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Auch der Chef einer weltweit tätigen Firmen-Gruppe


kann zum Mobbing-Opfer werden. Wie sie mit Mobbing
umgingen und wie sie zum Glauben an Jesus Christus
kamen, erzählten Bernard und Theres Siegfried bei
einem Besuch in Zofingen.

Samuel Benoni Siegfried hatte das Zofinger Chemie-


Unternehmen Siegfried im Jahre 1873 gegründet. Dass
auch sein Urenkel Bernard in die Firma einsteigen
würde, war eigentlich immer klar. Jeden Sonntag ritt
Bernard mit seinem Vater aus. Auf einem dieser Ausritte
- Bernard war 17 oder 18 Jahre alt - sagte der Vater
plötzlich: "Du kommst in die Firma. Jetzt kannst du dich
entscheiden, ob du Chemiker oder Kaufmann werden
willst." Das war auf dem Heiternplatz oberhalb von
Zofingen, und als die beiden Reiter den nahen Waldrand
erreichten, hatte sich Bernard für das Kaufmännische
entschieden.

Chef über 1000 Angestellte


Heute ist Dr. Bernard A. Siegfried
Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der
Geschäftsleitung der Siegfried AG. Und damit Chef von
1000 Angestellten. Er erzählt die Reit-Anekdote nur
wenige hundert Meter von dem Ort entfernt, wo sie
passiert ist. Wir sitzen im Wohnzimmer einer Villa am
Zofinger Stadtrand. Durch die hohen Fenster geht der
Blick hinaus auf ein Kornfeld und den gepflegten
Garten. Dies ist Theres Siegfrieds Reich, wo
Johannisbeeren, Himbeeren, Baumnüsse, Quitten und
Schnittblumen wachsen - und viele Schnecken
gedeihen. Zwar hat die Siegfried AG auch
Schneckenmittel im Sortiment; Theres Siegfrieds
Geheimtip jedoch sind mit Bier gefüllte Yoghurt-Becher.
Einen Eisbecher gebe es zum Dessert, verrät sie - mit
den ersten Zwetschgen des Jahres.

Theres Siegfried kommt aus einer Familie, die


sozusagen von Desserts lebt: Sie ist die älteste Tochter
des Emmentaler Biscuit-Fabrikanten Oscar Kambly.
Nachdem Bernard Siegfried an der Hochschule
St.Gallen seinen Doktor gemacht hatte, gingen die
beiden zwei Jahre nach Mexiko und zwei Jahre in die
USA. Theres war es, die 1967 zurück wollte. Bernard
hingegen hatte Hemmungen, nach Zofingen
zurückzukehren: In der Firma gab es Konflikte, und
zudem steckte sie in einer wirtschaftlichen Krise.
Bernard Siegfried kam deshalb als Sanierer in die Firma.
"Ich ging hinein wie der Stier in den Kieshaufen", sagt
er.

Die ganze Bibel gelesen


Drei Söhne kamen in den sechziger Jahren auf die Welt.
Lukas, der älteste, studierte Theologie an der
Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH)
in Basel und war verantwortlich für die wohl
entscheidendste Wende im Leben des Bernard
Siegfried: "1987 erlebte ich eine Wiedergeburt, eine
Bekehrung - und zwar aufgrund von Gesprächen mit
meinem Sohn." Im Alter von 53 Jahren übergab Bernard
Siegfried in seinem Büro sein Leben Jesus Christus.

Für seine Frau Theres war der Glaube nichts Neues: Ihre
Familie gehörte zu einer Täufer-Gemeinde. Da die
Gemeinde sehr streng war, ging Theres jedoch
irgendwann nicht mehr hin. "Ich las nie in der Bibel, in
meinem Innern wusste ich aber: Der Glaube ist richtig",
erzählt sie. Als sich ihr Mann mit Jesus Christus zu
beschäftigen begann, fing auch sie an, täglich in der
Bibel zu lesen. Beide fingen bei Adam und Eva an, und
jeder las für sich alleine. Eines Morgens - es war in den
Skiferien in ihrem geliebten Celerina - war Bernard
Siegfried mit der Bibel fertig und erzählte das seiner
Frau. Diese konnte es kaum glauben: Am gleichen Tag
war auch sie auf der letzten Seite angelangt!

