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Berliner ADHS-Appell

anlässlich der 5. Berliner Psychiatrie-Tage „ADHS im Wandel"

Die meisten Menschen mit ADHS im Erwachsenenalter haben die Erfahrung gemacht, dass
sie wegen ihrer Probleme oft kostenaufwendig für das Gesundheitssystem, aber ohne
grundlegenden Nutzen für ihr Befinden behandelt wurden, weil ADHS als zu Grunde liegende
neurobiologische Konstitution nicht erkannt und berücksichtigt wurde.

Es ist für Erwachsene, teilweise auch für Kinder, immer noch sehr schwierig und oft mit
erheblichen privat zu tragenden Kosten verbunden, eine fachgerechte Diagnostik bei ADHS -
Verdacht zu bekommen.

Wenn dann die Diagnose ADHS tatsächlich gestellt worden ist, müssen Jugendliche ab dem
18. Lebensjahr und Erwachsene eventuell anfallende Medikamentenkosten von erheblichem
Umfang ebenfalls privat bezahlen.

Deshalb der Appell an alle Beteiligten unseres Gesundheitssystems:

ADHS ist eine der häufigsten chronischen Gesundheitsstörungen im psychiatrischen


Bereich. Unerkannt verursacht sie nachhaltige Beeinträchtigungen und Kosten durch
vergebliche Behandlungsversuche der Begleit- und Folgeerkrankungen, sowie lange
Arbeitsausfallzeiten.

Dringend benötigt werden:

- Ärzte mit umfassender diagnostischer Kompetenz für ADHS,


besonders für Erwachsene

- Therapeuten, insbesondere Verhaltenstherapeuten, mit


umfassender therapeutischer Kompetenz für die ADHS

- die Erstattung der erheblichen Praxiskosten für eine


fachgerechte Diagnosestellung und Behandlung

- die Erstattung von Medikamenten- und Therapiekosten im


Rahmen einer wissenschaftlich fundierten Behandlung

- ein ausreichender Informationsstand bei Institutionen des Sozialsystems


(Krankenkasse, Sozialbehörden, Arbeitsagentur, Rentenversicherung)

Bitte wirken Sie mit, eine angemessene Versorgung für eine Patientengruppe zu
erreichen, wie sie für andere psychische Störungen selbstverständlich ist!

Berlin, den Unterschrift: