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I.

Kapitel: Einführung

In der Ekklesiologie (der biblischen Lehre von der


Gemeinde) beschäftigen wir uns mit der göttlichen
Schau Seiner Gemeinde - für uns ein Idealbild. Gebaut
wird sie mit wiedergeborenen Menschen, die aber noch
ihre sündige Natur behalten haben. Es scheint fast
unmöglich, aus diesem unbefriedigenden "Material"
jemals eine Gemeinde zu bauen, die den biblischen
Maßstäben entspricht. Das Idealbild ist uns jedoch nicht
vorgegeben, um uns beim Bauen zu entmutigen,
sondern zu ermutigen! Wir brauchen Pläne, nach denen
wir uns richten können.

So leben wir im Gemeindebau in einer Spannung:


einerseits das hohe, von der Bibel vorgegebene Ziel und
andererseits die oft kläglichen Resultate.
"Fehlentwicklungen", die es zu korrigieren galt, finden
wir schon im NT (z. B.: Korinth, die Gemeinden der
Sendschreiben). Gott nimmt falsche Entwicklungen
ernst. Doch sollen sie uns nicht in die Resignation
führen, sondern uns zu vermehrtem Einsatz motivieren
(Ärmel hochkrempeln!).

Im Unterricht wollen wir die Pläne für die biblische


Gemeinde studieren (ohne die kein Bau errichtet werden
kann) und im Dienst Gemeinde praktisch bauen, egal ob
wir an der Kellersohle, am Dach oder am Einrichten der
Innenräume sind. Überall braucht es Arbeiter, die Gott
für die speziellen Aufgaben begabt hat.

Noch ist Gemeindebau Arbeit auf dem Bauplatz. Noch


gibt es "Unordnung", "Durcheinander" und Sünde -
auch in der Gemeinde Gottes. Und dennoch gilt:

Apg 10,14-15 "Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn


ich habe noch nie etwas Verbotenes und Unreines
gegessen. Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu
ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht
verboten."
Eph 5,26-27 "Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad
im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde,
die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder
etwas dergleichen habe, sondern die heilig und
untadelig sei."
Offb 21,9-11 "Und es kam zu mir einer von den sieben
Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben
Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm,
ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Und
er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen
Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem
herniederkommen aus dem Himmel von Gott, die hatte
die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem
alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall"

ILLUSTRATIONEN:

Ein Pferd kann nicht zugleich ziehen und ausschlagen!


Auf den Zuschauerrängen eines Fußballstadions weiß
man genau, wie man Tore schießt; die werden aber nur
auf dem Rasen geschossen.
"Instant" ist in! (Kaffee, Sauce, Pudding). Das "Sofort"-
Prinzip kann aber niemals auf den Gemeindebau
übertragen werden!

1. Die Gemeinde in der Heilsgeschichte


zu 1.:

Gott offenbarte sich zu Beginn der


Menschheitsgeschichte allen Menschen. Nach dem
erneuten Ungehorsam beim Turmbau zu Babel ging Gott
jedoch andere Wege.

zu 2:

In 1.Mose 12 ruft Gott einen Menschen, Abram, aus der


Masse heraus und beschränkt Seine besondere
Offenbarung auf ihn und seine Nachkommen - das Volk
Israel.

Gott ist in ein besonderes Verhältnis zum Menschen


getreten. Dabei steht der "Reichsgedanke" - das
Königreich Gottes (die Theokratie) - fortan im
Vordergrund.

2.Mose 19,4-6 "Ihr habt gesehen, was ich mit den


Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe
auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr
nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten,
so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn
die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich
von Priestern und ein heiliges Volk sein."
Als später Gott nicht mehr König über Sein Volk sein
soll (vgl. 1.Sam 8), verschafft Er Sich durch die
Propheten Gehör. Sie warnen Priester und Könige
Israels und verheißen den wahren König in der Gestalt
des Messias.

Joh 1,45 "Philippus findet Nathanael und spricht zu


ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz
und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs
Sohn, aus Nazareth."
5.Mose 18,18 "Ich will ihnen einen Propheten, wie du
bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in
seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was
ich ihm gebieten werde."
Jes 7,14 "Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen
geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird
einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel."
Jes 53,2 "Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie
eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt
und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die
uns gefallen hätte."
Jer 23,5 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr,
daß ich dem David einen gerechten Sproß erwecken will.
Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und
Gerechtigkeit im Land üben wird."
Hes 34,23 "Und ich will ihnen einen einzigen Hirten
erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht
David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein."
Zur Zeit des Alten Bundes war die Gegenwart Gottes
sichtbar. Das Heiligtum, die Wohnung Gottes unter den
Menschen, war sichtbar.

zu 3.:

Mit dem Kommen Jesu Christi beginnt Gott eine ganz


besondere und endgültige Offenbarung Seiner selbst
und Seines Willens. Sie gilt nicht nur Israel, auch nicht
nur den Heiden, sondern allen Menschen - der
Gemeinde.

Luk 2,10-14 "Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet


euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude,
die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der
Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der
Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet
finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer
Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die
Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott
und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf
Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."
Joh 1,11 "Er kam in sein Eigentum; und die Seinen
nahmen ihn nicht auf."
Lk 19,14 "Seine Bürger aber waren ihm feind und
schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen
sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche."
Joh 19,15 "Sie schrien aber: Weg, weg mit dem!
Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren
König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir
haben keinen König als den Kaiser!"

Mit der Verwerfung des Königs kommt auch die


Verwerfung des Volkes Israel.

Röm 11,11+15"So frage ich nun: Sind sie gestrauchelt,


damit sie fallen? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall
ist den Heiden das Heil widerfahren, damit Israel ihnen
nacheifern sollte. [...] Denn wenn ihre Verwerfung die
Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme
anderes sein als Leben aus den Toten!"
Die Königreichslinie Israels wird unterbrochen. (Sie wird
im Tausendjährigen Reich fortgesetzt). Diese
Zwischenzeit ist den Propheten im AT unbekannt.

Eph 3,5 "Dies war in früheren Zeiten den


Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt
offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten
durch den Geist."
Diese Zwischenzeit ist die Zeit der Gemeinde. Sie ist der
Brennpunkt des göttlichen Heilsgeschehens in der
jetzigen Heilszeit. Göttliche Weisheit offenbart sich in
der Gemeinde (Eph 3,10). Jesus Christus liebt nichts
mehr als Seine Gemeinde (Eph 5,25). Es ist Seine
Gemeinde (Mt 16,18). Die geistliche Dimension der
Gemeinde liegt nicht im Begriff "ecclesia" (dieser besagt
nichts Sakrales), sondern an der Zuordnung: "Seine"
Gemeinde.

Kol 1,27 "denen Gott kundtun wollte, was der herrliche


Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist,
nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit."
Die Offenbarung Gottes an die Menschen vollzieht sich
in diesem Zeitalter auf der unsichtbaren Ebene.
Versuche der Sichtbarmachung der Gemeinde müssen
darum scheitern. Wohl gibt es sichtbare Faktoren, z.B.
eine Anzahl von Gläubigen an einem Ort oder ihr
Zeugnis vor der Welt.

Seitdem unterscheiden wir nach der Schrift Juden,


Heiden und die Gemeinde Gottes.

1.Kor 10,32 "Erregt keinen Anstoß, weder bei den


Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde
Gottes"
In der Soteriologie beschäftigten wir uns mit dem
vollbrachten Werk Jesu Christi. Die von Ihm gewirkte
Erlösung muß von jedem einzelnen Menschen
persönlich angenommen werden. Christus starb aber
nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die
Gemeinde:

Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch


Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst
für sie dahingegeben,"
Daraus ersehen wir, daß es nicht nur um die Errettung
des einzelnen Menschen geht, sondern auch um sein
Hinzugefügtwerden zu der Gemeinde. Das Ziel dieses
Zeitalters der Gnade ist die Gemeinde. So spricht auch
Christus:

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Die Gemeinde ist die von Gott gewollte Lebensordnung
für die Erlösten.

Die Erlösung durch Jesus Christus bringt uns in Seine


Gemeinde hinein. Darum sieht Paulus seine größte
Sünde in der Verfolgung der Gemeinde.

1.Kor 15,9 "Denn ich bin der geringste unter den


Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel
heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe."
Gal 1,13 "Denn ihr habt ja gehört von meinem Leben
früher im Judentum, wie ich über die Maßen die
Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte"
Der Hauptzweck des Gemeindezeitalters ist:

das Sammeln von Menschen in die Gemeinde!


das Wachstum der Gemeinde!
der Dienst der Gemeinde!
2. Die Gemeinde in der Heiligen Schrift

a) AT: Sinnbilder

Auch das AT hat etwas zum Thema "Gemeinde" zu


sagen. Wir verstehen seine Sprache aber erst, seit die
Gemeinde im NT entstanden ist. Jetzt sehen wir, daß die
Gemeinde im Plan Gottes schon von Ewigkeit her
vorhanden war und ihre Schatten im AT warf. Diese
Schatten sind Sinnbilder und Gleichnisse, die auf das
Eigentliche schließen lassen. Wenn eine
alttestamentliche Persönlichkeit ein Sinnbild auf
Christus ist, kann z.B. die Braut an der Seite dieser
Persönlichkeit als Sinnbild auf die Gemeinde gesehen
werden.

z.B.: Adam - Christus

Eva - Gemeinde (vgl. 1.Mose 2,23 mit Eph 5,30)

In 2. und 3.Mose sehen wir das königliche Priestertum


des AT und finden in

1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die


königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des
Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten
dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu
seinem wunderbaren Licht;"
Vom NT her gesehen ist das Volk Israel ein Vorbild für
die Gemeinde.

Die Stiftshütte und später der Tempel waren im AT die


Wohnstätten des lebendigen Gottes - so auch die
Gemeinde im NT.

Eph 2,21+22 "auf welchem der ganze Bau


ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in
dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer
Wohnung Gottes im Geist."
1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst
du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes,
das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler
und eine Grundfeste der Wahrheit."

b) Evangelien: Grundlage

Die Person und das Werk Jesu Christi werden uns in


den Evangelien ausführlich gezeigt. Er selbst sagte:

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."

c) Apostelgeschichte: Entstehung und Ausbreitung

Pfingsten, das Kommen des Heiligen Geistes auf diese


Erde, ist der Gründungstag der "Gemeinde". Wir sehen
in der Apostelgeschichte aber auch die Ausbreitung der
frühen Gemeinde.

Es ist aber nicht richtig, nur auf dem Boden der


Apostelgeschichte eine ganze Ekklesiologie aufbauen
zu wollen. Um ein richtig umfassendes Bild zu erhalten,
muß man in den geschichtlichen Ablauf der
Apostelgeschichte die neutestamentlichen Briefe
miteinbeziehen. Natürlich steht die Apostelgeschichte
nicht im Widerspruch zu den Briefen. Die Briefe sind
Korrekturen an die Gemeinden, deren Entstehung uns
die Apostelgeschichte zum Teil schildert.

d) Briefe: Modell

Die Briefe enthalten die tiefste Offenbarung über die


Gemeinde. Sie sind das eigentliche Schrifttum für die
Gemeinde. Besonders in den paulinischen Briefen
finden wir das göttliche Modell der Gemeinde.

Mit dem Bild des Tempels - des Gebäudes - gesprochen,


könnten wir die Briefe des Paulus etwa folgendermaßen
einordnen:

Römer
Kor / Gal

Thess

Eph / Phil / Kol

Tim / Tit

-
-

-
Grundlage
Außenwände

Dach des Hauses

Innenleben

Pflege

e) Offenbarung: Vollendung

In diesem prophetischen Buch redet der erhöhte Herr zu


Seiner Gemeinde und stellt ihr die gesamte Zukunft,
einschließlich ihre Vollendung, vor Augen.

II. Kapitel: Die Entstehung der Gemeinde

Aus Eph 3,3-12 entnehmen wir, daß die Offenbarung des


Geheimnisses der Gemeinde spät in der Heilsgeschichte
erfolgte. Viele Voraussetzungen mußten erst erfüllt sein,
bevor die Gemeinde entstehen konnte.

1. Der Zeitpunkt der Entstehung

a) Planung
Die Gemeinde ist von Ewigkeit her im Herzen Gottes als
ein Geheimnis verborgen gewesen.

Eph 3,9 "und für alle ans Licht zu bringen, wie Gott
seinen geheimen Ratschluß ausführt, der von Ewigkeit
her verborgen war in ihm, der alles geschaffen hat;"
Die Gemeinde ist eine "Erfindung" der Liebe Gottes.

Eph 1,4-5"Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Grund


gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein
sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt,
seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem
Wohlgefallen seines Willens,"
Röm 8,29"Denn die er ausersehen hat, die hat er auch
vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild
seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter
vielen Brüdern."
Die Gemeinde war schon vor Grundlegung der Welt im
Heilsplan Gottes vorhanden. Nur so können die AT-
Stellen Schatten der Gemeinde sein. So kann sogar die
Erschaffung Evas ein Vorbild auf die Gemeinde sein
(Eph 5,31-32). Die Gemeinde wirft ihre Schatten in das
AT, so wie das Kreuz Jesu seine Schatten in das AT
wirft. Der Heilsplan Gottes für die Gemeinde muß nun
allerdings Geschichte werden. Dieses
Geschichtewerden bezeichen wir als die eigentliche
Entstehung der Gemeinde an Pfingsten (Apg 2).

Gott hatte Israel als Entstehungsort erwählt.

1.Mose 12,3 "Ich will segnen, die dich segnen, und


verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen
gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden."
Joh 4,22 "Ihr wißt nicht, was ihr anbetet; wir wissen
aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den
Juden."
Gal 3,14 "damit der Segen Abrahams unter die Heiden
komme in Christus Jesus und wir den verheißenen Geist
empfingen durch den Glauben."

b) Verwirklichung

Die Schöpfung der Gemeinde, ihre Geburtstunde, kann


genau bestimmt werden:

(1) erst nach Ostern

Der neue Bund konnte vor dem Tod Jesu Christi nicht in
Kraft treten, denn

Hebr 9,16-17 "wo ein Testament ist, da muß der Tod


dessen geschehen sein, der das Testament gemacht
hat. Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode;
es ist noch nicht in Kraft, solange der noch lebt, der es
gemacht hat."
Darum sagte Jesus Christus:

Mt 26,28 "das ist mein Blut des Bundes, das vergossen


wird für viele zur Vergebung der Sünden."
Vor dem Tod Jesu Christi konnte also Gemeinde nicht
entstehen. Nur im Todesschlaf des "letzten Adams"
entstand die neutestamentliche "Eva".

Eph 5,32 "Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf
Christus und die Gemeinde."
1.Mose 2,21 "Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf
fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er
nahm eine seiner Rippen und schloß die Stelle mit
Fleisch."
Röm 6,5 "Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm
gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm
auch in der Auferstehung gleich sein."
Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit
eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,"

(2) erst nach der Himmelfahrt

Durch die Himmelfahrt bzw. Erhöhung wurde Jesus


Christus das Haupt der Gemeinde.

Eph 1,22 "Und alles hat er unter seine Füße getan und
hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,"
Die Gemeinde kann erst zum Leib werden, wenn ein
Haupt vorhanden ist.

Zur vollen Erlösung der Glieder dieses Leibes gehört


auch:

Eph 2,6 "und hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt
im Himmel in Christus Jesus,"

(3) erst an Pfingsten

Schon im AT wurden der neue Bund und die Erneuerung


des Herzens im Zusammenhang mit dem Wirken des
Heiligen Geistes gesehen.

Jer 31,31-34 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der


Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem
Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der
Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als
ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu
führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich
gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll
der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen
will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein
Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben,
und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den
andern lehren und sagen: 'Erkenne den Herrn', sondern
sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß,
spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat
vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken."
Hes 11,19-20 "Und ich will ihnen ein anderes Herz
geben und einen neuen Geist in sie geben und will das
steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen
ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen
Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und
danach tun. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will
ihr Gott sein."
Hes 18,31 "Werft von euch alle eure Übertretungen,
die ihr begangen habt, und macht euch ein neues Herz
und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben,
ihr vom Hause Israel?"
Hes 36,26-27 "Und ich will euch ein neues Herz und
einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne
Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein
fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch
geben und will solche Leute aus euch machen, die in
meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und
danach tun."
Ohne den Heiligen Geist gibt es keine Gemeinde, und
der Geist konnte nicht kommen, solange Jesus nicht
verherrlicht war.
Joh 7,38-39 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt,
von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers
fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die
empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist
war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht
verherrlicht."
Joh 15,26-27 "Wenn aber der Tröster kommen wird, den
ich euch senden werde vom Vater, der Geist der
Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis
geben von mir. Und auch ihr seid meine Zeugen, denn
ihr seid von Anfang an bei mir gewesen."
Joh 16,7 "Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut
für euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht
weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich
aber gehe, will ich ihn zu euch senden."
Joh 16,5-15 s.d.
Nachdem der Herr Jesus Seinen Jüngern den Auftrag
zur weltweiten Mission gegeben hatte, prägte Er ihnen
ein, daß sie erst damit anfangen können, wenn der
Heilige Geist gekommen ist und sie Ihn persönlich
empfangen haben.

Lk 24,49 "Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was


mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt
bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der
Höhe."
Apg 1,8 "aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes
empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet
meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und
Samarien und bis an das Ende der Erde."
Dann - 40 Tage später - geschah es: Apg 2,1-47

Das "Gliedwerden" an dem Leibe Jesu geschieht durch


die "Geistestaufe". Über diesen Begriff herrscht viel
Verwirrung, deshalb wollen wir darauf etwas näher
eingehen.

1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu


einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist
getränkt."
Nur die Taufe durch den Heiligen Geist macht den
Gläubigen zu einem Glied der geistlichen Gemeinde.

ANREGUNG:

Definieren Sie biblisch:

Taufe des Geistes


Gaben des Geistes
Frucht des Geistes
Fülle des Geistes
Empfang des Geistes
Wiedergeburt durch den Geist

In manchen Kreisen ist der Begriff "Geistestaufe" mit


unbiblischen Inhalten gefüllt. Deshalb existiert viel
Verwirrung - bis hin zur Irrlehre. Wenn wir versuchen,
das unbiblische Verständnis von Geistestaufe mit den
biblischen Aussagen zu harmonisieren, kommen wir zu
ganz falschen Schlußfolgerungen. (Dabei wollen wir
nicht das Kind mit dem Bad ausschütten. Da, wo unter
Geistestaufe Geistesfülle verstanden wird, wollen wir
von Herzen Geistesfülle bejahen, weil sie biblisch ist -
aber eben unter dem Begriff Geistesfülle.)
Die Taufe durch den Heiligen Geist wird im NT
siebenmal erwähnt:

Mt 3,11 "Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber
nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht
wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem
heiligen Geist und mit Feuer taufen."
Die gleiche Aussage findet sich auch noch in Mk 1,8; Lk
3,16 und Joh 1,33. Alle vier Stellen zeigen, daß diese
Taufe noch kommen wird.

Apg 1,5 "denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr


aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht
lange nach diesen Tagen."
Der Herr Jesus wiederholt hier kurz vor Seiner
Himmelfahrt die Verheißung und sagt, daß sie in einigen
Tagen erfüllt sein wird.

Nach dem Pfingsten der Heiden in Apg 10 muß sich


Petrus in Jerusalem vor den Juden verantworten. Er
zitiert dort das Wort des Herrn und bezieht es auf das
Geschehen sowohl in Apg 2 als auch in Apg 10

Apg 11,16 "Da dachte ich an das Wort des Herrn, als
er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt
mit dem heiligen Geist getauft werden."
Wir sehen also die Verheißung an Pfingsten erfüllt.

Paulus schaut auf ein zurückliegendes Ereignis, wenn er


sagt:

1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu


einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist
getränkt."
Wenn Geistestaufe "Erfüllung" mit dem Heiligen Geist
bedeutete, hätte Paulus allen Grund gehabt, gerade den
Korinthern die Notwendigkeit einer Geistestaufe zu
predigen (und nicht, wie er es tat, von einer
geschehenen Tatsache zu sprechen).

Am Pfingstfest entstand die Gemeinde, obwohl wir


beachten müssen, daß die weltumfassende Weite (die
Nationen einschließend) zu Pfingsten nur ansatzweise
vorhanden war und erst durch die Ereignisse in Apg 8
und Apg 10 vollendet wurde.

Indem Gott Seine Gemeinde (eine weltweite


Gesamtgemeinde) schuf, entstand gleichzeitig die erste
örtliche Gemeinde in Jerusalem. Sehr bald wurden
durch das Wirken der Jünger des Herrn noch andere
örtliche (lokale) Gemeinden gegründet.

2. Der Ort der Entstehung

Die universale Gemeinde hat auf Erden immer lokale


Standorte - bis zur Entrückung.

Apg 2,2+46 "Und es geschah plötzlich ein Brausen


vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte
das ganze Haus, in dem sie saßen. [...] Und sie waren
täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen
das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die
Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen"
Die Gründung der Gemeinde fand in Jerusalem statt.
Damit wurde in Jerusalem zugleich die erste lokale
Gemeinde gegründet. Es folgten rasch Neugründungen
an anderen Orten.
Apg 8,4-5+25 "Die nun zerstreut worden waren, zogen
umher und predigten das Wort. Philippus aber kam
hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen
von Christus. [...] Als sie nun das Wort des Herrn
bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach
Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen
Dörfern der Samariter."
(vgl. auch Röm 1,6-7; 1.Kor 1,2; Gal 1,2; Phil 1,1; Offb
1,11; usw)

Es scheint keine "Regional"-Gemeinde gegeben zu


haben. Wenn mehrere Gruppen von Gläubigen an
verschiedenen Orten angesprochen werden, so wird das
Wort "Ekklesia" in der Mehrzahl gebraucht.

1.Kor 16,1 "Was aber die Sammlung für die Heiligen


angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien
angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!"
1.Thess 2,14 "Denn, liebe Brüder, ihr seid den
Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus
Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren
Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben."
Offb 1,11 "die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein
Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach
Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und
nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia
und nach Laodizea."
(Als eventuelle Ausnahme wird Apg 9,31 angeführt.)

Wahrscheinlich ist, daß es schon zur Zeit des NT


mehrere Gruppen an einem Ort gegeben hat, die jede für
sich Gemeinde genannt wurden.

Wenn die Gemeinde im Hause des Aquila und der Priska


die Korinther grüßen läßt, so sind damit wahrscheinlich
nicht alle Christen in Ephesus eingeschlossen.

1.Kor 16,19 "Es grüßen euch die Gemeinden in der


Provinz Asien. Es grüßen euch vielmals in dem Herrn
Aquila und Priska samt der Gemeinde in ihrem Hause."
Paulus schreibt später:

Röm 1,7 "An alle Geliebten Gottes und berufenen


Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von
Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!"
Röm 16,3-5 "Grüßt die Priska und den Aquila, meine
Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mein Leben ihren
Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich danke,
sondern alle Gemeinden unter den Heiden. Grüßt auch
die Gemeinde in ihrem Hause. Grüßt Epänetus, meinen
Lieben, der aus der Provinz Asien der Erstling für
Christus ist."
Hier wird ein kleiner Kreis Gläubiger mit dem Begriff
"Gemeinde" bezeichnet.

Kol 4,15 "Grüßt die Brüder in Laodizea und die Nympha


und die Gemeinde in ihrem Hause."
Philemon 2 "und an Aphia, die Schwester, und
Archippus, unsern Mitstreiter, und an die Gemeinde in
deinem Hause:"

ANREGUNGEN:

Wie steht es mit der Neugründung einer Gemeinde an


einem Ort, an dem es schon eine Gemeinde gibt?
Gibt es nur eine "Ortsgemeinde"?
3. Die Grundlage der Gemeinde

a) Erlösungswerk Jesu Christi

Mt 16,18 "Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf


diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Das ganze Erlösungswerk Jesu Christi (der
Hohepriesterdienst) ist das Fundament der Gemeinde.
Was immer über diesen Vers gesagt wurde und wird: wir
sehen Gottes Gnade manifestiert in einem
Menschenleben, und sie ist das Fundament der
Gemeinde. Deshalb schreibt Petrus:

1.Petr 2,4-8 "Zu ihm kommt als zu dem lebendigen


Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei
Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige
Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur
heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die
Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum
steht in der Schrift: 'Siehe, ich lege in Zion einen
auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn
glaubt, der soll nicht zuschanden werden.' Für euch
nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen
aber ist 'der Stein, den die Bauleute verworfen haben
und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des
Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses'; sie stoßen sich
an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie
auch bestimmt sind."
Andere Schriftstellen weisen ebenfalls auf Christus hin:

Röm 9,32-33 "Warum das? Weil es die Gerechtigkeit


nicht aus dem Glauben sucht, sondern als komme sie
aus den Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein
des Anstoßes, wie geschrieben steht: 'Siehe, ich lege in
Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des
Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht
zuschanden werden.''`
1.Kor 3,11 "Einen anderen Grund kann niemand
legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus
Christus."
1.Kor 10,4 "und haben alle denselben geistlichen
Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem
geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war
Christus."
Wenn wir 1.Tim 3,14-16 lesen, merken wir, daß das Haus
Christi, die Gemeinde, auf das vollbrachte
Erlösungswerk Christi gegründet ist (V. 16).

Auch in den lokalen Gemeinden sollte Christus die


Grundlage sein. Leider sind sie oft auf Menschen oder
denominationelle Tradition gebaut.

Der persönliche Glaube an Jesus Christus ist


Bedingung für die Zugehörigkeit zur Gemeinde. So
sollte auch die Mitgliedschaft zur lokalen Gemeinde nur
aufgrund des persönlichen Heilserlebnisses möglich
sein. Das Stehen des einzelnen Gemeindegliedes auf
dem Felsen Christus hat automatisch zur Folge, daß die
ganze Gemeinde biblisch gebaut werden kann.

b) Innewohnen des Heiligen Geistes

Joh 14,22-24 "Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot:


Herr, was bedeutet es, daß du dich uns offenbaren willst
und nicht der Welt? Jesus antwortete und sprach zu
ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und
mein Vater wird ihn lieben, und werden zu ihm kommen
und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht
liebt, der hält meine Worte nicht. wir Und das Wort, das
ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters,
der mich gesandt hat."
Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder
von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christ,
zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des heiligen Geistes."
1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu
einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist
getränkt."
Der persönliche Glaube und die Innewohnung des
Geistes gehen immer zusammen, denn das Erste
bedingt das Zweite. Der Glaube an Jesus öffnet dem
Geist die Tür. Der persönliche Glaube an Jesus Christus
ist die Bedingung für die Zugehörigkeit zur Gemeinde.
Das gilt nicht nur für die Gesamtgemeinde. Auch die
Mitgliedschaft in der örtlichen Gemeinde kann nur
aufgrund des persönlichen Heilserlebnisses möglich
sein. Die geistliche Gemeinde ist nicht ein Produkt
menschlicher Anstrengung, sondern göttlicher Geburt
durch den Heiligen Geist.

Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im


Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter
über alle, und zu den Geistern der vollendeten
Gerechten"
Joh 3,3-7 "Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß
jemand von neuem geboren werde, so kann er das
Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm:
Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?
Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und
geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich,
ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde
aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich
Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist
Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.
Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt
von neuem geboren werden."

ANREGUNG:

Eph 4,4-6 gibt in bezug auf Grundlage und Einheit der


Gemeinde in kürzester Form umfassend Auskunft. Siehe
Epheser-Studium.

ZUSAMMENFASSUNG:

Gemeinde ist nicht da, wo Gläubige zusammenkommen,


um sich als Gemeinde zu bezeichnen. Gemeinde ist da,
wo sich Gläubige unter die Herrschaft Christi und unter
die Leitung und Autorität des Heiligen Geistes stellen.
Er bringt die Glieder zu einem Leib zusammen (1.Kor
12,13). Er läßt den Leib funktionieren - vom Haupt her
(Eph 4,15-16). Glieder bestimmen nicht über Glieder.
Deshalb kann nie ein Mensch Grundlage einer
Gemeinde sein (1.Kor 3,4-8).

Wenn wir von der Gründung der Gemeinde gesprochen


haben, wollen wir noch einen Blick auf ihre Vollendung
werfen.

Es kommt die Zeit, da der Bau fertig sein wird.


Eph 2,20-22 "erbaut auf den Grund der Apostel und
Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf
welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu
einem heiligen Tempel in dem Herrn."
Es kommt die Zeit, da wird auch der Letzte der Vollzahl
hinzugezählt sein

Röm 11,25 "Ich will euch, liebe Brüder, dieses


Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst
für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels
widerfahren so lange, bis die Fülle der Heiden zum Heil
gelangt ist;"
Es kommt die Zeit, da wird die Gemeinde unsträflich in
der Liebe vor ihrem Herrn stehen

1.Thess 5,23 "Er aber, der Gott des Friedens, heilige


euch durch und durch und bewahre euren Geist samt
Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft
unseres Herrn Jesus Christus."
Es kommt die Zeit, da wird die Gemeinde wie eine Braut
fleckenlos und schön ihrem Herrn entgegengehen.

