99 Teilen starken Weingeistes, vermischte dies durch 10 starke Schüt
telschläge und erhielt auf diese Weise die erste Dezimal- oder Zentesimalverreib
ung. Von dieser erreichten Potenz mischte er wieder 1 Teil mit 9 bzw. 99 Teilen
Spiritus und erhielt die zweite Dezimal- oder Zentesimalpotenz usw. bis zur 30.
Verdünnung. Die Zahl der Verdünnung wird vor den Arzneimittelnamen gesetzt. Die
Verdünnung D 30 kennzeichnet das Verhältnis 1 zu 1 Quintillion. Schreibt man das
in Zahlen, dann sieht das wie folgt aus: 1 zu 1000000000000000000000000000000.
Umgerechnet erhält der Patient 0,00000000000000001 Gramm des Pflanzenextrakts ge
löst in 100 Millionen Liter Flüssigkeit. Im homöopathischen Sprachgebrauch hande
lt es sich hierbei um sogenannte "Hochpotenzen" 3).
Von einer bestimmten Größe an sind die Hochpotenzen für eine stoffliche Betracht
ungsweise nicht mehr zu fassen. In einer Verdünnung D 30 (1 zu 1 mit 30 Nullen)
ist kein Molekül der Ursprungssubstanz mehr vorhanden. In diesen Verdünnungen ka
nn es jedenfalls nur noch ein Zufall sein, wenn in einem Fläschchen noch ein ein
ziges Molekül des verdünnten Stoffes vorhanden ist 4). Es ist also somit auch sc
hlechterdings nicht denkbar, wie jene homöopathischen Mittel, in denen sich kein
e oder nur unwägbar kleinste Arzneimengen befinden, eine entscheidende Wirkung ä
ußern können. Die beobachteten und behaupteten Heilwirkungen können eben nur ver
borgene, geheime Kräfte zur Ursache haben. Diese Kräfte werden nun tatsächlich v
on dem Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, behauptet. Bei der Herstellu
ng der homöopathischen Dosen fließt nach Hahnemann eine Kraft aus der Person des
Herstellers auf geheimnisvolle Weise in die homöopathische Medizin ein.
Die besondere Kraft der Verdünnung
Die Lehre der Homöopathie geht dahin, daß die Verdünnung die Arzneikraft steiger
t (Doppelsinn der Potenzierung). Die tiefen Potenzen, also die chemisch konzentr
ierteren, seien weniger wirksam als die hohen Potenzen 5).
Nur anfänglich sprach Hahnemann von "verdünnen", denn er war bereits frühzeitig
der Meinung, daß die Medizin bei der Bereitung nach seinem Verfahren mittels Sch
ütteins und Reibens nicht eigentlich verdünnt würde, sondern daß dadurch eine "K
rafterhöhung" eintrete. Diesen Vorgang nannte er "potenzieren". Erst das starke
Schütteln der Flüssigkeiten und Reiben der Pulver in kleinen Mengen entwickle di
e Arzneikräfte 6).
In dem Informationsbüchlein über Homöopathie kann der aufmerksame Leser immer wi
eder entsprechende Hinweise finden, z. B. mit folgenden Worten:
"Mit der Höhe der Potenz wächst der Verdünnungsgrad, und entsprechend nimmt die
Menge des Arzneiträgers (Alkohol, Milchzucker) zu und der Arzneigehalt ab."7)
Zum Übergang der Kraft in die Arznei
Durch die Art und Weise, wie die Krafterhöhung in die verdünnte Medizin kommt, w
ird das Okkulte der homöopathischen Behandlungsweise deutlich. Hahnemann war der
Auffassung, daß durch die Art, besonders durch das Schütteln, mit der die steig
enden Verdünnungen hergestellt werden, eine Art von Energievermehrung, eine "Pot
enzierung" der Lösungen erzielt werde. Hahnemann nahm an, daß die Armkraft, welc
he er beim Verreiben fester Substanzen durch die Reibung oder beim Verdünnen der
Flüssigkeiten in Form der Schüttelschläge verbraucht habe, in die Arznei überge
he, ihr eine Kraft verleihe, welche sie vorher nicht besessen habe, sie also pot
enziere, beseele. Diese Kraft wurde in der Literatur als Hahnemannismus bezeichn
et 8).
Das Verschütteln der arzneilichen Substanz in der Urtinktur geschah ursprünglich
nach einer bestimmten Methode. Hahnemann hat nach einem genau festgelegten Syst
em die Substanz verringert und die Mittel verschüttelt, indem er die verschlosse
ne Flasche mehrmals gegen eine federnde Unterlage schlug. Es soll sich um ein "d
ickes, in Leder gebundenes Buch" gehandelt haben.
So ist Hahnemann - wie bereits angedeutet - auch bei der Arzneimittelzubereitung
verfahren. Er benutzte diesen eigenartigen Ritus des mehrmaligen Schütteins, wo
durch die Kraftentwicklung gewonnen wird. Die in die Schüttelschläge gelegte Arm
kraft teilt sich der Arznei mit und bewirkt, daß "ihre geistartigen geheimen Krä
fte freigesetzt und zu einem vordem unerhörten Grade gesteigert werden".
Die Schüttelschläge waren Hahnemann das Wichtigste zur Dynamisierung 9). Die dre
ißigste Kraftentwicklung, die potenzierte Dezillionsverdünnung, ist nach Hahnema
nn die zweckmäßigste. Durch weiteres Verdünnen und Schütteln könnte zwar noch hö
her potenziert werden. Allein die Wirkung würde zu stark und könnte den Kranken
umbringen. Darum warnt er, diese Grenzen nicht zu überschreiten 10). In dem erwä
hnten Informationsbüchlein kann man heutzutage folgendes lesen:
"Flüssigkeiten. .., die aus den Urtinkturen nach Hahnemanns Vorschriften durch V
erschüttelung (meist mit Alkohol) bereitet werden"11).
Die spiritualistischen Auffassungen
Bestimmte Äußerungen von Hahnemann lassen den Schluß zu, daß Hahnemann überhaupt
eine rein spiritualistische Krankheitsauffassung gehabt hat. In § 31 seines Hau
ptwerks "Organon" (6. Aufl., Anm.) äußert er, die Krankheiten seien "blos geista
rtige, dynamische Verstimmung des Lebens". Spiritualistisch ist auch die Theorie
von Hahnemann über die geistige Wirkung der Arznei-mittel, daß sich nämlich die
angewandte Arznei durch die ungeheure Verdünnung (der sogenannten "Dynamisation
") "zuletzt gänzlich in ihr individuelles geistartiges Wesen auflöse".
Rudolf Tischner schreibt:
"Die spiritualistische Ausdeutung Hahnemanns durch die Hahnemannianer kann sich
auf manche Aussprüche zur Krankheitslehre berufen, derzufolge die Wirkung der Mi
ttel ,fast geistig' sein soll und deshalb durch Potenzie-rung von der Materie tu
nlichst befreit werden muß."12)
Im "Organon"13) betont Hahnemann selbst, durch die mechanische Bearbeitung werde
die Arzneisubstanz mittels immer höherer "Dynamisationen endlich ganz zu geista
rtiger Arzneikraft subtilisiert". Bei dem dreißigsten Grad der Dynamisation sei
"die Materie so verringert, daß es einen Bruchteil gibt, der sich kaum mehr in Z
ahlen aussprechen lassen würde. Ungemein wahrscheinlich wird es hierdurch, daß d
ie Materie mittels solcher Dynamisationen sich zuletzt gänzlich in ihr individue
lles geistartiges Wesen auflöse und daher in ihrem rohen Zustande eigentlich nur
als aus diesem unentwickelten geistartigen Wesen bestehend betrachtet werden kö
nne."
Es handelt sich also um eine Lehre über die Vergeistigung der Materie. "Hier hab
en wir wirklich eine spiritualistische Auffassung in reinster Form".14) Deshalb
erfreut sich die Homöopathie auch einer Verbreitung und Beliebtheit in parapsych
ologischen, okkulten und spiritistischen Kreisen.
Unter Berücksichtigung dieser spiritualistischen Auffassung wird erklärlich, daß
Hahnemann seine Patienten die hochverdünnten Arzneimittel nicht mehr einnehmen,
sondern nur noch
r i e c h e n ließ 15).
"Je geringer die Dosis, um so größer die Wirkung - das war Hahnemanns Motiv. Die
Potenzierung selber wurde zu einem magisch-alchemistischen Akt; der alte Hahnem
ann ließ seine Patienten nur noch an den Arzneien riechen."16).
Diese okkulte, spiritualistische Lehre von der Krafterhöhung durch Potenzieren w
ird nach wie vor von Homöopathen unbekümmert um alle Einwände praktiziert. Dr. m
ed. Ernst Meyer-Camberg meint sogar: "Es gibt immerhin zu denken, daß auch kriti
sche Homöopathen sich im Laufe der Jahre allmählich entgegen ihrer ursprüngliche
n Meinung zu Hochpotenzlern entwickelt haben."17)
Die Berechtigung, vor einer Behandlung mit solchen "homöopathischen Dosierungen"
ernsthaft zu warnen, ergibt sich darüber hinaus, wenn man die Quellen betrachte
t, die für diese Heillehre bedeutsam waren.
Die Verbindung zum Heilmagnetismus (Mesmerismus)
Hahnemann sagt in seiner Arzneimittellehre von seinen Mitteln, sie wirken nicht
chemisch, sondern "dynamisch". "Dynamisch" umfaßte seinerzeit im allgemeinen Spr
achgebrauch alles, was nicht grob materiell verstanden werden konnte. Dynamisch
nennt Hahnemann - wie bereits erwähnt - auch die Schwerkraft und die Anziehung d
es Eisens durch den Magneten. Er bejaht in seiner Heillehre magnetische Kräfte,
wie sie sein Zeitgenosse Franz Anton
M e s m er (1734-1815) ausgeübt hat.
Diese magnetischen Kräfte werden auch in "frommen Kreisen" bejaht und von "fromm
en" Heilmagnetopathen angewandt. Es folgen daher zunächst Ausführungen über den
okkulten Heilmagnetismus, weil dieser eine Quelle der Homöopathie ist.
Der Mesmerismus
Mesmer, ein Wiener Arzt, ist der Begründer der okkultistischen Lehre vom tierisc
hen Heilmagnetismus. Er ließ sich Magnete fertigen und erprobte sie an Kranken u
nd heilte damit. Mesmer hatte 1766 über ein astrologisch-mystisches Thema promov
iert: "Über den Einfluß der Wandelsterne auf den menschlichen Körper". In seiner
Arbeit erklärte er die geheimnisvolle Kraft der Gestirne durch einen Uräther, e
in geheimnisvolles, mit physikalischen Methoden nicht mehr nachweisbares Fluidum
. Später erklärte er, die Kraft des Magneten ist mit diesem universalen Fluidum
identisch. Es findet - so lehrte Mesmer - ein wechselseitiger Einfluß unter den
Himmelskörpern, der Erde und allen belebten Wesen statt. Er erkannte, daß besond
ers von seiner Person auch ohne Anwendung des Magneten Kraft ausging, daß also a
uch der belebten Natur dieses Fluidum eigen war, und nannte die Kraft "animalisc
hen" oder "tierischen Magnetismus", "Die Kraft und Wirkung des tierischen Magnet
ismus kann anderen belebten Körpern mitgeteilt werden", lehrte er 18). Hier spri
cht Mesmer also von einer besonderen Fähigkeit, andere Menschen magnetisch zu be
einflussen und seine Kraft auf Lebewesen und auf unbelebte Gegenstände zu übertr
agen. Bei seinen "Sitzungen" übertrug er seine Kraft (Fluidum) auf die sogenannt
en Baquets-Zuber, die mit Flaschen voll magnetisierten Wassers gefüllt waren und
das Fluidum über eiserne Stäbe zu den Patienten leiteten.
