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Lucius & Lucius Verlagsgesellscheft mbH

Zivilisationsformen der Affekte und ihres körperlichen Ausdrucks Author(s): Gerhard Vowinckel Source: Zeitschrift für Soziologie, Vol. 18, No. 5 (Oktober 1989), pp. 362-377 Published by: Lucius & Lucius Verlagsgesellscheft mbH Stable URL: http://www.jstor.org/stable/23845522 Accessed: 15-08-2015 05:41 UTC

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für Soziologie.

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© F.

Enke

Verlag

Stuttgart

Zeitschrift

für Soziologie,

Jg. 18, Heft 5, Oktober

1989, S. 362-377

Zivilisationsformen

der Affekte und ihres körperlichen

Ausdrucks1

Gerhard Vowinckel

Universität der Bundeswehr Hamburg, Fachbereich

Gesellschaftswissenschaften, D-2000 Hamburg 70

Wirtschafts-

und Organisationswissenschaften,

Institut für

Zusammenfassung:

Anhand

körperlichen Ausdruck

der Affekte

von

Quellen

untersucht.

aus

mehreren

Jahrhunderten

Anstands-

und Tugendlehrer

werden

forderten

soziale

stets, daß

Standards

Mienen,

für den

Gesten,

Ton usw. die gefühls- und gesinnungsmäßige Übereinstimmung eines Menschen mit seinen moralischen Verpflichtun

gen gegenüber anderen Menschen ausdrücken sollten. Unterschiedliche

über

Zulässigkeit

gedanklich eingebettet in umfassendere soziomoralische Arbeitsmodelle.

und praktische Brauchbarkeit

kognitive Steuerung

der zweiten

Denkweisen werden mit den Lebensbedingungen

in Beziehung gesetzt.

vom Bürgertum simplifiziert worden sind. Die unterschiedlichen ihrer Benutzer und mit strukturellen Wandlungen der Gesellschaften

Auffassungen

des

Heucheins.

gab es zu verschiedenen

Einschlägige

Zeiten

sind

Logik

und die

die

Normierung

Hälfte

der

Gefühle

gezeigt.

selbst

und

über

die

Normen

Es wird deren jeweils

unterschiedliche

Alltagswissen

Die

Verhaltens

Ergebnisse

sprechen

dafür, daß das psychologische

bis zum siebzehnten

des sozialen

von den Oberschichten

Jahrhundert

verfeinert und in

des achtzehnten

Jahrhunderts

1. Einleitung

In

klassischen

beschreibt

schen höfisch-aristokratischer

der

Anmerkung

Studie

Norbert

134

über

Elias

den

zweiten

Prozeß

einige

im

Band

seiner

der Zivilisation

zwi

Unterschiede

und

bürgerlicher

Mentalität (1969, 2. Bd.: S. 479-82). Im Vergleich

zur

Art,

nüchtern

sie

unmoralisch

schien.

ches

bürgerlichen

Menschen

und

den

war

und

illusionslos

die

höfisch-aristokratische

zu

dem

betrachten,

Grade,

Betrachtern

daß

realistisch

er

Gesellschaft

bis

zu

bürgerlich-mittelständischen

oder

zumindest

Die

Adeligen

Verhalten

peinlich

orientierten

ihr gesellschaftli

an

Gesichts

intellektuell

flexibel

punkten

gisch

welt,

durch

kende

die

chen

der Zweckmäßigkeit

scharfsinnigen

während

das

internalisierte,

Selbstzwänge

gedankliche

Bild

und

der

mit den

einem

menschlichen

psycholo

Um

stärker

wir

denen

und

ihrer

dem

Verhalten

aus

Bürger

Unbewußten

wurde,

bei

kontrolliert

Verbindung

gesellschaftli

war

Fremdzwängen

verlorengegangen

die

daher

den

Charakter

Begründung

bedürftigen

nommen

hatten.

einer

absoluten,

Verbindlichkeit

keiner

ange

1 Die

Untersuchung,

von der hier berichtet

wird, wurde

finanziell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Die englische Version des vorliegenden

(überarbeiteten)

On the Civiliza

tion of Affects

Annual Meeting der American

Beautiful

Artikels

wurde

Brains.

unter

dem

auf

dem

Titel

83.

Associa

Souls

and Political

and their Bodily

Display"

Sociological

tion (1988)

erhältlich beim Sociological

ery Service.

se unter der Zugangsnummer

in Atlanta,

Ein Abstract

Ga.

(USA)

präsentiert.

Document

in der

SA

Abstract

findet sich

88S20731.

Sie

Deliv

ist

Databa

Während

des

achtzehnten

Jahrhunderts

wurden

die

aristokratischen

Denk-

und

Handlungsweisen

 

weitgehend

 

durch

bürgerliche

aus

dem

Feld

ge

schlagen:

die

realistischere,

nuanciertere

 

Alltags

psychologie

durch

die

moralischere,

die

bewußte

re, stärker

zweckorientierte

Steuerung

des

sozialen

Verhaltens

durch

die

weniger

bewußte,

schemati

schere.

Diese

Entwicklungen

werden

von

Elias

dem

Begriff

eines

Zivilisationsprozesses

eingeord

net,

der

-

angetrieben

durch

die

Verdichtung,

Komplizierung

chen

und

Interaktionsnetze

Ausweitung - im wesentlichen

der

gesellschaftli

einsinnig

verläuft

und

zu

dessen

zentralen

Entwicklungs

strängen

Psychologisierung

der

Menschenbetrach

 

tung

und

Rationalisierung

des

gesellschaftlichen

Verhaltens

in Fußnote

gehören.

134 getroffenen

des

Die

sem allgemeinen

offenkundig.

Ich

Bild

berichte

im

folgenden

Diskrepanz

zwischen

Feststellungen

und

Zivilisationsprozesses

den

die

ist

aus

einer

historisch

soziologischen

den

Untersuchung

Vorstellung

von

Wissensbestän

und

ich

ihres

mich

in

seinen

kör

zu

ver

einsinnig

verlau

lassen.

dessen

werde,

Elias

die

Beim

Er

kam

in

der

höchst

kalkulierte

hatten

die

zur

Disziplinierung

Ausdrucks.

von

der

der Affekte

Dabei

hatte

eines

leiten

perlichen

nächst

schiedenen

fenen

Studium

Entwicklungssträngen

Zivilisationsprozesses

einschlägiger

ich

zu

anschließend

demselben

Fußnote

praktische

der

Quellentexte,

darstellen

Befund,

den

Gegen

das

und

gebnisse

ich jedoch

angeführten

subtile

Verhalten

beschreibt.

Psychologie

höfischen

Aristokraten

Bürger

falt gesetzt.

ausdrücklich,

Ideale

der Biederkeit

Dabei

knüpften

an Figuren

des

und

sie,

moralischen

moralischen

gelegentlich

Ein

ganz

Denkens

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Gerhard

Vowinckel:

Zivilisationsformen

der Affekte und ihres körperlichen

Ausdrucks

363

wie

an,

In einer

sie

Reihe

im Mittelalter

von

benutzt

der

worden

waren.

Merkmalen

denen

ähneln

ritterlichen

ihre Begrif

Tugend

fe und Argumente lehrer des dreizehnten

Jahrhunderts.

Natürlich

intellektuellen

nicht

läßt

der

mit

sich eine

Niveau

solche

der

Vorstellung

Wellenbewegung

ethischen

eines

im

Denkmittel

wesentlichen

im

einsinnig

einbaren.

verlaufenen

Die

Erklärung,

Zivilisationsprozesses

die

ich

stattdessen

ver

vor

schlagen

werde,

setzt

den

Wandel

in Beziehung

mit dem

Übergang

zum staatlichen

Organisationsmuster

der Denkweisen

vom

ständischen

menschli

des

chen

Zusammenlebens.

Im Mittelpunkt

der Untersuchung

steht

die

gesell

schaftliche

perlichen

Normierung

Ausdrucks.

nommen,

und

eines fortschreitenden

die

Regeln

Moral

würden

von

über

der Affekte

Ursprünglich

Etikette,

und

hatte

ihres

kör

ich ange

Lebensklugheit

im Zuge

eine

die Jahrhunderte,

Zivilisationsprozesses,

immer stärkere Unterdrückung

und

Reglementie

rung

des

spontanen

Ausdrucks

der

gen.

Es

fanden

sich

indessen

keine

Indikatoren

für

das

quantitative

Gefühle

anzei

überzeugenden

Element

dieser

Hypothese,

Ich

ausdruck

ner

die

aber,

ich

daß

daher

die

nicht

Vorschriften

weiter

In

verfolgte.

Affekt

Nen

fand

zum

auf

gebracht

einen

werden

der

enthüllen

sich

drückt

die

aus,

Furcht

sind.

die

häufig

oder

Paßt

dem,

was

zu

plaudert

während

einfachen

konnten:

„natürlichen

die

gemeinsamen

den

Ausdrucks

des

Ge

die

soziale

bewegungen,

fühls",

„eigentlichen

reitschaften) der Menschen.

Verhalten

Gesinnungen"

Sprache

„wahren

(die

Das

Gefühle",

Verhaltensbe

effektive

stärksten

durch

Verhaltensbereit

Nützlichkeitserwä

schaften

gungen,

bestimmt

nicht

Bereitschaft

zu

Körper

gen

daß

gesellschaftliche

die

Miene,

er

tut,

dann

abweichendem

aus,

sich

er

daß

er

am

mühsam

im Erdboden

Kontrollen

macht,

er

die

Sein

zuschla

beherrscht,

möchte,

einer

offenbart

Verhalten.

liebsten

die

würde,

er vor Scham

versinken

während

er

alle

Vorwürfe

 

zurückweist

usw.

Sein

Ausdruck

entwertet

so

sein

effektives

Verhalten

und

in

her bezwecken

ten

Verhaltensbereitschaften

zubringen,

Der

untergräbt

die

stets,

das

Vertrauen

der

Normen

seines

Mitmenschen

Beziehung.

Da

Ausdrucksverhal

usw.

signalisierten

Geboten

überein

Verhalten

gelten.

eines

Menschen

den

Tag

gelegtes

Neigungen

be

Gesinnungen

sich

verhält,

wie

Verläßlichkeit

die

die

die

sozialen

zum

gestisch

mit den

effektive

an

abweichende

wahren"

daß

er

mimisch,

für das

sein

durch

seinen

entspricht,

sozialisierte

an,

daß

nicht

ist, sondern

Gefühlen

Gefühlsausdruck

offiziell

zeigt

Verhalten

droht

und

man

es

von

ihm

erwartet,

nicht

oder

mit innerem

Vorbehalt,

Herzen.

 

In diesem

 

Punkt

stimmen

die

licher

doch

Jahrhunderte

haben

sich

überein.

seit dem

widerwillig,

sondern

Quellen

Ganz

von

lustlos

ganzem

unterschied

beträchtlich

je

Jahrhundert

dreizehnten

die

Meinungen

darüber

gewandelt,

wie

gen"

in

der

„natürlichen

Sprache

der

bewerten

sei,

ob man

Verstellung

das

Gefühle"

als Feinheit

„Lü

zu

oder

Falschheit,

anzusehen

rer

Ausdruck

des

Aufrichtigkeit

habe.

als Tugend

ritterliche

oder

Torheit

als

ver

Während

freundliche

erklärten

Kunst

Tugendleh

freundlichen

dreizehnten

ohne

ansahen,

des

Jahrhunderts

Jahrhunderts

der

Gesinnungen

politische

das

Könige",

übel

zwischen

keinen

werflich

lehrer

und

nen

des

men

und

zulassen

Klugheits

Stellen

was

ih

am Ende

genom

innerer

Umständen

siebzehnten

zur

Verstellen"

von

den

achtzehnten

wurde,

äußerer

die

mochten.

bürgerlichen

Gesittung

Um

Tugendlehrern

sehr

Jahrhunderts

eine

Diskrepanz

unter

diese

unterschiedlichen

Auffassungen

ren gedanklichen

zu verstehen,

mußte

Zusammenhang

ich ihren

untersuchen.

weite

Die

Untersuchung

konnte

sich

daher

nicht

auf

die

„feeling

und

die

nur

rules"

display

(Hochschild

rules"

beschränken.

angemessen

des

aus

Es

benutzt

und

enthält

und

Normen,

1979),

(Ekman

Man

die

1972),

kann

wenn

Fühlregeln,

die

diese

man

Aus

Re

sie

im

drucksregeln,

geln

Zusammenhang

moralischen

betrachtet,

gedankliches

sammenlebens

moralischen

schen.

fenheit

cher

Menschen

Annahmen

verstehen,

jeweiligen

und

sie abgeleitet

des

bestimmte

emotionalen

Vorstellungen

moralischer

von

Gesellschaft,

Stellung

Die

des

ethische,

usw.

sich

kulturellen

gewöhnlich

gesellschaftlich

solches

Zu

der

Men

Beschaf

rechtli

Natur

und

Menschen

es

des

macht

in der

dehnte

so

das

vorfin

um

Begriffs-

dem

Arbeitsmodell

Überzeugungssystems

sind.

Ein

menschlichen

Begriffe

Natur

des

von

der

und

der

von

Legitimität

und

über

und

im Staat.

aus

auf

das

religiöse

in ihrer

sie

Auffassungen

der

die

Schöpfung

sich

Untersuchung

psychologische,

Gebrauchswissen,

Umwelt

bedienen,

also

ziologische,

die

den

sich

hen

Quellen,

ritterlichen

Menschen

und

selbst

und

dessen

und

um

ihre menschliche

Umwelt

ihr

Verhalten

anzuleiten.