Eph 5,25-27 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch


Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst
für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie
gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor
sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und
keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen
habe, sondern die heilig und untadelig sei."
Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die
Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist
gekommen, und seine Braut hat sich bereitet."

ANREGUNG:
Apg 10,9-16 zeigt uns die Entstehung der Gemeinde und
Offb 21,10-11 ihre Vollendung. Dazwischen liegt die
spannende Geschichte von nun bald 2000 Jahren
Gemeindezeit. Wo komme ich her und wo darf ich hin?
Was bin ich heute und was darf ich morgen sein? (Eph
3,20-21)

III. Kapitel: Das Wesen der Gemeinde

Viele betrachten die Gemeinde als

Hörsaal, in dem sich die Gläubigen Bibelauslegung


vortragen lassen. (Konferenzchristen und
Konsumenten)
Theater, in dem sich die Christen versammeln, um sich
das Drama der "Sakramente" anzusehen (Taufe,
Konfirmation, Trauung, Beerdigung)
Aktiengesellschaft, die mit einem Team von
hauptamtlichen Theologen gründliche und
planorientierte Arbeit leistet und sich mit der Weitergabe
der Religion an die Massen beschäftigt.
sozialen Club, dem sich verschiedene Leute
anschließen, damit ihre Probleme gelöst werden;
genauso wie man sich irgendeiner anderen Organisation
anschließt, um daraus Nutzen zu ziehen. (Strickverein,
Fotosafarie)
Die Lehre der Bibel über die Gemeinde ist genauso klar
und bestimmt wie jede andere Lehre. Aber die Kenntnis
dieser göttlichen Offenbarung ist selbst bei bibeltreuen
Christen oft sehr mangelhaft. Viele christliche
Gemeinden wissen nicht genau, wer sie eigentlich sind
und was sie wollen.

Deshalb ist die Frage nach der "Gemeinde" sehr aktuell


geworden. Überall werden sogenannte "Gemeinde-
Seminare" durchgeführt. Selbst in der Volkskirche ist
die Frage nach echter Gemeinde aufgebrochen. Die
landeskirchlichen Gemeinschaften müssen sich mehr
und mehr die Frage nach biblischer Gemeinde stellen
lassen. Sogar in der Katholischen Kirche ist seit dem
Vaticanum II das Thema "Gemeinde" aktuell. Es wurde
dort in den letzten Jahrzehnten mehr über Gemeinde
nachgedacht als in den vergangenen Jahrhunderten.

Was ist Gemeinde?

1. Definition der Gemeinde

Die Gemeinde ist nach dem NT ein "Geheimnis", das zur


Zeit des AT "verborgen" gewesen ist, nun aber
"offenbar"

Röm 16,25-26 "Dem aber, der euch stärken kann gemäß


meinem Evangelium und der Predigt von Jesus
Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit
ewigen Zeiten verschwiegen war, nun aber offenbart
und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten
nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des
Glaubens aufzurichten unter allen Heiden"
Eph 3,2-6s.d.
Die Gemeinde ist die Ekklesia (= "Gemeinde") Gottes;
sie ist das Volk Gottes.
a) Ekklesia

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Dieses Wort, das Luther mit "Gemeinde" übersetzt,
kommt im NT 114 mal vor. Das Wort stammt aus dem
politischen Bereich. Die wahlberechtigte und wählbare
Bürgerschaft einer Stadt (Freie, nicht Sklaven) hieß bei
den Griechen, wenn sie zusammenkam, Ekklesia (=
"Gemeinde"). Im NT finden wir 5 mal das Wort Ekklesia
im Sinne einer politischen Gruppe oder für das Volk
Israel!

Apg 19,39-40 "Wollt ihr aber darüber hinaus noch


etwas, so kann man es in einer ordentlichen
Versammlung entscheiden. Denn wir stehen in Gefahr,
wegen der heutigen Empörung verklagt zu werden, ohne
daß ein Grund vorhanden ist, mit dem wir diesen
Aufruhr entschuldigen könnten. Und als er dies gesagt
hatte, ließ er die Versammlung gehen."
Apg 7,38 "Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste
stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem
Berge Sinai, und unsern Vätern. Dieser empfing Worte
des Lebens, um sie uns weiterzugeben."
Hebr 2,12 "und spricht: 'Ich will deinen Namen
verkündigen meinen Brüdern und mitten in der
Gemeinde dir lobsingen.''"
In der griechischen Umgangssprache des ersten
Jahrhunderts nach Christus bedeutete das Wort
Ekklesia ganz einfach Versammlung, Treffen,
Zusammenkunft.

Etymologisch bedeutet das Wort Ekklesia "die


Herausgerufene". So verstanden sich auch die ersten
Christen als Herausgerufene: aus der Welt, aus der
Sünde, aus dem Verderben, - zu Gott, zur Befreiung,
zum ewigen Leben.

Mt 11,28 "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und


beladen seid; ich will euch erquicken."
Joh 6,37 "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu
mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht
hinausstoßen."
Mt 4,19 "Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich
will euch zu Menschenfischern machen!"
Mit Ekklesia übersetzt die Septuaginta (LXX) das
hebräische Wort "quahal", mit dem im AT das
auserwählte Volk Israel bezeichnet wird. Die Ekklesia
Gottes war der "quahal Jahwe", die Versammlung, die
von Gott zusammengerufen wurde.

5.Mose 9,10 "und mir der Herr die zwei steinernen


Tafeln gab, mit dem Finger Gottes beschrieben, und
darauf alle Worte, die der Herr mit euch aus dem Feuer
auf dem Berge geredet hatte am Tage der
Versammlung."
Das heute geläufige, aber sehr mißverständliche Wort
"Kirche" leitete Luther von dem griechischen Wort
"Kyriakos" (= dem Herrn gehörig) ab. Es hätte im
Grunde genommen eine sehr treffende Bedeutung. Die
Gemeinde ist nämlich eine Gruppe von Menschen, die
dem Herrn gehört.

Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
1.Petr 5,2"Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen
ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig,
wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns
willen, sondern von Herzensgrund;"
Von den Ausdrücken "Gemeinde", "Kirche",
"Versammlung" allein können wir heute nicht mehr
feststellen, was Jesus im Sinn hatte, als Er sagte: "Ich
werde meine Gemeinde bauen". Dazu müssen wir die
Bedeutung von der Ekklesia im NT studieren.

b) Volk

Der Begriff "Volk Gottes" hat im AT wie im NT


fundamentale Bedeutung. Der Jude gehörte nur zu
Jahwe, indem er zum Volk Israel gehörte. Auch im NT
geht es nicht nur um die Errettung des einzelnen,
sondern auch um das Hinzugefügtwerden zur
Gemeinde, zum Volk Gottes des Neuen Bundes!

1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die


königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des
Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten
dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu
seinem wunderbaren Licht;"
Tit 2,14 "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er
uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich
selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten
Werken."
Hier wird 2. Mose 19,5-6 und 5.Mose 7,6 zitiert. Damit
werden Aussagen, die sich ursprünglich allein auf Israel
bezogen, auf das neue Volk Gottes, die Gemeinde,
angewandt.
c) verschiedene Bilder

Etwas vom Wesen der Gemeinde, besonders die Einheit,


wird auch in anderen Bildern und Begriffen
unterstrichen:

1.Kor 3,9 "Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid


Gottes Ackerfeld und Gottes Bau."
1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst
du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes,
das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler
und eine Grundfeste der Wahrheit."
Kol 2,19 "und hält sich nicht an das Haupt, von dem der
ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und
zusammengehalten wird und wächst durch Gottes
Wirken."
Eph 5,32 "Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf
Christus und die Gemeinde."
Zu einigen Bildern werden wir später noch etwas sagen.
(Kapitel IV)

2. Universale und lokale Gemeinde

Das Wort Gemeinde wird in der Schrift mit zwei


verschiedenen Bedeutungen gebraucht:

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Mt 18,17 "Hört er auf die nicht, so sage es der
Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei
er für dich wie ein Heide und Zöllner."
Dieses sind die einzigen Stellen in den Evangelien, in
denen "Gemeinde" vorkommt. Geht es um die
universale Gemeinde (Mt 16,18), dann wird von
Gemeinde immer in der Einzahl gesprochen. In Mt 18
haben wir eine Stelle für Gemeindezucht. Hier ist die
lokale Gemeinde gemeint. Wir müssen also deutlich
zwischen Gemeinde und Gemeinden unterscheiden:

a) universale Gemeinde

Wir könnten sie auch "weltweite Gemeinde" nennen. In


der Schrift finden wir sie als die Gemeinde Gottes oder
auch die Gemeinde Christi:

1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst


du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes,
das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler
und eine Grundfeste der Wahrheit."
Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Die universale Gemeinde umfaßt alle Gläubigen von
Pfingsten bis zur Entrückung.

Zu ihr gehören sowohl die bereits Verstorbenen, deren


Geister schon beim Herrn sind, als auch die noch
Lebenden. Sie wird uns als eine Einheit vorgestelllt (z.B.
unter dem Bild des Leibes).

Wir finden in der Schrift diese eine alle Gläubigen


umfassende Gemeinde sehr oft. (Beachten Sie die
Singularform!)
Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch
Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst
für sie dahingegeben,"
Kol 1,18 "Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der
Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den
Toten, damit er in allem der Erste sei."
Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im
Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter
über alle, und zu den Geistern der vollendeten
Gerechten"
Wir betonen, daß die Gemeinde von Menschen gebildet
wird, die durch den Heiligen Geist wiedergeboren sind.
Er hat sie auch in die Gemeinde hineingetauft, und sie
sind so Glieder derselben geworden.

1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu


einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist
getränkt."

b) lokale Gemeinde

Das NT gebraucht das gleiche Wort für eine örtliche


Gruppe von Gläubigen wie für die Gesamtheit aller
Christen, nämlich Ekklesia. Diese begrenzte Bedeutung
des Begriffes sehen wir zum Beispiel an folgenden
Stellen:

Röm 16,16 "Grüßt euch untereinander mit dem


heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi."
1.Kor 1,2 "an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die
Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen
samt allen, die den Namen des Herrn Jesus Christus
anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns:"
2.Kor 11,28 "und außer all dem noch das, was täglich
auf mich einstürmt, und die Sorge für alle Gemeinden."
Offb 1,4 "Johannes an die sieben Gemeinden in der
Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem,
der da ist und der da war und der da kommt,"

ANREGUNG:

Watchman Nee meint, daß es an einem bestimmten Ort


immer nur eine Gemeinde geben darf. Bestimmt ist das
zum Teil in der Missionssituation so gewesen. Es gibt
Vorteile, wenn alle Christus- Gläubigen an einem Ort
sich zu einer Gemeinde zusammenschlössen.
"Megagemeinden" haben großen geistlichen und
kulturellen Einfluß. Kleine Gemeinden an einem Ort
intensivieren allerdings das allgemeine Priestertum
(1.Kor 16,19; Kol 4,15; Philemon 2).

(1) Unabhängigkeit

Vom NT her lassen sich keine Zusammenschlüsse


einzelner lokaler Gemeinden, weder nach regionalen
noch lehrmäßigen Gesichtspunkten, ableiten. Am
ehesten könnten wir das bei den Gemeinden in
Kleinasien erwarten. Aber davon finden wir keine Spur.

Offb 1,4 "Johannes an die sieben Gemeinden in der


Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem,
der da ist und der da war und der da kommt, und von
den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind,"
1.Kor 16,1 "Was aber die Sammlung für die Heiligen
angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien
angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!"
Keine Gemeinde ist der anderen unterstellt. Es gibt
keine gemeinsame Regierung oder Verwaltung - schon
gar nicht in einer Person. Jede Gemeinde hatte ihre
Ältesten, die Verwaltungs- und Entscheidungsfreiheit
hatten. Aber die beschränkte sich eben auf eine örtliche
Gemeinde.

Die Apostel, die in der Regel nicht Gemeindeälteste


waren, hatten bestimmte übergemeindliche
Vollmachten, aber die beschränkten sich in der Regel
auf lehrmäßige Aussagen. In den ethischen und
praktischen Dingen haben sie die Gläubigen gelehrt und
herausgefordert. Die Durchführung lag dann in den
Händen der örtlichen Gemeinde.

Die Selbständigkeit läßt sich auf mehreren Ebenen


feststellen:

selbstverwaltend (- wird heute gerne übernommen!)


selbstunterstützend (- wird heute gerne übertragen!)
selbstausbreitend (- wird heute von anderen erwartet!)
Die "Weltkirchen"-Theorie der Römisch-Katholischen
Kirche mit dem Papst als Stellvertreter Christi an der
Spitze ist also ganz unbiblisch!

Genau so unbiblisch ist aber auch die "Volkskirchen"-


Theorie der Evangelischen Landeskirchen. Wie schnell
bewegen sich auch "Freikirchen" im Fahrwasser dieser
Theorie? Das Prinzip der "Repräsentanz durch Leitung"
bedeutet Verlust der eigenen Selbständigkeit.

Aus den Bemühungen dieser beiden großen


Institutionen mit ihren Hunderten von Absplitterungen
soll nun die "Einheitskirche" entstehen. Weil ihre
Grundlage - ihr Ansatz - unbiblisch ist, wird auch ihr
Aufbau unbiblisch sein.

(2) Anerkennung und Verantwortung

Findet sich im NT zwar keine gegenseitige


Unterordnung oder gemeinsame Verwaltung, so wird
doch die gegenseitige Anerkennung und Verantwortung
der Gemeinden deutlich. So wird uns sogar von der
Anerkennung der "heidnischen" Gemeinde in Cäsarea
durch die "jüdische" Gemeinde in Jerusalem berichtet
und von ihrer gegenseitigen Hilfestellung.

Apg 11,18+22 "Als sie das hörten, schwiegen sie still


und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den
Heiden die Umkehr gegeben, die zum Leben führt! [...]
Es kam aber die Kunde davon der Gemeinde von
Jerusalem zu Ohren; und sie sandten Barnabas, daß er
nach Antiochia ginge."
Als die Christen in Antiochien von der materiellen Not in
Jerusalem erfuhren, halfen sie der Jerusalemer
Gemeinde spontan:

Apg 11,29 "Aber unter den Jüngern beschloß ein


jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa
wohnten, eine Gabe zu senden."
Dieses gegenseitige Helfen war auch eine Gepflogenheit
des Paulus:

1.Kor 16,1 "Was aber die Sammlung für die Heiligen


angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien
angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!"
Die Gemeinden dienten einander auch, indem sie
Arbeitskräfte austauschten:

Apg 11,25 "Barnabas aber zog aus nach Tarsus,


Saulus zu suchen. Und als er ihn fand, brachte er ihn
nach Antiochia. Und sie blieben ein ganzes Jahr bei der
Gemeinde und lehrten viele. In Antiochia wurden die
Jünger zuerst Christen genannt."
Apg 15,22-41 s.d.
So haben sich die Gläubigen gegenseitig ermahnt und
ermutigt (Gal 2,1-14). Ging es um Glaubensfragen, so
wurden Konferenzen einberufen (Apg 15), die solche
Fragen regelten. Die Gemeinde in Antiochia war
unabhängig von der Gemeinde in Jerusalem. Sie hätte
die aufkommenden Fragen selbst lösen können (zumal
mit Männern wie Paulus). Sie wendet sich aber dennoch
an die Apostel und Ältesten der Gemeinde in Jerusalem.
Deren Beschluß ist wegweisend - nicht nur für
Antiochia, sondern auch für andere Gemeinden.

Nicht eine Organisation verband die nt'lichen


Gemeinden, sondern der Heilige Geist, der Seinen
Ausdruck in der Liebe fand. Diese Liebe bewirkte die
Fürsorge für die Gemeinden.

Als bleibende Lehre für spätere Gemeinden entnehmen


wir dem NT: Soweit wie möglich handeln die örtlichen
Gemeinden selbständig, und soweit wie möglich
arbeiten sie übergemeindlich zusammen. Diese
Zusammenarbeit geschieht aufgrund eines freiwilligen
Entschlusses der örtlichen Gemeinden.
c) Verhältnis zwischen universaler und lokaler
Gemeinde

Wir können und dürfen diese zwei Größen zwar


unterscheiden, aber nicht trennen. Die
Unterscheidungsmerkmale werden gelegentlich wie
folgt angeführt:

Gemeinde
universal

unsichtbar

nicht erfaßbar

nicht organisiert

-
-

Gemeinden
lokal

sichtbar

erfaßbar

organisiert
Jedes angegebene Stichwort ist eine Teilwahrheit, aber
es darf nicht als absolut verstanden werden. Die örtliche
Gemeinde existiert nicht unabhängig von der
Gesamtgemeinde, denn sie ist Bestandteil von ihr. Von
daher kennt das NT auch keine "gemeindelosen"
Christen. Wer zur universalen Gemeinde gehört, muß
seinen verbindlichen Platz an einem bestimmten Ort
finden, wo er Hilfe und Korrektur bekommt. Auch ist es
nicht richtig, nur von einer unsichtbaren Gemeinde zu
sprechen. Die Gemeinde Gottes besteht aus Menschen
mit Fleisch und Blut. Solche Menschen sind immer
sichtbar. In ihrer Zielsetzung gelten dieselben Normen
für die Gemeinde weltweit wie auch für die lokalen
Gemeinden.

Eine lokale Gemeinde ist eine Gruppe Gläubiger, die


eine Verpflichtung miteinander eingeht, die Herrlichkeit
der universalen Gemeinde an einem Ort vor der Welt zu
veranschaulichen.

Jesus sagte von Seiner Gemeinde - der Gesamtzahl der


an Ihn Gläubigen -, daß die Pforten der Hölle sie nicht
überwältigen werden. Welch eine Zusage! Dieses
Versprechen gilt nicht bedingungslos der lokalen
Gemeinde, die oft im NT in Verbindung mit dem
Ortsnamen genannt wird, denn die Bewahrung einer
örtlichen Gemeinde hängt von deren Treue zu ihrer
Berufung ab. Ein Beispiel für untergegangene
Gemeinden sind die Christengruppen in Kleinasien (Offb
2-3). Die örtlichen Gemeinden brauchen beständig An-
und Zurechtweisung, wie wir sie in den nt'lichen Briefen
finden. Sie bedürfen der Erneuerung und Buße, wie der
Heilige Geist sie schenken kann.
3. Irrtümer über die Gemeinde

a) Gemeinde ist nicht das Volk Israel

Die Gemeinde ist kein zu neuem Leben erstandenes


Judentum. Die Gemeinde ist neuer Wein in neuen
Schläuchen.

Mt 9,17 "Man füllt auch nicht neuen Wein in alte


Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche, und der Wein
wird verschüttet, und die Schläuche verderben. Sondern
man füllt neuen Wein in neue Schläuche, so bleiben
beide miteinander erhalten."
Jesus bezeichnet die Gemeinde als etwas Zukünftiges:

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Durch Paulus zeigt uns der Heilige Geist, daß das
Geheimnis der Gemeinde in den Zeiten des AT nicht
bekannt war.

Eph 3,5 "Dies war in früheren Zeiten den


Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt
offebart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten
durch den Geist."
Aus dem Mißverständnis heraus ist z.B. in der
Katholischen Kirche das levitische "Priester"tum zu
finden. Die Messe ist eine Art Opferung (vom Opfer
Christi heißt es "ein- für allemal" Hebr 9,25f). Der
einfache Versammlungsraum der ersten Christen ist
zum pompösen Altarraum, mit Gold verziert, geworden.
Das Ritual wurde an Stelle der freien Geistesleitung
eingesetzt. Leider sind von der Evangelischen Kirche
viele Riten übernommen worden (z.B. gewisse Liturgien,
Sakramente usw.) Auch wenn wir an das Thema "gute
Werke" denken, stellen wir eine Art Gesetzeserfüllung
aus dem AT fest. (Vgl. dazu auch den Galaterbrief, der
jede Verbindung zwischen Judentum und Gemeinde
abgebrochen wissen will.)

Wäre das Christentum eine Fortsetzung des Judentums,


so würde dies auch bedeuten, daß Israel keine Zukunft
mehr hat! - Dann hätte die Gemeinde Israel abgelöst.

Israel Gemeinde
Berufung ist irdisch
Berufung ist himmlisch
Erbe auf Erden (1.Mose 12,1-2; 24,35)
Erbe im Himmel (Eph 1,3; 1.Petr 1,4)
Anbetung im Tempel (3.Mose 17,8-9)
Anbetung im Geist (Joh 4,24)
Zukunft: (5.Mose 30,4-5)
Wiederherstellung im verheißenen Land
Zukunft: beim Herrn sein allezeit (1.Thess 4,17)
Trotzdem müssen wir eine Beziehung zwischen dem AT-
Bundesvolk und der NT-Gemeinde sehen.

Die Gemeinde wirft ihre Schatten ins AT - im Volk Israel.


Vgl.:

2.Mose 19,5-6 "Werdet ihr nun meiner Stimme


gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein
Eigentum sein vor allen Völkern, denn die ganze Erde ist
mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und
ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den
Israeliten sagen sollst."
1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die
königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des
Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten
dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu
seinem wunderbaren Licht;"
Hebr 8,6-13; Jer 31,31-34; Röm 11

So gehören auch aus Israel viele zur Gemeinde (Röm


11,1-5) Die Gemeinde besteht aus Juden und Heiden.

Röm 10,12 "Es ist hier kein Unterschied zwischen


Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich
für alle, die ihn anrufen."
Sie ist erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten.

Eph 2,18-22 "Denn durch ihn haben wir alle beide in


einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun
nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger
der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den
Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus
der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau
ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in
dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer
Wohnung Gottes im Geist."

b) Gemeinde ist keine Denomination

oder: keine Denomination ist mit Gemeinde


gleichzusetzen!

Die vielfältigen Gliederungen in Kirchen, Freikirchen


und Gemeinschaften ist in der Lehre des NT von der
Gemeinde nicht zu sehen. Im Gegenteil: Wir hören den
Apostel Paulus die Gemeinde in Korinth tadeln, weil sie
solche Splittergruppen und Spaltungen betont:

1.Kor 1,10-13 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im


Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle mit
einer Stimme redet und laßt keine Spaltungen unter
euch sein, sondern haltet einander fest in einem Sinn
und einer Meinung. Denn es ist mir bekannt geworden
über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloe, daß
Streit unter euch ist. Ich meine aber dies, daß unter euch
der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu
Apollos, der dritte: Ich zu Kephas, der vierte: Ich zu
Christus. Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn
Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den
Namen des Paulus getauft?"
Denominationen sind Schalen, Formen, die bei der
Entrückung der Gemeinde zurückbleiben. In diesen
verschiedenen Schalen mögen nun einzelne Gläubige
sein - in der einen mehr, in der anderen weniger -, die
zur wahren Gemeinde Jesu gehören.

c) Gemeinde ist keine Bruder- bzw. Schwesternschaft

In vielen gläubigen Menschen der beiden großen


Volkskirchen ist zu allen Zeiten ein Sehnen nach echter
Gemeinde aufgebrochen. Ist eine Bruderschaft schon
Gemeinde oder gar Modell für Gemeinde?

Um zu einer Bruderschaft zu gehören, muß man


"Bruder" sein. Paulus wurde nach seiner Wiedergeburt
von Ananias mit "lieber Bruder" angeredet (Apg 9,17).
Wir glauben an eine echte Bruderschaft nach dem NT.
Diese kann sich auf eine lokale Gemeinde beschränken.
Sie kann aber auch überörtlich zustandekommen mit
dem Ziel eines bestimmten Dienstes, z.B. Herrnhuter
Brüdergemeine (Graf Zinzendorf).

Wir sprechen aber hier von speziellen Bruderschaften.


Manchmal können sie mit "Orden" oder
"Kommunitäten" bezeichnet werden. Wir wollen nicht
grundsätzlich eine negative Haltung ihnen gegenüber
einnehmen. Sie können aber nicht als Modell für
Gemeinde dienen.

Dazu sei hier auf das Buch von Walter Schulz


"Geistlicher Aufbau" (Hänssler-Verlag) hingewiesen. Er
zeigt u.a. auf, daß Bruderschaften auf
organisatorischem Wege herbeigeführt werden.
Menschen mit gleichen Interessen werden
zusammengefaßt, um ein bestimmtes Sonderziel zu
erreichen. Es gibt Bruderschaften mit mehr
ökumenischer Ausrichtung, andere mit mehr
katholisierender Ausrichtung (z.B. Evang. Franziskaner,
Evang. Oekum. Johannesbruderschaft, Bruderschaft
von Taizé). Oftmals verstehen sich diese Bruderschaften
als pneumatische Bruderschaft in neutestamentlichem
Sinn. Die offensichtlichen Gefahren sind, daß an die
Stelle

des biblischen Heilsgeschehens das Leben in der


Bruderschaft tritt;
des Heilandes der Gründer der Bruderschaft tritt;
der Heiligen Schrift die Regel tritt;
der Mission das bruderschaftliche Werk tritt.
Dazu kann dann eine Überbetonung der Liturgie, der
äußeren Formen, der Gewänder usw. kommen.
Menschen innerhalb solcher Lebensgemeinschaften
können sich geistlich überschätzen, manchmal neigen
sie zu Bindungen an Menschen, die sogar durch die
Seelsorge verursacht werden.

ANREGUNGEN:

Ein wichtiges Studium ist der Begriff "Himmelreich"


oder "Reich Gottes" in den Evangelien im Blick auf
Gemeinde des NT.
Die Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, die sich
1888 zum sog. "Gnadauer Verband"
zusammengeschlossen hat, lebt in einem Dilemma in
Bezug auf ihr Gemeindeverständnis. Ihr Motto: "In der
Kirche, wenn möglich mit der Kirche, aber nicht unter
der Kirche" bringt ein ungeklärtes Gemeindeverständnis
mit sich. Man meint, Gemeinde zu sein, und ist doch
nicht Gemeinde. (Die Chrischonagemeinden in der
Schweiz sind eine Ausnahme). Deshalb brechen bei den
"Gemeinschaftsleuten" so viele Fragen auf im Blick auf
Gemeinde.
Die Gemeinde ist in dieser Zeit die Wohnstätte Gottes.
Angefangen bei der Stiftshütte können wir sehen, daß
Gott genaustens die Maße für Seine Wohnung
angegeben hat. Sollte Er dann für die Gemeinde keine
"Maße" angegeben haben? Wenn wir im AT lesen,
können wir sehen, daß die Menschen alles genau so
taten, wie der Herr es ihnen gezeigt hatte.
2.Mose 25,9+40 "Genau nach dem Bild, das ich dir
von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt
ihr's machen. [...] Und sieh zu, daß du alles machest
nach dem Bild, daß dir auf dem Berge gezeigt ist."
2.Mose 26,30 "Und die Riegel sollst du mit Gold
überziehen. So sollst du die Wohnung in der Weise
aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast."
2.Mose 27,8 "Als einen Kasten von Brettern sollst du
ihn machen, daß er inwendig hohl sei, wie er dir auf dem
Berge gezeigt wurde."
Hebr 8,5 "Sie dienen aber nur dem Abbild und Schatten
des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose
erging, als er die Stiftshütte errichten sollte: 'Sieh zu',
sprach er, 'daß du alles machst nach dem Bilde, das dir
auf dem Berge gezeigt worden ist.'"
So macht auch das NT klare Aussagen über das Wesen
der Gemeinde.

1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst


du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes,
das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler
und eine Grundfeste der Wahrheit."

IV. Kapitel: Die Stellung der Gemeinde

In diesem Kapitel sprechen wir von der Stellung (dem


Verhältnis, der Beziehung) der universalen Gemeinde zu
dem dreieinigen Gott.

Wenn ein Lichtstrahl durch ein Prisma fällt, wird er in


ein Strahlenbündel verschiedenster Farben zerlegt. So
wird uns die eine Wahrheit von der Gemeinde durch das
Wort in die verschiedensten Bilder zerlegt. So soll uns
die herrliche Stellung der Gemeinde gezeigt werden. Im
ganzen Heilsplan Gottes gibt es keine so erhabene
Schöpfung wie die Gemeinde.

2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und


allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch
Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr
entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt."
Eph 3,8+10 "Mir, dem allergeringsten unter allen
Heiligen, ist die Gnade gegeben worden, den Heiden zu
verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi
[...] damit jetzt kund werde die mannigfaltige Weisheit
Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel durch die
Gemeinde."
In Ehrfurcht und Anbetung wollen wir auf einigen Seiten
der mannigfaltigen Weisheit Gottes blättern, um nur um
so überzeugter von der Unausforschlichkeit dieses
Reichtums zu sein.

Die Gemeinde steht zu jeder Person der göttlichen


Trinität in einer besonderen Verbindung. (Nachfolgend
einige Gedanken teilweise nach E. Sauer: "Triumph des
Gekreuzigten".)