Mesmers Methode hatte (besonders in Wien, Paris und später in Preußen) einen ung
eheuren Erfolg. Die Menschen strömten in seine Praxis. Zur Veran-schaulichung ei
n Bericht:
"In Mesmers Wohnung sammeln sich die reichen Patienten. ..Man mietet schon Tage
vorher einen Platz am magnetisierten Baquet ...Während der Vorbereitung darf kei
n Wort gesprochen werden (denn auch Schallwellen wirken auf das Fluidum); andäch
tig schweigen die um den Zuber Versammelten, bis Mesmer selbst eintritt, einen e
isernen Zauberstab in der Hand, in seidener Robe, und mit Würde von einem Kranke
n zum anderen schreitet, bald einem nach seinem Leiden fragt und ihn an der schm
erzenden Stelle berührt, bald nur die Stirn des Patienten umkreist und ihn fest
anblickt. Gewöhnlich dauert es nicht lange, und die Kranken beginnen zu zittern,
zu schwitzen (jeder weiß, was Tagesgespräch ist: daß eine "Krise", heftige Zuck
ungen, Krämpfe und Ekstase, das Ziel der magnetischen Behandlung ist und die Hei
lung herbeiführt). Von einer der am Rand des Baquets vereinigten Hände springt d
ie Erregung wie ein Funke auf den nächsten über. Immer mehr Kranke verfallen in
Krämpfe, Schweiß bricht ihnen aus, sie beginnen grell zu lachen, zu schreien, ma
nche tanzen wie wild, andere wälzen sich am Boden, manche schlafen ruhig und tei
lnahmslos, ein seliges Lächeln auf den Lippen. .."19)
"Mesmer konnte den Andrang von Heilungssuchenden kaum bewältigen. Die luxuriös e
ingerichteten Zimmer seines Hauses wurden Behandlungszimmer. Die Spiegel, Teppic
he, das gedämpfte Licht, ja sogar die Töne der Glasharmonika benutzte er als the
atralische Nebeneffekte. Bald jedoch reichte das große Haus für den Massenandran
g nicht mehr aus. Die Kranken, die im Garten herumsaßen und warteten, mußten bes
chäftigt werden. Mesmer war außerstande, sich jedem Patienten zu widmen, und da
er andere nicht in die Geheimnisse seiner Kunst einweihen mochte, ging er zur Ma
ssenbehandlung über. Die Bäume des Gartens wurden von Mesmer durch Bestreichen m
agnetisiert, die Kranken um einen Baum gelagert, der die empfangenen magnetische
n Kräfte in die Leidenden abströmen ließ...20)
Physikalisch war das alles natürlich unhaltbar. Jeder beliebige Physiker hätte M
esmer das sagen können. Aber er achtete die Einwände nicht. Er »magnetisierte« W
asser und ließ es die Kranken trinken oder darin baden; er »magnetisierte« Eßges
chirr, Kleider und Betten der bettlägerigen Kranken, zu denen er gerufen wurde;
er »magnetisierte« Spiegel, damit sie die magnetische Kraft reflektieren; ja sog
ar Musikinstrumente, auf denen zu den Seancen aufgespielt wurde, waren magnetisi
ert, auf daß sie mit dem Schall das heilende magnetische Fluidum in den Raum tru
gen."21)
Über die letzte Phase des Mesmerismus in Deutschland berichtet der Mediziner Gla
sscheib:
"Mit dem Nachfolger Friedrichs des Großen, seinem Neffen Friedrich Wilhelm II.,
hatte die Mystik den Thron bestiegen, Scharlatane, Schwindler, Obskuranten jeder
Art waren obenauf und trieben ihr Unwesen. Am Hofe und im Schloß Tegel wurden s
piritistische Sitzungen und Totenbeschwörungen veranstaltet. Eine Mätressenwirts
chaft beherrschte das Land. Auf dem so gedüngten Boden entwickelte sich die drit
te und letzte Phase des Mesmerismus, nämlich die preußisch-deutsche. Sie ist von
der Wiener und Pariser Phase dadurch unterschieden, daß die Errungenschaften de
s Okkultismus wie Hypnose, Hellseherei, Traumeingebung und Geisterbeschwörung hi
er in die Magnetotherapie aufgenommen sind."22)
"Dem Nachfolger Friedrich Wilhelms II., Friedrich Wilhelm III., waren die magnet
ischen Zirkel ein Greuel. Als Betrug und sexuelle Übergriffe überhandnahmen, gri
ff auf königlichen Befehl die Polizei ein und löste die Zirkel und Logen der ,Ha
rmonie' auf. Was die Aufklärung nicht vermocht hatte, gelang im Handumdrehen der
Polizeigewalt; das Magnetisieren nahm plötzlich ein Ende. .."23)
Zur Person des Franz Anton Mesmer sei lediglich darauf hingewiesen, daß er von f
rühester Jugendzeit Interesse für okkulte Dinge und geheime alte Schriften hatte
. Schon als Knabe "fühlte er in sich eine okkulte Macht". Er machte Versuche mit
der Wünschelrute, die ihm gelangen.
Mesmer selbst hatte, bevor er seine Lehre aufstellte, ein eigenartiges Erlebnis:
in äußerster Unruhe durchquerte er Felder, Wälder und die entlegensten Einöden,
anfallartig beschwörte er die Natur. "Zum Glück", so beschreibt er es selbst, "
hatte meine Heftigkeit in der Stille der Wälder niemand als die Bäume als Zeugen
. Denn wahrlich, ich muß einem Wahnsinnigen sehr ähnlich gesehen haben."24) Schl
ießlich hatte er eine Phase mystischer Versenkung und intuitiver Schau, in der e
r auch keine Ausdrücke mehr für seine Gedanken suchte. "Drei Monate dachte ich o
hne Worte. Als sich dieses tiefes Nachdenken endete, sah ich mich voll Erstaunen
um... Alle Gegenstände hatten für mich eine neue Gestalt."25)
Die Verbindung zur Homöopathie
Die Ausführungen über den Mesmerismus sollen verdeutlichen, wie böse, okkult, ja
spiritistisch die Quellen waren, aus denen Hahnemann geschöpft hat, denn dieser
Mesmerismus ist eine Q u e l l e der Homöopathie. Tischner schreibt:
"Eine weitere Quelle konnte gerade für Hahnemann der Mesmerismus sein, den er ge
wiß schon 1777 in Wien kennengelernt hatte, wo damals gerade der Streit um die ,
magnetischen' Heilungen Mesmers tobte. .. Seitdem hat Hahnemann den Mesmerismus
immer mit einer gewissen Vorliebe genannt von seiner Doktorarbeit an bis zur let
zten Auflage des »Organons'<."26)
Hahnemann hat diesen spiritistischen Magnetismus nicht nur g e l o b t , sondern
von Mesmer übernommen und hat selbst diese unheimliche Methode praktiziert. Die
Nachforschungen Tischners bestätigen das:
"Wie ich aus Briefen feststellen konnte, hat er ihn in der Tat bei seinen Kranke
n angewendet oder bei seinen auswärtigen Kranken anwenden lassen."27)
Die Behandlungsweise der Homöopathie ist dem Mesmerismus innerlich verwandt, den
n wie beim Mesmerismus eine geheimnisvolle Kraft auf den Kranken übergeht, so wi
rken auch nach der Lehre der Homöopathie die hochpotenzierten, "fast geistigen"
Arzneien unmittelbar auf die geistartige Lebenskraft" ein. Davon ist Hahnemann au
ch ausgegangen.
Diese Zusammenhänge zeigen das eigentliche Wesen der Homöopathie. Hahnemann, der
offen war für den tierischen Magnetismus und diesen selbst bei seinen Patienten
anwendete, hat eine diesem Magnetismus ähnliche Heilmethode entwickelt, die ebe
nfalls von okkulten Kräften ausgeht. Beide Heilweisen, Mesmerismus und Homöopath
ie, sind aus diesem Grunde gefährlich und bringen Menschen in Verbindung mit fin
steren verborgenen Mächten.
Der Mesmerismus als Quelle des modernen Spiritismus
Der Mesmerismus hat sich als eine unheilvolle Quelle erwiesen. Aus dieser finste
ren Quelle hat Samuel Hahnemann geschöpft, und aus ihr hat Allan K a r d e c den
mit seinem Namen verbundenen S p i r i t i s m u s geschöpft. Allan Kardec (mit
seinem bürgerlichen Namen Hippolyte Denizard Rivail, 1804-1869) kam in Paris in
mesmerische Kreise und empfing dort in den spiritistischen Zirkeln des Mesmeris
mus seine spiritistische Berufung. Er hielt danach spiritistische Sitzungen mit
Medien ab, verfaßte eine Reihe von spiritistischen Lehrbüchern ("Buch der Geiste
r", "Buch der Medien", "Das Evangelium nach dem Spiritismus") und wurde so der G
ründer und Systematiker des europäischen Spiritismus.
Die Entstehung des Spiritismus hängt also ebenfalls unmittelbar mit dem Mesmeris
mus zusammen. Der bekannte Marburger Kirchen- und Religionshistoriker Ernst Benz
, der diesen Zusammenhängen im Rahmen eines Forschungsauftrages nachgegangen ist
, schreibt in seinem 1978 erschienenen Buch "Kosmische Bruderschaft":
"Die Entstehung des Spiritismus des 19, Jahrhunderts hängt unmittelbar mit dem M
esmerismus zusammen, jener großen Bewegung der Heilung, die auf Franz Anton Mesm
er, den Entdecker des animalischen Magnetismus, zurückgeht und die für einige Ja
hrzehnte nicht nur die europäische Medizin revolutionierte, sondern auch einen t
iefen Einfluß auf die europäische Literatur- und Kunstgeschichte ausübte. In Fra
nkreich haben sich eine Reihe von Anhängern des Mesmerismus als magnetische Heil
er betätigt. Mesmerschüler wie Puységur und Deleuze studierten in Paris aufmerks
am die parapsychischen Phänomene, die im Zusammenhang mit den somnambulen Trance
zuständen hervortraten, welche eine große Rolle in dem mesmerischen Heilverfahre
n spielten. Sie beschäftigten sich vor allem mit den Ahnungen, den Präkognitione
n, den prophetischen Erfahrungen, den telepathischen und telekinetischen Erschei
nungen den visionären Erlebnissen im Zustand des somnambulen Schlafes, die von d
en Betroffenen als Begegnung mit der Welt der Engel und heimgegangenen Seligen v
erstanden wurden. Bei einer der Somnambulen offenbarten sich die Geister verstor
bener Ärzte, auch der Geist Mesmers, die medizinische Diagnosen und therapeutisc
he Anordnungen, vor allem aber auch Mitteilungen über das Leben nach dem Tode ga
ben. Es kam zu automatischen Aufzeichnungen von Geisterbotschaften...
"Im Jahr 1856 wurde ein gewisser Hippolyte Denizard Rivail in diesem mesmerische
n Kreis eingeführt: "...Seit 1854 geriet er unter den Einfluß zweier Personen au
s den Kreisen des Pariser Mesmerismus, die den spiritistischen Zirkeln dieser Be
wegung angehörten. Nach anfänglichem Widerstand ließ er sich von der Wahrheit de
r Geisteroffenbarungen Überzeugen. 1858 gründete er die erste spiritistische Zei
tschrift in Paris, die ,Revue Spirite', dann die ,Société Parisienne des études
spirites' und wurde Verfasser verschiedener spiritistischer Lehrbücher, zunächst
des Livre des Exprits. Seit 1855 hielt er selber spiritistische Sitzungen mit M
edien ab. Hippolyte Rivail hat die Offenbarungen, die ihm von seiten der Bewohne
r der Geisterwelt durch seine Medien zukamen, zu einem System zusammengefaßt. Ba
ld folgten weitere Bücher, die eine unerwartete Verbreitung erfuhren und in viel
e Sprachen übersetzt wurden. Mit der Verbreitung der Schriften Hippolyte Rivails
breitete sich die spiritistische Praxis in ganz Europa und in der Neuen Welt mi
t einer unerwarteten Geschwindigkeit aus."
