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Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) kennzeichnet die Funktionalität des vegetativen Nervensystems im Zusammenspiel mit zahlreichen kardiovaskulären, neuroendokrinen und humoralen Regelkreisen. Die in der HRV-Forschung etablierten klinischen, therapeutischen und sportwissenschaftlichen Anwendungsfelder bedürfen gleichsam eines fundierten physiologischen Grundlagenwissens sowie vertiefter methodischer Kenntnisse, um die HRV im Kontext der besonderen Rahmenbedingungen des jeweiligen Anwendungsfeldes als evidenzbasierte diagnostische Kenngröße nutzen zu können.

Das 6. internationale Symposium zur Herzfrequenzvariabilität gibt einen aktuellen Überblick zur rasant fortschreitenden Entwicklung in der grundlagen- und anwendungsorientierten HRV-Forschung in Medizin, Therapie und Sport. Im Rahmen von 5 Hauptvorträgen und 14 Kurzvorträgen werden die wechselseitigen Bezüge zwischen physiologischen Grundlagen, methodischen Ansätzen und aktuellen Anwendungen aufgezeigt und praxisnah diskutiert. Zusätzlich werden zwei Anwendungsworkshops - „Autonome Funktionsdiagnostik mittels HRV im Alltag der Arztpraxis“ sowie „Methodik der HRV-Analyse im Sport“ - stattfinden. Darüber hinaus wird der Industrie die Möglichkeit gegeben, im Rahmen von zwei kurzen Beiträgen neue Anwendungen zu präsentieren und diese mit dem Auditorium zu diskutieren. Folgende Schwerpunkthemen erwarten Sie:

Bedeutung und Anwendung der HRV in der Kardiologie und für niedergelassene Ärzte

Physiologische Grundlagen der HRV - Multi-Organ-Netzwerke

HRV im Trainings- und Regenerationsprozess

HRV als Coaching-Methode im Leistungssport und der Betrieblichen Gesundheitsförderung

HRV im Kontext von Schlaganfall und -assoziierten Infektionen

Alle Abstracts zu den Vorträgen sind in diesem Abstractband abgedruckt. Die Reihenfolge orientiert sich am zeitlichen Programmablauf.

Wir danken allen, die zu diesem interessanten Programm des Symposiums beigetragen haben.

interessanten Programm des Symposiums beigetragen haben. Prof. Dr. Kuno Hottenrott Halle (Saale) im November 2013 2

Prof. Dr. Kuno Hottenrott

Halle (Saale) im November 2013

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Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

Tagungsprogramm

6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität:

Grundlagen - Methoden - Anwendung

9:00-9:15 Uhr

Eröffnung des Symposiums Prof. Dr. Kuno Hottenrott

9:15-12:15 Uhr (HS XXII) Hauptvorträge

Moderation:

PD Dr. Olaf Hoos, Prof. Dr. Hendrik Schmidt

9:15-9:45 Uhr HRV and exercise Training Tulppo, M. (Oulo, Finnland)

9:45-10:15 Uhr Herzfrequenzvariabilität und Ruheherzfrequenz bei kritisch Kranken Werdan, K. (Halle)

10:15-10:45 Uhr Kaffeepause

Hauptvorträge

Moderation:

Prof. Dr. Ursula Müller-Werdan

Prof. Dr. Lutz Vogt

10:45-11:15 Uhr HRV zur individuellen Regenerationssteuerung im Sport Hottenrott, K. (Halle)

11:15-11:45 Uhr Variabilität beim Herzschlag, der Atmung und darüber hinaus: Physiologische Multi-Organ- Netzwerke Kantelhardt, J. (Halle)

11:45-12:15 Uhr Herzfrequenzvariabilität bei Schlaganfall und -assoziierten Infektionen Hoyer, D. (Jena)

Wir danken den Firmen für die Übernahme einer Referenten-Patenschaft! und

Wir danken den Firmen

Wir danken den Firmen für die Übernahme einer Referenten-Patenschaft! und

für die Übernahme einer

Referenten-Patenschaft!

und

12:15-13:00 Mittagspause

13:00-13:45 Industrieworkshop (HS XXII)

Erkenntnisse aus der Anwendung trainingsun- terstützender Tools mit Hilfe von Polar- Herzfrequenzmessgeräten (z.B. OwnOptimizer) Schrimpf, R. (Polar Electro GmbH)

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HRV im Betrieblichen Gesundheitsmanagement - Die Entwicklung vom HRV-Biofeedback-System zur Unternehmenslösung für Stressmanagement am Arbeitsplatz Mika, M. (Biocomfort Diagnostics GmbH & Co. KG)

13:45-14:45 Uhr (HS XXII) Kurzvorträge

Moderation:

Prof. Dr. Dirk Hoyer, Prof. Dr. Karl Werdan

13:45-13:55 Uhr Körperliche Aktivität während und nach onkolo- gischer Akuttherapie: Veränderungen von Le- bensqualität, Fatigue und kardialer Regulation Niederer, D. et al. (Frankfurt)

13:55-14:05 Uhr Messplatz-optimierte Ernährungs- und Bewe- gungstherapie in Prävention und Therapie von Übergewicht und Metabolischem Syndrom - Ein Erfolgskonzept für die Praxis Müller, G. (Hamburg)

14:05-14:15 Uhr Verbesserung der parasympathischen Reakti- onslage durch ein individualisiertes 9 Wochen HRV Biofeedback Training bei stressbelasteten Personen Aisenpreis, P.M. (Murnau)

14:15-14:25 Uhr Dosis-Wirkungs-Beziehung habitueller körperli- cher Aktivität (MVPA) und sympathikovagaler Balance junger Frauen Krause, F. et al. (Frankfurt)

14:25-14:35 Uhr Einfluss von Extrasystolen auf die Herzfre- quenzvariabilitätsmessungen im Rahmen von

24h-Messungen

Sammito, S. & Böckelmann, I. (Magdeburg)

14:35-14:45 Uhr Sportartspezifische Anpassung der Herzfre- quenzvariabilität (HRV) und der vagalen Regula- tion Duille, L. et al. (Magdeburg)

14:45-14:55 Uhr Ultra-short HRV and road cycling performance: a pilot study Wegerif, S. (Southampton, UK)

14:55-15:30 Uhr Kaffeepause

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15:30-16:40 Uhr (HS XXII) Kurzvorträge

Moderation:

Prof. Dr. Lutz Vogt, Prof. Dr. Kuno Hottenrott

15:30-15:40 Uhr Gender differences of the autonomic nervous system in endurance athletes: A study in elite Norwegian, Russian and Swiss cross-country skiers Schäfer, D. et al. (Bern, Schweiz)

15:40-15:50 Uhr Herzratenvariabilität als Marker vagaler Aktivität bei Katatonien - Unterscheiden sich Patienten mit katatonen Schizophrenien von Patienten mit anderen schizophrenen und schizophreniformen Störungen Franz, J. et al. (Brandenburg a.d.H.)

15:50-16:00 Uhr Stressindex als Verlaufsbeurteilung der auto- nomen kardialen Regulation Rosenhagen, A. et al. (Frankfurt)

16:00-16:10 Uhr Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Blutdruck- verhalten bei statischer und dynamischer Belas- tung im Vergleich Weippert, M. et al. (Rostock)

16:10-16:20 Uhr Veränderungen der morgendlichen Herzratenva- riabilität (HRV) als Reaktion auf erhöhte Trai- ningsbelastung bei freizeitsportlich aktiven Ausdauersportlern Weippert, M. et al. (Rostock)

16:20-16:30 Uhr Korrelation psycho-physiologischer Parameter (Herz-Raten-Variabilität und Stress- und Gesundheits-Fragebogen-Parameter) - Eine multizentrische Querschnittsuntersuchung im betrieblichen Gesundheitsmanagement Vagedes, J. et al. (Tübingen)

16:30-16:40 Uhr Veränderung der autonomen Funktion bei ge- sunden Probanden unter Training in normobarer Hypoxie- eine prospektive Studie Ziem, T. et al. (Halle)

16:40-17:15 Kaffeepause

17:15-18:00 Uhr Workshops

17:15-18:00 Uhr (HS XXII) Autonome Funktionsdiagnostik mittels HRV im Alltag der Arztpraxis Bortfeldt, S. (Laatzen)

17:15-18:00 Uhr (HS XXIII) Methodik der HRV-Analyse im Sport Hoos, O. (Würzburg)

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9:15-10:15 Uhr (HS XXII) Hauptvorträge

Moderation:

PD Dr. Olaf Hoos, Prof. Dr. Hendrik Schmidt

HRV and exercise training

Tulppo, M. Department of Exercise and Medical Physiology, Verve, Oulu (Finland); Exercise and Medical Physi- ology, London South Bank University (UK)

A marked heterogeneity in the training-induced

changes, e.g. in terms of aerobic fitness, has been

observed in healthy human subjects, even with highly standardized training programs. Mean im-

provements in aerobic fitness, expressed as maxi- mal oxygen consumption, have been about 10-15%

of the baseline values, but the training-induced

changes have ranged from almost none to a 40%

increase. The exact nature of the mechanisms re- sponsible for this heterogeneity in response to regu- lar aerobic exercise is not well known. In this presentation, we consider evidence of the associa- tion between the autonomic nervous system (ANS), aerobic fitness and aerobic training-induced chang-

es in fitness. Results of recent studies support the

hypothesis that assessment of ANS functioning includes important information concerning acute and chronic physiological processes before, during and

after aerobic exercise training stimulus. Moreover,

we show that daily assessment of ANS activity could

serve as an indicator of appropriate physiological condition for aerobic training. Recently we have also developed a novel method to detect overtraining syndrome in endurance athletes based on the asso- ciation between heart rate variability and heart rate.