1. Die Stellung der Gemeinde zu Gott

1.Tim 3,15 "wenn ich aber erst später komme, sollst


du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes,
das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler
und eine Grundfeste der Wahrheit."
Dieser Vers spricht von der Gemeinde als Haus Gottes.
Wenn wir verschiedene Stellen zu diesem Thema
heranziehen, erkennen wir zwei unterschiedliche
Stellungen der Gemeinde zu Gott.

a) Haushalt Gottes

Eph 2,19 "So seid ihr nun nicht mehr Gäste und
Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes
Hausgenossen,"
Die Gemeinde Gottes ist nicht nur losgekauft oder
freigekauft, sondern zugleich angekauft oder erkauft.

Offb 5,9 "und sie sangen ein neues Lied: Du bist


würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel;
denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut
Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und
Sprachen und Völkern und Nationen"
1.Kor 6,19-20 "Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein
Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den
ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört?
Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem
Leibe."
Der Kaufpreis oder das Lösegeld ist das Blut Christi:

1.Petr 1,19 "sondern mit dem teuren Blut Christi als


eines unschuldigen und unbefleckten Lammes."
Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Deshalb sind wir Gottes Eigentum:

1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die


königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des
Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten
dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu
seinem wunderbaren Licht;"
Tit 2,14 "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er
uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich
selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten
Werken."
Wir sind Sklaven Gottes!
Röm 6,19+22 "Ich rede menschlich wegen der
Schwachheit eures Fleisches. Denn wie ihr eure Glieder
als Sklaven der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit zur
Gesetzlosigkeit zur Verfügung gestellt habt, so stellt
jetzt eure Glieder zur Verfügung als Sklaven der
Gerechtigkeit zur Heiligkeit. [...] Jetzt aber, von der
Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt
ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges
Leben." (Elberfelder Ü.)
Ein Sklave hat kein Recht an sich selbst; er ist gekauft,
gehört seinem Herrn und bekommt keinen Lohn. Ein
Tagelöhner oder Knecht verkauft dagegen nur seine
Arbeitskraft, gehört sich selbst und bekommt Lohn.

Luk 17,7-10 "Wer unter euch hat einen Knecht, der


pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der
vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich
zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite
mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis
ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du
auch essen und trinken? Dankt er etwa dem Knecht, daß
er getan hat, was befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr
alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir
sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun
schuldig waren."
Aristoteles: "Ein Sklave ist ein beseeltes Werkzeug - ein
Werkzeug ist ein unbeseelter Sklave."

Gott hat Sein Eigentum, Seine Sklaven, mit einem Siegel


- dem Heiligen Geist - gekennzeichnet.

2.Kor 1,22 "und versiegelt und in unsre Herzen als


Unterpfand den Geist gegeben hat."
Gottes Ratschluß geht aber noch viel weiter. Die
Gemeinde Gottes soll nicht nur Haushalt Gottes -
Sklavenhaushalt - sein, sondern

b) Familie Gottes

Gott ist der Vater!

Röm 8,15"Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist


empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet;
sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen,
durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!"
Die Gläubigen sind nicht durch Adoption - von außen
her - zu Kindern (besser "Söhnen") Gottes erklärt
worden, sondern sie sind als solche von innnen her
geboren und damit der göttlichen Natur teilhaftig.

2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und


allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch
Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr
entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt."
1.Joh 3,1 "Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater
erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir
sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie
kennt ihn nicht."
Wir haben den Weg einer normalen Geburt - der
Wiedergeburt - hinter uns.

Jak 1,18 "Er hat uns geboren nach seinem Willen durch
das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner
Geschöpfe seien."
Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen
des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes,
sondern von Gott geboren sind."
1.Petr 1,3"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn
Jesus Christus, der uns nach seiner großen
Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen
Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den
Toten,"
Nun heißt es schon im AT vom Volk Israel, daß es Sohn
Gottes war.

5.Mose 14,1 "Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes.


Ihr sollt euch um eines Toten willen nicht wund ritzen
noch kahl scheren über den Augen."
Nur sagt uns der Apostel Paulus in

Gal 4,1 "Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig


ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein
Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter;"
Israel war unmündig und damit in nichts von einem
Sklaven zu unterscheiden. Deshalb war auch ein
"Zuchtmeister", das Gesetz, nötig.

Gal 3,24 "so ist das Gesetz unser Zuchtmeister


gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben
gerecht würden."
Nach Gal 4,1-7 finden wir, daß die Gläubigen des NT
mündig sind. Daher sind sie Erben.

Gal 4,7 "So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern


Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott."
Röm 8,17"Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben,
nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir
denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit
erhoben werden."
Als ob das noch nicht genug wäre, erhebt Gott Seine
Gemeinde, die Gläubigen des jetzigen Zeitalters, in den
Stand von Erstgeborenen.
Hebr 12,23 "und Gemeinde der Erstgeborenen, die im
Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter
über alle, und zu den Geistern der vollendeten
Gerechten"

Mit der Erstgeburt sind aber besondere Vorrechte


verbunden:

eine priesterliche Stellung


4.Mose 8,16-18 "denn sie sind mir als Gabe
übergeben aus der Mitte der Israeliten, und ich habe sie
mir genommen statt allem, was zuerst den Mutterschoß
durchbricht, nämlich statt der Erstgeburt aller Israeliten.
Denn alle Erstgeburt unter den Israeliten gehört mir, von
Menschen und Vieh. An dem Tage, da ich alle Erstgeburt
in Ägyptenland schlug, heiligte ich sie mir und nahm die
Leviten statt aller Erstgeburt unter den Israeliten"

eine königliche Würde


1.Chr 5,1-2 "Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen
Israels - denn er war zwar der Erstgeborene, aber weil er
seines Vaters Bett entweihte, wurde sein
Erstgeburtsrecht gegeben den Söhnen Josefs, des
Sohnes Israels, doch wurde er nicht in das
Geschlechtsregister als Erstgeborener aufgezeichnet;
denn Juda war mächtig unter seinen Brüdern, und
einem aus seinem Stamm wurde das Fürstentum
gegeben, Josef aber erhielt das Erstgeburtsrecht"

ein doppeltes Erbe


5.Mose 21,15-17 "Wenn jemand zwei Frauen hat, eine,
die er liebhat, und eine, die er nicht liebhat, und beide
ihm Kinder gebären, die Frau, die er liebhat, und die
ungeliebte, und der Erstgeborene ist von der
ungeliebten Frau, und die Zeit kommt, daß er seinen
Söhnen das Erbe austeile, so kann er nicht den Sohn
der Frau, die er liebhat, zum erstgeborenen Sohn
machen vor dem erstgeborenen Sohn der ungeliebten;
sondern er soll den Sohn der ungeliebten Frau als den
ersten Sohn anerkennen und ihm zwei Teile geben von
allem, was vorhanden ist; denn dieser ist der Erstling
seiner Kraft, und sein ist das Recht der Erstgeburt."
Wir können, wenn das unsere persönliche Gewißheit ist
(ist es Ihre?) nur ausrufen: "Herr, mein Gott, groß sind
deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns
beweisest (Ps 40,6) Wir dürfen sagen:

Gal 4,6 "Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist
seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft:
Abba, lieber Vater!"

Wir wollen aber nicht nur

die Vorrechte unserer Stellung erkennen, sondern auch


die Verantwortungen, die Pflichten, die mit unserer
Stellung verbunden sind.
Zwischen den Vorrechten und den Verantwortungen
muß ein Gleichgewicht herrschen. Wenn wir nur das
eine betonen, werden wir gleichgültig, wenn wir nur das
andere sehen, werden wir niedergeschlagen und leben
aus eigener Kraft. Genauso muß zwischen dem Sklaven-
und Sohnesverhältnis ein Gleichgewicht da sein. Wir
sind Sklave und Sohn zugleich.

Nur ein ungestörtes Gleichgewicht führt zu einem


normalen geistlichen Leben.

2. Die Stellung der Gemeinde zu Jesus Christus

Wir finden viele Bilder, die die Stellung der Gemeinde zu


Jesus Christus aufzeigen (Weinstock - Reben; Eckstein -
Steine; Meister - Jünger usw.) Nur einige können wir
hier kurz betrachten.

a) Hirte - Herde

1.Petr 5,2"Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen


ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig,
wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns
willen, sondern von Herzensgrund;"
Diese Herde stammt aus zwei verschiedenen Ställen.

Joh 10.1-5+16 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer


nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern
steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.
Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine
Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt
sie hinaus. Und wenn er alle seine Schafe
hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die
Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern
fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der
Fremden nicht. [...] Und ich habe noch andere Schafe,
die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muß ich
herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es
wird eine Herde und ein Hirte werden."
Christus ist der "Hirte". Das ist nicht nur eine
Bezeichnung Seiner Tätigkeit, sondern Sein Name.

Ps 23,1 "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts


mangeln."
Sein Hirtenverhältnis offenbart sich in der
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

zu 1.:

In der Vergangenheit ist Er der "gute" Hirte. Als guter


Hirte gab Er Sein Leben für die Schafe.

Joh 10,11-12 "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt
sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht
Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf
kommen und verläßt die Schafe und flieht - und der Wolf
stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -,"
Er geht dem verlorenen Schaf nach.

Luk 15,4+6 "Welcher Mensch ist unter euch, der


hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert,
nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und geht
dem verlorenen nach, bis er's findet? [...] Und wenn er
heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und
spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein
Schaf gefunden, das verloren war."
Diese Erfahrungen des guten Hirten sind in Psalm 22
aufgezeichnet. Sein Weg zur Erlösung Seiner Schafe
führte Ihn in die Gottesferne. Wie groß ist die Liebe des
Hirten zu uns!

zu 2.:

Heute - in der Gegenwart - ist Jesus Christus unser


"großer" Hirte.

Hebr 13,20-21 "Der Gott des Friedens aber, der den


großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den
Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen
Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten zu tun
seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch
Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu
Ewigkeit. Amen."
Wir haben nicht einen toten Hirten, sondern einen, der
glorreich auferstanden ist. Als großer Hirte führt Er uns
heute und wacht über uns.

Joh 10,9+27-28 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch


mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und
ausgehen und Weide finden. [...] Meine Schafe hören
meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden
nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus
meiner Hand reißen."
Unsere Anbetung für unseren großen Hirten finden wir
in Ps 23.

zu 3.:
Einmal - in der Zukunft - wird Jesus Christus
wiederkommen als der "Erz"hirte.

1.Petr 5,4"So werdet ihr, wenn erscheinen wird der


Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit
empfangen."
Als Erzhirte wird Er mit königlicher Macht erscheinen
und die Unterhirten krönen. Dieses Ereignis ist in Ps 24
vorherbeschrieben. In Joh 10 wird uns aber auch das
Verhältnis der Schafe zum Hirten gezeigt.

Joh 10,4+14 "Und wenn er alle seine Schafe


hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die
Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.
[...] Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die
Meinen kennen mich."
Joh 10,27 "Meine Schafe hören meine Stimme, und
ich kenne sie, und sie folgen mir;"
Dieser Glaubensgehorsam ist nicht so sehr eine
Forderung als vielmehr eine Gabe und ein Kennzeichen
Seiner Schafe.

b) Bräutigam - Braut

Schon im AT wird uns die Stellung Israels zu Jahwe im


Bild der Ehe gezeigt. Damit nimmt der Geist Gottes die
innigste Beziehung, die das menschliche Dasein kennt

Vgl. Ps 45; Hohelied; Hes 16 und 23; Hos 2

Im NT ist die Gemeinde die Braut Jesu Christi:


Joh 3,28-30 "Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich
gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern vor ihm
her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam;
der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm
zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams.
Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muß wachsen, ich
aber muß abnehmen."
2.Kor 11,2-3 "Denn ich eifere um euch mit göttlichem
Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen
Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.
Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte mit
ihrer List, so auch eure Gedanken abgewendet werden
von der Einfalt und Lauterkeit gegenüber Christus."
Eph 5,25-33 s.d.
Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die
Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist
gekommen, und seine Braut hat sich bereitet."
Offb 21,9-10 "Und es kam zu mir einer von den sieben
Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben
Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm,
ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Und
er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen
Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem
herniederkommen aus dem Himmel von Gott,"
Bedenken wir dabei: So wie Adam ein Schatten auf
Christus ist, ist Eva ein Vorbild auf die Gemeinde.

Eph 5,31-32 "'Darum wird ein Mann Vater und Mutter


verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei
werden ein Fleisch sein'. Dies Geheimnis ist groß; ich
deute es aber auf Christus und die Gemeinde."
Wir wollen nun die Stellung der Braut zum Bräutigam
noch näher betrachten.
(1) Erwählung der Braut

Der Vater im Himmel hatte für Seinen geliebten Sohn


eine Braut vorgesehen.

Mt 22,2 "Das Himmelreich gleicht einem König, der


seinem Sohn die Hochzeit ausrichtet."
So heißt es bei Adam:

1.Mose 2,18 "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht


gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin
machen, die um ihn sei."
Die für Christus vorgesehene Braut war schon vor
Grundlegung der Welt erwählt.

Eph 1,4-5"Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt


Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm
sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu
vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus
Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens,"
Das treibende Motiv der Erwählung war Liebe.

Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch


Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst
für sie dahingegeben,"
Jahwe hatte Seine Frau, das alttestamentliche
Bundesvolk, aus Ägypten erkauft (2.Mose 12 und 13)
Das Motiv dieser Wahl und Tat war auch nur Liebe.

5.Mose 7,7-8a "Nicht hat euch der Herr angenommen


und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker -
denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern
weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte,
den er euren Vätern geschworen hat."
Aber diese Ehe bestand aus zwei ganz "ungleichen
Partnern".

Röm 8,3 "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es


durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er
sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen
Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die
Sünde im Fleisch,"
Es gab noch keine innere Erneuerung. Sie wurde jedoch
verheißen und wird sich in Zukunft auch noch erfüllen.

Jer 31,31 "Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da


will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda
einen neuen Bund schließen."
Röm 11,26-27 "und so wird ganz Israel gerettet werden,
wie geschrieben steht: 'Es wird kommen aus Zion der
Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von
Jakob'. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre
Sünden wegnehmen werde."
Die "Braut des Lammes" hingegen ist durch die
Wiedergeburt göttlicher Natur teilhaftig geworden.

Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen
des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes,
sondern von Gott geboren sind."
2.Petr 1,4"Durch sie sind uns die teuren und
allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch
Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr
entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt."
Eph 5,30 "Denn wir sind Glieder seines Leibes."
Wie Eva aus Adams Seite stammte, als dieser von Gott
in einen tiefen Schlaf versenkt worden war, so kommt
die Gemeinde von Christi Seite her (aus Seinem Herzen!
- Liebe!), nachdem Er als der Auferstandene den
Todesschlaf überwand. Deswegen mußte Jesus das
Vaterhaus verlassen.

1.Mose 2,21-22 "Da ließ der Gott der Herr einen tiefen
Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und
er nahm eine seiner Rippen und schloß die Stelle mit
Fleisch. Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe,
die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu
ihm."
Eph 5,31-32 "'Darum wird ein Mann Vater und Mutter
verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei
werden ein Fleisch sein'. Dies Geheimnis ist groß; ich
deute es aber auf Christus und die Gemeinde."
Joh 19,34 "sondern einer der Soldaten stieß mit dem
Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser
heraus."
Die Braut wird aber nicht an die Seite Jesu gezwungen,
sondern nimmt diesen Platz (ihren heiligen
Herkunftsort) freiwillig ein.

Bereits in der Erwählung ist die Braut ihrer Stellung


nach vollkommen - in ihrem Bräutigam.

Hebr 10,14 "Denn mit einem Opfer hat er für immer


die vollendet, die geheiligt werden."
Kol 2,10 "und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der
das Haupt aller Mächte und Gewalten ist."

(2) Vorbereitung der Braut

Die Zeit zwischen der Erwählung und der Hochzeit


(=Verlobungszeit) dient der Vorbereitung. Der Bräutigam
reinigt die Braut.

Eph 5,26-27 "um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt


durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich
stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen
Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe,
sondern die heilig und untadelig sei."
Er schmückt sie auch (vgl Hes 16,9-14).

Er bereitet sie vor, daß sie eines Tages herrlich sei


Eph 5,27 "sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die
herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas
dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei."
Offb 21,2 "Und ich sah die heilige Stadt, das neue
Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen,
bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann."

Der Bräutigam sorgt für die gemeinsame Wohnstätte, in


die Er Seine geliebte Braut heimholen will.
Joh 14,3 "Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu
bereiten, will ich wieder kommen und euch zu mir
nehmen, damit ihr seid, wo ich bin."

Die Braut soll nur noch für den Bräutigam da sein. Sie
soll sich auf Ihn einstellen.
Joh 3,30 "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen."
Alle anderen "Interessenten" weist sie zurück. Wo sie
das nicht tut, ist sie eine Ehebrecherin.

Jak 4,4 "Ihr Abtrünnigen, wißt ihr nicht, daß


Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer
der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein."
Das ist die große Sünde Israels gewesen - Hurerei! Jes
16,15. Die Braut soll ihr Vaterhaus verlassen.
Ps 45,11 "Höre, Tochter, sieh und neige dein Ohr:
Vergiß dein Volk und dein Vaterhaus!"
(Man könnte auch sagen, daß der Bräutigam mit dem
"Schwiegervater" (Joh 8,44) nichts zu tun haben will!)

So warten die Braut und der Bräutigam auf den Tag der
Vereinigung, der Hochzeit.
1.Thess 1,10 "und zu warten auf seinen Sohn vom
Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus,
der uns von dem zukünftigen Zorn errettet."
Offb 22,17a "Und der Geist und die Braut sprechen:
Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm!"
Dieses Warten ist wohl am gewaltigsten im Hohenlied
dargestellt. Die Liebe zwischen den beiden brennt.

Hohelied 8,6-7 "Lege mich wie ein Siegel auf dein


Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark
wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das
Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des
Herrn, so daß auch viele Wasser die Liebe nicht
auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können.
Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe
geben wollte, so könnte das alles nicht genügen."
Es kommt der Augenblick, wo es heißt:

Mt 25,6 "Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen:


Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm
entgegen!"

(3) Hochzeit
Es ist der Augenblick der größten Freude.

Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die
Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist
gekommen, und seine Braut hat sich bereitet."
Eine vorbereitete Braut darf den für sie vorbereiteten
Platz einnehmen. Das Ziel der Hochzeit ist ewige
Gemeinschaft mit dem Herrn.

1.Thess 4,17 "Danach werden wir, die wir leben und


übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf
den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so
werden wir bei dem Herrn sein allezeit."
Braut und Bräutigam werden eins in der Ehe.

Eph 5,31b "und die zwei werden ein Fleisch sein'"


Welch spannende Geschichte darf sich doch in unserem
Leben abspielen, wenn wir in der ersten Liebe bleiben.

Offb 2,4 "Aber ich habe gegen dich, daß du die erste
Liebe verläßt."
Im ersten Bild - Hirte und Herde - sahen wir Christus und
die vielen Schafe Seiner Herde. Im zweiten - Bräutigam
und Braut - sehen wir zwei, die eins werden. Im dritten
Bild - Haupt und Leib - haben wir eine organische
Einheit vor uns.

Diese organische Einheit wird uns allerdings auch noch


in anderen Bildern gezeigt, z. Bsp.: Weinstock - Rebe
(Joh 15).

Kol 2,7 "und seid in ihm verwurzelt und gegründet und


fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid
reichlich dankbar."
Röm 6,5 "Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm
gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm
auch in der Auferstehung gleich sein."

c) Haupt - Leib

Dieses Bild, das nur von Paulus gebraucht wird,


offenbart die tiefste Einheit des Lebens. Der Leib setzt
sich aus vielen Gliedern zu einem organischen Ganzen
zusammen. (Zu dem Begriff "Leib" siehe Anthropologie.)

(1) Beziehung der Glieder zum Haupt

Die Beziehung der Glieder zum Haupt wird


gekennzeichnet durch Abhängigkeit, Gemeinschaft und
Aufgabe.

Abhängigkeit
Haupt und Leib sind voneinander abhängig. Keines
kann ohne das andere bestehen. Der Leib kann notfalls
auf ein Glied verzichten, aber nicht auf das Haupt. Ohne
Haupt ist der Leib tot. Wahre Gemeinde ist nur dort, wo
Jesus Christus das Haupt, der Herr, ist.

Für sich allein ist kein Glied lebensfähig.

1.Kor 12,21 "Das Auge kann nicht sagen zu der Hand:


Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den
Füßen: Ich brauche euch nicht."
Eph 1,23 "welche sein Leib ist, nämlich die Fülle
dessen, der alles in allem erfüllt."
Der Herr hat im Parallelbild gesagt:

Joh 15,5 "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer
in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn
ohne mich könnt ihr nichts tun."
Der Leib ist auf das Haupt angewiesen - das fällt uns
nicht schwer einzusehen, aber auch das Haupt ist auf
den Leib angewiesen - das können wir nur anbetend
betrachten.

Die Gemeinde ist "Sein Leib"

Eph 1,22-23 "Und alles hat er unter seine Füße getan


und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,
welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles
in allem erfüllt."
Kol 1,18 "Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der
Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den
Toten, damit er in allem der Erste sei."
In einem Leib - wenn er normal funktioniert - regiert nur
ein Wille, und zwar der Wille des Hauptes. Wie viele
"Zusammenstöße" unter den Gliedern könnten
vermieden werden, wenn wir alle diesen einen Willen,
den Willen des Hauptes, respektierten. Wie gewaltig
wird die Zusammenarbeit unter den Gliedern, wenn sie
sich dem einen Willen freudig fügen.

Gemeinschaft
Jedes einzelne Glied steht in direkter Beziehung zum
Haupt.

Kol 2,19 "und hält sich nicht an das Haupt, von dem her
der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und
zusammengehalten wird und wächst durch Gottes
Wirken."
Eph 4,15 "Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe
und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt
ist, Christus,"
Wie wichtig Wachstum und Übung sind, können wir
beim Baby sehen. Die Bewegungen der Glieder sind
ungeschickt und ungenau. (Betrachten Sie ein Baby,
wenn es etwas ergreifen möchte). Wie ungeschickt
stellen wir uns oft an im Dienst des Herrn.

Das Haupt hat auch die Pflege des Leibes übernommen.

Eph 5,23+29 "Denn der Mann ist das Haupt der Frau,
wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als
seinen Leib erlöst hat. [...] Denn niemand hat je sein
eigenes Fleisch gehaßt; sondern er nährt und pflegt es,
wie auch Christus die Gemeinde."
Welche Herrlichkeit liegt in dieser direkten
Gemeinschaft mit dem Haupt!

Aufgabe
Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt,
einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer,"
Das Haupt "arbeitet" nicht - dafür ist der Leib da. Das
Haupt denkt und plant und trifft die Entscheidungen. Der
Leib führt diese dann aus. Der Leib ist
Offenbarungsmittel des Geistes, d.h. des Hauptes,
welches Christus ist.

Eph 3,10 "damit jetzt kund werde die mannigfaltige


Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel
durch die Gemeinde."
Der Leib Christi hat einen Daseinszweck. Jedes Glied
wird gebraucht, um den Auftrag des Hauptes
auszuführen. Darum leiden alle Glieder, wenn eines
krank ist.

1.Kor 12,26 "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle


Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen
sich alle Glieder mit."
Das erhöhte Haupt setzt durch Seinen Leib Sein heiliges
Leben hier unten fort.

(2) Beziehung der Glieder untereinander

Einheit
Durch die Wiedergeburt bzw. durch den Heiligen Geist
werden wir alle - aus allen Völkern und Zeiten! - Glieder
an einem Leib.

1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu


einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist
getränkt."
Erst das Zusammenwirken der einzelnen Glieder verleiht
dem einzelnen Glied seinen Sinn - seine
Funktionsfähigkeit. Ein vom Leib gelöstes Glied hat
keinen Sinn!

1.Kor 12,12 "Denn wie der Leib einer ist und doch
viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl
sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus."
Röm 12,5"so sind wir viele ein Leib in Christus, aber
untereinander ist einer des anderen Glied,"
Der Leib ist keine Organisation, sondern ein
Organismus.

Die Einheitsbande der Glieder am Leibe Jesu sind viel


enger als Blutsbande je sein könnten. Die Grundlage für
diese Einheit wird uns gegeben in:

Eph 4,4-6"ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen
seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein
Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist
über allen und durch alle und in allen."
Wenn sich Gotteskinder irgendwo auf dieser Erde
treffen, fühlen sie sich miteinander bekannt, obwohl sie
einander unbekannt sind.

2.Kor 6,9 "als die Unbekannten, und doch bekannt; als


die Sterbenden und siehe, wir leben; als die
Gezüchtigen, und doch nicht getötet;"
Das macht die Einheit der Glieder am Leibe Jesu.

Mannigfaltigkeit
Obwohl wir Glieder eines Leibes sind, sind wir ganz
verschieden. So wie der Leib keine zwei gleichen
Glieder hat, gibt es keine zwei gleichen Gotteskinder in
der Gemeinde Jesu. Jeder hat seine Gabe und auch
Aufgabe. Der Hohepriester im AT trug auf dem
Brustschild die 12 Namen der Stämme Israels. Jeder war
in einen anderen Edelstein eingegraben. So ist auch
jeder von uns ein vom anderen unterschiedener
"Edelstein" (2.Mose 28,15-29).
1.Kor 12,14-20 s.d.
Röm 12,4-8 s.d.
Jedes Glied am Leib hat seine Aufgabe. Sie kann nur
von ihm selber erfüllt werden. Der Herr hat jedem seinen
Platz zugewiesen.

1.Kor 12,18 "Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt,


ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat."
Wie tröstlich ist diese Wahrheit! Wie adelt gerade diese
Tatsache mein Leben und meinen Platz!

Abhängigkeit
Gerade das Bild des Leibes zeigt, wie die Glieder
voneinander abhängig sind. Wie schnell wird diese
Schau getrübt durch Neid. Die Schrift sagt dazu:

1.Kor 12,14-20 s.d.


Die Befreiung und Bewahrung liegt in der von Gott
veranlaßten Verschiedenheit und Platzanweisung.

ILLUSTRATION

Einst empörten sich sich die Hände, die Füße, der Kopf
und die übrigen Körperteile über den Bauch. Der Kopf
sagte: "Wie lange schon dienen wir und arbeiten schwer
für den Bauch. Wir tragen die Speisen herbei und
reichen sie ihm dar, und er selbst läßt es sich gut gehen
und schläft in der Mitte des Körpers. Würde er nicht von
uns ernährt werden, er wäre schon längst vor Hunger
gestorben. Laßt euch das nicht mehr gefallen! Von jetzt
an werden wir diesem Faulpelz nicht mehr zu Diensten
sein. Soll er doch merken, was er ohne uns wert ist!"
Und so stellten sie ihre Arbeit ein. Der Erfolg ließ nicht
lange auf sich warten. Dieses törichte Verhalten wirkte
sich für alle sehr schlecht aus. Weil der Bauch der
Speise beraubt war, konnte er die übrigen Körperteile
nicht mehr mit den lebensnotwendigen Säften
versorgen, und der ganze Körper welkte allmählich
dahin. Erst als sie immer schwächer wurden, erkannten
die Glieder, wie nötig es ist, daß jedes von ihnen seine
Aufgabe erfüllt und daß sie alle zusammenarbeiten
müssen, um zu überleben und die gemeinsame
Bestimmung zu erfüllen. Sie bereuten ihren Irrtum und
nahmen ihre Aufgaben wieder wahr wie zuvor. Hierauf
erholte sich der Körper und gewann seine alte Kraft
zurück. Seit dieser Zeit haben sich die Glieder nicht
mehr übereinander empört, und falls es jemals wieder
zu Unstimmigkeiten kommen sollte, waren sie sich einig
geworden, diese friedlich zu lösen." (Nach einer
römischen Fabel)

Es kann aber auch Stolz die Gemeinschaft


untereinander trüben. Dazu sagt die Schrift:

1.Kor 12,21-26 s.d.


Die Befreiung und Bewahrung liegt in der von Gott
veranlaßten Verschiedenheit und Platzanweisung.

Ein Glied ist nur so lange lebendig, wie es sich an einem


lebendigen Leib befindet. - Für sich allein ist kein Glied
lebensfähig.

Wie sehr wir voneinander abhängig sind, zeigen uns:


Röm 12,5"so sind wir viele ein Leib in Christus, aber
untereinander ist einer des andern Glied,"
1.Kor 12,25 "damit im Leib keine Spaltung sei,
sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander
sorgen."
Eph 4,16 "von dem aus der ganze Leib zusammengefügt
ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke,
wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem
Maß seiner Kraft und macht, daß der Leib wächst und
sich selbst aufbaut in der Liebe."
Wir sind sowohl im Leid als auch in der Freude
voneinander abhängig.

1.Kor 12,26 "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle


Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen
sich alle Glieder mit."
In dieser gegenseitigen Abhängigkeit dürfen wir als Leib
Christi wachsen.