"Für die antiklerikalen und freimaurerischen Kreise vor allem Brasiliens wurde A
llan Kardec zum Vorkämpfer und Märtyrer des sogenannten ,wissenschaftlichen Spir
itismus'."28}
In den Spiritismus des Allan Kardec flossen auch im übrigen Ideen des Gei-sterse
hers Emanuel Swedenborg (1688-1772) ein, weil die Anhänger Swedenborgs "vielseit
ige innere Zusammenhänge zwischen der Lehre Mesmers und Swedenborgs" sahen. Die
Lehren Mesmers vom animalischen Magnetismus könne man nur dann vollständig verst
ehen, wenn sie im Sinne der visionären spirituellen Erkenntnisse Swedenborgs int
erpretiere.29)
Der Zusammenhang mit der Lehre des Paracelsus
Die Auswirkungen und Folgen der Lehre vom Heilmagnetismus des Anton Mesmer werde
n verständlich, wenn man die okkulten Grundlagen betrachtet, aus denen Mesmer se
inerzeit seine Lehre abgeleitet hat. Bei seinen Studien über die Einwirkungen de
s tierischen Magnetismus auf den Menschen stützte sich Mesmer nämlich auf die Le
hren des
P a r a c e I s u s, van Helmont und Maxwell. Der Nervenarzt Dr. E. Trömmer schr
eibt:
"Eine Theorie dieser mystisch-magnetischen Einflüsse begründete der berühmte The
ophrastus Bombastus Paracelsus von Hohenheim: Eine Mischung von Genie und Zauber
künstler. Nach ihm werden sowohl die Gestirne untereinander als auch die irdisch
en Wesen mit den Gestirnen, besonders mit Sonne und Mond, durch magnetische Kräf
te verbunden. Speziell der Mensch hat zweierlei Magnetismus in sich, einen krank
en und einen gesunden. Die Heilung von Krankheiten geschieht dadurch, daß der Ma
gnetismus eines Gesunden den des Kranken an sich zieht und paralysiert oder aufh
ebt.
Schon Paracelsus verwendete verschiedentlich Magnete zur Stillung von Blutungen
und hysterischen Krämpfen und glaubte, deren Heilkraft auch auf Wasser, Amulette
und andere leblose Dinge übertragen zu können. Seine Lehre spielte fortan eine
große Rolle. Glockenius, Professor der Physik in Marburg, schrieb 1608, über mag
netische Heilung von Krankheiten', van Helmont 1621 über magnetische Heilung von
Wunden. Mit Hilfe des Magneten könnten, so schrieb er, Krankheiten nicht nur vo
n Mensch zu Mensch, sondern sogar von Menschen auf Tiere und Bäume übertragen we
rden. Mit besonderer Liebe aber wurde diese Lehre durch die Rosenkreuzer, die Fr
eimaurer damaliger Zeit, kultiviert. Robert Fludd, der berühm-teste Rosenkreuzer
des 17. Jahrhunderts, beschrieb in seiner ,Philosophia Mosis' zwei Arten von Ma
gnetismus, einen geistigen und einen körperlichen. Sein Schüler, der Schotte Max
well, erklärte ihn für das Universalheilmittel; denn Krankheiten rührten nur von
Erschöpfung des Magnetismus - der hier also völlig mit Lebenskraft identifizier
t wird - her. Maxwell benutzte - horribile dictu - sogar Menschenkot, um ihn dur
ch Einwirkung des Magneten zu einem Heilmittel für alle Krankheiten zu machen. M
an beachte, wieviel von den Requisiten unsrer Kurpfuscherheilmethoden, speziell
dem Handwerkszeug unsrer ,Magnetopathen' noch aus der Mystik jener Zeit herrührt
."
... "Um diese Zeit war es, als der Wiener Arzt Anton Mesmer (1734-1815), gestütz
t auf die Lehren des Paracelsus, van Helmont und Maxwell, die Einwirkungen des t
ierischen Magnetismus auf den Menschen studierte und in einer Dissertationsschri
ft: ,Über den Einfluß der Planeten auf den menschlichen Körper' niederlegte.30)
Auch andere Schriftsteller betonen diesen Zusammenhang. "Diese Auffassung des Ma
gneten als allmächtigen Heilers ist von den Schülern des Paracelsus getreulich w
eitergegeben worden, und so erfuhr auch Franz Anton Mesmer. ..von ihr."31)
Paracelsus (Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541) wird in der einschlägigen Lit
eratur als "ein exzentrischer Mystiker"32) bezeichnet, in dessen "teilweise aktu
ell anmutendem Werk krauser Unsinn und tiefsinnige Einsicht seltsam verschmelzen
"33). Er spiegelt in seinen Theorien "die alte Magie der Astrologen und Alchimis
ten wider" und "verstrickte sich tief im Mystizismus"34). Er studierte alte Gehe
imbücher 35), arbeitete mit Geheimrezepten und lehrte den Einfluß der Gestirne a
uf Gesundheit und Krankheit des Menschen 36) (und hoffte im übrigen auf eine spä
tere Wiederherstellung der Kirche durch den Papst) 37).
Paracelsus führte die Wirkung seiner Arzneien u. a. auf alchemistische Aufbereit
ung der Heilkräuter oder Mineralien zurück. Er gilt in einschlägigen Kreisen als
derjenige, der die Spagyrik (bestimmte Art der Arzneimittelzubereitung unter An
wendung der auf die okkulten Lehren der alten Hermetiker zurückgehenden Alchemie
} angewandt und neu begründet hat. "Die alchymische Kunst erst" - schreibt Parac
elsus - "bringt die inneren Wirkkräfte vor die arzneilischen Augen und führt sie
schließlich in die ultima materia. So enthüllt die Scheidekunst den letzten Gru
nd wie auch das letzte Ziel der Dinge. .."38)
Nach ihm wurde die 1972 in den USA gegründete Aktiengesellschaft PARALAB (Parace
lsus Laboratories Inc.} genannt. Paralab produziert nach alchemistischen, inzwis
chen als parachemisch bezeichneten Prinzipien. Das Angebot umfaßt pflanzliche Pr
äparate, mineralische Produkte - auch in homöopathischen Potenzierungen - und ei
nige Kosmetika 39).
In diesem Zusammenhang gewinnt die Tatsache an Bedeutung, daß von verschiedenen
homöopathischen Schriftstellern geäußert wurde, Hahnemann habe seine Lehre ohneh
in von Paracelsus entlehnt 40), und die homöopathischen Grundfakten gehörten mit
hinein in das spagyrische Denken 41).
Zur Person Samuel Hahnemanns
Hierzu sei nur auf folgendes aufmerksam gemacht: Hahnemann wurde im Geist eines
undogmatischen, aufklärerischen Deismus erzogen 42). Besonders beeinflußt war er
später durch die Lehren von Rousseau und Schelling 43). Er zeigte sich als unru
higer Geist: Allein zwischen seinem 20. und 50. Lebensjahr wählte er sich 27 ver
schiedene Orte als Wohnsitz 44). Während seines unruhigen Wanderlebens kommt er
immer wieder in Konflikt mit Ärzten und Apothekern, die seine Behandlungsweise a
blehnen. Jeden, der nicht völlig seiner Meinung ist, bekämpft er aufs schärfste.
In schroffer Form und teilweise auch in einem sehr persönlichen Ton verteidigte
er sich. In seiner Schrift "Die Allöopathie, ein Wort der Warnung an Kranke jed
er Art" wird in einseitigster Weise der "Unheilkunst" der Allopathie alles Ungün
stige nachgesagt und die Homöopathie in den Himmel gehoben. Sein Geltungsbedürfn
is und sein Ehrgeiz waren stark ausgeprägt und steigerten sich schließlich zu ei
nem "unduldsamen Selbstherrschertum"45).
In einer Lebensbeschreibung heißt es: "Wo er fortfuhr, lag Feindschaft, wo er an
kam, wartete Kampf."
Bemerkenswert ist, was über seine Familie berichtet wird:
"Elf Kinder wurden dem Dr. Hahnemann von seiner Frau, einer Apothekerstochter, i
n 48 jähriger Ehe geboren; drei Söhne und acht Töchter. Von den Söhnen starb ein
er als Säugling, ein anderer wurde später geisteskrank, und eines Tages war er v
erschollen. Von den acht Töchtern starb eine bei der Geburt, eine andere mit 30
Jahren. Drei führten unglückliche Ehen, die geschieden wurden. Geschiedene Fraue
n aber hatten damals kein leichtes Los. Und endlich starben zwei der Hahnemann-T
öchter eines grauenhaften Todes: Sie wurden ermordet. Der Eigenbrötler Hahnemann
, der nie einen wirklich vertrauten Freund hatte und sich mit all seinen Schüler
n irgend-wann überwarf, verlor im Alter von 75 Jahren seine Frau. Und heiratete
mit 80 Jahren eine reizende und ziemlich emanzipierte junge Dame aus Paris, die
45 Jahre jünger war."46)
Auch sein Ende ist eigenartig: Nachdem er seiner 45 Jahre jüngeren Frau nach Par
is folgte und dort von seinen Anhängern mit Ehren überschüttet wurde, stirbt er
1843. Seine junge Frau schirmt den Todkranken ab. Niemand durfte zu ihm, nicht e
inmal seine Tochter Amalie und ihr Sohn, sein Enkel. Die Stunde der Beisetzung b
lieb ein Geheimnis. Am 11. Juli, einem regnerischen, schwülen Tag, fuhr der Sarg
nach Montmartre. Nur wenige folgten ihm zu Fuß: die Frau, die Diener, die Tocht
er, der Enkel. Es gab kein Gebet, keinen Gesang und keine Rede 47).
In christlicher Hinsicht ist zur Charakterisierung seiner Person und seiner Lehr
e wichtig, daß Hahnemann F r e i m a u r e r war. Bereits 1777 als 22jähriger wa
r er in den Freimaurerorden eingetreten 48). Wir halten aber mit Lorenz Keip 49)
die Freimaurerei für eine Hochburg des Teufels. Dem Christentum hat Hahnemann s
eit seiner Jugend ferngestanden. Noch im Jahre 1826 schreibt er in sehr lobendem
Sinne über den chinesischen Philosophen Kungtse (Konfuzius) - während er in Geg
ensatz zu diesem unseren Herrn Jesus Christus einen "Erzschwärmer" nennt.
Zur Anerkennung der Homöopathie im Okkultismus
Ausführungen über die Beurteilung der Homöopathie durch die (Hoch-)Schulmedizin
u. dgl. sind im Hinblick auf den Zweck dieser Abhandlung nicht erforderlich. Bem
erkenswert ist aber, daß die Homöopathie aus dem Bereich des Okkultismus Anerken
nung erfährt und daß hier zur Homöopathie Aussagen gemacht werden, die zur Bestä
tigung der okkulten Grundlagen dieser Heilweise dienen können. Anhänger der Homö
opathie, die sich nämlich unmittelbar dem Spiritismus oder dem Okkultismus geöff
net haben, begründen die Anerkennung der Homöopathie mit ihren okkulten Erkenntn
issen. Zunächst einige Ausführungen über spiritistische Behauptungen.
