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Kraftstoff

Ein Kraftstoff (auch Treibstoff) ist ein Brennstoff, dessen chemische Energie durch Verbrennung in Verbrennungskraftmaschinen (Verbrennungsmotor, Gasturbine, …) und Raketentriebwerken in Antriebs- kraft umgewandelt wird.

Kraftstoffe werden überwiegend zum Antrieb von Fortbewegungsmitteln (Kraftfahrzeug, Flugzeug, Schiff, Rakete) verwendet. Da sie jeweils mittransportiert wer- den müssen, werden häufig Stoffe mit einer hohen Energiedichte eingesetzt. Aber auch stationäre Verbren- nungsmotoren werden mit ihnen betrieben.

Bei der Verbrennung wird als Oxidator meist der Luft- Sauerstoff verwendet, teils, vor allem bei Raketen, aber auch ein eigener Oxidator wie verflüssigter Sauerstoff, Lachgas oder Salpetersäure.

1 Nomenklatur

Die Abgrenzung des Begriffes Kraftstoff zu dem Begriff Treibstoff ist nicht durchgängig einheitlich geregelt:

Als Kraftstoff wird normalerweise ein Stoff be- zeichnet, der zur direkten Verbrennung in ei- ner Verbrennungskraftmaschine genutzt wird. Be- sonders gängig ist der Begriff im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik.

Als Treibstoff wird normalerweise ein Stoff be- zeichnet, der zum Antrieb eines Fortbewegungsmit- tels, seltener auch einer stationären Maschine, ver- wendet wird. Somit schließt der Begriff die Kraft- stoffe mit ein. Besonders gängig ist der Begriff Treibstoff im Bereich der Schifffahrt und der Luft- und Raumfahrt.

In den meisten anderen Sprachen gibt es die Unterschei- dung so nicht. So bedeutet z. B. im Englischen der Be- griff fuel allgemein Brennstoff. Dies schließt Kraftstoffe (manchmal motor fuel genannt) und Treibstoffe (manch- mal propellant genannt) mit ein.

Nicht als Kraftstoff bezeichnet werden üblicherweise Stoffe, die zwar als Energieträger für einen Antrieb die- nen, bei denen aber keine chemische Energie freigesetzt wird, z.B. Wasser für eine Wasserturbine oder Uran für den Kernreaktor eines Nuklearantriebs.

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2 Arten von Kraftstoffen

2.1 Flüssige Kraftstoffe

Benzin (Ottokraftstoff)

Zweitaktgemisch (Ottokraftstoff mit Ölzusatz)

Benzin-Benzol-Gemisch (Bibo) (Ottokraftstoff)

Biodiesel

XtL-Kraftstoffe, darunter GtL-Kraftstoff (Gas-to- Liquid), BtL-Kraftstoff (Biomass-to-Liquid) und CtL-Kraftstoff (Bsp.: Deutsches synthetisches Ben- zin (Coal-to-Liquid))

Emulsionskraftstoff (meist Wasser in Diesel, zur Schadstoffminderung durch Temperaturabsenkung)

Butanol, darunter Biobutanol

Flüssigerdgas (auch: LNG Liquified Natural Gas)

Flüssiggas (Propan/Butan-Gemisch, auch: Autogas oder LPG bzw. Liquified Petroleum Gas)

Methanol

Schweröl

Benzol

Gasöl

2.2 Gasförmige Kraftstoffe

Erdgas – auch: Methan, CNG (Compressed Natural Gas) oder LNG (Liquid Natural Gas)

Kompogas

Biogas

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5 ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE

Methan - auch: Erdgas, darunter Biomethan

Ethan

Holzgas

Blaugas, ein nach dem Chemiker Hermann Blau be- nanntes Gas, das dem Flüssiggas ähnlich war (siehe Auftriebsausgleich für Luftschiffe)

2.3 Feste Kraftstoffe

Festbrennstoffe (zum Beispiel für Antriebe von Feststoffraketen)

3 Verfahren zur Herstellung oder Gewinnung von Kraftstoffen

Elektrolyse (für Wasserstoffherstellung)