Eph 4,13 "bis wir alle hingelangen zur Einheit des


Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum
vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi,"

ANREGUNGEN:

Lesen sie Röm 12,4-8 und 1.Kor 12,3-31. Zeigen Sie


anhand von wenigstens 3 verschiedenen Stellen mit
einem persönlichen Zeugnis, was Gott Ihnen
klargemacht hat oder klarmachen konnte - gerade in
diesen Augenblicken - im Blick auf die Gliedschaft am
Leib Jesu Christi. Halten Sie an diesen Wahrheiten fest
und beten Sie oft darüber.
Nehmen Sie einige Augenblicke Zeit und lassen Ihre
Geschwister im Herrn, mit denen Sie zusammenleben,
namentlich an Ihrem geistigen Auge vorüberziehen. -
Danken Sie für den Beitrag, den Sie durch sie erhalten,
um Ihre Funktion als Glied auszuüben. Wir brauchen
einander!

3. Die Stellung der Gemeinde zum Heiligen Geist

Die Gemeinde ist als Ganzes eine "Behausung Gottes im


Geist" (Eph 2,22). Wir finden in der Schrift, daß auch der
Einzelchrist ein Gotteshaus, ein Tempel, ist.

1.Kor 6,19 "Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein
Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den
ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört?"
Eventuell bezieht sich 1.Kor 3,16 auf die lokale
Gemeinde, so daß wir dieses Bild dann in dreifacher
Weise angewandt finden.

Gottes Verlangen war immer, unter den Menschen zu


wohnen:

2.Mose 25,8 "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen,


daß ich unter ihnen wohne."
Ein kurzer Überblick über die verschiedenen
"Wohnungen" Gottes bestätigt Sein Verlangen. Diese
Wohnungen mußte Gott meistens räumen um des
Gerichtes willen, das Er wegen der Sünde vollziehen
mußte.

Wohnung Gottes

zu Ende:

Garten Eden
Sündenfall
Stiftshütte
Ikabod (1.Sam 4,21)
Tempel Salomos
Nebukadnezar (Hes 9,3; 10,18)
Leib Christi Joh 2,19; Kol 2,9
Kreuzigung Jesu Christi (Himmelfahrt)
Gemeinde
Entrückung (1.Thess 4,17)
Tempel Hesekiels
Weltuntergang
neues Jerusalem Offb 21,3
nie!
Jedes Haus hat ein Fundament (Stiftshütte Hebr 3,1-6).

1.Kor 3,11 "Einen andern Grund kann niemand legen


als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus,"
1.Petr 2,6"Darum steht in der Schrift: 'Siehe, ich lege in
Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer
an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.'"
Das Haus ist aus Steinen gebaut. Wir werden genannt:

1.Petr 2,4-5a "Zu ihm kommt als zu dem lebendigen


Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei
Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige
Steine erbaut euch zum geistlichen Hause"
Eph 2,22 "Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer
Wohnung Gottes im Geist."
Wir werden, wenn wir überwinden, sogar als "Säulen"
im Tempel Gottes bezeichnet.

Offb 3,12 "Wer überwindet, den will ich machen zum


Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht
mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den
Namen meines Gottes und den Namen des neuen
Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel
herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen,
den neuen."
Wir haben das Bild des Tempels vor uns. Dazu gehört
der Gottesdienst. So sind wir als Steine zugleich die
Priester dieses Tempels, und Jesus Christus ist unser
großer Hoherpriester.

Aufgabe der Priester ist:

4.Mose 18,7 "Du aber und deine Söhne mit dir, ihr sollt
auf euer Priesteramt achthaben, daß ihr dienet in allen
Verrichtungen am Altar und drinnen hinter dem
Vorhang; denn euer Priesteramt gebe ich euch zum
Geschenk. Wenn ein Fremder sich naht, so soll er
sterben."
Hebr 8,3 "Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um
Gaben und Opfer darzubringen. Darum muß auch dieser
etwas haben, was er opfern kann."
Mal 2,7 "Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre
bewahren, daß man aus seinem Munde Weisung suche;
denn er ist ein Bote des Herrn Zebaoth."
4.Mose 6,24 "Der Herr segne dich und behüte dich;"
In diesen wenigen Bildern (die Schrift kennt noch mehr)
tritt uns die Herrlichkeit entgegen, die die Gemeinde
dem dreieinigen Gott gegenüber einnimmt. Diese
Stellung haben wir durch und in Christus. Der
Hebräerbrief ist eine gewaltige Abhandlung über dieses
Thema und kommt bei jedem Vergleich zwischen AT
und NT immer zu dem Schluß:

"viel besser!" - "viel höher!"


V. Kapitel: Die Organisation der Gemeinde

Wir sprechen in diesem Kapitel von der Organisation


der einzelnen örtlichen Gemeinden. Es ist falsch zu
behaupten, die ersten Christengemeinden hätten keine
Organisation gekannt. Die Schrift zeigt uns sogar eine
reich entfaltete Organisation, deren Entstehung
allerdings nicht immer genau zu verfolgen ist. Eine
Gruppe von Christen mag ohne jegliche Organisation
auskommen; aber das, was das NT "Gemeinde" nennt,
ist ein Organismus mit einer bestimmten Organisation.

Das nun folgende Studium hilft uns einzusehen, daß


sich eine lokale Gemeinde nicht nach Belieben
organisieren kann. Für das Gemeindeleben finden sich
Vorbild und Maßstab im NT. Leider begegnen wir gerade
auf diesem Gebiet mancher willkürlichen (lies:
"denominationellen") Auslegung. So sagte schon
Paulus:

Röm 15,20 "Dabei habe ich meine Ehre darein


gesetzt, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name
noch nicht bekannt war, damit ich nicht auf einen
fremden Grund baute,"

1. Die äußeren Faktoren

a) Namen der Gemeinde

Im NT nennt sich eine Gemeinde mit dem Namen der


Stadt oder des Ortes, an dem sie zusammen-kommt.
Manchmal trägt sie auch den Namen eines Hauses:

1.Kor 1,2 "an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die


Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen
samt allen, die den Namen unsres Herrn Jesus Christus
anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns:"
Röm 16,5"Grüßt auch die Gemeinde in ihrem Hause.
Grüßt Epänetus, meinen Lieben, der aus der Provinz
Asien der Erstling für Christus ist."

b) Versammlungsort

Apg 1,13a "Und als sie hineinkamen, stiegen sie


hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich
aufzuhalten pflegten:"
Apg 2,46 "Und sie waren täglich einmütig beieinander
im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den
Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem
Herzen"
Apg 3,11 "Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt,
lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißt
Salomos, und sie wunderten sich sehr."
Apg 12,12 "Und als er sich besonnen hatte, ging er
zum Haus Marias, der Mutter des Johannes mit dem
Beinamen Markus, wo viele beieinander waren und
beteten."
Apg 19,9 "Als aber einige verstockt waren und nicht
glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre,
trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger
ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus."
Aus dem AT wissen wir, daß es festgelegte
Anbetungsstätten gab. Sie waren verbunden mit dem
Altar.
Joh 4,20-21 "Unsere Väter haben auf diesem Berge
angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo
man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau,
es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch
in Jerusalem den Vater anbeten werdet."
Hier wird diese Tatsache durch die Frage der
Samariterin in ein neues Licht gestellt. Es gibt nach dem
NT keine festgelegten Gottesdienststätten. Der
Opferaltar des AT ist erfüllt und abgelöst durch den
Herrn.

Offb 19,13 "..., und sein Name ist: Das Wort Gottes."
Mt 18,20 "Denn wo zwei oder drei versammelt sind in
meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."

Gemeinde ist nicht da, wo ein sogenannter "sakraler"


Raum ist, sondern da, wo Jesus mitten unter ihnen sein
kann.

Apg 7,48 "Aber der Allerhöchste wohnt nicht in


Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet
spricht:"
Apg 17,24 "Gott, der die Welt gemacht hat und alles,
was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde,
wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind."

ANREGUNGEN:

Beim Bau eines Gemeinderaumes erhebt sich immer


wieder die Frage nach der Bauausführung und
-ausstattung. Welcher Maßstab soll gelten?
Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch über Besitz
(von Land und Bauten) von Gemeinden und
Missionsstationen.

c) Versammlungszeit

Apg 20,7 "Am ersten Tag der Woche aber, als wir
versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen
Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte,
zog er die Rede hin bis Mitternacht."
1.Kor 16,2 "An jedem ersten Tag der Woche lege ein
jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an,
soviel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst
dann geschieht, wenn ich komme."
Warum kamen die Jünger nicht mehr vorrangig am
Sabbat zusammen? Wahrscheinlich weil ihr Heiland und
Meister am ersten Tag der Woche auferstanden ist.

Mt 28,1 "Als aber der Sabbat vorüber war und der erste
Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und
die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen."
Lk 24,1 "Aber am ersten Tag der Woche sehr früh
kamen sie zum Grab und trugen bei sich die
wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten."
Joh 20,19+26 "Am Abend aber dieses ersten Tages der
Woche, als die Jünger versammelt und die Türen
verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam
Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen:
Friede sei mit euch! [...] Und nach acht Tagen waren
seine Jünger abermals drinnen versammelt, und
Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen
verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und
spricht: Friede sei mit euch!"
Durch Sein zweimaliges Erscheinen im Jüngerkreis hat
Jesus, der Herr, - wie es scheint - den ersten Tag
eingesetzt. Damit war der Sabbat abgelöst, und die
Gemeinde feierte den 1. Tag der Woche (Achtung: heute
neue Zählung!).

Allerdings läßt es sich nicht beweisen, daß der Sabbat


verboten noch daß der Sonntag geboten ist.

Kol 2,16 "So laßt euch nun von niemandem ein


schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank
oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes
oder Sabbats."
Zu einem gesetzlichen Feiertag wurde der Sonntag erst
im 4. Jahrhundert erklärt (Endgültiger Beschluß erst auf
dem Konzil zu Nicäa).

2. Die Formen der Gemeinschaft

Vorbemerkung: "Gottesdienst" wird als Bezeichnung für


eine besondere Versammlung in der Bibel nicht
gefunden. Es bleiben zwei Möglichkeiten der biblischen
Bezeichnung von "Gottesdienst":

Versammlung
Mt 18,20 "Denn wo zwei oder drei versammelt sind in
meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Joh 20,19 "Am Abend aber dieses ersten Tages der
Woche, als die Jünger versammelt und die Türen
verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam
Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen:
Friede sei mit euch!"
Vgl. Apg 1,4; 2,1; 4,31

Zusammenkunft
1.Kor 11,18+20 "Zum ersten höre ich: Wenn ihr in der
Gemeinde zusammenkommt, sind Spaltungen unter
euch; und zum Teil glaube ich's. [...] Wenn ihr nun
zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl
des Herrn."
1.Kor 14,26 "Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn
ihr zusammen-kommt, so hat ein jeder einen Psalm, er
hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine
Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles
geschehen zur Erbauung!"
Die Pflege der Gemeinschaft (griech.: koinonia. Die
Griechen verstanden unter koinon jede Art von
politischer Gemeinschaft - bis hin zu Stadtstaaten-
Bündnissen) spielte in den ersten Gemeinden eine
große Rolle.

Die ersten Gemeinden hatten keine vorgegebenen oder


festgelegten Formen. Sie ließen sich vom Heiligen Geist
leiten. Daher sehen wir eine Vielfalt von Formen. Die
Gemeinschaft spielte sich auf der Ebene des ganzen
Menschen (Geist, Seele, Leib) ab.

Je nach Verantwortlichkeit der zu entscheidenden


Punkte traf man sich mit der ganzen Gemeinde oder nur
mit einem Teil.

die ganze Gemeinde


Apg 2,44 "Alle aber, die gläubig geworden waren, waren
beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam."
Apg 6,2 "Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger
zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, daß wir für
die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes
vernachlässigen."
Apg 14,27 "Als sie aber dort ankamen, versammelten
sie die Gemeinde und verkündeten, wieviel Gott durch
sie getan und wie er den Heiden die Tür des Glaubens
aufgetan hätte."
s.a. Apg 15,22+30-31; 20,7; 1.Thess 5,27

die Ältesten
Apg 20,17 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus
und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen."
die Apostel und Ältesten
Apg 15,6 "Da kamen die Apostel und die Ältesten
zusammen, über diese Sache zu beraten."
Apg 21,18 "Am nächsten Tag aber ging Paulus mit
uns zu Jakobus, und es kamen die Ältesten dorthin."
die Propheten und Lehrer
Apg 13,1-2 "Es waren aber in Antiochia in der
Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und
Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und
Manaen, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen
worden war, und Saulus. Als sie aber dem Herrn dienten
und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus
Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie
berufen habe."
auch Ungläubige waren dabei
1.Kor 14,23 "Wenn nun die ganze Gemeinde an einem
Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es
kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden
sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen?"

a) Ausdrucksformen

Wir betonen, daß dem Verkündigen des Wortes Gottes


eine überragende Rolle zukam.

Kol 3,16 "Laßt das Wort Christi reichlich unter euch


wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit;
mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern
singt Gott dankbar in euren Herzen."
Heute finden wir leider in vielen Zusammenkünften
einen Substanzschwund. Statt das Wort zu
vernachlässigen, müssen wir es wieder betonen! Nur so
kann gewährleistet werden, daß bei aller Vielfalt der
Gemeinschaftsformen Gott im Mittelpunkt des
Gottesdienstes steht. Er selbst muß zu Wort kommen!

(1) Apostel Lehre

Apg 2,42 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der


Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen
und im Gebet."
Die von Gott bevollmächtigten Lehrer erfüllen ihren
Auftrag.

Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt,


einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer"
Vgl. Apg 11,26; 15,35+41; 18,11; 2.Tim 4,2; Tit 1,9; 2,15

(2) Gemeinschaft

Apg 2,42 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der


Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen
und im Gebet."
In der Gemeinschaft werden die Gaben des Geistes
eingesetzt (s. 1.Kor 12).

1.Kor 14,26 "Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn


ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er
hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine
Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles
geschehen zu Erbauung!"
Vgl. Apg 20,11; 20,17-36; 21,17ff

(3) Brotbrechen

Apg 2,42+46 "Sie blieben aber beständig in der Lehre


der Apostel und in der Gemeinschaft und im
Brotbrechen und im Gebet. [...] Und sie waren täglich
einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot
hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit
Freude und lauterem Herzen"
Apg 20,7 "Am ersten Tag der Woche aber, als wir
versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen
Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte,
zog er die Rede hin bis Mitternacht."
1.Kor 11,20 "Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält
man da nicht das Abendmahl des Herrn."

(4) Gebet

Apg 2,42 "Sie blieben aber beständig in der Lehre der


Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen
und im Gebet."
Im Gebet herrscht der Lobpreis Gottes vor.
Beachtenswert ist auch das gemeinsam gesprochene
Amen in der Gemeinde.

1.Kor 14,16 "Wenn du Gott lobst im Geist, wie soll der,


der als Unkundiger dabeisteht, das Amen sagen auf dein
Dankgebet, da er doch nicht weiß, was du sagst?"
Vgl. Apg 1,14; 2,47; 4,24; 12,12; 21,5

1.Tim 2,8 "So will ich nun, daß die Männer beten an allen
Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und
Zweifel."

(5) Taufe

Apg 2,41 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich


taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa
dreitausend Menschen."

(6) "Geschäfts"versammlung

Apg 6,3 "Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach


sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf
haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die
wir bestellen wollen zu diesem Dienst."

(7) Klärung von Lehrfragen

Apg 11,2 "Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem,


stritten die gläubig gewordenen Juden mit ihm"
Apg 15,6 "Da kamen die Apostel und die Ältesten
zusammen, über diese Sache zu beraten."

(8) Gemeindezucht

Mt 18,17 "Hört er auf die nicht, so sage es der


Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei
er für dich wie ein Heide und Zöllner."
1.Kor 5,4-5 "wenn ihr in dem Namen unseres Herrn
Jesus versammelt seid und mein Geist samt der Kraft
unseres Herrn Jesus bei euch ist, soll dieser Mensch
dem Satan übergeben werden zum Verderben des
Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des
Herrn."

(9) Missionsversammlung

Apg 13,1-4 "Es waren aber in Antiochia in der


Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und
Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und
Manaen, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen
worden war, und Saulus. Als sie aber dem Herrn dienten
und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus
Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie
berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die
Hände auf sie und ließen sie ziehen. Nachdem sie nun
ausgesandt waren vom heiligen Geist,"
Apg 14,27 "Als sie aber dort ankamen, versammelten
sie die Gemeinde und verkündeten, wieviel Gott durch
sie getan und wie er den Heiden die Tür des Glaubens
aufgetan hätte."

b) Prinzipien

Im NT lesen wir nie, daß eine Schablone aufgestellt


wurde, nach der die Zusammenkünfte ablaufen sollten.
Trotzdem waren es keine ungeordneten
Versammlungen. Die Briefe machen deutlich, daß der
Schwerpunkt auf dem Wort Gottes und den Gebeten
liegen sollte.
In jeder Zusammenkunft soll die Freiheit des Heiligen
Geistes herrschen.

(1) Voll des Geistes

Eph 5,18-19 "Und sauft euch nicht voll Wein, woraus


ein unordentliches Wesen folgt, sondern laßt euch vom
Geist erfüllen. Ermuntert einander mit Psalmen und
Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt
dem Herrn in eurem Herzen."
1.Kor 12,3-13 s.d.
Die Leitung durch den Heiligen Geist ist das
grundlegende Prinzip neutestamentlichen
Gottesdienstes. Wo Er leitet und regiert, werden die
anderen Prinzipien als Folge Seiner Herrschaft sichtbar
werden.

(2) Frieden

1.Kor 14,33 "Denn Gott ist nicht ein Gott der


Unordnung, sondern des Friedens."
Der Gegensatz zu Unordnung heißt Frieden!

(3) Ordnung

1.Kor 14,40 "Laßt aber alles ehrbar und ordentlich


zugehen."
1.Kor 1,10 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im
Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle mit
einer Stimme redet und laßt keine Spaltungen unter
euch sein, sondern haltet aneinander fest in einem Sinn
und in einer Meinung."
2.Tim 2,14 "Daran erinnere sie und ermahne sie
inständig vor Gott, daß sie nicht um Worte streiten, was
zu nichts nütze ist, als die zu verwirren, die zuhören."
Es geht nicht um bestimmte Ordnungen, sondern um
ein ordentliches Zugehen.

(4) Geben statt nehmen

1.Kor 14,26 "Wie ist es nun, liebe Brüder? Wenn ihr


zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat
eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine
Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles
geschehen zur Erbauung!"
Die Gemeindezusammenkunft lebt von der Beteiligung
aller, die gemäß ihrer Gaben am gottesdienstlichen
Leben teilnehmen. Gemeinde ist kein SB-Supermarkt!

1.Petr 4,10 "Und dient einander, ein jeder mit der


Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter
der mancherlei Gnade Gottes;"

(5) Unterordnung

Eph 5,21 "Ordnet euch einander unter in der Furcht


Christi."
1.Petr 5,5"Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den
Ältesten unter."
Die Form in den Zusammenkünften der Urgemeinde
wechselte ständig. Der Geist Gottes herrschte, und es
war Freiheit sichtbar. Die Umstände oder Verhältnisse
gaben den Inhalt für eine bestimmte Zusammenkunft,
und beide gaben der Versammlung eine natürliche, nicht
"kanalisierte" Form.

Die Umstände oder Verhältnisse dürfen nicht verändert


oder ignoriert werden, um eine Form beizubehalten,
sondern die Form muß den Umständen oder
Verhältnissen angepaßt werden.

Beispiele:

Apg 12,5 "So wurde nun Petrus im Gefängnis


festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören
für ihn zu Gott."
Apg 15,30 "Als man sie hatte gehen lassen, kamen
sie nach Antiochia und versammelten die Gemeinde und
übergaben den Brief."
Leben schafft Formen (es gibt kein formloses Leben) -
aber Formen schaffen kein Leben!

Die Gemeinde Jesu im Westen hat im großen und


ganzen das Feingefühl für Umstände oder Verhältnisse
verloren, die die Form ändern sollten, wird aber
gezwungen sein, die Form in schwierigen Verhältnissen
zu ändern (Verfolgung, Krieg, usw.). Immer, wenn Gott
Erweckung schenkt, "platzen" Formen. (Die Erweckung
bricht meist in vorhandenen, aber erstarrten Formen
aus.)

c) Zweck und Ziel


Das Ziel des einzelnen Gläubigen beeinflußt die Form
der Zusammenkunft in der Gemeinde. Lebt der Einzelne
aus der Gemeinschaft mit Gott, dann wird sein Ziel
richtig und die Form echt sein.

In 1.Kor 11,17-22 finden wir ein Beispiel für eine falsche


Form durch ein falsches Ziel: Etliche Korinther, die
Hunger hatten, kamen in der Gemeinde zusammen, um
zu essen. Dabei übervorteilten sie die anderen.

Ähnliches auch in 1.Kor 14. Hier prägte das Ziel (die


Zungenrede) die Form.

Die Heilige Schrift nennt als Ziele der Zusammenkünfte:

Erbauung
1.Kor 14,26 "Wie ist es nun, liebe Brüder? Wenn ihr
zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat
eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine
Zungenrede, er hat eine Auslegung. Laßt es alles
geschehen zur Erbauung!"
Wachstum in der Liebe
Jud 20-21 "Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf
euren allerheiligsten Glauben, und betet im heiligen
Geist, und erhaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet
auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus
zum ewigen Leben."
Zubereitung zum Dienst
Eph 4,12-16 "damit die Heiligen zugerüstet werden
zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi
erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des
Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum
vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi,
damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von
jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben
lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem
sie uns arglistig verführen. Laßt uns aber wahrhaftig
sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem
hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze
Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt
durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere
unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, daß
der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe."
Über Fragen und Probleme, die in der Gemeinschaft
entstehen können, wollen wir später unter "Seelsorge"
mehr sagen.

VI. Kapitel: Leitung der Gemeinde

Die im christlichen Abendland vorherrschende


Vorstellung über Gemeindeleitung ist weitgehend vom
volkskirchlichen System geprägt. Danach gibt es eine
kleine Gruppe von "Spezialisten", die leitende Aufgaben
wahrnimmt. Nach der Vorstellung der Katholiken ist
dabei die kirchliche Autorisierung (Ordination) eine
wichtige Voraussetzung - nach der der Evangelischen
mehr die theologische Ausbildung.

In der katholischen Kirche setzte sich von Anfang an


das episkopale Modell von Gemeindeleitung durch, das
dann auch (trotz Luthers Betonung des allgemeinen
Priestertums) von der Kirche der Reformation
übernommen wurde. Es gibt einen hierarchischen
Apparat mit dem Bischof an der Spitze. Dabei wird
übersehen, daß "Bischof" und "Ältester" im NT
austauschbar verwendet wird. Damit war aber auch die
Verkirchlichung (Institutionalisierung) der großen
Volkskirchen vorprogrammiert.

Das andere Extrem ist das kongregationalistische


Modell der Gemeindeleitung. Die Gemeinde versteht
sich als Demokratie. Älteste sind eher Vollzugsorgane
der Gemeindebeschlüsse. Es geht um
Mehrheitsbeschlüsse. Hier findet die moderne
"Mitbestimmung" - gewerkschaftliches Denken ihre
Verwirklichung.

Die biblische Vorstellung über Gemeindeleitung sieht


anders aus. Grundvoraussetzung ist die Gabe, die der
Heilige Geist einem Gläubigen gegeben hat. Nun hat
jeder Gläubige eine Gabe. Daher ist jeder Gläubige zu
einem Dienst in der Gemeinde berufen. Nicht jeder aber
hat die Gabe der Leitung - und um diese geht es in
unserem Abschnitt.

In der Kirchengeschichte wird diese Form der


Gemeindeleitung das presbyteriale Modell genannt.
Geistliche, qualifizierte - eingesetzte - Älteste leiten die
Gemeinde.

Hebr 13,7 "Gedenkt an eure Lehrer, die euch das


Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt
ihrem Glauben nach."
1.Tim 3,1-7 s.d.
Man beachte, daß "Älteste" im NT nur in der Mehrzahl
vorkommen.

1. Die Verantwortlichen für die Gemeinde


a) Der dreieinige Gott

Die Gemeinde ist Gottes Eigentum.

Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Christus ist das Haupt der Gemeinde.

Eph 1,22 "Und alles hat er unter seine Füße getan und
hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,"
Kol 1,18 "Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der
Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den
Toten, damit er in allem der Erste sei."
Die Gemeinde ist Tempel des Heiligen Geistes.

Eph 2,22 "Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer


Wohnung Gottes im Geist."
Das "Organ", durch das die göttliche Dreieinigkeit die
Gemeinde leitet., ist die Bibel. Die Heilige Schrift ist
nicht durch die Gemeinde hervorgebracht worden,
sondern sie hat die Gemeinde hervorgebracht.

Deshalb hat das Wort Gottes auch in allen


Gemeindefragen die höchste Autorität.

Was die menschliche Leitung der Gemeinde anbetrifft,


gibt uns Eph 4,11 Auskunft:

Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt,


einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden
zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi
erbaut werden,"

b) Apostel

Das Amt des Apostels hat seinen Ursprung in Jesus


Christus selbst.

Hebr 3,1 "Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an


der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und
Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus,"
Joh 20,21 "Da sprach Jesus abermals zu ihnen:
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so
sende ich euch."
Der Apostel ist ein Gesandter, ein Bote, ein Botschafter
(vgl. Joh 13,16; Apg 14,14; 2.Kor 8,23; Gal 1,19).

Über die zwölf Apostel hinaus, die einmalige Apostel


Jesu Christi auf Erden waren, ernannte der Heilige Geist
ständige Apostel aus der Versammlung in Antiochien
(Apg 13,1-4; 14,14; 1.Thess 2,7).

Apg 14,14 "Als das die Apostel Barnabas und Paulus


hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter
das Volk und schrien:"
Eph 4,11 "Und einige hat er als Apostel eingesetzt,
einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer,"
Diese in Eph 4,11 genannte Kategorie von Aposteln ist
neutestamentlich und gibt es heute noch.

einmaliger Apostelständiger Apostel


echte Bedeutung
übertragene Bedeutung
Augenzeuge des Lebens Jesu Christi
Apg 1,21-22
mittelbarer Zeuge
Grundlage der Gemeinde
Eph 2,20

Aus Lk 9,1-5, wo Jesus den Auftrag des Apostels kurz


umreißt, und aus der Ausführung dieses Auftrages in
der Apostelgeschichte wissen wir, daß ein Apostel Jesu
Christi übergemeindlich und ungebunden arbeitet.

Der Apostel...

ist berufen und ausgesandt durch den Heiligen Geist:


Apg 13,2 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten,
sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und
Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe."
bleibt dem Heiligen Geist unterstellt:
Apg 13,4 "Nachdem sie nun ausgesandt waren vom
heiligen Geist, kamen sie nach Seleuzia und von da zu
Schiff nach Zypern."
Apg 16,1-10 s.d.
wird von Gemeinden materiell unterstützt und geistlich
durch Gebete getragen:
Phil 4,15 "Denn ihr Philipper wißt, daß am Anfang
meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus
Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft
gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein."
Röm 15,30 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder,
durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe
des Geistes, daß ihr mir kämpfen helft durch eure
Gebete für mich zu Gott,"
ist immer zuerst zu Orten unterwegs, an denen es am
Wort vom Kreuz mangelt:
Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle
Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes"
Röm 15,20 "Dabei habe ich meine Ehre darein
gesetzt, das Evangelium zu predigen, wo Christi Namen
noch nicht bekannt war, damit ich nicht auf einen
fremden Grund baute,"
Die Apostel sahen ihre vordringlichste Aufgabe in der
Gründung neuer Gemeinden. Dann kümmerten sie sich -
obwohl meistens abwesend, weil zu neuen Gründungen
unterwegs - um Aufbau, Organisation und vor allem um
das geistliche Fundament sowie um eine gesunde
Struktur der neugegründeten Gemeinden (siehe Briefe).

Heute verstehen wir unter "Apostel" etwa jene


Pioniermissionare, die unterwegs sind, um immer
wieder neue Gebiete mit der frohen Botschaft von Jesus
Christus zu erreichen. Sie behalten die Gründung und
nachher die Versorgung und Stärkung neuer Gemeinden
im Auge.

c) Prophet

Prophet bedeutet Wortempfänger und Wortverkündiger.


Jesus ist der Prophet:

5.Mose 18,15 "Einen Propheten wie mich wird dir der


Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen
Brüdern; dem sollt ihr gehorchen."
Wir unterscheiden - wie beim Apostel - zwischen dem
einmaligen Propheten und dem ständigen Propheten (s.
"Apostel").
Der einmalige Prophet ist in Verbindung mit der
Inspiration zu sehen -

Eph 2,20 "erbaut auf den Grund der Apostel und


Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist,"
wohingegen der ständige Prophet mit Erleuchtung zu
tun hat. Die heutigen Propheten sind gebunden an die
Schrift. Deshalb müssen ihre Aussagen an der Heiligen
Schrift geprüft werden.