Über Äther- und Astralkörper
In der Parapsychologie wird die Existenz von Fe i n s t o f f l i c h e m behaup
tet. Das geht bereits auf Anton Mesmer zurück, der die Worte "animalischer Magne
tismus" brauchte. K. Freiherr von Reichenbach nannte die alles durchströmende Le
benskraft "Od." Nach parapsychologischen Behauptungen wird ein Astralleib (Gesti
rnleib) angenommen. Ein "feinstofflicher" nebelähnlicher Körper soll den realen
grobstofflichen Körper als dessen bewegende Kraft umgeben (feinstoffliche Aura).
Der Astralleib sei der Doppelgänger des grobstofflichen realen Körpers. Der Ast
ralleib wird teilweise auch Ätherleib genannt. Durch Hellsehorgane könne die Aur
a bzw. der Astralleib wahrgenommen werden (so nach der Auffassung der Anthroposo
phie).
Wenn wir diesen uns aus dem okkulten Bereich der Finsternis angebotenen Fragen n
ach der Existenz von Astralleibern nachgehen, uns mit Behauptungen, Erscheinunge
n, Experimenten und Versuchen von Parapsychologen beschäftigen, sind wir bereits
dem Teufel "auf den Leim gegangen" 51).
Im Hinblick auf spiritistische Auffassungen vom "Feinstoffleib" und "Grobstoffle
ib" wird im Bereich des Spiritismus und Okkultismus zu Heilweisen gegriffen, die
Wirkungen auf den "Feinstoffleib" haben. Solche Wirkungen werden auch von homöo
pathischen Arzneien behauptet. Im Grunde werden Einwirkungen bejaht, die typisch
"geistigen Heilweisen" entsprechen.
Die "geistige" Heilweise der Homöopathie
Spiritisten haben in der Homöopathie eine Heilweise, die ihren spiritistischen V
orstellungen von Geist, Seele, Materie usw. entspricht, denn Hahnemann hat im Gr
unde bei der Wirkungsweise seiner Arzneien spiritualistische Auffassungen über e
ine Vergeistigung der Materie vertreten. Hahnemann spricht von dem Prinzip der "
Unsichtbaren Lebenskraft" und der Verstimmung der Lebenskraft als Ursache für "s
innliche Krankheitserscheinungen". Es wird von einer "geistähnlichen Lebenskraft
" ausgegangen, auf die im Falle der Verstimmung (mit sichtbaren Krankheitsersche
inungen) die homöopathische Arznei einwirken soll.
Die homöopathischen Arzneien gehören mithin der g e i s t i g e n E b e n e an.
Deshalb muß die Arznei, wie oben zitiert, durch die unaussprechliche Verdünnung
"von der Materie tunlichst befreit" werden.
Es war Hahnemanns "leitender Gedanke dabei, für die geistähnliche Lebenskraft au
ch der geistigen Ebene angehörige Arzneien zu schaffen, wobei er an Schellingsch
e Vorstellungen anknüpfte." 52)
Es kann also von der homöopathischen Heilweise geurteilt werden, daß sie im Grun
de den typischen "geistigen Heilweisen" (wie sie z. B. aus der Christlichen Wiss
enschaft bekannt sind) sehr nahesteht. Das wird auch von Schriftstellern aus dem
Gebiet der Parapsychologie so gesehen. Wilhelm Otto Roesermueller schreibt z. B
.:
"Vielfach greifen unsere Naturärzte auch zu homöopathischen Heilmethoden und Mit
teln, zumal diese völlig unschädlich sind und der geistigen Heilweise sehr nahes
tehen, denn nach parapsychologischen Erkenntnissen wirken diese hochverdünnten A
rzneien zunächst auf den Feinstoffleib des Menschen und erst über diesen auf den
grobstofflichen Körper." 53)
Er erwähnt hier im übrigen die anderen, der reinen Homöopathie verwandten Heilsy
steme, so die Komplexhomöopathie, die Elektrohomöopathie, die Isopathie, Biochem
ie usw. G. W. Surya gibt in seiner Sammlung "O k k u I t e M e d z i n" in dem
Werke Homöopathie - Isopathie, Biochemie, Iatrochemie und Elektrohomöopathie mi
t dem Anhang "Praktische Homöopathie" von Dr. Ferd. Frhr. v. Hohenstein eine gen
aue Orientierung.
Dr. med. Alexander Rosendorff erklärt die geistige Heilweise der homöopathischen
Arznei u. a. wie folgt:
"Man kann das Wesen und die Wirkungsweise der Homöopathie nicht verstehen, wenn
man nur die materielle Teilung der Materie berücksichtigt... Wenn wir uns die Te
ilung immer weiter fortgesetzt denken, so wird die wirkende Kraft immer weiter v
erfeinert bis zum ätherischen Zustand. Der Äther besteht aus allerkleinsten Atom
en und ist die Quelle des universellen Plasmas. Er steht nicht nur höher als die
Materie, sondern die Materie ging aus ihm hervor, aus ihm wurden unser Planet u
nd die Welten im Raume geboren.
Der sichtbare materielle Körper ist eine Verdichtung eines feineren, ätherischen
, aber immerhin noch molekularen und folglich materiellen ätherischen Körpers. D
ie Seele könnte ohne dieses ätherische Verbindungsglied nicht auf den grobmateri
ellen Körper einwirken. Wenn also eine Arznei bis zum ätherischen Zustand verdün
nt wird, so kann sie auf die Seele einwirken, und die Seele kann in einem Augenb
lick den erkrankten Körperteil heilen. So erklärt es sich, daß ein Simillimum di
e Krankheitser- scheinung beseitigt." 54)
Die Homöopathie in hermetischer Betrachtung
Der Arzt Dr. med. Hermann E. Helmrich 55), der an spiritistischen Sitzungen teiI
genommen hat und ein geistig philosophisches System aus der jenseitigen Welt ken
nenlernte und der einer okkulten Literatur vertraut, gibt beispielsweise für die
homöopathischen Heilerfolge Erklärungen, die mit seinen spiritistischen Erfahru
ngen übereinstimmen. Auch er unterstreicht, daß sich die Auswirkungen der Homöop
athie "einer orthodox-wissenschaftlichen Beweisführung entziehen" und "daß die H
omöopathen letztlich ihren eigenen disziplinären Untergrund nicht erkennen könne
n". Ihm ist das okkulte Buch "Der Kybalion" "ein durch nichts anderes zu ersetze
nder Schlüssel ... zum Problem der Homöopathie geworden".
Der Kybalion ist eine von "Drei Eingeweihten" herausgegebene Spruchsammlung herm
etischer Lehren (Hermes Trismegistos wird von seinen Verehrern als der größte We
isheitslehrer aller Zeiten angesehen). Helmrich legt diese okkulte Lehre zugrund
e und meint, daß alles in Schwingung oder eben Schwingung ist, die sich aus drei
Komponenten (Qualität, Quantität und Frequenz) ergebe, und daß die Hilfe der ho
möopathischen Mittel durch ihre hohen Frequenzen im Schwingungsbereich geschehe.
"Was also die Homöopathen ... bis heute wissen" - so schreibt er -, "das ist di
e vor ihnen bereits aus der hermetischen Weisheit abgeleitete und von uns Heutig
en wieder nachvollziehbare Einsicht in frequentative Wirkungsverhält-nisse, wenn
sich unter solchen Umständen der Spiritus vitae eines Kranken und der Spiritus
naturae der ihm gemäßen Arznei begegnen." ",Alles ist Schwingung' (Der Kybalion)
. Also muß auch jede Arznei und damit auch jede komplexe Arznei in Schwingung se
in oder ihre Schwingung haben. Zur Schwingung gehört ihre Periodizität, ihre Fre
quenz, die durch das hermetische Prinzip des Rhythmus angesprochen wird. Wir hab
en bereits davon gesprochen, daß umfassendere qualitative Komplexbildungen sich
- wenn sie echte Komplexe sind - erst auf einer höheren Frequenzstufe darstellen
lassen. Wir dürfen in solchem Zusammenhang darauf hinweisen, daß in der hier be
schriebenen Spagyrik nicht einfach Pflanzensäfte zusammengeschüttet werden, sond
ern die verfeinerten Essenzen ihrer bereits frequentativ gehobenen und somit ges
teigerten ,Geisten'. Schließlich sollen doch diese geistigen Potenzen aus der Na
tur in einer adäquaten Form mit dem Spiritus vitae des Mikrokosmos, also des Men
schen, in eine diesem nützliche, helfende Konfrontation gebracht werden nach dem
Prinzip von Ursache und Wirkung. Freilich, trotz unseres heutigen technisch-wis
senschaftlichen Denkens sind wir - seit dem Verlust dieser so anspruchsvollen al
ten Denkformen - noch nicht wieder in der Lage, die Begegnung von Patient und Ar
znei in einer Schwingungs-reaktion zu erkennen!"56)
Hier handelt es sich um Auffassungen, die sich durch die Verwendung wissen- scha
ftlicher Begriffe wissenschaftlich anhören, die aber doch nur spiritistisch sind
. Satan will Menschen täuschen; wer sich auf diese Dinge einläßt, kommt mehr und
mehr unter seinen Einfluß und seine Gewalt.
Die Homöopathie und Anthroposophie
Auch von dem Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, der als Kind okkulte
Erlebnisse, Verkehr mit Verstorbenen und Naturgeistern hatte, wurde die homöopat
hische Heilweise, die der geistigen Ausrüstung der Anthroposophie entgegenkam, ü
bernommen und hat dort in der homöopathischen Weleda-Medizin eine neue Variante
erhalten 57). Die Hersteller anthroposophischer Mittel berücksichtigen besonders
den Stand von Mond und Sonne 58). Der 1974 verstorbene homöopathische Arzt Dr.
med. E. Rehm in Geislingen 59), der sich besonders bemühte, Brücken zu schlagen
zwischen der klassischen Homöopathie nach Hahnemann und der anthroposophischen M
edizin, schrieb in seinem Artikel "Homöopathie in Gefahr!": "Solange die heutige
Wissenschaft in der homöopathischen Arznei nur Atome und Moleküle sucht, kann s
ie nichts finden. Die heutige Wissenschaft geht von der Materie aus und kann dah
er alles auf materieller Basis untersuchen. Unser Körper gehört zur materiellen
Welt. Wir haben aber auch eine Seele. Die Seele ist eine Art Kraftstation für de
n Körper. Ein allopathisches Chemiemittel besteht aus Materie und wirkt auf den
materiellen körperlichen Teil des Menschen. Ein homöopathisches Mittel stellt ei
ne Kraft dar und wirkt auf den seelischen Teil des Menschen."
Bei der Herstellung der Weleda-Medizin wird der Prozeß der Verdünnung und die rh
ythmische Behandlung der Auflösung (Beladung mit Kräften) besonders herausgestel
lt.
Dipl.-Ing. Wilhelm Pelikan schreibt:
"Nachdrücklich sprechen wir von zwei Prozessen. Der Lösungsvorgang bewirkt etwas
ganz anderes als der Schüttelvorgang. Durch ersteren werden die stofflichen Eig
enschaften des Grundstoffes - Form, Farbe, Dichte, Geschmack, chemische Wirksamk
eit - schrittweise zum Abnehmen, schließlich zum Verschwinden gebracht. Durch le
tzteren wird der Trägerstoff, in unserem Beispiel Wasser, schrittweise mit Kräft
en beladen, die beim stufenweisen Aufheben der Substanzkräfte des Grundstoffes a
us diesem frei werden. Diese einst zum Stoff erstarrten Kräfte werden rege gemac
ht. Statik wird wieder Dynamik. Es ist schade, daß diese Zweiheit nicht immer ge
nügend deutlich dargestellt ist. So wird in dem Deutschen Homöopathischen Arznei
buch HAB 1 zwar der Erzeugungsvorgang - Lösen und Schütteln - geschildert, jedoc
h der seit Hahnemanns Tagen dafür übliche, von ihm geprägte Ausdruck "Potenziere
n" teilweise durch den unprägnanten, ja irreführenden Ausdruck "Verdünnung" erse
tzt."60)
Zur homöopathischen Beeinflussung des Charakters
Auf die übrigen Bereiche der Homöopathie (z. B. Krankheitsdiagnose, Arzneimittel
diagnose, Arzneibilder usw.) und ihre Anwendung braucht im Rahmen dieser kleinen
Stellungnahme nicht eingegangen zu werden. Wichtig erscheint aber der Hinweis,
daß die homöopathischen Arzneien auch bei Leiden im geistig-seelischen Bereich a
ngewendet werden. Bei seinen Arzneimittelprüfungen stellte Hahnemann im übrigen
die "Geistes- und Gemütssymptome" voran, ging dann vom Kopf bis zum Fuß und von
innen nach außen61).