Herzfrequenzvariabilität und Ruheherz- frequenz bei kritisch Kranken

Werdan, K. Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III

Entscheidend für die adäquate hämodynamische

Leistung des Herzens ist nicht nur die intrinsische Herzaktivität, sondern auch die inotrope und chronotrope Regulation der Herzfunktion durch das autonome Nervensystem. Herzfrequenzvariabilität und Ruheherzfrequenz stellen ein Maß für die kar- diale autonome Regulation und Dysregulation dar. Bei Patienten nach Herzinfarkt und mit Herzinsuffi- zienz korreliert die Einschränkung der Herzfre- quenzvariabilität mit einem Überwiegen des Sympa- thikus mit der ungünstigen Prognose dieser Patien- ten. Die erfolgreiche Behandlung lässt sich an ei- nem Anstieg der eingeschränkten Herzfrequenzva- riabilität nachweisen.

In den letzten Jahren haben große randomisierte

Studien (BEAUTIFUL-Studie, SHIFT-Studie) die Bedeutung einer erhöhten Ruheherzfrequenz (75- 80/min) als prognoserelevanten Risikofaktor für koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz belegt. Die Senkung dieser erhöhten Ruheherzfrequenz - Ausdruck einer autonomen kardialen Dysfunktion -

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kann die Letalität und die kardiovaskuläre Morbidität dieser Patientenkollektive reduzieren. Nicht nur in randomisierten multizentrischen kontrollierten Stu- dien, sondern auch in großen Non- Interventionsstudien (z.B. ADDITIONS [1] Studie mit 2330 Patienten mit koronarer Herzkrankheit) führt die medikamentös induzierte Herzfrequenzsenkung zu einer Besserung der Symptome (Angina pectoris, Lebensqualität) dieser Patienten. Bei kritisch kranken Intensivpatienten mit Multior- gandysfunktionssyndrom findet sich ebenfalls eine drastische Einschränkung der Herzfrequenzvariabili- tät mit Abschwächung sowohl des Sympathikus als auch des Parasympathikus [2]. Hier zeigen Patien- ten mit einer Ruhe-Herzfrequenz über 90 ein deut- lich höheres Sterberisiko als Patienten mit einer niedrigeren Herzfrequenz [3]. Die laufende MODI- FY-Studie [4] prüft die Hypothese, ob eine Fre- quenzsenkung bei diesen schwerkranken Patienten mit dem Schrittmacherkanal-Hemmer Ivabradin möglich ist und eine günstige hämodynamische Wirkung zeigt. Die HCN-Kanäle der Sinusknotenzellen determinie- ren im Wesentlichen die intrinsische Herzfrequenz. Die Modulation der spontanen Depolarisation der HCN-Kanäle via Sympathikus und Parasympathikus - vermittelt durch Beta-Adrenozeptoren und Acetylcholinrezeptoren mit konsekutiver Signaltransduktion - steuert die bedarfsorientierte Frequenzregulation im Sinusknoten. Endotoxin, das Toxin Gram-negativer Bakterien, kann diese HCN- Kanäle einerseits direkt blockieren und andererseits deren Sensitivität auf Sympathikusreize erhöhen [5,6]. Diese Endotoxin-HCN-Kanal-Interaktion simu- liert die bei kritisch kranken Patienten mit Multior- gandysfunktionssyndrom beobachtete erhöhte Ru- heherzfrequenz und die eingeschränkte Herzfre- quenzvariabilität. Da auch bei kritisch herzkranken Patienten eine Erhöhung der Endotoxin-Spiegel im Blut über eine bakterielle und Toxin-Translokation über den minderperfundierten Darmtrakt erfolgt, könnte dieser Effekt auch die beobachteten Ein- schränkung der Herzfrequenzvariabilität und die Erhöhung der Ruheherzfrequenz bei Herzpatienten zumindest teilweise erklären. Die Senkung der er- höhten Ruheherzfrequenz mit dem Schrittmacher- kanal-Hemmer Ivabradin ist mittlerweile bereits eine etablierte Behandlungsform bei Patienten mit Herz- insuffizienz und koronarer Herzkrankheit. Sie könnte auch bei kritisch kranken Intensivpatienten Bedeu- tung gewinnen, ebenso wie die Endotoxin- Neutralisation z.B. mit Antikörpern eine Verbesse- rung der eingeschränkten Herzfrequenzvariabilität und der inadäquat hohen Ruheherzfrequenz erzie- len könnte. Entsprechende experimentelle Thera- pieansätze befinden sich in Erprobung.

Literatur

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Werdan, K. et al. (2012). Clin Res Cardiol, 101 (5),

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Hoke, R.S. et al. (2012). Clin Res Cardiol, 101 (2),

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Klöckner, U. et al. (2011). J Cell Mol Cardiol, 51 (2),

226-235.

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

10:45-12:15 Uhr (HS XXII) Hauptvorträge

Moderation:

Prof. Dr. Ursula Müller-Werdan Prof. Dr. Lutz Vogt

HRV zur individuellen Regenerations- steuerung im Sport

Hottenrott, K. Department Sportwissenschaft, Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg

Regeneration im Sport ist die gezielte Wiederher- stellung der körperlichen, geistigen und mentalen Leistungsfähigkeit nach Trainings- und Wettkampf- belastungen. Hohe Trainingsbelastungen in Verbin- dung mit unzureichender Regeneration können zu Übertraining, Leistungsstagnation und Leistungs- rückgang führen. Regenerationsprozesse unterlie- gen unterschiedlichen Zeitverläufen, die von der Art der vorausgegangenen Trainingsbelastungen, der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Sportlers und umweltspezifischen Besonderheiten beeinflusst werden. Die Erholung verläuft dabei stets dyna- misch und individuell. Regenerationsprozesse bein- halten heterochrone Reaktionen zahlreicher, wech- selwirkender Organsysteme und biologischer Signa- le mit hoher Dynamik und Komplexität. Das autonome Nervensystem (ANS) kann als Hauptintegrationssystem für die Vielzahl von affe- renten Signalen aufgefasst werden, die in Ruhe und während sportlicher Aktivität entstehen. Insofern erscheint es sinnhaft, die ANS-Aktivität im Sinne eines Effektparameters während der verschiedenen Trainingsphasen zu erfassen und zur Regenerati- onssteuerung zu nutzen. Ziel der Regenerationssteuerung mit Parametern der Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist es, optimale Trainingswirkungen zu erzielen, d.h. Erholungspau- sen zur richtigen Zeit zu setzen und Überlastungen bzw. Übertrainingszustände zu vermeiden. Bisheri- ge Studien belegen, dass sich ein guter Erholungs- zustand in hohen vagalen HRV-Parametern (RMSSD, HF) zeigt [1,2] und als Voraussetzung für intensives Training anzusehen ist. Im Vortrag wer- den dazu mehrere Studien vorgestellt und diskutiert. Dargelegt wird anhand prospektiv randomisiert- kontrollierter Trainingsstudien, dass mit einem HRV- Monitoring die Leistungsentwicklung in Ausdauer- sportarten positiv beeinflusst werden kann [4,5]. Ergebnisse aus eigenen Studien zeigen ferner, dass ein HRV-basiertes gerätegesteuertes Trainingspro- gramm zu einer signifikanten Erhöhung der maxima- len Sauerstoffaufnahme führt und einem Trainings- programm nach Plan vielfach überlegen ist [3]. Abschließend wird anhand der Studien von Le Meur et al., [6] und Plews et al. [7] diskutiert, wie die neu- en Erkenntnisse zur Regenerationssteuerung im Hochleistungssport zukünftig genutzt werden könn- ten.

Literatur

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thetic regulation: respective associations with cardi- orespiratory fitness and training load. Am J Physiol Heart Circ Physiol , 291(1), H451-458. [2] Hautala, A.J., Kiviniemi, A.M. & Tulppo, M.P. (2009). Individual responses to aerobic exercise: The role of

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Daily exercise prescription on the basis of HR variabil- ity among men and women. Med Sci Sports Exerc , 42 (7), 1355-1363. Le Meur,Y. et al. (2013). Evidence of Parasympathetic Hyperactivity in Functionally Overreached Athletes. Med Sci Spo Exerc, Publish Ahead of Print DOI:

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Plews, J.D. et al. (2013). Training Adaptation and Heart Rate Variability in Elite Endurance Athletes:

Opening the Door to Effective Monitoring. Sports Med, 43, 773-781

Variabilität beim Herzschlag, der At- mung und darüber hinaus: Physiologi- sche Multi-Organ-Netzwerke

Kantelhardt, J.W. Institut für Physik, Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg

Wie charakterisiert die Variabilität auf verschiede- nen Zeitskalen ein komplexes System? Bei spektra- len Untersuchungen der Herzfrequenzvariabilität betrachtet man oft die Leistung in verschiedenen Frequenzbereichen (HF, LF, VLF, …). Dabei wird die Variabilität im HF-Bereich mit der Atmung in Verbindung gebracht (respirative Sinusarrhythmie) und die Variabilität im LF-Bereich mit der Blutdruck- regulation (Baroreflex). Neben der Variabilität auf diesen charakteristischen Zeitskalen gibt es Schwankungen der Herzfrequenz auf allen Zeitska- len, bis hin zu sehr langsamen Variationen, die mit unterschiedlicher Aktivität des Probanden oder mit unterschiedlichen physiologischen Zuständen ein- hergehen. Die Abhängigkeit der Variabilität von der betrachteten Zeitskala wird als Skalenverhalten bezeichnet; ein 1/f-Verhalten ist typisch für komple- xe Systeme. Es gibt dafür besondere Analyseme- thoden, die unabhängig von Trends und anderen Nichtstationaritäten in den Messdaten arbeiten. Vergleicht man das Skalenverhalten der Herzfre- quenz zwischen verschiedenen Aktivitätsphasen oder verschiedenen Schlafstadien (Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf), so findet man deutliche Unterschiede [1,2], die – neben dem absoluten Wert der Herzfrequenzvariabilität – näherungsweise eine automatische Unterscheidung der Aktivitätsphasen oder der Schlafstadien ermöglichen. Auch eine systematische Veränderung mit dem Alter ist nach- weisbar [2]. Ganz ähnlich ist das bei der Atemfre- quenz-Variabilität: Auch ihr Skalenverhalten steht im Zusammenhang zu Aktivitäten und physiologi- schen Zuständen und zum Alter des Probanden [2]. Es werden Ergebnisse aus einer Studie mit 180 gesunden Probanden präsentiert. Neben den Ähnlichkeiten (und Unterschieden) in der Variabilität von Herz- und Atemfrequenz auf

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verschiedenen Zeitskalen gibt es eine Kopplung zwischen beiden Signalen, die sich in Phasen- Synchronisation äußern kann. Das physikalische Phänomen der Phasen-Synchronisation wird kurz anhand eines Metronom-Experiments (Film) erläu- tert. Anschließend werden Ergebnisse zur Verän- derung der kardio-respirativen Phasen- Synchronisation zwischen unterschiedlichen physio- logischen Zuständen demonstriert [3,4]. Außerdem wird gezeigt, dass Phasen-Synchronisation und respirative Sinusarrhythmie zwei unterschiedliche Aspekte der Kopplung von Herzfrequenz und Atem- frequenz sind [4]. Ein noch komplexeres Biosignal ist das Elektro- Enzephalogramm (EEG, „Gehirnströme“). Eine neue Analysemethode kann die gegenseitige Beeinflus- sung der Variabilität von charakteristischen Oszilla- tionen in EEGs, Herzfrequenzvariabilität, Atemfre- quenzvariabilität, und der Variabilität in weiteren Biosignalen quantifizieren [5]. Mit der Verzöge- rungs-Stabilitäts-Analyse konnten Veränderungen der Stabilität und Intensität der Beziehungen zwi- schen den Signalen im Vergleich verschiedener physiologischer Zustände nachgewiesen werden. Die Ergebnisse lassen sich als zeitabhängiges phy- siologisches Netzwerk präsentieren [5].

Literatur

[1] Bunde, A., Havlin, S., Kantelhardt, J.W., Penzel, T., Peter, J.-H. & Voigt, K. (2000). Correlated and uncor- related regions in heart-rate fluctuations during sleep. Phys Rev Lett, 85, 3736. [2] Schumann, A.Y., Bartsch, R.P., Penzel, T., Ivanov, P.C. & Kantelhardt, J.W. (2010). Normal aging effects on cardio-respiratory variability during sleep. Sleep,

33, 943. [3] Bartsch, R., Kantelhardt, J.W., Penzel, T. & Havlin, S. (2007). Experimental evidence for phase synchroniza- tion transitions in human cardio-respiratory system. Phys Rev Lett, 98, 054102.

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Bartsch, R.P., Schumann, A.Y., Kantelhardt, J.W.,

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Penzel, T. & Ivanov, P.C. (2012). Phase transitions in physiologic coupling. PNAS, 109, 10181. Bashan, A., Bartsch, R.P., Kantelhardt, J.W., S. Havlin, S. & Ivanov, P.C. (2012). Dynamical networks of integrated physiologic systems: network transitions across physiological states. Nature Commun, 3, 702.

Herzfrequenzvariabilität bei Schlagan- fall und -assoziierten Infektionen

Hoyer, D. Hans Berger Klinik für Neurologie, Universitätsklini- kum Jena

Infektionen sind die wichtigste Komplikation nach Schlaganfällen. Allein in den USA werden die von Pneumonien als Komplikation von Schlaganfällen verursachten Kosten auf 459 Millionen US-Dollar geschätzt. Das Auftreten von Infektionen nach Schlaganfällen erhöht die Mortalität und verschlech- tert das funktionelle Outcome der Patienten. Daher ist eine frühzeitige Erkennung sich potentiell entwi- ckelnder Infektionen von großem klinischem Inte- resse, um deren Ausprägung möglichst gering zu halten oder deren Entwicklung sogar ganz zu ver- hindern. Eine allgemeine prophylaktische Gabe von Antibiotika, d.h. unabhängig vom Nachweis einer Infektion, wird in den aktuellen Leitlinien der Deut-

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schen Schlaganfallgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie nicht empfohlen. Hinter- grund ist die besorgniserregende Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, der auch mit individuell ge- zielterer früher Diagnostik und resultierender Thera- pieoptimierung begegnet werden kann. Daher ist eine frühzeitige Erkennung der antibiotisch zu be- handelnden Patienten eine dringende, bisher nicht befriedigend gelöste Aufgabe. Das Auftreten von Infektionen nach Schlaganfällen wird wesentlich durch eine schlaganfallinduzierte Immunsuppression begünstigt. An der Steuerung des Immunsystems ist das autonome Nervensystem beteiligt, das parallel auch die Herzfrequenzvariabili- tät (HRV) beeinflusst. HRV-Parameter sind in ver- schiedenen Studien als Marker der Immunsituation sowie als Risikomarker bzw. frühe Indikatoren sich entwickelnder Infektionen beschrieben worden. Nach Schlaganfall ist der HRV signifikant verringert und ein Prädiktor des funktionellen Outcomes. Für die Entwicklung schlaganfallinduzierter Infektionen sind Alter, Atrial Fibrillation, Dysphagie, Geschlecht und Schweregrad des Schlaganfalls (National Insti- tutes of Health Stroke Scale, NIHSS) wesentliche Prädiktoren. In einer eigenen Studie wurden 43 Patienten mit akutem Mediainfarkt betrachtet (mindestens 18 Jahre alt, NHISS>8). Innerhalb von 48h nach Symptombeginn wurde ein 24h Holter EKG gemes- sen und HRV Parameter (HFnorm, LFnorm, VLF) bestimmt. Primärer Endpunkt war die Entwicklung einer subakuten (Tag 2-5) Infektion. Der prädiktive Wert der HRV Parameter wurde in den 34 Patienten ohne akute Infektion mit logistischen Regressions- modellen untersucht. Zwölf der 34 Patienten ohne akute Infektion entwickelten eine subakute Infektion. Diese konnte bei der Tagesmessung durch erhöhte HFnorm und erniedrigte LFnorm, in der Nachtmes- sung durch erniedrigte VLF identifiziert werden. Die HRV Parameter waren zeitlich vor den routinemäßi- gen Blutparametern verändert. Fortlaufend gemessene HRV Parameter scheinen also eine frühe Erkennung sich entwickelnder Infek- tionen vor den routinemäßigen Blutparametern zu erlauben. Patienten, die eine spezielle Behandlung, wie eine Antibiose, benötigen, könnten auf diese Weise eher identifiziert werden.

Literatur

[1] Günther, A., Salzmann, I., Nowack, S.,Schwab, M., Surber, R., Hoyer, H., Witte, O.W. & Hoyer, D. (2012). Heart rate variability - a potential early marker of sub- acute post-stroke infections. Acta Neurol Scand, 126,

189-196.

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

13:45-14:45 Uhr (HS XXII) Kurzvorträge

Moderation:

Prof. Dr. Dirk Hoyer, Prof. Dr. Karl Werdan

Körperliche Aktivität während und nach onkologischer Akuttherapie: Verände- rungen von Lebensqualität, Fatigue und kardialer Regulation

Niederer, D. 1 , Vogt, L. 1 , Thiel, C. 1 , Schmidt, K. 1 , Lungwitz, A. 1 , Hildebrand, C. 1 , Anastasiadou,

L.

1 Abteilung Sportmedizin, J.W. Goethe-Universität

Frankfurt;

Krankenhaus Nordwest

1

, Bernhörster, M. 1 , Jäger, E. 2 & Banzer, W. 1

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Klinik für Onkologie und Hämatologie,

Einleitung Es gilt als zunehmend evidenzbasiert, dass bei Gesunden und Patienten mit kardiovaskulären Er- krankungen körperliche Aktivität die autonome kar- diale Regulation moduliert. Inwieweit Bewegung die kardiale Regulation onkologischer Patienten beein- flusst, ist bislang unzureichend untersucht. Gesi- chert ist aber, dass Bewegungsaktivität während oder nach der onkologischen Therapiephase häufig eine Besserung des physischen und psychischen Zustandes bewirkt. Die vorliegende kontrollierte Studie evaluiert Effekte körperlicher Aktivität auf die autonome kardiale Regulation onkologischer Patien- ten während und nach der Akuttherapie.