1.Kor 14,29 "Auch von den Propheten laßt zwei oder


drei reden, und die andern laßt darüber urteilen."
Die Aufgabe der Propheten:

1.Kor 14,25 "was in seinem Herzen verborgen ist,


würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein
Angesicht, Gott anbeten und bekennen, daß Gott
wahrhaftig unter euch ist."
Apg 15,32 "Judas aber und Silas, die selbst
Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen
Reden und stärkten sie."
1.Kor 14,3 "Wer aber prophetisch redet, der redet
den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und
zur Tröstung."
Apg 11,27-30 "In diesen Tagen kamen Propheten von
Jerusalem nach Antiochia. Und einer von ihnen mit
Namen Agabus trat auf und sagte durch den Geist eine
große Hungersnot voraus, die über den ganzen Erdkreis
kommen sollte; dies geschah unter dem Kaiser
Klaudius. Aber unter den Jüngern beschloß ein jeder,
nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa
wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und
schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und
Saulus."
aber:

Apg 21,10-14 s.d.

ANREGUNGEN:

Zu erwähnen wäre hier noch der "falsche" Prophet,


dessen Geist geprüft und entlarvt werden muß.
1.Joh 4,1-4 "Ihr Lieben, glaubt nicht einem jedem
Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind;
denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in
die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein
jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das
Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder
Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott.
Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr
gehört habt, daß er kommen werde, und er ist jetzt
schon in der Welt. Kinder, ihr seid von Gott und habt
jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als
der, der in der Welt ist."
Es gibt auch "falsche" Apostel:
Offb 2,2 "Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und
deine Geduld und weiß, daß du die Bösen nicht ertragen
kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien
Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner
befunden,"

d) Evangelist

Der Dienst des Evangelisten ist auch eine Dienstgabe


für die Gemeinde.

Eph 4,11-12 "Und einige hat er als Apostel eingesetzt,


einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden
zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi
erbaut werden,"
Der Dienst des Evangelisten Philippus (Apg 21,8) wird in
Apg 8 beschrieben.

Der Evangelist hat die Gabe, das Heil für den


Nichtchristen zu interpretieren und die Gemeinde zur
Evangelisation zu motivieren.

e) Diakon

Am besten übersetzen wir ins Deutsche mit "Diener".


Das Leben Jesu Christi und auch unser Leben wird in
der Bibel als Diakonie (= Dienst) verstanden. Wer "dient"
heute noch?

Der Dienst eines "Dieners" scheint im Rahmen der


Gemeindearbeit unbegrenzt zu sein. Die hohen
Anforderungen in 1. Tim 3,8-12 und die Aussagen in V.
13 lassen die Vermutung zu, daß aus den Diakonen
wahrscheinlich auch Älteste oder Bischöfe werden
konnten (s. Apg. 6,2-6).

1.Tim 3,8-12 "Desgleichen sollen die Diakone ehrbar


sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht
schändlichen Gewinn suchen; sie sollen das Geheimnis
des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. Und man
soll sie zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind,
sollen sie den Dienst versehen. Desgleichen sollen ihre
Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu
in allen Dingen. Die Diakone sollen ein jeder der Mann
einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem
eigenem Haus gut vorstehen."

f) Gemeindeglied

Letztlich ist jedes Gemeindeglied verantwortlich für das,


was in der Gemeinde geschieht:

Phil 2,1-5 "Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist


Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist
herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine
Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid,
gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut
nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern
in Demut achte einer den andern höher als sich selbst,
und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch
auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch
gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus
Jesus entspricht"
1.Kor 5, 2+9-12 "Und ihr seid aufgeblasen und seid
nicht vielmehr traurig geworden, so daß ihr den aus
eurer Mitte verstoßen hättet, der diese Tat begangen
hat? [...] Ich habe euch in dem Brief geschrieben, daß ihr
nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen.
Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in
dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder
Götzendiener; sonst müßtet ihr ja die Welt räumen.
Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit
einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen läßt
und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein
Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold
oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen.
Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie
richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen
sind?"
1.Kor 14,29 "Auch von den Propheten laßt zwei oder
drei reden, und die andern laßt darüber urteilen."
Hebr 12,15 "und seht darauf, daß nicht jemand Gottes
Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel
aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie
unrein werden;"
Diese - und noch mehr - Verantwortungen gehören zum
"königlichen Priestertum".

1.Petr 2,9"Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die


königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des
Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten
dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu
seinem wunderbaren Licht;"

2. Das Amt der Ältesten

In der Praxis der neutestamentlichen Gemeinde


scheinen vier verschiedene "Dienst"bezeichnungen
(Luther: "Ämter") auf die gleiche Leitungsfunktion in der
Gemeinde hinzuweisen - wir nennen sie: "Älteste".

a) Definition

Apg 20,17 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus


und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen."
Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
In diesen Versen werden die griechischen Begriffe
presbyteros und episkopos austauschbar verwendet.

Auch in Tit 1,5+7 sind Älteste und Bischöfe identisch.

Tit 1,5+7 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du


vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall
in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen
habe: [...] Denn ein Bischof soll untadelig sein als ein
Haushalter Gottes, nicht eigensinnig, nicht jähzornig,
kein Säufer, nicht streitsüchtig, nicht schändlichen
Gewinn suchen;"
Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt,
einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer,"
Als Hirten und Lehrer sehen wir die Ältesten in:

1.Petr 5,1-4 "Die Ältesten unter euch ermahne ich, der


Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch
teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll:
Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet
auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott
gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern
von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde,
sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn
erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone
der Herrlichkeit empfangen."
1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut
vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert,
besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre."
Wir wollen in den verschiedenen Bezeichnungen
durchaus verschiedene Betonungen, Aspekte des
Ältestendienstes sehen. Sie gehen ja bereits aus den
Bezeichnungen hervor.

Wir stellen fest, daß nie eine Frau in Verbindung mit den
verschiedenen Ausdrücken für Älteste erwähnt wird.
Auch scheint es, daß in den NT-Gemeinden immer
mehrere Älteste waren.

Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Phil 1,1 "Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu,
an alle Heiligen in Christus Jesus in Philippi samt den
Bischöfen und Diakonen:"

b) Entstehung

Nicht die Apostel haben die Arbeitsteilung in der


Gemeinde eingeführt, sondern der Herr - der dreieinige
Gott.

1.Kor 12,28 "Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt


erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer,
dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu
helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede."
Eph 4,11 "Und er (Christus) hat einige als Apostel
eingesetzt,einige als Propheten, einige als Evangelisten,
einige als Hirten und Lehrer,"
Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Die Ämter entstanden also nicht durch langsame
Weiterentwicklung oder menschliche Anstrengung,
sondern waren von Anfang an Gottes Gabe. Die
Gemeinde war sofort funktionsfähig.
Das Wort "Älteste" finden wir zum ersten Mal in 1.Mose
50,7.

1.Mose 50,7 "Da zog Joseph hinauf, seinen Vater zu


begraben. Und es zogen mit ihm alle Großen des
Pharao, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten
des Landes Ägypten."
Es ist anzunehmen, daß es sich hier um "Älteste" im
wörtlichen Sinne gehandelt hat. Seit Mose ist der Dienst
der Ältesten eine ständige Einrichtung. Der Begriff war
also unter den Juden sehr geläufig. Der Erstgeborene
hatte in den Familien die natürliche Autorität und
Führerschaft. Aus den Sippen-Ältesten erwählte sich
Mose siebzig Männer zur Mithilfe bei der Führung des
Volkes. Als später der Hohe Rat entstand (nach der
babylonischen Gefangenschaft), waren auch
Abgeordnete des Volkes dabei, die man Älteste nannte.
Diese waren auch die erklärten Feinde unseres Herrn
Jesu Christi. Einen konkreten Übergang vom AT- zum
NT-Ältesten können wir nicht mit Sicherheit feststellen.

Vermutlich waren die 12 Apostel auch die ersten


Ältesten. Keine anderen Personen als die Apostel hätten
diesen Dienst am Anfang der Gemeinde erfüllen können.
Bei der ersten Erwähnung von Ältesten in Verbindung
mit der christlichen Gemeinde, sind diese schon in
ihrem Amt.

Apg 11,30 "Das taten sie auch und schickten sie zu


den Ältesten durch Barnabas und Saulus."

ANREGUNG:
Gelten Älteste nur in der jeweiligen lokalen Gemeinde
als Älteste?

3. Die Qualifikationen der Ältesten

1.Tim 3,1-7 "Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein


Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe.
Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer
einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei,
geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig,
sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig,
einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und
gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn
jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß,
wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? Er soll kein
Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem
Urteil des Teufels verfalle. Er muß aber auch einen
guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er
nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der
Schlinge des Teufels."
Tit 1,5-9 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du
vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall
in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen
habe: wenn einer untadelig ist, Mann einer einzigen
Frau, der gläubige Kinder hat, die nicht im Ruf stehen,
liederlich oder ungehorsam zu sein. Denn ein Bischof
soll untadelig sein als Haushalter Gottes, nicht
eigensinnig, nicht jähzornig, kein Säufer, nicht
streitsüchtig, nicht schändlichen Gewinn suchen;
sondern gastfrei, gütig, besonnen, gerecht, fromm,
enthaltsam; er halte sich an das Wort der Lehre, das
gewiß ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der
heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die
widersprechen."
Die geistlichen Anforderungen an die Ältesten sind sehr
hoch. Das Bischofsamt ist ein "köstliches Werk". Aus
den gelesenen Versen geht eindeutig hervor, daß nur
bewährte Christen für dieses Amt in Frage kommen. Wir
schauen an dieser Stelle hinein in eine schreckliche Not
unsrer Zeit. Wo sind Bischöfe, Älteste, die diesen
geistlichen Anforderungen genügen? Darum ist so
wenig klare Leitung in unseren Gemeinden vorhanden.

a) Gutes Charakterzeugnis

Es fällt auf, daß die Anforderungen nicht in erster Linie


Wissen und Gelehrsamkeit oder fachmännisches
Können sind, sondern vielmehr die praktische Liebe
zum Herrn und den "Brüdern", die Demut, die
Bereitschaft zum Verzicht auf eigenen Vorteil, der
vorbildliche Wandel. Zusammengetragen könnten die
Stichworte wie folgt aussehen:

unantastbar
untadelig
nüchtern
besonnen
vernünftig
milde
liebreich
weise
leidenschaftslos
maßhaltend
würdig
anständig
enthaltsam
anspruchslos
gastfrei
ordentlich
züchtig

b) Gutes Familienzeugnis

1.Tim 3,5 "Denn wenn jemand seinem eigenen Haus


nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde
Gottes sorgen?"
Folgende Aussagen gehen aus dem Text hervor:

eine männliche Person


verheiratet
gehorsame Kinder
gläubige Kinder
klares Eheverhältnis

c) Gutes Zeugnis vor der Welt

1.Tim 3,7 "Er muß aber auch einen guten Ruf haben bei
denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht
werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels."

d) Gutes Zeugnis in der Gemeinde

Es geht nicht in erster Linie um "Fachleute" (Lehrer,


Rechtsanwälte, hohe Beamte usw.), sondern um
geistlich bevollmächtigte Männer:

voll des Geistes


ausgerüstet und bewährt in der Geistesgabe der Leitung
nicht ein Jungbekehrter
Die geistlichen Anforderungen für den Dienst in der
Gemeinde des Herrn sind hoch. Es ist ja Arbeit im und
am Hause Gottes. Es ist gemeinsames Wirken mit dem
Auftraggeber, Jesus Christus.

Wer ist überhaupt zu einem solchen Dienst tüchtig?

2.Kor 3,5-6 "Nicht daß wir tüchtig sind von uns


selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber;
sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch
tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes,
nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der
Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig."
1.Petr 5,3"nicht als Herren über die Gemeinde, sondern
als Vorbilder der Herde."
Eine Gemeinde muß ihren Ältesten auch Wachstum
zubilligen.

ILLUSTRATION:

Vergleichen Sie sogenannte "Charakterzeugnisse" von


Bibelschulen oder Missionsgesellschaften mit dem
obigen Abschnitt.

ANREGUNGEN:

Man stelle sich Pioniermissionare vor. Neubekehrte


scharen sich zusammen. Es müssen Älteste eingesetzt
werden (vielleicht Analphabeten, mit mehreren Frauen,
usw.). Wie gut, dann zu wissen: "Ich will bauen meine
Gemeinde!" - "Der Herr hat gesetzt...!"
Die Ältesten waren nicht immer die nach Lebensjahren
Älteren. Timotheus z.B. war relativ jung und doch
Ältester (1.Tim 4,11-12). Sicher aber waren die Ältesten
die Erfahrenen, Reifsten und zuerst Bekehrten (1.Kor
16,15-16).

4. Die Berufung der Ältesten

Sofort nach der Entstehung der Gemeinden - noch auf


der ersten Missionsreise des Paulus - wurden ihnen
Älteste verordnet. Auf der Insel Kreta, wo Paulus das
nicht hatte tun können, wurde Titus damit beauftragt.

Apg 14, 21-23 "und sie predigten dieser Stadt das


Evangelium und machten viele zu Jüngern. Dann
kehrten sie zurück nach Lystra und Ikonion und
Antiochia, stärkten die Seelen der Jünger und
ermahnten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten: Wir
müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes
eingehen. Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein,
beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an
den sie gläubig geworden waren."
Apg 20,17+28 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus
und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen. [...] So habt
nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der
euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu
weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes
Blut erworben hat."
Phil 1,1 "Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu,
an alle Heiligen in Christus Jesus in Philippi samt den
Bischöfen und Diakonen:"
Tit 1,5 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß
duvollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und
überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir
befohlen habe:"

a) Eingesetzt von Gott

1.Kor 12,28 "Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt


erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer,
dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu
helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede."
Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Apg 13,2 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten,
sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und
Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe."
Apg 26,15-16 "Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Der
Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nun
auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir
erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum
Zeugen für das, was du von mir gesehen hast und was
ich dir noch zeigen will."

b) Eingesetzt von Menschen

Im NT finden wir die Einsetzung von Ältesten durch


einen oder mehrere Brüder, die geistliche Autorität
besitzen.

Apg 14,23 "Und sie setzten in jeder Gemeinde


Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem
Herrn, an den sie gläubig geworden waren."
Tit 1,5 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du
vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall
in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen
habe"

Wie tat der Heilige Geist sich der Gemeinde kund?

durch Propheten
1.Tim 1,18 "Diese Botschaft vertraue ich dir an, mein
Sohn Timotheus, nach den Weissagungen, die früher
über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft einen
guten Kampf kämpfst"
1.Tim 4,14 "Laß nicht außer acht die Gabe in dir, die
dir gegeben ist durch Weissagung mit Handauflegung
der Ältesten."
durch die Apostel
Apg 14,23 "Und sie setzten in jeder Gemeinde
Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem
Herrn, an den sie gläubig geworden waren."
Tit 1,5 "Deswegen ließ ich dich in Kreta, daß du
vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall
in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen
habe:"
durch die betende Gemeinde
Apg 13,2 "Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten,
sprach der Heilig Geist: Sondert mir aus Barnabas und
Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe."

Die ganze Gemeinde hat anscheinend solche Winke des


Heiligen Geistes bestätigt. (Hier allerdings in einem
anderen Zusammenhang:)

Apg 15,28 "Denn es gefällt dem Heiligen Geist und


uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese
notwendigen Dinge:"
Auch die ganze Gemeinde kann an der Wahl von
Dienern beteiligt werden.

Apg 6,2-3 "Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger
zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, daß wir für
die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes
vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch
um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten
Ruf haben und voll heiligen Geistes und Wahrheit sind,
die wir bestellen wollen zu diesem Dienst."
Natürlich besaß Paulus als Apostel eine besondere
Autorität, so daß die Gemeinden in seiner Meinung des
Herrn Willen erkannten. Bedeutsam aber bleibt, daß die
Gemeinden bei der wichtigen Frage der
Ältestenberufung die Sprache des Heiligen Geistes
vernahmen.

Wie das ganz praktisch ausgesehen hat, können wir


nicht feststellen. Es war ein Zusammenwirken der schon
leitenden Männer mit der gesamten Gemeinde.

Die Gemeindeleitung war ein Geschenk des Herrn. Die


leitenden Brüder wußten sich persönlich vom Herrn
berufen, aber sie stellten sich nicht selbst der Gemeinde
vor, sondern wurden von der Gemeinde erkannt, gewollt
und bestätigt.

Wir stellen fest, daß es keine starre Form der Berufung


gibt. Es soll der Führung des Heiligen Geistes
überlassen werden, welchen Weg Er benutzen möchte.
Wichtig ist, daß die Berufenen geistliche Autorität
besitzen und vom Herrn bestätigt sind.
c) Art und Weise der Einsetzung

Die Amtseinsetzung oder der Amtsantritt kann durch


Handauflegung erfolgen:

Apg 6,6 "Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die
beteten und legten die Hände auf sie."
Apg 13,3 "Da fasteten sie und beteten und legten die
Hände auf sie und ließen sie ziehen."
1.Tim 4,14 "Laß nicht außer acht die Gabe in dir, die
dir gegeben ist durch Weissagnung mit Handauflegung
der Ältesten."
2.Tim 1,6 "Aus diesem Grund erinnere ich dich daran,
daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch
die Auflegung meiner Hände."
1.Tim 5,22 "Die Hände lege niemandem zu bald auf;
habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber
rein!"
Wir finden nur 4mal Handauflegung in Verbindung mit
der Einsetzung von Mitarbeitern in der Gemeinde. Es
gibt darüberhinaus noch 14mal Handauflegung bei
Krankenheilungen, Kindersegnung und Taufe.

Für dieses Handauflegen gibt es aber keine


"privilegierte Klasse". Die höchste menschliche
Autorität der lokalen Gemeinden auf Erden ist die lokale
Gemeinde selbst.

Möge der Herr Seiner Gemeinde wieder bevollmächtigte


Diener erwecken! Mögen wir selbst im Bewußtsein
unserer hohen Berufung wahre Diener sein!
ANREGUNGEN:

Wie haben wir in diesem Zusammenhang den Begriff


"Ordination" zu verstehen?
Ist "Vollmachtsposition" ("Ordination") - durch
Handauflegung - Voraussetzung für kirchliche
Handlungen, z.B.: Taufe, Abendmahlsausteilung?
Hat Einsetzung durch Handauflegung lebenslängliche
Gültigkeit?

5. Der Dienst der Ältesten

Unter den Ältesten gibt es keine Hierarchie. Allerdings


spricht die Schrift von einem sogenannten
"Gemeindeleiter".

1.Petr 5,1"Die Ältesten unter euch ermahne ich, der


Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch
teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll:"
3.Joh 1 "Der Älteste an Gajus, den Lieben, den ich lieb
habe in der Wahrheit."
Offb 2 - 3 s. d.
Es gibt eine Aufgabenaufteilung nach Verantwortung
und Gaben. Jemand wird bestimmt, der die Gemeinde
nach außen vertritt. (Verwaltung, Verein, usw.)

Ältestendienst bezeichnet die Schrift in 1.Tim 3,1 als


"köstliches Werk" (Luther), "schönes Werk"
(Elberfelder) und "edles Werk" (Zürcher). Nennen wir
verschiedene Bereiche dieses Werkes:

a) Leiten
1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut
vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert,
besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre."
Hebr 13,17 "Gehorcht euren Lehrern [wörtlich: Leiter]
und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen - und
dafür müssen sie Rechenschaft geben -, damit sie das
mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre
nicht gut für euch."
Es gibt Älteste, die vorstehen, verwalten, organisieren,
leiten usw.

Apg 11,29-30 "Aber unter den Jüngern beschloß ein


jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa
wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und
schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und
Saulus."
Apg 20, 17 "Aber von Milet sandte er nach Ephesus
und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen."

b) Lehren

Tit 1,9 "er halte sich an das Wort der Lehre, das
gewiß ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der
heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die
widersprechen."
Die Schrift meint wahrscheinlich nicht, daß jeder der
Ältesten die Gabe des Lehrens haben muß, jedoch
sollten Männer mit dieser Gabe unter ihnen sein.

1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut


vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert,
besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre."
c) Hirtendienst

1.Petr 5,1-4 "Die Ältesten unter euch ermahne ich, der


Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch
teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll:
Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet
auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott
gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern
von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde,
sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn
erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone
der Herrlichkeit empfangen."
Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Älteste sollen in der Liebe Gottes Seelsorger sein und
als Hirten achthaben auf die Herde.

Hebr 12,15 "und seht darauf, daß nicht jemand Gottes


Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel
aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie
unrein werden;"
Weiden bedeutet hegen, hüten, warten, führen und
lenken, wobei die innere Haltung aufgezeigt wird:

nicht gezwungen, sondern willig


nicht um Gewinnes willen, sondern von Herzensgrund
nicht herrschen, sondern Vorbilder
Vorbild für alles Dienen ist Jesus Christus - der gute
Hirte (Joh 10).

Mk 10,45 "Denn der Menschensohn ist nicht gekommen,


daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein
Leben gebe als Lösegeld für viele."

d) Gebet über Kranken

Jak 5,14 "Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich
die Ältesten der Gemeinde, daß sie über ihm beten und
ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn."
Diesen Vorgang unterscheiden wir von:

Mk 16,18 "Schlangen mit den Händen hochheben, und


wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht
schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so
wird's besser mit ihnen werden."
und auch von:

1.Kor 12,9 "einem andern Glaube, in demselben


Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in
dem einen Geist;"
Bei der Gabe der Krankenheilung ist der Glaube dessen,
der die Gabe trägt, Voraussetzung. In Jak 5,14 liegt die
Probe des Glaubens beim Kranken. Im Ruf der Ältesten
an sein Bett kann ein korrigiertes Verhältnis zur
Gemeinde und zu den Ältesten wachsen. Es kann sogar
eine Demütigung des Kranken mit der Bitte um das
Gebet der Ältesten verbunden sein. Die Ältesten
ihrerseits sind auf das Gerufenwerden durch den
Kranken angewiesen. Für sie ist nicht entscheidend, ob
sie die Gabe der Krankenheilung haben. Auch auf diese
Weise baut der Herr Seine Gemeinde.

ANREGUNGEN:
Wie heißen die einzelnen Handlungsschritte in Jak 5,14-
15
Wozu kann Krankheit dienen?

e) Gemeindezucht

In Offb 2 und 3 wird der Älteste der Gemeinde vom


Herrn angesprochen und ermahnt, Zucht auszuüben.
Doch auch Älteste müssen in Zucht genommen werden.

1.Tim 5,19-20 "Gegen einen Ältesten nimm keine Klage


an ohne zwei oder drei Zeugen. Die da sündigen, die
weise zurecht vor allen, damit sich auch die andern
fürchten."
Tit 1,9 "er halte sich an das Wort der Lehre, das
gewiß ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der
heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die
wiedersprechen."
Die Ältesten sind keine vollkommenen Personen. Das
Ziel ihrer öffentlichen Zurechtweisung ist, daß die
Gemeindeglieder Gott mehr fürchten und dabei die
Sünde mehr hassen.

6. Das Verhältnis der Gemeinde zu den Ältesten

a) Würde

1.Tim 5,17 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut


vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert,
besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre."
1.Thess 5,12-13 "Wir bitten euch aber, liebe Brüder,
erkennt an, die an euch arbeiten und euch vorstehen in
dem Herrn und euch ermahnen; habt sie um so lieber
um ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander."

b) Schutz

Dieser Schutz gegen Verleumdung und Intrigen ist von


Gott gegeben:

1.Tim 5,19 "Gegen einen Ältesten nimm keine Klage


an ohne zwei oder drei Zeugen."

c) Versorgung

1.Tim 5,17-18 "Die Ältesten, die der Gemeinde gut


vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert,
besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre.
Denn die Schrift sagt: 'Du sollst dem Ochsen, der da
drischt, nicht das Maul verbinden'; und 'Ein Arbeiter ist
seines Lohnes wert'"
Gal 6,6 "Wer aber unterrichtet wird am Wort, der gebe
dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten."
Es ist Aufgabe der Gemeinde, die Ältesten finanziell und
materiell zu unterstützen.

d) Gehorsam

Hebr 13,17 "Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen,


denn sie wachen über eure Seelen - und dafür müssen
sie Rechenschaft geben -, damit sie das mit Freuden tun
und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für
euch."

VII. Kapitel: Die symbolischen Handlungen der


Gemeinde

Wir verstehen unter "symbolischer Handlung":

Ein äußerer Ritus - von Christus eingesetzt - durch den


das Erlösungswerk Christi und dessen Annahme im
Glauben symbolisch dargestelllt wird. Ein Zeichen,
durch das dem Gläubigen die geistliche Wahrheit
lebendig vorgestellt und neu bestätigt wird.
"Symbolische Handlungen" werden sowohl von der
evangelischen als auch von der katholischen Kirche als
"Sakramente" bezeichnet, wobei erstere zwei
Sakramente (Taufe und Abendmahl), letztere sieben
(Ordination, Firmung, Ehe, letzte Ölung, Beichte, Taufe
und Abendmahl) kennt.

Die evangelische Kirche versteht unter "Sakrament":

"Von Christus eingesetzte heilige Handlungen, in denen


uns vermittelst irdischer Zeichen himmlische Gaben
gereicht werden."

Die katholische Kirche geht noch etwas weiter und sieht


in den Sakramenten selbst - dank ihrer göttlichen
Einsetzung - eine gnadenübermittelnde Kraft.

Wir wollen den Ausdruck "Sakrament" vermeiden, um


nicht einem unbiblischen Sakramentalismus Vorschub
zu leisten. Dieser Sakramentalismus ist wohl die größte
Irrlehre aller Zeiten. Durch ihn sind Millionen von
Menschen verführt worden und werden noch immer
verführt. Mögen wir nicht nur einen klaren Blick,
sondern auch eine klare Verkündigung für die biblische
Wahrheit in bezug auf Taufe und Abendmahl haben.

1. Die Taufe

"Wie du die Taufe ansiehst, das bestimmt deine


Auffassung von fast allen anderen biblischen
Wahrheiten." (Spurgeon).

a) Die Taufe in der Bibel

(1) Die Waschungen im AT

Das AT kennt keine "Taufe" in unserem Sinne. Jedoch


bestimmte das Gesetz "Waschungen", z.B. von
Priestern:

2.Mose 29,4 "Und du sollst Aaron und seine Söhne vor


die Tür der Stiftshütte treten lassen und sie mit Wasser
waschen"
Für gewisse Unreine und Kranke gebot das Gesetz
ebenfalls Waschungen.

3.Mose 14,8-9 "Der aber, der sich reinigt, soll seine


Kleider waschen und alle seine Haare abscheren und
sich mit Wasser abwaschen, so ist er rein. Danach gehe
er ins Lager; doch soll er sieben Tage außerhalb seines
Zeltes bleiben. Und am siebenten Tage soll er alle seine
Haare abscheren auf dem Kopf, am Bart, an den
Augenbrauen, daß alle Haare abgeschoren seien, und
soll seine Kleider waschen und seinen Leib mit Wasser
abwaschen, so ist er rein."
Siehe auch 2.Kön 5,14: der aussätzige Naemann "taucht
unter" im Jordan.

(2) Die Taufe des Johannes

Eine richtige Taufe begegnet uns erst bei Johannes dem


Täufer. Er taufte die Bußfertigen mit der Taufe der Buße.

Mt 3,6-8+11 "und ließen sich taufen von ihm im Jordan


und bekannten ihre Sünden. Als er nun viele Pharisäer
und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er
zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiß
gemacht, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?
Seht zu, bringt rechtschaffende Frucht der Buße! [...] Ich
taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir
kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die
Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen Geist
und mit Feuer taufen."
Dieser Taufe der Buße hat sich auch der Herr Jesus zu
Beginn Seines Dienstes unterzogen.

Mt 3,13 "Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den


Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe."
Die Taufe Jesu war ein Sündenbekenntnis, aber nicht
der eigenen Schuld, sondern der Sünde der ganzen
Menschheit. So erklärt sich Jesus solidarisch mit allen
Menschen. Durch die Taufe "erfüllt Er alle Gerechtigkeit"
(Mt 3,15) Durch sie zeigt Er aber auch erstmals Seinen
weiteren Weg an: sterben, begraben werden und
auferstehen.

Die Taufe des Johannes mag sich an die Waschungen


im AT anlehnen. Zu seiner Zeit kam auch die
Proselytentaufe bei den Juden auf - vollzogen an
Heiden, die zum Judentum übertraten. Wahrscheinlicher
ist ein göttlicher und damit prophetischer Auftrag:

Mt 21,25-26 "Woher war die Taufe des Johannes? War


sie vom Himmel oder von den Menschen? Da bedachten
sie's bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie war
vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr
ihm dann nicht geglaubt? Sagen wir aber, sie war von
Menschen, so müssen wir uns vor dem Volk fürchten,
denn sie halten alle Johannes für einen Propheten."
s.a. Joh 1,33.