Dr. med Heinz Sighartner erwähnt in seinem "Großen Gesundheitsbuch"62) bei den h
omöopathischen Mitteln u. a. Ignatia, die Ignatiusbohne, als das große "Hysterie
mittel" der Homöopathie - "ein Mittel für Kummer und Schreck und deren Folgen" -
; ferner Kalium phosphoricum u. a. als Mittel gegen Angstzustände, Unfähigkeit z
u geistiger Arbeit, Reizbarkeit und Depression; Staphisagria, die Stephanskörner
, als Mittel bei Konfliktneurosen u. dgl. m.
Zu den erstaunlichsten Auswüchsen homöopathischer Heilbehandlung gehören wohl di
e Erfahrungen des angesehenen homöopathischen Arztes Dr. med. Jean Pierre Gallav
ardin (1825-1898), dessen Schriften in mehreren Auflagen wieder neu veröffentlic
ht wurden 63). Er berichtete über frappierende Erfolge bei psychischen Störungen
, Süchten, Lastern und Charakterfehlern mit homöopathischen Mitteln in unvorstel
lbar hohen Centesimalpotenzen (200-5000). Im Vorwort zur 2. Auflage seines Buche
s "Homöopathische Beeinflussung von Charakter, Trunksucht und Sexualtrieb", schr
eibt Dr. med. Hans Triebel über Gallavardin:
"Sein ganzes ärztliches und schriftstellerisches Wirken stand unter dem Gedanken
, durch die homöopathische Behandlung nicht nur dem Einzelnen Heilung zu bringen
, sondern auch durch Besserung des Charakters der Menschen, durch Entwicklung ih
rer Geistesfähigkeit und durch Befreiung von Sucht und Laster zur Höherentwicklu
ng der Menschheit in geistiger und moralischer Hinsicht beizutragen."64)
Dr. Gallavardin vertrat folgende Auffassung:
"Alle homöopathischen Ärzte wissen, daß bei einem Arzneimittelversuch am Gesunde
n nicht nur somatische, sondern auch psychische Symptome hervorgerufen werden. D
urch die Verordnung der Arzneien nach dem Simile-Gesetz können die psychischen S
ymptome ebenso zum Verschwinden gebracht werden wie die somatischen. Aus den Arz
neimittelprüfungen wissen wir, daß jede Arznei in einer bestimmten Weise auf die
Gemüts- und Geistesverfassung einwirkt, hemmend, fördernd, ändernd. So kann sie
, passend gewählt, auch die fehlerhafte Veranlagung des Charakters und der Intel
ligenz beeinflussen."65)
Zur Erläuterung Auszüge aus einem seiner vielen Berichte: "Ein Mädchen von 22 Ja
hren war verschlossen, sehr erregbar und jähzornig, unintelligent, ungehorsam un
d faul..." (Nachdem er mehrere Gaben Calcarea carbonica 2000 bzw. 6000 gegeben h
atte, schreibt er wie folgt:) "Am 10.3.1877 berichtet mir die Mutter, daß ihre T
ochter besonders seit der letzten Arzneigabe intelligent, gehorsam und arbeitsfr
eudig geworden ist. Den Vater des jungen Mädchens heilte ich mit Nux vomica 12 f
ast völlig von seiner Neigung zum Jähzorn, einen Bruder von sieben Jahren mit Ca
usticum 30 völlig von seiner Veranlagung zur Bösartigkeit und der Sucht, andere
zu ärgern. Vor der Behandlung schlug er nach seiner Mutter, wenn sie ihn anzog,
nachher nicht mehr."66)
Die Biochemie des Dr. Schüssler
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß aus denselben Gründen auch die sich
auf der Grundlage der Homöopathie von dem homöopathischen Arzt Dr. Wilhelm Schüs
sler entwickelte Biochemie abgelehnt wird. Schüssler ließ sich 1857, als wohl ei
ner der ersten rein homöopathischen Arzte Norddeutschlands, in Oldenburg nieder.
Fünfzehn Jahre lang war er einer der eifrigsten Vorkämpfer für das homöopathisc
he Gedankengut und verteidigte dieses mit seiner angeborenen Standhaftigkeit geg
enüber allen großen ärztlichen Gegnern.
In einem Lexikon der Medizin 67) heißt es zur Biochemie:
"Eine von der Wissenschaft nicht anerkannte Heilweise, die auf den Arzt Dr. W. S
chüßler (1821-1898) zurückgeht. Danach entstehen alle Krankheiten aus Störungen
des Mineralstoffwechsels und sich durch Gaben von Mineralsalzen in homöopathisch
er Dosis zu beheben (11 Hauptsalze, 5 Ergänzungsstoffe). Man nennt diese Biochem
ie auch »abgekürzte Homöopathie«."
Schüssler hat die Salze in homöopathischer Verdünnung bzw. Verreibung gegeben, e
r arbeitete vorwiegend mit der Verdünnung D 6 und D 1268). D 12 ist eine Verdünn
ung von
1 : 1 000000000000. Viele Stoffe sind schon in einer Verdünnung von D5 oder D6 g
arantiert unwirksam 69). Auf die Lehre der Biochemie kann nicht näher eingegange
n werden. Dr. Schüssler will aus der Asche von Organen, die er verbrannt hat, be
sondere Erkenntnisse gewonnen haben. Es fiel ihm auf, daß gerade die Salze, die
sich bei der Veraschung von Körpergewebe als im menschlichen Organismus normal v
orkommend erwiesen, in hoher Verdünnung eine tiefgreifende umstimmende Wirkung e
ntfalteten.
Nach den Befürwortern dieser Lehre soll den biochemischen Salzen "wohl eine Reiz
wirkung zugrunde liegen". Nach Dr. H.-G. Jaedicke 70) schrieb Dr. Schüssler "die
Wirkung seiner Mittel einer lebhaften molekularen Tätigkeit zu."
Dr. Jaedicke meint:
"Wir würden heute sagen, einer chemisch-elektrischen Zustandsänderung innerhalb
eines Organsystems."
Er spricht daher von "elektrisch aktiven Einzelbestandteilen".
Anhänger dieser Heilweise geben zu, daß eines von Schüsslers Hobbys der Spiritis
mus gewesen sei 71).
Seine Heilmittel sollen entsprechend den Symptomen angewendet werden. Deshalb wu
rden im Laufe der Zeit therapeutische Kataloge zusammengestellt, die für jedes K
rankheitssymptom das entsprechende biochemische Salz angeben. Aus diesen Verzeic
hnissen ergeben sich sehr weitgehende therapeutische Indikationen. So soll z. B.
Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat) nicht nur bei psychischer Depression, über
steigerter Reizbarkeit usw., sondern sogar bei "Abneigung gegen Konversation" he
lfen. Gegen "Zukunftsangst" soll Natrium phosphoricum (Natriumphosphat), Ferrum
phosphoricum (Eisenphos-phat) anzuwenden sein 72).
Ein Teil der Biochemiker sieht auch einen Zusammenhang zwischen den zwölf Minera
lsalzen des menschlichen Körpers und den zwölf Zeichen des Tierkreises der Astro
logie. In einem Handbuch der "Astro-Chemie" heißt es zu diesen bei den Biochemik
ern umstrittenen Zusammenhängen:
"Diejenigen, die nicht glauben, daß »an der Astrologie etwas dran ist", werden s
ich für diesen Aspekt der Frage nicht interessieren, und man kann in der Biochem
ie zweifellos auch ohne Astrologie gute Arbeit leisten. Aber mit ihr kann man un
endlich viel mehr vollbringen."73)
Auch hier ist also eine nachdrückliche Warnung angebracht. Dr. Karl Kirchmann (g
estorben 1967), der sich in Deutschland rund 50 Jahre für die Entwicklung und Au
sbreitung der biochemischen Lehre nach Dr. Schüssler eingesetzt hat, meint in se
inen Schriften sogar, die biochemische Heilmethode nach Dr. Schüssler gewinne da
nk ihrer oft staunenswerten Heilwirksamkeit das Vertrauen immer weiterer Bevölke
rungsschichten 74). Auch die Ärzteschaft interessiere sich in steigendem Maße fü
r diese Heilmethode 75).
Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß es noch a n d e r e Heilmethoden
gibt, die auf homöopathischen Grundlagen beruhen, z. B. die Homöosiniatrie des
Dr. Weihe mit den von ihm entdeckten Akupunkturpunkten.
Auch die H o m o t o x i n l e h r e des Dr. med. Hans-Heinrich Reckeweg, eines
überzeugten Anhängers der Homöopathie, hat viele Berührungspunkte mit der Homöop
athie. Nach dieser ebenfalls nicht anerkannten Außenseiterlehre sollen alle Kran
kheitserscheinungen auf Giftwirkungen (Homotoxin = Menschengift) zurückzuführen
sein und durch eine antihomotoxische Therapie, die auf den Erfahrungen und Lehre
n der Homöopathie Samuel Hahnemanns beruht, bekämpft werden. Auch hier kennt man
ein Homotoxin-Simile und sog. Hochpotenzen. Dr. Reckeweg: "Die Homöopathie kann
mit vollem Recht ,als die Mutter der Heilkunde bezeichnet werden' ".76)
Stellungnahme zu einigen Einwendungen
Es folgen einige Einwendungen, die gegen Ausführungen in der ersten Auflage dies
es Büchleins erhoben wurden, mit anschließenden kurzen Stellungnahmen.
* Die heutige Physik habe längst die Erkenntnisse Hahnemanns bestätigt.
Ein Heilpraktiker ergänzt: Nur für Leute, die mit ihrem materialistischen Denken
im 18. und 19. Jahrhundert hängen geblieben sind und die von der Physik des 20.
Jahrhunderts keine Ahnung haben, ergeben sich hier natürlich Schwierigkeiten. D
aß auch einige schulmedizinische Größen 77) dazugehören, spricht jedenfalls nich
t gegen Hahnemann.
Es ist nicht Aufgabe unserer Darlegungen, wissenschaftliche Gegenbeweise zu führ
en. Nur soviel sei auf die obige Art der Argumentation gesagt: Die "Krafterhöhun
g durch Verdünnung" ist wissenschaftlich nicht beweisbar. Das wird auch von viel
en homöopathischen Schriftstellern nicht bestritten. Der Physiker Prof. Norman H
irst hat in seinem Vortrag "Die Wissenschaft und die Homöopathie" (gehalten in W
ashington am 5.6.1974 bei der Tagung der amerikanischen homöopathischen Ärzte) z
usammenfassend u. a. erklärt:
"Kurz gesagt, es gibt bisher keine plausible Erklärung in ,wissenschaftlichen' B
egriffen über die Wirkung der Infinitesimaldosen."78)
Auch Dr. phil. E. Fräntzki geht in seiner philosophischen Untersuchung über "Die
Idee der Wissenschaft bei Samuel Hahnemann" (1976) davon aus, daß es bisher nic
ht gelungen ist, "die Wirkung der Hochpotenzen c h e m i s c h zu beweisen"79).