Der Machtkampf
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Bernard Siegfried die
Firma schon durch mehrere schwierige Situationen
gesteuert. Doch die schwerste Zeit sollte noch kommen.
1990 gab es erneut wirtschaftliche Probleme. Der
Verwaltungsrat sah Bernard Siegfried als den
Hauptschuldigen. Führungsschwäche warf man ihm vor.
"Es war eine harte Zeit, ich wurde systematisch
fertiggemacht und vor Kollegen der Geschäftsleitung
blossgestellt. Das war Mobbing in höchstem Grade",
erzählt er heute. Als der Verwaltungsrat ihn zum
Rücktritt aufforderte, sagte er: "Ja, ich gehe." Seine
Frau sei zwar erschrocken, habe seinen Entscheid aber
akzeptiert. "Ich war dir immer eine Stütze, gell
Bernard?", sagt Theres Siegfried.

Doch dann passierten unglaubliche Dinge. Ein


wildfremder Bankier aus Japan rief an und sagte, er
wolle mit der Siegfried AG zusammenarbeiten. Einzige
Bedingung: Bernard Siegfried müsse die Firma leiten.
Und Erich Mauerhofer, der Pastor seiner Gemeinde,
einer Freien Missionsgemeinde, fragte ihn: "Warum
wirfst eigentlich nicht du die andern raus?" Bernard
Siegfried wurde bewusst, dass er Gott gar nicht um Rat
gefragt hatte, und er begann zu beten: "Da hörte ich eine
ganz starke Stimme in mir, die sagte: Du musst
kämpfen." Das tat er und suchte Unterstützung bei
verschiedenen Aktionären. Es kam zu einem
Machtkampf, der im Vorfeld der Generalversammlung
vom 26.April 1991 auch in den Medien ausgetragen
wurde. Bernard Siegfried erhebt sich aus dem Sofa und
holt einen Ordner voller Zeitungsartikel. "Kraftprobe bei
Siegfried", titelte die Neue Zürcher Zeitung. "Wird
Firmenchef gestürzt?", fragte die Berner Zeitung.

Vier Träume
"In dieser Zeit hatte ich vier Träume, in denen ich immer
sah, was passieren würde", sagt Siegfried. Einmal
träumte er, das Hauptgebäude der Siegfried AG stehe in
Flammen. "Doch plötzlich erkannte ich, dass eine
Lokomotive vor dem Gebäude brennt." Die Lokomotive
wurde weggezogen. "Ich wusste, was das bedeutete: Die
Zugpferde brennen, die Firma selber ist gesund. Und ich
wusste: Die Firmenleitung wird mal geändert. Diese
Träume haben mich gehalten. Ich wusste, das muss
Gottes Wille sein."

An der entscheidenden Generalversammlung sprachen


sich rund drei Viertel der Aktionäre für Bernard Siegfried
aus. Seine Gegner im Verwaltungsrat verliessen die
Bühne im Gänsemarsch. All das war für Bernard
Siegfried ein ganz intensives Glaubenserlebnis: "Ich
spürte: Da ist jemand‚ who cares about you."

Keine Predigt
In den Jahren danach erlebte die Siegfried-Gruppe einen
neuen Aufschwung. "Heute ist mir klar, dass Gott mir
diesen Erfolg gegeben hat, damit ich als erfolgreicher
Unternehmer auftreten kann." Bernard Siegfried spricht
heute viel mit anderen Menschen über Gott, vor allem
bei der Internationalen Vereinigung Christlicher
Geschäftsleute (IVCG). In der Firma und in der ganzen
Region ist bekannt, dass Siegfried eine besondere
Beziehung zu Gott hat. "Wo immer ich einen Vortrag
oder einen Auftritt habe, versuche ich, etwas über Gott
oder die Bibel zu sagen." Zum Teil geschehe das in
"homöopathischen Dosen". Bernard Siegfried hält keine
Predigten: "Ich will die Leute nicht bekehren, ich will
nicht Moralist sein, ich will einfach aufzeigen, wie ich es
erlebt habe."

Chrischona Magazin