(3) Die Taufe der Jünger Jesu

Bald nach dem öffentlichen Auftreten des Herrn ließ


auch Er taufen.

Joh 4,1-2 "Als nun Jesus erfuhr, daß den Pharisäern zu


Ohren gekommen war, daß er mehr zu Jüngern machte
und taufte als Johannes - obwohl Jesus nicht selber
taufte, sondern seine Jünger -"
Diese Taufe kann verglichen werden mit der Taufe des
Johannes. Auch bei Jesu Botschaft galt es, Buße zu tun
und sich taufen zu lassen.
Johannes:

Mt 3,2 "und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich


ist nahe herbeigekommen!"
Jesus:

Mt 4,17 "Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut


Buße, denn das Himmelreich ist nahe
herbeigekommen!"

(4) Die Geistestaufe

Wie wir schon früher gesehen haben, hat die


Geistestaufe mit der Wassertaufe nichts zu tun. Durch
die Geistestaufe wird der Gläubiggewordene in den Leib
Christi hineingetauft.

1.Kor 12,13 "Denn wir sind durch einen Geist alle zu


einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen,
Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist
getränkt."
Beachte dazu auch Apg 10,44-48: vor der Wassertaufe
die Geistestaufe - und Apg 8,12-17: nach der
Wassertaufe die Geistestaufe.

Wir wollen uns nun mit der christlichen oder


neutestamentlichen Wassertaufe (= Glaubenstaufe)
beschäftigen.

b) Die Einsetzung der Glaubenstaufe

Ehe Jesus gen Himmel fuhr, gab Er Seinen Jüngern den


Taufbefehl.

Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle


Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes"
In der Tauflehre der Apostel finden wir allerdings nur
eine Bezugnahme auf Christus.

Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder


von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi,
zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des heiligen Geistes."
Apg 10,48 "Und er befahl, sie zu taufen in dem
Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage
dazubleiben."
Röm 6,3 "Oder wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf
Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod
getauft?"
Gal 3,27 "Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid,
habt Christus angezogen."
Die Taufe wurde also vom Herrn Jesus selbst befohlen
und eingesetzt.

c) Die Art und Weise der Glaubenstaufe

(1) Taufe durch Untertauchen

Das NT kennt nur die Taufe durch Untertauchen.

das griechische Wort "baptizo" heißt untertauchen


(baptoo = eintauchen).
Lk 16,24 "Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich
meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines
Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle;
denn ich leide Pein in diesen Flammen."
Joh 13,26 "Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den
Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen,
tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon
Iskariot."
die Umstände der berichteten Taufen zeigen, daß die
Täuflinge untergetaucht wurden.
Joh 3,23 "Johannes aber taufte auch noch in Änon,
nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie
kamen und ließen sich taufen."
Mk 1,10 "Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah
er, daß sich der Himmel auftat und der Geist wie eine
Taube herabkam auf ihn."
Apg 8,39 "Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen,
entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der
Kämmerer sah ihn nicht mehr, er zog aber seine Straße
fröhlich."
Auch die nachfolgenden Jahrhunderte zeigen eine
Taufpraxis durch Untertauchen (auch bei Säuglingen).

Es ist nicht nur das Vorbild der Taufpraxis der ersten


Gemeinde, das uns nur eine Taufe durch Untertauchen
erkennen läßt, sondern auch der Inhalt, auf den durch
die symbolische Handlung der Taufe hingewiesen wird.
Nur das Bild des Untertauchens kann das "Abwaschen"
in Apg 22,16 verständlich machen.
Apg 22,16 "Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß
dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du
seinen Namen anrufst." (EÜ)

(2) Taufe aufgrund von Glauben


Jesus lehrte Seine Jünger:

Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle


Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes"
Mk 16,16 "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig
werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt
werden."
Die Apostel befolgten den Auftrag ihres Herrn:

Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder


von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi,
zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des heiligen Geistes."
Apg 8,35-37 "Philippus aber tat seinen Mund auf und
fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das
Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße
dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der
Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich
mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Wenn du von
ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber
antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus
Gottes Sohn ist."
Apg 18,8 "Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge,
kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen
Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, wurden
gläubig und ließen sich taufen."
Die Neubekehrten wurden sofort nach ihrer Bekehrung
getauft. Sich zu bekehren, ohne sich taufen zu lassen,
schien unbekannt zu sein. Deshalb sind folgende Stellen
als Gleichsetzung von Glaube und Taufe zu verstehen:

Röm 6,3 "Oder wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf
Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod
getauft?"
Gal 3,26-27 "Denn ihr seid alle durch den Glauben
Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr
auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen."
Kol 2,11-12 "Mit ihm seid ihr begraben worden durch
die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den
Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat
von den Toten. Und er hat euch mit ihm lebendig
gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der
Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns
vergeben alle Sünden!"
Wer glaubte, wurde (und war) getauft! Der Glaube findet
in der Taufe seinen Ausdruck. Das ging so weit, daß der
Glaube sogar mit der Taufe angesprochen werden
konnte.

Die sofortige Taufe nach dem Gläubigwerden sehen wir


auch in:

Apg 2,38-41 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und


jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu
Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr
empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch
und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die
fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und
ermahnte sie und sprach: Laßt euch erretten aus diesem
verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort annahmen,
ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden
hinzugefügt etwa dreitausend Menschen."
Apg 8,35-38 "Philippus aber tat seinen Mund auf und
fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das
Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße
dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der
Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich
mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Wenn du von
ganzen Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber
antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus
Gottes Sohn ist. Und er ließ den Wagen halten, und
beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der
Kämmerer, und er taufte ihn."
Apg 10,44-48 "Während Petrus noch diese Worte
redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort
zuhörten. Und die gläubig gewordenen Juden, die mit
Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf
die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen
wurde; denn sie hörten, daß sie in Zungen redeten und
Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Kann auch
jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den
heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir? Und er
befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da
baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben."
Apg 16, 31-33 "Sie sprachen: Glaube an den Herrn
Jesus, so wirst du und dein Haus selig! Und sie sagten
ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause
waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der
Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich
und alle die Seinen sogleich taufen"
Die Taufe ist an die Bekehrung gebunden. Nur ein
Bekehrter darf getauft werden. Dabei haben wir in der
Schrift keine Aussage über:

das Alter des Täuflings


die Bewährung oder Heiligung des Täuflings
Wir verlassen uns beim Taufen auf das Zeugnis des
Täuflings und taufen ihn aufgrund seines
Bekenntnisses.
ANREGUNGEN:

Das erste Zeugnis für Säuglingstaufe stammt von


Irenäus aus dem Jahre 175. Diesen aufkommenden
Mißbrauch der Taufe bekämpft Tertullian (160-220). Weil
Augustin (354-430) in der Taufe die Tilgung der
Erbsünde und die Wiedergeburt sieht, schreibt er von
der Säuglingstaufe: "Obgleich sie (Kinder) noch nicht
zur Gerechtigkeit mit dem Herzen glauben und mit dem
Munde bekennen können, ja sogar wimmernd gegen das
Sakrament sich sträuben, behauptet doch niemand, daß
sie vergeblich getauft wurden."
Dabei ist aber zu vermerken, daß in vielen Fällen - im
Gegensatz zu heute - die Kleinkinder auch
untergetaucht wurden.
1129 entschied das Konzil von Nancy für die
Kindertaufe. Zu der Zeit waren 6 verschiedene Taufen
üblich (Erwachsene, Kinder und Ungläubige sowohl
durch Besprengung als auch Untertauchen). Jede
andere Form wurde verflucht. Damit begann die
Verfolgung der Täufer. Z.Zt. Luthers ca. 2 Millionen
gläubiggetaufte Täufer.

d) Die Bedeutung der Glaubenstaufe

(1) Gehorsamsakt

Die Taufe ist ein Befehl Jesu Christi.

Joh 14,15 "Liebt ihr mich, so werdet ihr meine


Gebote halten."
So sind Taufe und Liebe zu Jesus eng miteinander
verbunden. Denn die Taufe ist ein Gehorsamsakt. Der
Taufbefehl gehört zum Missionsbefehl:

Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle


Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes"
Apg 2,38 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder
von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi,
zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des heiligen Geistes."
Sogar Jesus ließ sich taufen, um alle Gerechtigkeit zu
erfüllen (Mt 3,15).

Die Aussagen des Apostel Paulus stehen nicht im


Widerspruch zum Taufbefehl unseres Herrn.

1.Kor 1,14-17 "Ich danke Gott, daß ich niemanden unter


euch getauft habe außer Krispus und Gajus, damit nicht
jemand sagen kann, ihr wäret auf meinen Namen
getauft. Ich habe aber auch Stephanus und sein Haus
getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemand
getauft habe. Denn Christus hat mich nicht gesandt zu
taufen, sondern das Evangelium zu predigen - nicht mit
klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte
werde."
Wer diese Verse als Argument, daß die Glaubenstaufe
nicht notwendig sei, gebrauchen möchte, übersieht den
Zusammenhang: "... auf daß niemand sage, daß ich auf
meinen Namen getauft habe". Es handelt sich um eine
Äußerung gegen den Mißbrauch der Autorität des
Täufers. Um diesen Mißbrauch zu vermeiden, lehrte
zwar Paulus die Taufe, überließ aber das Taufen
anderen. Wie wichtig für ihn die Taufe war, zeigt sein
eigenes Verlangen, sich nach der Bekehrung taufen zu
lassen.
Apg 9,18 "Und sogleich fiel es von seinen Augen wie
Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand
auf, ließ sich taufen"
Diese Wichtigkeit der Taufe bringt Paulus im
Epheserbrief zum Ausdruck:

Eph 4,5 "ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;"


Wir lesen auch in:

Hebr 6,1-2 "Darum wollen wir jetzt lassen, was am


Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum
Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den
Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit
dem Glauben an Gott, mit der Lehre vom Taufen, vom
Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und
vom ewigen Gericht."

ANREGUNGEN:

Manche wenden ein, daß sie schon getauft sind, und


zwar als Säuglinge. Sie verstehen die Taufe ihrem
Wesen nach als unwiederholbar. Wir haben schon
gesehen, daß der eigene, persönliche Glaube
untrennbar mit der Taufe verbunden ist. Insofern ist eine
Säuglingstaufe keine Taufe im biblischen Sinne. Damit
hat sie auch keine biblische Gültigkeit. Von diesem
Standpunkt aus betrachtet, kann man von der
"Glaubenstaufe" - die nach längerer Zeit der
Säuglingstaufe folgt - auch nicht von einer
"Wiedertaufe" sprechen; und selbst wenn man es täte,
würde man sich auf biblische Aussagen berufen
können. Die Bibel zeigt "Wiedertaufe" Apg 19,1-6.
Wir müssen unterscheiden zwischen einem kirchlichen
Ritual und der biblischen Bedeutung der Taufe. Durch
den Gehorsam dem Taufbefehl gegenüber haben wir ein
gutes Gewissen Gott gegenüber (1.Petr 3,21).
Was antworten wir, wenn die Säuglingstaufe durch eine
Kindersegnung ersetzt werden soll? Wie steht es mit
einer Kindersegnung generell?

(2) Bekenntnis

Eine weitere Bedeutung der Taufe liegt in ihrem


Zeugnis- oder Bekenntnischarakter.

Apg 2,38-41 "Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und


jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu
Christi, zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr
empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Die nun sein
Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage
wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen."
Apg 8,37-38 "Philippus aber sprach: Wenn du von
ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen. Er aber
antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus
Gottes Sohn ist. Und er ließ den Wagen halten, und
beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der
Kämmerer, und er taufte ihn."
Sie offenbart nach außen eine am inwendigen Menschen
geschehene Tat. Durch die Taufe wird in einer
äußerlichen Handlung bezeugt, was innerlich durch den
Glauben geschehen ist. Daher nennen wir die Taufe
auch Glaubenstaufe. Hier wird eine unsichtbare
Wahrheit durch die sichtbare Taufe bezeugt. Deshalb
sollte sie auch in der Öffentlichkeit stattfinden - am
besten im Rahmen der Heimatgemeinde. Der
Gemeinderahmen ist aber nicht Vorschrift (man bedenke
die Missionssituation) oder:
Apg 8,38 "Und er ließ den Wagen halten, und beide
stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der
Kämmerer, und er taufte ihn."

(3) Symbolhandlung

Die symbolische Handlung der Taufe sagt aus, daß der


Gläubiggewordene

mit Christus gestorben


mit Christus begraben und
mit Christus auferstanden ist
Röm 6,3-4 "Oder wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf
Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod
getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die
Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von
den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in
einem neuen Leben wandeln."
Das Ziel des Sterbens ist Leben. Sterben ist die
notwendige Voraussetzung für die Auferstehung zu
einem neuen Leben in Christus.

1.Petr 3,21 "Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt
auch euchrettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom
Leib gewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes
Gewissen durch die Auferstehung Jesu Christi,"
Gal 3,26-27 "Denn ihr seid alle durch den Glauben
Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr
auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen."
Das Taufbecken oder der Fluß, in dem man sich taufen
läßt, stellt ein offenes Grab dar, worin der Täufling
sinnbildlich begraben wird. Das Wasser deckt ihn zu.
Das neue Leben in Christus wird durch das
Hervorkommen des Täuflings versinnbildlicht. Erst nach
dem Sterben ist Auferstehung möglich. Nun wird uns
auch deutlich, warum Taufen durch "Unter-tauchen"
vollzogen wird. Wenn schon die Taufe ein Symbol der
Identifikation des Gläubigen mit Christus in Seinem
Begrabenwerden und Auferstehen ist, dann sollte auch
die Art und Weise des Taufens so weit wie möglich
damit übereinstimmen.

(4) Identifikation

Der Taufe kommt auch eine mystische Bedeutung zu.


Sie zeugt von der Identifikation mit Christus, und zwar in
Seinem Tod, Seinem Begräbnis und in Seiner
Auferstehung.

Die Taufe bezeugt die Tatsache, daß der Gläubige in


Christus war,

als Er für die Sünde gerichtet wurde


als Er begraben wurde
als Er auferstanden ist.
Es geht um das "In-Christus-Sein".

1x bei Lk (Apg 4,2)


3x bei Petr (1.Petr 3,16; 5,10+14)
10x bei Johannes
160x bei Paulus
Deshalb sollte eine Tauffeier nicht nur Züge einer guten
Organisation durch die Gemeinde oder eines bloßen
Gehorsams durch die Täuflinge offenbaren, sondern
eine Botschaft des Erlösungswerkes Christi
weitergeben.
(5) Verpflichtung

Die Taufe bedeutet eine moralische Verpflichtung des


Täuflings.

Röm 6,1-4 zeigt durch Frage und Antwort diesen


Zusammenhang auf. Der Täufling übernimmt in der
Taufe die Verpflichtung zu einem heiligen Leben in
Christus.

Röm 6,4 "So sind wir ja mit ihm begraben durch die
Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von
den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in
einem neuen Leben wandeln."
In der Taufe bezeugen wir unser neues, vom alten völlig
getrenntes Leben als Nachfolger (= Nachahmer) Christi.

ANREGUNGEN:

Besteht ein Zusammenhang zwischen der AT-


Beschneidung und der NT-Taufe?
Kol 2,11-12 "In ihm seid ihr auch beschnitten worden
mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht,
als ihr nämlich euer fleischliches Wesen ablegtet in der
Beschneidung durch Christus. Mit ihm seid ihr begraben
worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch
auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes,
der ihn auferweckt hat von den Toten."
Wie könnten wir einen Taufgottesdienst programmäßig
gestalten?
Vorgespräch - Taufhandlung - Tauffeier
Aufnahme in die Gemeinde und Abendmahl

(6) Mißverständnisse

Apollos kannte nur die Taufe des Johannes, obwohl er


mit Einsatz und brennendem Herzen von Jesus redete.

Apg 18,25 "Dieser war unterwiesen im Weg des


Herrn und redete brennend im Geist und lehrte richtig
von Jesus, wußte aber nur von der Taufe des
Johannes."
Demnach kann man von Jesus reden und doch in bezug
auf die Tauffrage eine mangelnde Erkenntnis haben.
Man kann den Weg zu Jesus lehren, ohne Verständnis
für die neutestamentliche Glaubenstaufe zu haben.
Allerdings zeigt sich diese mangelnde Erkenntnis dann
auch in der "Frucht":

Apg 19,2-5 "Zu denen sprach Paulus: Habt ihr den


heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie
sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, daß es
einen heiligen Geist gibt. Und er fragte sie: Worauf seid
ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des
Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit
der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an
den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich
Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den
Namen des Herrn Jesus."
Schwerwiegender ist die falschverstandene Bedeutung
der Taufe.

Die Taufe ist:


nicht heilsnotwendig
Der Schächer am Kreuz konnte nicht mehr getauft
werden. Für das Heil ist der Glaube und nicht die Taufe
maßgebend:

Mk 16,16 "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig


werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt
werden."
Die Taufhandlung bringt mich nicht näher zu Jesus,
wohl aber mein Gehorsam, mich taufen zu lassen.

nicht heilswirkend
Der Glaube kann jederzeit vollzogen werden - nicht aber
die Taufe. Die Taufe ist in keiner Weise heilbringend
oder heilswirkend. Durch ein falsches Verständnis der
Bedeutung der Taufe erhoffen sich immer wieder
Gläubige eine Hilfe beim Sieg über den alten Menschen.
Von ihm werde ich nicht im Wasser befreit, sondern am
Kreuz. Weder mein alter Mensch noch Dämonen noch
irgendwelche Sünden werden vom Wasser
abgewaschen.

1.Petr 3,21 "Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt
auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz
vom Leib gewaschen, sondern wir bitten Gott um ein
gutes Gewissen durch die Auferstehung Jesu Christi,"
Auch für den Ungläubigen erhofft man sich bei der
Taufe (dann meist durch Besprengung) irgendeine
Heilswirkung. Man behauptet, daß Gott dem Kind in der
Taufe Sein Jawort gibt. Manchmal wird die
Säuglingstaufe mit dem Bild eines unterschriebenen
Schecks verglichen, der nur noch eingelöst werden
müsse. Diese Gedanken entbehren jeder biblischen
Grundlage. Im Gegenteil, die Auswirkungen dieser
Praxis zeigen, wie unbiblisch eine solche Auffassung
sein muß.

Die Taufe ist nicht heilbringend, aber segenbringend.

nicht die Aufnahme in die Gemeinde


Es gibt keine Kirche, in der man Glied sein kann ohne
Taufe. Taufe ist die Tür zur Gemeinde. Die Art der Taufe
bestimmt die Art der Gemeinde. Die Taufe bedeutet aber
nicht die Aufnahme in die Gemeinde, weder in die
geistliche Gemeinde (das ist die "Geistestaufe"), noch in
die lokale. Sie stellt also nicht den Schnittpunkt
zwischen Welt und Gemeinde dar. Im biblischen
Normalfall fand die Taufe am Tag der Bekehrung statt
und war mit der Aufnahme in die Gemeinde verbunden.
Eine lokale Gemeinde mag in ihren Satzungen die
Aufnahme in die Gemeinde mit der Taufe verbinden,
aber sie kann nicht der Taufe diese Bedeutung zulegen.

2. Das Abendmahl

Diese Ordnung ist durch Jesus Christus eingesetzt


worden in der Nacht, da Er verraten wurde. Die
Synoptiker berichten darüber in Mt 26,26-30; Mk 14,22-
26; Lk 22,19-20. Johannes erwähnt das Mahl nicht.
Manche meinen zwar, in Joh 6 einen Hinweis auf das
Abendmahl zu finden. Dieser Abschnitt hat aber keine
Beziehung zum Abendmahl. (Wir hätten es sonst mit der
Transsubstantiationslehre - s. S. 130 - zu tun.)

Die Symbole, auch Elemente oder Zeichen genannt, sind


Brot und Wein. Beide werden von allen Teilnehmern
genommen (nicht wie früher in der katholischen Kirche,
als der Priester nur das Brot (Oblate) austeilte und den
Kelch für sich behielt). Interessant sind dabei die Worte
Jesu. Beim Brot sagt er nur: "Nehmet, esset!" - aber
beim Kelch: "Trinket alle daraus!"

Mt 26,27 "Und er nahm den Kelch und dankte, gab


ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;"
Mk 14,23 "Und er nahm den Kelch, dankte und gab
ihnen den; und sie tranken alle daraus."

a) Die Bedeutung des Abendmahls

Der Sakramentalismus zeigt sich auch in der


Abendmahlslehre auf verschiedene Weise. Ehe wir
darauf eingehen, wollen wir die Schrift nach der
Bedeutung befragen.

(1) Symbolisches Mahl

Das Abendmahl ist eine Verkündigung des Todes Jesu


Christi durch Wort und Zeichen.

1.Kor 11,26 "Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und
aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn,
bis er kommt."
Diese Zeichen symbolisieren den Leib und das Blut
Jesu Christi.
Lk 22,19-20 "Und er nahm das Brot, dankte und
brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib,
der für euch gegeben wird; das tut zu meinem
Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem
Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in
meinem Blut, das für euch vergossen wird!"
Die symbolische Bedeutung wird noch unterstrichen
durch die Handlung des Essens und Trinkens. Diese
weist auf unsere innige Gemeinschaft mit dem Herrn
Jesus hin.
1.Kor 10,16 "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist
der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot,
das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des
Leibes Christi?"
Ferner sehen wir in dem einen Brot die Gemeinschaft
der Gläubigen dargestelllt.
1.Kor 10,17 "Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein
Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben."

(2) Gedächtnismahl

1.Kor 11,24-25 "dankte und brach's und sprach: Das


ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den
Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der
neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus
trinkt, zu meinem Gedächtnis."
Lk 22,19 "Und er nahm das Brot, dankte und brach's
und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für
euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis."
Zweck des Abendmahls ist es, sich an das
stellvertretende Leiden Jesu Christi zu erinnern. Wir
"gedenken" (schauen zurück) der Heilstat auf Golgatha.
Wir wollen aber nicht nur dessen gedenken, was Er uns
gegeben hat, sondern auch, was Er uns bedeutet. Jedes
Geschenk erinnert an den Geber, jede Stiftung an den
Stifter. Beachten wir, daß es sich um ein
Gedächtnismahl handelt, also nicht um eine
Gnadenvermittlung (etwa Sündenvergebung).
Wie das Passafest auf den Kreuzestod Jesu
vorausschauend hinwies, so schaut das Abendmahl auf
ihn zurück. Das eine ist eine AT-Stiftung, das andere
eine NT-Stiftung.

Lk 22,7-20 s.d. letztes Passa - erstes Abendmahl

(3) Herrenmahl - Tisch des Herrn

1.Kor 11,20 "Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält


man da nicht das Abendmahl des Herrn."
1.Kor 10,21 "Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des
Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr
könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und
am Tisch der bösen Geister."
Das Abendmahl wurde vom Herrn selbst eingesetzt. Es
ist Seine Stiftung und Seine Einladung. Wie viele
Schwierigkeiten hat es schon gegeben, weil Gemeinden
das Abendmahl zum Gemeindemahl machten und den
Tisch des Herrn zum Tisch der Gemeinde!

(4) Gemeinschaftsmahl

Hier meinen wir zunächst die Gemeinschaft mit Jesus


Christus.
1.Kor 10,16 "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist
der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot,
das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des
Leibes Christi?"
Darum ist es so wichtig, daß wir keine Gemeinschaft mit
dem Teufel haben.
1.Kor 10,21 "Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des
Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr
könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und
am Tisch der bösen Geister."
Neben der Gemeinschaft mit unserem Herrn wird auch
die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander im
Abendmahl zum Ausdruck gebracht. Sooft vom
Abendmahl die Rede ist, sehen wir eine Mehrzahl von
Teilnehmern.
1.Kor 10,17 "Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein
Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben."
Im Symbol des Brotes wird nicht nur die Gemeinschaft,
sondern auch die Einheit der Gläubigen betont.

(5) Verkündigungsmahl

1.Kor 11,26 "Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und
aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn,
bis er kommt."
In der Abendmahlsfeier verkündigen die Zeichen (Brot
und Wein) sowie die gesprochenen Worte den Tod Jesu
Christi.

(6) Selbstprüfungsmahl

1.Kor 11,28 "Der Mensch prüfe aber sich selbst, und


so esse er von diesem Brot und trinke ausdiesem
Kelch."
Es handelt sich hier um eine Selbstprüfung. Wieviel
Nöte sind beseitigt, wenn wir bei der Selbstprüfung
stehenbleiben, anstatt die Prüfung des Bruders oder der
Schwester vorzunehmen.

Was kommt aber bei einer solchen Prüfung heraus? Je


tiefer diese Selbstprüfung ist, desto bedürftiger werden
wir des Erlösungswerkes Jesu Christi. Aber eben dies
wird durch das Abendmahl symbolisiert. So sind wir
gerade durch das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit
würdig geworden, am Mahl teilzunehmen. Mit einem
dankbaren Herzen werden wir dann die Zeichen Seiner
Liebe genießen.

(7) Dankesmahl

1.Kor 11,24 "dankte und brach's und sprach: Das ist


mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
meinem Gedächtnis."
Der Herr dankte für die Symbole und damit für Seinen
eigenen Leib. Er brach ihn selbst:

Joh 10,18 "Niemand nimmt es von mir, sondern ich


selber lasse es. Ich habe die Macht, es zu lassen und
habe Macht, es wieder-zunehmen. Dies Gebot habe ich
empfangen von meinem Vater."
Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut
Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den
ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem
lebendigen Gott!"
Wir danken für den Opfertod Jesu Christi. Das erste
Abendmahl schloß mit einem Lobgesang (Ps 113 - 118).

Mt 26,30 "Und als sie den Lobgesang gesungen hatten,


gingen sie hinaus an den Ölberg."
So sollte auch heute die Abendmahlsfeier eine Lob - und
Dankfeier sein.

ANREGUNG:

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang die schwarze


Kleidung, die Molltöne der Orgel und die "heilige"
Abendmahlsscheu. Der in Angstschweiß gebadete
Luther mußte bei seiner 1. Messe mit Gewalt aus der
Sakristei hinausgetrieben werden.

(8) Gerichtsmahl

1.Kor 11,29 "Denn wer so ißt und trinkt, daß er den


Leib des Herrn nicht achtet, der ißt und trinkt sich selber
zum Gericht."
Was heißt unwürdig? Wir werden aufgefordert, uns
selbst zu prüfen. Wenn sich unser Herz dem göttlichen
Licht verschließt oder aber der Buße keinen Raum gibt,
lehnen wir damit das Blut Jesu zur Vergebung ab ( - wir
brauchen es nicht). Dann sollten wir auch das
Abendmahl nicht genießen, weil es ja auf das Blut des
Herrn hinweist.

Zum Gerichtsmahl wird es also dann, wenn es seine


symbolische Bedeutung durch Verstockung meines
Herzens verloren hat.

(9) Mahl der Liebe


Was für das letzte Passamahl unseres Herrn galt, kann
auch für das Abendmahl gelten:

Lk 22,15 "Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich


verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich
leide."
Der Herr, auf den das Mahl hinweist, freut sich und
sehnt sich, mit uns Tischgemeinschaft zu haben.

(10) Hoffnungsmahl

Mt 26,29 "Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht


mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis
an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde
mit euch in meines Vaters Reich."
Offb 19,9 "Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind,
die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und
er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes."
Jede Abendmahlsfeier ist ein Hinweis auf das große
kommende Abendmahl in der Herrlichkeit. Wie muß der
Herr sich danach sehnen.

Lk 12,37 "Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er


kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er
wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und
kommen und ihnen dienen."
Mögen doch auch unsere Abendmahlsfeiern wieder neu
durchdrungen werden von dieser biblischen Bedeutung.

b) Die Bedingungen zur Teilnahme am Abendmahl


Wer ist zur Teilnahme am Abendmahl berechtigt?
Welche Rolle spielen Glaube, Alter, Heiligung oder
Taufe?

Die Schrift zeigt drei Bedingungen:

(1) Wiedergeburt

Schon aus der Bedeutung des Abendmahls wird


ersichtlich, daß nur Kinder Gottes, die durch den
Kreuzestod Jesu Christi Vergebung ihrer Schuld erlangt
haben, am Mahl teilnehmen können. Nur auf sie trifft die
symbolische Bedeutung des Mahles zu:

1.Kor 10,17 "Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein
Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben."
1.Kor 11,24-25 "dankte und brach's und sprach: Das
ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den
Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der
neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus
trinkt, zu meinem Gedächtnis."

(2) Heiligung

In 1.Kor 10 und 11 weist Paulus auf verschiedene


Mißstände warnend hin.