Und Harms schreibt:
"Richtig ist, daß das homöopathische Potenzieren chemisch-quantitativ eine sehr
starke Verringerung der ursprünglichen Substanz bedeutet, so daß diese sich mit
chemischen Methoden nicht mehr nachweisen läßt."80)
Hahnemann wußte, daß die Wirkung seiner Arzneien nicht verstandesmäßig erkennbar
ist. Der § 20 des Organon sagt: "Diese innern Wesen der Arzneien verborgene, ge
istartige Kraft, Men- schenbefinden umzuändern und daher Krankheiten zu heilen,
ist an sich auf keine Weise mit bloßer Verstandesanstrengung erkennbar..."81 )
* Der Begründer der Homöopathie (Hahnemann) sei niemals der Meinung gewesen,
daß durch das Schütteln oder Verreiben beim Potenzieren der homöopathischen Arz
neien eine Kraft in die Arzneien übergehe.
So schreibt ein Heilpraktiker. Hahnemann habe vielmehr gemeint, daß durch die Ve
rschüttelung die Arznei s e l b s t ihre Kraft entwickle, und das sei ein himmel
weiter Unterschied. Und er fährt fort: Denn im letzteren Falle spielt der Mensch
und seine irgendwie gearteten Kräfte überhaupt keine Rolle, sondern dieser Vorg
ang kann auch von Maschinen übernommen werden. Dementsprechend haben und hatten
viele Firmen und Ärzte, die homöopathische Arzneien herstellen und herstellten,
ihre Verreibungs- und Schüttelmaschinen.
Hier irrt der Heilpraktiker. Einmal wäre der Unterschied nicht derart entscheide
nd (denn es wäre auch unbegreiflich, wie die Arznei durch Schüttelschläge selbst
ihre Kraft entwickeln sollte), zum anderen nahm Hahnemann tatsächlich an, daß d
urch die Verschüttelung eigenartige Kräfte in die Arznei ü b e r g i n g e n. Hi
erzu ein homöopathischer Fachmann. Dr. Heinz Schoeler schrieb als Leiter der hom
öopathischen Arzneimittel-Prüfungen an der Leipziger Homöopathischen Poliklinik
des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte in seiner Veröffentlichung "G
rundsätzliches zum Verständnis der Homöopathie" folgendes:
"Hahnemann. ..kam später im Alter in eine verstiegene, theoretisierende Ansicht
über die Wirkungsweise der Arzneimittel, indem er annahm, daß durch seine besond
ere Pharmakotechnik des fortgesetzten Verschüttelns und Verreibens "e i g e n a
r t i g e
d y n a m i s c h e R i c h t k r ä f t e" in das Lösungs- bzw. Verreibungsmit
tel übergehen würden, denen besonders starke Wirkungen heilender Natur zuzurechn
en seien. Er kam schließlich dahin, daß er den Verdünnungsgrad C30 (!!) zur Grun
dlage seines Dosierungsschemas erhob."82)
Die Schüttelmaschinen gehören deshalb zum Bereich der okkulten Heilweise wie der
Elektropsychometer bei der Therapie im Scientismus des L. R. Hubbard, wie der W
ohlmuth-Galvanisator bei der elektro-galvanischen Heilkunde, wie Akupunktur-Uten
silien u. dgl. mehr.
* Die homöopathische Methode könne nicht als okkult abgelehnt werden, weil ä
hnliche dynamische, wissenschaftlich unerklärliche Wirkungen und Kräfte, die tat
sächlich bewiesen sind, existierten.
Der Verfasser, ein Pfarrer und Schriftsteller, geht zwar ebenfalls von der logis
chen Unbeweisbarkeit der Homöopathie aus und räumt ein: "Diese Methode ist logis
ch nicht zu verstehen, gründet sich aber auf die tatsächliche Erfahrung und beru
ht auf der unerkärlich dynamischen Wirkung der Heilmittel." Er meint aber, es ex
istierten eben ähnliche wissenschaftlich unerklärliche Wirkungen und Kräfte wie
beispielsweise im Magnetismus.
Hier folgert der Verfasser zu Unrecht aus der (durch die Erfahrung) festgestellt
en Existenz von wissenschaftlich unerklärlichen Wirkungen und Kräften, daß homöo
pathische Kräfte nicht okkult seien und daß ein Christ somit solche unerklärlich
en Kräfte auf sich einwirken lassen könnte, denn er läßt die Tatsache unberücksi
chtigt, daß neben dem von ihm erwähnten Magnetismus eben eine ganze Reihe von un
erklärlichen Kräften, Wirkungen und Ereignissen, die ohne weiteres als Finsterni
skräfte beurteilt werden können, der Erfahrung nach feststellbar sind.
Bei Radiastesie, Telepathie, Hellsehen, Präkognition und geistiges Heilen haben
wir es mit solchen unerklärlichen Kräften und Ereignissen zu tun. Diese paranorm
alen Phänomene sind wissenschaftlich eingehend geprüft worden mit dem Ergebnis,
daß sie n i c h t
w i s s e n s c h a f t l i c h b e w e i s b a r sind. In einem Untersuchun
gsergebnis aus dem Jahre 1979 heißt es:
"Aus alldem folgt der Schluß, daß weder elektromagnetische Effekte noch irgendei
ne andere Strahlungsart paranormale Phänomene erklären können. Es gibt auch kein
en Grund, anzunehmen, daß es für solche Phänomene möglicherweise doch eine wisse
nschaftliche Erklärung gibt, die aber noch nicht gefunden wurde."83)
Der Verfasser hätte hier also richtigerweise folgern sollen, daß gerade die Exis
tenz paranormaler Phänomene ein warnendes Beispiel dafür ist, unerklärlichen Krä
ften zu vertrauen.
Es sei hier nochmals betont: Satan verfügt auch über Kräfte. Der Kosmos befindet
sich in dem Machtbereich des satanischen Geistes (1. Joh. 5, 19). Nicht mit "Fl
eisch und Blut" haben wir zu kämpfen, "sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämli
ch mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den
bösen Geistern unter dem Himmel" (Eph. 6, 12). Wie Satan seine falschen Prophet
en und Lehrer beruft und die Verführten als seine Werkzeuge benutzt, so hat er a
uch sein Wesen in den Zauberern, Hellsehern usw. und stattet sie mit unerklärlic
hen, finsteren Kräften aus.
Um nicht in diesen Wirkungsbereich des Feindes zu gelangen, dürfen Christen auf
Heilkräfte und Mächte nicht vertrauen, die ihnen unbekannt und unerklärlich sind
. Wir haben kein Gebot in der Heiligen Schrift, uns solchen Heilkräften zu öffne
n, die unerklärlich sind. Ein solches Vertrauen auf eine unserem Ver-stande nach
unerklärliche Heilkraft wäre im Grunde Glauben. Den Glauben ist man aber nur de
r Wahrheit schuldig; Wahrheit aber gibt es keine: außer Gott allein. Nur dem Her
rn darf und soll der Christ glauben und vertrauen (Joh. 14). Er gehört nur seine
m Gott an, und zwar mit Leib, Seele und Geist, und darf sich deshalb unerklärlic
hen, geheimnisvollen Kräften und Mächten nicht öffnen und diese nicht auf sich e
inwirken lassen.
* Wenn Homöopathie - wie alles andere - mit Danksagung (1. Kor. 10, 30) geno
mmen werde, könne nichts Okkultes oder Dämonische an ihr sein.
"Den Reinen ist alles rein" (Titus 1, 15).
Wenn diese Bibelworte in Finsternisbereichen Anwendung finden sollten, könnten s
ogar die nach den Rezepten des alten Zauberbuches 6. und 7. Buch Mose" (in der B
ibel gibt es nur fünf Bücher Mose!) bereiteten Heilmittel benutzt werden. Das wä
re eine teuflische Bibelauslegung. Wir haben klare biblische Warnungen vor Bösem
und Falschem, die beachtet werden müssen. Wir sollen "nicht Gemeinschaft mit de
n unfruchtbaren Werken der Finsternis haben, vielmehr diese strafen" (Eph. 5, 11
); wir sollen vorsichtig wandeln (Eph. 5, 15), prüfen (Eph. 5, 10; 1. Joh. 4, 1)
, dem Götzendienst fliehen (1. Kor. 10, 14), ketzerische Menschen meiden (2. Tim
. 3, 5), Verführern nicht folgen und nicht hingehen (Matth. 24, 23-26, Luk. 17,
23), von falschen Lehrern weichen (Röm. 16, 17) usw.
Der Teufel hält seine Kräfte für diejenigen, die diese Warnungen mißachten, bere
it; er kann auch heilen und tut es durch spiritistische Behandlungsmethoden und
okkulte Medizin. In einem Prospekt über "Geistiges Pendeln" heißt es beispielswe
ise: Das Buch bringe Anleitungen für Pendelexperimente, die z. B. zeigten, ob ok
kulte Kräfte wie Hellsehen, Hellhören, Heilmagnetismus vorhanden seien, ob bei e
iner Krankheit mit Besserung oder Verschlechterung zu rechnen sei, ob Störungen
in den feinstofflichen Körpern des Menschen (Äther-, Astral- oder Mentalkörper)
vorlägen, welche Yoga-Übungen zuträglich seien, welche Atemübungen vorgenommen w
erden sollten, welche Kost am verträglichsten sei, welche Diät bei Krankheiten a
ngezeigt sei usw.
Wer in dem dunklen Bereich der okkulten Heilweisen meint, "den Reinen sei alles
rein", der hat sich bereits verirrt und zeigt, welche Vernebelungskräfte und Fin
sternismächte hier wirksam sind. Der Evangelist Johannes Seitz betont diese Gefa
hr:
"Überall heilt der Teufel jetzt durch Spiritismus, Theosophie und durch alle Art
en von Aberglauben und Zauberei, und der Teufel hat eine große Kraft, er kann et
was, wenn auch nur scheinbar, und alle die Leute, welche durch den Teufel und se
ine Werkzeuge Heilung finden, kommen unter die Macht der Finsternis, und dadurch
hält der Teufel eine so große Ernte..."84)
* Okkulte Macht sei niemals an eine Sache selbst gebunden, sondern trete imm
er in Verbindung mit Menschen auf; deshalb sei das Einnehmen homöopathischer Med
ikamente gefahrlos.
In einer veröffentlichten Besprechung der 1. Auflage dieses Heftes schreibt der
Rezensent
u. a. : "Natürlich ist es richtig, daß die Homöopathie okkulte Wurzeln hat, aber
okkulte Macht ist niemals an eine Sache selbst gebunden, sondern tritt immer in
Verbindung mit Menschen auf, die sich diesem Bereich geöffnet haben. Das ist un
bedingt beim Mesmerismus, der magnetischen Heilkraft eines Menschen, der Fall, w
o ich mich willentlich einer okkulten Person ausliefern muß, damit ein Heilungse
rfolg erzielt wird, und das ist ebenso der Fall, wenn ich einen okkulten Heilpra
ktiker oder Arzt konsultiere, der mich mit homöopathischen Mitteln behandelt. Zw
eifellos kann ich dadurch in Verbindung mit bösen, okkulten Mächten kommen und b
elastet werden, aber diese okkulte Belastung erfolgte nicht durch das homöopathi
sche Mittel an sich, sondern durch den Behandler, dem ich vertraue. Es ist also
richtig, daß die Homöopathie spiritistisch-okkulte Hintergründe hat, und daß sie
von Spiritisten und Okkultisten nicht selten erfolgreich eingesetzt wird. Es is
t aber falsch, zu sagen, daß die Homöopathie, losgelöst von Okkultbehandlern, ok
kulte Kräfte beherberge, die einen Menschen in satanische Abhängigkeit bringen k
önnten."85)
Diese Auffassung vertritt der Beurteilende, obgleich er ausdrücklich schreibt: "
Homöopathie und Biochemie sind okkulten und spiritistischen Ursprungs (Hahnemann
und Schüssler waren Spiritisten)."86)
Die Auffassung, nach der eine Gefahr nur von Menschen, nicht aber auch von Sache
n ausgehen kann, ist falsch und findet keine Bestätigung in der Bibel. Allein de
r Besitz (auch ohne Benutzung) des 6. und 7. Buches Mose, der Besitz von Wahrsag
e-Büchern, spiritistischer Literatur, Astrologie-Kalendern, Zauberbüchern, Wünsc
helruten, siderischen Pendeln bringt bereits die Gefahr einer Verstrickung in ei
ne okkulte Macht. Das gilt auch für Schutzmittel, die man sich um den Hals hängt
, Amulette, Hufeisen u. dgl. m.
