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Hoffen, d.h.

nur auf eine andere Art und Weise zu versagen


Ich möchte diese Auseinandersetzung mit der Welt mit einem großen Philosophen beginnen, der
mich nicht selten prägte: Friedrich Nietzsche.
- Die starke Hoffnung ist ein viel grösseres Stimulans des Lebens, als irgend ein einzelnes wirklich eintretendes Glück.
Man muss Leidende durch eine Hoffnung aufrecht erhalten, welcher durch keine Wirklichkeit widersprochen werden
kann, - welche nicht durch eine Erfüllung abgethan wird: eine Jenseits-Hoffnung. (Gerade wegen dieser Fähigkeit, den
Unglücklichen hinzuhalten, galt die Hoffnung bei den Griechen als übel der Übel, als das eigentlich tückische Übel: es
blieb im Fass des Übels zurück). – Der Antichrist, Kap. 23

Wie wird man nun zu solch einer Erkenntnis kommen, die diesen Zeilen innewohnt? Von dem
Zeitpunkt an, ab dem wir an dem gesellschaftlichen Leben teilhaben, oder womöglich schon ab
dem Punkt an dem wir anfangen uns unser Selbst gewiss zu sein, bestimmen Hoffnungen unseren
Lebensalltag. Diese wirken auf eine sehr nützliche Art und Weise auf unseren Drang zu Überleben,
denn sie suggerieren uns >>Wir können noch etwas werden<<.
Darin liegt allerdings Fluch und Segen zugleich, denn unter diesen Umständen könnte man evtl.
geneigt sein, die Realität so wahrzunehmen wie sie womöglich nur in unseren Augen existent ist.
Diese natürliche Funktion des Bewusstseins nicht nach der ersten Niederlage das Handtuch zu
werfen, soll nicht verteufelt werden, nur bedarf es einer genaueren Betrachtung ab wann es
Selbstbetrug ist und ab wann wir nur unser Überleben versuchen zu ertragen.
Nun ist es auch dahingehend eine schwierige Frage zu unterscheiden, was von all dem ein
subjektiver Eindruck meinerseits ist und an welcher Stelle das Treiben unserer grauen Zellen ein
sehr amüsantes Eigenleben zeigt. Da diese Frage fast nicht allgemeingültig zu beantworten ist,
sollen nur ein paar Eindrücke vermittelt werden. Einer von diesen Eindrücken ist folgender, >>Ein
Mann begehrt eine Frau, schafft es aber nicht in ihrem Leben eine Rolle zu spielen und fragt sich
warum das so ist<<.
An dieser Stelle verbergen sich zwei unüberwindbare Hindernisse bei der Erkenntnisgewinnung,
zuerst einmal die holde Weiblichkeit, die in ihrem Schaffen und Walten selbst Freud verzweifeln
ließ, und zweitens der überschwängliche Glaube an sich selbst, der jeden äußeren, vielleicht
eindeutigen, Reiz als reine Anomalie der >>Matrix<< abtut. In welchem Maße wir nun der
Hoffnung verfallen oder der Realität ins Auge blicken, sind zwei Seiten derselben Medaille. Alles
was am Ende übrigbleibt ist die Frage wie es von jedem Einzelnen verarbeitet wird.
Bis hier hin ist es nicht nennenswert Wissenserweiternd gewesen, möglicherweise deshalb, weil
sich so gut wie nichts verallgemeinerndes dazu sagen lässt, außer der Tatsache, dass ein Jeder sich
zu jedem Zeitpunkt fragen sollte, kann ich unter rationalen Gesichtspunkten genau das fortführen
womit ich mich aktuell befasse. Welchen Lösungsweg oder Algorithmus zum finden einer Lösung
kann hier angewendet werden?
Da der Mensch kein Organ besitzt, welches Wahrscheinlichkeitsaussagen zulässt und er sich auch
mit Rationalität in emotionalen Dingen schwertut, kann nur gefragt werden, wie sehr kann man
etwas wollen, weshalb man sich allen Warnungen zum Trotz über die Realität hinwegsetzt, um im
Zauberland der Lustvorstellungen einem Happy End entgegen zu träumen?
OG3r