1.Kor 10,14 "Darum, meine Lieben, flieht den


Götzendienst."
1.Kor 10,20-21 "Nein, sondern was man da opfert,
das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun
will ich nicht, daß ihr in der Gemeinschaft der bösen
Geister seid. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des
Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr
könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und
am Tisch der bösen Geister."
1.Kor 11,18+22+27 "Zum ersten höre ich: Wenn ihr in der
Gemeinde zusammen- kommt, sind Spaltungen unter
euch; und zum Teil glaube ich's. [...] Habt ihr denn nicht
Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet
ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts
haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben?
Hierin lobe ich euch nicht. [...] Wer nun unwürdig von
dem Brot ißt oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der
wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn."
Bedingung zur Teilnahme am Abendmahl ist nicht die
Vollkommenheit, sondern die Bereitschaft, in der
Heiligung zu leben. Die Richtung, unser Bestreben muß
stimmen!

(3) Selbstprüfung

1.Kor 11,28+31 "Der Mensch prüfe aber sich selbst,


und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem
Kelch. [...] Wenn wir uns selber richteten, so würden wir
nicht gerichtet."
Vor dem Genuß des Abendmahls werden wir
aufgefordert, uns selber zu prüfen und zu richten. Dies
geschieht nicht mit dem Ziel, nicht am Abendmahl
teilzunehmen, sondern vielmehr, würdig daran
teilzunehmen.
ANREGUNGEN:

Wann nimmt der Gläubige zum ersten Mal am Mahl teil?


Wir haben gesehen, daß die Heilige Schrift nur die
Wiedergeburt, Heiligung und Selbstprüfung als
Bedingungen nennt. Da Gläubiggewordene in der Regel
sofort getauft wurden, kennen wir kein Beispiel für einen
Gläubigen, der ungetauft am Abendmahl teilnahm. Diese
Fragestellung tauchte erst später im Verlauf der
Kirchengeschichte auf.
Diese Fragestellung bezieht sich nicht auf
Abendmahlsfeiern während Konferenzen oder anderer
besonderer Anlässe, sondern auf die Handhabung in der
lokalen Gemeinde, wo am regelmäßigen Feiern
unverbindlich lebende Christen teilnehmen.
In einer Gemeinde entsteht eine Diskussion, ob
Neubekehrte, die noch nicht getauft sind, am
Abendmahl teilnehmen dürfen. Was sagen Sie dazu?
Sie leiten eine (Jugend-)Freizeit und werden angefragt
eine Abendmahlsfeier durchzuführen. Wie verhalten Sie
sich?

c) Falsche Verständnisse des Abendmahls

(1) Transsubstantiationslehre

Diese Lehre, vertreten durch die katholische Kirche,


besagt, daß Brot und Wein unter der segnenden Hand
des Priesters in Fleisch und Blut Christi verwandelt
werden. Das Konzil von Trient verkündigte ein
"anathema" über alle, die nicht glauben, daß das
Abendmahl heilswirkend sei.
Diese Lehre verleugnet die Einmaligkeit und
Vollkommenheit des Opfers Jesu.

Hebr 9,24-26 "Denn Christus ist nicht eingegangen in


das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein
Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den
Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht
Gottes zu erscheinen; auch nicht, um sich oftmals zu
opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut
in das Heiligtum geht; sonst hätte er oft leiden müssen
vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt,
ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes
Opfer die Sünde aufzuheben."

(2) Konsubstantiationslehre

Diese Lehre, vertreten durch die lutherische Kirche


(auch High Church), besagt, daß in, mit und unter dem
Brot und Wein der Leib und das Blut des Herrn
eingenommen werden. Die Elemente werden nicht
verwandelt, sondern bleiben, was sie sind. Die
Allgegenwart ("Allenthalbenheit") Christi macht es
möglich, daß wir Christus in uns aufnehmen. Wer daran
glaubt, empfängt für die Seele Gerechtigkeit und für den
Leib Unsterblichkeit.

Wenn wir die Allgegenwart des Herrn so auslegen, dann


"essen" wir den Herrn bei jeder Mahlzeit. (Vgl. dazu
Calvins Bedenken, der im übrigen mit Luther
übereinstimmte.) Ferner widerspricht diese Lehre der
Rechtfertigung allein durch den Glauben, denn damit
würde das Abendmahl zu einem Mittel des Heils.
Das Abendmahl ist also weder heilsbringend noch
heilswirkend noch heilsnotwendig. Es ist aber ein
wunderbares Zeichen der Liebe Jesu, der uns zwar
glauben heißt, uns jedoch zur Verdeutlichung und
Unterstützunmg der Glaubenswahrheiten das
Abendmahl hinterlassen hat.

Kapitel VIII: Die Berufung der Gemeinde

Die Gemeinde Jesu Christi steht unter einer irdischen


und einer himmlischen Berufung - die irdische ist
zeitlich begrenzt, die himmlische ewig. Der Herr könnte
sich viel Mühe mit uns sparen, wenn Er uns nach
unserer Errettung sofort zu sich nähme. Wir könnten
dann unmittelbar die himmlische Berufung antreten.
Aber Er tut es nicht. Schon daran wird deutlich, wie
wichtig Ihm unsere irdische Berufung ist.

Der Herr betete zu Seinem himmlischen Vater:

Joh 17,15+18 "Ich bitte dich nicht, daß du sie a us der


Welt nimmst, sondern daß du sie bewahrst vor dem
Bösen. [...] Wie du mich gesandt hast in die Welt, so
sende ich sie auch in die Welt."
In der Bergpredigt sagte der Herr:

Mt 5,13-14 "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das
Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu
nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt
es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt.
Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht
verborgen sein."
Wie schon bei früheren Betrachtungen (etwa "Stellung
der Gemeinde") stellen wir hier wieder fest, daß die
Berufung der Gemeinde zugleich die Berufung jedes
einzelnen Gliedes der Gemeinde ist. Aber so wie die
Funktion eines Gliedes erst in der Gemeinschaft des
Leibes zum Tragen kommt, so ist es auch mit der
Berufung des einzelnen Christen. Er ist in die Gemeinde
hineingestellt, um dort und von dort aus seine Berufung
auszuleben. Dazu hat der Herr jedes Glied begabt - mit
den Gaben des Heiligen Geistes.

1.Kor 12,11 "Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist


und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will."
Jeder von uns hat eine Gabe, die zur Erfüllung unserer
Aufgabe gegeben wurde - und das in der Gemeinschaft
der Gläubigen, in der Gemeinde.

1.Kor 12,7 "In einem jeden offenbart sich der Geist


zum Nutzen aller,"
Längst muß uns klar geworden sein, daß wir mit diesem
letzten Abschnitt ein sehr aktuelles Thema
angeschnitten haben - geht es doch um die biblische
Darstellung von:

Mission - Gemeindebau - Gaben

Ein Überblick über die Kirchen- und Missionsgeschichte


und vor allem über die verschiedenen Strategien läßt
uns ahnen, wie viele Mißverständnisse und Verirrungen
in bezug auf die göttliche Berufung der Gemeinde
möglich sind. Auch wir wollen uns unserer subjektiven
Überzeugung, der Beeinflussung durch Tradition und
der Gefahr der Vermischung mit weltlichen Prinzipien
bewußt sein und uns in Demut dem Geist Gottes und
dem Wort Gottes zur ständigen Korrektur und
Orientierung unterstellen.

1. Der Auftrag an die Gemeinde

Die göttliche Berufung der Gemeinde für heute ist, in der


Welt zu leben. Dabei orientieren wir uns in drei
Richtungen. Unser Auftrag richtet sich:

nach oben - Gott zu verherrlichen

nach außen - die Welt zu evangelisieren

nach innen - die Gemeinde zu bauen

Sobald obige Reihenfolge vertauscht wird, gerät der


Auftrag aus dem Gleichgewicht. Es kommen dann
Überbetonungen, ja Extreme vor, die geistlich ungesund
sind. Wir finden sie als Durchgangsstadien in einzelnen
Gemeinden, als Kennzeichen bestimmter
Denominationen und Missionsgesellschaften oder als
Merkmal bestimmter Epochen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Deutschland der


soteriologische Aspekt stark in den Vordergrund
gestellt. Alles drehte sich um Evangelisation. Dabei ging
es oft nur um die Rettung einzelner Menschen. Dadurch
wurde aber der Gemeindebau vernachlässigt. 20-30
Jahre später scheinen wir, dem anderen Extrem
verfallen zu sein und betonen den ekklesiologischen
Auftrag zu stark. Alles scheint sich bis heute um das
Thema "Gemeinde" zu drehen. Hätten wir die jungen
dynamischen Kirchen Asiens, Afrikas und
Lateinamerikas nicht, würde die Zahl der Christen in der
Welt zurückgehen.

Wir wollen deshalb den theozentrischen Auftrag der


Gemeinde betonen. Es geht um Gott und Seinen Auftrag
an die Gemeinde - und damit um Sein Wort an die
Gemeinde, die Bibel.

a) Gott verherrlichen

Gott ver-"herr"-lichen können wir auch so formulieren:


Gott als Herrn anerkennen, Ihn anbeten und Ihm dienen.

Dies ist die vornehmste Berufung der Gemeinde. Bereits


jetzt sollen wir Gott anbeten:

aufgrund Seines ewigen Liebesplanes (Eph 1,3-5)


Eph 1,6 "zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er
uns begnadet hat in dem Geliebten."
aufgrund der Erlösung (V. 7), der Einsicht in Seinen
Willen (V.9) und des Erbes (V. 11)
Eph 1,12 "damit wir etwas seien zum Lob seiner
Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben."
aufgrund der Ausrüstung mit dem Heiligen Geist
Eph 1,14 "welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu
unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum
Lob seiner Herrlichkeit."

Diese Anbetung Gottes wird in alle Ewigkeit stattfinden:

Eph 3,21 "Dem aber, der überschwenglich tun kann über


alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der
Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde
und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu
Ewigkeit! Amen."
Auch die Gaben und Aufgaben in der Gemeinde haben
als Ziel die Verherrlichung Gottes:

1.Petr 4,9-11 "Seid gastfrei untereinander ohne Murren.


Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er
empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei
Gnade Gottes; wenn jemand predigt, daß er's rede als
Gottes Wort; wenn jemand dient, daß er's tue aus der
Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott
gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre
und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen."
Joh 15,8 "Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel
Frucht bringt und werdet meine Jünger."
Unser geistliches Leben bedarf an dieser Stelle immer
wieder einer Korrektur. Die Verherrlichung Gottes wird
oft durch Aktivismus mit horizontalen und
Materialismus mit egoistischen Zielen verdrängt. Wir
betonen deshalb noch einmal: wir wollen unsere
Berufung theozentrisch verstehen und ausleben, d.h.
wir unterstellen uns Gott, wir stellen uns Ihm zur
Verfügung, wir beschäftigen uns mit Ihm.

Gott sucht wahre Anbeter!

Joh 4,23 "Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in
der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im
Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will
solche Anbeter haben."
Mission und Gemeindebau enden mit dem irdischen
Auftrag der Gemeinde - nicht aber die Anbetung Gottes:

Offb 4,10 "fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor


dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da
lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen
nieder vor dem Thron und sprachen:"
Offb 5,14 "Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und
die Ältesten fielen nieder und beteten an."
Offb 7,11 "Und alle Engel standen rings um den Thron
und um die Ältesten und um die vier Gestalten und
fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und
beteten Gott an"
Gottes Verlangen ist befriedigt, wenn wir Ihn anbeten -
allerdings gilt:

Joh 4,24 "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die
müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."
Durch die ganze Bibel können wir diesen Auftrag Gottes
an Sein Volk (Israel und die Gemeinde) verfolgen. Nach
den Aussagen des NT nun auch einige Belege des AT
als Beispiele:

2.Mose 4,31 "Und das Volk glaubte. Und als sie hörten,
daß der Herr sich der Israeliten angenommen und ihr
Elend angesehen habe, neigten sie sich und beteten
an."
2.Mose 34,8 "Und Mose neigte sich eilends zur Erde
und betete an"
Josua 5,14 "Er sprach: Nein, sondern ich bin der
Fürst über das Heer des Herrn und bin jetzt gekommen.
Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete
an und sprach zu ihm: Was sagt mein Herr seinem
Knecht?"
2.Chr 7,3 "Und alle Israeliten sahen das Feuer
herabfallen und die Herrlichkeit des Herrn über dem
Hause, und sie fielen auf ihre Knie mit dem Antlitz zur
Erde aufs Pflaster und beteten an und dankten dem
Herrn, daß er gütig ist und seine Barmherzigkeit
ewiglich währt."
Wahre Anbetung hat Folgen:

Hiob und Jesaja erkannten angesichts der Größe und


Herrlichkeit Gottes ihre eigene Sündhaftigkeit.
Hiob 42,5-6 "Ich hatte von dir nur vom Hörensagen
vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.
Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub
und Asche."
Jes 6,5 "Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn
ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk
von unreinen Lippen, denn ich habe den König, den
Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen."
Anbetung - Betrachtung Gottes - ist der biblische Weg
zur Umgestaltung unseres Lebens in das Ebenbild
Christi:
2.Kor 3,17-18 "Der Herr ist Geist; wo aber der Geist des
Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber schauen wir alle mit
aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie
in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild
von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der
Geist ist."
Reinigung von Sünde und Umgestaltung in das Bild
Jesu Christi sind aber nach Joh 15 Voraussetzungen
zum Fruchtbringen.
Joh 15,8 "Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel
Frucht bringt und werdet meine Jünger."
Frucht ist Gottes Absicht in der Schöpfung. Pflanzen,
Tiere und Menschen sind zur Fruchtbarkeit bestimmt:

1.Mose 1,11-12 "Und Gott sprach: Es lasse die Erde


aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und
fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner
Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es
geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut,
das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und
Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein
jeder nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war."
1.Mose 1,22+28 "Und Gott segnete sie und sprach:
Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser
im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.
[...] Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid
fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und
machet sie euch untertan und herrschet über die Fische
im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über
alles Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht."
Fruchtbarkeit hat mit Vermehrung zu tun - deshalb die
enge Verbindung zu unserem nächsten Abschnitt: Die
Welt evangelisieren!

ANREGUNG:

Wie können wir Anbetung lernen?

Wir brauchen eine biblische Schau, eine Entscheidung,


es zu tun, und Zeit dafür - sowohl im persönlichen
Leben als auch in Familie und Gemeinde.
Eine grundsätzliche Hilfe ist, Psalmen zu beten. Beim
Lesen der Bibel stellen wir uns die Frage: Was sagt der
Text über Gott? (Häufig lesen wir rein
anthropozentrisch:Was hat der Text mir zu sagen?).

b) Die Welt evangelisieren

Wir verweisen hier auf die großen Gebiete der


Missionstheologie und der Missionsstrategie, die im
Missionsunterricht ausführlich behandelt werden.

Jesus Christus als das erhöhte Haupt der Gemeinde


setzt Seinen Dienst durch Seinen Leib fort.

Lk 19,10 "Denn der Menschensohn ist gekommen, zu


suchen und selig zu machen, was verloren ist."
Warum treiben wir Mission? Weil Jesus der einzige
Retter der Welt ist!

Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater
denn durch mich."
Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist
kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen
gegeben, durch den wir sollen selig werden."
Unser Herr hat die Evangelisation ausdrücklich
befohlen:

Röm 16,26 "nun aber offenbart und kundgemacht ist


durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des
ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens
aufzurichten unter allen Heiden."
Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle
Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten
alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei
euch alle Tage bis an der Welt Ende."
Dabei haben wir die Welt nicht zu bekehren, sondern zu
evangelisieren.

(1) Evangelisation
Eigentlich ist die Gemeinde Träger der Evangelisation
durch die in ihr vom Geist Gottes begabten
Evangelisten.

Apg 21,8 "Am nächsten Tag zogen wir weiter und kamen
nach Cäsarea und gingen in das Haus des Philippus,
des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und
blieben bei ihm."
Eph 4,11 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt,
einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer,"
2.Tim 4,5 "Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide
willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums,
richte dein Amt redlich aus."
Deshalb stellt sich eine Gemeinde durch
Vernachlässigung der Evangelisation gegen die "Missio
Dei". Das besondere Charisma des Evangelisten
könnten wir wie folgt definieren:

das Heil für Nichtglaubende zeitgemäß interpretieren


die Gemeinde zum missionarischen Leben und Handeln
motivieren.

ANREGUNG:

An dieser Stelle lohnt es sich, Artikel 4 und 6 der


Lausanner Verpflichtung (1974) zu überdenken. Sie
wurde fortgeführt in Manila (1991) - Lausanne II.

"4. Wesen der Evangelisation

Evangelisieren heißt, die gute Nachricht zu verbreiten,


daß Jesus Christus für unsere Sünden starb und von
den Toten auferstand nach der Schrift und daß Er jetzt
die Vergebung der Sünden und die befreiende Gabe des
Geistes allen denen anbietet, die Buße tun und glauben.
Für Evangelisation ist unsere Präsenz als Christen in
der Welt unerläßlich; ebenso eine Form des Dialogs, die
durch einfühlsames Hören zum Verstehen des anderen
führt. Evangelisation ist ihrem Wesen nach die
Verkündigung des historischen, biblischen Christus als
Heiland und Herrn. Ziel ist es, Menschen zu bewegen, zu
Ihm persönlich zu kommen und so mit Gott versöhnt zu
werden. Wer die Einladung des Evangeliums ausspricht,
darf nicht verschweigen, daß Nachfolge etwas kostet.
Jesus ruft alle, die Ihm nachfolgen möchten, auf, sich
selbst zu verleugnen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und
sich mit Seiner neuen Gemeinschaft zu identifizieren.
Das Ergebnis der Evangelisation schließt Gehorsam
gegenüber Jesus Christus, Eingliederung in Seine
Gemeinde und verantwortlichen Dienst in der Welt ein.
(1.Kor 15,3-4; Apg 2,38; Joh 20,21; 2.Kor 4,5; 5,11+20;
Apg 2,47; Mk 10,43-45)

6. Gemeinde und Evangelisation

Wir bekräftigen, daß Jesus Christus Seine erlöste


Gemeinde in die Welt sendet, wie der Vater Ihn gesandt
hat. Das erfordert, daß wir ebenso tief und aufopfernd
die Welt durchdringen. Wir müssen aus unseren
kirchlichen Ghettos ausbrechen und in eine
nichtchristliche Gesellschaft eindringen. Bei der
Sendung der Gemeinde zum hingebungsvollen Dienst
steht Evangelisation an erster Stelle. Die Evangelisation
der Welt verlangt, daß die ganze Gemeinde der ganzen
Welt das ganze Evangelium bringt. Die Gemeinde bildet
die Mitte des weltumfassenden Planes Gottes und ist
Sein auserwähltes Werkzeug zur Verbreitung des
Evangeliums. Eine Gemeinde, die das Kreuz predigt,
muß selber durch das Kreuz geprägt sein. Eine
Gemeinde wird zum ernsthaften Hindernis der
Evangelisation, wenn sie das Evangelium preisgibt, in
keinem wirklich lebendigen Verhältnis zu Gott steht, die
Menschen zu wenig liebhat und ihr auch in jeder
Hinsicht, einschließlich Werbung und
Finanzangelegenheiten, Lauterkeit fehlt. Die Gemeinde
ist nicht so sehr Institution als vielmehr die
Gemeinschaft des Volkes Gottes und darf mit keiner
bestimmten Kultur, keinem sozialen und politischen
System, keiner von Menschen gemachten Ideologie
gleichgesetzt werden. (Joh 17,18; 20,21; Mt 20,19-20;
Apg 1,8; 20,27; Eph 1,9-10; 3,9-11; Gal 6,14+17; 2.Kor
6,3-4; 2. Tim 2,19-21; Phil 1,27)"

Das Ziel jeder Evangelisation sollte die Bildung neuer


oder die Vergrößerung bereits bestehender Gemeinden
sein. Das Ziel jedes Gemeindebaues sollte Mission sein.
Der Herr sagt:

Mt 5,13-14 "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das
Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu
nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt
es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt.
Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht
verborgen sein."
Salz und Licht wirken nur, indem sie sich auflösen.
Selbsterhaltung führt automatisch zur Unfruchtbarkeit.

Mt 16,25 "Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's


verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen,
der wird's finden."
Joh 12,24 "Wahrlich, wahrlich: ich sage euch: Wenn
das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt
es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht."
Selbsterhaltung ist bei vielen Gemeinden der "Tod im
Topf" - auch im Leben einzelner Christen. Unsere
Verantwortung ist groß. Der Herr hat uns nicht weniger
als die Evangelisation der ganzen Welt anvertraut. Er
wird einst nicht weniger von uns fordern.

Wenn wir die ersten Gemeinden studieren, dann wird


etwas von dem Missionsfeuer offenbar, obwohl auch
dort schon der Heilige Geist mahnend eingreifen mußte.

(2) Mission

Evangelisation und Mission sind zwei Aspekte des einen


Geschehens. Während der Begriff "Evangelisation" den
Schwerpunkt auf den Inhalt (das Evangelium) legt,
bezeichnet "Mission" eher die Art und Weise: gesandt in
die Welt. Auch wenn in manchen Kreisen heute
Evangelisation und Mission getrennt werden, stellen wir
fest, daß die erste Gemeinde keinen Unterschied kannte.
So wollen auch wir Mission nicht in Innen- und
Außenmission aufspalten.

Apg 1,8 "aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes
empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet
meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und
Samarien und bis an das Ende der Erde."
Das gesamte Missionsprogramm einer Gemeinde ist
schon im NT zu finden.

Missionare:
Apg 1,8 "aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes
empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet
meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und
Samarien und bis an das Ende der Erde."
Apg 13,2-3 "Als sie aber dem Herrn dienten und
fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus
Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie
berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die
Hände auf sie und ließen sie ziehen."
Apg 14,26 "Und von da fuhren sie mit dem Schiff
nach Antiochia, wo sie der Gnade Gottes befohlen
worden waren zu dem Werk, das sie nun ausgerichtet
hatten."
Missionsunterstützung und -bericht:
Phil 4,15-16 "Denn ihr Philipper wißt, daß am Anfang
meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus
Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft
gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein. Denn
auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt für
meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal."
Missionsgebet:
Röm 15,30 "Ich ermahne euch aber, liebe Brüder,
durch unsern Herrn Jesus Christus und durch die Liebe
des Geistes, daß ihr mir kämpfen helft durch alle Gebete
für mich zu Gott,"
Kol 4,3 "Betet zugleich auch für uns, daß Gott uns
eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis
Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in
Fesseln bin,"
Missionsschüler:
Apg 16,1-3 "Er kam auch nach Derbe und Lystra und
siehe, dort war ein Jünger mit Namen Timotheus, der
Sohn einer jüdischen Frau, die gläubig war, und eines
griechischen Vaters. Der hatte einen guten Ruf bei den
Brüdern in Lystra und Ikonion. Diesen wollte Paulus mit
sich ziehen lassen, und er nahm ihn und beschnitt ihn
wegen der Juden, die in jener Gegend waren; denn sie
wußten alle, daß sein Vater ein Grieche war."
Selbst "modernste" Missionsmethoden, wie etwa
Teamarbeit oder Mannschaftsevangelisation waren zur
Zeit des Paulus üblich. So arbeitete er mit mind. zehn
Mitarbeitern in Ephesus und Umgebung.

Wir betonen folgende Aussagen zur Mission:

Eine missionierende Gemeinde ist eine lebendige


Gemeinde -eine lebendige Gemeinde ist ein
missionierende Gemeinde.
Mission ist der Auftrag Gottes an die Gesamtgemeinde
(Leib Jesu Christi). Deshalb kann sie nicht an einzelne
Personen delegiert werden.
Mission ist Lebensfunktion der Gemeinde.
Mission ist Haltung und nicht nur gelegentliche
Handlung.
Wir sind nicht Missionare, weil wir missionieren,
sondern wir missionieren, weil wir Missionare sind.

ANREGUNGEN:

Zusammenwirken von Missionar und Gemeinde: Apg


11,25-26+30; 13,1-4; 14,26-27; 15,13+40; 18,22. Der
Missionar beherrscht nicht die Gemeinde. Die Gemeinde
bestimmt nicht den Missionar.
Die Sendung des Missionars erfolgt durch den Heiligen
Geist: Apg 13,1-4. Die Gemeinde wählte nicht die
Missionare, sie sandte sie auch nicht. Sie gab ihnen
auch keinerlei Auftrag oder Anleitung (Apg 14,27).
Die Initiative ging von den Missionaren aus in einer
"Missions"versammlung: Apg 15,36. So trifft Paulus -
der Missionar - die Entscheidung, wieder "auszureisen".
Andere Beispiele: Philippus (Apg 8,29), Petrus (Apg
11,12), Paulus (Apg 16,7+10).

Die Trennung zwischen Missionsgesellschaften und


Gemeinden hat bedenkliche Folgen gehabt:
gemeindelose Missionsgesellschaften
missionslose Gemeinden

Die interdenominationellen Missionen leiden mehr


darunter. Dieses Problem überträgt sich auch auf die
"Missionsgemeinden".
Mission darf nicht aufgespalten werden in
"Heimatbasis" und "Feld". Die beiden müssen immer
ineinander fließen. Eine Aufteilung in Heimat -
Muttergemeinde - und Feld - Tochtergemeinde - ist
biblisch nicht nachvollziehbar. Missionsgemeinden
werden automatisch wieder missionierende Gemeinden.
Finanzen und Mitarbeiter kamen auch aus den
Missionsgemeinden (Phil 2,25; Phil 4,15; Röm 15,24; vgl.
alle Mitarbeiter des Paulus).
Paulus spricht offen über finanzielle Bedürfnisse (1.Kor
9,1-18).
Paulus verlor sich nie nur in Gemeindearbeit und löste
sich nie von Gemeindearbeit zu nur Missionsarbeit (Apg
19,10). Paulus glaubte, daß Gemeindebau von innen
heraus wächst und nicht von außen importiert wird.
Deshalb war er so erfolgreich im Gründen selbständiger
Gemeinden.
Zu dem mit vielen Spannungen befrachteten Thema:
Evangelisation - soziale Aktion nur so viel: in der Schrift
finden wir keinen Gegensatz, keine Spannung. Lehre
und Leben fließen ineinander. Es gibt aber Prioritäten:
Mt 6,33; Mt 16,26; 1.Tim 2,1.
Artikel 5 der Lausanner Verpflichtung läßt eine Deutung
auf ein soziales Übergewicht zu, obwohl man um
Ausgewogenheit bemüht ist:

"5. Soziale Verantwortung der Christen

Wir bekräftigen, daß Gott zugleich Schöpfer und Richter


aller Menschen ist. Wir müssen deshalb Seine Sorge um
Gerechtigkeit und Versöhnung in der ganzen
menschlichen Gesellschaft teilen. Sie zielt auf die
Befreiung der Menschen von jeder Art von
Unterdrückung. Da die Menschen nach dem Ebenbild
Gottes geschaffen sind, besitzt jedermann, ungeachtet
seiner Rasse, Religion, Farbe, Kultur, Klasse seines
Geschlechts oder Alters, eine angeborene Würde.
Darum soll er nicht ausgebeutet, sondern anerkannt und
gefördert werden. Wir tun Buße für dieses unser
Versäumnis und dafür, daß wir manchmal
Evangelisation und soziale Verantwortung als sich
gegenseitig ausschließend angesehen haben.
Versöhnung zwischen Menschen ist nicht gleichzeitig
Versöhnung mit Gott, soziale Aktion ist nicht
Evangelisation, politische Befreiung ist nicht Heil.
Dennoch bekräftigen wir, daß Evangelisation und
soziale wie politische Betätigung gleichermaßen zu
unserer Pflicht als Christen gehören. Denn beide sind
notwendige Ausdrucksformen unserer Lehre von Gott
und dem Menschen, unserer Liebe zum Nächsten und
unserem Gehorsam gegenüber Jesus Christus. Die
Botschaft des Heils schließt eine Botschaft des Gerichts
über jede Form der Entfremdung, Unterdrückung und
Diskrimierung ein. Wir sollen uns nicht scheuen,
Bosheit und Unrecht anzuprangern, wo immer sie
existieren. Wenn Menschen Christus annehmen,
kommen sie durch Wiedergeburt in Sein Reich. Sie
müssen versuchen, Seine Gerechtigkeit nicht nur
darzustellen, sondern sie inmitten einer ungerechten
Welt auch auszubreiten. Das Heil, das wir für uns
beanspruchen, soll uns in unserer gesamten
persönlichen und sozialen Verantwortung verändern.
Glaube ohne Werke ist tot. (Apg 17, 26+31; 1.Mose
18,25; Jes 1,17; Ps 45,7; 1.Mose 1,26-27; Jak 3,9; 3.Mose
19,18; Lk 6,27+35; Jak 2,14-26; Joh 3,3+5; Mt 5,20; 6,33;
2.Kor 3,18; Jak 2,20)".

c) Die Gemeinde bauen

Jesus Christus sagt, daß Er Seine Gemeinde bauen will.


Er tut es durch Seinen Geist und Seinen Leib.