Aus der Seelsorge wissen wir: Nach der Lösung von finsteren Gebundenheiten müsse
n auch die entsprechenden "Sachen", über die der Bann eingetreten ist oder mit d
enen er verknüpft war, vernichtet werden. Wahrsagerspiegel, Kristalle, Horoskope
, Hufeisen, Amulette müssen aus dem Haus; Zauberbücher, Traumbücher usw. müssen
verbrannt werden; Gegenstände, mit denen "gependelt" wurde, dürfen nicht mehr im
Besitz des Betroffenen bleiben (und sei es der eigene Ehering, mit dem gependel
t wurde). Wie oft liegen hier Ursachen für seelische Störungen und Glaubenshinde
rnisse, für Gleichgültigkeit gegen die Sünde, Schwermut, unreine Gedanken, Hochm
ut und Selbstgerechtigkeit usw. Aber auch körperliche Störungen können hier ihre
Ursache haben.
Pfarrer Lüscher sieht allein im Sammeln von Gegenständen der Zauberei auf den Mi
ssionsfeldern und im Ausstellen dieser Gegenstände eine Gefahr und hält die Scha
ustellung solcher Gegenstände für ein Greuel vor dem Herrn, indem er auf 5. Mose
7, 25. u. 26 verweist:
"Ihre geschnitzten Götzenbilder sollt ihr mit Feuer verbrennen; du sollst nicht
nach dem Silber und Gold, das sich an ihnen findet, Verlangen tragen und es nich
t für dich hinnehmen, damit du da-durch nicht ins Verderben gerätst; denn es ist
ein Greuel für den Herrn, deinen Gott. Und du sollst einen solchen Greuel nicht
in dein Haus bringen, um nicht gleich ihm dem Banne zu verfallen; du sollst es
vielmehr mit Ekel verabscheuen und für etwas Greuelhaftes halten; denn es ist de
m Banne geweiht."87)
Dieses Verbot der Zauberei hat nicht nur alttestamentliche Gültigkeit, denn Sata
n ist derselbe damals wie heute. Auch nach Apg. 19, 18 u. 19 wurden alle entspre
chenden Bücher verbrannt. Gott fordert die Vernichtung aller im Besitz befindlic
hen Zaubereigegenstände.
Es gibt eine Finsternismacht, die an die Sache selbst gebunden ist. Das gilt auc
h für die okkulte Medizin, für alle Heilmittel, die nach "Geheimrezepten" herges
tellt oder besprochen bzw. bependelt worden oder die mit besonderen mystischen H
andlungen verbunden sind (Aussaat oder Ernte nach okkulten Riten, bestimmten Mon
dphasen usw.) und die sogar dem Körper zugeführt werden sollen. Eine okkulte Med
izin bleibt eine okkulte Medizin, auch wenn sie nicht aus der Hand eines Okkultb
ehandlers kommt. Die Erzeugnisse, Produkte und Werke der Spiritisten sind genaus
o zu meiden wie die Spiritisten selbst. Durch das gläubige Vertrauen auf die une
rklärliche Wirkung des spiritistischen Produkts (z. B. des okkulten Heilmittels)
entsteht gleichzeitig eine mittelbare Abhängigkeit zu der spiritistischen Hand,
aus der dieses Mittel stammt.
....
* Es komme überhaupt nur auf die Heilung an, entscheidend sei nicht das Wie,
sondern der Erfolg.
Die Antwort gibt dieses Heft. Es kommt nicht auf den Erfolg an. Entscheidend ist
vielmehr, aus welcher Macht, aus welcher Kraft geheilt wird. Würde man es auf d
en Erfolg abstellen, könnte man alle Heilmethoden der übrigen Außenseiter der Me
dizin (Akupunktur, Irisdiagnose usw.), die durchweg Heilerfolge haben, anerkenne
n. Dann müßte man aber konsequenterweise auch Medizinmänner und Schamanen mit ih
ren nachweisbaren Heilerfolgen und die Heilungen "afrikanischer Geistheiler", be
jahen. Das gleiche gilt für die Heilungen bei der "Christlichen Wissenschaft"...
Erst kürzlich hat sich ein bekannter Autor und Regisseur zahlreicher Dokumentarf
ilme in einem neuen Buch mit dem Wirken und den Praktiken der südamerikanischen
Medizinmänner beschäftigt; mehrere Expeditionen führten ihn in die Regionen der
Anden, wo unzählige Hexer ihre Wunder vollbringen und wo es immer wieder zu medi
zinisch-wissenschaftlich nicht erklärbaren Heilungen kommt. Er berichtet über ge
heimnisvolle Heilverfahren in nächtlichen Zeremonien, über dabei benutzte Geiste
rdrogen und Arzneipflanzen der peruanischen Guranderos, die mit einem ebenfalls
magischen Medium, der Wünschelrute, auf ihre arzneilichen Wirkstoffe getestet we
rden.
Noch ein weiteres Beispiel: In allen asiatischen Heilverfahren sind physische un
d religiöse Elemente eng verflochten. Der asiatische einheimische Arzt berücksic
htigt bei seinen Patienten fortbestehende Beziehungen zur Geisterwelt, zu spirit
uellen Vorgängen und magischen Kräften. Im tibetanischen Medizin-In- stitut in I
ndien werden aus Kräutern und Mineralien 1000 verschiedene Arzneien hergestellt;
hier spielt der "Medizinbuddha", den auch die Tantralehre nennt, eine Rolle (Bu
ddha habe selbst die "vier geheimen Tantras" verfaßt).
Wir sind überzeugt davon, daß hier aus dunklen, verborgenen, okkulten Kräften ge
heilt wird; und bisweilen ist es sogar klar erkennbar, wie die satanischen Finst
erniskräfte wohl körperliche Leiden aufheben oder vermindern können, aber die Se
ele belasten. Angesichts der erwähnten Tatsachen ist es erschreckend, wie unter
dem verharmlosenden Begriff der Naturheilkunde bedenkenlos auch heidnischen Wirk
kräften in Verbindung mit bestimmten Pflanzen, Wurzeln, Säften, Wildfrüchten u.
dgl. vertraut wird.
Es gibt heute im übrigen okkulte Behandlungsmethoden, die den uralten heidnische
n Zaubergebräuchen sehr ähnlich sind.
Prof. Dr. Erwin Liek beschreibt die Heilung eines Magnetiseurs mit magnetisierte
m Wasser und äußert, daß es sich hier um Methoden handelt, die den uralten Gebrä
uchen von heidnischen Zauberern gleichen.
"Die Verwendung "geweihten Wassers zu Heilzwecken ist, nebenbei, sehr alt und heu
te noch unter den Naturvölkern weit verbreitet. Vor kurzem besuchte ich das Inse
lparadies Bali (östlich von Java). Auf 1 Million Einwohner kommen nur 5 wissensc
haftlich ausgebildete Regierungsärzte. Die primitive Heilkunde liegt in der Hand
von Zauberern (doekoenen). Neben zahlreichen Heilkräutern, die zum Teil von den
approbierten Ärzten übernommen werden, spielt Brunnenwasser, durch uralte Zaube
rsprüche geweiht, eine besondere Rolle."89)
* Es kommt nicht auf den Erfolg an, es kommt darauf an, daß eine Bindung an
okkulte Mächte vermieden werden muß, daß die Seele nicht Schaden nimmt. Die Heil
erfolge des Mesmerismus und der Homöopathie beruhten auf bloßer Suggestionswirku
ng.
Diese Einwendung wird von Gegnern der Homöopathie erhoben, die unerklärliche Hei
lerfolge von Außenseitern der Medizin auf "bloße Suggestion" zurückführen.
Was ist aber Suggestion (und Hypnose)? Welche Kraft wird hier wirksam? Wer steht
hinter dem "Heiler" und seinem "Erfolg"? Der Begriff Suggestion erklärt im Grun
de nichts, weil er selbst ebenfalls im Grunde nicht erklärbar ist. Anton Mesmer
nannte seine Kraft "Uräther", "übersinnliches Fluidum", "animalischer Magnetismu
s", andere nennen es "Suggestionswirkung".
Der bekannte wissenschaftler Professor Dr. Wolfgang Kretschmer schreibt hierzu:
"Schon zu Zeiten Mesmers meinten die rationalistischen Skeptiker, er heile durch
"Einbildung". Später nannte man es "Suggestion", das heißt unbewußte Beeinfluss
ung. Mit dieser psychologischen Deutung ist gegenüber Mesmers Anschauung nur wen
ig gewonnen. Sie behauptet, daß es keine heilende Kraft in der Welt gibt, diese
vielmehr nur ein Erlebnis, das heißt ein Faktum des Innenlebens bildet und daß d
ie Kranken auf bestimmte sinnlich angeregte Vorstellungen hin nach bestimmten Ge
setzen reagieren, bis ins Körperliche hinein. Damit wird jedoch das magische Gru
ndproblem nur von der Gegenstandswelt in die Innenwelt verlegt. In der psycholog
ischen Perspektive läßt sich nicht unterscheiden, ob durch Sinneswahrnehmung ode
r außersinnliche Heilung vermittelt wurde. Der Begriff der Suggestion, auch wenn
er regelhaftes Reagieren einschließt beschreibt nur einen Tatbestand, ohne zu e
rklären, wie eine Vorstellung zu einer körperlichen Veränderung führen kann. Nie
mand weiß sogar, wie er seinen Arm bewegt oder wie er Objekte wahrnimmt. Wenn wi
r statt Fluidum oder Kraft "Suggestion" sagen, so setzen wir ein Unbekanntes für
ein anderes Unbekanntes. Daß jemand durch das Erlebnis der Gegenwart Mesmers ge
bessert werden kann, ist vor dem Verstande ebenso geheimnisvoll wie ein telepath
isches Ereignis zwischen Berlin und New York."90)
Personen, die dieses dunkle Geschäft ausüben (Hypnotiseure, Suggesteure Magnetis
eure usw.), führen zwar auch vieles auf die "sog. Suggestion" zurück und wissen
auch, daß der "Glaube des Behandelten" eine erhebliche Rolle spielt, sie erkenne
n aber auch zugleich an sich darüber hinaus eine ganz besondere "mediale Begabun
g", eine "göttliche Gabe" 91).
Wir sind der Überzeugung, daß alle diese "Heiler" irgendwann in ihrem Leben selb
st in Berührung gekommen sind mit diesen dunklen Kräften und sich ihnen und dami
t dem Feind Gottes, von dem sie ausgehen, geöffnet haben.
Die Aussagen eines Hamburger Heilpraktikers, die Homöopathie sei mit dem Verstan
de nicht zu begreifen und sie erfordere wie alles Tun der homöopathischen und ni
chthomöopathischen Heilpraktiker i n t u i t i v e s, m e d i a l e s Erfassen i
n Diagnose und Therapie (in dem Sinne, daß das Erscheinungsbild des Patienten vi
el wichtiger sei als die richtige Diagnosefindung), ermöglicht einen aufschlußre
ichen Einblick in das eigene Selbstverständnis von homöo-pathischen Heilpraktike
rn 92).