Steam-Reforming zur Herstellung von Wasserstoff aus Kohlenwasserstoffen, wie beispielsweise Bio- masse

Ölmühle

Methanolsynthese aus Erdgas bzw. Synthesegasen oder aus recycletem CO 2 in Kombination mit Was- ser, siehe Methanolwirtschaft

4 Vergleich von Kraftstoffen

Für die Reichweite eines Fahrzeugs sind neben dem Wir- kungsgrad seiner Aggregate u. a. das Volumen des Tanks und die darin gespeicherte Energie ausschlaggebend. Der physikalische Vergleich der Heizwerte (kWh pro m³) zeigt, dass flüssige Treibstoffe optimal sind. Bei Gasen hängt der Energieinhalt stark vom Druck ab.

Die Möglichkeit, einen Treibstoff in einem Motor ein- zusetzen, hängt nicht nur von Brenneigenschaften ab, sondern auch von der Auslegung des Motors und sei- ner Treibstoffzufuhr für die jeweiligen chemischen Ei- genschaften des Treibstoffes und der ihm beigemisch- ten Additive. Z. B. können sich Ventile und Ventilsitze, die nur für die Additive von Benzin ausgelegt worden sind, bei Betrieb mit Erdgas oder Autogas (keine Beimi- schung von Additiven) schneller abnutzen, deshalb rüs- ten verschiedene Fahrzeughersteller ihre Erdgasfahrzeu- ge mit speziellen für Erdgasbetrieb ausgelegten Motoren aus.

Darüber hinaus muss nach dem Zündungsprinzip unter- schieden werden, ob also Selbstzündung (Dieselmotor) oder Fremdzündung (Ottomotor) verwendet wird, bei Letzterem spielt die Klopffestigkeit eine wichtige Rolle.

5 Alternative Kraftstoffe

Als Alternative Kraftstoffe werden Kraftstoffe be- zeichnet, die herkömmliche aus Mineralöl hergestellte Kraftstoffe ersetzen können. Hierbei wird unterschieden zwischen Kraftstoffen aus fossilen Energieträgern und solchen, die aus biogenen Energieträgern hergestellt sind.

Erdgas (CNG) ist seit den 1990er Jahren in Deutsch- land verfügbar. In Argentinien, Brasilien und Italien fahren bereits Millionen Automobile damit.

Ethanol-Kraftstoff (Bio-Ethanol) wird aus Zucker- rüben, Zuckerrohr oder Weizen gewonnen. Seit 2005 wird es in Deutschland in geringen Men- gen dem normalen Benzin beigemischt. In Brasi- lien fahren bereits viele Automobile damit, siehe Flexible Fuel Vehicle. Verfahren zur Gewinnung von Cellulose-Ethanol aus pflanzlicher Biomasse be- finden sich in der Entwicklung.

Biodiesel wird aus mit Methanol veresterten Pflan- zenölen hergestellt. Basis der Pflanzenöle ist unter anderem der Samen der Rapspflanze. Er wird auch dem mineralischen Diesel aus Klimaschutzgründen beigemischt. Da die Eigenschaften von Biodiesel in vielen Punkten denen von mineralischem Die- sel sehr ähnlich sind, können auch nicht umgerüs- tete Dieselmotoren mit diesem Kraftstoff betrieben werden. Da sich Biodiesel wie ein leichtes Lösungs- mittel verhält, können unter Umständen Dichtun-

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gen und Schläuche im Kraftstoffsystem angegrif- fen werden, wenn diese nicht beständig gegen Bio- diesel sind. Nachteilig ist der hohe Aufwand zur Herstellung und die geringe Dezentralität der in Deutschland betriebenen Biodieselanlagen. Zudem kann Biodiesel eine große Menge Wasser aufneh- men, was zu Korrosionsproblemen an der Einspritz- ausrüstung führen kann.

Biogas kann für stationäre Motoren und zu Heiz- zwecken in der Nähe der Erzeugeranlagen eingesetzt werden, aber auch Erdgasfahrzeuge können damit betankt werden.