Lektüre

zu verste

Zu

den

hatte,

Epen,

mit deren

ich angefangen

Hofzuchten,

Tugendlehren,

Spruchsammlungen,

traktaten,

Klugheitslehren,

Erziehungsschriften

Schriften

humanistischen

Erziehungs

politischen

bürgerlichen

traten

politischer

Komplimentierbüchern,

Manierenschriften,

zu

und

Theologie,

Tugendlehren,

Ethik

und

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364

Zeitschrift

Theorie.

Beim

Studium

der

Quellen

schälten

sich

für Soziologie,

großritterlichen

Jg. 18, Heft 5, Oktober

Feudalhöfe,

die

1989, S. 362-377

sich

im

Zeichen

allmählich

delle

heraus,

die

drei

soziomoralischen

die

anschließend

in ihren

Arbeitsmo

Hauptzü

gen

Meine

bald

ren

worden.

dargestellt

Quellen

nach

ihrem

europäischen

Ihre

werden.

sind

deutsch

im Original

aus

Deutsche

erlaubt

oder

ande

übersetzt

sind

nur

ersten

Erscheinen

ins

Zahl

einer

sicherlich

Sprache

begrenzte

vorläufige

durch

Autoren

Namen

große

weniger

Stichwortgeber

richteten

Verallgemeinerungen.

ein wenig

zu

Sie

wird

daß

aber

sie

die Tatsache

einschließt,

hatten,

die

viel

prominente

sich

waren.

an

Leser

ausgeglichen,

ihrer

Zeit

wurden

Vordenker

in Europa

und

für

und

Schriften

gelesen

Autoren

Die

untersuchten

aus

den

gesellschaftlich

tonangebenden

besondere

darin

Schichten

und

waren

auf

deren

sich

die

niedri

als sicher

Interessen

zugeschnitten.

von

kann

Daß

denen

man

propagierten

Schichten

Denkweisen

unterscheiden,

gerer

annehmen.

Norbert

Elias'

Begriffe

von

mehr"

oder

weni

ger"

Affekthaushalte

schen

in

der

Zivilisiertheit

sind

der

Mentalitäten

am

und

orientiert

Dieses

psychoanalyti

die

Verinnerli

Seelenmodell.

macht

chung

Ablagerung

sönlichkeit

Das

blind

und

dafür

schließend

de

von

Fremdzwängen

in den

zum

als

Selbstzwänge,

Schichten

ihre

Per

unbewußten

Maßstab

der

Instrumentarium

Aspekte

-

der

was

eingangs

der

Kulturentwicklung.

ist

analytische

für einige

spezifisch

„Psychologisierung"

wohl

einer

erwähnten

„Rationalisierung"

ist,

und

und

daß

im

die

Detail

konnten.

der Grün

und

Befunde

an

in

inte

dargestellten

nicht

untersuche

vor

und

dem

Elias' Zivilisationskonzept

griert werden

schlüssig

In der vorliegenden

täten

Studie

ich Mentali

gedanklichen

die Jean

Affekthaushalte

von

Begriffen

Lawrence

Zwecke

dieser

dargestellt

Hintergrund

Piaget

psychologische

Abwandlung

andernorts

Theorien,

Kohlberg

für entwicklungs

entwickelt

haben.

Meine

Analyseinstrumente

(vgl.

Vowinckel

habe

ich

1979;

1983).

Ich

entwickelnde

verwende

sie

als

soziologische

Elemente

Theorie

für eine

moralischen

zu

Orientierungswissens und seines Zusammenhangs mit den vitalen Lebens- und Überlebensproblemen

von

Gruppen

und

Gesellschaften.

Die

folgende

Untersuchung

gibt ein Beispiel

ihrer Anwendung.

2. Der hüfsche muot

eines

turellen

gewissen

Lebens

sang

hatten

schen

und

Wohlstandes

und

zu

zu Mittelpunkten

von

Ideal

des

kul

hüf

Pflanzstätten

Minne

entwickelt

courtoisen

Umgangsformen

Sie

preisen

das

Gesinnung.