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Jud 20 "Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren
allerheiligsten Glauben, und betet im heiligen Geist,"
Gott gab der Gemeinde:

Eph 4,11-12 "Und er hat einige als Apostel eingesetzt,


einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als
Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden
zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi
erbaut werden,"
Sein Ziel ist:

Eph 4,13 "bis wir alle hingelangen zur Einheit des


Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum
vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi,"
Seine Methode, das Ziel zu erreichen, ist:
Eph 4,16 "von dem aus der ganze Leib zusammengefügt
ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke,
wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem
Maß seiner Kraft und macht, daß der Leib wächst und
sich selbst aufbaut in der Liebe."

(1) Verbindliche Zugehörigkeit

Alle Gläubigen sollen in der Gemeinde ein geistliches


Zuhause finden.

Apg 2,44+46 "Alle aber, die gläubig geworden waren,


waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.
[...] Und sie waren täglich einmütig beieinander im
Tempel und brachen das Brot hier und dort in den
Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem
Herzen"
Apg 4,32 "Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz
und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen
Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles
gemeinsam."
Eph 4,13 "bis wir alle hingelangen zur Einheit des
Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum
vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi,"
Vgl. auch: Gal 3,27-29 "weder - noch"

Jak 2,1-6 alle Sozialschichten


Tit 2,1-10 alle Altersgruppen
Wir haben in Deutschland viele Gläubiggewordene, die
nicht in eine Gemeinde integriert wurden - manche
wollen es auch nicht. Dadurch entziehen sie sich und
der Gemeinde Segen. Die Funktion, die durch das
Gliedsein am Leibe Jesu ausgeübt werden könnte,
kommt nicht zum Tragen.

Für das Sich-nicht-Integrieren in eine biblische


Gemeinde gibt es viele Gründe:

es gibt keine biblische Gemeinde in der Umgebung oder


zumindest keine, die gefällt
es gibt nur eine "Gemeinschaft" (= nicht biblische
Gemeinde) - vielleicht noch mit völlig unverbindlicher
"Mitgliedschaft"
es gibt Spannungen und sogar unbereinigte Sünde in
der vorhandenen Gemeinde
kirchliche Tradition hindert den Eintritt in eine biblische
Gemeinde (die oft freikirchlicher Prägung ist)
man ist durch eine nicht gemeindeintegrierte
Organisation gläubig geworden und hat dort auch
Weiterführung erfahren.
Eine landauf und landab beobachtete Not ist die
Spannung zwischen Jungen und Alten. (Wie viele nicht
gemeindeintegrierte Jugendarbeiten, Jugendkreise,
Teestuben usw. gibt es!):

das Generationsproblem überträgt sich auch auf die


Gemeinde (bis zu drei Generationen leben
nebeneinander),
der technische Fortschritt, das so ganz andere
Bildungssystem, die Hektik im Terminkalender usw.
lassen das Verständnis der Alten für die Jungen oft zu
kurz kommen,
die Tradition (oft unbegründbar), die eingefahrene Form,
die Absolutheit der eigenen Erfahrung bis hin zur
Ichbezogenheit verhindern das Miteinander von Jung
und Alt.
Alte müssen wissen, daß nur graues Haar noch keinen
Ältesten macht - Junge müssen wissen, daß ein Auto
mit nur Gaspedal ins Unglück rast (eine Bremse zur
richtigen Zeit betätigt, rettet und bewahrt).
Mal 3,24 "Der soll das Herz der Väter bekehren zu den
Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf
daß ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann
schlage."
Die Gemeinde soll Ort der Geborgenheit sein für Arme,
für gesellschaftlich Verachtete, für Schwache usw. Nach
1.Kor 1,26-27 und der Erfahrung in Kirchen- und
Missionsgeschichte wächst Gemeinde unter diesen
Menschen zahlenmäßig am schnellsten.

1.Kor 1,26-27 "Seht doch, liebe Brüder, auf eure


Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht
viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen.
Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott
erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und
was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt,
damit er zuschanden mache, was stark ist."
Lk 4,18 "Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich
gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen;
er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, daß
sie frei sein sollen, und den Blinden, daß sie sehen
sollen, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig
sein sollen,"
Gemeindebau besteht darin, daß die sogenannten
"Randsiedler" hineingenommen werden in den Schoß
oder Kern der Gemeinde. Jede Gemeinde kennt solche
Randsiedler. Am Rande lebt man gefährlich.

Röm 14,1"Den Schwachen im Glauben nehmt an und


streitet nicht über Meinungen."
Röm 15,1"Wir aber, die wir stark sind, sollen das
Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen
an uns selber haben."
Gal 6,1 "Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von
einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht
mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und
sieh auf dich selbst, daß du nicht auch versucht
werdest."
1.Thess 5,14 "Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder:
Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die
Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig gegen
jedermann."

ANREGUNG:

Wie kann obengenanntes Ziel erreicht werden? Bewährt


haben sich Hauskreise, wobei Hauskreisleiter
verantwortlich sind für die sogenannten Randsiedler
oder für die "Schwachen".

(2) Persönliche Heiligung

Das geistliche Leben des einzelnen Gemeindegliedes


soll gefördert werden.

Bedenken wir, daß die meisten Briefe des NT, die die
Gläubigen zur Heiligung und zum Dienst anspornen, an
Gemeinden geschrieben sind.

Es gehört zur Weisheit Gottes, daß Er für unsere


Heiligung (=geistliches Wachstum) den
Gemeinderahmen gewählt hat. Beachten wir die Kapitel
über Seelsorge und Gemeindezucht. Der Einzelne in der
Gemeinde soll seinem Zustand nach werden, was er
seiner Stellung nach schon ist.
1.Kor 6,11 "Und solche sind einige von euch
gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid
geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen
des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres
Gottes."
Hebr 12,14 "Jagt dem Frieden nach mit jedermann
und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen
wird."
Alles, was wir sind, müssen wir erst werden - und alles,
was wir werden, sind wir schon.

Der Gläubige versteht sich zwar als vollkommen in


Christus, aber er ist noch nicht vollendet. Deshalb muß,
will und kann er geistlich wachsen. Wenn das einzelne
Mitglied wächst, wächst auch die Gemeinde. Was
aufhört zu wachsen, fängt an zu verwesen!

Joh 3,30 "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen."


1.Kor 15,58 "Darum, meine lieben Brüder, seid fest,
unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des
Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist
in dem Herrn."
Eph 4,15 "Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe
und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt
ist, Christus."
2.Thess 1,3 "Wir müssen Gott allezeit für euch
danken, liebe Brüder, wie sich's gebührt. Denn euer
Glaube wächst sehr, und eure gegenseitige Liebe nimmt
zu bei euch allen."
1.Tim 4,15 "Dies laß deine Sorge sein, damit gehe
um, damit dein Fortschreiten allen offenbar werde."
2.Petr 3,18 "Wachset aber in der Gnade und
Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.
Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten! Amen."
Die Verkündigung des Wortes Gottes in der Gemeinde
muß in die Wirklichkeit des modernen Lebens hinein
erfolgen. Dabei wollen wir deutlich zwei Gefahren
sehen:

wir predigen Wort Gottes ohne Bezug zum Alltag und


bauen ein Ghetto für Gläubige in dieser Welt.
wir nehmen unsere Maßstäbe aus Welt und
Gesellschaft, predigen Situationsethik und verweltlichen
damit.
Gemeindebau bedarf der prophetischen Verkündigung
des Wortes Gottes an den Menschen unserer Zeit. Die
Gemeinde soll in bezug auf die Qualität des geistlichen
Lebens wachsen.

(3) Zahlenmäßiges Wachstum

Die Gemeinde soll nicht nur in bezug auf ihre geistliche


Qualität, sondern auch in bezug auf die Quantität
wachsen. Anders formuliert: Die Gemeinde soll
zahlenmäßig wachsen. So verschweigen die Schreiber
des NT nicht das Wachstum der Gemeinde aus Furcht
vor Stolz oder Größenwahn.

Apg 2,41+47 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich


taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa
dreitausend Menschen. [...] und lobten Gott und fanden
Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte
täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden."
Apg 6,7 "Und das Wort Gottes breitete sich aus, und
die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es
wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam."
Die Apostelgeschichte spricht von einem
zahlenmäßigen Wachstum sowohl der Gemeindeglieder
als auch der Anzahl der örtlichen Gemeinden:

Apg 1,15 120


2,41 3000 hinzugefügt
4,4 5000 Männer
5,14 "Desto mehr aber wuchs die Zahl derer, die an den
Herrn glaubten - eine Menge Männer und Frauen -,"
6,7 "... Zahl der Jünger wurde sehr groß..."
9,31 "So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa
und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte
in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem
Beistand des heiligen Geistes."
16,5 "Da wurden die Gemeinden im Glauben gefestigt
und nahmen täglich zu an Zahl."
21,20 "Als sie aber das hörten, lobten sie Gott und
sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, wieviel tausend
Juden gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für
das Gesetz."
Die Qualität des evangelistischen Einsatzes mißt sich
auch an der Quantität. Geistliches Wachstum in der
Apostelgeschichte wird u.a. mit Zahlen gemessen.
Zahlen allein sind natürlich nicht maßgebend. Aber im
Zusammenhang sind Zahlen geistlich zu werten, denn
"Gott will, daß allen Menschen geholfen wird.".

Normales Wachstum geschieht durch Zellteilung, nicht


durch unbegrenztes Wachstum schon vorhandener
Zellen. Das Wachstum der einzelnen Zelle über einen
bestimmten Punkt hinaus ist ohne Teilung krankhaft.

ANREGUNGEN:

Ist Apg 8,1ff ein Eingreifen Gottes, um eine Zerstreuung


der "Megagemeinde" Jerusalem zu bewirken?
Kann auch eine "Megagemeinde" eine Art Zellteilung
durchführen? - "Untergemeinden", Hauskreise usw.
Betrachten Sie verschiedene Gemeindeteilungsmodelle
mit dem Ziel von Gemeindegründungen

Daß die Gemeinden wuchsen, war einerseits Gottes


Wirken durch Seinen Geist, aber andererseits geschah
es durch den Gehorsam der Gläubigen.

Das Wachstum war bedingt durch bestimmte


Grundsätze:

Apg 2,41-42 "Die nun sein Wort annahmen, ließen sich


taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa
dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in
der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im
Brotbrechen und im Gebet."
Apg 2,46-47 "Und sie waren täglich einmütig
beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und
dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude
und lauteren Herzen und lobten Gott und fanden
Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte
täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden."

ANREGUNGEN:

Studieren Sie die Apostelgeschichte und die Briefe, um


festzustellen, ob das Beispiel der Gemeinde in
Jerusalem (s.o.) sich auf andere nt'liche Gemeinden
anwenden läßt.
Wenn wir von Wachstum sprechen, müssen wir in der
lokalen Gemeinde unterscheiden zwischen:
"biologischem Wachstum" (die Kinder der
Gemeindeglieder wachsen in die Gemeinde hinein.)
"Wachstum durch Zuzug" Wohnortwechsel oder
Gemeindewechsel - also schon Gläubige werden in die
Gemeinde integriert
"Wachstum durch Evangelisation"

2. Die Ausrüstung für die Gemeinde

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Heilige Geist


und die Gaben des Geistes. Hier verweise ich auf die
Pneumatologie, spezielle Themenstudien oder eigene
Ausarbeitung (je nach Semester-Aufgabe) .

3. Die Verheißung an die Gemeinde

Die Gemeinde wird nicht die Welt bekehren. Sie wird


auch nicht die Welt erobern noch irgendeine
einflußreiche, geachtete Stellung in der Endzeit
einnehmen.

Im Gegenteil, sie wird verfolgt, es wird keinen Raum


mehr für sie geben. Sie wird aber siegreich entrückt
werden. Für die Erdenzeit gilt die Verheißung unseres
Herrn:

Mt 16,18 "Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die
Pforte der Hölle sollen sie nicht überwältigen."
Dieses Kapitel wird in der Eschatologie ausführlich
behandelt. Wir erwähnen es hier nur der Vollständigkeit
halber.
Die Feindschaft zwischen der Welt und der Gemeinde
(angesagt in 1.Mose 3,15) wird eines Tages zu Ende
sein. Christus, das Haupt der Gemeinde, wird
wiederkommen und Seine Gemeinde zu sich holen. Wir
nennen das "Entrückung und 1. Auferstehung":
1.Thess 4,16-18 "Denn er selbst, der Herr, wird, wenn
der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und
die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom
Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus
gestorben sind, auferstehen. Danach werden wir, die wir
leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt
werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen;
und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit."
Der Dienst der Gemeinde in dieser Welt wird belohnt
und wir werden über unserem Auftrag zur Rechenschaft
gezogen werden. Das ist das Preisgericht.
2.Kor 5,10 "Denn wir müssen alle offenbar werden
vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn
empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei
gut oder böse."
Anschließend findet die Hochzeit des Lammes statt:
Offb 19,7 "Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die
Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist
gekommen, und seine Braut hat sich bereitet."
Gekrönt werden wir mit dem Herrn auf diese Erde
zurückkehren, um das Friedenrsreich für 1000 Jahre
aufzurichten. Wir werden mit dem Herrn herrschen:
Offb 20,4-6 "Und ich sah Throne, und sie setzten sich
darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und
ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um
desZeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes
willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein
Bild und die seinZeichen nicht angenommen hatten an
ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und
regierten mit Christus tausend Jahre. Die andern Toten
aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend
Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung.
Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten
Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine
Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi
sein und mit ihm regieren tausend Jahre."
In alle Ewigkeit wird die Gemeinde ein Zeugnis zur Ehre
des Herrn sein:
Eph 3,21 "dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus
Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen."
Wir dürfen unseren Blick aufrichten zum Herrn und uns
freuen über unsere gewaltige Berufung. Er sagt uns zu:

Lk 12,32 "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es


hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu
geben."

Exkurs: Die Rolle der Frau in der Gemeinde

Wegen der Aktualität dieses Themas - nicht zuletzt, weil


die Hälfte unserer Bibelschüler weiblichen Geschlechts
sind - sei mir (meine persönliche Überzeugung) ein
etwas ausführlicher Exkurs erlaubt.

1. Die Frau im AT

Im AT ist der Mann der Verantwortliche


in der Familie
in der Öffentlichkeit
im Gottesdienst
Die Frau ist abhängig

vom Vater
vom Mann
vom Sohn
So lesen wir beispielsweise:

4.Mose 30,4-6 "Wenn eine Frau dem Herrn ein Gelübde


tut und sich zu etwas verpflichtet, solange sie im Hause
ihres Vaters und ledig ist, und ihr Vater hört von ihrem
Gelübde und ihrer Verpflichtung, die sie sich auferlegt
hat, und er schweigt dazu, so gelten alle ihre Gelübde,
und jede Verpflichtung, die sie sich auferlegt hat, soll
auch gelten. Wenn aber ihr Vater ihr's verwehrt an dem
Tage, da er's hört, so gilt das Gelübde und die
Verpflichtung nicht, die sie sich auferlegt hat, und der
Herr wir ihr gnädig sein, weil ihr Vater es ihr verwehrt
hat."
Gleiches gilt im Verhältnis Ehemann - Ehefrau (4.Mose
30,7-16).

Dabei war sie

geliebt
1.Sam 1,5+8 "Aber Hanna gab er ein Stück traurig;
denn er hatte Hanna lieb, obgleich der Herr ihren Leib
verschlossen hatte. [...] Elkana aber, ihr Mann, sprach zu
ihr: Hanna, warum weinst du, und warum issest du
nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir
nicht mehr wert als zehn Söhne?"
geachtet
Spr 23,22"Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat,
und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird."
gelobt
Spr 12,4 "Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone;
aber eine schandbare ist wie Eiter in seinem Gebein."
Spr 18,22"Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas
Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt im Herrn."
Ihre Verantwortung war, Mutter und Hausfrau zu sein.

Spr 31,10-31 s.d.


Ihr oblag die Beaufsichtigung des Gesindes und der
Sklaven.

Oft wird gesagt, daß das AT frauenfeindlich sei. Ein


großer Irrtum! ("Ihr irrt, weil ihr die Schrift nicht kennt!")
Der Schutz, den das alttestamentliche Gesetz der Frau
bot, war in der damaligen Zeit einmalig (z.B. in Blick auf
Vergewaltigung, Ehescheidung, usw...). Erst nach der
babylonischen Gefangenschaft schlug das pharisäische
Judentum einen frauendiskriminierenden Weg ein. So
finden wir später folgende Aussagen: "Die Frau ist in
jeder Hinsicht geringer als der Mann" (Josephus: c.Ap.
2,24); "Die Zeugenaussage einer Frau soll wegen der
Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit ihres Geschlechtes
nicht anerkannt werden!" (Josephus: Antiq. IV.8,15) und
Rabbi Jehuda lehrte (t.Berakh. 7,18): "Drei Lobsprüche
muß man an jedem Tag sprechen: Gepriesen sei Gott,
daß er mich nicht als Heiden geschaffen hat! Gepriesen,
daß er mich nicht als Frau geschaffen hat! Gepriesen,
daß er mich nicht als Unwissenden geschaffen hat!"

Wie anders ist doch die hohe Wertschätzung der Frau


im AT und NT!
Auch am Gottesdienst des AT nahmen die Frauen teil:

Opfer bringen
3.Mose 12,6 "Und wenn die Tage ihrer Reinigung für
den Sohn oder für die Tochter um sind, soll sie dem
Priester ein einjähriges Schaf bringen zum Brandopfer
und eine Taube oder Turteltaube zum Sündopfer vor die
Tür der Stiftshütte."
Teilnahme an Opfermahlzeiten
1.Sam 1,4-5 "Wenn nun der Tag kam, daß Elkana
opferte, gab er seiner Frau Peninna und allen ihren
Söhnen und Töchtern Stücke vom Opferfleisch. Aber
Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna
lieb, obgleich der Herr ihren Leib verschlossen hatte."
vom Heiligen essen
3.Mose 22,11-13 "Wenn aber der Priester einen
Sklaven für Geld kauft, so darf der davon essen. Und der
Sklave, der ihm in seinem Hause geboren wird, der darf
auch von seiner Speise essen. Wenn aber des Priesters
Tochter die Frau eines Mannes wird, der nicht aus einer
priesterlichen Sippe ist, so soll sie nicht von der
heiligen Opfergabe essen. Wird sie aber eine Witwe und
kehrt zurück in ihres Vaters Haus, so darf sie essen von
ihres Vaters Speise wie in ihrer Jugend. Aber kein
Fremder soll davon essen."
Dienst vor der Stiftshütte
2.Mose 38,8 "Und er machte das Becken aus Kupfer
und sein Gestell auch aus Kupfer von den Spiegeln der
Frauen, die vor der Tür der Stiftshütte Dienst taten."
Gebet im Tempelvorhof
1.Sam 1+2

Die Trennung in einen Männer- und einen Frauenvorhof


gab es erst nach der babylonischen Gefangenschaft.
Gott offenbarte sich auch zuerst Frauen und erst dann
ihren Männern:

Ri 13,4-5 "So hüte dich nun, Wein oder starkes Getränk


zu trinken und Unreines zu essen; denn du wirst
schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein
Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der Knabe
wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und
er wird anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der
Philister."
So überrascht es nicht, von Frauen zu lesen, die in
besonderer Weise von Gott gebraucht wurden:

2.Mose 15,20 "Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons


Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen
folgten ihr nach mit Pauken und Reigen."
Mirjam war eine Prophetin; außerdem leitete sie die
Frauen im Gesang und Reigen zum Lobpreis des Herrn.

Deborah war Richterin und Führerin. Barak lehnte die


von Debora angebotene Führerposition ab und wurde
dafür bestraft.

Ri 4,14ff "Debora aber sprach zu Barak: Auf! Das ist der


Tag, an dem dir der Herr den Sisera in deine Hand
gegeben hat, denn der Herr ist ausgezogen vor dir her.
So zog Barak von dem Berge Tabor hinab und die
zehntausend Mann ihm nach..."
2.Kön 22,14-20 die Prophetin Hulda
Es gab allerdings auch falsche Prophetinnen:

Hes 13,17 "Und du, Menschenkind, richte dein


Angesicht gegen die Töchter deines Volks, die aus
eigenem Antrieb als Prophetinnen auftreten, und
weissage gegen sie"

ANREGUNG:

Obwohl Frauen im AT aktiv im Gottesdienst des Volkes


mitwirken (2.Mose 15,20f; Ps 68,26), finden sich keine
Priesterinnen in Gottes Tempel. Der Priesterdienst ist
den Männern vorbehalten, obwohl in den Israel
umgebenden Ländern und Religionen Priesterinnen
üblich waren.

2. Die Frau im NT

In Jesu Dienst finden wir keinen Unterschied zwischen


Mann und Frau. Sein Ruf gilt allen:

Mt 11,28 "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und


beladen seid; ich will euch erquicken."
Die Frauen gehören auch zu der Nachfolgeschar
unseres Herrn und nehmen natürlich auch an Seiner
Unterweisung teil.

Lk 8,2-3 "dazu einige Frauen, die er gesund gemacht


hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich
Maria, genannt Magdalena, von der sieben böse Geister
ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuzas,
eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele
andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe."
Lk 10,39+42 "Und sie hatte eine Schwester, die hieß
Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte
seiner Rede zu. [...] Eins aber ist not. Maria hat das gute
Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden."
Der Herr Jesus hatte keinen Anteil an der
frauenfeindlichen Haltung der Pharisäer und
Schriftgelehrten. Er unterwies auch Frauen und sogar
die Samariterin (Joh 4). Rabbi Elieser hingegen lehrte:
"Wer seine Tochter die Torah lehrt, ist wie einer, der sie
Ausschweifung lehrt!" (b.Sot. 3,4). Ganz bewußt setzte
sich der Herr Jesus über diese Schranken Seiner Zeit
hinweg. Umso auffallender ist daher, daß Er nur
männliche Apostel in den Kreis der Zwölf rief!

Im übrigen NT wird dem erlösten Menschen die


Schöpfungsordnung wieder gezeigt. Der Mann ist das
Haupt der Frau, sie ist dem Mann untergeordnet.

1.Kor 11,3 "Ich lasse euch aber wissen, daß Christus


das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das
Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi."
Eph 5,23 "Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie
auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als
seinen Leib erlöst hat."
Eph 5,22 "Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter
wie dem Herrn."
Die Frau ist aber vor jeglichem Mißbrauch der Autorität
des Mannes geschützt.

Eph 5,25 "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch


Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst
für sie dahingegeben,"
1.Petr 3,7"Desgleichen, ihr Männer, wohnt vernünftig mit
ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht
als dem schwächeren die Ehre. Denn auch die Frauen
sind Miterben der Gnade des Lebens, und euer
gemeinsames Gebet soll nicht behindert werden."
Die innere Haltung der Frau bestimmt ihr äußeres
Auftreten. Die Schönheit der Frau ist das innere Wesen,
nicht die Äußerlichkeiten.
1.Petr 3,3-4 "Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein
wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider,
sondern der verborgene Mensch des Herzens im
unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen
Geistes: das ist köstlich vor Gott."
Spr 11,22"Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau
mit einem goldenen Ring durch die Nase."

3. Die Frau in der Gemeinde

Beachten wir, daß heute leider meist nur darüber


gesprochen wird, was eine Frau nicht darf. Sie darf alles
außer leiten!!

a) gleichwertig

Gal 3,26+28 "Denn ihr seid alle durch den Glauben


Gottes Kinder in Christus Jesus. [...] Hier ist nicht Jude
noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist
nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in
Christus Jesus."
Röm 16,1"Ich befehle euch unsere Schwester Phöbe an,
die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist,"
1.Kor 7,15 "Wenn aber der Ungläubige sich scheiden
will, so laß ihn sich scheiden. Der Bruder oder die
Schwester ist nicht gebunden in solchen Fällen. Zum
Frieden hat euch Gott berufen."
1.Kor 9,5 "Haben wir nicht auch das Recht, eine
Schwester als Ehefrau mit uns zu führen wie die andern
Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?"
Philem 2 "und an Aphia, die Schwester, und Archippus,
unsern Mitstreiter, und an die Gemeinde in deinem
Hause:"

b) erfüllt mit dem Heiligen Geist

Apg 2, 16-18 "sondern das ist's, was durch den


Propheten Joel gesagt worden ist: 'Und es soll
geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich
ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure
Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure
Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen
Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine
Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist
ausgießen, und sie sollen weissagen."
Apg 8,12 "Als sie aber den Predigten des Philippus von
dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi
glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen."
Apg 8,15-16 "Die kamen hinab und beteten für sie, daß
sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf
keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein
getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie
die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen
Geist."

c) Anteil an den Gaben

1.Kor 12,11 "Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist


und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will."
1.Kor 11,5 "Eine Frau aber, die betet oder
prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet
ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie
geschoren."
Apg 21,9 "Der hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen
und weissagten."

d) beten und weissagen

1.Kor 11,5 "Eine Frau aber, die betet oder


prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet
ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie
geschoren."

e) diakonische Dienste

Röm 16,1-2 "Ich befehle euch unsere Schwester


Phöbe an, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreä ist,
daß ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich's ziemt für
die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie
euch braucht; denn auch sie hat vielen beigestanden,
auch mir selbst."

f) Zeugen der Auferstehung auf Jesu Befehl

Joh 20, 17-18 "Spricht Jesus zu ihr: Rühre micht nicht


an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh
aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre
auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem
Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und
verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen,
und das hat er zu mir gesagt."
Mt 28, 7-8 "und geht eilends hin und sagt seinen
Jüngern, daß er auferstanden ist von den Toten. Und
siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort
werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und
großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu
verkündigen."

g) Verbot des Lehrens

1.Tim 2,12 "Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie


lehre, auch nicht, daß sie über den Mann Herr sei,
sondern sie sei still."
aber:

Tit 2,3-5 "desgleichen den alten Frauen, daß sie sich


verhalten, wie es sich für Heilige ziemt, nicht
verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben. Sie sollen
aber Gutes lehren und die jungen Frauen anhalten, daß
sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, besonnen
seien, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern
unterordnen, damit nicht das Wort Gottes verlästert
werde."
Apg 18,26 "Er fing an, frei und offen zu predigen in
der Synagoge. Als ihn Aquila und Priszilla hörten,
nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes
noch genauer aus."
2.Tim 1,5 "Denn ich erinnere mich an den ungefärbten
Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner
Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin
aber gewiß, auch in dir."
2.Tim 3,15 "und daß du von Kind auf die heilige
Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit
durch den Glauben an Christus Jesus."

h) Schweigegebot in der Gemeinde

1.Kor 14,34-35 "Wie in allen Gemeinden der Heiligen


sollen die Frauen schweigen in der
Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht
gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen,
wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen,
so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der
Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden."
aber:

1.Kor 11,5 "Eine Frau aber, die betet oder


prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet
ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie
geschoren."
Die Frau soll keine Stellung einnehmen, die Leitung oder
Aufsicht über Männer einschließt.

1.Petr 3,1-8 s.d.

ANREGUNGEN:

Wir beziehen Stellung dagegen, daß ein in der


Gesellschaft verändertes Rollenverständnis zu einer
Uminterpretierung der biblischen Aussagen führen soll.
In Röm 16,1 wird eine Diakonisse, Phöbe, genannt. Ob
der Diakonissendienst eine ständige Einrichtung war, ist
nicht mit Sicherheit festzustellen. Wenn ja, dann gibt es
dafür keine Anhaltspunkte, daß sie ledige Schwestern
sein mußten, die ein Versprechen abzulegen hatten, daß
sie nicht heiraten würden. In 1.Tim 3,11 sehen Ausleger
entweder ebenfalls Diakonissen oder aber die Frau des
Diakons.
Gleichwertigkeit bedeutet nicht gleiche
Aufgabenstellung!
Eine Gabe des Heiligen Geistes bedeutet nicht die
Berufung zu einem bestimmten Amt. Gaben können an
unterschiedlichsten Orten eingesetzt werden.

4. Die 5 Gruppen von Frauen im NT

a) Alte Witwen

1.Tim 5,5 "Das ist aber eine rechte Witwe, die allein
steht, die ihre Hoffnung auf Gott setzt und beharrlich
fleht und betet Tag und Nacht."

b) Junge Witwen

1.Tim 5,14 "So will ich nun, daß die jüngeren Witwen
heiraten, Kinder zur Welt bringen, den Haushalt führen,
dem Widersacher keinen Anlaß geben zu lästern."

c) Alte Frauen

Tit 2,3 "desgleichen den alten Frauen, daß sie sich


verhalten, wie es sich für Heilige ziemt, nicht
verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben. Sie sollen
aber Gutes lehren"

d) Junge Frauen

Tit 2,4-5 "und die jungen Frauen anhalten, daß sie ihre
Männer lieben, ihre Kinder lieben, besonnen seien,
keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern
unterordnen, damit nicht das Wort Gottes verlästert
werde."
e) Ledige

1.Kor 7,34 "Und die Frau, die keinen Mann hat, und
die Jungfrauen sorgen sich um die Sache des Herrn,
daß sie heilig seien am Leib und auch am Geist; aber die
verheiratete Frau sorgt sich um die Dinge der Welt, wie
sie dem Mann gefalle."