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Die Verbreitung von Viren über die Säuglingsnahrung

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 21.04.2006

Stichworte: Bittner-Faktor, Stillen, Stillzeit, Tiermodell, MMTV, künstliche Säuglingsnahrung, Risikofaktoren

Entstehung des epidemischen


Die Übertragung von Tumoren auf Säuglinge Brustkrebs

Probleme bei der Suche nach Tiermodellen:


Als man anfing, sich mit Tumoren experimentell zu beschäftigen,
suchte man nach Tiermodellen, um Tumorerkrankungen besser
untersuchen zu können. Es gelang auch, Tumore zu übertragen. Aber
der Erfolg war gering. Von vielen infizierten Tieren, die mühsam
aufgezogen werden mussten, bekamen nur wenige Tumore.
Der erste große Erfolg: Übertragbarer Brustkrebs der Maus
Das erste brauchbare System, das man fand, war das Maus- Wikipedia:
Mammatumor-System, bei dem Mäuse über die Muttermilch infiziert http://de.wikipedia.org/wiki/Maus-
werden. Mammatumorvirus (Am Wikipedia-
Artikel hat Elisabeth Rieping
Dabei erkrankte ein Großteil der infizierten Tiere, unabhängig davon, mitgearbeitet).
ob sie von ihrer Mutter oder von einer Mäuseamme gesäugt wurden,
nach einer Latenzzeit an Brusttumoren.

Durch die Ammenversuche erkannte man, dass es ein Faktor in der


Milch war, der Bittner-Faktor genannt wurde, nach dem Mitarbeiter
der Jackson Labors, der zuerst Arbeiten über diese Entdeckung
publiziert hatte. Später wurde der Name in MMTV (Maus-
Mammtumorvirus, Mouse oder Murine Mamma Tumor Virus)
geändert.

Das System war deshalb so brauchbar, weil ein Großteil der als

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Säugling infizierten Mäuse später erkrankte.
Warum war dieses System erfolgreich? Die Bedeutung der Stillzeit
Mit anderen Viren war man nicht so glücklich. Oft musste man sehr
viele Tiere infizieren, um eines aufzuziehen, das nach langer Zeit
einen Tumor entwickelte.

Schließlich stellte sich heraus, dass die Säuglingszeit die Zeit war, in
der sich mit Viren besonders leicht Krebs erzeugen lässt. Man
vermutete, dass das Immunsystem in dieser Zeit noch nicht kompetent
ist, fremde, eindringende Organismen zu erkennen, abzuwehren und
sie deshalb unerkannt im Organismus verbleiben, ohne zu einer
Entzündung oder akuten Erkrankung zu führen.

Stattdessen kommt es später in einigen sehr wenigen Zellen zur


Tumorerkrankung.

Bei der Übertragung von MMTV mit der Milch hatte die
Übertragung ohne Planung in der Stillphase stattgefunden. Und
deshalb war man so erfolgreich gewesen.

Ähnliche Erfolge hatte man früher bei der Übertragung von Viren auf
Eier, bei der man Tumore in Vögeln erzeugte. Auch hier hatte man
eine frühe Zeit in der Entwicklung des befallenen Organismus
erwischt und war deshalb erfolgreich.
Eine weitere Bedingung für die erfolgreiche Tumorerzeugung: Nutzung von Viren anderer Tierarten
Schließlich ergab sich noch ein weiterer Fortschritt, als man erkannte,
dass Tumore im Labor mit der größten Aussicht auf Erfolg
hervorgerufen werden, wenn man möglichst junge Tiere mit dem Virus
einer anderen Art infiziert, also z.B. einen menschlichen Virus für ein
Hamsterbaby benutzt, um Tumore im Hamster auszulösen oder einen
Hamstervirus, der im Hamster harmlos ist, aber bei der Erzeugung von
Tumoren in der Maus wirksam ist.

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Als man über diese beiden Erkenntnisse verfügte, war man einen
wichtigen Schritt weiter.
Ergebnis: Ein Tumor wird am besten mit Viren fremder Arten in einem Neugeborenen erzeugt.
Übertragung von Tumorviren mit der Ich überlegte, dass bei der künstlichen Ernährung mit Kuhmilch die
Flaschennahrung, ein Problem der beiden wichtigen Voraussetzungen erfüllt waren, die man braucht, um
künstlichen Säuglingsernährung ? einen Tumor im Menschen, diesmal ungewollt, zu erzeugen.
Entstehung des epidemischen
Der Kontakt findet in die Säuglingszeit statt und es ist sind dem Brustkrebs
Menschen fremde Viren einer anderen Art, die hier Zugang
erhalten. Eine Gefahr, von der Henri Nestle als er das Kindermehl
erfand, noch nichts wissen konnte.
Brustkrebs bei Tieren Die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen Die künstliche Säuglingsernährung
vor Nestle
Da man das menschliche Brustkrebs Virus nicht finden konnte, suchte man nach einem direkten Einfluss der Risikofaktoren.

Eine verhängnisvolle Entscheidung.

Bei AIDS hatte man die Risikofaktoren benutzt, um den Infektionsherd zu finden und war schnell auf die Übertragungswege gestoßen.
Aber die Brustkrebsforschung nahm einen anderen Weg.

Literatur-Hinweis: Effect Of Low Temperatures On The Bittner Virus Of Mouse Carcinoma, Ida Mann, The
British Medical Journal, Vol. 2, No. 4621 (Jul. 30, 1949), pp. 251-253, BMJ, http://www.jstor.org/stable/25372978

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/virus-verbreitung_durch_milch.htm

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