(Elias

muot",

1969).

der höfischen

Die

Verfasser

von

Hofzuchten,

Ritterspiegeln

und

Heldenepen

der

Aus

des

betonen

in erster

am

Linie

Affekte

den

Mienen,

Gebärden

man

Menschen

kann

körperlichen

Ausdruck

den

Informationswert:

und

Körperhaltungen

ihre

Affekte

und

Gesin

nungen

zu

erkennen,

hat.

versehen

das,

An

wessen

schönen

man

sich

von

Gebärden"

ihnen

(Tho

masin 1215-16/1852: 208f.) und fröhlichen Ge

sichtern"

man

kann,

ßen"

Blicken",

den"

deutsche

G.

(Facetus

guten

13.

Menschen,

Jh./1854:

denen

Blicken",

und

109ff.)

erkennt

man

vertrauen

unsteten

krummen

Gebär

mittelhoch

übertragen,

die

an

„schalkhaften

13.

(Facetus

Jh./1854:

Gang"

365ff.),

„schiefem

Zitate

moralisch

seltsamen

683ff.,

(Thomasin

V.)

die

1215-16/1852:

ins

Hochdeutsche

unzuverlässigen.

Natürlich

stands-

Menschen

sie von

ist

und

sich

es

auch

den

mittelalterlichen

An

Sittenlehrern

verstellen

nicht

können.

entgangen,

Damit

daß

weichen

ab,

derzufolge

Gemütsverfassung

die

an

sie

von

ist identisch

der

künstliches

morali

mit der

Men

den

Auffassungen

siebzehnten

Jahr

Tugendlehrer

der natürlichen

Gleichzeitig

Ordnung

und

Im

höfischen

ab,

Ordnung

die

weichen

denn

diese

durchaus

Ausdrucksbewegungen

zeigen.

schen

natürlichen

schenwerk.

der

hunderts

kein

zu

des

ritterlichen

Gegensatz

Aristokraten

die

verwerfen

jede

rens,

Gesinnung

sin

und

Freundlichkeit

die

nicht

oder

Ausdruck

Höflichkeit

einer

des

Geba

entsprechenden

310;

Thoma

ist (Walther

1215-20/1972:

1215-16/1852:

„schönen

1377ff.)

943ff.).

Hinter

süßen

Reden"

Gebärden"

(Thomasin

1215-16/

verbergen

die

falschen,

bösen

Men

Pläne

dadurch

und

feindseligen

unberechenbar

der

zwischen

1852:

schen

ihre

bedrohen

hinterhältigen

Sie

die

sind

Gesinnungen.

und

menschlichen

Verläßlichkeit

Beziehungen.

Freilich

findet

man

in

den

Hofzuchten

unerwünschte

auch

An

weisungen,

bewegungen

neswegs

mehr

men

den

gesellschaftlich

zu verbergen.

Gemüts

aber

kei

Viel

wer

Dadurch

soll

Unaufrichtigkeit

in ihren

legitimiert

körperlichen

Gefühle

selbst

1240/1973:

werden.

sollen

Ausdrucksfor

bekämpft

die

unerlaubten

(Winsbekin

73ff.;

Thomasin

Im

Leitfäden

dreizehnten

Jahrhundert

und

richteten

ihre

für Moral

Manieren

weltliche

Ratschlä

ge,

zumeist

in

Versform,

an

die

Einwohner

der

1215-16/1852:

mittelalterliche

nur,

wie

die

199ff.).

Begriff

spätere

Man

erkennt

daran,

daß

sich

der

nicht

der

„Höflichkeit",

hüfscheit"

auf „das

Sitten

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Gerhard

Vowinckel:

Zivilisationsformen

ähnliche

in

der

Ehrliebe

und

die

der Affekte und ihres körperlichen

äußere

Anstän

Machtbefugnis,

die

dem

zur

Ausdrucks

die

aus

365

und

Ursünde

dem

einzigem

der ersten

Paradies

Menschen,

führte

digkeit" (Kant 1784/1978: 44) bezieht, sondern die

moralischen

die

Tugenden

einschließt.

Harmonie

der

der Welt,

Gesinnungen

die tugendhafte

Ordnung

Er

mit der

bezeichnet

sittlichen

Gemütsverfas

Vertreibung

als

Menschen

Natur"

gehen

und

unter

den

göttlichen

von

La

Skizze

Sit

Geschöpfen

seiner

die

zweifelhafte

Gabe

abzufallen

und

den

-

und

das

Gesinnungen

grobe

heißt,

verlieh,

Weg

des

Leiden

sung,

die

sich

im äußeren

Gebaren

auf

natürliche

sters

zu

Weise

ausdrückt.

zu

werden

gedacht.

Ungeachtet

Auffassungen

und

innere

der Heuchler

späterer

Gesittung

und

Jahrhun

im

Ein

Gegen