* Den Heilmagnetismus des Anton Mesmer könne man nicht gegen die Homöopathie
verwerten, weil auch namhafte evangelische Schriftsteller den Mesmerismus nicht
in vollem Umfange ablehnten.
Es wurde u. a. folgendes geschrieben: "Kurt Koch teilt über den Mesmerismus mit,
daß er, wenn er nicht mit Magie oder Spiritismus vermischt wird, ethisch neutra
l und in seelsorgerlicher Hinsicht vielfach ohne Befund ist. Es kommt nur auf da
s Vorzeichen an, unter dem er angewandt wird. Diesen Gesichtspunkt stellt auch M
odersohn heraus"93).
Hierzu ist festzustellen, daß der Mesmerismus stets mit Magie oder Spiritismus v
ermischt ist (vgl. die Ausführungen in diesem Heft), einen ethisch neutralen Hei
lmagnetismus gibt es nicht. Modersohn hat sich hier geirrt. Ich verweise auf die
Stellungnahme des bekannten Evangelisten Johannes Seitz, der seinerzeit in Teic
hwolframsdorf bei Heilungen an Kranken und Besessenen tiefe Einblicke in das Rei
ch der Finsternis tun konnte und die rettende und heilende Kraft Gottes kennenle
rnen durfte; er sagte: "Ich rate niemand, zu einem Heilmagnetopathen zu gehen."9
4)
Mesmer handelte mit okkulten Kräften. Er selbst behauptet solche Kräfte:
"Die Sterne beeinflussen einander wie große Magnete und beeinflussen Dinge und M
enschen. Der Sterneneinfluß macht die Körper sensibel und sie werden dadurch mit
einer Kraft geladen, mit einem Fluidum getränkt, das sich bereit hält zur Entla
dung auf andere Wesen. Der Magnet, wie der magnetisierende Behälter sind nur mit
telbar tätig, ihre Kraft entspringt einer
o k k u l t e n Kraft, die von besonderer Anlage vermittelt wird."95)
Schriftsteller aus dem Bereich der Parapsychologie wissen um diese geheimnisvoll
en Kräfte:
"In der akademischen Wissenschaft wird die Existenz einer solchen Kraft meistens
bestritten. Es gibt jedoch Menschen, die solche magnetischen Kräfte an den Fing
erspitzen, teilweise auch durch die Augen ausstrahlen und für Heilzwecke einsetz
en können."96)
Wie gefährlich der Mesmerismus ist, zeigt auch die Bedeutung der Handauflegung,
die im Grunde ein Zeichen des Besitzergreifens ist. In bestimmten Logen der Frei
maurer bedeutet sie u. a. die Übertragung des Geistes und der Kraft auf den zu W
eihenden. In der okkulten Medizin wird das Magnetisieren als Handauflegung anges
ehen 97).
Mit diesen satanischen Dingen dürfen Christen sich nicht einlassen. Über die Abl
ehnung des Heilmagnetismus liegen viele Zeugnisse bewährter Gottesmänner vor. Pf
arrer A. Lüscher warnt nachdrücklich:
"Die meisten Magnetopathen stehen unbewußt im Dienst der Finsternismacht, d. h.,
sie erkennen nicht, wer ihnen Kraft gibt. Andererseits stehen viele bewußt im D
ienst Satans. Sie holen ihre Kraft bewußt aus der dunklen satanischen Tiefe. Doc
h bewußt oder unbewußt, nicht darauf kommt es an, sondern auf die vermittelte sa
tanische Kraft, die den Menschen unter dem Deckmantel der Hilfe unter einen von
Gott verfluchten Bann bringt. Der Vollständigkeit halber müssen wir noch erwähne
n, daß es auch christliche Magnetopathen gibt, die sich von den oben erwähnten M
agnetopathen distanzieren. Damit wird der Anspruch erhoben, die Magnetopathie, v
on christlichen Magnetopathen ausgeführt, sei unschädlich. Demgegenüber möchten
wir sagen, daß es weder eine christliche noch unchristliche Magnetopathie gibt,
sondern nur eine Magnetopathie schlechthin."98)
Pfarrer Wilhelm Gottwaldt, theologischer Lehrer am Seminar der Liebenzeller Miss
ion in Bad Liebenzell/Schwarzwald, schreibt unter der Überschrift "Wie ist der H
eilmagnetismus zu beurteilen?" in "durchblick und dienst", Heft 8/ August 1973,
Seite 187, u. a. folgendes:
"Die Methode des Heilmagnetismus stützt sich vielfach auf die okkultistische Leh
re, daß von der Person des Menschen ein geheimnisvolles Fluidum oder, wie der Sp
iritismus sagt, eine rätselhafte Kraft, Od genannt, ausstrahlt. Schon vor mehr a
ls 100 Jahren hat der deutsche Chemiker Karl von Reichenbach behauptet, daß von
Menschen, Pflanzen und Tieren eine nach dem nordischen Gott Odin genannte "odisc
he Kraft" ausgehe. Spiritistische Medien berichten, daß diese Ausstrahlung von d
em geheimnisvollen Astralleib oder Energiekörper des Menschen verursacht und deu
tlich von ihnen gesehen werde. Es handelt sich also um okkulte Energie..."
"Eine gläubige Frau, die an Kreuzschmerzen litt, ließ sich von einem Heilmagneti
seur behandeln. Ihre Krankheit wurde sofort geheilt, aber seitdem konnte sie nic
ht mehr beten und fühlte sich völlig von Gott getrennt. Es handelt sich also bei
diesem Heilmagnetismus um eine gefährliche Behandlungsmethode mit okkulten Kräf
ten, durch die der Patient einer finsteren Macht unterworfen wird."
Schlußwort
Es kam uns - wie bereits eingangs erwähnt - nicht auf eine Ablehnung der Homöopa
thie aus medizinischen Gründen an, sondern um eine Warnung aus christlicher Sich
t. Lorenz Keip rechnet zu den Abarten des Aberglaubens "alle okkulten Wissenscha
ften (schwarze und weiße Magie, Augendiagnose, besser Irisdiagnose)". Gottes Wor
t macht darin keinen Unterschied und verbietet beides, weil es in Gemeinschaft m
it Dämonen bringt; Jes. 47, 9-15. Ausdrücklich erwähnt Keip den Heilmagnetismus,
Suggestion, Hypnose. Einige Warnungen aus seinem Buch "Glaubensheilungen", die
für alle okkulten Behandlungsweisen grundsätzliche Bedeutung haben:
"Alle diese Dinge sind Werke des Satans, und wer dergleichen getan hat, steht un
ter einem dämonischen Bann, der sich früher oder später im Leben auf die verschi
edenartigste Weise bemerkbar macht. Dein Leib kann geheilt worden sein, wenn du
im Krankheitsfall deine Zuflucht zur Zauberei genommen hast, aber um deine Seele
hat der Lügner von Anfang, der Teufel, eine Kette geschmiedet, die du selber ni
cht mehr los wirst, die dir als Fluch der bösen Tat fürs ganze Leben anhängt, we
nn du nicht mit deiner Sünde ans Licht kommst und bei Jesus Befreiung von diesen
Banden der Finsternis suchst."99)
Und zum Spiritismus schreibt Keip:
"Der Spiritismus ist aber nichts anderes als eine der verschiedenen Auswirkungen
finsterer Mächte, hinter denen der Fürst dieser Welt, der Satan, steht. Satan,
der Teufel, ist ein geistiges Wesen von einer Intelligenz, gegenüber der alle me
nschliche Wissenschaft ernsthaft gar nicht in Frage kommt. Wer immer es sei, der
sich mit ihm einläßt, auch durch Spiritismus, ob Wissenschaftler oder nicht, ko
mmt allmählich mehr und mehr unter seinen Einfluß und unter seine Gewalt. Alles
Licht, das er den Menschen aufsteckt, ist Irrlicht, ist Wahrheit mit Lüge vermis
cht, auch wenn es noch so sehr besticht. Es führt, wie jedes Irrlicht, in den Su
mpf - hier in menschliches Elend -, erlischt dann, und der Mensch, der ihm folgt
e, versinkt in Nacht und Grauen."100)
Zu einer Warnung vor diesen Auswirkungen finsterer Mächte will diese Schrift bei
tragen. Unsere Zeit zeigt ohnehin in einem bisher unbekannten Maße Heilsangebote
aus fremden Religionen und Ideologien, eine erschreckende Zunahme von Irrlehren
, schwarmgeistigen Bewegungen und Okkultismus. Wie viele Menschen suchen in Psyc
hoanalyse, Meditation und Mystik, in Yoga, Gruppendynamik, Akupunktur und Magie
Heil und Heilung! Auch Gläubige sehen oft nicht den bösen Hintergrund; sie lasse
n sich vom Äußeren, vom Erfolg blenden und greifen, besonders wenn es in Krankhe
itsnot um die Heilung des Leibes geht, zu verbotenen Mitteln.
Der Evangelist Richard Ising schreibt:
"Wohin diese Entwicklung geführt hat, zeigt sich heute in allerlei ungöttlichen
Heils- und Heilpraktiken. Suggestion und Hypnose, die nach Gottes Wort den Mensc
hen in eine Hörigkeit zu einem anderen Willen bringen (Paulus sagt: »Werdet nich
t der Menschen Knechte«, 1. Kor. 7, 23), werden als harmlos, ja sogar berechtigt
angesehen... Der Abstieg geht noch weiter: fromme Heilpraktiker bezaubern unser
e Kreise durch ungöttliche Mittel: Heilmagnetismus, Irisdiagnose, okkulte Medizi
nen, Anwendung des Pendels bei Feststellung der Krankheit und bei der Auswahl de
r Mittel. Dieses Pendeln hat in unseren gläubigen Kreisen Hausrecht genommen."10
1)
Bei der Anwendung der gefährlichen Dinge am Leibe wird nicht beachtet, daß der L
eib doch auch heilig und ein Tempel des Heiligen Geistes sein sollte. "Unglauben
und Abfall von dem lebendigen Gott" nennt es Johann Christoph Blumhardt; und er
weist darüber hinaus auch auf die Wirkung bestimmter Mittel auf den Geist und d
ie Seele des Menschen hin:
" ...das will mir oft bedenklich vorkommen, daß man nirgends auch nur entfernt d
aran zu denken scheint, wie viele Mittel, die gebraucht werden, insbesondere auf
den Geist des Menschen zerstörend wirken können. Leib und Seele stehen doch in
engem Zusammenhang miteinander. Ist es aber recht, auf den Leib so gewaltsam los
zugehen, ohne daran zu denken, daß auch eine Seele da ist? Man weiß es nur zu gu
t, und die medizinischen Bücher reden oft unverholen darüber, wie so manches auc
h eine schädliche Einwirkung auf das Seelen- und Gemütsleben des Menschen hat; u
nd dennoch scheut man sich häufig nicht, zuzufahren, komme für die Seele heraus,
was wolle. .."102)
Der gläubige Christ weiß sich geborgen in der Hand seines Gottes; seine Hilfe st
eht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Auch in Krankheitsnot v
ertraut er auf seinen Gott. "Ich bin der Herr, dein Arzt" (2. Mose 15, 26). Das
hat ER bewiesen, im Alten und Neuen Testament bis heute. "Die Gesunden", sagt de
r Herr Jesus, "bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken". So können wir mi
t freudigem, einfältigem Herzen zu IHM gehen! Er bekennt sich zu denen, die sich
ihm nahen. Niemand wird zuschanden, der seiner harrt.