Methodik In diese prospektive quasi-experimentelle Längs- schnittstudie wurden 3x15 gematchte Patienten (60,4 ± 9,9 J., 27 , 18 ) mit einem histologisch gesicherten Malignom eingeschlossen. 15 Kontroll- und 15 Versuchspersonen befanden sich in der Therapiephase (Chemo-, Hormontherapie, Bestrah- lung), 15 Verumpatienten hatten die Akuttherapie zum Untersuchungszeitpunkt abgeschlossen. Verumpatienten erhielten im Anschluss an eine sportmedizinische Untersuchung mit individualisier- ter Bewegungsberatung die Möglichkeit zur Teil- nahme an einem angeleiteten Walking-Training (1x/Woche). Zu Studienbeginn und im Abstand von 16 Wochen erfolgten standardisierte HRV- Kurzzeitaufzeichnungen (5 min, Polar S810®, TP, LF, HF), die Erfassung von Fatigue und Lebensqua- lität (EORTC QLQ-C30) sowie fahrradergo- meterbasierte Ermittlungen der körperlichen Leis- tungsfähigkeit.

Ergebnisse ANCOVA ermittelte Gruppenunterschiede bzgl. Veränderungen von Total Power (TP) und Lebens- qualität (LQ) über die Zeit (p<.05). Zum Zeitpunkt der ersten Messung unterschieden sich die Grup- pen nicht. Beim Follow-up unterschied sich TP [logms2] signifikant zwischen der Kontroll- und der Interventionsgruppe nach der akuten Krebstherapie (2,0 ± 0,5 vs. 2,6 ± 0,5). LQ Follow-up-Werte unter- schieden sich deutlich zwischen den Kontroll-und Interventionsgruppen während (47 ± 15 vs. 64 ± 18) und nach der akuten Krebstherapie (47 ± 15 vs. 69 ± 19).

8

Diskussion Moderate aerobe Ausdauertrainings verbessern die kardiale autonome Regulation von Tumorpatienten während und nach der akuten Krebstherapie. Wei- terführende Studien können das Potenzial der sympathovagalen Fähigkeit von körperlicher Aktivi- tät und deren Auswirkungen auf die pathophysiologischen Herz- und endokrinologische Veränderungen in der Krebsbehandlung untersu- chen.

Literatur

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Ueno, L.M. et al. (2003). Eur J Appl Physiol, 89, 109-

114.

Messplatz-optimierte Ernährungs- und Bewegungstherapie in Prävention und Therapie von Übergewicht und Metabo- lischem Syndrom

Müller, G. Facharzt für Allgemeinmedizin, Privatpraxis, Haller- platz 4, 20146 Hamburg

Hintergrund & Zielstellung Die Prävalenz von Übergewicht und Metabolischem Syndrom nimmt weiter zu. Die neuen Versorgungs- leitlinien des Diabetes Mellitus Typ II sehen in den ersten 3 Monaten nach Erstdiagnose eines Diabe- tes Mellitus Typ II eine Ernährungs- und Bewe- gungstherapie vor. Vorgestellt wird ein medizinisch und wirtschaftlich erfolgreiches Konzept, das die vorhandenen Ressourcen an GKV- Mitteln aus § 20 und 43 SGB V, an GKV- zertifizierten Ernährungs- berater/innen und Bewegungstrainer/innen mit den Hausärzten und Internisten zusammenbringt.

Methodik Schnittstelle ist dabei ein Messplatz, der Beratung und Compliance verbessert. Die Beratung zu Er- nährung, Bewegung und Stressverhalten wird dabei aufgrund der Körperzusammensetzung, des Ruhe- umsatzes, der Effektivität der Lipolyse, der HRV sowie der daraus berechneten Trainingspulsberei- che individualisiert. Das EKG-Modul mit HRV- Bestimmung bietet neben der Erkennung von kardialen Risiken einer Trai- ningstherapie eine einfache Möglichkeit zur Be- stimmung der anaeroben Schwelle und der Trai- ningsbereiche für ein Ausdauertraining, das bei vielen Patienten zur Besserung von Körpergewicht und Insulinresistenz notwendig ist. Die Infrarot-Messung der Körperzusammensetzung mit Angabe von Körperfettanteil, Muskelmasse, Knochenmasse und Körperwasser erlaubt ein Monitoring des Erfolgs der Ernährungsumstellung. Aus der Stoffwechsel- Messung über indirekte Kalo- rimetrie kann neben dem Ruheumsatz der Fül- lungsgrad der Kohlenhydrat-Speicher des Körpers, die Effektivität der Lipolyse und die Effektivität der Lipolyse bestimmt werden.

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

Ergebnisse Im Vortrag werden Theorie und Praxis der HRV- Messungen auch anhand exemplarischer Patien- tenfälle geschildert. Die Erstellung eines differen- zierten Trainings-und Ernährungskonzeptes wird vorgestellt. Die Umsetzung des auch wirtschaftlich interessanten Konzeptes wird vorgestellt

Schlussfolgerung In Zusammenarbeit mit GKV- zertifizierten Oecotrophologen, Sportwissenschaftlern und RE- HA-Zentren kann durch die Messung von HRV, Körperzusammensetzung und indirekter Kalorimet- rie die Beratungsqualität und die Compliance ernäh- rungs- und bewegungstherapeutischer Maßnahmen wesentlich verbessert werden.

Literatur

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Verbesserung der parasympathischen Reaktionslage durch ein individualisier- tes 9 Wochen HRV Biofeedback Trai- ning vs. individuelles Biofeedback Training ohne besondere Anleitung bei stressbelasteten Personen

Aisenpreis, P.M. Aisenpreis Coaching & Therapie GmbH, Murnau

Hintergrund & Zielstellung Menschen in Belastungssituationen suchen in der heutigen Zeit nach Möglichkeiten, Ihre körperlichen Reaktionen auf belastende Stimuli selbst steuern zu lernen. Das HRV Biofeedback Training gewinnt hierbei zunehmend an Bedeutung. Innerhalb eines Zeitraumes von ca. 3 Jahren wurden 21 Patienten ausgewählt, die sich einem 9 wöchigen, speziell personalisierten HRV Biofeedback Training unter- zogen hatten. Hierbei wurde erforscht, in welchen Bereichen das HRV Biofeedback Training bzgl. der Verbesserung der parasympathischen Reaktionsla- ge erfolgreich war.

Methodik 21 Personen (12m/ 9f), die sich als Klienten in einer somatischen Praxis vorgestellt hatten, unterzogen sich einem 9 wöchigen individualisierten HRV BF Training. Dieses bestand aus einer HRV Eingangs- u. Endmessung, einem Assesmentbogen (FSvR-7 Mück-Weymann) zu Beginn und zum Ende, einem speziellen Fragebogen zu individuellen Stressoren/ Ressourcen sowie 3 einstündigen Coaching Sitzun- gen (in der Praxis bzw. via Skype) zu Beginn, Mitte und Ende des 9 wöchigen Trainings. Die Probanden übten mind. 20 min. pro Tag u. erhielten jede Wo- che Anweisungen zum HRV-BF für die kommende Woche plus Feedbackbogen. Die Probanden nutzen verschiedene HRV BF Geräte (HRV Scanner, StressPilot, Qiu) und sandten Ihre Übungen per e- mail ein. Zu Beginn und Ende wurden jeweils HRV Kurzzeit Messungen durchgeführt. Bestimmt wurden mittlere HF, SD1, SD2, SDNN. Eine Kontrollgruppe (n=19, 11m/ 8f) führte gelegentlich HRV Biofeed- back Training ohne besondere Anleitung durch. Die

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Messungen wurden in den BioSign HRV Scanner importiert, Artefakt-bereinigt und analysiert. Die verwendete Statistik war eine zweifaktorielle ANOVA mit Messwiederholung.

Ergebnisse Die Verum-Grupe hat sich gegenüber der Kontroll- gruppe in allen untersuchten HRV-Parametern nach dem 9 wöchigen HRV Biofeedback Training signifi- kant verbessert. In der Verum-Gruppe ergab sich für die untersuchten Parameter mittlere Hf, SD1, SD2, SDNN ein signifikanter Unterschied zwischen Ein- gangs- u. Abschlussmessung: Hf: von 75,97 /min auf . 68,67/min; p<0,017; SD1 von 23,34ms auf 46,26ms; p<0,00008; SDNN von 51,99 auf 97,30 ms; p<0,00006; SD2 von 69,15 auf 129,25 ms; p<0,00006. In der Kontrollgruppe ergab sich keine signifikante Änderung der HRV.

Schlussfolgerung Ein personalisiertes 9 wöchiges HRV Biofeedback Training von mind. 20 min tägl. Dauer verbessert die parasympathische Reaktionslage bei einem Großteil der Klienten signifikant und ist einem selbstständigen HRV Biofeedback Üben ohne Anlei- tung überlegen. Weitere Messungen nach 6 bzw. 12 Monaten würden Aufschluss über eine Langzeitwir- kung erlauben.

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Dosis-Wirkungs-Beziehung habitueller körperlicher Aktivität (MVPA) und sympathikovagaler Balance junger Frauen

Krause, F., Vogt, L. & Banzer, W. Abteilung Sportmedizin, J.W. Goethe-Universität Frankfurt

Einleitung Wiederholt untersuchten Studien die Zusammen- hänge von Herzfrequenzvariabilität (HRV) und kör- perlicher Alltagsaktivität. Dabei konnten für Heran- wachsende [1], jüngere Männer [2] und Personen über 50 Jahre [3] Hinweise für eine lineare Dosis- Wirkungs-Beziehung im Bereich moderater bis intensiver körperlicher Belastung ermittelt werden. Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung der HRV junger, gesunder Frauen in Abhängigkeit ihrer moderat bis intensiven körperlichen Alltagsak- tivität.

Methodik In einem Beobachtungszeitraum von 16 Wochen dokumentierten unter Verwendung eines standardi- sierten Fragebogens zur körperlichen Aktivität

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

(IPAQ) 20 gesunde weibliche Probandinnen (20-30 Jahre, BMI 21,2±2,0 kg/m2) in vierwöchigem Ab- stand wiederholt ihr habituelles Alltagsverhalten. Zur Datenauswertung wurden die Stunden moderater und intensiver körperlicher Aktivität (MVPA) pro Woche berechnet. Am Ende der Beobachtungsperi- ode erfolgte eine Erfassung der Herzfrequenz in Ruhe (Polar S810). Aus artefaktbereinigten RR- Intervallen wurden relevante HRV-Indizes bestimmt (Kubios HRV Analysis).

Ergebnisse Die Stichprobe war durchschnittlich 8,3±5,6 h/Woche moderat bis intensiv körperlich aktiv. Die mittlere Streuung der intraindividuellen Umfänge habitueller MVPA im 16 Wochen Beobachtungszeit- raum lag bei 2,3 h/Woche. Die Prüfung auf lineare Zusammenhänge zeigte signifikante Korrelationen der habituellen MVPA mit der Ruheherzfrequenz (r = -.614; p<.01) sowie den HRV-Parametern MeanRR, SDNN, RMSSD, LF und HF (r = .492 - .825; p<.05 - .001) (Abb. 1).

LF und HF (r = .492 - .825; p<.05 - .001) (Abb. 1). Abb. 1: Streudiagramm

Abb. 1: Streudiagramm und Regressionsgerade (95% CI) von MVPA und HF.

Diskussion Die ermittelten Resultate liefern einen klaren Hin- weis auf einen engen linearen Dosis-Wirkungs- Zusammenhang zwischen Kenngrößen der sympathikovagalen Balance und dem Umfang habi- tueller moderat-intensiver körperlicher Aktivität bei jungen, gesunden Frauen. Sie stehen in Übereinkunft mit der in anderen Un- tersuchungen gezeigten Reduktion der Ruheherz- frequenz bei gleichzeitig ausgeprägter Zunahme der RMSSD und HF-Leistung als Indikatoren einer Ver- schiebung der autonomen Balance zugunsten einer Vagusdominanz mit zunehmendem Umfang mode- rat-intensiver körperlicher Aktivität.

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Einfluss von Extrasystolen auf die Herzfrequenzvariabilitätsmessungen im Rahmen von 24h-Messungen

Sammito, S. 1,2 & Böckelmann, I. 2 1 Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr I-1.3, Sachgebiet Wehrmedizinische Forschung; 2 Bereich Arbeitsmedizin der Medizinischen Fakultät der Otto- von-Guericke Universität Magdeburg

Hintergrund & Zielstellung Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) hat sich als objektiver Parameter in verschiedensten Fachgebie- ten der Medizin etabliert. Zumeist werden Kurzzeit- messungen von wenigen Minuten durchgeführt, die anschließende Auswertung der HRV erfolgt an artefakt- und extrasystolenfreien RR-Intervallab- schnitten. Im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung wird u.a. die Messung der HRV über 24 Stunden mittels tragbaren EKG-Rekordern durchgeführt. Die artefaktfreien Aufzeichnungen der RR-Intervalle sind eher selten. Daher werden hier zumeist Artefaktkorrekturen durchgeführt. Inwieweit das Auftreten von Extrasystolen und deren Häufigkeit Einfluss auf gemessene HRV haben und ab wel- chem Auftretensgrad von Extrasystolen die HRV- Analyse nicht mehr aussagekräftig durchgeführt werden kann, ist bisher nicht untersucht.

Methodik Bei insgesamt 225 Probanden (41,7 Jahre ± 13,6 Jahre alt, 106 männlich, 119 weiblich) wurden Ana- lysen von RR-Intervallmessungen aus über 24 Stunden Aufzeichnungen durchgeführt. Analyse der HRV-Parameter erfolgte im Zeit- (SDNN, RMSSD) und Frequenzbereich (LF/HF-Ratio) sowie mittels non-linearer Analyse (SD1, SD2). Für die RR- Aufzeichnungen wurden tragbare EKG-Recorder (Schiller MT-101) verwendet, die kardiologische Analyse des 24h-EKG´s erfolgte manuell für jeden Probanden. Die Berechnung der Grenze des Anteils von Extrasystolen, ab der ein signifikanter Einfluss auf den HRV-Parameter vorliegt, erfolgte im Grup- penvergleich zwischen den Probanden mit einem geringen Anteil von Extrasystolen mit denen mit einem hohen Anteil von Extrasystolen. Die Grenze wurde systematisch erhöht, bis ein signifikanter Unterschied vorlag.

Ergebnisse Im Schnitt resultierte die Auswertung der HRV- Parameter an RR-Intervallen mit 107.140 ± 12.444 RR-Intervallen über 24h (Spannweite: 20:21 h – 24:00 h; im Durchschnitt 23:44:45). Für die HRV- Parameter ergab sich ab einem Anteil von Extrasys- tolen an der Anzahl der Gesamtschläge von 0,01% für den Parameter LF/HF, ab 0,02% für RMSSD und SD1, ab 0,03% für SDNN und für 0,04% für SD2 einen signifikanten Einfluss auf den gemessenen HRV-Parameter durch das Vorliegen der Extrasys- tolen. Hierbei führte das Vorliegen von Extrasysto- len mit Ausnahme des LF/HF-Ratio zu einer Erhö- hung des jeweiligen Wertes, bei LF/HF-Ratio zu einer Erniedrigung.

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

Schlussfolgerung Die hier vorliegenden Daten zeigten im Rahmen einer Pilotuntersuchung eindrücklich den erhebli- chen Einfluss von Extrasystolen auf die HRV- Messung im Rahmen von 24h-Messungen. Spätes- tens ab einer Extrasystolenhäufigkeit von 0,04% in Bezug auf die Gesamtanzahl der untersuchten Herzaktionen sollte auf eine HRV-Analyse verzichtet werden, da die hierbei ermittelten HRV-Parameter signifikante Abweichungen aufweisen.

Sportartspezifische Anpassung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) und der vagalen Regulation

Duille, L. 1,2 , Schulze, S. 3 , Kuhn, C. 3 , Pisecky, F. 1 , Opara, W. 1 , Köhler, J. 1 , Greiner, L. 1 , Werdan, K. 3 , Hottenrott, K. 3 & Schmidt, H. 2,3 1 Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; 2 Klinik für Kardiologie und Diabetologie, Klinikum Magde- burg gGmbH; 3 Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg

Hintergrund & Zielstellung Sportliche Aktivität hat einen positiven Effekt auf die autonome kardiale Funktion. Der genaue Einfluss der Ausübung verschiedener Sportarten auf die autonome Regulation der Herzfrequenz ist jedoch bisher kaum untersucht. Ziel dieser Studie war der Vergleich der einzelnen Parameter der HRV, insbe- sondere der parasympathisch regulierten, von Leis- tungssportlern unterschiedlicher Sportarten.

Methodik Analysiert wurden die Daten von 29 gesunden Pro- banden, bestehend aus 14 Leichtathleten, 12 Triath- leten und 3 Ruderern (29 ± 9,28 Jahre). Die relevan- ten HRV- Parameter der Sportarten (Total Po- wer[ms2], SDNN[ms] 24h, HF in normalized units, RMSSD[ms] 24h, pNN50 24h) wurden untereinan- der, sowie mit den Normwerten der Task Force (1996) verglichen und mittels Varianzanalyse auf statistische Signifikanz geprüft (SPSS 20.0)

Ergebnisse Die Zeitbereichs- und Spektralindizes der gesamten Variabilität der Herzfrequenz (Total Power[ms2], SDNN [ms]) aller drei Sportarten zeigten sich jeweils signifikant erhöht gegenüber den Task Force- Normwerten (p<0.05-0.001). Die Zeitbereichsindizes der parasympathischen Aktivität der HRV (RMSSD [ms], pNN50) waren im statistischen Vergleich zur Norm ebenfalls signifikant erhöht (p<0.05 - 0.001). Die High Frequency in n.u. der Leichtathleten war gegenüber den Normwerten erniedrigt (p<0.05), in den anderen Sportarten wurden keine signifikanten Unterschiede zur Norm deutlich. Die Gesamt- HRV sowie die vagalen Parameter von Ruderern waren im Mittel tendenziell höher als die von Triathleten und diese wiederum höher als die der Leichtathleten (n.s.).

Schlussfolgerung Sportler zeigen gegenüber den Normwerten eine erhöhte Herzfrequenzvariabilität mit ebenso erhöh- ter kardialer Vagusaktivität. Sportartspezifische Unterschiede bzgl. HRV sowie parasympathischer

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Regulation konnten nicht signifikant nachgewiesen werden.

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Ultra-short HRV and road cycling per- formance: a pilot study

Wegerif, S. HRV Fit Ltd.

Introduction Recent studies [1,2] have shown the absolute value of morning/nighttime HRV is moderately predictive of individual athletic performance in trained runners and elite athletes; however, within subject longitudi- nal variation is strongly predictive (r2=0.53, 0.84 respectively). However, monitoring as it is per- formed in research studies is often inconvenient even to well-managed or professional athletes. Thus, a pilot study was conducted to determine if this relationship could be confirmed in an ultra-short, ecologically valid measure of morning waking HRV.

