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Gymnasium Oberaargau

Mathematik

Jörg Isler

054 Zinseszinsrechnung

Lässt man auf einem Konto den im Laufe des Jahres ersparten Zins liegen, so wirft im kommenden Jahr auch dieser Zins eigene Zinsen ab. Man spricht in diesem Fall von „Zinseszins“. Die folgenden Formeln gelten nicht nur für diesen Fall, sondern generell für jede Grösse, die sich pro Zeiteinheit um einen konstanten Prozentsatz verändert (exponentielles Wachstum / exponentielle Abnahme).

Endkapital:

Zinssatz (oder Zinsfuss):

Anfangskapital:

Laufzeit (Anzahl Zinsperioden):

p %

k

j

k’

Das Kapital wird jedes Jahr mit dem Faktor

Exponentialfunktion ergibt:

(1 +

p

100

) multipliziert, so dass sich die folgende

100

p

j

k'

= k

1

+

Beispiele:

1.

1000 Fr. Anfangskapital vermehren sich bei einem Zinssatz von 5% innert 10 Jahren zu

k'

=

1000 (1.05)

10

=

1628.90 Fr.

(Ohne Zinseszins wären es nur

1000 + 10 50 = 1500 Fr. )

2.

Wenn die Kinobesuche jährlich um 3% abnehmen, so werden aus den heutigen 2.3 Millionen

6

Eintritten jährlich bis in 20 Jahren nur noch 2.3 10

0.97

20

= 1'250'727 Besucher jährlich.

Ist nicht das Endkapital, sondern eine andere Grösse gesucht, so verwendet man folgende Umfor- mungen der Zinseszinsformel:

k gesucht:

p gesucht:

j gesucht:

k =

⎛ ⎜ ⎝ 1 +

k'

p

100

j

p = 100

(

k'

k

)

1/ j

j =

ln

()

k'

k

ln 1 +

p

100

1

(Die Herleitung ist eine gute Uebung im Umformen von Gleichungen!!!)

Mithilfe von geometrischen Reihen (Siehe Abschnitt 064) werden sich auch komplexere Fragen lö- sen lassen, wie etwa die Berechnung des Endkapitals bei jährlichen Einzahlungen auf ein Konto.

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Mathematik

Jörg Isler

058 Anwendungen und historische Bemerkungen

1. Organisches Wachstum

Vorgänge in der Natur (z.B. Vermehrung von Bakterien), bei denen eine Größe pro Zeiteinheit um einen konstanten Faktor zunimmt, wo also das Wachstum proportional zur vorhandenen Größe ist. (Gleichbedeutend mit exponentiellem Wachstum)

2. Radioaktiver Zerfall

Die von einem radioaktiven Stoff ausgehende radioaktive Strahlung nimmt im Laufe der Zeit exponentiell ab. Die Halbwertszeit T gibt an, in welchen Zeitintervallen sich die Strahlung auf jeweils die Hälfte des Vorwertes halbiert.

3. Logarithmische Skalen

Wenn in einer Grafik Grössen dargestellt werden sollen, die sich über mehrere Zehnerpotenzen erstrecken, so benützt man statt einer linearen Skala besser eine logarithmische Skala.

4. Weber-Fechner-Gesetz

Das Gesetz besagt, dass die Sinnesempfindung unserer Augen und Ohren proportional zum Logarithmus des physikalischen Reizes ist (Helligkeit, Lautstärke)

5. Logarithmentafeln

Logarithmentafeln bildeten Jahrhunderte lang die Grundlage numerischer Berechnungen. Auch an unserer Schule wurden bis zum Aufkommen der Taschenrechner intensiv derartige Be- rechnungen geübt.

6. Rechenschieber

Sie bildeten eine Alternative zu den Logarithmentafeln. Durch gegenseitiges Verschieben zwei- er logarithmischer Skalen entsteht ein Rechenschieber.

Aufgaben:

- Suchen Sie in den gebildeten Gruppen online Informationen zu diesen Themenbereichen.

Tipps zum Einstieg:

www.mathe-online.at/mathint/log/i.html

www.wikipedia.org

www.google.ch

- Bereiten Sie ein A4-Blatt* sowie eine 10-minütige Präsentation vor.

Enthalten soll sein:

- Ausführliche, klar verständliche Präzisierung der obigen Kurzinformationen.

- Formeln bzw. Verfahren erläutern.

- Konkretes, durchgeführtes Beispiel