BtL-Kraftstoff (Biomass to Liquid) wird auch unter dem Markennamen SunDiesel vertrieben. Er wird aus Biomasse, wie z. B. Holz oder Stroh gewonnen. BtL befindet sich noch in der Erprobungsphase und hat noch einen großen Forschungsbedarf. Bei ihm können alle Bestandteile der Pflanze genutzt wer- den und er besitzt eine hohe Energiedichte. Auch konventionelle Dieselfahrzeuge können damit fah- ren. Eine Gesamtenergiebilanz der BTL-Prozesse liegt derzeit noch nicht vor.

Reine Pflanzenöle z. B. aus Raps, Sonnenblume oder Leindotter, auch „Pöl“ oder Naturdiesel genannt, können als Kraftstoff in Dieselmotoren eingesetzt werden. Insbesondere die höhere Viskosität gegen- über Dieselkraftstoff führt dazu, dass zum dauer- haften Betrieb von Dieselmotoren mit Pflanzenöl ei- ne Anpassung des Kraftstoff- und Einspritzsystems notwendig wird. Die Vorteile von Pflanzenöl sind neben der CO 2 -Neutralität die Möglichkeit der de- zentralen Herstellung, die hohe Energiedichte und das geringe Gefahrenpotential für Mensch und Um- welt (nicht wassergefährdend, kein Gefahrgut, un- giftig, hoher Flammpunkt).

Wasserstoff kann aus Wasser (H 2 O) mittels Elektrolyse gewonnen werden. Kostengünstiger ist allerdings die Gewinnung durch direkte chemische Umwandlung von Erdgas (Steam-Reforming), wobei CO 2 entsteht. Wasserstoff lässt sich mit Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen nutzen.

Holzgas war in den 1940er Jahren eine verbreite- te Alternative unter dem Druck von akutem Kraft- stoffmangel. In Finnland sind Fahrzeuge mit selbst- gefertigten Holzvergasern auch heute noch anzu- treffen. Bei dem Verfahren verschwelt normales Holz, oft Holzabfälle, unter Luftabschluss in ei- nem Druckkessel oder zersetzt sich unter Luftman- gelverbrennung. Die entstehenden brennbaren Ga- se (überwiegend Methan bei Luftabschluss, über- wiegend Kohlenstoffmonoxid, Wasserstoff und Me- than bei Luftmangelzersetzung) werden nach Küh- lung und Reinigung einem Motor zugeführt. Statio- näre Holzgasanlagen werden zu Heizzwecken und in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen eingesetzt.

6 Umwelt

Die bei der Verbrennung von Kraftstoffen freigesetz- ten Abgase bewirken Gesundheits- und Umweltschäden wie Sauren Regen und den Treibhauseffekt und somit die globale Erwärmung. Insbesondere CO 2 , CO und Stickoxide spielen dabei wichtige Rollen. Weiterhin ist das im Benzin befindliche Benzol erwiesenermaßen kar- zinogen. Art und Umfang der freigesetzten Schadstof- fe sind im Wesentlichen von der Zusammensetzung des Kraftstoffes, der Bauart des Motors und (wenn genutzt) der Abgasnachbehandlung abhängig. In Deutschland re- gelt die 10. BImSchV die Zusammensetzung und Quali- tät der Kraftstoffe, um die Luftbelastungen zu mindern. Die Verordnung regelt die Beschaffenheit von Otto- und Dieselkraftstoffen, Gasöl, Biodiesel, Ethanol, Flüssiggas, Erdgas, Biogas und Pflanzenölkraftstoff. [3]

7 Kraftstoffpreisentwicklung

Kraftstoffpreise weltweit (Auswahl) in Euro (ohne Be- rücksichtigung von Lohnniveau und Lebenshaltungskos- ten):

1 kg Erdgas entspricht ca. 1,5 Liter Super, ca. 1,3 Liter Diesel

8 Siehe auch

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11 WEBLINKS

9 Quellen

[1]

Eintrag zu Benzol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 13. April 2008 (JavaScript erforderlich)