Methods Two (n=2) trained recreational road cyclists who had been using the ithlete app as part of their regu- lar training on a daily basis performed regular time trials as part of their training. The ithlete smartphone application (ithlete HRV app; HRV Fit Ltd, UK) uses adjusted LnRMSSD for 60s during paced breathing in a standing position, fed from a commercial chest-strap (accuracy = +/- 1ms). Partic- ipant 1 rode a fixed 25km loop time trial at a con- stant HR of approx. 1st ventilatory threshold (VT1; 135-140 bpm), 6 times over a period of 6m. Partici- pant 2 rode a maximum sustained effort over the precise length of an Alpine climb (Col de Vence), 4 times over a period of 6 weeks.

Results Correlations between 3 HR variables (i) daily LnRMSSD, (ii) 7 day rolling average of (i), (iii) simul- taneous resting HR and performance were P1: r2 = (i) 0.80, (ii) 0.59, (iii) 0.29; P2: r2 = (i) 0.85, (ii) 0.25, (iii) 0.71.

Discussion Correlations between single-day waking HRV and relative within-individual time trial performance were substantial (r2 0.8 or more), whereas the predictive power of resting HR (standing) and rolling 7 day average were less significant. While only 2 sub- jects, this contradicts Plews et al. [3] who found superior predictive power for the 7d average. The reason for this is unknown but may be due to the use of paced breathing in the present study. In con- clusion, these results may indicate that the strong relationship between HRV and variation in individual athletic performance in prior studies may be meas- ured over 60s, and requires replication in a larger sample.

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

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Plews, D.J. et al. (2013). Training adaptation and heart rate variability in elite endurance athletes: opening the door to effective monitoring. Sports Med, 43 (9), 773-

781.

15:30-16:40 Uhr (HS XXII) Kurzvorträge

Moderation:

Prof. Dr. Lutz Vogt, Prof. Dr. Kuno Hottenrott

Gender differences of the autonomic nervous system in endurance athletes:

A study in elite Norwegian, Russian and Swiss cross-country skiers

Schäfer, D. 1 , Schaufelberger, F. 1 , Gjerdalen,

G.F. 2 , Solberg, E.E.

V. 4 , Trachsel, L. 1 , Saner, H. 1 & Wilhelm, M. 1 1 Cardiovascular Prevention, Rehabilitation & Sports Medicine, Swiss Cardiovascular Center Bern,

Inselspital, University Hospital Bern, Bern, Switzer-

land;

versity Hospital ; Bjorknes College, Oslo, Norway;

3 , Khokhlova, M. 4 , Badtieva,

2

Section of Vascular Investigations, Oslo Uni-

4

Moscow

3

Diakonhjemmet Sykehus, Oslo, Norway;

research and practical center of medical rehabilita- tion, restorative and sports medicine, Moscow De- partment of Public Health, Moscow, Russia

Background Sudden cardiac deaths are rare in athletes but oc- cur with a striking male predominance [1,2]. The predominant occurrence of a cardiac arrest in the last quarter of a competition suggests an elevated adrenergic tone as a risk factor [2]. A high vagal tone may prevent exercise induced ventricular ar- rhythmias. We hypothesized that the female auto- nomic nervous system is cardioprotective.

Methods We performed a 12 weeks study in female (n=31) and male (n=26) elite cross-country skiers from Norway (n=19), Russia (n=20) and Switzerland (n=18) during their summer training. They were members of the national, junior national or regional team. The autonomic nervous system was assessed by weekly measures of heart rate variability (HRV) with a training computer (Polar RS800CX). In the morning on a day that follows a low-intensity train- ing, four minutes segments were recorded in supine position and after an orthostatic load with controlled breathing and analyzed with an autoregressive spectrum. Two spectral components were distinguished: High frequency (HF) power in absolute (ms2) and normalized units (n.u.) from supine position, and low frequency (LF) power in n.u. and the LF/HF power ratio after the orthostatic load. An average of weekly measures was calculat- ed. Training load and duration was recorded daily and average training load and training strain were calculated using the method of Foster et al. [3]. Primary endpoint was the LF/HF power ratio as a

12

surrogate of the sympatho-vagal balance. The HRV parameters were compared for gender differences using Mann-Whitney U tests. Average training load and training strain were compared for gender differ- ences using t-test for independent samples.

Results No significant gender differences were observed for average weekly training load (mean ± standard deviation 459.5 ± 167.5 for females and 550.7 ± 195.5 for males) or training strain (5345.7 ± 2107.5 for females and 6234.3 ± 2929.7 for males). Com- pared to male athletes, female athletes showed a significant lower LF/HF power ratio [median (IQR) 6.69 (7.94) vs. 11.88 (10.49); p=0.006], and higher HF power [62.76 (16.45) vs. 56.54 (23.68) n.u.; p=0.021]. No differences were observer for HF power (ms 2 ).

Conclusion For a comparable amount of training, female ath- letes exhibited lower markers of sympathetic and higher markers of vagal activity. The autonomic

nervous system may explain part of the gender

differences of sports-related sudden cardiac death.

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Herzratenvariabilität als Marker kardia- ler vagaler Aktivität bei Katatonien - Unterscheiden sich Patienten mit katatonen Schizophrenien von Patien- ten mit anderen schizophrenen und schizophreniformen Störungen

Franz, J. 1 , Hohl-Radke, F. 2 & Kaiser, W. 3 1 Charité Universitätsmedizin Berlin, 2 Klinik für Psy- chiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Askle- pios Fachklinikum Brandenburg an der Havel;

3 Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psycho- therapie, Vivantes Klinikum Berlin-Spandau

Hintergrund & Zielstellung Untersuchungen der HRV bei schizophrenen Pati- enten - unter dem Begriff schizophreniform werden hier akute vorübergehende psychotische Störungen (ICD-10 F23) und schizoaffektive Störungen (ICD- 10 F25) zusammengefasst - konnten eine gegen- über gesunden Kontrollen reduzierte kardiale vagale Aktivität nachweisen, die womöglich mitverantwort- lich für das erhöhte kardiovaskuläre Mortalitätsrisiko schizophrener Erkrankungen ist. Eine Untersuchung katatoner und nicht-katatoner Schizophrenien er- folgte bisher nicht. Dabei können vegetative Störun-

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

gen gerade im Bereich der Katatonien zu lebensbe- drohlichen Zuständen exazerbieren („maligne Kata- tonie“). Ziel dieser Untersuchung war ein Vergleich der kardialen vagalen Aktivität bei Patienten mit katatonen (ICD-10 F20.2) und nicht-katatonen schi- zophrenen (ICD-10 F20.0; F20.1) sowie schizoph- reniformen Störungen (ICD-10 F23; F25). Unsere Hypothese war dabei, dass die kardiale vagale Aktivität bei Katatonen gegenüber den nicht- katatonen Vergleichsgruppen reduziert ist, was beispielsweise im Hinblick auf eine Medikation mit HRV-wirksamen, anticholinergen Antipsychotika und einer dadurch möglichen Potenzierung kardialer Risikofaktoren von klinischer Relevanz wäre.

Methodik Es wurden 70 Patienten untersucht. Patienten mit katatonen Schizophrenien (n=21) bildeten die Fall- gruppe, die Kontrollgruppe wurde nach einem, auch der ICD-10 zugrundeliegenden, zeitlichen Verlaufs- kriterium „chronisch vs. akut“ weiter unterteilt in eine Patientengruppe (n=29) mit nicht-katatonen Schizo- phrenien (Bestehen einer typischen Symptomatik > 1 Monat) und eine Patientengruppe (n=20) mit Stö- rungen, die nicht die Mindesterkrankungsdauer für die Diagnose einer Schizophrenie erfüllen (akute vorübergehende psychotische und schizoaffektive Störungen). Die HRV wurde anhand von fünfminüti- gen Kurzzeitaufzeichnungen bei Taktatmung (10/min) aufgezeichnet und mittels anschließender Frequenzanalyse ausgewertet. Prüfvariable für die univariate Varianzanalyse (ANOVA) war die High Frequency Power in normalized units (HF norm), die als indirektes Maß vagaler Aktivität gilt. Der mögli- che Einfluss einer psychiatrischen Komorbidität, sowie von Alter, Geschlecht und Angst auf die Prüf- variable wurde mittels T-Tests und bivariater Korre- lation nach Pearson in die statistische Analyse ein- bezogen.

Ergebnisse Es war kein signifikanter Einfluss der Variablen psychiatrische Komorbidität, Alter, Geschlecht und Angst auf die HF norm nachzuweisen. Bei der ANOVA für den Faktor Gruppe und die abhängige Variable HF norm konnte ein signifikanter Gruppen- unterschied insgesamt (p<0.05) nachgewiesen werden. Ein anschließender Post-Hoc-Vergleich der Mittelwerte ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen katatonen und nicht-katatonen Schizo- phrenien (p=1). Es zeigte sich jedoch eine statisti- sche Tendenz (p=0.07) zu einer reduzierten HF norm bei Patienten mit katatonen und nicht- katatonen, chronischen Schizophrenien gegenüber Patienten mit akuten schizophreniformen Störun- gen.

Schlussfolgerung Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht der katatone Subtyp, sondern der chronische Verlauf einer schizophrenen Erkrankung die vagale kardiale Aktivität beeinträchtigt. Möglicherweise sind die beobachteten Veränderungen auch auf Einflüsse der Medikation der Patienten zurückzuführen. Um den vegetativen Funktionszustand bei Patienten mit katatonen Schizophrenien in seiner Gesamtheit beurteilen zu können, wäre der Einsatz von Metho- den, die auch die sympathische Aktivität abbilden, hilfreich.

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Stressindex als Verlaufsbeurteilung der autonomen kardialen Regulation

Rosenhagen, R., Vogt, L. & Banzer, W. Abteilung Sportmedizin, J.W. Goethe-Universität Frankfurt

Einleitung Nach Jahren einer betonten Zurückhaltung wird für herzkranke Kinder und Jugendliche zunehmend auch die Ausübung von Alpinskilauf befürwortet. Dabei sind Erholung und Regeneration nach körper- licher Belastung für die Entfaltung der gesundheits- präventiven Wirkung von Sport wesentlich. Das Regenerationsverhalten herzkranker Kinder ist jedoch nur unzureichend erforscht. Diese Studie untersucht die Veränderung der autonomen Situati- on herzkranker Kinder im Rahmen einer Skifreizeit mit Hilfe des aus der Weltraummedizin bekannten Stressindex.

Methodik Untersucht wurden 22 herzkranke Teilnehmer (14,5 ± 4,8 Jahre) zu Beginn und am Ende einwöchiger Skifreizeiten (tägliche Skizeiten 4-5 Stunden). Die beat-to-beat-Rohdatenerhebung erfolgte während des Schlafes (Lifecard compact Flashcard Holter; 1Mhz) in einem Auswerteintervall 4 - 6 Stunden nach dem Einschlafen und wenigstens 1 Stunde vor dem Aufstehen. Der Stressindex (SI) der Regulati- onssysteme wurde in Anlehnung an Bayevski be- rechnet (Formel 1). Die Vergleichbarkeit der Werte zu Studienbeginn war gegeben (Rangsummentest nach Kruskall Wallis mit einem Signifikanzniveau von 0,05).

Formel: Stressindex (SI) nach Bayevski

von 0,05). Formel: Stressindex (SI) nach Bayevski Ergebnisse Die Darstellung der SI-Veränderung in drei

Ergebnisse Die Darstellung der SI-Veränderung in drei Gruppen (unverändert +/-10%; verstärkt >10%; verringert >10%) ist in Grafik 1 dargestellt.

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Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013 Abb. 1: Prozentuale Veränderung des SI am Ende der

Abb. 1: Prozentuale Veränderung des SI am Ende der Skifreizeit bezogen auf die Eingangsmessung.

Diskussion Es konnte gezeigt werden, dass HRV- Veränderungen herzkranker Kinder und Jugendli- cher während einer einwöchigen Skifreizeit mithilfe des Stressindex darstellbar sind. Aussagen Bay- evskis und anderen zufolge führen psychophysische Belastung und Krankheiten zu einem kontinuierli- chen Anstieg des Indexes. Die in der Mehrheit der Patienten gefundene SI-Reduktion deutet auf eine Verschiebung der Aktivität des vegetativen Nerven- systems, zu parasympathischen und damit kardi- oprotektiven Anteilen hin. Für etwa 1/5 der Teilneh- mer legt der Index sportliche Überanstrengung, psychische Last durch veränderte Umgebungsbe- dingungen oder gesundheitsbezogene Probleme nahe, die im weiteren u.a. unter Einbeziehung ob- jektiver und subjektiver Kenngrößen zu verifizieren ist.

Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Blutdruckverhalten bei statischer und dynamischer Belastung im Vergleich

Weippert, M. 1,2 , Behrens, K. 1 & Stoll, R. 1

Institut für Präventivmedizin, Universitätsmedizin Rostock; 2 Center for Life Science Automation (celisca), Universität Rostock (BMBF-03Z1KN11)

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Hintergrund & Zielstellung Die HRV reflektiert autonome Steuerungsmecha- nismen, die für die Modulation der Herzfrequenz und des Blutdrucks unter verschiedenen Belas- tungsbedingungen verantwortlich sind [2]. Ziel dieser Studie war der Vergleich der verschiedenen Regulationsmodi des ANS während statischer (SE) und dynamischer Belastung (DE) der unteren Ex- tremität bei vergleichbarer Herzfrequenz.

Methodik An der Untersuchung nahmen 23 gesunde, männli- che Probanden teil (25,5±2,6 Jahre, BMI=24,3±1,5 kg/m 2 ). Alle Teilnehmer absolvierten jeweils für fünf Minuten bei gleichem Herzfrequenzniveau das dy- namische (Radergometer) und statische (Beinpres- se) Belastungsprotokoll in Rückenlage. Zur Erfas- sung der autonomen kardialen Regulation wurden jeweils die letzten drei Minuten der Belastung ana- lysiert. Zusätzlich sind das Blutdruckverhalten und das subjektive Belastungsempfinden erfasst wor- den.

Ergebnisse Dem Studiendesign entsprechend wurden keine Herzfrequenzunterschiede zwischen den beiden Belastungsprotokollen generiert. Signifikante Mittel- wertsdifferenzen zwischen SE und DE wurden für folgende Parameter eruiert:

Tab. 1: Darstellung paarweiser Vergleiche (T-Test) und Effektstärken ausgewählter Parameter.

(T-Test) und Effektstärken ausgewählter Parameter. Schlussfolgerung Die Ergebnisse weisen auf unterschiedliche

Schlussfolgerung Die Ergebnisse weisen auf unterschiedliche auto- nome Regulationsmechanismen unter DE und SE trotz identischem Herzfrequenzniveau hin. Weiterhin deuten sie auf eine Entkopplung vasaler und kardia- ler autonomer Efferenzen unter SE [1]. SE scheint sowohl mit einer erhöhten kardio-vagalen Aktivität in Folge einer erhöhten Baroreflexaktivität als auch einer stärkeren sympathischen Aktivierung der Ge- fäße assoziiert zu sein.

Literatur

[1]

Berntson, G.G. et al. (1991). Psychological Review, 98 (4), 459-487. Iellamo, F.et al. (1999). Circulation, 100 (1), 27-32.

[2]

Veränderungen der morgendlichen Herzratenvariabilität (HRV) als Reaktion auf erhöhte Trainingsbelastung bei frei- zeitsportlich aktiven Ausdauersportlern

Weippert,

hrens, K. 1 & Stoll, R. 1 1 Institut für Präventivmedizin, Universitätsmedizin Rostock; 2 Center for Life Science Automation, Uni- versität Rostock

M. 1, 2

, Kreuzfeld, S. 1 , Rieger, A. 2 , Be-

Hintergrund & Zielstellung Die Adaptationen an ein langfristig angelegtes Aus- dauertraining sind gut dokumentiert. Neben metabo- lischen und strukturellen Anpassungen am bean- spruchten Muskel können je nach Dauer, Intensität und Häufigkeit des Trainings Anstiege des Blutvo- lumens, eine Abnahme der Ruheherzfrequenz und des Ruheblutdrucks sowie die Ausbildung eines Sportherzens beobachtet werden. Studien, die über die unmittelbaren Anpassungen an eine kurzfristig erhöhte Trainingsbelastung im Freizeitsport - insbe- sondere für den Bereich der kardiovaskulären Umstellungs- und Anpassungsreaktionen - berich- ten, sind allerdings kaum zu finden. Ziel der vorlie- genden Studie war die Erfassung kurzfristiger auto- nomer Anpassungen an eine stark erhöhte Ausdau- erbelastung während eines 4-tägigen Radtrainings- lagers bei Freizeitsportlern.

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Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

Tab. 1: Trainingsumfang, Temperatur, Luftfeuchte und Anstrengungsempfindens an den Trainingsta- gen sowie Medianwerte (Interquartilsbereich) der Herzschlagfrequenz und der Herzratenvariabilität im Verlauf des 4-tägigen Trainingslagers (PRE, POST 1, POST 2, POST 3).

4-tägigen Trainingslagers (PRE, POST 1, POST 2, POST 3). HR = Herzschlagfrequenz, RMSSD = Quadratwurzel der

HR = Herzschlagfrequenz, RMSSD = Quadratwurzel der quadrier- ten Summe der Differenzen aufeinanderfolgender R-R Intervalle, LFP – Varianz (Power) im LF-Bereich der HRV, HFP – Varianz (Power) im HF-Bereich der HRV; */** signifikant unterschiedlich im Vergleich zu POST 1 (p < 0.05/ p < 0.01), #/##signifikant unter- schiedlich im Vergleich zu POST 2 (p < 0.05/ p < 0.01), §/§§/ signifikant unterschiedlich im Vergleich zu POST 3 (p < 0.05/ p < 0.01/), Friedman- bzw. Wilcoxon-Test für abhängige Stichproben; Parameter, die signifikante Mittelwertunterschiede aufweisen sind fett gedruckt.

Methodik Insgesamt wurden 15 Freizeitsportler (Alter: 44.0 ±7.7 Jahre; Körperhöhe: 181.7 ± 6.8 cm; Körperge- wicht: 77.0 ± 10.3 kg) vor bzw. während eines 4- tägigen Trainingslagers untersucht. Neben der mor- gendlichen Herzschlagfrequenz (HR) wurden Ver- änderungen der folgenden HRV-Indikatoren erfasst:

RMSSD, Total Power, LF-Power, HF-Power und LF/HF-Quotient. Die Messung erfolgte an 4 aufein- anderfolgenden Tagen (PRE, POST 1-3). Aufgrund der kleinen Stichprobe mit z. T. nicht gegebener Normalverteilung der Variablen erfolgte die Signifi- kanzprüfung mitttels Friedman- bzw. Wilcoxon-Test.