[2] DIN 51605 – Rapsölkraftstoff“

10 Literatur

K. Griesbaum, D. Hönicke: Kraftstoffe der Zukunft, Chemie in unserer Zeit, 14. Jahrg. 1980, Nr. 3, S. 90-101, ISSN 0009-2851

Sven Geitmann: Alternative Kraftstoffe – Womit fah- re ich am besten? Hydrogeit Verlag, Oberkrämer, November 2010, ISBN 9783937863153

11 Weblinks

Alternative Kraftstoffe Auflistung der Vor- & Nachteile von erneuerbaren Energien

Infoportal für Biokraftstoffe Informationen Alternativ-Kraftstoff und Umrüstungen

http://www.kraftstoffweb.de Eine Graphik, die die Kosten für Normal- / Superbenzin, Diesel und Au- togas gegenüberstellt

International Fuel Prices 2009 Informationen zu Benzin- und Dieselpreisen in mehr als 170 Ländern sowie zu Prinzipien der Kraftstoffbesteuerung

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4073754-8

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12 Text- und Bildquellen, Autoren und Lizenzen

12.1 Text

Kraftstoff Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftstoff?oldid=148079213 Autoren: Wst, Ben-Zin, Andre Engels, Aka, Mhlusi, Ma- thias Schindler, Filzstift, Herrick, Tsor, Odin, Sansculotte, Karl Gruber, Schusch, Hashar, Christian2003, Rjh, Hadhuey, Xeper, Wiegels, RokerHRO, Soebe, Sinn, Zundelfrieder, Peter200, Harry20, Gadacz, Q'Alex, Ralf Pfeifer, Ckeen, 1-1111, Leckse, H005, Quistnix, Bot- teler, Nicor, Adi86, Moguntiner, Heinte, Diba, Zahnstein, Renekaemmerer, He3nry, Froggy, FlaBot, Saperaud, -jha-, Leyo, O.Koslowski, Ellywa, St.Krekeler, Scooter, Itti, Gunnar1m, Olei, W!B:, Saehrimnir, Felix Stember, Hydro, Dachris, Hans Koberger, RobotQuistnix, CosmoKramer, GGraf, Karl-Heinz Tetzlaff, Löschfix, Hubersn, DerHexer, WAH, Bernd vdB, Mo4jolo, NEUROtiker, Allesmüller, Por- talBot, 888344, Jü, Tobnu, Roest, Charis, Burts, Aleksander Kr, BJ Axel, Wikifreund, Tönjes, Graphikus, Leumar01, Tetris L, Spuk968, Dr.cueppers, Linksfuss, Horst Gräbner, Siddharta.563, JAnDbot, Nicolas G., Herbertweidner, JensVonZobel, Schmendrik881, YourEye- sOnly, Tom md, Ralfo1704, ThomasZorn, JOE, Jbergner, Niteshift, Numbo3, Zollernalb, Cvf-ps, Diwas, Knoerz, Euphoriceyes, Avron, Complex, Taner16, P UdK, Christoph-Erdmann Pfeiler, Regi51, CeGe, Motorschaden, Synthebot, Aseufert, Lupo Curtius, Krawi, Eckhard- boles, Der.Traeumer, Abn Ibi Dschugali, Avoided, Florian Gerlach (Nawaro), Succu, Alnilam, Bezur, Denis Barthel (WMDE), Pittimann, Se4598, Achim Raschka (Nawaro), Wikinger08, Blutgretchen, Günter Barten (Nawaro), Wnme, Pfieffer Latsch, 112BKS, Vinceres99, 24karamea, BKSlink, Justsail, Jivee Blau, Serols, Alraunenstern, Motorexperte, HiW-Bot, Didym, RunningGirl, MP-7, Trigonomie, Is- te Praetor, Tampion, Martinebisch, MerlIwBot, BeverlyHillsCop, Oguenther, Planetblue, Gleiten, Joes-Wiki, Mauerquadrant, Lukraw82, Dirkskonto, Addbot, Diopuld, Fettbemme, Henry Purcel, HeicoH, Schnabeltassentier und Anonyme: 166

12.2 Bilder

12.3 Inhaltslizenz