Ergebnisse Die absolvierten Trainingseinheiten und die Ergeb- nisse der morgendlichen HRV-Analyse zeigt Tabelle 1. Für die morgendliche Herzschlagfrequenz ergibt sich ein signifikanter Anstieg um >10%, für die HRV- Parameter RMSSD und HF-Power ein signifikanter Abfall. Im Vergleich PRE vs. POST 1 ergibt sich ein Trend für den Parameter LF/HF-Quotient. (p =

0.062)

Schlussfolgerung Die erhöhte Trainingsbelastung führt zu einer signi- fikanten Abnahme der vagal modulierten HRV- Parameter in morgendlicher Ruhe. Die Reduktion der Variabilität ist bereits nach der ersten Trainings- einheit (> 12 h später) und auch im weiteren Verlauf des Trainingslagers nachweisbar. Sowohl der Trend für den LF/HF-Quotienten (sympatho-vagale Balan- ce) als auch die unveränderte Varianz im LF-Band, welches sowohl sympathisch als auch parasym- pathisch moduliert wird, lassen eine Beteiligung der sympathischen Achse an der veränderten autono- men Ruhemodulation als möglich erscheinen. Diese Vermutung muss jedoch durch weitere Untersu- chungen abgesichert werden, da es zurzeit keinen HRV-Parameter gibt, für den eine alleinige sympa- thische Modulation nachgewiesen ist.

Literatur

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Baumert, M. et al. (2006). Biomedizinische Technik, 51

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1660-1666.

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O'Connor, P.J. et al. (1991). Med Sci Spo Exerc, 23 (9), 1055-1061.

Korrelation psycho-physiologischer Parameter (Herzratenvariabilität und Fragebogenparameter zu Stress- und Gesundheits) - eine multizentrische Querschnittsuntersuchung im Betrieb- lichen Gesundheitsmanagement

Vagedes, J. 1,2 , Helmert, E. 1 , Bauer, N. 1 , Ranger,

A. 1,3

, Schwarze, K. 4 & Kohl, M. 4

1 Arcim Institute, Filderstadt; 2 Universitäts-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Tübingen; 3 Klinische Psychologie und Psychotherapie, Univer-

sität Tübingen;

Hochschule Furtwangen

Fakultät Medical and Life Sciences,

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Hintergrund & Zielstellung Der berufliche Alltag von Beschäftigten kann sehr belastend sein. Die Stressoren sind vielfältig und reichen von Schichtarbeit bis hin zu Konfrontation mit Stellenabbau oder Insolvenzverfahren in Zeiten zunehmender Konkurrenz und Wirtschaftskrisen. Dauerhafter Stress führt u.a. zu einer Belastung des vegetativen Nervensystems. Bisher hat es wenige Untersuchungen gegeben, wie Funktionen des vegetativen Nervensystems mit der selbst empfun- denen kognitiven Leistungsfähigkeit, der seelischen und der körperlichen Gesundheit im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements korrelie- ren. Ziel der vorliegenden Studie war es u.a. die Korrelation von Parametern der Herzratenvariabilität (HRV) mit mittels Fragebögen erfasster Variablen zum Thema Stress und Gesundheit im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu untersu- chen.

Methodik In der Zeit von September bis Oktober 2012 wurden Mitarbeiter von insgesamt sechs verschiedenen Firmen deutschlandweit im Rahmen einer HRV- Biofeedback-Interventionsstudie mittels webbasier- ter Fragebögen befragt. Die Einzelfragen waren jeweils geschlossene Fragen mit Ordinal-Skalen- Niveau (4 bzw. 5 Stufen). Themenbezogen wurden Summenscores gebildet u.a. zu den Themen Stress, kognitive Leistungsfähigkeit, seelische und körperliche Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Handhabbarkeit von Belastungsfaktoren. Die Werte wurden dabei auf eine Skala von 0-100 extrapoliert. Darüber hinaus wurden HRV-Analysen mit Hilfe der Hard- und Software biocomfort GesundheitsMana- ger AP (bGM-AP) am Arbeitsplatz der Mitarbeiter durchgeführt und zwar in Form ein-minütiger Mes- sungen der Respiratorischen-Sinus-Arrhythmie (RSA). Bei den RSA-Messungen atmeten die Teil- nehmer nach der Vorgabe durch einen Atembalken sechsmal pro Minute tief ein und aus (paced

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Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

breathing). Die Pulsfrequenz wurde mit Hilfe eines Pulssensors am Ohr gemessen (Infrarot-Ohr-Clip). Die Korrelationen wurden mittels des Rangkorrelati- onskoeffizienten nach Spearman berechnet und in Form von Heatmaps sowohl für die Korrelationsko- effizienten als auch die Signifikanz-Niveaus darge- stellt.

Ergebnisse Insgesamt konnten an den Datensätzen von 174 Teilnehmern Korrelationsanalysen durchgeführt werden. Es zeigten sich wie zu erwarten negative Korrelationen zwischen dem Alter und der HRV sowie zwischen der Herzfrequenz und der HRV. Darüber hinaus zeigten sich positive, z.T. hoch signifikante Korrelationen zwischen den verschie- denen Parametern der Time-Domain-Analyse (SDNN, RMSSD, pNN50). Fokussiert auf die RMSSD zeigten sich mit Blick auf die psychophysio- logischen Parameter positive Korrelationen zwi- schen dem „Gesundheitszustand aktuell“ und RMSSD (p = 0.005), der Aussage „Ich betätige mich regelmäßig körperlich“ (p=0.002) und RMSSD und „Ich ernähre mich gesund“ (p=0.009) und RMSSD.

Schlussfolgerung Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmana- gements ließen sich in dieser Studie Korrelationen zwischen „subjektiv“ beurteilten Parametern des Gesundheitsverhaltens bzw. Gesundheitszustandes und „objektiv“ erfassten Parametern des vegetativen Nervensystems (RMSSD) nachweisen. Weitere Studien sind notwendig, um die Wechselwirkung zwischen dem vegetativen Nervensystem und dem subjektiv empfundenen Gesundheitszustand ge- nauer zu untersuchen.

Veränderung der autonomen Funktion bei gesunden Probanden unter Training in normobarer Hypoxie- eine prospekti- ve Studie

Ziem, Z. 1 , Schulze, S. 1 , Kuhn, C. 1 , Werdan, K. 1 , Hottenrott, K. 1 , Schmidt, H. 1,2

1 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; 2 Klinikum Magdeurg gGmbH

Hintergrund Positive Erfolge durch Hypoxietraining zeigen sich unter anderem bei der Behandlung von Überge- wicht, gestörter Glukosetoleranz und erhöhten Blut- fettwerten. Hypoxietraining könnte somit auch für herzkranke Patienten von Vorteil sein. Erkrankun- gen des Herz- Kreislaufsystems sind meist mit einer autonomen Dysfunktion vergesellschaftet. Bisher gibt es wenige Erkenntnisse über die Veränderung der autonomen Funktionen durch ein Training unter simulierten Höhenbedingungen.

Methodik In der vorliegenden Arbeit wurden 24 gesunde Pro- banden auf die Veränderungen der Herzfrequenzva- riabilität [HRV] und peripheren hypoxischen Chemoreflexsensitivität [pCRS] unter einem vierwö- chigen Ausdauertraining untersucht. Die Probanden absolvierten das Training unter normobaren

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hypoxischen (n=12) oder normobaren normoxischen Bedingungen (n=12). Die pCRS wurde mit Hilfe der peripher hypoxischen Testmethode bestimmt.

Ergebnisse SDNN [118,9 ± 44,8 (Prä) vs. 162,8 ± 90,4 ms (Post), p=0,1], RMSSD [117,3 ± 66,6 (Prä) vs. 193,6 ± 182,8 ms (Post), p=0,2] und HF [5785,1 ± 7555,2 (Prä) vs. 20200,3 ± 42148,7 ms² (Post), p=0,1] verbesserten sich in Normoxie. Tendenziell zeigte sich auch nach Training unter Hypoxie eine Verbes- serung der SDNN [102,5 ± 38,6 (Prä) vs. 114,9 ± 42,7 ms (Post), p=0,4], RMSSD [102,2 ± 51,5 (Prä) vs. 120,3 ± 63,6 ms (Post), p=0,4] und HF [3713,2 ± 2808,9 (Prä) vs. 5084,5 ± 4223,9 ms² (Post), p=0,3]. In der Hypoxiegruppe erhöhte sich das LF/HF- Ver- hältnis [1,3 ± 1,4 (Prä) vs. 1,8 ± 1,1 (Post), p=0,5] und es kam zu einem Anstieg der pCRS [0,35 ±

(Post),

p=0,2].

0,18 (Prä) vs. 0,51 ± 0,34 l min 1 %SaO 2

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Schlussfolgerung Die Ergebnisse zeigen, dass eine Veränderung der autonomen funktion durch Hypoxietraining er- folgt. Dies sollte beim Training herzkranker Patien- ten beachtet werden.

Abstractband: 6. Int. Symposium Herzfrequenzvariabilität in Halle (Saale) 2013

Notizen

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